Kitabı oku: «Der Jungbrunnen des Dr. Shioya»


Titel der Originalausgabe:
»The Power of living freely«
by Sunmark Publishing, Tokio, Japan
Aus dem Japanischen von Dr. Monika Wacker
Deutsche Ausgabe: © KOHA-Verlag GmbH Burgrain
Alle Rechte vorbehalten
Lektorat: Eva Boettler und Delia Rösel
Gesamtherstellung: Karin Schnellbach
ebook
ISBN 978386728-761-6
Inhaltsverzeichnis
Vorwort zur deutschen Ausgabe
Entwicklung und Anwendung der Methode
Die Kraft der Vorstellung
Die unerschöpfliche Kraft des Universums
Atmen ist nicht gleich Atmen
Die Lebensstrahlen
Geistig-philosophischer Hintergrund
Die kommende Zeit der Veränderung
Die genaue Beschreibung der Methode
Statt eines Nachwortes
Vorwort zur deutschen Ausgabe
Auch wenn man dieses Buch rein als einen Ratgeber für Gesundheit und die Erfüllung der Wünsche lesen und benutzen kann, so ist es doch mehr, und das liegt an der Persönlichkeit von Nobuo Shioya. Es ist etwas Seltsames um dieses Buch: Ich könnte es am ehesten so beschreiben, dass der Geist von Dr. Shioya aus diesem Buch und unsichtbar durch dieses Buch spricht und die Leserin, den Leser im Innersten berührt und an die Stille im Inneren erinnert. So ist es mir beim Lesen immer wieder geschehen, dass ich in einem Satz versank und in einen Raum der Stille gelangte. In diesen weiten Raum der Stille gelangt man übrigens auch ganz leicht, wenn man die Atemübungen praktiziert, besonders wenn man sich ein paar Atemzüge lang nicht auf eine Visualisierung konzentriert, sondern nur zuschaut, was diese Atemübung in einem selbst auslöst.
Vielen von Ihnen ist Dr. Shioya bereits aus den Büchern von Masaru Emoto, dem Wissenschaftler, der die Wasserkristalle fotografiert hat, bekannt, denn Dr. Shioya leitete 1999 die Zeremonie am Biwa-See, an der mehrere hundert Menschen teilnahmen und für den Frieden und die Reinigung des Wassers beteten. Masaru Emoto erzählt, dass Nobuo Shioya derjenige gewesen sei, der ihn für die spirituelle Dimension geöffnet habe, in ihm den Funken gezündet und ihn viel über frühere Leben und die geistige Welt gelehrt habe. Auch wie wichtig und dringlich es ist, sich für den Frieden einzusetzen, hat er erst durch Dr. Shioya begriffen.
Den Weltfrieden, den »Großen Frieden«: In uns, auf der Erde und im Himmel – diesen Frieden zu erreichen – das ist die Mission von Dr. Shioya. Er ist Arzt, Philosoph und Weisheitslehrer.
Nobuo Shioya wurde 1902 in Japan geboren. Da er als Kind sehr schwächlich war – man glaubte nach seiner Geburt nicht, dass er überleben würde und seine Jugend war geprägt von schweren Erkrankungen – suchte er intensiv nach Wegen zur Gesundheit. Dies brachte ihn dazu, den Beruf des Arztes zu ergreifen, er wollte sich und andere heilen. Schon in seiner Schulzeit begann er, verschiedene Atemtechniken auszuprobieren und konnte damit eine Verbesserung seines Zustandes erreichen.
Später, als promovierter Arzt, verband er die Methoden der westlichen Medizin, die er studiert hatte, mit denen der östlichen Tradition: Er heilte auch durch Handauflegen und Fernheilungen.
Bei der Arbeit am Patienten begann er Visualisierungen einzusetzen: Er stellte sich den Menschen als geheilt vor und erkannte, dass er damit den Heilungsprozess beschleunigen konnte.
Aus dieser Art der Visualisierung und seiner besonderen Atemtechnik schuf er eine einzigartige, sehr wirksame Gesundheitsmethode. Es geht darum, »durch die schöpferische Kraft der Gedanken und der richtigen Atmung, die unerschöpfliche Kraft des Universums zu aktivieren und zu bündeln«.
Mit dieser Methode gelang es ihm, sich selbst zu heilen und zu verjüngen, sodass er mit Recht von sich behaupten kann, dass er ab seinem 60. Lebensjahr immer jünger und gesünder geworden ist. Seiner Ansicht nach ist der Mensch genetisch dafür angelegt, ein Alter von 100 Jahren zu erreichen, und zwar in voller Gesundheit.
Wenige Jahre nachdem er seine Tätigkeit als Arzt beendet hatte, an seinem 91. Geburtstag, überlegte er sich, dass dieses, sein langes und vitales Leben doch einen Sinn haben müsse, der über den »Eigennutz« hinausgehe, und er erkannte, dass es seine Aufgabe ist, seine Gesundheitsmethode einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen.
Er sieht sich lediglich als einen Vorreiter – er sagt, wir können das Gleiche erreichen, indem wir diese Methode praktizieren, die er entwickelt hat. Sie hilft bei gesundheitlichen, zwischenmenschlichen, beruflichen und vielen anderen Problemen – in allen Bereichen, in denen wir eine Veränderung zum Positiven erreichen wollen. Zudem hat sie den Vorteil, einfach zu sein und nicht viel Zeit zu beanspruchen. Dr. Shioya gibt dem Einzelnen das Werkzeug an die Hand, mit dem er seine persönlichen Umstände verbessern kann, selbst die Verantwortung für sein Leben übernehmen und somit in Freiheit leben kann.
Um Ihnen ein lebendiges Bild von Dr. Shioya zu vermitteln, hier der Bericht von Konrad Halbig, der ihn im Frühsommer 2002 besuchte.
»Ich fuhr zu Dr. Shioya in Begleitung eines Schülers von ihm, eines 80-jährigen Yogalehrers. Ich fand, dass der 80-jährige Yogalehrer genauso fit war wie ich (ich bin 50 und sehr fit), und während der Zugfahrt erzählte er mir viele unglaubliche Geschichten darüber, was mit der Methode von Dr. Shioya erreichbar ist: Ein langes Leben in Gesundheit, Vitalität, Sexualität bis ins hohe Alter und vor allem – man kann starke Heilkräfte entwickeln.
Dr. Shioya wohnt mit seiner Frau in einem Seniorenheim – ich war erstaunt, denn für mich war es eher ein großzügig angelegtes Hotel, direkt am Meer – jeder Bewohner hat sein eigenes Apartment mit herrlichem Meerblick. Als wir ankamen, wurden wir sehr freundlich von Herrn Dr. Shioya und seiner Frau begrüßt und tranken zuerst in aller Ruhe Tee, genossen die Aussicht und die Ruhe, die Dr. Shioya ausstrahlt. Doch rasch kamen wir in ein interessantes Gespräch. Ich erzählte ihm, dass ich während der Fahrt zu ihm seine Atemübungen bereits praktiziert hatte, und dass ich selbst seit fünfzehn Jahren Atemlehrer bin und Rebirthing unterrichte. Sofort musste ich ihm verschiedene Atemübungen aus dem Rebirthing demonstrieren. Daraufhin zeigte er mir seine Atemübungen. Je länger wir redeten, desto aktiver wurde er. Er erzählte, dass er mit 92 Jahren noch einen japanischen Golfmeister besiegt hat und dass er vor vier Wochen (zwei Monate zuvor war er 100 Jahre alt geworden) auch ein Golfturnier für Senioren gewonnen hat.
Später erfuhr ich zu meinem Erstaunen, dass seine Frau bereits 95 Jahre alt war, ich hatte sie auf höchstens 75 geschätzt.
Dr. Shioya hat eine ganz besondere Ausstrahlung. Er hat mich zutiefst beeindruckt – seine Ruhe, seine Klarheit und sein Temperament. Nach gut drei Stunden lebhaftester Unterhaltung begleitete er mich zum Ausgang, sein Gang war langsam, aber mühelos und aufrecht.«
Dr. Shioya zeigt uns einen Weg, wie wir unser Leben verbessern und Frieden für uns und die Welt erschaffen können.
Delia Rösel
Entwicklung und Anwendung der Methode
Ich werde Inhalt und Praxis der schöpferischen Kraft der Gedanken und der richtigen Atmung ausführlich im Anhang beschreiben, an dieser Stelle also nur eine Kurzbeschreibung:
Das wichtigste Charakteristikum liegt darin, dass die Methode aus den beiden Aspekten einer Bauchatemtechnik (angepasster Atem) und der richtigen Verwendung des Herzens (aufrichtiger Geist) besteht:
1. Durch die Bauchatmung wird Sauerstoff und Lebensenergie bis in die letzten Winkel des Körpers hereingeholt.
2. Um tagtäglich ein frohes, konstruktives Leben zu führen, setzt man seinen Geist richtig ein.
Zur Erfüllung der eigenen Wünsche stellt man sich deutlich vor, dass es »auf jeden Fall so eintrifft« oder »so sein muss«, und visualisiert den Erfolg.
Durch die Kombination dieser Elemente verwirklicht man die körperliche und seelische Gesundheit und gleichzeitig erwirbt man das Wissen, um alle Lebensangelegenheiten und Herzenswünsche selbstbestimmt zu erfüllen.
Bei der Bauchatmung handelt es sich um eine von mir über lange Jahre hinweg entwickelte besondere Technik. Sie basiert auf einer 25-maligen Wiederholung der folgenden Sequenz:
Einatmen > Atem anhalten > den unteren Teil des Bauches anspannen > ausatmen > kleinen Atemzug dazwischen nehmen.
In der ersten Phase sammelt man die unerschöpfliche Kraft des Universums, in der nächsten visualisiert man die zu heilende Krankheit oder den zu erfüllenden Wunsch und denkt fest daran, dass dies schon erreicht ist, das heißt, man stellt sich ganz deutlich vor, dass man »es bereits erreicht hat« in der Vollendungsform. Das wird nämlich zu einer unterstützenden Kraft für die Verwirklichung der Wünsche.
Außerdem sind der richtige Einsatz des Geistes und die Einstellung im Alltagsleben genauso wichtig wie das Atmen. Besonders empfehle ich das Praktizieren der folgenden drei Punkte im Alltagsleben:
1. alle Dinge konstruktiv zu durchdenken
2. das Danken nicht zu vergessen
3. nicht zu nörgeln
Diese drei sind die grundlegenden Einstellungen, um das Leben licht, leicht und angenehm zu gestalten und um es in Freiheit zu genießen.
Seit meinen jungen Jahren, in denen ich krank und schwach war, habe ich verschiedene Gesundheitspraktiken und Atemtechniken ausprobiert. Dabei habe ich ihre Stärken und Schwächen herausgefunden, und mit etwa sechzig Jahren habe ich daraus in fast perfekter Form die schöpferische Kraft der Gedanken und der richtigen Atmung entwickelt.
