Kitabı oku: «Fußballkindergarten - Theorie und Praxis»

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NIKLAS LÜDEMANN

FUSSBALL
KINDERGARTEN

THEORIE UND PRAXIS

100 TRAININGSFORMEN

FÜR BAMBINI, G- UND F-JUNIOREN


Fußballkindergarten

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

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© 2021 by Meyer & Meyer Verlag, Aachen

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Gesamtherstellung: Print Consult GmbH, München

ISBN 978-3-8403-7762-4

eISBN 978-3-8403-3779-6

E-Mail: verlag@m-m-sports.com

www.dersportverlag.de

INHALT

1EINLEITUNG

2MOTIVATION

3TRAINING

3.1BEWEGUNGSSCHULE

3.2BALLSCHULE

3.3FREIES SPIEL

4VERMITTLUNG

4.1VERMITTLUNG IM TRAINING

4.2VERMITTLUNG IM WETTKAMPF

5SPIELBETRIEB

5.1AUSBILDUNGSORIENTIERUNG

5.2KINDGERECHTE SPIELREGELN

5.3AUFWÄRMEN

6TRAINER

7PRAXIS

7.1LESEHILFE

7.2LEGENDE

8PIRATENSCHIFFE

8.1PIRATENSCHIFFE BAUSTEIN #1

8.2PIRATENSCHIFFE BAUSTEIN #2

8.3PIRATENSCHIFFE BAUSTEIN #3

8.4PIRATENSCHIFFE BAUSTEIN #4

8.5PIRATENSCHIFFE BAUSTEIN #5

9INSELBEWOHNER

9.1INSELBEWOHNER BAUSTEIN #1

9.2INSELBEWOHNER BAUSTEIN #2

9.3INSELBEWOHNER BAUSTEIN #3

9.4INSELBEWOHNER BAUSTEIN #4

9.5INSELBEWOHNER BAUSTEIN #5

10FEUERWEHR

10.1FEUERWEHR BAUSTEIN #1

10.2FEUERWEHR BAUSTEIN #2

10.3FEUERWEHR BAUSTEIN #3

10.4FEUERWEHR BAUSTEIN #4

10.5FEUERWEHR BAUSTEIN #5

11STRASSENVERKEHR

11.1STRASSENVERKEHR BAUSTEIN #1

11.2STRASSENVERKEHR BAUSTEIN #2

11.3STRASSENVERKEHR BAUSTEIN #3

11.4STRASSENVERKEHR BAUSTEIN #4

11.5STRASSENVERKEHR BAUSTEIN #5

12DINOSAURIER

12.1DINOSAURIER BAUSTEIN #1

12.2DINOSAURIER BAUSTEIN #2

12.3DINOSAURIER BAUSTEIN #3

12.4DINOSAURIER BAUSTEIN #4

12.5DINOSAURIER BAUSTEIN #5

13ZIRKUSARTISTEN

13.1ZIRKUSARTISTEN BAUSTEIN #1

13.2ZIRKUSARTISTEN BAUSTEIN #2

13.3ZIRKUSARTISTEN BAUSTEIN #3

13.4ZIRKUSARTISTEN BAUSTEIN #4

13.5ZIRKUSARTISTEN BAUSTEIN #5

14DSCHUNGELFIEBER

14.1DSCHUNGELFIEBER BAUSTEIN #1

14.2DSCHUNGELFIEBER BAUSTEIN #2

14.3DSCHUNGELFIEBER BAUSTEIN #3

14.4DSCHUNGELFIEBER BAUSTEIN #4

14.5DSCHUNGELFIEBER BAUSTEIN #5

15VERBRECHERJAGD

15.1VERBRECHERJAGD BAUSTEIN #1

15.2VERBRECHERJAGD BAUSTEIN #2

15.3VERBRECHERJAGD BAUSTEIN #3

15.4VERBRECHERJAGD BAUSTEIN #4

15.5VERBRECHERJAGD BAUSTEIN #5

16AQUARIUM

16.1AQUARIUM BAUSTEIN #1

16.2AQUARIUM BAUSTEIN #2

16.3AQUARIUM BAUSTEIN #3

16.4AQUARIUM BAUSTEIN #4

16.5AQUARIUM BAUSTEIN #5

17SCHATZINSEL

17.1SCHATZINSEL BAUSTEIN #1

17.2SCHATZINSEL BAUSTEIN #2

17.3SCHATZINSEL BAUSTEIN #3

17.4SCHATZINSEL BAUSTEIN #4

17.5SCHATZINSEL BAUSTEIN #5

18MONSTER

18.1MONSTER BAUSTEIN #1

18.2MONSTER BAUSTEIN #2

18.3MONSTER BAUSTEIN #3

18.4MONSTER BAUSTEIN #4

18.5MONSTER BAUSTEIN #5

19IRRGARTEN

19.1IRRGARTEN BAUSTEIN #1

19.2IRRGARTEN BAUSTEIN #2

19.3IRRGARTEN BAUSTEIN #3

19.4IRRGARTEN BAUSTEIN #4

19.5IRRGARTEN BAUSTEIN #5

20HOCHHAUS

20.1HOCHHAUS BAUSTEIN #1

20.2HOCHHAUS BAUSTEIN #2

20.3HOCHHAUS BAUSTEIN #3

20.4HOCHHAUS BAUSTEIN #4

20.5HOCHHAUS BAUSTEIN #5

21SCHNEEMÄNNER

21.1SCHNEEMÄNNER BAUSTEIN #1

21.2SCHNEEMÄNNER BAUSTEIN #2

21.3SCHNEEMÄNNER BAUSTEIN #3

21.4SCHNEEMÄNNER BAUSTEIN #4

21.5SCHNEEMÄNNER BAUSTEIN #5

22AUSSERIRDISCHE

22.1AUSSERIRDISCHE BAUSTEIN #1

22.2AUSSERIRDISCHE BAUSTEIN #2

22.3AUSSERIRDISCHE BAUSTEIN #3

22.4AUSSERIRDISCHE BAUSTEIN #4

22.5AUSSERIRDISCHE BAUSTEIN #5

23RENNFAHRER

23.1RENNFAHRER BAUSTEIN #1

23.2RENNFAHRER BAUSTEIN #2

23.3RENNFAHRER BAUSTEIN #3

23.4RENNFAHRER BAUSTEIN #4

23.5RENNFAHRER BAUSTEIN #5

24RITTERBURG

24.1RITTERBURG BAUSTEIN #1

24.2RITTERBURG BAUSTEIN #2

24.3RITTERBURG BAUSTEIN #3

24.4RITTERBURG BAUSTEIN #4

24.5RITTERBURG BAUSTEIN #5

25MAUSEFALLE

25.1MAUSEFALLE BAUSTEIN #1

25.2MAUSEFALLE BAUSTEIN #2

25.3MAUSEFALLE BAUSTEIN #3

25.4MAUSEFALLE BAUSTEIN #4

25.5MAUSEFALLE BAUSTEIN #5

26FUSSBALLSTADION

26.1FUSSBALLSTADION BAUSTEIN #1

26.2FUSSBALLSTADION BAUSTEIN #2

26.3FUSSBALLSTADION BAUSTEIN #3

26.4FUSSBALLSTADION BAUSTEIN #4

26.5FUSSBALLSTADION BAUSTEIN #5

27BAUERNHOF

27.1BAUERNHOF BAUSTEIN #1

27.2BAUERNHOF BAUSTEIN #2

27.3BAUERNHOF BAUSTEIN #3

27.4BAUERNHOF BAUSTEIN #4

27.5BAUERNHOF BAUSTEIN #5

28BOLZPLATZFUSSBALL

28.1DIE PRAKTISCHE BETRACHTUNG

28.1.1Spiele auf dem Bolzplatz

28.1.2Regeln auf dem Bolzplatz

28.2DIE THEORETISCHE BETRACHTUNG

28.2.1Motivation

28.2.2Lernen

28.2.3Interaktion

28.3ÜBERTRAG AUF DAS FUSSBALLTRAINING

28.4ABSCHLUSSBEMERKUNG

ANHANG

1Literaturliste

2Danksagung

3Bildnachweis


1EINLEITUNG

Das Betreten des Schulhofs gleicht dem Eintritt in ein Fußballstadion. Der Topstürmer hat den Ball am Fuß, lässt zwei Gegenspieler aussteigen und zieht ab. Der Ball rast in einer fiesen Flugkurve auf den Torwart zu und schlägt schließlich im Tor ein. Der Torschütze zeigt seinen eigens einstudierten Torjubel vor den Fans und läuft dann wieder auf seine Position, um den nächsten Angriff der Gegner abzuwehren.

