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Zeit zum Wandern

SCHWÄBISCHE ALB

Die 40 schönsten Wanderungen – GPS-Tracks zum Download – Top-Touren zu sagenhaften Ruinen und spannenden Höhlen – Highlights der Region

PETER FREIER

Exklusiv für Sie als Leser:

MIT GPS-DATEN ZUM DOWNLOAD

unter: gps.bruckmann.de


Inhalt

Einleitung

Schwäbische Alb in Zahlen

Tipps und Infos für unterwegs

1 Vom Ipf zum Schloss Baldern

18 km • 5:00 Std.

2 Am Rand des Nördlinger Ries

7 km • 2:00 Std.

3 Härtsfeldsee und Neresheim

15,5 km • 4:30 Std.

4 Durch das Lonetal

9,5 km • 3:00 Std.

5 Durch das Eselsburger Tal

11 km • 3:30 Std.

6 Durch das Wental

14 km • 4:00 Std.

7 Die Berghalbinsel Rosenstein

5,5 km • 2:00 Std.

Top 5: Schöne Ausblicke

8 Hohenstaufen und Rechberg

16 km • 5:00 Std.

9 Über das Kalte Feld

11 km • 3:15 Std.

10 Auf den Höhen um Geislingen

11 km • 3:30 Std.

11 Das Tal der Kleinen Lauter

14 km • 4:15 Std.

12 Im Blaubeurener Tal

13,5 km • 5:15 Std.

13 Vom Filstal zum Reußenstein

14 km • 4:30 Std.

14 Zum Randecker Maar

15 km • 4:15 Std.

Top 5: Kurze Touren

15 Zur Burg Teck

13,5 km • 4:15 Std.

16 Gutenberger Höhlen und Pfulb

15 km • 4:15 Std.

17 Von Gutenberg zum Römerstein

11,7 km • 4:00 Std.

18 Falkensteiner Höhle und Hofen

7,5 km • 2:30 Std.

19 Zur Burgruine Hohenneuffen

14 km • 4:45 Std.

20 Beim Gestütshof St. Johann

11,3 km • 3:30 Std.

21 Auf der Uracher Alb

10,5 km • 3:30 Std.

Top 5: Mühelose Anstiege

22 Das Seeburger Tal

12,5 km • 4:15 Std.

23 Zum Aussichtsturm Rossberg

3,1 km • 1:15 Std.

24 Nebelhöhle und Lichtenstein

10 km • 3:15 Std.

25 Zum Landgestüt Marbach

12,6 km • 4:00 Std.

26 Burgruinen im Lautertal

12 km • 3:30 Std.

27 Zur Ruine Hohengundelfingen

7,5 km • 2:45 Std.

28 Großes Lautertal und Wolfstal

13 km • 4:00 Std.

Top 5: Schön einkehren

29 Zur Wimsener Höhle

11,5 km • 3:15 Std.

30 Hohmichele und Heuneburg

8,5 km • 2:30 Std.

31 Fehla- und Laucherttal

11,5 km • 3:45 Std.

32 Zur Burg Hohenzollern

10,4 km • 4:00 Std.

33 Bei Albstadt-Ebingen

9 km • 3:00 Std.

34 Zum Böllat nach Burgfelden

9,5 km • 3:00 Std.

35 Über die Hossinger Leiter

11 km • 3:45 Std.

Top 5: Ruhige Touren

36 Zum Lochen und Schafberg

10,5 km • 3:30 Std.

37 Auf den Dreifaltigkeitsberg

11 km • 3:30 Std.

38 Das Donau-Durchbruchstal

11 km • 3:30 Std.

39 Zur Burg Wildenstein

9,8 km • 3:00 Std.

40 Zum Schaufelsen im Donautal

12 km • 4:00 Std.

Mehr entdecken

Register

Impressum

Top 5

Ausblicke

Kurztouren

Leichte Anstiege

Einkehren

Ruhige Touren

Mehr entdecken

Stadtrundgang Ulm

Rundgang in Blaubeuren

Spaziergang in Bad Urach

Schloss Sigmaringen

Urweltmuseum Hauff in Holzmaden

Die keltische Heuneburg

Limesmuseum Aalen

Freilichtmuseum Beuren

Abtei Neresheim

Kloster Lorch


Schloss Lichtenstein (Tour 24)


Die Museumsbahn »Schättere« beim Kloster Neresheim (Tour 3)


Die Höhle Stadel im Hohlenstein (Tour 4)


Blick vom Schaufelsen (Tour 40)


Die mächtige Festungsruine Hohenneuffen (Tour 19)

Piktogramme erleichtern den Überblick:


Leichte Tour
Mittelschwere Tour
Schwierige Tour
Weglänge
Höhenunterschied
Gehzeit
Einkehrmöglichkeit
Für Kinder geeignet
Sehenswürdigkeit
Wintergeeignet
Viel Sonne
Eher schattiger Weg
Bademöglichkeit
Anreise mit der Bahn
Anreise mit dem Bus
Seilbahn
Klettersteig
Klettern
Mehrtagestour

