Kitabı oku: «BODO»

Yazı tipi:

Impressum

Bodo

Ich war der Messias

von Olaf Dietrich

Sie lesen die Bolero – Ausgabe.

ISBN: 9783969175910

© 2020, Olaf Dietrich

Alle Rechte vorbehalten.

Autor:

Olaf Dietrich

Bauerbankstr. 29

50969 Köln

Mailto: herrdietrich at gmx.de

Instagram: Ja: herrdietrich_offiziell

Youtube! Für die Musik....

Danke für Deine Aufmerksamkeit!

Coverfoto: Fietje.

Von Georg Frerich.

Mit freundlicher Unterstützung des NRW Landgestüts Warendorf.

Päädspimmeldesign by: Susanne Haas, Hamburg

Vorwort zur 2. Auflage

Liebe Smombies.

Willkommen zur Bolero – Ausgabe meines literarischen Werkes.

Bolero heisst hier übrigens:

Schön langsam.

Wie beim Sex...

Die eher intellektuellen Passagen, so wie

Diskussionen ect.

lest Ihr besser diagonal.

Viele sagen: Langweilig.

Ich so:

Quatsch!

Das ist dann eben mehr so für Späthippies mit humanistischem Abitur.

Ab 40...

Und: Formate, mein Arsch.

Die Programme sind nicht zuverlässig und was dann als Epub hinten rauskommt, hab ich keinen Einfluss drauf.

Also lest es einfach wie´s kommt....

Danke und Viel Spass!!

Inhalt

Der Messias Seite 1 - 384

Kapitel 1 - 83

Bodo Seite 384 - Ende

Kapitel 1 - 76

Epilog

Schrift: Times new Roman, gr. 14

Der „Messias“ entstand zwischen 2000 und 2015, immer

wenn ich Bock hatte.

„Bodo“ ebenso, ab 2017.

Ich hoffe, Ihr habt Spass, ich hatte ihn.

Der Messias

Kamerafahrt durch eine Schwingtüre hinein in eine Disco.

Musik, (Love, Sex, Intellegence, Donna Summer)

klare Luft, obwohl Einige rauchen, dunkle Beleuchtung

Das Publikum ist chic aber nicht Snob, ab 30.

Schwenk einmal v. links durch den ganzen Laden, endend auf einem Mann, Ende 30, der gerade reingekommen ist, sich umsieht und sichtbar zwischen zwei Tresen entscheidet, um sich dann, wenn man reinkommt rechts, erst mal an den Tresen zu stellen.

Die Bardame ist jung und blond, bemerkt ihn und nickt ihn an.

Ohne Gesprächston wird eine Bestellung erledigt, Getränk kommt, der Mann nippt, stellt ab und checkt erneut den Raum.

Von der Tanzfläche löst sich eine junge Frau, Anfang

30, braunes, langes Haar, lange Beine, höllisch knappe

Jeans, Spaghettiträgertop schwarz, kein Schmuck ausser einem

breitem goldenen Armreif links, halbhohe Pumps und gesellt sich

zu einer Freundin am Tresen gegenüber.

Nippen, Zigarette, Witz über irgendeinen Tänzer, man hört das helle Lachen der Beiden.

Zurück auf den Mann:

Er, völlig durchschnittliche Erscheinung,

schwarze Buntfalte, weisses Hemd, keinen Schmuck.

Sein Gesicht wirkt auffallend wach, aber ganz entspannt, als er den Raum scannt.

Er reagiert auf das sichtbar helle Lachen der zwei

Freundinnen am Tresen gegenüber, beobachtet die beiden kurz aber intensiv.

Wir sehen in einem Umschnitt seine hellwachen Augen

in einer Totalen, wie sie sich nach gegenüber einloggen und fast

lächeln.

Die Musik wechselt.

Prince: "Kiss"

Aus leicht erhöhter Sicht erkennt man den Kerl, wie er sich vom

Tresen löst, auf die Tanzfläche geht und anfängt, äusserst sexy

und begabt zu tanzen.

Wir zoomen in Richtung der Bar wo u. a. die zwei Freundinnen

stehen und man erkennt so gerade, wie sie verstummen, beider Blick über die Tanzfläche schweift und dann stehenbleibt.

Wir gucken mit, es beginnt gerade ein neues Stück.

Genuwine: "The Pony".

Unser Tänzer legt noch einen drauf, es wirkt ganz leicht, wie er

tanzt, und nach zwei weiteren Nummern schlendert er zurück zu

seinem Glas.

