Kitabı oku: «Draussen unterrichten (E-Book, Neuauflage, Ausgabe für die Schweiz)»

Yazı tipi:


Stiftung SILVIVA (Hrsg.)

Draussen unterrichten

(Ausgabe für die Schweiz)

Das Handbuch für alle Fachbereiche

1. und 2. Zyklus

ISBN Print: 978-3-0355-1552-7

ISBN E-Book: 978-3-0355-1553-4

Autorinnen: Sarah Wauquiez, Martina Henzi, Nathalie Barras

Fachlektorat: Rolf Jucker, Nicole Schwery, Eva von Fischer, Dina Walser, Kathrin Schlup, Ariane Derron, Aude Lachavanne

Fotos: Gabriela Fürer (www.mediafuerer.ch), Timo Ullmann (www.ullmann.photography), diverse Lehrpersonen und Naturpädagoginnen

Gestaltung und Layout: Eva-Maria Bolz (www.evamariabolz.de)

2. Auflage 2019

Alle Rechte vorbehalten

© 2019 hep verlag ag, Bern

www.hep-verlag.ch


Zusatzmaterialien und -angebote zu diesem Buch: http://mehr.hep-verlag.ch/draussen-unterrichten

Dieses Handbuch wurde herausgegeben von der Stiftung SILVIVA (www.silviva.ch)


in Zusammenarbeit mit WWF Schweiz (www.wwf.ch)


mit Unterstützung von:

Bundesamt für Umwelt, Stiftung Mercator Schweiz, Stiftung Perspektiven Swiss Life


gedruckt auf FSC®-zertifiziertem Papier


Geleitwort

Vorwort

1 So klappt der Unterricht draussen

Warum in der Natur unterrichten?

Wer? Wo? Was? Wie?

Fächerübergreifendes Lernen

Die verschiedenen Draussenlernorte

Organisatorisches

Dokumentation und Evaluation

2 Alle Fachbereiche draussen unterrichten

Aufbau des praktischen Teils

Sprachen

Abc mit der Natur

Ausrollgeschichten

Gegensätze

Laufgeschichten

Naturcomic

Die Sprache der Tiere

Wo steckt Herr Specht?

Sprichwörter

Brief aus der Natur

Formularkrieg

Lesen und präsentieren

Schreiben und präsentieren

Mathematik

Zählen und schätzen

Grundrechenarten «nature»

Reihen

Rechnen mit Stämmen und Strünken

Geometrische Formen

Zahlen und Symmetrien

Uhr der Natur

Grössen und Masseinheiten

Baumrekorde

Was ist dieser Baum wert?

Natur, Mensch, Gesellschaft

Mein Naturplatz

Wunschort für …

Orientierung

Meine Umgebung früher und heute

Feuer machen früher und heute

Kochen früher und heute

Gestalten

Sich einrichten am Naturort

Gestalt-Techniken

Gesichter gestalten

Modekollektion «nature»

Mit Schnee, Eis und Rotkohl

Wer macht Naturkunst?

Schrift und Schreibzeug

Körbe

Mit Lehm und Ton

Naturspielzeug herstellen

Tierwohnungen bauen

Weben und nähen

Musik

Naturinstrumente

Klangkarten

Klanggeschichten

Naturlieder

Bewegung und Sport

Aufwärmspiele

Steckenspiele

Ein Tag im Leben eines Eichhörnchens

Natur-Vitaparcours

Highland Games

Seilkonstruktionen

3 Grundlagen und weiterführende Materialien

Argumente für das Draussenunterrichten

Planungsbeispiele

Zahlen, die zählen

Literaturtipps

Bildnachweis

Geleitwort

Niemand kann ein Kind von aussen formen. Es kann die Netzwerke in seinem Gehirn, die für die Steuerung von Fähigkeiten und Fertigkeiten und für die Verankerung von Wissensinhalten zuständig sind, nur selbst herausbilden.

Dazu können wir unsere Kinder einladen, ermutigen und inspirieren. Und am besten geht das immer dann, wenn wir ihnen Zugang zu einer Lebenswelt ermöglichen, in der es nicht so sehr auf ganz bestimmte Fähigkeiten und ganz bestimmtes Wissen ankommt. Das müsste eine Lebenswelt sein, die den Kindern möglichst viele und möglichst verschiedenartige Gelegenheiten bietet, all das zu entdecken und zu gestalten, was es dort zu entdecken und zu gestalten gibt. Eine Lebenswelt auch, welche die Kinder dazu anregt, sich um möglichst vieles zu kümmern, was ihrer Sorge, ihrer Aufmerksamkeit und ihrer Zuwendung bedarf.

So weit, so gut. Aber wo finden Heranwachsende noch einen Erfahrungsraum, der sie ermutigt und inspiriert, all dies zu erfahren, aber auch einlädt, achtsam zu sein und sich behutsam mit dem zu beschäftigen, was es zu entdecken und zu gestalten gibt?

In geschlossenen Klassenräumen ist das schwer, aber draussen in der Natur, im Wald, am Bach, auf Wiesen und Feldern, sind solche Erfahrungen unvermeidbar. Dort erleben Kinder und Jugendliche ihre eigene Eingebundenheit in die Natur, dort kommen sie wieder in Kontakt mit ihren natürlichen, lebendigen Wurzeln. Dort ist nichts programmiert, dort findet ihre Entdeckerfreude und Gestaltungslust eine Überfülle an Nahrung. Dort spüren sie wieder die Verbindung zu dem, was sie lebendig macht.