Es ist eine Technik, die jeder, wann immer, wo auch immer, als Greis, als Kind oder als Kranker, einfach ausüben kann. Im Folgenden wird die schöpferische Kraft der Gedanken und der richtigen Atmung auch als die Methode bezeichnet.
Diese schöpferische Kraft der Gedanken und der richtigen Atmung habe ich bis vor Kurzem nur für Gesundheit und Glück für mich selbst und die Menschen um mich herum benutzt.
Vor fünf Jahren jedoch entschied ich plötzlich, dass ich dies unter den Menschen verbreiten müsse. Es ging nicht an, dass ich in der Selbstzufriedenheit und der Einzigartigkeit stecken blieb. Ich möchte die Methode unter möglichst vielen Menschen verbreiten und sie zu einem Instrument machen, mit dem viele Gesundheit und Glück verwirklichen können.
Das heißt, ich muss Vorreiter werden und viele »Jedermanns« hervorbringen. Das ist die Bestimmung meiner späten Jahre. Auf diese Weise kann ich mich dem Himmel gegenüber dafür erkenntlich zeigen, dass er mich bis über 90 Jahre gesund erhalten und mir ein erfülltes Leben geschenkt hat – so wurde es mir ausgerechnet am Abend meines 91. Geburtstages bewusst.
Da ich übrigens genau für eine Woche später einen Vortrags-termin auf der Ginza (Kongress-, Ausstellungs- und Einkaufszentrum) in Tokio hatte, änderte ich mein Konzept. Unter dem Vortragstitel »Was ich den modernen Menschen sagen möchte« wollte ich nun hauptsächlich über die schöpferische Kraft der Gedanken und das richtige Atmen sprechen. Als hätten sie es geahnt, nahm die Zuhörerzahl plötzlich um das Fünf- bis Sechsfache zu und wir verlegten den Veranstaltungsort eiligst in eine größere Kongresshalle. Trotzdem war der Saal so voll, dass einige Zuhörer stehen mussten.
Danach nahmen die Anfragen nach Vorträgen und Manu-skripten sprunghaft zu und es kamen auch Anfragen zur Veröffentlichung eines Buches. So kam es dazu, dass ich mit über neunzig Jahren mein Erstlingswerk veröffentlichte, und es verkauft sich gut. Außerdem habe ich viele Briefe von Lesern erhalten, die berichten, dass durch das Üben der Methode langjährige Krankheiten geheilt wurden.
Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass ohne ärztliche Hilfe und nur durch das Üben der schöpferischen Kraft der Gedanken und der richtigen Atmung der Graue Star und eine Prostatavergrößerung vollständig geheilt wurden, und auf dieselbe Art und Weise wurden verschiedene andere Krankheiten geheilt. Viele erstaunte und dankbare Stimmen kamen mir zu Ohren, darüber, dass man jünger geworden war. Die Jedermanns nahmen allmählich zu. Ich glaube nun endlich fest an die Richtigkeit und Notwendigkeit meiner Bestimmung, das Wissen über die natürliche Lebensspanne der Menschen und über die schöpferische Kraft der Gedanken und der richtigen Atmung in der Welt zu verbreiten.
Die Wirkung der Methode beschränkt sich nicht auf die körperliche Gesundheit. Sie ermöglicht die Überwindung der verschiedensten Probleme, die das menschliche Leben so mit sich bringt, und wird zur Kraftquelle, um Negatives in Positives umzuwandeln. Sie hilft uns, unsere Ideen und Wünsche zu verwirklichen. Sie ist eine Methode, um alle Dinge im Leben nach dem eigenen Willen geschehen zu lassen und ist damit der Schlüssel dazu, in Freiheit zu leben.
Warum wird das Leben mit der schöpferischen Kraft der Gedanken und der richtigen Atmung frei? Kurz gesagt: Wir können durch das wiederholte tiefe Atmen und die Vorstellungskraft die überall im Universum existente, unendliche und immense Kraft in unserem Körper ansammeln.
Und außerdem können wir diese Kraft auf alle Dinge außerhalb unseres Körpers ausstrahlen und diese aktivieren. Durch das Training der Vorstellungskraft, und indem wir lernen, den Geist richtig einzusetzen, können wir rasch die Gesundheitskraft und die Kraft der Weisheit erwecken, die im Inneren unseres Körpers schlummern. Dadurch werden Überzeugung und Willenskraft gestärkt, und dies wiederum führt zur Kraft der Verwirklichung, sodass sich Dinge und Ideen realisieren.
»Das Leben wird so, wie ich es will? Die unendliche Kraft des Universums ansammeln?«
Es ist auch in Ordnung, wenn Sie jetzt nur Fragezeichen in den Augen haben und zunächst einmal auf der Hut sind. Ich möchte Sie dazu einladen, weiterzulesen. Während Sie weiterlesen, werden Sie sich klar darüber werden, dass es nicht gelogen ist, was ich alter Mann da sage.
Aus meinem Leben und Golfspiel
»Endlich, kurz vor meinem 91. Geburtstag trägt mein Leben Blüten und alles wurde frei bestimmbar.«
Wenn ich so etwas sage, brechen wahrscheinlich viele Menschen in Lachen aus: »Was? Nach so langer Zeit erst?« Oder sie bemitleiden mich vielleicht: »Das ist aber eine späte Blüte!« Aber das ist das wahre Gefühl eines alten Mannes, der dieses Jahr 96 Jahre alt wird und nun schon fast ein Jahrhundert gelebt hat.
Vor langer Zeit, nun schon vor fast siebzig Jahren, als ich auf Grund eines Vorfalles (Heilung durch Handauflegen, siehe Seite 125) von der Universitätsklinik, an der ich gearbeitet hatte, verjagt wurde, habe ich in Shibuya, in Tokio, eine Praxis für Innere Medizin eröffnet. Es war im Jahre des Mandschurischen Zwischenfalles, 1931, als Japan unter einer alles übersteigenden Rezession litt.
Danach arbeitete ich über fünfzig Jahre lang als praktischer Arzt, heilte die Krankheiten von nicht wenigen Menschen, bemühte mich, ihre Gesundheit zu unterstützen, aber mit 84 Jahren schloss ich diese Praxis und zog mit meiner Frau in das Apartment von Atami, in dem wir jetzt noch wohnen. Es ist ein Apartment, von dem aus man einen hervorragenden Blick auf die Sagami-Bucht hat, eine ruhige Wohnung mit Pflegeservice, über die man sich als letzte irdische Wohnstätte nicht beklagen kann.
Wir können es einen gesegneten Lebensabend nennen. Aber ich lebe dort nicht irgendwie, wie ein alter Mensch, einsam und von der Welt zurückgezogen. Ich führe ein reges Alltagsleben, das keine Krankheit kennt, obwohl ich zu den Hochbetagten auf dieser Welt zähle: Ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen lebe ich jeden Tag ein gesundes Leben.
Die Zähne sind alle meine eigenen, mein Rücken ist noch gerade wie ein Stock und ich esse und schlafe gut. Ich habe keine Probleme im täglichen Leben, Beine und Hüften sind auch in Ordnung, sodass ich normalerweise einmal in der Woche in den Country Club von Mishima gehe, um mich am Golfspiel zu erfreuen. Wegen des hohen Alters kann ich etwas Langsamkeit nicht leugnen, aber ich sprühe vor Lebenslust und mit dem Alter hob sich meine Stimmung immer mehr.
Da man ein solches gesundes, langes Leben, einen »kräftigen und zähen« alten Mann, für sehr selten hält, kommen ziemlich oft Anfragen zu Vorträgen. Deshalb fahre ich in alle Regionen, angefangen von Tokio und halte meine zweistündige Rede ohne Manuskript. Meine laute Stimme kommt aus dem Bauch und auch im Stehen habe ich keine Probleme mit der Haltung. In der übrigen Zeit schreibe ich Bücher und lese viel.
Ich glaube fest daran, dass ich meine jetzige Konstitution und Gesundheit eines Sechzigjährigen erhalten kann. Nein, ich weiß sogar sicher, dass ich mich seit dem 60. Lebensjahr verjüngt habe. Im Allgemeinen nehmen Gesundheit und Konstitution ab sechzig Jahren sichtbar ab, aber in meinem Fall zeigen sie deutlich eine steigende Kurve.
Das kann ich selbst am besten spüren, und das Golfspiel ist eine für jeden sichtbare Messlatte meiner Verjüngung.
Mein Golf-Lebenslauf ist länger als fünfzig Jahre, und es gibt außer meiner Familie nichts und niemanden, mit dem ich länger eine Beziehung hatte, als mit meiner selbstentwickelten Gesundheitstechnik und dem Golfspiel.
Ich habe im Alter von etwa vierzig Jahren mit dem Golfspiel begonnen, meine Geschicklichkeit war jedoch in jüngeren Jahren eher schlecht, und erst nach meinem 60. Geburtstag wurde ich in den Kreis der Einzelspieler aufgenommen. Mit 65 Jahren hatte ich ein Handicap von 9. Ich habe neun Titel in Senior und Grand Senior Turnieren gewonnen, aber auch das erst, nachdem ich 60 Jahre alt geworden war.
Mit 83 Jahren, also kurz bevor ich den Beruf als Arzt an den Nagel hing, wurde ich als »der unheimliche Doktor« in der Zeitung vorgestellt, als ich den Ball einmal 200 Yards (knapp 200 Meter) weit schlug. Inzwischen kann ich ihn weiterschlagen.
Kurzum, ich habe mich nach meinem sechzigsten Geburtstag verjüngt. Und auch das ist das Ergebnis meiner starken Wünsche: »Ich will mich verjüngen«, »ich will ein Einzelspieler werden«, und der Umsetzung einer effektiven Methode, um dieses Ziel zu erreichen. Die Verjüngung ist kein zufälliges Ergebnis, sondern wurde mir im Gegenzug für willentliche Handlungen gegeben.
Wenn man inständig darum bittet, werden die Dinge ganz sicher in Erfüllung gehen
Das ist eines der wichtigen Themen dieses Buches und die Technik dafür wird ausführlich und anhand von Beispielen beschrieben. Zunächst möchte ich Ihnen aus meinem Leben berichten, wie ich trotz meiner schwächlichen Konstitution ein langes und in späteren Jahren auch gesundes Leben habe, damit Sie erkennen, dass diese Methode auch für Sie wirken kann. Als eindrucksvolles Beispiel wähle ich das Golfspiel. Ich bitte Sie um Nachsicht für den mehr oder weniger stolzen Stil eines alten Mannes.
