Kitabı oku: «101 Dinge, die ein E-Mountainbiker wissen muss»

Mit dem E-Bike macht es auch bergauf Spass!
Oliver Weinandy
101 Dinge die ein E-Mountainbiker wissen muss

Inhalt
Vorwort
1 Radsport | Was den Reiz ausmacht
2 E-Bike-Boom | Warum der Kreis der Fahrer gewachsen ist
3 Suchtfaktor | Warum das Biken so ansteckend sein kann
4 Fehlermeldung | Mit Anglizismen sollte sich der E-Biker vertraut machen
5 Naturerlebnis | Was man erleben kann, wenn man sich die Zeit nimmt
6 Waldwege | Wo das Mountainbiken Sinn macht und wo nicht!
7 Lichtverhältnisse | Wann Mountainbiken Sinn macht und wann nicht
8 Fahrweise | Wie man den Wald schonend befährt
9 Freundschaft | Was uns mit anderen Waldnutzern verbindet
10 Reisezeit | Wo Biken am schönsten ist
11 Einzelhandel | E-Mountainbiken aus Sicht eines Einzelhändlers
12 Kaufberatung | Welcher E-Bike-Typ bin ich?
13 Bike-Style | Was es sich zu tragen lohnt
14 Anbauteile | Was man alles so »verbauen« kann
15 Nachrüstung | Ein Bio-Bike zum E-Bike umbauen?
16 Materialschlacht | Welche Werkstoffe beim E-Bike Verwendung finden
17 Bike-Industrie | Woher kommen die Innovationen?
18 Bike-Transport | Das E-Bike mit in den Urlaub nehmen
19 Aussteiger | E-Mountainbiken auf Teneriffa
20 Reichweite | Wie lange kann man mit Motorunterstützung unterwegs sein?
21 Kurshalten | Wie abhängig man von der Technik ist
22 Akku, Motor, Sport | Antriebssysteme ins Design integriert
23 Bike-Historie | Woher der Sport stammt
24 E-Bike-Historie | Als das Fahrrad elektrifiziert wurde
25 E-Bike-Familie | Typen von E-Bikes
26 Bike-Technik | Warum der Biker technisches Verständnis mitbringen sollte
27 Sportarten | Wo Mountainbike-Sport stattfindet
28 Downhill | Hier geht es schnell bergab!
29 Enduro-Rennen | Der Mix macht’s
30 Marathon-Rennen | Mit Fleiß und Kondition zum großen Ziel
31 Cross-Country | Ein hochinteressantes Kreuz und Quer
32 FourCross | Eine fast olympische Radsportart
33 Dirt Jump | Nur Fliegen ist schöner
34 Tourenfahren | Mit Genuss durch die Lande
35 Wirtschaftsweg | Klassifizierungen in Wald und Flur
36 Singletrail | Je schmaler der Pfad, desto größer der Spaß
37 Fahrtechnik | Wie man sicher durch die Wälder kommt
38 Grundposition | Wie stehe ich richtig im Bike?
39 Bike-Balance | Wie verbessere ich meinen Gleichgewichtssinn?
40 Bremsmanöver | Wie man eine effektive Bremstechnik erlernt
41 Sportliche Kurve | Wie man elegant die Kurve kratzt
42 Spitzkehre | Wie man gefühlvoll um die Ecke schwingt
43 Uphill Wheelie | Auf die Belastung kommt es an
44 Absteigen | Gefahrenlos die Fahrt unterbrechen
45 Aufsteigen | Die Fahrt bergauf sicher fortsetzen
46 Schiebetechnik | Moderne E-Mountainbikes mit Schiebehilfe
47 Tragetechnik | Wenn der Weg blockiert ist
48 Beinfreiheit | Warum man Sattelstützen absenkt
49 E-Bike-Fahrtechnik | Der Weg vom Trial-Meister zum E-Fahrtechniker
50 Singletrail-Skala | Schwierigkeitsstufen bei Abfahrten
51 Uphill-Skala | Warum es auch für bergauf eine Klassifizierung gibt
52 Tourplanung | Was man für die E-Bike-Tour benötigt
53 Ernstfall | Was man für Pannen dabeihaben sollte
54 Trail Rules | Verhaltenshinweise für Gebirge, Wald und Flur
55 Erste Hilfe | Was man im Notfall beherrschen sollte
56 Lastenrad | Die Bauweise verhindert den Geländeeinsatz nicht
57 Hardtail | E-Hardtail hat Vor- und Nachteile
58 Voll gefedert | Das E-Fully
59 Akkuladung | Den Lithium-Ionen-Akku überwintern
60 Federgabel | Wie tief muss die Gabel eintauchen?
61 Federweg | Richtwerte für den passenden Luftdruck
62 Einstellvorgang | Das Einstellen der Dämpfer
63 Trinkflasche | Wissenswertes zum Flüssigkeitshaushalt
64 Laufrad | Alu oder Carbon – das Laufrad bekommt alles ab
65 Reifenwahl | Was ist anders an speziellen E-Bike-Reifen?
66 Reifengrößen | Warum sogar die Reifengröße 650b nicht ausreichend sein kann
67 Schlauchlos | Wie man der Reifenpanne einen Riegel vorschiebt
68 Reifendruck | Weniger ist manchmal mehr
69 Tretlager | Um das Zentrum dreht sich alles
70 Fahrradsattel | Wer gut sitzt, der gut fährt
71 Sattelstütze | Eintauchen in die Technik
72 Plattformpedal | Wie man am sichersten pedaliert
73 Bremskraft | Der hydraulische Rettungsanker
74 Bremskolben | Mehr ist mehr, besser und sicherer
75 Bremsbeläge | Welcher Belag hat Vorteile?
76 Motorkraft | Am Berg muss er stark sein!
77 Steckachse | Wie wird das Rad fixiert?
78 Geometrie | Für jede Größe eine eigene Bezeichnung
79 Oberrohr | Was wichtig ist bei der Wahl der Rahmengröße
80 Schrittmaß | Was Reach und Stack für die Auswahl der Rahmengröße bedeuten
81 Bandbreite | Von Zehn- über Elf- bis Zwölffach-Schaltungen
82 Bike-Check | Was man vor der Fahrt prüfen sollte
83 Custom Bikes | Pimp my Ride!
84 Familienfreundlich | Wie das E-Bike die Familie sportlich verbinden kann
85 Wegepflege | Was jeder zum Erhalt der Natur beitragen kann
86 Trail Scout | Wer keine Ortskenntnis hat, braucht einen Wegbegleiter
87 Bike Guide | Mehr als nur ein Wegbegleiter mit der Lizenz zum Führen
88 Ausbildung | Wir wird man zum Scout?
89 Mitglied | Nutzen und Unterstützung der DIMB
90 Bike-Passion | Parkranger und Trailbauer
91 Schutzausrüstung | Körperschutz als Lebensversicherung
92 Sturzflug | Liegenbleiben ist keine Alternative!
93 Air Time | Wenn der Biker in die Luft fliegt
94 Sicher biken | Der Helm bringt zusätzliche Sicherheit
95 Umweltverträglichkeit | Die Entkräftung eines Vorwurfs
96 Bikeparks | Downhill und Uphill-Flow in offiziellen Sportstätten
97 Trailhund | Mit dem Vierbeiner beim Biken
98 Inspektionsintervall | Wann man eine Werkstatt aufsuchen sollte
99 Diebstahl | Wie man Langfingern das Leben schwermacht
100 Bike-Abenteuer | Tipps vom E-Bike-Profi und Bike-Bergsteiger
101 E-Bike-Zukunft | Wie ich selbst zum E-Biken kam
Bildnachweis
Impressum