Die Möglichkeiten, die die Natur für Entdeckungsreisen bietet, sind unbegrenzt. Nichts funktioniert dort auf vorgefertigte Weise, alles kann man gar nicht selbst entdecken, nichts ist gleich. Kein Blatt, kein Ast gleicht dem anderen, und alles kann man für irgendetwas verwenden. Überall lässt sich etwas finden, was wächst, was lebt, was einzigartig ist – wie die Kinder selber.

Natur ist für Kinder so essenziell wie gute Ernährung. Sie ist ihr angestammter Entwicklungsraum. Hier stossen die Kinder auf vier für ihre Entwicklung unverhandelbare Quellen: Freiheit, Unmittelbarkeit, Widerständigkeit, Bezogenheit. Aus diesen Erfahrungen bauen sie das Fundament, das ihr Leben trägt.

In der Natur können Kinder dieses besondere Gefühl von Dankbarkeit entwickeln, dass sie Teil dieser lebendigen Natur sind. Und dort können sie begreifen, dass es etwas gibt, was widerspenstig ist und seinen eigenen Regeln und Gesetzen folgt. Wie das funktionieren kann, worauf es dabei ankommt und was dort draussen alles möglich wird, beschreibt dieses Buch.

Es ist eine Anregung mit sehr konkreten Umsetzungshilfen für alle Lehrerinnen und Lehrer, Eltern und in der Kinderbetreuung tätigen Personen, denen die Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen am Herzen liegt. Sie können es mit dem Herzen lesen, aber umsetzen sollten Sie es mit Verstand – weil Sie verstanden haben, worum es geht.

Göttingen im Herbst 2017

Gerald Hüther

Vorwort

Wir freuen uns ausserordentlich, dass Sie mit diesem Handbuch nun das erste wichtige Element des Projekts «Draussen unterrichten» in den Händen halten können. Das vorliegende Buch soll Sie als Lehrpersonen möglichst praktisch und unkompliziert beim Unterricht im Freien unterstützen. Das Handbuch, das parallel auch beim Verlag La Salamandre auf Französisch erscheint, ist aber nur ein zentraler Bestandteil einer viel grösseren Vision. Das langfristige Ziel besteht darin, dass möglichst viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene die Möglichkeit erhalten sollen, vom Draussenlernen zu profitieren. Denn dieses ist auf vielfältige Weise bereichernd, lernfördernd und stärkend.

Dieses Projekt zielt darauf ab, Sie als Lehrpersonen bei der Umsetzung Ihrer Hauptaufgabe des Unterrichtens zu unterstützen. Darüber hinaus will das Projekt auch den Schulleitungen, der breiteren Öffentlichkeit und den Vertreterinnen und Vertretern der Bildungspolitik verständlich machen, warum draussen lernen ein selbstverständlicher Bestandteil einer sinnvollen Schullaufbahn sein sollte. Zudem möchte SILVIVA im Rahmen dieses Projekts angehenden und ausgebildeten Lehrpersonen in Kursen und Weiterbildungen anschaulich vermitteln, wie leicht und gewinnbringend draussen unterrichten in den Schulalltag integriert werden kann und wie ein ganzes Schulteam sich zusammen auf eine Lernreise begeben kann, um den Unterricht draussen zu einem Teil der Schulkultur zu machen. Zusammen mit dem WWF bieten wir schweizweit Draussen-Tage an, an denen alle interessierten Schulen den Unterricht im Freien testen können.

Das Projekt «Draussen unterrichten» ist das Produkt einer langjährigen fruchtbaren Zusammenarbeit: So gäbe es das Projekt gar nicht, wenn die Hauptautorin Sarah Wauquiez nicht mit der Buchidee auf SILVIVA zugekommen wäre. Und es wäre bei einer schönen Idee geblieben, hätte SILVIVA sich das Projekt nicht zu eigen gemacht und sich um die nötige Finanzierung gekümmert. Und ohne die grosszügige Bereitschaft der Stiftung Mercator Schweiz, das Projekt finanziell zu unterstützen, wären wir heute keinen Schritt weiter. Dass dann mit dem WWF Schweiz, dem Bundesamt für Umwelt, der 3FO Förderorganisation und der Stiftung «Perspektiven» von Swiss Life noch weitere Förderpartner zusagten, das Projekt grosszügig zu unterstützen, zeugt dafür, dass wir damit einen Nerv der Zeit, ein tief liegendes Bedürfnis getroffen haben. Sowohl bei der Suche nach Testpersonen für die Lernaktivitäten als auch bei der Bestellung des Beirats sind wir immer auf offene Türen gestossen. Es scheint, dass die Projektidee wie selbstverständlich Sinn ergibt.

Aber diese Idee wäre nie umgesetzt worden ohne die harte Arbeit der Projektleiterin Lea Menzi, der drei Autorinnen Sarah Wauquiez, Nathalie Barras und Martina Henzi, ohne die Rückmeldungen der 170 Testlehrpersonen und der sieben Fachlektorinnen und Fachlektoren, ohne die gestalterische Arbeit der Grafikerin Eva-Maria Bolz, ohne die Unterstützung unseres Lektors Lukas Meier und der gesamten Crew des hep verlags, ohne die wunderschönen Fotos von Timo Ullmann und Gabriela Fürer. Ihnen allen und all denjenigen, die wir hier nicht namentlich nennen können, gebührt deshalb unser herzlichster Dank.

