Kitabı oku: «Schluss mit Single über 40»

Yazı tipi:

Das Buch

"Schluss mit Single über 40" ist ein Buch für Frauen, die genug haben von falschen Hoffnungen und faulen Kompromissen. Für Frauen, die den Mut haben, Zweifel und Frust zu überwinden, weil sie zu ihrem Traum stehen: eine wirklich erfüllende Beziehung! Es ist ein Praxis-Buch, erprobt von Hunderten von Teilnehmerinnen in Nita Tuckers Seminaren. Es gibt präzise Hilfen und Tipps, wie sich Schüchternheit, Selbstblockaden und Sabotagemuster erkennen und überwinden lassen. Es warnt vor Fallen und Fehlern und zeigt wirksame Methoden, wie frau wirklich den "Richtigen" entdeckt - und gewinnt.

Die Autorin geht Schritt für Schritt vor, Mut machend, voll Mitgefühl, aber auch klar, kämpferisch, mit Witz und brillanter Menschenkenntnis. Sie enthüllt das Geheimnis einer tief erfüllenden Beziehung - und zeigt, wie Sie sie wahr machen. Lassen Sie sich berühren.

Die Autorin

Nita Tucker, Psychologin und frühere Management-Trainerin, arbeitet seit vielen Jahren weltweit mit großem Erfolg als Single- und Paarberaterin. Ihre Seminare und Workshops in Europa und den USA haben inzwischen Tausende von TeilnehmerInnen genutzt. Ihre Buchpublikationen How not to stay Single (für junge Singles) und Schluss mit Partnerstress sind Bestseller. Ihr Buch Schluss mit Single über 40 richtet sich an die bisher vernachlässigte, aber wachsende Zahl der Alleinerziehenden und Single-Frauen ab 40.

Nita Tucker tritt häufig in Radiosendungen auf und ist gern gesehener Gast in TV-Talkshows. Sie ist verheiratet und lebt in Santa Fe, USA.

Nita Tucker

SCHLUSS MIT SINGLE

ÜBER 40

Die Kunst, den richtigen Partner zu finden


Inhaltsverzeichnis

Umschlag

Das Buch / Die Autorin

Titel

Inhaltsverzeichnis

Widmung

Mein Dank geht an

Einführung

1 Das Geheimnis

2 Sag die Wahrheit

3 Die Tatsachen sehen

4 Mach keine halben Sachen

5 Räum dein Herz auf

6 Geh raus, verabrede dich

7 Du hast keine Ahnung, wer dein Typ ist

8 Komm drüber weg!

9 Hüpf´ nicht gleich ins Bett! Die Acht-Tage-Regel

10 „Ja, ich will.“

Und sie lebten glücklich …

Impressum




Für Debra Feinstein,

die mit über vierzig

die Beziehung ihres Lebens gefunden hat

Mein Dank geht an

Doug Preston: dafür, dass Du mich stets ermutigt hast.

Ann Overton: mit Dir zu arbeiten, ist so leicht und macht unheimlich Spaß. Du bist eine exzellente Schreiberin.

Harvey Klinger: mein Agent, der an mich glaubt.

Shaye Areheart: für die unermüdliche Unterstützung, Ermutigung und

dafür, dass Du mein größter Fan bist.

Meinen prachtvollen, liebevollen Gatten, Tony Tucker: dafür, dass Du einfach so liebevoll und prachtvoll bist.

Mein ganz spezieller Dank geht an die vielen Frauen, die ihre Geheimnisse mit mir teilten, besonders an Dawn, Debra, Nan, Pat, Ann und Sharon.

Einführung

Dieses Buch ist für Frauen über vierzig, die sich nach einer liebevollen, leidenschaftlichen und erfüllenden Beziehung sehnen.

Es geht dabei nicht darum, irgendeine „adäquate“ Beziehung zu finden, die „gut genug ist für jemanden in meinem Alter“. Es geht um eine Beziehung, die jenseits deiner kühnsten Träume liegt und die auf ungeahnte Weise dein Leben bereichern kann. Es geht um eine Beziehung, die bis jetzt nur für die Jungen machbar schien oder nur für diejenigen, die sich Jugend leisten konnten.

Könnte dieses Buch deine Anziehungskraft steigern, damit du diese wahre Liebe findest (was es tut!), dann solltest du dir die Zeit nehmen, es zu lesen.

Das Besondere an diesem Buch ist, dass es Schritt für Schritt zeigt, was auf welchem Weg machbar und was an einer Beziehung über vierzig anders und besser ist. Statt ein verliebtes zwanzigjähriges Pärchen zu imitieren oder diese Zeit zwanghaft wiederholen zu wollen, seid einfach das, was dem Heute entspricht – ein verliebtes Paar von 45 Jahren. Wie klingt das?

Hört sich ziemlich deprimierend an? Wieso eigentlich? Warum sollte alles, was einmal wunderbar gewesen ist, vorbei und vergessen sein? Wenn ich Frauen fragte, welchen Unterschied sie zwischen der 25-Jährigen von damals und der von heute sehen, hörte ich ausnahmslos, dass sie jetzt viel mehr Selbstachtung und Selbstbewusstsein haben. Menschen über vierzig sind glücklicher mit sich selbst, viel ausgeglichener. Ihre Beziehungen zu anderen sind befriedigender. Sollte da eine Beziehung zwischen zwei so gereiften Menschen nicht viel besser sein?

Die Wahrheit ist: Bei dem Versuch, die Vergangenheit wieder zu beleben, werfen wir oft unsere über Jahre angesammelten Aktiva über Bord. Wir tun das, weil die Muster des Verliebtseins aus unserer Jugend (oder aus der Jugend anderer) stammen. Doch mit fünfzig wie mit zwanzig aussehen und sich entsprechend verhalten wollen, funktioniert nicht. Hast du mal Frauen beobachtet, die das versuchen? Eine sehr anziehende, schöne, sinnliche Frau mittleren Alters wirkt dann zwangsläufig nicht nur ziemlich albern, sie wird auch älter aussehen, als sie wirklich ist. Dasselbe gilt für eine Beziehung, die in ein unpassendes Korsett gezwungen wird: ihre natürliche Schönheit wird entstellt.

Ab vierzig wird´s nur besser

Meine Freundin Martha, gerade fünfzig geworden, erzählte mir von dem neuen Mann in ihrem Leben: „Nita, was mir diese Beziehung gibt, habe ich noch nie erlebt.“ Erst war sie genau so nervös und aufgeregt wie damals, als sie jung und verliebt war, doch ihre Emotionen und ihre Art, sich auf einen anderen Menschen einzustellen, ließen sie ihr Selbst auf ganz neue Weise entdecken. Das verwundert nicht. Im Verlauf unseres Lebens haben wir uns weiter entwickelt, und es ist nur natürlich, dass unsere Beziehungen sich ebenso weiter entwickeln.

Wenn ich Frauen fragte, was an Beziehungen über vierzig besser sei, antworteten sie immer damit, was sie an sich selbst besser fanden. Ich bohrte weiter und fragte, welchen Vorteil sie denn aus ihrer neuen Beziehung zögen, und sie erklärten mir erneut, wie viel glücklicher sie mit sich selbst seien. Endlich begriff ich.

Mein Rat, ob man sich weiterhin mit einem Mann treffen soll oder nicht, ist immer: Spüre nach, wie du dich mit ihm fühlst. Fühlst du dich in seiner Gegenwart bewundert, respektiert, gehört und attraktiv, geh weiter mit ihm aus. Ich erkannte: In dem Maß, wie wir uns beim Älterwerden in unserer Haut wohler fühlen, sind wir auch viel selbstsicherer. Folglich genießen wir die Gegenwart eines anderen mehr und sind auch empfänglicher für seine Gefühle uns gegenüber.

Ich habe für dieses Buch viele Leute befragt, Männer und Frauen. Die Ergebnisse und Erkenntnisse aus diesen Gesprächen finden sich überall in diesem Buch. Die Männer zeigten dabei eine deutliche Vorliebe für Frauen über vierzig – und es waren ausnahmslos erfolgreiche Männer, für die es ein Leichtes gewesen wäre, 20- und 30-jährige Frauen für sich zu gewinnen. Eine der Fragen, die ich den Männern stellte, lautete: „Was gefällt dir an Frauen in dieser Altersgruppe im Vergleich mit jüngeren Frauen besonders?“

„Mir gefällt eine Frau mit ähnlichen Erfahrungen. Wir haben mehr Gemeinsamkeiten und können uns über Ideen mit ähnlichem Hintergrund und ähnlichem Zeitraum austauschen. Zudem finde ich, dass jüngere Frauen (ich war in jüngeren Jahren genauso) eher theoretisch als praktisch orientiert sind. Jüngere Menschen haben auf alles Antworten und scheinen deshalb engstirniger zu sein.“

„Frauen in meinem Alter haben einen feineren Sinn für Humor. Ich scheine auf einer anderen Wellenlänge zu liegen als die jüngeren Frauen, mit denen ich ausgehe. Außerdem ist für mich eine Frau mit Lebenserfahrung und einigen bewältigten Höhen und Tiefen viel anziehender und attraktiver.“