Die E-Mountainbikes bei dieser Expo-Veranstaltung konnten von Interessierten ausgeliehen und auf Tauglichkeit geprüft werden.

Ein professioneller Pumptrack bei einer BIKE-Expo, die Wellenbahn verspricht Spiel und Spaß für jedes Alter.

Bunt gemischte Mountainbike-Gruppe mit Fahrerinnen und Fahrern jeden Alters auf einem Promenaden-Radweg
Vorwort
Als was wurden die E-Biker nicht schon alles bezeichnet? Als Selbstbetrüger, Betrüger und sogar als Bestatter der Abendlandkultur. Wer sich jedoch objektiv mit dem Thema E-Bike und elektrifiziertem Fahren auseinandersetzt, der wird schnell feststellen, dass die Vorwürfe nichts als Vorurteile sind, die sich beim genaueren Hinsehen und Testen als unrichtig oder voreingenommen herausstellen. Das E-Bike ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen und die ersten E-Mountainbikes ersetzen heutzutage bereits Kraftfahrzeuge, sowohl beim Hobby-Einsatz als auch beim Weg von der und zur Arbeit. Die Elektrifizierung des Mountainbikes hat den MTB-Sport auf den Kopf gestellt. Keine Innovation hat solchen Einfluss auf Klientel und Branche genommen wie die E-Pedelecs.

Wenn auch hier mit leicht übertriebenem Werkzeug angegangen, die Vesper-Pause während einer Tour ist von entscheidender Wichtigkeit.
Ich möchte Sie in diesem Ratgeber mitnehmen, Ihnen grundlegende Informationen und Wissenswertes rund um das Thema E-Mountainbiken mitgeben, um schon vor dem Kauf eines Rades für das neue Hobby gewappnet zu sein. Mittels der gesammelten Informationen und der Interviews mit Fachleuten können E-Bike-Neulinge, aber auch Umsteiger mehr als nur einen Eindruck davon bekommen, was es bedeutet, mit einem elektrifizierten Fahrrad in der Natur unterwegs zu sein. Das Zusammenspiel der einzelnen Wald- und Wegenutzer-Gruppen soll in seiner Vielfalt durch die vermittelten Informationen gefördert und verbessert werden. Aus diesem Grund wurden sowohl historische Ausführungen zur Entstehung des Sports und der Entwicklung des E-Bikes eingebracht wie auch Erklärungen zum Befahren von Wald und Flur sowie zu klassifizierten oder unklassifizierten Wegarten. Ziel dieses Buches ist es, Denkanstöße zu geben und die Freude am Gefährt und vor allem am Fahren in der Natur zu fördern.
1 Radsport
Was den Reiz ausmacht
Umweltschutz, Kraftstoffpreise, Corona – die Gründe, auf ein Fahrrad umzusteigen, sind vielfältig. In Deutschland verkaufte der Handel laut Zweirad-Industrie-Verband im ersten Halbjahr 2020 rund 9 Prozent mehr Fahrräder als im Jahr 2019. Der Anteil der E-Bikes am Gesamtverkauf lag 2020 bei 34 Prozent.
Der Mountainbike-Sport ist noch jung – relativ jung! Seine Taufe fand er beim Bergabfahren. Der ursprüngliche Ansporn im Bike-Sport war es, aus eigener Kraft über Berge und durch Täler zu pedalieren. Anfangs als reines Fortbewegungsmittel eingesetzt, wurde das Fahrrad aber schnell auch zu Vergleichen herangezogen, um festzustellen, wer der Schnellste auf der Runde war.
Egal ob Rennsportler oder Tourenfahrer, der Genuss sich an der frischen Luft zu bewegen und die damit verbundenen Eindrücke stehen sicherlich noch immer an erster Stelle, wenn man sich ein Fahrrad anschafft. Beim E-Biken rückt der Aspekt des Fortbewegens aus eigener Kraft leicht in die zweite Reihe, da der Motor ja eine unterstützende Hilfe bietet. Die Beweggründe, mit einem E-Bike zu fahren, können vielfältig sein. So kann man mit einem E-Bike nach getaner Arbeit gut und gerne noch eine 30- oder 50-Kilometer-Tour zum Feierabend einplanen, ohne großen Zeitdruck und ohne bis spät in die Nacht unterwegs sein zu müssen. Der körperlich beanspruchte Werk- oder Handarbeiter hat so beispielsweise die Möglichkeit, sich und seinem Körper etwas Gutes zu tun, ohne ihn an die Grenzen der Belastbarkeit zu führen. Gleiches gilt für den Büro-Jobber, der mit einer Fahrt über die Hügel der Umgebung einen Ausgleich zu seiner sitzend ausgeführten Arbeit schaffen kann.