Ihnen, liebe Lehrpersonen, wünschen wir nun mindestens so viel Spass beim Draussenlernen wie Ihren Schülerinnen und Schülern. Sie werden spürbar erfahren und erleben, wie sich Ihr Lehr-Lern-Portfolio erweitert und sich das Draussen und das Drinnen gegenseitig befruchten.

Zürich im August 2017

Rolf Jucker, Geschäftsleiter SILVIVA


1 So klappt der Unterricht draussen

Warum in der Natur unterrichten?

Wer? Wo? Was? Wie?

Fächerübergreifendes Lernen

Die verschiedenen Draussenlernorte

Organisatorisches

Dokumentation und Evaluation

Warum in der Natur unterrichten?
Lust am Lernen

Als Lehrperson sind Sie Fachfrau bzw. Fachmann dafür, dass Kinder lernen zu lernen. Die Kinder sollen sich Lebenskompetenzen aneignen, die es ihnen ermöglichen, ein sinnvolles, erfülltes und verantwortungsvolles Leben zu führen. Zusammen mit den Eltern und anderen Bezugspersonen sind Sie eine zentrale Person im Leben jedes Kindes. Sie können Türen weit aufstossen und die Kinder dabei unterstützen, Lust am Lernen zu entwickeln und auch zu bewahren.

Möglicherweise sind Sie nicht zuletzt aus solchen Gründen überhaupt erst Lehrperson geworden: wegen Ihrer Begeisterung für die Kinder und deren leuchtende Augen, wenn sie wachsen und wenn sie lernen, die Welt, sich selber, ihr soziales Umfeld und die Natur immer besser, tiefer, differenzierter, toleranter und mit Weitblick zu verstehen.

Mit diesem Handbuch möchten wir Ihnen das praktische Rüstzeug liefern, um diese Lernprozesse erfolgreich zu unterstützen – und zwar einfach und praktisch umsetzbar, in jedem Fachbereich des 1. und 2. Zyklus.

Das Spezielle daran: Wir möchten Sie und Ihre Kinder nach draussen entführen, in die Natur, in den Kulturraum. Und zwar nicht als nette Zugabe, sondern damit Sie Ihre Unterrichts- und Lehrplanziele erfüllen können. Sie fragen natürlich zu Recht: Warum draussen?

Wie Sie sicher schon gemerkt haben, benutzen wir in diesem Buch anstelle von «Schülerinnen und Schüler» den Ausdruck «Kinder». Der Grund dafür ist, dass wir diese jungen Menschen nicht in einer Funktion, sondern als ganzheitliche Personen betrachten möchten.

Draussen unterrichten …

… ermöglicht lernen am realen Objekt > «Nur dadurch, dass ich Wasser anfasse, kann ich lernen, was es heisst, dass Wasser nass ist. Zugleich höre ich es glucksen oder tropfen, sehe ich Wellen und Reflexe, rieche vielleicht das Meer oder das Gras am Seeufer und erhalte so einen Gesamteindruck, der in mir – zusammen mit vielen anderen solcher Erfahrungen – zu einer komplexen und differenzierten Repräsentation von Wasser führen wird. Wenn ich diese innere Repräsentation (noch) nicht habe, kann ich auch die buntesten Bilder und die schrillsten Töne aus dem Computer gar nicht verstehen. Die bereits stattgefundene Wechselwirkung mit der wirklichen Realität ist also Voraussetzung dafür, dass ich mit der virtuellen Realität des Computers auch nur im Ansatz umgehen kann» (Spitzer, 2006, S. 225).

… fördert Sozialkompetenzen und Klassenklima > Für Lehrpersonen, die häufig draussen unterrichten, zählen die verbesserten Beziehungen zwischen Kindern und Lehrpersonen sowie zwischen den Kindern untereinander zu den wichtigsten Aspekten des Draussenunterrichtens. Dieser gestärkte soziale Boden spart längerfristig Zeit und hilft bei der Alltagsgestaltung des Unterrichts, drinnen wie draussen.

… ist gesund > Draussen bewegen sich die Kinder mehr, was zum Abbau von Aggressionen und zu besserer Konzentration, körperlicher Fitness und einem besseren Selbstbewusstsein führt. Naturaufenthalte verbessern das Wohlbefinden und dämpfen Stress. Draussen zu unterrichten, ermöglicht Ihnen, die Ziele des fächerübergreifenden Themas «Gesundheit» zu erreichen und die personalen Kompetenzen der Kinder zu fördern.

… entlastet Sie langfristig > Am Anfang bedeutet draussen unterrichten für Sie Aufwand und Wagnis. Aber Lehrpersonen, die regelmässig draussen unterrichten, berichten über genau dieselben positiven Effekte wie die Kinder auch: Sie haben mehr Freiheit, fühlen sich gesünder und zufriedener, kommen abends entspannter nach Hause, ihre Unterrichtspraxis wird bereichert. Mit der Zeit und Regelmässigkeit werden die Kinder draussen selbstständiger, kreativer, motivierter und aufmerksamer.

Es gibt eine ganze Reihe weiterer Gründe, warum draussen unterrichten sinnvoll sein kann – aus wissenschaftlicher Sicht und aus der Sicht erfahrener Lehrpersonen. Wir haben diese Gründe für Sie in Teil 3 (↗ hier bis hier) zusammengestellt. Vielleicht nützen Ihnen diese Grundlagen in der Diskussion mit Eltern, Schulleitung und Kolleginnen und Kollegen.