Schnitt auf die Brünette: Augen

Schnitt auf ihn: Augen

Sie gucken sich an ohne es wirklich zu bemerken.

Es passiert, während beide noch fest in ihrer Welt verankert

scheinen.

Er in der Musik und sie bei den Worten der Freundin.

Wie ferngesteuert geht er einfach hin, stellt sich neben die

Freundin, guckt die Auserkorene einfach tief an und lächelt.

Sie kann den Blick nicht abwenden, ist verunsichert bis

hypnotisiert und achtet auch nicht mehr auf die Ansprachen ihrer Freundin.

Die es jetzt auch bemerkt.

Steht einer neben Ihr, und nichts ist wie es war.

Dann macht der Typ noch zwei Schritte an ihr vorbei

und beginnt, ohne ein Wort zu sprechen, an der Brünetten zu

schnüffeln, genauer gesagt, an ihrem Haaransatz.

Ein- , Zweimal schnuppern, dann Rückzug und gucken, dann wieder schnüffeln.

Und die Brünette wehrt sich nicht.

Im Gegenteil.

Die Freundin ist fassungslos, als die Beiden ein Spiel für Nasen,

Augen und dann irgendwann auch Hände beginnen.

Wie junge Hunde.

Und dann schiebt er ihr irgendwann den Finger in die

Achselhöhle, zieht ihn wieder raus und hält ihn sich lächelnd

unter die Nase.

Woraufhin sie, da sie etwas kleiner ist, gleich

mit der ganzen Nase in Richtung der Seinen steuert, nochmal

schüchtern zu ihm hochguckt, dann die Arme um ihn legt und ihr Gesicht unterhalb seiner Schultern eingräbt.

Die Freundin steht daneben wie ´ne Ampel und kurz vor einem

hysterischen Anfall dreht sie sich einfach um und geht.

Die zwei Frischverliebten haben immer noch kein Wort gewechselt.

Die Umarmungen werden nach und nach intensiver und die Pausen erotischer, weil sie sich eben einfach immer nur ansehen und lächeln.

Dann wechselt die Musik. "Hot in here".

Er greift ihre Hand und sie hoppelt hinter ihm her wie ´ne Zehnjährige, die laut "Au Ja!!! " ruft.

Jetzt treiben sie ihr Spiel auf der Tanzfläche.

Es sieht aus wie geübt.

Ein Reigen.

Ein Pas de Deux.

Und je länger das geht, um so mehr gleicht "Dirty Dancing" einem Krippenspiel.

Mittlerweile machen andere Tänzer Platz und einige

verlassen, völlig genervt, den Innenraum der Dische.

Am Ende des dritten Stückes ist sie an ihm hochgeklettert,

versucht scheinbar ihn mit ihrem Bauchnabel zu ersticken und

lässt sich dann, Zentimeter für Zentimeter, an ihm runterrutschen.

Kaum auf den Füssen küsst sie Ihn das erste Mal, nur kurz, mit

spitzem Mund, greift dann seine Hand und zerrt ihn zum Ausgang.

2

Gut drei Jahre davor:

Beim Italiener:

Wir reisen mit dem Auge durch´s Restaurant.

Arno, so heisst unser Held, sitzt mit Sabine zu Tisch.

Man bemerkt, dass der Dialog freundlich aber distanziert ist, er macht ein paar Gesten der Unterwürfigkeit.

Sie ist das, noch nicht pummelige, häusliche Modell, das sich spätestens nach der zweiten Schwangerschaft ein hübsches Doppelkinn wachsen lassen wird.

M&M- Täschchen und Accessoires unterstreichen den

Eindruck, dass Sie sich wahrscheinlich ständig wäscht und Nachts lauter schnarcht als er.

Auffallend ist, dass er einige Male zu einer bildhübschen Tante am Nachbartisch ´rüberschielt, immer, wenn er denkt, dass seine Sabine nicht guckt.

Dann verlassen die Beiden das Lokal und biegen nach links auf

den Bürgersteig ab.

Die Zwei laufen Richtung Auto, U- Bahn, was weiss ich. . . .

Er versucht charmant zu sein:

- Und, hab´ ich Dich satt bekommen?

- Jaaa.

- Und wie kann ich Sie jetzt noch verwöhnen,

meine Teuerste ??

- In dem du einmal aufhörst nach anderen

Frauen zu gaffen.

- Hab ich doch gar nicht!

