Kitabı oku: «Tiere erzählen vom Tod»
Das Buch
Der Tod eines geliebten Tieres ist für viele Menschen eine schmerzhafte und oft verwirrende Erfahrung. Tröstend und spannend zugleich beschreibt Penelope Smith, die weltweit bekannte Tier-Kommunikatorin den Übergang in eine andere Dimension aus der Sicht der Tiere und der Menschen. Erfahren Sie, wie Tiere bewusst den Weg ihres Lebens und Todes wählen, welche Aufgaben sie auf der Erde erfüllen und wann und warum sie immer wieder reinkarnieren und zu Ihnen zurückkehren.
Wenn Sie innerlich bereit sind, können Sie die Botschaft Ihres hinübergegangenen Tieres hören und daran wachsen. Dabei hilft Ihnen eine geführte Meditation, mit der Sie mit Ihrem geliebten Tierfreund auch über den Tod hinaus kommunizieren können.
Lassen Sie sich verzaubern von den wahren, authentischen Geschichten über das Sterben, das Leben und die Lehren von Tieren, die Penelope Smith und andere in diesem Buch dokumentiert haben!
Die Autorin
Penelope Smith ist als Pionierin der speziesübergreifenden telepathischen Kommunikation weltbekannt geworden. Ja, man kann sogar sagen, dass sie durch ihre Arbeit einen neuen Berufszweig gegründet hat.
Penelope, die zeit ihres Lebens mit Tieren telepathisch kommunizierte, entdeckte 1971, dass sich traumatische Erlebnisse und andere Probleme bei Tieren mit denselben Beratungstechniken lösen lassen wie bei Menschen. Zu ihrem Erfolg beigetragen haben ihr Studium der Sozialwissenschaften, die jahrelange Berufserfahrung auf dem Gebiet holistischer Ernährungsberatung und Energiearbeit; ihre Forschungen zum Thema Ernährung, Anatomie, Verhalten und Pflege von Tieren und nicht zuletzt ihre unzähligen Beratungsgespräche mit Tieren. Penelope ist Verfasserin von zwei weltbekannten Bestsellern Gespräche mit Tieren und Tiere als sprechende Gefährten. Sie schreibt Zeitschriftenartikeln und gibt die Vierteljahresschrift Species Link heraus. Bekannt ist auch ihr Hörbuch Gespräche mit Delfinen. Penelope sieht in der speziesübergreifenden telepathischen Kommunikation eine der menschlichen Integrität wesentliche Geistesgabe. Sie glaubt, dass jeder mit dieser Gabe auf die Welt kommt. Nur hätten die meisten Menschen sie verdrängt und vergessen. Doch sollte sie zum Wohl aller Wesen auf Erden wieder geübt werden. Penelope lebt mit ihrer Tierfamilie am Rand des Point Reyes National Seashore, im Nordwesten von San Francisco.

Penelope Smith
Tiere erzählen vom Tod
Wie Tiere ihr Sterben erleben und den Weg ins Licht finden
Übersetzt von Johanna Ellsworth

Inhaltsverzeichnis
Umschlag
Das Buch / Die Autorin
Titel
Inhaltsverzeichnis
Danksagung
Einleitung
1 Das Bewusstsein der Tiere über Leben und Tod
2 Menschlicher Einfluss und Sterbeprozess
3 Loslassen und Sterbehilfe
4 Die Wahl der Tiere und der Sinn von Leben und Tod
5 Tierschutz und Rettung
6 Die Dimensionen des spirituellen Reichs
7 Schuld und Trauer
8 Botschaften von verstorbenen Tieren
9 Wenn Tiere zurückkehren
10 Verbindung zur Seele des Tiergefährten aufnehmen
11 Identität, Individualität und Einheit
Anmerkungen
Impressum

Dieses Buch ist der Freude gewidmet, das Leben auf Erden mit der ganzen Vielfalt an Lebensformen zu teilen - den Tieren, Pflanzen, Mineralien, Elementen - und das vor dem prächtigen Hintergrund der Natur, die uns im Leben wie im Tod harmonisch trägt.
Danksagung
Ich bedanke mich bei all den wunderbaren Menschen, die ihre ehrlichen Erlebnisse und Erfahrungen in der Kommunikation mit ihren tierischen Freunden kurz vor dem Tod oder im Jenseits beigesteuert haben. In unseren Herzen und Seelen fühlen wir Hochachtung, Liebe und Dankbarkeit für unsere geliebten Tiergefährten, die uns auf unseren gemeinsamen Reisen in Körper und Geist mit Liebe und Segen unterstützen und unsere unsterblichen Führer und Freunde bleiben.
Einleitung
Ein Kind antwortete einem Erwachsenen, der sich darüber Gedanken machte, warum Tierleben kürzer sind als Menschenleben: „Jeder wird geboren, um zu lernen, wie man ein gutes Leben lebt, alle lieb hat und freundlich ist. Tiere wissen schon, wie das geht, und darum brauchen sie nicht so lange auf der Erde zu bleiben.“
Alle von uns, die das Glück haben, in enger Vertrautheit mit einem Tier zu leben, müssen eines Tages dem Tod des geliebten Tieres ins Auge sehen. Wenn Menschen sich wieder daran erinnerten, wie man mit den lebendigen Tiergefährten von Verstand zu Verstand, Herz zu Herz und Seele zu Seele redet, könnte die emotional aufwühlende Zeit nach dem Tod eines geliebten Tieres zu einer bereichernden Erfahrung werden.
Als die erste Ausgabe meines Klassikers über die Tierkommunikation, Gespräche mit Tieren, im Jahr 1978 herauskam, praktizierten nur wenige Tierkommunikatoren weltweit professionell. Mittlerweile verhelfen Hunderte von Tierkommunikatoren den Leuten zu dieser Erfahrung. Millionen von Menschen haben durch meine eigenen und andere Veröffentlichungen und Seminare von der telepathischen Tierkommunikation erfahren. Bücher, Audio- und Videokassetten, Trainingsprogramme, Artikel sowie Radio- und Fernsehsendungen stehen zur Verfügung, um den Menschen zu helfen, sich wieder ihrer angeborenen Fähigkeit zu entsinnen, die Kommunikation herzustellen und zu verstehen, was die Tiere ihnen mitteilen. Wenn die Zeit gekommen ist, dem Tod unserer treuen Begleiter ins Auge zu sehen, kann es sehr helfen, derart vorbereitet zu sein.
Das Ziel dieses Buchs ist, Ihnen zu helfen, Ihr Wissen über den Zyklus von Leben und Tod Ihrer tierischen Freunde in Seelennahrung umzuwandeln. Wenn Tiere von der materiellen in die spirituelle Welt hinüberwechseln, kann das innere Wissen ihrer Gegenwart uns Kraft geben, während wir lernen, die ganze Erfahrung anzunehmen und zu verstehen. Unsere Tiergefährten können für immer unsere Freunde bleiben, wenn wir weiterhin mit ihnen kommunizieren und erkennen, wer sie wirklich sind.
Das wichtige Thema Tiertod ist auch in meinen anderen Büchern und Kassetten enthalten. Dieses Buch bietet einen konzentrierten Überblick über das Thema mit einer Vielfalt von Geschichten und Einblicken aus meiner eigenen Sicht und aus der Perspektive anderer. Die Erfahrungen in diesem Buch sind bei der Kommunikation mit vielen Tieren verschiedener Arten entstanden. Es sind die direkten Erlebnisse von Tieren, die sie mit mir, anderen Tierkommunikatoren und ihren menschlichen Begleitern geteilt haben, die beim Übergang ihres Tiergefährten vom Leben zum Tod und danach um Unterstützung gebeten haben. Ich wünsche mir, dass es Sie ermutigt, mit Ihren verstorbenen tierischen Freunden zu sprechen. Möge es Ihnen helfen, die Flammen Ihrer Herz-und-Seelen-Bande über die körperliche Form hinaus zu entfachen, so dass das Feuer der Liebe als eine ständige Inspiration in Ihrem Leben glüht und gedeiht.
Ich danke Ihnen dafür, dass Sie sich mit mir auf die Reise in das Hirn, Herz und die Tiefe der Seele unserer tierischen Freunde begeben, auf der wir erforschen wollen, wie sich unsere enge Verbindung zu ihnen vom Leben bis in den Tod und danach erstreckt.
Steh weinend an meinem Grabe nicht.
Ich bin nicht da. Ich schlafe nicht.
Ich bin die tausend Winde, die wehen.
Ich bin das Glitzern auf dem Schnee.
Ich bin die Sonne auf gereiftem Korn.
Ich bin der sanfte Herbstregen.
Wenn du erwachst im Morgenrot,
Dann bin ich das rasche Aufflattern
Der Vögel, die still ihre Kreise ziehen.
Ich bin die Sterne, die nachts funkeln.
Steh weinend an meinem Grabe nicht.
Ich bin nicht da. Ich bin nicht tot.
Unbekannter Verfasser
1 Das Bewusstsein der Tiere über Leben und Tod
Den physikalischen Körper kann man sich als ein altes Gewand vorstellen, das wir abstreifen und zurücklassen, wenn unsere Seele durch das Tor des Todes schreitet. Wenn unsere Seele die andere Seite des Tors erreicht hat, lebt sie, ist bewusst und bereit für eine neue Form des Lebens. Wie eine rotblonde Hauskatze es einmal ausgedrückt hat: »In Wirklichkeit ist der Tod keine große Sache. Aber manchmal hängen wir halt sehr an unseren Klamotten.«
Jacquelin Smith, Autorin von Animal Communication:Our Sacred Connection
Die spirituelle Natur
Meine Erfahrungen bei der Kommunikation mit Tausenden von Tieren zeit meines Lebens und vor allem, seit ich 1971 meine beratende Tätigkeit als Spezialistin für Tierkommunikation aufnahm, zeigen, dass Tiere aller Arten genauso individuelle und bewusste spirituelle Wesen in einem Körper sind wie Menschen. Sie besitzen Intelligenz, mentale Fähigkeiten, Gefühle und Einfühlsamkeit, die oft bei Weitem das übertreffen, was Menschen von ihnen erwarten oder wissen. Die Tiere sind für ihren Lebenssinn und ihre Funktion in der natürlichen Ordnung oder dem Lebensnetz auf der Erde ausgestattet. Mit Tieren zu kommunizieren, die in »spiritueller Form« existieren, ist ähnlich wie das Sprechen mit Tieren, die »in körperlicher Form« leben, da Tiere sich ihrer Existenz über den Tod hinaus bewusst sind.
Ganz anders als viele Menschen unserer westlichen Kultur besitzen die meisten nichtmenschlichen Tiere ein Gespür für ihre spirituelle Natur und dafür, dass ihr Körper für eine nur begrenzte Zeit ihr irdisches Zuhause ist. Dieses Bewusstsein erlaubt es ihnen, Leben und Tod als einen natürlichen und ewig fließenden Kreislauf anzuerkennen. Obwohl sie den Verlust eines geliebten Wesens so wie Menschen betrauern können und ihre körperliche Hülle zu gewissen Zeiten oder unter gewissen Bedingungen nicht verlassen wollen, werden sie nicht von Angehörigen ihrer eigenen Spezies dazu konditioniert, sich den körperlichen Tod als ein schreckliches Ende oder etwas Beängstigendes vorzustellen. Wie sie wissen, ist der Tod ein Übergang in einen anderen Zustand, so wie der Kostümwechsel in einem Theaterstück oder eine andere Lebensform. Im Allgemeinen trauern sie um ihre Lieben und lassen sich vom Fluss des Lebens, wie er sich im Augenblick präsentiert, treiben.
Das Folgende bringt nahe, wie Tiere fühlen und den Verlust ihrer Lieben zeigen.1
Das Protokoll des Wärters sagt aus, dass die Elefanten in der Hauptscheune, die neben der Quarantänescheune liegt, in der Nacht vor dem Tod der sterbenden asiatischen Elefantendame Lota ein Gruppenritual veranstalteten, das noch nie zuvor dokumentiert worden ist. Alle Elefanten befanden sich in der Scheune und konnten ins Freie, wenn sie es wünschten. Ohne irgendwie provoziert worden zu sein, begannen Jenny und Shirley plötzlich zu trompeten. Gleichzeitig stimmten alle Elefanten im Chor ein, der immer mehr an Lautstärke und Vibration zunahm, bis er ohrenbetäubend wurde. Die Wände der Scheune bebten und die Luft zitterte, als die Elefanten dröhnende Laute von sich gaben. Dieses Schauspiel dauerte sechs volle Minuten. In dem Augenblick, in dem der Krach abnahm, baute sich der Lärmpegel aufs Neue auf. Er erinnerte an das Klagelied einer großen Trauermenge.
