Kitabı oku: «Pax erzählt», sayfa 2
Außenseiter? Innenseiter!
Was ich bei uns mal so mithörte in den Gesprächen, hat mich schon verwundert.
Seltsam, seltsam.
Herrli berichtete Frauli, dass mal über mich gesprochen wurde – nicht zu Hause.
Da hat ihn doch glatt jemand gefragt: „Was hat er denn gelernt bis jetzt? Nichts hat er gelernt!“
Ich war schon verblüfft über so viel Unverständnis, und Frauli war entsetzt. Nun gut, ich habe nicht gelernt Männchen zu machen, Pfötchen zu geben und zu allem keine Meinung zu sagen, wie das ja wohl viele Zweibeiner lernen.
Aber ich habe bei meinen beiden gelernt, dass ich Vertrauen haben kann.
Ich habe erfahren, dass ich geliebt werde – ohne wenn und aber!
Ich kann endlich vertrauen, darauf vertrauen, dass ich nie geschlagen oder getreten werde, wenn ich etwas sage.
Und wer schon mal 20 Schrotkugeln im Kopf hatte, der sagt lieber früher als zu spät etwas.
Ihr meint, wir könnten nichts sagen? Na klar reden auch wir Vierbeiner.
Ihr müsst nur zuhören, denn unsere Sprache ist anders und sehr unmissverständlich.
Nun gut, zugegeben … ich habe eine sehr kräftige Stimme. Dadurch mag sich schon mal jemand irritiert fühlen.
Doch rede ich ja nicht den ganzen Tag ununterbrochen.
Meistens mache ich es mir gemütlich, oder ich marschiere still durch unser Zuhause.
Genau betrachtet brauche ich ja hundsgemäß sowieso meine mindestens 16 Stunden Schlaf am Tag.
Und wenn ich dann wach bin, sondiere ich immer gerne die Lage mit Nase und Ohren. Ich bin immer ganz Ohr. Also kann ich auch nicht einmal ein schlimmer Störenfried sein. Zweibeiner reden wohl erheblich mehr als ich, und ich hoffe nur, dass ihr Reden auch Sinn macht.
Jedenfalls bin ich immer ganz eindeutig und aufrichtig in meinen Äußerungen.
Ich kann gar nicht lügen oder mich verstellen in höflichem Geplänkel.
So hängen die Aussagen wenigstens klar in der Luft.
Jaja, schon – ich belle ja schließlich nicht auf den Tisch, müsst ihr verstehen.
Was ich wohl noch gelernt habe?
Ach – sooo viel! Zu Hause finde ich mich blind zurecht.
Haha, ich bin ja blind! Ich will sagen: Ich weiß im Detail Bescheid, wo welche Dinge stehen und wie sie riechen.
Ein Spezialgebiet von mir ist übrigens mittlerweile die Küche, denn dort stehen unsere Näpfe, und vor allem sind dort auch alle die Köstlichkeiten für uns gelagert.
Die kommen ja immer im Pax-und-Kari-Paket und ich passe genau auf, wohin meine Große sie dann stellt oder legt.
Früher, damals in meinem anderen Leben, gab es halt ein Fressi gegen den Hunger, aber nun wird die Mahlzeit immer zu einem Fest für uns!
Gelernt habe ich auch, Treppen zu laufen wie ein Weltmeister (das habe ich ja schon an anderer Stelle erzählt).
Das ist nicht so selbstverständlich, denn im Tierheim gab es ja keine Stufen. Das können sich vielleicht gar nicht alle vorstellen, die in einem behüteten Zuhause aufgewachsen sind.
Und auch auf der Straße kann ich ruhig laufen, denn Herrli oder Frauli sagen mir ja immer Bescheid, wo wir gehen können oder wo ich aufpassen muss.
Wenn einer von beiden mal sagt „Nein, nein! Da gehen wir nicht lang!“, dann kann ich darauf vertrauen. Nur Begegnungen mit fremden Hunden oder Menschen machen mir fast immer Angst.
Ach ja, und ich habe auch gelernt, was andere schon als Kinder lernen dürfen, aber ich offensichtlich nie tun durfte: Spielen!!! Am Anfang war ich da sehr zurückhaltend und skeptisch, die Spielsachen zu berühren – ich wollte bloß nichts falsch machen. Aber nach mehrfachen Ermutigungen habe ich es dann doch gewagt. Huiii – das war ja lustig!
