Kitabı oku: «Nachricht aus dem Jenseits 2.0»

Yazı tipi:

Pascal Voggenhuber

Nachricht aus dem Jenseits 2.0

Pascal Voggenhuber

Nachricht aus dem Jenseits 2.0

Die neuesten Erkenntnisse

meiner Arbeit als Medium

Giger Verlag

1. Auflage: 2018

© Giger Verlag GmbH, CH-8852 Altendorf

Telefon 0041 55 442 68 48

www.gigerverlag.ch

Lektorat: Monika Rohde

Umschlaggestaltung:

Hauptmann & Kompanie Werbeagentur, Zürich

Layout und Satz: Roland Poferl Print-Design, Köln

e-Book: mbassador GmbH, Basel

Printed in Germany

ISBN 978-3-906872-83-4

eISBN 978-3-906872-52-0

Inhalt

Vorwort der Verlegerin

Vorwort des Autors

Wer bin ich?

Spiritualität, Medialität und Sensitivität

Spiritualität

Medialität versus Sensitivität

Die Aufgabe eines Mediums

Existiert eine Hölle oder eine Zwischenwelt?

Warum geht es allen Verstorbenen gut?

Schmerzen

Demenz oder Alzheimer

Geistige Behinderung

Psychische Probleme

Lebensrückschau

Suizid

Die Verstorbenen vermissen uns nicht

Niemand stirbt allein

Wann löst sich die Seele vom Körper

Beerdigung

Koma

Organspende

Wie kommuniziere ich mit Verstorbenen?

Lasst die Toten ruhen!

Wie sieht die geistige Welt aus?

Geistführer und Schutzengel

Name meines Geistführers

Zeichen von Verstorbenen

Tiere in der geistigen Welt

Kinder in der geistigen Welt

Früher Kindstod

Männer trauern anders

Wie erkenne ich ein gutes Medium?

Spuk und Geister

Dämonen und Luzifer

Dämonen

Luzifer

Träume

Wiedergeburt und Reinkarnation

Kinder mit außersinnlichen Wahrnehmungen

Unsichtbare Freunde

Energetische Reinigung

Bezug zum Verstorbenen

Beweise dich! – Öffentlichkeitsarbeit

Über den Autor

Vorwort der Verlegerin

Es war eigentlich nicht geplant, dass Pascal Voggenhuber diesen Herbst ein neues Buch schreibt. Aber wie so oft kommt es anders, als man denkt.

Seinen ersten Nr.-1-Bestseller Nachricht aus dem Jenseits wollten wir als Verlag aufgrund seiner Serie bei RTL neu auflegen und mit einigen neuen Kapiteln ergänzen, da die Nachfrage immer wieder so groß war.

Mitten im Schreibprozess meldete sich Pascal, es wäre einfacher, ein neues Buch zu schreiben, da er sich mittlerweile so viele neue Erkenntnisse zu diesem Thema angeeignet hat, dass er die mit seinen zahlreichen Lesern teilen möchte.

Ich durfte Pascal vor zwölf Jahren entdecken und mit vielen Bestsellerbüchern hat er sich bis heute europaweit einen sehr großen Namen gemacht. Er hat sich stets weiterentwickelt und wurde zum Publikumsmagneten bei öffentlichen Vorträgen und Seminaren, die vor allem auch durch seinen Humor und seine Leichtigkeit im Umgang mit seinem Thema so erfolgreich sind.

Wir freuen uns, Ihnen hier sein neuestes Werk zu präsentieren. Viele neue Erkenntnisse und sehr berührende Erlebnisse aus der Praxis machen dieses Buch zu einem wertvollen Ratgeber fürs tägliche Leben und im Umgang mit dem Tod, der immer noch ein Tabuthema in unserer Gesellschaft ist. Dank der Begegnung mit Pascal durfte ich lernen, mich dem Thema Tod nicht mehr zu verschließen und es ins Leben zu integrieren.

Lassen auch Sie sich inspirieren und überzeugen, dass die geistige Welt mitten unter uns ist und wir unsere lieben Verstorbenen immer bei uns haben.

Herzlichen Dank an Pascal für deine wertvolle Arbeit!

September 2018

Sabine Giger

Verlegerin

Vorwort des Autors

Es ist 2018 und eigentlich wollte ich in diesem Jahr kein Buch schreiben. Doch wie so oft, manchmal kommt alles anders. Ursprünglich war die Idee, mein Buch Nachricht aus dem Jenseits, das 2008, also vor zehn Jahren erschienen ist, neu zu überarbeiten und dann als Sonderausgabe auf den Markt zu bringen. Als ich mit der Überarbeitung begann, merkte ich sehr schnell, dass ich sehr viel Neues erfahren, neue Erkenntnisse gesammelt habe, dass es fast sinnvoller wäre, ein komplett neues Buch daraus zu machen. Nach Rücksprache mit meinem Verlag liegt hier nun das neue Buch. Es knüpft an das damals erschienene an, ich wiederhole auch die wichtigsten Dinge, sodass ein neuer Leser alles versteht. Dennoch ist es eine Weiterführung und man könnte eigentlich sagen, der zweite Teil vom ersten Buch.

Beim biografischen Teil habe ich – nach Rücksprache mit meiner Familie und vielen Freunden von früher – gemerkt, dass ich viele Zeitangaben falsch im Kopf hatte. Diese korrigiere ich nun. Das hat zwar keinen Einfluss darauf, was und wie ich es erlebt habe. Aber es war mir wichtig, dir dieses mitzuteilen, vor allem meine regelmäßigen Leser werden es bemerken.

Am Anfang steht kurz und bündig meine Biographie, sodass der neue Leser weiß, woher ich komme. Allerdings erzähle ich in diesem Buch erstmals auch Themen, die ich bisher bewusst in meinen Büchern nicht aufgeführt habe. Einfach weil ich sie damals nicht wichtig fand oder es noch zu früh war, sie mitzuteilen. Vieles, was ich bisher schrieb, sehe ich heute natürlich aus einem völlig anderen Blickwinkel. Ich möchte mit dir, mein lieber Leser/meine liebe Leserin, heute meine neuen Erfahrungen teilen. Es gab eine Zeit, da wollte ich nicht immer auf das Thema Medium, Tod und Sterben reduziert werden, sondern wollte zeigen, dass ich viel mehr kann und bin als nur der Typ im Kapuzenpulli, der mit Verstorbenen spricht. Trotzdem ist Medium sein einfach meine Berufung und ich liebe diesen Beruf extrem. Auch wenn ich heute als Medium völlig anders arbeite als vor zehn Jahren, darauf werde ich im Laufe des Buches noch eingehen.

Mein größtes Anliegen ist es nach wie vor, den Menschen zu berichten, dass es ein Leben nach dem Tod gibt und dass wir nicht nur dieses eine Leben haben, sondern im Jenseits weiterexistieren. Warum ist mir diese Botschaft so wichtig? Durch meine Arbeit weiß ich, dass dieses Wissen und auch das Beweisen durch die mediale Arbeit vielen Menschen hilft, mit der Trauer und dem Verlust eines geliebten Menschen besser umzugehen. Ich gehe in diesem Buch weniger darauf ein, meine Fähigkeiten darzulegen, es ist eher mein Anspruch, dir vielleicht die Augen zu öffnen für ein Leben nach dem Tod; vor allem wünsche ich mir, dass es dir Heilung bringen kann. Deswegen stehen nicht meine Fähigkeiten im Vordergrund, sondern ich möchte dich begleiten und dir dabei helfen, deine Ängste und Sorgen rund um das Thema Tod und Sterben aufzulösen.