Auch das körperliche Verhalten der Elefanten war seltsam. Sie bewegten sich kaum. Sie blieben nur auf ihren Plätzen stehen und taten ihre Gefühle verbal kund. Genauso plötzlich wie das Spektakel begonnen hatte, endete es auch wieder. Danach war nur noch etwas Rumoren zu hören, während die gesamte Herde zur alltäglichen Routine zurückkehrte, die aus Schlafen, Fressen und Spielen besteht.
Der Tod als Teil des Lebens
Menschen in Urvölkern, die eng mit dem Rest der Natur verbunden sind und die Erde und ihre Zyklen verehren, akzeptieren den Tod gewöhnlich wie die Geburt als Teil des Ganzen. Ihnen ist bewusst, dass sie in spiritueller Form weiterleben und es jenseits der körperlichen Ebene spirituelle Reiche oder Dimensionen gibt. Der Tod wird von ihnen nicht gefürchtet, sondern oft als gesunde Abwechslung oder sogar als beglückende Chance angesehen, zu ihren Vorfahren zurückzukehren oder mit den Göttern oder Geistern anderer Dimensionen zu leben. Ohne dieses Bewusstsein und das Gespür für die spirituelle Natur der Tiere - einschließlich unserer eigenen - mag man sich verloren fühlen oder den Abschied des tierischen Freunds als hoffnungslosen Abgrund erleben. Eine positivere emotionale Erfahrung ist jedoch möglich, wenn wir eine zarte und dauerhafte Verbindung zu unseren Tiergefährten spüren können.
Tiere, die ein reiches und beglückendes Leben mit uns hatten, möchten die Freuden und das Leid ihres Lebens auch dann mit uns teilen, wenn sie wissen, dass ihr Körper schwächer wird. Tierkommunikatorin Joanna Seere berichtet, wie sie den Abschied von dem 26-jährigen Pferd Tuskers miterlebte, das auf die Pferdefarm kam, auf der sie unterrichtete:
Tuskers und sein bester Freund Jimmy, ein großes Rassepferd, teilten sich eine Weide. Tuskers war auf die Pferdefarm gebracht worden, um dort seinen Lebensabend zu verbringen. Als er Schmerzen hatte, bat er mich, den Tierarzt zu holen. Wie Tuskers mir mitteilte, hatte er das Gefühl, ein langes, gutes Leben hinter sich zu haben, auch wenn es ein schweres Leben gewesen war. Er sagte, sein Körper sei nun sehr schwach und zerbrechlich und der Schmerz in seinem Bauch würde ihm den Atem nehmen. Der Tierarzt versuchte alles Erdenkliche, doch Tuskers Bauch schwoll immer mehr an und seine Schmerzen wurden immer stärker.
Tuskers bat darum, aus seinem irdischen Körper befreit zu werden. Er verabschiedete sich von seinem Freund Jimmy, während sie sich ein letztes Mal beschnupperten. Als der Tierarzt das einschläfernde Mittel spritzte, schwebte Tuskers Seele aus seinem Körper, noch bevor die Injektion wirkte. Jimmy wieherte, kehrte Tuskers Körper den Rücken zu und fing an zu grasen.
Mitten in der Nacht wurde ich vom Geräusch eines Pferdes geweckt, das die asphaltierte Zufahrt der Farm hinunter und die Straße entlang galoppierte. Alle Pferde auf der Farm wieherten und rannten an den Zäunen ihrer Ausläufe entlang. Die Leute auf der Pferdefarm rannten aus dem Haus und suchten das Pferd, das irgendwie aus dem Feld ausgebrochen war. Doch nirgends war ein Pferd zu sehen. Alle Tiere waren da und die Zäune intakt. Da wussten sie, dass es Tuskers gewesen war, der sein letztes Siegesrennen rund um die Farm veranstaltet hatte!
Für Menschen, die ihr Wissen über und die Verbindung zu spirituellen Dimensionen jenseits der körperlichen Sinne entwickeln und pflegen, bedeutet der Tod eine Veränderung des Zustands oder Gesichtspunkts. Für diejenigen, die sich mit ihrer körperlichen Form identifizieren, bedeutet der Tod das Ende und Auslöschen des Seins und des Lebens und ist etwas, das man so lange wie möglich hinausschieben muss. Wir können von anderen Lebewesen lernen, den Tod als Teil und Fortsetzung des Lebens zu akzeptieren.
Wenn Sie die Grundsätze und Techniken der Tierkommunikation anwenden, können Sie Tieren zuhören, die ihre Gefühle ausdrücken. Und Sie können in einen Dialog eintreten, der Sie während des Sterbeprozesses und über den Tod hinaus aktiv mit Ihren tierischen Freunden verbindet. Statt verwirrt oder verzweifelt zuzusehen, können Sie in einen Zustand der spirituellen Verbundenheit mit Ihren Tierkameraden eintreten, der Ihr Leben erhellt und erleuchtet.
Der Überlebensinstinkt
Alle Tiere einschließlich uns Menschen haben einen tiefen Instinkt oder das starke Verlangen, zu überleben und Gefahren zu vermeiden, die zu Verletzungen oder dem Tod führen könnten. Das angstvolle Nachdenken über den Tod ist Tieren in einer natürlichen Umgebung jedoch fremd. Wilde Tiere suchen häufig die Einsamkeit, um zu sterben oder von einem natürlichen Feind erlegt zu werden. Dadurch wollen sie vermeiden, Raubtiere anzuziehen und so die Überlebenschancen anderer Herdenmitglieder zu verringern. Die gesunden Tiere einer Herde können auch ein krankes oder verwundetes Tier, das nicht mehr gesund wird, zurücklassen oder verscheuchen, um den Rest der Herde vor Raubtieren zu schützen. Dieses Muster wirkt noch bei einigen Haustieren. Ich habe schon erlebt, wie ein Rudel von Hunden oder eine Gruppe von Hühnern einen verletzten Artverwandten angegriffen, verjagt oder getötet hat. Auch wenn Tiere sich in Gefangenschaft keine Sorgen über Raubtiere mehr machen müssen, erweckt das Gespür von Gefahr ihre angeborenen Überlebensinstinkte.
Die meisten Haustiere reagieren jedoch nicht so. Zusätzlich zu ihren angeborenen Gruppenüberlebensmustern haben sie noch die Sicherheit des menschlichen Schutzes. Auch bei uns Menschen werden viele Verhaltensweisen durch hormonelle, emotionale oder Überlebensinstinkte ausgelöst. Wenn wir es mit Tieren aller Arten, einschließlich des Menschen, zu tun haben, können wir zwar an ihre Vernunft appellieren, doch wir müssen gleichzeitig immer die anderen Einflüsse oder Verhaltensmuster als Teil ihrer Struktur berücksichtigen.
In der gegenwärtigen natürlichen Ordnung existiert ein Verständnis über das Bedürfnis zu überleben, so dass der Tod unter nichtmenschlichen Tieren meist rasch und relativ schmerzlos erfolgt. Wilde Tiere sind darauf ausgerichtet, ihre körperliche Hülle als Seele zu verlassen, sobald sie gefangen worden sind. Gewöhnlich erleiden sie in ihrer natürlichen, vereinbarten Jagdtier/Beutetier-Beziehung keine großen Schmerzen und auch kein emotionales Trauma. Oft suchen sie sich sofort einen anderen Körper derselben Spezies aus, um ihr Leben aufs Neue zu beginnen.
Ein Beutetier zu sein mag zwar nicht Ihrem Ideal von einem leichten Leben entsprechen, doch es erlebt nicht den Horror des quälenden, verwirrenden und angsterfüllten Vorspiels zum Schlachtakt, das bei den derzeitigen unmenschlichen Methoden, die beim Töten von Schlachttieren oder Versuchstieren zum Tragen kommt.
Während eines unserer vielen Streifzüge durch Wiesen und Wälder erlebte ich, wie mein früherer Afghane Pasha ein Eichhörnchen fing. Sofort wich er zurück und sagte zu dem Eichhörnchen: »Renn weg, renn weg!« Das Eichhörnchen war jedoch vor Angst erstarrt; seine Seele hatte den Körper in dem Augenblick verlassen, als es glaubte, sterben zu müssen. Als das Tier merkte, dass sein Körper unversehrt war und lebte, erholte es sich von seinem Schock, kehrte in seinen Körper zurück und rannte auf einen Baum zu. So kam Pasha zu seinem Jagdvergnügen.
Alles wird aufgefressen
Als ich in einem Frühjahr in der Schweiz einen Kurs in Tierkommunikation leitete, gab mir ein Kaninchen eine wertvolle Lehre über die Natur des Todes aller Tiere einschließlich des Menschen. Unsere Gruppe machte gerade Kommunikationsübungen auf einem Bauernhof, auf dem auch eine Scheune voller Pferde- und Kaninchenställe stand.
Ich bewunderte die Schönheit eines rotblonden Kaninchens, das sich in dem weich gepolsterten Heubett sehr behaglich zu fühlen schien. Zuerst dachte ich, die Kaninchen seien Haustiere, doch an der Vielzahl der Ställe und der Unterbringung im Stall wurde mir klar, dass es sich um Schlachtkaninchen handeln musste. Bei der Vorstellung, dass diese herrlichen Tiere zum Fleischverzehr der Menschen getötet werden sollten, wurde mir ganz mulmig. So beschloss ich, das Kaninchen vor mir darüber zu befragen.
Es sah mich an und sagte sehr direkt: »Ich habe hier ein gutes Leben. Ich bin in guter Gesellschaft der anderen Kaninchen, der Pferde, Vögel, Kühe, Menschen und der Tiere, die die Scheune aufsuchen. Ich werde gut gefüttert und bekomme immer frisches Heu für mein Lager. Die Sonne scheint auf mich herunter und ich kann über die Felder auf die Kühe und den Himmel schauen. Ich bin meinen wilden Kaninchenverwandten verbunden und fühle mit, wie hart ihr Leben im Vergleich zu meinem ist. Sie müssen ständig auf der Hut vor wilden Tieren sein, die sie als Beute jagen. Ich bin zufrieden mit meinem Leben und werde bis zum Tod gut behandelt.«
Ich fragte das Kaninchen, was es davon hielt, von Menschen aufgegessen zu werden. Seine Antwort überraschte mich. Es sagte: »Wir alle werden aufgegessen. Die Pferde hier, die Kühe, sogar du. Jeder wird gefressen.«
Verwirrt fragte ich es: »Aber mein Körper wird von niemandem aufgefressen. Ich werde nicht wie du und die anderen Tiere hier geschlachtet.«
Daraufhin antwortete es: »Oh ja, auch du. Jeder wird gefressen. Das einzig Wichtige ist, dass man sein Leben bis zum Tod genießt.«
Da wurde mir klar, was es meinte. Am Ende sind alle Körper Nahrung für andere Lebensformen in dem riesigen Recycling-Zentrum der Erde. Wir alle sind Teil des Lebensnetzes, das Tod und Verwesung mit einschließt. Unsere Körper kehren auf die Erde zurück. Mein Körper wird entweder von Würmern und anderen kleinen Kreaturen gefressen, verwest in der Erde oder wird zu Asche verbrannt, die von anderen weiterverarbeitet wird. Keiner von uns ist davon ausgeschlossen, gefressen oder durch andere Körper in andere Lebensformen wieder verwertet zu werden. Was das weise Kaninchen mir beibrachte, war:
»Wichtig ist, das Leben bis zum Tod zu genießen.«
2 Menschlicher Einfluss und Sterbeprozess
Die Liebe eines Tieres ermöglicht es uns, uns zu entfalten, zu öffnen, unsere Abwehr aufzugeben und uns zu entblößen - nicht nur körperlich, sondern auch seelisch und spirituell. Einem Tier gegenüber zeigen wir uns, wie wir wirklich sind, statt uns hinter unserer Persönlichkeit, Kultur, Beruf, Kleidung oder Make-up zu verstecken. Tiere lernen uns so kennen, wie uns kein anderer kennt - unsere innerste Freude, Wutausbrüche, in tiefster Verzweiflung, Krankheit und Gesundheit. Gleichzeitig schenkt ihre ruhige und ständige Gegenwart uns eine beharrliche Liebe, die man sonst kaum auf Erden findet. Unsere Tierbegleiter sehen durch uns hindurch bis ins Innerste unserer Seele und ermöglichen das Entfalten eines heiligen Vertrauens. Wenn es so etwas wie einen Seelengefährten gibt, dann ist er sicher ein Tier.
Sharon Callahan, Tierkommunikatorin
Alter
Nichtmenschliche Tiere akzeptieren das Altern, Sterben und den Tod im Allgemeinen mehr als der Großteil der Menschen unserer westlichen Gesellschaft. Die meisten Tiere, denen ich begegnet bin, machen sich keine Gedanken darüber, wie alt sie sind. Sie geben ihr Alter ohne Zögern damit an, wie jung sie sich fühlen oder wie alt ihr Körper ist. Die meisten Tiere genießen auf natürliche Weise ihr Leben, bis die Zeit gekommen ist, die Erde zu verlassen. Wenn die Menschen jedoch negative Gefühle über das Altern vermittelt haben, kann es passieren, dass die Tiere in ihrem Umfeld ein bestimmtes Alter fürchten.
