Kitabı oku: «Deine Geistführer sind bei dir»

Yazı tipi:

Pascal Voggenhuber

Deine Geistführer sind bei Dir

Deine unsichtbaren Begleiter aus der Geistigen Welt und wie du Kontakt aufnehmen kannst


Giger Verlag

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unter www.gigerverlag.ch

1. Auflage 2021

© Giger Verlag GmbH, CH-8852 Altendorf

Telefon 0041 55 442 68 48

www.gigerverlag.ch

Lektorat: Josef K. Pöllath M.A.

Korrektorat: Susanne Langer-Joffroy M.A.

Umschlaggestaltung:

Hauptmann & Kompanie Werbeagentur, Zürich

Layout und Satz: Roland Poferl Print-Design, Köln

Printed in EU

ISBN 978-3-03933-040-9

Inhalt


Vorwort

Meine ersten Schritte mit dem Geistführer

Was ist ein Geistführer

Was sind Geistführer

Hauptgeistführer

Geistführer

Kinder-Geistführer

Aufgestiegene Meister – weiße Bruderschaft – Rat der Weisen

Krafttiere oder Totemtiere

Naturwesen, Elfen, Feen und Zwerge

Verstorbene

Geisthelfer

Gefallene Engel, böse Geister und Dämonen

Erste Übung: Vor und zurück

Sitting in the Power

Wie heißt mein Hauptgeistführer bzw. mein Geistführer?

Wie sieht mein Hauptgeistführer aus?

Wie funktioniert die mediale Kommunikation mit dem Geistführer?

Hellsinne

Hellsehen

Subjektives Hellsehen trainieren

Hellfühlen

Subjektives Hellfühlen trainieren

Hellriechen

Subjektives Hellriechen trainieren

Hellschmecken

Subjektives Hellschmecken trainieren

Hellhören

Subjektives Hellhören trainieren

Hellwissen

Zusammenfassung und Tipps

Heilen mit dem Geistführer

Selbstheilung mit dem Geistführer

Kontaktheilung mit dem Hauptgeistführer

Fernheilung

Proxy

Situationsheilung

Integriere deinen Hauptgeistführer in deinen Alltag

Segne dein Essen

Energetische Reinigung von Räumen

Konflikte mithilfe deines Hauptgeistführers lösen

Mediale Übungen mit dem Hauptgeistführer

Von deinem Hauptgeistführer führen lassen

Auskunft erhalten, ob etwas Ja oder Nein, gut oder weniger gut ist

Ein Wort oder einen Satz deines Hauptgeistführers weitergeben

Mit deinem Hauptgeistführer subjektiv hellsichtige Zeichensprache vereinbaren

Inspiriertes Schreiben mit dem Hauptgeistführer

Bitte deinen Hauptgeistführer um ein klares Zeichen von außen

Tipps und Übungen für Kinder

Meditation für Kinder, um den Geistführer kennenzulernen

Übung mit dem Geistführer: Ist etwas gut, offen und richtig?

Farben lesen

Gefühle reflektieren

Version für Erwachsene

Fahrstuhl vom Kopf ins Herz

Parkplatz reservieren

Heilspray machen und andere Inputs

Zusätzliche Rituale und Übungen mit dem Hauptgeistführer

Heilung bei Streit durch Engel und den Hauptgeistführer

Heilung durch Handauflegen

Rituale zur Selbstliebe

In der Energie der Selbstliebe baden

Dusche in Selbstliebe

Ritual für den Traumpartner

Engel der Liebe

Partnerritual mit dem Engel der Liebe

Ritual, um den richtigen Beruf zu finden

Ritual für ein gutes Gespräch oder Vorstellungsgespräch

Rituale für gute Energie im Geschäft

Ritual bei Sorgen

Ritual, um Gegenstände aufzuladen

Rituale für Kinder

Schlaf-Rituale

Rituale zur Unterstützung bei Prüfungen

Rituale für Tiere

Heilung für die Tiere dieser Erde

Heilung für Haustiere

Nachwort und Danksagung

Dank

Über den Autor und Kontakt

Mit diesem Buch erhältst du auch vier Meditationen als Geschenk, von mir selbst gesprochen. Diese kannst du dir gratis online anhören auf:

www.geistführer.info

Vorwort


Es ist Anfang 2021, und ich sitze wieder einmal an meinem Laptop und schreibe ein Buch. Diesmal geht es um mein Lieblingsthema. Vor über zehn Jahren ist mein erstes Buch zum Thema Geistführer erschienen, und es war eines meiner bestverkauften Bücher überhaupt. Viele Menschen interessiert inzwischen, was ein Geistführer ist. Damals war dies noch nicht der Fall. Geistführer waren noch nicht sehr bekannt, und es wurde hauptsächlich von Engeln gesprochen. Ich hätte nie gedacht, dass in zehn Jahren das Interesse so stark wachsen würde.

Mein Verlag hat mich vor Kurzem gefragt, ob wir das Buch, das ich also vor gut zehn Jahren geschrieben habe, nochmals neu auflegen können, weil es immer noch auf großes Interesse stößt. Ich habe einige Tage überlegt und dann darum gebeten, es nicht noch einmal aufzulegen, da ich lieber ein neues Buch zu dem Thema schreiben würde. Schließlich hat sich in all den Jahren sehr viel geändert: Ich habe viele neue Erfahrungen gemacht und neue Techniken, Theorien und Übungen entwickelt. Ein Buch sollte doch aktuell sein, so argumentierte ich. Sabine Giger, meine Verlegerin, fand, dass dies eine sehr gute Idee sei. Und nun hast du, liebe Leserin, lieber Leser, dieses Buch in deinen Händen.

Mir ist ein neues Buch sehr wichtig, da sich heute das Bewusstsein der Menschen ganz erheblich verändert hat und man Dinge ansprechen und erklären kann, was früher meines Erachtens nicht möglich gewesen ist. Außerdem will ich dir in diesem Buch vor allem Techniken und Übungen zeigen, die du auf einfache Weise in deinen Alltag integrieren kannst, sodass die Verbindung zu deinem Geistführer wesentlich einfacher hergestellt werden kann, ohne dass du jahrelang deine Hellsinne trainieren musst.

Natürlich wirst du auch die eine oder andere Übung schon von meinen anderen Büchern her kennen, schließlich kann ich »das Rad nicht neu erfinden«, wie man so schön sagt, und ich möchte mit diesem Buch möglichst mein gesamtes Wissen zu diesem Thema weitergeben. Daher muss ich mich notgedrungen auch wiederholen, da sonst das Buch nicht vollständig wäre.

In den letzten Jahren konnte ich sehr viele Seminare zum Thema Geistführer geben, und ich habe dabei erfahren, was die Hauptbedürfnisse der Teilnehmer sind, was sie wirklich weiterbringt und welche Schwierigkeiten es gibt, eine Verbindung zum Geistführer herzustellen, wenn jemand die Geistige Welt noch nicht von klein auf wahrgenommen hat. Da ich selbst seit meinem dritten Lebensjahr in Verbindung stehe mit einem meiner Geistführer, war es am Anfang oft für mich die größte Herausforderung, jemandem dabei zu helfen, diese Verbindung zu wecken, wenn er dieses Talent nicht schon von klein auf hat und es auch aktiviert hat.

Das alles sind Gründe, warum mir ein neues Buch zu diesem Thema so wichtig ist. Schließlich habe ich in den letzten Jahren exakt dies gelernt, und mir ist dabei bewusst geworden, dass eine tiefe Freundschaft und Verbindung zum Geistführer viel wichtiger ist, als mit seinen Hellsinnen gut und klar die Geistige Welt wahrnehmen zu können. Falls diese Sinne bei dir noch nicht aktiv oder auch noch nicht so stark trainiert sind, wirst du von diesem Buch ungewöhnlich stark profitieren. Du wirst viele Übungen und Techniken finden, wie du mit deinem Geistführer zusammenarbeiten kannst, ohne über mediale Fähigkeiten verfügen zu müssen. Ich bin überzeugt, dass jeder Mensch dieses Talent hat. Man muss es nur aktivieren. Bei dem einen dauert es länger, beim anderen geht es schneller. Aus Erfahrung weiß ich, dass sich durch diese Übungen und die Verbindung mit dem Geistführer mit der Zeit die außersinnlichen Fähigkeiten von ganz allein einstellen und sich natürlich entwickeln.

Viele Seminarteilnehmer hatten schon nach einem Wochenend-Seminar wunderschöne Erfolge und einen neuen oder auch mehrere Freunde gefunden. Und genau darum geht es: um Freundschaft und Vertrauen. Denn sie tragen dazu bei, dass sich unsere Persönlichkeit entwickeln kann.

Ich wünsche dir viel Spaß auf der Reise zu deinem Geistführer und danke dir für dein Vertrauen, dass ich dich dabei begleiten darf.

Alles Liebe, dein Pascal

Meine ersten Schritte mit dem Geistführer


Bevor ich mit den einzelnen Übungen und Theorien beginne, möchte ich dir ganz kurz ein wenig von mir erzählen, damit sich die Leserinnen und Leser, die mich noch nicht kennen und für die es das erste Buch von mir ist, ein besseres Bild von mir machen können. Ich möchte dir von meiner Geschichte erzählen, wie es mir ergangen ist und wie ich das gelernt habe, was ich mit dem vorliegenden Buch zu vermitteln versuche. Du wirst dabei feststellen, dass ich kein Theoretiker bin.

Du musst wissen, dass alles, was ich schreibe, meine persönliche Meinung, meine persönliche Erfahrung ist. Sie ist für mich absolut richtig! Ganz wichtig ist mir dabei, dass du mir nicht einfach nur glaubst, sondern dass du alles zu deiner eigenen Erfahrung machst. Vieles, was du in diesem Buch liest, mag vielleicht zu dem, was ich in meinem ersten Buch geschrieben habe oder was du aus anderen Büchern zu diesem Thema gelesen oder gehört hast, in Widerspruch stehen. Das ist mir durchaus bewusst. Doch wie schon gesagt, habe ich mich selbst auch sehr stark weiterentwickelt. Ich sehe heute Dinge teilweise komplett anders, und Menschen, die sich auch massiv entwickelt haben, kann man heute wesentlich mehr Wissen zumuten und ihnen dieses Wissen auch anders vermitteln.

Dabei gilt es zu bedenken, dass es nicht wichtig ist, was irgendwelche Medien oder Autoren wie ich sagen, viel wichtiger ist ausschließlich deine Erfahrung und was dein Geistführer dir in Zukunft erklärt.

Mach dir alle Tipps von Autoren und Medien, die dir helfen, zu eigen, doch mach dir dabei bewusst, dass all ihr Wissen nicht absolut ist, sondern dass das Wissen, das sie weitergeben, auf ihrem Entwicklungsstand basiert. Deswegen gibt es auch oft große Unterschiede in den jeweiligen Aussagen, gerade in Bezug auf die Themen Geistführer, Schutzengel und Engel. Am Ende haben alle recht, weil die Themen ja mit ihrer eigenen Entwicklung und ihren eigenen Erfahrungen zu tun haben. Mach daher selbst deine Erfahrungen, und du wirst feststellen, dass sie das sind, was dich letztendlich am stärksten weiterbringt.

Noch einmal zurück zum Anfang: Seit ich mich erinnern kann, hatte ich immer einen Geistführer an meiner Seite. Die ersten Erinnerungen an ihn habe ich, als ich drei Jahre alt war. Schon damals war es für mich ganz normal, Verstorbene zu sehen und einen Begleiter an meiner Seite zu haben. Mein erster Geistführer, mit dem ich in Kontakt stand, hieß Zoey. Er ist zwar nicht mein Hauptgeistführer, doch ein sehr wichtiger Geistführer in meinem Team. Meinen Hauptgeistführer habe ich erst viel später kennengelernt. Über die Unterschiede der Geistführer wirst du im Laufe dieses Buches noch mehr erfahren. Zoey hat sich mir schon damals gezeigt, als ich noch ein kleines Kind war, und er zeigte sich in der Form eines Jungen in meinem Alter. Für mich war Zoey einfach ein Freund, der meistens da war, der mir Tipps gab oder mit mir spielte oder eben die Freizeit mit mir verbrachte. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass er ein Geistwesen ist, obschon ich sehr schnell gelernt habe, dass nur ich ihn sehen konnte und dass ihn meine Mutter zum Beispiel gar nicht wahrgenommen hat. Doch meine Mutter hat auch nie etwas gegen Zoey gesagt. In ihren Augen war Zoey einfach eine Kinderfantasie, und sie ließ mich machen. Dadurch konnte ich diese Freundschaft auf ganz natürliche Weise leben und erfahren. Auch Zoey hat nie gesagt, dass er ein Geistwesen ist. Er war einfach ein Freund.

