Kitabı oku: «Perry Rhodan Neo Story 14: Casino Imperial»

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NEO-Story 14

Casino Imperial

Eine PERRY RHODAN NEO-Erzählung

von Oliver Plaschka


Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt

Rückentext

In einem der exklusivsten Casinos, die es im Imperium der Arkoniden gibt, geht ein Geheimdienstmann in einen ganz speziellen Einsatz. Sein Name ist Jemmico, der erfahrenste Spieler im Geheimdienst. Er soll in dem fliegenden Casino einen mysteriösen Auftrag erledigen, über den er aber nicht viel weiß.

Iwan Goratschin und Ishy Matsu, zwei Mutanten von der Erde, erreichen ebenfalls das Casino. In ihrer Maskierung erkennt sie niemand, und sie suchen nach Informationen, die der Menschheit helfen sollen.

Jemmico und die Mutanten geraten an Bord des Casinoschiffes in ein Geflecht aus Intrigen und Gewalt, aus gefährlichen Tricks und riskanten Spielen. Dabei geht es um Leben und Tod – und eine Unmenge von Geld …

Kapitel 1

Der Celista


Jemmico hatte ein Blatt, mit dem man nur gewinnen konnte.

Prinz, Imperatrix und Imperator von der gleichen Farbe – eines der besten Blätter beim Gos'amidan.

Ein voller Khasurn: eine Familie …

Er erstickte den Gedanken im Keim. Es war der falsche Zeitpunkt, über die höhere Ironie dieses Blatts zu sinnieren. Schwäche stand einem Celista schlecht zu Gesicht. Seine Arbeit war das Einzige, was zählte. Jemmico hatte nichts sonst – auch deshalb hatte man ihn für den Einsatz ausgewählt.

Vor allem aber war die LINH-KHAISIL eins der exklusivsten Casinos des Imperiums. Und Jemmico war der beste Spieler, den der Geheimdienst des Imperiums zu bieten hatte.

Bonporal wechselte das Hintergrundholo. Die schillernde Wolkenstadt, in der sie bisher geschwebt hatten, verwandelte sich in den Bauch einer von dumpfem Glanz erfüllten Höhle. Gewaltige Goldberge glommen zwischen hohen Stalagmiten, und dahinter drohte das Schnauben eines großen Untiers. Eine naive Phantasie von Reichtum und Gefahr.

Aus den Augenwinkeln musterte Jemmico seine Gegner. Bonporal war ein dicklicher Mehandor mit schütterem Haar und einem buschigen Bart, so leuchtend rot, dass Jemmico ihn für gefärbt hielt. Sein Vermögen hatte Bonporal im Asteroidenbergbau gemacht. Zum wiederholten Mal studierte er seine Karten, als könnten sie ihm etwas Neues erzählen. Ein dicker Finger kratzte seine Knollennase und hatte sich das eine oder andere Mal bereits in die großen Nasenlöcher verirrt. Bonporal tat, als kümmere ihn nichts und niemand. In Wahrheit nagte es an ihm, wie viel Geld er schon verloren hatte. Der Haufen Jetons vor ihm war kläglich verglichen mit den Goldbergen seiner Phantasie.

Zwischen ihnen, zu Jemmicos Rechter, saß die geheimnisvolle Zir'dael. Die meisten Targeloner, die man fernab ihrer Heimatwelt traf, besaßen einen arkonidischen Elternteil. Zir'dael hingegen hatte blauschwarze Haut, selbst ihre Augen waren völlig schwarz und machten es beinahe unmöglich, in ihnen zu lesen. Ein dunkles Federkleid zog sich von Kopf und Schultern die Oberarme hinab; ihr tief geschnittenes Abendkleid bot einen freizügigen Blick auf die glänzenden Federn. Diese sonderten ein weites Spektrum duftender Sekrete ab; vorgeblich verrieten diese ihren Gemütszustand, doch Jemmico war überzeugt, dass sie sich weitaus besser im Griff hatte als Bonporal. Angeblich verspielte sie das Vermögen ihrer letzten vier Ehepartner.