Mit 94 zum dritten Mal einen age-shoot
Auch wenn Sie kein Interesse am Golf haben, so haben Sie doch vielleicht schon einmal den Begriff age-shoot gehört. Das ist ein ziemlich schwieriges Spiel, bei dem man eine Runde mit einem Ergebnis in Höhe des eigenen Alters oder darunter erreicht, und ich habe das bisher drei Mal geschafft. (Age-shoot ist eine Zählweise, die in Japan und Amerika üblich, in Europa jedoch eher unbekannt ist. Die Erklärung für Golflaien: Ein normaler Golfplatz hat 18 Loch, wenn man es schafft, für den gesamten Parcours insgesamt 54 Schläge zu brauchen, also drei Schläge pro Loch, heißt das, man hat ein Handicap von Null. Hat man dies erreicht, so kann man sich auf die Schultern klopfen und in die Weltelite einreihen. Jeder Schlag mehr wird als ein Handicap gezählt. Beim age-shoot jedoch werden die ersten 54 Schläge mitgezählt. Ein 72-Jähriger dürfte also insgesamt 72 Schläge brauchen, also umgerechnet vier pro Loch, beziehungsweise ein Handicap von 18 haben, um einen age-shoot, »einen Altersschuss«, zu erreichen. Mit steigendem Alter darf man also immer mehr Schläge brauchen.)
Das erste Mal war ungefähr vor 10 Jahren, als ich 87 Jahre alt war. Als ich in den Golf Club von Mishima eintrat, hörte ich, dass dieser Parcours noch keinen age-shooter hervorgebracht hatte, und ich sagte daraufhin: »Wenn das so ist, werde ich der Vorreiter sein«, und ich alter Mann nannte frech meinen Namen und meine Adresse, krempelte die Ärmel hoch und nahm den Schläger in die Hand. Und dann – genauso wie ich es öffentlich erklärt hatte – schloss ich mit 4 unter meinem Alter, also 83, ab. Das war unter allen Professionellen und Amateuren Japans eine Heldentat ersten Ranges.
Das zweite Mal war, als ich schon den Höhepunkt von 90 Jahren überschritten hatte, mit 92. Da es hieß, dass es noch keinen 92-jährigen age-shooter in Japan gäbe, verkündete ich an meinem Geburtstag meinen Freunden, dass ich der Vorreiter werden wolle. Zwei Monate später erreichte ich ein Ergebnis von 92, das meinem damaligen Alter entsprach.
Das dritte Mal war im darauf folgenden Jahr. Noch bevor ich diesmal etwas darüber sagen konnte, flatterte mir ein »Aufforderungsschreiben« aus der Redaktion einer Golf-Zeitschrift ins Haus. »Wir hoffen, dass Sie Ihren age-shoot zum 93. erreichen« stand auf der Geburtstagskarte.
Der Redakteur hatte sicher nur ganz unschuldig mein hohes Alter preisen wollen, aber ich hatte mich entschieden, dies als eine Herausforderung aufzunehmen: »Verehrter alter Mann, machen Sie es dieses Jahr wieder?«
Ich nahm sie an: »Nun, wenn das so ist, werde ich die Hoffnungen erfüllen.« Allerdings bat ich um eine Frist von zehn Monaten. In dieser Zeit wollte ich nämlich daran gehen, meine Form zu verbessern und meinen Schwung gemäß meinem Alter zu perfektionieren.
Aber das ist nicht einfach. Zwischen der Form, die ein gewöhnlicher Mensch sich im Kopf ausmalt, und der wahren Form, derjenigen, die der Körper in Wirklichkeit zeigt, klafft normalerweise – abgesehen von einem Genie wie Tiger Woods – eine ziemlich große Lücke. Auch aufgrund des hohen Alters war es schwieriger, als ich es mir vorgestellt hatte, diese Lücke zu schließen.
Aber ich habe nicht aufgegeben. Von Natur aus bin ich ein kämpferischer Typ. Und ich habe auch den Willen, was ich einmal ausgesprochen habe, irgendwie zu Ende zu bringen. Mehr als auf alles andere, bin ich auf mein starkes Selbstvertrauen und meine starke Willenskraft stolz, die da spricht: »Was ich mir vornehme, das kann ich auf jeden Fall verwirklichen. Bisher ist es noch nie vorgekommen, dass ich etwas nicht erreicht habe, was ich mir vorgenommen hatte. Deshalb kann ich es auch diesmal ganz sicher.«
Die Stärke, die aus dieser Überzeugung erwächst, übersteigt bei Weitem die Ebene der Hoffnung und der Sehnsucht und erreicht den Bereich, in dem das unverrückbare Vertrauen angesiedelt ist. Das ist nicht das »ich will … tun« und auch nicht »ich will … werden«. Das ist ein Selbstvertrauen, das besagt, dass »es geht nicht, gibt’s nicht«, oder auch die Aussage in der Vergangenheitsform im Sinne von bereits »gekonnt«.
Aus diesem Selbstvertrauen heraus konnte ich das Bild deutlich in meinem Kopf visualisieren, dass ich in der idealen Form bereits erfolgreich meinen age-shoot absolviert hatte. Dieses Bild habe ich willentlich und klar vor dem Einschlafen visualisiert.
Ich kann bereits vor einem Ereignis Visionen von »ich habe Fortschritte gemacht« oder »ich habe es erreicht« schaffen. Diese gedanklichen Vorstellungen und klaren Visionen sind für die »Erfüllung der Wünsche« absolut notwendige Bedingungen.
Dann, als Ergebnis von Versuch und Irrtum, gelang es mir, obwohl ich ein Jahr und zwei Monate brauchte, meine Form so zu verbessern, wie ich es mir vorgestellt hatte. Gelassen rief ich in der Redaktion der Golf-Zeitschrift an und kündigte an, dass, da ich meinen Schwung perfektioniert hatte, ich mein Ziel in nicht allzu ferner Zukunft erreichen würde.
Und zwei Monate danach, beim Senior and Ladies Cup, im zweiten Versuch, vollendete ich meinen dritten age-shoot.
Das war im Jahr 1997, das Jahr, in dem ich 93 war, war bereits um und ich war 94 Jahre alt geworden und genauso betrug das Ergebnis 94.
Dieses Ereignis wurde von einem Fernsehsender aufgegriffen. In dem Bericht wurde gezeigt, dass es in der dreihundertjährigen Geschichte des Golfspiels zwei herausragende Golfer gibt. Die Reporter sagten, dass der eine der Amerikaner Bobby Jones ist, und der andere sei ich.
Bobby Jones wurde auch der »Heilige der Bälle« genannt, und tatsächlich ist das Attribut »herausragend« passend. Denn er war lebenslang Amateur-Golfer und hatte doch das berühmte Masters geschafft. Er ist bereits verstorben. Seltsamerweise sind wir beide im März des Jahres 1902 geboren. Deshalb hat man uns wohl gemeinsam vorgestellt, aber natürlich war er viel besser im Golfspiel als ich: Wenn man ihn mit dem Himmel gleichsetzt, dann bin ich die Erde, und ich geniere mich, in einem Atemzug mit ihm genannt zu werden.
Auch vorher bereits hatte die oben erwähnte Golf-Zeitschrift einen Artikel darüber geschrieben: »Bobby ist die Nummer eins, aber Shioya ist einzigartig.« Einen alten Mann rühmt man doch nicht auf diese Weise, dachte ich voll Unbehagen. Der Artikel hatte folgenden Tenor:
Bobby Jones ist ohne Zweifel der Golfer Nummer Eins in der ganzen Welt, aber da er bereits unter der Erde liegt, ist es für ihn unmöglich, seiner leuchtenden Ballkarriere jemals den Satz hinzuzufügen: »Mit 94 Jahren einen age-shoot erreicht.« Und es ist auch für die Zukunft schwer vorstellbar, dass noch einmal ein Golfer erscheinen wird, der mit 94 Jahren einen age-shoot erreichen könne. Deshalb ist Shioya, der dieses erreicht hat, sowohl rückblickend als auch in der Zukunft, ein in der ganzen Welt einzigartiger Mann.
In Amerika gibt es einige age-shooter, die über 94 Jahre alt sind, obwohl es dort kein offizieller Wettbewerb sein soll. Deshalb ist diese Aussage über mich übertrieben. Es ist zwar zu viel des Lobes, aber man muss wohl nicht extra erwähnen, dass auch für einen age-shoot Technik nötig ist. Aber wenn man so in mein Alter kommt, wird es eine wesentliche Vorbedingung, dass man wenigstens eine Kondition hat, mit der man die 18 Loch richtig spielen kann. Es ist die Mindestanforderung, dass man die Runde aller Löcher ohne Schwierigkeiten bewältigt. Die Geschicklichkeit kommt erst an zweiter Stelle.
Die Menschen, die über neunzig Jahre am Leben bleiben, sind wohl heutzutage nicht mehr so selten. Aber wie viele davon können bei bester Gesundheit mit dem Schläger in der Hand herumgehen und auf dem Rasen kräftig ausschreiten? Eine solche Kondition halte ich mit über 90 Jahren immer noch. Da darf ich doch darauf stolz sein, in der Welt zu der, der Einzigartigkeit nahen Spitzenklasse zu gehören.
Nicht nur lange zu leben, sondern »bei voller Gesundheit lange zu leben« – ein solcher Gesundheitszustand und eine solche Kondition muss doch besonders erwähnt werden. Viel mehr als über den age-shoot selbst, freue ich mich darüber und bin stolz darauf, dass ich auch jetzt, mit 96 Jahren immer noch eine Kondition habe, die das Erreichen eines solchen Zieles ermöglicht.
Dieselbe Golf-Zeitschrift fragte bei mir an, sie würden gerne, falls ich 95 Jahre alt würde, über mein erstes Spiel berichten. Dazu wollten sie allerdings, dass ich mit ihren Angestellten zusammen spielen sollte.
Also drehte ich letztes Jahr mit zwei Angestellten eine Runde auf dem Parcours. Beide waren etwa Mitte 30, also in einem Alter, in dem ein Mann auf dem Höhepunkt seiner geistigen wie körperlichen Kräfte ist. Mit diesen jungen Männern im Alter meiner Enkel machte ich ein Spiel und schnitt nicht schlecht ab. Schließlich beendete ich mit 45 und das Spiel endete unentschieden. Zu einem Spiel gehören auch die Haltung, mit der man den Fairway beschreitet, die Geschwindigkeit und die Kraft. Auch hier stand ich ihnen in nichts nach. Auch was die Kondition anbetraf, war ich keineswegs schlechter als die jungen Männer in ihren Dreißigern.
Des Weiteren gab es auch dieses Jahr, als ich 96 wurde, eine Golf-Veranstaltung im März, um meinen Geburtstag zu feiern. Da es sich diesmal um ein Lochwettspiel über 9 Löcher handelte, kam dabei keine Gesamtwertung heraus, aber mein erster Schlag damals war fast 200 Yards (fast 200 Meter) lang, und ich verlängerte meine bisherige Schlaglänge um 50 Yards. Das kam daher, dass ich meinen Schwung verbessert hatte und nun den Ball mit dem Zentrum treffen konnte.
Dieser neue Schwung besteht darin, dass man, ohne die Muskeln zu verwenden, die Schlaglänge verlängert. Wenn man mein Alter hat, ist man, bis man das letzte Loch erreicht hat, ziemlich fertig, wenn man die Muskeln unnötig einsetzt. Die Ermüdung der Muskeln addiert sich auf. Deshalb ist es gut, die Muskeln nicht zu benutzen. Bei diesem neuen Schwung stellt man sich eine dünne Linie im Zentrum des Rückgrates vor und benutzt diese beim Schlagen als Achse, um dann den Ball, ohne Krafteinsatz, ganz bequem zu schlagen.
