Kitabı oku: «Wochenend und Wohnmobil - Kleine Auszeiten an der Mosel»

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ZIELE IM ÜBERBLICK


Grenzgebiet zu Luxemburg
Trier
Meulenwald und Kylltal
Riol und Mehring
Trittenheim
Sonneninsel von Minheim
Bernkastel-Kues
Erden und Zeltingen-Rachtig
Traben-Trarbach und Kröv
Zell
Calmont
Hängeseilbrücke Geierlay
Cochem
Burg Eltz
Koblenz

KLEINE AUSZEITEN AN DER

-MOSEL-



INHALT

EINLEITUNG

Womo-Paradies im Tal

Zwischen Wein, Wasser und Wanderwegen

1 Wo die Freiheit Europas beginnt

Entdeckungstour im Grenzgebiet Luxemburgs

2 Älteste Stadt Deutschlands

Auf römischen Spuren

3 Die Moselregion abseits der Mosel

Wandern durch den Meulenwald und im Kylltal

4 Wanderspaß an der Mosel

Unterwegs zwischen Riol und Mehring

5 Wo sich die Mosel schlängelt

Auf Entdeckungstour rund um Trittenheim

6 Tolle Blicke von den Weinbergen

Rund um die Sonneninsel von Minheim

7 Altstadt mit imposanter Burgruine

Stadtrundgang durch Bernkastel-Kues

8 Wandern, wo andere Wein anbauen

In den Weinlagen rund um Zeltingen-Rachtig

9 Festungen und alter Schiefer

Rund um Traben-Trarbach und Kröv

10 Aussichten über Aussichten

Geschichten über die Schwarze Katz in Zell

11 Der steilste Weinberg Europas

Mit Steighilfen durch den Calmont

12 Schwindelerregende Tour

Auf der Hängeseilbrücke Geierlay

13 Die gesellige Mittelmosel

Es gibt viel zu erleben in Cochem

14 Schöne Nebentäler der Mosel

Die Mosellandschaft rund um Burg Eltz

15 Wo die Mosel ihr Ende findet

Viele Ausflugsmöglichkeiten rund um Koblenz

Orts- und Sachregister

Impressum


Die Weinberge bieten fast immer tolle Ausblicke auf das Moseltal.

WOMO-PARADIES IM TAL

Zwischen Wein, Wasser und Wanderwegen


Rustikales findet sich sogar an den Wanderwegen.

Das Moseltal ist ein Eldorado für Wohnmobilisten und Genießer. Es gibt wohl kaum einen Wohnmobilfahrer, der nicht schon einmal an der Mosel war. Kein Wunder, denn Wasser geht immer, und das Wasser fließt oft nahe der Aufbautür vorbei. Ganz gemächlich, stressfrei. Überdies steht die Moselregion natürlich für den Wein und den Genuss.

So viele Straußwirtschaften, Weinlokale und Weingüter, in denen man einkehren und Verköstigungen genießen kann. Wie gut, dass man nicht mehr fahren muss, denn das Wohnmobil steht ja am Moselufer, wo es gleich am nächsten Morgen mit einem Frühstück mit Blick auf das Wasser weitergeht. Wer einmal einen schönen Platz in der ersten Reihe eines Camping- oder Wohnmobilstellplatzes ergattert hat, will diesen natürlich so schnell nicht wieder aufgeben. Doch es gibt entlang der Mosel jede Menge Sehenswürdigkeiten und Ortschaften, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Außerdem steht das Moseltal auch für wunderbare Ausblicke. Wenn sich das Band der Mosel mal wieder um eine Art Landzunge schlängelt und das Tal sich in seiner schönsten Form präsentiert – das muss man einfach gesehen haben. Aussichtspunkte hierfür gibt es jede Menge. Manche von ihnen sind mit dem Pkw, Motorrad oder auch Wohnmobil leicht zu erreichen. Für viele, und meistens sind das die spektakulärsten Panoramen, sollte man jedoch in die Wanderschuhe schlüpfen und zwischen den Weinbergen den Höhenunterschied erklimmen.

STELLPLATZ- UND CAMPINGVIELFALT

Kaum ein Ort im Moseltal, der ohne Camping- oder Wohnmobilstellplatz auskommt. Manche der Weinorte bieten sogar mittlerweile zwei oder drei Übernachtungsmöglichkeiten für Wohnmobilfahrer an. Die Dichte an Stellplätzen ist enorm und vom einen Stellplatz kann man den anderen bereits sehen oder im Rahmen eines abendlichen Spaziergangs besuchen. Man will ja wissen, was man woanders verpasst haben könnte oder was einen am nächsten Tag erwartet. Allerdings gilt das in der Tat nur für das eigentliche Tal. Sobald man die Mosel in Richtung Hunsrück oder Eifel verlässt, ist das Übernachtungsangebot plötzlich sehr dünn gesät. Daher spielt sich das hauptsächliche Wohnmobilleben direkt am Fluss ab. Dabei gibt es drei Arten von Plätzen. Da wären die klassischen Campingplätze, von denen einige sogar eine ganze Insel inmitten der Mosel für sich beanspruchen können, und da wären die beliebten Wohnmobilstellplätze, die rund um die Uhr angesteuert werden können. Während die Campingplätze stets komplett mit allem ausgestattet sind, was man auf einem Campingplatz erwartet, muss man auf den Stellplätzen typischerweise auch Abstriche machen. Für den oft günstigeren Übernachtungspreis gibt es dann eben nicht immer ein Sanitärgebäude und auch die Stromsäulen reichen bei Vollbelegung nicht zwangsläufig aus. Wobei Vollbelegung bei manchen Stellplätzen bedeuten kann, dass dort Reisemobile in dreistelliger Anzahl stehen. Da kann man sich ausmalen, wie viel Platz man rund um sein Wohnmobil für sich beanspruchen kann, wenn man die Spitzenzeiten meidet. Die dritte Variante der Übernachtungsmöglichkeiten sind Weingüter. Diese liegen nicht immer direkt am Wasser, sondern manchmal mitten in einem der kleinen Orte oder sind gar komplett von Weinreben umgeben. Da die Plätze durchweg privat vom Weingut betrieben werden und man sich natürlich auch den Verkauf von Wein erhofft, bietet man hier in der Regel ebenfalls eine gute Infrastruktur mit Sanitär, Strom, WLAN und dergleichen. Lediglich bei der Größe muss man sich auf Weingütern schon mal auf engere Parzellen einstellen.


Die meisten Straßen im Moseltal sind mit Wohnmobilen sehr gut befahrbar.

Das Moseltal entzückt mit kleinen, malerischen Ortschaften.