Draussen und drinnen

Draussen unterrichten kann Ihnen mehrere zusätzliche Pfeile im Köcher Ihrer Lehr-Lern-Arrangements bieten. Es ermöglicht und ergänzt Dinge, die im Klassenzimmer nur eingeschränkt möglich sind. Draussen lernen ist eine gut erprobte und wirksame Erweiterung Ihrer Handlungsmöglichkeiten als Lehrperson – variabel und flexibel einsetzbar nach Gutdünken auf Basis Ihrer professionellen Kompetenz als Lernspezialistin bzw. Lernspezialist. Sie haben die ganze Bandbreite an Möglichkeiten: von einem einstündigen Aufenthalt auf dem Schulhof bis zum ganztägigen und regelmässigen Unterricht im Wald.

Draussen lernen ist nicht besser als drinnen lernen, und der Unterricht draussen kann auch nicht das Klassenzimmer ersetzen – und umgekehrt. Warum also nicht alle Vorteile vereinen und drinnen mit draussen kombinieren? Den Kindern sowohl High-tech-Erfahrungen als auch High-touch-Erfahrungen in authentischen Lernumgebungen ermöglichen? Ein solches Lernen ist zukunftsweisend, weil es Schule und Alltag, Theorie und direkte Erfahrung vereint. Es ermöglicht den Kindern, ihre unmittelbare Mitwelt kennen, schätzen und respektieren zu lernen.


Lernen am realen Objekt


Unmittelbare Eindrücke festhalten

Wer? Wo? Was? Wie?
Wer?

Unterrichten Sie selber draussen, anstatt Experten einzuladen. Je mehr Sie draussen unterrichten, desto einfacher und gewinnbringender wird es. Holen Sie sich zu Beginn eine im Draussenunterricht erfahrene Lehrperson als Tandempartnerin bzw. Tandempartner.

Wo?

Unterrichten Sie regelmässig draussen im nahen Schulumfeld, sowohl in der natürlichen als auch in der kulturellen Mitwelt.

Was?

>Unterrichten Sie fächerübergreifend und testen Sie alle Fachbereiche draussen aus.

>Machen Sie den Link zwischen Naturerfahrung und Alltagshandeln, zwischen der Schule draussen und der Schule drinnen. Arbeiten Sie an beiden Lernorten an denselben Zielen und Themen. Überlegen Sie sich, wie Sie die Vor- und Nachbereitung im Schulzimmer gestalten wollen. Was soll drinnen vertieft bzw. evaluiert werden?

>Verfolgen Sie draussen nicht nur Fachbereichsziele; behalten Sie immer auch die überfachlichen Kompetenzen im Auge, etwa diejenigen Kompetenzen, die eine nachhaltige Lebensweise fördern.

>Wenn Sie regelmässig draussen unterrichten: Bauen Sie Aktivitäten ein, die sich jedes Mal wiederholen, zum Beispiel den Besuch eines persönlichen Naturplatzes. Dies erleichtert die Planung, schafft Kontinuität, schult die Beobachtung und vertieft die Naturbeziehung.

>Die Kinder erwerben draussen viele fächerübergreifende Kompetenzen während der selbstgesteuerten Lernphasen. Planen Sie daher genügend Zeit ein für Freispiel, für Pausen, für Aktivitäten mit offenen Fragestellungen und für eine individuelle Wahl der Realisationsart und Sozialform.

>Integrieren Sie jeweils eine Phase der Auswertung, Reflexion, Evaluation – drinnen oder draussen.

>Halten Sie immer ein bis zwei Zusatzaktivitäten in Reserve, falls das Programm schneller abläuft als geplant oder falls die Kinder Bewegung brauchen (etwa weil es kälter ist als gedacht).

Wie?

>Arbeiten Sie nicht nur in, sondern auch mit der Natur. Der respektvolle Umgang mit der Mitwelt wird in jeder Sequenz gelebt und geübt.

>Die Zeit verläuft draussen anders als drinnen. Planen Sie die Zeit pro Aktivität grosszügig. Es geschehen immer unvorhergesehene Dinge, die das Interesse der Kinder wecken und Zeit brauchen.

>Achten Sie darauf, dass die Kinder draussen die meiste Zeit aktiv tätig sind.

>Lassen Sie die Kinder zusammen problemlösungsorientiert arbeiten – an konkreten und sinnvollen Situationen. Verwenden Sie hingegen darbietende und interrogative Methoden nur über kurze Zeitspannen – oder vor- und nachbereitend im Klassenzimmer.

>Wagen Sie es, auch mal ohne Vorbereitung in die Natur zu gehen, um zu schauen, was die Natur und die Kinder für Impulse geben. Mit der Erfahrung neigen viele Lehrpersonen dazu, den Kindern draussen mehr selbstgesteuerte Lernzeit zur Verfügung zu stellen, da viele Lern- und Lebenskompetenzen dabei besser erreicht werden.

>Lehrpersonen mit Erfahrung im Draussenunterrichten erleben diese Art von Unterricht als einfach. Schlechtes Wetter, misstrauische Eltern, Schulsystem und Arbeitsbelastung sind keine Hindernisse mehr. Und mit Übung ist ein Aufenthalt im Wald auch nicht gefährlicher als ein Spiel auf dem Pausenplatz oder in der Turnhalle.

