Kitabı oku: «Ich möchte Dir ein Liebes schenken», sayfa 2
DIE STILLE
Hörst Du, Geliebte, ich hebe die Hände –
hörst Du: es rauscht …
Welche Gebärde der Einsamen fände
sich nicht von vielen Dingen belauscht?
Hörst Du, Geliebte, ich schließe die Lider,
und auch das ist Geräusch bis zu Dir.
Hörst Du, Geliebte, ich hebe sie wieder …
… aber warum bist Du nicht hier.
Der Abdruck meiner kleinsten Bewegung
bleibt in der seidenen Stille sichtbar;
unvernichtbar drückt die geringste Erregung
in den gespannten Vorhang der Ferne sich ein.
Auf meinen Atemzügen heben und senken
die Sterne sich.
Zu meinen Lippen kommen die Düfte zur Tränke,
und ich erkenne die Handgelenke
entfernter Engel.
Nur die ich denke: Dich
seh ich nicht.
DU WIRST NUR MIT DER TAT ERFASST
Du wirst nur mit der Tat erfasst,
mit Händen nur erhellt;
ein jeder Sinn ist nur ein Gast
und sehnt sich aus der Welt.
Ersonnen ist ein jeder Sinn,
man fühlt den feinen Saum darin
und dass ihn einer spann:
Du aber kommst und gibst Dich hin
und fällst den Flüchtling an.
Ich will nicht wissen, wo Du bist,
sprich mir aus überall.
Dein williger Evangelist
verzeichnet alles und vergisst
zu schauen nach dem Schall.
Ich geh doch immer auf Dich zu
mit meinem ganzen Gehn;
denn wer bin ich und wer bist Du,
wenn wir uns nicht verstehn?
DAS VOLKSLIED
Es legt dem Burschen auf die Stirne
die Hand der Genius so lind,
dass mit des Liedes Silberzwirne
er seiner Liebsten Herz umspinnt.
Da mag der Bursch sich süß erinnern,
was aus der Mutter Mund ihm scholl,
und mit dem Klang aus seinem Innern
füllt er sich seine Fiedel voll.
Die Liebe und der Heimat Schöne
drückt ihm den Bogen in die Hand,
und leise rieseln seine Töne
wie Blütenregen in das Land.
Und große Dichter, ruhmberauschte,
dem schlichten Liede lauschen sie,
so gläubig wie das Volk einst lauschte
dem Gotteswort des Sinai.
NEIN, ICH VERGESSE DICH NICHT
Nein, ich vergesse Dich nicht,
was ich auch werde,
liebliches zeitiges Licht,
Erstling der Erde.
Alles, was Du versprachst,
hat sie gehalten,
seit Du das Herz mir erbrachst
ohne Gewalten.
Flüchtigste frühste Figur,
die ich gewahrte:
nur weil ich Stärke erfuhr,
rühm ich das Zarte.
GRAUE LIEBESSCHLANGEN
Graue Liebesschlangen hab ich aus Deinen
Achselhöhlen gescheucht. Wie auf heißen Steinen
liegen sie jetzt auf mir und verdauen
Lust-Klumpen
LASS MICH NICHT AN DEINEN LIPPEN TRINKEN
Lass mich nicht an Deinen Lippen trinken,
denn an Munden trank ich mir Verzicht.
Lass mich nicht in Deine Arme sinken,
denn mich fassen Arme nicht.
AUS DER TRÜBE MÜDER ÜBERDRÜSSE
Aus der Trübe müder Überdrüsse
reißt, die wir einander bebend bringen,
uns die Botschaft. Welche? Wir vergingen –
Ach wann waren Worte diese Küsse?
Diese Küsse waren einmal Worte;
stark gesprochen an der Tür ins Freie
zwangen sie die Pforte.
Oder waren diese Küsse Schreie …
Schreie auf so schönen Hügeln, wie sie
Deine Brüste sind. Der Himmel schrie sie
in den Jugendjahren seiner Stürme.
OH WIE FÜHL ICH STILL ZU DIR HINÜBER
Oh wie fühl ich still zu Dir hinüber,
oh wie gehen mir von Deinem Bild
steigende Gefühle flutend über.
Ungeheuer ist mein Herz gewillt.
