Kitabı oku: «Das Casino», sayfa 5
Dann beginnt Angelina mit dem festzurren des Bandes. „Noch die Schnallen und dann die Schlösser“, meint sie. Das Material ist sehr weich und schmiegt sich dem Gesicht angenehm an. Mit meinen Händen greife ich die Maske ab. Fest verschnürt, stelle ich fest. Angelina drückt noch die Ohrenstöpsel hinein und zieht auch diesen Riemen fest. Das Gefühl ist seltsam. Nichts sehen, nichts hören und nichts sagen können.“ Angelina macht keine Anstallten mir das Ding wieder abzunehmen.
Dann aber öffnet sie die Maske und will von mir wissen, wie es war. „Eigentlich angenehm, sie ist ja sehr weich vom Material her.“
„So erging es mir auch. Ich fand es nicht als unangenehm. Das sie mich an deinen Tisch führten, hab ich natürlich nicht mitbekommen, da ich ja nichts hören konnte.“
„Okay, dann legen wir die Maske mal in das Regal zu den anderen Spielsachen, sie ist ja recht interessant und dekorativ.“
Der Montag beginnt mit einem Stau, kurz nach Genova geht nichts mehr. Es muss ein Unfall passiert sein. Ich bereite alles über mein Handy vor. Der Vorarbeiter, ist nun Gold wert, er ruft fast viertelstündlich an. Nach einer guten Stunde, geht es dann endlich weiter. Um ein Uhr bin ich dann auf der Baustelle. In Zukunft werde ich vielleicht doch besser den Zug nehmen. In der Kantine steht ein Berg von Pizza auf dem Tisch. Ich sehe schon, es wird wieder mal durchgearbeitet.
„Sie sehen ja richtig fertig aus, was haben sie denn am Wochenende getrieben?“ Mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht, will dies Toni wissen. Toni ist eigentlich aus Deutschland, arbeitet aber auch schon seit einigen Jahren für Giovanni. Er restauriert, die verschiedenen Hölzer. Hat eine eigene Schreinerei, die er schon mal auf einen LKW lädt und vor Ort wieder aufbaut. Wir sind so in unsere Arbeit vertieft, dass wir gar nicht merken, wie die Zeit vergeht. Es muss wohl schon gegen halb zehn sein, als Giovanni plötzlich im Raum steht. Er findet es toll, dass wir uns so für ihn angagieren. „Wenn es Freude macht, vergisst man einfach die Zeit.“, meine ich. Giovanni verspricht für den nächsten Tag mal etwas anderes wie die ewige Pizza.
„Ich werde Mario den Auftrag geben, für mein Team etwas Besonderes zu arrangieren.“ Er verlässt die Arbeitstelle mit einem fröhlichen „Tschau“.
Als ich dann in mein Appartement komme ist alles wunderschön aufgeräumt. Also um die Zugehfrau bin ich schon sehr froh. Ich hole mir noch ein Bier aus dem Kühlschrank und lasse mich vor dem Fernseher nieder.
Angelina ruft noch durch und meint, für den ersten Tag war es schon etwas heftig. „Ich umarme dich, ich freue mich schon auf das nächste Wochenende.“ Sie hat als Firmenwagen einen kleinen Fiat bekommen. Vorläufig, um wenigstens beweglich zu sein. Im Schlafzimmer finde ich noch die Tücher von unserem letzten Spiel. Die Zugehfrau hat sie ordentlich zusammengelegt. Ich lasse die Balkontüre offen, um die wunderbare Luft herein zulassen.
Geweckt werde ich durch recht lautes Maunzen. Es hat sich ein kleines Kätzchen verirrt. Sie muss wohl über die Dächer hierher gekommen zu sein. Ich richte ihr ein wenig Milch mit Wasser vermischt. Ein paar Schinken Stückchen verschlingt sie so, als hätte sie seit Tagen nichts mehr bekommen. Anschließend rollt sie sich auf die Wohnzimmercouch. Ich werde ihr einfach die Balkontüre offen lassen, so dass sie auch wieder gehen kann. Ich werde wohl etwas Trockenfutter kaufen müssen. In der Mittagspause gehe ich extra Heim, um nachzusehen, ob sie noch da ist. Als ich das Futter in eine Schale schütte, springt sie schon herbei. Sie hat sich irgendwo im Schlafzimmer einquartiert.
Auf dem Balkon sehe ich, dass sie sich auch schon ein Plätzchen für ihre Geschäftchen ausgesucht hat. Ein großer Blumenbottich schein ihr genehm zu sein. Ob das die Pflanzen so mögen, bezweifle ich. Im Hausgang treffe ich noch die Zugehfrau. Ich erzähle ihr von dem Kätzchen. Sie hat sie natürlich schon gesehen.