Wer viel radelt, der möchte auch viel und gut essen, wie diese Gruppe hier während einer Einkehr auf der Insel Teneriffa.

Vor jeder Panorama-Blick-Belohnung steht ein Aufstieg mit dem Bike, der mal mehr und mal weniger anstrengend ausfallen kann.
Für körperlich beeinträchtigte Menschen kann der Motor am Velo die rettende Idee für den Erhalt des Hobbys sein. Viele benachteiligte Menschen freuen sich, so eine Möglichkeit der Fortbewegung zu haben. Die verschiedenen Bauarten, wie zum Beispiel das Lastenrad, zeigen hier erstaunliche Möglichkeiten auf! Doch auch für den Einsatz in Wald und Flur hat die Entwicklung des Geländerads oder des Mountainbikes eine neue und elektrische Richtung eingeschlagen, von der hier in den folgenden Kapiteln die Rede sein wird.
2 E-Bike-Boom
Warum der Kreis der Fahrer gewachsen ist
Die COVID-19-Pandemie und die damit verbundene »Stay at Home«-Einstellung vieler vernünftiger Menschen hat natürlich auch dazu beigetragen, dass die eigene Heimat vielerorts zum Haupt-Reiseziel geworden ist. Die Motor-Unterstützung der E-Bikes lässt viele Leute den Schrecken vor steilen Anstiegen verlieren. Extreme und zeitraubende Vorbereitungen sowie Trainingsrunden, um eine Radtour möglich zu machen, scheinen sich auf den ersten Blick in Luft aufgelöst zu haben. Wer jedoch tiefer in die Materie eintaucht merkt schnell, dass anspruchsvolles E-Mountainbiken doch einer Menge Vorbereitung bedarf.

Der symbolisch gebildete Kreis der Teilnehmenden einer Gruppen-Bike-Tour wird zum Anstoßen mit Erfrischungsgetränken genutzt.
Wenn der erste Schritt mit dem Erwerb des E-Bikes getan ist, sind die folgenden nur noch eine Pedalumdrehung entfernt. Das Bike selbst ist ein Eyecatcher, die verwendete Technik lässt in jedem Fahrer die Freude auf das Ausprobieren aufkommen. Nicht ohne Grund sind E-Bikes begehrt und in den vergangenen Jahren zu regelrechten Verkaufsschlagern geworden. Die fortschreitende Akku- und Motorentechnik ebnete den Weg dorthin. Fast alle Hersteller konventioneller Mountainbikes haben die Produktion von E-Bikes ins Sortiment aufgenommen.
So hat sich im E-Bike-Bereich seit der erstmaligen Verwendung von Hilfsantrieben einiges getan: Die Schiebe-Hilfe am E-Mountainbike kommt dann zum Einsatz, wenn Anstiege nicht mehr zu bewältigen sind. Für die E-Enduro-Fraktion verbaut man beispielsweise seit Neuestem Tauchrohre mit 38 oder 40 Millimetern Durchmesser und Federwegen von 130 bis zu 200 Millimetern.
Um das Ausprobieren verschiedener Bikes wird der Einsteiger jedoch nicht umhinkommen – denn ein gutes Fahrgefühl stellt sich nur ein, wenn der Käufer auch ein gutes Gefühl bei der Sitzprobe und beim Kauf an sich hat. Es empfiehlt sich sogar ein Bike-Fitting, bei dem ein Experte die bequemste und ergonomisch beste Sitzposition für den jeweiligen Fahrer herausfindet und einstellt.

Wunderschöne Trails, herrliche Ausblicke und spektakuläre Abfahrten versüßen den Tag und jede Tour mit dem E-Mountainbike.
3 Suchtfaktor
Warum das Biken so ansteckend sein kann
Die Akzeptanz des E-Mountainbikes bei den sportlichen BioBikern steht seit ihrer Markteinführung ständig auf der Kippe. Manche steigen zwangsweise (etwa wegen einer Verletzung), andere freiwillig um oder sie schaffen sich ein Zweitrad mit Elektro-Motor-Unterstützung an. Ein Teil der Bio-Biker ist vom sogenannten Selbstbetrug der E-Mountainbiker, was die erbrachte »Leistung« betrifft, überzeugt und sieht dadurch die eigenen Leistungen geschmälert. Das sind natürlich hanebüchene Ansichten und Einstellungen, denn es geht hier nicht darum, Vorwürfe zu entkräften oder Werbung zu machen. Es geht um Toleranz und um den Spaß an der Bewegung. Egal, ob sie aus eigenem Antrieb oder durch einen Hilfsmotor entsteht.