Zeichenerklärung zu den Tourenkarten


Autobahn
Bundesstraße
Hauptstraße
Normale Straße
Nebenstraße
Weg
Wandertour mit Laufrichtung
Tourenvariante
Ausgangs-/ Endpunkt der Tour
Wegpunkt
Bahnlinie mit Bahnhof
S-Bahn
U-Bahn
Seilbahn
Bushaltestelle
Parkmöglichkeit
Schifflinie
Hafen
Fähre
Schleuse
Flugplatz
Höhenpunkt
Tunnel
Landesgrenze
Randhinweispfeil
Tournummer
Maßstableiste(1:100:000)
Kirche/ Kloster
Burg/ Schloss/ Ruine
Museum
Turm
Leuchtturm
Windpark
Windmühle
Mühle
Einkehrmöglichkeit
Rastplatz
Übernachtungsmögl.
Jugendherberge
Campingplatz
Schutzhütte
Denkmal
Information
Bademöglichkeit
Reitanlage
Wildpark/Tiergehege
Höhle/ Grotte
Prähist. Fundstelle
Landschaftl. Sehenswert
Sehenswert
Sehenswerter Ort
Aussichtsstelle
Quelle
Wasserfall
Weinanbau
Moorgebiet
Waldgebiet
Naturschutzgebiet

Unterwegs auf der Schwäbischen Alb

Der Name »Alb« bezeichnet, wie »Alpen« auch, ein Bergweidegebiet und weist damit auf die einst vorherrschende Nutzung der Hochfläche der Schwäbischen Alb hin, dem größten geschlossenen Kalk- und somit auch wasserarmen Karstgebiet Deutschlands. Dieses Mittelgebirge erstreckt sich auf etwa 200 Kilometer Länge und 40-50 Kilometer Breite vom Nördlinger Ries in südwestlicher Richtung bis zum Randen bei Schaffhausen (Hochrhein).

Die Entstehung der Schwäbischen Alb

Vor 200-140 Millionen Jahren (Jurazeit) war Europa von einem tropisch warmen Meer bedeckt. Abgestorbene Pflanzen und Meerestiere lagerten sich auf dem Grund ab und versteinerten unter Sauerstoffabschluss zu Fossilien. Kieselschwämme bildeten Riffe, die der Erosion widerstanden und als Kuppen – daher die Bezeichnung »Kuppenalb« – oder als freigewitterte Felsen die Hänge prägen. In der Kreidezeit entstand ein erstes Flusssystem, und im Tertiär (65-2 MillionenJahre) sank der Oberrheingraben ein, wölbten sich die Alpen empor und zerbrach nördlich der Alpen die Erdkruste in Schollen, die heutigen Mittelgebirge. Vor 15 Millionen Jahren begann sich die Alb zu heben und nach Südsüdosten abzukippen, wodurch vulkanische Tätigkeit ausgelöst wurde (Touren 14 und 25), und vor etwa 14,5 Millionen Jahren schlugen auf der Ostalb zwei Meteoriten ein; die Einschlagkrater sind das Nördlinger Ries (Tour 2) und das Steinheimer Becken bei Heidenheim. Mit der Anhebung der Alb, eines Karstgebirges, begannen die Aushöhlung von innen, die Verkarstung und der Prozess der Abtragung, die Erosion. Der ursprünglich etwa auf Höhe von Stuttgart verlaufende Alb-Nordrand wird durch Erosion ständig zurückversetzt, im Durchschnitt um zwei Meter in 1000 Jahren. Diesen Abtragungsprozess sieht man eindrucksvoll an den Höllenlöchern bei St. Johann (Tour 20), am Schafberg (Tour 36) oder am Raichberg (Tour 32): In Klüfte sickert Wasser ein, gefriert im Winter und dehnt sich aus, weshalb abgespaltene Felsen auf dem darunterliegenden Mergel wie auf einer Rutschbahn zu Tal gleiten.


Silberdisteln sind selten geworden und stehen unter Naturschutz.


Die Felsnadeln »Steinerne Jungfern« im Eselsburger Tal (Tour 5)

Die Verkarstung

Sickerwasser nimmt im Erdboden Kohlendioxid auf, und die so entstandene Kohlensäure löst in Kalkgebirgen wie der Schwäbischen Alb den Kalk auf. Das Wasser sucht sich auf einer wasserundurchlässigen Schicht neue Wege, wobei ein ganzes Höhlenstockwerk entsteht, in dem nun ebenfalls die Verkarstung einsetzt. Hierdurch entsteht wiederum ein tiefer liegendes Höhlenstockwerk. Dieser als Verkarstung bezeichnete Prozess schuf unter der Alb zwei Höhlenstockwerke.

Das Wasser tritt in Schichtquellen aus, zum Beispiel im Filsursprung (Tour 13), oder in Quelltöpfen wie dem Blautopf (Tour 12) und den Quellen der Großen Lauter (Tour 25) sowie der Kleinen Lauter (Tour 11).

Die bis heute etwa 2700 entdeckten Höhlen der Alb sind die Gänge der Höhlenstockwerke. Bereits trockene Höhlen sind zum Beispiel die Große Scheuer am Rosenstein (Tour 7) oder die kleine Schertelshöhle bei Wiesensteig/Westerheim (Tour 13). Die Falkensteiner Höhle (Tour 18) befindet sich am Übergang von einer Flusshöhle zu einer trockenen Höhle – nach starkem Regen tritt ein Höhlenbach aus –, und die Wimsener Höhle (Tour 29) ist eine noch aktive Flusshöhle, die per Kahn befahren werden kann.

Liegen Höhlen dicht unter der Erdoberfläche, kann das Höhlendach einbrechen. Diese zumeist trichterförmigen Einsenkungen werden als Dolinen (Erdfälle) bezeichnet.