In dem Raume, den ich in mich schaute
aus dem Weltraum und dem Wind am Meer,
gehst Du, unbegreifliche Vertraute,
wie sein eigenstes Geschöpf umher.
Nun erst schließ ich, ach nach wie viel Zeiten
meine Augen über mir; nun mag
keine Sehnsucht mehr mich überschreiten;
denn vollendeter wird Nacht und Tag.
Schau ich aber leise auf, so heilt
mir die Welt am milderen Gesichte –,
oh so war ja doch: dass ich verzichte,
allen Engeln noch nicht mitgeteilt.
SO WIE EINE TÜRE, DIE NICHT ZUBLEIBT
So wie eine Türe, die nicht zubleibt,
geht im Schlaf mir immer wieder stöhnend
die Umarmung auf. Oh wehe Nächte.
Draußen wird der Garten weich im Mondschein
und die Blüten trüben mir das Fenster
und die Nachtigall ist nicht vergebens.
DEIN HERZ SEI WIE EIN NEST IM UNERREICHTEN
Dein Herz sei wie ein Nest im Unerreichten.
Hilf keinem zu der Wildnis Deines Baus,
doch manchmal wirf am Morgen einen leichten
neuflüggen Engel in die Himmel aus.
VERGISS, VERGISS UND LASS UNS JETZT NUR DIES
Vergiss, vergiss und lass uns jetzt nur dies
erleben, wie die Sterne durch geklärten
Nachthimmel dringen; wie der Mond die Gärten
voll übersteigt. Wir fühlten längst schon, wies
spiegelnder wird im Dunkel; wie ein Schein
entsteht, ein weißer Schatten in dem Glanz
der Dunkelheit. Nun aber lass uns ganz
hinübertreten in die Welt hinein
die monden ist –
EIN JUNGES MÄDCHEN: DAS IST WIE EIN STERN
Ein junges Mädchen: das ist wie ein Stern:
die ganze Erde dunkelt ihm entgegen
und ist ihm aufgetan wie einem Regen,
und niemals trank sie einen seligern.
Ein junges Mädchen: das ist wie ein Schatz,
vergraben neben einer alten Linde;
da sollen Ringe sein und Goldgewinde,
doch keiner ist erwählt, dass er sie finde:
nur eine Sage geht und sagt den Platz.
Ein junges Mädchen: dass wir’s niemals sind.
So wenig hat das Sein zu uns Vertrauen.
Am Anfang scheinen wir fast gleich, als Kind,
und später sind wir manchmal beinah Frauen
für einen Augenblick; doch wie verrinnt
das fern von uns, was Mädchen sind und schauen.
Mädchen gewesen sein: dass es das gibt.
Als sagte Eine: einmal war ich dies
und zeigte Dir ein Halsband von Türkis
auf welkem Sammte; und man sieht noch, wie’s
getragen war, verloren und geliebt.
DU DUFTEST AUS DIR HINAUS
Du duftest aus Dir hinaus,
schon schwindelt von Dir den Sternen.
Heute lass mich die Fernen
weghalten und wie ein Haus
warm sein um Dich und zu.
[Wohn in mir diese Nacht
wach in mir und gib acht]
DER DUFT
Wer bist Du, Unbegreiflicher: Du Geist,
wie weißt Du mich von wo und wann zu finden,
der Du das Innere (wie ein Erblinden)
so innig machst, dass es sich schließt und kreist.
Der Liebende, der eine an sich reißt,
hat sie nicht nah; nur Du allein bist Nähe.
Wen hast Du nicht durchtränkt als ob Du jähe
die Farbe seiner Augen seist.
Ach, wer Musik in einem Spiegel sähe,
der sähe Dich und wüsste, wie Du heißt.
EHE
Sie ist traurig, lautlos und allein.
Sieh, sie leidet. Deine Nächte legten
sich auf ihre leisen leicht erregten
Nächte wie ein stürzendes Gestein.
Hundertmal in Deiner dumpfen Gier
warst Du ihr Vergeuder und Vergifter;
aber dass Du einmal wie ein Stifter
still und dunkel knietest neben ihr
macht Dich männlich und geht aus von Dir.
INITIALE
Aus unendlichen Sehnsüchten steigen
endliche Taten wie schwache Fontänen,
die sich zeitig und zitternd neigen.