Versuch dich einmal an deine eigene Kindheit zu erinnern: Hattest du auch unsichtbare Freunde? Vielleicht hast du selbst auch Kinder, und du erwischst sie dabei, wie sie mit jemand reden oder spielen, den du selbst nicht sehen kannst. Vielleicht ist es ja ein Geistführer. Ich bin sogar davon überzeugt, dass es in den meisten Fällen ein Geistwesen ist. Sicher nicht immer, denn wir dürfen nicht vergessen, dass sich Kinder oft wunderschöne Fantasiewelten schaffen und dass nicht alles übernatürlich ist. Ich kann zum Beispiel an meinem Sohn sehr gut beobachten, wie sich außersinnliche Wahrnehmung und Kinderfantasien mischen. Ich glaube, dass die meisten Menschen in ihrer Kindheit eine wesentlich bessere Anbindung an die Geistige Welt hatten, die leider durch die Erziehung oder den Intellekt immer mehr verloren ging oder einfach nicht mehr als real angesehen wird.

Da mich meine Mutter einfach machen ließ, konnte ich die Verbindung zu meinem Geistführer relativ natürlich aufrechterhalten. Mit zehn Jahren hatte ich einen Unfall: Ich wurde von einem Traktorenanhänger überfahren und brach mir dabei fast alle Knochen. Es folgten einige Operationen und eine sehr schwierige Genesung. Als ich dann langsam wieder laufen lernte, machte mein Rücken nicht mehr richtig mit. Ich hatte täglich große Schmerzen, und es verging nahezu kein Tag, an dem ich ohne starke Schmerzmittel auskam. Schulmedizinisch gab es keine Lösung. Nur durch Zufall kam ich zu einer Heilerin. Nachdem ich bei ihr einmal in einer Behandlung war, war ich schmerzfrei, und ich lernte dabei Geistiges Heilen kennen. Für mich war dies eine riesige Befreiung, weil mich diese Schmerzen fast zwei Jahre begleitet hatten, und auf einmal war ich schmerzfrei. Ich besuchte die Heilerin dann regelmäßig, durfte von ihr spirituelle Bücher ausleihen, und sie zeigte mir, wie man die Verbindung zur Geistigen Welt aufbaut und die heilende Energie nutzen kann. Für mich war dies damals eher ein Spiel, das mir einfach Spaß gemacht hat. Ich durfte ausprobieren und konnte auf sehr kindliche Weise lernen.

Doch dass nicht jeder Verstorbene oder Geistführer wahrgenommen werden kann und dass dabei Vertrauen sehr wichtig ist, wurde mir erst in meiner Jugend bewusst, als mir nämlich immer klarer wurde, dass dies alles offenbar nicht so normal ist, wie ich immer gedacht hatte. Dass das nicht normal ist, hat mich anfänglich sehr beunruhigt. Schließlich wollte ich auch normal sein, und deswegen suchte ich mir Hilfe. Mein Vorteil war auch hier wieder meine Mutter, da ihre Mutter und ein Onkel von ihr auch schon Verstorbene wahrgenommen hatten und dies in der Familie kein Geheimnis war. Kurz: Diese Thematik war meiner Mutter nicht so fremd, wie es vielleicht in anderen Familien der Fall ist.

Darüber hinaus hat meine damalige Heilung durch die Geistheilerin auch die Sicht meiner Mutter völlig verändert. Obwohl ich in meiner Jugend kaum noch mit jemand über Zoey gesprochen habe, weil mir inzwischen bewusst geworden war, dass nicht alle Zoey wahrgenommen haben, war meine Mutter kurz etwas irritiert, als ich ihr erzählte, dass ich immer noch die Geistigen Freunde aus meiner Kindheit habe und dass ich auch immer öfter Verstorbene wahrnehmen kann. Sie hat mich nur einmal gefragt, ob ich etwa einen Scherz mache. Doch als ich verneinte, hat sie dies nicht mehr angezweifelt und sich sofort überlegt, wie man mir am besten helfen könnte. Sie hatte deswegen das Gefühl, ich bräuchte Hilfe, weil mich meine Wahrnehmungen zunächst belasteten, da mir immer klarer wurde, dass diese Begabung eben nicht normal ist.

Während meiner Kindheit und frühen Jugend war dies das Normalste auf der Welt für mich. Sehr früh kam ich dann mit Esoterik und Meditation in Berührung. Und das kam so: Meine Mutter ging mit mir auf eine Esoterikmesse, weil sie überzeugt war, dass mir dies helfen würde. Sie selbst war vorher noch nie auf einer solchen Messe gewesen. Doch sie sagte: »Dort sind alle genauso wie du!« Ich hatte mich sehr auf die Messe gefreut und mir vorgestellt, es würden viele junge Menschen mit Turnschuhen daran teilnehmen, die gern Hip-Hop hören und Dinge sehen, die anderen Menschen verborgen bleiben. Wenn du jemals auf einer Esoterikmesse warst, dann kannst du ermessen, welch ein Schock die Teilnahme für mich gewesen ist. Ich weiß noch, dass ich dachte: »Wenn ich wirklich so bin wie die, dann will ich das auf keinen Fall sein!«

Man muss wissen, dass auf solchen Messen damals viele Leute mit Aluminiumhüten und in weißen Kleidern herumrannten und auf besonders Heilig und Jesus machten. Solche Leute gibt es heute sicher auch noch, doch sie sterben buchstäblich langsam aus, und an ihre Stelle tritt immer mehr eine bodenständige Spiritualität.

Die Messe war dennoch ein spannendes und lustiges Erlebnis für mich. Ich sah dort zum ersten Mal ein Medium, das in England ausgebildet worden war und Jenseitskontakte herstellte. Es nahm Kontakt mit Verstorbenen auf und gab die Botschaften ans Publikum weiter. Von diesem Medium war ich total fasziniert, da ich die Verstorbenen selbst auch wahrnehmen konnte. Doch so wie dieses Medium konnte ich nicht mit den Verstorbenen kommunizieren. Das aber wollte ich unbedingt lernen. Noch in meiner Jugend besuchte ich die ersten Seminare, und schon bald folgte eine intensive achtjährige Ausbildung zum Medium in der Schweiz und in England am renommierten Arthur Findlay College. Mit 27 Jahren habe ich dann mein erstes Buch veröffentlicht: »Leben in zwei Welten«, und damit begann der große Durchbruch. Ein paar Monate nach der Veröffentlichung wurde dieses Buch ein Bestseller, und auf einmal konnte ich mich vor Anfragen zu Einzelberatungen, Eventeinladungen und Interviews etc. nicht mehr retten. Ich konnte mir sehr schnell einen Namen als Medium und Autor machen und durfte einen großen Beitrag dazu leisten, dass die Spiritualität und außersinnliche Wahrnehmung modern und alltagstauglich wurde.

Was mich in der Zeit immer begleitet hatte, war das Thema Geistführer. Es wurde eines meiner beliebtesten Seminarthemen, und auch meine Verbindung zu meinen Geistführern wurde immer intensiver. Ich bin unglaublich dankbar für diese Verbindung und für die Freundschaft mit meinem Geistigen Team. Es stand mir, gerade wenn mein Leben einmal nicht so einfach war, immer mit Rat und Tat zur Seite, und ich wünsche mir für dich, dass auch du bald eine solche Freundschaft zu deinem Geistführer und Team erleben darfst. Auch wenn ich hier meine Biographie nicht in aller Breite ausführen kann, hoffe ich doch, dass sie dich dazu ermuntert, mit mir »den Weg durch dieses Buch zu gehen«. Ich freue mich, dass du nun mit deiner Reise beginnst, und danke dir für dein Vertrauen.

Was ist ein Geistführer


Jetzt beginnen wir mit dem größten Widerspruch zu meinem ersten Geistführer-Buch, falls du es gelesen haben solltest. Vielleicht denkst du jetzt: »Aber das hat er doch vor zehn Jahren ganz anders erklärt!« Da hast du völlig recht. Dafür gibt es zwei Gründe: Erstens habe ich mich – wie schon erwähnt – weiterentwickelt, und zweitens waren damals, als mein erstes Buch erschienen ist, religiöse, kirchliche Themen noch relativ stark im Buchmarkt vertreten. Auch die Szene und das Bewusstsein waren aus meiner Sicht damals noch nicht so weit. Deswegen habe ich damals noch die Hierarchie der Geistigen Welt in Engel, Erzengel, Geistführer und Geistige Helfer unterteilt. Doch mir war damals schon bewusst, dass dies nicht ganz der Wahrheit entspricht, jedenfalls nicht meiner Wahrheit. Auch wurde ich in den vergangenen Jahren immer wieder gefragt, was der Unterschied zwischen einem Engel und einem Geistführer sei? Wer ist höher, ein Erzengel oder ein Geistführer? Was ist mit den Krafttieren, den Feen, Elfen und Zwergen? Wo sind diese Wesen alle anzusiedeln?

Für mich ist eines klar: Es gibt keine Unterschiede, es ist alles dasselbe! Ich kann mir vorstellen, dass jetzt einige die Augen rollen oder kurz vor einem Kollaps stehen. Doch lies weiter und lass mich genau erklären, was ich damit meine:

Diese Hierarchien und Einteilungen sind von Menschen gemacht. In der Geistigen Welt gibt es kein »höher« oder »besser« etc. Auch wenn in den Medien oft behauptet wird, es gebe Wesen, die höher schwingen, und andere, die weniger hoch schwingen. Doch dies ist alles nur ein menschliches Konstrukt. Die Geistige Welt ist eine Einheit. Jedes Wesen, jede Energie ist genauso richtig, wie sie ist, und es ist jede Energie genauso, wie sie ist. Wir Menschen müssen immer alles in eine Logik bringen. Doch im Grunde genommen lässt sich das alles ganz einfach erklären. Wir alle haben eine Energie, die uns immer begleitet, die uns unterstützt und uns bei unserem persönlichen spirituellen Wachstum hilft. Am Ende ist es einfach eine Energie, die mit Namen und Kategorien belegt wird, wie Engel, Erzengel, Geistführer, Krafttier, Aufgestiegene Meister etc. Und diese Namen haben wir Menschen den Wesen gegeben. Es ist spannend zu beobachten, dass gerade jene, die an Engel glauben, oft Probleme damit haben, wenn ich sage, es sei alles dasselbe. Viele fühlen sich sogar angegriffen und haben das Gefühl, ich würde damit die Engel und Erzengel degradieren. Doch dem ist nicht so. Dieses Empfinden kann nur jemand haben, der in den Kategorien von »höher« und »besser« denkt. Das ist weder spirituell noch ist die Geistige Welt solchem Egodenken unterworfen.

Ich will niemandem die Engel wegnehmen. Ich will vielmehr eine Verbindung zu den Engeln schaffen. Wenn ich zum Beispiel vom Hauptgeistführer spreche, dann meine ich damit dasselbe wie einen Schutzengel.

Du bist noch nicht davon überzeugt? Lass mich dir erklären, wie ich darauf komme, dass alles dasselbe ist. Mir ist schon sehr früh aufgefallen, dass die Geistwesen, die die Menschen begleiten, unterschiedlich aussehen. Sie zeigen sich fast alle den Kindern auch als Kinder. In unseren Breitengraden haben viele Erwachsene Lichtwesen bzw. Engelwesen an ihrer Seite. In Indien dagegen haben nur jene Geistige Begleiter, die dem christlichen Glauben angehören. Der andere Teil in Indien hat eher Wesen als Geistige Begleiter, die aussehen wie die indischen Götter. Bei den Schamanen, die in dieser Tradition groß geworden sind, siehst du nie ein Engelwesen, sondern Krafttiere. Als ich dies erkannte, wurde mir schnell klar, dass es sich um nur eine Energie handelt und dass die Form, die das jeweilige Wesen annimmt, ob Engel, Fee, Krafttier, Erzengel, Jesus oder Geistführer, mit unserem Glauben zu tun hat, was mir später übrigens auch von meinem Geistführer bestätigt wurde. Die Wesen zeigen sich dir so, wie du sie annehmen kannst und richten sich in ihrer Form danach, was und woran du glaubst.

Ihre Form ist also nicht fest. Diese Energie erscheint dir so, wie es für dich stimmig ist, und so, dass du keine Angst haben musst. Sie hat nur einen Wunsch: Sie will mit dir zusammenarbeiten, mit dir Freundschaft pflegen, sie hat weder ein Ego noch eine feste Form. Und deswegen nimmt auch jedes Medium die Geistige Welt unterschiedlich wahr. Auch dies ist nur ein Spiegel des Mediums. Wenn du also mit einem richtigen Schamanen – und damit meine ich jemanden, der in dieser Tradition geboren wurde – sprechen und ihn fragen würdest: »Was denkst du über Erzengel?«, dann würde er höchstwahrscheinlich antworten: »Ich weiß nicht, was das ist. Ich habe noch nie einen Erzengel gesehen!« Er würde dir erzählen, dass wir Tiere (Krafttiere) als Begleiter und Beschützer haben. Doch Engelwesen, so wie wir sie kennen, würde er nicht wahrnehmen können, und zwar nicht, weil es keine Erzengel gibt, sondern weil sich ihm diese Energie als Krafttier zeigt und nicht als Engelwesen.

