Kitabı oku: «Wieso riecht's hier nach Benzin und was macht das Streichholz in deiner Hand?», sayfa 2
9mm
Eines Morgens wachte ich auf
und fand die Frage in meinem Kopf,
wie es sich wohl anfühlen mag,
eine Knarre abzufeuern.
Also suchte ich im Telefonbuch
einen Schießstand
und rief an.
„Hallo? Hallo! Ich interessiere mich
für Faustfeuerwaffen … und wollte
fragen, ob man bei euch eine leihen
und ein wenig rumballern kann?“
Kurze Stille. Dann sagte der Mann:
„Unter Aufsicht ist das möglich.“
Und bevor ich mich versah,
saß ich im Auto, rumpelte über
eine Schotterstraße und hörte bereits
das Donnern von Schrotgewehren.
Der Parkplatz der Schießanlage
war überfüllt mit Autos.
Allesamt militärgrün oder schwarz.
Einer hatte als Kennzeichen Magnum.
Dort gab es auch einen Laden.
Ich schlenderte darin umher
und besah die Waffen
hinter den Glasscheiben.
Irgendwann kam ein Verkäufer
an meine Seite.
Es war der Mann,
mit dem ich telefoniert hatte.
Aber statt einer Knarre
drückte er mir eine Mappe
in die Hand – „Du kannst dich da
raussetzen, in die Sonne.
In einer Viertelstunde frage ich dich ab.“
Ich dachte mir nichts dabei.
Ich nahm die Mappe, spazierte
damit raus und schlug sie auf.
Es ging um richtige Handhabung,
Sicherheit, Recht, den Unterschied
zwischen Hohl- und Vollmantelgeschossen
und so weiter.
Als ich wieder reinging, um mich
abfragen zu lassen, beriet der Mann
gerade einen Kunden.
Er deutete auf einen alten Kerl und sagte:
„Der Herr da wird mit dir
den praktischen Teil machen.“
Verwirrt blickte ich zwischen ihm
und dem Alten hin und her.
Ich wollte gerade anmerken, dass sich
hier wohl irgendein Missverständnis
eingeschlichen hat, da nahm
der Alte eine Pistole und eine Schachtel
Munition aus einer Lade
und winkte mir, ich solle
ihm folgen. Ich beschloss,
dass meine Bedenken ebenso gut
noch ein paar Minuten warten konnten.
Wir gingen in einen kleinen,
tunnelförmigen Raum.
„Die Mappe hast du überflogen?
Alles verstanden? Fragen dazu?
Nein? Also, das hier ist eine 9mm.
Hier ist der Abzug. Wenn du den
durchziehst, dann knallt’s. Du kannst
sie halten, wie du willst.
(Er drehte sie schräg, hielt sie
kopfüber.) Mit einer Hand oder
mit zwei Händen, ganz egal.
Nur halte sie fest und pass auf,
dass deine Hand
nicht hinter den Schlitten gerät.
Der schnellt zurück und
reißt dir glatt den Daumen weg.“
Er drückte die Kugeln ins Magazin,
eine nach der anderen. Sie kamen
mir riesig vor, dick wie Fingerglieder.
Dann reichte er mir die Knarre – „So,
dann lass mal sehen, was du kannst.“
Er spannte eine Zielscheibe auf die Bahn
und ließ sie nach hinten surren.
Ich nahm Aufstellung. Ließ den Schlitten
nach vorne rasten. Zielte.
Hielt den Atem an. Zog langsam
am Abzugshebel.
Ich rechnete mit Rückstoß und
Lärm, aber nichts hätte mich auf
diese Explosion in meiner Hand
vorbereiten können.
Was für ein seltsamer Moment –
zum ersten Mal zu spüren,
was für eine Macht in diesen Kugeln
gespeichert ist. Du ziehst
am Abzug, und plötzlich entfesselt
sich eine Kraft, gegen die du
als Mensch einfach verschwindest.
Ich leerte das Magazin. Dann holte
er die Zielscheibe heran.
Nicht schlecht, fand ich. Aber er steckte
seine Finger durch die Löcher und
sagte: „Billy the Kid bist du keiner.“
Als ich wieder nach vorne kam,
schüttelte mir der Verkäufer die Hand –
„Gratuliere! Du hast bestanden! Hier,
dein Waffenführerschein.“
Beim Rausgehen sah ich die Leute
mit anderen Augen –
diese alten versteinerten Männer
und die jungen bitteren, die mit
jeder Pore Zyankali ausdünsteten.
Sie alle hatten Waffen zu Hause,
um sie im gegebenen Fall auf
andere Menschen zu richten.
Ich dachte an sandige Straßen,
wo Menschen aufeinander schossen,
und an winterliche Wege,
wo rote Bahnen im Schnee verliefen,
und an zerklüftete Ruinenstädte,
wo Pistolen und Gewehre die einzig
verbliebenen Argumente waren.
Und natürlich dachte ich auch daran,
wie damals der Bulle die Pistole
auf mich gerichtet hatte und wie
ihr Schlitten nach vorne gerastet war.
Als ich nach Hause kam, hatte ich
dringend etwas Gelächter nötig.
Ich bekam es, als ich der Frau,
mit der ich zusammenlebte, meinen
Waffenführerschein präsentierte –
„Haha! Wo hast du den her?“
Und ich begann zu erzählen,
wie ich heute Morgen aufgewacht war,
mit der Frage in meinem Kopf,
wie es sich wohl anfühlen mag,
eine Knarre abzufeuern.
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