Der Unterschied zum echten Fußballstadion besteht lediglich in den Rahmenbedingungen. So ist das Tor mit zwei Schulranzen markiert, der Ball ist aus Plastik und ein Werbegeschenk einer Supermarktkette. Die Fans sind dabeistehende Kinder, die nicht mitspielen wollen oder dürfen. Die Kinder haben während des Spiels auf dem Schulhof die Zeit vergessen. Einige spielen stundenlang, bis sie von ihren Eltern abgeholt werden. Sie haben Spaß am Spiel. Es ist die Einfachheit des Fußballs, die jedem überall die Möglichkeit bietet, teilzuhaben und die bei Kindern eine unbändige Motivation auslöst, das Spiel zu spielen.

Aus den grundsätzlichen Verhaltensweisen von Kindern im Bambini-, G- und F-Junioren-Alter lassen sich wertvolle und notwendige Ableitungen zum Trainings- und Spielbetrieb in den jeweiligen Altersbereichen gewinnen. Die Kinder im Alter von 4-8 Jahren zeichnen sich grundlegend durch einen hohen Spieltrieb, einen großen Bewegungsdrang, verminderte Konzentrations- und Aufmerksamkeitsspannen und einen umfassenden kreativen Ideenreichtum aus. So haben viele Kinder ein fortwährendes Bedürfnis nach Bewegung und dem freien Spiel. Ihnen fällt es schwer, langen Ausführungen und Erklärungen des Trainers zu folgen.

Die Aufgabe eines Trainers im Bambini-, G- und F-Junioren-Bereich muss es daher sein, die natürliche Motivation, den Spieltrieb und Bewegungsdrang sowie die Kreativität zu erhalten und zu fördern. Zusätzlich hat der Trainer die Möglichkeit, über eine kindgerechte Vermittlung und Aufgabenstruktur trotz der kurzen Aufmerksamkeitsspanne ein reibungsloses, spaßvolles und wirksames Kindertraining anzubieten.

Wir, die im Kinderfußball tätig sind, haben eine große Verantwortung gegenüber unseren Spielern. Wir sind es den Kindern schuldig, uns mit ihren Bedürfnissen und Wünschen, ihren Entwicklungsstadien sowie individuellen Verhaltensweisen auseinanderzusetzen und unser Handeln genau wie das Training daran anzupassen. Die Kinder sind es, die im Vordergrund stehen müssen. Wir als Trainer sind aufgefordert, die eigenen Erfahrungen im Fußball und die großen Visionen des Leistungssports nicht als Gradmesser für das eigene Handeln im Kinderfußball zu betrachten.

Die allermeisten Kinder sind hochgradig eigenmotiviert, wenn es ums Fußballspielen geht. Diese Motivation ist das größte Gut im Kinderfußball. Wir Trainer haben eine Verantwortung den Kindern gegenüber, den Reiz des Fußballspiels zu erhalten und nicht durch das Training zu zerstören. Wir sind nur Helfer und Unterstützer, denn die Kinder wissen auch im jungen Alter schon sehr genau, worauf es im Fußball ankommt. Nämlich darauf, Tore zu schießen und Tore zu verhindern.

Der nachfolgende Theorieteil geht auf diverse Bereiche des Kinderfußballs ein. Dabei soll vor allem ein Verständnis für die Bedürfnisse der Kinder und die damit einhergehenden Inhalte erzeugt werden. Alle Inhalte entspringen sportwissenschaftlichen Erkenntnissen und umfassenden Praxiserfahrungen. Im zentralen Interesse aller Überlegungen und Empfehlungen stehen dabei die Kinder. Alle Bemühungen im Kinderfußball müssen sich stets am Entwicklungs- und Leistungsstand der Teilnehmer orientieren.

Das Buch versucht, in diesem Zusammenhang viele Vorschläge und Handlungsoptionen für die Praxis zu geben, um den Trainer zu befähigen, sein Training und sein Verhalten an die Kinder anzupassen. Dabei werden die Bereiche der Motivation, des Trainings, des Spielbetriebs, der Vermittlung, des Trainers und der Praxis berührt. Abschließend soll eine Weiterführung zum Bolzplatzfußball wertvolle Ansätze aus einer langsam schwindenden Spielkultur für die Gestaltung des Kinderfußballs geben.


2MOTIVATION

Es steht 2:1 für das Team von Max. Die Gegner sind im Ballbesitz. Der beste Spieler der Gegner dribbelt auf Max zu und versucht, ihn auszuspielen. Max ist der letzte Mann. Er setzt zur Grätsche an und spitzelt den Ball im allerletzten Moment ins Aus. Erst als er wieder aufsteht, bemerkt Max, dass seine neue Jeanshose nun ein Loch am Knie hat. Er hatte ganz vergessen, dass das Spiel nicht auf dem Sportplatz, sondern auf dem Schulhof stattfindet und dass es gar nicht um die Weltmeisterschaft geht. Verschwitzt, aber glücklich, geht Max vom Feld. Sein Team hat gewonnen.

Kinder sind grundsätzlich motiviert. Besonders kleinere Kinder spielen zumeist bis zur Erschöpfung, ungeachtet der Rahmenbedingungen. Sie benötigen keine Motivation durch andere Kinder oder Erwachsene. Ihre Motivation ist intrinsisch.

Intrinsische Motivation entsteht immer dann, wenn keine von der Handlung trennbaren Konsequenzen vorliegen. So sind Neugier, Exploration, Spontanität, Interesse und Freude an der Sache Indikatoren für die intrinsische Motivation.

Demgegenüber steht die extrinsische Motivation. Sie ergibt sich aus externen Bekräftigungen, Versprechungen und Drohungen. Die intrinsische Motivation ist die stärkste Motivationsform.

Im Kontext des Trainings geht es also darum, Freude an der Sache zu entfachen sowie den Kindern Möglichkeiten zur Exploration und zur Neugier zu geben. Im Umkehrschluss sollte nach Möglichkeit auf externe Motivatoren verzichtet werden.

Der Motivation ist im Kontext des Kinderfußballs eine enorme Relevanz zuzuschreiben. Sie ist die Basis für den Lernerfolg, eine langfristige Bindung an den Sport und vor allem für den Übertrag des Fußballs in andere Lebensbereiche. Die intrinsische Motivation, also der Spaß an der Sache, muss stets erhalten bleiben. Auch im Kontext der fußballspezifischen Weiterentwicklung von Kindern sollte der Trainer stets Raum und Möglichkeiten für intrinsische Motivation geben, um die Kinder langfristig für den Fußball zu begeistern.

In der Detailbetrachtung kann die Motivation durch die psychologischen Basisbedürfnisse soziale Eingebundenheit, Kompetenzerleben und Autonomieerleben genauer erklärt werden. Bei der sozialen Eingebundenheit geht es darum, sich mit anderen verbunden zu fühlen, umsorgt zu werden und für andere zu sorgen. Der Trainer muss demnach sicherstellen, dass die Kinder untereinander eine enge Verbundenheit fühlen und füreinander sorgen.

Kompetenzerleben meint, die Wirkungsmächtigkeit des eigenen Verhaltens zu spüren und Herausforderungen zu suchen. Auf dieses Basisbedürfnis der Kinder kann der Trainer am stärksten eingehen. Die Art und Schwierigkeit der Aufgabenstellungen darf dabei nicht das Leistungsvermögen der Kinder übersteigen. Über entsprechend lobendes und bestärkendes Verhalten kann der Trainer das Bedürfnis nach Kompetenz bedienen.