Tipps für den Tagesablauf

Weg zum Naturort > Der Weg ist bereits das Ziel. Mit Suchaufträgen oder Rätseln auf dem Weg sensibilisieren Sie die Kinder für die Umgebung und das Thema. Nehmen Sie sich auf dem Weg die Zeit, auf spontane Impulse der Kinder und der Mit- und Umwelt einzugehen. Fördern Sie die aufmerksame Wahrnehmung der Kinder, indem Sie sie auf kleine oder überraschende Dinge hinweisen, die Ihnen auffallen.

Gemeinsamer Beginn > Beginnen Sie mit einer Aktivität, die Begeisterung weckt und ins Thema einführt. Je nach Klasse und Weg ist hier eine bewegungsorientierte, spielerische oder ruhige Aktivität angebracht.

Mittelteil > Bei jüngeren Kindern besteht dieser Teil aus Freispiel. Bei den älteren Kindern ist es wichtig, dass dieser Teil gut rhythmisiert ist: Wechseln Sie zwischen ruhigen und dynamischen Aktivitäten ab, nutzen Sie verschiedene Zugänge zur Natur, ändern Sie die Sozialformen. In dieser Sequenz sollten die Kinder aktiv tätig sein und die Umgebung unmittelbar erfahren können. Je nach Klasse braucht es zum Einstieg eine Aktivität, welche die Aufmerksamkeit der Kinder fokussiert: ein Tasträtsel machen, Natur durch das Handmikroskop oder mit dem Spiegel beobachten, möglichst viele Geräusche sammeln, häufige Tierspuren gemeinsam anschauen und beschreiben, bevor wir sie selber suchen gehen …

Gemeinsamer Abschluss > Führen Sie eine Evaluation durch oder machen Sie einen Abschlusskreis, tauschen Sie Entdeckungen, Erfahrungen und Empfindungen aus, machen Sie einen Bogen zum Anfang, erzählen Sie eine Geschichte usw.

In Teil 3 finden Sie zwei Planungsbeispiele mit Aktivitäten für einen Halbtag draussen (↗ hier und hier).


Lernen mit dem, was die Umgebung bietet


Zusammen problemlösungsorientiert arbeiten

Fächerübergreifendes Lernen

Draussen bietet es sich an, fächerübergreifend zu unterrichten. Denn an einem Thema oder Naturelement lassen sich einfach Ziele aus ganz verschiedenen Fachbereichen erarbeiten. Hier zwei Beispiele, das erste für den 1. Zyklus, das zweite für den 2. Zyklus.

Naturelement Tannzapfen

1. Zyklus

Mathis und Lorenz haben unter einer Tanne abgefressene Tannzapfen entdeckt. Wer die wohl gefressen hat? Ein Eichhörnchen huscht den Stamm hoch. Die Jungen beobachten es. Mathis beginnt, die Zapfen zu zählen: 23! Lorenz sucht nicht abgefressene Zapfen und legt sie in einen selbst gebauten Futternapf fürs Eichhörnchen. Er tauft das Tier «Sniff» und schreibt seinen Namen mit Zapfen neben den Napf. Dann beginnen die beiden, ein Figurentheater zu spielen. Das Tannzapfen-Eichhörnchen «Sniff» wird vom Tannzapfen-Eichhörnchen «Hörnli» gestört …

Sprachen > Seinen Namen mit Tannzapfen schreiben, verschiedene Frassspuren an Zapfen ertasten und beschreiben, eine Zapfengeschichte erfinden, ein Figurentheater mit Zapfen aufführen.

Mathematik > Anzahl Zapfen auf einem Haufen schätzen, dann geordnet zählen, Zapfen der Grösse nach ordnen, eine Reihe legen und weiterführen mit Zapfen und anderen Naturelementen, mit Zapfen den Baumumfang messen, die verwendete Anzahl Zapfen neben ein Messband legen und den Wert ablesen, mit den Zapfen geometrische Formen legen.

Gestalten > Aus Zapfen Naturwesen gestalten, Futterzapfen für Vögel und Nagetiere basteln, einen Barfussparcours mit Zapfen und anderen Naturmaterialien erstellen.

Musik > Zapfen aneinanderreiben und damit ein Lied begleiten.

Natur, Mensch, Gesellschaft > Den passenden Baum zum Zapfen finden, Kreislauf vom Zapfen zum Baum zum Zapfen, in Tannzapfen das Wetter lesen, Frassspuren erkennen, mit Zapfen einen Futterplatz für ein Tier erstellen, die Verbreitung von Zapfen auf der Welt herausfinden, die frühere und heutige Nutzung von Zapfen erfahren.

Bewegung und Sport > Zapfen-Rückenmassage machen, mit Zapfen auf Zielscheibe werfen, jonglieren, in einer Stafette Zapfen auf zwei Stecken transportieren, Zapfenfussball spielen.

Thema Bach

2. Zyklus

Eva, Jana und Reto sind an der Brücke angekommen. Sie zeichnen den Bachverlauf der Etappe, die sie gemeinsam abgelaufen haben, auf der Karte ein. An diesem Posten geht es um Sprache: Sie hören und notieren Wassergeräusche und nehmen einige mit dem Smartphone auf. Reto speichert «gurgeln», «plätschern» und «tropfen» ab. Dann haben sie die Wahl: Jana setzt sich unter eine Weide und schreibt ein Gedicht, in dem möglichst viele Wasserwörter vorkommen. Reto zeichnet einen Naturcomic über einen Fisch im Bach. Eva konstruiert ein Wasserrad und schreibt eine Bauanleitung dazu …

Sprachen > Verben, Adjektive rund ums Wasser besprechen, Sprichwörter («nahe ans Wasser gebaut») und ihre Bedeutung behandeln, Begriffe rund ums Wasser in verschiedenen Sprachen kennenlernen, Wassergeräusche aufnehmen (ICT und Medien).