»Ich erhöhe«, sagte Jemmico und schob einen Turm silbriger Chips über den Tisch. Jeder dieser Chips war hunderttausend Chronners wert, und in der Mitte des Tischs lag bereits genug, um sich ein kleines Raumschiff zu kaufen.

Dann lehnte er sich still auf seinem Stuhl zurück und verfolgte die Reaktionen.

Zu seiner Linken saß der junge Tharil ter Imren. Die obersten Knöpfe seines Anzugs hatte er geöffnet, gleichwohl hing ihm das Haar schweißnass in die Stirn. Seine Augen verbarg er hinter Spiegelfeldern, seine Finger aber, die unablässig mit einem Chip spielten, verrieten seine Nervosität. Wie viele solcher Adligen hatte Jemmico im Laufe seines langen Lebens gekannt? Reich geboren und über alle Maßen von sich überzeugt – die jungen Leute hielten sich stets für etwas Besonderes. Dabei unterschieden sie sich lediglich in den Nuancen ihres Scheiterns. Ihre Tragik war, dass sie es nicht kommen sahen, denn sie kannten die Zeichen der Niederlage noch nicht.

Nach langem Zögern schob ter Imren den verlangten Einsatz in die Mitte. Es war mehr als die Hälfte dessen, was er noch besaß. Dann spielte er weiter mit seinem Chip.

Mit ruhiger Hand griff Jemmico nach seinem Getränk. Das Trinken von Alkoholika an sich bereitete ihm keine Freude; doch der feine Schmerz in seiner Kehle schärfte seine Sinne. Das Mindeste, was Jemmico von einem Trunk erwartete, war Klarheit über seine Absichten.

Ihm gegenüber saß der Mann, den Jemmico zu ruinieren angetreten war. Er stellte in mehr als einer Hinsicht seine komplette Antithese dar.

Vico Lascart trank gern und viel, und seine Leibesfülle verriet seine Liebe zum Essen. Er war nicht schlaff, aber ausladend, den Freuden des Fleisches zugetan. Sein speckiger, kahler Schädel wirkte auf verstörende Weise obszön. Es schien, als hätte er mit seinen Haaren zugleich die Sitten Arkons abgelegt. Er genoss es, laut zu sein und andere Leute anzustarren, besonders, wenn es ihnen Unwohlsein bereitete. Alles, was er sah, schien ihn zu erregen; seine roten Augen nässten beinahe ständig, und seine Tränensäcke hingen so tief, als drohten sie fortgeschwemmt zu werden.

Große, gepflegte Finger liebkosten die glitzernden Ränder seiner Chips. Dicke Lippen tranken von einem schäumenden Cocktail.

»Ihre zwei Millionen«, verkündete Lascart in vollem Bariton. »Und noch mal eine.«

Jemmico gestattete sich ein höfliches Lächeln. Lascart war sich seiner Sache sicher – genau das wollte er. Lascart sollte glauben, er könne diese Runde gewinnen. Endlich stand genug Geld auf dem Spiel, dass Jemmicos Ziel in erreichbare Nähe rückte.

»Ich gehe mit«, knurrte Bonporal und schob umständlich die passende Anzahl Jetons über den Tisch. Zurück blieben die traurigen Reste seines einst großen Vermögens wie eine von hungrigen Lorr geplünderte Vorratskammer. Dabei war sich Jemmico sicher, dass Bonporals Blatt ein solches Risiko nicht hergab. Ein typisches Fehlverhalten: Der Mehandor hatte bereits so viel gesetzt, dass aufgeben nicht mehr infrage kam. Also setzte er immer weiter.

Die Targelonerin war klüger. »Ich passe«, hauchte sie samten wie ein warmer Sommerwind. Ein harziger Duft stieg von ihren Federn auf, süß und rauchig, ein ferner Waldbrand. Sie gab sich geschlagen – behielt im Gegensatz zu Bonporal jedoch ihren Stolz.

