Kitabı oku: «Neue alpine Pfade Baden-Württemberg»

Yazı tipi:

Echte Bergtouren

Neue alpine Pfade Baden-Württemberg

20 abenteuerliche Bergtouren, Felsenwege,

Wildnispfade und Klettersteige

Exklusiv für Sie als Leser:

MIT GPS-DATEN ZUM DOWNLOAD

unter: gps.bruckmann.de


Inhalt

Tourenüberblick

Zu diesem Buch

Neue alpine Pfade

1Die wilden Seiten des Odenwaldes

Von der Wolfsschlucht über den alpinen Teil des Neckarsteigs zum Urwaldpfad bei Neunkirchen

2Zwei der rauesten Schluchten im Schwäbischen Wald

Der Klingen- und Schluchtentrail bei Welzheim – Wiesnazschlucht und Geldmacherklinge

3Die steilen Pfade der Fünftälerstadt

Ruine Helfenstein, Felsental, Anwand- und Bismarckfels in Geislingen

4Zwischen Flipflops und T4

Von Fels zu Fels – entlang der Hausener Wand bei Bad Überkingen

5Durch einen schwäbischen Dschungel

Der 7-Brücken-Weg bei Bad Boll

6Wie ein Felssturz aussieht

Steile Pfade um die Ruine Wielandstein und das Tobeltal bei Lenningen

7Der schönste Felssporn der Alb

Ein toller Felsgrat, eine Felsnase und vergessene Flankenpfade bei Schlattstall

8Die andere Seite des Berges: Blick von der Sprungschanze

Vergessene Steilpfade zwischen Hermann-Greiner-Schanze und dem Hochberg in Bad Urach

9Unterwegs auf den Wegen der Altvorderen

Die Hossinger Leiter, der Gräbelesberg und einer der längsten Anstiege der Alb

10Zum schönsten Felsen Baden-Württembergs

Auf unbekannten Pfaden zu Premiumblicken im vorderen Donautal – Stiegelesfels

11Die Entdeckung der großen Unbekannten

Begehung von Langmartskopf, Lerchenstein und Schweizerkopf – Felsenwelt um Lautenbach

12Kraxeln und Wandern

Die Felsenpfade um die Hertahütte, Brockenfelsen und Falkenfelsen

13Alpin um Oppenau unterwegs

Eckenfelsen und Maisacher Grat

14Zu den tollsten Felsen im mittleren Schwarzwald

Der alpine Pfad bei Hornberg

15Die 2000-Höhenmeter-Bergtour

Bergauf, bergab – auf alpinen Pfaden unterwegs im Simonswäldertal

16Alpine Pfade in wilden Bachschluchten

Gutach, Haslach, Rötenbach

17Alpin am höchsten Berg des Landes

Die ungewöhnlichen Pfade auf der Nordseite des Feldbergs

18Die Umrundung des Präger Gletscherkessels

Ein toller Weidepfad und die Schweinekopf- und Blößling-Überschreitung

19Der spannendste Abschnitt des Schluchtensteigs

Unterwegs im unteren Talabschnitt der Wehraschlucht

20Kann man am Bodensee Höhenangst bekommen?

Sporne und Schluchten auf dem Bodanrück

Extra

Ein leichter und ein sehr, sehr kurzer Klettersteig

I: Der Engelsberg-Klettersteig

II: Der Katharinenfluh-Klettersteig

Zugabe

Register

Impressum


12 Kraxeln und Wandern


7 Der schönste Felssporn der Alb


11 Die Entdeckung der großen Unbekannten


14 Zu den tollsten Felsen im mittleren Schwarzwald

Piktogramme erleichtern den Überblick


leicht
mittel
schwierig
Gehzeit
Höhenunterschied
Weglänge
Einkehr
für Kinder geeignet
Sehenswürdigkeit
viel Sonne
eher Schatten
Bademöglichkeit
Anreise mit Bahn/Bus
Klettersteig
Kletterpassagen

Zeichenerklärung zu den Tourenkarten


Wandertour
Tourenvariante
Richtungspfeil
Ausgangs-/Endpunkt der Tour
Bahnlinie mit Bahnhof
S-Bahn
Tunnel
Seilbahn, Gondelbahn
Bushaltestelle
Parkmoglichkeit
Hafen
Autofàhre
Personenfâhre
Flugplatz
Kirche
Kloster
Burg/Schloss
Ruine
Wegkreuz
Denkmal
Turm
Leuchtturm
Windpark
Windmühle
Mühle
Hotel, Gasthof, Restaurant
Jausenstation
Schutzhütte, Berggasthof (Sommer/Winter)
Schutzhütte, Berggasthof (Sommer)
Unterstand
Grillplatz
Jugendherberge
Campingplatz
Information
Museum
Bademoglichkeit
Bootsverleih
Sehenswürdigkeit
Ausgrabung
Kinderspielplatz
schone Aussicht
Aussichtsturm
Wasserfall
Randhinweispfeil
Maßstabsleiste