Der Stuntfahrer und mehrfache Trial-Weltmeister Tom Öhler während einer seiner Vorstellungen, bei denen er perfekte Bikebeherrschung demonstriert.
Bikern, die mit freien Gedanken und wissbegierig zu einer Bike-Tour aufbrechen, wird der maximal erreichbare Spaß zuteil, und das meist schon an der ersten Weggabelung! Wer seine erste größere Ausfahrt mit einem E-Mountainbike in Angriff genommen hat, den ersten Berg erklommen, den ersten Talblick und die damit verbundene Aussicht genossen hat, dem eröffnet sich eine neue und einzigartige Welt aus Genuss, Spannung und Spaß.
Sich selbstbestimmt in diverse Himmelsrichtungen aufmachen zu können, ist eines der letzten Abenteuer, die man heute noch vor der eigenen Haustür erleben kann. Dies ist wohl einer der Hauptgründe, sich in Wald, Flur und Natur aufzumachen, und das gilt für Bio- wie für E-Mountainbiker gleichermaßen. Ein Ansinnen und ein Anspruch, der verbinden sollte statt zu trennen. Jeder, der seine Augen vor den Schönheiten der Natur nicht verschließt, wird mit Eindrücken durch Panoramen, aber auch mit der wachsenden Erfahrung auf und mit dem E-Mountainbike belohnt werden und im Nachgang mehr davon wollen! Achtung, hier lauert in mehrfacher Hinsicht Suchtgefahr!
Mountainbiker, die sich zusätzlich mit den technischen Seiten des E-Sports und des Mountainbikes an sich befassen, können von einer weiteren Sucht befallen werden: Mit dem Eintauchen in die Zwischenwelten des Mountainbikens eignet sich der Biker zusätzliches Fachwissen an. Es ist genauso wichtig, eine Karte lesen zu können, wie es wichtig sein kann, den platten Reifen selbst zu reparieren oder zumindest einen neuen Schlauch aufzuziehen. Selbst Menschen, die nicht so technikaffin sind, eröffnen sich neue Perspektiven und eine selbst durchgeführte Reparatur kann den Ausführenden genauso stolz machen wie das Erreichen des Tagesziels bei einer selbst zusammengestellten Tour.

Ausstellungen und Test-Veranstaltungen tragen durch die diversen Möglichkeiten der Betrachtung und des Testens zur Verbreitung der Bikes bei.
4 Fehlermeldung
Mit Anglizismen sollte sich der E-Biker vertraut machen
Mountainbike, Flow, Skills, Downhill, Track-Stand, Uphill-Flow und viele Begriffe mehr finden ihre Anwendung in Fachzeitschriften und in Internetforen. Der Gebrauch im täglichen Umgang mit dem Bike erfordert das Wissen um deren Bedeutung nicht zwangsläufig, aber etwas mehr Verständnis führt auch zu mehr Wissen (Knowhow) und einer starken Verbindung mit dem neuen Hobby. Wer aber nach dem Kauf eines E-Bikes das Gefährt mitsamt Motor einschaltet und dann erstaunt auf ein Display mit einer Fehlermeldung namens »Error mit Nummer XY« schaut, noch bevor die erste Pedalumdrehung getätigt ist, für den ist Information eine Pflicht.

Fehlercodes und deren Deutung
Was tun, wenn’s nicht läuft? Eine Frage für alle Bereiche, aber besonders dringlich, wenn das motorbetriebene und doch recht schwere Mountainbike streikt und keine Unterstützung beim Fahren bietet. Im Display wird ein Fehlercode angezeigt. Doch was will uns das E-Mountainbike damit sagen? Wie kann man schnell Abhilfe schaffen, um doch noch ans Ziel zu kommen? Mit einigen recht simplen Maßnahmen kann oft schon erreicht werden, dass die Fahrt weitergeht. Die häufigsten Probleme, die im E-Bike-Einsatz auftauchen, kann der Biker oft selbst lösen.

Der E-Mountainbiker fährt mit Hilfe des sogenannten Uphill-Wheelies eine steile sowie steinige Auffahrtsrampe hinauf.
Durch das Betätigen des Ein-/Aus-Schalters an Bike oder Akku und Display kann man ähnlich wie bei einem Computer das System herunterfahren und nach einer Wartezeit von 20 Sekunden wieder hochfahren. In den meisten Fällen stellt das System auf diese Weise wieder eine korrekte Verbindung der Komponenten her.

Kleines, aber feines Display des Herstellers Shimano mit Fehlermeldung (WO13). Ausgelöst durch vor dem Start belastete Pedale

Fehleranalyse
Lässt sich der Fehler dadurch nicht beheben, sollte man etwas tiefer ins System eintauchen und weitere Dinge prüfen: Die vorhandenen Steckverbindungen kann man durch einfaches Abziehen und anschließendes erneutes Einstecken auf Funktionalität überprüfen. Auch sollte geprüft werden, ob der Akku korrekt in der Halterung eingerastet ist, und »by the way« kann man mit einem Blick auf das Display auch den Stand der Ladung checken. Ist der Akku aus der Halterung entfernt, so können die Kontakte auf Korrosion geprüft werden. Auch die Kontakte des Displays können beeinträchtigt sein, wenn dieses nicht richtig eingerastet ist. Wurde der Speichenmagnet nicht richtig angebracht oder hat er sich in seiner Position verändert, kann dies der entscheidende Fehler sein. Durch zufälligen Kontakt mit den Füßen oder durch andere Einflüsse kann er verändert worden oder gar verloren gegangen sein.
Sind dies nicht die Ursachen des Ausfalls, so muss man sich eingehend mit den diversen Fehlermeldungen auseinandersetzen. Je nach Hersteller können diese unterschiedlich lauten. Häufig lässt sich die Lösung online finden, indem man nach dem Fehlercode und dem Hersteller sucht.
5 Naturerlebnis
Was man erleben kann, wenn man sich die Zeit nimmt
Unzählige Menschen verbringen ihre Zeit gern im Wald. Seit der Corona-Pandemie sogar noch mehr. Eine Befragung des Bundesamts für Naturschutz ergab, dass rund 50 Prozent der jungen Menschen in Corona-Zeiten häufiger in der Natur unterwegs sind, um Sport zu treiben, zu entspannen und sich abzulenken. Außerdem gab etwas mehr als die Hälfte der Befragten an, dass ihnen die Natur wichtiger geworden sei.
Wer sich keine Zeit nimmt, der wird die kleinen und großen Dinge und Erlebnisse in der Natur nicht sehen und finden. Wer sich jedoch die Zeit gibt, auch einmal rechts und links des Weges den Blick schweifen zu lassen, der wird mit Eindrücken beschenkt werden. Das gilt natürlich auch für E-Mountainbiker.