STRASSEN IM MOSELTAL

An der Mosel muss man sich darauf einstellen, dass man gelegentlich hin- und herfährt. Zwar gibt es weitestgehend auf beiden Uferseiten eine Straße, doch nicht jeder Ort hat eine Brücke. Daher ist es nach deren Überquerung logischerweise immer mal wieder notwendig, in die Richtung zurückzufahren, aus der man gekommen ist – nur eben am gegenüberliegenden Ufer. Doch keine Sorge, Brücken gibt es dennoch jede Menge und es handelt sich meist nur um kurze Umwege. Umfangreicher kann es nur mal werden, wenn eine der Straßen wegen einer Baustelle oder einer Veranstaltung gesperrt ist. Das kommt vor, und man sollte daher lieber einen Zeitpuffer einplanen. Gleichzeitig sollte man die Entfernung nicht unterschätzen. Die beiden großen Städte Trier und Koblenz liegen gerade einmal knappe 100 Kilometer Luftlinie auseinander. Auf der direktesten Verbindung legt man zwischen den beiden Städten rund 140 Kilometer zurück und benötigt ungefähr eineinhalb Stunden. Das gilt aber nur, wenn man das Moseltal verlässt und die Eifel über die Autobahnen 1 und 49 befährt. Bleibt man rigoros am Flussufer, dann kommt man auf ungefähr 200 Kilometer Strecke, für die man aber satte vier Stunden Fahrzeit einplanen sollte. Zwischen Alf und Koblenz, also am Unterlauf der Mosel, ist man überwiegend auf der Bundesstraße 49 unterwegs, während zwischen Zell und Trier die Bundesstraße 53 die Mosel begleitet. Im Grenzgebiet zu Luxemburg ist es auf deutscher Seite die Bundesstraße 419 und in Luxemburg die Straße 10, die mit einer deutschen Bundesstraße vergleichbar ist.

ORTSCHAFTEN AN DER MOSEL

Die beiden größten Städte sind Trier und Koblenz, die alleine für sich schon sehenswert sind und jeweils mindestens ein Wochenende mit Sightseeing ausfüllen können. Daneben gibt es mehrere kleine Moselstädtchen, die zwar an die Größen von Trier oder Koblenz nicht heranreichen können, aber dennoch überregional bekannt sind. Dazu zählen Traben-Trarbach, Bernkastel-Kues, Zell und Cochem. Diese Städte bieten ebenfalls jede Menge Sehenswürdigkeiten, Einkehrmöglichkeiten, Burgbesichtigungen, Aussichten und Anlegestellen für Schiffe, mit denen Rundfahrten auf der Mosel möglich sind. Auch in diesen Ortschaften muss man das Wort Langeweile im Lexikon nachschlagen. Die überwiegende Mehrheit der Weinorte sind jedoch kleine Dörfer, die mal mehr und mal weniger spannend sind. Fast alle diese Dörfer haben Einkehrmöglichkeiten wie Straußwirtschaften oder Weingüter und man kommt hier wirklich gut zur Ruhe. Unterscheiden muss man bei den kleinen Weindörfern wirklich zwischen denen, die sich auf Besucher eingestellt haben und denen, durch die man hindurchfährt und sich fragt, was man hier eigentlich wohl machen könne. Keine Bange, Weindörfer mit völlig fehlender Infrastruktur und keinerlei Freizeitangebot gibt es zwar, doch sie sind deutlich in der Minderheit. Es ist eben nur erstaunlich, weil diese Dörfer die gleichen landschaftlichen Voraussetzungen besitzen wie die Weinorte, in denen es immer etwas zu tun gibt.


Keine Frage: Das Thema Wein ist fest mit der Mosel verbunden.

WAS KANN MAN DENN MACHEN?

Wie schon weiter oben angedeutet, sollte man auf jeden Fall seine Wanderschuhe im Gepäck haben. Sinnvoll ist auch die Mitnahme des Fahrrads, und wer wassersportbegeistert ist, kann sich auch das Kanu auf das Wohnmobildach schnallen. Fahrräder und Kanu kann man oftmals aber auch leihen. Wer meint, Wandern im Moseltal sei simpel und langweilig, der sieht sich getäuscht. Zugegeben, oftmals kommt man nicht umhin, über asphaltierte Winzerwege hinauf in die Weinberge zu wandern. Doch einmal oben angekommen, ist man auf Moselsteig und Moselhöhenweg gut aufgehoben. Eine Besonderheit sind die »Klettersteig« genannten Wanderwege der Region. Dabei handelt es sich nicht um klassische Klettersteige, wie man sie aus dem hochalpinen Bereich kennt. Dennoch ist hier Vorsicht geboten und Schwindelfreiheit und Trittsicherheit ein absolutes Muss. Es gibt einfache Klettersteige wie der Thörnicher Ritsch oder der Rioler Klettersteig, bei denen man steil hinauf wandert und zwischendurch mit einem Seil als Handlauf unterstützt wird. Dann gibt es aber auch wiederum Klettersteige wie das Erdener Treppchen, den Klettersteig zum Collisturm bei Zell und den Calmont-Klettersteig, die mit fest installierten Metallleitern, Treppen und Steignägeln aufwarten. Stellenweise gibt es auf diesen Wanderwegen noch nicht einmal einen Pfad, sondern nur die Möglichkeit, über Stifte, die in der Wand angebracht sind, in Schwindelerregender Höhe Abgründe zu überwinden. Diese Wege sollte man auf keinen Fall unterschätzen. Insbesondere der Calmont-Klettersteig, der sich am steilsten Weinberg Europas befindet und in den Mittagsstunden des Hochsommers eine hohe körperliche Belastung mit sich bringt, ist nur erfahrenen Wanderern zu empfehlen.

Mit dem Fahrrad hat man wunderbare Möglichkeiten, die Ortschaften im Tal über den Moselradweg kennenzulernen. Dieser ist auf deutscher Seite fast 240 Kilometer lang und sehr einfach zu radeln. Immerhin gibt es keinerlei Steigungen, aber gerade das führt wiederum dazu, dass man die Mosel eben nur aus dem Tal heraus erlebt. Es gibt keine Ausblicke und gelegentlich verläuft der Moselradweg aus Platzgründen auch direkt neben der Bundesstraße. Dennoch ist er natürlich eine ideale Verbindung, um vom Campingplatz des einen Ortes in die benachbarten Ortschafte zu gelangen.

Ansonsten befinden sich im Moseltal mehrere Burgruinen, wie zum Beispiel die Burg Landshut oder Thurant, die sich ebenfalls im Rahmen einer Wandertour besichtigen lassen und außerdem noch einen wunderbaren Ausblick auf die Landschaft ermöglichen.

EIN PAAR BASICS ZUR MOSEL

Die Moselle, wie der Fluss auf Französisch heißt, entspringt in den südlichen Vogesen und macht sich von dort auf den Weg nach Norden. Nach einem verhältnismäßig geraden Verlauf durch die flache Landschaft der Region Lothringen erreicht sie Luxemburg und wird dort zur Musel. Gleichzeitig ist sie aber auch die deutsche Mosel, da sie zum Grenzfluss wird und als Kondominium von beiden Staaten bis zum gegenüberliegenden Ufer beansprucht werden kann und beiderseitiges Staatsgebiet ist. Zunächst verläuft sie noch einige Kilometer als sogenannte Obermosel, was als geografische Bezeichnung jedoch nicht richtig ist. Immerhin hat sie hier bereits mehr als die Hälfte ihres Verlaufs hinter sich. Mit dem Erreichen von Trier wird sie in gewisser Weise wieder zum Grenzfluss, denn sie trennt die beiden Mittelgebirge Hunsrück im Süden und Eifel im Norden voneinander. Gleichzeitig beginnt hier auch das Tal der Mittelmosel und von nun an windet sich der Fluss durch enge Schleifen. Er ist berühmt für seine steilen Hänge, an denen zahlreiche Rebstöcke dafür sorgen, dass eine Reise an die Mosel bei einem Glas Wein genossen werden kann. Die größten Zuflüsse hat die Mosel allerdings noch vor Trier. Sowohl die Saar als auch die Sauer münden in kurzem Abstand hintereinander in die Mosel, die von da an nur noch von kleinen Bächen gespeist wird. Neben dem Wein und dem Tourismus ist die Mosel natürlich auch für die Schifffahrt von großer Bedeutung. Fährt ein Schiff die gesamte Mosel ab, so muss es 28 Staustufen überwinden, davon zehn in Deutschland. Diese dienen neben der Regulierung des Wasserstands auch der Stromproduktion. Darüber hinaus kann die Mosel auf zahlreichen Brücken überquert werden und besitzt mit der Römerbrücke in Trier die älteste Brücke Deutschlands.


