Kitabı oku: «In Balance mit Aroma-Yoga»

Yazı tipi:

Nicole Schröter

IN BALANCE MIT
Aroma Yoga


Wichtiger Hinweis: Die in diesem Buch beschriebenen Methoden sollen ärztlichen Rat und medizinische Behandlung nicht ersetzen. Die in diesem Buch vorgestellten Informationen sind sorgfältig recherchiert und wurden nach bestem Wissen und Gewissen dargestellt. Dennoch übernehmen Autorin und Verlag keinerlei Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus der Anwendung oder Verwendung der Angaben in diesem Buch entstehen. Sämtliche Informationen in diesem Buch sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht.

1. Auflage 2020

© 2020 Windpferd Verlagsgesellschaft mbH, Aitrang

Alle Rechte vorbehalten

Umschlaggestaltung: Claudia Steinke

unter Verwendung einer Illustration von KruthDesign & Lisima

Layout: Claudia Steinke

Fotos/Illustrationen: Claudia Steinke, Marie Meyer, KruthDesign,

Lisima, amber&ink, OpiaDesigns, Click Flows

Lektorat: Textstudio Eva Wagner

Satzarbeiten: Marx Grafik & ArtWork

ISBN 978-3-86410-276-9

eISBN 978-3-86410-291-2

www.windpferd.de

Inhalt

Einleitung

Wie du mit diesem Buch arbeitest

Einführung:ätherische Öle

Was sind ätherische Öle?

Wie erkennst du gute Qualität?

Wie wirken ätherische Öle, und welche Vorteile hast du?

Deine Vorteile, wenn du ätherische Öle anwendest:

Welche Anwendungsarten für ätherische Öle in der Yogapraxis gibt es?

Aromatische Anwendung

Äußerliche Anwendung

Überblick über die Trägeröle

Sichere Anwendung in der eigenen Yogapraxis

Allergien

Reizungen

Besondere Bedürfnisse bei Personengruppen

Vorsicht bei offenem Feuer

Fotosensibilität

Erkrankungen und Wechselwirkungen mit Medikamenten

Übersicht über ätherische Öle, die Schwangere NICHT anwenden dürfen

Ätherische Öle und Emotionen

Was sind Emotionen?

Wie wirken ätherische Öle auf unsere Emotionen?

Tabelle 1: Ätherische Öle und Emotionen

Ätherische Öle, die beim Aroma-Yoga angewendet werden

Überblick über die Einzelöle im Aroma-Yoga

Basilikum – das Öl der Erneuerung

Bergamotte – das Öl der Selbstannahme

Cilantro (Korianderblätter) – das Öl zur Lösung der Kontrolle

Copaiba – das Öl der Enthüllung

Douglasie – das Öl der Generationenweisheit

Eukalyptus – das Öl des Wohlbefindens

Fenchel – das Öl der Verantwortlichkeit

Gewürznelke – das Öl der Abgrenzung

Grapefruit – das Öl der Körperehrung

Grüne Minze – das Öl der bewussten Sprache

Immortelle – das Öl gegen Schmerzen

Ingwer – das Öl der Selbstermächtigung

Jasmin – das Öl der sexuellen Reinheit und der Balance

Kardamom – das Öl der Objektivität

Koriander (aus dem Samen) – das Öl der Loyalität

Lavendel – das Öl der Kommunikation

Limette – das Öl der Lebenslust

Majoran – das Öl der Verbindung und der Beziehung

Mandarine – das Öl des Jubels und der Kreativität

Muskatellersalbei – das Öl der Klarheit und der Vision

Myrrhe – das Öl der Mutter Erde

Narde – das Öl der Dankbarkeit

Neroli (Orangenblüte) – das Öl der Partnerschaft und der gemeinsamen Ziele

Orange – das Öl der Fülle und des Reichtums

Oregano – das Öl der Demut und der Befreiung von Anhänglichkeit

Patchouli – das Öl der Körperlichkeit

Petitgrain – das Öl der Ahnen

Pfefferminze – das Öl des lebhaften Herzens

Pinker Pfeffer – das Öl der inneren Gleichheit

Römische Kamille – das Öl der spirituellen Absicht

Rose – das Öl der göttlichen Liebe

Rosengeranie – das Öl der Liebe und des Vertrauens

Rosmarin – das Öl des Wissens und des Übergangs

Sandelholz – das Öl der heiligen Hingabe

Schwarzer Pfeffer – das Öl der Demaskierung

Schwarzfichte – das Öl der Linderung

Sibirische Tanne – das Öl des Alterns und der Perspektive

Teebaum – das Öl der energetischen Abgrenzung

Thymian – das Öl des Loslassens und der Vergebung

Vetiver – das Öl der Zentrierung und der Abstammung

Wacholderbeere – das Öl der Nacht

Weihrauch – das Öl der Wahrheit

Wintergrün – das Öl der Hingabe

Ylang-Ylang – das Öl des inneren Kindes

Zedernholz – das Öl der Gemeinschaft

Zimt – das Öl der sexuellen Harmonie

Zitrone – das Öl der Konzentration

Zitronengras – das Öl der Reinigung

Zypresse – das Öl der Bewegung

Aroma-Yoga: Themenübersicht (Übungsreihen)

Allgemeine Empfehlungen für den Praxisteil

Tabelle 2: Wirkungen ätherischer Öle

Aroma-Yoga für ein starkes Herz

Aroma-Yoga für bessere Atmung

Aroma-Yoga gegen Stress

Aroma-Yoga bei Menstruationsbeschwerden

Aroma-Yoga in der Schwangerschaft

Aroma-Yoga zum Detoxen

Aroma-Yoga für besseren Schlaf

Aroma-Yoga für die Verdauung

Aroma-Yoga zur Stärkung der Abwehrkräfte

Aroma-Yoga für einen klaren Kopf

Ätherische Öle für die Chakren

Was sind Chakren?

Welches sind die sieben Hauptchakren?

Wurzelchakra (Muladhara-Chakra)

Sakralchakra (Svadishthana-Chakra)

Nabelchakra (Manipura-Chakra)

Herzchakra (Anahata-Chakra)

Halschakra (Vishuddha-Chakra)

Stirnchakra (Ajna-Chakra)

Kronenchakra (Sahasrara-Chakra)

Ätherische Öle für die Chakren

Aroma-Meditation

One-Minute-Meditation

Atembeobachtung

Sufikreise als dynamische Meditation

Herzmeditation

Dankbarkeits-Meditation

Meditation für Frauen

Meditation für Schwangere

Rezepte

Mischungen für Herzensangelegenheiten

Mischungen für die Atmung

Mischungen gegen Stress

Mischungen bei Menstruationsbeschwerden

Mischungen in der Schwangerschaft

Mischungen zum Detoxen

Mischungen für besseren Schlaf

Mischungen für die Verdauung

Mischungen zur Stärkung der Abwehrkräfte

Mischungen für einen klaren Kopf

Balance für deine Chakren – dein individuelles Chakra-Öl

Übersicht Asanas

Anhang

Empfehlungen für Zubehör

Tabelle 3: Verdünnung ätherische Öle

Quellen

Die Autorin

Kontaktdaten

In Liebe für meine Eltern Karin und Norbert Rüdiger


Einleitung


Wie du mit diesem Buch arbeitest

Dieses Buch vermittelt dir im ersten Kapitel einen Überblick darüber, was ätherische Öle sind und wie sie angewendet werden. Um deine Yogapraxis mit den Aromen zu ergänzen, empfehle ich dir unbedingt, dieses Kapitel nicht auszulassen. Du erfährst hier ein paar wichtige Tipps, die du auch in der Praxis brauchst.