Boogie, eine fitte 18-jährige Katze ohne körperliche Probleme, wurde plötzlich sehr krank. Wie sich herausstellte, hatten mehrere Menschen ein großes Tamtam um ihr Alter gemacht und ihr Erstaunen darüber ausgedrückt, dass Boogie überhaupt noch am Leben war. Bis dahin hatte die Katze sich wohl gefühlt. Als ich Boogie wegen ihrer Sorgen darüber, dass sie eigentlich schon tot sein müsste, beriet, war sie erleichtert und fing an, sich wieder zu erholen. Ich riet ihrer Besitzerin, zukünftig den meisten Leuten Boogies Alter zu verschweigen. Boogie wurde 22 Jahre alt.
Menschliche Gefühle
Die emotionalen Bindungen eines Menschen können einen Tierkameraden dazu bringen, sich an eine quälende Existenz zu klammern, statt sich friedlich auf seinen Übergang vorzubereiten. In einer Situation panischer Emotionen oder plötzlicher unangenehmer Veränderung zu sterben, kann für Tiere verwirrend und traumatisch sein und ihren Übergang in das spirituelle Reich erschweren. Manchmal beschließen Tiere auch, in Abwesenheit ihrer Menschen zu gehen, um ihren Besitzern Leid zu ersparen und friedlich Abschied zu nehmen.
Ein schottischer Terrier namens Angus wurde langsam alt. Er wusste, dass sein Körper am Absterben war. Sein Frauchen rief mich an, als er krank wurde und der Hund sagte mir, dass er keinen großen Aufwand wünsche, wenn seine Zeit gekommen sei. Angus wurde mit einem sehr hohen Fieber von 40 Grad zum Tierarzt gebracht. Der Tierarzt tat, was er konnte und verabreichte ihm Antibiotika. Wie er sagte, konnte er nichts weiter tun, falls das Fieber nicht verschwand. Als Angus’ Frauchen mich wieder anrief, hob der Hund den Kopf, während sie mit mir telefonierte. Dieses Mal war sein Wunsch sehr deutlich. Er wollte keinen hinausgezögerten Tod, da das für sein Frauchen und für ihn selbst emotional zu schmerzhaft sein würde. Er wollte seinem Frauchen übermitteln, wie sehr er sie lieb hatte und dass er auch nach seinem Tod bei ihr bleiben und sie führen würde, bis seine Zeit für etwas anderes gekommen sei. Sein Frauchen wollte wissen, ob Angus eingeschläfert werden sollte. Angus sagte mir, er würde sowieso bald gehen und es würde ihm nichts ausmachen, wenn der Tierarzt nachhalf.
Um sich in das hineinzufühlen, was Ihr Tierkamerad Ihnen mitteilen will, müssen Sie sich entspannen und Ihre eigenen Gedanken und Gefühle möglichst ruhig stellen. Auch ist es wichtig, dafür zu sorgen, dass Sie nicht abgelenkt werden. Wir alle stehen unseren tierischen Freunden nahe und können spüren, was sie fühlen, auch wenn uns das niemand beigebracht hat. Natürlich kann es schwierig sein, sich zu öffnen und zuzuhören, wenn wir um ein totes Tier trauern. Doch wie die meisten Menschen mir bestätigen, verstehen sie - zumindest teilweise - die Mitteilungen, die ich von ihren Tieren erhalte. Es klingt für sie nach dem, was sie durch die Nähe zu ihrem Tier schon kennen und durch die gedankliche Kommunikation des Tiers schon früher empfangen haben. Indem wir für die Tierkommunikation offen werden und sie als real anerkennen, können wir sie noch weiterentwickeln. Wenn es um Leben und Tod geht, ist es von unschätzbarem Wert, sich mit seinem Tierkameraden austauschen zu können.
Elizabeth Severino berichtet, wie der 21-jährige Beagle Sleepy seinem Herrchen die Qualen, bei seinem Tod dabei zu sein, erspart hat:
Sleepy hatte sein ganzes Leben bei seinem Herrchen Fred verbracht. Er war meistens draußen. Fred hatte eine wunderschöne Hundehütte für ihn gebaut, die sogar gut isoliert war und ein Ziegeldach hatte. Sleepy war ein sehr glücklicher Hund.
Sleepy wusste jedoch, dass sein Übergang für Fred sehr schwer werden würde. Während Fred für längere Zeit auf Geschäftsreise war, kroch Sleepy durch den Zaun des Gartens, was er schon seit Jahren nicht mehr gemacht hatte. Er wurde von einem Jungen aus der Nachbarschaft ins Haus gelockt und dort versteckt. Der Junge hatte eine seltene ansteckende Krankheit und stand unter Quarantäne.
Irgendwann merkte die Mutter des Jungen, dass Sleepy im Zimmer ihres Sohnes versteckt war und brachte ihn zurück. Doch es war zu spät für den Beagle. Er hatte sich bei dem Jungen angesteckt. Seine inneren Organe konnten sich gegen die Infektion und den Abbau der Widerstandskräfte nicht wehren. Er wurde vom Tierarzt eingeschläfert.
Als ich nach Freds Rückkehr mit Sleepys Seele Verbindung aufnahm, war seine Erklärung recht eindeutig. Er hatte das Ereignis selbst ausgelöst, um Fred das Leid zu ersparen, ihm beim Sterben zusehen zu müssen. Sleepy hatte das Gefühl, dass Fred dies nicht ertragen hätte.
Vielleicht haben auch Sie schon einmal erlebt, dass ein tierischer Freund starb, während Sie nicht da waren. Das bedeutet nicht, dass Sie irgendetwas falsch gemacht haben. Tiere müssen sich auf ihren unmittelbar bevorstehenden Abschied konzentrieren. Sie brauchen die ganze Energie, die ihnen noch bleibt, um ihre körperliche Hülle und ihre energetischen Verbindungen zum Leben abzustreifen. Viele Tiere verbringen, lange bevor sie ihren Körper verlassen, immer mehr Zeit in der spirituellen Dimension. Dieser Prozess lockert ihre Bindungen zur Erde. Während des Sterbens wünschen sich die Tiere meist Ruhe und ein Gefühl der Gelassenheit der Menschen um sie herum. So können sie ihre Energien abziehen und ihrem Körper entschweben, möglichst ohne sich und ihre Menschen zu traumatisieren. Häufig demonstrieren die anderen tierischen Familienmitglieder eine stille Wachsamkeit und Hochachtung für das Tier, das Abschied nimmt.
Die Dauer der Reise
Manchmal haben Tiere einen langen Weg bis zum Tod vor sich, der Monate oder sogar Jahre dauern kann. Sie gehen allmählich, während ihre körperlichen Sinne abnehmen. Es kann geschehen, dass sie immer mehr Zeit außerhalb ihres Körpers im spirituellen Reich verbringen. Ihre Verbindung zur Erde und ihrem Körper wird brüchiger und sie werden schwächer, verwirrter und zeigen ein anderes Verhalten als ihr früheres vitales Selbst. Wie ich selbst erlebt habe, wurden manche Tiere sehr still, während einige Katzen und Hunde anfingen, mehr Laute von sich zu geben als früher. Manchmal kommunizieren sie, dass der Zweck dieses Lebens mit ihrem Menschen vollbracht ist oder dass sie müde sind, dass ihnen klar ist, dass ihr Körper nachlässt und sie loslassen wollen. Manchmal begeben Tiere sich auch auf eine Berg- und Talfahrt auf den Tod zu und erholen sich plötzlich wie durch ein Wunder.
Die Menschen wollen oft wissen, wann ein Tier sterben wird und ob es leidet und Sterbehilfe vom Tierarzt braucht. Sie fragen, woran sie erkennen werden, was das Beste für das Tier ist. Wenn man mit Tieren spricht und herausfindet, was mit ihnen los ist - dies kann sich schlagartig ändern - so hilft das, den Sterbevorgang für alle Beteiligten zu erleichtern. Man kann nicht unbedingt den genauen Todeszeitpunkt vorhersagen, aber man kann einiges über die jeweiligen Gefühle und den Zustand des Tiergefährten herausfinden.
Manchmal haben Tiere ein deutliches Gespür dafür, wann sie gehen werden und teilen es eindeutig mit. Meine Afghanenhündin Rana, die Symptome des Verfalls zeigte, half mir, mich darauf vorzubereiten, indem sie mir ihren Tod in zwei Wochen mitteilte. Wie sie mir sagte, würde sie keine tierärztliche Sterbehilfe brauchen, sondern von allein hinübergehen. Sie wurde immer schwächer und verlor jeden Tag etwas mehr Kraft beim Aufstehen und ins Freie gehen. Eines Tages schaffte sie es gar nicht mehr, sich zu erheben. Während ich sie behutsam versorgte, konnte ich sehen, wie ihre Lebenskräfte versiegten. In den letzten drei Tagen ihres Lebens wollte sie nichts mehr fressen. An ihrem letzten Tag auf dieser Welt trank sie auch nichts mehr. Genau zwei Wochen nach dem Tag, den sie mir für ihren Übergang genannt hatte, verließ sie ihren irdischen Körper. Während sie sich davon löste, hatte ihr Körper Krämpfe. Das war für mich sehr schwer zu ertragen. Es war vier Uhr morgens und ich war fest entschlossen, den Tierarzt anzurufen und um Hilfe zu bitten, sobald er in seiner Praxis erreichbar war. Doch Rana ging kurz nachdem die Krämpfe begannen - in Frieden und mit Würde, so wie sie es gewollt hatte.
* * *
Eine Klientin rief die Tierkommunikatorin Barbara Janelle an und fragte sie, ob sie ihren zwölf Jahre alten Hund operieren lassen sollte, um einen gutartigen Tumor am Hals zu entfernen:
Ich hatte das Gefühl, dass der Hund zu alt dafür war, doch als ich ihn fragte, antwortete er: »Ich werde ohne die Operation noch ein Jahr leben. Aber mit der Operation werde ich mein letztes Jahr viel angenehmer erleben.«
Ich gab die Information an die Klientin weiter. Sie entschloss sich zu der Operation. Der Hund lebte noch ein Jahr, ohne Beschwerden zu haben.
Nicht alle Tiere, die sich offensichtlich im Sterbeprozess befinden, äußern sich so deutlich über den Zeitpunkt ihres Todes. Durch Gespräche über emotionale Probleme und Traumata in Verbindung mit ihrer Krankheit oder Verletzung und durch die Anwendung heilender Körperbehandlungen können Tiere sich oft wieder dramatisch erholen.
Menschliche Einstellungen und Behandlungsmethoden
Haustiere oder wilde Tiere in Gefangenschaft sind verwirrt oder entwickeln Angst davor, was ihnen in menschlicher Umgebung zustoßen könnte. Manche greifen die Angst ihres Halters vor dem Tod auf und andere können sich wegen des Leids, das ihr Tod bei ihren Menschen auslöst, vor dem Sterben fürchten. Sie fühlen sich verpflichtet, ihren Besitzern zuliebe so lange wie möglich zu leben. Viele Haustiere entschließen sich ganz bewusst zur Wiedergeburt, um mit ihren Menschen zusammen zu sein und ihnen ihre Hilfe, Unterstützung, Liebe und Führung zu gewähren. Oft gleichen sie ihre Verhaltensweisen, Denkweisen und Gefühlszustände ihren Besitzern an. Unabhängig von der Spezies tendieren wir geselligen Wesen dazu, uns einander unbewusst oder aus dem Wunsch nach Nähe und Anpassung an unsere Familie oder Partner anzugleichen.
Doch Tierkameraden sind nicht nur der verlängerte Arm ihrer Besitzer, die das nachahmen, was sie bei den Menschen wahrnehmen. Sie haben auch ihren eigenen Kopf, ihre eigenen Vorstellungen darüber, wer sie sind, weshalb sie hier sind und was der Sinn ihres Lebens ist. Sie können ihre eigenen Entscheidungen treffen und tun es auch innerhalb der Grenzen ihrer häuslichen Situation. Doch wie alle Familienmitglieder können auch Tiere viele Krankheiten und emotionale Zustände übernehmen. Entweder versuchen sie bewusst oder unbewusst, ihren Menschen zu helfen oder zu heilen - oder sie übernehmen die Energiemuster, von denen sie umgeben und bombardiert werden, da sie mehr oder weniger von Menschen abhängig sind.
Wenn man ein Tier mit Achtung und als gleichberechtigtes Wesen behandelt, fördert das ihr Selbstvertrauen und ihre Lebensfreude. Durch eine liebevolle und respektvolle Fürsorge können selbst verunsicherte oder misshandelte Tiere ihr natürliches, gesundes Selbst wieder entwickeln.