„Wie machen sie denn dass am Wochenende?“
„Da hab ich noch gar nicht daran gedacht. Sie werden wohl am Samstag mal vorbei schauen müssen. Wir brauchen aber noch ein Sandkästchen.“
„Ich werde es für sie besorgen. Machen sie es doch bitte auch immer sauber. Es kann natürlich auch sein, dass sie wieder weiter zieht.“
„Das glaube ich kaum“, sie spaziert durch die Wohnung, als hätte sie noch nie wo anderes gewohnt. „Rausschmeißen werde ich sie natürlich nicht.“
Als ich am Abend nach Hause komme, steht sie schon an der Türe und begrüßt mich. Ich nehme sie hoch und sie beginnt sofort zu schnurren. Sie läuft schon mal voraus und rollt sich auf der Couch. Ich sehe mal nach, ob es ein Kater ist. Nein, es ist ein Kätzchen. Wie alt wird es wohl sein? Halbes Jahr, oder älter. Keine Ahnung. Auf jeden Fall, hat sie es gut, sie schmust ohne Ende. Sie legt sich an den Hals und trappelt mit den Pfoten.
Als Angelina anruft berichte ich ihr gleich von unserem Zugang. Sie ist nicht so begeistert, da sie eine Katzenallergie hat. „Wir müssen sie wo anderes unterbringen“, meint sie.
Angelina ist im Stress, sie muss noch auf einen Empfang. Ich hab noch gar keinen Namen für meinen kleinen Neuzugang. „Wie willst du denn heißen?“ Sie sieht mich mit großen Augen an, als hätte sie mich verstanden. Also hergeben werde ich dich sicher nicht. So was Süßes hatte ich ja noch nie. Es ist ein kleines Tigerchen. Ich will gerade in das Bett gehen, da ruft noch Barbara durch. Ich berichte ihr von dem kleinen Kätzchen. Sie ist begeistert. Aber ich spüre sofort, dass etwas nicht stimmt. „Was ist denn los? Ist was mit dem Anwesen?“
„Nein ich muss operiert werden. Nächste Woche gehe ich in die Klinik.“
„Was fehlt dir denn?“
„Das sagen sie nicht, ich muss erstmal zur Beobachtung hin.“
„Möchtest du, dass ich komme?“
„Ich würde mich schon freuen.“
„Gut, ich werde es versuchen. Ich werde Giovanni klarmachen, dass ich verschiedene Dinge dort besichtigen und raussuchen muss.“
„Sag mal was ist den mit dir los? Du musst dich doch nicht rechtfertigen. Du hast immer dass gemacht, was du gerade wolltest.“
Als ich auflege, merke ich, dass Barbara ja völlig Recht hat. Ich habe mich in eine Lage gebracht, dass ich beginne, mich zu entschuldigen. Was ist geschehen? Ich habe plötzlich Stress ohne Ende. Ist es Angelina? Die mich mit ihrer Power mitreißt? Oder will ich ihr beweisen, dass ich es kann. Was kann? Zuviel Arbeiten? Sex? Vielleicht will ich es mir selbst beweisen? So geht es nicht weiter. Die zwei Wohnungen. Die Arbeit hier in San Remo.
Ich muss unbedingt nach Barbara sehen. Sie ist ein Teil von mir. Ich kann sie unmöglich alleine lassen, wenn sie Hilfe braucht. Ich werde nächste Woche nach Berlin fliegen. Ich sehe gleich mal in meinem Computer nach, welche Möglichkeiten es gibt. Ich spüre plötzlich, dass mir an Barbara mehr liegt, als ich zugeben will.
Es wird doch hoffentlich nichts Ernstes sein. Ich buche gleich über meinen Computer einen Flug für den nächsten Mittwoch. Zwei Tage werde ich schon bleiben müssen, wenigstens bis ich weiß, was ihr fehlt. Ich nehme mein Tigerchen in den Arm und erzähle ihr, was los ist. „Du musst ganz brav sein, wenn ich nicht da bin, versprichst du mir dass?“ Sie tupft mich mit ihrer Pfote am Kinn, als würde sie meinen, „Mach dir keine Sorgen, ich bin ja da.“
Mit einem Glas Wein und meinem Kätzchen lasse ich mich vor dem Fernseher nieder. Ich beginne über die letzten Wochen nachzudenken.