Wie du vielleicht schon bemerkt hast, spreche ich dich in der männlichen Form als Leser an, weil ich so den Lesefluss schöner finde. Ich liebe und akzeptiere Frauen, sie sind immer mit gemeint. Das ist natürlich ein sehr persönliches Empfinden und meine eigene Vorliebe. Wie alles in diesem Buch, und das möchte ich hier noch einmal betonen, ist es meine Sicht, so wie ich die geistige Welt erlebe und was ich von den Verstorbenen gelernt habe. Das ist bestimmt nicht die absolute Wahrheit, es ist nur meine persönliche, und damit die einzige, die ich dir weitergeben kann.

Da ich mich ständig weiterentwickle und Neues lerne, werde ich mich im Gegenzug zu meinen älteren Büchern vielleicht widersprechen. Das liegt an neuen Erfahrungen und dass heute mein Fokus viel mehr auf der »Heilung« des Klienten und des Lesers liegt. Früher wollte ich ihn eher davon überzeugen, dass ich wirklich medial bin und mit Verstorbenen kommunizieren kann.

Heute muss ich mich nicht mehr beweisen, ich möchte Menschen erreichen, die offen für diese Form der Heilung sind. Manche Kritiker kann man nicht überzeugen, denen wird nie ein Beweis genügen. Das habe ich in den letzten Jahren auch gelernt. Deswegen richte ich inzwischen meinen Fokus auf die Heilung und auf Menschen, die offen sind. Allein dass du dieses Buch gekauft hast, zeigt mir, dass du ein mögliches Leben nach dem Tod nicht ausschließt, sondern es zumindest in Betracht ziehst. Dafür bin ich dankbar und freue mich, mit dir auf diese wunderbare Reise zu gehen. Danke für dein Vertrauen. Ich wünsche dir viel Spaß auf der Reise und viel Heilung. Vergiss nie, es gibt auch ein Leben vor dem Tod, und deswegen wünsche ich dir Enjoy this Life®!

Dein Pascal

Wer bin ich?

Oft werde ich gefragt: »Wann hast du das erste Mal einen Verstorbenen gesehen?« An meine erste bewusste Begegnung kann ich mich noch sehr gut erinnern, ich war ungefähr drei Jahre alt. Damals wusste ich jedoch nicht, dass dieser Mann, den ich wahrnahm, ein Verstorbener war, es war einfach ein Mann auf unserer Treppe. Ich wurde in der Nacht wach und konnte nicht mehr einschlafen, daher wollte ich hinunter zu meiner Mutter. Als ich die Treppe hinunterlief, sah ich in der Ecke einen Mann stehen, er machte mir weder Angst noch sah er eigenartig aus, es war einfach ein unbekannter Mann. Ich lief zu meiner Mutter ins Schlafzimmer, weckte sie und sagte: »Mama, da ist ein Mann im Treppenhaus.« Meine Mutter schreckte auf und dachte an Einbrecher. Sie lief zum Gang hinaus und sagte: »Pascal, da ist kein Mann im Treppenhaus.« Als ich hinterherkam, stand der Mann immer noch da. Freundlich und liebevoll, so habe ich ihn in Erinnerung und ich sagte: »Doch, Mama, da steht er!« Ich zeigte auf ihn und meine Mutter meinte: »Nein, da ist niemand, geh wieder schlafen. Du hast sicher nur geträumt.« Ich wusste, dass ich nicht träumte, da ich ihn ja immer noch sah. Ich verstand nicht, warum meine Mutter ihn nicht sah. So ging ich wieder ins Bett und die Geschichte war bald vergessen.

Lieber Leser, an dieser Stelle möchte ich dich bitten, erinnere dich an deine Kindheit. Wie oft hattest du das Gefühl, dass jemand in deinem Zimmer ist? Wie oft hast du unter das Bett geschaut oder hinter die Tür, weil du eine Präsenz gespürt hast oder gar etwas gesehen? Aber wenn du es deinen Eltern mitgeteilt hast, werden sie wohl alle gesagt haben: »Da ist nichts, du träumst, oder du bildest dir das nur ein.« Ich stelle diese Frage immer wieder bei meinen Vorträgen und bin überrascht, dass 80 % meiner Besucher genau diese Erfahrungen gemacht haben. Daher war meine Kindheit nicht viel anders als die der meisten. Der einzige Unterschied ist vielleicht, dass ich als Kind sehr hellsichtig war, die meisten Menschen jedoch eher hellfühlend und die Verstorbenen, Geistführer oder Geistwesen eher spüren als sehen. Da viele Eltern den Kindern einreden, dass das nicht wahr ist und da niemand sei, lernen sie natürlich schon sehr früh, nicht auf ihre Wahrnehmung zu vertrauen oder diese sogar zu ignorieren. Das ist wohl einer der Gründe, warum Kinder ihre natürliche außersinnliche Wahrnehmung nicht ins Jugend-oder Erwachsenenalter mitnehmen. Mein Vorteil war sicherlich, dass meine Mutter einfach dachte, ich besäße enorm viel Phantasie. Obendrein kannte sie schon von ihrer Mutter, also meiner Oma, viele »außergewöhnliche« Geschichten, sodass sie ein Leben nach dem Tod durch Erzählungen von Verwandten nicht für ausgeschlossen hielt. Dennoch war meine Mutter davon überzeugt, dass diese Phantasien mit dem Alter verschwänden; und ich glaube, dass sie mich einfach gelassen hat und kein großes Ding daraus machte, war am Ende mein Glück, sodass ich meine außersinnliche Wahrnehmung bis heute behalten konnte.

In meiner Kindheit gab es einige weitere Erlebnisse, die ich hier jetzt nicht im Einzelnen wiedergeben möchte. Ich hatte immer viele »unsichtbare« Freunde, mit denen ich gespielt, Plätze für sie im Zug, am Esstisch oder in der Schule reserviert habe. Das war für mich normal. Für meine Mitschüler weniger. Ich musste lachen, als ich vor ein paar Jahren einen ehemaligen Mitschüler in der Post traf und er sagte: »Ich habe dich im Fernsehen gesehen, wie du mit Verstorbenen sprichst. Da wurde mir klar, warum du als Kind immer den Platz neben dir reserviert hast. Damals dachte ich, du spinnst. Na ja, heute sehe ich es etwas anders, aber vielleicht bist du trotzdem ein Spinner, aber ein erwachsener.« Wir lachten beide, ich fand es sehr spannend, diese Zeit einmal aus einer anderen Perspektive zu sehen.

Für mich waren meine Empfindungen damals so real und normal, dass ich bis in meine Jugendzeit nicht verstehen konnte, warum andere nicht dieselbe Wahrnehmung hatten. Mit etwa 17 Jahren hatte ich mein prägendstes Erlebnis und jenes, das mir die Augen geöffnet hat. Ich hatte damals für eine Freundin ein Picknick vorbereitet und wollte gemütlich mit ihr einen Abend in der Natur verbringen, essen und einfach die Zeit genießen. Aber an dem Tag hatte meine Freundin Probleme mit ihren Eltern und musste sie mir zuerst erzählen. Ich hörte ihr zwei Stunden zu, aber irgendwann kam der Punkt, an dem ich einfach nicht mehr weiterwusste. Ich kannte da aber einen Freund in der geistigen Welt, der oft sehr gute und praktische Ratschläge hatte. Damals war er für mich einfach ein Freund, er zeigte sich mir im selben Alter, aber sehr weise. Erst viel später erfuhr ich, dass er einer meiner Geistführer ist. Was ein Geistführer ist, werde ich in einem späteren Kapitel genauer erläutern. Jedenfalls saß ich so da und fragte in Gedanken: »Zoey, was soll ich ihr raten?« Ich bekam sofort eine klare Erläuterung der Situation und gab diese dann genau so weiter. »Schau, Sandra, Zoey meint, du musst deinen Vater auch verstehen, er hat als Kind und in der Jugend dies und jenes erlebt, deswegen hat er diese Prägungen und Muster. Auch bei deiner Mutter ist klar, dass sie so reagiert, sie hat in ihrer Vergangenheit auch so einiges erlebt.« Ich sehe noch heute das Gesicht meiner Freundin vor mir und höre ihre Stimme, die leicht bebte: »Wer ist Zoey und woher weißt du das alles? Das habe ich dir nie erzählt!«