Was hat das mit Sterben zu tun? Ein Tier, das zu abhängig von seinem Menschen geworden ist, nähert sich womöglich auf eine sehr unnatürliche Weise dem Tod. Es kann das Gefühl entwickeln, seinem Menschen wehzutun, wenn es stirbt. Statt würdevoll und friedlich mit dem Verständnis und der Erlaubnis seines Menschen zu sterben, könnte es glauben, jede nur erdenkliche medizinische Behandlung über sich ergehen lassen zu müssen und trotz starker Leiden und Behinderungen am Leben festhalten zu müssen. Im Gegensatz dazu wissen andere Tiere genau, wenn sie keine weiteren Operationen oder sonstige Behandlungsmethoden mehr wollen. Hier kann es vorkommen, dass sie sich psychisch oder physisch zurückziehen, wenn ihr Besitzer nicht auf sie und ihre Bedürfnisse hört.
Wenn das, was in Ihrem tierischen Begleiter vor sich geht, Sie verwirrt, dann beenden Sie das, was Sie gerade tun. Setzen Sie sich still hin und nehmen Sie die Verbundenheit Ihrer Füße zur Erde wahr. Geben Sie sich die Zeit, so lange tief durchzuatmen, bis Ihre Gefühle und Sorgen um Ihr Tier abebben. Konzentrieren Sie sich weiterhin auf das Atmen und lassen Sie geistige und emotionale Ablenkungen los, bis Sie wieder konzentrierter und klarer bei Ihrem Tierkameraden sein können.
Spüren Sie Ihre Verbundenheit zum Tier durch Ihre Füße auf dem Boden. Erlauben Sie sich, im Kopf und im Herzen einen offenen Raum zu finden, in dem Sie das empfangen können, was neben Ihren eigenen Sorgen um das Tier in ihm selbst vorgeht. Vielleicht können Sie die Gefühle und Wünsche des Tiers erhalten. Gestatten Sie sich auch, Ihre eigenen Emotionen und Reaktionen zu fühlen und zu respektieren. Wenn Sie die Gefühle des Tiers und Ihre eigenen Emotionen spüren und honorieren, können Sie leichter entscheiden, wie Sie am besten vorgehen.
Wege, mit dem Tod eines Tieres umzugehen
Es gibt kein Rezept, wie man stirbt. Jeder Fall ist einzigartig. Manche Übergänge, die qualvoll aussehen, haben einen tieferen Sinn, und die betroffenen Wesen entwickeln sich während des Prozesses enorm weiter. Ich möchte Ihnen ein paar Beispiele verschiedener Methoden geben, wie Klienten mit dem Tod ihres Tieres umgegangen sind - auch aus der Sicht der Tiere. Außer bei meiner eigenen Tierfamilie oder bei Fällen, für die ich die Erlaubnis erhalten habe, habe ich die Namen geändert, um die Privatsphäre der Betroffenen zu wahren.
Joan rief wegen ihrer 14 Jahre alten Colliehündin Frieda an, die Arthritis hatte. Joan hatte das Gefühl, die Hündin hätte starke Schmerzen und sollte eingeschläfert werden. Frieda machte mir jedoch klar, dass sie zwar steife Glieder und Schwierigkeiten beim Gehen habe, doch dass sie keine unerträglichen Schmerzen erleide und noch nicht bereit sei zu gehen. Wie sie spürte, war ihr Leben noch nicht zu Ende und sie brauchte noch ein paar Monate mit ihren Menschen. Ihre Schmerzen seien nicht so stark wie ihr Frauchen dachte. Frieda teilte mir mit, dass sie Joan ein Zeichen geben würde, wenn sie das Gefühl habe, ihre Zeit sei gekommen. Sie würde es Joan wissen lassen, indem sie sie ansehen und von ihr Abschied nehmen würde. Für die Zwischenzeit empfahl ich Akupunktur zur Milderung der Schmerzen.
Monate später hatte Frieda den Punkt erreicht, an dem sie sich nicht mehr von alleine bewegen konnte. Sie blickte auf und Joan wusste, dass die Zeit für den Tierarzt gekommen sei, der Hündin beim Sterben zu helfen. Alle waren vorbereitet und Frieda erlebte einen friedlichen Abschied von der physischen Ebene.
Wie Joan können auch Sie mit Ihren Tierkameraden wegen des Todeszeitpunkts in Verbindung bleiben. In der Lage zu sein, den richtigen Zeitpunkt zu kennen, an dem sie bereit sind loszulassen, wird auch Ihnen helfen, sich (seelisch) darauf vorzubereiten.
* * *
Mary hatte zwei Jagdhunde, Vater und Tochter, die Joey und Lily getauft waren. Joey entwickelte Symptome von Rückenschmerzen und Nervenleiden. Vor allem auf Spaziergängen schrie er vor Schmerzen und biss sich ins Hinterteil. Tierärztliche Behandlung, Akupunktur, Kräuter und homöopathische Mittel sowie Therapie und spirituelles Heilen konnten die Beschwerden etwas lindern. Dennoch wurde es eine Achterbahnfahrt bis zu seinem Tod, der sich lange hinstreckte und für sein Frauchen emotional sehr quälend war.
Ungefähr ein Jahr nach Joeys Tod begann Lily, ähnliche Symptome zu entwickeln. Als auch der Tierarzt nicht mehr helfen konnte, wurde ich konsultiert, um herauszufinden, was mit ihr los sei und was dagegen getan werden konnte. Die Hündin biss nicht nur sich selber, sondern attackierte und verletzte auch ihre Katzengefährtin, mit der sie bisher freundschaftlich umgegangen war. Mary wusste nicht mehr, was sie machen sollte.
Als ich mit Lily Verbindung aufnahm, waren ihre Schmerzen so unerträglich, dass ich die Verbindung zu ihr kaum aushielt. Ihr Frauchen hatte große Probleme, dies zu akzeptieren. Ich versuchte, Mary so schonend wie möglich beizubringen, was Lily mir offenbart hatte. Ich empfahl der Besitzerin, erneut den Tierarzt aufzusuchen, um die Schmerzen der Hündin zu lindern.
Mary hatte große Schwierigkeiten damit, ihre Hunde einschläfern zu lassen, auch wenn ihr klar war, dass das Leid der Tiere groß und ihre Lebensqualität gering war. Ich bemühte mich, sie dahin zu bringen, den Tod als Teil des Lebens anzunehmen und ihr zu vermitteln, dass es richtig war, Lily in ihre nächste Phase der Existenz zu schicken, wenn ihre Schmerzen nicht gemildert werden konnten. Ich warnte Mary auch davor, dass Lily nicht nur die Katze, sondern auch Menschen angreifen könnte. Die Besitzerin fragte mich immer wieder, ob ich sicher sei, dass Lily wirklich unter so starken Schmerzen leide. Sie brachte vor, dass Lily immer noch mit dem Schwanz wedelte und mit ihr schmuste, wenn sie nicht gerade vor Schmerzen jaulte.
Lily war so durcheinander, dass sie nicht wusste, was sie wollte oder tat. Sie wollte nicht leiden. Der Tod an sich war zwar nichts Beängstigendes für sie, doch sie richtete sich in allem, was sie tat und spürte, nach ihrem Frauchen. Ich weiß nicht, was aus Lily geworden ist. Ihre Besitzerin schrieb mir, sie hätte mich besser nie anrufen sollen. Es war traurig, mit anzusehen, wie die Angst vor dem Tod und die Unfähigkeit der Besitzerin, den Tatsachen ins Auge zu sehen, so viel Schmerz und Leid hervorrufen konnte.
* * *
Karen hatte eine alternde Katze namens Paprika, die langsam an Nierenversagen starb. Obwohl Karen viele Arten von Tiergefährten hatte, war Paprika ihr besonders ans Herz gewachsen und sie konnte den Gedanken an den Tod der Katze nicht ertragen. Durch tierärztliche Behandlung und subkutane Flüssigkeiten, die Karen ihr verabreichte, schaffte Paprika es, noch monatelang durchzuhalten. Manchmal hatte sie genügend Energie und manchmal fühlte sie sich erschöpft, doch ohne starke Schmerzen.
Karen blieb mit mir in Verbindung und berichtete mir, wie es Paprika körperlich, emotional und spirituell ging. Paprika war bereit, die tierärztliche Behandlung über sich ergehen zu lassen, die sie am Leben erhielt und wollte während ihres Sterbeprozesses Karen nahe sein.
In den Monaten, in denen Karen Paprika pflegte und ihre Kommunikation vertiefte, fiel es ihr immer leichter, ihre Katze loszulassen. Ihr wurde auch klar, dass der Tod kein schrecklicher und zerstörerischer Vorgang sein muss. Paprika wurde immer liebevoller und geduldiger; sie brachte Karen den Tod und ihre eigene spirituelle Natur nahe. Als Paprika schließlich sanft ihrem Körper entschlüpfte, waren sie und Karen dazu bereit. Beide hatten durch den Sterbeprozess eine Menge dazugelernt. Karen spürte Paprikas spirituelle Gegenwart nach ihrem Tod und die Verbindung zu der Katze erleichterte ihr den physischen Verlust.
Sie können sich und Ihrem Tier helfen, indem Sie sich auf seine und Ihre eigene spirituelle Natur und Verbundenheit konzentrieren und eine liebevolle Freude über Ihr gemeinsames Leben und Ihre Verbundenheit über die körperliche Form hinaus entwickeln.
* * *
Suzanne hatte einen sehr schmerzhaften Prozess durchgemacht, während sie versucht hatte, ihren Dobermann Trader trotz seiner Herz- und Nierenschäden am Leben zu erhalten. Voller Verzweiflung hatte sie unzählige Medikamente und Behandlungsmethoden ausprobiert, während Trader starke psychische und körperliche Leiden auf sich nahm. Beide spiegelten die Verlustangst des anderen wieder und beide litten extrem während des Sterbevorgangs.
Glücklicherweise lernte Suzanne aus der qualvollen Erfahrung mit Traders Tod. Als ihr Kater Peanut Krebs bekam, beschloss Suzanne, keine Entscheidungen für ihn zu treffen oder ihn zum Weiterleben zu zwingen. Sie sagte ihrem Kater, er sei frei zu gehen, wann immer und wie immer er es wolle, und sie bot ihm sanfte Heilbehandlungen an, wann immer er das wünschte. Peanut blieb ohne extreme medizinische Behandlung noch über ein Jahr lang glücklich und lebhaft.
Heute ist Suzanne ihren tierischen Freunden dankbar dafür, dass sie ihr Leben bereichert haben. Sie versteht, dass die Tiere auch die Freiheit haben zu gehen. Diese neue Einstellung hat ihre Beziehung zu Tieren bereichert.
Die Bereitschaft loszulassen
So vieles davon, wie der Sterbeprozess sich für die Betroffenen gestaltet, hängt von der Bereitschaft ab, diese Welt zu verlassen. Während der Ebbe und Flut der Lebensenergie, die ihre Krankheit oder der Sterbeprozess mit sich bringen, schätzen Tiere es, wenn man ihnen zuhört und sie ehrt. Dies tröstet sie und macht es ihnen leichter, entweder weiterzuleben oder friedlich zu sterben.
Joanna Seere erzählt von ihrer Erfahrung mit Phyo, einem bemerkenswerten Kater, der ihr die Kunst des Loslassens, des Annehmens und der Würde beibrachte, während er Joanna gestattete, ihm auf seiner letzten Reise nach Hause zur Seite zu stehen:
Phyo (»Fio« ausgesprochen) kam durch seine Besitzerin Mandy zu mir. Mandy ist eine einfühlsame und fürsorgliche Therapeutin, die mit ihrem Mann, ihrem zweijährigen Sohn und Phyos Bruder Roo zusammenlebt. Phyo und Roo waren zwölf Jahre zuvor in einer Mülltonne in New York City »entsorgt« worden, aus der man sie gerettet hatte. In ihrem Leben mit Mandy blühten die beiden Kater zu zärtlichen Familienmitgliedern auf, doch gewisse Aspekte ihres frühen Traumas wurden sie nicht mehr los.
Als Mandy mich anrief, war bei Phyo ein äußerst aggressives Zellkarzinom in der Nasenhöhle entdeckt worden. Seine Überlebenschancen waren sehr gering.
Mandy war wichtig, Phyo und seinen Wünschen sowie ihren eigenen Gefühlen und Entscheidungen gerecht zu werden. In unseren Gesprächen mit Phyo wurde klar, dass er nicht bereit war zu sterben. Wie er außerdem sehr deutlich machte, wollte er keine aggressive Behandlung, bei der er festgehalten oder zu etwas gezwungen würde. Mandy war entschlossen, Phyos Wünschen für die Zeit, die ihm auf der Erde verblieb, gerecht zu werden. Er sollte auf keinen Fall leiden. Und sie wollte sichergehen, dass sie wissen würde, wenn er Sterbehilfe bräuchte.