Noch ein Beispiel: So, wie ich damals gelernt habe, dass die Energie, die uns begleitet, einfach nur eine Energie ist und sich in der Form zeigt, wie wir es jeweils annehmen können, war Zoey mein erster Geistführer. Er hat sich in meiner Kindheit als Kind in meinem Alter gezeigt. Er ist im Lauf der Jahre mit mir mitgewachsen. Er zeigte sich zum Beispiel als Jugendlicher, als ich selbst ein Jugendlicher war. Für mich war zu der Zeit noch nicht klar, dass Zoey mein Geistführer ist, da er einfach nur ein junger Typ in Jeans, Hoodie und Turnschuhen war, ähnlich wie ich selbst auch. Als ich dann in der medialen Schule in England war, sprachen alle Schüler immer wieder von Geistführern, ihren Begleitern, die sehr weise und liebevoll seien. Sie zeigten sich als weise Wesen, z.B. als jüdischer Rabbi, Schamane, Kräuterfrau, Yogi, als buddhistischer Mönch, Gelehrter oder in einer anderen speziellen Form. Doch mein Geistiger Begleiter war einfach nur ein junger Typ in Turnschuhen. Er sah nicht besonders weise aus, und seine Botschaften, die er mir gab, waren eher die eines jungen Typen, und sie waren auch nicht besonders weise. Als ich dann erfuhr, dass dies mein Geistführer ist, war ich ehrlich gesagt ein bisschen enttäuscht. Ich dachte mir: »Wahrscheinlich bin ich spirituell so unterentwickelt, dass mein Geistführer ein normaler Junge von der Straße ist.« Alle anderen glänzten mit ihren Weisen an ihrer Seite. Ihre Sprache war wohlklingend, mystisch und oft kryptisch. Mein »Turnschuh«-Geistführer ohne Licht und Liebe trallala mit seiner direkten Sprache, die wie eine von der Straße klang, machte nicht den Eindruck, als sei er ein Lichtwesen. Zoey bekam meine Enttäuschung mit und sagte: »Was stört dich?« Ich erklärte ihm, dass ich ihn mag, dass er mein bester Freud ist, doch dass ich kaum glauben kann, dass er ein Geistführer ist, nach allem wie er aussieht und spricht. Seine Sprache war eher wie meine: Sie war direkt, klar und manchmal auch derb. Und ich sagte ihm auch, dass ich mir von einem Geistführer etwas anderes erwarten würde, dass ich dachte, ein Geistführer sei eher druidenhaft, ein alter Mann mit langem weißem Bart und mit einer wohlklingenden, lichtvollen Sprache, die sich irgendwie intelligent anhört. Ich war damals ohnedies auf einem Kelten-Trip. Doch Zoey lächelte nur und erwiderte gar nichts. Ich hatte ein etwas schlechtes Gewissen, weil ich ihn im Grunde genommen nicht beleidigen wollte. Ich war einfach enttäuscht. Vom nächsten Tag an konnte ich Zoey nicht mehr wahrnehmen. Einige Tage lang konnte ich keinen Geistführer mehr an meiner Seite erkennen. Jetzt war ich erst richtig im Stress und hätte am liebsten Zoey zurückgehabt. Doch eines Tages sah ich dann wieder einen Geistführer an meiner Seite, worüber ich überglücklich war, denn er war exakt so, wie ich mir einen Geistführer vorgestellt hatte: alt, wie ein Druide mit langem weißem Bart. Er sprach sehr weise und kryptisch, und ich war unglaublich stolz auf ihn. Mein spirituelles Ego schien bis zum Mond zu wachsen. Auch meine Mitschüler nahmen die Veränderung an meiner Seite wahr. Und jetzt hatte ich das Gefühl, dazuzugehören. Mein Geistführer passte zu den anderen Geistführern meiner Mitschüler.

Doch jetzt hatte ich ein ganz anderes Problem: Mein neuer Begleiter an meiner Seite sprach so weise, so kryptisch, so hochtrabend und komplex, so unglaublich spirituell, dass ich seine Botschaften nicht mehr verstand, jedenfalls meistens. Das war mir allerdings am Anfang völlig egal. Ich hatte ja meinen Geistführer, der sich wirklich zeigen lassen konnte. Doch nach etwa drei Monaten wurde mir das Ganze zu steif. Ich verstand kaum etwas von dem, was er sagte, ich konnte seine Lehren nicht nachvollziehen, und es machte mir auch nicht wirklich Spaß. Ich vermisste meinen Freund Zoey unglaublich stark, der mit mir auf einer Wellenlänge lag, nicht nur, was die Mode betraf, sondern vor allem auch geistig, wo wir uns austauschen konnten, und zwar so, dass ich es verstehen konnte. Ich fragte meinen neuen Geistführer, der mir bis dahin noch nicht einmal seinen Namen verraten hatte: »Wo ist Zoey? Und wie heißt du eigentlich?!« Seine Antwort war diesmal sonnenklar: »Zoey ist hier. Ich bin es, und meinen Namen weißt du hiermit auch!« – »Du bist nicht Zoey. Du bist ein Druide, und deine Antworten sind zu neunzig Prozent unverständlich für mich!« – »Du wolltest mich doch in dieser Form, weil ich dir in meiner ursprünglichen Form als Zoey nicht spirituell genug war. Du musst eines verstehen: Wir sind einfach eine Energie, die sich so zeigt, wie es die Menschen annehmen können. In meiner ersten Form war es die für dich richtige. Du warst ein Kind, und da hätte ich dir als Druide eher Angst gemacht. Deswegen wählte ich die Form eines Kindes in deinem Alter, eine Form, die so spricht wie du und deren Botschaften du verstehen konntest. Doch jetzt willst du dies nicht mehr, weil du glaubst, dass meine Form etwas über die Qualität deiner Spiritualität aussagt. Doch das ist falsch. Ich bin immer noch ich. Nur du verstehst mich nicht mehr!«

In diesem Augenblick verstand ich, was er mir sagen und zeigen wollte, und ich wünschte mir meinen alten Zoey zurück, den coolen, verständlichen, modernen Geistführer, meinen Freund, den ich verstand und der dadurch auch meine Entwicklung maßgeblich vorantreiben konnte. Mein Wunsch wurde erhört, und ich war unglaublich dankbar dafür. Zudem hatte ich eine wichtige Lektion gelernt.

Ich hoffe, ich konnte dir damit verständlich machen, dass alle Wesen dasselbe sind, dass die Form lediglich unserem Glauben entspricht. Wenn du in einer Gesellschaft aufgewachsen bist, in der viel von Engeln gesprochen wurde, dann würdest du das, was ich als Hauptgeistführer bezeichne, eher als Schutzengel bezeichnen. Somit werden Menschen, die in einer jüdischen, christlichen oder islamischen Tradition aufwachsen, eher Engel wahrnehmen, weil es in diesen Religionen und Traditionen Engelwesen gibt. Doch alle Menschen, die mit dieser Religion oder Tradition nicht in Berührung gekommen sind, werden keine Engel wahrnehmen, vielmehr werden sich ihnen die Geistigen Wesen so zeigen, dass sie sie annehmen und verstehen können. Wenn wir das verstehen, dann verstehen wir auch, warum jedes Medium eine andere Sicht hat.

Ich will dir im Folgenden dennoch eine kleine Unterteilung der Geistigen Welt aufzeigen, da jeder Geistführer eigene, spezielle Aufgaben hat. Diese Unterteilung ist jedoch keine Unterteilung in »besser«, »größer« oder »spiritueller«. Die Geistigen Führer sind einfach Experten auf einem jeweils anderen Gebiet, und jedes Gebiet, jede Aufgabe ist genauso wichtig wie die andere. Was ich dir mit diesem Kapitel bewusst machen möchte, wenn sich dir ein Geistführer als Jesus, Erzengel, Buddha, St. Germain oder etwas Ähnliches zeigt, dann tut er dies, weil dies deinem Glauben, deiner Tradition, deinem Ego oder deinem Wunsch entspricht. Nicht jedoch, weil es zum Beispiel wirklich der historische Jesus ist. Er zeigt sich dir nur so, damit du ihn annehmen kannst, weil es sein Wunsch ist, mit dir in Kontakt zu treten. Und dafür wählt er die Form, die du akzeptieren kannst. Wenn für dich das Aussehen nicht wichtig ist, dann kann es gut sein, dass du deinen Geistführer einfach in Form einer kraftvollen Energie wahrnimmst, und dies ist genauso wertvoll und richtig, wie alle anderen Erscheinungsformen.

Was sind Geistführer


Ich muss noch einmal betonen, dass diese Unterteilung uns Menschen hilft, besser zu verstehen, was Geistführer sind. Es ist keine Unterteilung in »höher« oder »besser«, sondern es ist eine Unterteilung, die sich auf die Aufgaben bezieht, auf welchem Gebiet der jeweilige Geistführer Experte ist. Mir persönlich ist es sehr wichtig, dass man diese sogenannte »Unterteilung« als Leser versteht. Sie hilft uns, besser zu verstehen, wer die Bewohner in der Geistigen Welt sind und welche Aufgabengebiete sie haben.

Hauptgeistführer

Kommen wir als Erstes zum Hauptgeistführer. Ich nenne einen der Geistführer Hauptgeistführer, da er spezielle Eigenschaften und Aufgaben hat. Er ist nämlich von der ersten bis zur letzten Inkarnation immer bei uns. Falls du nicht an mehrere Leben glauben solltest, dann eben von der Geburt bis zum Tod. Doch ich gehe einmal davon aus, dass die meisten Leserinnen und Leser wie ich an mehrere Leben glauben. Somit hat dich dieser Geistführer schon immer begleitet, auch wenn du gerade nicht inkarniert bist, also wenn du in der Geistigen Welt bist und auf deine nächste Inkarnation wartest. Er ist immer an deiner Seite. Er berät und unterstützt dich, und er achtet darauf, dass du deinem Lebensplan folgst, den du dir gewählt hast. Wenn wir noch in der Geistigen Welt sind, also bevor wir ins Leben kommen, suchen wir mit ihm zusammen unseren Lebensplan aus. Wir planen die wichtigsten Punkte in unserem Leben, und er steht uns mit seinem Rat zu Seite. Wenn wir sagen, er sei immer an unserer Seite, von Beginn an bis zum Ende, dann ist dies im Grunde falsch, da wir in alle Ewigkeit existieren. Er ist also immer an unserer Seite, deswegen nenne ich ihn Hauptgeistführer. Er ist im Unterschied zu allen anderen Geistführern immer bei uns. Seine Aufgabe oder das Gebiet, auf dem er Experte ist, könnte man folgendermaßen umschreiben: »Menschen sowohl im Leben als auch im Jenseits zu unterstützen, zu beraten und ihnen dabei zu helfen, ihre Aufgaben zu erfüllen.«

Wenn wir es wieder auf menschliche Weise erklären wollen, könnte man ihn auch als deinen persönlichen Manager bezeichnen, der dich in allen Belangen unterstützt und berät. Für mich ist es dasselbe Wesen wie mein Schutzengel oder das Wesen, das viele als Schutzengel bezeichnen. Ich nenne ihn einfach Hauptgeistführer.

Ergänzung zum ersten Kapitel

Ich spreche auch deswegen von Geistführer, weil ich in der spiritualistischen Tradition Englands groß geworden bin. In dieser Tradition und während meiner Ausbildung zum Medium dort wurde nie von Engeln gesprochen, sondern immer nur von Geistführern. Daher nenne ich diese Wesen heute auch Geistführer.

Zurück zum Hauptgeistführer: Er ist für mich wie der allerbeste Freund. Er ist derjenige, der mir am nächsten ist, da er immer an meiner Seite ist, und dies schon über viele Leben und zwischen den Leben, wenn ich zum Beispiel nicht auf der Erde inkarniert bin. Er ist der Geistführer, der mich am besten kennt und mich deswegen auch am besten unterstützen kann.