Bloß nicht zu schnell an den Sehenswürdigkeiten vorbeifahren


An den Reben in den Weinbergen finden sich dunkle


und helle Weintrauben.

WO DIE FREIHEIT EUROPAS BEGINNT

Entdeckungstour im Grenzgebiet Luxemburgs


Während man seinen Kurzurlaub genießt, reifen die Weintrauben in Ruhe.

1

Die Obermosel teilt sich Deutschland mit dem Nachbarland Luxemburg. Wohnmobiltouristen wird’s freuen, denn so lässt sich der Diesel-tank gleich viel günstiger füllen. Außerdem erfährt man in Schengen viel Interessantes über das grenzenlose Reisen in Europa.

Das Dreiländereck von Deutschland, Luxemburg und Frankreich markiert den Beginn einer Flussreise auf deutscher Seite. Hier erreicht die französische Moselle zum ersten Mal deutschen Boden und schreibt sich fortan Mosel. Das gilt zunächst allerdings nur für das rechte Ufer, denn auf den ersten rund 35 Kilometern teilt sich Deutschland das Flussbett mit dem Nachbarland Luxemburg. Bis zur Mündung des Flusses Sauer, ebenfalls ein Grenzfluss zwischen den beiden Staaten, hat man die Wahl, auf deutscher oder luxemburgischer Seite die Mosel kennenzulernen.

GRENZENLOSE FREIHEIT

Wie innerhalb Deutschlands ist die Mosel natürlich auch im Grenzgebiet ein bedeutender Fluss beim Weinanbau. Durch mehrere kleine Weinorte kann man auch auf luxemburgischer Seite von Weinort zu Weinort reisen. Das Moselerlebnis beginnt bei Perl auf deutscher Seite. Der kleine Ort grenzt direkt an das Dreiländereck, das sich in einer sehr kleinen Ortschaft befindet, die man wiederum in ganz Europa kennt. Ihr Name ist Schengen, und nur durch das Schengener Abkommen ist das grenzfreie Reisen in Europa ermöglicht worden. Auf einem Schiff auf der Mosel wurde im Juni 1985 das Schengener Abkommen von den Ländern Deutschland, Frankreich, Belgien, Luxemburg und der Niederlande unterzeichnet. In Kraft getreten ist es schließlich im Jahr 1995, weitere Länder traten im Laufe der Jahre bei. Am Moselufer des kleinen Ortes, und damit nur wenig vom Dreiländereck entfernt, befindet sich ein Teil der ehemaligen Berliner Mauer und ein Denkmal, das an das vereinigte Europa erinnert. Gleich daneben informiert das Europäische Museum über die Geschichte Europas und über die europäische Einheit. Auf interaktive Weise wird hier von der Zeit der Schlagbäume berichtet, in der man für eine einfache Fahrt in das Nachbarland noch einen Stau an der Grenze inklusive Passkontrolle über sich ergehen lassen musste. Der Eintritt ist frei, doch es besteht auch die Möglichkeit, eine geführte Tour zu buchen. Diese verläuft überwiegend durch den Außenbereich, gleich am Moselufer, wo zum Beispiel die Nationensäulen als Kunstobjekte mehrere Reliefs beherbergen. Diese zeigen jeweils ein Symbol pro Land der Europäischen Union.


IN DEN WEINBERGEN VON SCHENGEN bietet das Weingut Cabes Henri Ruppert die Möglichkeit, einzukehren und Wein zu probieren. Von der Terrasse des beinahe schon futuristischen Gebäudes mit seinem halbrunden und begrünten Dach blickt man mit einem Glas Wein in der Hand völlig entspannt auf die sanften Hügel bei Perl. Caves Henri Ruppert, 1, um Markusberg, 5445 Schengen, Luxemburg, Tel. +352/26 66 55 66, www.domaine-ruppert.lu

Bei einer Wohnmobilreise entlang der Mosel oder einer Radtour auf dem Moselradweg folgen bis Wasserbillig zahlreiche weitere kleine Orte auf beiden Seiten des Flusses, so zum Beispiel Nittel. Der staatlich anerkannte Erholungsort Nittel liegt malerisch am rechten Ufer der Obermosel und blickt auf das gegenüberliegende luxemburgische Ufer. Schon die Römer besiedelten das Gebiet der heutigen Gemeinde, doch erst zur ersten Jahrtausendwende wurde die Ortschaft Nitele schriftlich festgehalten. Vermutlich wurde auch hier schon früh Wein angebaut, denn die hier vorkommenden Kalkböden und das Klima, das an den Mittelmeerraum erinnert, eignen sich besonders gut für den Weiß- und Grauburgunder und natürlich auch für den Elbling, der in Nittel drei Viertel der Rebfläche einnimmt.

FALTER IM TROPENHAUS

Nur ein kurzes Stück flussabwärts und auf der luxemburgischen Seite erstreckt sich die Ortschaft Grevenmacher. Auf sie wird man in der Region immer wieder durch Reklametafeln aufmerksam gemacht, die für den dortigen Schmetterlingsgarten werben. Idealerweise befindet er sich gleich neben einem Campingplatz, aber auch ohne diese praktische Nähe zu einem Übernachtungsplatz sollte man den vielfältigen, kleinen Faltern einen Besuch abstatten. Garten ist natürlich nicht der richtige Begriff, denn sonst wären die farbenfrohen Schmetterlinge entweder weg oder würden gar nicht erst überleben können. Denn sie brauchen eine konstante Temperatur und eine hohe Luftfeuchtigkeit, die dieses Tropenhaus bieten kann. Auf einer Fläche von 600 Quadratmetern sind es mehrere Hundert Falter, die durch das Tropenhaus flattern und sich manchmal sehr zur Freude der Besucher auf deren Schultern und Händen niederlassen. Schildkröten, Chamäleons und Chinesische Zwergwachteln sind zwar keine Schmetterlinge, aber wenn man schon mal ein Tropenhaus hat, dann kann man auch diesen Tierarten ein Zuhause bieten. Also nicht wundern, wenn auch auf dem Boden etwas entlanghuscht oder krabbelt. Dort, wo sich Luxemburg von der Mosel trennt und der Fluss nun komplett durch deutsche Lande fließt, befindet sich die kleine Ortschaft Wasserbillig, auf Lëtzebuergisch »Waasserbëlleg«. Wasserbillig ist über die Grenzen von Rheinland-Pfalz hinaus für den sogenannten Tanktourismus bekannt. Mehr als ein Dutzend Tankstellen reihen sich entlang der Hauptstraße aneinander und locken mit – steuerlich bedingt – günstigeren Kraftstoffkosten nach Luxemburg. Der Ort erstreckt sich entlang der Mündung der Sauer in die Mosel.