Der im Wasser gelöste Kalk wird ausgeschieden, sobald sich das Wasser erwärmt. Geschieht dies in der Höhle, werden bei jedem von der Decke fallenden Tropfen winzige Mengen Kalk ausgefällt, die sich über Jahrtausende zu Tropfsteinen aufbauen. Begehbare Tropfsteinhöhlen sind unter anderem die Bärenhöhle bei Sonnenbühl-Erpfingen oder die Nebelhöhle (Tour 24).

Tritt kalkhaltiges Wasser an der Erdoberfläche aus, lagert sich der Kalk auf Moosen und Algen ab, sodass häufig von kleinen Hohlräumen durchsetzter, luftig wirkender Kalktuff (Kalksinter) entsteht wie beispielsweise am Gütersteiner Wasserfall in der Nähe des Uracher Wasserfalls (Tour 21).


Die zahlreichen Wanderwegweiser sind oftmals zu viel des Guten.

Der Schwäbische Vulkan

Rund 350 Vulkanschlote im Gebiet Metzingen-Engstingen-Gomadingen-Münsingen-Donnstetten-Kirchheim unter Teck werden zusammenfassend als »Schwäbischer Vulkan« bezeichnet.

Im Tertiär stieg aus dem Erdinneren glühendes Magma hoch, erstarrte jedoch zumeist im Schlot zu Basalt und bildete »Vulkan-Embryonen«. Da Basalt widerstandsfähiger ist als das umgebende Kalkgestein, blieben die Basaltschlote beim Rückschreiten des Albtraufs stehen und sind an ihrer Kegelform deutlich zu erkennen, wie beispielsweise die Limburg bei Weilheim a. d. Teck. Wo die Schlote im Albkörper eingebunden sind, bilden sie häufig flache Mulden, die Maare, die durch das Einsacken der obersten Schicht nach Dampfexplosionen entstanden, wie das Randecker Maar (Tour 14). Zu den Folgen des Vulkanismus zählen heiße Quellen, die für Thermalbäder wie beispielsweise in Beuren (bei Neuffen) oder in Bad Ditzenbach (bei Geislingen) genutzt werden.

Die Vegetation

Im März erscheinen die ersten Frühlingsblumen, und im April blühen im Albvorland zahllose Obstbäume auf den Streuobstwiesen, wo unterschiedliche Obstbäume wie locker über die Wiese gestreut erscheinen. Die mittlerweile weitgehend auf die Kuppen und die Talhänge zurückgedrängten Buchenwälder belauben sich Anfang Mai, und wenig später blühen die etwa 30 auf der Alb vorkommenden Orchideenarten. Feldhecken waren bis vor wenigen Jahrzehnten ein charakteristisches Landschaftsmerkmal, denn Generationen von Bauern lasen Kalkscherben von den Äckern auf und lagerten sie an den Feldrainen ab, wo sich Sträucher wie Schlehe, Weißdorn und Hundsrose ansiedelten. Aufgrund des steinigen, kargen Bodens und der in der Höhenlage der Albhochfläche vergleichsweise kurzen Vegetationsperiode war der Ackerbau nur beschränkt möglich, sodass sich als Ersatz die Wanderschäferei entwickelte. Die Folge der Beweidung sind Wacholderheiden, auf denen unter anderem Wildrose, Schlehe, Weißdorn sowie verschiedene Distelarten wachsen – Pflanzen, die durch Stacheln, Dornen oder bitteren Geschmack vor dem Verbiss durch Schafe sicher sind.


Der »Heidengraben« beim Burrenhof auf der Grabenstettener Berghalbinsel (Tour 18)

Spuren der Besiedlung

Vor Zehntausenden von Jahren hinterließen die Jäger und Sammler der Steinzeit einfache Steinwerkzeuge, aber auch winzige Tierfiguren aus Mammut-Elfenbein wie Bison, Mammut oder Wildpferd. Sie wurden bei Ausgrabungen in den Höhlen des Lonetals (Tour 4) sowie bei Blaubeuren (Tour 12) entdeckt und gelten mit einem Alter von über 30 000 Jahren als die ältesten Kunstwerke der Menschheit. Die Kelten errichteten im 2./1. Jahrhundert v. Chr. bis zu fünf Meter hohe Mauern – sie sind längst zu Wällen erodiert –, um ihre Höhensiedlungen zu schützen, wie auf der Grabenstettener Berghalbinsel (Touren 18 und 19) oder bei der Heuneburg (Tour 30). Die Römer bauten im 1.–3. Jh. Straßen sowie Gutshöfe, wie die »villa rustica« bei den Ofnethöhlen (Tour 2), und die Alamannen gründeten im 4.–8. Jh. zahlreiche Haufendörfer, die an den auf -ingen, -hofen oder -stetten endenden Ortsnamen zu erkennen sind; eine Besonderheit ist ein alemannischer Fürstensitz auf dem Runden Berg bei Bad Urach (Tour 21). Im Mittelalter errichtete der Adel seit dem 11. Jh. zahlreiche Burgen. Seit dem 16. Jh. wurden manche Burgen ausgebaut zu komfortablen Schlössern, beispielsweise in Sigmaringen, oder sie wurden im 19. Jh. sogar neu errichtet wie Burg Hohenzollern (Tour 32) und Schloss Lichtenstein (Tour 24).


Die Grundmauern eines römischen Gutshofs bei Utzmemmingen; im Hintergrund die Ofnethöhlen (Tour 2)

Essen und Trinken

Typisch schwäbisch sind Spätzle, Teigwaren aus Mehl, Eiern und Wasser, möglichst handgeschabt über das Brett; gereicht werden sie zu allen Fleischspeisen, zu Linsen mit Saitenwürstchen und zu »Sauren Nierle«. Wird dem Teig gehackte Leber und Zwiebel beigemengt, stellen sie als Leberspätzle mit Salat eine sättigende Mahlzeit dar, ebenso wie die Kässpätzle mit geriebenem Käse und Röstzwiebeln.