»Ich weiß das von Zoey, er hat es mir gerade erzählt.«

»Wir sind doch allein. Was redest du da!«

»Wir sind nie allein, Sandra, Zoey ist mein durchsichtiger Kumpel, so wie du Yves an deiner Seite hast.« Kurzes Schweigen und dann: »Pascal, echt, das ist nicht normal, du machst mir total Angst. Du bist wirklich nicht normal.« Vielleicht sollte ich an dieser Stelle erwähnen, dass wir schon fast zwei Jahre zusammen waren und ich vorher noch nie von meinen Wahrnehmungen erzählt hatte. »Siehst du sonst noch etwas?«

»Ja, ich sehe Farben um dich herum, daran erkenne ich sehr gut deine Gefühlslage und sehe, dass du im Moment in den Oberschenkeln Schmerzen hast, doch die sind nicht schlimm, es ist Muskelkater, wahrscheinlich warst du beim Sport.« Nach dieser Auskunft war die Stimmung komplett am Ende und ich ging verstört nach Hause. Ich verstand nicht, warum meine Freundin so reagiert hatte, schließlich war ich davon überzeugt, dass jeder Zugang zur geistigen Welt hat. Ich sah doch bei ihr auch, wie Yves (Geistführer), ihr Freund, ihr Ratschläge gab. Damals wusste ich noch nicht, dass die meisten das nicht bewusst wahrnehmen, sondern wenn überhaupt, dann auf einer sehr unbewussten Ebene.

Zu Hause angekommen, fragte ich meine Mutter: »Hast du kurz Zeit für mich? Sandra meint, ich spinne.« Meine Mutter lachte: »Da hat sie recht, du spinnst schon manchmal.«

»Mama, ernsthaft, hör mir zu. Sandra findet es eigenartig, dass ich Freunde in der geistigen Welt habe und Dinge sehe und weiß, die ich scheinbar nicht sehen und vor allem nicht wissen sollte.«

»Siehst du sie immer noch? Du hast nie mehr etwas darüber erzählt.«

»Ja, ich sehe es immer noch und ihr doch auch, oder?«

»Nein, so wie du es siehst, ist es nicht mehr normal. Machst du wirklich keinen Scherz?«

»Nein, Mama, du weißt doch, dass ich schon immer Freunde in der geistigen Welt hatte!«

»Ja, aber ich dachte immer, das sind kindliche Phantasien, die mit der Zeit aufhören.«

»Nein, es ist keine Phantasie, es macht mir langsam Angst, vielleicht spinne ich wirklich und es stimmt etwas mit meinem Gehirn nicht.«

»Das glaube ich nicht, schau, Pascal, deine Oma hat Ähnliches erzählt und scheinbar Verstorbene gesehen, auch ein Onkel von dir. Ich kenne diese Geschichten, aber bei dir ist es anders, falls du wirklich die Wahrheit erzählst.«

»Ja, ich erzähle die Wahrheit.« Meine Mutter bat mich dann, ihr etwas Zeit zu lassen und dass wir später noch einmal darüber reden würden. An diesem Tag veränderte sich für mich alles, ich fühlte mich plötzlich so anders, eigenartig und war überzeugt, dass irgendetwas nicht mit mir stimmt. Ich muss an dieser Stelle sagen, dass meine Mutter sich bereits sehr früh mit »Esoterik« auseinandergesetzt hat, obwohl sie Religionslehrerin war und dadurch natürlich sehr christlich geprägt. Ein paar Stunden später kam meine Mutter und sagte, ich solle mich setzen: »Kannst du dich noch an deinen Unfall mit zehn Jahren erinnern?«

»Ja klar, du meinst, als ich unter den Traktorwagen kam, viele Brüche hatte und auch das Nahtoderlebnis bei meiner Notoperation?«

»Ja genau, weißt du, Pascal, ich denke, da ist zusätzlich noch etwas passiert, was dich verändert hat. Du hattest schon als kleines Kind deine unsichtbaren Freunde, das war so. Aber nach der Operation hast du mir, als du aufgewacht bist, erzählt, dass du die gesamte Operation von außen gesehen hast. Du hast mitbekommen, dass es Probleme gab, und hast Engel wahrgenommen, die dich wieder in deinen Körper zurückbrachten. Weißt du das noch?«

»Ja, so halb, aber die Erinnerungen sind sehr verschwommen.«

»Ich denke wirklich, dass du damals die Wahrheit gesagt hast, weil die Ärzte mir hinterher sagten, dass es Probleme gab. Außerdem habe ich nie von Engeln erzählt, auch konnte ich damals mit Engeln und Gott nichts anfangen. Das war nicht meine Welt. Im Krankenhaus, nach der Operation, besuchte dich damals der Pfarrer, und da ich kein Auto hatte, hat er mich vom Krankenhaus nach Hause gefahren. Auf dem Weg fragte er mich, ob ich nicht Religionslehrerin werden möchte. Anfangs dachte ich, er will mich veräppeln, weil ich nicht viel mit Religion anfangen konnte. Doch deinen Bericht, dass du alles gesehen hast, und deine Aussage über die Engel sah ich als Zeichen, daher bin ich Religionslehrerin geworden. Dein Erlebnis gab mir den Glauben, dass es mehr gibt zwischen Himmel und Erde und dass Engel existieren.«

»Das wusste ich nicht, für mich warst du schon immer Religionslehrerin.«

»Nein. Aber kannst du dich noch erinnern, wie du nach dem Unfall monatelang Schmerzen hattest, jeden Tag sehr starke Schmerzmittel nehmen musstest, manchmal sogar Morphium-Spritzen und wie kein Arzt dir helfen konnte?«

»Ja, daran erinnere ich mich noch sehr gut, das werde ich wohl nie vergessen. Ich weiß noch, wie wir Monate später die Haushälterin des Pfarrers kennengelernt haben, die Heilerin war und mich fragte, ob ich Schmerzen habe und ob sie mir mal die Hände auflegen darf. Danach waren die Schmerzen weg, weißt du noch?«

»Ja, Pascal, so war es. Ehrlich gesagt war ich damals sehr kritisch und dachte, als sie mich fragte, dass man nichts mehr kaputt machen kann, und hoffte einfach, dass es hilft. Dich täglich leiden zu sehen, dass du deinen geliebten Kampfsport nicht mehr machen konntest, weil dein Rücken dir so starke Schmerzen verursachte, das war für mich als Mutter die absolute Hölle. Obschon ich dankbar war, dass du noch lebtest. Doch nach der Behandlung war alles in Ordnung, auch deine Beine, die nach dem Unfall unterschiedlich lang waren, wuchsen sich raus. Du musstest in der Zeit immer Spezialschuhe tragen, um diese Differenz auszugleichen. Eine Schuhsohle war 1,5 Zentimeter dicker als die andere. Für mich war die Heilbehandlung der Haushälterin ein Wunder und es weckte mein Interesse. Du durftest jeden Mittwochnachmittag zu dieser Frau gehen, sie hat dir Pendeln gezeigt und wie man Hände auflegt. Du durftest viele spirituelle Bücher von ihr ausleihen. Weißt du das nicht mehr?«