Mathematik > Fliessgeschwindigkeit des Baches berechnen, unter der Lupe Eiskristalle betrachten, berechnen, wie viel Wasser, wie viel Schnee man in verschiedene Gefässe füllen kann (Hohlmasse üben).

Gestalten > Schiffe und Wasserräder bauen, ein Naturelement am Wasser abzeichnen, einen Naturcomic über den Bach gestalten.

Musik > Stecken ans Ohr halten, ins Wasser stecken und Wassermusik hören, Musikinstrumente mit Wasser bauen (Flaschen mit unterschiedlich viel Wasser füllen, nach Tonhöhe ordnen, stimmen, ein Lied singen und begleiten), verschiedene Töne mit den verschiedenen Wasserformen erzeugen, klassische Werke («Wassermusik») anhören.

Natur, Mensch, Gesellschaft > Verschiedene Erscheinungsformen von Wasser, ihre Eigenschaften und den Wasserkreislauf kennenlernen, die Wasserqualität des Baches an verschiedenen Orten untersuchen, über die Bedeutung von Wasser früher, heute und in der Zukunft recherchieren, einen Plan des Bachverlaufs zeichnen, den Wasserverbrauch in verschiedenen Ländern (bei uns, in Trockengebieten …) behandeln, eine Kläranlage besuchen, die Entstehung von Wasser verstehen, über die Besitzverhältnisse von Wasser diskutieren.

Bewegung und Sport > Dem Bachlauf in unserer Gemeinde (oder von der Quelle bis hier) folgen, einen Orientierungslauf entlang des Baches machen, von Stein zu Stein hüpfen, Wasser in Schneckenhäusern transportieren, den Bachverlauf als Tanz darstellen.


Gestalten im Fluss


Bewegung und Sport über den Fluss

Die verschiedenen Draussenlernorte

Der Auswahl des Lernorts draussen kommt eine zentrale Bedeutung zu, denn der Lernort liefert nicht nur das «Klassenzimmer», sondern auch die Lernsituationen und die Lernmaterialien.

Auf dem Schulhof


Der Schulhof ist der Draussenlernort, der am einfachsten und schnellsten erreichbar ist. Er ist deshalb prädestiniert dazu, regelmässig aufgesucht zu werden, auch für eine Einzellektion. Es braucht keine Bewilligung, um auf dem Schulhof zu unterrichten, und auch keine weiteren Begleitpersonen. In den meisten Schulhöfen ist etwas Natur vorhanden: Rasen, Bäume, Sträucher, Steine. Allerdings sind die Aktivitätsmöglichkeiten beschränkt, oft ist zu wenig Naturmaterial vorhanden. Auch ist das Störpotenzial durch andere Kinder gross.

Tipps > Falls Sie im Schulhof arbeiten wollen, beziehen Sie auch hier die Umgebung mit ein. Statt der Baumhöhe messen Sie mit derselben Methode die Höhe des Schulhauses. Lassen Sie die Kinder Buchstaben im Schulumfeld suchen. Viele der hier beschriebenen Aktivitäten lassen sich auch im kulturellen Umfeld durchführen. Der Naturbezug ist hier weniger gross, aber die Kinder sind an der frischen Luft und werden mit realen Lernsituationen konfrontiert.

Im Park


In der Stadt liegen viele Schulen näher an einem Park als an einem Wald. Ein Stadtpark bietet einen sicheren Rahmen, die Grenzen sind klar ersichtlich. In einen öffentlichen Park können die Kinder am Wochenende auch rasch mit ihren Eltern hingehen und ihnen zeigen, was sie draussen gemacht haben. Parkbesuche ermöglichen einen neuen, detailfokussierten Blick auf die Stadt: Natur ist überall, eine Pflanze spriesst aus dem Beton hervor, Insekten finden sich unter der Platanenrinde. Vielfach lassen sich exotische Pflanzen erforschen. Und dank ebenerdigem Terrain eignet sich der Park gut für Sportlektionen.

Da öffentliche Parks von vielen weiteren Personengruppen benutzt werden, besteht das Risiko von Störungen und Gefahren (Glassplitter). Das Eintauchen in die Natur kann sich schwierig gestalten, denn der Park liefert wenig unstrukturiertes Gelände und Naturmaterialien. Das erfordert von Ihnen eine gute Auswahl und Vorbereitung der Aktivitäten. Es gibt im Park weniger natürliche Überraschungen und Impulse als in einem naturnaheren Gebiet, weniger spannende Orte, weniger Wildtiere.

Für Aufenthalte in einem öffentlichen Park müssen Sie keine Bewilligung einholen – jedoch kann ein Park wegen eines öffentlichen Anlasses auch einmal gesperrt sein. Bei Besuchen in einem privaten Park braucht es eine Bewilligung des Grundstücksbesitzers. Dort dürfen Sie mit seiner Einwilligung auch fixe Installationen errichten.

Tipps > Nehmen Sie in den Park Zusatzmaterial mit. Profitieren Sie vom kulturellen Umfeld auf dem Weg zum Park: Geben Sie Suchaufträge, lassen Sie die Klasse Veränderungen beobachten, beantworten Sie Fragen der Kinder zu Gebäuden, Gegenständen, Plätzen.