Malerisch liegen die Ortschaften der Mosel in der Regel direkt am Ufer.

Von der Mündung der Sauer in die Mosel sind es gerade einmal fünf Kilo-meter, bis auf der rechten Flussseite die nächste Mündung erscheint. Bei Konz endet die 235 Kilometer lange Saar, die damit den größten Zufluss der Mosel bildet. Auf dem Weg dorthin befindet sich auf einer Anhöhe das Dorf Liersberg, das mit seinen weniger als 300 Einwohnern seit 1974 zur direkt an der Mosel liegenden Ortschaft Igel gehört. Igel ist bekannt für die gleichnamige Igeler Säule. Dieses 23 Meter hohe Pfeilerdenkmal und der Drususstein in Mainz sind die einzigen oberirdisch erhaltenen Grabmäler der Römer nördlich der Alpen. Die Säule gehört zum Welterbe Römische Baudenkmäler, Dom und Liebfrauenkirche in Trier, zu dem auch die Römerbrücke, die Porta Nigra, das Amphitheater, die Thermen in Trier und die Konstantinbasilika gehören. Zwischen Igel und Liersberg befindet sich zudem in den Weinbergen das sogenannte Grutenhäuschen. Auch dieses erinnert an die römische Zeit und ist eine Rekonstruktion eines römischen Grabtempels, errichtet auf den Überresten der ursprünglichen Grabkammer.


Grenzenloses Reisen ermöglicht grenzenlose Aussichten auf das Moseltal.

Die Geschichte von Konz beginnt mit einer spätrömischen Kaiservilla namens Contionacum. Diese entstand in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts n. Chr. und war vermutlich prachtvoll ausgestattet. Nicht umsonst wurde sie vom römischen Reiseschriftsteller Ausonius in seinem Gedicht Mosella bereits erwähnt. Überreste der Villa sind noch heute zu sehen. Berühmt ist Konz auch für das Kloster Karthaus, das um die Wende zum 18. Jahrhundert entstand, aber schon ein Jahrhundert später während der Säkularisation aufgehoben wurde. Später wurde es von Schwestern des Franziskanerordens aufgekauft und renoviert. Heute ist es eine wichtige Station auf dem Jakobspilgerweg, der hier als Mosel Camino verläuft. Außerdem ist Konz der größte Weinbauort entlang der Mosel außerhalb des Mittelmoseltals. Über 250 Hektar Fläche sind mit Reben bestockt und lassen die Rieslingtrauben in Steillagen gedeihen. Prägend für die Stadt sind nicht zuletzt auch die Brücken nahe der Saarmündung. Konz hatte von jeher eine verkehrsgünstige Lage und entwickelte sich mit dem aufkommenden Eisenbahnverkehr schnell zu einem wichtigen Knotenpunkt.

AUF EINEN BLICK

Info

STADT/REGION: Perl, Schengen, Grevenmacher (Region Dreiländereck)

BESTE REISEZEIT: Ganzjährig

OPTIMALE REISEDAUER: 2–3 Tage

TOURISTINFO: Touristinformation Perl, Trierer Straße 32, 66706 Perl, Tel. 06867/6 61 01 sowie Deutsch- Luxemburgische Tourist-Information, Moselstraße 1, 54308 Langsur, Tel. 06501/60 26 66, www.lux-trier.info

SEHENSWÜRDIGKEITEN

EUROPÄISCHES MUSEUM SCHENGEN: Rue Robert Goebbels, 5444 Schengen, Luxemburg, Tel. +352/26 66 58 10, www.visitschengen.lu

NAVITOURS: Quai de la Moselle/Moselanleger, Bateaux touristiques/Fahrgastschiffe, 5553 Remich, Luxemburg, www.navitours.lu Schiffsrundfahrten ab Remich mit Schleusenfahrten oder Schlemmertouren bis Frankreich und nach Wasserbillig

SCHMETTERLINGSGARTEN GREVENMACHER: 56 Route de Trèves, 6793 Grevenmacher, Luxemburg, Tel. +352/75 85 39, www.papillons.lu

AQUARIUM WASSERBILLIG: Rue des Pépinières, 6645 Mertert, Luxemburg, Tel. +352/26 74 02 37, www.aquarium.wasserbillig.lu

VOLKSKUNDE- UND FREILICHTMUSEUM ROSCHEIDER HOF: Roscheiderhof 1, 54329 Konz, Tel. 06501/9 27 10, www.roscheiderhof.de


Ein Vergnügen ist der Besuch im Schmetterlingsgarten.


Roscheider Hof

CAMPINGPLATZ KONZ SAARMÜNDUNG

ADRESSE: Am Moselufer 1, 54329 Konz, Tel. 06501/25 77, www.campingplatz-konz.de

ANFAHRT: Von Trier auf der Bundesstraße 51 bis Konz und am Kreisverkehr vor der Eisenbahnunterführung die zweite Ausfahrt nehmen. Anschließend sofort rechts und auf der Brücke über die Bundesstraße bis zum Ufer

GPS: N 49°42‘15“9, E 6°34‘25“4

Sehr kleiner Campingplatz, der wegen der Eisenbahnbrücke und der Bundesstraße eine deutliche Geräuschkulisse bietet. Ansonsten jedoch eine schöne Lage mit Blick auf die Mosel. In wenigen Schritten befindet man sich an der Mündung der Saar in die Mosel.

CAMPINGPLATZ IGEL

ADRESSE: Moselstraße, 54298 Igel, Tel. 06501/1 29 44, www.camping-igel.de

ANFAHRT: Von Trier auf der Bundesstraße 49 nach Igel und dort die Eisenbahnunterquerung zur Mosel benutzen

GPS: N 49°42‘17“9, E 6°33‘12“0

Überschaubarer, aber freundlicher Campingplatz an der Mosel und gleich neben einem Sportplatz und einer nahegelegenen Tennisanlage. Auf dem Radweg am Ufer ist man in einer guten halben Stunde mit dem Fahrrad an der Römerbrücke in Trier.

CAMPINGPLATZ SCHÜTZWIESE

ADRESSE: 41 Rue des Romains, 6646 Mertert, Luxemburg, Tel. +352/74 05 43, www.camping-wasserbillig.lu

ANFAHRT: Auf der Bundesstraße 49 bis Wasserbilligerbrück und über die Brücke nach Luxemburg. Kurz darauf in die Straße 10 rechts abbiegen und gleich die erste Gelegenheit nach rechts erneut nutzen

GPS: N 49°42‘55“3, E 6°30‘20“7

Kleiner, netter Campingplatz am Ufer der Sauer kurz vor der Mündung in die Mosel. Ruhige und dennoch zentrale Lage, um das luxemburgische Wasserbillig zu erkunden.

CAMPINGPLATZ LUXI’S CAMPING

ADRESSE: 59 E Route de Wasserbillig, 6686 Mertert, Luxemburg

ANFAHRT: Auf der Straße 1 in Wasserbillig durch das Gewerbegebiet bis zur Tankstelle Lux-Oil

GPS: N 49°42‘34“4, E 6°29‘18“1

Ein eher ungewöhnlicher Camping- beziehungsweise Wohnmobilstellplatz. Er gehört zur Tankstelle und bietet geschotterte Stellflächen, die mit einem Holzstamm voneinander abgetrennt sind. Sanitär, Strom und Ver- und Entsorgung sind vorhanden. Als klassischen Urlaubsort kann man den Platz zwar nicht bezeichnen, aber hilfreich für die Zwischenübernachtung und zum Kennenlernen von Wasserbillig ist er allemal.