»Doch natürlich, für mich war das einfach spielen. Erst jetzt, wo du es mir erzählst, wird mir vieles wieder bewusst und klarer. Ich war fast zwei Jahre dort, doch dann verlor ich das Interesse und widmete mich wieder voll und ganz dem Kampfsport.«

»Diese Erfahrungen weckten mein Interesse für Meditation, ich begann zu meditieren, fuhr dann ab und an zu Zen-Meditationswochenenden und habe dich und deine Schwester dahin mitgenommen. Deine Schwester blieb auf dem Zimmer und zeigte kein Interesse. Aber du wolltest immer mit den alten Frauen, so deine Aussage, die Meditation machen. Damals warst du ungefähr zwölf Jahre alt, ich weiß es nicht mehr so genau. Ich denke, all das hat dazu beigetragen, dass du deine Wahrnehmungen immer noch hast. Auch beim Kampfsport war für dich die Meditation immer sehr wichtig. Ich überlege gerade, in Basel finden die Esoterik-Tage statt, lass uns dieses Wochenende hinfahren. Dort sind viele Menschen, die genauso sind wie du, die auch Dinge wahrnehmen, die für die meisten nicht normal sind. Lass uns hinfahren.«

»Klar, ich bin dabei.« Ich war damals der Überzeugung, als meine Mutter sagte, dort sind alle so wie ich, dass sie damit meinte, alle sind jung, cool und stehen genauso auf Hip-Hop wie ich. Als wir dann dort ankamen, war ich geschockt, es war wie eine andere Welt und – ich gebe es zu – ich wollte auf keinen Fall so sein wie die. Das Ganze ist bereits 21 Jahre her und damals war die Esoterik-Szene wirklich noch eine Szene für sich. Inzwischen hat sich viel geändert, heute sind bei meinen Events junge Leute und ältere. Der größte Unterschied jedoch ist die Kleidung, die sich meistens nicht mehr von »normalen« nicht spirituell interessierten Menschen unterscheidet. Damals war das anders, die Jüngsten waren so um die 45 Jahre, viele hatten farbige Wollpullover in Regenbogenfarben, Jesus-Sandalen und Alufolie auf dem Kopf für einen besseren Zugang ins Jenseits, zu Außerirdischen oder Engeln. Ich war wirklich entsetzt. Als wir ins Zelt traten, wurden meine Mutter und ich zuerst mit weißem Salbei ausgeräuchert, damit keine negative Energie auf die Messe kommt. Es war einfach nur komisch, eigenartig! Trotzdem war es ein wichtiger Schritt für mich, ich wusste danach, was ich nicht wollte und wie ich nie sein möchte! Dennoch fand ich dort Menschen, die mir meine Hellsichtigkeit bestätigten und es sahen. Das hat mir wenigstens die Kraft gegeben und mir geholfen, mich nicht mehr als »krank« anzusehen.

Nach diesem Wochenende kaufte ich Unmengen spiritueller Literatur und begann mich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen. Anfangs war ich ängstlich darauf bedacht, mich nicht in der komischen Szene zu verlieren, obwohl ich dort Menschen fand, die mich verstanden. Meine Wahrnehmung wurde jedoch total unnatürlich und ich fragte mich immer, ob ich dies oder jenes jetzt sehen darf als Normaler oder nicht. Im Grunde wollte ich diese Fähigkeit einfach weghaben. Damals war ich TV-Moderator bei Tele Basel, stark in der Hip-Hop-Szene aktiv und stellte fest, dass ich mit meiner Wahrnehmung dort ein Außenseiter war. Ein paar Monate später traf ich Rahel wieder, wir waren während der Schulzeit eng befreundet, sie war die Partnerin meines besten Freundes. Wir trafen uns zufällig und kamen irgendwie auf das Thema Spiritualität. Sie interessierte sich sehr dafür, war gerade bei einem Medium gewesen und total begeistert, deshalb öffnete ich mich. Wir verbrachten ab da jede freie Minute miteinander und übten uns in Tarotkarten lesen, probierten, Verstorbene wahrzunehmen und suchten auch Spukorte auf. Darauf gehe ich später noch ein.

Es war eine intensive Zeit für mich und wohl die wichtigste für meine mediale Entwicklung. Ich denke, ohne Rahel und ohne das Üben mit ihr wäre ich heute nicht da, wo ich jetzt stehe. Wenn ich mit ihr zusammen war, war meine verstärkte Wahrnehmung einfach normal. Ich fühlte mich von ihr angenommen und als Teil der Gesellschaft, was ich sonst in meinem Freundeskreis nicht mehr erlebte. Wir stellten fest, dass wir aus den Karten unserem Umfeld ziemlich gut Tipps geben konnten, und ich fing dann an, immer öfter Karten für andere zu legen. Auch wenn ich in Wirklichkeit keine Ahnung von Tarot hatte – und das ist bis heute so geblieben –, konnte ich aus dem Energiefeld/der Aura viele Informationen herauslesen. Natürlich tat ich so, als würden mir die Karten die Dinge verraten.

Zusammen gingen wir auf eine Esoterik-Messe und es war immer noch fremd für mich. Aber dort sah ich einen Mann, der sehr »normal« wirkte und mir vom englischen Spiritismus erzählte. Er hatte die Ausbildung in England am renommierten Arthur Findlay College gemacht. Dass ich nur kurze Zeit später auch meine Ausbildung dort beginne, hätte ich nie gedacht. Doch dieser Mann faszinierte mich, vor allem weil er so normal wirkte – Jeans, Turnschuhe und normaler Pullover. Zu Hause suchte ich mir Informationen heraus und schaute, wo und wie diese Schulung abläuft. Ich konnte sie mir jedoch nicht leisten und auch war es zu weit weg. So suchte ich weiter und fand in der Schweiz eine Schule, die genauso ausbildet. Alle Lehrer dort hatten über mehrere Jahre studiert. So kam ich zu meinem ersten Lehrer Andy Schwab. Er war normal, lustig und einfach ein Typ, der meistens mit beiden Beinen auf dem Boden steht. Auch heute noch pflege ich einen guten Kontakt zu ihm, wir geben sogar einige intensive Wochen zusammen. Ich fühlte mich dort sehr wohl und die meisten Schüler wirkten normal. Meine Motivation war anfangs nicht, Medium zu werden, sondern meine Wahrnehmung auszuschalten, damit ich vollkommen normal wäre. Ich hatte mich gerade für die Schauspielschule angemeldet, weil ich mit 18 Jahren zu alt wurde, um weiter das Jugendmagazin bei Tele Basel zu moderieren.

Mein Hauptfokus lag dann auf der Schauspielschule, doch immer mal wieder, wenn es meine Zeit und das Geld zuließen, besuchte ich Seminare bei Andy oder bei anderen Lehrern. Während der Schauspielschule konnte ich bereits am Theater spielen und auch einige Filme und Werbung drehen. So verdiente ich mir immer wieder Geld, damit ich weitere Kurse besuchen konnte. Als die Schauspielschule dem Ende zuging, eröffnete ich nebenher einen Esoterikladen, damit ich ein zweites Standbein hatte. Mein Fokus verschob sich immer mehr auf die mediale Schule in der Schweiz.

So begann meine Ausbildung zum Medium. Im dritten Ausbildungsjahr starb dann mein Vater. Inzwischen war mein Esoterikladen eingegangen und ich verkaufte die Esoterikprodukte nur noch online. Nebenher arbeitete ich als Schauspieler oder oft in der Fabrik für Zügelunternehmen, um mich über Wasser zu halten und meine Ausbildung zu finanzieren. Zu der Zeit schrieb ich mein erstes Buch Leben in zwei Welten, das in der ursprünglichen Fassung ein Roman war und im Eigenverlag erschien. Doch das wird erst viel später wichtig.