„Wenn du dir beim Gespräch und Gedankenaustausch eine gewisse Qualität wünschst, muss es einen vergleichbaren Hintergrund geben. Wenn ich mit jüngeren Frauen zusammen bin, fühle ich mich immer irgendwie verantwortlich. Ich habe den Eindruck, nicht auf derselben Stufe zu stehen, weil von mir erwartet wird, dass ich berate, forme und leite. Manche Männer mögen das, ich persönlich finde es ziemlich anstrengend.“

„Ältere Frauen sind meiner Meinung nach weniger theatralisch und dramatisch; sie haben ein höheres Selbstwertgefühl. Sie sind eher mit sich selbst zufrieden. Ich finde Reife anziehend. Die Ruhe und Gelassenheit einer Frau, die sowohl innerlich als auch äußerlich auf sich achtet, ist sehr schön.“

„Man verbringt weniger Zeit mit irgendwelchen Spielchen als früher und hat dafür mehr Zeit, das Zusammensein zu genießen. Entschuldigen Sie, wenn ich von Frauen wie von Objekten spreche, aber ich möchte eine ältere Frau mit einer reifen Frucht vergleichen. Wenn eine Frucht unreif ist, ist sie hart, wenig einladend, nicht verletzbar. Ist sie reif, ist sie saftiger, süßer, weicher, reichhaltiger, nicht so rigide.“

Und hier ein paar Selbsteinschätzungen von Frauen, die ich fragte, was sie an Beziehungen über vierzig besser fänden:

„Ich bin viel selbstsicherer. Ich habe mehr Selbstvertrauen, mehr Selbstbewusstsein. Also brauche ich nicht nach einem Mann suchen, der mir das gibt. Ich kann ich selbst sein. Ich passe mein Denken, meine Gefühle und Bedürfnisse nicht ständig dem Mann an, mit dem ich zusammen bin, nur um ihm zu gefallen.“ (Ähnliche Aussagen machten ausnahmslos alle Frauen, mit denen ich sprach.)

„Ich weiß, was ich will und hol es mir auch. Ich senke weder meine Maßstäbe noch opfere ich meine Integrität für einen Mann. Alles ist viel reiner und klarer.“

„Ich sitze nicht auf dem Gefühlskarussell, auf dem ich mich immer drehte, als ich jünger war. Ich bin heute gelassener, heiterer und deshalb auch viel gegenwärtiger. Ich denke, es macht viel mehr Spaß, mit mir zusammen zu sein – und ganz sicher weiß ich, dass es MIR mehr Spaß macht.“

„Als ich jünger war, glaubte ich immer, einen Mann zufrieden stellen zu müssen, um ihn zu halten und von ihm umsorgt zu werden. Jetzt kann ich einen Mann zufrieden stellen, weil ich ihn liebe, weil ich es möchte. Sex ist jetzt pures Vergnügen statt Mittel zum Zweck.“

„Ich habe keine Angst, einen Fehler zu begehen, der alles zerstören könnte. Ich bin zuversichtlich, dass ich etwas in die Beziehung einbringe.“

„Ich muss nicht irgendwelche bedeutenden, beeindruckenden Dinge tun, um mich davon zu überzeugen, dass ich eine gute Beziehung habe. Ich kann mit meinem Mann einen wunderbaren Tag beim Anschauen alter Filme verbringen.“

Als ältere Frauen haben wir auch mehr Energie als früher, um in einer Beziehung zu „schwelgen“. Obwohl wir heute vielleicht beschäftigter sind, hat sich die nötige Energie, um uns im Beruf oder als Mutter zu beweisen, verringert. Selbst Männer, die mit zwanzig oder dreißig intensiv an ihrer Karriere arbeiten, sind oft verfügbarer, wenn sie älter sind. Sie haben die Zeit, sich in der Verbindung mit einem anderen Menschen selbst zu entdecken und stellen sich viel besser auf das ein, was in einer Beziehung möglich ist. Oft sind sie von dem Bedauern motiviert, in jungen Jahren abwesend und unerreichbar gewesen zu sein, sie spüren jetzt, dass sie das Aufwachsen ihrer Kinder versäumt haben.

Obwohl ich mit zwei Kindern und meinem Beruf mehr denn je jonglieren muss, fühle ich mich in meiner eigenen Ehe heute gegenwärtiger und fähiger, im Moment zu verweilen. Ich meine damit nicht nur die Zeit, in der wir alleine sein können, sondern auch die alltägliche Kommunikation. Sie dreht sich weniger um das funktionale Zusammenleben, das Familienmanagement, sondern viel mehr um spontane Gedanken, Ideen und die inneren Aktivitäten von Verstand und Seele.

Der Wind hat sich gedreht

Vor dreißig, vierzig Jahren wäre das Unterfangen, ein Buch wie dieses zu schreiben, so absurd gewesen wie ein Handbuch für Heimarbeit am PC. Natürlich gab es auch damals allein stehende Frauen über vierzig, aber nur wenige, die ein solches Buch interessiert hätte.

In erster Linie wurden diese Frauen bedauert. Normalerweise war eine allein stehende Frau verwitwet, ein Status, über den sie, so wurde es erwartet, nie hinweg kommen würde. „Arme Anna. Sie hat gerade ihren Mann verloren. Sie ist nur noch ein Schatten ihrer selbst.“ War eine Frau geschieden, egal, aus welchem Grund, erging es ihr oft noch wesentlich schlechter. Vielleicht hatte sie ihren Mann betrogen oder hatte ein Alkoholproblem oder war einfach ein erbarmungswürdiges Opfer, das sich mit so einem Kerl dummerweise eingelassen hatte. Und als Opfer hatte sie auch die Opferrolle zu spielen. Denn wenn sie glücklich, zuversichtlich und attraktiv aussah, hatte sie sich die Sache ja selbst zuzuschreiben. „Unüberbrückbare Differenzen“ waren kein legitimer Grund für die Auflösung einer Ehe – egal, ob im Gerichtssaal oder unter Freunden und in der Familie.

Ebenfalls verdächtig und noch geheimnisvoller war jemand, der weder geschieden noch verwitwet war. Etiketten wie Junggeselle und alte Jungfer waren gefürchtet und entwürdigend. Niemand wusste genau warum, aber ganz sicher stimmte da etwas nicht. Entweder war die Person schwachsinnig (mein einziger unverheirateter Verwandter war als Kind geistig zurückgeblieben) oder homosexuell (und damit eine furchtbare Schande, die es vor allen zu verstecken galt) oder, vielleicht das schlimmste Stigma, ganz einfach unerwünscht.

„Ältere Menschen“ auf der Suche nach einer Partnerschaft wurden als Bürger zweiter Klasse klassifiziert, gestützt von dem unterschwelligen Gefühl, Liebe, Romantik, Flirten und Ehe seien ein Vorrecht der Jungen. Selbst Verheiratete wurden in Film und Fernsehen selten als leidenschaftliches Paar gezeigt.

Der Begriff Single kam erst in den späten siebziger Jahren auf. Zuvor war man Teenager, Schüler, Student oder jemand, der „ausging.“ Nach dreißig passte keine dieser netten Schubladen mehr, dann fiel man in die „Un“-Kategorie. Man war un-verheiratet, was unvollkommen, vielleicht sogar unerwünscht bedeutete. Das galt es zu verschweigen. Man war suspekt, und die Zukunftsperspektiven waren nicht gerade rosig.

Gott sei Dank haben sich die Zeiten geändert! Heutzutage sind mehr als 40% der erwachsenen Bevölkerung unverheiratet und es gilt als normal – in vielen Fällen sogar als beneidenswert – vierzig, fünfzig oder sechzig und Single zu sein. Leider aber hat das vermeintliche Stigma, „allein stehend“ zu sein, überlebt und ist in kleinen Teilen der Bevölkerung immer noch lebendig. Dieses Stigma lebt auf zwei Ebenen – in deinen Eltern und in dir selbst. Mit deinen Eltern kann ich mich nicht befassen. Es hat mich genug Nerven gekostet, mit meinen eigenen fertig zu werden. Aber in Kapitel 2 erfährst du, wie du diese veraltete, unproduktive und lästige Haltung überwinden kannst.

Meine früheren Bücher basieren alle auf persönlicher Erfahrung und wurden durch die Erlebnisse anderer, die meine Seminare besuchten, bereichert. Da ich mit 32 meinen Mann kennen lernte, musste ich mich bei diesem Buch auf Forschungsarbeit, Interviews und Beobachtung verlassen. Ich muss gestehen, ich war nicht besonders optimistisch, als ich mit dem Buch begann. Bei einem guten Freund heulte ich mich aus: „Ich bin jetzt fast fünfzig! Wie soll ich da, falls Tony etwas passiert, jemals wieder eine gute Beziehung finden? Jeder Mann, der mich interessiert, würde eine Dreißigjährige bevorzugen. Und ich könnte es ihm nicht mal verübeln.“

Zum Glück ließ ich dieses dunkle, tiefe Loch schnell hinter mir – durch die Gespräche mit vielen Frauen über vierzig, die die „perfekteste Beziehung aller Zeiten“ gefunden haben. Und jede, die das nachmachen will, kann das jetzt ebenso tun. Denn ich enthülle das Geheimnis dieser Frauen, wahres Glück zu finden, auch wenn sie gerade keinen Partner haben. Ich zeige euch das Geheimnis, wie ihr über vierzig die Beziehung eurer Träume finden könnt.