Oft näher als der Wald

Im Garten


Kräutergärten, Gemüsegärten, Obstgärten, Naturgärten, Experimentiergärten, Permakulturgärten, Gemeinschaftsgärten … Gärten stellen seit Jahrhunderten für den Menschen sichere Naturorte dar. Sie bieten neben Erholung und Naturerfahrung auch praktischen Nutzen (Versorgung mit Lebensmitteln), sinnvolle Arbeit, kreative Gestaltungsmöglichkeiten sowie Selbstwirksamkeits- und Kontrollerfahrungen. Die Grenzen in einem Garten sind fest, man hat einen guten Überblick und es gibt wenige Gefahren.

Die Kinder können die Lebenszyklen von vielen Pflanzen beobachten und die Pflanzen pflegen lernen. Die Kinder lernen, den Rhythmen der Pflanzen zu folgen, und lernen dabei auch den eigenen Lebensrhythmus kennen. Sie arbeiten, ernten, kosten die Früchte ihrer Arbeit. Der Alltagsbezug zur Ernährung ist gegeben.

Bei der Planung ist vorausschauendes Denken gefordert. Ein Garten bietet weniger Überraschungen als ein Wald, was Ihnen die Vorbereitung erleichtert und weniger Spontaneität erfordert. Zum Teil ist es möglich, einen Gemüse- oder Experimentiergarten direkt auf dem Schulgelände zu erstellen, was den regelmässigen Aufenthalt dort erleichtert. Platz und Bewegungsmöglichkeiten in einem Garten sind aber oft reduziert − ein Hindernis für bewegungsorientierte, spielerische und selbstgesteuerte Aktivitäten. Die Anschaffung von Werkzeugen und Pflanzmaterial kostet. Ein Obstgarten bietet zwar genügend Platz, ist aber je nach Grundstücksbesitzer nicht zu jeder Zeit begehbar.

In einem Garten braucht es mehr Regeln und Sorgfalt als in einem weniger vom Menschen gestalteten Naturgebiet. Deshalb eignen sich Gärten mit wenig Platz besser für kurze Aufenthalte als für halb- oder ganztägige. Für Gartenbesuche braucht es eine Bewilligung des Grundstücksbesitzers, der dann auch Grenzen setzen kann: kein Betreten der Grünfläche, wenn das Gras hoch ist, bestimmte Plätze dürfen nicht erforscht werden, nicht alles darf geerntet werden, nicht alle Arten von Installationen werden geduldet. An Tagen mit Wind oder Regen können Sie die Klasse schlecht schützen, es sei denn, es steht Ihnen ein Unterstand zur Verfügung. Beim eigenen Schulgarten muss geklärt werden, wer ihn über die Ferien pflegt.

Tipps > Wollen Sie alle Fächer im Garten unterrichten, wählen Sie am besten einen Garten mit viel Platz für Spiel und Bewegung aus. Zudem ist eine Experimentierfläche sinnvoll. Innerhalb dieser Fläche dürfen die Kinder nach ihren Ideen graben, bauen, rennen, klettern, frei gestalten. Die Experimentierfläche besteht idealerweise aus Sand, Erde, Steinen und Wasser. Aber auch ein Erd- oder Sandhaufen tut seinen Dienst. Bieten Sie verschiedene Posten an, welche die Kinder im Turnus absolvieren oder an denen sie verweilen dürfen, solange sie wollen.

Auf der Wiese


Eine Wiese findet sich oft in der Nähe des Schulhauses. Es gelten etwa dieselben Vor- und Nachteile wie für den Garten. Eine Wiese bietet genügend Platz und ein flaches Terrain, aber keine oder nur wenige Schattenorte und keine Möglichkeiten zum Klettern. Für den Aufenthalt in der Wiese braucht es die Erlaubnis des Grundstücksbesitzers, es sei denn, die Wiese befindet sich auf dem Schulgelände selbst.

Tipps > Wählen Sie eine Wiese aus, die auch Schattenplätze (Bäume, Sträucher, Unterstand) und möglichst weitere spannende Naturelemente (Bach, Hecke, Steine, Hänge) aufweist. Erkundigen Sie sich beim Besitzer, zu welchen Zeiten Sie mit der Klasse die Wiese nicht betreten dürfen.

Bei der Hecke


Hecken bieten Naturerfahrungen auf vielen Etagen. Kleine und grosse Pflanzen- und Tierarten lassen sich gut beobachten, meist sogar besser als im Wald. Hecken befinden sich oft näher an der Schule als ein Wald und bieten mehr oder weniger Platz, je nachdem, was um sie herum ist. Die Vielfalt an Hecken ist gross, es gibt alles von sehr monotonen bis zu sehr artenreichen Exemplaren. Wie für Gärten braucht es auch für Hecken die Einwilligung des Grundstücksbesitzers.

Tipps > Wählen Sie wenn möglich eine artenreiche Hecke aus mit viel Platz darum herum, der von den Kindern genutzt werden darf. Direkt nebenan sollten sich keine bepflanzten Felder und keine Strassen befinden.