Das ist der Schwung, der auch im Alter von 100 Jahren noch funktioniert. Man kann den Ball damit weit fliegen lassen. Als ich derart den Fairway mit den Angestellten der Golf-Zeitschrift entlanglief, waren sie beeindruckt: »Tatsächlich, nur Nobuo Shioya kann Nobuo Shioya übertreffen!«
Ich bin nur ein Vorreiter für jedermann
Sie können ruhig der Meinung sein, ich würde mit meinen Ergebnissen prahlen. Um die Wahrheit zu sagen, es ist mir ziemlich egal, ob ich einen age-shoot schaffe oder nicht, ob ich die Nummer eins bin oder einzigartig.
Wichtig ist – ich wiederhole mich hier –, dass ich auch heute noch die Gesundheit und die Kondition besitze, die solche Ergebnisse möglich machen. Außerdem ist hier interessant, dass ich nicht zufällig robust und langlebig bin, sondern dass ich mir Gesundheit und langes Leben durch das Praktizieren einer Gesundheitsmethode im Nachhinein erarbeitet habe.
Wenn ich von Anfang an eine kräftige und stabile Kondition gehabt hätte, so könnte das Leben ganz zufällig diesen Schwung ausnutzen. Deshalb besäße in diesem Fall mein gesundes und langes Leben keine Allgemeingültigkeit, es wäre speziell und einzigartig, jedoch nicht als Beispiel geeignet.
Von Geburt an hatte ich aber eine schwache Konstitution. Als ich geboren wurde, war es fraglich, ob ich überhaupt überleben würde, und auch später, während meiner Kindheit und Jugend, war ich immer wieder von ernsthaften Krankheiten bedroht. Meine Gesundheit war ausgesprochen schlecht, ich hatte eine unterdurchschnittliche Kondition. Das heißt, meine jetzige Vitalität habe ich mir im Laufe des Lebens selbst antrainiert.
Da dies so ist, dürfte es auch für andere Menschen nicht schwierig sein, eine gesundheitliche Kraft ähnlich der meinen zu erlangen. Mit anderen Worten: Meine Gesundheitspraktik und die daraus resultierende, gesundheitliche Kraft besitzen Allgemeingültigkeit. Es kann also jeder sich eine Kondition und eine Gesundheit, die der meinen entspricht – nein sogar auf einem noch höheren Niveau – aneignen, und dafür kann ich mit meinem Körper bürgen.
Als die Massenmedien mich als einzigartig behandelten, antwortete ich mit etwas, allerdings berechtigter Arroganz: »Das ist zu viel Ruhm für einen Körper, ich bin nicht einzigartig. Eher bin ich der ›Vorreiter für jedermann‹«.
Damit meine ich, dass ich wahrscheinlich wirklich der Erste bin, der mit 94 Jahren einen age-shoot erreicht hat, und das mag zwar einmalig sein, aber nicht letztmalig. In Wirklichkeit ist es jedem möglich, ein solches Niveau von Gesundheit, Kondition und langem Leben zu erreichen.
Jeder Mensch besitzt ursprünglich die Möglichkeit und Fähig-keit, ein gesundes und langes Leben bis mindestens 100 Jahre zu führen. Ich bin ein Beweis für diese Wahrheit und glaube gleichzeitig fest daran. Wir sind Wesen, die von Natur aus derart ausgestattet sind, dass dies möglich ist.
In diesem Sinn kann man sagen, dass wir nicht gesund »werden«, sondern zu einer gesundheitlichen Kraft erwachen, die wir ursprünglich besitzen, die aber verborgen ist und nicht so ohne Weiteres wieder aktiviert werden kann: Wir müssen uns diese ursprünglichen Fähigkeiten wieder erarbeiten. Und dazu ist es notwendig, sich der bereits implizit vorhandenen Möglichkeiten bewusst zu werden.
Das ist die einzige Vorbedingung, um diese inhärente Kraft der Gesundheit zu wecken und so gesund an Leib und Seele zu werden. Und nicht nur Gesundheit können wir erlangen: Alles im Leben wird so in Erfüllung gehen, wie wir es uns wünschen, und es wird sogar möglich werden, ein freies Leben zu führen.
Die Kraft der Freiheit im beruflichen Bereich
Die schöpferische Kraft der Gedanken und der richtigen Atmung verwandelt das Leben so, wie wir es wollen. Die Vorstellungskraft setzt unsere Kraft in allen Aspekten von Arbeit und menschlichen Beziehungen frei, ja, sie erzeugt sogar mehr Kraft und Energie als wir selbst haben, und hilft uns, unsere Ideen zu verwirklichen.
Dazu ein Beispiel: Eine Mutter praktizierte die Methode und beide Töchter setzten sich in Einstellungstests gegen besonders harte Konkurrenz durch. Die ältere Tochter hatte sich seit ihrer Schulzeit für das Verlagswesen interessiert und hatte bereits Schülerzeitungen herausgegeben. Deshalb nahm sie an den Einstellungstests von mehr als 40 Verlagen teil, konnte aber bei keinem bestehen. So nahm sie notgedrungen eine Stelle in der örtlichen Druckerei an.
Kurz nachdem ihre Mutter begonnen hatte, die Methode in Bezug auf die Berufswünsche ihrer Tochter zu üben, fiel der Blick des Redakteurs eines großen Verlagshauses auf eine Zeitschrift, die sie während ihrer Schulzeit herausgegeben hatte, und er ermutigte sie, den Einstellungstest seines Hauses zu machen. Bei diesem Test setzte sie sich gegen mehr als 100 Mitbewerber durch und bestand auf wunderbare Weise. Sie wurde mit Sonderberichten für eine neue Zeitschrift betraut und konnte damit sofort ihre Begabungen einsetzen.
Dann – vom Lebensweg der älteren Schwester angeregt – wollte auch die bei einer Lebensversicherung angestellte, jüngere Schwester in die Medienbranche wechseln und nahm am Einstellungstest eines Verlages speziell für Berufswechsler teil. Die jüngere Schwester sagte, dass der Test furchtbar schwer gewesen war, die Chancen lagen bei 1:80, doch sie bestand und wurde angestellt.
Natürlich hatten die beiden Töchter die Fähigkeiten und einen brennenden Wunsch. Aber es ist auch wahr, dass sie es nicht aus eigener Kraft geschafft hatten, sondern erst als ihre Mutter ihre Vorstellungskraft und die Kraft des Atems darauf richtete. Das gab der Entfaltung ihrer Möglichkeiten einen enormen Schub.
Ein weiteres Beispiel in dieser Richtung ist ein Kalenderverlag, der in den Strudel der Rezession geriet und dessen Umsätze dramatisch zurückgegangen waren, der sich aber ebenfalls durch die Kraft der Visualisierung erholte.
Dieser Verlag bietet außer den Kalendern auch die Anfertigung von PR-Broschüren für Firmen und das Fotografieren von Werbefotos an. Solche Dienstleistungen sind von einer Rezession besonders betroffen, denn in den großen Firmen werden die drei Kostenbereiche Werbung, Fahrtkosten und Repräsentation in konjunkturschwachen Zeiten als Erstes gekürzt.
So gingen auch die Bestellungen bei dieser Firma drastisch zurück. Täglich zerbrach man sich den Kopf, wie man aus der Geschäftsflaute wieder herauskäme, die Vertreter liefen sich die Hacken wund, aber nichts half. Dann erfuhr der Geschäftsführer dieser Firma, dass ich einen Vortrag mit dem Thema »Methoden zur Befreiung aus der Rezession« halten würde.
Aus Termingründen konnte er zwar nicht selbst zum Vortrag kommen, aber er schickte einen Bekannten mit dem Auftrag, gut zuzuhören. So wie ich es an jenem Tag gesagt hatte, stellte sich der Geschäftsführer beim Üben der schöpferischen Kraft der Gedanken und der richtigen Atmung deutlich vor: »Arbeit kommt, sie kommt ganz bestimmt.« Er begann sich in lebhaften Farben vorzustellen, wie er mit seiner Arbeit sehr beschäftigt wäre.
Mit Beginn dieser Praxis nahmen plötzlich die Anfragen zu. Wenn er es sich, bevor er mit der Arbeit anfing, lebhaft vorstellte, so kam an diesem Tag Arbeit herein. Natürlich gab es auch Tage, an denen keine Aufträge kamen, aber er hatte gelernt, positiv darüber zu denken: »Das heißt, dass Arbeit, welche die Firma negativ belasten würde, nicht kommt.« Der Geschäftsführer freute sich über diese Wirkung der Methode.
Selbstheilung bei Hepatitis C
Ein wesentliches Anwendungsgebiet meiner Methode, durch die schöpferische Kraft der Gedanken und der richtigen Atmung die unerschöpfliche Kraft des Universums zu aktivieren, ist natürlich der Bereich der Gesundheit. Dazu ein kurzes Beispiel:
Eine Frau berichtete mir, dass sie sich mit Hepatitis C infiziert hatte, aber durch das Üben der Methode, diese Krankheit überwand. Sie hatte vor fünf Jahren von ihrem Arzt erfahren, dass sie diese Krankheit hatte. Er meinte: »85 Prozent der Fälle von Leberkrebs kommen von Hepatitis C. Aber da sie sich nur langsam entwickelt, achten Sie genau auf Ihre Gesundheit.«
Sie war schockiert von den Worten des Arztes, aber sie hatte vorher bereits meinen Vortrag gehört und wusste von der schöpferischen Kraft der Gedanken und der richtigen Atmung. Bis dahin war sie relativ gesund gewesen und hatte die Methode nicht praktiziert, aber nach dieser Eröffnung begann sie, sie zu üben. Der Erfolg zeigte sich zunächst in einer stabilen Psyche.
»Es gibt auch Menschen, die trotz Hepatitis C keinen Krebs bekommen. Es wäre ja gut, wenn ich zu diesen Menschen gehören würde. Und selbst wenn ich Krebs bekommen sollte, reicht es, das Fortschreiten aufzuhalten, sodass ich ein langes Leben habe.«
Sie lernte so, positiv in die Zukunft zu denken. Und dann strengte sie sich an, sich die Form einer gesunden Leber vorzustellen. Da sie eine Ausbildung als Ärztin für Akupunktur und Moxibustion hatte und sich auch mit westlicher Medizin beschäftigt hatte, wusste sie genau darüber Bescheid, wie eine gesunde Leber aussieht und wie sie sich verändert, wenn sie krank wird.
Eine gesunde Leber ist eckig, wenn sie aber von Hepatitis befallen wird, erscheinen die Ecken bei der Ultraschalluntersuchung abgerundet. Wenn sich der Zustand einer Leber verändert, verändert sich entsprechend ihre Form. Da sie davon wusste, war es für sie leicht, sich deutlich eine gesunde Leber vorzustellen, und das half gewaltig bei der Heilung der Hepatitis.