1
Das Geheimnis

Schon bevor ich mit dem Schreiben dieses Buchs begann, konnte ich all die Gründe aufzählen, warum Frauen über vierzig Schwierigkeiten haben, einen Partner zu finden. Hier eine Auswahl:

Männer wollen jüngere Frauen und können sie auch bekommen.

Die äußere Erscheinung von Frau welkt und verblasst, wenn wir altern.

Männer wollen Frauen, die sie formen können.

Frauen sind zu unflexibel.

Männer sind zu unflexibel.

Alle guten Männer sind vergeben.

Selbstbewusste, unabhängige Frauen schüchtern Männer ein.

Was auch immer der Grund sein mag, im Endeffekt kommt immer das Gleiche heraus: Jeder Mann, an dem wir interessiert sein könnten, ist entweder schon vergeben oder nicht an uns interessiert.

Nachdem ich mehr als 17 Jahre Männern wie Frauen bei der Suche nach einer Partnerschaft helfen konnte, schmerzte es mich, diese Resignation zu erleben, die Frauen über vierzig auf der Suche nach einer befriedigenden, erfüllenden Beziehung befällt. Also versuchte ich herauszufinden, was diese Frauen tun müssten, um jedes mögliche Hindernis zu überwinden und denselben Erfolg zu haben wie Frauen mit zwanzig oder dreißig.

Zum Glück brauchte ich nicht lange, eine große Zahl von Frauen über vierzig oder fünfzig mit großartigen Partnerschaften zu finden und ihr Geheimnis zu entschlüsseln. Was wissen sie, was andere nicht wissen? Und: Ist dieses Wissen übertragbar?

Es überraschte mich nicht, dass keine der befragten Frauen die Ansicht vertrat, man müsse die eigene Kraft, den eigenen Standpunkt, die eigenen Bedürfnisse und Interessen einschränken, um einen Mann zu finden. Und obwohl jede dieser Frauen körperlich attraktiv war, sah keine wie zwanzig oder wie Sophia Loren aus – und manche waren nicht einmal besonders schlank.

Gleich zu Anfang entdeckte ich drei ganz spezielle Qualitäten, die all diesen Frauen gemeinsam waren. Und das Gute dabei ist, dass jede Frau diese Qualitäten kultivieren und übernehmen kann, denn sie sind wertvoll, wünschenswert und bewundernswert. Hier die drei Qualitäten, die frau braucht, um eine perfekte Partnerschaft zu finden:

1 Die Qualität, zutiefst zu spüren, dass du dich als Person wirklich magst, schätzt und respektierst – mit anderen Worten: ein hohes Maß an Selbstbewusstsein;

2 Die Qualität, dass man Spaß mit dir haben kann, dass du Freude am eigenen Leben hast und es Spaß macht, mit dir zusammen zu sein;

3 Die Qualität, echte Freude an deiner Sexualität zu empfinden – nicht als Mittel, um einen Mann anzuziehen oder ihm einen Gefallen zu tun, sondern als einen der tiefsten Aspekte und Freuden, ein Mensch und eine Frau zu sein.

Nach weiteren Gesprächen und tieferen Einblicken in das, was da wirklich vor sich ging, erkannte ich allerdings, dass diese drei Qualitäten nur die äußeren Manifestationen des tatsächlichen Geheimnisses sind, das all diese Frauen teilten.

Was aber ist dieses große Geheimnis? Ganz bestimmt nicht die Verwandlung in die banale Sex-Tussi, nach der so manche Typen auf der Suche sind. Eine solche Verwandlung mag leicht sein im Vergleich zu dem, was wirklich nötig ist:

Das Geheimnis, mit vierzig – und in jedem anderen Alter – eine ideale Partnerschaft zu finden, ist: die Frau zu sein, die du schon immer sein wolltest.

In den meisten Fällen heißt das, ein glücklicher, sicherer, großzügiger, liebevoller, vollkommener, sinnlicher und schöner Mensch zu sein. Manche Frau wird dieses Ideal erreicht und kaum Schwierigkeiten gehabt haben, eine wunderbare Liebe zu finden. Andere von uns waren schon mal auf dem Weg, dieser Mensch zu werden; doch wurde die Entwicklung durch eine fordernde Karriere, die Herausforderungen der Elternschaft oder eine erfolglose Ehe unterbrochen. Oder wir wurden durch Fehlschläge in früheren Beziehungen oder in anderen Lebensbereichen so verletzt, dass diese Ziele im Alltag verkümmerten.

Eines aber ist sicher: Keine Frau hatte jemals die Absicht, bitter, zynisch, misstrauisch, gefühlskalt, verhärtet und physisch erschöpft oder verbraucht sein. Trotzdem machen viele Single-Frauen über vierzig, denen ich begegne, einen kalten und verbitterten Eindruck. Sicherlich haben die meisten allen Grund, so zu sein, und sie sehnen sich danach, über die Fehlschläge und Widerwärtigkeiten zu sprechen, die sie zu dem machten, was sie heute sind. Doch diese Einstellung bringt nicht weiter. Männer interessieren sich weder für solche Frauen noch für ihre leidvollen Geschichten. Vor allem aber sind solche Frauen nicht mehr das, was sie einst auf ihrem Weg zum Sein waren – der warmherzige, liebevolle Mensch, der sie heute immer noch sein wollen und auch sein könnten.

Es ist ein Glück und nur natürlich, wenn du die Fährte von damals heute wieder aufnimmst. Du bist einfach nur ehrlich zu dir. Und all deine Umwege und Fehler könnten dabei von Vorteil sein. Schließlich haben nur sehr wenige Frauen mit zwanzig deine Erfahrungen. Du siehst, das „große Geheimnis“ bedeutet nicht, dass du etwas tun musst, um einem Mann nachzujagen, ihm Fallen zu stellen und ihn schließlich einzufangen. Das Geheimnis ist, zu dir selbst zurückzufinden. Gelingt dir das, wird eine erfüllende Beziehung ein Extra-Gewinn sein, denn gewonnen hast du schon vorher.

Drei Schlüssel-Qualitäten

Da du jetzt das Geheimnis kennst, lass uns über die drei Schlüsselqualitäten reden, auf die du dich konzentrieren und die du entwickeln musst, wenn du dir wünschst, eine wirklich ideale Partnerschaft zu finden und lebendig zu erhalten.

Bei einem Abendessen mit fünf Männern, die meine eigenen Anforderungen für einen „dicken Fang“ erfüllten, sprach ich über diese drei Qualitäten. Ihre Antworten waren: „Bingo! Nita, da bist du auf Gold gestoßen. Das musst du deinen Frauen unbedingt erzählen. “ Und: „Ich würde wahnsinnig gern mit Frauen meines Alters ausgehen, aber mit ihnen macht es keinen Spaß. Es macht mich krank zu spüren, dass eine Frau nur Sex mit mir hat, um meine Bedürfnisse zu befriedigen. Ich wünsche mir, dass auch sie Freude daran hat.“

Über die drei Qualitäten habe ich seitdem mit mehr als hundert Männern gesprochen, und einhellig bestätigten alle, dass diese Qualitäten genau das ausmachen, was sie in einer Frau suchen.

Die Antworten von Single-Frauen über vierzig waren ebenso interessant. Die meisten Frauen reagierten beim Aufzählen der drei Qualitäten verlegen. Sie spürten, dass sie aufwachen und das Leben wieder genießen müssten, wenn sie einem Mann Freude bereiten wollten. Wie meine Freundin Claire sagte: „Als ich das gehört hatte, wurde mir klar, warum ich nicht ausgegangen bin. Ich habe die Typen beschuldigt, oberflächlich, narzisstisch und von Frauen eingeschüchtert zu sein. Aber in Wahrheit würde ich nicht mal mit mir selbst ausgehen.“

Zeit und Energie zu investieren, um diese drei Qualitäten zu entwickeln, wird sich höchstwahrscheinlich nicht nur bei der Suche nach einer echten Beziehung auszahlen, sondern auch in deinem Alltag, selbst wenn dir der Mann deiner Träume nie begegnen sollte. Es ist ein Spiel, das du nicht verlieren kannst.

Qualität 1: Dich kennen lernen. Und mögen lernen

Die allererste Qualität auf der Suche nach einer erfüllenden Partnerschaft in jedem Alter sind deine Gefühle dir selbst gegenüber. Fühlst du dich glücklich, selbstsicher, zuversichtlich, ist dieses Gefühl ansteckend. Spielst du aber die „Ich-Warte-Darauf-Abgewiesen-Zu-Werden-Frau“, spiegelt sich darin die Art und Weise, wie andere dich sehen. Und: Wenn du dich selbst nicht leiden kannst, wirst du wahrscheinlich auch nicht viel von einem Mann halten, der dich toll findet und wirst mit ihm auf lange Sicht keine erfüllende Beziehung leben können.

Ein gesundes Selbstbewusstsein bedeutet nicht nur, dich selbst zu lieben; es bedeutet auch, dass du dein Leben leidenschaftlich liebst, statt auf eine Beziehung zu warten, bevor du selbst aufgewacht und dein Leben zu leben begonnen hast.

Männer beschweren sich immer wieder darüber, wenn eine Frau ihr Leben völlig in die Hand des Mannes legen will. Sie wollen eine Frau, die von ihrem Leben begeistert ist und diese Freude und Begeisterung mit jemandem teilen möchte. Sie wollen keine Frau, die einen Mann sucht, der ihr Leben reglementiert. (Natürlich gibt es Männer, die bestimmen wollen, wie frau zu leben und was frau zu tun hat und die sie nach ihrer Vorstellung formen können. Aber an diesen Männern bist du sicher nicht interessiert.)