Ich treffe Angelina im Zug, sie macht mir schon nach zehn Minuten Avancen. Ich finde sie symphatisch und gehe darauf ein. Gut, es war vielleicht mein Fehler darauf einzugehen, aber sie gefiel mir. Gerade mal vier Wochen später, entscheidet sie mein Leben. Muss ich dass haben? Ich glaube, ich mach mich jetzt einfach mal etwas rar. Da wird Berlin die richtige Pause sein. Ich werde ihr für das nächste Wochenende absagen. Sie nimmt Besitz von der Wohnung in Mailand, ohne zu fragen, ob mir das überhaupt recht ist. Vielleicht hat ja auch Giovanni etwas nachgeholfen. Ehevermittler ist er immer schon recht gerne gewesen. Umso mehr ich darüber nachdenke, umso mehr Panik beschleicht mich. Ich will nicht noch mal die gleiche Situation haben, dass sich meine Freundin in einen Mitarbeiter verliebt und ich der blöde dritte im Bunde bin.
Bei Angelina könnte genau dieses nämlich wieder passieren. Am nächsten Vormittag bekomme ich einen Anruf von der Vorzimmerdame von Angelina, sie ließe sich entschuldigen, sie müsse am nächsten Wochenende nach Rom. Es ist eine Besprechung angesagt, für weitere Werbe Maßnahmen. So hat es auch mit Irmi begonnen.
Gegen Abend ruft Angelina dann persönlich an, „Hast du meine Nachricht bekommen.“
„Ja habe ich.“
„Dann weißt du ja Bescheid. Hast du das Kätzchen abgegeben?“
„Nein, das liegt gerade in meinen Armen und lässt es sich gut gehen.“
„Du weißt, es muss weg, ich vertrage auf keinen Fall Katzen. Außerdem, machen die ja überall hin. Bitte, bis ich wieder komme, muss sie weg sein.“
„Ich werde sie fragen, was sie davon hält?“
„Wenn ich nach Mailand muss, wird sie einfach dabei sein, dass musst du doch verstehen. Sie würde ja verhungern, wenn ich sie so alleine lasse.“
„Du wirst dich entscheiden müssen, wen du von uns beiden bevorzugst.“
„Ich werde darüber nachdenken.“
„Da gibt es nichts zum nachdenken. Ich oder die Katze. Da musst du mich schon verstehen.“
„Ich verstehe.“
„Wenn du nächstes Wochenende kommst bin ich ja leider nicht da. Ich habe eine Liste mit Dingen aufgeschrieben, die du bitte besorgen musst.“
„Was ist es denn, vielleicht bringe ich es einfach aus San Remo mit.“
„Ich habe hier in Mailand einen Inneneinrichter beauftragt, verschiedene Dinge zu entfernen und zu verändern, du musst ihm unbedingt dafür eine Anzahlung geben.“ „Ich verstehe.“
„Gib mir bitte seine Telefonnummer.“
„Rafael, er ist sehr nett.“
„Ich werde mit ihm telefonieren.“
Am nächsten Morgen rufe ich Rafael an. Er spricht sehr gewandt. „Also wir haben uns entschlossen, das Wohnzimmer völlig neu zu gestalten. Das Schlafzimmer kommt ebenfalls raus. Die Küche bauen wir anschließend um.“
„An welche Summe haben sie denn so gedacht?“
Rafael überlegt kurz und meint, „ich brauche eine A-Konto Zahlung von dreihunderttausend.“
„Wie hoch wird denn die Endsumme sein?“
„So genau wissen wir dass nicht, da ja noch die Gardinen alle rauskommen.“
„Wer hat ihnen denn den Auftrag gegeben?“ „Ja ihre Frau hat alles abgezeichnet.“
„Also jetzt hören sie mal gut zu. Der Eigentümer bin ich, es ist nicht meine Frau. Wie haben sie sich das denn vorgestellt?“
„Ich brauche nur das Geld.“, meint Rafael.
„Ich verbiete ihnen auch nur einen Socken aus der Wohnung zu entfernen. Ohne meine Unterschrift geht hier gar nichts.“
„Rafael legt ohne ein Wort auf.“
Sekunden später ist Angelina am Telefon, ziemlich aufgewühlt, Ich lasse sie erstmal Dampf ablassen.