Aber, die sich uns sonst verschweigen,
unsere fröhlichen Kräfte – zeigen
sich in diesen tanzenden Tränen.
DIE BRAUT
Ruf mich, Geliebter, ruf mich laut!
Lass Deine Braut nicht so lange am Fenster stehn.
In den alten Platanenalleen
wacht der Abend nicht mehr:
sie sind leer.
Und kommst Du mich nicht in das nächtliche Haus
mit Deiner Stimme verschließen,
so muss ich mich aus meinen Händen hinaus
in die Gärten des Dunkelblaus
ergießen …
ICH BIN, DU ÄNGSTLICHER
Ich bin, Du Ängstlicher. Hörst Du mich nicht
mit allen meinen Sinnen an Dir branden?
Meine Gefühle, welche Flügel fanden,
umkreisen weiß Dein Angesicht.
Siehst Du nicht meine Seele, wie sie dicht
vor Dir in einem Kleid aus Stille steht?
Reift nicht mein mailiches Gebet
an Deinem Blicke wie an einem Baum?
Wenn Du der Träumer bist, bin ich Dein Traum.
Doch wenn Du wachen willst, bin ich Dein Wille
und werde mächtig aller Herrlichkeit
und ründe mich wie eine Sternenstille
über der wunderlichen Stadt der Zeit.
DU SIEHST, ICH WILL VIEL
Du siehst, ich will viel.
Vielleicht will ich Alles:
das Dunkel jedes unendlichen Falles
und jedes Steigens lichtzitterndes Spiel.
Es leben so viele und wollen nichts,
und sind durch ihres leichten Gerichts
glatte Gefühle gefürstet.
Aber Du freust Dich jedes Gesichts,
das dient und dürstet.
Du freust Dich Aller, die Dich gebrauchen
wie ein Gerät.
Noch bist Du nicht kalt, und es ist nicht zu spät,
in Deine werdenden Tiefen zu tauchen,
wo sich das Leben ruhig verrät.
OFT SEHN SICH UNSRE SEELEN TAGELANG NICHT
… Oft sehn sich unsre Seelen tagelang nicht.
Und meine, dürstend, Deine zu entdecken,
will ihre Arme aus dem Alltag strecken,
schaut hinter Deines Lachens Rosenhecken
und lugt und lauscht und findet ihren Klang nicht.
DEINE STUBE MIT DEN KÜHLEN ROSEN
Deine Stube mit den kühlen
Rosen in den vielen Vasen,
drinnen wir in tiefen Stühlen
lehnten, leise Lieder lasen –
und mein Auge sehnte zag:
ist die einsame Kapelle,
welche Zuflucht mir bedeutet;
warten will ich an der Schwelle,
bis mir Deine Stimme läutet
meinen Lebensfeiertag.
ICH MÖCHTE DIR EIN LIEBES SCHENKEN
Ich möchte Dir ein Liebes schenken,
das Dich mir zur Vertrauten macht:
aus meinem Tag ein Deingedenken
und einen Traum aus meiner Nacht.
Mir ist, dass wir uns selig fänden
und dass Du dann wie ein Geschmeid
mir löstest aus den müden Händen
die niebegehrte Zärtlichkeit.
WEISST DU, DASS ICH DIR MÜDE ROSEN FLECHTE
Weißt Du, dass ich Dir müde Rosen flechte
ins Haar, das leis ein weher Wind bewegt –
Siehst Du den Mond, wie eine silberechte
Merkmünze, und ein Bild ist eingeprägt:
ein Weib, das lächelnd dunkle Dornen trägt –
Das ist das Zeichen toter Liebesnächte.
Fühlst Du die Rosen auf der Stirne sterben?
Und jede lässt die Schwester schauernd los
und muss allein verdarben und verderben,
und alle fallen fahl in Deinen Schoß.
Dort sind sie tot. Ihr Leid war leis und groß.
Komm in die Nacht. Und wir sind Rosenerben.
ROSE, OH REINER WIDERSPRUCH, LUST
Rose, oh reiner Widerspruch, Lust,
Niemandes Schlaf zu sein unter so viel
Lidern.
WIR, IN DEN RINGENDEN NÄCHTEN
Wir, in den ringenden Nächten,
wir fallen von Nähe zu Nähe;
und wo die Liebende taut,
sind wir ein stürzender Stein.