Heimatgefühl
Nicht die schnell heruntergetretene Runde durch das Umland, sondern die eindrucksvolle Tour durch die bunte Heimat ist ein bereicherndes Erlebnis. Nicht nur die Beschreibung ein und desselben Ortes mit anderen Worten, sondern vielmehr die andere und abweichende Sicht auf diesen führen zu einer persönlichen und positiven Veränderung des Bildes, welches man von der Natur bekommt. Wer mit offenen Augen und Ohren auf seiner Heimrunde unterwegs ist, der kann jeden Tag aufs Neue feststellen, wie vielfältig und schön sein Umfeld ist. Schon beim genaueren Hinhören, kann man erahnen, mit welcher Artenvielfalt Wald und Flur gesegnet sind. Diese beeindruckenden Erfahrungen können im Fernsehsessel nicht gemacht und durch Dokumentationen nur bedingt in das Bewusstsein der Menschen transportiert werden. »Die Wahrheit liegt auf dem Waldboden!« – diese Binsenweisheit ist die Abwandlung einer alten Sportler-Weisheit in Bezug auf die Natur. Geht oder fahrt hin und erfreut euch an ihr! Die Natur verändert sich und euch – feststellen müsst ihr es selbst!

Ein morgendlicher Fernblick auf eine Berglandschaft im Hochwald, deren Täler aus dem Morgen-Nebel erwachen

Die Lichterspiele der untergehenden Sonne in den abendlichen Wäldern können ortsunabhängig bestaunt werden.
6 Waldwege
Wo das Mountainbiken Sinn macht und wo nicht!
Umwelt- und naturverträgliches Verhalten sind ebenso wichtig wie Rücksichtnahme! Das sollte sich jeder E-Biker bewusst machen. Nicht nur, um eine steigende Akzeptanz bei den Bio-Bikern zu erlangen, sondern vielmehr, weil unsere Umwelt auf unser Mitdenken angewiesen ist. Da wir als Mountainbiker ständig mit unseren Rädern in der freien Natur unterwegs sind, sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass wir ihr auch mit Rücksicht begegnen. Das gilt gleichermaßen für Pflanzen und Tiere. Die Natur ist der Ursprung jeder Kultur. Dessen sollte sich jeder Mensch bewusst sein, und zwar nicht nur wir Radfahrer, die wir direkt in den »grünen Bereich« eindringen.

Waldweg-Befahrung durch eine Touren-Gruppe. Der Wald-Wirtschaftsweg bietet der Gruppe genügend Platz in der Breite, sich miteinander kurzzuschließen.
Mitunter stoßen wir auf unseren Touren auf Naturschutzgebiete. Diese werden ausgewiesen, um einen besonderen Schutz von Natur und Landschaft zu gewährleisten. In den Verordnungen der Länder wird das Betreten des Waldes geregelt. Sofern dieses gestattet ist, ist es natürlich nur auf die Wege beschränkt. Deshalb bleiben wir als Geländeradfahrer immer innerhalb der Wegegrenzen oder, wenn diese nicht eindeutig feststellbar sind, zumindest innerhalb der sichtbaren und eingefahrenen bzw. eingelaufenen Wegetrassen. Sollten auch diese nicht erkennbar sein, empfiehlt es sich, auch einmal den Rückzug anzutreten. Viele Lebensräume für Tiere und Pflanzen müssen mittlerweile gesetzlich geschützt werden, um ihre Existenz zu sichern. Der Fortbestand von natürlichen Lebensräumen sollte eines der wichtigsten Ziele sein, da zahlreiche Tier- und Pflanzenarten mittlerweile in ihrem Bestand ernsthaft bedroht sind – Tendenz steigend.
Der allgemeine Zustand der Wege und Pfade bzw. Trails sollte durch das Befahren mit dem Mountainbike auf gar keinen Fall verschlechtert werden. Dies ist immer machbar, da jeder Mountainbiker seine Fahrweise und seine Fahrtechnik so anpassen kann, dass er dem Weg und der Natur nicht schadet. Durch vorausschauendes Fahren erkennen wir die Schlüsselstellen, die es durch Geschick oder die Wahl einer anderen, besseren Linie zu bewältigen gilt.

Wegeschäden
Neben Naturstein-, Holz- oder Betontreppen im Wald findet man immer wieder ausgewaschene Rinnen, die zum Beispiel durch (meist unnötige) Bremsmanöver in den Untergrund gefräst wurden. Unterstützt durch nachwirkende Gewitter- und Regenschauer sowie Schmelzwasser, deren zentriert geführtes Wasser in der Folgezeit durch diese Bremsrinnen fließt, entsteht so schnell ein tiefer Graben, der entweder die Fundamente der Treppe oder sogar ganze Stufen unterspült und freilegt. Anschließend haben weder Fußgänger oder Wanderer noch Mountainbiker oder Reiter viel Spaß an einer solchen Stelle, die eine flüssige Fahrt unterbricht. Verhindert werden kann eine solche Erosion, indem der Mountainbiker sich eine dem Gelände entsprechende gute bis sehr gute Fahrtechnik aneignet, die es ihm gestattet, eine Treppe zu befahren oder zumindest so neben dieser herzufahren, dass keine plötzlichen Bremsmanöver nötig sind, die den Boden lockern.