Tourenüberblick


Zu diesem Buch

Relativ schnell nach Erscheinen des ersten Bands der Alpinen Pfade habe ich mich an die Arbeit für die Fortsetzung gemacht. Ermutigt dazu haben mich die vielen positiven Reaktionen auf das Buch, aber auch die sachliche Kritik. Auf jeden Fall scheint das Thema »Wandern auf anspruchsvollen Pfaden« abseits der Hauptwanderrouten einen Nerv getroffen zu haben. Nach Abschluss des ersten Buches war ich eigentlich der Auffassung, dass es nicht mehr viele »alpinen« Optionen im Ländle geben würde. Hier habe ich mich (Gott sei Dank!) total getäuscht, und die sehr freudvollen und spannenden Recherchen für Band II haben meiner Meinung nach mindestens genauso abenteuerliche Wege zu Tage gefördert wie in Band I. Das aktuelle Werk eines Autors ist für ihn natürlich immer das »wichtigste« und »beste«, aber selbst mit etwas Abstand möchte ich behaupten, dass einzelne, nun in Band II vorgestellte Pfade in den Kategorien Steilheit, Fels und Wildnis unübertroffen sind – selbstverständlich für baden-württembergische Verhältnisse. Die Suche nach diesen alten, alpinen Pfaden hat mich übrigens mittlerweile so begeistert, dass ich aufpassen muss, nicht die Lust am Wandern auf normalen Wanderwegen zu verlieren. Das Gefühl, einen solchen Pfad zu suchen und nach vielen Anläufen endlich zu entdecken, ist für mich wie eine Schatzsuche mit glücklichem Ausgang. Wenn man genau hinschaut, stecken zudem alle unsere Pfade und Wege voller Fingerzeige und Hinweise auf die Geschichte des Ländles und erzählen dem Interessierten aus der Vergangenheit der uralten Kulturlandschaft Baden und Württemberg. Denn es hat seine Gründe, warum unsere Pfade gerade dort verlaufen, wo sie verlaufen, und warum sie sich so geschickt den Berg hinaufwinden. In diesem Buch soll es aber sicher nicht darum gehen, den Feldberg zur Eigernordwand oder einen unserer alpinen Pfade zu einem kaum bewältigbaren Felsgrat aufzublasen – das wäre vermessen, denn unsere Mittelgebirge sind nun einmal nicht die Alpen. Das Ziel ist vielmehr, mit diesem Buch neue Perspektiven auf das bekannte Wanderrevier zu eröffnen, die die Alb und der Schwarzwald tatsächlich auch zu bieten haben … weg vom gut beschilderten, beschaulichen Komfortwanderweg, hin zum überraschenden und herausfordernden Bergwandern mit Felsen, Geröllfeldern, umgestürzten Bäumen, ausgesetzten und steilen Stellen und manchmal sogar kleineren Kraxeleien. Dem »gemeinen« Wanderer mögen die hier vorgestellten Pfade eventuell zu unaufgeräumt, zu unbequem, zu abgelegen, zu steil und zu wild sein – doch genau das suchen wir! Im Übrigen existieren diese Pfade auch nur weiterhin, wenn sie durch unsere Begehung offen gehalten werden.


Schwindelfreiheit ist des Öfteren vonnöten.


Alpine Gefühle auf der Schwäbischen Alb

Früher war mehr Weg oder wie und wo wir unsere Pfade finden

Bei meiner Suche nach spannenden Wegen habe ich festgestellt, dass Baden-Württembergs Landschaften von einer sehr großen Anzahl an Pfaden durchzogen sind, die nur noch teilweise oder gar nicht mehr auf Karten und in GPS-Software verzeichnet sind. Gerade die für uns spannenden Pfade, die unter die Felswände oder durch die steilen Tobel auf die Hochfläche hinaufführen, sind aus welchen Gründen auch immer »verloren« gegangen. Sie sind aber nach wie vor vorhanden (wenn auch teils in suboptimalem Zustand) und früher begangen worden … von Wegebauern, Holzfällern, Jägern, Bergbauern und auch Wanderern. Auf die Fährte nicht weniger dieser alpinen, alten Wegabschnitte bin ich durch Gespräche gestoßen, die ich mit älteren Wegewarten und Wanderführern aus den Mittelgebirgsvereinen vor Ort geführt habe. Nicht selten schwang ein gewisser Stolz in den Erzählungen dieser Leute mit, dass ihr heimatliches Wanderrevier auch solche anspruchsvollen und verwegenen Seiten aufzuweisen hat. Es war aber auch Wehmut vorhanden, weil diese Pfade zunehmend in Vergessenheit geraten, offen gelassen (das heißt, nicht mehr gepflegt) werden und so ihrer Renaturierung entgegenschlummern. Ein weiteres Puzzleteil auf der Suche nach unseren Pfaden war altes Kartenmaterial (erschienen etwa zwischen 1950 und 2010), in dem so mancher Pfad mehr verzeichnet ist als in aktuellen Karten. Auch auf den GPS-Karten der diversen Online-Anbieter finden sich immer wieder unterschiedliche Weg- und Pfadnetze, sodass man auch hier fündig werden kann. Insgesamt sind die Recherche und Beschreibung solcher Pfade aber um einiges aufwendiger als für einen »normalen« Wanderführer. Nicht selten waren die Einstiege unserer »Spezial«-Pfade derart zugewachsen, dass mehrmalige Anreisen und Recherchen nötig waren, um diese überhaupt zu finden. Dabei zeigte sich im Nachhinein des Öfteren, dass man beim ersten Mal nur wenige Meter danebenlag! Mitunter versagte aus unterschiedlichsten Gründen die Track-Aufzeichnung oder die GPS-Ortung brach ab, was die exakte Abbildung des Pfades im Buch später erschwerte und einem am Schreibtisch fast kartographische Fähigkeiten abverlangte. Alles in allem eine aufwendige, aber sehr, sehr spannende Arbeit, die zwischen Schreibtisch, Lupe, Büchereien, Flohmärkten und natürlich der herrlichen Natur Baden-Württembergs stattfand. Die hier vorgestellten Touren sollen im Übrigen nur als Vorschläge verstanden werden. Es sind wirklich schöne und exponierte Bespiele der Gattung »alpin« und »wild«, aber wer sich die Mühe macht, sowohl aktuelles als auch altes Kartenmaterial genauer anzuschauen oder mit den alten Hasen des Alb- oder Schwarzwaldvereins oder der Bergwacht ins Gespräch kommt, wird noch viel mehr verschollene Wege, steile Tobelpfade und zugewachsene Gipfel abseits der ausgezeichneten Wanderrouten finden.