Das Autonomieerleben beschreibt das Gefühl, selbst Ausgangspunkt der eigenen Handlungen zu sein. So sollen die eigenen Interessen berücksichtigt werden und die Handlung als Ausdruck des eigenen Selbst gelten. Der Trainer muss den Kindern demnach Entscheidungs- und Handlungsfreiräume lassen. So können freiheitliche Trainingsformen bemüht werden, Mitsprache in Mannschaftsaufstellungen gewährt werden oder weitere Kompetenz- und Entscheidungsbereiche in die Hand der Kinder gelegt werden.

Im Hinblick auf die Basisbedürfnisse wird klar, warum Kinder eine grundsätzliche Motivation besitzen, Fußball zu spielen. Das Spiel bedient im besten Fall alle psychologischen Grundbedürfnisse. Es sind zumeist die Trainer, die durch langweilige, einengende und zu schwierige Trainings- und Spielformen die Motivation der Kinder einschränken. In diesem Zusammenhang liegt die Verantwortung beim Trainer, die Motivation der Kinder nie aus den Augen zu verlieren und alle Inhalte auf die Wirkung der psychologischen Basisbedürfnisse soziale Eingebundenheit, Kompetenz- und Autonomieerleben zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.


3TRAINING

Lenny und Paul warten. Sie stehen mit anderen Kindern ihrer Mannschaft in einer Schlange und warten darauf, dass sie an der Reihe sind. Heute üben sie das Passen, hat der Trainer gesagt. Das sei im Spiel nicht gut genug gewesen, lautete die Begründung. Noch sind sechs Kinder vor Lenny in der Schlange. Er beginnt, sich mit Paul zu unterhalten. Nach einiger Zeit ruft der Trainer Lennys Namen. Er war an der Reihe und hat durch das Gespräch mit Paul seinen Einsatz verpasst. Der Trainer schickt die beiden zur Strafe eine Runde laufen.

Alle inhaltlichen Bausteine einer Trainingseinheit mit Bambini, G- und F-Junioren richten sich nach dem individuellen Entwicklungsstand der Kinder. Dieser kann auch innerhalb einer Mannschaft bisweilen sehr unterschiedlich sein. Die Aufgabe des Trainers ist es, ein breites Aufgabenspektrum anzubieten, sodass jedes Kind im Rahmen seiner Möglichkeiten freudvoll an der Trainingseinheit teilnehmen kann.

Die Gruppeneinteilung, die Aufgabenstellung und die entsprechende Organisation im Trainingsalltag können entscheidenden Einfluss auf den Verlauf einer Trainingseinheit nehmen. Die Einteilung der Kinder in leistungs- und entwicklungshomogene Gruppen, die Vermeidung oder Verkürzung von Stand- und Wartezeiten, eine einfache und spielerische Aufgabenstellung und -gestaltung, viele Erfolgserlebnisse und wechselnde Spielangebote beeinflussen das Verhalten der Kinder positiv im Sinne einer freudvollen Trainingseinheit.

Das Training mit Bambini, G- und F-Junioren besteht grundsätzlich aus den Bausteinen Koordination, Ballschule, später auch aus einigen technischen Elementen sowie dem freien Spiel. Der zeitliche Umfang der Bausteine im Verhältnis zueinander hängt dabei ebenfalls stark vom Entwicklungsstand der Gruppe ab.

Im Bambini- und G-Junioren-Bereich nehmen koordinative Elemente eher einen größeren Anteil ein als die Ballschule. Das freie Spiel verliert in keiner Altersgruppe seine Bedeutung und gehört als fester Bestandteil in jede Trainingsstunde.

3.1BEWEGUNGSSCHULE

Vor 20 Jahren war vielfältige Bewegung im jungen Kindesalter ein wesentlicher Bestandteil des Alltags. Der Weg zur Schule oder zum Kindergarten wurde zumeist zu Fuß oder mit dem Fahrrad umgesetzt. Die Freizeitaktivitäten fanden zumeist draußen ohne direkte Aufsicht Erwachsener statt.

Die Lebenswelt der Kinder hat sich grundlegend verändert. Durch erhöhten Medienkonsum, teilweise übervorsichtige Eltern und die schulische Ganztagsbetreuung entfallen wesentliche Bestandteile des selbstständigen Bewegens. Über Schulsport, Sportkurse im Ganztagsbereich und den Vereinssport soll dem Bewegungsmangel entgegengewirkt werden. Für das Sporttreiben im Kontext des Fußballtrainings ergeben sich für den Trainer neue Herausforderungen.

Zusätzlich zu den herkömmlichen Elementen des Fußballtrainings gibt es einen erhöhten Bedarf an grundlegender Koordinationsschulung.

Auf theoretischer Ebene geht es darum, Gewandtheit und Geschicklichkeit im Sinne der koordinativen Fähigkeiten nach Blume (1978) auszubilden. Dazu gehört die Differenzierungsfähigkeit, Orientierungsfähigkeit, Reaktionsfähigkeit, Kopplungsfähigkeit, Rhythmisierungsfähigkeit, Umstellungsfähigkeit und Gleichgewichtsfähigkeit.

So gilt es, den Kindern ein Körpergefühl über einfache Bewegungsaufgaben und Kleine Spiele zu vermitteln. Laufaufgaben in Staffeln oder als Fangspiel, Springen, Rollen, Werfen, Klettern, Raufen und Fangen sind erste sinnvolle Begleiter des Trainings mit Bambini, G- und F-Junioren. Auch sportartübergreifende Spiele, das Spiel mit unterschiedlichen Bällen und das Seilspringen wirken auf die Koordination der Kinder ein.

Über unterschiedliche Feldformen, Zonen sowie verschiedenfarbige Markierungshütchen oder Leibchen kann auf die Orientierung der Kinder eingewirkt werden. Für den Trainer ist es im Kontext der Koordinationsschulung wichtig, den natürlichen Bewegungsdrang der Kinder nicht über Warteschlangen oder lange Erklärungen zu bremsen, sondern gewinnbringend für das Training zu nutzen und in die gewünschten Bahnen zu lenken.

3.2BALLSCHULE

Während die Koordinationsschulung im Bambini-, G- und F-Junioren-Alter annährend gleichermaßen wichtig ist, unterscheiden sich die Anforderungen an die Technikausbildung der Kinder hinsichtlich der verschiedenen Altersbereiche. Im Bambini-Bereich und in den Anfängen der G-Junioren gilt es grundsätzlich, den Ball mit dem Fuß kontrolliert fortbewegen zu können. So liegt der Fokus der Ausbildung auf einem spielerischen Kennenlernen des Balls im Sinne erster Dribblingaufgaben.

Außerdem können bereits Torabschlüsse eingestreut werden. Entwicklungsbedingt fällt es kleineren Kindern schwer, den Fokus auf die Gruppe zu richten und so beispielsweise freistehende Mitspieler zu erkennen. Auch aus diesem Grund bietet es sich je nach Entwicklungsstand der Kinder auch erst in einem späteren Altersbereich an, das technische Element des Passspiels einzuführen.

Im älteren G- und im F-Junioren-Alter können weitere technische Elemente erlernt werden. So können verschiedene Arten der Ballführung, verschiedene Schusstechniken, Finten und erste Elemente des Passspiels ins Training aufgenommen werden. Weiterhin ist die spielerische Vermittlung elementar für das freudvolle Lernen.

Der Trainer kann hinsichtlich der korrekten technischen Ausführung zwar ein Mindestmaß an Genauigkeit ansetzen, sollte allerdings keine längeren Korrekturen anbringen. Viele Kinder lernen durch das Ausprobieren und korrigieren eigenständig, sodass der Trainer, je nach Situation, nur kleinere Hinweise geben muss.

Alle Aufgaben in der Technikvermittlung sollten weitestgehend ohne Warte- und Standzeiten auskommen. Neben der zunehmend abfallenden Trainingseffektivität durch die Abnahme der Nettotrainingszeit sind Wartezeiten für Kinder schlichtweg langweilig. So entstehen ungewollte Nebenschauplätze, indem sich die Kinder andere Beschäftigungen suchen, die zumeist den Trainingsfluss stören. Die Wartezeiten können durch mehrfache Aufbauten einer Übung minimiert werden. Zusätzlich sind Aufgabenstellungen möglich, in denen sich die Kinder frei in einem Feld bewegen können und so ein Training ohne jegliche Stand- und Wartezeiten möglich wird.