Geschiedene Frauen spiegeln diese Beschwerde oft, wenn sie erzählen, wie sie im Verlauf ihrer Ehe jeden Sinn für das eigene Selbst verloren haben. Um eine Beziehung lebendig zu erhalten, braucht man aber Stärke, sich durch die Liebe des anderen verändern und inspirieren zu lassen, was dem eigenen Wachstum und der eigenen Erweiterung zu Gute kommt – ohne sich dabei selbst zu verlieren. Du musst wirklich ein Gefühl der Sicherheit und des Wohlbefindens entwickelt haben, um jemand anderen in dein Leben einlassen zu können. Ich nenne es „du selbst zu sein“ – und das ist die Grundlage für gesundes Selbstbewusstsein.

Mein Ehemann Tony und ich reisten nach Marokko, um dort meinen 40. Geburtstag zu feiern. Wir stiegen in Marrakech im La Mamounia ab, einem früheren Art-deco-Palast, der heute ein Luxushotel ist. Viele Gäste sind Pariser, die über das Wochenende herüberkommen und den Großteil ihrer Zeit damit verbringen, sich am Pool zu sonnen – oben ohne. Obwohl wir die meiste Zeit damit verbrachten, Sehenswürdigkeiten zu besichtigen und die Wunder des Basars zu erkunden, landeten wir am späten Nachmittag oft am Pool. Und ich gestehe, dass mich die badenden Schönheiten mehr beeindruckten als Tony. Diese Französinnen waren weder jung noch versuchten sie, wie junge Mädchen auszusehen, aber sie besaßen wunderschöne, faszinierende Körper, jede Einzelne!

Am Tag meines Geburtstags deprimierte es mich mehr und mehr, die Parade dieser Frauen anzustarren. Hier stand ich: vierzig Jahre alt. Ich hatte mich 15 Jahre lang mit Diäten und Fitnessprogrammen herumgeschlagen, sah aber bei weitem nicht so aus wie eine dieser Frauen, noch hatte ich jemals so ausgesehen, und musste erkennen, dass ich auch nie so aussehen würde. Während ich mich mit jeder dieser Frauen am Pool verglich, entstand in mir das Gefühl, hässlich und wertlos zu sein. Und als ich mich weiter demütigte, wurde mein 40. Geburtstag kurzerhand zum übelsten Tag meines Lebens.

Dann begann ich mein Leben über den „Rand“ meiner Körperform hinaus zu betrachten. Es dauerte nur einen Moment, bis ich mit Dankbarkeit für das Leben zu erfüllt war, das ich habe. Allein der Gedanke an meine Familie genügte, mich beschenkter zu fühlen, als ich je zu hoffen gewagt hatte. Dann dachte ich an den Reichtum meiner Freundschaften, an die durchlebten Abenteuer, an die Orte, an die ich gereist bin; ich dachte an die Beiträge, die ich für andere leisten durfte, an meine vielen (zumindest für mich) erstaunlichen Leistungen, an all die Freude, die ich erlebt habe und die Liebe, die ich jeden Tag erfahren darf. Überwältigt von diesen wundersamen Erfahrungen erkannte ich, dass ich vierzig herrliche Jahre gelebt hatte. Ich konnte gar nicht fassen, wie wunderbar, erfüllt und glücklich mein Leben gewesen ist.

Ich stellte fest, dass ich auf der positiven Seite der Bilanz, genannt „mein Leben“, enormen Segen erfahren hatte, war aber bereit, all diesen Reichtum als wertlos zu erklären, nur weil ich sieben Kilo mehr wog, als mir lieb war! In dem Moment, in dem mich die Absurdität dieses Gedankens traf, erkannte ich auch, dass ich mein Leben nicht für mich selbst geführt hatte. Ich führte ein Leben, in dem ich etwas beweisen und andere beeindrucken musste. Meine Eltern waren längst tot, doch ich lebte in einem Haus ganz nach ihrem Geschmack, eines, das ihnen bewiesen hätte, wie gut ich meine Sache gemacht hatte. Meine Selbstverleugnung hatte sich auch auf manche Freunden und Kollegen übertragen, die, ohne es zu wissen oder gar etwas zu sagen, beeinflussten, wo ich lebte, welche Schulen meine Kinder besuchten, welche Kleidung ich als kultiviert zu betrachten hatte und so weiter. Ich konnte mich an nichts in meinem Leben erinnern, das nicht durch den Gedanken „Was denken die anderen darüber?“ gefiltert worden war.

An diesem Punkt angekommen, schrie es fast aus mir heraus: „Wessen Leben ist das eigentlich?“ Das war der Tag, an dem ich begann, mein eigenes Leben zu führen. Es war auch der Tag, an dem ich mich so akzeptierte, wie ich war. Es war der Tag, an dem ich anfing, mich wirklich zu mögen.

Einige Zeit später sah ich im Fernsehen ein Interview mit der Sängerin und Schauspielerin Bette Midler. Sie wurde gefragt, wie man sich in einer Umgebung fühlt, die von unglaublich schönen Frauen dominiert wird. Der Interviewer bat sie, sich im Vergleich mit all den schönen Frauen im Musikbusiness auf einer Skala von eins bis zehn zu bewerten. Ich erinnere mich nicht an die exakte Zahl, die sie nannte, aber es war eine Zahl am obersten Ende der Skala. Seitdem habe ich oft gedacht, dass dies die Antwort ist, die jede von uns geben sollte, nicht etwa, weil wir aufgeblasene Egos oder falsche Selbstbilder hätten, sondern weil wir uns unseres eigenen Werts und des Werts, den wir für die Menschen in unserem Leben besitzen, bewusst sind und ihn schätzen.

Qualität 2: Freude geben, Freude haben

Mir scheint, dass die Qualität, Spaß am Leben zu haben, bei Männern wie Frauen über dreißig so gut wie abgestorben ist. Ich kenne viele Menschen, die zufrieden und erfüllt sind. Ich kenne viele, die ihr Leben aus vollen Zügen genießen und große Freude aus Musik, guten Weinen, aus einem wundervollen Buch ziehen. Wenn ich Menschen frage, was sie tun, um Spaß zu haben, geht es normalerweise um Dinge zum Wohlfühlen, beispielsweise Sport treiben, Tagebuch schreiben oder kochen.

Auch mir gefällt es, Dinge zu tun, die mich befriedigen und mir gut tun, besonders, wenn ich sie dann von meiner Checkliste streichen kann – aber diese Erfahrung unterscheidet sich grundlegend vom Spielen und Spaß haben.

Erwachsene sind oft zu vernünftig, um Spaß zu haben, weil wir Spiel und Spaß damit verbinden, kindisch zu sein. Aber was ist falsch daran? Eine der Frauen, mit der ich mich unterhielt – sie ist über fünfzig und hat einen tollen Partner gefunden – ist ein Beispiel für solche Verspieltheit. Susan ist kultiviert und gediegen. Sie hat Geld, sie hat die Welt bereist, ist in den feinsten Häusern abgestiegen und ist an Komfort und ein gutes Umfeld gewöhnt. Jemand wie sie, die schon „überall gewesen“ ist und schon „alles erlebt“ hat, könnte ein durch und durch gelangweilter Snob sein – sie ist es aber nicht.

Susan hat nie Schwierigkeiten, die besten Männer zu finden, die mit ihr zusammen sein wollen. Ich weiß auch warum. Sie wollen aus genau demselben Grund mit ihr zusammen sein, wie ich es will: Susan ist der Hit. Sie hat ein Abo für die Oper, die sie leidenschaftlich gern besucht. Aber sie ist genauso schnell bereit, zum Zelten und Fischen zu gehen. Sie ist eine tolle Sportlerin. Sie ist zu fast jeder „Schandtat“ fähig. Und das Beste an Susan ist ihre Begeisterung, ihr ansteckender Enthusiasmus, ihre Freude. Nichts ist alltäglich, wenn man mit Susan zusammen ist – weil sie wie ein kleines Kind vom Leben selbst begeistert ist. Susan hat eine Menge Spaß, und jeder in ihrer Nähe hat ihn ebenso.

Jetzt grummle nicht. Selbst wenn du über Jahre keine Freude mehr hattest – sie wird nicht lange auf sich warten lassen. Achte einfach auf zwei Sachen: erstens auf Dinge, die dir ganz natürlich Freude machen. Und zweitens auf all die anderen Tätigkeiten – besonders auf die, die du tun musst.

Auf dem Pferd reiten hat mir schon immer Freude gemacht. Meine Freunde reißen oft Witze über „das alberne Grinsen, das Nita just in dem Moment überkommt, in dem man sie auf ein Pferd setzt“. Dabei ziehe keine „Show“ ab oder trainiere für einen Wettbewerb oder übe einen bestimmten Stil, obwohl es mir gefällt, Stunden zu nehmen, so oft ich kann. Ich habe keine Ziele, keine Ambitionen. Ich reite, weil es mir Spaß macht und weil es mir gefällt. Ich reite seit vielen Jahren und es ist jedes Mal das Gleiche: Selbst wenn in meinem Leben alles andere schief läuft, ich kann nicht anders, als glücklich auf dem Pferderücken zu sein. Das ist auch so, wenn ich Ski fahre und Liebe mache – immer dann, wenn ich nichts außer den Empfindungen des Augenblicks wahrnehme.