Nun kam es darauf an. Sie alle hatten diesem Punkt entgegengefiebert, diesem Gipfel der Hoffnung und Gefahr, zu dem in der Mitte des Tischs mehr Geld lag als an den Rändern. Niemand von ihnen konnte es sich leisten, so weiterzumachen, aber dafür waren sie auch nicht hier. Sie waren hier, um zu siegen, zu triumphieren. Sich über die Klippe zu werfen und entweder zu fliegen oder am Fuß des Abgrunds zu zerschellen.

»Ihre drei Millionen«, sagte Jemmico. »Und noch einmal drei.«

Mit flinken Fingern zählte er die Chips ab. Er setzte beinahe alles, was er noch besaß. Doch an seiner Entschlossenheit hatte sich nichts geändert. Ein voller Khasurn war genug, um zu gewinnen. Kein Grund, zu zaudern. Schließlich ging es ihm nicht bloß um das Geld oder den Sieg – er wollte, dass sein Gegner an seiner eigenen Habgier scheiterte.

Bonporal fluchte, als er erkannte, dass er sich den nächsten Einsatz nicht mehr würde leisten können.

Ter Imren, der dasselbe Problem hatte, fluchte nicht. Er stieg aber auch nicht aus. »All in«, verkündete er und schob sein letztes Geld von sich. Es war weniger als die verlangten Millionen und würde ihm nur das Anrecht auf einen Bruchteil des Pots sichern. Wenigstens aber wäre er dabei, wenn sie der Wahrheit ins Gesicht sahen.

Lascart wirkte nicht im Geringsten verunsichert. »Sechs Millionen«, sagte er und zahlte seine Chips in den Pot. Auf das große Finale schien er sich ebenso zu freuen wie Jemmico.

Bonporal nahm das Unvermeidliche weniger gelassen auf.

»Bei Tespes schlaffen Titten!«, schmähte der Mehandor die Sternengöttin des Leids und warf seine Karten weg. Immerhin fand er im entscheidenden Moment noch genug Restverstand, sich sein bisschen Geld für das nächste Spiel zu bewahren. Im selben Moment erlosch auch das Holo, für das er gezahlt hatte. Der exklusive Salon in den teuersten Stockwerken des Casinoschiffs stellte sich wieder als elegante Halle aus poliertem Silber, rotem Samt und dunklen Edelhölzern dar. Eine große Menge scharte sich gebannt um ihren Tisch.

Jemmico war an der Reihe. Das Spiel war vorbei.

Er legte seine Karten offen vor sich auf den Tisch.

»Ein voller Khasurn.«

Tharil ter Imren warf zischend seine Karten fort. Seine ohnehin schon blasse Haut schien nun so weiß wie Knochen. Das Publikum jauchzte entzückt.

Etwas – das spürten Jemmicos geschulte Sinne, noch ehe sein Bewusstsein die Situation voll erfasste – stimmte nicht. Dies war der Moment, auf den er hingearbeitet hatte, der krönende Abschluss. Er hatte sein Ziel erreicht …

Doch etwas stimmte nicht.

Dann erkannte er, was es war: Lascart lächelte.

Eine nach der anderen deckte der Freihändler seine Karten auf.

Es waren Weltenkarten – eine, zwei, drei, vier …

Tiga Ranton – das höchste Blatt im Spiel.

Jemmico war erst seit einem Tag an Bord und schon gescheitert.


>chiffrierte übertragung via hyperfunkrelaiskette

>empfang: bestätigt

>von: abteilung 33 (gos'ranton)

>an: jemmico (hamtar-7)

>mit eintreffen des trosses begeben sie sich an bord des mehandorschiffs linh-khaisil

>der name ihres kontaktmanns ist hanceray

>er wird sie mit den örtlichen gegebenheiten vertraut machen und ihnen die vereinbarte summe aushändigen

>stellen sie kontakt zur zielperson her und verfahren sie nach plan

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