Die schwäbische Spezialität schlechthin sind Maultaschen: Teigtaschen, traditionell mit einer Füllung aus Zwiebeln, Speck, Bratwurstbrät sowie Spinat und in Fleischbrühe gekocht. Serviert werden sie in Fleischbrühe, geschmälzt mit Zwiebeln oder angebraten und mit aufgeschlagenen Eiern vermischt. Moderne Kreationen sind Maultaschen in Tomatensauce, Maultaschen mit Spinat und Käse überbacken oder gar Reh- sowie Fischmaultaschen.


Archäologen entdeckten in der Vogelherdhöhle mehr als 30 000 Jahre alte Elfenbein-Tierfigürchen, die zu den ältesten Kunstwerken der Menschheit zählen (Tour 4).

Beliebte Fleischgerichte sind Schwäbischer Rostbraten, serviert mit Maultaschen, Schupfnudeln und Sauerkraut, gemischter Braten mit Scheiben von Rind- und Schweinefleisch oder »Alblamm«, zum Beispiel im Kräutermantel.

Bei einem Vesper, einer kalten Brotzeit, hat man zumeist die Auswahl zwischen Vesperplatte (dicke Scheiben von Leberwurst, Presswurst, frischer oder gerauchter Schinkenwurst mit deftigem Bauernbrot), Schwäbischem Wurstsalat (in Scheiben oder Streifen geschnittene Fleischwurst, angemacht mit Zwiebeln, Essig und Öl, manchmal ergänzt durch Schwarzwurstscheiben), und Tellersülze mit Bratkartoffeln.

Typisch schwäbisch ist auch Most, ein aus Äpfeln oder Birnen hergestelltes alkoholisches Getränk, das früher in keinem Haushalt fehlte, heute aber nur noch in wenigen Gaststätten und in einigen der zwei- oder dreimal im Jahr für wenige Wochen geöffneten Besenwirtschaften angeboten wird. Württemberger Wein wird unter anderem am Alb-Nordrand bei Weilheim a. d. Teck, bei Neuffen und Metzingen angebaut und gekeltert, und als Digestif dient einer der Schnäpse, die in Kleinbrennereien aus dem Obst der Streuobstwiesen oder aus Beeren hergestellt werden.

Schwäbische Alb in Zahlen


In Trockenperioden schimmert der Blautopf blau, nach Niederschlägen türkisgrün auf Grund der im Wasser schwebenden Schmutzteilchen (Tour 12).

23000 Kilometer markierte Wanderwege wurden vom Schwäbischen Albverein angelegt und ermöglichen Wanderungen unterschiedlichster Art.

250 Burgen, heute fast durchweg Ruinen an den Talkanten, prägen die Alb; intakte Burgen wie Wildenstein (s. Tour 39) sind selten.

2700 Karsthöhlen wurden bis heute auf der Schwäbischen Alb entdeckt, zumeist kleine Höhlen, aber auch beeindruckend große Tropfsteinhöhlen (s. Seite 9).

1015 Meter Höhe misst der Lemberg, der höchste der zehn »Tausender«, die sich am westlichen Rand der Südwestalb erheben.

200 Kilometer lang ist die Schwäbische Alb, die sich vom Nördlinger Ries im Nordosten zur Donau bei Tuttlingen erstreckt.

7 Tropfsteinhöhlen, unter anderem die über 600 Meter lange Charlottenhöhle bei Giengen a. d. Brenz, sind als Schauhöhlen für Besucher zugänglich (s. Touren 16 und 24).

4 Schlösser – Baldern und Lichtenstein, Hohenzollern und Sigmaringen – mit ihren Sälen und Salons ziehen zahlreiche Besucher an (s. Touren 1, 24 und 32)

600 Meter bis 700 Meter hoch liegt die Ostalb, während sich die Südwestalb zwischen 800 und 900 Meter Höhe erstreckt.

350 Vulkanschlote im nördlichen Bereich der Mittleren Alb sind teilweise als Bergkegel erkennbar oder hinterließen ein Maar (s. Seite 10; Touren 14 und 25).