Ein paar Wochen nachdem mein Vater starb, durfte ich einen Kontakt zu ihm bei einer intensiven Schulungswoche erleben. Diese Sitzung, die spontan im Unterricht stattfand, war für mich eine sehr tiefe heilende Erfahrung, sodass mir klar wurde: Ich möchte unbedingt Medium werden und den Menschen so helfen, wie mir dieser Jenseitskontakt geholfen hat! Nach der Woche kam ich heim, rief mein Schauspielmanagement an und teilte ihnen mit, dass ich nicht mehr als Schauspieler arbeiten werde. Meine Mutter und alle anderen waren geschockt, da ich ein paar Wochen vorher noch das Angebot bekam, bei GZSZ vorzusprechen. Aber für mich war in dem Moment klar, ich wollte kein Soap-Darsteller werden, ich wusste instinktiv, ich werde Medium. Ich investierte nun viel Zeit in meine Ausbildung, die ich mit Nebenjobs finanzierte. Nach einigen Jahren Ausbildung in der Schweiz begann ich, parallel in England am Arthur Findlay College zu studieren, damit schloss sich der Kreis und ich war dort, als mich die Medialität wirklich zu interessieren begann.

Damals war das Arthur Findlay College eine Eliteschule und man wurde zum Teil sehr streng unterrichtet, nicht zu vergleichen mit dem heutigen Unterricht. Es war oft lang, hart und auch der Umgang war nicht so liebevoll wie in der spirituellen Szene sonst. Aber für mich war es genau das Richtige. Ich begriff, wenn du ein Ziel hast, dann verfolge es hartnäckig und du wirst es weit bringen. Ich probierte, so oft wie möglich in England zu sein, und nebenher besuchte ich noch den Unterricht bei Andy in der Schweiz. Mein gesamtes Leben drehte sich nur ums Arbeiten und Weiterbilden. Nebenher betrieb ich noch meinen Onlineshop. Dort verkaufte ich auch mein Buch. Na ja, wirklich verkaufen konnte man es nicht nennen, ich bot es jedenfalls dort an.

Im Jahr 2006, ich war 26 Jahre alt, bestellte zufällig Sabine Giger mein Buch, sie ist die Verlegerin des Giger Verlags. Eigentlich war sie nur auf der Suche nach einem Onlineshop, der esoterische Bücher anbot. Das gab es damals kaum, im Gegensatz zu heute. Als die Bestellung hereinkam, freute ich mich, dass ein Verlag mein Buch bestellte. Später beim Abwasch mit meiner Mutter erzählte ich ihr: »Ein Verlag hat mein Buch gekauft, ich werde einer der bekanntesten Autoren im deutschsprachigen Raum! Mama, glaube mir, ich werde das bekannteste Medium!«

Meine Mutter schaute mich nur an und meinte: »Sohn, alles ist möglich, aber bevor es so weit ist, wasche weiter ab und erledige deine Arbeit.« Natürlich war es nur als Witz gedacht, aber heute, wenn ich zurückschaue, zwölf Jahre später, muss ich sagen, ich hatte wohl recht.

Zwei Tage später rief mich Frau Giger an und meinte: »Leben in zwei Welten ist zwar ein Roman, aber das ist doch deine Lebensgeschichte, oder?« Ich war erstaunt, dass sie das merkte, und meinte: »Zum Großteil ja, natürlich mit den Ausschmückungen eines Romans.«

»Warum bringst du das Buch nicht als Biografie heraus und erzählst allen deine wirkliche Geschichte? Ich würde es publizieren.« Ich war aufgeregt, überlegte nicht lange, schrieb das Buch um und sagte zu. Es kam im April 2007 auf den Markt – und wurde am Anfang ein Flop! Das weiß bis heute fast niemand. Keine Buchhandlung interessierte sich dafür und niemand wollte den Jungen sehen, der mit Toten in Kontakt treten kann.

Im September 2007 hatte der Giger Verlag eine Veranstaltung mit anderen Referenten und ich durfte die Pause füllen mit einem Zehn-Minuten-Beitrag über mein Buch. Später hat mir Sabine dann erklärt: »Ich dachte, es fällt dir schwer, in der Öffentlichkeit zu sprechen, weil du so unsicher wirkst und so jung. Deswegen haben wir dich einfach dazwischengeschoben.« Ich konnte sie verstehen, damals war ich im Leben wirklich sehr unsicher, auf der Bühne jedoch war ich schon immer eine Rampensau und das zeigte ich in den zehn Minuten. Ich erzählte auch nicht groß über mein Buch, sondern demonstrierte einer Frau im Publikum einen Jenseitskontakt zu ihrer verstorbenen Mutter. Die Leute waren begeistert, weil sie so etwas noch nie gesehen hatten. Ich signierte dort meine ersten Bücher. Aufgrund einer Weiterbildung in England musste ich am nächsten Tag zum Flughafen und stellte mein Handy aus.

Ein paar Wochen später, als ich mein Handy wieder einschaltete, sah ich mehrere Anrufversuche in Abwesenheit, auch einige vom Verlag. Ich entschloss mich, zurückzurufen: »Hey, ihr habt mich gesucht.«

»Wo bist du?«

»In England, in der Schule. Aber ich komme jetzt zurück, habe kein Geld mehr.«

»Darüber brauchst du dir keine Gedanken mehr zu machen, dein Buch wurde ein Bestseller. Mich rufen ständig Leute an und wollen dich für Privatsitzungen buchen und für Events, auch die Presse hat großes Interesse. Ich habe einfach mal gebucht für dich, hoffe, das ist okay?«

»Klar, absolut, ich bin morgen in der Schweiz, dann rufe ich dich an.« Wenn ich ehrlich bin, dachte ich damals: »Bitte keinen Stress wegen der vier bis sieben Leute, die eine Privatsitzung wollen.« Ich wusste nicht, dass mein Buch das erste wirkliche Esoterikbuch war, das es in die Bestsellerliste der Schweiz schaffte, und vor allem nicht, dass ich bis Ende 2008 ausgebucht war mit Einzelberatungen. Ich kam in die Schweiz zurück und war auf einmal ein gefragtes Medium. Ich konnte plötzlich Events geben, wurde eingeladen für Vorträge, Fernsehen, Radio und Zeitung und bald kannte mich in der Schweiz jeder in der spirituellen Szene.

Nebenher schrieb ich mein zweites Buch: Nachricht aus dem Jenseits, auch dieses Buch wurde ein Bestseller, obschon mir alle prophezeit hatten, ich würde nie wieder einen schreiben. Das wäre einfach nur Glück gewesen. Na ja, nach elf Jahren, elf Büchern und elf Bestsellern muss ich mir das wenigstens nicht mehr anhören. Doch damals glaubte es keiner. Eigentlich war es mir egal, ich wollte einfach jedem zeigen, dass es ein Leben nach dem Tod gibt, und von einem Tag auf den anderen hatte sich für mich alles geändert. Rückblickend darf ich die Zeit der Ausbildung und all der Arbeit an mir selbst nicht vergessen. Selbst in den ersten Jahren, schon als bekanntes Medium fuhr ich immer noch nach England und besuchte Weiterbildungen.