CAMPINGPLATZ MERTERT

ADRESSE: 6684 Mertert, Luxemburg

ANFAHRT: Auf der Straße 1 bis zum Kreisverkehr, dort auf die Straße 134 und nach Überquerung des Bahngleises rechts

GPS: N 49°42‘08“7, E 6°28‘37“6

Kleiner, einfacher Stellplatz an einer Grünanlage mit Fußballfeld und Spielplatz, sowie am Bach Syr, der wenig später in die Mosel mündet. Von hier aus gelangt man relativ einfach zu Fuß oder mit dem Rad zum Schmetterlingsgarten in Grevenmacher.

CAMPING DE LA ROUTE DU VIN

ADRESSE: Route du Vin, 6794 Grevenmacher, Luxemburg, Tel. +352/75 02 34, www.grevenmacher-tourist.lu

ANFAHRT: Auf der Straße 1 bis Grevenmacher und dort am Kreisverkehr direkt in die Einfahrt zum Campingplatz.

GPS: N 49°40‘58“9, E 6°26‘55“8

Ideale Lage an der Mosel mit Blick auf das deutsche Moselufer. Gleich neben dem Campingplatz befindet sich ein Freibad und der Schmetterlingsgarten. Gepflegte Anlage mit großzügigen Parzellen auf Rasen

WOHNMOBILSTELLPLATZ AM WEINGUT EDWIN PAULY

ADRESSE: Obermoselstraße 5, 54439 Palzem, Tel. 06583/4 46, www.paulywein.de

ANFAHRT: Auf der Bundesstraße 419 nach Palzem. Das Weingut befindet sich direkt an der Straße in einer langgestreckten Kurve.

GPS: N 49°33‘51“4, E 6°22‘29“6

Ein kleines Weingut, bei dem man natürlich seinen Wohnmobilvorrat auffüllen kann. Auf drei Plätzen steht man direkt nebeneinander und hat etwas erhöht einen Blick auf das Moseltal.

CAMPING MOSELLA AM ROTHAUS

ADRESSE: Zur Moselbrücke 2A, 66706 Perl, Tel. 06866/5 10, www.camping-mosella.de

ANFAHRT: Auf der Bundesstraße 419 bis zum Kreisverkehr bei Nennig. Dort auf die Bundesstraße 406 in Richtung Remich/Luxemburg wechseln und vor der Brücke rechts zum Campingplatz hinab

GPS: N 49°32‘32“4, E 6°22‘23“7

Klassischer, großer Campingplatz mit kompletter Ausstattung und einem Restaurant, direkt am Ufer der Mosel und an der Brücke, über die man in wenigen Minuten zu Fuß nach Luxemburg spazieren kann.

MOSELCAMPING DREILÄNDERECK

ADRESSE: Zur Moselbrücke 15, 66706 Perl, Tel. 06866/3 22, www.mosel-camping.de

ANFAHRT: Auf der Bundesstraße 419 bis zum Kreisverkehr bei Nennig. Dort auf die Bundesstraße 406 in Richtung Remich/Luxemburg wechseln und vor der Brücke links zum Campingplatz hinab

GPS: N 49°32‘32“0, E 6°22‘16“6

Der Platz befindet sich am selben Ufer wie der Camping Mosella, nur auf der anderen Seite der Brücke. Zwischen beiden Plätzen befindet sich ein Imbiss auf deutscher Seite. Wer nicht selber mit einem Ausflugsschiff fahren möchte, kann das Treiben am anderen Moselufer in Ruhe beobachten.

WOHNMOBILSTELLPLATZ REMICH

ADRESSE: Route du Vin, 5537 Remich, Luxemburg, Tel. +352/6 21 15 46 91

ANFAHRT: Auf der Bundesstraße 419 bis Nennig, dort auf der Bundesstraße 406 die Mosel überqueren und auf luxemburgischer Seite an der ersten Möglichkeit nach links zum Moselufer fahren. Dort sofort rechts und der Esplanade bis zum Ortsausgang folgen.

GPS: N 49°32‘19“6, E 6°21‘45“7

Schöner, geräumiger Stellplatz mit Flächen auf Rasengittersteinen. Parzellen sind mit Hecken abgetrennt. Der Platz befindet sich neben einem Sportplatz und ist beschrankt. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich ein Freibad. Ver- und Entsorgungsstation vorhanden

WOHNMOBILSTELLPLATZ SCHWEBSANGE

ADRESSE: 1 Am Hafen, 5447 Schwebsange, Luxemburg, Tel. +352/23 66 44 60, www.camping-port.lu

ANFAHRT: An der Straße 10 befindet sich der Stellplatz bzw. der Hafen ungefähr auf halber Strecke zwischen Remich und Schengen.

GPS: 49°30’41.7”N 6°21’44.4”E

Keine besondere Ausstattung, aber ruhige Lage an einem Sportboothafen mit Einkehrmöglichkeit. Lediglich die Aussicht über die Mosel hinweg auf ein Industriegebiet auf deutscher Seite ist weniger ansehnlich.

WOHNMOBILSTELLPLATZ PERL

ADRESSE: Auf dem Sabel, 66706 Perl

ANFAHRT: Auf der Bundesstraße 407 nach Perl. Dort in die Straßen Im Niederborn und Auf dem Sabel in Richtung Hallenbad abbiegen. Hinter dem Hallenbad nach rechts, über den Parkplatz bis zum Ende

GPS: N 49°28‘44“1, E 6°23‘05“8

Einfacher kommunaler Stellplatz auf sandigem Untergrund. Bezahlt wird per SMS. Strom vorhanden. Das Hallenbad ist gleich nebenan. Zu Fuß ist man in weniger als einer halben Stunde am Grenzmuseum im luxemburgischen Schengen.

ÄLTESTE STADT DEUTSCHLANDS

Auf römischen Spuren


Die Römer hinterließen beeindruckende Bauten, sie können besichtigt werden.

2

Trier ist nicht einfach nur eine Stadt, die zu einem Besuch und Rundgang einlädt. Vielmehr wandelt man hier zwischen den Überbleibseln der Römer, die hier die Stadt Augusta Treverorum anlegten und Trier zu einem heute lohnenswerten Wochenendziel machten.

Das Wahrzeichen der Stadt, die Porta Nigra, ist nur eine von vielen Sehenswürdigkeiten Triers. Die alte Römerstadt hat jede Menge Attraktionen zu bieten, von denen sich die meisten kompakt in der Innenstadt befinden, die wiederum leicht von den Camping- und Wohnmobilstellplätzen aus zu erreichen ist. Spaziert man vom Reisemobilpark an der Mosel am Fluss entlang, gelangt man ganz automatisch zur Römerbrücke. Sie gilt als die älteste Brücke Deutschlands und wurde von den Römern im 2. Jahrhundert n. Chr. erbaut. Dabei ist sie schon die dritte Brücke an dieser Stelle. Zuvor wurde eine hölzerne Brücke errichtet, deren Pfahl heute im Rheinischen Landesmuseum zu sehen ist. Später folgte eine kleinere erste Steinbrücke, von der man sagt, man könne ihre Pfeiler bei Niedrigwasser erkennen. Das Prinzip der Römerbrücke war einfach: Massive Steinquader wurden entgegen dem Strom zugespitzt, damit Hochwasser und Eis keinen Schaden anrichten konnten, und auf diesen Quadern wurde in 14 Metern Höhe eine hölzerne Konstruktion errichtet, auf der die Straße verlief. Diese Höhe reichte aus, damit die damaligen Schiffe noch unter der Straße hindurch kamen. Zur Brücke gehörte ebenfalls ein Stadttor, ähnlich der Porta Nigra, und bis heute ist nicht zweifelsfrei geklärt, auf welcher Moselseite sich dieses befunden hat. Selbstverständlich ist die Brücke seit ihrem Bestehen verbreitert worden, doch ist es sehr beachtlich, dass eine zweitausend Jahre alte Brücke dem heutigen Straßenverkehr gewachsen ist.