Tipps und Infos für unterwegs

Das sollte jeder mit auf die Wanderung nehmen

Wanderschuhe

Bequeme Hose

Bequemes Hemd

Jacke oder Pullover

Regenschutzkleidung

Taschentücher

Rucksack

Wasserflasche

Proviant

Tüte für den Abfall

Taschenmesser

Sonnenschutz

Mütze

Trekkingstöcke

Geld

Ausweis

Das sollte mindestens einmal in der Wandergruppe vorhanden sein

Kartenmaterial

Erste-Hilfe-Set

Wärmefolie

Notizpapier

Schreibstift

Schnüre

Lampe

Handy

Uhr

Kompass

Reserveschuhbänder


Wanderwege und Wanderweg-Markierungen

Die Wegmarkierungen finden sich an jeder Wegkreuzung und Abzweigung: Metallstangen, an denen oftmals verwirrend viele gelbe sowie grau-lindgrüne Wegweiser angebracht sind mit Zielpunkten, Entfernungen und Namen spezieller Wege. Unsere Empfehlung: Halten Sie sich an die ebenfalls angegebenen Zeichen des Schwäbischen Albvereins: Raute, Dreieck, quer liegende Gabel und Winkel (für Abstecher) in Rot, Blau oder Gelb. Diese Albvereins-Markierungen haben sich über viele Jahrzehnte hin bewährt und werden auch in diesem Wanderbuch angeführt. Ein rotes Dreieck, ergänzt durch das Kürzel »HW« mit einer Ziffer, bezeichnet einen mehrtägigen »Hauptwanderweg«. Die bekanntesten und beliebtesten Hauptwanderwege sind der 365 km lange HW 1, der in Donauwörth beginnt und entlang des Alb-Nordrands nach Tuttlingen auf der Südwestalb führt, sowie der rund 260 km lange HW 2, der von Donauwörth nach Tuttlingen entlang des Alb-Südrands verläuft. Aus der Reihe fällt die Markierung des rund 90 km langen »Burgenwegs« von Reutlingen nach Zwiefalten. Es handelt sich um eine schwarze stilisierte Mauer mit Zinnen auf einem weißen Täfelchen.

Beste Wanderzeit

Problemlos wandern kann man auf der Alb zwischen März und November. Schon Mitte März zeigen sich in den noch kahlen Buchenwäldern die ersten Frühjahrsblumen. Im April beginnt die eigentliche Saison. Der Mai ist die Blütezeit der meisten der rund 30 verschiedenen auf der Alb wachsenden Orchideenarten. Der zweite Höhepunkt im Jahr ist der Herbst, wenn sich die Blätter der Buchen verfärben und einen besonders reizvollen Kontrast zu den hellen Felswänden bilden.

Wanderausrüstung

Stabile Schuhe mit gutem Profil genügen in der Regel, aber vorzuziehen sind leichte Trekkingstiefel mit Knöchelschutz, denn auf glatt geschliffenen Kalkfelsen und Kalkscherben wird es nach Niederschlägen rutschig. Hose und Hemd beziehungsweise Bluse sollten leicht und luftig sein, die Wäsche aus schnell trocknendem Material wie Mikrofaser. Unabdingbar sind eine Regenjacke mit Kapuze und im Hochsommer ein leichter Hut oder eine Schirmmütze. Getränke sollte man auf jeden Fall dabeihaben, vor allem, wenn man mit Kindern unterwegs ist.

Wanderkarten

Das Landesvermessungsamt Baden-Württemberg publiziert die recht gute Reihe »Freizeitkarte« im Maßstab 1: 50 000.

Es handelt sich um die Blätter 507 (Villingen-Schwenningen), 521 (Göppingen), 522 (Aalen), 523 (Tübingen-Reutlingen), 524 (Bad Urach), 525 (Ulm), 526 (Sigmaringen).

Die Schwierigkeitsgrade der Touren


Leicht: Technisch und konditionell einfache Wanderung auf guten Wegen und Pfaden mit kleineren Anstiegen


Mittel: Technisch und/oder konditionell mittelschwierige Wanderung, die einen sicheren Tritt und abschnittsweise Schwindelfreiheit erfordert


Schwer: Technisch und/oder konditionell anspruchsvolle Wanderung, die aufgrund ihrer Länge oder Wegbeschaffenheit Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und gute Kondition benötigt; streckenweise auch Felspfad mit Seilsicherung


Blühende Obstwiesen im Albvorland

Auf geht's


Auf dem Kegelstumpf des Ipf befand sich ein befestigter keltischer Fürstensitz

1


Abseits des Trubels

Vom Ipf zum Schloss Baldern

Die Rundwanderung verbindet in der hügeligen Landschaft vor dem Albrand den kegelförmigen Ipf, auf dem eine vorgeschichtliche Ringwallanlage steht, mit dem barocken Schloss Baldern, das auf einer beim Einschlag des Nördlinger Meteoriten herausgeschleuderten Erdscholle thront.

Wegbeschaffenheit

Abwechselnd auf Wald- und asphaltierten Wirtschaftswegen; kürzere Abschnitte auf ruhigen Straßen

Ausgangspunkt

Bopfingen, am Nordostrand der Alb; Parkplatz am Flüsschen Sechta

Anfahrt

Bahn: Linie Aalen-Donauwörth. Pkw: A 7 Würzburg-Ulm, Ausfahrt Aalen/West-hausen, B 29 nach Bopfingen, im Ort nach links (recht unauffällige dunkelrote Wegweiser) zum Parkplatz



Der Wegverlauf

Im 8. Jh. entstand am Fuß des Ipf ein Marktort, der 1153 zur Stadt und 1241 zur Reichsstadt erhoben wurde. Seine Reichsfreiheit verlor Bopfingen im Jahr 1802, fiel dann zunächst an Bayern und gehört seit 1810 zu Württemberg. Trotz Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg blieb das mittelalterliche Stadtbild teilweise erhalten, weshalb sich ein Stadtrundgang lohnt.