So viel als kurze Zusammenfassung, wie mein Anfang war, damit du mich besser verstehen kannst. In der Presse wurde es oft so hingestellt, als wäre ich über Nacht erfolgreich geworden. Das stimmt, aber all die Arbeit Jahre zuvor, all die Zweifel und die Zeit, die ich in mich und meine Ausbildung gesteckt habe, werden oft vergessen. Auch wenn ich heute mit 38 Jahren in der Szene meine Anerkennung gefunden habe, war es früher anders. Damals habe ich sehr oft an mir und meiner Wahrnehmung gezweifelt. Nur durch die intensive Zeit der Ausbildung wuchs das Vertrauen in mich und meine Wahrnehmung. Ich wünsche dir, mein lieber Leser, falls du Dinge wahrnimmst, die andere nicht wahrnehmen, und deshalb an dir zweifelst, höre auf damit, die geistige Welt ist real. Deine Wahrnehmung ist real, es lohnt sich, Zeit in deine Entwicklung zu stecken, damit du dich selbst findest und deinen Weg gehen kannst.

Spiritualität, Medialität und Sensitivität

Spiritualität

Medialität und Spiritualität sind zwei komplett verschiedene Dinge. Mir fällt auf, dass es oft nicht unterschieden wird. Ein Medium zu sein, muss nicht immer heißen, dass man spirituell ist. Aber leider glauben das viele, ja sogar selbst etliche Medien. Ob du aber dein mediales Talent für »Gutes« oder »Schlechtes« benutzt, ist immer von der Person mit dem Talent abhängig. Schon im Zweiten Weltkrieg haben Hellseher zum Beispiel Adolf Hitler im Krieg unterstützt. Da würde heute wohl keiner mehr behaupten, dass das eine von Liebe geprägte Aufgabe war. Was ich damit sagen möchte, ist, selbst wenn man noch so medial ist, heißt das noch lange nicht, dass man spirituell (beziehungsweise ein guter Mensch) ist, natürlich auch umgekehrt. Ich durfte viele spirituelle Menschen kennenlernen, die nicht medial veranlagt waren, und viele, die nicht einmal wussten, dass sie spirituell sehr weit fortgeschritten waren. Außerdem traf ich Menschen, die glaubten, sehr spirituell zu sein, und in Wirklichkeit nur dem spirituellen Hochmut verfallen waren. Ich glaube, ein wahrer spiritueller Mensch würde nie von sich behaupten, er sei spirituell.

Am Anfang meiner Ausbildung haben uns die Lehrer an der medialen Schule immer wieder gesagt, wie wichtig es sei, eine spirituelle Einstellung zu haben. Wie wichtig es sei, an seiner Persönlichkeit zu arbeiten. Ich habe das damals unterschätzt. Mir war wichtiger, meine medialen Fähigkeiten bis ins kleinste Detail zu entwickeln. Ein gutes Medium musste meiner Meinung nach vor allem präzise Informationen geben und viele Details und Fakten liefern können. Das ist auch heute noch meine Einstellung, aber ich habe inzwischen etwas viel Wichtigeres gelernt: Wenn ein Verstorbener durch mich spricht, dann ist es nicht nur wichtig, viele Fakten und Details aus seinem Leben an den Klienten weiterzugeben, sondern vor allem auch die Liebe und die Heilung, die er für seine Hinterbliebenen mitbringt.

Die Frage ist natürlich, was heißt »spirituell sein« überhaupt? Heute ist der Ausdruck »spirituell« sehr gebräuchlich und wird, meiner Meinung nach, auch missbraucht oder missverstanden. Früher nannten sich alle, die etwas auf sich hielten, Esoteriker. Irgendwann war das Wort nicht mehr aussagekräftig genug, es musste etwas Neues her und so kam das Wort »spirituell« auf. Ich glaube, dass man Spiritualität nicht mit dem Verstand verstehen kann, sondern nur mit dem Herzen, und bin der Überzeugung, dass man nicht auf einem spirituellen Weg sein kann. Spiritualität ist etwas Persönliches und kann nur von jedem selbst entdeckt werden.

Für mich ist Spiritualität in allem, was IST, Gott zu sehen oder zu erkennen. Spiritualität heißt, sich Gott oder der göttlichen Energie hinzugeben und seinen eigenen göttlichen Kern zu finden oder besser gesagt anzuerkennen. Darin sieht man schon, dass Spiritualität und Medialität – was vereinfacht heißt, mit der geistigen Welt zu kommunizieren – zwei völlig unterschiedliche Dinge sind. Dennoch ist Spiritualität kein Weg zu Gott, denn zu Gott führen keine Wege, Gott IST. Es führen nur unzählige Wege von Gott weg. Wenn man Gott in allem und auch in sich selbst das Göttliche erkennt, ebenso natürlich in jedem Menschen, dann ist man spirituell. Wer Gott erreichen möchte, muss still werden, still stehen, aufhören, irgendeinen Weg zu gehen, er muss einfach in sich ruhen. Da Gott überall ist, können wir ihm auch nur hier und jetzt begegnen. Einem spirituellen Menschen geht es nicht darum, spirituell zu sein, sondern bei Gott zu sein.

Meiner Meinung nach gibt es keinen richtigen Weg, der zu Gott führt. Es gibt auch keine spirituellen Praktiken, die Erfolg versprechen und dich Gott finden lassen. Alles und jeder Weg ist der richtige, wenn du dabei Gott erkennen kannst. Hör auf, Gott zu suchen, sondern gehe in dein Herz und begrüße ihn. Habe Mut, das zu sein, was du in Wirklichkeit bist. Höre auf, einen besonderen Lebenswandel zu verfolgen, spezielle Praktiken durchzuführen, lieb zu sein, nur um spirituell zu sein. Man kann echte Spiritualität nicht damit erkaufen. Gott lässt sich nicht finden oder durch vorgeschriebene Abläufe und Verhaltensweisen erkennen. Gott und Spiritualität kann man nicht mit dem Intellekt, dem Kopf verstehen, das bringt dich ihm nicht näher. Du kannst Gott nur erfahren. Hör auf, Spiritualität und Gott verstehen zu wollen, dabei verirrst du dich nur in intellektueller Selbstbefriedigung. Gott lässt sich nur in Liebe erfahren und bei allem, was dir begegnet.

Ich wünsche mir, dass für dich, mein lieber Leser, der Unterschied nach diesem Kapitel klar ist. Natürlich liegen Medialität und Spiritualität nahe beieinander, sie schließen sich nicht aus. Aber sie sind völlig unabhängig voneinander. Medialität gibt es auch ohne Spiritualität, ebenso umgekehrt.

Medialität versus Sensitivität

Wo ich gerade dabei bin, Begriffe zu erklären, möchte ich auch den Unterschied zwischen Medialität und Sensitivität darstellen. Im englischen Spiritismus wird klar zwischen beiden unterschieden. Hier in den deutschsprachigen Ländern Europas sind die Linien fließend, ich jedoch unterscheide auch zwischen beiden, meiner Meinung nach völlig verschiedenen Talenten:

–Medialität ist die Kommunikation oder die Fähigkeit, die geistige Welt oder Verstorbene wahrzunehmen. Ein Medium ist ein Vermittler zwischen geistiger Welt und Klienten.

–Sensitivität heißt, Informationen und Umstände von lebenden Personen oder Räumen/Orten zu empfangen und weiterzugeben. Das heißt, ein Sensitiver liest die Energie einer lebenden Person, eines Raumes oder Ortes. Er kann ohne Hilfsmittel arbeiten oder aber über die Aura, über Karten, Kristallkugeln, Bilder oder über einen Gegenstand des Klienten Bilder erhalten.

Ein Medium ist immer auch sensitiv, es muss die Energien eines Geistwesens und eines noch lebenden Menschen lesen können. Ein Sensitiver dagegen muss nicht zwingend talentiert sein, die geistige Welt wahrzunehmen. Es ist nur dieses kleine Detail, was diese beiden Talente unterscheidet, aber ein sehr wichtiges.