„Wie kommst du dazu, ohne mich zu fragen, die halbe Wohnung zu entsorgen? Ich bin mit der Wohnung sehr zufrieden, um sie zu vermieten, ist sie genau richtig eingerichtet. Was wir beide entscheiden, bedarf doch vorher einige Unterhaltungen. Ich lass mich doch von dir nicht einfach überrennen.“
Angelina legt auf, ohne einen weiteren Kommentar abzugeben. Eine Stunde später ruft die Putzfrau an. „Sind sie es gnädiger Herr?“
„Ja so ist es.“
„Ihre Bekannte, hat mir ihren Schlüssel gegeben. Ich werde morgen die Wohnung reinigen, soll ich die Betten abziehen?“
„Ja, machen sie dass. Ich komme erst in vierzehn Tagen.“
„Ich werde alles für sie vorbereiten.“
Von Angelina bekomme ich keine weiteren Nachrichten. Sie stellt sich beleidigt. Auch ich gebe keine weiteren Lebenszeichen von mir. Mal abwarten, wie es sich fügt. Wahrscheinlich hat sie bereits im Konzern einen jüngeren Mann kennen gelernt.
Am Mittwoch mach ich mich auf den Weg nach Berlin.
Als ich im Krankenhaus eintreffe, begegne ich Betti. „Was ist den los?“, frage ich.
„Ach die ist doch nur hysterisch, es fehlt ihr sicher gar nichts.“
„So klang das aber am Telefon nicht.“ Als ich das Zimmer komme, erkenne ich Barbara erst gar nicht. Sie liegt da, wie ein Häufchen Elend. Sie trägt die Haare ziemlich kurz. Hängt an diversen Schläuchen. „Das ist nur zur Überprüfung, meint der Arzt.“
Kurz darauf kommt schon der Arzt. „Können sie schon etwas Näheres sagen?“
„Wir sagen gar nichts, bevor wir nicht hinein gesehen haben.“
„Ja, entschuldigen sie, welchen Verdacht haben sie denn?“
„Sie erfahren es früh genug.“ Sie holen Barbara ab.
„Ich warte bis du zurück bist.“
„Betti meint, wir gehen inzwischen in die Kantine.“ Auch Betti trägt die Haare extrem kurz. „Ist das Mode in Berlin, das man sich so abrasiert?“
„Nein, es war eine Wette. Ich hatte gar keine Haare auf dem Kopf.“
„Ah, dann sind sie ja inzwischen schon wieder extrem lang.“
„Das kann man auch so sehen.“ Wir gehen in die Kantine. Kantine ist eigentlich das falsche Wort. Es ist ein richtiges Restaurant. Nur mit dem Unterschied, dass einige in den Bademänteln hier sitzen. Betti erzählt, dass Barbara ziemliche Schmerzen in der Bauchgegend hatte. So haben sie sie lieber in das Krankenhaus gebracht.
„Aber es ist nicht zufällig der Blinddarm?“
„Keine Ahnung, wo ist der denn?“
„Der Notarzt sprach etwas von sehr beunruhigend.“ Nach etwa einer Stunde gehen wir wieder auf das Zimmer. Barbara wird gerade zurück gebracht. „Na, was ist los?“ Der Arzt lächelt, „Das haben wir spätestens morgen Früh erledigt.“
„Was ist es denn?“
„Es ist eine Blinddarmreizung. Morgen Früh werden wir ihre Bekannte am Blinddarm operieren.“
„Aha, sehr beängstigend. Was habt ihr denn hier für Notärzte? Das sind doch nicht die, die in ihrer Freizeit Taxi fahren?“
„Sei nicht so bös.“ Barbara ist nun ganz erlöst und kann sogar schon wieder lachen. Sie hat eine Spritze bekommen, hat nun auch keine Schmerzen mehr. Nur zu essen bekommt sie bis morgen Früh nichts mehr. „Ein Kilo könnte ich sowieso abgeben.“
Kapitel: 8 Mir gefällst du so wie du bist.
„Mir gefällst du so, wie du bist.“
„Wo bleibst du denn für heute Nacht?“
„Ich suche mir noch ein Hotel.“
„Kommt ja gar nicht in Frage entgegnet Betti, du schläfst natürlich bei uns. Das Bett von Barbara ist ja frei.“
„Wie viele seid ihr denn, in eurer Wohngemeinschaft?“
„Drei Mädchen und drei Buben.“
„Dann hat ja jedes Mädchen einen Buben.“
„Das geht bei uns anders.“, entgegnet Betti.
„Zwei Buben gehören zusammen. Ein Bub gehört zu mir. Da hast du also falsch gedacht. Barbara ist also allein.“ Wir unterhalten uns noch eine weitere Stunde über Berlin und die Zustände in den Betten. Betti meint, „wir müssen noch einkaufen, lass uns aufbrechen.“ Barbara gibt mir einen innigen und langen Kuss.