Auch wenn du zum Beispiel deinen Hauptgeistführer nicht wahrnehmen kannst oder wenn du nicht an Geistführer glaubst, wirst du dennoch auf der unbewussten Ebene von deinem Hauptgeistführer geleitet und geführt. Die Geistführer erschaffen oft Umstände oder Bedingungen in unserem Leben, an denen wir wachsen und lernen können. Sie geben uns durch Gedankenblitze Botschaften, lassen ein Gefühl oder einen Gedanken entstehen und unterstützen uns in unseren Träumen. Meistens wird durch bestimmte Umstände oder Begegnungen in unserem Leben unsere Entwicklung gefördert und ein Lernprozess angestoßen. Auch wenn wir nicht an sie glauben, bekommt dennoch jeder die Führung, die er braucht. Leider sind diese Umstände vorwiegend im Außen, oft sind die Lernprozesse nicht nur angenehm und schön, häufig sind sie auch unangenehm, vor allem dann, wenn wir unser Leben nicht bewusst gestalten, wenn wir nicht erkennen, dass alles im Außen einen Grund, eine Ursache hat. Je stärker reflektiert wir durchs Leben gehen, je weniger wir uns als Opfer der Umstände verstehen, desto besser können wir unsere Leben im Außen aktiv gestalten und verändern. Dies ist ein sehr komplexes Thema, eigentlich wäre es ein Thema für ein eigenes Buch. Falls dich dieses Thema besonders interessiert, dann empfehle ich dir mein Buch »Enjoy this Life«.

Wenn wir jedoch Kontakt zu unserem Geistführer haben, wenn wir mit der Zeit lernen, mit unserem besten Freund zu kommunizieren, dann können wir unseren Geistführer auch aktiv um Hilfe bitten. Wir können besser verstehen, warum dieses oder jenes in unserem Leben passiert, und wir können im Idealfall optimal darauf reagieren. Und dadurch wird häufig auch der Schmerz des Lernprozesses abgemildert. Du darfst das nicht falsch verstehen: Auch wenn du Kontakt zu deinem Geistführer hast, wirst du Probleme haben, wirst du schwierige Themen bewältigen müssen, wirst du Lernprozesse in deinem Leben durchlaufen müssen. Doch du wirst besser verstehen, warum etwas so oder so verlaufen ist, und dadurch wird alles nicht ganz so tragisch. Außerdem wirst du vorher eher gewarnt, wenn dein Leben droht, aus dem Ruder zu laufen. Du wirst Tipps bekommen, was du ändern solltest. Grundvoraussetzung ist allerdings, dass du deinem Geistführer vertraust und dass du die Dinge auch veränderst, die er dir vorschlägt. Denn in den allermeisten Fällen ist es nicht so, dass wir keine Botschaft erhalten haben. Wesentlich häufiger kommt es vor, dass wir das, was er uns zu sagen hat, nicht hören wollen. Gerade wenn es unangenehm ist, wenn wir handeln müssen, Dinge verändern, uns bemühen oder an uns arbeiten müssen, wenn die Botschaft so gar nicht dem entspricht, was wir uns wünschen, gerade dann handeln viele Menschen nicht danach und fühlen sich dann vom Geistführer verlassen.

Bevor ich dir zeige, wie du klare Inputs von deinem Geistführer bekommst, musst du also akzeptieren, dass dir die Antworten nicht immer in deinen Kram passen werden. Oft ignorieren wir dann, was uns unangenehm ist. Doch dies ist dann deine persönliche Entscheidung. Ich vergleiche es oft mit Menschen, die eine Frage haben und dazu eine Tarot-Karte ziehen. Ziehen sie eine negative Karte, dann wiederholen sie den Vorgang und ziehen erneut eine Karte mit der Ausrede, sie hätten sich nicht konzentriert oder müssten das Ziehen nochmals prüfen etc. Sie ziehen dann so lang, bis sie eine Karte haben, die ihnen passt. Oder sie reden es sich schön, wenn die Karte eine negative Botschaft zeigt. Und dann sind sie auch noch völlig verwundert, wenn die Botschaften nicht stimmen. Dabei stimmen die Botschaften meistens. Nur tendieren wir dazu, dass wir Botschaften, die uns zum aktiven Handeln oder Loslassen von Menschen oder Situationen, von allem, was uns unangenehm ist, am liebsten verdrängen und am besten gar nicht erst hören wollen. Am Ende sind wir dann enttäuscht und haben das Gefühl, dass uns nicht geholfen wird. Doch du solltest eines wissen, dein Geistführer lässt dich nie im Stich. Er wird dir immer helfen, auch wenn seine Hilfe nicht so ausfällt, wie du es gern hättest. Seine Unterstützung wird immer optimal sein. Doch du wirst dies nicht immer so sehen, weil wir mit dem Bewusstsein eines Menschen denken und fühlen.

Dein Hauptgeistführer hat jedoch immer das große Ganze im Blick, und deswegen kann dir sein Tipp in diesem Moment deines Lebens eher schwer, unangenehm oder schmerzhaft erscheinen. Am Ende wird immer alles gut.

Beispiel

Das folgende Beispiel soll dir noch einmal verdeutlichen, was ich damit meine und was ich häufig bei meinen Geistführer-Seminaren erlebe.

Jemand ist unglücklich im Beruf, jetzt machen wir mit dem Geistführer eine Situationsheilung zu diesem Thema. Er erhofft sich, »dass es im Beruf toll wird, dass er vom Chef die notwendige Anerkennung bekommt und dass er eine Lohnerhöhung erhält«. Das kann nach einer Situationsheilung durchaus geschehen. Es kann aber auch passieren, dass er am nächsten Tag zur Arbeit kommt und vom Chef gekündigt wird. Nun ist er total im Stress und denkt, die Situationsheilung habe nicht funktioniert. Sein Wunsch hat sich ja nicht erfüllt. Doch er übersieht dabei, dass er damit die Chance hat, die Arbeitsstelle zu wechseln, etwas Neues zu beginnen, vielleicht etwas ganz anderes zu machen oder sogar selbstständig zu werden und damit all das zu bekommen, was ihm bisher gefehlt hat.

Wenn er all diese Möglichkeiten sieht, dann hat die Übung bestens funktioniert. Dasselbe können wir auch auf unsere Partnerschaft übertragen. Viele wünschen sich vom Geistführer, dass er ihnen hilft, die Partnerschaft zu optimieren. Sie hoffen, dass dann alles leicht und schön wird und dass damit die Liebe der ersten Tage zurückkommt. Doch leider ist häufig das Gegenteil der Fall: Der Partner packt seine Koffer und geht. Beim Verlassenen setzt sofort ein Mangeldenken ein. Er sieht nur die Verletzungen und dass es nicht so gekommen ist, wie er es sich gewünscht hat. Doch der Geistführer wusste, dass sich der Wunsch mit diesem Partner nicht erfüllen lässt. Deswegen kam es zur Trennung, welche dir die Chance bietet, jemand Neuen kennenzulernen, der dir genau das gibt, was du brauchst. Vielfach erkennen wir das leider nicht.

Das mögen vielleicht zwei extreme Beispiele sein, doch für mich ist es wichtig zu verstehen, dass es nicht immer angenehm ist, den Geistführer um Hilfe und Beistand zu bitten. Du solltest auch einsehen, wenn nach einer Situationsheilung mit dem Geistführer der Partner davonläuft, dass er sich früher oder später ohnedies von dir getrennt hätte. Der Geistführer oder die Heilung hat lediglich bewirkt, dass es früher zur Trennung kam, damit du nicht noch zwei oder drei Jahre in einer unglücklichen Beziehung leben musstest. Es wird nie etwas geschehen, was am Ende nicht gut für dich ist. Dieses Vertrauen in deinen Geistführer musst du immer haben. Damit dieses Vertrauen entstehen kann, braucht es Zeit, und deswegen ist für mich die Verbindung zum Hauptgeistführer wie die Verbindung zu meinem besten Freund, bei der das Vertrauen auch erst über die Jahre gewachsen ist. Und durch das Vertrauen wächst auch die Verbindung zum Freund immer stärker. Am Anfang ist dafür auch Geduld und Übung notwendig, bis es zu einer klaren, starken Verbindung kommt zwischen dir und deinem Geistführer, d. h., die Verbindung war schon immer da, bis du jedoch die Sprache und die Antwort deines Geistführers verstehen, bis du dich aktiv mit ihm austauschen kannst, dazu brauchst du Geduld und Übung. Später im Buch findest du viele Tipps und einfache Übungen, die dir helfen, diese Verbindung leicht und schnell zu stärken, wenn du sie regelmäßig in deinen Alltag integrierst. Ich hoffe, ich konnte dir den Hauptgeistführer verständlich machen.

Wie bereits erwähnt, arbeite ich zu 90 Prozent nur mit meinem Hauptgeistführer, weil er immer da ist und ich seine Schwingung am besten erkennen und wahrnehmen kann. Deswegen beziehen sich auch die meisten Übungen hier auf den Hauptgeistführer, damit die Verbindung zu ihm besonders gestärkt wird. Natürlich könntest du bei jeder meiner Übungen auch ein anders Geistwesen einsetzen, doch ich empfehle dir, sie immer beim Hauptgeistführer anzuwenden, da er der »Manager« ist. Wenn er meint, dass noch ein zusätzlicher Geistiger Experte für dieses oder jenes Problem oder in deinem Leben notwendig ist, dann wird er für dich den idealen Experten organisieren. Das ist sein Job, und er wird ihn so machen, dass es für uns optimal läuft. Also verlass dich hundertprozentig auf ihn und vertrau ihm einfach.

Geistführer

Ich habe früher immer einen Unterschied zwischen Engeln und Geistführern gemacht. Heute unterscheide ich dagegen nicht mehr. Früher war ich noch mehr von anderen Menschen und meinen Lehrern geprägt. Heute verlasse ich mich nur noch auf das, was ich wahrnehme, und ich nehme keinen qualitativen Unterschied zwischen Geistführern und Engeln wahr. Allerdings ist mir aufgefallen, dass die Geistwesen zum Beispiel in der Schweiz, in Österreich oder in Deutschland vom Aussehen her eher den Lichtwesen oder eben den Engeln gleichen, weil hier der Glaube an Engel oder an Lichtwesen weiter verbreitet ist. In England dagegen, wo man eher an Geistführer glaubt oder die Wesenheiten Geistführer nennt, zeigen sie sich mir eher als Inder, Chinesen, Araber, Juden oder in Erscheinungsformen, die wir als weise oder besonders spirituell bezeichnen. Allerdings unterscheide ich zwischen Hauptgeistführer und normalem Geistführer. Wie du bereits weißt, haben alle einen Hauptgeistführer, der immer bei uns ist, uns immer begleitet und uns nie verlässt. Er ist der beste Freund, der immer bleibt. Ein normaler Geistführer ist ein Experte auf einem gewissen Gebiet, auf dem er uns unterstützt, oder er steht uns in einer bestimmten Lebensphase bei. Sobald wir diese Lebensphase bewältigt oder mit dem Problem umzugehen gelernt haben oder dieses Gebiet nicht mehr anwenden oder praktizieren, kann sich dieser Geistführer zurückziehen und zu jemand anderem gehen. Ein Beispiel zur Verdeutlichung: Nehmen wir an, du machst eine Heilerausbildung. Nun kann es gut sein, dass dein Hauptgeistführer auf dem Gebiet des Geistigen Heilens kein Experte ist. Dann kommt ein Experte auf diesem Gebiet zu deinem Geistigen Team hinzu. Nennen wir ihn zum besseren Verständnis Heiler-Geistführer. Er wird dich auf diesem Gebiet unterstützen, deine heilerischen Fähigkeiten fördern und trainieren, und solltest du später als Geistheiler arbeiten, dann wird er dir in den Heilbehandlungen, die du durchführst, beistehen. Wenn es nun aber zu einer Veränderung in deinem Leben kommt, wenn du zum Beispiel keine Lust mehr auf die Tätigkeit als Heiler hast oder wenn die Praxis nicht so läuft, wie es notwendig wäre, oder seien es auch andere Gründe, kurz: wenn du deine Heilfähigkeiten nicht mehr anwendest bzw. ausführst, dann wird dieser Heiler-Geistführer, bildlich gesprochen, arbeitslos. Er zieht sich zurück und geht zu jemand anderem, bei dem er seinen Job ausüben und sein Expertenwissen weitergeben kann. Vielleicht machst du ja dann etwas anderes, nehmen wir an, du beginnst Klavierspielen, dann bekommst du einen neuen Geistführer, der dich in deinen musischen Aktivitäten unterstützt und fördert. So haben wir zeitweise mehrere unterschiedliche Geistführer in unserem Team. Hauptgeistführer gibt es nur einen pro Person. Er ist dein »normaler« Geistführer, wenn man es so nennen will. Du kannst allerdings viele andere Geistführer haben, je nachdem, wie viele Interessen du hast und wie viel Unterstützung du gerade brauchst.

Wie gesagt: Diese Geistführer können weggehen, sich abwechseln oder einander ersetzen. Zurück zu unserem Beispiel: Nehmen wir an, du beginnst eine Heilerausbildung, dann bekommst du auch einen Heiler-Geistführer. Da du jedoch noch am Anfang stehst, wirst du nicht gerade den absoluten Experten als Heiler-Geistführer bekommen. Je weiter du dich aber entwickelst und je besser, je professioneller du wirst, desto größer ist die Chance, dass du mit der Zeit auch einen neuen Heiler-Geistführer bekommst, weil du nun einen größeren Experten brauchst.