Es war wie ein Wunder, dass ich großer gscheiter Manndi, wie ich immer genannt werde, als Erwachsener noch lernen durfte, unbekümmert zu sein und einfach ohne Ängste und Sorgen zu spielen.

Also habe ich eigentlich alles Wesentliche schon gelernt: Vertrauen und Liebe –, und ich bin schon gespannt auf neue Erfahrungen.
Bellen spricht deutlich
An meinen ersten Tagen in meinem neuen Zuhause dachten meine beiden wohl, ich hätte gar keine Stimme.
Wufferlapapp! Jaja, ich versteh schon … es gibt ja auch Länder, wo den Tieren die Stimmbänder einfach durchtrennt werden. Nein, ich war schon gesund, aber mir war halt nichts vertraut, alles war neu. Weiß man, an welchen Ort man gekommen ist? Ich wusste es nicht, also habe ich erst einmal vorsichtig die Lage sondiert und abgewartet. Ich habe wohl schon zu viel erlebt, als dass ich ganz fröhlich und unbekümmert auf irgendjemanden zugehen könnte oder wollte.
Zudem kannte ich ja die Gewohnheiten hier überhaupt nicht. Wann und was würde es wo zu fressen geben, ob und wie könnte ich meine Bedürfnisse erledigen, wohin dürfte ich mich wohl bewegen in meinem neuen Zuhause? Huch, so viele Fragen –, alleine die ließen mich schon verstummen.
Na ja, und ich wollte ja auch nicht stören und unangenehm auffallen durch Lautgebung. Am Ende wäre ich noch bestraft worden …
Aber nein – ich konnte genießen lernen! Ich genoss die morgendlichen Begrüßungen, ich genoss die Spaziergänge zu netten Bäumen und Sträuchern, ich genoss die Mahlzeiten, die mir immer exklusiv gereicht wurden, ich genoss meine Spiele und dann auch unsere Spiele. Ja – es war fein hier, und ich hatte es wohl sehr gut getroffen. Eines Tages sprang ich dann aus dem Stand genau in die Mitte des großen Bettes – hei, das war lustig– und ich wurde sogar gelobt. An einem der nächsten Tage haben wir wieder so fröhlich gespielt, ich war begeistert, und … wuff wuuuufff, huii, da habe ich aber gebellt! Und meine beiden Großen waren begeistert!
Inzwischen belle ich ziemlich geläufig, denn ich darf das ja.
Wenn Geräusche im Treppenhaus sind, belle ich. Wenn es klingelt, belle ich. Ich denke halt immer: Welcher Störenfried belästigt uns denn jetzt schon wieder.
Wenn uns auf der Straße irgendjemand bei unseren Geschäften stört, belle ich …
Ich bin doch nicht blöd, die sollen sich halt zurückhalten. Na ja, es gibt auch Leute, die ich schon kenne, aber da belle ich halt erst – ich bin ja hier zu Hause – danach entscheide ich mich eher für Gemütlichkeit, denn die habe ich ja am liebsten.

Wenn Herrli mit Kari Gassi geht, belle ich bisweilen auch. Ich gebe ihr halt noch ein paar Ermahnungen mit auf den Weg: „Lauf langsam, damit du Herrli nicht umreißt“, oder „Lass dich nicht mit jedem Dahergelaufenen ein“, und vor allem „Schau, dass du alle deine Geschäfte auf der Wiese erledigst“. Mein „Kommt bald wieder“ belle ich manchmal auch. Aber das ist weniger ernst zu nehmen. Ich freue mich ja schon auf meine „Nur-für-dich-Pax“, die ich dann ungestört knabbern kann. So ein Hühnerfilet in Streifen ist ja doch was ganz Feines am Morgen oder Mittag.
Bei ihrer Rückkehr belle ich meine kurze, freundliche Begrüßung und ziehe mich gerne erst mal in die Bibliothek zurück als Manndi von Welt, oder ich überzeuge mich, was die Kleine produziert hat. Bis zu unserem späteren ausgiebigen Spiel schone ich dann erst einmal meine starke Stimme! Aber daaannn!!!
Betti Heiti
Ich sollte mal so nebenbei erwähnen, dass meine Kleine und ich sehr, sehr gerne sehr, sehr viel schlafen. Wir ruhen nach dem Frühstückchen mit den beiden Großen im Fresszimmer.
Wir schlafen nach unserem anstrengenden, lustigen Spiel im Büro, wir schlafen nach dem Fressi zu Mittag (spätestens nach dem von Herrli und Frauli) im Fresszimmer und dann im Büro, wir schlafen, schlafen, schlafen …
Hei – ist das gemüüütlich.