Die sportliche Technik vollzieht sich dabei in drei Stadien. Am Anfang steht die Grobkoordination. In dieser Phase wird der Grundablauf der Bewegung erlernt. Im Stadium der Feinkoordination kann die erlernte Bewegung unter konstanten Bedingungen abgerufen werden. Ist das Stadium der Feinstkoordination erreicht, so kann die Bewegung auch unter wechselnden Bedingungen ausgeführt werden.


Abb. 1: Lernphasen der Bewegungskoordination

Neben der Wiederholungszahl und dem grundsätzliche Vollzug des Techniklernens spielt auch ein situativer Technikansatz eine wichtige Rolle beim Erlernen von Bewegungen. Für die fußballspezifischen Techniken des Passspiels, des Torschusses, des Dribblings, des Kopfballs, des Flugballs und des Fintierens bestehen präzise Technikleitbilder, anhand derer die jeweilige Technik visualisiert erlernt werden soll. In der Detailbetrachtung von Technik und ihrem Zweck ergibt sich jedoch der erwähnte situative Ansatz. So muss Technik zweckmäßig sein und zur Problemlösung beitragen. Dabei spielt die konkrete Ausführung weniger eine Rolle als das Erreichen einer effektiven Spiellösung.

Für das Techniklernen im Kinderfußball leiten sich aus dieser Sichtweise der fußballspezifischen Technik wichtige Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen ab. So sollte bei den Kindern ab der älteren F-Jugend zwar ein Grundverständnis der einzelnen Basistechniken bestehen. Allerdings ist es in diesem Alterssegment nicht angebracht, Technikleitbilder als Referenz anzulegen und entsprechend detailliert zu korrigieren.

Der Trainer sollte seinen Fokus demnach eher auf die Wirksamkeit der angewendeten Technik legen und gemeinsam mit dem Kind gegebenenfalls alternative Lösungen für die jeweilige Situation erarbeiten. Das Verhältnis von Üben und Spielen muss dabei stets in einem entwicklungs- und altersgerechten Rahmen bleiben. Das Spielen muss in diesem Kontext den überwiegenden Teil der Trainingszeit einnehmen, wohingegen Übungsphasen kurzweilig, variantenreich und motivierend gestaltet werden müssen, um ein effektives und freudvolles Lernen zu ermöglichen.

3.3FREIES SPIEL

Das freie Spiel hat einen großen zeitlichen Anteil im Training mit Bambini, G- und F-Junioren. Die Spieleranzahl, das Spielfeld, die Regeln und die Tore nehmen grundlegenden Einfluss auf die Wirksamkeit des Spiels. So sollten vor allem kleine Zahlenverhältnisse bis hin zum 4 gegen 4 gewählt werden, um jedem Spieler eine angemessene Zahl an Ballkontakten zu ermöglichen.

Cooper (2006) konnte zeigen, dass im Vergleich von Spielen im 8 gegen 8 zum 4 gegen 4 die Aktionszahlen deutlich erhöht sind. So kamen beispielsweise 260 % mehr Torschüsse, 280 % mehr Dribblings und Finten und 500 % mehr Tore im 4 gegen 4 vor. In diesem Zusammenhang spielt auch die Feldgröße eine Rolle.

Kleine Felder führen zu erhöhten Aktionszahlen der einzelnen Spieler und beeinflussen das Spielverhalten. Je kleiner das Feld ist, desto herausfordernder werden die Spielhandlungen. Mit den Regeln kann der Trainer Einfluss auf die Wirksamkeit des freien Spiels im Training nehmen.

Dabei kann die grundsätzliche Frage nach Seiten- und Toraus gestellt werden. Insbesondere bei kleineren Kindern kostet das Ballholen und die korrekte Ausführung der Spielfortsetzung viel Zeit. Ein Verzicht auf konkrete Spielfeldgrenzen erhöht demnach die Nettospielzeit erheblich. Auch ohne Spielfeldbegrenzung agieren die Spieler zumeist im angedachten Spielraum, denn der Torerfolg ist in der Spielfeldmitte am wahrscheinlichsten.

Ein begleitendes Coaching durch den Trainer kann in diesem Zusammenhang ebenfalls einen Beitrag zum Verzicht auf Spielfeldbegrenzungen leisten. So kann der Trainer durch kleine Hinweise fortwährend zur Akzentuierung der Spielfeldmitte als zentralen Spielraum beitragen.

Auch bei den Toren kann der Trainer verschiedenartige Elemente einsetzen. Grundsätzlich geht es darum, den Kindern viele Erfolgserlebnisse zu ermöglichen. Zu wenige oder zu kleine Tore haben in diesem Zusammenhang eine gegenteilige Wirkung. Als Tore sind im Altersbereich der Bambini, G- und F-Junioren Jugendtore, große und kleine Minitore, Stangen, Hütchen, Dribbellinien, Bänke, Kästen und Wände möglich.

Über sinnvoll gewählte Organisationsformen können die Spieler maximal vom freien Spiel profitieren. Dabei sollten alle Spieler in kleinen Zahlenverhältnissen zeitgleich spielen können, denn auch hier gehen Wartezeiten zulasten der Spieler.

Kleine Turniere wirken sich in diesem Zusammenhang auch positiv auf die Motivation der Spieler aus. Einen erhöhten kognitiven Anspruch stellt ein Spielfeld, auf dem vier oder mehr Teams zeitgleich spielen (vgl. Abb. 2). Jedem Team wird dabei ein Tor und ein gegnerisches Team zugeordnet. In dieser Organisation finden mehrere Spiele unabhängig voneinander im selben Spielraum statt. Der Trainer hat so die Möglichkeit, viele Kinder auf einer begrenzten Fläche zu beschäftigen, ohne dabei ein Kind aus den Augen lassen zu müssen.


Abb. 2: Doppelter Feldaufbau

Sobald Kinder Spielfeldgrenzen problemlos erkennen und einhalten können, ergibt sich ein weiteres praxiserprobtes Tool für die Anwendung im Bereich des freien Spiels. Über unterschiedliche Feldformen kann bestimmtes Spielverhalten der Kinder provoziert werden, ohne dass der Trainer in großem Maße intervenieren oder das Spielverhalten regulieren muss. Durch verschiedene Feldformen ergeben sich spezifische Positionierungen sowie konkrete und wiederkehrende Spielhandlungen. Darüber hinaus lässt sich im Hinblick auf die Orientierung der Kinder ein konkreter Transfer zum gewöhnlichen Spielfeldaufbau erkennen.


Abb. 3: Spielfeld Quadrat


Abb. 4: Spielfeld Schlauch


Abb. 5: Spielfeld Diamant


Abb. 6: Spielfeld Sanduhr

Über die unterschiedlichen Feldformen können somit Positionierungen in Höhe und Breite des Spielfelds angelegt werden (vgl. Abb. 3 und Abb. 4). In Bezug auf die unterschiedlichen Verhaltensweisen der Spieler wird in schlauchförmigen Spielfeldern allein durch die Form des Spielfelds eine höhere Zahl tiefer Dribblings, vertikaler Pässe und Toraktionen zu beobachten sein als in einem quadratischen Spielfeld.

Darüber hinaus sind noch weitere Spielfeldformen denkbar (vgl. Abb. 5 und Abb. 6). Die trichterförmig zulaufenden Spielfeldlinien helfen den Spielern dabei, ihre offensiven Bemühungen stets in Richtung des Tors auszurichten. Besonders im Kinderfußball können die Spielfeldformen einen Beitrag zur gezielten Provokation bestimmter Verhaltensweisen leisten, ohne dabei den Ideenreichtum, den Spielwitz und die Kreativität der Kinder einzuschränken.

Den Mehrwert des freien Spiels und der Spielformen gegenüber den Übungsformen erklärt das Spielkompetenzmodell. Das Modell besteht im Wesentlichen aus drei Phasen. Die Wahrnehmung steht am Anfang jeder Spielhandlung. Über taktile, akustische und vor allem visuelle Reize werden Informationen zur Situation gesammelt. So muss der Spieler die eigene Bewegung, die Bewegungen anderer Spieler, den Spielraum und das Tor wahrnehmen. Auf Grundlage der gesammelten Informationen trifft der Spieler eine Entscheidung für eine Handlung. Die Umsetzung der Handlung steht am Ende des Spielkompetenzmodells und meint die motorische Ausführung der getroffenen Entscheidung.