Wenn du dann in die Praxis starten möchtest, wähle ein Thema aus, das dir für dich passend erscheint. Was brauchst du gerade, damit es dir gutgeht? Womit lässt sich deine innere Balance verbessern? Die einzelnen Übungsreihen sind unterschiedlich lang. Schau dir die Übungsreihe, die du machen möchtet, erst mal in Ruhe komplett an. Am Ende findest du einen Hinweis, wie lange die Praxis ungefähr dauert. Sortier das Material, das du für die Praxis brauchst, und richte dir deinen Yogaplatz her. Welche ätherischen Öle benötigst du? Lies dir gerne vorab die Einzelbeschreibungen zu den Ölen durch. Solltest du ein Öl nicht vorrätig haben, schau in der Tabelle 2 auf Seite 98–99 nach, ob du es gegen ein anderes Öl tauschen möchtest.

Zu jeder Übungsreihe wird eine Mischung für den Aroma-Diffusor empfohlen. Mehr Auswahl mit passenden Rezepten findest du im Rezepteteil. Auch hier kannst du dich für eine andere Mischung entscheiden und so der Übungspraxis deine individuelle (Duft-)Note geben. Solltest du keinen Aroma-Diffusor haben, kannst du die Beduftung des Raumes auch weglassen und nur mit den Hauptölen zu der jeweiligen Übungsreihe arbeiten. Die Diffusor-Mischungen runden zwar die Praxis ab und bereiten den Raum vor, in dem du übst, aber vielleicht geht es nicht immer, oder es fühlt sich nicht immer passend für dich an. Letztendlich hast du die Wahl, es so anzupassen, wie du magst.

Darum gibt es auch ein Kapitel mit weiteren Rezepten für jedes Thema. Hier findest du auch Rezepte für Roll-ons, die dich in deinem Alltag begleiten können. Das sind meine Lieblingsrezepte. Wenn ätherische Öle noch Neuland für dich sind, ist es einfacher, mit erprobten Rezepten zu arbeiten. Das ist ähnlich wie beim Kochen. Auch hier bedarf es einfach mal eines guten Rezepts, damit es schmeckt. Je intensiver du in die Welt der ätherischen Öle eintauchst und eigene Erfahrungen machst, wie ein Öl bei dir wirkt, umso öfter wirst du bestimmt auch eigene Rezepte kreieren. Bei den Einzelölen findest du Hinweise, welche sich gut miteinander mischen lassen, aber auch da hör auf deine innere Stimme. Mein Sohn, der nicht vorab zig Bücher über Aromatherapie und Kräuterkunde gelesen hast, macht intuitiv ganz herrliche Mischungen und merkt sich, was ihm gefällt. Jeder Mensch hat dufttechnisch andere Vorlieben. Diese bleiben auch nicht immer gleich. Je nach Stimmung, Jahreszeit, Mondzyklus, Lebensphase oder Krankheit kann sich das verändern. Sei einfach offen für ein Dufterlebnis.

Die Kapitel über die Chakren und Emotionen runden dieses Buch ab. Am Ende der Übungsreihen kannst du dich entscheiden, eine Meditation anzuschließen. Alle Meditationen können auch einzeln, ohne die körperliche Praxis, geübt werden. Ich selbst meditiere schon sehr viele Jahre und empfinde Meditation als reine Wohltat für meine mentale Gesundheit und meine Balance.

Ich habe immer aus dem Blickwinkel heraus geschrieben, dass die Informationen dir auch tatsächlich einen Mehrwert für die Yogapraxis bieten und für die Übungsreihen relevant sind. Nicht alle ätherischen Öle, die es auf dem Weltmarkt gibt, sind in den Einzelbeschreibungen enthalten, aber doch schon recht viele.

Du wirst mit diesem Buch hoffentlich schöne Yogaerfahrungen machen, die dich berühren. Ich bin fest davon überzeugt, dass ätherische Öle in der Yogapraxis so etwas wie die Kirsche auf der Sahnetorte sind. Sicherlich kannst du die Übungsreihen auch ganz ohne Aromen üben, aber gönn dir doch die Kirsche für eine Geschmacksexplosion.

Erlaube dir selbst wahrhaftigen Genuss, erlebe Yoga neu mit dem feinsten und stärksten deiner Sinne – deinem Geruchssinn. Vertraue deiner Nase und deiner Intuition. Fühle dich frei, die Dinge so anzupassen, dass es dir gut geht und wenn du Fragen hast, dann freue ich mich über Austausch mit dir.

Aromatische Grüße,

Nicole Schröter

Einführung: ätherische Öle


Was sind ätherische Öle?

Lass uns zusammen eintauchen in die Welt der ätherischen Öle und ergründen, was genau sie sind. Man könnte kurz und knapp antworten, dass es sich bei ätherischen Ölen um eine Gruppe organisch-chemischer Substanzen handelt. Mit dieser Definition kannst du aber wahrscheinlich nicht so viel anfangen, darum betone ich hier gleich, dass ich es in diesem Buch so unwissenschaftlich wie möglich halten möchte und aus dir auch keine Chemikerin oder Botanikerin machen möchte. Das bin ich selbst nicht, und ich möchte auch nicht diesen Eindruck erwecken. Aber ich habe eine Kräuterausbildung gemacht und mich jetzt seit drei Jahren intensiv mit dem Thema ätherische Öle auseinandergesetzt. Seitdem wende ich sie täglich an. Um es etwas einfacher auszudrücken: Ätherische Öle sind aus der Natur stammende Inhaltsstoffe von Pflanzen, die mit verschiedenen Methoden gewonnen werden. Die wichtigsten Verfahren sind die Dampfdestillation und die Kaltpressung.

Die Kaltpressung wird meist zur Gewinnung ätherischer Öle aus Schalen von Zitrusfrüchten angewendet. Hier wird das Öl mechanisch mit Druck aus der Schale herausgepresst. Bei der Dampfdestillation wird Wasser unter dem Pflanzenmaterial gekocht, der Dampf steigt durch das Pflanzenmaterial auf und nimmt dabei das ätherische Öl mit. Über ein System von Rohren und Kammern wird das Wasser vom ätherischen Öl getrennt, um es sehr vereinfacht zu beschreiben. 93 Prozent aller ätherischen Öle werden mit diesem Verfahren gewonnen.