Was sich mir während unserer Sitzungen zeigte, war der Prozess des Loslassens, der sich in Phyo entfaltete, als er die Reste des Traumas aus seiner Kindheit und der Orte in seinem Leben losließ, an denen er nicht frei gewesen war. Mandy berichtete mir, dass Phyo glücklicher als je zuvor wirke. Eine Last fiel von ihm und er war fröhlicher und mehr im Gleichgewicht. Je mehr ich mit ihm arbeitete, desto ekstatischer wurde er. Seine Energie zeigte sich mir immer goldener. Er strahlte und wirkte fast durchsichtig.
Mandy konnte einen schönen goldenen Schimmer um Phyo erkennen. Auch wurde er noch verschmuster und bat um innigeren Körperkontakt zu Mandy. Er nahm an Gewicht ab und Mandy konnte den Tumor erkennen, der anfing, gegen seine Augenhöhle zu drücken und seine Gesichtszüge zu entstellen. Und trotzdem war Phyo glücklich, liebevoll und zufrieden.
Obwohl der Kater mit einer Krebsart lebte, die dafür bekannt ist, dass sie schnell wächst, stark entstellt und außerordentlich schmerzhaft ist, spürte Phyo keine Schmerzen, sondern nur unterschiedliche Wahrnehmungen an seinem Körper. Er schien einen Zustand der Würde zu erreichen, in dem er der Vergangenheit vergab, seine Situation annahm und im herrlichen Jetzt lebte. Seine Gegenwart erinnerte mich an Bilder von Buddha, als er Samadhi erreicht hatte - golden, schimmernd und fröhlich akzeptierend und im Jetzt lebend.
Mandy ließ mit Phyo los und ließ den Prozess des Lebens von Augenblick zu Augenblick einfach zu. Phyo lebte länger, als der Tierarzt vorausgesagt hatte.
Eines Tages bemerkte Mandy, dass Phyo nichts gefressen hatte. Er ging zu seinem Lieblingsplätzchen hinter der Stereokonsole und ließ sich nicht mehr blicken. Mandy wusste nicht, was sie tun sollte, und rief mich an. Sie fragte mich, ob er noch lebte oder schon gestorben war. Als ich mit Phyo in Verbindung trat, war er so lebendig in seiner spirituellen Essenz, dass er nicht sicher war, ob er noch in seinem irdischen Körper steckte oder nicht. Ich konnte spüren, dass er seinen Körper verlassen hatte. Doch der Übergang vom Körperlichen zum Spirituellen war so sanft gewesen, dass er ihn kaum mitbekommen hatte. Er hatte sich in beiden Welten so wohl gefühlt, dass der Übergang für ihn so einfach wurde wie Ausatmen.
Mandy und ich weinten und lachten. Phyo hatte uns auf bemerkenswerte Weise den Prozess des Lebens, Loslassens und Sterbens in Würde deutlich gemacht, indem er sich der Gegenwart des Göttlichen völlig hingab.
Seit seinem Übergang hat Phyo seinen Bruder Roo dabei unterstützt, sich an sein neues Leben als Erster Kater der Familie zu gewöhnen. Seine strahlende und sanfte Präsenz ist als führende Kraft im Leben von Roo, Mandy und ihren Kindern zu spüren.
Es kann auch passieren, dass Haustiere an ihren Menschen oder ihrem Körper und irdischen Leben hängen und auch dann nicht Abschied nehmen wollen, wenn sie starke Schmerzen haben und ihr Körper versagt. Liebevolles Verständnis, die Anwendung von Blumenessenzen oder homöopathischen Mitteln, die die Gefühle und Bindungen ins Gleichgewicht bringen, sowie spirituelles Heilen können einem Tier, das nicht loslassen will, während es deutlich unerträglich leidet, den Übergang erleichtern.
Dies habe ich bei meinem Afghanen Pasha erlebt, der um sein Leben kämpfte und beharrlich festhielt, als sein Tod bevorstand. Wir wandten Blumenessenzen, Heilenergie und Gebete an, um Pasha zu helfen, seinen Frieden zu finden. Als der Tierarzt die letzte Spritze ansetzte, verspürten wir alle große Erleichterung. Dankbar schwebte Pasha frei und klar wie ein Geist von uns.
Plötzlicher Tod
Tiere, deren Tod plötzlich und ohne ihre bewusste Entscheidung eintritt, sind manchmal verwirrt und wissen noch nicht einmal, dass sie »tot« sind. Eine Schäferhündin, die von einem Auto überfahren worden war und deren Körper neben einem Zaun landete, berichtete mir immer wieder, dass sie hinter einem Zaun stand und den Weg nach Hause nicht mehr fand. Durch Kommunikation und therapeutische Gespräche schaffte sie es, das Trauma ihres Unfalls abzustreifen. Daraufhin war sie in der Lage, die Vorstellung und Bilder, hinter einem Zaun zu stehen und den Heimweg zu suchen, loszulassen und sich voller Freude als Geist auf den Weg zu machen.
Eine Klientin von Barbara Janelle beschloss urplötzlich, ihr altes Pferd einschläfern zu lassen:
Dem Pferd wurde nichts davon gesagt und auch Ellen, die Eigentümerin der Pferdefarm, wusste nichts davon, bis der Tierarzt eintraf und ihr den Grund seines Kommens mitteilte. Er schläferte Joe vor der Scheune neben dem Basketballkorb ein.
Danach lief Ellens Hund Ruskie drei Tage lang auf dem Weg zur Scheune zum Basketballkorb, schaute hinauf und bellte. Dort oben hing Joe, der nicht wusste, wie ihm geschehen war. Ich sagte ihm, dass er jetzt nicht mehr in seinem Körper sei und mit Dankbarkeit der Menschen für all die Freude, die er in ihr Leben gebracht hatte, gehen konnte. Ruskie hörte sofort auf zu bellen und bellte auch später nie wieder den Basketballkorb an.
Gewöhnlich schaue ich bei Tieren, die überfahren wurden, nach, ob sie erfolgreich übergegangen sind oder immer noch in der Nähe ihres Körpers hängen und vielleicht Hilfe bei der Neuorientierung brauchen. Allein das plötzliche Trauma ihres Abschieds mit ihnen zu verarbeiten reicht meistens aus, um sie glücklich auf ihren Weg zu schicken. Manche von ihnen halten sich nicht lange im spirituellen Reich auf, sondern gehen wie durch eine Drehtür gleich weiter, um ihren Lebenssinn in derselben Tierform durch Wiedergeburt in ähnlicher Gestalt zu erfüllen.
Selbst die Tiere, die einen traumatischen oder verwirrenden Tod erleiden, finden ihr spirituelles Gleichgewicht gewöhnlich ohne Unterstützung durch menschliche Kommunikation und Beratung rasch wieder. Im Allgemeinen sind sie sich im Leben des Todes als Teil des Lebens und ihrer selbst als spirituelle Wesen, die den Tod überdauern, bewusst. Ein schneller und erwarteter Tod wie der durch ein wildes Raubtier wird normalerweise akzeptiert und bringt keine Verwirrung mit sich. Wilde Tiere und Haustiere, die sich bewusst entscheiden, auf eine bestimmte Art und Weise zu leben und zu sterben, und die spüren, dass ihr Lebenssinn erfüllt ist, erleben gewöhnlich einen recht glücklichen Übergang. Bei Haustieren ist es oft hilfreich, wenn die Menschen die Entscheidungen des Tieres verstehen und respektieren.
Der natürliche Abschied
Als Idealfall wünschen wir uns eine friedliche und liebevolle Umgebung für Geburt und Tod von Tieren. Die Erfahrungen von Leben zu Leben schließen für die meisten Wesen auf der Erde die ganze Tonleiter traumatischer Todesfälle mit ein - von Unfall, Mord, Krieg, Abschlachten und Misshandlungen bis hin zu Folter und Verhungern. Daher ist es ein wertvolles Geschenk, ein Lebewesen bei der Geburt, im Leben und beim Sterben zu ehren und so zu helfen, die Flut der Leiden in Frieden, Ruhe und liebevolle Pflege zu verwandeln.
Ein Körper ist auf das Überleben programmiert und wenn er beharrlich weiter Blut pumpen und Atem zirkulieren muss, kann das den Übergang der Seele trotz ihrer Entscheidung zu gehen, erschweren. Manchmal ist es für den tierischen Gefährten schmerzhafter oder unmöglich ins Licht zu gehen, wenn man ihn hält, ihm Energie zuflößt oder seinen Körper ständig bemuttert. Auch können die Emotionen des menschlichen Besitzers eine ablenkende Wirkung haben. Jeder Fall ist unterschiedlich. Manche Tiere wollen, dass man bei ihnen ist, sie tröstet und beim Abschiednehmen hält. Nicht selten sterben Tiere wie bei Menschen in dem Augenblick, in dem sie alleingelassen werden. Oft brauchen sie die Ruhe, um sich auf das spirituelle Reich zu konzentrieren und einen friedlichen Übergang zu haben.
Es ist ganz natürlich, gemeinsam mit dem Tier während des Sterbeweges stiller zu werden. Schaffen Sie für alle Beteiligten in diesem emotionalen Prozess, der schmerzhaft sein kann, so viel Komfort wie möglich. Nehmen Sie sich die Zeit, Ihre tiefen Gefühle und das Wachstum zu spüren, während Ihr Herz in diesem heiligen Übergang zerbricht und sich öffnet. Es ist ganz wichtig, Ihre eigenen Gefühle ernst zu nehmen, doch es ist genauso wichtig, sich psychisch zu reinigen oder sich Unterstützung zu holen, um die Gefühle und Wünsche des Tieres zu seinem Tod zu hören und zu honorieren.
Mein Freund, der Afghane Buddha Boy, verließ im November 2005 seinen Körper. Ein paar Tage vor seinem Tod bat er mich, mich noch ein letztes Mal neben ihn auszustrecken und ihn festzuhalten. Danach wollte er nur noch minimal berührt werden. In seinen letzten Tagen wünschte er sich Ruhe, keine Musik oder Ablenkung, und er wollte nur meine Nähe spüren. Ich ehrte diese zarte Zeit, indem ich Vasen mit Blumen aus dem Garten füllte und sie rundum Buddhas Sterbebett stellte. Ich zündete Kerzen an und errichtete einen besonderen Altar mit heiligen Gegenständen. Belinda, unsere Hündin, legte sich immer wieder respektvoll in Buddhas Nähe, um Totenwache zu halten.
Ich bin mit vielen tierischen Begleitern vieler verschiedener Tierarten beschenkt worden, die alle mein Leben bereichert haben. Die meisten von ihnen sind ohne tierärztliche Hilfe gegangen. Wenn eine Seele sich von ihrem Körper löst und das Organsystem zum Stillstand kommt, kann es sein, dass das Tier winselt oder stöhnt. Dies mag uns zwar beunruhigen, doch oft ist es Teil des Ablösungsprozesses. Während der endgültigen Loslösung der Seele oder kurz davor können auch Krämpfe auftreten und sich die Blase oder der Darm entleeren.
Buddha Boy hatte sich ausdrücklich gewünscht, ohne tierärztliche Sterbehilfe zu gehen. An seinem letzten Tag keuchte und winselte er immer wieder. Er konnte nicht mehr aufstehen und wollte auch nicht, dass ich ihm dabei helfe, hinauszugehen und dort sein Geschäft zu verrichten, wie er es in den Tagen davor allein geschafft hatte. Ich hatte ihm und mir schon versichert, dass es in Ordnung sei zu gehen. Ohne diese »Erlaubnis« halten Tiere manchmal am Leben fest und leiden sinnlos.
Während ich auf den letzten Schritten seines Lebensweges mit Buddha geistig in Verbindung blieb, spürte ich manchmal, dass es ihm widerstrebte, sein Leben loszulassen, ihm jedoch auch bewusst war, dass es kein Zurück gab. Sein Körper wurde ihm zur Last. An seinem letzten Tag fühlte ich, dass ich vielleicht doch den Tierarzt rufen müsste, wenn sein leidender Zustand sich verschlimmerte. Doch wie er mir versicherte, konnte er den Zusammenbruch seiner Organe und die Schmerzlevel von allein ertragen. Er sagte mir, wenn er am nächsten Tag noch nicht gegangen sei, könnte ich den Tierarzt holen.
Ich bat die Engel, Seelen meiner Vorfahren, die Große Mutter, das Göttliche in und um uns herum und all unsere Führer und Tierverwandten, die schon vorausgegangen waren, Buddha zu einem sanften Abschied zu verhelfen.
Wir hatten in den letzten Wochen schon sein Leben resümiert, hatten Missverständnisse verziehen und unsere gemeinsamen Erlebnisse gefeiert. Ich fühlte, dass Buddha in dieser Sterbephase den letzten Teil seiner Lebensmission erfüllte.