Suche dir also etwas, was dir so viel gibt wie mir das Reiten, etwas, das außerhalb deines Kopfs und des Alltagskrams deines Lebens stattfindet. Und denk daran, es geht nicht darum, dass etwas „gut für dich“ ist oder für deine Entwicklung. Es geht um die reine, unverfälschte Freude.

Als nächstes solltest du in allem, was du ohnehin schon tust, Spaß suchen, ganz besonders in den Dingen, die getan werden müssen. Es ist leicht, sich im Alltagsleben zu verstricken – arbeiten, Rechnungen bezahlen, Routinesachen erledigen – all die gewöhnlichen Dinge des Lebens regeln. Manchmal kann das Leben dann so beschwerlich erscheinen, dass sogar die Urlaubsplanung nur ein weiterer Punkt auf der „Ich-Muss-Liste“ ist. „Freude“ taucht auf der Tagesordnung überhaupt nicht auf. Der Grund dafür ist meist Vergesslichkeit. Wir vergessen nicht nur, dass wir Freude haben können, wir vergessen sogar, dass wir die Fähigkeit besitzen, dafür zu sorgen, dass Dinge Freude machen. Dafür braucht es nur eine kleine Änderung unserer inneren Haltung.

Ich gehe jeden Tag laufen oder mache irgendwelche Arten von Training. Laufen und Radeln sind kein Spaß für mich, auch wenn andere Spaß daran haben. Aber ich mag das Gefühl hinterher: die Gelassenheit und Zufriedenheit, die den Rest des Tages über anhalten – obwohl ich mich dreißig Jahre nie darauf gefreut habe, nach dem Aufwachen Laufen zu gehen. Trotzdem habe ich vier Marathonläufe mitgemacht und am Ende nicht nur das überwältigende Gefühl einer erbrachten Leistung gespürt. Ich habe sogar einen Weg gefunden, Spaß bei etwas zu haben, das nach den ersten paar Kilometern wie eine blöde Idee erscheinen mag. Ich stelle in 10-Kilometer-Intervallen jeweils einen anderen Freund auf, der von diesem Punkt an mit mir läuft. Sein/ihr Job ist nicht nur, mir Gesellschaft beim Laufen zu leisten, sondern allen Tratsch der letzten Wochen mitzubringen, um ihn mit mir auszutauschen. Ich kann gar nicht sagen, was für ein Riesenspaß die Marathonläufe inzwischen für mich geworden sind.

Beim letzten Marathon hatte meine Freundin Melissa die Ehre der letzten 10 Kilometer. Als sie sich mir anschloss, fragte sie nicht etwa „Wie geht´s?“ oder „Alles okay?“, sondern plapperte los: „Du glaubst gar nicht, was Laura Cheryl auf der Party letzte Woche erzählt hat.“ Das war das einzige Mal, dass mir beim Laufen vor Lachen fast die Luft wegblieb.

In meinen Gesprächen mit erfolgreichen Paaren sagten mir ausnahmslos alle, dass sie von Anfang an großen Spaß zusammen hatten. Doch du kannst nicht auf eine Beziehung warten, bevor du Spaß hast. Menschen wollen mit jemandem zusammen sein, der glücklich ist, mit dem man spielen kann, der sozusagen bereits am Ball ist. Es mag ja „cool“ sein, das Leben blasiert zu betrachten oder zu erhaben zu sein, um die einfachen, albernen Dinge würdigen zu können, aber diese Haltung ist nicht gerade anziehend.

Besonders berührt hat mich die Aussage eines Mannes, der auf die Frage, was er an älteren Frauen nicht mag, antwortete: „Ich hab die Nase voll davon, für Dinge bestraft zu werden, die andere Männer getan haben.“ Nichts ist ein größerer Spaß-Dämpfer, nichts ist weniger anziehend als Zynismus und Bitterkeit. Diese zwei „Dämonen“ werden wir in Kapitel 8 genauer behandeln.

Qualität 3: Sexualität genießen können

Welche Rolle die Sexualität auf der Suche und bei der Entwicklung einer dauerhaften Beziehung spielt, bespreche ich im 9. Kapitel ausführlich. Hier geht es mir darum zu zeigen, wie anziehend für Männer eine Frau ist, die mit ihrer Sexualität im Einklang steht und sie genießen kann. Ich spreche nicht davon, „verführerisch“ oder um jeden Preis „sexy“ zu sein.

Eine Frau, die ihre Sexualität genießen kann und Vergnügen daran hat, hat das, was sich Männer wünschen, ja ersehnen. Viele Frauen interpretieren das so, dass Männer unbedingt Sex wollen, was in gewisser Weise sogar stimmt. Richtiger aber ist, dass besonders Männer über 35 oder 40 keineswegs nur darauf aus sind, „flachgelegt“ zu werden.

Im Gespräch und bei der Arbeit mit Tausenden von Männern stieß ich immer auf eine Qualität, die ihre Wirkung auf Männer nie verfehlt – nämlich mit einer Frau zusammen zu sein, die „angetörnt“ ist und Vergnügen am Zusammensein mit diesem Mann hat. (Ein weiterer Punkt, der Männer wirklich anmacht, ist, einer Frau Vergnügen zu verschaffen.)

Nach meiner Erfahrung ist Sex ein Gebiet, in dem Männer selten Fehler machen. Mag sein, dass sie eine Art Rückmeldung oder Anleitung brauchen, aber ihre Absichten sind möglicherweise reiner als deine. Falls du eine Beziehung hattest, in der du Sex nur über dich ergehen ließest oder den Sex benutzt hast, um das zu bekommen, was du wolltest, oder nur deinen Partner zufrieden gestellt hast, hast du vielleicht etwas Nachholbedarf in diesem Bereich.

Diane erzählte mir, bei ihren sexuellen Erfahrungen spielten körperliche Empfindungen niemals eine Rolle. „Es wäre leicht, dies den Männern anzulasten und zu sagen, dass ich es nur mit Trotteln zu tun hatte. Das wäre unehrlich. Denn ausschlaggebend war mein Verhalten. Als ich als junges Mädchen anfing, Sex zu haben, befriedigte es mich, begehrt zu sein, mich attraktiv zu fühlen. Das war mir sehr wichtig. Ich dachte einfach, wenn ein Junge Sex mit mir wollte, würde er mich auch begehrenswert, liebenswert und schön finden. Heute ist mir völlig klar, dass Jungen in diesem Alter mit jeder Sex haben wollen. Doch wie wohl viele andere Mädchen befriedigte ich meine eigenen Bedürfnisse und Unsicherheiten durch das Verlangen eines Kerls. Ich bezweifle auch, dass ich damals körperlich und emotional reif genug war, Sex auf andere Weise genießen zu können, selbst wenn ich es versucht hätte. Deshalb wechselte ich ständig die Partner, und weil ich außerhalb von mir nach Selbstbewusstsein suchte, bekam ich nie genug davon. Als ich älter wurde, hatte ich zwar viele Erfahrungen, war aber in vielerlei Hinsicht noch Jungfrau. Einen Orgasmus hatte ich erst nach fünfzehn Jahren Sex.“

In Sharons Ehe war Sexualität etwas, das sie praktizierte, um die Spannung zu mindern, die sich in zwei, drei Wochen aufgebaut hatte. „Ich kann meinen Mann nicht dafür verantwortlich machen, er wollte mich weiß Gott zufrieden stellen, aber ich wollte es einfach nicht zulassen. Wegen anderer Probleme in unserer Beziehung wollte ich ihm diese Befriedigung nicht gönnen oder mich dem Vergnügen „ausliefern“. Nachdem ich das jetzt 20 Jahre so gelebt habe, kann ich mich nicht daran erinnern, dass Sex wirklich Vergnügen bringen kann. Um die Wahrheit zu sagen: Ich bin auch gar nicht daran interessiert.“

Was Sharon beschreibt, trifft auf viele Frauen in den späten Vierzigern und Fünfzigern zu. Wenn ich Frauen sage, dass die Fähigkeit, Sexualität genießen zu können, eines der Geheimnisse für eine erfüllende Partnerschaft ist, höre ich oft: „Ich muss Sex genießen können? Ich glaube, ich kann das nicht.“ „Ich habe kein Interesse an Sex, aber vielleicht sollte ich daran arbeiten. “ „Ich habe mein Interesse an Sex vor vielen Jahren verloren.“ „Sexualität ist für mich nicht mehr sehr wichtig.“ Und dabei erzählen mir alle Bücher, die ich über Sex gelesen habe, dies seien die besten Jahre einer Frau!

Vielleicht ist es nötig, das Thema Sexualität in deiner Vergangenheit aufzuarbeiten. Diese Arbeit lässt sich verkürzen, wenn du aufhörst, die Männer zu beschuldigen, und anfängst, deinen Anteil an dem Problem zu sehen. (Zu sagen, dein Anteil sei, sich die falschen Männer zu angeln, bedeutet immer noch, den Männern die Schuld in die Schuhe zu schieben.) Meiner Meinung nach haben die Frauen fleißig den Sex als Mittel zur Manipulation benutzt, um etwas anderes zu bekommen. So versäumten sie die Erfahrung, was Sex wirklich bieten kann. Doch dazu ist es nicht zu spät. Du musst nur die Neigung und Gewohnheit ablegen, Sexualität als ein Mittel zu benutzen, um etwas zu bekommen oder um zu manipulieren; und du musst erkennen, wie sehr du die Schönheit und Freude an der Sexualität missachtet hast.