Definition:

Ätherische Öle sind hochkonzentrierte, leichtflüchtige Pflanzenextrakte, die aus Pflanzenteilen wie Samen, Rinde, Blätter, Blüten, Stängeln, Wurzeln oder Früchten gewonnen werden.

Wenn ich in diesem Buch von „Aromen“ spreche, meine ich damit ausschließlich natürliche ätherische Öle, die aus Pflanzen gewonnen wurden – also nicht synthetische Aromen, die aus dem Labor kommen. Diese natürlichen ätherischen Öle bestehen aus leichtflüchtigen Molekülen (eine Pflanze kann bis zu 500 unterschiedliche Stoffe enthalten), die fettlöslich sind. Das heißt, ich kann ätherische Öle in Trägerölen (welche Trägeröle es gibt, erfährst du auf Seite 25) lösen, nicht aber in Wasser.

Experiment:

Du kannst das ganz einfach zu Hause überprüfen: Wenn du einen Tropfen ätherisches Öl in ein Glas Wasser gibst, so wirst du sehen, wie es auf der Oberfläche schwimmt, sich aber nicht mit dem Wasser mischt. Darum steht auf einigen Pumpflaschen (z. B. für Raumspray mit ätherischen Ölen) auch, dass man sie vor Gebrauch schütteln soll, damit kurzzeitig eine Verbindung mit dem ätherischen Öl eingegangen werden kann, bevor es sich wieder entmischt.

Zur Gewinnung kleinster Mengen ätherischer Öle werden große Mengen an Pflanzenmaterial benötigt – je nach Pflanze unterschiedlich. Um es anschaulicher zu sagen: Für ca. 1 Gramm (ca. 25 Tropfen) Lavendelöl werden ca. 120–140 Gramm Lavendelblüten benötigt, für ein 1 Gramm Rosenöl sogar 5 kg Rosenblüten. Es wird also eine riesige Menge gebraucht, um die hochkonzentrierten ätherischen Öle zu gewinnen.

Nicht alle Pflanzen erzeugen ätherische Öle. Nur etwa 10 Prozent der Pflanzen tun das. Diese Pflanzen stammen aus aller Welt – viele aus Entwicklungsländern, weshalb ich empfehle, beim Kauf auch auf die ethischen Hintergründe der Anbieter zu achten. Ich finde es wichtig, dass wir als Kunden, Verbraucher und Yogis darauf achten, woher die ätherischen Öle kommen, die wir nutzen, und dass es in dem gesamten Prozess von der Ernte der Pflanzen bis hin zum Vertrieb mit rechten Dingen zugeht, ganz im Sinne der yogischen Philosophie mit möglichst viel Ahimsa (Gewaltlosigkeit) und ganz viel Satya (Wahrhaftigkeit).

Um dir zu verdeutlichen, warum wir Menschen uns die ätherischen Öle überhaupt zunutze machen, widmen wir uns kurz der Frage, warum Pflanzen ätherische Öle produzieren. Sie schützen sich damit, beispielsweise vor Schädlingen oder vor extremen Temperaturen; oder sie ziehen andere Tiere, wie Bienen, an, damit diese durch die Bestäubung zum Fortbestand der Pflanze beitragen.

Wir Menschen haben uns diese Eigenschaften der ätherischen Öle schon längst zunutze gemacht. Alte Aufzeichnungen belegen, dass schon die alten Ägypter ätherische Öle zu Heilzwecken nutzten. Auch wenn das Herstellungsverfahren der Dampfdestillation heute weiter fortgeschritten ist, wird bereits auf alten Schriftstücken aus Papyrus von der Verwendung von Weihrauch und anderen Duftstoffen bei der Behandlung verschiedener Erkrankungen berichtet. Ich gehe später darauf ein, wie wir heute ätherische Öle anwenden. Eines jedenfalls haben die ätherischen Öle von damals und von heute gemein: Sie galten und gelten als kostbar. Die Ägypter müssen sie sehr geschätzt haben, denn als 1922 das Grab von Tutanchamun entdeckt wurde, wurden darin als Grabbeigaben auch duftende Öle gefunden. Aber nicht nur die Ägypter, auch andere Völker nutzten schon früh ätherische Öle für ihre Zwecke. Und wir werden sie als sinnvolle Ergänzung für unsere Yogapraxis einsetzen.

Wie erkennst du gute Qualität?

Mir ist es wichtig, dass du reine natürliche ätherische Öle von bester Qualität verwendest, um dir wirklich etwas Gutes zu tun, wenn du deine Yogapraxis und dein Leben mit ätherischen Ölen ergänzen möchtest. Wenn du nicht darauf achtest, kannst du dir mehr schaden, als dass es dir nützlich ist. Zu deinem Wohl entscheide dich für sehr gute Qualität – oder verzichte lieber auf ein Öl, wenn du nicht weißt, was drin ist. Reine ätherische Öle therapeutischer Qualität, wie sie in der Aromatherapie angewendet werden, haben nichts mit „Duftölen“ zu tun, die meist synthetisch oder halbsynthetisch hergestellt werden.

Leider sind viele ätherische Öle von minderer Qualität auf dem heutigen Markt. Je beliebter sie werden, umso mehr wird gestreckt, um Kosten zu sparen. Oder die Öle sind mit Pestiziden verunreinigt, und auch das wollen wir nicht, denn das kann sogar gesundheitsschädlich sein.

Mit den folgenden Tipps gehst du auf Nummer sicher, dass du wirklich naturreine ätherische Öle therapeutischer Qualität verwendest.


1. Achte auf die Deklaration der Etiketten

Innerhalb der EU gibt es bestimmte Vorschriften, was auf dem Etikett der Flasche stehen muss:

·Name der Ursprungspflanze (botanischer Name)

·100 Prozent naturreines Öl (Achtung: nicht „naturidentisch“)

·Angabe der Pflanzenteile, die zur Gewinnung verwendet wurden

·Herkunftsland

·Gewinnungsverfahren

·Anbauart der Pflanze

·Verdünnungsverhältnis (Das kann bei sehr teuren Pflanzen, wie z. B. Rosenöl, sein – eventuell ist das ätherische Öl dann mit Pflanzenölen verdünnt)

·Mengenangabe in ml (Hier lohnt sich ein Vergleich: Wenn du eine 15-ml-Flasche kaufst und mit der 5-ml-Flasche eines anderen Anbieters vergleichst, rechne um.)