In seinen letzten Stunden blieb ich bei ihm, bis ich zu erschöpft war und mich auf meinem Bett in seiner Nähe ausruhte. Ich schlief ein, und als ich ein paar Stunden später erwachte, hatte er seinen Körper verlassen. Sein Gesicht wirkte friedlich. Zuerst tat es mir leid, dass ich im Augenblick seines Übergangs nicht wach gewesen war. Doch wie Buddha Boy mir sogleich versicherte, war es gut, dass ich seinen letzten Todeskampf nicht mit angesehen hatte. Nur er konnte diesen Teil seiner Reise antreten, und er war froh, mir die Krämpfe seines Körpers zu ersparen, die für die Ablösung notwendig gewesen waren. Ich spürte seine erweiterte Gegenwart und mein Herz war von tiefer Liebe erfüllt.
Bald nachdem sein Herz aufgehört hatte zu schlagen, spürte er seinen wahren Zustand und verstand die verschiedenen Phasen seiner Arbeit mit mir in seiner Lebenszeit. Ihm wurde auch bewusst, weshalb unsere gemeinsame Wegstrecke so und nicht anders gewesen war. Dieses Erkennen war für uns beide eine Erleuchtung und etwas sehr Heiliges. Er blieb in ständiger Verbindung mit mir und ich fühlte mich umhüllt von einer neuen Ebene der Liebe, die von ihm und allem Leben ausging. Diese Inspiration nahm mir fast die Sprache und es fehlen mir noch immer die Worte, genau auszudrücken, was in dieser Zeit alles geschah. Buddha Boy hatte zwölf Jahre mit mir verbracht und bei meiner Arbeit geholfen, und ich war ihm unendlich dankbar dafür.
An jenem Tag fühlte es sich richtig an, seinen Körper ruhen zu lassen. Ich machte sein Bett so sauber wie möglich, legte Blumen um seinen Körper und ließ Kerzen zu seinen Ehren brennen. Ich hatte schon damit begonnen, neben dem Grab seiner früheren Gefährtin, der Afghanen-Hündin Reya, die drei Jahre zuvor gestorben war, sein Grab auszuheben. Als der Tag sich neigte, spürte ich, dass der richtige Zeitpunkt gekommen war, seinen Körper zu seinem Grab zu tragen. Ich habe es mir angewöhnt, meine verstorbenen Tiergefährten auf eines meiner Kleidungsstücke und/oder eine Lieblingsdecke des Tieres zu betten. Also legte ich Buddhas Decke, die ihn in seinen letzten Lebenswochen gewärmt hatte, in das Grab und dazu eines meiner alten Lieblingssweat-shirts. Darauf bettete ich Buddhas Körper. Ich umgab und bedeckte ihn mit Blumen, Kristallen und schönen Steinen. Es schien mir noch nicht der richtige Zeitpunkt zu sein, seinen Körper völlig der Erde zu übergeben, und so bedeckte ich das Grab über Nacht mit einem Leinentuch. Den Rest der Beerdigungszeremonie führte ich am nächsten Morgen aus, indem ich noch mehr Blumen und seine Lieblingsleckerchen neben sein Gesicht legte, bevor ich seinen Körper mit Erde bedeckte und das Grab zuschaufelte.
In der geweihten Zeit kurz nach seinem Tod kamen frühere Tierfamilienmitglieder - die meisten begraben auf dem Stück Land, das wir alle einmal teilten und das „Schwebende Insel des Friedens“ genannt wird - zu einer Familienfeier. Wann immer ich im Garten spazieren ging und immer wenn ich an Buddhas Grab saß, begegnete ich den Seelen dieser lieben Freunde, die früher Katzen, Hunde, Hasen, Vögel, Hühner, Eidechsen, Ratten, ein Lama und Meerschweinchen gewesen waren. Es fühlte sich an wie ein Fest. Wir feierten die Vollendung einer gemeinsamen Lebensphase und den Anfang von etwas Neuem.
In der ersten Woche nach seinem Tod spürte ich Buddhas Gegenwart sehr intensiv und voller tiefer Liebe. Er wollte mich glücklich wissen und überschüttete mein Leben mit Segen für die Zukunft. Er trat mit vielen Leuten in Verbindung, die ihn gekannt hatten und teilte seine strahlende Entfaltung mit ihnen. Und ich spürte weiterhin eine Vertiefung unserer Verbindung und eine Liebe, die mit der Zeit immer stärker wurde.
Die Bestattung der irdischen Hülle
Die meisten Tiere, mit denen ich kommuniziert habe, hängen nach dem Tod nicht mehr an ihrem früheren Körper und machen sich wegen seiner Bestattung keine Sorgen. Manche von ihnen bitten jedoch darum, dass ihr Körper an einem bestimmten Ort oder auf eine bestimmte Weise begraben wird. Andere möchten, dass ihr Körper verbrannt wird und die Asche an einer bestimmten Stelle verstreut wird. Die meisten schauen bei der Zeremonie zu Ehren des Tieres, seines Lebens und Todes zu und genießen die Liebe und den Segen der Menschen. Die Trauerfeier hilft, allen Betroffenen ein Gefühl der Vollendung zu vermitteln, so dass Menschen und Nichtmenschen im irdischen oder spirituellen Reich vorwärts gehen können.
Eine Klientin schrieb über den Tod ihrer Dogge:
»Ich bin Ihnen so dankbar für Ihre hilfreiche Telefonberatung. Ungefähr drei Wochen später wachte ich mit dem absoluten Wissen auf, dass es Zeit war, ihm beim Übergang zu helfen. Ich hatte das Gefühl, auf der astralen Ebene mit ihm gesprochen zu haben. Daher machte ich einen Termin beim Tierarzt aus und sagte es ihm. Er verstand es und hatte in dieser Nacht große Angst, doch in seinen letzten drei Tagen war er ganz wie früher und tat alles, was er vor seiner Krankheit getan hatte. Das Wissen war ein so kostbares Geschenk für uns beide. Er schlief ganz friedlich ein und war glücklich und ekstatisch, von seinem alten Körper befreit zu sein. Er ist immer noch oft in meiner Nähe. Wir haben seine Knochen tief in einem Waldhain begraben und eine Rotbuche auf seinem Grab gepflanzt. Ich vermisse ihn sehr. Doch er ist so glücklich, dass meine Trauer nicht so stark ist, wie ich gedacht habe.«
Wesen, die hinübergegangen sind, fühlen sich im Allgemeinen ohne ihre körperliche Hülle frei und sorgen sich mehr darum, wie es ihrer Familie psychisch geht, als was mit ihrem alten Körper geschieht. Es kann sein, dass sie in der Nähe bleiben oder für eine gewisse Zeit zurückkehren, um sich zu vergewissern, dass mit ihren Lieben alles in Ordnung ist, dass sie Liebe und Segen schicken oder der Familie einen neuen Tiergefährten zuweisen. Manche werden auch wiedergeboren, wenn der richtige Zeitpunkt für sie gekommen ist. Mehr darüber später...
3 Loslassen und Sterbehilfe
Das Glück, sein Leben mit einem Tier zu teilen, kommt mit der garantierten Chance, die Schönheit des Sterbens mit ihm zu teilen, in welcher Gestalt auch immer. Mit dem Ende der irdischen Beziehung zu Ihren Tiergefährten bekommen Sie auch die Chance, Ihre telepathischen Fähigkeiten in der spirituellen Arena zu öffnen, zu erweitern und zu vertiefen, um mit den Tieren auf einer anderen Ebene zu kommunizieren, die Ihre Verbindung noch mehr bereichert.
Joan Fox, Tierkommunikatorin
Wann man es weiß
Es ist wichtig sich anzusehen, was Tiere über ihr eigenes Leben und den Sterbeprozess fühlen. Wenn sie um ihr Leben kämpfen, wieder gesund werden wollen und bereit sind, potenziell hilfreiche Behandlungen durchzustehen, dann ist das der richtige Weg. Manche Tiere, die sich nicht einmal mehr ohne menschliche Hilfe bewegen können, wollen trotzdem weiterleben und haben das Gefühl, für ihren Menschen nützlich zu sein. Die Inspiration, die Liebe und das innere Wachstum, die Tiere und ihre Menschen einander schenken, lassen sich nicht messen.
Es kann schwierig sein zu wissen, wann man die medizinische Behandlung beenden soll. Vielleicht weiß auch Ihr Tiergefährte es nicht. Oft wollen Tiere das tun, was Ihnen gut tut, selbst wenn das bedeutet, schmerzhafte oder nutzlose Behandlungen fortzusetzen. Mit der Hilfe der tierärztlichen Diagnose, Ihrer eigenen Intuition und direkter Kommunikation mit Ihrem Tier über seine Gefühle und Wünsche kann der Übergang zum Tod erleichtert werden. Auch wenn der Verlust der körperlichen Gegenwart des Tieres traurig ist und wir unseren Kummer honorieren und unsere Gefühle fließen lassen müssen, hilft die Verbindung zum Tier als spirituelles Wesen, den gesamten Vorgang in die richtige Perspektive zu setzen.
Auch wenn es Ihnen leicht fällt, Tiere zu verstehen, kann es schwierig sein zu wissen, ob und wann es richtig ist, ihnen durch Euthanasie beim Sterben zu helfen. Ihre Sehnsucht, das Tier am Leben zu erhalten, kann die klare Kommunikation blockieren.
Selbst wenn Tiergefährten darum bitten, ohne Sterbehilfe zu gehen, kann ihre Situation sich ändern. Wenn sie außergewöhnlich leiden, brauchen sie möglicherweise doch Unterstützung beim Loslassen ihres Körpers. Bitten Sie Ihr Tier darum, es Sie wissen zu lassen. Da Sie ihm sehr nahe stehen, können Sie seine Wünsche spüren oder seine Zeichen richtig interpretieren. Atmen Sie entspannt ein und aus, verbinden Sie sich mit der Erde und öffnen Sie Ihr Herz, um seine Wünsche zu empfangen und zu erfahren, was für alle Betroffenen wirklich das Beste ist. Dann werden Sie wissen, was zu tun ist.
Manche Tiere werden sagen, wenn sie merken, wie ihr Körper zerfällt: »Lass mich jetzt gehen, hilf mir dabei, bevor ich meine Würde verliere.« Wenn es offensichtlich ist, dass das Leben des Tieres nicht länger erhalten werden kann, ist es am besten, wenn Sie sich still mit Ihrem tierischen Freund hinsetzen, so gut Sie können zuhören, Frieden mit ihm schließen, das gemeinsame Leben noch einmal durchgehen und bereit sind, ihn loszulassen. Viele Tiere gehen dann ruhig und zufrieden. Trotz der Trauer über den körperlichen Verlust Ihres Tieres ist es möglich, seine Freude daran, dass es nach dem Tod des Körpers eine befreite Seele ist, zu erleben. Man kann lernen, die spirituelle Verbindung und Kommunikation mit den gestorbenen Freunden aufrechtzuerhalten. Dies hilft auch, den ganzen Vorgang aus der richtigen Perspektive zu sehen.
Elizabeth Severino erzählt von Bodie, einem 14-jährigen Hund, der genau wusste, was er wollte:
Bodie verlor allmählich seine Körperfunktionen. In unseren Sitzungen teilte er uns mit, dass seine inneren Organe langsam versagten und seine Hinterbeine immer unbeweglicher wurden. Wie er deutlich sagte, würde er seinem Menschen mehrere Zeichen geben: Er würde den Appetit verlieren; er würde die Kontrolle über Blase und Darm verlieren; er würde einen stöhnenden, sich stetig steigernden Laut von sich geben; seine Beine würden völlig versagen. Wie er uns mitteilte, würde zu diesem Zeitpunkt offensichtlich sein, dass er mehr »schlechte« Tage als »gute« Tage hätte. Wie er weiterhin sagte, sollte alles »Ermuntern und Vorantreiben« aufhören. Er erwartete, dass es drei bis vier Wochen dauern würde, bevor der Zerfall seines Körpers den Punkt erreicht hätte, an dem er Sterbehilfe wollte. Wie sein Mensch mir später mitteilte, wurden alle genannten Zeichen drei Wochen später auf den Tag genau deutlich.
Es ist ganz selbstverständlich, die beste medizinische Versorgung zu wählen, um die Gesundheit seines Tieres wiederherzustellen. Wenn Sie auch bereit sind, den Tod als einen natürlichen und sogar schönen Teil des Lebens anzuerkennen, wird es leichter für Ihr Tier, sich zu entspannen und entweder gesund zu werden oder sich friedlich zu verabschieden. Nehmen Sie die Gefühle so, wie sie aufkommen, doch bürden Sie Ihrem tierischen Freund nicht die Last Ihrer Gefühle auf, indem Sie ihn bitten, am Leben festzuhalten. Hören Sie Ihrem Tiergefährten zu und bleiben Sie mit seiner spirituellen Natur in Kontakt. Verstehen Sie seine Standpunkte und lassen Sie den Tod wie das Leben einen Wachstumsprozess sein.
Lektionen im Loslassen
Zu lernen loszulassen und sich dem Fluss von Leben und Tod hinzugeben ist ein ständiger Prozess, den wir während unserer Zeit auf der Erde auf verschiedene Weise immer wieder erleben.