Ich arbeite als Medium und als Sensitiver (Aura-Reading), und für mich nutze ich dabei zwei völlig verschiedene Energien, die ich lese, um die Informationen zu erhalten. Die mediale Energie empfinde ich als eine sehr leichte und schnelle, während sich die sensitive viel schwerer und langsamer anfühlt. Ich sehe, wenn ich Medien oder sensitive Berater beobachte, ob sie medial oder sensitiv arbeiten. Man arbeitet dann mit einer anderen Energie und mit anderen Energiezentren (Chakren).

Das genauer zu erklären, würde jetzt zu weit führen und ist vielleicht für die meisten Leser nicht so interessant. Aber die Unterschiede zwischen Spiritualität, Medialität und Sensitivität sollte man unbedingt kennen. Wenn ich später über Spukgeschichten berichte, ist es wichtig, dass du den Unterschied verstanden hast.

Die Aufgabe eines Mediums

Noch einmal kurz zusammengefasst, was ist die Aufgabe eines Mediums? Im Grunde genommen leistet ein Medium (bei Jenseitskontakten) Trauerverarbeitung, es dient als Kanal zwischen Verstorbenem, Geistführer oder Engel. Sehr wichtig ist dabei, dass das Medium der Kanal zwischen dem Verstorbenen und dem Hinterbliebenen ist und so helfen kann, Dinge zu klären und Heilung in die Trauer fließen zu lassen, sodass der Hinterbliebene möglichst mit dem Verlust abschließen kann. Medien sind keine Lebensberater oder können in die Zukunft schauen. Ein Verstorbener ähnelt im Grunde noch sehr dem Bild, wie du ihn damals als Lebender kennengelernt hast. Das bedeutet, niemand würde wohl seine Oma fragen, ob man X oder Y heiraten soll, was man in seinem Beruf besser machen könnte etc. Natürlich kann man fragen, aber wenn die Oma keine Expertin auf dem Gebiet ist, dann würden die Antworten einfach die Meinung der Oma widerspiegeln.

Das darf man bei Jenseitskontakten nie vergessen. Der Verstorbene ist nicht plötzlich erleuchtet oder allwissend, nein, er hat immer noch ein ähnliches Bewusstsein wie als Lebender. Also wenn du berufliche Schwierigkeiten hast und der Verstorbene kein Experte in deinem Beruf war, ist er das auch jetzt nicht, und es ist nicht sinnvoll, deswegen zum Medium zu gehen. Beim Medium sind die Menschen richtig, die unter der Trauer leiden, die offene Fragen zwischen sich und dem Verstorbenen haben oder einfach wissen wollen, ob es dem Verstorbenen gut geht. Für Lebensprobleme wie Beruf, Partnerschaft oder Ähnliches wäre eine sensitive Beratung sinnvoller. Auch die Engel oder Geistführer können da nicht helfen, weil es ihnen eher um die persönliche spirituelle Entwicklung geht. Ihnen ist es relativ egal, was du arbeitest, solange du glücklich dabei bist und es sinnvoll für deine persönliche Entwicklung ist.

Ich hoffe, mir ist es gelungen, ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen.

Existiert eine Hölle oder eine Zwischenwelt?

Nach über elf Jahren meiner Arbeit wird mir diese Frage immer noch gestellt. Gibt es eine Hölle, ist mein Kind dort oder ist es gefangen in der Zwischenwelt oder Astralebene?

Mich haben solche Fragen immer geschockt und ganz ehrlich, kurz und bündig, ich sah noch nie einen Verstorbenen, der in der Hölle ist, war oder geschweige denn in einer Zwischenwelt oder in irgendeiner Astralebene gefangen, oder was sich gewisse Kollegen noch so alles einfallen lassen. Aber genau weil ich immer offen sage, dass es das nicht gibt, bin ich bei gewissen Medien oder Spirituellen nicht gern gesehen. Natürlich bei all denen, die ihr Geld mit dieser Angst verdienen. Doch lass uns zuerst einmal betrachten, woher dieser Aberglaube kommt und ob vielleicht etwas Wahres daran ist?

Während der Ausbildung in England hat mich das niemand gefragt, jedenfalls niemand, der mit dem englischen Spiritismus aufgewachsen ist. Man darf den Spiritismus nicht mit der Spiritualität verwechseln. Der englische Spiritismus ist im Grunde eine Religion christlichen Ursprungs, nur besteht noch der Glaube an eine Reinkarnation und ein Leben nach dem Tod und ist nicht, wie bei unserem christlichen Glauben, herausgestrichen worden. Ursprünglich stand dieser Glaube nämlich auch in der Bibel und wurde gelehrt. Es gibt noch einige Stellen, die darauf hindeuten. So zum Beispiel als Jesus Johannes den Täufer fragt: »Bist du nicht Elias (Prophet Elias), der Wiedergekommene?« Warum fragt Jesus das Johannes, wenn es keine Wiedergeburt gibt? Ergibt wenig Sinn aus meiner Sicht.

Früher war die Ausbildung als Medium am Arthur Findlay College vor allem auch eine Priesterausbildung. Ein »Minister«, jemand, der die Ausbildung abgeschlossen hatte, durfte Gottesdienste, Beerdigungen, Taufen und Hochzeiten durchführen. Im Grunde sehr ähnlich, wie du es vielleicht aus deiner Kirche kennst.

Ich habe in England einige Beerdigungen miterlebt und auch bei ein paar mitgeholfen. Nie hatte jemand Angst, dass es dem Verstorbenen nicht gut geht oder dass er gar in der Hölle ist und ewige Qualen erdulden muss. Nur bei uns in der Schweiz, Österreich, Deutschland, Belgien, Polen, Luxemburg, Italien oder wo ich sonst noch hinreise, kommt diese Frage auf. Ebenso wie die nach der Zwischenwelt und ob man bestraft wird im Jenseits. Ich verstand diese Fragen nie, weil ich es anders wahrnahm, daher machte ich mich auf die Suche, woher dieser Irrglaube kommt und warum gewisse Kollegen so etwas behaupten. Dazu müssen wir einen Ausflug in die Bibel machen, um es genauer zu betrachten. Ich versuche mich kurz zu fassen, damit es möglichst nicht langweilig wird, weil ich weiß, dass für viele die Bibel ein rotes Tuch ist. Ich finde sie extrem spannend, mich interessieren vor allem die ursprünglichen Schriften, nicht das, was nachher alles zusammengeschrieben, gekürzt und angepasst wurde.

Wir müssen uns als Erstes bewusst machen, dass es die Hölle ursprünglich in der Bibel, so wie wir sie heute kennen, weder im Alten noch im Neuen Testament gab. Wenn du mir nicht glaubst, endlich hat sogar im März 2018 Papst Franziskus alle geschockt, als er verkündete, dass die Hölle nicht existiert und nur eine Metapher ist. Doch schauen wir auf die ganze Geschichte von Anfang an. Das Wort Hölle wurde erst im Mittelalter eingeführt, als man den Sündenablass beziehungsweise den »Ablass« eingeführt hat. Dazu benötigte es natürlich eine Hölle. Denn wer für seine Sünden nicht bezahlt hatte, konnte nicht ins Paradies gehen, sondern musste in die Hölle. Wer bezahlt hatte, hat sich im Grunde das Paradies gekauft. Natürlich gab es noch andere Methoden, um den Ablass der Sünden zu erhalten. So wurde jedem Kreuzritter, der in den Krieg zog gegen die Ungläubigen, das Paradies versprochen.