Adjektive und Attribute

In Reise- und Wanderführern tauchen sie oft auf: Wörter wie »spektakulär«, »atemberaubend«, »fantastisch«, »einmalig«, »schwindelerregend« und so fort. Eigentlich werden diese Wörter benutzt, um die Besonderheiten der Landschaft wiederzugeben und die Eindrücke, die man vor Ort gewinnt, so genau wie möglich zu beschreiben. Andererseits werden solche Superlative bisweilen etwas inflationär verwendet, sodass sie kaum zu erfüllende Erwartungen wecken und sich zunehmend abnutzen. Wie es wirklich ist, erlebt man nur selbst vor Ort, und letztlich ist es subjektiv.

Wir sind viele unserer Touren mit erfahrenen Alpenüberquerern abgewandert und haben die unterschiedlichsten Reaktionen beobachtet. Von leicht spöttischen Bemerkungen wie: »Das nennst du steil und felsig?« bis zu begeisterten Ausrufen wie: »Wow, ’ne Sicherung wär nicht schlecht« war alles dabei. Für gemütliche Städter können die hier präsentierten Touren also ein Abenteuer und der Einstieg in alpine Welten sein, für sportliche Wanderer ein neuer Blick auf das altbekannte Wanderrevier und für erfahrene Bergfexe ein kleines Training für die nächste Alpenroute – schön und spannend sind sie allemal.


Für manchen eventuell zu anspruchsvoll

Der Klettersteig am Schluchsee

Was ist alpin?

1.Das Wort »Alpen«, von dem sich der Begriff »alpin« ableitet, ist eine Ableitung des schweizerischen und westösterreichischen Wortes »Alp« beziehungsweise »Alm«, was wiederum »Bergweide« bedeutet.

2.»Alpin« steht seinerseits vielen Begriffen als Prädikat vor und bedeutet dabei meist »gebirgig« oder »bergig«.

3.Gleichzeitig bezeichnet »alpin« auch eine Höhen- und Vegetationsstufe in den Alpen, genauer eine Hochgebirgsstufe, die zwischen 2000 und 3000 Metern liegt.

Welche dieser Punkte treffen nun auf die Mittelgebirgslandschaften Schwarzwald und Schwäbische Alb zu? Vor allem bei unseren Touren im Schwarzwald passieren wir des Öfteren typische Bergweiden. Die Pfade dort sind bergig, schmal und felsig und führen durch Steillagen, Lawinenbahnen, Blockhalden und Tobel, manchmal kleinere Klettereien inklusive. Lediglich der Hangwald bewahrt einen vor schwindelerregenden Tiefblicken. Da die Wege von üppiger Vegetation umgeben sind, fühlen sich die Menschen oft ganz sicher, obwohl es abseits des Pfads steil bergab geht. Gerade diese Flora, die man in den Alpen so nicht vorfindet, macht unsere Wege aber manchmal sogar schwieriger zu begehen als jene in den Alpen, da die herabfallenden Blätter, verrottenden Äste, Bäume und Wurzeln Stolperfallen sind und den Untergrund glitschig und rutschig machen. Etliche unserer Pfade werden auch nicht mehr gepflegt und gesichert, sodass deren Begehung zum Beispiel nach Stürmen eher einem Hürdenlauf unter erschwerten Bedingungen gleichen kann. Auf den sonnenabgewandten Nordseitenwegen im Schwarzwald passieren wir dabei sogar die letzten Rückzugsräume alpiner Vegetation. Wäre unser Wanderrevier komplett harmlos, gäbe es vor Ort auch nicht die Bergwacht, die leider immer wieder zu tragischen Unglücksfällen gerufen wird. Es sind also letztlich Länge, Vegetation und Höhenniveau, welche die alpinen Wege im Schwarzwald und auf der Alb von denen in den Alpen unterscheiden. Die Kennzeichnung der Pfade und Wege als alpin verläuft dabei etwas uneinheitlich und ist nicht immer nachvollziehbar. Trifft man auf diesen Wegen auf andere Wanderer, entspinnt sich daher nicht selten eine Diskussion darüber, dass man eigentlich noch viel steilere Pfade kennt, die nicht als alpin gekennzeichnet sind. In diesem Buch werden auch Wege vorgestellt, die nicht offiziell als alpin ausgewiesen sind, weil der Autor sie nämlich als ähnlich felsig, steil und spannend empfindet. Dass dies sehr subjektiv ist und einheimischen Bergfexen und Wanderführern, die noch spannendere Wege in abgelegeneren Tobeln kennen, höchstens ein müdes Lächeln abringen mag, liegt in der Natur der Sache. Der Autor freut sich über jeden Tipp, den er erhält und erhalten hat. Letztlich geht es darum, dem Leser und Mittelgebirgswanderer durch die präsentierten Touren eine Ahnung von alpinem Gelände zu vermitteln.


Speziell in Bachschluchten ist es oft glitschig.


Wir bevorzugen unaufgeräumte Pfade.

So etwas findet man nur wenige Meter neben den offiziellen Wanderwegen.