An den „drei Qualitäten“ schätze ich einen Punkt besonders: Du brauchst kein Repertoire an verführerischen Spielchen und Kunststücken; du brauchst einfach nur du selbst sein und das Leben und deine Sexualität genießen. Diese Qualitäten kannst du entwickeln und vertiefen. Was noch wichtiger dabei ist: In dem Maß, wie du diese Qualitäten zulässt und lebst, wird dein Leben reicher und befriedigender – mit oder ohne Partner!

2
Sag die Wahrheit

Für die meisten von uns passt der Begriff Single nicht zu einer Person über vierzig. Wir denken dabei eher an einen aus der Generation X, an einen Twen, vielleicht auch an nette Menschen Anfang dreißig. Irgendwie passt Single nicht für eine vierzigjährige Frau oder gar jemanden über fünfzig.

Dies wurde mir schon beim Schreiben meines ersten Buchs (How not to Stay Single) und in meinen Seminaren bewusst. Ich schrieb dieses Buch für allein stehende Menschen über dreißig und dachte, es gelte für Vierzig-, Fünfzig- oder Sechzigjährige gleichermaßen. Doch meine Seminare werden hauptsächlich von Menschen zwischen zwanzig und dreißig besucht, unter die sich ein paar Leute über vierzig und sehr wenige Fünfzigjährige mischen. Der Grund: Obwohl sich viele Leute höheren Alters nach einer Beziehung sehnen, vermuten sie, dass weder das Buch noch das Seminar für sie bestimmt sind. Sie hören das Wort Single, fühlen sich aber – obwohl es ihren Status eindeutig beschreibt – nicht angesprochen. Sie identifizieren sich nicht mit „Single“; sie denken, dass ich von anderen spreche.

In den 15 Jahren, in denen ich Seminare gebe, kommt oft am Ende eine Frau über vierzig auf mich zu, um mich auf ihren „höchst speziellen“ Fall anzusprechen. Dieser Fall hört sich so an: „Ich war 21 Jahre verheiratet und bin frisch geschieden. Ich habe meinen Mann zu Beginn meines Studiums kennen gelernt und hatte seitdem keine Verabredung mehr. Ich habe keine Ahnung, was ich tun kann oder wie ich vorgehen soll. Ich weiß auch nicht, ob ich eine Beziehung will. Ich weiß nicht, ob das, was Sie gesagt haben, auch auf mich zutrifft, da meine Situation völlig anders ist.“

Das war eine ungewöhnliche Situation – vor dreißig Jahren! Heutzutage jedoch ist sie so normal wie die einer 21-Jährigen, die einen Partner sucht. Bei den Scheidungen sind heute rund 55% der Geschiedenen über vierzig oder älter. Du bist also nicht alleine. Du kannst von den Erfahrungen anderer profitieren und musst das Rad nicht neu erfinden. Allerdings: Du musst dasselbe tun wie jemand um die dreißig, der noch nie verheiratet war – du musst ausgehen, Leute treffen, Kontakte pflegen. Du musst dich verabreden. Und ob du es glaubst oder nicht, das fällt einer 28-Jährigen genau so schwer wie dir. Ich verspreche deshalb nicht, dass ich dir die Rückkehr in die Dating-Szene erleichtern kann. Aber in Kapitel 6 werde ich klar sagen, wie es funktioniert – sogar in deinem Alter!

Wenn du also über vierzig oder fünfzig oder sechzig oder siebzig und daran interessiert bist, eine erfüllende, leidenschaftliche, tiefe Beziehung zu führen, dann ist dieses Buch für dich – nicht für deine Tochter, nicht für deine Nichte. Für dich!

Ich will eine Beziehung!

Der erste Schritt auf der Suche nach einer Partnerschaft ist einfach. Er besteht darin zuzugeben, dass du eine Beziehung willst, und das schließt die Gewissheit ein, dass es völlig in Ordnung ist, eine Beziehung zu wollen.

Die meisten Singles, besonders Frauen, müssen mit ihrer Verlegenheit fertig werden, wenn sie eine Beziehung suchen. Früher wurden Frauen ohne Partner als unvollständig angesehen. Heute gibt es die Gegenreaktion: Die Aussage, dass du eine Partnerschaft suchst, wird gelegentlich als „Bedürftigkeit“, „Verzweiflung“ und „Unselbstständigkeit“ uminterpretiert. „Du willst eine Beziehung? Du scheinst mit dir nicht klarzukommen.“ „Du liebst dich wohl nicht genug, weil du jemanden brauchst, der dich liebt.“ „Frauen sollten lieber an ihrer Karriere oder anderen hohen Zielen arbeiten, als eine Beziehung zu suchen. Es wird ihren Qualitäten nicht gerecht, solch ein seichtes Ziel zu verfolgen.“ Wenn du also zugibst, du möchtest eine Beziehung, wird das zwangsläufig in „du brauchst eine Beziehung“ übersetzt, ob du willst oder nicht.

Zudem musst du dich auch auf verlegene Reaktionen in deiner Umgebung einstellen, wenn du mit über vierzig „auf der Suche“ bist. Carol, eine 54-jährige Freundin, teilte ihrem 30-jährigen Sohn mit, dass sie eine Partnerschaft eingehen wolle und beschlossen hatte, sich zu verabreden. „Es war, als hätte ich gesagt, ich wolle eine Karriere als Oben-ohne-Tänzerin beginnen! Einen so angeekelten Blick hatte ich bei meinem Sohn lange nicht mehr gesehen. Ich erinnerte mich deutlich: Es war derselbe Blick, den er als Neunjähriger draufhatte, als er sah, dass sein Vater und ich diese Sache machten, die Babys produziert. Er war böse auf mich, weil ich mich in meinem Alter allen Ernstes mit solch einem Unsinn abgab. “

So, wie den „zu jungen“ ein bestimmtes Benehmen verboten wird, dürfen Frauen ab einem gewissen Alter keine Leidenschaft erleben oder flirten. Frauen fühlen sich meist genötigt zu beweisen, was für ein erfülltes, volles Leben sie geführt haben. Männer dagegen können in jedem Alter sagen, dass sie eine Beziehung wollen, ohne schief angesehen zu werden. Das ist kaum der Erwähnung wert und wird nicht ernster genommen als die Ankündigung, zukünftig Golf spielen zu wollen.

Als erster Schritt sollte dir also der Wunsch nach einer Beziehung klar werden. Vergiss dabei, was irgendjemand über dieses Thema zu sagen hat. Die Tatsache, dass du jemanden lieben und geliebt werden willst, hat nichts Peinliches. Es schmälert weder deine Leistungen noch die anderen Werte deines Lebens. Eine Beziehung zu wünschen, ist etwas sehr Intimes, sehr Persönliches und steht keineswegs im Widerspruch zu Beruf und Karriere. Die Qualitäten von Liebe und Getragensein, die eine Partnerschaft mit sich bringt, haben mich in meinem beruflichen Fortkommen wie auch in meinen zwischenmenschlichen Beziehungen sehr unterstützt. Egal, wie anspruchsvoll, befriedigend und erfüllend dein Beruf sein mag, er kann niemals den Platz in deinem Herzen und deiner Seele einnehmen, den eine Beziehung einnimmt. Erfüllung in einer Beziehung zu wünschen, dein Leben mit jemandem teilen zu wollen, ist deine Wahl. Wenn du das willst, sollte dich auch nichts davon abhalten, es zu bekommen.

Wenn du also eine Beziehung willst, hör auf, verlegen zu sein und dich zu rechtfertigen, nur weil du dir etwas ganz Natürliches, Normales wünschst. Wenn du aber keine Beziehung willst, ist das genauso völlig in Ordnung. Meine Frage ist dann nur, warum verschwendest du deine Zeit damit, dieses Buch zu lesen?

Hier ein paar Antworten von Frauen, die ich fragte, ob sie eine Beziehung wollen: „Ich weiß nicht, ob ich wirklich eine Beziehung will, ich habe mich schon so daran gewöhnt, allein zu sein.“ „Meine Ehe hat mich für jede Beziehungsfähigkeit ruiniert, aber ich dachte, ich lese dieses Buch für alle Fälle.“ Hier meine Lieblingsantwort: „Ich lese das Buch nur für meine Tochter (Freundin, Schwester oder Friseurin).“ Die Wahrheit ist aber wohl: Du hast nicht resigniert. Und darüber bin ich froh, denn ich weiß, dass du das bekommen kannst, was du willst.

Nochmal: Wichtig ist, dass dir dein Wunsch nach einer Beziehung nicht peinlich ist, denn Verlegenheit behindert deine Fähigkeit, eine zu finden. Wenn du eine Wohnung suchst, ziehst du wahrscheinlich alle verfügbaren Register. Du wirst deine Freunde bitten, nach Anzeigen in der Zeitung und im Internet zu suchen. Du könntest zu einem Makler gehen oder selbst ein Inserat aufgeben. Wäre dir diese Situation peinlich, würde dich das wahrscheinlich davon abhalten, alle verfügbaren Möglichkeiten zu nutzen – und das würde die Auswahl und Effizienz auf der Suche nach einem guten Platz zum Leben stark einschränken.