Das Spielkompetenzmodell ist im Laufe der Zeit noch um die Komponenten Antizipieren und Interpretieren erweitert worden. Die Antizipation vollzieht sich dabei nach der Wahrnehmung und meint die Vorausahnung einer Situation aufgrund der gesammelten Informationen. Die Interpretation steht nach der Umsetzung und sieht einen Evaluationsprozess der Handlung vor.


Abb. 7: Spielkompetenzmodell

Die Spielkompetenz wird hauptsächlich in Spielformen oder im freien Spiel angesteuert. In Übungsformen fehlt die Komponente der Entscheidung, da ein Großteil der Handlungen vorgegeben ist. Spielformen und das freie Spiel sind dabei für das Training der Wahrnehmung und für die Entscheidungsfindung unverzichtbar. Auch in Bezug auf die Umsetzung hält das Spiel im Gegensatz zur Übungsform ganz andere Anforderungen bereit.

Mit sich ständig ändernden Situationen ist der Spieler dazu aufgefordert, adäquate technische Lösungen umzusetzen. Auch die Anforderungen des Gegner,- Zeit,- Raum- und Präzisionsdrucks an die Spieler können in Übungsformen nur bedingt hergestellt werden, sodass auch vor diesem Hintergrund die dauerhafte Umsetzung von Spielen und Spielformen unerlässlich ist.


4VERMITTLUNG

Moritz sitzt mit seinen Mannschaftskameraden in der Kabine. Gleich beginnt das Spiel. Der Trainer steht an der Taktiktafel und erklärt die Strategie für die erste Halbzeit. Der Trainer redet von Flügelzangen, abkippenden Mittelfeldspielern und Raumverteidigung. Moritz versteht nur Bahnhof. Er schaut seine Mitspieler an. Ihnen scheint es nicht viel besser zu gehen. „Alles verstanden?“, fragt der Trainer zum Abschluss. Alle Kinder nicken und verlassen die Kabine.

Im Hinblick auf die Vermittlung muss der Trainer seine Sprache, die Länge seiner Erklärungen und die Inhalte genauestens an die Kinder anpassen. Fachwörter, Floskeln und Erklärungen an der Taktiktafel sollten in diesem Zusammenhang in den Hintergrund rücken. Vielmehr besteht der Zugang zu den Kindern über eine bildliche Sprache. Beispiele und Sätze mit klarem Aufforderungscharakter helfen, die Kinder für Aufgaben zu sensibilisieren.

Auch die Stellung zur Gruppe spielt eine wichtige Rolle. So sollte der Trainer sich auf die Augenhöhe der Kinder begeben und dafür sorgen, dass sich hinter seinem Rücken keine beachtenswerten Aktionen vollziehen. Kinder schweifen mit ihrem Blickfeld gerne ab, sodass ein parallel laufendes Spiel oder Training gleichbedeutend mit einer möglichen Ablenkung ist.

Der individuelle Bezug zum einzelnen Kind hilft ebenfalls, einen inhaltlichen Zugang zu den Kindern zu bekommen. Die Verbindung einer Verhaltensweise mit der eines Lieblingsspielers, des Lieblingsteams oder der eines bekannten Tiers hilft dabei, ein differenziertes Verständnis und Interesse für eine bestimmte Thematik zu akzentuieren. Der Trainer muss demnach seine Vermittlung planen, verbildlichen und mit Beispielen belegen. Eine kindgerechte Vermittlung ist die Grundlage einer jeden Trainingseinheit.

4.1VERMITTLUNG IM TRAINING

Der Trainer kann durch kindgerechte Vermittlungsansätze einen reibungslosen Ablauf der Trainingseinheit und des Spielbetriebs forcieren. Dabei geht es vor allem darum, der geringen Konzentrationsfähigkeit der Kinder entgegenzuwirken. Der Trainer hat in diesem Zusammenhang die Möglichkeit, die einzelnen Trainingseinheiten mit Themen aus der Lebenswelt der Kinder zu verknüpfen.

Der Feldaufbau und jede gestellte Aufgabe innerhalb des Trainings hat somit einen direkten Bezug zum kreativen Themenschwerpunkt. Den Kindern fällt es durch diese Herangehensweise leichter, sich zu konzentrieren. Zusätzlich nehmen die Kinder die Aufgabenstellung aufmerksamer auf, verstehen diese besser und können sie anschließend erfolgreich in die Praxis übertragen.

Vermehrt tragen die Kinder auch eigene Ideen in sich. Der Trainer kann die Kreativität der Kinder nutzen, um diese in die Praxis zu übertragen und so Trainingseinheiten auf der Grundlage des kindlichen Ideenreichtums umzusetzen.

Ein weiteres Vermittlungstool im Training mit Bambini, G- und F-Junioren sind verschiedene Wettkampfformen. Aufgaben aus allen inhaltlichen Bereichen können durch Wettkämpfe aufgewertet werden. Die Kinder reagieren motivational auf die Möglichkeit, zu gewinnen oder zu verlieren. In jedem Fall setzen die Kinder die gestellten Aufgaben schneller und engagierter um. Es sollte im Rahmen der kindlichen Entwicklung auf Strafen für Verlierer in Wettkämpfen verzichtet werden. Es ist dahin gehend eher zielführend, eine Belohnung für den Gewinner eines Wettkampfs auszuloben.

Bei der Vermittlung von koordinativen oder technischen Elementen ergibt sich das Vormachen durch den Trainer als geeignete Möglichkeit des Lehrens. Für Kinder im Speziellen ist es schwierig, theoretische Erklärungen in die Praxis umzusetzen. Die Nachahmung von gesehenen Bewegungen ermöglicht den Kindern einen einfachen Übertrag in die Praxis. Auch hier können die Kinder wieder eigenständig aktiv werden.

Einzelne Bewegungen können von Kindern vorgeschlagen oder vorgemacht werden. Die Einbindung der Kinder wirkt sich dabei positiv auf die Aufmerksamkeit und Motivation der Gruppe aus. Eine induktive Lehr- und Lernmethode kann in diesem Zusammenhang bereits in den Altersbereichen der Bambini, G- und F-Junioren zur Anwendung kommen.

Durch trainerseitige Fragen und entsprechende Antworten der Kinder kann ein längerfristiger Lernprozess initiiert werden. Statt einer deduktiven, also einer entsprechend vorgebenden Vermittlung werden die Kinder so in Lernprozesse eingebunden und zur eigenständigen Lösungsfindung animiert.

Neben der Vermittlung im Sinne einer Erklärung und dem zugehörigen Verständnisprozess bestehen in enger Anlehnung an Kap. 3 auch Praxismodelle der Trainingsgestaltung, die Kindern das Lernen erleichtern.


Abb. 8: Fußballspezifisches Vermittlungsmodell

So ist ein stetiger Wechsel des Übens und des Spielens insofern sinnvoll, als dass eine abwechslungsreiche Aufgabenstruktur sich ebenso positiv auf den Trainingsverlauf auswirkt wie eine stetige Unterbrechung der konzentrationsintensiven Übungsphasen durch freiheitliche Spielsequenzen.

4.2VERMITTLUNG IM WETTKAMPF

Im Kontext des Wettkampfs, also des Spielbetriebs, ergeben sich verschiedene Herausforderungen für den Trainer. Anders als im Training sind die Kinder verhältnismäßig aufgeregt und unruhig. Diese Tatsache erschwert die Vermittlung einzelner Inhalte. Die Ziele von Trainern im Kontext des Wettkampfs und der zugehörigen Vermittlung können höchst unterschiedlich sein. In Abhängigkeit von der Gruppe kann es um eine erste Zuweisung von Positionen, um Verhaltensweisen auf dem Spielfeld oder lediglich um das Regelwerk und die Spielfeldbegrenzung gehen.