·Chargennummer

·Ablaufdatum (meist eine Angabe der Haltbarkeit nach Öffnung der Flasche)

·Gefahrstoffzeichen laut EU-Verordnung

·Herstellername

·Verwendungs- und Sicherheitshinweise (Es darf nur ein Verwendungszweck genannt werden, auch wenn es mehrere gibt)

·Die Flasche selbst sollte einen Tropfeinsatz haben und aus Braun- oder Violettglas bestehen, um vor Lichteinfall zu schützen, was die Qualität verschlechtern kann.

2. Bio, Nicht-Bio und CTPG®

Einige Anbieter ätherischer Öle sind mit Biosiegeln ausgezeichnet, wenn die Rohstoffe aus kontrolliert-biologischem Anbau (kbA) kommen. Das ist ein guter Schritt in die richtige Richtung von Qualität, z. B. um Pestizide im Produkt zu vermeiden. Besser ist es noch, wenn die Öle nach der Dampfdestillation oder Kaltpressung und der Abfüllung noch einmal durch ein unabhängiges Labor getestet werden; am besten auch bei den unterschiedlichen Schritten der Herstellung. Anbieter, die ihre Öle auf diese Weise mehrfach testen lassen, erkennst du an dem Zusatz CTPG® (= Certified Pure Therapeutic Grade®, auf Deutsch etwa: „für therapeutische Zwecke zertifizierte Güteklasse“). Nur 3 Prozent der ätherischen Öle auf dem Weltmarkt haben diesen reinen Grad. Das CPTG®-Verfahren stellt sicher, dass keine Füllstoffe, synthetischen Stoffe oder Verunreinigungen im ätherischen Öl vorhanden sind, die seine Wirkung schmälern würden. Um das CPTG®-Siegel zu erlangen, werden folgende Prüfungen durchgeführt:

·Organoleptische Untersuchungen

·Mikrobielle Analysen

·Gaschromatographie

·Massenspektrometrie

·Fourier-Transformations-Infrarot-Spektroskopie (FTIR)

·Chiralitätsprüfung

·Isotopenanalyse

·Untersuchung auf Schwermetalle

Im Anhang findest du sichere Bezugsquellen, bei denen du ätherische Öle kaufen kannst.

3. Achte auf den Preis

Hiermit meine ich nicht, dass du billig einkaufen solltest, sondern bewusst. Du solltest stutzig werden, wenn die ätherischen Öle zu billig angeboten werden, oder wenn bei einem Anbieter alle Öle den gleichen Preis haben. Im Beispiel, wie viele Rosenblüten man braucht, um eine kleine Menge Öl zu gewinnen, wird deutlich, dass ätherische Öle unterschiedliche Preise haben müssen, je nachdem, wie rar oder ergiebig der Rohstoff ist, aus dem sie gewonnen werden. Echte ätherische Öle sind nicht billig. Aber normalerweise verbraucht man auch nur geringe Mengen, da sie hochkonzentriert sind. Wenn du deine ätherischen Öle dann noch gut geschützt aufbewahrst (möglichst an einem dunklen Platz, die Flasche gut verschlossen), wirst du auch lange daran Freude haben.


Wie wirken ätherische Öle, und welche Vorteile hast du?

Ich erwähnte im vorherigen Kapitel Satya. Auch hier möchte ich wieder ganz wahrhaftig aus meinem Herzen sprechen. Die Wissenschaftler haben schon viel darüber herausgefunden, wie ätherische Öle wirken. Ich war auf vielen Kongressen, habe mir unzählige Vorträge von Wissenschaftlern angehört und Studien dazu gelesen. Noch ist nicht alles wissenschaftlich erforscht, aber vieles. Dennoch steckt die Wissenschaft wohl noch in den Kinderschuhen, und wir dürfen gespannt sein, was die Forschung über ätherische Öle weltweit noch zum Vorschein bringt. Aber schon jetzt wissen wir einiges über ihre Wirkweise.

Ätherische Öle können über verschiedene Wege in unseren Körper gelangen. Auf die Anwendungsarten komme ich später noch zu sprechen. Je nachdem, wie wir sie anwenden, ist auch die Wirkweise unterschiedlich. Jedes ätherische Öl hat eine individuelle, umfangreiche Zusammensetzung, die auf vielfältige Weise auf Körper, Geist und Seele einwirkt – so wie auch jedes Asana (Yogahaltung) eine körperliche, emotionale und seelische Wirkung hat. Hier sehe ich übrigens einen engen Bezug zueinander, weshalb ich die ergänzende Wirkkraft ätherischer Öle in Verbindung mit Yogaübungen sehr schätze. Daraus ist die Idee zu diesem Buch entstanden.

Wissenschaftlich gesprochen, gelangen die Inhaltsstoffe in den Körper und setzen sich an die Rezeptoren der Zellen in der Haut, den Schleimhäuten, den Organen. Diese Moleküle haben die Fähigkeit, die Zellmembran zu durchdringen und so in der Zelle zu wirken.

Deine Vorteile, wenn du ätherische Öle anwendest:

·Sie fördern Entspannung,

·unterstützen das Immunsystem,

·unterstützen einen gesunden Stoffwechsel,

·fördern emotionale Gesundheit,

·unterstützen die Verdauung,

·unterstützen die Muskeln und Gelenke,

·schützen vor freien Radikalen aus der Umwelt,

·schützen vor jahreszeitlichen Einflüssen,

·verbessern das Erscheinungsbild der Haut,

·liefern Antioxidantien,

·fördern eine gesunde Durchblutung,

·wirken als Insektenschutz,

·unterstützen die Atemfunktion,

·lindern Hautirritationen

·und unterstützen Stressabbau.

Einige Wirkweisen werden noch deutlicher, wenn wir die Anwendungsarten durchleuchten. Das sollte noch mehr Licht ins Dunkle bringen. Oder wie ein Yogi sagen würde: den Schleier von Maya (Illusion) lüften.

Welche Anwendungsarten für ätherische Öle in der Yogapraxis gibt es?
Aromatische Anwendung

Diese Anwendungsart ist in Kombination mit der Yogapraxis eine der wesentlichsten Möglichkeiten, ätherische Öle zu benutzen, und dazu auch noch sehr einfach umzusetzen. Es reicht, einen Tropfen (immer verdünnt im Trägeröl, siehe Seite 25) zwischen den Handflächen zu verteilen, dann die Hände ca. 10 cm vor das Gesicht zu halten und den Duft beim Einatmen zu inhalieren. Das ist auch der schnellste Weg, wie die Duftmoleküle in unseren Körper gelangen. Es ist zudem die beste Art, wenn es darum geht, mit ätherischen Ölen auf unsere Stimmung und unsere Emotionen einzuwirken. Hierzu erfährst du im Kapitel „Ätherische Öle und Emotionen“ (ab Seite 29) noch mehr. Über den Riechkolben im Gehirn gelangen die Duftmoleküle weiter über das limbische System in unser Körpersystem.

Aber nicht nur für unsere Emotionen ist diese Anwendungsart zu empfehlen. Sondern auch, wenn es darum geht, auf unser Gedächtnis, unser Hormon- oder unser Atmungssystem einzuwirken, ist diese Art der Anwendung eine gute Wahl.