Na ja, lassen wir das, schauen wir uns die Bibel an. Im Alten Testament findet man ursprünglich das Wort »Scheol«, und das Wort »Hölle«, die deutsche Übersetzung von »Scheol«, kommt 31-mal vor. Scheol bezieht sich keinesfalls auf einen Ort eines ewig brennenden Feuers, sondern bezeichnet vielmehr den Ort oder Zustand der Toten. Dann wurde das Wort »Hades«, es kommt zehnmal in der Bibel vor, auch als Hölle übersetzt. Beide Wörter bedeuten jedoch eigentlich nicht das, was wir unter Hölle verstehen. Scheol und Hades sind die Ruhestätten der Toten, ein Ort der Zersetzung, der Zustand derjenigen, die gestorben oder vernichtet wurden. Es wurde nicht als ein Ort der Bestrafung verstanden, sondern vielmehr als die letzte Ruhestätte der gesamten Menschheit. Es gibt keine einzige Bibelstelle, in der sie für die Bestrafung nach der Auferstehung gebraucht wurden. Man hat diese Worte einfach in Hölle übersetzt und aus dem Ort, an dem die Toten ihre Ruhe finden, einen Ort der ewigen Qual gemacht. Dies alles nur, damit die Menschen gewillt waren, den Ablass oder anders für ihre Sünden zu bezahlen.

Das ist aus heutiger Sicht unverständlich. Heute würde jeder lachen, wenn der Priester für deine Sünden einen Ablass haben will. Kaum einer würde heute noch dafür bezahlen. Außer um Geld für die Kirche ging es damals auch darum, die Menschen durch die Angst vor der Verdammnis in der Hölle zu erziehen, nur Gutes zu tun und kein sündiges Leben zu führen. Die Grundidee war sicherlich nicht verkehrt, doch damit Geld abzupressen, ist immer fraglich. Vor allem finde ich es fraglich, wenn heute ein Medium einem Trauernden von der Hölle, Zwischenwelt oder Astralebene erzählt. Die gibt es ebenfalls nicht! Ein paar sehr »Geschäftstüchtige« haben sogar einfach das alte »Paradies-und Hölle-Prinzip« übernommen und sagen: »Leider ist die Seele noch nicht im Licht, aber für Betrag X räuchere ich »Oma« aus, öffne die Lichttore und rufe die Engel an, dann findet die Seele den Weg ins Licht.« Nichts anderes als moderner Sündenablass, wird da verkauft. Wer nicht für das Seelenwohl von Oma bezahlt beim Medium, ist schuld, wenn Oma in der Zwischenwelt leben muss und nicht ins Licht kann. Ganz ehrlich, das ist Schwachsinn! Es ist sogar ziemlich gemein, so mit Trauernden umzugehen. Einige glauben wahrscheinlich wirklich an das, was sie erzählen, weil sie es vielleicht so gelernt haben. Andere machen es sehr bewusst und spielen mit der Trauer der Hinterbliebenen.

Spannend finde ich, wenn ich davon auf einem Vortrag erzähle, dass dann die bösen Briefe kommen. Immer von Medien, die das so den Klienten erklären. Dabei stellen sich immer zwei Dinge heraus: Erstens war noch nie ein Medium dabei mit einer langjährigen seriösen Ausbildung. Und zweitens, immer wenn ich sagte, ich möchte es sehen, ich möchte es erforschen, will mal dabei sein, wurde ich nie eingeladen, sondern immer mit fadenscheinigen Ausreden oder Beschimpfungen abgewimmelt. Das allein spricht schon Bände. Lieber Leser, ich wünsche mir, dass du nie an jemand gerätst, wenn du in Trauer bist, der dir so etwas einredet. In solchen Momenten sind wir alle sehr verletzlich und neigen dazu, vieles zu glauben und auch Geld auszugeben, weil wir uns wünschen, dass es den Verstorbenen gut geht.

Ein paar Kollegen machen es nicht mit böser Absicht, sondern einfach aus Unwissenheit und mangelhafter Ausbildung. Sie haben wirklich das Gefühl, dass eine Seele noch nicht im Licht ist und dass man ihr helfen muss. Einige habe ich kennengelernt, bei denen ich wirklich das Gefühl hatte, dass sie es so wahrnehmen und nicht einfach Menschen über den Tisch ziehen wollen. Sobald ich diese Medien bei der Arbeit beobachtete, wurde mir allerdings sehr schnell bewusst, warum sie es so wahrnehmen. Die wenigsten Medien unterscheiden zwischen Sensitivität und Medialität. Wie ich bereits erklärt habe, sind die Hellsinne, mit denen wir Informationen empfangen, bei beiden Arten dieselben. Aber die sensitive Arbeit läuft vor allem über das Solarplexuschakra, man liest die Energie von festen Objekten, zum Beispiel Räumen, der Aura, Orten. Während bei der medialen Arbeit die Kommunikation hellsichtig betrachtet über das Kehlchakra stattfindet und nicht über das Kronenchakra, wie es viele beschreiben oder erzählen.

Die Erklärung für diesen Irrglauben ist dann ganz einfach. Wenn sie sensitiv arbeiten, sind sie nicht mit der Seele des Verstorbenen verbunden, sondern lesen die Energie im Raum.

Beispiel

Ich war einmal mit einem anderen Medium an einem Ort, an dem früher eine Schlacht ausgetragen wurde und Krieg herrschte. Das Medium war davon über-zeugt, dass die Seelen dort immer noch umherirren, Krieg führen und den Weg ins Licht nicht fanden. Für mich entsprach das nicht der Wahrheit, aber ich bin immer offen, etwas Neues zu lernen. Da ich das Medium schon länger kenne, war ich sehr offen für ihre Wahrnehmung. Als wir ankamen, fragte sie mich: »Fühlst du nicht diesen Druck und diese Schwere?« Natürlich fühlte ich ihn auch, aber dieser Druck und diese Schwere kamen nicht von den Verstorbenen/ den Seelen, sondern aus dem Ort, weil hier Krieg geführt wurde und Menschen starben. Angst und Panik lag damals in der Luft und der ganze Ort speicherte diese Energie. Energien speichern sich an Plätzen und man kann sie über Jahre noch lesen. Ich fand es spannend zu erkennen, dass meine Kollegin nicht medial arbeitete, sondern sensitiv. Sie las die Energie des Ortes. All der Schmerz, den sie wahrnahm, waren Abspeicherungen von Gefühlen, dessen, was an diesem Ort stattgefunden hatte, aber nicht von Seelen. Es war nur die Restenergie der Taten.

Dann sagte sie: »Siehst du nicht die Soldaten, die noch kämpfen, die immer wieder dasselbe erleben und nicht im Licht sind?« Da ich nun wusste, dass sie die Energie des Ortes las und nicht mit verstorbenen Soldaten in Kontakt stand, schaltete ich meine Sensitivität ein und nahm dieselben Bilder wahr wie sie. Auf der medialen Ebene jedoch war alles ruhig und friedlich. Die Seelen waren alle im Licht.

Kann man diese beiden Ebenen nicht unterscheiden oder weiß nicht einmal, dass es sie gibt, dann verstehe ich, warum einige Kollegen wirklich davon ausgehen, es gäbe Seelen, die noch nicht im Licht sind. Daher sind nicht alle, die davon erzählen, schlecht, sie sind einfach nicht gut genug ausgebildet und können Sensitivität und Medialität nicht auseinanderhalten. Ihre Absicht ist es nicht, den Klienten zu betrügen, sie verbinden sich einfach nicht mit dem Jenseits, sondern mit dem Diesseits und lesen, was passiert ist.

Falls dir mal ein Medium erzählt, ein Verstorbener sei nicht im Licht, frage ihn zwei Dinge: Wie lange und wo er in der Ausbildung war. Und er soll dir den Unterschied erklären zwischen Sensitivität und Medialität. Dann kannst du feststellen, wie er es wahrnimmt. Ich werde später, wenn ich von meiner Arbeit für die Polizei berichte, noch einmal genauer auf dieses Phänomen eingehen.

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