So kommt es bei den normalen Geistführern immer wieder zum Austausch und zu Veränderungen, doch betrifft das nie deinen Hauptgeistführer. Das ist sehr wichtig zu wissen, weil sich dadurch auch ab und zu die Energien verändern, die dich begleiten. Daher empfehle ich dir, dass du dich gerade in den ersten Jahren ganz auf deinen Hauptgeistführer konzentrierst, da dieser immer bleibt und du dich voll und ganz auf seine Energie konzentrieren kannst. Im Übrigen brauchst du dir wegen dieser Wechsel keine Gedanken zu machen. Dein Hauptgeistführer, dein Manager, regelt das alles für dich. Er wird dafür sorgen, dass du immer die Experten an deiner Seite hast, die du gerade in der jeweiligen Lebensphase brauchst.

Ich beispielsweise bitte nie um einen spezifischen Experten, das überlasse ich alles meinem Hauptgeistführer. Er weiß genau und viel besser als ich, wen ich in meinem Team brauche. Auch bei Kollegen, die ihre Geistführer Engel nennen, gibt es Engel, die für bestimmte Lebenssituationen zuständig sind. Das ist exakt so wie bei den Geistführern. Auch sie sind Experten auf ihrem Gebiet. Wir dürfen allerdings nie vergessen, dass nicht jeder Geistführer Experte in allen Bereichen ist. Es ist so wie bei uns Menschen: Der eine kann dies besser, ein andere etwas anderes. Zum besseren Verständnis liste ich unten nochmals Namen auf, wie andere die Geistführer nennen. Vielleicht hast du sie ja schon einmal gehört.

Kinder-Geistführer

Kinder-Geistführer gibt es sehr häufig. Viele von uns können sich vielleicht noch an die Zeit erinnern, als sie ihre unsichtbaren Freunde gesehen haben. Viele Kinder haben unsichtbare Freunde. Es sind meistens keine anderen als unsere Geistführer, häufig handelt es sich sogar um den Hauptgeistführer, der sich in Gestalt eines Kindes zeigt. Ich sehe bei vielen Kindern Kinder-Geistführer. Aber als Erwachsener hat man ebenso immer wieder einmal ein Kind als Geistführer. Wenn ich bei einer erwachsenen Person ein Kind als Geistführer sehe, dann weiß ich, dass dieser Geistführer versucht, ein bisschen Leichtigkeit ins Leben zu bringen oder das innere Kind bzw. die Kindlichkeit zurückzugeben. Bei verbissenen Menschen oder solchen, die einfach die Freude am Leben verloren haben, sehe ich immer wieder Geistführer, die sich als Kind zeigen und die mit ihrer fröhlichen und unbekümmerten Art das innere Kind zurückbringen wollen. Wenn du merkst, dass du verbissen bist, oder wenn du das Gefühl hast, dass dir deine Lebensfreude abhandengekommen ist, dann bitte doch um einen kindlichen Geistführer, der dir wieder ein Lächeln auf die Lippen zaubert. Auch bei jenen, die in der Seele ein Kind geblieben sind, nehme ich häufig mehr Kinder-Geistführer wahr als bei anderen Erwachsenen. Wenn man bei Erwachsenen Kinder-Geistführer sieht, ist es meistens nicht der Hauptgeistführer, weil dieser im Regelfall immer mit seinem Schützling mitwächst, vielmehr handelt es sich bei diesen Erwachsenen meistens um einen Geistführer, der eben für das Thema Lebensfreude oder inneres Kind an der Seite des Erwachsenen ist. Falls du Kinder hast, die mit imaginären Freunden spielen, dann weißt du jetzt, dass sie höchstwahrscheinlich mit ihrem Geistführer spielen.

Aufgestiegene Meister – weiße Bruderschaft – Rat der Weisen

Auch dies sind nur Namen für Geistführer, die ihnen von Menschen gegeben wurden. Es sind für mich ganz normale Geistführer. Ihr Gebiet, auf dem sie Experten sind, lässt sich als Lehre bezeichnen, sie unterstützen Menschen dabei, ihr Leben auf der Welt besser zu meistern. Buddha oder Jesus werden zum Beispiel zu den aufgestiegenen Meistern gezählt. Wenn ein Mensch von einem Geistführer dabei unterstützt wird, an sich und seinem Leben zu arbeiten, und wenn dieser Mensch sehr christlich erzogen wurde, dann kann es sein, dass sich ihm sein Geistführer als Jesus zeigt. Allerdings ist dies nicht der Jesus aus der Bibel. Der Geistführer zeigt sich in der Gestalt Jesu, weil sein Expertengebiet die Qualität von Jesus hat und weil sein Schützling in dieser Tradition geboren wurde oder weil dieser Mensch den Wunsch nach Jesus verspürt. Genauso verhält es sich mit Buddha, wenn sich jemand eher zum Buddhismus hingezogen fühlt.

Diese Geistwesen nehmen diese Formen an, weil es mit der Qualität ihrer Energie, mit ihrem Expertenwissen zu tun hat und nicht, weil sie dies wirklich sind. Geistführer, die sich als bekannte Personen zeigen, die einmal gelebt haben und die wir als weise bezeichnen, erscheinen in dieser Gestalt, weil es ihre Aufgabe ist, dem Menschen dabei zu helfen, den Aufstieg zu schaffen. Wir sind hier ja auf der Welt, um uns weiterzuentwickeln. Dies ist nicht immer so leicht, weil die Welt auch ein harter, schmerzvoller Ort sein kann. Deswegen zeigen sich diese Geistführer oft als bekannte Menschen, von denen wir wissen, dass sie ihr Leben gemeistert und den Aufstieg geschafft haben. Oder sie zeigen sich in einer Form, die der Mensch akzeptieren und ohne Angst annehmen kann.

Sicher hast du schon oft von Jesus- oder Marienerscheinungen gehört. Diese Erscheinungen sind für mich nichts anderes, als dass ein Geistführer diese Gestalt in der jeweiligen Situation angenommen hat, weil dies für den Menschen, der die Erscheinung wahrgenommen hat, stimmig ist. Deswegen ist zum Beispiel noch nie einem Buddhisten Jesus oder Maria erschienen. Einem Buddhisten erscheint eher Buddha, wie auch ein Moslem noch nie eine Marienerscheinung hatte, die ihn eventuell bat, an der Stelle eine Kirche zu bauen. Die Erscheinungen sind immer vom Glauben und der Akzeptanz des jeweiligen Menschen abhängig. Es sind einfach nur Geistführer, die diese Gestalt oder Form wählen.

Krafttiere oder Totemtiere

In der indianischen Kultur und in ihren Legenden kommen häufig Krafttiere vor. Auch sie empfinde ich als Geistführer, die sich einfach in anderen Gestalten zeigen, die jeweils dem Glauben und der Kultur der Menschen entsprechend geprägt sind. Jedes einzelne Krafttier hat eine eigene Aufgabe und Bedeutung, wie die Geistführer auch. So kann zum Beispiel der Adler als einziges Tier direkt in die Sonne blicken. Einem Menschen, der dieses außergewöhnliche Tier als Geistführer hat, sagt man die Fähigkeit des Hellsehens nach. Aber einen Adler sehen, kann auch bedeuten, dass man sich einen Überblick oder Durchblick verschaffen soll, je nachdem, was gerade ansteht. Für uns können die Krafttiere sehr fremd wirken. Solltest du jedoch Interesse für diese Kultur hegen, dann darfst du sicher sein, dass die Arbeit mit Krafttieren herrlich ist.

Naturwesen, Elfen, Feen und Zwerge

Auch Naturwesen, Elfen, Feen und Zwerge sind Geistführer, doch ihr Gebiet, ihr Expertenwissen bezieht sich weniger auf die Menschen, sondern eher auf die Natur. Deswegen zeigen sie sich oft in anderen Formen und Gestalten, und wir nennen sie auch anders. Dennoch handelt es sich um Geistführer. So sehe ich häufig bei Menschen, die sich stark zu Naturwesen, zum Beispiel Elfen, hingezogen fühlen, dass ihr Hauptgeistführer diese Form angenommen hat. Die Aufgaben dieser Geistführer sind Erhalt und Pflege der Natur. Man könnte es auch vereinfacht ausdrücken: Es sind die Geistführer der Pflanzen, Steine, Tiere und Naturelemente. Meistens habe ich Elfen, Feen oder Zwerge nur kurz gesehen. Wenn du, liebe Leserin, lieber Leser, dich dafür interessierst, findest du sicher genügend Literatur dazu.

Ich hatte einmal ein spannendes Erlebnis mit einer Elfe. Allerdings weiß ich bis heute nicht, ob diese Elfe nur symbolisch zu verstehen war oder ob sie sich tatsächlich bei dieser Frau befand. Eine Klientin war zu einem Jenseitskontakt zu mir gekommen. Es war zunächst eine ganz normale Sitzung. Doch plötzlich nahm ich eine Elfe wahr, worüber ich ziemlich irritiert war und nicht wusste, warum die Elfe anwesend war. Ich versuchte, mit der Elfe Kontakt aufzunehmen, weil ich wissen wollte, was sie mir sagen möchte. Ich vernahm jedoch nur: »Ich zeige dir, woher die Frau kommt.« Da ich nicht verstand, wie mir die Elfe zeigen wollte, woher die Klientin kommt, fragte ich nach: »Was willst du? Wie meinst du das?« Die Elfe antwortete: »Die Klientin kommt von dort, wo ich herkomme!« Nun überlegte ich, woher die Klientin kommen könnte: aus dem Elfenreich? Wohl eher nicht. Hätte ich das in dieser Situation gesagt, dann hätte mich die Elfe für total verrückt gehalten. Da schoss es mir plötzlich durch den Kopf, woher Elfen oder Feen kommen. Natürlich aus Irland. Ich sagte zu der Klientin: »Sie kommen ursprünglich aus Irland beziehungsweise Ihre verstorbene Mutter kam aus Irland. Stimmt das?« Ich brauchte die Antwort nicht abzuwarten, da ich an ihrem Gesicht sah, dass es stimmte. Da die verstorbene Mutter aus Irland kam, glaubte die Klientin an Elfen. Somit ergab es Sinn, dass sich der Geistführer in Gestalt einer Elfe zeigte. Aber vielleicht hatte die verstorbene Mutter die Elfe auch nur symbolisch geschickt, damit ich der Klientin sagen konnte, woher die verstorbene Mutter kam. Und damit konnte ich gleichzeitig den Geburtsort der Mutter als Beweis weitergeben. Naturwesen sind genauso real wie Geistführer. Auch sie sind Geistführer, lediglich ihr Aufgabengebiet ist ein anderes.

Verstorbene

Ich möchte noch kurz auf die Verstorbenen eingehen, auch wenn diese nicht zu den Geistführern zählen. Da aber immer wieder die Frage aufkommt, ob Verstorbene auch Geistführer sein können, möchte ich hier kurz darauf eingehen.

Bis jetzt habe ich alle Bewohner der Geistigen Welt den Geistführern zugeordnet. Egal welchen Namen oder welche Bezeichnung man verwendet. Für mich ist es am Ende immer dieselbe Energie, und nur die Bezeichnung kann sich je nach Glauben, religiösem oder traditionellem Hintergrund ändern. Doch dann wird immer wieder die Frage gestellt, ob ein Verstorbener auch ein Geistführer sein kann. Einfach gesagt: Nein. Oder besser: Noch nicht. Jeder Geistführer war einmal ein Mensch, der aber so viele Inkarnationen hinter sich hat, dass er nicht mehr auf der Erde inkarnieren muss. Dies bedeutet, dass wir früher oder später alle einmal Geistführer sein werden. Doch bis es so weit ist, werden wir noch sehr viele Inkarnationen haben und uns noch ganz erheblich weiterentwickeln müssen. Da ich nicht davon ausgehe, dass es in deiner Familie und ihrem Umfeld eine Person gibt, die schon so weit entwickelt war und den Erleuchtungszustand erreicht hat, darf man annehmen, dass kein Mensch, den du gekannt hast, nach seinem Tod ein Geistführer wurde. Ich gehe ferner davon aus, dass die Erde nicht der einzige Ort ist, an dem wir inkarnieren können, doch dass die Erde so ziemlich der niedrigste Ort ist, an dem wir inkarnieren. Ich denke, wenn wir es geschafft haben, dass wir nicht mehr auf die Erde kommen müssen, werden wir zuerst noch an anderen Orten inkarnieren, und erst dann haben wir den nötigen Zustand und das nötige Wissen, um Geistführer zu werden.