Es gibt noch weitere Methoden, wie man ätherische Öle „aromatisch“ anwenden kann. In Kombination mit Yoga wird es in den Yogasequenzen, wie schon beschrieben, am einfachsten sein, über die Handflächen zu inhalieren. Es gibt aber auch Rezepte für Raumsprays, um das gewünschte Raumklima zu schaffen. Wer mag, kann sich auch einen Aroma-Diffusor (Kaltvernebler) anschaffen, um die Raumluft zu aromatisieren. Es kann auch sein, dass du passend zum jeweiligen Thema ein eigenes Parfüm herstellen möchtest, um das jeweilige Thema der Übungssequenz auch in den Alltag zu integrieren. Und falls du viel im Auto unterwegs bist, lohnt sich vielleicht auch die Anschaffung eines Aroma-Clips zum Anbringen an die Lüftung.

Äußerliche Anwendung

Diese Art der Anwendung ist eine zweite wichtige Möglichkeit, um ätherische Öle harmonisch in den Ablauf der Yogapraxis zu integrieren. Hierzu bedarf es meist ein klein wenig Vorbereitung, um die ätherischen Öle mit einem Trägeröl zu verdünnen, um sie dann auf die Haut auftragen zu können. Eine Tabelle mit Dosierungsanleitungen für das Verdünnen findest du auf Seite 214. Einige wenige Öle, wie z. B. Lavendel und Weihrauch, lassen sich auch unverdünnt an einigen Hautstellen auftragen. Wenn dies der Fall ist, wird im Praxisteil des Buches darauf hingewiesen. Ansonsten gilt immer das Prinzip: Die ätherischen Öle müssen verdünnt werden.

Auch bei dieser Anwendung riechen wir natürlich die Öle, und sie haben den gleichen Effekt wie bei der aromatischen Anwendung, aber zusätzlich gelangen sie über die Haut in den Körper. Das ist dann von Vorteil, wenn wir die Wirkung punktuell an einem bestimmten Körperbereich wünschen.

Das Trägeröl hat zum einen die Funktion, das hochkonzentrierte ätherische Öl zu verdünnen; zum anderen, es in die tieferen Hautschichten zu transportieren. Durch das Verdünnen mit dem Trägeröl wird die Wirkung außerdem intensiver. Vielleicht hast du vermutet, dass unverdünnt intensiver wirkt, das ist aber bei dieser Anwendungsart nicht der Fall. Manchmal ist weniger also doch mehr!

Die ätherischen Öle wirken mit dieser Art der Anwendung aromatisch, gelangen über die Haut in den Blutkreislauf und wirken dann systemisch. Wenn du für eine Yogasequenz nur eine kleine Menge brauchst, kannst du eine kleine Menge Trägeröl und ätherisches Öl direkt in der Handfläche mischen. Es kann sich auch lohnen, einen Roll-on herzustellen, falls du das Öl häufiger anwenden möchtest. Weitere Methoden zur äußerlichen Anwendung, die für die Yogapraxis aber nicht so wichtig sind, sind die Massage, Bäder und Kompressen. Im Rezeptteil findest du hierfür ein paar Anwendungen zur Ergänzung im Alltag.

Überblick über die Trägeröle

Bei Trägerölen handelt sich um Pflanzenöle, die z. B. aus Samen oder Nüssen gewonnen werden und auch unterschiedlich stark rückfettend wirken. Pflanzenöle sind also nicht flüchtig wie ätherische Öle, denn sie gehören zu einer anderen chemischen Stoffgruppe (auch wenn beide „Öl“ heißen). Das unterscheidet sie stark voneinander. Da wir beim Aroma-Yoga die ätherischen Öle auch auftragen, hier kurz einige Trägeröle, die du zum Verdünnen einsetzen kannst:

·Aprikosenkernöl (leichte Konsistenz, gut im Sommer)

·Traubenkernöl (leichte Konsistenz, gut im Sommer)

·Olivenöl (dickere Konsistenz, gut im Winter)

·Mandelöl (dickere Konsistenz, gut im Winter)

·Jojobaöl (mittlere Konsistenz, gut im Herbst)

·Fraktioniertes Kokosnussöl – FCO (hat keinen Eigengeruch und eignet sich von der Konsistenz her gut)

In den Übungsreihen dieses Buches helfen dir die Symbole der Anwendungsarten, schnell zu unterscheiden, wie du die ätherischen Öle in der Yogapraxis anwenden kannst:


Sichere Anwendung in der eigenen Yogapraxis

Du wirst feststellen, dass die Anwendung ätherischer Öle beim Yogaüben ganz leicht ist. Aber es gibt noch ein paar Sicherheitsempfehlungen, die du beachten solltest. Bitte überspring diesen Abschnitt nicht, auch wenn du wahrscheinlich am liebsten gleich loslegen möchtest. Ich möchte, dass du wirklich Freude hast am Umgang mit den ätherischen Ölen, und dass es für dich sicher ist.

Allergien

Ätherische Öle haben, richtig angewendet, kaum Nebenwirkungen, können aber bei einigen Menschen Hautirritationen hervorrufen. Eventuell sind bei dir Allergien gegen einige Pflanzen bekannt. Die Öle dieser Pflanzen solltest du dann nicht anwenden. Wenn du nicht sicher bist, ob du ein ätherisches Öl gut auf der Haut verträgst, mach gerne vorab einen Test auf der Unterarminnenseite. Die Haut hier ist eher dünn und zeigt, ob du ein Öl verträgst oder nicht. Gerne 24 Stunden vorher testen, damit nicht erst beim Yoga eine Hautirritation auftritt. Sollte es zu Reizungen, Rötungen oder sogar Schwellungen kommen, benutz dieses Öl nicht. Dann ist es nicht das richtige Öl für dich.

Reizungen

Ätherische Öle dürfen nicht in die Augen geraten. Achte darauf, nicht in die Augen zu fassen, wenn noch Öl an deinen Fingern ist. Sollte es passieren, kann es brennen. Ätherisches Öl nicht mit Wasser, sondern mit einem Trägeröl aus dem Auge waschen. Vermeide auch den Kontakt mit den Nasenlöchern.

Ätherische Öle dürfen nicht auf offenen Wunden oder an verletzten Hautstellen aufgetragen werden.

Besondere Bedürfnisse bei Personengruppen

Schwangere und stillende Frauen dürfen nicht alle ätherischen Öle verwenden. Du findest auf Seite 28 eine Übersicht, welche Öle Schwangere nicht anwenden dürfen. Bei Kleinkindern unter 3 Jahren dürfen keine mentholhaltigen Öle angewendet werden, wie z. B. Pfefferminze.