Ein Biker während einer Singletrail-Befahrung. Er nutzt die Möglichkeit des Vorausschauens, um sich und den Waldboden vor Schäden zu bewahren.
7 Lichtverhältnisse
Wann Mountainbiken Sinn macht und wann nicht
In den Herbstmonaten kommt es durch die früher einsetzende Dämmerung zu erhöhtem Gefahrenpotential in den Wäldern und deren Umfeld. Um Unfällen mit Wildtieren, die sich auf Nahrungssuche befinden und, um den Gefahren des Straßenverkehrs vorzubeugen, empfehlen sich Reflektoren und besonders Leuchten. Für die Heimfahrt des Bikers in der Dämmerung ist eine gute bis sehr gute Beleuchtung von Vorteil. Die Feierabendrunde sollte aus eigenem Sicherheitsinteresse in der Herbst-/Winterzeit auch nur mit Lichtanlagen oberhalb von 200 Lumen durchgeführt werden (mit Lumen wird die Helligkeit der LEDs gemessen).
E- oder Bio-Mountainbiker, die auch in den Wintermonaten ihrem Hobby nachgehen möchten, sollten Waldwege spätestens zur Dämmerung verlassen und nicht in der Nacht befahren, um die Wildtiere nicht zu stören. Denn Night-Rides (Nachtfahrten) im Wald sind unsinnig und unnötig. Das Wild wird nachhaltig gestört und irritiert. Besonders schädlich sind solche Aktionen in der dunklen Jahreszeit und im Frühjahr, wenn die Tiere ihren Nachwuchs aufziehen. In der heutigen Zeit sollte es jedem Menschen klar sein, dass wir den Wald und seine Bewohner zum Leben brauchen und schon deshalb zu seiner Erhaltung beitragen müssen.
Die Umrisse zweier Biker, die in der Abend-Dämmerung eine Rast einlegen

Ein Biker, der eine Lenker-Lampe zur Ausleuchtung eines Weinbergweges nutzt, um die Feierabend-Tour ausüben zu können.
Stimmen, die behaupten, der Night-Ride sei mehr aus der Not geboren, kann ich an dieser Stelle nicht gelten lassen. Wer nachts durch den Wald fährt, stellt sein Hobby über den Erhalt der und die Rücksicht auf die Natur.
8 Fahrweise
Wie man den Wald schonend befährt
Der Wald ist für viele Menschen ein Rückzugsort – für die vielen Bewohner des Waldes und die Bäume ist es jedoch die Heimat, die es zu schützen gilt. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Mit dem schonenden Befahren vorhandener Wege kann man schon viel Gutes tun. In Bezug auf Fahrweise und Fahrtechnik können Biker einen großen Beitrag zum Vermeiden von Natur- und Umweltschäden leisten. Vielen Mountainbikern ist es gar nicht bewusst, welche Kettenreaktionen durch einseitige Befahrung oder schlechtes und falsches Bremsen auf Waldwegen entstehen können.
Beim Bremsen geht es hauptsächlich darum, die Bremskraft ausgewogen auf Vorder- und Hinterrad zu verteilen, statt möglichst spektakulär Staub aufzuwirbeln und Boden- oder Schotteranteile aus dem Untergrund zu lösen. Wer im Wald oder im alpinen Bereich unterwegs ist, der sollte so schonend und nachhaltig wie möglich fahren und auf die Natur oder die gestalteten Naturdenkmäler sowie Habitate Rücksicht nehmen. Bremsrinnen vor Spitzkehren und Serpentinen auf Wanderwegen sind ein Ärgernis für jeden, der dort vorbeikommt. Solch ein unsachgemäß beanspruchter Teil eines Weges wird mit jeder fahrlässigen Bremsung und Befahrung verschlechtert. Die Rinnen vertiefen sich und starke Regengüsse spülen dann den Feinanteil des Bodens zu Tal, wo er nicht hingehört und zu weiteren Störungen führt. Was bleibt, ist ein Graben, eine unschön anzusehende Stelle, die Gefahren für andere birgt, die aber auch durch weitere Nutzung immer mehr in Mitleidenschaft gezogen wird. So eine Rinne legt mit der Zeit das Wurzelwerk der umliegenden Sträucher und Bäume frei. In extrem trockenen oder nassen Perioden, wie wir sie vermehrt in den vergangenen Jahren erleben mussten, werden die Pflanzen dann so beeinträchtigt, dass es für manche »kein Halten mehr gibt«. Büsche vertrocknen und Bäume stürzen mitsamt den Wurzeln um.

Durch gezielte Bremsungen (hier auf einer Treppe) und eine zentral bestimmte Körperhaltung kann der Biker nicht nur Schlüsselstellen meistern, er verhindert auch Schäden im Wald.
Aus diesem Grund macht die DIMB, die Deutsche Initiative Mountainbike, auf Messen auch immer wieder auf ihre Trail Rules aufmerksam, in denen eine den Wald schonende Fahrweise propagiert wird. Spezielle Techniken, wie das Andriften von Kurven oder der Scandinavian-Flick, sollten nur im Bikepark ausgeführt oder geübt werden.