„Ich brauch dich, dass weist du. Außerdem wollen wir noch ein Kind machen, vergiss das nicht.“
„Aber wenn du in Berlin bleibst, worin besteht der Sinn?“
„Wir werden darüber reden.“
„Also, dann gute Besserung, Tschau.“
Betti hat sich einen alten Golf zugelegt und fährt wie eine Anfängerin. Ich halte mich aber mit meinen Kommentaren zurück. Ich sage nur, „Dein Fahrstiel hat sich erheblich verbessert.“
„Fahr doch du, wenn du weißt wo wir hin müssen.“ Sie fährt in eine Gegend, von der ich nicht recht überzeugt bin. Aber viele junge Leute, wahrscheinlich die meisten leben in Wohngemeinschaften. Sie fährt zwischen zwei geparkte Fahrzeuge, so eng, dass ein Aussteigen kaum möglich ist. Sie knallt ihre Türe an den linken Wagen. „Das machen hier alle so.“, meint sie.
Ich gebe mir Mühe nicht an den rechten Wagen zu stoßen. Wir gehen bei Tengelmann, einkaufen. Es werden, sieben volle Tüten, wahrscheinlich der gesamte Wocheneinkauf. Ich bezahle und frage, ob sie noch was zu trinken benötigen würde. „Das ist das einzige, was immer da ist. Wir bestellen beim Getränkemarkt, und der kommt wöchentlich.“
Wir steigen in die vierte Etage hoch. Alles wirkt etwas abgewrackt, so als kämen morgen die Bulldozer mit der Abrissbirne. Das Treppenhaus Geländer sollte man besser nicht berühren. Die Wohnungstüre steht offen. „Hallo ich bin wieder da.“ Keine Gegenstimme. „Barbaras Zimmer ist die zweite Türe links. Mach es dir schon mal gemütlich.“ Ich bin erstaunt, sehr ordentlich, alles mit großen Tüchern abgehängt. Über dem Bett ein Baldachin aus feinen Seidentüchern.
Am Kopfende, hängen Handschellen. Einige Tücher hängen darüber. Betti kommt herein, „Na gefällt es dir?“
„Ja doch, recht ordentlich. Am besten du ruhst dich erstmal aus.“
„Die Toiletten, sind am Gang Ende. Die Damen haben die Linke. Rechts das ist die für die Buben.“
Da sehe ich dann auch schon einen der Buben. Er kommt auf mich zu, „Ich bin eine Transe und du?“
„Nimmst du jetzt die linke oder die rechte Toilette?“
„Ach, du Schertzbold.“ Gegen Abend richtet dann der andere Bub, den großen Tisch.
„Macht euch fertig, gleich gibt es Essen.“ Ich stelle mich kurz vor. Daraufhin nennen auch die anderen ihren Namen. Wenn man sie näher kennen lernt, sind es eigentlich ganz nette Typen. Egon erklärt, „Das mag ja alles recht Chaotisch wirken, aber wir haben unsere festen Riten und Gebräuche. Jeder muss mal abwaschen und alle legen für eine Putzfrau zusammen. Nach dem Essen helfen alle den Tisch abräumen und man macht es sich am Boden im Wohnzimmer gemütlich.“
Es liegen viele Kissen herum, jeder schnappt sich eines und rückt es sich zurecht. Es gibt kleine Tabletts, wo die Gläser abgestellt werden. Die Weinqualität lässt allerdings zu wünschen übrig. „Habt ihr da keine Angst, dass ihr nach dem Genuss blind werdet?“
„Unser Körper ist dagegen immun. Er hat sich daran gewöhnt.“ Wir sehen uns ein Video an, dass man sich wohl ausgeliehen hat. Betti legt sich ganz eng an meine Seite. Etwas später legt sie ihren Kopf auf meine Brust. „Ich liebe deine Brust.“, meint sie.
Ich akzeptiere es stillschweigend. Ihr derzeitiger Freund spielt gerade mit der Transe.
Nach dem Film möchte ich mich gerne zurückziehen. „Nein, so schnell geht das bei uns nicht. Jetzt kommt erstmal Flaschendrehen.“
„Aber das ist doch ein Kinderspiel.“
„Es kommt immer auf das Ergebnis an.“
„Was meint ihr?“
„Schau dir Betti an, sie wurde kahl geschoren, nachdem sie verloren hatte. Es war ihr Einsatz.“
„Also seid mir nicht böse, dass brauche ich wirklich nicht.“ Betti liegt immer noch auf meiner Brust. „Sei doch kein Spielverderber.“
„Ihr dürft nicht vergessen, ich gehe einem ordentlichen Beruf nach. Ich kann unmöglich so herum laufen.“
„Wie denn? Du brauchst ja nur einen anderen Wetteinsatz bieten.“
Die Transe meint, „Ich könnte dich ja für einen Tag als Mädchen einkleiden.“
Das finden nun alle riesig. „Ihr könnt ja machen was ihr wollt, aber nicht mit mir.“ „Ich gehe noch duschen und dann brauch ich meinen Schlaf. Seid mir nicht böse.“ Ich drücke Betti noch zärtlich und verabschiede mich. Nach dem duschen gehe ich mit der Unterwäsche in das Bett. Normalerweise schlafe ich ja nackt. Ich habe noch meine Nachttischlampe an und blättere in einer Zeitschrift, die am Bett liegt.