Achte darauf, die ätherischen Öle für Kinder unzugänglich aufzubewahren. Für Kinder, ältere Menschen, Schwangere und Personen mit empfindlicher Haut empfiehlt sich eine stärkere Verdünnung beim Anwenden auf der Haut. Eine Empfehlung für das Verdünnungsverhältnis entnimm bitte der Tabelle auf Seite 214.

Vorsicht bei offenem Feuer

Vielleicht möchtest du es dir beim Aroma-Yoga besonders nett machen und hast Kerzen aufgestellt. Achte darauf, dass die ätherischen Öle nicht ins Feuer gelangen, da sie leicht brennbar sind.

Fotosensibilität

Manche ätherischen Öle, wie Zitrusöle, enthalten Substanzen, die die Haut für UV-Strahlung empfindlicher machen. Nach dem Auftragen auf der Haut sollte direkte Sonneneinstrahlung für 72 Stunden vermieden werden.

Erkrankungen und Wechselwirkungen mit Medikamenten

Bestimmte Bestandteile von ätherischen Ölen können Medikamente beeinflussen oder sogar blockieren. Bitte lass dich bei einer Erkrankung von deinem Arzt oder behandelnden Therapeuten beraten.

Übersicht über ätherische Öle, die Schwangere NICHT anwenden dürfen:

Basilikum, Eukalyptus, Fenchel, Jasmin, Kamille, Kampfer, Majoran, Muskatellersalbei, Myrrhe, Nelke, Oregano, Pinker Pfeffer, Rosmarin, Salbei, Thymian, Wacholderbeere, Wintergrün, Zedernholz, Zimt

In der Stillzeit darf kein Pfefferminzöl angewendet werden, da es in die Muttermilch übergeht und so zum Säugling gelangt!

In der Aroma-Yoga-Übungsreihe für Schwangere (ab Seite 116) werden nur Öle angewendet, die als sicher für Schwangere gelten.


Ätherische Öle und Emotionen
Was sind Emotionen?

Was ätherische Öle sind, haben wir schon geklärt. Falls du das Kapitel übersprungen hast, lies gerne noch mal nach. Um zu verstehen, wie und warum ätherische Öle auf unsere Emotionen einwirken können, möchte ich kurz erklären, was Emotionen sind, damit wir auf einen ähnlichen Wissensstand kommen. Ich sage ganz bewusst „ähnlich“, denn vielleicht weißt du viel mehr darüber als ich. Ich bin keine Wissenschaftlerin, aber es kann ja sein, dass Emotionen dein Fachgebiet sind. Dann möchte ich dich nicht langweilen, und du kannst zu der Stelle vorspringen, wo ich dazu komme, welche ätherischen Öle für welche Art von Emotion gut sind.

Emotionen bezeichnen eine bewusste oder unbewusste Wahrnehmung psychophysischer Bewegtheit. Diese kann durch ein Ereignis, eine Situation oder im Austausch mit anderen Menschen und Tieren ausgelöst werden. Du kennst das sicherlich. Eben ging es dir noch blendend, und du warst froh, und plötzlich erreicht dich eine schreckliche Nachricht, und die Emotion verändert sich komplett. Die emotionale Erfahrung, die du machst, kannst du wahrscheinlich sogar körperlich spüren. Wissenschaftler arbeiten noch daran, die genauen physiologischen Veränderungen und Muster zu erforschen, um eine genauere Definition für eine Emotion festzulegen. Aber du selbst hast bestimmt schon wahrgenommen, dass dein Herz schneller schlägt, der Atem schneller geht, dein Bauch verrückt spielt oder Tränen fließen, wenn sich Emotionen körperlich bemerkbar machen. Dein Körper wird durch Emotionen aktiviert oder auch gelähmt. Vor allem im limbischen System (dem Teil des Gehirns, in dem unter anderem Emotionen verarbeitet werden) sind die physiologischen Wirkungen von Emotionen für die Wissenschaftler nachweisbar, wenn unterschiedliche Neurotransmitter wie Serotonin, Adrenalin oder Oxytocin ausgeschüttet werden.

Emotionen steuern unser Verhalten. Wer kennt nicht den Griff zur Schokolade bei Liebeskummer? Unser Körper versucht dann, die Neurotransmitter zu regulieren, damit wir uns wieder besser fühlen. Leider funktioniert das mit der Schokolade nur halbprächtig. Es mag ja sein, dass sie uns kurzfristig glücklich macht – aber auf lange Sicht auch wieder nicht, weil wir dann von unseren Fettpölsterchen und unserem Essverhalten genervt sind. Es muss nicht so sein, kann aber passieren. Ich persönlich finde weibliche Rundungen toll. Dies soll nur als Beispiel dafür dienen, wie eine Kette an Emotionen entstehen kann.


Das „Rad der Emotionen“ zeigt die unterschiedlichen Facetten.

Reize von außen beeinflussen oftmals unsere Emotionen, aber auch solche von innen heraus: Wenn beispielsweise zu wenig Serotonin ausgeschüttet wird, kann das unsere Emotionslage beeinflussen.

Es gibt viele unterschiedliche Emotionen. Das Rad der Emotionen von Robert Plutchik auf der vorherigen Seite ermöglicht uns einen guten Überblick – etwas besser und wissenschaftlicher als ein Blick auf deine Emojis im Smartphone.

Wenn du einen Blick auf die vielen verschiedenen Emotionen geworfen hast, dann mach jetzt an dieser Stelle eine kleine Übung und beobachte, welche Emotionen jetzt, in diesem Moment, bei dir präsent sind.

Vielleicht konntest du gerade deine Aufmerksamkeit auf eine oder mehrere Emotionen richten. Ich weiß ja nicht, was gerade bei dir los ist, aber irgendeine Emotion wird sicherlich da sein, die du benennen konntest. Manchmal sind es auch Ereignisse, die emotional prägend sind. Erlebnisse aus der Kindheit prägen uns und sind eventuell immer noch emotional relevant für die Gegenwart; ebenso andere intensive Erlebnisse, wie. z. B. die Geburt eines Kindes, die starke Emotionen hervorruft. Diese Emotionen bleiben uns stärker im Gedächtnis als andere. In unserem Gehirn ist die Amygdala (ein Teil des oben genannten limbischen Systems) für die emotionale Bewertung von Reizen verantwortlich, und der Hippocampus (ebenfalls im limbischen System) für unsere Erinnerungen. Zwischen beiden besteht eine enge Verbindung.

Emotionen beeinflussen unsere Beurteilung darüber, ob etwas positiv oder negativ ist. Erst diese Beurteilung macht dann im Rückschluss die Emotion für uns negativ oder positiv. Diese Bewertung ist in diesem Fall in Ordnung, denn wir wollen mit den ätherischen Ölen unsere Emotionen bewusst beeinflussen und uns dies zunutze machen. Uns eher den positiven Emotionen zuzuwenden, hat in der Alltagsbewältigung den Nutzen, dass Problemlösungen leichter gefunden werden. Das hat Auswirkungen auf unser Handeln und unterstützt uns dabei, ein Leben führen, das positiv und erhebend ist.