Sie bleibt stehen

- Das gibt´s doch gar nicht!!!

Da erzählst Du mir den ganzen Abend belangloses Zeug,

schielst Dir die Augen aus dem Gesicht nach dieser Tussi da

hinten und und bist auch noch so dreist zu glauben, ich hätte

das nicht bemerkt.

- Ich hab´ ein, zwei mal. . .

Sie IST sauer.

- Ach halt doch das Maul! Wie lange sind wir

zusammen, Hä ?? ´Ne Woche ?? ? Glaubst du, ich

bemerke nicht, dass du ständig nach anderen Weibern guckst ? Ich bin´s leid.

Glaubst du, mir tut das nicht weh ??

- Aber Schatz. . .

Eigentlich will er sich versöhnen, aber ihm fehlt die Kraft, oder

die Einsicht, oder der Wille. . . .

- Du willst mich gar nicht.

Sie wird langsam hysterisch, beginnt dafür wieder langsam

loszulaufen. . .

ER leicht genervt hinterher.

- Sabine, das ist doch nicht wahr. Mann, ey, ich

schwör´ Dir, das ist mir gar nicht bewusst. Ein Reflex halt, aber das hat doch mit Dir. . . .

- Ein Reflex!!! Du bist doch. . . . . .

Jetzt rastet sie ganz aus.

- Ich werd´ Dir zeigen was ein Reflex ist!

Sie schlägt mit der Handtasche nach ihm, trifft seine Schulter.

- Das ist so gemein, zu Hause hängst du nur

vor der Glotze und wenn wir ausgehen gaffst du jedem Arsch hinterher!

Er täuscht endlich Reue vor.

- Aber Mausbärchen. . . .

Sie rastet endgültig aus. . . . .

- Scheisse, Mausbärchen, Du bist so ein

verlogener, verdammter Schleimscheisser.

Lass´ mich bloss in Ruhe! Du und Deine Sprüche!

Liebe, für immer, ich, die schönste, Pah, Du brauchst doch nur eine die stillhält, einen verdammten Arsch ohne Gesicht brauchst du, an dem du Dich jucken kannst. Ach, hau´ doch ab, du . . . Wichser!!

Ich will Dich nicht mehr sehen!!!

Sie dreht sich um, geht mit gesenktem Kopf Richtung andere

Strassenseite los.

Auf dem Mittelstreifen dreht sie sich halb

um und ruft mit verheulter Stimme:

-Und ich hab´ Dir geglaubt. . . . .

Er schaut ihr nach.

Als sie schon weiter auf dem anderen Bürgersteig ist, hört er noch

- Nie wieder!!!

Er schaut immer noch.

Ohne jede andere Geste holt er einen

Tabaksbeutel aus der Tasche, entnimmt eine Selbstgedrehte,

macht sie an und geht langsam weiter, die ursprüngliche

Richtung. . .

3

Eine Kneipe von aussen.

Marke Rock ´n Roller- Treff.

Ein paar Fahrräder und Bikes auf dem Bürgersteig.

Von schräg gegenüber beobachten wir Arno, der am Horizont erscheint, rauchend, dann den Spliff wegwirft und mit hochgezogenen Schultern die Kneipe betritt.

In der Kneipe geht Arno direkt zum Tresen und ordert.

-Zwei Grosse.

Neben Ihm steht u. a. ein pseudo- cooler, Bomber- Filzjacke mit

Lederärmeln und Heavy- Metal- Bestickung, und mustert Arno.

Man nickt sich zu.

Zoom in den Rücken der Beiden.

Die Biere kommen.

Arno setzt an und trinkt 0, 5 in einem Zug.

Macht sich ´ne Zigarette und zündet sie an.

Trinkt das Nächste halb aus.

Der Coole hat sonst nix zu tun, mustert unseren Arno erneut.

- He, Arno, durstig, was ??

Arno knurrt

- Yepp!

der Andere ist auf ein Gespräch aus.

- Ärger ?? ?

Arno lässt sich drauf ein.

Mit einer fast schon schüchtern sich entschuldigenden Bewegung. . .

- Weiber!

- Die Blonde ?

- Der Horror. Franz noch Zwei! . . . Du auch ??

mit Geste

- He Franz, mach drei!!

Schweigen bis die Biere kommen, anstossen.

Weiterschweigen.

Arno grübelt.

Der Profi will weiterlabern.

Ey, ist doch kein Grund sich hängenzulassen.