In Bopfingen folgen Sie vom Parkplatz an der Sechta der Straße über die Sechta-Brücke und nach rechts der Lindenstraße (Markierung unter anderem »kinderwagenfreundlicher Wanderweg«). Nach 300 m biegen Sie links ab in die Alte Kirchheimer Straße (Markierung rote Gabel), die ab Ortsende als asphaltierter Weg zu einem kleinen Parkplatz an der Ostflanke des Ipf ansteigt. Eine Allee (Markierung rote Gabel) führt durch Wälle und Gräben auf den Ipf (0:45 Std.), von dem sich ein herrlicher Rundblick bietet. Der Ipf ist als Zeugenberg dem nördlichen Albrand vorgelagert und an seiner markanten Silhouette von Weitem erkennbar: Der abgeflachte Bergkegel fällt nach drei Seiten knapp 200 m steil ab, in Richtung Osten jedoch läuft er in einem breiten, sanfter abfallenden Rücken aus. Auf dem Gipfelplateau befinden sich die Überreste einer vorgeschichtlichen Ringwallanlage, die zu den bedeutendsten Bodenkulturdenkmälern Süddeutschlands zählt. Funde ergaben, dass bereits zwischen dem 4. und dem 2. Jahrtausend hier oben gesiedelt wurde. Im 1. Jahrtausend v. Chr., als der Ipf ein keltischer Fürstensitz war, wurden die Hochfläche und die östliche Flanke des Berges mit bis zu fünf Meter hohen Mauerbauten befestigt: Zwischen senkrecht in die Erde gerammten Pfosten wurden Trockenmauern aufgeschichtet, und der Raum dazwischen wurde mit losem Erd- und Steinmaterial aufgefüllt. Zunächst wurde die ovale, im Durchmesser rund 165 m große Hochfläche von einem Ringwall umgeben. In späteren Jahrhunderten entstanden an der östlichen, ungeschützten Bergflanke mächtige Wall- und Grabensysteme, wobei natürliche Terrassenabsätze geschickt in die Anlage mit einbezogen wurden. Drei hintereinander gestaffelte Wälle ergaben, einschließlich der eingetieften Grabensohlen, eine kaum zu überwindende Gesamthöhe von etwa 20 m. Der Weg zur Hochfläche wurde links an den Eingangsbefestigungen vorbeigeführt, sodass Angreifer ihre rechte, ungeschützte Seite – der Schild wurde in der Regel links getragen – den Verteidigern zuwenden mussten. Die Überreste der Stein- und Erdwälle sind trotz teilweiser Verfüllung der Gräben und Abtragung der Wälle immer noch beeindruckend. Die Versorgung mit Trinkwasser war durch eine mittlerweile verschüttete Quelle am Nordhang des Ipf sichergestellt.

Am Westhang – nun der Markierung rote Gabel folgend – steigen Sie steil ab nach Oberdorf und durchqueren den Ort. Ein Wirtschaftsweg führt entlang des Waldrands und durch Wald zur Straße Oberdorf-Baldern (knapp 2 Std.). Ihr folgen Sie kurzzeitig nach rechts, biegen dann links ab und passieren den Weiler Zimmerstetten. Sie steigen an, gehen an der Schlossmauer entlang und betreten schließlich Schloss Baldern (2:30 Std.) Durch Umbauten einer mittelalterlichen Burganlage entstand in der ersten Hälfte des 18. Jh. das heutige barocke Schloss der Herren von Oettingen. Elemente der Burg blieben erhalten: die starken Mauern, die einstige Vorburg mit den Wirtschaftsgebäuden – unter anderem mit dem für Veranstaltungen nutzbaren Marstall und einem Café – und der Burghof. Prachtvoll eingerichtet sind die Schlosskapelle, die Salons und Gemächer, die im Rahmen einer Führung besichtigt werden können (stündliche Führungen 1. April-31. Okt. täglich außer Mo von 10-17 Uhr; schlossbaldern@fuerstwallerstein.de). Vor dem Schlosstor wurden linker Hand die sogenannten Wallerstein Gardens angelegt.

Nach Verlassen des Schlosses steigen Sie geradeaus ab nach Baldern. Auf der Ortsdurchfahrt gehen Sie rechts zur Kirche und dann links in der Weilerstraße bergab. Auf der Talsohle verlassen Sie die Straße nach rechts, erreichen die Scheitelhöhe eines Hügelrückens und biegen bei einigen Feldscheunen (3:30 Std.) in der Nähe des Dorfs Röttingen links ab.

Sie folgen dem Asphaltweg (keine Markierung) zu einer Weggabelung am Rand eines Waldstücks und wenden sich dort nach links (4:15 Std.). Bequem führt der Fahrweg, vorbei an riesigen Kalkschollen, die beim Einschlag des Ries-Krater-Meteoriten vor 14,5 Millionen Jahren ausgeworfen wurden, hinunter nach Oberdorf am Ipf (4:30 Std.).

Sie gehen durch die Karksteinstraße, steigen über Treppen zur Ellwanger Straße ab und kehren auf dem links abzweigenden Egerweg entlang der Eger nach Bopfingen (5:00 Std.) zurück, wo Sie der Jahnstraße wieder zu Ihrem Ausgangspunkt folgen.


Beim barocken Ausbau des Schlosses Baldern im 18. Jh. erhielten auch die Pferde eine standesgemäße Unterkunft; heute kann der Marstall für Feste gebucht werden.


Im 6. Jahrhundert v. Chr. wurden die Wälle und Gräben am Osthang des Ipf angelegt.

Aussichtspunkt Ipf

Beeindruckend sind die zu Wällen erodierten Mauern und die noch heute tiefen Gräben auf dem Ipf, der vor 2500 Jahren als keltischer Fürstensitz diente und einen herrlichen Ausblick bietet. Asphaltierte Wirtschaftswege auf dem letzten Streckenabschnitt trüben den Wandergenuss, aber der Blick auf den Ipf gleicht dies wieder aus.

2


Abseits des Trubels

Am Rand des Nördlinger Ries

Ein 50 bis 150 m hoher Rand umgibt das Nördlinger Ries, eine runde Ebene, die vor 15 Millionen Jahren durch den Einschlag eines Meteoriten entstand. Darüber informiert das Rieskrater-Museum in Nördlingen (Eugene-Shoemaker-Platz 1; ganzjährig Di–So 10–12/13.30–16.30 Uhr).