Deswegen kann man klar sagen, kein Mensch, den du auf der Erde kennengelernt hast, hat das Bewusstsein, nach seinem Tod ein Geistführer zu werden. Doch Verstorbene sind auch Geistwesen und Bewohner der Geistigen Welt. Sie sind am selben Ort wie die Geistführer, sind jedoch noch auf einer anderen Entwicklungsstufe und sind somit Experten auf einem anderen Gebiet.

Meine Hauptarbeit sind Jenseitskontakte zu verstorbenen Angehörigen. Diese Kontakte können bei der Trauerverarbeitung für die Angehörigen eine außerordentlich bedeutsame Hilfe sein. Wichtig zu wissen ist, dass das Bewusstsein eines Verstorbenen noch dasselbe ist wie das, das er hier auf der Erde hatte. Verstorbene sind nicht plötzlich erleuchtet oder allwissend – ein Punkt, den viele manchmal nicht sehen, wenn sie zu mir in die Beratung kommen. Verstorbene können uns nicht wirklich bei unseren Problemen helfen. Ein verstorbener Vater kann seinem Sohn oder seiner Tochter einen Tipp geben, was er an seiner oder ihrer Stelle tun würde. Aber dieser Tipp ist die Hilfe eines Vaters und nicht der einer erleuchteten Wesenheit aus der Geistigen Welt. Natürlich entwickeln sich auch die Verstorbenen in der Geistigen Welt weiter und werden weiser, aber diese Entwicklung braucht Zeit. Ich werde oft gefragt, ob ein Verstorbener nicht der Schutzengel einer noch lebenden Person werden kann. Die Antwort ist ein klares Nein! Aber das heißt nicht, dass ein Verstorbener uns nicht von der Geistigen Welt aus unterstützt und hilft. Nur ist er vom Bewusstsein her noch nicht so weit wie ein Schutzengel bzw. Geistführer. Wenn du aber das Gefühl hast, ein Verstorbener sei dein Schutzengel, dann ist das auch in Ordnung. Nur solltest du wissen, dass es im Grunde nicht so ist. Aber wenn dich diese Gedanken trösten und dir helfen, dann ist es richtig und gut. Auch bin ich überzeugt, dass es Verstorbene gibt, die eine ähnliche Aufgabe haben wie ein Schutzengel, und das führt uns gleich zur nächsten Kategorie.

Geisthelfer

Als Nächstes gibt es Geisthelfer. Das sind auch Verstorbene, und zwar solche, die oft um lebende Personen sind, die sie unterstützen. Für mich ist zum Beispiel mein Vater ein Geistiger Helfer. Auch wenn sein Bewusstsein nicht höher ist, als es auf der Erde war. Er ist jedoch ständig bei mir. Er unterstützt mich und passt auf, dass es mir gutgeht, so wie ein Vater auf seinen Sohn aufpasst. Andere Verstorbene kommen nur ab und zu einmal vorbei. Sie nehmen aber nicht wirklich aktiv an meinem Leben teil. Deswegen mache ich hier einen Unterschied zwischen Verstorbenen und Geistigen Helfern oder eben Geisthelfern. Da die Geisthelfer aktiv an unserem Leben teilnehmen und ab und zu sogar bei unserer Entwicklung helfen, denken viele, dass dieser Verstorbene ein Geistführer oder Schutzengel sei. Das ist er zwar nicht, aber er kann uns aus der Geistigen Welt unterstützen. Der große Unterschied zwischen Verstorbenen und Geisthelfern ist nicht das entwickelte Bewusstsein, sondern wie oft sie bei uns sind.

Wenn ein Verstorbener nur wenig bei uns ist, dann ist er für mich ein normaler Verstorbener, wenn aber ein Verstorbener sehr oft bei uns ist, dann nenne ich ihn Geisthelfer. Manchmal kommt es vor, dass ein Geisthelfer als eine Art Dolmetscher zwischen einer lebenden Person und einem Geistführer eingesetzt wird. Was ich beispielsweise schon oft in meiner Praxis erlebt habe: Eine Mutter hat ihren Sohn bzw. ihre Tochter verloren. Jetzt ist dieses Kind sehr oft bei seinen Eltern oder bei der Mutter. Vielleicht ist die Mutter sogar feinfühlig und kann das verstorbene Kind spüren. Daher denken nun viele: »Mein Sohn bzw. meine Tochter ist jetzt mein Schutzengel oder Geistführer!« Dieser Gedanke ist sicher tröstlich, doch nicht ganz richtig. Ich würde allerdings nie einer Mutter sagen: »Nein, das ist er nicht. Er ist ein Verstorbener!« Dies wäre psychologisch nicht hilfreich und würde bei der Trauerverarbeitung nicht weiterhelfen. Doch ich würde der Mutter erklären, dass es immer noch die Tochter oder der Sohn ist, und weil sie ihr bzw. ihm besonders vertraut, wird sie oder er wie ein Dolmetscher eingesetzt, d.h., als Vermittler zwischen Geistführer und ihr.

Es kommt auch häufig vor, dass ein Verstorbener als Vermittler eingesetzt wird, wenn der Geistführer keinen direkten Draht zur Person findet oder wenn die Person noch so tief in ihrer Trauer steckt, dass sie nur die Anwesenheit dieser verstorbenen Person akzeptieren kann. Dann fungiert dieser Verstorbene als Vermittler. Doch rein theoretisch ist dieser Verstorbene immer noch ein Verstorbener und nicht auf der Entwicklungsstufe eines Geistführers. Er kann jedoch Informationen vom Geistführer an die noch lebende Person weitergeben. Dies ist meistens dann der Fall, wenn ein Hinterbliebener die Trauer nicht verarbeiten kann und nicht loslassen kann.

Wenn du jetzt eine Ausbildung zum Medium machen oder einfach deine medialen Fähigkeiten trainieren möchtest, solltest du klar unterscheiden können, was ein Geistführer und was ein Verstorbener ist. Da gibt es eben einen großen Unterschied in Bezug auf die Schwingung, weil Geistführer auf einer anderen Entwicklungsstufe stehen. Doch gerade bei der Heilung eines Verlustes und bei der Trauerverarbeitung ist ein Jenseitskontakt zum Verstorbenen wesentlich sinnvoller als der Kontakt zum Geistführer, da der Verstorbene, um den es ja geht, der größere Experte ist. Es ist etwas Wundervolles und Heilendes zugleich. Selbst wenn ein Verstorbener im Leben der Hinterbliebenen sehr aktiv ist, ist und bleibt er ein Verstorbener und ist weder Geistführer noch Engel. Man könnte ihn einfach als Geisthelfer bezeichnen, da er öfter bei den Hinterbliebenen ist als ein normaler Verstorbener. Ich hoffe, dass dich meine Unterteilung nicht verwirrt hat, sondern dass sie dir dabei helfen konnte, dir einen besseren Durchblick in die Bewohner der Geistigen Welt zu verschaffen. Bevor wir mit den Übungen beginnen, möchte ich noch auf die negativen Bewohner der Geistigen Welt eingehen, falls es diese überhaupt gibt!

Gefallene Engel, böse Geister und Dämonen

Bevor ich dir zeige, wie du Kontakt mit deinem Geistführer aufnehmen kannst, möchte ich dir noch die Angst vor bösen Wesen nehmen. Falls du überhaupt Angst hast. Für manchen Leser bzw. manche Leserin wird dies eine Wiederholung sein, da viele das schon aus meinen anderen Büchern kennen. Ich bitte dich deshalb um Verzeihung. Doch ich kann nicht davon ausgehen, dass jede Leserin und jeder Leser alle meine Bücher gelesen hat. Ich kann dir versichern, dass die Informationen in diesem Buch meines Erachtens sehr wichtig sind. Ich erlebe häufig, dass mir Menschen, die Angst vor bösen Wesen haben, schreiben oder dass Kursteilnehmer sagen, sie hätten Respekt davor, mit ihrem Geistführer in Kontakt zu treten, weil sie Angst haben, sie könnten damit ein Tor für böse Wesen öffnen. Diese Angst würde aber den Kontakt zum Geistführer verhindern. Deswegen möchte ich auf dieses Thema nochmals intensiver eingehen.

Zunächst darf ich dich beruhigen: Ich glaube nämlich nicht an böse Geister, und ich habe auch noch nie ein böses Wesen in der Geistigen Welt gesehen. Auch wenn sich gewisse Begegnungen für uns Menschen unangenehm anfühlen, ich habe trotzdem noch nie ein Wesen in der Geistigen Welt gesehen, das den Menschen Schlechtes wünscht. Auch wenn du schon in anderen Büchern einmal davon gelesen haben solltest, muss ich dies noch einmal betonen, weil ich immer wieder Menschen treffe, die große Angst vor Dämonen oder gar dem Teufel haben. Einige werden deswegen vielleicht Probleme mit dem Folgenden haben, und das ist gut so. Bedenke bitte, dass es sich um meine Wahrnehmung handelt, über die ich hier schreibe, und ich behaupte nicht, dass sie richtig ist. Einige werden über meine Worte froh sein, andere vielleicht weniger, weil sie mit Geisteraustreibung und ähnlichen Praktiken Geld verdienen. Mir ist es einfach sehr wichtig, Heilung in die ängstlichen Herzen zu bringen. Ich möchte zeigen, dass Dinge oder Situationen, die uns Angst machen, plötzlich keine Angst mehr machen, dass sie sogar ganz hilfreich sein können, wenn man sie näher betrachtet. Sehen wir uns den Teufel – besser bekannt als Luzifer – einmal genauer an. Als Gott die Engel schuf, war Erzengel Luzifer der größte und schönste von allen. Der Name Luzifer bedeutet »Lichtträger/Lichtbringer«. Die meisten von uns wissen, dass Gott Luzifer aus dem Himmel verstoßen und in die Hölle verbannt hat. Doch ergibt das Sinn? Wir dürfen nicht vergessen, dass die Bibel von Menschen geschrieben wurde und dass jede Geschichte eine Botschaft für die Menschen enthielt. Sehen wir uns doch das Ganze einmal von einem höheren Standpunkt aus an. Nehmen wir an, Gott ist allwissend und die bedingungslose Liebe, so wie er immer und immer wieder beschrieben wird. Würde ein barmherziger, liebender Gott es wirklich zulassen, dass sein Feind (Luzifer) seine Schöpfung, die Welt, mit Hass, Leid und dem Bösen erfüllt? Ergibt das Sinn? Meiner Meinung nach nicht. Ich glaube sogar, dass Luzifer und Gott enge Freunde sind. Das hört sich jetzt vielleicht weit hergeholt an. Aber wenn Gott wirklich allwissend und allmächtig ist, wovon ich ausgehe, weiß er in jeder Sekunde, was Satan vorhat. Würde Gott sich auf ein solches Katz- und Mausspiel einlassen? Ich traue Gott mehr zu, als so ein Spiel. Was könnte also Luzifers wirkliche Aufgabe sein? Ich bin davon überzeugt, dass der Name Luzifer bzw. Lichtbringer kein Versehen war. In der vorchristlichen Überlieferung und in alten Schriften wird sogar gesagt, dass Luzifer einer der sieben Engel des Sonnensystems sei. Er galt als Wächter der Venus. Venus war der heiligste aller Planeten. Gott suchte eines Tages einen Engel, der auf die Erde hinabgehen sollte, um den Menschen zu helfen. Da meldete sich Luzifer, um Gott zu helfen. Da Luzifer der größte und schönste Engel ist, sollte er diese Aufgabe übernehmen. Seine Aufgabe bestand darin, die Menschen in Versuchung zu führen, um ihren Glauben und ihre Spiritualität zu fördern. Luzifer verleiht den Menschen die Fähigkeit zu moralischer Erkenntnis. Er setzt sie dabei allerdings der Gefahr aus, sich tief in moralische Verfehlungen zu verstricken. Beides ist aber notwendig, damit der Mensch ein moralisch eigenverantwortliches Wesen werden kann. So kann Luzifer zwar als Widersacher, der sich den göttlichen Schöpfermächten entgegenstellt, aufgefasst werden, aber er fördert durch diesen Widerstand zugleich die Entwicklung, indem er dem Menschen Freiheit und moralische Erkenntnis bringt.

Luzifer darf also keineswegs einseitig als böse geistige Macht aufgefasst werden, sondern durch ihn können die Menschen das Gute und Gott erkennen. Würde es uns nur gutgehen, würden wir uns wohl kaum Gedanken über Gott oder unseren Fortschritt machen. Wir würden stehen bleiben und könnten uns nicht weiterentwickeln. Natürlich besteht dadurch auch die Gefahr, dass Menschen der Versuchung verfallen, aber Luzifer gibt uns die Wahl, zu entscheiden. Dank Luzifer finden viel mehr Menschen den Weg zu Gott, und damit ergibt sein Name auch Sinn. Böse wird der Mensch, wenn er sich einseitig den durch Luzifer erregten sinnlichen Begierden willenlos hingibt. Luzifer bewirkt Gutes, wenn die Menschen durch ihn, den Lichtträger, das Licht der Weisheit und den Sinn für die Schönheit der sinnlichen Welt erkennen. Alle Wissenschaften und Künste sind eine Gabe Luzifers – ebenso wie alle auf Wissen gegründete moralische Erkenntnis. Ohne ihn gäbe es die menschliche Kultur nicht. Ohne das Dunkle gäbe es kein Licht.