Positive Emotionen lassen uns zudem auch körperlich gesünder sein. Die Wissenschaft der Psychoneuroimmunologie erforscht die Wechselwirkung zwischen Geist und Körper und hat herausgefunden, dass der Einfluss der Emotionen auf unser Gehirn auch Auswirkungen auf unser Immunsystem hat. Negative Emotionen machen uns anfälliger für Krankheiten. Beispielsweise bestätigen Untersuchungen, dass die Wahrscheinlichkeit, einen Herzinfarkt zu erleiden, für depressive Menschen mehr als doppelt so hoch ist wie für Menschen ohne Depressionen. Die Forschung steckt noch in den Anfängen, wenn es darum geht, herauszufinden, welche Emotionen welche Krankheiten auslösen können. Wir erkennen aber schon jetzt, dass es sinnvoll ist, seine Emotionen bei Bedarf zu regulieren, vor allem, wenn sie negativ sind.

Mir ist wichtig, dass du gesund bleibst. Ich denke, dass die Themen der Aromayoga-Stunden für viele Menschen von Relevanz sind und etwas zum Wohlergehen beitragen können. Wie die ätherischen Öle auf die Emotionen einwirken können, schauen wir uns jetzt detaillierter an.

Wie wirken ätherische Öle auf unsere Emotionen?

Wie im Abschnitt über die Emotionen schon angeschnitten, sind Emotionen im limbischen System „verortbar“. Das limbische System ist sozusagen unser Kontrollzentrum der Emotionen. Es ist außerdem direkt mit unserem Geruchssinn verbunden. Über diese Verbindung können Gerüche unsere Emotionen beeinflussen.

Hier setzt die Aromatherapie an. Wir atmen Duftmoleküle eines ätherischen Öls über die Nase ein. Die Duftmoleküle setzen sich an die Rezeptoren unseres Riechkolbens. Hierüber gelangen sie über Neuronen (Nervenzellen) ins limbische System und als Information in unser Gehirn. Das geschieht innerhalb von Sekundenbruchteilen. Der Riechsinn ist der schnellste Sinn, den wir haben, um Reize von außen zu verarbeiten.

Ich möchte dir ein Beispiel nennen, damit das Ganze für dich noch mehr Sinn ergibt. Früher mussten wir Menschen über den Geruch Gefahren erkennen: Riecht es nach Feuer, riecht das Essen noch gut? Der Geruchssinn hat uns geholfen, zu überleben – um es ganz klar auszudrücken. Zudem kann unsere Nase weit mehr Gerüche unterscheiden, als z. B. unsere Augen Farben. Der Geruchssinn ist den anderen Sinnen weit überlegen. Er funktioniert schneller und differenzierter. Selbst wenn wir etwas nicht bewusst riechen und nur ganz unterschwellig wahrnehmen, löst der Geruch in der Art, wie wir unsere Umwelt wahrnehmen, etwas aus.

Forscher untersuchen vermehrt die Zusammenhänge zwischen Geruch und Verhalten. Unsere Nase bestimmt, wen wir „gut riechen können“ und wen nicht. Die Nase ist ein sehr wichtiger Partner für unser Gehirn. Der Bereich im Gehirn, wo geruchliche Informationen verarbeitet werden, ist auch zuständig für die soziale Wahrnehmung und die emotionale Verarbeitung.

Wie können wir uns diese Funktion zunutze machen, um möglichst schnell auf unsere Emotionen einzuwirken? Da einige Körperfunktionen, wie z. B. die Atmung, der Herzschlag, die Hormonbalance oder unser Gedächtnis, aber auch Situationen wie z. B. eine Stressbelastung mit dem limbischen System in Interaktion sind, können die ätherischen Öle hier einwirken. Das limbische System kontrolliert viele körperliche, mentale und emotionale Reaktionen in dir. Durch die Regulation mit ätherischen Ölen kannst du deine Emotionen und dein Wohlbefinden somit beeinflussen. Körper und Geist sind in einem ständigen wechselseitigen Austausch miteinander. Wenn du ein ätherisches Öl einatmest, erreichen die Informationen innerhalb von 15 bis 30 Sekunden dein gesamtes Nervensystem, und die positiven Wirkstoffe können verarbeitet werden.

Einige ätherische Öle haben einen hohen Anteil an Sesquiterpenen (eine bestimmte chemische Stoffgruppe), die die Blut-Hirn-Schranke überwinden und somit den Sauerstoffgehalt im Gehirn positiv beeinflussen können. Dieser Anteil ist in folgenden Ölen besonders hoch: Copaiba, Patchouli, Sandelholz, Vetiver, Weihrauch und Zedernholz. Es gibt mittlerweile viele Studien und Erfahrungswerte, die Aufschluss darüber geben, welche ätherischen Öle auf welche Emotionen regulierend einwirken. Diese Erkenntnisse sind noch nicht vollends wissenschaftlich belegt. Hier gilt es wie beim Yogaüben auch, sich selbst zu beobachten.

Ein ätherisches Öl ist ein Stoffgemisch aus bis zu 500 verschiedenen Substanzen. Ihre Zusammensetzung ist sehr komplex. Es macht therapeutisch einen großen Unterschied, ob etwas beispielsweise wie Rose riecht oder auch wirklich reines therapeutisches Rosenöl ist. Im Labor lässt sich ein Rosenduft mit wenigen Zutaten leicht synthetisch herstellen, aber ein echter Rosenduft ist etwas sehr viel Komplexeres.

Nun hast du darüber gelesen, wie die verschiedenen Duftmoleküle über das limbische System in den Körper kommen. Wie sie dann im Körper wirken, ist ebenfalls sehr komplex. Welches Molekül wirkt genau wie? Beobachte, wie es dir nach der Anwendung eines ätherischen Öles geht. Jedes einzelne Öl hat eine ganz spezifische Wirkung.

Hinzu kommt, dass nicht jeder Mensch gleich gut riechen kann, und dass nicht jeder Mensch mit dem gleichen Duft die gleiche Erinnerung verknüpft. Unsere Riechleistung kann im Alter nachlassen, oder auch, wenn wir traurig sind. Schwangere und Kinder können meist intensiver riechen. Das alles sind Hinweise darauf, dass wir alle unterschiedlich gut riechen können.

Mit einer Art „Geruchstraining“ kann der Geruchssinn verbessert werden. Wenn du häufig Aroma-Yoga praktiziert, machst du genau das. Du wirst mit der Zeit sensibler werden in Hinblick auf Gerüche. Es kann auch sein, dass du einen Geruch an einem Tag anders empfindest als an einem anderen; ich selbst habe diese Erfahrung gemacht.