Betti klopft an und möchte sich noch etwas zu mir setzen. Sie beginnt mit einem langen Gespräch, erzählt noch von Erlebnissen von Mecklenburg.
Sie spielt ganz nebenbei mit einem Chiffontuch. „Ich würde dir jetzt gerne die Augen verbinden.“, meint sie. Sie setzt sich auf und schwingt sich auf meinen Bauch.
„Bitte mach mit. Ich bleibe dann auch die ganze Nacht bei dir.“
„Vielleicht will ich das aber gar nicht.“
„Ich will aber.“ Sie legt das Tuch zusammen und sieht mir in die Augen.
Als sie mit dem Zusammenlegen fertig ist, beugt sie sich über mich. Ohne weiter zu zögern, legt sie das Tuch auf meine Augen, „Sieh mal, dann schläfst du viel besser.“ Du hast es mir selber mal erzählt. Da das Tuch sehr groß ist, wickelt sie es mehrfach herum, zieht es jedes Mal ein bisschen fester.
„Na siehst du, ist doch sehr angenehm.“, meint sie. „Jetzt ist es aber gut.“
„Okay. Ich gehe gleich.“ Sie nimmt meine Hände und legt sie sich auf die Brust. „Fühl doch mal, ist das nicht schön.“
„Doch sehr schön. Du hast einen schönen Busen.“ Sie scheint ein Tuch über meine Handgelenke zu legen, auf jeden Fall spüre ich etwas Weiches. Sie führt meine Hände zu ihrem Kopf. „Nimm bitte mein Gesicht in deine Hände.“
Ein schönes Gefühl, ihren Kopf zwischen den Händen zu fühlen. Ich streichle ihr Gesicht. Ihre Haare. Plötzlich merke ich, wie sich meine Handgelenke zusammenziehen. Sie hat einen geschickten Knoten gemacht, ohne dass ich es bemerkte. Es geht sehr schnell, auf jeden Fall sind meine Gelenke fest mit einander verbunden. „Jetzt hab ich dich.“
„Was hast du vor?“
„Wirst du schon sehen.“
Mit einem Ruck werden meine Hände nach oben gezogen und sind mit der Querstange am Kopfende verbunden. Ich spüre noch, wie sich die Handschellen schließen. „Das ist nur zur Sicherheit.“ Die Handschellen scheinen fest mit dem Bettgestell verbunden zu sein, denn sie bewegen sich keinen Millimeter. Sie deckt mich zu. „Du wirst es mögen.“
„Was denn?“
„Ich werde jetzt noch deine Füße fest machen.“
Hilferufen hat wohl keinen Sinn. Am besten ich tue so, als ging mich das alles nichts an. Ich schlafe tatsächlich ein. Irgendwann wache ich auf und weiß nun nicht, ist es schon hell oder noch mitten in der Nacht. Meine Augen sind auf jeden Fall noch fest verbunden. Meine Handgelenke immer noch fest verankert. Ich gebe mich dem Schicksal hin. Ich werde wieder wach, als ich eine Hand an mir spüre. Ich werde gestreichelt. Kann aber nicht ausmachen, wer es ist. Ich stelle mich schlafend.
„Na wie hast du geschlafen?“, fragt mich Betti.
„Es geht so.“
„Ich habe dich gewonnen, ich darf jetzt mit dir machen was ich will.“, meint Betti.
„Ich werde wohl nicht gefragt?“
„Nein, das ist nicht vorgesehen.“ Sie deckt mich auf und kriecht unter das Bett. Sie reibt sich an meinem Körper, beginnt zu stöhnen. „Ich liebe dich!“
Sie reitet auf meinem Glied, als müsste sie einen Preis gewinnen. Ich kann mich kaum noch beherrschen. Dann plötzlich hält sie inne.
„Jetzt machen wir erstmal eine Pause.“, meint sie. Sie wird von irgendetwas abgelenkt, ich höre die Türe in das Schloss fallen.
Ich liege für mein Gefühl eine kleine Ewigkeit, es tut sich nichts. Ich denke, sie haben mich vergessen. Mein einziger Traum währe nun ein Badezimmer.