Arno hat sich scheinbar zu einem Entschluss durchgerungen.

- Hast du was da?

- Ah, wer sagt´s denn.´N Halbes?

- Zwei, morgen is Charlie im Crown

- Mit "Bone" ??

- Mmh.

- Au weia.

- Du sagst es. . . .

- Und mal wieder Paadi, was ??

- Ey, ist ´n alter Kumpel, das mach´ ich gern.

- Der kriegts doch für lau.

- Und ich steh da wie ´n armer Arsch.

- Du bist ´n armer Arsch!

Unterm Tresen wird derweil gejodelt.

Arno holt zwei Hunderter aus so einem Asi- Klapp- Portemonnaie.

- Ja, Ja, und Du redest und redest. . Danke.

- Vielleicht sollte ich da morgen mal aufschlagen ??

- Kann nicht schaden. . .

Steckt´s vorne in die Jeans, trinkt das dritte Halbe aus, quält

sich vom Hocker, verschwindet.

Der Coole macht sich ´ne WEST- LITE an.

Zeitschnitt.

Arno kommt wieder.

- Und ??

- Ist Ok.

- Macht nicht so wach. . . .

Arno klaut Ihm eine

- Besser isses.

zündet sie an, zieht voll, zweimal ohne auszuatmen.

Trinkt das letzte Glas halb leer, raucht weiter.

Dann:

- Ich hau´ ab!

drückt die Kippe aus, trinkt aus, kommt erstaunlich schnell vom

Stuhl und klopft dem Pseudo auf die Schulter.

- Bis morgen und Danke!

Hey, nix zu danken, man sieht sich.

Dreht sich um und verschwindet im Halbdunkel.

Draussen aus der Vogelperspektive sehen wir Arno den Laden

verlassen und auf einen Kiosk zusteuern, der ein Stück die Strasse runter ist.

Schwenk vom Kiosk aus über die Nacht.

Musik setzt ein.

Prince:

"Joy in Repetition".

Der Schwenk endet mit einem Blick in das Fenster von Arnos Wohnung, ein Zimmer mit grosser Küche, und man sieht auf seinen Rücken, wie er auf einem Sofa sitzt, vor ihm auf dem Tisch das ganze Arsenal, einen Porno guckt und wichst.

4

Der nächste Morgen.

An einer Kreuzung mit Uhr hält um 20 nach 7 ein 12- Tonnen-

Getränkelaster der Firma Schnubendubel.

Wartet.

5 vor Halb kommt Arno angerannt und springt in die Fahrerkabine.

Schnitt in die Kabine.

Am Lenkrad sitzt Frank, 45, superschlax.

Supergenervt.

- Mojn.

- Hi!

Frank sagt nix, setzt den Truck in Bewegung, guckt auf die Strasse.

Arno

- Ey, das waren nur 5 Minuten!

Frank

- Is ja gut. . .

- Und sonst?

- Die Kleine hat die ganze Nacht geheult.

Zähne! .

- Verstehe!

Sie fahren weiter.

Irgendwann stehen sie wieder und liefern aus.

Wir sehen eine Strasse hinunter.

Links steht der Truck, die Beiden werden gerade tätig.

Rechts am Ende der stark befahrenen Strasse befindet sich

eine Metzgerei.

Schwenk auf den Bürgersteig.

Arno quält sich sichtbar ab, der Andere nicht so.

Schnitt.

Dann sind die Beiden fertig.

Das Fallkissen für die Fässer wird noch auf die Ladefläche geworfen, die Klappe zu, die Handschuhe aus. . .

Arno hat Hunger

- Frank, ich geh mal zum Pfeiffer, willste

auch??

-Nee, mir is schon schlecht.

-Oh, keee. . . .

Arno rennt ums Führerhaus ´rum, auf die Strasse, direkt vor einen Müllwagen.

Beide bremsen.

Zu spät.

Alles wird schwarz.

5

Ein Krankenhausflur.

Am Ende eine Tür, die sich öffnet und es erscheinen

Doktor Weber und Arnos Eltern, die Leanders.

Dr. Weber sieht erfahren aus aber sonst eben nur weiss.

Die Leanders sind ein bürgerliches, älteres Paar, dezent und teuer

gekleidet, dementsprechend distinguiert im Verhalten und bewegen sich sichtbar auf fremdem Terrain.

Der Arzt berichtet.