Zur Vermittlung der Mannschaftsaufstellung hat sich die Verbildlichung durch das Hochhaus in der Praxis bewährt (vgl. Abb. 10: Hochhaus). Kleinere Kinder können zumeist wenig mit den eigentlichen Namen der Spielpositionen anfangen. In einigen Fällen sind sie noch nicht in der Lage, rechts und links voneinander zu unterschieden, sodass ein klassisches Verlesen der Aufstellung wenig wirkungsvoll ist.

Das Hochhaus mit seinen unterschiedliche Etagen und Wohnungen kann dabei helfen, den Kindern ein Gefühl für ihre Positionierung auf dem Spielfeld zu geben. So ist jedes Kind einer Wohnung im Hochhaus zugeordnet. Um Positionssprünge zu vermeiden, kann der Trainer den Kindern beispielsweise auftragen, nur den jeweiligen Nachbarn über, unter oder neben der eigenen Wohnung zu besuchen. Das führt dazu, dass die Kinder einander auf dem Spielfeld zwar helfen, jedoch trotzdem ihre Position ungefähr halten können.


Abb. 9: Straßenverkehr


Abb. 10: Hochhaus

Ein weiteres Vermittlungstool besteht in der Einteilung des Spielfelds in Zonen und deren anschließende Verknüpfung mit spezifischen Verhaltensweisen. So können auch hier Themenbereiche der kindlichen Fantasie aufgegriffen werden, um die Kinder für verschiedene Verhaltensweisen auf dem Spielfeld zu sensibilisieren.

So können einzelne Themenspielfelder entstehen, anhand derer die Kinder das Verhalten in den einzelnen Zonen des Spielfelds kennenlernen sollen (vgl. Abb. 9: Straßenverkehr).

Im dargestellten Beispielfeld zum Straßenverkehr sind unterschiedliche Verhaltensweisen visualisiert. Zunächst sind die Spielfeldecken durch das Straßenschild „Sackgasse“ gekennzeichnet. So soll vermieden werden, dass die Kinder in die Spielfeldecken dribbeln oder passen. Der Sportwagen mit den Abbiegepfeilen soll im Umkehrschluss Tempodribblings auf der Außenbahn, aber auch die Akzentuierung der Spielfeldmitte und des gegnerischen Strafraums bewirken.

Die Schilder „Achtung Stau“ und „Tankstelle“ stehen für gewünschtes Verhalten in der eigenen Spielfeldhälfte. So sollen die gegnerischen Spieler auf der Außenbahn verlangsamt und gestoppt werden. Eigene Angriffe können im Spielfeldzentrum der eigenen Hälfte wieder neu aufgebaut, verbildlicht „betankt“ werden.

Die Einflussnahme des Trainers während des Spiels vom Seitenrand ist nur begrenzt möglich und sollte demnach von Trainerseite im Rahmen gehalten werden. So muss es ein Ziel des Kinderfußballs sein, die Kinder bei der eigenständigen Entscheidungsfindung auf dem Spielfeld zu bestärken.

Im Umkehrschluss ist die verbale Vorgabe von Handlungen vonseiten des Trainers unangebracht. Der Trainer sollte lediglich lobend, bestärkend oder aus organisatorischen Gründen verbal ins Spielgeschehen eingreifen. Viele Kinder sind in den jüngeren Altersstrukturen nicht in der Lage, die Anweisungen vom Trainer adäquat zu verarbeiten und umzusetzen. Entsprechend ist es sogar möglich, dass der Trainer durch einen hilfreich gemeinten Zuruf vom Spielfeldrand die Situation verkompliziert und dem Spieler das Zutrauen in die eigene Entscheidungsfindung nimmt.


5SPIELBETRIEB

Jan ist aufgeregt. Heute hat er sein erstes richtiges Fußballspiel. Nach dem Aufwärmen verkündet der Trainer die Mannschaftsaufstellung. Jan ist Auswechselspieler. In den letzten Minuten der ersten Halbzeit ruft der Trainer Jan zu sich und wechselt ihn als Verteidiger ein. Jan läuft auf das Spielfeld. Seine Mannschaft liegt schon deutlich in Führung. Der Ball ist zumeist in der gegnerischen Spielfeldhälfte. Tim und Moritz, die beiden besten Spieler der Mannschaft, spielen sich den Ball gekonnt zu. Moritz schiebt den Ball am Ende des Angriffs ins Tor. Dann pfeift der Schiedsrichter zur Halbzeit. Jan hatte noch keinen Ballkontakt.


Abb. 11: F-Jugend im 7 gegen 7 (nach Wein, 2016)

Im Zusammenhang mit dem Spielbetrieb können hinsichtlich der fußballspezifischen Ausbildung der Kinder richtungsweisende Maßnahmen eingeleitet werden. Ähnlich zum freien Spiel im Training sollten auch im Spielbetrieb Wettkämpfe in möglichst kleinen Zahlenverhältnissen umgesetzt werden. Je nach Landesverband werden unterschiedliche Möglichkeiten angeboten.

Der Trainer sollte bei der Mannschaftsmeldung im Sinne der Kinder entscheiden und ihnen so das Maximum an Ballkontakten, Aktionen und Erfolgserlebnissen ermöglichen. Das Spiel im 7 gegen 7 über den halben Platz zählt so zu den eher überholten Spielformaten im Kinderfußball (vgl. Abb. 11). Vielmehr treten Spielformen in kleineren Zahlenverhältnisse auf Minitore und ohne Torhüter in den Vordergrund.

Die Organisationsform des FUNiño© (Wein, 2016) umfasst dabei alle Anforderungen an einen kindgerechten Wettkampf. Über Spielfeste mit vielen kleinen Feldern kann mit geringem Organisationsaufwand die maximale Spielzeit für die Kinder generiert werden.

5.1AUSBILDUNGSORIENTIERUNG

Im Kinderfußball können grundsätzlich zwei unterschiedliche Strömungen festgestellt werden. Hier stehen sich Ausbildungs- und Ergebnisorientierung gegenüber. Beide Philosophien unterscheiden sich grundlegend voneinander. Dabei steht bei der Ergebnisorientierung vor allem der kurzfristige Erfolg im Vordergrund, während es bei der Ausbildungsorientierung um die Sicherstellung des langfristigen Erfolgs geht. Die Ausbildungsphilosophie sieht dabei vor, Kinder positionsunabhängig, ganzheitlich, selbstbestimmt und vor allem kindgerecht auszubilden.

Somit ist es im Spielbetrieb unabhängig von der ausgewählten oder vorgegebenen Spielform empfehlenswert, fortwährende Positionsrotationen bei den Kindern anzustreben. So sollte es im Bambini-, G- und F-Junioren-Bereich keine festen Positionierungen geben, auch wenn die Kinder eine bestimmte Position favorisieren. Im Sinne der Ausbildung und Entwicklung der Kinder ist es wichtig, die wechselnden Anforderungen, Räumlichkeiten und Dimensionen der unterschiedlichen Positionen kennen und beherrschen zu lernen.

Um Kinder ganzheitlich ausbilden zu können, ist es wichtig, die Spielzeiten gleichmäßig zu verteilen. Auch bei knappen Spielständen oder Rückständen müssen alle Spieler die gleiche Spielzeit bekommen, um eine leistungsbezogene Homogenität herzustellen, die zum späteren Zeitpunkt, beispielsweise bei einem Wechsel auf das größere Feld, einen entscheidenden Beitrag zum langfristigen Erfolg haben kann.

Ähnlich wie im Training ist es auch im Spielbetrieb möglich, die Kinder einzubinden. Beispielsweise können die Kinder sich eigenständig für eine Aufstellung entscheiden. Wird dabei vom Trainer eingefordert, dass die Kinder in jedem Spiel oder in jeder Halbzeit unterschiedliche Positionen ausfüllen müssen, handeln die Spieler selbstständig im Sinne der Positionsrotation.

5.2KINDGERECHTE SPIELREGELN

Die geltenden Spielregeln haben einen entscheidenden Einfluss auf den Spielverlauf und das Spielerverhalten. Genau wie bei den Spielformaten kommen in den unterschiedlichen Landesverbänden auch verschiedene Regeln zum Tragen. Dabei sind besonders die Spielfortsetzungen an einigen Stellen für den Kinderspielbetrieb nicht geeignet und sollten, zumindest in eigenorganisierten Turnieren und Spielen, angepasst werden.