Biker in aufrechter Grundposition während einer Bergabfahrt über einen S0-Singletrail in Richtung des Moseltals
9 Freundschaft
Was uns mit anderen Waldnutzern verbindet
Die Berge und die Wälder dienen seit Jahrzehnten vielerlei Ansprüchen und werden auch dementsprechend genutzt und bewirtschaftet. Hierbei stoßen vielfältige Interessen aufeinander. Die folgende Aufzählung kann sogar noch beliebig um diverse wirtschaftliche Nutzer des Waldes erweitert werden! Im Wald oder in Waldesnähe begegnen wir Erholungssuchenden wie Wanderern, Reitern, Pilzsammlern, Geo-Cachern, Naturbeobachtern, Hundeführern, Joggern, Walkern, Brennholzsammlern, Spaziergängern, Jägern und natürlich auch Radfahrern. Vielerorts versucht man, die Besucher auf befestigte Wege und zu Waldlehrpfaden zu leiten, um den Menschen, bestenfalls vom Kindesalter an, ein Bewusstsein dafür zu vermitteln, dass auch der Wald Erholung braucht, damit er ein Ort der Erholung für uns Menschen bleiben kann.

Der zuvorkommende und freundliche Biker hält auf dem Singletrail an und lässt die Wandergruppe passieren, um so lästigen Rechthabereien o.ä. »aus dem Weg zu gehen«.

Die Natur ist kein Streichel-Zoo, es dürfen aber durchaus Kontakte geknüpft und Nettigkeiten ausgetauscht werden.

Ein Biker fährt an eine Pferde-Koppel. Auch Pferde freuen sich über ein paar nette Worte.

Verhaltensregeln
E-Biker müssen sich darüber im Klaren sein, dass sie Gast in Wald und Bergen sind, und sie sollten sich wie alle anderen um ein friedvolles Miteinander mit den anderen Waldnutzern und den Waldbewohnern bemühen. Das umso mehr, als ihnen nicht immer der beste Ruf vorauseilt. So sollten sie sich zum Beispiel bemerkbar machen, bevor sie an Reitern oder Wanderern vorbeifahren, um diese nicht zu erschrecken. Das kann ein Klingeln sein oder der Ruf »Hallo und Achtung!«. Mitunter hilft auch ein freundliches Wort beim Vorbeifahren.
Die Deutsche Initiative Mountainbike e. V. (Projekt: Gemeinsam Natur erleben) und das BIKE Magazin (Projekt: Love Trails – Respect Rules) haben Aktionen ins Leben gerufen, die das Miteinander fördern sollen. Jeder Radfahrer ist hier angesprochen, und jeder kann durch sein Verhalten zu mehr Akzeptanz bei den übrigen Waldnutzern etwas beitragen.
10 Reisezeit
Wo Biken am schönsten ist
Urlaubszeit ist Reisezeit! Zumindest in Deutschland scheint es so, als würde Otto Normalverbraucher das Erkunden anderer Destinationen als Grundrecht betrachten. Wer mit seinem E-Bike die Heimat schon ausreichend erfahren hat, der fühlt sich aufgerufen, seine Reifenabdrücke auch anderswo zu verewigen. Radanhänger oder Dachträger machen es für Auto- und Busreisende schon seit Langem möglich, ihre Bikes sicher mit in die Ferien zu nehmen. Für Bike-Packer ist der Weg das Ziel – sie reisen von Ort zu Ort, und für sie ist die Reisezeit eher zweitrangig.
Für andere Menschen scheint ein Urlaub erst dann ein richtiger Urlaub zu sein, wenn er mit einem Flug verbunden ist. Aber auch darauf hat sich die Tourismus-Industrie eingestellt. Neben den fast schon »handelsüblichen« Reisen in die Berg- oder Alpen-Regionen, den Trans-Alps zu Garda- oder Comersee, kann der »elektrifizierte« Biker heutzutage sogar Ziele in Übersee ansteuern. Von den Anden bis nach Zypern, überall auf der Welt findet sich mittlerweile ein Bike-Reiseveranstalter, der den Traumurlaub mit Bike organisiert.

Wenn die Bike-Tour an einem einsamen Strand endet, der Tag durch Sonnenschein und eine herrliche Fahrt verschönt wurde, dann ist das Bike-Urlaub der besonderen Art.
Neben speziellen Biker-Hotels findet man meist einen Bike-Verleih am Urlaubsort, der das passende Fahrrad für den entsprechenden Einsatz bereithält. Die Möglichkeiten, das eigene Fahrrad mit in den Urlaub zu nehmen, sind bei fast jeder Fluggesellschaft ebenfalls gegeben – für einen entsprechenden Preisaufschlag.
Im Interview-Teil dieses Ratgebers wird auf ein spezielles Top-Reiseziel aufmerksam gemacht, das ein E-Mountainbike-Abenteuer und einen Ritt auf dem Vulkan verspricht (siehe Kapitel 95). Markus Trinkl, der erste reine E-Bike-Guide auf Teneriffa, erzählt von seinen Touren und Spaß auf der Kanaren-Insel, aber auch von seinen Schwierigkeiten und den Einflüssen von COVID-19 auf seine E-Mountainbike-Station in Puerto de la Cruz im Nordteil der Insel.

Ein Reise-Bike-Koffer fasst alle wichtigen Teile und Anbauteile des Mountainbikes. Die Demontage der Reifen und des Lenkers sind die gröbsten Veränderungen.

Der steile Singletrail mit dem Namen »Coast-Trail« auf der Insel Teneriffa verspricht dem Fahrer ein echtes Küsten-Finale.
11 Einzelhandel
E-Mountainbiken aus Sicht eines Einzelhändlers
Frank Lehnen – Shopleiter bei Monz Fahrradwelten in Trier Er war Motocrosser und wechselte verletzungsbedingt zum Mountainbike. Anfang der 2000er eröffnete er seinen eigenen Mountainbike-Shop, wurde prompt deutschlandweit »Verkäufer des Jahres« und leitet heute die Geschicke beim größten Händler der Mosel-Region, den Monz Fahrradwelten in Trier.
Wann und wie kamst du zum Mountainbiken?
Zum Mountainbiken kam ich etwa 1995. In meinen frühen Dreißigern hatte ich nach knapp zehn Jahren Motocross und sieben oder acht Jahren American Football meinen Körper einfach genug zerstört. Mountainbiken war noch eine sehr junge Sportart, aber nach meinen ersten Erfahrungen ließ mich das nie mehr los. Glücklicherweise entdeckte ich das zusammen mit meinem besten Freund und unsere Leidenschaft übertrug sich fast auf meinen gesamten Freundeskreis. So ist das bis heute geblieben.