EINMAL NOCH KAM ZU DEM AUSGESETZTEN
Einmal noch kam zu dem Ausgesetzten,
der auf seines Herzens Bergen ringt,
Duft der Täler. Und er trank den letzten
Atem wie die Nacht die Winde trinkt.
Stand und trank den Duft, und trank und kniete
noch ein Mal.
Über seinem steinigen Gebiete
war des Himmels atemloses Tal
ausgestürzt. Die Sterne pflücken nicht
Fülle, die die Menschenhände tragen,
schreiten schweigend, wie durch Hörensagen
durch ein weinendes Gesicht.
EINMAL KAM DIE FRAU, DIE REICHE, REIFE
Einmal kam die Frau, die reiche, reife
die zerstreut den Jüngling unterwies,
wenn er störend, noch mit Knabensteife,
an die blumige Geliebte stieß.
Dann erschienen reizende Gestalten,
traten ins gesteigerte Bereich
wo sich Menschen aneinanderhalten
zum vergöttlichten Vergleich.
Kann es sein dass er, wenn er sie lobte
aus ursprünglicher Natur
jene nie Erfahrene erprobte
an den Seligen, die er erfuhr?
WEISST DU NOCH: AUF DEINEM WIESENPLATZE
Weißt Du noch: auf Deinem Wiesenplatze
las ich Dir am schönen Vormittage,
(jenem ersten, den ich aus dem Schatze
einer wunderschönen Zeit gehoben)
las das Lied der Rühmung und der Klage.
Und mir schien Dein Leben wie von oben
zuzuhören; wie von jeder Seite
kam es näher; aus dem sanften Rasen
stieg es in die Räume meiner Stimme.
Aber plötzlich, da wir nicht mehr lasen
gab ich Dich aus Nachbarschaft und Weite
Dir zurück in Dein gefühltes Wesen.
Fernesein ist nur ein Lauschen: höre.
Und jetzt bist Du diese ganze Stille.
Doch mein Aufblick wird Dich immer wieder
sammeln in den lieben: Deinen Körper.
LIEBESANFANG
O Lächeln, erstes Lächeln, unser Lächeln.
Wie war das Eines: Duft der Linden atmen,
Parkstille hören –, plötzlich in einander
aufschaun und staunen bis heran ans Lächeln.
In diesem Lächeln war Erinnerung
an einen Hasen, der da eben drüben
im Rasen spielte; dieses war die Kindheit
des Lächelns. Ernster schon war ihm des Schwanes
Bewegung eingegeben, den wir später
den Weiher teilen sahen in zwei Hälften
lautlosen Abends. – Und der Wipfel Ränder
gegen den reinen, freien, ganz schon künftig
nächtigen Himmel hatten diesem Lächeln
Ränder gezogen gegen die entzückte
Zukunft im Antlitz.
HEUTE WILL ICH
Heute will ich Dir zu Liebe Rosen
fühlen, Rosen fühlen Dir zu Liebe,
Dir zu Liebe heute lange lange
nicht gefühlte Rosen fühlen: Rosen.
Alle Schalen sind gefüllt; sie liegen
in sich selber, jede hundert Male, –
wie von Talen angefüllte Tale
liegen sie in sich und überwiegen.
So unsäglich wie die Nacht
überwiegen sie den Hingegebnen,
wie die Sterne über Ebnen
überstürzen sie mit Pracht.
Rosennacht, Rosennacht.
Nacht aus Rosen, Nacht aus vielen vielen
hellen Rosen, helle Nacht aus Rosen,
Schlaf der tausend Rosenaugenlider:
heller Rosen-Schlaf, ich bin Dein Schläfer.
Heller Schläfer Deiner Düfte; tiefer
Schläfer Deiner kühlen Innigkeiten.
Wie ich mich Dir schwindend überliefer
hast Du jetzt mein Wesen zu bestreiten;
sei mein Schicksal aufgelöst
in das unbegreifliche Beruhen,
und der Trieb, sich aufzutuen,
wirke, der sich nirgends stößt.
Rosenraum, geboren in den Rosen,
in den Rosen heimlich auferzogen,
und aus offnen Rosen zugegeben
groß wie Herzraum: dass wir auch nach draußen
fühlen dürfen in dem Raum der Rosen.
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