Der Einwurf ist dabei das gravierendste Beispiel. Vermehrt fällt es den Kindern schwer, eine Entscheidung zwischen den potenziellen Anspielern zu treffen. Durch die Organisationsform des Einwurfs besteht für das einwerfende Team eine Unterzahlsituation, welche die Entscheidungsfindung der Kinder nicht unbedingt erleichtert.

Die Idee einer hohen, geworfenen Spielfortsetzung als Einwurf bringt im Kinderfußball zudem insofern Probleme mit sich, als dass der zugeworfene Ball von den Kindern kaum verarbeitet werden kann. So kommt es zu Kopfbällen, die im Kinderfußball vermieden werden müssen und zu unkontrollierten Spielhandlungen, die oft erneute Ausbälle zur Folge haben.

Empfehlenswert wäre in diesem Kontext eine Spielfortsetzung im Sinne des Einpassens, besser noch eines Eindribbelns. Durch die Spielfortsetzung am Boden mit dem Fuß kommen in der Folge kontrollierte und berechenbare Spielhandlungen zustande, die der Natur des Kinderfußballs mehr entsprechen.

Weitere Regelanpassungen sind stark vom Niveau der Kinder abhängig. In diesem Zusammenhang kann beispielsweise der Torwartabstoß reglementiert werden. Vermehrt ist zu beobachten, dass Torhüter den Ball über alle anderen Spieler hinweg in den gegnerischen Strafraum schießen, wo der Stürmer den Ball dann verwertet. In diesem Falle können Regeln zum Einsatz kommen, die den Torwartabstoß nur als Wurf oder nicht über die Mittellinie erlauben. Weitere Überlegungen können dahin gehen, dass auch der Torwart den Ball analog zur seitlichen Spielfortsetzung eindribbeln oder einpassen muss.

5.3AUFWÄRMEN

Das Aufwärmen vor einem Spiel oder Turnier hat einen vergleichsweise geringen Effekt auf die Spielleistung. Trotz alledem sollte auch das Aufwärmen in einem kindgerechten Rahmen stattfinden. Eine muskuläre Erwärmung ist nicht nötig. Die Muskulatur ist noch in einem anfänglichen Entwicklungsstadium, sodass Muskelverletzungen bei Kindern der angesprochenen Altersstruktur die absolute Ausnahme sind.

Das Aufwärmen muss in diesem Alterssegment vor allem kognitive Ansprüche an die Spieler stellen. Es erfüllt also vielmehr einen aufweckenden und anregenden Zweck. Zusätzlich kann den Kindern durch entsprechende Rituale oder ein lobendes, wertschätzendes Trainerverhalten die letzte Aufregung vor dem Spiel genommen werden.

Zum Aufwärmen können entsprechend kleine Fangspiele, einfache fußballspezifische Aufgaben oder ein freies Spiel umgesetzt werden. Warte- und Standzeiten sind genau wie im Training zu vermeiden.


6TRAINER

„Pass zu Tom“, schallt es über den Fußballplatz. Das Kommando kommt vom Trainer. Marc, der den Ball am Fuß hat, schaut sich um. Er sieht Tom und setzt zum Pass an. Im letzten Moment erkennt Marc, dass sich ein Gegenspieler daran macht, Tom zu decken. Marc behält den Ball nun doch am Fuß und versucht, den vor ihm stehenden Verteidiger auszuspielen. Er verliert den Ball. Marcs Trainer ist sauer. „Ich habe doch gleich gesagt, du sollst passen!“, ruft er. Marc fragt sich, ob der Trainer Toms Gegenspieler wohl bemerkt hat.

Im Selbstverständnis eines Trainers geht vermehrt der eigentliche Fokus verloren. Die zentrale Frage dreht sich dabei um die Ausrichtung aller Anstrengungen eines Trainers. Die Kinder sollten bei der Beantwortung aller Fragen stets im Mittelpunkt des Interesses stehen. Der Trainer nimmt dabei eher die Rolle des Begleiters und Unterstützers, aber auch die des Trösters, Streitschlichters, Mitspielers, Spaßmachers, Freunds und Vorbilds ein. Es geht dabei vordergründig darum, entsprechend der kindlichen Bedürfnisse zu handeln und sowohl auf als auch neben dem Platz einen passenden Rahmen für ein Training mit Bambini, G- und F-Junioren zu bieten.

Atmosphärisch sollte das Trainings- und Wettkampfklima dabei vor allem angstfrei, ohne Leistungsdruck, also freudvoll, gestaltet sein. Der Trainer sollte in diesem Zusammenhang für ein wertschätzendes und faires Miteinander unter den Kindern sorgen und auch selbst eine entsprechende Vorbildfunktion innerhalb der Gruppe einnehmen. In Bezug auf die Ausgestaltung des Trainings sollten die beschriebenen Grundsätze der Vermittlung und der Inhaltsbausteine einfließen und an die Altersstruktur sowie das Niveau der Gruppe angepasst werden.

Der Trainer ist innerhalb des Trainings aufgerufen, die Kinder und den Fußball in den Mittelpunkt zu stellen und entsprechend die Erklär-, Stand- und Wartezeiten zu minimieren. Besonders in diesem Zusammenhang sollte sich der Trainer als Begleiter verstehen und den Kindern viel Spaß, freie Entfaltungsmöglichkeiten sowie viele Aktions- und Spielzeiten ermöglichen.

Im Umgang mit den Eltern ist diplomatisches Geschick gefragt. Einigen Eltern fällt es schwer, dem Kind Aufgaben zuzutrauen und es unbeobachtet im Training zu belassen. Immer wieder gibt es Versuche der Einflussnahme von Elternseite auf das Training, den Trainer, andere Kinder und die gesamte Gruppe. Über ein gefestigtes Vertrauensverhältnis kann der Trainer die Einflussnahme der Eltern verringern. Dabei ist es wichtig, den Eltern Regeln, Ziele und Herangehensweisen aufzuzeigen, um Verständnis für gegenwärtige Situationen auf Elternseite zu erzeugen.

Die Ausrichtung auf Ausbildung statt auf Siege muss in diesem Zusammenhang in Gesprächen mit Eltern explizit erläutert werden. Hier sind sowohl Trainer als auch Eltern zur Geduld aufgerufen, denn eine ausbildungsorientierte Herangehensweise bringt zumeist eher verzögerten, dafür aber langfristigen und nachhaltigen Erfolg.


7PRAXIS

Der Praxisteil umfasst im Wesentlichen 20 Spielstunden mit insgesamt 100 Trainingsformen für die Bambini, G- und F-Junioren. Die angebotenen Praxisformen richten sich nach den Grundprinzipien des Kinderfußballs, die im Theorieteil dargelegt wurden. Zusätzlich zu den Trainingsinhalten und den Vermittlungsansätzen haben sich die folgenden Herangehensweisen, Rituale und Vorbereitungen in der Praxis bewährt und können einen weiteren Beitrag zur Umsetzung von reibungslosem und spaßvollem Kindertraining leisten.