Die Römerbrücke ist die älteste Brücke im Land und trägt auch Wohnmobile.

Auf der Römerbrücke schauen wir, wie sich das Wasser der Mosel unter unseren Füßen seinen Weg in Richtung Koblenz sucht und wenden uns am rechten Moselufer wieder nach rechts. Keine 100 Meter hinter der Brücke biegen wir links in die Südallee ein und erreichen schon nach wenigen Augenblicken die Barbarathermen.

DEN RÖMERN AUF DER SPUR

Man kann Trier auch als das Rom des Nordens bezeichnen. Nicht nur, dass die Stadt im 3. Jahrhundert n. Chr. die größte nördlich der Alpen war und ein Amphitheater besaß, das sich vor heutigen Arenen nicht zu verstecken braucht. Auch die Barbarathermen waren nach den Trajansthermen in Rom die zweitgrößten römischen Thermalanlagen überhaupt. Sie wurden bis zum 4. Jahrhundert genutzt und verfielen erst mit dem Verschwinden der Römer und den damit verbundenen Zerstörungen der Stadt. Sie waren stattliche 170 x 240 Meter groß und wurden daher unter anderem als Steinbruch genutzt und teilweise zu Wohnhäusern umgebaut.

Auf dem Grünstreifen zwischen Kaiserstraße und Südallee erreicht man kurz darauf auf der linken Seite die Kaiserthermen. Auch die Kaiserthermen stammen natürlich aus römischer Zeit. Sie waren zwar kleiner als die Barbarathermen, aber dass es sich um einen repräsentativen Bau handelte, ist auch heute noch anhand der Ruinen gut zu erahnen. Vermutlich waren die Kaiserthermen jedoch nie als solche in Betrieb gegangen, wie die Innenausstattung vermuten lässt. So handelte es sich eigentlich nur um einen Rohbau, der zunächst verfiel, später jedoch zu einer Kaserne umgewandelt wurde. Als die Römer sich zurückzogen, wurden die Kaiserthermen zunächst noch als Burg benutzt, verfielen aber immer weiter, da sich die Einwohnerzahl Triers stark minimierte und die Thermen dadurch irgendwann außerhalb des Zentrums lagen. Zusammen mit zahlreichen anderen römischen Bauten befinden sich aber auch die Kaiserthermen auf der Liste der schützenswerten Güter der UNESCO.


Ausblick von der Römerbrücke flussaufwärts in Richtung Luxemburg


Der Dom ist nur ein Grund für den Unesco-Welterbestatus in Trier.

STADTRUNDGANG DURCH TRIER

Steht man an den Kaiserthermen, so ist es auf der Olewiger Straße nur ein Katzensprung bis zum beeindruckenden Amphitheater. Es wurde im 1. Jahrhundert n. Chr. fertiggestellt und befindet sich auch wegen seines gut erhaltenen Zustands auf der Welterbeliste der UNESCO. Das Theater hatte ein Fassungsvermögen von rund 18 000 Besuchern. Zum Vergleich: Das Moselstadion, in dem die Mannschaft von Eintracht Trier zu Hause ist, fasst lediglich etwas über 10 000 Zuschauer. Allerdings war Trier im 3. Jahrhundert n. Chr. die einwohnerstärkste Stadt nördlich der Alpen und hatte fast genauso viele Einwohner wie heute. Das änderte sich nur zwischendurch mit dem Verschwinden der Römer. Die Architektur der Arena ist clever gelöst. Einerseits befindet sie sich direkt am Hang des Petribergs, wodurch nur eine Hälfte des Theaters für Zuschauerplätze aufgeschüttet werden musste, andererseits ist sie zugleich mit in die damalige Stadtmauer integriert worden. Darüber hinaus gab es Aufzüge in der Mitte der Arena, über die Gladiatoren und Tiere auf das Gelände gebracht werden konnten. Der dazu notwendige Keller ist bis heute erhalten geblieben. Neben den Kämpfen diente das Amphitheater aber auch öffentlichen Verkündigungen und Hinrichtungen. Somit war es ein wichtiger Anlaufplatz für die damalige Stadtbevölkerung. Die heutigen wichtigen Anlaufplätze erreicht man über die nördlich angrenzenden Grünanlagen an den Kaiserthermen. Sie sind Teil des Kurfürstlichen Parks, an dessen Seite die Möglichkeit besteht, hinter der Stadtmauer das Rheinische Landesmuseum zu besichtigen.


Einladend: die Trierer Altstadt zwischen Dom und Porta Nigra

Bei einer solch interessanten und bedeutenden Geschichte wie der der Stadt Trier ist es natürlich eine Selbstverständlichkeit, dass sie in einem entsprechenden Rahmen präsentiert und vorgestellt wird. Das Rheinische Landesmuseum Trier übernimmt diese Aufgabe in vorbildlicher Weise und befasst sich mit seinen Ausstellungen nicht nur mit der Zeit der Römer, sondern entführt seine Besucher auch in die Vorgeschichte, in das Mittelalter und auch in die Barockzeit. Zu den Höhepunkten zählen neben einem Stadtmodell Triers zur Römerzeit auch der bereits erwähnte Pfahl der ersten Römerbrücke, der die Gründung der Stadt markiert, sowie der bisher größte gefundene römische Goldschatz, bestehend aus 2 558 Goldmünzen. Aber auch sakrale Werke wie die wertvollen Glasmalereien aus dem Trierer Dom zählen zu den Exponaten.


Durch den Palastgarten spaziert man genau auf das Kurfürstliche Palais zu.

SAKRALE SEHENSWÜRDIGKEITEN

Während man am Museum vorbeispaziert, blickt man zugleich auf das stolze Kurfürstliche Palais, welches auf der linken Seite von der Konstantinbasilika flankiert wird. Die Konstantinbasilika stammt aus dem 4. Jahrhundert n. Chr. und gilt mit ihren Ausmaßen als größter Einzelraum, der seit der Antike erhalten geblieben ist. Sie gehört ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe Römische Baudenkmäler, Dom und Liebfrauenkirche in Trier und diente von Anbeginn an repräsentativen Zwecken. Sie war mit Marmor verkleidet, beherbergte zahlreiche Marmorsäulen und war darüber hinaus auch beheizt. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde gleich nebenan das Kurfürstliche Palais erbaut und an die Konstantinbasilika angebunden, die hierfür umgebaut wurde. Die Kurfürsten nutzen den Palast bis zum ausgehenden 18. Jahrhundert, als die napoleonischen Truppen einmarschierten. Sowohl die Konstantinbasilika als auch der Palast erlebten in den Jahrhunderten ihres Bestehens zahlreiche Umbauten und haben heute ein deutlich anderes Aussehen als bei ihrer Fertigstellung. Der Palastgarten im Süden des Palais ist ein beliebter Ruhepol in der Stadt und wird von hohen Hecken und mehreren Skulpturen flankiert, was den öffentlichen Park würdevoll erscheinen lässt.