Nach dem Gassi gehen und dem leckeren Fressi spielen meine Kleine und ich gerne noch ein wenig, um dann zu schlafen.
Es sei denn, unsere beiden Großen hätten gerade noch von diesem wunderbaren Käse – na klar, da machen wir doch gerne, sehr gerne eine kurze Unterbrechung mit langer, langer Nase.
Das ist dann schon lustig und lecker – „erst für Frauli, dann für Pax und für Kari“. Heißa, das ist ja fast wie im Schlaraffenland.
Ich konzentriere mich halt auf das Wesentliche – das muss man schon als mittlerweile Manndi von Welt!
Aber: Nach einem gemütlichen Abend-Büro-Schlaf wird es erst noch richtig fein.
Wenn Herrli dann aufsteht und sagt: „So, kommt, jetzt gehen wir Betti Heiti“, na dann aber … im schwuppdiwupp springen wir auf und laufen geschwind ins Schlafzimmer. Es versteht sich, dass ich auf meinen Super-Sonder-Ehrenplatz springe und mir alles gründlich sortiere und zurechtlege. Wo der ist, der Platz?
Na klar, auf dem Kissen von Herrli! Das ist doch für mich wie ein Thron … und für die Kleine ist doch schließlich ganz viel Platz am Fußende oder in der Mitte bei Frauli.
Ich kuschel mich also richtig ein, während Herrli sein Kleidi zur Nacht anzieht, und liege so schon mal gemütlich in Morpheus’ Armen.
Herrli wird sich schon zurechtfinden …
Hier fühle ich mich jedenfalls so richtig, richtig wohl und gelassen. Ich schmunzle einfach selig vor mich hin, bis Frauli uns dann eine gute Nacht wünscht.
Jeder bekommt seinen Extrawunsch – ich als letzter, weil ich ja der Erste bin, und mir (nur mir) sagt Frauli dann immer: „Gute Nacht Pax, schlaf schön, ich hab dich ganz, ganz lieb“, und gibt mir einen Kuss, den ich gerne erwidere.
Noch ein ganz wohliger, ganz tiefer Seufzer …
Herrli schläft dann meistens schon, und die Kleine schnarcht wie eine Große. Haaach – so kann ich mich ganz gelöst und heiter in mein Traumland begeben. Betti Heiti ist was Feines, gaaanz Feines!!!

Blinde sehen!
Dass wir uns recht verstehen: Ja, ich bin blind und ja, Kari ist auch blind.
Ich bin blind, weil mich irgendwer in den Kopf geschossen hat, und die Kleine ist langsam erblindet nach einer Krankheit an der Leber.
Aber, und da kann ich nur für mich reden, es gibt hier keine Schwierigkeiten für uns. Falsch: Ich kann schon für uns beide reden, denn ich weiß ja aus Erfahrung, wie die Kleine bei uns zu Hause herumwirbelt, wenn das kindliche Temperament mit ihr durchgeht …
Soll ich euch was verraten? Ich weiß ganz genau, wie meine (na ja – bitte sehr: unsere) Großen aussehen.
Also, allein schon am Geruch würde ich sie unter Tausenden wiedererkennen. Jedes Lebewesen hat ja seinen persönlichen Duft, der ihn unverwechselbar macht. Unsere Gerüche harmonieren offenbar, denn wir passen eindeutig zusammen.
Natürlich mache ich mich jeden Tag erneut vertraut, denn sie könnten ja auch die Kleidung gewechselt haben. So bin ich immer am Puls der Zeit!
Im Übrigen sagen ihre Stimmen und Stimmfärbungen viel, viel, viel mehr aus als das, was Augen wahrnehmen können.
Ein Mensch kann lächeln, aber seine Stimme verrät möglicherweise schon, dass er im nächsten Moment gefährlich werden könnte. Da habe ich wohl so meine Erfahrung(en), ich weiß es nicht – nicht mehr …
Jedenfalls sind meine/unsere beiden für mich sehr, sehr, sehr schön und gut. Man sieht ja wirklich nur mit dem Herzen gut. Der Klang ihrer Stimmen gibt mir Liebe, Geborgenheit und Schutz vor der tosenden Welt.
Ich bin blind? Jaja – stimmt schon. Aber soll ich jemandem sagen, wo wie was in der Wohnung steht?
Pah – ihr würdet euch wundern. Ich kenne jede einzelne Ecke unserer Wohnung, da ich mich als gscheiter Manndi natürlich bestens informiert habe.