- Also er liegt noch im Koma. Und wenn er

wieder aufwacht, werden wir ihn sobald wie möglich wieder in ein Koma versetzen. Andernfalls würde er die Schmerzen nicht ertragen können.

(Sie gehen langsam den Flur hinunter und biegen dann irgendwie rechts oder links ab)

- Ja, Ja. . .

- Ihr Sohn hat Glück gehabt. Der Riss in der

Leber war relativ leicht zu beheben. Und dadurch, dass der Notarzt sehr schnell am Unfallort eingetroffen ist, war das Gehirn nach dem Herzstillstand nicht zu lange ohne Sauerstoff.

Man kann noch nicht genau sagen, ob es bleibende

Schäden geben wird, aber aus Erfahrung bin ich sehr

optimistisch.

Sie werden verstehen, dass zum jetzigen Zeitpunkt

(er zögert) , na ja, sagen wir es hängt auch sehr von ihm ab.

Die Mutter ist Ende Fünfzig und eigentlich gut in Schuss, wenn

da nicht die nackte Angst um ihren Sohn wäre.

- Was meinen sie?

- Na ja, sehen sie, was auch immer während so eines Komas passiert, ist relativ unerforscht.

Wir kennen, ehrlich gesagt, nicht die Grenze an der Schlaf endet und Koma beginnt und auch nicht die Grenze, an der Koma endet.

(Er rudert um Verständnis)

Klar ist aber, dass er für sein Alter in einem ziemlich, ahem, schlechten Zustand ist.

Vater Gerhard Leander ist schon älter und schneeweiss.

Sonst nur Haupthaar, heute auch Gesicht.

- Was soll das heissen?

- Nun, wir haben eine nicht geringe Menge

Drogen in seinem Blut gefunden, darunter hauptsächlich Cannabis und Kokain, aber auch Spuren von Aufputschmitteln und LSD.

Mama hatte keine Ahnung. . . .

- WAS ?? ?

Papa hat schon Schlimmeres gesehen. . .

- Ruhig Charlotte!

- Ich will Sie nicht beunruhigen. Das heisst

nicht unbedingt dass er depressiv war.

Fakt ist aber, dass nicht nur die Drogen einen Menschen

beeinflussen, sondern vor allem auch die Gründe, sie zu nehmen.

Na ja, (Er wiegelt ab) darüber zu spekulieren wäre aber

jetzt müssig.

Das wird sich zeigen wenn er aufwacht und dann in die Rehabilitation kommt.

Der Vater:

- Gibt es denn auch irgendwelche guten

Nachrichten ??

- Nun, er wird sich einige Monate lang

besonders über einen intakten rechten Arm freuen.

Die Eltern wissen nicht wie sie auf den Spruch reagieren sollen.

Schnitt. . .

Ein paar Tage später:

Intensivstation.

Ein Bett, tausend Geräte.

Wir gucken aus einer Ecke des Raumes über das Fussende des Bettes hinweg auf ein Fenster zum Flur.

Eine Schwester ist zu sehen, zierlich, schwarze Haare unter einer

Op - Haube.

Sie betreut gerade die Infusion.

(was sonst ?? )

Im Fenster erscheint das Trio von eben.

Pantomimisch erkennen wir die Frage der Mutter ob man hineinkönne und das abwehrendeVerhalten des Arztes.

Daraufhin nimmt der Vater seine Frau in den Arm und führt sie weg.

Dr. Weber nickt kurz der Schwester zu, die, wie wir, Richtung Fenster gespäht hat und geht dann ebenfalls.

Wir müssen Geduld haben.

In diesem Fall noch zwei weitere Wochen.

Dann zieht es uns wieder auf die Intensivstation.

Um´s Bett herum steht die ganze Blase, unter anderem ein grossgewachsener Glatzkopf, wohl der Chef vom Ganzen, nur ein Stift im Kittel, dann Dr. Weber und die kleine Schwester, Petra.

Schnitt auf´s Bett, Arnos Oberkörper im Mittelpunkt des

Interesses.

Er ist massiv eingegipst, Beine und linker Arm, ausserdem

am Kopf rasiert und bandagiert.

Sie haben den künstlichen Schlaf beendet und warten dass er aufwacht.

Was er dann auch tut.

Er blinzelt, hat von nichts ´ne Ahnung und bringt dann auch den

Klassiker:

- Wo bin ich ??

Das Wort ergreift ein typisch aussehender Professor.

- Das ist die Intensivstation der Polyklinik, Herr Leander, willkommen im Leben.