Wegbeschaffenheit

Kurzzeitig auf Straßen, ansonsten auf Feld- und Forstwegen

Ausgangspunkt

Utzmemmingen am Riesrand an der nordöstlichen Ecke der Alb

Anfahrt

B 466 Heidenheim-Nördlingen, 6 km hinter Ohmenheim links ab, nach 3 km rechts nach Utzmemmingen; nach 300 m rechts in die Goethestraße zum Parkplatz am Sportgelände beziehungsweise Schützenhaus



Der Wegverlauf

Vom Parkplatz in Utzmemmingen führt ein Fußweg am Sportgelände entlang in Richtung Kirche. In der Brunnenstraße wenden Sie sich nach links, biegen rechts ab in die Rosenstraße und steigen am Rand des Rieskraters (0:15 Std.) an (weiß-blaue Täfelchen, Albblickweg). Auf der Höhe führt der Weg nach rechts und mit herrlichem Blick, unter anderem auf Nördlingen im Ries und den Ipf, an der Kante eines Steinbruchs entlang.

Unterhalb der Scheitelhöhe öffnen sich die beiden Ofnethöhlen (0:30 Std.), in denen Steinwerkzeug aus der Altsteinzeit sowie 13 000 Jahre alte menschliche Schädel ausgegraben wurden.

Der Weg führt hinunter zu den restaurierten Grundmauern eines römischen Gutshofs (»villa rustica«) aus dem 2. Jahrhundert. Weiter talabwärts biegen Sie an einer Gabelung links ab in Richtung »Alte Bürg«, durchqueren das flache Tal und halten sich am Waldrand erneut links. Vorbei an einem Grill- und Spielplatz und an einem Weiher erreichen Sie die Waldschänke Alte Bürg (1:00 Std.) (geöffnet Mi-So ab 11.30 Uhr; www.jagdhausab.de).

Geradeaus gehen Sie zwischen den Gebäuden hindurch (gelbrote Markierung) und folgen nach rechts einem Waldweg entlang einer niederen Erhebung. Ein kurzer Abstecher nach rechts führt hinauf zur Kapelle St. Hippolyt aus dem 12. Jh., die vermutlich zu einer abgegangenen Burg gehörte.

Geradeaus erreichen Sie einen quer verlaufenden Forstweg, an dem sich ein Steinbruch (1:10 Std.) befindet, in dem Suevit (Schwabenstein) ansteht: Er entstand beim Einschlag des Meteoriten durch den enormen Druck und durch Temperaturen um 30 000 °C. Aus dem hier und in weiteren Steinbrüchen abgebauten Gestein wurde unter anderem die Nördlinger Georgskirche mit dem als Daniel bezeichneten Turm errichtet.

Sie folgen dem Forstweg (gelbrote Täfelchen) zu dem oben genannten Weiher und biegen links ab auf einen Wirtschaftsweg, der nach Utzmemmingen führt. Am Ortsrand halten Sie sich rechts, nach rund 500 m dann links und kehren so wieder zum Parkplatz (2:00 Std.) am Sportplatz zurück.


Der »Daniel«, der Turm der Nördlinger Georgskirche, fällt im flachen Ries stark auf.

Blick vom Rieskraterrand

Üblicherweise geht es auf dem Riesrand bei Utzmemmingen ruhig zu, obwohl Sie bei guten Sichtverhältnissen einen wunderbaren Blick auf den kreisrunden Rieskrater mit Nördlingen genießen. Leider ist der Weg von den Ofnethöhlen zur Alten Bürg asphaltiert.

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Härtsfeldsee und Neresheim


Auf der einfachen, aber langen Rundwanderung gibt es keine steilen Anstiege zu bewältigen, denn sie verläuft auf dem Härtsfeld, einer Hochfläche auf der östlichen Alb. Wem die Tour zu lang ist, der kann sie durch eine Fahrt mit der Museumsbahn etwas verkürzen (s. Tipp).

Wegbeschaffenheit

Kurze Abschnitte auf Straßen, teils asphaltierte Wirtschaftswege; Waldwege

Ausgangspunkt

Parkplatz am Härtsfeldsee an der Straße Dischingen-Neresheim

Anfahrt

A 7, Kreuz Ulm/Elchingen-Würzburg, Ausfahrt 116 (Heidenheim), Landstraße nach Nattheim, in der Ortsmitte rechts nach Dischingen, dort links in Richtung Neresheim und 3 km zum Härtsfeldsee



Der Wegverlauf

Vom Parkplatz am Härtsfeldsee an der Straße in Richtung Neresheim folgen Sie in nordöstlicher Richtung einem Wirtschaftsweg (keine Markierung) durch das Wiesental, parallel zu einer Landstraße. Am Ortsbeginn von Katzenstein zweigt links die Straße nach Iggenhausen ab, die gut sichtbar mit einem roten Dreiblock markiert ist.

Abstecher: Ehe Sie abbiegen, lohnt der Weg zu der gut erhaltenen Burg Katzenstein (0:30 Std.): Sie folgen weiter der Ortsdurchfahrt und steigen wenig später zu der beeindruckend auf einem Felsen stehenden Burg Katzenstein an (Burggaststätte). Sie gilt als eine der besterhaltenen romanischen Burganlagen (11. Jh.) im süddeutschen Raum (geöffnet täglich außer Mo 10-18 Uhr, Führungen um 11, 14, 15 und 16 Uhr; im Feb. geschlossen; www.burgkatzenstein.de).