Auch kenne ich die Stellen, wo ich nicht wild sein sollte, weil etwas brechen könnte. Außerdem weiß jeder, dass ich ohnehin ein ganz Behutsamer bin. Man hat ja so seinen Ruf im Lauf der Monate … Ich scheppere doch nicht mutwillig den Ort kaputt, an dem ich daheim bin!
Nein, nein, ich bewege mich ganz geschmeidig und behutsam um jede Ecke, jede Kante. Selbst wenn die Kleine und ich spielen – und wir spielen seeehr lebhaft – dann passen wir doch genau auf, wohin wir springen und toben. Da haben wir, glaube ich, einen großen Vorteil allen Sehenden gegenüber, weil unsere Antennen ungleich weiter ausgefahren sind.
Was ich also sagen wollte: Wir sind blind UND wir sehen. Wir sehen mit Ohren und Nase und dem siebten Sinn. Können das Menschen? Können das sehende Vierbeiner?
Letztere nur im Ansatz, und die Menschen haben das wohl fast vergessen – oder es ist ihnen aberzogen worden. Schade, schade, denn ich freue mich über jeden Zweibeiner, mit dem ich sofort auch ohne viele Worte reden kann! Das ist doch viel wichtiger als die Schwemme von Wörtern, die gar nichts aussagen.
Zum Beispiel: Herrli ist unendlich lieb zu mir (so ein Herrli habe ich bestimmt noch nicht erlebt). Frauli ist auch unendlich lieb zu mir, UND sie weiß immer sofort, was ich meine oder brauche. Dabei hatte sie noch nie einen Hund als Gefährten (nur Wellensittiche), aber einen blinden Mann. Aber, um nicht abzuweichen, wer glaubt, ein Blinder sei nur blind und sehe nichts, der irrt gewaltig.
Meine Kleine, Kari, und ich –, wir sind blind UND wir sehen unsere Welt in allen erdenklich wohlklingenden Farben, ganz besonders bei uns daheim!!!
Blutiger Samstag
Der Tag war erst noch ganz normal, friedlich und gemütlich, wie immer. Die üblichen Spaziergänge, bei denen mich nur hier und da lärmende Menschen oder lästige Vierbeiner störten. Aber daran bin ich ja schon irgendwie gewöhnt. Zu Hause fühle ich mich natürlich erheblich wohler, weil hier keine Störung oder Gefahr droht. Als Blinder empfinde ich draußen halt alles erst mal als Gefahr, wenn ich es nicht zuordnen kann als bekannten Geruch oder vertrautes Geräusch.
Am Abend döste ich – wie oft – ganz friedlich so vor mich hin. Ich hörte wohl, dass meine Große im Flur noch etwas säuberte, aber das kenne ich ja.
Aber dann, ganz plötzlich, hörte ich ein lautes „Bumm“, Frauli schrie ganz kurz auf und lag am Boden. Herrli war ganz verwirrt und wurde dann hektisch und aufgeregt.
Kari war total besorgt und durcheinander. Sie hätte so gerne geholfen.
Mich klärte niemand auf, wie alles so hektisch war mit einem Mal.
Aber ich hatte verstanden. Den Geruch kannte ich irgendwoher.
Ein unheilvoller Geruch – er war überall am Boden … Irgendeine Erinnerung holte mich ein, aber ich konnte sie nicht näher erklären. Ich blieb ganz still, weil ich nicht stören wollte – und weil ich eine fremde und auch bekannte Angst hatte.
Diese Angst machte mir Angst. Herrli lief hin und her und holte Tücher, Frauli lief hin und her – und es roch nach Blut, so viel Blut, massenhaft Blut.
Schließlich telefonierte Herrli, und auf einmal war Frauli weg. Sie hatte sich gar nicht verabschiedet, das tut sie doch sonst immer. Sonderbar!
Ich blieb, wir blieben total verunsichert zurück, und ich konnte mir das ungute Ereignis gar nicht so recht erklären. Bestimmt war ich auch traurig, aber auch das weiß ich gar nicht so genau. Wir gingen dann schließlich schlafen. Ich hatte an dem Abend nicht einmal zum Trost meine „Nur-für-dich-Pax“ bekommen, also war alles, aber auch alles total unnormal an diesem Abend.
Na ja – so blieb ich halt liegen und versuchte einfach, zur Ruhe zu kommen.