Arno staunt, Dr. Weber spricht:

- Sie haben sich ziemlich massiv mit einem

Müllwagen angelegt und wir hatten die Ehre

Sie zusammenzuflicken. Was zugegebenermassen nicht einfach

war, aber ich denke wir waren ganz gut.

Arno versucht sich zu bewegen, ganz vorsichtig, merkt aber, dass

das nicht ohne Schmerzen gehen würde.

Der Prof:

- Vorsicht, junger Mann. Sie verdanken es einer

grossen Portion Glück, dass sie überhaupt noch unter uns weilen.

A propos. . . (er zwickt in Arnos Füsse) spüren Sie das ??

Arno nickt. Er beginnt zu begreifen. . . . .

Ein dritter Doc hat die Liste:

- Um es klar auszudrücken, Sie hatten einen

akuten Herzstillstand, verursacht durch den Aufprall, ebenso einen Riss in der Leber und diverse kleinere innere Blutungen.

Sie haben immer noch sechs gebrochene Rippen, einen multiplen Bruch des linken Oberarmes und des Schulterblattes, glatte Brüche beider Unterschenkel, einen Kreuzbandriss im linken Knie und eine bereits abheilende

Fleischwunde am Kopf.

Arno lässt Luft ab.

Der Prof tröstet ihn, schon fast väterlich. . .

- Nur die Ruhe mein Freund, das wird schon

wieder. Wenn alles glattgeht, stehen Sie in 3- 4 Wochen so langsam auf und dann geht´s schon ab in die Reha.

Wir haben Ihnen alle möglichen Titanplatten eingebaut, das wird die Sache entsprechend erleichtern.

Arno blickt hilfesuchend in die Runde. Sein Blick landet bei

Schwester Petra, die ihm mit einem Lächeln Mut macht.

- War mal jemand hier?

Dr. Weber:

- Ja, Ihre Eltern und einmal eine junge

Frau, das ist wohl die Freundin ??

Arno murmelt

- Die Ex.

- Wir konnten feststellen das Sie aufregende Zeiten hinter sich hatten.

Arno schämt sich.

- Stimmt. . .

Dr. Weber:

- Na ja, das ist jetzt nicht so wichtig.

Wir werden Ihre Eltern benachrichtigen, dass Sie aufgewacht sind.

Und nach ein Paar kleinen Tests lassen wir Sie auch gleich wieder schlafen.

Und zwar ohne Medikation.

(er lächelt)

Und wenn Ihnen etwas fehlt, klingeln Sie einfach den Room- Service.

Schwester Petra lächelt extramüde zurück und die ganze Blase

schickt sich an den Raum zu verlassen.

Arno senkt den Kopf noch tiefer:

- Danke

Der Prof. :

- Gern geschehen, Herr Leander, gern geschehen. . .

Sie gehen alle bis auf Schwester Petra und Dr. Weber, die sich

einem Tisch voller Tests zuwenden.

Arno lässt den Kopf ins Kissen fallen und seufzt.

(Musik setzt ein. wieder: Joy in Repetition)

Wir verlassen den Raum auch, aber durch die Wand. . .

6

Der Flur vor Arnos Zimmer.

Die Zimmertüre öffnet sich und Arnos Eltern verlassen das Zimmer.

Sie geht leicht gebeugt, er nimmt sie in den Arm.

Sie schliessen die Türe und wenden uns den Rücken zu.

Aus der Richtung unseres Blickes kommt Schwester

Petra den Gang hinunter und betritt Arnos Zimmer.

Sie schliesst die Tür, dreht sich um, geht zum Tischchen.

Und murmelt

- Und, war´s schlimm.

Arno ist überrascht.

- Was?

- Na mit Ihren Eltern. Das war ja wohl die Beichte.

- Sie ha ´m wohl Erfahrung mit schwarzen Schafen?

- Da reicht Intuition.

- Wie man´s nennt. . .

- Und?

- Was und?

- Na, das Ergebnis!

Arno wird nachdenklich:

- Ach wissen Sie. . . .

- Soll ´n wir uns nicht duzen, ich meine, Sie werden ja noch ´ne Weile hier sein und ich auch. . . .

Er guckt sie an, freut sich:

- Klar. Ich bin Arno.

Sie verbeugt sich:

- Petra.

Er, ehrlich. . .

- Du bist nett!!

- Lenk nicht ab. Also, das Ergebnis.

Er sucht Worte ..