Eine Frau musste ihren vermissten Hund erst als tot anerkennen und loslassen, bevor sie es ihm ermöglichen konnte, lebendig in ihr Leben zurückzukehren. Die Tierkommunikatorin Karen Anderson erzählt, wie sie versuchte, einer Frau bei der Suche nach ihrem Hund Shadow zu helfen, der weggelaufen war:
Ich nahm telepathische Verbindung zu der Hündin auf. Wie Shadow mir sagte, war sie noch am Leben; sie hatte nur große Angst und wusste nicht, wo sie war. Shadow berichtete, dass sie in Richtung Süden gelaufen war und sogar die Chance gehabt habe, sich fremden Menschen zu nähern, doch die Angst hielt sie davon ab. Sie schickte mir ein Bild, in dem sie in der Nähe eines alten Lastwagens neben einem Zaun und einem Feld kauerte.
Ihr Frauchen befand sich auf einer emotionalen Berg- und Talfahrt. Sie hängte überall für Shadow Suchzettel auf und ging in ihrer ländlichen Gegend von Tür zu Tür, um mit jedem zu reden, der bereit war, ihr zuzuhören. Sie fuhr in die nächste Stadt und hängte in allen Supermärkten und Einkaufszentren Zettel auf. Sie rief mich in der Woche darauf öfter an, um zu sehen, ob ich irgendwelche neuen Hinweise von Shadow erhalten habe. Jeden Tag fuhr sie die Landstraßen ab und rief immer wieder Shadows Namen. Doch niemand hatte ihren Hund gesehen.
Dann kontaktierte die Frau eine Hellseherin und fragte sie, ob Shadow noch am Leben sei. Die Hellseherin sagte ihr, nein, ihr Hund sei vor mehreren Tagen gestorben. Weiterhin erzählte die Hellseherin ihr, dass die »Shadow«, mit der ich in telepathischer Verbindung stand, Shadows Seele sei, die sich jetzt jünger und glücklicher fühle und das Leben im Jenseits genoss. Shadows Frauchen rief mich unter Tränen an und sagte mir, sie wüsste jetzt, dass ihr Hund tot sei. Sie dankte mir und sagte, sie würde sich in einer stillen Feier zu Hause von Shadow verabschieden. Emotional erschöpft nahm sie die Tatsache hin, dass Shadow tot war.
Wenige Tage später trat Shadow mit mir in Verbindung und sagte mir, dass ihr Frauchen lernen musste, loszulassen. Dies war eine der Lektionen, die Shadow ihrem Menschen beibringen musste. Sobald ihr Frauchen loslassen würde, würde Shadow zu ihr zurückkommen. Shadow gab zu, dass die Lektion schwierig werden und ein intensives emotionales Trauma auslösen würde, doch die Hündin meinte auch, ihre Lektion sei notwendig für das spirituelle Wachstum ihres Frauchens. Wie Shadow mir wieder beteuerte, war sie noch am Leben; nur war ihr kalt (es war November) und sie hatte Hunger.
Ich hielt es für angemessen, Shadows Botschaft zu überbringen, obwohl ihr Frauchen mir gesagt hatte, Shadow sei tot. Wie die Frau mir sagte, hatte sie am Abend zuvor eine Abschiedsfeier für ihre geliebte Shadow abgehalten. Wieder dankte sie mir und meinte, sie würde sich jetzt besser fühlen, seit die Sache für sie abgeschlossen sei.
Ein paar Tage später erhielt ich eine E-Mail, in der stand: »Shadow ist am Leben und wieder zu Hause!« Ein Mann hatte auf einen der Suchzettel reagiert. Er hatte Shadow in der Nähe einer funküberwachten Landepiste ungefähr fünf Meilen südlich von ihrem Haus in hohem Gras kauern sehen. Shadow zitterte vor Kälte und hatte stark abgenommen, doch eine Untersuchung beim Tierarzt ergab, dass ihr nichts fehlte.
Das Universum arrangierte die Ereignisse genau so, wie sie passieren mussten. Hätte die Hellseherin Shadows Frauchen nicht gesagt, ihre Hündin sei tot, dann hätte sie womöglich nicht gelernt, sie ganz loszulassen.
* * *
Joan Fox entdeckte beim Sterbeprozess ihres Hundes Bo, dass nicht der Schmerz ihres Hundes unerträglich war, sondern ihr eigener. Sie berichtete: »Bo spiegelte mir wider, dass in mir selbst Stellen waren, die geheilt werden mussten. Es war mein eigener Schmerz, der ›eingeschläfert‹ werden musste - nicht Bo.«
Manchmal entwickeln Tiere lebensbedrohliche Krankheiten, an denen sie beinahe sterben, bevor sie plötzlich überraschend genesen. Oder der körperliche Zustand eines Tieres kann sich stark verschlimmern und trotzdem hält es weiterhin am Leben fest. Dies geschieht häufig, weil der Mensch noch nicht bereit ist, das Tier loszulassen. Die Extrazeit mit seinem Tier, die ihm dadurch geschenkt wird, ist ausreichend für jeden, das Leben, das er mit dem Tier geteilt hat, auf alle möglichen Weisen zu schätzen und sich mit dem Loslassen anzufreunden.
Oftmals können tiefsinnige Lektionen in der Zeit vor dem Abschied eines Tieres gelernt werden. Wenn man dem Tier die Gelegenheiten gibt, dem Menschen seine Gefühle zu zeigen, und dem Menschen die Gelegenheit, seine eigenen Gefühle von Liebe, Trauer, Schmerz, Hilflosigkeit und all den Spaß und die Freude, die er mit seinem Abschied nehmenden Tier erlebt hat, zu fühlen, so hilft das allen, loszulassen und ein friedliches Ende zu finden. Es ist hilfreich sich anzuschauen, was das Tier uns gelehrt und geschenkt hat und welchen Teil es in unserem Leben gespielt hat, bevor wir die Gefühle loslassen können, die uns davon abhalten, zu einem offenen und erleichterten Gefühl der tiefen Dankbarkeit überzugehen. Das hilft uns nicht nur beim Loslassen, sondern unsere tierischen Gefährten können sich dann auch genügend entspannen, um in Frieden und Liebe zu sterben. Tierkommunikatoren, Berater, Freunde, Tierführer und unsere Tierkameraden selbst können ihren Teil dazu beitragen, uns in dem Prozess des Loslassens zu unterstützen.
Zum selbst gewählten Zeitpunkt gehen
Wenn Sie Ihren Tieren mit offenem Herzen und Verstand gegenüberstehen oder auch einfach direkt fragen, werden sie oft deutliche Hinweise geben, ob sie sterben oder weiterleben wollen.
Barbara Janelle berichtet von einer 30 Jahre alten Stute namens Blue, die eines Abends in ihrem Stall zusammensackte. Die Besitzerin und der Tierarzt kamen herbeigeeilt. Die Stute wirkte, als würde sie schon vor dem Tor des Himmels stehen. Die Frau kniete sich neben Blue nieder und sagte zu ihr: »Blue, ich brauche ein deutliches Zeichen. Willst du jetzt sterben?« Blue öffnete die Augen, sah ihren Menschen an und stand auf. Danach lebte sie noch mehrere Jahre weiter.
* * *
Marta Guzman lernte von einer Katze, die sie nicht mochte, viel darüber, sich der Liebe hinzugeben:
Ich hatte einen rotblonden Kater, der Petey hieß und den ich über alles liebte. Als Petey fünf Monate alt war, nahm ich Angela, eine schwarzweiße Katze mit kurzem Fell, auf. Petey liebte Angela. Ich bekam zu Angela keinen rechten Bezug und hielt sie auf Abstand.
Jahre später wurde bei Angela Nierenversagen diagnostiziert. Die große Trauer, mit der ich auf die Neuigkeit reagierte, überraschte mich selbst. 13 Monate lang flößte ich Angela subkutane Flüssigkeiten ein, auf die ihr Körper ziemlich gut ansprach. Doch dann verschlechterte sich Angelas Gesundheit stark und ich rief den Tierarzt an, um sie einschläfern zu lassen. Ich sagte den Termin ab, als Angelas Zustand sich prompt deutlich erholte.
Ich merkte, dass Angela und ich uns nicht länger bekämpften. Endlich konnte ich mein Herz öffnen und hören, was sie wollte - nämlich zu einem von ihr selbst ausgewählten Zeitpunkt gehen. Wir hatten noch drei liebevolle Wochen miteinander, in denen Angela täglich schwächer wurde. Als ich eines Tages von einer Besprechung nach Hause kam, fand ich Angela tot unter ihrem Bett. Wir hatten am Ende ihres Lebens Frieden geschlossen. Mir wurde klar, dass ich von Angela viel über die Hingabe an die Liebe gelernt habe, und ich war ihr dafür dankbar.
* * *
Doris wurde von ihrem Tierarzt und ihren Freunden geraten, ihre Katze Poppy einschläfern zu lassen. Poppy konnte sich ohne Doris’ Hilfe nicht mehr entleeren oder fressen. Als ich mit Poppy sprach, wollte sie von allein gehen, ohne eingeschläfert zu werden. Die Hilfe ihres Menschen machte ihr nichts aus, da ihre Besitzerin es nicht als Last ansah und sie mit Würde behandelte.
Eines Tages, als Doris weg war, verließ Poppy ganz friedlich ihren Körper. Wie sie uns später mitteilte, hatte Doris sich wegen ihr keine Sorgen machen sollen und daher hatte sie sich entschlossen, in Doris’ Abwesenheit zu sterben. Poppy beschrieb mir, dass sie Doris’ Verwandte und andere Tierkameraden, die vor ihr den Übergang gemacht hatten, und eine ganze Gruppe anderer Wesen, die ihre Freunde waren, nun im Jenseits begegnete. Sie erzählte mir, dass ihre Mutter, die schon lange tot war, ihr in einem Traum gesagt habe, sie würde für sie da sein. Diese spirituellen Verbindungen und Offenbarungen schenkten Doris eine heilige Perspektive und Frieden.
* * *
Sherris alte Stute Mamba starb trotz operativer Eingriffe sowie Kräuterbehandlungen und homöopathischer Mittel an Krebs. Es wurde immer schwerer für sie, zu fressen oder sich zu bewegen. Sherri und Mamba hatten schon ihren Frieden geschlossen und waren beide überzeugt, dass der Zeitpunkt gekommen sei, an dem der Tierarzt ihr Sterbehilfe leisten sollte.
Mamba war bei den Leuten im Reitstall sehr beliebt. Sie bat, all ihre menschlichen Freunde noch einmal zu sehen, um sich von ihnen zu verabschieden. Daher organisierte Sherri eine Abschiedsfeier und lud alle Freunde ihrer Stute dazu ein. Sherri wollte auch wissen, ob ihr Pferd sich irgendetwas Besonderes für ihre Party wünschte. In ihrer Kommunikation mit mir schickte Mamba mir die Vision, in der sie ein Partyhütchen aufhatte und Karottenkuchen fraß. Sherri lachte, denn Mamba hatte auf früheren Geburtstagspartys einen Hut getragen und Karottenkuchen bekommen.
Alle genossen die Abschiedsparty sehr, die unter Tränen, viel Herzenswärme und geteilter Freude über Mambas gutes Leben stattfand. Als der Tierarzt am nächsten Tag kam, war Mamba bereit. Sie legte sich hin, um die Spritze zu erhalten. Sie ging in Würde und Frieden, genauso wie sie gelebt hatte, und ihre menschliche Besitzerin war erleichtert und glücklich für sie, statt sich mit Schuldgefühlen zu belasten.
* * *
Neil Jarrell empfand eine ganz besondere Liebe für seine Katze Raku. Als Raku anfing, ihr Gleichgewicht zu verlieren, diagnostizierte der Tierarzt ihre Krankheit als unheilbar und bot an, sie einzuschläfern. Für Neil brach bei diesem Urteil eine Welt zusammen. Er schildert, was dann geschah:
Ich ließ mich von der Tierkommunikatorin Val Heart beraten, die mir versicherte, dass Raku ihr mitgeteilt habe, ihre Zeit sei noch nicht gekommen. Raku sagte, das Frühjahr sei so herrlich, dass sie so lange wie möglich draußen verbringen wollte. Raku verstand mein hektisches Verhalten gar nicht. Sie bot mir an, ein paar »verzauberte Stellen« im Garten kennen zu lernen, auf denen sie so gern lag.
Ich verbrachte viel Zeit mit Raku, lag neben ihr im Gras und bemühte mich, den Drang zu unterdrücken, aufzuspringen und weiterzuarbeiten oder den Insekten auszuweichen oder irgendein Problem zu lösen. Raku versuchte mir beizubringen, einfach zu »sein«.