Als sie sich etwa drei Jahre später wieder untersuchen ließ, war die Menge der Viren sehr stark zurückgegangen und auch der Basiswert, der Hepatitis anzeigt, hatte sich auf einen dem Normalwert sehr nahen Wert verringert.
Sie war über diese Wirkung sehr erstaunt, beschloss aber nun, sich auch an die Heilung des Heuschnupfens zu wagen, an dem sie bereits seit 30 Jahren litt. Jedes Jahr, wenn es Frühling wurde, musste sie ständig niesen. Es juckte stark in der Nase und war sogar so schlimm, dass sie Fieber bekam und zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt gehen musste. Wenn sie nach draußen ging, konnte sie nicht auf Spezialmütze, Mund- und Nasenschutz sowie Brille verzichten. Es war eine lästige Sache, für die es keine wirklich helfende Arznei gab, sodass sie nichts anderes tun konnte, als es zu ertragen und auf das Ende der Jahreszeit zu warten. Sie visualisierte sich nun selbst, wie sie ohne Brille und Mund- und Nasenschutz draußen herumspaziert. Das führte zu unmittelbaren Ergebnissen und die Symptome des Heuschnupfens verschwanden vollständig.
Jetzt ist diese Dame sogar eher dankbar dafür, dass sie einmal Hepatitis hatte, weil ihr dies die Gelegenheit gegeben hatte, die schöpferische Kraft der Gedanken und der richtigen Atmung zu üben. Sie ist überzeugt davon, wenn sie keine Hepatitis bekommen hätte oder die Krankheit nicht so schlimm gewesen wäre, hätte sie nicht täglich die Methode geübt. Schwere Krankheiten bieten also auch die Chance, sein Leben besser und gesünder zu führen, und so kam sie zu dem Schluss, dass es nichts Unnützes im Leben gibt. Außerdem hatte sie während der Übungen das Gefühl und die innere Gewissheit erhalten, dass der Mensch in seinem Leben von einer höheren Existenz beschützt wird.
In letzter Zeit wird übrigens eine Heilmethode propagiert, bei der Krebs mittels Visualisierungen geheilt wird. Man stellt sich dabei vor, dass die als Killer-Zellen bezeichneten Zellen des Immunsystems die Krebszellen auffressen. Dies stärkt das Immunsystem des Patienten und ist als wirksames Heilmittel gegen Krebs bestätigt worden. So stark ist die Vorstellungskraft!
Ich werde in den nächsten Kapiteln noch auf die Anwendungsmöglichkeiten meiner Methode genauer eingehen, merken Sie sich aber bitte, dass der Schlüssel für die Aktivierung der Kraft des Universums darin liegt, dass man »inständig darum bittet«. Worum man inständig bittet, das geht in Erfüllung. Mit der Kraft der Visualisierung und der richtigen Atmung kann man in Freiheit leben und seine Möglichkeiten stark erweitern.
Es ist die Bestimmung von mir altem Mann, dieses Wissen weiterzugeben.
Die Kraft der Vorstellung
Zwei Beispiele
Obwohl ich Arzt bin, habe ich an mir selbst erfahren, dass der Graue Star ohne ärztliche Hilfe geheilt wurde.
Trotzdem ich gesund bin, altere ich natürlich auch. Zu einem gewissen Grad entkomme auch ich nicht den Phänomenen, die das hohe Alter so mit sich bringt. Etwa mit 85 Jahren fühlte ich, wie meine Sehkraft nachließ. Als ich mich von einem Arzt untersuchen ließ, da war doch tatsächlich meine Augenlinse trübe. Mit der Diagnose »Grauer Star« empfahl man mir eine Operation.
»Gibt es keine andere Heilmethode außer einer Operation?«
»Nein, die gibt es nicht.«
Der Arzt sagte es in einem Tonfall der Selbstverständlichkeit. »Ach so?«, lachte ich und ging nach Hause. Danach ging ich nicht mehr zum Arzt. Wie kam das? Nun, während ich täglich die Methode übte, entwickelte ich die gedankliche Vorstellung, dass der Graue Star geheilt würde, dass er bereits geheilt sei, dass er vollständig geheilt sei, und malte es mir öfters aus, wie er vollständig geheilt wäre.
Währenddessen konnte ich fühlen, wie meine Sehkraft allmählich zurückkehrte. Und als ich mich dann von einem anderen Arzt untersuchen ließ, da sagte er, dass geringfügige Symptome eines Grauen Stars zu sehen seien, aber er sei im Anfangsstadium. Er war nicht im Anfangsstadium. Er war auf dem Weg der Heilung. Ich ließ mich natürlich nicht operieren und jetzt ist der Graue Star komplett verschwunden.
Kurz darauf begann ich von Prostatavergrößerung geplagt zu werden. Ich konnte schlecht urinieren und hatte ständig das Gefühl einer vollen Blase. Ich übte genauso wie beim Grauen Star die Methode, stellte mir vor, dass die Prostata geheilt sei, aber dies zeigte keine guten Ergebnisse, die Symptome wurden allmählich schlimmer, und als ich neunzig Jahre alt war, kam fast kein Urin mehr.
Jedes Mal, wenn ich urinieren wollte, tröpfelte es nur, und ich verbrachte meine Zeit auf der Toilette vergeblich. Warum wohl? Nachdem ich hin- und her überlegt hatte, wusste ich endlich, warum: Die Stärke der gedanklichen Vorstellung und die Art und Weise, in der ich mir die Vision ausmalte, reichten nicht aus. Mir wurde klar, dass die Vorstellungskraft in der Intensität, die für den Grauen Star gereicht hatte, nicht für die Heilung der Prostata genügte.
Also verstärkte ich die gedankliche Vorstellung diesmal noch mehr, behauptete, dass ich geheilt sei, und konzentrierte mich auf die Vision, dass der Urin sich mit voller Kraft in einem starken Strahl ergießen würde. Und was passierte dann? Am nächsten Morgen kam erst ein Strahl, so dünn wie ein Baumwollfaden, der dann aber immer dicker wurde, und nach einer Woche war auch dies völlig geheilt.
Ich habe eine Alterskrankheit, von der man sich sonst ganz sicher nicht von alleine erholt, allein mit der Atemtechnik und der starken Kraft der gedanklichen Vorstellung völlig geheilt. Noch dazu als Neunzigjähriger. Ich wurde sogar von einem Urologen lautstark als Lügner bezeichnet. Wenn man von seinem Allgemeinwissen oder von seinem medizinischen Wissen ausgeht, ist das durchaus verständlich. Es dürfte auch nicht wenige Leser geben, die eine derart rasche Heilung kaum glauben können.
Es geht mir auch nicht darum, Wunder zu beweisen, aber Medizin und Chemie haben nicht das Wissen der gesamten Welt für sich gepachtet und es gibt viele Phänomene, die sich der rationalen Erklärung auf der Grundlage unseres derzeitigen Wissensstandes entziehen. Man kann die Tatsache, dass sich Krankheiten durch Vorstellungskraft bessern, nicht einfach als Lüge und Aberglauben abtun. Sagt man nicht im Japanischen, dass die Krankheit aus dem Geist (Ki) kommt? Wenn dem so ist, so ist es überhaupt nicht unverständlich, dass sie auch mit Vorstellungskraft geheilt werden kann.
Glaube und Visualisierung
Gewiss kann man auch den Placebo-Effekt mit der Kraft der Gedanken erklären. Placebos sind Scheinmedikamente und man hat in vielen Versuchen nachgewiesen, dass sich wirklich eine Heilwirkung zeigt, wenn der Patient glaubt, es sei ein echtes Medikament und es einnimmt.
Bei einem psychologischen Test sagte man Krebspatienten, die nur noch ein halbes Jahr zu leben hatten, mit dem Einverständnis der Familie, dass die Diagnose des Arztes falsch sei und es sich nur um eine leichte Erkrankung handle. Außerdem habe man ein wunderbares neues Medikament entwickelt: Wenn sie das einnähmen, würden sie geheilt. Da die Patienten an diese zwei Punkte fest glaubten, besserte sich ihr Befinden dramatisch, obwohl sie ein in Wirklichkeit unwirksames Medikament bekamen.
Es ist auch erwiesen, dass sich große Unterschiede in der Wirkung zeigen, je nachdem, ob der Patient es widerwillig nimmt: »da es ja doch nichts hilft«, oder ob er es mit einer optimistischen Vision: »das wirkt ja toll«, einnimmt. Wie zum Beispiel mit dem Gedanken, dass es auf jeden Fall wirken würde, da es ja von dem vertrauenswürdigen Arzt A kam. Wenn die Patienten so dachten, verstärkte sich die Wirkung um das Doppelte und Dreifache bei der Einnahme.
Diesen Placebo-Effekt kann man aber auch medizinisch mit der Funktion der natürlichen Heilungskraft des menschlichen Körpers erklären. Wenn man mit einer guten Vision und einer starken gedanklichen Vorstellung das Medikament einnimmt, werden die wichtigsten Organe des Immunsystems angeregt und ihre Funktionen werden aktiviert. Diese Nachrichten werden von den Nerven verbreitet, die Anzahl der Lymphozyten im Blut wird erhöht, die Immunkraft gegen die Krankheit wird verstärkt und man schlägt den Weg der Besserung ein.
Die natürliche Heilkraft, mit welcher der Mensch von Geburt an ausgestattet ist, ist viel stärker, als die Menschen selbst denken: Sie hat die Kraft, alle möglichen Krankheiten zu besiegen. Um allerdings diese natürliche Heilkraft in Bewegung zu setzen und genügend Wirkung auszulösen, muss man im tiefsten Herzen daran glauben. Man kann also durch die Kraft der Visualisierung auch ein »Wunder« aus sich selbst herausholen.
Der Placebo-Effekt wird somit durch Gedanken und Visualisierung hervorgerufen, und der Grad der Wirkung hängt auch von der Stärke der gedanklichen Vorstellung ab. Es gibt Menschen, die Erfolg haben und solche, die keinen haben, obwohl sie sich genauso anstrengen. Das kommt häufig in der Welt vor, aber es wäre falsch, dies als eine Frage von Glück oder Pech abzutun.
Wie sehr man daran glaubt oder nicht, das unterscheidet Erfolg von Misserfolg. Menschen, die viel Glück haben und deren Wünsche in Erfüllung gehen, haben oft eine doppelt so starke gedankliche Vorstellungskraft. Es sind Menschen, die den Placebo-Effekt im Leben gut verstanden haben.
Wer höher als in den zweiten Stock hinauf will, erschafft sich eine Leiter, anders ausgedrückt: Wenn ein Wunsch in Erfüllung gehen soll, ist es wichtig, dass man inständig darum bittet und sich das zu erreichende Ziel mit aller Kraft vorstellt.
Ein starker Glaube kann selbst das Wetter verändern
Die Aborigines, die Ureinwohner Australiens, nehmen auch bei langen Wanderungen durch die Wüste wenig Wasser mit und keine Nahrungsmittel. Es heißt, dass sie durch Gebete und gedankliche Vorstellungen jedes Mal das Nötige finden.