- Ey, das ist nicht leicht, weisste, (Pause)

Ich mein´ das mit den Drogen.

Das war jahrelang kein Problem, also, ich mein´ , isses auch jetzt nicht. äääh..... Also nicht wirklich.

Aber in letzter Zeit war wirklich alles Scheisse, egal, was ich gemacht hab.

(Er denkt nach. . . )

Nur irgendwann denkste dir einfach, was soll´s und schenkst dir ein.

Vielleicht DAMIT mal was passiert, womit Du nicht rechnest.

Hätte ja auch mal was gutes sein können. . . .

- Isses auch.

- Was meinste ??

- Ist nicht wichtig. Ja und deine Eltern ??

- Ach die sind total lieb. Inzwischen. Früher war ich echt der Arsch in der Familie. Aber sie haben sich damit abgefunden, dass ihr Baby nichts Grosses geworden ist.

Früher gab´s nur Stress, weil ich dieses ganze Getue, von wegen, unser Sohn soll´s mal besser haben, einfach zum Kotzen fand.

Wir hatten´s schon gut.

Aber da war irgendwie keine Liebe.

Nur diese glatte Oberfläche und für die hiess es sich gefälligst zu opfern.

(Pause)

Na, ich hab´ ihnen eben einfach verklickert dass ich´s jetzt im Griff hab.

Is ja auch nicht schwer nach so ´ner Kur.

Petra grinst.

- Tja, Not macht ehrlich.

Sie wendet sich ihm zu, tritt zum Bett.

- Sonst alles klar? Was macht der Rücken ??

- ´s gibt schlimmeres.

- Was?

Er lächelt verlogen.

- Ach nichts, hab´ ich nur so gesagt. ´s ist nur dass ich es einfach gemein finde.

Wenn sowieso schon alles Scheisse ist, kommt´s gleich noch dicker.

Und jetzt häng´ ich hier. Und kann nichts machen.

- Ist vielleicht ganz gut so, oder ??

Kannste wenigstens keinen Mist mehr bauen.

Er nickt genervt.

- Haste wohl recht.

(und seufzt)

Sie sammelt noch was ein, bemerkt auf dem Nachttisch bei den

Blumen ein Buch.

- Von Deinen Eltern?

- Ja. Ich hab´ ja noch einen Arm zum umblättern

Darf ich?

Sie guckt es sich an.

- Irgendsone Schote. Über Südafrika.

- Lieste gern?

- Kommt drauf an. Eigentlich schon. Ist nur schwer, was Vernünftiges zu finden.

- Und was ist vernünftig?

- Na Thriller, Spion und Spion, Sex and Crime, so ´n Zeug.

- Also eher NICHT so was hier.

Sie legt es weg.

Arno lacht.

- Nee, eher nicht.

Petra packt zusammen. . .

- Ich guck´ mal ob ich was habe.

- Mach dir keinen Stress deshalb.

- Nee.

Sie dreht sich zur Türe.

- Bis später. . .

- Ciao.

Er schliesst die Augen. Rückt sich zurecht, stöhnt leicht.

Und schläft sicher bald.

7

Arnos Zimmer, immer noch Intensiv.

10 Uhr morgens, Arno hört Musik über Kopfhörer.

Schwenk auf die Tür, die sich öffnet und Schwester Petra erscheint.

In der Hand drei Taschenbücher.

Ihr Outfit ist wie immer, aber sie hat heute Kajal aufgetragen.

Kleines pfiffiges Mittel....

Er bemerkt sie und nimmt den Kopfhörer ab.

- Hi!

Sie ist beschäftigt, wuppt ihre Routine.

- Morgen. Wie isses uns heute?

Er ist ganz gut gelaunt.

- Reif für die Tanzstunde.

- Was hörste?

- Prince, also The Artist oder auch Symbol genannt.

- Aha.

Er schwärmt

- Ey, der Typ ist genial. Nur eben nicht auf den ersten Blick.

- Och ´n paar Sachen find´ ich auch gut. À propos. . . .

Sie gibt ihm die Bücher.

- Hier.

- Was ist das?

- Illuminatus!

- Aha.

Er guckt sich eins an.

- Und worum geht´s?

- Tja, schwer zu sagen. Auf ´n ersten Blick

isses ´ne ziemlich verworrene Story, also bis Seite 100, 150 musste echt Geduld haben. Auf den zweiten Blick isses ´n Krimi, aber auch nur zum Spass.