Später, sehr viel später hörte ich den bekannten Schritt auf der Treppe, und dann den Schlüssel an der Wohnungstüre. Hui – meine Große war wieder da! Sie kam zu Herrli und Kari, um sie zu informieren. Aber dann hat sie sich richtig Zeit für mich genommen, um mich zu beruhigen und mir einen guten Schlaf zu wünschen.
Meine weit, weit aufgerissenen Augen haben meiner Großen wohl alle Not des Abends erzählt, ganze Romane: „Da bist du ja wieder“, „du lebst und redest lieb mit mir“, „kein Blut mehr“. Ich hatte mir ja solche Sorgen gemacht – auch wenn ich das niemals offen zugeben würde. Ich bin da nicht so mitteilsam wie die Kleine.
Schließlich bin ich ja schon ein großer Manndi.
Meine Große hatte alles mutig ausgehalten an diesem Abend und im Krankenhaus – um wieder bei uns zu sein!
Und obwohl ich in der Regel und normalerweise nicht sooo interessiert bin an Liebesbezeugungen und gar Knutschereien, habe ich es an diesem besonderen Abend sehr genossen. Meine Große hat mir wie immer gesagt, dass sie mich sehr, sehr lieb hat. Und auch den Kuss habe ich mit riesiger Erleichterung und mit Freude angenommen.
Nun war meine/unsere Welt wieder in Ordnung. Ich konnte nun ganz ruhig einschlafen, und schon beim Aufwachen war der unheimliche Geruch verschwunden wie weggewischt. Es roch wieder normal und vertraut – das habe ich sehr genossen.
Frauli war zwar sehr schwach, aber zu uns ganz lieb wie immer.
Wir mussten keine Angst mehr haben!
Drei Monate
Wie ich hörte, bin ich nun drei Monate bei meinen beiden – oh ja!
Das ist wohl fein!
Draußen auf der lauten Straße mit all den vierrädrigen Knatterbüchsen und den oft sonderbar lärmenden Zweibeinern habe ich oft noch so eine komische Angst.
Die kann ich mir gar nicht erklären, sie ist einfach plötzlich da, und dann zucke ich zusammen und will nach hinten, rechts, links, überall ausweichen.
Wenn aber Frauli oder Herrli sagen: „Damit haben wir gar nichts zu tun, Pax, es ist alles in Ordnung“, dann kann ich darauf auch vertrauen und werde gleich ruhiger.
Na ja, so nach und nach auf jeden Fall, denn darauf ist schließlich Verlass!
Herrli ist mittlerweile mein bester Freund, obwohl früher alle wussten, dass ich keine Männer mochte; das muss wahrscheinlich einen Grund gehabt haben …
Ich erinnere mich nicht.
Aber Herrli spricht immer so lieb zu mir und schimpft nie grob (auf ihn höre ich auch … na ja, halt recht oft). Am Nachmittag gehen wir meistens erst in unseren Garten und danach noch spazieren, dann manchmal auch ins Café.
Wenn wir dann zurückkehren, sagt Frauli bisweilen, dass ich so weiß um die Nase bin.
Ist eh klar, ich habe ja so manches erlebt: Autos, sausende Fahrräder, laufende Leute. Bei uns zu Hause komme ich dann aber schnell wieder zur Ruhe.
Und Frauli ist meine beste Freundin, sie ist immer da, wenn ich morgens aufwache und dann manchmal gaaaanz dringende Geschäfte zu erledigen habe.
Schwuppdiwupp ist sie dann schon bereit, fährt mit mir hinunter und geht mit mir wohin mich die Bedürfnisse tragen.
Danach springe ich gerne noch zu Herrli ins Betti (ganz geschickt, denn ich will ihm ja nicht wehtun – Frauli klopft auch auf die mögliche Sprungstelle) und schlafe noch ein wenig.
Tja, und wenn meine beiden Großen dann gemeinsam noch einen Cappuccino trinken, bin ich gerne mit dabei. Das ist gemütlich (ihr wisst?)!
Ich lasse mir dann gerne ein paar Stückchen Pax-Wurst schmecken, mjamm, lecker. Die fressen Frauli und Herrli nicht, die ist ganz alleine für mich. Ihr seht: hier bin ich König J!
Mit beiden ist es auch lustig zu spielen – da geht es dann ganz turbulent zu, beide singen und ich springe nach Herzenslust herum (schließlich kenne ich ja jeden Millimeter). Dann lachen wir alle drei und sind anschließend ganz außer Atem – huuch macht das Spaß!!!
Fürs Fressen und Leckerlis ist natürlich Frauli zuständig. Sie denkt auch immer an meine Zeiten.