Während meines emotionalen Aufs und Abs konsultierte ich Val mehrmals. Einmal fragte ich sie, ob ich Raku einschläfern lassen solle. Als Antwort dankte Raku mir für meine Fürsorge und teilte mir mit, dass sie nicht eingeschläfert werden wolle. Sie wünsche sich, den Übergang aus diesem Leben ganz natürlich zu erleben. Sie sagte, wenn der Schmerz zu stark werden würde, würde sie mir ein Zeichen geben. Raku ließ mich auch durch Val wissen, dass sie mich sehr lieb habe, sie an einen besseren Ort gehen und ihre Seele weiterleben würde. Sie verschied an einem Nachmittag, als ich nicht dabei war. Mir wurde klar, wie viel ich von meiner Lehrerin Raku gelernt hatte und wie viel die Menschheit lernen könnte, wenn wir anderen Lebewesen nur zuhören würden.
* * *
Trotz mehrfacher Bandscheibenvorfälle wollte Catherines Dackelhündin Julia nicht sterben. Fröhlich hielt sie durch, auch wenn es ein Jahr dauerte, bis sie wieder laufen konnte. Schon zweimal hatte der Tierarzt geraten, sie einschläfern zu lassen, doch das war nicht in Julias Sinn.
Liebevoll und mitfühlend zeigte Julia uns ein Leben nach dem anderen in vielerlei Formen, einschließlich menschlicher Gestalt, in denen sie für andere da gewesen war. Trotz körperlicher Leiden hatte sie ihnen gedient und war immer über sich selbst hinausgewachsen. Das Wissen, das sie durch ihr Beispiel weitergeben wollte, war, dass Leiden eine Einstellungssache ist, und dass physischer Schmerz einen nicht davon abhalten muss, zu lieben und zu dienen. Welch eine Freude, einem so demütigen, schönen und hoch entwickelten Geschöpf zu begegnen!
* * *
Joan Fox erzählt die folgende wunderschöne Geschichte über ihren tierischen Freund, der seinen Abschied feierte und wie die anderen Tiere darauf reagierten:
Unsere elf Jahre alten Lhasa-Pudel, die Geschwister Bo und Annie, waren unsere ständigen Begleiter. Als Familienmitglieder kamen sie auf Wandertouren und Campingtrips mit. Annie blieb bis ins hohe Alter lebhaft, doch Bo begann, deutlich abzubauen. Eine Untersuchung des Tierarztes bestätigte schließlich meine eigene telepathische Untersuchung. Bo hatte zahlreiche Tumore und litt unter dekompensierter Herzinsuffizienz. Tieftraurig fragte ich Bo, wie ich ihm das Leben erleichtern könnte. Hatte er Schmerzen? Wollte er es mit einer Operation versuchen oder brauchte er Medikamente? Und dann die angstvolle Frage: Wollte er von seinem Elend durch Einschläferung befreit werden? Sein Wunsch war uns Befehl.
Bo, der schon immer ein »Mann der wenigen Worte« gewesen war, antwortete mürrisch: »Ich gehe nicht zum Tierarzt. Ich erledige es auf meine Weise.«
Täglich setzte ich ihn auf meinen Schoß und schmuste mit ihm, während wir uns alte Erinnerungen und Abenteuer erzählten. Ich konnte nun sogar über die Zeit lachen, als ich von der Arbeit nach Hause gekommen war und entdeckt hatte, dass er und Annie im Alter von zwei Jahren den neuen Teppich im Flur buchstäblich zerfetzt hatten!
Als er immer schwerer atmete, quälte sich jede Faser meines Körpers, ihn nach Luft ringen zu sehen. Doch immer wenn ich ihm die alte Frage stellte, erwiderte er entschlossen: »Ich GEHE NICHT zum Tierarzt!«
Ein paar Wochen später waren mein früherer Mann Joe und ich an einem Freitag eines langen Wochenendes zu Hause. Ich sah Bo an und sagte zu ihm: »Bo, ich kann es nicht länger ertragen, dich so leiden zu sehen. Du musst mir helfen. Mir bricht das Herz. Ich rufe jetzt die Tierärztin an und bringe dich hin.«
Diesmal gab er mir keine telepathische Antwort. Er kam bloß her und leckte mir das Bein ab. Da wusste ich, dass er sich in sein unabwendbares Schicksal ergeben hatte. Gemäß echtem Tierverhalten akzeptierte er meinen Wunsch mit bedingungsloser Liebe. Um 9 Uhr morgens rief ich die Tierärztin an. Sie war über das Wochenende verreist. Man sagte mir, dass der vertretende Tierarzt Bo erst nachmittags um drei behandeln könnte. Unter Tränen erklärte ich die Situation, doch die Antwort blieb dieselbe: Der Tierarzt konnte sich nicht vor drei Uhr um Bo kümmern. So machte ich den Termin aus.
Ich stand im Türrahmen zur Terrasse und brach in Tränen aus. Bo nahm all seine Kräfte zusammen, schleckte mir das Gesicht ab und schwankte dann hinaus auf die Terrasse, wo er sich unter den Glastisch legte. Die nächsten Stunden werden mir immer in Erinnerung bleiben.
Bo lag also unter dem Tisch und ich saß im Türrahmen, als Fergie auftauchte. Unsere große grauweiße Katze Fergie, die wir für taubstumm gehalten hatten, hatte keine Angst vor Bo und hatte bisher auch noch nie Interesse für ihn gezeigt. Für sie war er nur ein lästiger Hausgefährte, den sie gelegentlich von meinem Schoß verscheuchen musste.
Sie kam hinaus, ließ sich neben mir nieder, warf den Kopf zurück und heulte eine halbe Stunde lang ununterbrochen. Als unsere anderen fünf Tiere Fergies Stimme zum ersten Mal hörten, versammelten sie sich rasch auf der Terrasse. Jedes von ihnen wusste, dass Bos Stunden gezählt waren und dass Fergie eindeutig ein Klagelied für ihn sang.
Fergie lieferte eine wahre Meisterleistung, indem sie alles aufzählte, was sie an Bo bewunderte. Sie begann damit, wie unverständlich es für sie war, dass er in der Hitze von Phoenix, Arizona bei über vierzig Grad im Schatten durch die Hundeklappe ins Freie schlüpfte und sich auf die heißeste Stelle des Gartens legte, um sich zu sonnen. Sie sagte, er sei hübsch, und vor allem seine Farben würden ihr gefallen (es waren auch ihre Farben). Fergie drückte ihm ihre Dankbarkeit für den Respekt aus, den er ihr gegenüber zeigte, indem er sie immer in Ruhe gelassen und nie gejagt hatte. Am glücklichsten war sie darüber, dass er nie versucht hatte, auf meinem Schoß zu sitzen, während ich am Computer war. Denn dieser Platz war für sie reserviert.
Nachdem sie jede positive Eigenschaft des Pudels, an die sie sich erinnern konnte, aufgezählt hatte, rollte sie sich still auf meinem Schoß zusammen.
Nach dieser Eröffnung sprang Großmutter Squeaker, unsere rotblonde Katze, auf den Gartentisch und betrachtete Bo durch die dicke Glasplatte. Sie, die schon immer ein mitfühlendes Wesen war, dankte ihm für seine langjährige Loyalität der Familie gegenüber. Dann hüllte sie ihn in liebevolles Licht ein und segnete seinen bevorstehenden Übergang.
Nun drückten sich unsere beiden wilden Kätzchen Cheeto und Twiggy Seite an Seite durch den Türrahmen. Die Hüften eng aneinander geschmiegt, hielten sie einen sicheren Abstand zu Bo. Er hatte sie, seit sie in unsere Familie geholt worden waren, vom ersten Augenblick an terrorisiert. Da sie als wilde Katzen äußerst sensibel waren, ließen sie sich leicht einschüchtern. Cheeto und Twiggy saßen ein paar Minuten lang still da, bis Twiggy schließlich sagte: »Wenn man nichts Nettes sagen kann, dann sollte man lieber schweigen.« Sie zollten ihm durch ihre Gegenwart Respekt und huschten dann wieder ins Schlafzimmer, um sich dort zu verstecken.
Annie saß sprachlos da und betrachtete Bo mit riesengroßen, traurigen Augen liebevoll.
Die nächsten Stunden verbrachten wir damit, Bo zu sagen, wie sehr er geliebt und geschätzt wurde. Jedes Mal, wenn ich aufstand, erhob sich auch Bo mühsam und folgte mir. Dann warf ich einen Blick auf die Uhr und sah, dass es Zeit war. Während ich meine Haare kämmte, sah ich im Spiegel, dass Bo sich umdrehte und aus dem Schlafzimmer ging. Er legte sich im Flur auf die Seite. Ich rief Joe und wir legten uns neben ihn auf den Boden. Annie lag mit dem Kopf auf den Pfoten in der Nähe. Bo schaute uns liebevoll in die Augen, holte dreimal tief Luft und starb. Annie stand sofort auf, ging entschlossen zu ihm und leckte ihm das Gesicht ab. Dann wandte sie sich um und ging. Ohne einen Blick zurückzuwerfen, sagte sie: »Wow! Was für ein Abgang, Bo!«
Heute begreife ich, dass Bo sich den Tag ausgesucht hatte. Er hatte gewusst, dass wir zu Hause sein würden. An jenem Tag ließ er, umgeben von seiner Familie, seinen müden alten Körper los. Damals waren wir verzweifelt darüber, seine körperliche Gegenwart verloren zu haben, doch gleichzeitig waren wir unglaublich dankbar darüber, dass wir alle zusammen gewesen waren und auf unsere Weise hatten Abschied nehmen können. Sein Übergang war sein letztes Geschenk an uns.
Wenn der Körper weiterkämpft
Das Leben auf der Erde kann als ein riesiges Wiederverwertungszentrum angesehen werden. Die Spezies verhelfen einander zum Leben und Sterben und wieder zum Leben in einem ewigen Kreislauf des Energieaustauschs durch unsere Körper. Auf der spirituellen Ebene ist es ähnlich. Wir nehmen eine Form an und erfüllen den von uns ausgesuchten Lebenssinn mit unterschiedlichen Bewusstseinsstufen - hoffentlich der höchsten. Dann lassen wir los und gehen, um uns für eine gewisse Zeit in anderen Reichen aufzuhalten. Oft kehren wir in irgendeiner Gestalt in das irdische Reich zurück.
Manchmal sind Wesen bereit zu sterben und spüren, dass sie kurz vor dem Übergang stehen, doch ihr Körper wehrt sich dagegen. In jeder Körperzelle steckt die Botschaft »Überleben«. Manchmal bauen Körper nicht genügend ab, um die darin wohnende Seele in Frieden gehen zu lassen. Selbst wenn die Seele den Körper schon verlassen hat oder der Tierarzt mit Zustimmung des Tieres die tödliche Spritze gesetzt hat, kann es passieren, dass der Körper zuckt und darum kämpft, weiter zu funktionieren. Es kann für Menschen schrecklich sein, dies mit ansehen zu müssen, vor allem, wenn sie unsicher sind, ob sie dem Tier bei seinem Abschied von der Erde Sterbehilfe gewähren sollen.
George, ein alter Kater, wollte keine Medikamente oder Zwangsernährung mehr, als er zu schwach war zu fressen und sein Körper erschöpft. Er wollte die letzten Tage seines Lebens nur mit seinen Menschen verbringen und ihnen bestätigen, dass es ihm gut ging. Wie er mir sagte, hatte er keine Schmerzen, solange er sich nicht viel bewegte. Er wollte von selbst gehen und spürte den baldigen Zeitpunkt.
Seine Besitzer verbrachten viel Zeit mit ihm. Nachdem beide ihm mitgeteilt hatten, wie viel er ihnen gegeben hatte, waren sie bereit, ihn loszulassen. Vier Tage später war er zwar noch viel schwächer, doch er lebte immer noch. George, seine Menschen, der Tierarzt und ich staunten darüber, doch manchmal hört ein Körper einfach nicht auf zu funktionieren! Seine Besitzer fragten ihn, ob der Arzt ihm beim Übergang helfen sollte. George überlegte es sich und meinte, solange er dafür nicht woanders hingebracht werden müsste, sei es in Ordnung. Der Tierarzt kam ins Haus und George verschied friedlich.
* * *
Pamela rief mich an, als ihre alte Stute Chaco extreme Schmerzen hatte und eingeschläfert werden sollte. Sie wollte sichergehen, dass Chaco einverstanden war. Chaco fühlte, wie ihr Körper versagte und konnte sich wegen starker Schmerzen im Huf nicht mehr bewegen. Sie hielt Sterbehilfe für gut. Ihr Mensch schrieb mir:
»Chaco wurde eine Viertelstunde nach unserem Telefongespräch eingeschläfert. Als ich heute früh mit meinem Hund am Strand spazieren ging, spürte ich ihre Gegenwart. Wir ritten wieder einmal im Wind; sie schnaubte, während ich ihren Hals tätschelte und ihre Mähne mir ins Gesicht wehte. Es war schön.«
Ücretsiz ön izlemeyi tamamladınız.