Sie beten zum Himmel, dass er ihnen auch heute wieder Speise geben möge und visualisieren zum Beispiel einen Vogel und genau dann kommt ein Vogelschwarm geflogen. Sie fangen einige Vögel und so haben sie Nahrung für den Tag. Deswegen glauben die Aborigines fest und ohne Zweifel daran, dass die Vorstellung sich ganz sicher erfüllt. Und man kann behaupten, dass sie deshalb die Fähigkeit haben, ihre Vorstellungen zu verwirklichen.
Manche mögen sagen, das sei eine nur diesen Aborigines eigene Fähigkeit, doch ich bin anderer Meinung. Auch wir hatten früher diese Vorstellungskraft, aber jetzt haben wir sie verloren. Nein, wir haben sie nicht verloren, wir haben sie nur vergessen. Könnte man also diese schlafende Fähigkeit aufwecken und aktivieren, so sollte es möglich sein, dass auch wir unsere Vorstellungen verwirklichen können.
Das ist schon zwanzig Jahre her – als ich etwa 75 Jahre alt war, habe ich zusammen mit meiner Frau eine Reise in die Schweizer Alpen gemacht. Es war eine wunderbare Reise bei schönstem Wetter, aber aus irgendeinem Grund war nur an dem Tag, an dem wir den Mont Blanc besichtigten, der Himmel mit dicken Wolken verhangen. Jedenfalls stiegen wir bis zur Aussichtsplattform hinauf, wo wir in dichte Wolken eingeschlossen waren und die Sicht gleich Null betrug, und außerdem war es schrecklich kalt.
Die meisten, auch meine vor Kälte zitternde Frau, gaben vorerst auf und beschlossen mit enttäuschten Gesichtern wieder abzusteigen. Nur ich blieb dort oben. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich die absolute Gewissheit, dass in Kürze die Wolken aufreißen würden. Es war fast eine Überzeugung, die noch stärker als eine Visualisierung oder gedankliche Vorstellung war.
»Es kann nicht sein, dass, wo ich jetzt hier bin, der höchste Berg der Alpen, der Mont Blanc, nicht seine majestätische Größe zeigen sollte.«
Ich steigerte mich in diesen ziemlich unbegründeten Gedanken hinein. Allerdings wusste ich aus meinen bisherigen Erfahrungen, dass ein solches Hineinsteigern in Gedanken manchmal zur Erfüllung führt. Als ich dann schließlich doch absteigen wollte, hielt mich ein Ehepaar, mit dem ich mich während der Reise angefreundet hatte, zurück: »Warten Sie doch noch ein bisschen, es müsste gleich aufreißen.« Auch dieses Ehepaar hatte sich schon lange auf die Alpenrundreise gefreut und sich intensiv darauf vorbereitet und so wünschten sie es sich ebenfalls sehnlichst.
Also blieb ich noch und kaum zwei bis drei Minuten später begannen sich die Wolken nach unten zu bewegen, als ob sie vom Himmel gedrückt würden. Während ich das be-obachtete, eröffnete sich mir ein kurzer Ausblick und wenig später breitete sich ein wolkenloser Himmel über uns aus, und genau vor uns zeigte sich der majestätische Anblick des Mont Blanc. Wir waren sprachlos und in diese herrliche Aussicht vertieft.
Als ich plötzlich nach unten sah, war ich wieder erstaunt. Die Wolkenwand, die uns vorhin eingeschlossen hatte, bildete nun unter uns ein weites Wolkenmeer. Aus dem Wolkenteppich ragten hier und dort die einzelnen Spitzen des Matterhorns und anderer Berge heraus. Auch diese Landschaft war so großartig und schön, dass sie kaum von dieser Welt sein konnte. Mit angehaltenem Atem genossen wir eine Weile den Anblick.
Ich glaube, dass dies ein wunderbares Geschenk des Mont Blanc an mich und dieses Ehepaar war, so wie die Natur die Gebete der Aborigines beantwortet und ihnen Nahrung gibt. Die Natur antwortete auf den festen Glauben, dass wir unbedingt den Mont Blanc sehen wollten, dass die Wolkendecke bald aufreißen würde und dass es unmöglich nicht aufklaren könne.
Verjüngung
Als ich 94 Jahre alt wurde, hatte ich die Idee, ein Treffen zum 70-jährigen Studienabschluss zu veranstalten, blätterte in einer alten Namensliste und schrieb den einen oder anderen an. Die Antwortschreiben sahen wie Todesnachrichten aus, in denen die Familie nur mitteilte, wann der Betreffende verstorben war. Die Teilnehmer waren nur ich und ein weiterer Studienkollege, sodass wir zwei 94-Jährigen – zusammen mit einigen Teilnehmern aus dem Himmel – ein tief bewegtes Klassentreffen veranstalteten.
Dieser einzige andere Klassenkamerad lebte zwar noch, aber er war schon sehr gealtert. Nur ich war, je älter ich wurde, immer gesünder geworden, und wie ich es schon beschrieben habe, waren auch mit über neunzig Jahren meine Kondition und mein Gesundheitszustand dem Gefühl nach eher besser als je zuvor. Auch wenn ich älter werde, behalte ich doch meinen bisherigen Gesundheitszustand bei, oder aber Kondition und Gesundheitszustand verbessern sich sogar. Das ist von der Biochemie des menschlichen Körpers her gesehen unmöglich. Genau das passiert aber mit meinem Körper. Es ist die Wirkung der Vorstellungskraft und der Atemtechnik.
Das 8. Loch des Golf Clubs, bei dem ich Mitglied bin, ist ein aus Hügeln bestehender Parcours. Der Weg von der Abschlagzone bis zum Fairway steigt stetig die ganze Zeit an, und auch auf dem Fairway geht der Hang weiter. Ich habe diesen ansteigenden Weg seit Beginn meiner Mitgliedschaft dort gehasst. Wenn beim Spiel dieses 8. Loch an die Reihe kommt, feuere ich mich beim Laufen selbst unwillkürlich mit einem regelmäßigen »yo-kora-sho« an, und mir geht die Luft fast aus. Dies ist nun wirklich greisenhaft, so hatte ich die Idee, den Putter umzudrehen und als Stock zu benutzen, und damit konnte ich nun den Hang hinaufsteigen.
Da dieser Klub erst vor Kurzem gegründet wurde, sind viele der Mitglieder junge Leute und auch ihre Laufgeschwindigkeit ist anders. Während des Spieles lief ich nicht langsamer als die jungen Mitglieder, aber auf dem Weg zum Klubhaus nach Ende des Spieles, blieb ich doch tatsächlich wegen der Müdigkeit in Beinen und Hüften hinter der Gruppe zurück und ging mit schlürfenden Schritten hinterher.
Das ist langweilig, sehr langweilig. »Aber«, dachte ich, »wenn man mein Alter bedenkt – da lässt sich nichts ändern.« Doch auf einmal kam ich auf die Idee, meine müden Beine und Hüften zu verjüngen.
Während ich also die Kraft der Gedanken und den richtigen Atem einsetzte, stellte ich mir deutlich vor: »Mein Körper hat sich verjüngt, er hat sich verjüngt. So ein Hügel macht mir gar nichts aus, den kann ich locker hinaufgehen«, und ich visualisierte mich, wie ich ohne Stock forsch den Fairway hinaufschritt.
Des Weiteren bemühte ich mich, mir auf der inneren Leinwand auszumalen, wie ich auf dem Rückweg nicht hinter der Gruppe zurückblieb, sondern mit den Sportfreunden zusammen ging. Als ich das etwa drei bis vier Tage praktiziert hatte, kam der Tag meines wöchentlichen Spiels.
Als ich mich nun tatsächlich auf dem Parcours befand und der Hügel des 8. Loches an die Reihe kam, konnte ich den einst so anstrengenden Hügel ohne Probleme hinaufsteigen. Die Füße ließen sich auch leicht anheben und natürlich brauchte ich keinen Stock. Auch auf dem Weg zurück zum Klubhaus konnte ich ohne zurückzubleiben, neben allen anderen hergehen. Und nicht nur das! Obwohl ich bisher vom Klub bis nach Hause immer mit dem Taxi fahren musste, konnte ich diesmal – wie alle anderen auch – mit dem Bus und der Bahn nach Hause fahren, da ich mich nicht so müde fühlte.
Auch am nächsten Morgen konnte ich, obwohl ich mich sonst am Morgen danach im Bett gewälzt hatte, sofort aufstehen und ohne Hindernisse den Tag beginnen. Außerdem war dieser Zustand nicht auf dieses eine Mal beschränkt, sondern er hält bis heute unverändert an. Mein Körper hat sich eindeutig verjüngt.
Auch die Zeiger der körpereigenen Uhr können zurückgedreht werden
In Wirklichkeit ist es schwieriger, sich derart zu verjüngen, als eine Krankheit zu heilen. Bei einer Krankheit arbeitet die natürliche Heilkraft mit, um den Körper auf den Weg der Heilung zu bringen, aber einen Körper, der im Alterungsprozess natürlich abbaut, zu verjüngen, ist so etwas, wie die Zeiger der Uhr zurückzudrehen. Eine solche Umkehrung ist keine der natürlichen Fähigkeiten von uns Menschen. Eine Grippe kann man heilen, ohne Medikamente einzunehmen, aber es ist normalerweise unmöglich, einen gebeugten Rücken wieder aufzurichten.
Nur die Vorstellungskraft allein macht dies möglich. Das glaube ich jedenfalls. Und ich bin ein gutes Beispiel dafür. Es ist nämlich noch etwas Ähnliches geschehen:
Auf Grund meines hohen Alters passierte es mir manchmal, dass ich etwas vergaß, und besonders als ich über neunzig Jahre alt war, passierte es mir häufig, dass, wenn ich mich mit anderen Menschen unterhielt, ich mitten in der Unterhaltung die Worte vergaß. Ich konnte mich überhaupt nicht mehr an Namen von Menschen und Bezeichnungen von Dingen erinnern, oder sie lagen mir auf der Zunge, aber ich konnte sie irgendwie nicht aussprechen. Da irrte ich in der Umgebung der richtigen Antwort herum: »Wie sagt man da noch ...« oder drückte es anders aus und stahl mich aus der Situation davon und begann mich zu wiederholen.
Wenn ich mich mit ebenfalls betagten Menschen unterhalte und so etwas passiert, so ist es mit einem Witz abgetan, aber auf Vorträgen oder wenn ich mich mit jungen Leuten über meine Veröffentlichungen unterhalte, irritiere ich den Gesprächspartner nur damit, dass ich den Faden verliere oder Dinge vergesse. Bei einem derart unterbrochenen Gedankenfluss werden die Gespräche und die Begegnungen mit Menschen mühsam.
Eine Weile lebte ich so, aber eines Tages entschloss ich mich »So! Jetzt versuche ich, diese Vergesslichkeit zu kurieren!« Und ich wiederholte: »Meine Gehirnzellen verjüngen sich«, und ich schickte die Vorstellung an meine Gehirnzellen, damit sie in diese eindringen könne. In Gedanken und mit Gefühl visualisierte ich detailliert die Form der Zellen und stellte mir deutlich vor, wie sie lebhaft funktionieren. Die Wirkung stellte sich nach kurzer Zeit ein.