Aber: Wenn ich schon mal früher was mag oder ein Extra – da bin ich mittlerweile schon mutig geworden:

Ich stupse sie einfach am Bein, und schon weiß sie Bescheid! Ich hab es ziemlich total gut, glaube ich. Hier will mir keiner was Böses und wir sind einfach eine Familie. Im Schlaf kann ich mich demzufolge auch immer ganz genüsslich ausstrecken und drehen, wie immer ich will.
Da nehme ich die ganze Länge von meinem Betti ein, manchmal sogar auf dem Rücken, halt so, wie es gerade gemütlich ist. Drei ist eine perfekte Zahl und mein Leben ist „Drei“!
Erwachsenwerden
Wir Erfahrenen wissen es schon: Erwachsen werden ist schwer.
Mit einem Mal erscheint alles Gewohnte ganz verändert und neu. Ich merke das in letzter Zeit ziemlich deutlich bei meiner Kleinen.
Sie ist einerseits ganz schön keck, und im nächsten Moment erscheint sie mir ganz scheu. Erst knabbert sie mir eifrig am Öhrchen, gehe ich dann aber auf das Spiel ein, flieht die Kleine schon rasch zu Frauli, um Schutz zu suchen.
Auch beim Fressen gibt es neuerdings andere Gewohnheiten. Kari lässt mich zuerst fressen. Sie wartet in höflichem Abstand und wagt sich nicht an ihren Napf.
Erst wenn ich fertig bin, nähert sie sich vorsichtig.
Dabei hat Frauli doch unsere Näpfe weiter auseinandergerückt, damit wir beide viel Platz haben. So könnten wir uns gar nicht gegenseitig behindern beim Fressen.
An einem Abend lässt sie sich dann erst einmal von Frauli füttern mit der Hand … von der Küchentüre bis zur Stelle, wo ihr Fressnapf steht. So nach und nach … dann frisst sie ganz normal bis zu Ende und schleckt ihren Napf so lange aus, bis er blitzeblank ist. Danach poliert sie noch einmal meinen Napf und noch einmal ihren.
Am nächsten Abend hingegen kann es passieren, dass sie zunächst gar nicht aus ihrem Napf fressen will, sondern immer wieder zu meinem geht.
Also hat Frauli gleich reagiert. An solchen Abenden bekommt die Kleine portionsweise ihr Fressi in meinem Napf serviert und leert ihn hingebungsvoll aus.
Wahrscheinlich spürt sie mich darin und ist deswegen so begeistert!
Wer weiß das schon, was in so jungen Frauen vor sich gehen mag. Damit kenne ich mich natürlich überhaupt nicht aus.
Es ist alles unvorhersehbar geworden.
Mal will die Kleine spielen und flitzt wie ein Wiesel hin und her und her und hin, dann wiederum legt sie sich ganz still und nachdenklich auf unser Sofa im Büro. Da mag sie, genau wie ich, auch nicht so gerne gestört werden. Lasse ich sie halt in Ruhe! Dann muss ich mich auch nicht über die Maßen anstrengen!
Die Kleine ist jedenfalls sehr wissbegierig. Immer und überall rennt sie Frauli nach und lässt sich wirklich jeden Handgriff erklären. Dabei wird sie auch niemals müde, denn schließlich erscheint ihr alles spannend … und wenn es nur die Rumpel-Pumpel-Maschine für die Teller ist oder die Rumpel-Pumpel für die Kleidi.

Wichtig ist ihr auch, dass die Blümchen keinen Durst haben. Da rennt sie auch unermüdlich mit Frauli hin und her durch die ganze Wohnung, bis die Blümchen nicht mehr durstig sind. Anschließend gibt es für uns noch leckeres, frisches Wassi in unseren Trinknapf auf dem Balkon.
Da bedient sich unsere Kleine natürlich auch sofort, denn Arbeit macht Durst.
Mir gegenüber ist sie oft sehr verhalten, zurückhaltend, ausweichend. Wahrscheinlich hat sie nun gemerkt, dass ich ja schon ein großer, schöner und gscheiter Manndi bin, und das flößt ihr Respekt ein.
Nun, wir werden sehen, wie sich die Dinge entwickeln. Fest steht jedenfalls, dass wir alle zusammengehören. Und so muss sich die Kleine auch nicht fürchten, langsam und allmählich erwachsen zu werden. Dabei helfen wir ihr schon – großes Pax-Ehrenwort!
Ücretsiz ön izlemeyi tamamladınız.