Wenn du aber glaubst, der Wunsch nach einer Beziehung sage nichts Peinliches oder Negatives über dich aus, nutzt du wahrscheinlich die besten Möglichkeiten. (Apropos – genau wie bei der Wohnungssuche gibt es entsprechende Hilfsmittel bei der Partnersuche. Es würde mich nicht überraschen, wenn die Single-Industrie eines Tags noch größer und vielfältiger wäre als das Immobiliengeschäft.)

Frauen begründen mir ihre Beziehungslosigkeit oft mit zu hohen Erwartungen. Sogar ihre Freunde beklagen sich, sie seien zu pingelig. Meine Antwort überrascht sie meist, hilft ihnen aber auch nicht aus der Patsche. Ich sage ihnen nämlich, dass sie durchaus pingelig sein und zu ihren hohen Erwartungen stehen sollten. Meine Güte! Du hast doch nicht an dir gearbeitet, bist durch all die Abenteuer, Lehren und Erfahrungen deines Lebens gegangen und hast ein volles Leben geführt, nur um jetzt alles für irgendeinen Typen hinzuschmeißen, der dich langweilt, Chaos ins Haus bringt und dir nicht die geringste Anerkennung zeigt. Im Gegenteil, ich hoffe, dass du deine Maßstäbe extrem hoch ansetzt. Ich bin überzeugt: Wenn das Zusammensein mit jemandem dein Leben nicht um ein Vielfaches bereichert, dann lass es. Es ist allemal besser, alleine zu sein, als zu wünschen, du wärest es.

Wissen, was du willst

Was suchst du in einer Beziehung? Wenn ich das frage, höre ich normalerweise zuerst das, was frau nicht sucht – und das ist meist alles, was in der letzten Beziehung schief gelaufen ist. Wiederhole ich die Frage, wird mir eine Liste von Eigenschaften präsentiert, die ein Mann zu erfüllen hat, in der Regel eine Liste seichter Anforderungen, wie Größe, Gewicht, Beruf, Religion, An- oder Abwesenheit von Gesichtsbehaarung oder finanzielle Aspekte.

Ich will das, was du in einem Mann suchst, nicht schlecht machen, doch das beantwortet meine Frage nicht: Was erwartest du von einer Beziehung?

Bei Gesprächen über die Frage, was Beziehungen über vierzig besser mache, antwortete mir jede Frau, sie wüsste, was sie wolle und bekäme es jetzt auch. Keine einzige sagte etwas über die Farbe seiner Augen. Stattdessen sagten alle, dass sie mit einem Mann zusammen sein wollten, der sein eigenes Leben führt, seinen eigenen Interessen nachgeht, statt sich von einer Frau abhängig zu machen, um ein erfülltes Leben zu führen. Sie wollen gar nicht unbedingt einen Mann, dessen Interessen sie uneingeschränkt teilen, sondern einen, der „sein Leben lebt“. Die befragten Frauen wünschten sich einen Mann, von dem sie sich bereichert und unterstützt fühlen, einen Mann, der Karriere und Hobbys ermutigt und – ganz wichtig – die Beziehungen zu Freunden und Familie mitträgt. Sie wollten einen Mann, der mit ihnen zusammen sein möchte, der weder eifersüchtig ist noch all ihre Zeit beansprucht. Sie sehnten sich nach Qualitäten wie Aufrichtigkeit, Fähigkeit zu Intimität und Nähe und wünschten sich, sein Leben, seine Gedanken und Träume zu teilen.

Wenn du also pingelig sein willst, was ich sehr empfehle, dann brauchst du die größtmögliche Auswahl von Männern, mit denen du dich triffst und unter denen du wählen kannst. Und um mit vielen Männern ausgehen zu können, musst du noch viel mehr Männer treffen, weil du kaum mit jedem Mann, der dir begegnet, ausgehen wirst. Du musst jede sich dir bietende Gelegenheit nutzen, und das funktioniert nur, wenn du dich nicht für das schämst, was du willst.

Das klingt nicht unbedingt ermutigend, aber die gute Nachricht ist: Als erstes musst du begreifen, dass du, wenn du eine Beziehung suchst, sie auch finden kannst. Ich meine damit keinen neuen „Begleiter“, sondern wahre Liebe und Leidenschaft, eine Beziehung, für die es lohnt, sich einzusetzen, zu kämpfen – eine Partnerschaft, besser als jede, die du bisher erlebt hast.

Es ist deshalb nötig, die Bühne zu betreten. Denn wenn du über deine Möglichkeiten nur hinter der Bühne grübelst, die Wetter- und Konjunkturprognosen studierst, die Konkurrenz analysierst und die Regeln des Spiels diskutierst, wirst du älter und älter – und das wird das einzige sein, das sich ändert.

3
Die Tatsachen sehen

Bevor du konkrete Schritte gehst, um dich auf die Suche nach einem Partner zu machen, musst du lernen, mit dem Thema klar zu kommen. Denn es ist anders, sich in unserem Alter zu verabreden. Obgleich viele Dinge besser sind, gibt es auch viele Nachteile und Einzelheiten, die du dir bewusst machen solltest.

Tatsache 1: Einfach ist´s nicht. Und keiner hat Lust auf das Spiel

Frauen sagen mir oft, sie wollten zwar eine Beziehung, hätten aber überhaupt nichts für die „Ausgeh-Szene“ übrig. Das sei einfach nicht ihr Ding, sie fühlten sich in diesem Umfeld nicht wohl. Was für eine geniale Perspektive! Die Wahrheit ist, niemand hat Lust auf dieses Spiel; niemand fühlt sich toll dabei oder denkt, dass es sich um eine Mordsgaudi handelt. Ich habe bisher noch von keiner gehört: Oh, eine Verabredung, wie schön! Nichts, was ich lieber täte, als mich aufzutakeln, einen Fremden zu treffen und mich von ihm binnen 30 Sekunden beurteilen und zurückweisen zu lassen. Oder, noch besser, den Abend mit jemandem zu verbringen, der mir vorheult, wie sehr ihn seine Ex abgezockt hat und ob es mir etwas ausmacht, die Rechnung für das Abendessen zu zahlen!

Die einzigen Menschen, von denen ich weiß, dass ihnen ein Blind-Date Spaß machen könnte, sind verheiratet und hatten seit zehn, zwölf Jahren keine Verabredung mehr. Sie glauben, man hätte dabei jede Menge Romantik und „Action“ zu erwarten, in Wahrheit aber haben sie vergessen, wie es war.

Eine Beziehung ohne Verabredung haben zu wollen, ist gleichbedeutend mit dem Wunsch, ohne Arbeit bezahlt zu werden. Es ist schon in Ordnung, diesen Wunsch zu hegen, aber er ist unrealistisch. Wo wir schon über Bequemlichkeit sprechen: Viele Frauen sind nicht bereit, ihre „Sicherheitszone“ zu verlassen, was so viel heißt wie: sie wollen nichts unternehmen, bei dem sie sich unbehaglich fühlen. Soweit ich mitreden kann, bedeutet Bequemlichkeit, in lockerer Kleidung zu Hause ein Video anzusehen oder ein Buch zu lesen und dabei etwas zu knabbern. Das bedeutet Bequemlichkeit, und fast alle anderen Unternehmungen sind ungemütlich. Wenn du also auf eine behagliche, gemütliche Verabredung bestehst, bevor du einen Versuch wagst, wird sie nie stattfinden.

Für mich war es alles andere als lustig, einen Partner zu finden. Kein einziges Mal war mir danach, auszugehen und neue Männer kennen zu lernen. Kein einziges Mal! Aber genauso wie ich jeden Tag meine Gymnastik durchziehe, zwang ich mich, drei Mal die Woche auszugehen. Das bedeutet Disziplin. Du fragst, war es das wert? Willst du mich auf den Arm nehmen? Ich denke nie an diese grausigen Verabredungen zurück oder an den Schmerz der Ablehnung. Das ist wohl dem ähnlich, was ich über Geburten gehört habe: Irgendwie vergisst man über dem Staunen und der Liebe zum Kind den Schmerz.

Tatsache 2: Du musst aktiv werden

Eines der größten Hindernisse bei der Partnersuche ist die Vorstellung, dass du nichts dazu beitragen müsstest. Eine verbreitete Weisheit besagt, dass man dann jemanden kennen lernt, wenn man es am wenigsten erwartet und nicht sucht, sondern auf etwas völlig anderes konzentriert ist. Das ist ein völliger Trugschluss, ein Mythos, ein Märchen. Mag sein, dass so etwas als Stoff für romantische Romane und Filme taugt, aber die Realität sieht anders aus.

Vor Jahren ging in den USA eine Harvard/Yale-Studie durch alle Zeitschriften und Fernsehsendungen. Das Ergebnis der Studie war so schockierend, dass es in derselben Woche die Titelseiten von Time und Newsweek zierte. Hauptaussage war, dass eine Frau über vierzig größere Chancen hätte, von Terroristen entführt als geheiratet zu werden. Diese Nachricht stürzte einen guten Prozentsatz von Frauen nebst deren Müttern in tiefe Depression und machte aus meinem ersten Buch einen Bestseller. Trotz gestiegener Verkaufszahlen konnte ich die Schlussfolgerungen der Studie nicht recht glauben, machte mich an die Arbeit und las die vollständige Studie durch. Dort fand ich wichtige Informationen, die die Medien einfach übergangen hatten. Die Studie führte aus: Wenn eine Frau keinerlei Maßnahmen ergriff,, um einen Partner zu finden, und nur darauf wartete, dass etwas geschehen würde, würden ihre Chancen auf eine Heirat tatsächlich gegen Null tendieren.