Auf eigene Gefahr – nicht jeder muss diese Wege gehen

»Ein 34-jähriger Wanderer rutschte vermutlich aus Unachtsamkeit auf dem nassen und mit Laub bedeckten Untergrund eines alpinen Pfads im Bereich des Schlosses Lichtenstein aus und kam zu Fall. Er rutschte etwa 30 Meter den Hang hinunter und prallte gegen zwei Bäume. Daraufhin stürzte er einen Felsvorsprung hinab und kam nach weiteren circa 50 Metern im unwegsamen Gelände zum Liegen. Eine 31-jährige Frau, die gemeinsam mit dem Verunglückten unterwegs war, kletterte zu dem Schwerverletzten hinab und verständigte mit dessen Handy die Rettungskräfte.« (Unfallbericht Bergwacht Pfullingen, 2017)

Mittelgebirgslandschaften werden bezüglich alpiner Risiken oft unterschätzt. Wie bereits erwähnt, bewahrt einen meistens nur die umgebende Vegetation vor Schwindel und Ungleichgewicht. Zusätzlich gaukelt die leichte Erreichbarkeit und Nähe zur Zivilisation der Mittelgebirge Harmlosigkeit vor. Wenn Wanderer ihre Kräfte und die Beschaulichkeit des Geländes falsch einschätzen, ist das mehr als gefährlich. Wandert man auf Bergwanderwegen wie zum Beispiel den alpinen Pfaden um den Lichtenstein bei Honau, muss man trittsicher, schwindelfrei und in sehr guter körperlicher Verfassung sein und zudem die Gefahren im Gebirge kennen. So ist zum Beispiel mit Steinschlag sowie Rutsch- und Absturzgefahr zu rechnen. Voraussetzung fürs sichere Wandern in diesem Gelände ist außerdem eine entsprechende Ausrüstung, zu der wir noch kommen werden. Sandalen und Turnschuhe haben auf solchen Wegen nichts zu suchen, auch wenn man immer öfter Menschen mit Jogginghosen und Latschen solche Pfade herunterwanken und -schlittern sieht. Nur mit mehr Glück als Verstand kommt man so unverletzt ins Tal hinunter.

Die hier vorgestellten Routen sind kaum länger als 10 bis 20 Kilometer. Wenn man davon ausgeht, dass man auf ebener Strecke etwa 4 bis 4,5 km pro Stunde schafft, umfassen unsere Bergtouren mit den diversen Auf- und Abstiegen ein zeitliches Spektrum zwischen drei und acht Stunden. Dabei sind die angegebenen Gehzeiten reine Wanderzeit ohne Pausen!

Eine vermeintlich überschaubare Weglänge hat aber in unserem Fall gar nichts zu bedeuten. Der Spornpfad am Bodanrück beispielsweise ist nur etwas mehr als einen Kilometer lang, aber trotzdem braucht man wegen der Ausgesetztheit und abenteuerlichen Wegbeschaffenheit relativ lang, um ihn zu bewältigen. Neben der körperlichen Fitness sind ein gesunder Respekt einerseits und ein gewisses Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten andererseits fast noch wichtigere Faktoren.


Man muss nicht alles nachmachen.

Viele Wanderer meinen heutzutage, durch eine schicke Outdoorausrüstung bestens gewappnet zu sein. Ohne die körperlichen und psychischen Voraussetzungen nützt einem aber der beste Bergschuh nichts. Die Zahl der Wanderer, die von Bergwacht und Höhenrettung mit Herz-Kreislauf-Problemen aus brenzligen Situationen geborgen werden müssen, steigt von Jahr zu Jahr.

Weiterhin ist ein guter Orientierungssinn absolut unerlässlich, denn manche unserer Pfade sind abschnittsweise oder sogar komplett unmarkiert, teilweise zugewachsen und in neuerem Kartenmaterial gar nicht mehr verzeichnet. Es gleicht manchmal also einer Spurenund Fährtensuche, um die richtige Pfadfortsetzung zu finden und nicht irgendeiner Wildspur hinterherzuwandern. Man braucht dafür Erfahrung und Gespür, denn es ist gerade in unserem Terrain nicht ungefährlich, wenn man sich versteigt und immer weiter von der richtigen Route entfernt. Und manchmal, wenn auch selten, kriecht man eher, als dass man wandert.


Ein alter Felsenpfad im Schwarzwald

Wer sich schwertut, seinen Fitnesszustand selbst einzuschätzen, dem sei der Gang zum Sportmediziner seines Vertrauens geraten, zu dessen Kernkompetenz es gehört, körperliche Leistungsfähigkeit bewerten zu können. Die Touren sollten für fitte Wanderer ab 14 Jahren geeignet sein.

Wer plant, mit anderen einen alpinen Weg zu gehen, sollte unbedingt darauf achten, dass das Leistungs- und Gesundheitsniveau innerhalb der Gruppe auf einem vergleichbar guten Level ist. Es ist nicht nur für die Gruppendynamik schlecht, sondern kann auch generell gefährlich sein, wenn jemand aus der Gruppe mitten auf der Strecke nicht mehr weiterwandern kann. Gleiches gilt übrigens für den Zustand der Ausrüstung. Man muss sich darauf verlassen können, dass diese bei allen vollständig und in Schuss ist.

Da Regen die Pfadbeschaffenheit durch die dann rutschig werdenden Wurzeln, Moose und herabfallenden Blätter signifikant verschlechtert, sollte man auf besseres Wetter warten und das Vorhaben verschieben. Auch starke Winde sollten ein Ausschlusskriterium sein, da wir uns zum einen auf ausgesetzten, teils dem Wind preisgegebenen Pfaden bewegen und zum anderen oft durch sogenannte Bannwälder beziehungsweise nicht vom Forst bearbeitete Waldpassagen wandern, wo es oft zu Holzbruch kommen kann. Entlang unserer Strecken gibt es meistens Vegetation, die dazu verleitet, diese als Auf- oder Abstiegs- und Haltehilfe zu benutzen. Das sollte man aber nur nach vorheriger Prüfung des Geästs machen, denn oft ist das Holz morsch oder der Busch nur lose im Boden verankert. Wenn dann ein Ast bricht, fällt der Sturz umso ungünstiger aus.