Ich bin nicht mehr um Worte verlegen, sondern kann direkt auf die Worte, die ich gebrauchen will, zugreifen. Es ist nicht mehr mühsam, mich mit Menschen zu unterhalten und ich kann auch meine Vorträge frei halten.
Siebzig Prozent der menschlichen Gehirnzellen schlafen, und es gibt eine Theorie, nach der sie überhaupt keine Funktion haben. Das sieht zwar auf den ersten Blick recht plausibel aus, aber es stimmt in Wahrheit nicht. Der menschliche Körper entspricht dem Universum, und es gibt nicht ein einziges, nutzloses Ding. Dass siebzig Prozent der Gehirnzellen zu null Prozent effektiv sind, das kann es nicht geben.
Es ist viel näher an der Wahrheit anzunehmen, dass jede einzelne Gehirnzelle nur dreißig Prozent ihrer Kraft einsetzt. Alle Zellen arbeiten, aber jede setzt nur dreißig Prozent ihrer jeweiligen Kraft ein. Die restlichen siebzig Prozent sind inaktiv.
Wie wäre es, wenn man sich vorstellen würde »meine Gehirn-zellen verjüngen sich, sie entfalten ihre Fähigkeiten zur Gänze« und mit der Atemtechnik frischen Sauerstoff und Energie in den Körper aufnehmen würde? Die inaktiven siebzig Prozent würden ebenfalls aktiv werden und man wäre mit der vollen Arbeitsfähigkeit von hundert Prozent ausgerüstet. Es schlummern noch viele verborgene Fähigkeiten in inaktivem Zustand in unserem Körper. Könnte man diese unbekannten Kräfte im Alltag wirken lassen, so könnten die Möglichkeiten des Menschen bis ins Unendliche gesteigert werden.
Derzeit fertige ich überhaupt keine Manuskripte für meine eineinhalb- bis zweistündigen Vorträge an. Ich mache mir auch keinerlei Notizen. Ich hole alles vor Ort aus den Schubladen in meinem Kopf hervor und kleide es in Worte, um darüber zu sprechen. Ich bleibe kein einziges Mal in meiner Rede stecken und verspreche mich auch nicht. Auch Fragen kann ich aus dem Stegreif beantworten.
Viele sind erstaunt darüber, wie rasch und intensiv die Methode bei mir wirkt, das kommt aber durch die Übung. Dadurch habe ich eine stärkere »Kraft der Gedanken« entwickelt als andere Menschen und ich glaube auf Grund meiner eigenen Erfahrungen zu hundert Prozent an die Wirksamkeit dieser Visualisierungen und setze sie im Alltag in den verschiedensten Fällen ein. Dies ist es, was mich und meinen Körper verjüngt.
Der Zen-Mönch Dôgen sagte, dem Sinne nach: Wenn du etwas willst, dann denke immerzu daran, ob du wachst oder schläfst. Wenn du das tust, dann werden auch schlechte Gedanken in Erfüllung gehen. Es ist schade, dass häufig das Böse in der Welt gedeiht und die Gier der dieses Böse aus-übenden Menschen – obwohl sie fehl am Platze ist – aufrichtig ist, weil die meisten von ihnen leidenschaftlich bei der Sache sind.
Wenn man deshalb mit demselben Eifer positive gedankliche Bestätigungen von »… habe ich getan« und »…habe ich geschafft« aussendet, sammelt sich die Energie für die Verwirklichung in unserem Inneren an, und sie wird nach außen geleitet, sodass der Wunsch in Erfüllung geht.
»Körper und Geist können sich durch die Kraft der Gedanken verjüngen.« Das habe ich so geschrieben, aber in Wirklichkeit ist es unmöglich, dass Kondition und Zellen sich verjüngen. Deshalb verjüngen wir uns durch die Vorstellungskraft eigentlich nicht, sondern kehren zum ursprünglichen Sollzustand der Gesundheit zurück.
Man kann getrost behaupten, dass der Mensch ein Lebewesen ist, das im optimalen Fall, bei bester Gesundheit geboren wird, und bei dem dann diese Lebenskraft Stück für Stück abnimmt. Die Zeit als neugeborener Säugling ist so betrachtet der »gesündeste Zeitpunkt« im Leben, danach durchläuft dieses Lebewesen einen Prozess, bei dem dieser Gesundheitszustand durch spätere Ursachen, wie Krankheiten, Vernachlässigung der Gesundheit und Stress reduziert wird.
Obwohl man ursprünglich als ein kräftiges und schnelles Pferd geboren wird, verringert sich die Kondition durch viele negative Einflüsse, man bekommt nicht genug Nahrung und wird zu einem schwachen und abgemagerten Pferd. Dieser abgemagerte Klepper ist der Zustand der heutigen Menschen. Mit anderen Worten: Gesund werden heißt nicht, Gesundheit zu erlangen. Es bedeutet, den negativen Zustand in den ursprünglichen, normalen Zustand zurückzuversetzen, und das sieht dann so aus, als ob man verhältnismäßig robust geworden sei und der Gesundheitszustand sich verbessert hätte.
Dass meine Beine und Hüften kräftiger wurden und meine Gehirnzellen wieder auflebten, ist nur durch die Vorstellung des Sollzustandes, des ursprünglichen Gesundheitszustandes und der Lebenskraft wieder erreicht worden, und es sieht nur so aus, als ob ich mich, im Vergleich zu vorher und zu anderen Menschen, verjüngt hätte.
Gesundheit bedeutet lediglich, zum ursprünglichen Sollzustand zurückzukehren.
Daraus ergeben sich zunächst einmal die folgenden beiden Punkte:
1. Jeder kann gesund werden.
2. Der größte Teil der menschlichen Fähigkeiten liegt brach.
Zu Punkt 1: Da jedem dieser »Sollzustand« angeboren ist, hat jeder die gleichen Möglichkeiten, selbst wenn er sich jetzt im Zustand eines Kleppers befindet, je nachdem, wie viel Energie er dafür investiert, in den Zustand eines schnellen Pferdes zurückzukehren. Deshalb können auch Sie es, verehrte Leserinnen und Leser, wenn ich es gekonnt habe. Ich konnte es gestern und Sie können es morgen – einen größeren Unterschied gibt es zwischen uns nicht.
Zu Punkt 2: Aus einem etwas anderen Blickwinkel betrachtet, kann man feststellen, dass der Mensch in seinem Körper einen Schatz an brachliegenden, verkümmerten Fähigkeiten besitzt. Die Placebo-Wirkung, einfach durch die Macht des Glaubens, ist dafür ein Beispiel. Außerdem gibt es das geflügelte Wort von den »Bärenkräften in der Not«: In Notfallsituationen kommt es vor, dass ein Mensch Kräfte entfaltet, die seine normalen Fähigkeiten bei Weitem übersteigen. Man kann diese, in Extremzuständen aktivierten Kräfte, aber als den Pegel unserer ursprünglichen Kraft ansehen. Wenn wir uns dessen nicht bewusst sind, lassen wir große Fähigkeiten latent in uns schlummern. Indem man diese Bärenkräfte nicht nur in der Not, sondern im Normalfall entfaltet, kann man sie in den Dienst der Verwirklichung seiner Gesundheit und der Erfüllung seiner Wünsche stellen. Wie bereits wiederholt gesagt, ist es die gedankliche Vorstellung, die Kraft der Visualisierung, welche dies ermöglicht.
Physiologische und genetische Grundlagen
»Jeder will lange leben. Aber keiner will älter werden.« Dieser – ironisch gemeinte – Ausspruch trifft den Nagel auf den Kopf und ist durchaus ernst zu nehmen, denn es ist jedem möglich, so wie ich, lange zu leben und sich seine Kraft zu erhalten.
Bis zu hundert Jahre gesund leben – das ist auf der Ebene der Gesundheit der Sollzustand des Menschen, da dies den ursprünglichen, latenten Anlagen des Menschen entspricht. Jeder hat eine Lebensspanne von hundert Jahren bekommen, jeder hat die Fähigkeiten, voller Vitalität hundert Jahre zu leben. Wenn wir also diese Fähigkeiten auf natürliche Weise entfalten, können wir lange leben, ohne zu »altern«.
Daneben gibt es auch die Theorie dass der Mensch genetisch dafür angelegt ist, 125 Jahre alt zu werden. Die Lebensspanne der Säugetiere berechnet sich aus dem fünffachen Zeitraum der Zeitspanne von der Geburt bis zur Reife, und unsere Muskeln und die Zellen der Organe wachsen bis zum Alter von 25 Jahren. Deshalb lautet die Theorie, dass wir bis 5 x 25 = 125 Jahre leben können, ich persönlich halte dies aber für eher unwahrscheinlich.
Und warum? Weil es fast keine Menschen gibt, die tatsächlich 125 Jahre alt wurden. Es gibt also für diese Theorie von einem 125-jährigen Leben kaum Beweise. Es ist zwar richtig, dass die Muskeln und die Zellen der Organe bis zum Alter von 25 Jahren wachsen, doch ich glaube, dass sie nicht der Bezugspunkt sein sollten.
Mit fünf multiplizieren sollte man nicht das Alter, in dem die Zellen der Organe, sondern dasjenige, in dem die Gehirnzellen aufhören zu wachsen. Die Gehirnzellen wachsen bis zum Alter von zwanzig Jahren. Mit zwanzig Jahren hören sie auf zu wachsen und nehmen dann in der rasenden Geschwindigkeit von 100.000 pro Tag ab. Deshalb muss man bei der Berechnung des Lebensalters des Menschen dieses Alter, in dem die Gehirnzellen aufhören zu wachsen, mal fünf nehmen, und dabei kommt man auf eine Zeitspanne von hundert Jahren.
Allein hier in Japan leben etwa 9000 Hundertjährige. Deshalb hat das auch eine Beweiskraft. Warum brechen mehr als die Hälfte von uns ihre gegebene Lebensspanne ab, indem sie ihre Fähigkeiten verdrängen und brach liegen lassen, wenn es doch selbstverständlich ist, dass man hundert Jahre alt werden kann? Wie bereits vorher erwähnt, behindern verschiedene negative Ursachen die angeborene Lebenskraft.
Viele von denen, die tatsächlich hundert Jahre alt sind, scheinen von Geburt an gesund und kräftig gewesen zu sein. Es gibt sehr viele, die keine besondere Gesundheitspraktik anwenden. Sie sind von Anfang an mit einer gesunden Anlage ausgestattet, ihr Immunsystem ist stark und sie haben wohl auch ein dickes Fell gegen negative Einflüsse. Dies ermöglicht ihnen ein langes Leben.
Wenn dem so ist, sind dann Gesundheit und ein langes Leben nicht von angeborenen Anlagen bestimmt? Nein, das ist nicht so. In meiner Kindheit war meine Lebenskraft fast null. Meinen derzeitigen hervorragenden Gesundheitszustand und mein überaus langes Leben habe ich mir durch meine eigene Atemtechnik und meine Methode der Visualisierung angeeignet.