Die Phase vor dem Training, in der die Kinder ankommen und den Platz oder die Halle betreten, kann richtungsweisend für die weitere Trainingseinheit sein. Um Konflikten und Streitereien vor dem Training entgegenzuwirken, können die ankommenden Spieler direkt in ein Fangspiel eingebunden werden. Zusätzlich ist ein Fußballspiel auf Tore möglich. Die ankommenden Kinder werden dann den spielenden Teams zugeordnet.
Umbauzeiten innerhalb des Trainings geben den Kindern die Möglichkeit, sich mit Nebenschauplätzen zu beschäftigen. Optimalerweise findet das Training daher in einem Aufbau statt, sodass nur minimale Veränderungen am Aufbau durch den Trainer vorgenommen werden müssen. Der Trainer sorgt so dafür, dass das Training im Fluss bleibt und die Kinder durchgängig mit den Trainingsinhalten beschäftigt sind.
Der Spielfluss innerhalb des freien Spiels, aber auch während der einzelnen Übungen, ist wichtig, um optimale Bewegungs- und Spielzeiten für die Kinder zu generieren. Der Trainer kann einen durchgängigen Spielfluss herstellen, indem er über ein Balldepot in der Lage ist, einen aus dem Feld beförderten Ball durch einen neuen zu ersetzen. Auch die Kinder können sich eigenständig über das Balldepot mit neuen Bällen versorgen.
Rituale vor und nach dem Training setzen für die Kinder einen Rahmen, der für Sicherheit und Verlässlichkeit sorgt. Ein gemeinsamer Anfang, bei dem die Kinder begrüßt werden und ein gemeinsames Ende, für das sich ein Schlachtruf anbietet, sind wertvolle Begleiter für ein gutes Kindertraining. Die Kinder haben über das Zusammentreffen zudem die Möglichkeit, aktuelle Themen oder Probleme anzusprechen.
Die Spielpausen bei Turnieren können recht lange andauern. Die Spieler verbringen die Zeit dann oftmals bei ihren Eltern oder probieren sich durch das Kuchenbuffet. Alternativ dazu können in den Spielpausen kleinere Gesellschaftsspiele mit allen Kindern der Mannschaft und den Trainern umgesetzt werden. Dazu bieten sich einfache Kartenspiele an, die den meisten Kindern bekannt sind und Spaß machen.
Im Optimalfall ist der Platzaufbau bereits vor dem Eintreffen der ersten Kinder vollständig umgesetzt worden. In diesem Fall kann der Trainer mit den ankommenden Kindern kleinere Begrüßungsgespräche führen. Fragen nach der Schule oder der Familie bieten sich zu Beginn an. Nach einiger Zeit ergeben sich auch andere Gesprächsthemen. Die Kinder fühlen sich durch ein nettes oder lustiges Einstiegsgespräch beachtet, wertgeschätzt und sozial eingebunden.
Bei Aufgaben aller Art kann der Trainer mit den Kindern im Feld agieren. Anders als bei einer trainerseitigen Standposition außerhalb des Felds zeigen die Kinder ein deutlich erhöhtes Engagement. Dies gilt besonders für technische oder koordinative Aufgaben. Der Trainer kann die Kinder aus einer aktiven Positionierung innerhalb des Felds heraus besser ansprechen, sie durchs eigene Mitmachen motivieren sowie lobend oder korrigierend in Aktion treten.

7.1LESEHILFE

Der Praxisteil umfasst insgesamt 20 komplette Spielstunden. Jede Spielstunde findet im Rahmen eines kindgerechten Themenbereichs statt, sodass im Sinne einer altersspezifischen Vermittlung jederzeit Verknüpfungen der Aufgaben zum Themenbereich genutzt werden können. Für jede Spielstunde gibt es fünf Bausteine, die unabhängig voneinander und auch in abgeänderter Reihenfolge durchgeführt werden können.

Am Anfang jeder Spielstunde ist der Trainingsaufbau skizziert. Alle Bausteine der jeweiligen Spielstunde werden in einem Aufbau durchgeführt, sodass der Trainer keine Umbaumaßnahmen treffen muss. Viele Bausteine fragen dabei die unterschiedlichsten technischen und koordinativen Fähigkeiten in einer Aufgabenstellung ab. Aus diesem Grund sind den einzelnen Bausteinen keine Themenüberschriften zugeordnet.

Um einen schnellen Überblick über den Inhalt des einzelnen Bausteins zu erhalten, ist über jedem Baustein ein Balkendiagramm platziert. Über die Anzahl der Sterne hinter dem jeweiligen Themenschwerpunkt ist ersichtlich, welche Fähigkeiten im Einzelnen abgefragt und trainiert werden.

Im beschreibenden Text unterhalb der grafischen Darstellung ist zu jedem Baustein zunächst ein Vorschlag zur Vermittlungs- und Aufgabenstruktur angeführt. So erhält der Trainer eine Idee davon, wie die gezeigten Aufgaben im Kontext des kindgerechten Themenbereichs gestellt werden können. Anschließend wird der grundsätzliche Ablauf der Trainingsform erklärt. Abschließend werden im Text häufig Vorschläge für etwaige Erweiterungen und Variationen gemacht.

Zu jeder Spielstunde und zu jedem Baustein sind Variationen und Erweiterungen möglich. Jede Trainingsstunde sollte demnach an die Altersstruktur und das Leistungsniveau der durchführenden Gruppe angepasst werden.

7.2LEGENDE


1 – Laufweg

2 – Dribbling

3 – Passweg

4 – Schuss

5 – Minitor

6 – Großtor

7 – Feld als Quadrat

8 – Feld als Kreis

9 – Feld mit Reifen


8PIRATENSCHIFFE

Der Feldaufbau umfasst vier Dreiecke, die einander zugewandt sind. In der Spielfeldgrafik sind insgesamt 12 Minitore zu sehen. Diese Anzahl kann je nach vereinsinterner Infrastruktur auch reduziert werden. Alternativ können die Minitore durch Stangen oder Markierungshütchen ersetzt werden.

Die Welt der Piraten im Übertrag auf das Fußballtraining eröffnet vielschichtige Möglichkeiten. Im thematischen Kontext geht es darum, eigene Spielräume zu verteidigen und gegnerische Spielräume anzugreifen. Bei den Kindern entsteht so ein Gefühl dafür, wie risikobereit der eigene Spielraum verlassen werden kann und wie schnell eine etwaige Verteidigungshandlung realisiert werden kann.


8.1PIRATENSCHIFFE BAUSTEIN #1


KOORDINATION
DRIBBLING
PASSSPIEL
TORSCHUSS
FREIES SPIEL


MATERIAL: 12 Minitore 12 Markierungshütchen Bälle & Leibchen


Die Piratenschiffe begegnen sich auf dem Meer und wetteifern darum, welches das furchteinflößendste Schiff ist.

Die Kinder werden in zwei Teams eingeteilt. Je drei Kinder jedes Teams positionieren sich in einem Feld gemäß ihrer Teamfarbe. Die Kinder führen in ihrem Feld bestimmte Aufgaben in einem Wettkampf gegen die Kinder der übrigen Felder durch. Die Kinder führen eine vom Trainer vorgegebene Anzahl an Dribblingaufgaben/Finten aus (vgl. 1). Hat jedes Kind die entsprechende Aufgabenanzahl umgesetzt, treffen sich alle Kinder eines Felds an einem Minitor ihres Felds und rufen einen vorher festgelegten Schlachtruf (vgl. 2). Das schnellste Team gewinnt. Weiterführend sind Passaufgaben (vgl. 3) und Torschussaufgaben auf die Minitore (vgl. 4) möglich.

8.2PIRATENSCHIFFE BAUSTEIN #2


KOORDINATION
DRIBBLING
PASSSPIEL
TORSCHUSS
FREIES SPIEL


MATERIAL: 12 Markierungshütchen Bälle & Leibchen


Die Piraten stehlen die Goldschätze der feindlichen Piratenschiffe.

Die Kinder werden in zwei Teams eingeteilt. Je drei Kinder jedes Teams agieren in einem Feld gemeinsam. In jedem Feld wird die gleiche Anzahl Bälle platziert. Die Kinder haben nun die Aufgabe, die Bälle aus den übrigen Feldern in ihr eigenes Feld zu dribbeln (vgl. 1). Ein Kind pro Team darf als Verteidiger im eigenen Feld verbleiben und die gegnerischen Kinder daran hindern, mit dem Ball aus dem Feld zu dribbeln. Diese Verteidiger sind mit in der Hand gehaltenen Leibchen gekennzeichnet (vgl. 2). Die Leibchen können jederzeit im Spielverlauf innerhalb des Teams getauscht werden. Es gewinnt das Team, welches nach Ablauf einer vorher festgelegten Zeit die meisten Bälle im eigenen Feld besitzt. Zusätzlich ist eine Durchführung als Teamwettkampf möglich. Die Teams aus dem blauen Feld spielen dann gegen die Teams aus dem gelben Feld.

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Yaş sınırı:
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Litres'teki yayın tarihi:
16 aralık 2025
Hacim:
232 s. 187 illüstrasyon
ISBN:
9783840337796
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Telif hakkı:
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