Der zweite Traum währe ein Taxi zum Flughafen. Ich werde ohne weiteren Kommentar losgebunden. Als ich mir das Tuch von den Augen nehme, ist niemand im Zimmer. Im Badezimmer nehme ich ein endloses Bad. Sie scheinen alle weg zu sein.
Ich setze mir einen Kaffee auf und richte mir mein Frühstück. Ich packe alle meine Sachen und bestelle mir ein Taxi. Ich werde noch im Krankenhaus vorbei fahren und dann zurück fliegen. Barbara liegt noch in der Narkose. Ich mach es mir in dem Restaurant gemütlich, nehme mir verschiedene Zeitschriften und überbrücke die Zeit, bis Barbara wieder wach ist. Da steht plötzlich Betti neben mir. „Na wie war es?“
Ich sehe sie lange an und meine, „Du kannst es wohl nie lassen?“
„Für mich war es wunderbar. Du kommst ja nie, so musste ich mir alles nehmen, was sich aufgestaut hat.“
„Okay, reden wir nicht mehr darüber.“
„Ich wollte dir noch das Tuch bringen, was du heute Nacht hattest. Es soll dich an Berlin erinnern.“ Sie wickelt es mehrfach um meinen Hals. „Lass es bitte dran, bis du wieder in San Remo bist.“ Barbara ist noch recht schwach. So sitzen wir an ihrem Bett und halten ihre Hände. Der Arzt mein, dass sie schon in wenigen Tagen entlassen werden würde. „Aber bitte nicht gleich Bäume ausreisen.“, meint er noch. Ich frage Barbara noch, ob sie schon Pläne für ihre weitere Zukunft hätte. Sie wolle sich in den nächsten Wochen entscheiden, wie es weiter gehen soll. Sie will noch wissen, ob die Autoreparatur sehr kostspielig war. „Das hat die Versicherung geregelt. Aber er ist wieder wie neu.“
„Was machen die Damen“, fragt sie etwas kleinlaut.
„Es geht so. Lassen wir doch das Thema besser.“ Nach einer weiteren halben Stunde verabschieden wir uns und ich nehme mir ein Taxi zum Flughafen. Zuerst fliege ich jetzt mal nach München, es liegt ja sowieso auf dem Weg. Nach dem es in München einen leichten Nieselregen hat, fahre ich nur in die Wohnung um nach dem Rechten zu sehen. Ich kläre das noch mit dem Weiterflug und mache erstmal ein kleines Nickerchen. Die nächste Möglichkeit nach Mailand zu kommen, ist erst am nächsten Morgen. So hab ich noch einen verregneten Abend in München. Ich gehe noch auf ein Bier in das Leopold und verziehe mich, um meinen verlorenen Schlaf nachzuholen. Auch der nächste Tag bringt außer Regen nichts Erfreuliches.
In Mailand besuche ich kurz die Wohnung, um zu sehen ob alles in Ordnung ist. Die Zugehfrau wischt gerade das Stiegenhaus. Ich bitte sie, niemanden mehr in die Wohnung zu lassen. Sie reicht mir gleich den Schlüssel, den sie von Angelina bekommen hat. In der Wohnung ist alles sehr aufgeräumt. Ich sehe in die Nachtkästchen. In der Umkleide muss eigentlich noch eine Ledertasche sein. Da werde ich alle Utensilien hineinpacken. Ich gehe nochmals durch die Wohnung, auch das Badezimmer, kontrolliere ich. Die Ledertasche verstaue ich in meinem Koffer. Ich lasse mir noch einen Mietwagen kommen und trete die Weiterreise nach San Remo an.
Es ist schon fast Mitternacht, als ich endlich vor der Haustüre stehe. Aber ich freue mich doch sehr, als ich die Wohnung aufsperre und es kommt mir mein kleines Kätzchen entgegen. Sie maunzt ohne Ende, bis ich sie endlich auf den Arm nehme, dann ist die Welt für sie wieder in Ordnung. Sie reibt ihren Kopf an meinem Kinn. Sie bekommt natürlich ein besonderes Schüsselchen mit Katzenfutter. Sie wartet schon am Bett, als ich aus dem Bad komme. Sie beginnt zu schnurren und kuschelt sich ganz eng an meine Seite.
Am nächsten Morgen ist sie wohl schon unterwegs. Erst als ich das Frühstücksgeschirr in die Küche stelle zeigt sie sich wieder. Dann kommt auch schon die Zugehfrau. Die beiden haben sich angefreundet.