Sie kehren in den Ort zurück und folgen der Straße in Richtung Iggenhausen am Hang des Hexenbergs leicht bergauf zur Scheitelhöhe, wo der markierte Weg nach rechts abzweigt. Nach 500 m biegen Sie links ab – von hier bietet sich ein schöner Blick auf Katzenstein und den Härtsfeldsee – und folgen dem markierten Weg anfangs entlang des Waldrands, dann durch den Wald. Dabei durchqueren Sie zunächst ein flaches Tal und einige Minuten später das enge Tal des Wildbachs (1 Std.). Stets geradeaus erreichen Sie den Waldrand und beim kleinen Schloss Neresheim die Straße Neresheim-Nördlingen. Bergab gelangen Sie zur Benediktinerabtei Neresheim (2:30 Std.).

Passend zur Vorliebe der Benediktiner für erhöhte Standorte steht die Abtei auf dem Ulrichsberg oberhalb von Neresheim. Gegründet wurde sie im Jahr 1095 als Chorherrenstift und zu Beginn des 12. Jh. in ein Benediktinerkloster umgewandelt. Die heutige Anlage allerdings stammt aus dem 18. Jh. Anlässlich der 600-Jahr-Feier der Abtei wurde mit umfangreichen Umbauarbeiten begonnen, die sich über fast 100 Jahre hinzogen. Zuerst wurden der Wirtschaftshof, darüber dann die Konventsgebäude und schließlich an höchster Stelle die Kirche errichtet. Als Baumeister wurde Balthasar Neumann (1687–1753) berufen, der jedoch noch vor Vollendung der Kirche starb, die heute zu den bedeutendsten spätbarocken Kirchen zählt. Die Kuppeln in dem hellen, heiter wirkenden Kirchenraum wurden von Martin Knoller (1747–1792) ausgemalt und gelten als Höhepunkt europäischer Barockmalerei. Nur ein Jahrzehnt nach der Einweihung der Kirche wurde das Kloster im Zuge der Säkularisierung aufgehoben und dem Fürsten von Thurn und Taxis zugesprochen. Im Jahr 1920 pachteten Benediktiner die teilweise leer stehenden Gebäude und gründeten wieder ein Kloster. Das Klostermuseum im Konventgebäude und in der Prälatur bietet einen Überblick über die Kloster- und Baugeschichte der Abtei (Klostermuseum: Führungen Sa und So 16 Uhr; Abteikirche ganztägig geöffnet; Kirchenführungen: Ostern-Allerheiligen täglich 11 und 15 Uhr). Bekannt ist die Klosterkirche auch wegen der hervorragenden Akustik, die man mehrmals im Jahr bei Konzerten erleben kann (www.abtei-neresheim.de).

Nach Besichtigung der Klosteranlage verlassen Sie den Klosterhof durch einen Ausgang an der Klostergaststätte und folgen einer Allee bergab. Am Ortsbeginn von Neresheim passieren Sie das im alten Bahnhof untergebrachte Härtsfeldbahn-Museum (an den Fahrtagen der Museumsbahn geöffnet; www.hmb-ev.de) und halten sich auf der quer verlaufenden Straße Neresheim-Nördlingen links. Am Ortsende zweigt rechts ein Weg ab (Markierung rote Raute), der das Tal der Egau durchquert und an der Gallusmühle über das Flüsschen an den westlichen Talhang führt. In trockenen Sommern kann es jedoch sein, dass statt der Egau nur ein leeres Bachbett zu sehen ist. Dann sind die elf Egauquellen bei Neresheim versiegt, und das Wasser tritt erst am Härtsfeldsee aus. Bequem führt ein breiter Weg talabwärts (keine Wander-, nur Radmarkierung), an einem mit Wacholder bestandenen Seitental vorbei, und anschließend passiert er die zwischen bewaldeten Hängen stehende ehemalige Steinmühle sowie nach einigen Minuten die Steinbrüche der ehemaligen Härtsfeldwerke. Weiter talabwärts weicht der Wald zurück. Sie passieren das jenseits der Egau liegende Dorf Iggenhausen und erreichen wenig später eine Brücke über das Flüsschen.

Wer sofort zum Parkplatz zurückkehren möchte, überquert die Brücke. Zum Badeplatz am Härtsfeldsee mit großer Liegewiese und Seehaus-Kiosk (geöffnet Mai-Okt.) folgt man dem Weg geradeaus. Vom Badeplatz führt der Weg geradeaus und nach links am Ufer entlang zurück zum Parkplatz (4:30 Std.).


Die vollständig erhaltene Burg Katzenstein


Der Härtsfeldsee im Egautal südlich von Neresheim

Die »Schättere«


Schön anzusehen ist das Neresheimer Bahnhofsgelände, wenn die Härtsfeld-Museumsbahn »Schättere«, die bis 1972 zwischen Aalen und Dillingen verkehrte, unter Dampf gesetzt wird. An solchen Tagen allerdings wird der Wanderweg entlang der Bahnlinie bis zum Härtsfeldsee, einem Badesee, von zahlreichen Wanderern und Radlern benutzt.

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Türler ve etiketler

Yaş sınırı:
18+
Litres'teki yayın tarihi:
09 kasım 2024
Hacim:
350 s. 351 illüstrasyon
ISBN:
9783734319587
Yayıncı:
Telif hakkı:
Bookwire
İndirme biçimi:

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