Das Fotografieren im alpinen Gelände bereitet große Freude, bekommt man doch reihenweise Traummotive vor das Objektiv. Gleichwohl birgt es für im alpinen Gelände unerfahrene Wanderer eine nicht zu unterschätzende Gefahr: Der allzu lange Blick durch das Objektiv gaukelt einem falsche Perspektiven vor. Richtet man dann seine Augen wieder auf die reale Natur, kann das zu Schwindel führen – keine gute Idee am Felsüberhang. Die Bilder im Wanderführer bilden leider oft nicht die wahren alpinen Verhältnisse ab. Die Berge und Pfade sind viel steiler beziehungsweise ausgesetzter und die Felsen viel massiver.

Die Ziele

Etliche unserer Routen halten Überraschendes in bekanntem Terrain bereit. Im Bereich des Feldberges finden wir zum Beispiel alleine vier alpine Wege, die entweder so unbekannt sind, dass sie sich leider langsam selbst renaturieren, oder nicht oft begangen werden, da sie schwer zu gehen und zu finden sind und etwas abseits der Hauptwanderwege liegen. Gänzlich Unbekanntes haben wir aber auch für uns selbst entdeckt, obwohl wir schon einige Kilometer im Schwarzwald und auf der Alb zurückgelegt haben. Gute Beispiele sind die Wehratalschluchtrunde im Südschwarzwald, die fantastisch anstrengende 2000-Höhenmeter-Tour um den Zweribacher Wasserfall bei Simonswald oder der kurze, aber abenteuerliche 7-Brücken-Weg bei Bad Boll. Wir haben lange überlegt, ob wir auch touristisch stärker frequentierte und weithin bekannte Ziele in das Buch aufnehmen sollten. Aufgrund ihrer landschaftlichen Schönheit und des abschnittsweise alpinen Charakters der Pfade haben wir uns letztlich dafür entschieden, zum Beispiel die steilen Wege um und in der Rötenbachschlucht oder die Hossinger Leiter vorzustellen.

Eine Art Planungsästhetik

Bei den im Buch präsentierten Routen handelt es sich um Pfade beziehungsweise Streckenabschnitte mit alpinem Charakter, die mal länger oder kürzer ausfallen, sowie um alpine Spots & Momente, die durch ähnlich schöne und spannende, aber konventionellere Wanderwege miteinander verbunden sind. Die Streckenführung mag bei der einen oder anderen Route etwas kompliziert anmuten, es steckt aber System dahinter, denn wir haben uns bemüht, langweilige Zubringer und Verbindungswege so gut es ging zu vermeiden (was allerdings nicht immer möglich ist). Es gibt in Baden-Württemberg, anders als in den Alpen, keine tagesfüllenden Wanderungen, die ausschließlich auf alpinen Pfaden gegangen werden können. Um eine Wanderung als immer noch spannend und außergewöhnlich zu empfinden, spielt das Verhältnis von außergewöhnlichen Pfadabschnitten und »normalen« Wanderwegen eine wichtige Rolle. Deshalb sind wir lieber einen alpinen Wegabschnitt vor- und zurückgewandert, wenn dadurch unzählige Kilometer auf Forstwegen als Überbrückung zum nächsten alpinen Wegabschnitt vermieden werden konnten, oder haben im Extremfall lieber eine schlechte Verbindung des ÖPNV oder eine Anfahrt mit zwei Autos (Autoschaukel) in Kauf genommen, als dass wir den alpinen, wilden Eindruck der Tour durch einen kilometerlangen Rückweg auf langweiligen Forstwegen verwässern wollten. Im Übrigen wurde versucht, die Richtung der Wanderung so anzulegen, dass die alpinen Wegpassagen aufwärts gegangen werden. Das ist sicherer und angenehmer für Knie und Zehen und hat den weiteren Vorteil, dass die Einstiege in die alpinen Abschnitte meistens von unten besser auffindbar sind als von oben. Da Teile unserer Pfade nicht gepflegt werden, in Bewegung sind und manchmal auch gar nicht entdeckt werden sollen, ist es hin und wieder nötig, bei nicht auf Anhieb gefundenen Abzweigen, Zugangsstellen und Pfadfortsetzungen nicht aufzugeben und seine Spürnase einzusetzen. Abgerutschte Pfade, überbordende Vegetation, frisch gehauenes Holz müssen dabei im Umkreis von mehreren Metern überwunden werden, um weiterwandern zu können.

Die Klettersteige

Drei Klettersteige wurden im ersten Band vorgestellt. Zwei kleinere Klettersteige haben wir für diesen Band gefunden und beschrieben. In Bühlertal (Landkreis Rastatt) führt eine kurze Rundtour durch eine der steilsten Weinberglagen Europas: der »Engelssteig«. Für abenteuerlustige Wanderer und Weinliebhaber wird auf dem rund eineinhalb Kilometer langen Weg eine sehr leichte Klettersteig-Variante über 50 Meter angeboten. Verbinden kann man das mit einer anschließenden Weinprobe. Im Hochschwarzwald, am östlichen Ende des Schluchsees, liegt die sogenannte »Katharinenfluh«. Dieser Klettersteig ist ein Überbleibsel einer Outdoor-Event-Firma und ist so unbekannt, dass man schon Glück haben muss, einen Einheimischen zu treffen, der einem überhaupt den Weg weisen kann. Der kurze Klettersteig lebt gleichsam von seiner Nähe zum Schluchsee und der Lost-Places-Atmosphäre.


Premiumblicke finden sich auf unseren Touren zuhauf.