Auch das hängt mit den Emotionen zusammen, die wir mit einem Geruch verbinden. Ein Beispiel hierfür ist, dass eine Mutter in der Regel weniger Geruchsprobleme damit hat, die Windel des eigenen Kindes zu wechseln, als vielleicht eine fremde Person, die keine emotionale Bindung zu dem Kind hat.

Interessant ist auch, dass ein Kind seine Mutter am Geruch erkennt. Schon im Mutterleib beginnen wir zu riechen. Auch viele Säugetiere erkennen einander am Geruch.

Viele Alltagsgerüche nehmen wir nicht mehr bewusst war. Das ist auch gut so. Wir wären sonst völlig reizüberflutet. Wir haben gelernt, wie es in einer bestimmten Umgebung riechen soll. Wird diese Erwartung erfüllt, fühlen wir uns sicher. Riecht es dort aber anders als erwartet, dann stört es uns. Ein Geruch kann uns sekundenschnell mit unserer Aufmerksamkeit ins Jetzt katapultieren. Ein Grund mehr, den Geruchsinn in unsere Yogapraxis einzubeziehen und unsere Emotionen wohlwollend zu regulieren, denn sie verändern Körpervorgänge, beeinflussen das autonome und das zentrale Nervensystem, die Immunfunktionen und die Hormonausschüttung sowie unser allgemeines Wohlbefinden.


Für die Verwendung der Öle beim Aroma-Yoga im Hinblick auf Emotionen gibt es folgende Empfehlungen aus der Aromatherapie. Wenn du vorhin die Beobachtungsübung gemacht hast, welche Emotionen gerade bei dir präsent sind, such jetzt in der folgenden Tabelle die entsprechende Emotion und such dir ein dazu passendes ätherisches Öl aus, das dich emotional unterstützen kann:


NEGATIVE EMOTION POSITIVE EMOTION
Basilikum müde, abhängig, erschöpft erneuert, ausgeruht
Bergamotte selbstverurteilend, unsicher, ungeliebt Selbstakzeptanz, zuversichtlich
Cilantro kontrollierend, besorgt befreit, bereit, achtsam
Copaiba schuldig, angewidert, bedauernd, hassend vergebend, bewundernd
Douglasie in alten negativen Mustern gefangen, bereuend, betrübt weise, respektvoll
Eukalyptus erschöpft, mutlos, besiegt, enttäuscht kraftvoll, mutig, siegessicher
Fenchel unverantwortlich, appetitlos verantwortlich, gesättigt, im Einklang
Gewürznelke Selbstverrat, schlechte Abgrenzung, gereizt ermächtigt, klare gesunde Abgrenzung, geschützt, achtsam
Grapefruit sich für den Körper schämen, zwanghaft Akzeptanz für den Körper, Respekt für den Körper, nicht anhaftend
Grüne Minze ängstlich, stumm klar, zuversichtlich
Immortelle traumatisiert, verwundet, hoffnungslos unversehrt, mutig, hoffnungsvoll
Ingwer beschuldigend, anklagend, kraftlos ermächtigt, fähig, verantwortlich
Jasmin sexsüchtig, missbraucht, gelangweilt Intimität, sexy, bewundernd
Kardamom wütend, aggressiv, respektlos, streitlustig objektiv, gesunde Selbstkontrolle, respektvoll
Koriander zu kontrolliert, illoyal integer, loyal, ehrlich zu sich selbst, innere Führung
Lavendel sprachlos, nicht gesehen, eng ausdrucksstark, gesehen, ruhig, gelassen
Limette desinteressiert, verzweifelt, resigniert, apathisch mutig, entschlossen, interessiert, dankbar
Majoran isoliert, zurückgewiesen, misstrauisch verbunden, liebend
Mandarine überlastet, überarbeitet, erstickt heiter, spontan, kreativ
Muskatellersalbei verwirrt, limitiert, blockiert klar, intuitiv, einfallsreich, visionär
Myrrhe misstrauisch, bodenlos, unsicher, ungepflegt sicher, geerdet, vertraut, gepflegt
Narde undankbar, Opferrolle, wiederstrebend dankbar, einsichtig
Neroli unerfüllt, ärgerlich, distanziert erfüllt, froh, innig
Orange Mangel, ernst, starr reichlich, lustig, verspielt
Oregano rechthaberisch, streitlustig zufrieden, bereit
Patchouli besessen, getrennt, Scham Mäßigung, ausgeglichen, gutes Körpergefühl
Petitgrain unehrenhaft wegweisend, ehrenhaft
Pfefferminze schweres Herz, pessimistisch, niedergeschlagen optimistisch, erleichtert
Pinker Pfeffer vergleichend, verurteilend, verzerrte Selbstansicht gleichberechtigt, mitfühlend, Selbstakzeptanz, barmherzig
Römische Kamille zwecklos, richtungslos, verunsichert zielgerichtet, geführt, sicher, friedlich
Rose ungeliebt, verwundet, entmutigt, abgelehnt geliebt, mitfühlend, unversehrt
Rosengeranie misstrauisch, traurig, enttäuscht vertrauend, verliebt, tolerant, mitfühlend
Rosmarin verwirrt, zerstreut, ignorant, uneinsichtig, unsicher mental klar, fokussiert, konzentriert, sicher, versöhnlich
Sandelholz materialistisch, abgelenkt, zu abgehoben hingebungsvoll, spirituell
Schwarzer Pfeffer oberflächlich, Selbsttäuschung, Selbstbetrug ehrlich, authentisch, mutig
Schwarzfichte Stress beruhigt
Sibirische Tanne bedauernd, Verlustangst, sich über sich selbst ärgern zielgerichtet, weise, produktiv
Teebaum zu nahbar, verstrickt, zu sehr eingebunden, Selbstverrat gesunde Abgrenzung, respektvolle Verbindung, auf gute Art belastbar
Thymian unversöhnlich, intolerant, wütend, ärgerlich versöhnlich, tolerant, geduldig, verständnisvoll
Vetiver verstreut, nicht geerdet zentriert, geerdet, präsent
Wacholderbeere erschrocken, ängstlich geschützt, mutig
Weihrauch betrogen, spirituell nicht verbunden weise, spirituell verbunden
Wintergrün zu kontrolliert selbstständig, tiefes Vertrauen, verbunden sein mit dem Höheren Selbst
Ylang-Ylang traurig, freudlos, zu analytisch frei, verspielt, intuitiv
Zedernholz getrennt, distanziert, einsam verbunden, zugehörig, sozial
Zimt zurückgewiesen, sexuell unterdrückt, eifersüchtig attraktiv, intim, integer, akzeptiert, zugehörig
Zitrone unkonzentriert, müde konzentriert, wach
Zitronengras lethargisch, verzweifelt, klammernd klar, einfach, nicht anhaftend
Zypresse starr, perfektionistisch, kontrollierend vertrauensvoll, fließend, anpassungsfähig

Tabelle 1: Ätherische Öle und Emotionen

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