Jeder hat die Möglichkeit, hundert Jahre alt zu werden. Das ist die Lebensspanne, die uns der Himmel gegeben hat, das ist unser ursprünglicher Sollzustand. Wir müssen nur durch die Anwendung der Vorstellungskraft und der Atemtechnik die angeborene Lebenskraft entfalten, diesen Soll-Zustand aktivieren und in den Ist-Zustand überführen.
Die Konzentration auf das Ziel
1. ein klares Ziel haben
2. an die Verwirklichung des Zieles glauben
3. auf das Ziel hin handeln.
Eine solche Einstellung ist notwendig, um die latenten Fähig-keiten zu erwecken. Zum Anvisieren eines klaren Zieles möchte ich Ihnen ein Beispiel geben, an dem ich nur indirekt beteiligt war.
Es ging darum, dass ich von einer großen Firma in Tokio um einen Vortrag über Gesundheit gebeten worden war. Ich fragte mich allerdings, ob das von der Geschäftsführung gewünschte Thema: »Gesundheit« für die Angestellten von irgendeinem Interesse sein würde, schließlich handelte es sich durchwegs um junge, gesunde Menschen, die wohl wenig Interesse an den Erzählungen eines alten Mannes über Gesundheit hätten. Außerdem war mein Name nicht sehr bekannt und der Eintritt war ziemlich teuer. Deshalb dachte ich, dass nicht so viele Leute kommen würden und es schon großartig wäre, wenn die Hälfte der Plätze besetzt wäre. Etwa eine Woche vor dem Vortragstermin rief mich der organisierende Abteilungsleiter mit der Nachricht an, dass, obwohl der Termin vor der Tür stand, kaum Anmeldungen vorlagen. Bei der Ankündigung war er von hundert Teilnehmern ausgegangen, aber bisher waren es leider nur dreißig. Und er bat mich ziemlich eigennützig, ob ich nicht mit meiner Vorstellungskraft die Anzahl der Zuhörer auf hundert erhöhen könne. Er hatte mein Buch gelesen und wusste über die Methode Bescheid. Ich antwortete ihm folgendermaßen:
»Diese Gelegenheit hat eine große Bedeutung für Ihr eigenes Leben. Wenn Sie hier Erfolg haben, wird das ein Pluspunkt für Ihr zukünftiges Leben als Geschäftsmann sein. Sie müssen dies als eine gute Chance optimistisch annehmen und es irgendwie erfolgreich abschließen. Aber Sie dürfen nicht andere Menschen darum bitten, sondern müssen diese Chance mit Ihrer eigenen Vorstellungskraft anpacken und diese selbst einsetzen. Ich unterstütze Sie hierbei überhaupt nicht.«
Dann gab ich ihm noch den Ratschlag, er solle sich deutlich vorstellen, dass sie gekommen seien, mehr als hundert Zuhörer, und er solle den vollbesetzten Hörsaal lebhaft visualisieren. Der Abteilungsleiter hatte gehofft, er könne meine Hilfe bekommen, und er schwieg wohl, weil er etwas enttäuscht war, aber schließlich sah er es ein.
Er praktizierte die schöpferische Kraft der Gedanken und der richtigen Atmung, visualisierte so, wie ich es ihm gesagt hatte, und er stellte sich vor, dass sogar die Presse zum Vortrag erschienen sei. Die Wirkung zeigte sich bald, und bis zum Tag vor dem Vortrag hatten sich 98 Zuhörer angemeldet. Dann, am Morgen des Tages, rief er mich noch einmal an und berichtete mit freudiger Stimme, dass sich soeben noch zwei angemeldet hatten und die anvisierten hundert Zuhörer erreicht worden seien.
»Das ist sehr gut. Bis zum Vortrag sind es aber noch sechs Stunden. Visualisieren Sie doch noch einmal bis dahin. Dann werden es bestimmt noch mehr«, ermunterte ich ihn und stieg in den Hochgeschwindigkeitszug (Shinkansen), da es Zeit geworden war, mich auf den Weg zum Veranstaltungsort zu machen. Als er mich abholte, sagte er mit freudestrahlendem Gesicht: »Wie Sie prophezeit haben sind noch mehr Anmeldungen gekommen. Es sind schließlich hundertzwanzig Zuhörer geworden«, so berichtete er stolz. Und auch ich konnte mich über diesen Erfolg aus ganzem Herzen freuen.
Diese Geschichte geht aber noch weiter: Ein Jahr später hielt ich dort wieder einen Vortrag, und diesmal schickte mir der Abteilungsleiter etwa zehn Tage vorher eine Liste von fast siebzig Zuhörern, die sich bis dahin angemeldet hatten. Auch diesmal stieg die Anzahl bis zum Schluss auf das Doppelte, also auf hundertvierzig Zuhörer an und auch diesmal hatte der Abteilungsleiter die Kraft der Vorstellung und des richtigen Atmens eingesetzt. Als ich mich näher erkundigte, erfuhr ich, dass es bei den in dieser Firma organisierten Vorträgen und Seminaren normalerweise so war, dass die Anmeldungen bis zehn Tage vorher eingingen, danach aber keine mehr eintrafen.
So konnte ich endlich auch verstehen, warum mich der Abteilungsleiter vor dem ersten Vortrag, für den er nur dreißig Anmeldungen verzeichnen konnte, so besorgt angerufen hatte. Mit Hilfe seiner Vorstellungskraft hatte er das normale Schema jedoch gleich zweimal durchbrochen und auch ich wurde mir wieder einmal der Macht der Vorstellungskraft bewusst.
In diesem Fall führte die Tatsache, dass der Verantwortliche willig und vertrauensvoll meinen Ratschlägen folgte, zu guten Ergebnissen. Wenn man zweifelt: »Auch wenn ich darum bitte, wird es denn tatsächlich in Erfüllung gehen?«, und wenn die Bitte mit Unsicherheit gepaart ist, wird es schwierig, zu einem Ergebnis zu kommen. Mit einem aufrichtigen und klaren, zielgerichteten Gefühl ohne Zweifel gelingt es ganz sicher, und das Geheimnis, wie man den Erfolg auf dem kürzesten Weg anlockt, besteht darin, zu visualisieren, dass es bereits gelungen ist.
Es verbirgt sich eine wirklich interessante Tatsache dahinter, warum so etwas passiert.
In meinen bisher erschienenen Büchern habe ich, um die lange Geschichte zu straffen, geschrieben: »Die Prostatahypertrophie, die innerhalb von drei bis vier Jahren langsam immer schlimmer wurde, erreichte mit neunzig Jahren dann endlich einen wirklich ernsthaften Zustand. Als ich mir dann in Gedanken meine Vision von Gesundheit ausmalte, begann bereits am nächsten Morgen der Urin wieder besser zu fließen. Und kaum eine Woche später war ich vollständig geheilt.«
Diejenigen, die diese Bücher gelesen hatten, wussten nicht, dass ich in den drei bis vier Jahren, in denen sich die Symp-tome entwickelten, bereits die Methode ohne Erfolg praktiziert hatte. Sie glaubten fest daran, dass gleich beim ersten Mal die Symptome sich gebessert hatten. Und als sie dann die Methode begeistert anwandten, hatten sie den Erfolg, an den sie glaubten.
In meinem Fall kam erschwerend hinzu, dass ich, als ehemaliger Arzt, mehr als der Laie über die Krankheit wusste. Ich wusste, dass die Prostatahypertrophie eine Krankheit ist, die nur durch eine Operation geheilt werden kann, und dies hat unbewusst die Funktion meiner gedanklichen Vorstellung behindert. Des Weiteren tröstete ich mich unterbewusst, dass ich mich ja immer noch operieren lassen konnte, wenn es mir nicht gelang, mich selbst zu heilen, und auch das war ein Hindernis für die Wirksamkeit der Vorstellung.
Diesbezüglich wird die Vorstellungskraft eines Menschen, der keine genaueren Kenntnisse besitzt und der nicht von Zweifeln behindert ist, stärker sein als die meine, und dadurch wird die Wirkung unmittelbarer eintreten.
Bei Versuchen, die durchgeführt werden, um die Existenz von übernatürlichen Kräften nachzuweisen, erhält ein Wissenschaftler, der fest daran glaubt, mit fast hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit positive Ergebnisse; wenn aber ein zweifelnder Wissenschaftler den Versuch durchführt, erbringt er mit ebenso hoher Wahrscheinlichkeit negative Ergebnisse. (Im Grunde beweist dies nur, dass die eigenen Vorstellungen und Erwartungen sich erfüllen, denn in beiden Fällen entsprechen die Ergebnisse den eigenen Gedanken und Erwartungen.)
In den modernen Wissenschaften wird ein Phänomen oder Gesetz allerdings erst wissenschaftlich anerkannt, wenn es reproduzierbar ist, das heißt, auch wenn ein Mensch ein Phänomen festgestellt hat, wird dieses nicht anerkannt, solange nicht viele andere das Experiment wiederholen und die gleichen Ergebnisse erhalten können. Daraus ergibt sich zwangsläufig, dass wir bis in alle Ewigkeit darauf verzichten müssen, dass die übernatürliche Kraft jemals wissenschaftlich anerkannt wird.
Klar ist allerdings, dass, wenn man einen Wunsch ausspricht und gleichzeitig Zweifel hat und unsicher ist, man sich selbst und die Erfüllung des Wunsches damit behindert. Das können auch die Menschen leicht verstehen, die nicht an die übernatürliche Kraft glauben.
Die meisten Skeptiker sind reich an Wissen, da sie jedoch häufig negativ denken, haben sie eine geringe Handlungskraft: »Dafür gibt es noch kein Beispiel«, »Unter diesen Bedingungen kann es nicht funktionieren« usw.
Menschen andererseits, die nicht einmal ein Halbwissen besitzen, und die die Dinge mit einer aufrichtigen Einstellung und positiv betrachten, können ihre Vorstellungskraft entwickeln und die Macht der Gedanken aktivieren und einsetzen.
Ich habe mir schon oft gedacht, wenn ein Kleinkind bereits über das Wissen und die Weisheit eines Erwachsenen verfügen würde, so würde der Mensch wohl nicht richtig laufen lernen. Wenn das Kleinkind anfängt zu laufen, fällt es immer wieder hin und steht immer wieder auf, ohne dabei wütend zu werden. Das Kleinkind hat eben noch nicht wie ein Erwachsener die negative Einstellung wie z.B. »Vielleicht kann ich gar nicht stehen?« Es hat sich in seinem Bewusstsein noch nicht beschränkt und Grenzen gesetzt. Ein Kleinkind ist sozusagen ein Bündel von aufrichtigem und positivem Bewusstsein. Und dieses führt dann schließlich dazu, dass es laufen lernt.
Aufrichtigkeit, Konzentration auf das Ziel, positives Denken – auch eine solche Einstellung ist ein unabdingbares Element für die Verwirklichung der Vorstellungen.
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