Die SAC-Wanderskala zur Einordnung des zu begehenden Geländes

Die SAC-Wanderskala wurde 2002 durch den Schweizer Alpenclub vorgestellt, um ältere Einteilungen, die man als zu ungenau und grob ansah, zu ersetzen. Sie ist in sechs unterschiedlich schwierige T-Grade eingeteilt, wobei das »T« für Trekking steht. Anhand dieser Skala haben wir im Tourensteckbrief versucht (mit der Betonung auf »versucht«), unsere Wanderungen beziehungsweise einzelne Wegabschnitte in puncto Schwierigkeit, Anforderungen und Wegcharakteristika einzuteilen und einzuschätzen. Unsere Wanderungen bewegen sich meistens in den Bereichen T2 und T3, sehr selten im T4-Bereich.


Gerade in laub- und schneefreien Zeiten sind die alpinen Aspekte besonders gut zu erkennen.

Etliche der vorgestellten Touren enthalten zudem punktuell schwierige Stellen, die beispielsweise ausgesetzt sind, ein wenig Kletterei erfordern und die man bewältigen muss, wenn man nicht umkehren möchte. Diese Punkte, nennen wir sie mal etwas übertrieben Schlüsselstellen beziehungsweise -abschnitte, sind nie lang, sondern im Gegenteil meist nur wenige Meter kurz oder hoch. Dabei ist die Definition, was eine Schlüsselstelle ausmacht, natürlich subjektiv. Unsere Schlüsselstellen sind für erfahrene Alpinisten ein Spaziergang, für unerfahrene, weniger fitte Bergwanderer können sie aber richtige Hürden sein. Ein zwei Meter langes Stück ausgesetzter oder abgerutschter Pfad kann für manche zum unüberwindbaren Hindernis werden. Risikoempfinden und Stressbewältigung sind eben individuelle Faktoren.


Verhalten bei Kletterfelsen

Nach Kritik aus der Kletterszene zu der Kesselwand-Tour bei Gutenberg in Band I halten wir uns diesmal bis auf zwei Ausnahmen (Hausener Wand und Eckenfelsen) von Kletterfelsen fern. Die Tour am Hausener Fels haben wir auch nur aufgenommen, weil wir die Anregung dafür auf einem bekannten Wanderportal gefunden und keine negativen Kommentare gelesen haben. Dennoch gilt: Viele offizielle Wanderwege führen zwar über die Felsköpfe der Kletterreviere, an ihnen vorbei und manchmal – beispielsweise beim Oberrieder Felsenweg – sogar entlang des Felssockels, wo gesichert wird. Im Fall der Hausener-Fels-Tour sind wir aber auf einem Zugangsweg zu Kletterfelsen unterwegs, der bis jetzt nur bei Wander-Insidern bekannt war. Klipp und klar: Das ist das Revier der Kletterer und als Wanderer ist man im besten Fall geduldet – und das auch nur, wenn man sich an bestimmte Grundsätze hält. Wir hatten oft das Glück, dass wir dort alleine unterwegs waren (vor allem unter der Woche und bei kühlerem Wetter) und uns so ungestört die Felsen von oben und unten anschauen konnten. Wenn man aber Kletterern begegnet, dann ist es selbstverständlich, dass man sich nicht an ihnen vorbeiquetscht, während sie sichern. Stattdessen drehen wir um und setzen unseren Weg anderweitig fort. Das stellt kein Problem dar, handelt es sich bei den Zugangswegen doch meistens um kurze Stichwege. Zudem hängen hin und wieder am Beginn der Zugangsstellen Verlautbarungen der Naturschutzbehörden, ob im Klettergebiet wegen Brutschutz oder Gesteinssicherungsmaßnahmen überhaupt geklettert werden darf. Was hier für den Kletterer gilt, gilt selbstverständlich auch für den Wanderer. Auf den Felsköpfen selbst darf auch nicht wild herumgeturnt werden, da man sonst einen Steinschlag auslösen könnte. Rücksichtsvolles und vorsichtiges Verhalten hat hier also oberste Priorität.

Ausrüstung

Auf anspruchsvollen Pfaden muss die Ausrüstung in Schuss sein. Wenn mitten im Nirgendwo der Tragegurt des Rucksacks reißt oder sich die Sohle des Schuhs löst, ist man ziemlich aufgeschmissen und nicht zu unterschätzenden Gefahren ausgesetzt. Die nächste Hütte mag zwar nur 1000 Meter Luftlinie entfernt sein, aber die können sich im alpinen Gelände mit kaputter Ausrüstung ziemlich hinziehen.


Umgestürzte Bäume sind auf unseren Pfaden keine Seltenheit.

SchuheBanales Ausrutschen, Umknicken oder Stolpern sind die zweithäufigste Todesursache am Berg. Von herausragender Bedeutung ist deshalb die Sohle unserer Schuhe, welche sowohl auf Gras und Erde als auch auf Geröll und Fels einen guten Halt geben muss. Unsere Routen haben Teilpassagen, die nur mit profilierten Schuhen sicher begangen werden können.