Gerade einmal 200 Meter von der Konstantinbasilika entfernt, beeindrucken am Domfreihof gleich zwei weitere sakrale Bauwerke. Der Dom steht seit 1986 zusammen mit weiteren Baudenkmälern auf der Welterbeliste der UNESCO und ist darüber hinaus die älteste Bischofskirche in Deutschland. Wie archäologische Ausgrabungen in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg herausfanden, steht das Gotteshaus auf den Resten eines vornehmen römischen Wohnquartiers aus dem 2. und 3. Jahrhundert n. Chr. Dieses verschwand jedoch im 4. Jahrhundert und wich einer Doppelkirche mit zwei dreischiffigen Basiliken. Das nördliche dieser beiden Kirchenschiffe wurde noch im selben Jahrhundert von den Franken zerstört und wieder aufgebaut. Die Normannen folgten im 9. Jahrhundert mit einer weiteren Zerstörung. Im Mittelalter ging es dann aufwärts mit der Kirche, auch im wörtlichen Sinne. Denn erst wurden die Westtürme der neu erbauten Basilika erhöht, im 16. Jahrhundert dann auch der Südwestturm, weil die Türme der St. Gangolfkirche mittlerweile höher waren. Nur wenige Meter neben dem Dom erhebt sich die ebenfalls zum Weltkulturerbe zählende Liebfrauenkirche. Mit ihrem Bau wurde im 13. Jahrhundert begonnen.


Trier zeigt sich sakral


und mit profanen Bauten – Hauptsache historisch.

IM ZENTRUM UNTERWEGS

Über den Hauptmarkt und durch das Zentrum gelangt man am Ende der Straße zum Wahrzeichen Triers – die Porta Nigra. Im Jahr 180 n. Chr. begannen Arbeiter mit der Errichtung eines Stadttores, die der Stadt Augusta Treverorum einen Zugang durch die Stadtmauer von der Nordseite aus ermöglichen sollte. Die Porta Nigra besteht aus über 7 000 Steinquadern, von denen die größten bis zu sechs Tonnen wiegen. Und dennoch haben Untersuchungen ergeben, dass für den Bau vermutlich nur zwei bis vier Jahre benötigt wurden. Allerdings ist dieses Stadttor, welches vermutlich auch repräsentativen Zwecken dienen sollte, niemals ganz fertiggestellt worden. Der lateinische Name Porta Nigra, also Schwarzes Tor, ist schon im Mittelalter erwähnt worden und leitet sich vermutlich vom verwitterten Sandstein ab, der auch beim Trierer Dom und einigen anderen Sakralbauten Verwendung fand.

AUSFLÜGE RUND UM DIE STADT

Übrigens: Der Reisemobilpark befindet sich im Trierer Stadtbezirk West-Pallien. Das klingt ein wenig nach römischer Region und ganz so falsch würde man mit der Vermutung nicht liegen. Innerhalb Palliens sollen im 19. Jahrhundert römische Grabanlagen zerstört worden sein und die alte Römerstraße zwischen Trier und Bitburg verläuft nicht weit von hier, weshalb man Mauersteine, Ziegel und Keramiken aus römischer Zeit finden konnte. Bis zum Jahr 1913 war das Dorf Pallien noch selbstständig, wurde dann jedoch nach Trier eingemeindet und mit dem Ortsteil Trier-West zusammengelegt. Darauf ist schließlich auch der Name West-Pallien zurückzuführen, ein Ost-Pallien existiert hingegen nämlich nicht. West-Pallien ist ein guter Ausgangspunkt für diejenigen, die Wanderungen rund um Trier unternehmen und dabei den Ausblick auf die Stadt genießen möchten. Denn hier geht es hinauf auf den Markusberg. Er erhebt sich am Nordufer der Mosel und scheint über die Stadt Trier zu wachen. Er fällt besonders von der Südseite auf, wenn man von der Mosel oder der Stadt auf ihn blickt. Dabei ist es aber nicht der Hügel alleine, sondern die Mariensäule, die als weithin sichtbare Landmarke den Markusberg markiert. Die Marienfigur ist mitsamt dem Sockel, auf dem sie sich befindet, rund 40 Meter hoch und wurde im 19. Jahrhundert errichtet. Die Quader aus Sandstein für den Sockel wurden vermutlich aus Teilen der alten römischen Stadtmauer entnommen. Sieben Jahre dauerte die Errichtung, die fast ausschließlich aus Spenden der katholischen Bevölkerung finanziert wurde. Auch heute wird die nächtliche Illumination mit Spendengeldern bezahlt.


Der Georgsbrunnen im Rokokostil gehört genauso zu Trier


wie das berühmte Wahrzeichen der Stadt, die Porta Nigra,


und die Barbarathermen.

AUF EINEN BLICK

Info

STADT/REGION: Trier

BESTE REISEZEIT: Ganzjährig

OPTIMALE REISEDAUER: 3–4 Tage

TOURISTINFO: Trier Tourismus und Marketing GmbH, Simeonstraße 55, 54290 Trier, Tel. 0651/97 80 80, www.trier-info.de

SEHENSWÜRDIGKEITEN

BARBARA-THERME: Südallee, 54290 Trier, Tel. 0651/4 60 89 65, www.zentrum-der-antike.de

KAISERTHERME: Weimarer Allee, 54290 Trier, Tel. 0651/4 36 25 50, www.zentrum-der-antike.de

AMPHITHEATER: Olewiger Straße 25, 54295 Trier, Tel. 0651/7 30 10

LANDESMUSEUM TRIER: Weimarer Allee 1, 54290 Trier, Tel. 0651/9 77 40, www.landesmuseum-trier.de

KURFÜRSTLICHES PALAIS: Willy-Brandt-Platz 3, 54290 Trier

KONSTANTINBASILIKA: Konstantinplatz 10, 54290 Trier, Tel. 0651/99 49 12 00, www.ekkt.ekir.de

LIEBFRAUENKIRCHE: Liebfrauenstraße 2, 54290 Trier, Tel. 0651/17 07 90, www.liebfrauen-trier.de

DOM UND DOMINFORMATIONSZENTRUM: Liebfrauenstraße 12, 54290 Trier, Tel. 0651/9 79 07 90, www.dominformation.de

FRIEDRICH-EBERT-STIFTUNG MUSEUM – KARL-MARX-HAUS: Brückenstraße 10, 54290 Trier, Tel. 0651/97 06 80, www.fes.de

PORTA NIGRA: Porta-Nigra-Platz, 54290 Trier, Tel. 0651/4 60 89 65, www.zentrum-der-antike.de

STADTMUSEUM SIMEON STIFT: Simeonstraße 60, 54290 Trier, Tel. 0651/7 18 14 59, www.museum-trier.de

MUSEUM AM DOM TRIER: Bischof-Stein-Platz 1, 54290 Trier, Tel. 0651/7 10 52 55, www.bistum-trier.de