Ich darf noch ein anderes Thema anschließen, und zwar die bösen Geister oder Dämonen. Eine Frage, die mir häufig bei Jenseitskontakten gestellt wird, lautet, ob ich an Besetzungen durch Dämonen oder böse Geister glaube, und ich verneine sie stets. Ich habe bis jetzt noch nie einen Dämon oder einen bösen Geist gesehen. Viele Klienten erzählen mir aber, dass ihnen ein anderes Medium gesagt hätte, sie hätten eine Besetzung. Das Interessante dabei ist für mich immer wieder, dass genau die Medien, die Dämonen und Besetzungen wahrnehmen und sie meistens auch eliminieren können – dies allerdings nur für viel Geld machen. Das finde ich schon sehr merkwürdig.

Es gibt natürlich Kulturen, in denen Dämonen zum Volksglauben gehören, und es ist klar, dass die dortigen Medien oder Medizinmänner die Dämonen auch wahrnehmen. Aber konzentrieren wir uns wieder auf uns und schauen uns so eine Besetzung einmal genauer an. Ich gebe zu, wenn ein Medium von einer Besetzung redet und ich es frage, was es wahrnimmt, dass ich vielfach auch etwas sehen kann. Nur denke ich, dass es häufig falsch interpretiert wird. Mir ist bei meinen Klienten, die mir von einer Besetzung erzählt haben, aufgefallen, dass ich in deren Aura eine leichte oder manchmal sogar schwere Psychose sehe. Ich hatte bis jetzt noch keinen Klienten mit Besetzung ohne Psychose. Ich sage dem Klienten dann, dass man in seiner Aura zum Beispiel eine Depression oder ein Burn-out sehe, während ein anderer Hellseher vielleicht von einer Besetzung oder einem Dämon spricht. Wenn ich dann bei dem Medium, das den Dämon sah, nachfrage, wo es ihn gesehen habe, zeigt es mir genau die Stelle in der Aura, die mir die Depression angezeigt hat. Auch das andere Medium sieht dort keine Gestalt oder einen Dämon, sondern zumeist auch nur einen dunklen oder grauen Schleier. Aber dieser besagt nur, dass die Aura dort eine Blockade hat und nicht so schnell schwingt und es daher zu einer dunklen Stelle kommt, also zu einer Depression. Das ist für mich ein großer Unterschied. Wahrscheinlich könnte man die Depression auch durch Geistheilen oder andere Methoden heilen, aber ich finde es nicht gut, wenn man dem Klienten einen Exorzismus vorführt oder an ihm eine Geisteraustreibung durchführt, die aber nur dann heilen kann, wenn der Glaube an eine Besetzung sehr stark ist. In Wirklichkeit macht das Medium oder der Geistheiler nur Geistheilung und keine Austreibung. Heilung findet statt durch Aktivität, Kreativität, durch ein erfülltes Innenleben und eine erneute Gotteserfahrung. Geistführer gehören zum geordneten Teil des Universums. Was dämonischen Kräften ihre Gestalt und Existenz verleiht, ist unser Verstand. Alles, was nicht vom Himmel stammt, wurde aufgrund irgendeiner Angst vom Verstand ersonnen. Der beste Schutz gegen Besessenheit und Obsession ist es, sich rückhaltlos und ohne Umwege mit den eigenen Ängsten auseinanderzusetzen, und wenn es nötig ist, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Es gibt übrigens in der Aura auch keine Löcher oder Risse, auch das ist nur ein Gerücht, und man kann die Aura auch nicht putzen oder flicken. Es gibt immer wieder Stellen in der Aura, an denen die Energie nicht so schnell schwingt, zum Beispiel bei einer Verspannung oder eben bei einer Depression oder wenn ich mein Bein gebrochen habe. Das alles kann man in der Aura sehen, weil dadurch die Farbe an der Stelle dunkler wirkt. Ist der Aurasichtige schlecht ausgebildet, kann er nicht erkennen, warum an der Stelle die Energie blockiert ist oder langsamer schwingt. Er sieht nur dunkel oder grau, und das kann dann für ihn wie ein Riss oder Loch aussehen. Doch das stimmt so nicht, es zeigt lediglich, dass das Medium nur einen Teil der Aura wahrnehmen kann. Falls du wirklich einmal deine Aura reinigen lassen möchtest, dann bitte nur mit »Meister Proper« (Achtung: Scherz!).

Noch einmal ganz deutlich gesagt: Eine Besetzung mit einem bösen Geist ist meiner Wahrnehmung nach nicht möglich. Denk bitte außerdem an deinen Schutzengel und Geistführer. Sollte eine Besetzung möglich sein, dann würden sie das verhindern. Und noch etwas spricht gegen Dämonen: Wenn ich mich als Trance-Medium ausbilden lasse, dauert das mehrere Jahre, bis ich meinem Geistführer so viel Platz geben kann, dass er ein Teil meines Körpers wird. In Trance geht das Medium in einen veränderten Bewusstseinszustand und versucht, die eigenen Gedanken so weit abzuschalten, dass ein Geistführer die Kontrolle übernehmen kann. Aber es braucht Jahre, bis ein Geistführer eine gute Kontrolle erlangt, und das auch nur dann, wenn das Medium regelmäßig trainiert. Es ist für beide Seiten unglaublich schwer, dass diese Überschattung stattfinden kann. Warum sollte es dann einem »bösen« Geist so einfach gelingen? Das ergibt für mich keinen Sinn. Auch wenn das Medium bei einer Trance im Grunde eine »positive« Besetzung herbeiwünscht, ist das unmöglich. Es findet lediglich eine Überschattung statt, das heißt, die beiden Energien gleichen sich stark an und nähern sich, aber es wird nie so weit kommen, dass das Geistwesen den Körper des Mediums in Besitz nehmen kann. Auch kann die Überschattung nur stattfinden, wenn das Medium sich bewusst in einen veränderten Bewusstseinszustand begibt. All das ist für mich ein deutliches Zeichen, dass es keine Besetzung von Dämonen gibt. Ich kenne auch kein seriöses Medium mit einer soliden Ausbildung, das seinen Klienten sagt, dass es Besetzungen gibt.

Noch ein Wort zu der Frage, ob es Seelen von Verstorbenen gibt, die nicht im Licht sind. Auch das höre ich oft. Immer wieder kommt unweigerlich die Frage: »Ist die verstorbene Person auch wirklich im Licht?« Ich habe in all den Jahren meiner Tätigkeit noch nie ein Geistwesen gesehen, das nicht im Licht ist. Ich weiß, dass viel darüber geredet wird, dass es scheinbar Seelen gibt, die den Weg ins Licht nicht finden. Ich habe das bei meinen Kontakten bis heute noch nicht erlebt. Es sei kurz kritisch betrachtet, wie es zu diesem Glauben von »im Licht« und »nicht im Licht sein« kommt. Den größten Einfluss haben hier die Religionen, die die Geistige Welt in Paradies und Hölle unterteilen. Das Paradies wird als Licht oder lichtvoll bezeichnet. Aber wer entscheidet, ob eine Seele ins Licht gehen oder in einer Zwischenwelt bleiben kann oder gar in die Hölle muss? Laut Bibel entscheidet das Gott allein. Spinnen wir diesen Gedanken weiter und nehmen wir an, Gott würde sagen, wohin jede Seele kommt, dann hätte Gott entschieden, dass eine Seele nicht ins Licht gehen darf. Nennen wir diese Seele einmal XY. Dann darf XY also nicht ins Licht eintreten, weil er zum Beispiel Selbstmord begangen hat. Nach der Bibel kommen solche Seelen nicht ins Paradies. Aber einmal ehrlich: Würde ein bedingungslos liebender Vater das zulassen? Wird nicht Gott als solcher beschrieben? Als bedingungslose Liebe? Würde ein solcher Gott seine Tochter oder seinen Sohn in die ewige Verdammnis schicken? Meiner Meinung nach würde er das nicht tun. Ich denke, die Hölle und die Verdammnis in einer Zwischenwelt sind ein Konstrukt, geschaffen von Menschen, um die Mitmenschen zu kontrollieren und zu bevormunden. Nehmen wir jetzt noch einmal an, Gott hätte zu XY gesagt, er könne nicht ins Licht gehen. Und nun stellt das irgendein Medium fest. Es gibt ja viele Hellseher, die so etwas behaupten. Und natürlich besitzt genau dieser Hellseher dann auch die Fähigkeit, diese armen Seelen ins Licht zu schicken! Natürlich meistens nur für Geld. Gott hatte also entschieden, dass eine Seele nicht ins Licht eintreten darf, und dann kommt das Medium YY und kann gegen einen kleinen Aufpreis – von sagen wir 150 CHF oder Euro – die Seele trotzdem ins Licht schicken. Wo ist jetzt Gott? Ist Gott etwa doch nicht allmächtig? Das würde ja bedeuten, dass sich ein Medium über die Entscheidung Gottes stellen könnte. Und das ergibt für mich einfach keinen Sinn.

Schauen wir uns nun die Geistige Welt noch einmal genauer an. Es gibt dort keine Zeit und keinen Raum. Auch die Wissenschaft hat herausgefunden, dass Zeit und Ort nur Illusion sind. Weder Zeit noch Raum sind in der Geistigen Welt relevant oder wahrnehmbar. Es sind nur zwei Begriffe, mit denen unser Gehirn etwas anfangen kann, auch wenn wir diese Begriffe nicht annähernd verstehen können. Zu keiner Zeit und keinem Raum gibt es Licht oder kein Licht, kein Paradies oder keine Hölle! Es gibt dort auch keine Dimensionen oder Stufen, auch das kann es dann nicht geben.

Ein weiteres Thema, mit dem ich immer wieder konfrontiert werde, ist Spuk. Für mich ist das ein sehr spannendes Thema. Doch auch hier sollte man kritisch hinter die Kulissen blicken. Ich habe bereits in meinem ersten Buch über dieses Thema geschrieben. Da ich feststelle, dass immer noch viele Menschen Angst vor Spuk haben, möchte ich hier das Thema noch einmal aufgreifen. Eigentlich würde sich das Problem aufgrund der bisherigen Ausführungen erübrigen, da ich ja bereits dargelegt habe, dass es keine Zwischenwelten gibt und es damit auch keinen Spuk durch böse Geister geben kann. Dennoch gibt es Spukphänomene, und die sind sehr real. Allerdings haben diese Phänomene meist nichts mit Geistern zu tun, und es gibt viele verschiedene Arten von Spuk. Also müsste man als Erstes genau definieren, was Spuk überhaupt ist: Spuk ist eine Bezeichnung für wissenschaftlich unerklärliche, unheimliche Erscheinungen. Meist wird Spuk als ortsgebundene geisterhafte Erscheinung ohne persönlichen Bezug und ohne direkte Kommunikation mit dem Beobachter verstanden. Immer wieder habe ich mir solche Spukphänomene angesehen und bin meistens zu dem ernüchternden Ergebnis gekommen, dass die Menschen in vielen Fällen einfach nur »Geister« gesehen haben. Ich finde, bevor man ein Medium beauftragt, einen Spuk zu überprüfen, sollte man alle natürlichen Dinge ausschließen und sich kritisch fragen, ob es sich wirklich um übernatürliche Phänomene handelt. Falls sich bei dir Dinge ereignen, die nicht normal sind, dann solltest du eine vertrauenswürdige Person hinzuzuziehen, die nach Möglichkeit hellsichtig ist. Ich kläre als Erstes immer ab, ob es Jugendliche am Ort beziehungsweise im Haus gibt oder ob jemand ein psychisches Problem hat. Denn mir ist aufgefallen – und darüber gibt es sogar parapsychologische Studien –, dass es immer wieder einmal zum Spuk kommt, wenn Jugendliche zum Beispiel in der Pubertät emotional nicht im Gleichgewicht sind. Das wird nicht von der Geistigen Welt ausgelöst, sondern unbewusst von den kinetischen Kräften der Jugendlichen oder der Person, die psychisch nicht im Gleichgewicht ist.