Dabei ist die Chance für Wanderer, das richtige, individuell angepasste Modell für ihren Sport zu finden, heute so groß wie nie zuvor. Die Vielfalt der Auswahl wächst stetig. So bieten fast sämtliche namhaften Hersteller für jedes Terrain spezifische Schuhe an. Die Schuhe sollten unbedingt eingelaufen sein und müssen zum individuellen Fuß passen. Da unsere Pfade sehr uneben sind und man leicht umknickt, sollten knöchelhohe Schuhe zusätzlichen Halt und Sicherheit vor Verletzung geben. Wer schon nach wenigen Kilometern Druckstellen und Blasen hat, muss sich auf ein wenig erfreuliches Wandererlebnis einstellen. Wasserdicht beziehungsweise -abweisend sollten die Schuhe auch sein, denn durch Regen aufgeweichte Schuhe scheuern ebenfalls. Sie sollten vorne nicht zu eng sein (gerne eine halbe bis ganze Nummer größer als bei den Alltagsschuhen), um weitestgehend zu verhindern, dass die Zehen anstoßen oder dass das Nagelbett beim Abwärtsgehen verletzt wird. Blasen kann man mit gutem Schuhwerk und passenden, eng anliegenden Outdoor-Socken ohne Faltenbildung von Anfang an weitestgehend vermeiden oder zumindest hervorragend durch die in jeder Apotheke erhältlichen Blasenpflaster behandeln. Um Blasen vorzubeugen, sollte man seine Schuhe gut verschnüren, denn es schont die Nagelbetten der Zehen (Anstoßen wird vermieden) und verhindert das Herumrutschen des Fußes im Schuh und somit Reibeflächen. Wenn man seine Füße vor dem Wandern eincremt, vermindert man ebenfalls Reibung und beugt Blasen vor. Geschnittene Fußnägel sind selbstverständlich. Offene Sandalen oder Schlappen für abends sollte man auch einpacken – nach einem Tag in eng verschnürten Schuhen werden es einem die Füße danken.

Blick ins St. Wilhelmer Tal (Tour 17)

StöckeTeleskop- beziehungsweise Trekkingstöcke (inklusive Federung) können sinnvoll sein, vor allem auf den Zugehwegen. Als störend haben wir die Stöcke hingegen in den alpinen Passagen empfunden, da sie uns auf den schmalen, steilen Pfaden und bei den kleinen Klettereien oft eher im Weg waren. Letztlich muss man sie nicht dauernd verwenden, sondern nutzt sie am besten einfach nach Bedarf. Aus- und wieder eingepackt und zusammengeschoben sind die Stöcke schnell. Wichtig dabei ist, dass sie über kleine Teller verfügen und eng am oder im Rucksack verstaut werden können, damit man mit ihnen nicht am Fels oder an der Vegetation hängen bleibt.

RucksackUnser Rucksack sollte schmal und eng packbar sein und lieber über wenige Außenfeatures verfügen, da Befestigungsschlaufen und Außentaschen, beziehungsweise die Dinge, die an ihnen angebracht sind, den Rucksack verbreitern und so in unserem Wanderterrain an Ästen, Büschen und Felsen hängen bleiben könnten. Kletterrucksäcke entsprechen am ehesten dieser Anforderung, es gibt aber auch viele Hybridmodelle, die gut sind. Schließlich wollen wir uns nicht für jede Spezialwanderung einen neuen Rucksack zulegen.

Ein kleiner Rucksack mit maximal 20 Litern reicht vollkommen für unsere alpine Wanderung aus. Trotz des relativ geringen Gewichts, das wir auf einer Tour tragen müssen (mehr als 10 Kilogramm sollten es nie sein), plädieren wir für einen Rucksack mit Hüftgurt, der am Becken und an den Schultern gut sitzt und gepolstert ist, damit die Lasten gleichmäßig verteilt sind. Ein Belüftungssystem für den Rücken ist ebenfalls empfehlenswert.

Der Innenraum sollte abgedichtet sein, damit der Inhalt bei Regen nicht durchnässt wird. Ein Regenschutzüberzug ist ebenfalls ratsam, wobei etliche Rucksackmodelle einen solchen bereits eingebaut haben. Zur Sicherheit kann man insbesondere Kleidung zusätzlich in Plastiktüten verpacken.

KleidungEbenso wie der Rucksack sollte unsere Kleidung eng anliegen. Ansonsten gilt, dass in Baden-Württemberg, den Jahreszeiten entsprechend, relativ stabile Temperaturen herrschen. Man kleidet sich also der Jahreszeit gemäß. Normale Baumwolle ist schwer, lässt einen erst schwitzen, dann frieren und erfordert natürlich auch mehr Wechselwäsche (Gewicht), da sie langsam trocknet. Am besten trägt man also moderne Funktionsbekleidung in mehreren Schichten (Zwiebelprinzip in drei Lagen: 1. Merino- oder Kunstfaser, 2. leichte Jacke oder Hoody, 3. feste Jacke mit Regenschutz). Die dritte Lage sollte funktional sein, zum Beispiel muss man auch mit Handschuhen den Reißverschluss aufbekommen oder die Jacke ausziehen können. Selbst wenn man weder Kälte noch Regen erwartet, gehören die zweite und dritte Lage in den Rucksack. Muss man nämlich nach einem Unfall längere Zeit auf die Rettung warten, kühlt der Körper schnell aus, auch im Sommer. Lange Hosen und lange Socken sollten durchgehend benutzt werden, da wir uns oft durch hüfthohe Vegetation (teilweise dornig) kämpfen müssen. Zecken und mit ihnen die Gefahren, die von ihnen ausgehen, nehmen leider von Jahr zu Jahr zu. Neben der FSME-Impfung helfen also nur dichte, helle und bedeckende Kleidung sowie abends ein genauer und prüfender Blick auf den eigenen Körper.


Solche Geröllfelder sind in Baden-Württemberg gar nicht so selten.

VerpflegungGrundsätzlich ist das Frühstück bei kontinuierlicher körperlicher Anstrengung die wichtigste Mahlzeit. Es sollte viele Kohlenhydrate enthalten, aber wenig Fett und Eiweiß. Ein Beispiel für ein geeignetes Frühstück könnte eine Portion Müsli mit fettarmem Joghurt und dazu eine Obstsorte, zum Beispiel Banane, sowie ein Vollkornbrot, belegt mit fettarmem Käse und Gurke, sein.