Trotzdem hält sich die Idee, dass tolle Beziehungen „per Zufall“ zustande kommen, und dieser Irrglaube hindert dich daran, einen Partner zu finden. Erfolgreiche Verkäufer sprechen nicht davon, dass ihre Gelegenheit kommt, „wenn die Zeit reif ist“. Banker oder Börsenmakler werden kaum berichten, sie fänden die besten Möglichkeiten zur Kapitalanlage, während sie „gar nicht danach suchten“. Führungskräfte überlassen den Erfolg ihres Unternehmens nicht einfach dem „Zufall“. Trotzdem glauben viele Menschen genau derselben Personengruppen, eine Beziehung würde einem „zufallen“, auch wenn sie sich nicht auf dieses Ziel konzentrieren. Das ist auch der Grund dafür, weshalb so viele Leute, die im Berufsleben erfolgreich sind, im Liebesleben keinen Erfolg haben.

Dass Planung, Beharrlichkeit, Zeit und harte Arbeit erforderlich sind, wenn wir es zu etwas bringen wollen, verstehen wir, denken aber, dies sei bei der Suche nach einer Beziehung nicht nötig. Wir sind fasziniert von der Idee, dass das Schicksal uns zur richtigen Zeit an die richtige Stelle setzt, um unserer großen Liebe über den Weg zu laufen. Wir denken, wenn es uns „vorbestimmt“ ist, werden wir jemanden treffen, während wir mit dem Hund Gassi gehen oder eine falsche Telefonnummer wählen.

Einfach nichts zu unternehmen, um jemanden kennen zu lernen, funktioniert ganz gut, solange man jung ist. Unbemerkt ereignete sich in unserer Schulzeit eine ungeheure Menge sozialer Kontakte. Zudem waren die meisten Menschen, denen wir begegneten, gleich alt und allein stehend. Um jemandem zu begegnen, musstest du dich lediglich zeigen. Selbst das Lernen bot Gelegenheit, soziale Kontakte zu pflegen. (Warum hast du dich zum Lernen in die Bibliothek gesetzt? Weil es dort so ruhig war?) Du hast von morgens bis abends neue Leute kennen gelernt und, siehe da, als du es am wenigsten erwartetest und mit etwas ganz anderem beschäftigt warst, materialisierte sich auf magische Weise eine Beziehung.

Heute gehst du zur Arbeit, kommst nach Hause und fragst dich, warum sich Beziehungen nicht genauso spontan ergeben wie sie sollten. Du wartest auf den Tag, an dem du eine Nachricht auf deinem Anrufbeantworter vorfindest: „Hallo, ich bin der Eine. Bitte ruf mich schnell zurück.“ Oder vielleicht ist ja der Briefträger der Froschkönig, auf den du gewartet hast! Wenn du dir dein bisheriges Leben genau anschaust, muss es sich ja fast so abspielen.

Ein weiterer Punkt, weshalb sich Beziehungen früher scheinbar leichter entwickelten, ist, dass du ihnen weniger Bedeutung zugemessen hast als heute. Du warst offener. Du sagtest nicht von vornherein: „Ich kann doch nicht mit jemandem aus dem Englischkurs ausgehen! Es könnte schief gehen, und dann sitzen wir bis zum Ende des Semesters zusammen.“ Sich auf einen Kaffee zu treffen hieß, sich auf einen Kaffee zu treffen, aber nicht, darauf zu hoffen, den Rest des Lebens nie mehr allein zu sein. Kein Wunder, dass sich Beziehungen auf diese Art „zufällig“ ergaben.

Natürlich sind wir fast alle Romantiker. Unsere Kultur lehrt uns, dass Liebe etwas Magisches sein sollte und nichts, das wir steuern müssten. Jede von uns kennt ein oder zwei Menschen, auf die das zutrifft, und schon bekommt dieser Mythos neue Nahrung. Doch während du darauf wartest, dass dir das Schicksal jemanden vorbeischickt, verbringst du viele Nächte auf ziemlich unromantische Art, nämlich allein. Mag sein, dass du es nicht gern hörst, aber es ist – rein statistisch – eine Tatsache, dass zu Hause bleiben und nichts zu unternehmen kein besonders erfolgreicher Weg ist, um Menschen kennen zu lernen.

Ist denn die Art, wie du jemanden triffst, wirklich so wichtig? Ist es nicht viel wichtiger, dass deine Beziehung romantisch und magisch ist, nachdem du jemanden getroffen hast? Wir vergessen meist, dass viel von der Romantik einer Beziehung in der Geschichte zu finden ist, weniger in den Umständen. Bist du erst einmal verliebt, wird sich die Tatsache, dass ihr euch durch ein persönliches Inserat kennen gelernt habt, genauso romantisch anhören und ein weiterer Bestandteil deines Mythos werden.

Also: Du musst ausgehen und etwas unternehmen – nicht erst, wenn dir danach ist, nicht erst, wenn du Zeit dazu hast, nicht erst, wenn du etwas Gewicht verloren hast oder dein Haar ausgewachsen ist – sondern JETZT.

Tatsache 3: Verabredungen und eine Beziehung finden
sind ab vierzig anders

Wenn Menschen vierzig sind, wird eine Partnerschaft kaum von dem Instinkt getrieben sein, eine Familie zu gründen und eine gemeinsame Existenz aufzubauen. Mit vierzig haben sich die meisten Menschen längst im Beruf etabliert und haben wahrscheinlich Kinder, was sie oft irgendwie auf diese beiden Lebensaspekte begrenzt. Es wird ihnen zum Beispiel nicht mehr so leicht fallen umzuziehen oder auch nur die gleichen Termine wie die Person zu haben, mit der sie sich treffen. Das nötige „Angleichen“ von Leben kann also mit 48 viel komplizierter sein als mit 25.

Neben all den anderen Schwierigkeiten, eine Beziehung aufzubauen und die Hindernisse zu Nähe zu überwinden, ist normalerweise noch viel mehr an „Logistik“ zu regeln. Eine meiner Freundinnen verliebte sich vor kurzem in einen Mann, der von ihr aus gesehen auf der anderen Seite des Landes lebt. Dabei haben sie Glück, denn beide müssen beruflich viel von Küste zu Küste reisen. Obwohl sie in derselben Stadt leben könnten, macht es ihnen Freude, den anderen am eigenen Zuhause, an der Familie und dem lieb gewonnenen Umkreis, dem sie sich verbunden fühlen, teilhaben zu lassen. Meine Freundin war mehrere Wochen lang nicht in ihrer Wohnung gewesen und hatte bei ihrem Freund gelebt. Als sie dann mitsamt Freund zurückkehrte, rannte sie den ganzen Tag in ihrem Haus herum, hantierte mit ihren Sachen und beanspruchte ihren eigenen Platz. Ihr Freund sah es und bemerkte trocken: „Dir gefällt es sehr in deinem Zuhause, stimmt´s?“ Selbst wenn also die „Logistik“ einigermaßen leicht zu handhaben ist, bereitet es immer noch Schwierigkeiten, eine weitere Person zu integrieren.

In unserem Alter eine Beziehung wachsen zu lassen, ist es etwas anderes, und so sollte es auch sein. Ganz sicher hat sich in den letzten zwanzig Jahren deines Leben etliches ereignet; Neues ist entstanden und hat sich entwickelt. Alle sprechen ständig über den Ballast, den Menschen mit in ihre Beziehungen einbringen. Ich weiß eigentlich nicht, warum man hier die negative Bezeichnung „Ballast“ wählt. Für mich bedeutet „Ballast“, dass dieser Mensch gelebt und geliebt, Erfahrungen, Probleme, Situationen und Beziehungen angesammelt hat. Ich bin der Meinung, dass das gut ist. Ein Mann, der sein Leben gelebt hat, bevor er mich getroffen hat, ist viel interessanter als einer, der auf mich gewartet hat, damit ich ihn aus seinem Dornröschenschlaf wecke.

Mir gefällt es, wenn mir eine Frau von ihrer neuen Beziehung erzählt und wie sich alles verzögert, weil der Mann soviel „Ballast“ mit sich herumschleppt, den er erst „loswerden“ muss. Ich bin immer wieder neugierig zu erfahren, wie das denn gehen soll. Mit Hypnose? Durch eine Hirnresektion? Ich rate Frauen, die einen Mann ohne „Altlasten“ möchten, sich mit einem Zwölfjährigen zu verabreden, denn andernfalls ist die Lage ziemlich hoffnungslos. Und, nebenbei bemerkt, wie viele von euch sind frei von eigenen „Altlasten“?

Es ist nicht nur anders, sich in unserem Alter zu verabreden und einen Partner zu finden, es sollte auch besser sein. Wie bei einem guten Wein entfalten sich Bukett, Geschmack und all die Feinheiten erst im Laufe der Zeit.

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Yaş sınırı:
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Litres'teki yayın tarihi:
23 aralık 2023
Hacim:
210 s. 1 illüstrasyon
ISBN:
9783945574140
Yayıncı:
Telif hakkı:
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