Frank Lehnen während einer Renn-Pause. Vor der Nahrungsaufnahme steht die Vorbereitung auf die nächsten Passagen.
Welches E-Mountainbike zu welchem Fahrertyp passt, das ist natürlich nicht pauschal zu bestimmen, aber ein guter Einzelhändler, der die richtigen Fragen stellt, wird auch für den individuellen Geschmack und Bedarf des Kunden etwas finden!
Verrätst du uns diese Fragen?
Die erste Frage ist die nach den Vorkenntnissen des potenziellen Käufers. Wer schon Mountainbiker ist und mit dem Fahrradfahren im Gelände vertraut ist, hat von einem voll gefederten E-MTB sicherlich mehr. Wenn nicht, empfehle ich meist ein E-Hardtail. Außerdem sammele ich auch Informationen über Fitness, Motivationslage und Investitionsbereitschaft.

Frank steht auf einem begrünten Hotel-Dach, wo sich im Anschluss die Siegerehrung des Enduro-Rennens abspielen wird.
Wo bist du mit dem Mountainbike unterwegs und kommt da auch das E-Mountainbike zum Einsatz?
Ich fahre schon überwiegend im heimischen Wald, der sehr viel bietet. Aber Highlights sind natürlich Trips wie vergangenes Jahr nach Madeira oder in die zahlreichen Alpenregionen. Dabei kommt zugegebenermaßen meistens mein eigenes, nicht E-unterstütztes Rad zum Einsatz. Aber wenn ich unsere (Monz Fahrradwelten) Test-E-Mountainbikes im Wald »einreite«, kann ich die Faszination vom E-Mountainbiken erleben und genießen.
Wie fällt dein Vergleich zwischen Bio- und E-Bike aus?
Für mich ist nach 25 Jahren in diesem Sport das Bio-Bike das passendere. Ich fahre sehr gern bergab und dafür kann mir das Bio-Bike mehr bieten. Anders ist das sicherlich für tourenorientierte Bikerinnen oder Fahrer, die ihre Belastungsintensität steuern wollen. Für dieses Klientel ist das E-Bike ganz sicher eine tolle Sache.
Was kannst oder möchtest du den E-Bikern mit auf den Weg geben?
Tja, in diesem speziellen Jahr (2020) sind mehr Neu-Mountainbiker zu uns in den Shop und somit auch in die Wälder gedrängt als jemals zuvor. Nicht alle verhalten sich partnerschaftlich gegenüber Spaziergängern, Wanderern, Hundeführern, Reitern etc.! Es ist wichtig, die Bedürfnisse der anderen Waldnutzer zu erkennen und zu akzeptieren. Fahrt vernünftig und seid nett! – So macht Mountainbiken Spaß.
12 Kaufberatung
Welcher E-Bike-Typ bin ich?
E-Bikes sind weit mehr als motorisierte Fahrräder. Für jeden Zweck und Einsatz gibt es mittlerweile die passende Lösung. Welches E-Mountainbike zu welchem Fahrertyp passt, kann man natürlich nicht pauschal bestimmen, aber ein guter Einzelhändler, der die richtigen Fragen stellt, wird auch für jeden noch so individuellen Geschmack und Bedarf seines Kunden etwas Passendes finden.

Während einer Bike-Veranstaltung bekommt man diverse Eindrücke, so können eindeutige Tipps bezüglich der Bike-Anschaffung gewonnen werden.
Abhängig von der Größe des Fahrers, dem Einsatzzweck und dem Fahrbereich lässt sich die Gruppe der infrage kommenden Fahrzeuge eingrenzen, sodass man das passende E-Mountainbike mit entsprechendem Federweg und der geeigneten Ausstattung findet. In den einschlägigen Magazinen kann der Kaufwillige die unabhängigen Tests lesen und sich ganz nach Gusto ein Modell heraussuchen. Auf welche Faktoren es dabei besonders ankommt, könnt ihr in den folgenden Kapiteln nachlesen.
13 Bike-Style
Was es sich zu tragen lohnt
Schön bunt wie eine Schar Kanarienvögel sehen sie meist aus, die Gruppen von Bikern, die man an Hütten oder anderen Wegstationen antrifft. Ein wenig wirkt es symbolhaft – und das ist es letzten Endes ja auch. Durch die Leuchtkraft der farbigen Bike-Bekleidung ist der Biker gut zu sehen. Er wird unterwegs visuell gut wahrgenommen und das ist in mehrfacher Hinsicht von Vorteil! Dass man die Klamotten nebst Helm, Handschuhen und Schuhen farblich aufeinander abstimmen kann, dafür sorgen die Hersteller mit ihren facettenreichen Angeboten. Locker flockig und schön bunt – so könnte man die lässige Funktionsbekleidung beschreiben. Enge Lycra-Bekleidung hat im Tourenalltag jedoch nichts verloren! Sie ist Wettkampfkleidung für schnelle Biker wie die Straßen- und Cyclo-Cross-Radrennfahrer oder auch die Cross-Country- und Marathon-Biker.
Letztlich steht jedem die Wahl frei, aber Wettkampfbekleidung beim Tourenbiken mit E-Antrieb zu tragen, das wirkt ein wenig, als würde jemand im Weltraumanzug ins Linienflugzeug steigen.

Um gegen Regen, Matsch und Wind geschützt zu sein, bedarf es spezieller und wasserabweisender Textilien, die sich heutzutage sehr leicht tragen lassen.
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