Ich kann mich gut an eine Geschichte erinnern, in der ich dachte, ich hätte es mit einem Spuk-Fall zu tun: Eine Frau rief mich ganz aufgeregt an und sagte, dass sich in ihrer Wohnung Gegenstände bewegen würden. Die Frau hörte sich sehr klar an, und ich glaubte ihr. In solchen Fällen sind die Menschen nämlich nicht immer klar. Daher muss man gut aufpassen, da manchmal der größte »Spuk« in den Köpfen der Menschen stattfindet. Jedenfalls war ich nach ihrer Schilderung absolut davon überzeugt, dass es sich um einen Spuk handelt. Ich fragte sie, was denn genau passiert sei, und sie erklärte: »Gegenstände liegen immer wieder an einer anderen Stelle als dort, wo sie hingestellt wurden, und häufig flackern die Lampen.« – »Gut, und haben Sie die Elektrizität von einem Fachmann überprüfen lassen?«, war meine nächste Frage. Das hatte sie gemacht. Dann fragte ich sie, ob Kinder oder Jugendliche im Haus seien. Doch das war nicht der Fall. Ich setzte nach und wollte wissen, ob es sonstige Personen gebe, denen es psychisch nicht gutgehe, die vielleicht ein solches Phänomen auslösen könnten. Sie verneinte und erklärte, dass nur sie und ihr Mann in der Wohnung lebten. Ich wollte mich schon auf den Weg machen, da sagte mein Geistführer: »Geh nicht! Ihr Mann ist Alkoholiker und sehr depressiv. Er löst die Phänomene aus.« Ich wusste zuerst nicht, wie ich mit der Information umgehen soll, und entschloss mich dann, die Frau noch einmal anzurufen und sie wegen ihres Mannes zu befragen. Zuerst war sie sehr still, und ich bat sie, mir die Wahrheit zu sagen, was sie dann auch tat. Sie bestätigte die Informationen, die ich bereits aus der Geistigen Welt erhalten hatte. Ich erklärte ihr dann, dass zuerst ihr Mann Hilfe brauche und in eine Klinik gehen solle und dass ich überzeugt sei, dass danach der Spuk aufhören würde. Ich hörte ein halbes Jahr nichts mehr von der Frau. Als sie mich dann erneut anrief, erzählte sie: »Mein Mann hat eine Kur gemacht und ist jetzt trocken. Er ist ein ganz anderer Mensch geworden und ist wieder glücklich und froh. Kaum war er weg, hat auch der Spuk aufgehört, und seit er wieder zu Hause ist, gab es auch keine ungewöhnlichen Phänomene mehr.« Ich war sehr froh, dass die Geschichte ein solch gutes Ende genommen hatte. Leider weiß ich bis heute nicht, ob wirklich der Mann den Spuk ausgelöst hat oder die Frau, da sie ja auch psychisch extrem unter der Situation gelitten hat. Meistens aber, wenn ich zu einem Spuk gerufen wurde, waren es verstorbene Angehörige, die sich bei den Hinterbliebenen melden wollten. Häufig werde ich von Müttern angerufen, die sich beklagen, dass ihre Kinder nicht schlafen können, weil ein Geist im Zimmer sei. Bis jetzt war immer, wenn ich mir diese Fälle genauer angesehen habe, weder ein »Geist« noch etwas »Böses« im Zimmer, sondern lediglich ein geliebter naher Verwandter, wie zum Beispiel eine verstorbene Großmutter, die ihren Enkel besucht, den sie vielleicht im Leben nie kennenlernen durfte. Natürlich macht dies Angst und ist unheimlich, wenn du als kleiner Knopf in deiner Wiege liegst, und plötzlich steht eine ältere Dame an deinem Bett und spricht mit dir, zumal wenn deine Mutter immer mal wieder durch die ältere Dame hindurchläuft, weil sie die Frau aus der Geistigen Welt nicht sehen kann. Bedenken muss man ferner, dass viele Kinder Angst vor Dunkelheit haben und daraus Fantasien entwickeln. Nicht immer ist eine verstorbene Person daran schuld. Natürlich ängstigt es uns, wenn uns eine verstorbene Person unbedingt Zeichen schicken möchte, dass es ihr gutgeht oder dass das Leben nach dem Tod weitergeht. Klopfgeräusche sind zum Beispiel häufige Zeichen davon. Aber auch in diesen Fällen habe ich bisher, wenn ich vor Ort war und mir den Spuk anhörte, immer jemand aus der Geistigen Welt wahrgenommen, der lediglich zeigen wollte, dass er noch da ist und seinen Hinterbliebenen Trost schenken wollte. Viele Verstorbene machen sich durch Klopfen, Knarren oder über die Elektrizität bemerkbar. Viele Klienten erzählten mir, dass Radio, Fernsehen, Licht und andere Geräte von allein an- und ausgingen. Solche Phänomene habe ich sogar selbst schon einige Male erlebt. Diese Art der Mitteilung kann natürlich verunsichern und uns das Gefühl von Geistern oder Dämonen vermitteln. Doch bis heute war es immer ein Verstorbener, der einfach nur sagen wollte: »Schau her! Ich bin noch da! Du musst nicht traurig sein! Ich lebe noch! Das Leben geht nach dem Tod weiter!« oder Ähnliches. Ich weiß, dass viele, die meine Bücher lesen, auch schon Ähnliches erlebt haben. Und schließlich möchte ich noch die Imprägnierung ansprechen, die meiner Meinung nach am häufigsten als Spuk bezeichnet wird und in Wirklichkeit gar kein Spuk ist. Ich nenne dieses Phänomen Imprägnierung. Es ist kein offizieller Begriff, aber ich finde keinen passenderen. Viele Menschen berichten, dass sie zum Beispiel in einer alten Burg oder einem sehr alten Haus eigenartige Gefühle bekommen, dass sie das Gefühl haben, mit dem Ort würde etwas nicht stimmen. Noch schlimmer ist das Gefühl, wenn man heute ein Konzentrationslager besucht oder sich in einem Haus befindet, in dem ein Mord begangen wurde. Bleiben wir bei Mord in einer Wohnung oder in einem Haus, um das Phänomen »Imprägnierung« zu erklären. Immer wieder schreiben mir Menschen oder rufen mich an, dass in ihrer Wohnung jemand umgebracht worden sei oder dass jemand Selbstmord begangen habe und dass sie nun das Gefühl hätten, diese Person spuke immer noch dort herum, weil die Seele die Reise ins Licht nicht antreten kann und der Tod so schlimm gewesen sei. Natürlich gibt es auch hier hellsichtige Personen, die diese Dinge bestätigen, aber die meisten können nicht zwischen Imprägnierung und einer wirklichen Seele vor Ort unterscheiden. Man sollte wissen, dass alle Gegenstände im Haus und um das Haus herum, je nach Material mehr oder weniger Energie aufnehmen können. Daher ist es klar, dass zum Beispiel bei einem Mord sehr große Angst, Hass, Wut und Überlebenskampf als Energie freigesetzt werden. Diese Energie wird von den Gegenständen um uns herum aufgenommen und wie auf einer Diskette abgespeichert. Die ganzen Gefühle sind dort aufbewahrt, ja sogar der exakte Ablauf des Mordes. Aber die Seele des Ermordeten findet genauso den Weg ins Licht, als wäre er auf natürliche Weise gestorben. Das zählt bei Selbstmord genauso wie bei allen anderen Todesursachen und Todesarten. Nur die Energie bleibt in der Umgebung stärker oder schwächer gespeichert, abhängig davon, was genau passiert ist. Je älter ein Gebäude ist, desto älter ist auch die Geschichte, und umso mehr Energie ist dort gespeichert. Wenn jetzt ein sensitiver Mensch kommt, kann er die Daten auf der Diskette – oder besser gesagt: die gespeicherte Energie – aufnehmen und lesen und dadurch sehen, was dort passiert ist. Das wird inzwischen auch von der Polizei immer wieder einmal zur Klärung bei Mord oder anderen Verbrechen eingesetzt. Ich schreibe hier absichtlich sensitiver Mensch und nicht Medium. Ein Medium kommuniziert mit Verstorbenen oder Geistführern. Ein Sensitiver kann die Energien von Menschen wie die Aura oder eben die Imprägnierung in Häusern bei Mord lesen. Oft kann die sensitive Person an einem Ort, an dem ein Mord geschehen ist, die Tat sehen. Sie sieht dann die ermordete Person und fühlt die Angst oder die Gefühle, die bei dem Verbrechen entstanden sind. Aber der Sensitive kann nicht mit der Seele der verstorbenen Person in Kontakt treten. Er kann lediglich die Energie lesen. Er liest nur die Restenergie von dem Ort. Die verstorbene Person aber ist längst nicht mehr dort, sondern im Licht. Das ist der Grund, warum solche Phänomene immer ortsgebunden sind, nur in einem engen Gebiet stattfinden und warum man mit diesen Wesen, die man dort wahrnimmt, nicht kommunizieren kann. Viele Hellsichtige sagen dann, das könne man nicht, weil die Seele nicht wisse, dass sie tot und daher verwirrt ist. Das denke ich nicht. Ich meine, dass die Hellsichtigen nur die Restenergie lesen, und die kann nicht kommunizieren, sondern nur das wiedergeben, was sie gespeichert hat. Wichtig für dich ist zu wissen, dass an solchen Orten lediglich die Energie der Ereignisse gespeichert ist und dass die damals in die Ereignisse verwickelten Personen längst nicht mehr dort sind und nur der Schmerz oder die Emotionen dort als Energie gespeichert sind.

Ich hoffe, dieses Kapitel konnte dazu beigetragen, dir einige Ängste zu nehmen und ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen. Zum Schluss noch eine Bemerkung bzw. Frage, die auch immer wieder gestellt wird: »Wie kann es sein, dass plötzlich alle Menschen gut sind, wenn sie gestorben sind? Was wurde zum Beispiel aus Hitler?« Die Frage ist mehr als berechtigt. Was aus Hitler wurde, kann ich nicht sagen. Ich weiß jedoch, dass jede Seele, die den Körper verlässt, zuerst in einen Zustand kommt, den ich »Anpassungsphase« nenne. Dort findet eine Rückschau statt. Man schaut gewissermaßen sein ganzes Leben noch einmal an. Das hat nichts mit Strafe oder Zwischenwelt zu tun! Nennen wir es einfach »Krankenhaus für die Seele«. In dieser Zeit erlebt die Seele ihr ganzes Leben noch einmal, und zwar nicht nur ihr eigenes, sondern alle Leben, mit denen sie zu tun hatte. So musste Hitler auch all die Leben anschauen, die er zerstört hat, er musste fühlen, was diese Familien gefühlt haben, die Freunde, die Bekannten. Das ist die eigentliche Strafe, die jedoch nicht von einem rachsüchtigen Gott kommt, vielmehr geben wir selbst über uns Rechenschaft. Wir beurteilen unsere Taten selbst. Wenn du dein Leben noch einmal aus deiner Sicht erlebst, auch aus der Sicht deiner Mitmenschen, dann wirst du schnell fühlen, was du an Gutem oder weniger Gutem bis Schlechtem getan hast. Im Moment des Todes gehst du wieder in die Einheit zurück und empfindest dadurch alle Taten, die du vollbracht bzw. begangen hast oder die durch dich geschehen sind, und zwar als Opfer wie auch als Täter. Da ein Verstorbener weiß, dass er im Grunde alles sich selbst angetan hat, würde er nie über den Tod hinaus andere belästigen, ängstigen oder gar etwas Schlechtes wollen. Er ist im Bewusstsein, dass er dies nur sich selbst antun würde. Viele dieser Menschen, die auf der Erde Täter waren und andere schlecht behandelten, waren im Grunde auch immer einmal Opfer. Ihnen fehlte immer auf einer Ebene die Liebe, die Liebe von anderen oder die Liebe zu sich selbst. Diese Liebe erhalten sie nun in der Geistigen Welt, denn dort ist nur Liebe. Dort werden ihre Seelen geheilt, und sie finden Ruhe, und das ist ein Prozess, den jede Seele erleben darf, und zwar ausnahmslos jede Seele. Viele finden dann, dass es sich ja gar nicht lohnen würde, Gutes zu tun, wo doch jeder im Grunde nachher an denselben Ort kommt. Ich kann das allerdings nicht nachvollziehen. Tust du nur Gutes, um später keine Strafe zu bekommen? Dann solltest du daran denken, dass man Gott nicht täuschen kann. Oder tust du Gutes, weil du es möchtest, weil du es fühlst? Wir sollten nur dann etwas tun, wenn wir es wollen, weil wir es als richtig empfinden, weil es dich erfüllt, zu helfen und Gutes zu tun, nur deswegen. Denn – wie schon gesagt – wir müssen alle unsere Taten noch einmal erleben, und zwar aus beiden Perspektiven. Tust du viel Gutes, ist dieses Revue-passieren-Lassen keine Strafe, sondern ein wunderbares Geschenk. Du musst wirklich keine Angst haben, wenn du mit deinem Geistführer oder der Geistigen Welt in Kontakt trittst. Es kann dir nichts passieren.

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9783039330546
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