Dann isses die Story von verschiedensten

abgedrehten Typen, die alle irgendwie miteinander zu tun haben.

Wirste schon sehen.

Aber eigentlich geht es um weisse Magie.

Wie meinste das?Na ja, Magie, also die echte, weisse Magie, ist die Lehre der Selbstgestaltung eigenen Persönlichkeit und wie

man so dasteht, also. . . . , du nimmst ja nur Dich selbst wahr,

also durch dich selbst, klar?

Arno zuckt mit den Achseln.

- Äh, klar!

- Und weisse Magie ist so quasi angewandtes positives Denken. Weiss wegen Positiv. Du entdeckst Dich selbst, erkennst Deine Prägungen und lernst nach und nach, sie zu verändern.

Du übernimmst praktisch Deine Erziehung selbst, noch mal neu, mit allen Erfahrungen die Du gemacht hast, aber auch mit wirklich aller Verantwortung für Dich selbst und Andere.

- Klingt gefährlich. . . .

Sie zeigt auf die Bücher.

- Ich find´s superlustig. Versuch´s mal.

- Wenn Du meinst.

Sie guckt ihn an, dass uns allen ein bisschen warm wird.

Sie kennt ihn schon auswendig.

- Ja, tu ich. Du musst es nur mit Humor nehmen.

Er schlägt mit der flachen Hand auf den Stapel.

- Gut! Ich versuch´s.

Sie bricht auf.

- Super. Bis später dann.

- Ciao.

Sie geht zur Türe raus, er setzt sich einhändig den Kopfhörer

auf, fummelt am iPod rum, beugt sich dann langsamst ´rüber, um zu trinken und lehnt sich genauso langsam mit Hilfe des Galgens zurück und schlägt von den Büchern, die noch auf seiner Decke liegen, das Erste auf.

Vorne drin zuerst ihr Stempel. Petra Schlüter, Strasse, etc.

Er blättert weiter bis es richtig losgeht:

"Der erste Trip, oder Kether".

Musik setzt ein, die erste Strophe von Anastacia:

"Not that kind".

Umblättern. . .

8

Schwester Petra, auf dem Flur, nachdem sie gerade das Zimmer

verlassen hat.

Sie strahlt, sie hat sichtbar einen Sieg errungen.

Beschwingt läuft sie den Flur hinunter, auf uns zu, und macht

noch so ´ne Art Becker- Säge, sehr weiblich.

Sie geht an uns vorbei und wir sehen eine Kollegin, Rosie, ebenfalls den Flur betreten.

Die Zwei kennen sich.

- Und?

- Was, und?

- Was gibt´s neues vom Helden?

- Ach sooo. . . . Der macht sich!

- Was heisst das?

Petra schmunzelt.

- Er nimmt Nahrung an.

Rosie winkt ab.

- Du und deine Mission.

Petra wehrt sich.

- Ey, es ist wissenschaftlich erwiesen, dass

Menschen durchaus, und vor allem nach schweren Unfällen oder einschneidenden sozialen Zwischenfällen, in der Lage sind, frühkindliche Prägungen zu verändern.

Das ist schon soweit beobachtet worden, dass Leute sich völlig von ihrem früheren Leben verabschiedet haben, so ´ne Art Midlife- Krise in vier Wochen erledigt haben.

(Bei diesem Satz schmunzelt sie wieder. . . . )

Ich kann das eigentlich auch nicht glauben, deshalb will ich das mal Live erleben.

- Und du meinst der schnappt an?

Hach, dieses Lächeln!

- Fertig genug ist er. Wenn du mich fragst, der

ist nur vor ´n Laster gelaufen, weil er ´ne Auszeit brauchte.

Und überhaupt, "vor ´n Laster gelaufen", lass´ dir das doch mal auf der Zunge zergehen, da weisste doch Bescheid, oder ??

- Also ICH glaube, du träumst.

- Kann ja sein aber jeder braucht irgendein Hobby.

Ausserdem stell´ ich mir den ganz süss vor, wenn er wieder heil ist. . . .

(Sie kichert).

Das einzig Blöde ist, dass er nächste Woche auf die Orthopädische kommt, zum Bewegungstraining, und dann müsste ich vor oder nach der Schicht hin.

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Yaş sınırı:
18+
Litres'teki yayın tarihi:
08 temmuz 2025
Hacim:
580 s.
ISBN:
9783969175910
Yayıncı:
Telif hakkı:
Bookwire
İndirme biçimi:

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