Damit ein Völlegefühl vermieden wird und die Kohlenhydrate auch bereits in Energie umgewandelt sind, sollte das Frühstück etwa eine bis zwei Stunden vor Beginn der Wanderung eingenommen werden. Während der Wanderung ist es ratsam, regelmäßig und in kleinen Portionen schnell verfügbare Kohlenhydrate und Energielieferanten zu sich zu nehmen. Dafür eignen sich ganz hervorragend Powerriegel, Traubenzucker und Bananen.

Ganz wichtig: Trinken Sie regelmäßig, aber nur kleine Mengen auf einmal, ansonsten merken Sie, wie Ihr Bauch beim Wandern unangenehm schwer wird. Auf unseren im Hinblick auf die Streckenlänge überschaubaren, dafür aber anstrengenden Wanderstrecken sollte es mindestens ein Liter sein. Kohlensäurefreies Leitungswasser mit Magnesiumtabletten (gegen Krämpfe) aus dem Discounter ist nach vielen Versuchen bei uns immer noch die erste Wahl. Eine kleine Flasche Cola (mit Koffein) oder eine kleine Dose der koffeinhaltigen Hipsterbrause sei als Notnagel für all jene empfohlen, die fünf Kilometer vor dem Ziel nicht mehr können und eine schnelle und effiziente Energiezufuhr benötigen.


Gerade die Pfade unter den Felsen sind spannend.


Hier gibt es noch ein altes Sicherungsgeländer.

Karten/GPSErst mal vorneweg: Für die meisten Touren dieses Buches gibt es aktuelles Karten- und GPS-Material vom Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung (LGL). Relativ neu ist das digitale und umfangreiche Kartenwerk »TopMaps Freizeitkarten 25«, LGL, 1:25 000. Aktuell werden auch die 1:35 000 von den beidseitig bedruckten 1:25 000 Kartenblättern Jahr um Jahr ersetzt. Allerdings sind die heutigen Karten im Hinblick auf Genauigkeit und Wegdichte oftmals nicht mehr so detailliert wie ältere Karten. Das hat einerseits damit zu tun, dass aktuelle Karten nur noch mithilfe von Luftbildern und Satelliten erstellt werden, wohingegen die Topografen vor einigen Jahren zusätzlich noch im Gelände unterwegs waren. Heute wird dies aus Kostengründen und Personalmangel nicht mehr praktiziert. Zum anderen mag es auch daran liegen, dass das Gros der Wanderer aus touristischen und versicherungstechnischen Gründen (Wege wollen gepflegt und gesichert sein) und wegen des Naturschutzes stärker gelenkt und nicht auf abseitige Wege aufmerksam gemacht werden sollen. Deshalb ist bei einigen Routen das Thema »Karte« ein spezielles: Manche Pfade waren nur noch in älteren Kartenjahrgängen verzeichnet, und selbst im Vergleich mit den verschiedenen digitalen GPS-/GPX-Track-Karten waren die alten Karten manchmal genauer und detaillierter. Hin und wieder war auch die Karte, die direkt am Wanderparkplatz aufgestellt ist, am genauesten und eröffnete ganz neue Wegoptionen. Das hat uns in ein Beratungs- und Kartenzeichnungsdilemma gestürzt: Welches Material geben wir als Ausgangs- und Orientierungshilfe an? An einzelne Wanderkarten aus älteren Jahrgängen kommt man ja höchstens noch mit viel Glück über die Gebrauchtwarenplattformen im Internet heran. Wir haben uns deshalb zu einer Gewichtung entschlossen:


Hinter der Zastler Hütte, auf dem Weg zum Hüttenwasen (Tour 17)

1.Am wichtigsten ist die schriftliche ausführliche Tourenbeschreibung.

2.Dann folgt die gezeichnete Karte im Buch, die aufgrund unseres (auch alten und deshalb detaillierten) Kartenmaterials erstellt wurde. Gleich wichtig ist der vom Verlag zur Verfügung gestellte GPX-Track.

3.Die empfohlenen Karten neueren Datums im Tourensteckbrief, auf denen manche Pfade aber nicht mehr eingezeichnet sind.

Etliche der hier vorgestellten Pfade verändern sich übrigens langsam durch Renaturierung. Sie werden nicht gepflegt und sind nicht mehr oder waren nie Teil des offiziellen Wegenetzes der Mittelgebirgsvereine. Es reicht aber auch schon eine große Holzabfuhrmaschine, die die Topografie und somit die Wegführung verändert. Deshalb sollte man bei einigen Touren eine gehörige Portion Orientierungssinn mitbringen.

Last, not leastZu unserer ständigen Grundausrüstung gehören im Übrigen eine Erste-Hilfe-Ausrüstung, unbedingt Sonnenschutz (Sonnencreme und Kopfbedeckung), ein Taschenmesser, eine Taschenlampe, eine Plastiktüte für den anfallenden und auf dem Weg gefundenen Müll (wenn wir schon mal da sind) und eine Rolle Toilettenpapier (ohne Papprolle). Als einer der wichtigsten Ausrüstungsgegenstände hat sich das Smartphone erwiesen. Ob als GPS-Gerät, Fahrplanauskunft, Taschenlampe oder Notruftelefon: Das alles kann ein Handy leisten, vorausgesetzt, der Akku ist nicht leer. Empfehlenswert ist daher ein Zusatzakku (Power-bank), mit dem man das Smartphone unterwegs aufladen kann. Manche der hier vorgestellten Wege verfügen in ihrem Verlauf über sogenannte Rettungspunkte oder Standortpunkte, die bei einem Notfall telefonisch mitgeteilt werden können.

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Türler ve etiketler

Yaş sınırı:
0+
Litres'teki yayın tarihi:
12 kasım 2024
Hacim:
278 s. 264 illüstrasyon
ISBN:
9783862467976
Yayıncı:
Telif hakkı:
Bookwire
İndirme biçimi:

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