Giovanni bittet mich doch mal in seinem Büro vorbei zu schauen. Wir vereinbaren uns für elf Uhr. Als ich auf die Etage von Giovanni komme sehe ich noch einen roten Mantel und eine Gestalt vorbei huschen. Der Kopf war mit einem roten Schleier bedeckt. Ein großer roter Hut verdeckt den Rest des Kopfes.
Ich bin noch etwas in meinen Gedanken. Als ich Giovanni gegenüber sitze. Ich schlürfe gerade meinen Kaffee, als er herein kommt.
Er druckst ziemlich herum, kommt nicht recht auf den Punkt. Aber ich sage es ihm direkt auf den Kopf zu. „Es ist doch wegen Angelina, ist es nicht so?“ „Ja sicher. Er hätte es gerne gesehen, wenn aus der Freundschaft mehr werden würde.“ Ich versuche ihm vorsichtig klar zu machen, dass es besser wäre, wenn er hier nicht vermitteln würde. „Es kommt wie es kommt. Mann soll nichts erzwingen.“, meine ich zu ihm.
Im Moment hat sie sowieso genug zu tun um ihre Produktlinie auf Kurs zu bringen. Ich erkläre ihm, dass ich die Wohnung wieder vermieten werde, aber den Mieter selbst finden will. Anschließend sprechen wir noch über den Club in Mailand.
„Ob er immer noch meint, dass ich ihn umbauen oder besser ausbauen soll.“
Er besteht sogar darauf. „Wir haben entschieden, dass nur du dafür zuständig sein wirst. Als Mitglied unserer Vereinigung Violamonti, kommt kein anderer für dieses Projekt in Frage.“
Deshalb meint er auch, dass es besser wäre die Wohnung nicht zu vermieten.
„Du wirst sie als Behausung brauchen.“
Zurück auf der Baustelle stelle ich fest, es läuft alles seinen geregelten Weg. Keine Hektik, keiner schimpft. Jeder hat seinen Platz, wo er seinem Mann stehen muss.
Die neuen Zeichnungen sind eingetroffen. Da stürzen wir uns natürlich sofort darauf. Sie werden über den gesamten Tisch verteilt und mit einander verglichen.
„Einfach toll. Jetzt haben wir das erste Mal auch schon eine Vorstellung wie die großen Wohnzimmer aussehen sollen. Das wird schon sehr prunkvoll. Wenn ich mir dann noch große schwere Vorhänge vorstelle. Einfach Wunderbar.“
Da liegt noch ein weiteres Kuvert dabei. „Für Manfredo.“, steht darauf.
Ich öffne es und erkenne schon, dass es Entwürfe für Mailand sind. Ich lasse sie aber im Kuvert stecken, es müssen ja nicht alle sehen, was dort gebaut werden soll. Wir beginnen mit den Markierungen in den verschiedenen Wohnungen und nehmen uns für den nächsten vor, endlich Meterstriche anzubringen. Die gesamt Höhe jeder Wohnung misst so an die drei Meter sechzig. Da kann man schon was mit anfangen. Die oberste Wohnung erhält eine Dachterrasse und eine zusätzlich Gästewohnung. Ein Lift wird eingebaut, der sogar bis in die Gästewohnung geht. Der Lift hält immer gleich in der Wohnung direkt, es gibt also kein wirkliches Stiegenhaus, nur eines für den Notfall. Mit einem spezial Schlüssel, kann also jeder Besitzer nur in seine Wohnung fahren. Zu jeder Wohnung gehören drei Tiefgaragen Plätze.
Alle Ideen werden auf einer Tafel gesammelt. Kommen sie zum tragen, wird ein Preis hierfür ausgelobt. Die Idee hierfür stammt von Giovanni. Er verteilt für gute Ideen immer Preise. Es kann auch schon mal eine Reise nach Tokio sein. Ich sammle immer meine Punkte, so erhielt ich den Maserati. Wir beschließen für diesen Tag Schluss zu machen.
Nachdem ich zu Fuß gekommen bin sehe ich noch bei Mario vorbei. Eine Lasagne, da hätte ich jetzt Appetit darauf. Er bittet mich an den Familientisch.
Hier sitzen auch schon seine Mutter und der Enkel. Die Oma will wissen, wann den jetzt endlich mal die richtige Frau käme. Sie würde gerne noch bei meiner Hochzeit dabei sein. Ich solle mich doch etwas beeilen, schließlich ist sie ja schon sechsundachtzig. Sie spricht von der Kleinen, die das letzte Mal dabei war.
„Die ist zu jung. Die soll erstmal ihre Flausen loswerden. Die macht dich doch nur verrückt“, meint sie.
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