SPIELZEUGMUSEUM: Dietrichstraße 51, 54290 Trier, Tel. 0651/7 58 50, www.spielzeugmuseum-trier.de

REISEMOBILPARK TREVIRIS

ADRESSE: In den Moselauen, 54294 Trier, Tel. 0651/8 69 21, www.reisemobilpark.camping-treviris.com

ANFAHRT: Auf der Bundesstraße 49 oder 51 bis in den Süden Triers und der Ausschilderung zur Messe folgen. Am Messepark wiederum der Ausschilderung zum Stellplatz folgen

GPS: N 49°44‘24“2, E 6°37‘27“9

Der dreieckig angelegte Wohnmobilstellplatz erstreckt sich auf der linken Seite der Mosel direkt am Ufer und ist nur durch den Radweg vom Wasser getrennt. 70 bis 80 Wohnmobile passen auf den Stellplatz, eine frühe Anreise ist empfehlenswert. Denn einerseits ist Trier natürlich beliebt, andererseits reichen die Stromanschlüsse bei Vollbelegung nicht aus. Neben der Ver- und Entsorgung ist auch ein Sanitärcontainer vorhanden. Betrieben wird der Platz vom nahegelegenen Campingpark Treviris.

CAMPINGPARK TREVIRIS

ADRESSE: Luxemburger Straße 81, 54294 Trier, Tel. 0651/8 69 21, www.camping-treviris.com

ANFAHRT: Von der Bundesstraße 49 auf die Bundesstraße 51 wechseln und durch das Gewerbegebiet bis zur Luxemburger Straße. Dort rechts abbiegen und bis zur Einfahrt an der Mosel durchfahren

GPS: N 49°44‘39“9, E 6°37‘29“7

Stadtcampingplatz in zentraler Lage. Das Umfeld mit benachbarten Schrottplätzen ist optisch nicht wahrzunehmen, aber unter Umständen akustisch. Auf der anderen Seite fließt die Mosel idyllisch am Platz vorbei. Entlang des Ufers hat man bereits nach 800 Metern die Römerbrücke erreicht und ist anschließend auch recht schnell im Stadtzentrum.

WOMOSTELLPLATZ AM WEINGUT NELL

ADRESSE: Im Tiergarten, 54295 Trier, Tel. 0651/3 23 97, www.vonnell.de

ANFAHRT: Die Bundesstraße 49 in etwa bei der Römerbrücke im Zentrum verlassen und auf der Südallee stadtauswärts in Richtung Ortsteil Olewig. Am Kreisverkehr geradeaus, am Amphitheater vorbei und an der Haltestelle Tiergarten scharf rechts in die Straße Am Tiergarten bis zum Weingut


Schöne Skulpturen im Palastgarten


Vom Wohnmobilstellplatz gelangt man leicht in die Altstadt.


Karl Marx stammt aus Trier.

GPS: N 49°44‘18“6, E 6°39’32”N

15 Stellflächen außerhalb des Stadtzentrums in einem kleinen Tal in den Weinbergen des Weingutes Vonnell. In der Weinstube des Guts sind Weinverköstigungen möglich. Bis zum Dom im Stadtzentrum sind es knapp drei Kilometer beziehungsweise etwas mehr als eine halbe Stunden Fußweg. Aber auf dem Weg kommt man bereits am Amphitheater, den Kaiserthermen, dem Landesmuseum und der Konstantinbasilika vorbei.

DIE MOSELREGION ABSEITS DER MOSEL

Wandern durch den Meulenwald und im Kylltal


Auch der Ruine sieht man den Stolz der einstigen Burg Ramstein noch an.

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Nördlich und westlich von Schweich lässt sich die Mosellandschaft abseits des Flusstals ebenfalls wunderbar erkunden. Und nicht nur das, es gibt dort auch jede Menge zu sehen. Im Idealfall schlüpft man hierfür in die Wanderschuhe und schnappt sich ein wenig Proviant für den Meulenwald und für die Sehenswürdigkeiten rund um Butzerbach.

Der Meulenwald ist nicht nur ein Wald, sondern zugleich auch ein Höhenzug der Eifel, der bis zu 448 Meter in die Höhe ragt. Sein höchster Punkt ist am nördlichen Rand der Kellerberg, auf dem sich der hölzerne Dierscheidter Aussichtsturm befindet, der im Jahr 1999 errichtet wurde. Mit seinem Dach, in dem sich kurioserweise sogar eine Dachluke befindet, ist er 22 Meter hoch. Die Aussichtsplattform erreicht jedoch nur eine Höhe von 18 Metern. Das reicht aber aus, um die sagenhafte Aussicht über die Baumwipfel genießen zu können und weit über die Eifel seinen Blick schweifen zu lassen. Im südlichen Bereich ist der Meulenwald stark von Kiefern geprägt. Gleichzeitig befindet sich am Südrand und am Ortsrand von Trier-Ehrang/Quint das Trierer Forstamt, von dem aus ein fast vier Kilometer langer Rundwanderweg an zahlreichen Exoten vorbeiführt und auch als Reise zu den Bäumen dieser Welt bezeichnet wird. So sind dort neben Mammutbäumen auch Ginkgo-Bäume, Korea-Tannen, Robinien, Japanische Lärchen und weitere außergewöhnliche Bäume angepflanzt. Im Jahr 2012 wurde der Meulenwald als Waldgebiet des Jahres ausgezeichnet – eine Auszeichnung, die damals zum ersten Mal vergeben wurde.

Südöstlich der kleinen Gemeinde Zemmer entspringt in einer Höhe von 376 Metern der Quintbach. Er verläuft weitestgehend am Rande des Meulenwald und markiert in weiten Teilen die Grenze zwischen Schweich und Trier. Im 14. Jahrhundert war der Quintbach Standort für zwei Mühlen. Heute speist er die beiden kleinen Teiche Wolfkauler Weiher und Kaiserhammerweiher mit Wasser, wird von mehreren kurzen Bächen erreicht und mündet nach einem Verlauf von rund neun Kilometern in die Mosel. Der Kaiserhammer Weiher lockt noch heute den einen oder anderen Badegast aus Trier an – zum Nacktbaden. Allerdings hat der Kaiserhammer Weiher nicht mehr die Anziehungskraft wie noch vor zwei, drei Jahrzehnten. Damals stand nämlich auf der anderen Straßenseite ein äußerst beliebtes Ausflugslokal und die Menschen strömten an sonnigen Sonntagen zum Erholen, Picknicken und Baden an den Weiher. Schon im ausgehenden 19. Jahrhundert wurde das Lokal in diversen Eifelführern als Ausflugsziel beworben, aber wegen einer fehlenden Stromversorgung und auch wegen der nicht vorhandenen Kanalisation der Gaststätte kam es zum wirtschaftlichen Abschwung und das Gasthaus verfiel zur heutigen Ruine. Die Abwässer der Gaststätte wurden übrigens direkt in dem vom Quintbach gespeisten Weiher geleitet, was zu einer erhöhten Anzahl von Kolibakterien und einem damit verbundenen Badeverbot führte – sowohl nackt als auch mit Badeanzug.


Über Hängeseilbrücken wandert man durch das Butzerbachtal.


Römische Langmauer im Wald


Die Wanderwege sind gut ausgeschildert.

Nach Butzweiler wandert man über Stock und Stein sowie im Auf und Ab.

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