Im Wald


Der Wald erfüllt für uns wichtige Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen. Der Wald liefert Holz, Sauerstoff, Lebens- und Heilmittel. Er bietet Lebensräume für Tiere und Pflanzen und dient uns als Beispiel für eine nachhaltige Ressourcennutzung. Der Wald zeichnet sich durch Vielfältigkeit aus und bietet ein grosses Potenzial an Lernbereichen: botanische, zoologische, ökologische, klimatologische, ökonomische, geografische, historische, kulturelle, spirituelle …

Die Wälder sind in der Schweiz für alle zugänglich, auch wenn es sich um Privatwald handelt. Sie müssen um keine Bewilligungen anfragen, es sei denn, Sie wollen fixe Installationen (Feuerstelle, Waldsofa, Seilkonstruktionen) errichten. In diesem Fall braucht es eine Bewilligung des zuständigen Forstamts und des Waldbesitzers. Bei regelmässigem Aufenthalt in einem Wald empfehlen wir, den Waldbesitzer zu informieren.

Der Wald bietet genug Raum und vielfältige, spannende Strukturen, Naturmaterial in Hülle und Fülle, Schatten im Sommer und Sonne im Winter sowie eine entspannende und angenehme Atmosphäre, die dem Lernen förderlich ist. Nachteile des Lernorts Wald sind: Der Weg vom Schulhaus zum nächstgelegenen Wald ist oft weit und kann möglicherweise nicht zu Fuss bewältigt werden. Je nach Schulort und Altersstufe sind Begleitpersonen erforderlich.

Tipps > Wenn der Wald nicht in der Nähe des Schulhauses liegt, lohnen sich Waldaufenthalte erst, wenn Sie dort einen Halb- oder Ganztag verbringen können. Für ein bis zwei Lektionen besuchen Sie besser einen näher gelegenen Naturraum. Überlegen Sie, wie Sie den Weg zum Wald hin und zurück in den Unterricht einbeziehen können.

Am Wasser


Wasser spendet Leben und beruhigt und fasziniert als Grundelement genauso wie Feuer. Am und mit Wasser sind vielfältige fachspezifische und fächerübergreifende Aktivitäten möglich. Mit Wasser kann man sich abkühlen und die Hände waschen. Die Wasserläufe vieler Bäche und Flüsse ändern sich, man findet bei jedem Naturaufenthalt neu angespülte Schätze. Gefahren bilden Flutwellen, Strömungen, glitschige Steine oder Ufer sowie die Wassertiefe. In einigen Regionen braucht die Lehrperson, um mit der Klasse ans Wasser zu gehen, den Rettungsschwimmausweis – oder muss sich von einer Person mit Rettungsschwimmausweis begleiten lassen. Am Wasser werden auch Kinder mit guter Ausrüstung mal nass, was in der kalten Jahreszeit Ersatzkleider und eine Wärmemöglichkeit verlangt.

Tipps > Suchen Sie sich ein gefahrlos erkundbares Gewässer aus, an dem Sie einen guten Überblick über die Klasse haben. Definieren Sie einen trockenen Platz, der nicht zu nahe am Wasser liegt, als Basisort, um das Material zu deponieren. In der kalten Jahreszeit nehmen die Kinder Reservesocken und einen Reservepullover mit.


Wellness im Fluss

Organisatorisches
Darf ich regelmässig draussen unterrichten?

Um eine Kindergarten- oder Primarschulklasse regelmässig in der Natur zu unterrichten, braucht es keine kantonale Bewilligung. In den meisten Kantonen bestimmt die Schulleitung, ob der Unterricht regelmässig (Grössenordnung: ein Halbtag pro Woche oder mehr) draussen stattfinden darf oder nicht. Bei weniger häufigem Unterricht in der Natur kann die Lehrperson selbst entscheiden.

In einigen Kantonen entscheidet neben der Schulleitung zusätzlich der Gemeinderat oder die Schulkommission. In anderen Kantonen kann laut den Bildungsdepartementen die Lehrperson in jedem Fall selbst bestimmen, an welchem Lernort der Unterricht stattfinden soll. Klären Sie bei der Schulleitung ab, wer über den regelmässigen Unterricht an ausserschulischen Lernorten entscheidet.

Darf ich alleine draussen unterrichten?

Gehen Sie alleine nach draussen, empfehlen wir, die Schulleitung oder eine andere Lehrperson zu fragen, ob diese im Notfall zu Hilfe kommen könnte. In einigen Schulkreisen ist es obligatorisch, an alle ausserschulischen Lernorte eine erwachsene Begleitperson mitzunehmen. Falls es einen bestimmten Betreuungsschlüssel mit Anzahl Kinder pro Erwachsenen gibt, können sogar zwei zusätzliche Begleitpersonen nötig sein. In diesem Fall ist abzuklären, ab welcher Distanz zum Schulhaus diese Regelung in Kraft tritt, zum Beispiel: Gehört die Wiese ums Schulhaus oder das nahe Waldstück, das wir auch in der Turnstunde aufsuchen, noch zum Schulareal? Solche Regelungen kann man mit der Schulkommission besprechen und möglicherweise revidieren.

Dürfen Sie nicht alleine draussen unterrichten, haben Sie folgende Möglichkeiten:

>Gehen Sie zusammen mit einer anderen Klasse in die Natur (mit den jüngsten Klassenstufen an den Halbtagen, an denen nur die halbe Klasse anwesend ist).

>Nehmen Sie eine Lehrperson, die Stützunterricht gibt, mit oder eine Praktikantin bzw. einen Praktikanten.

>Laden Sie motivierte Eltern oder Grosseltern ein.

>Finden Sie interessierte Rentnerinnen und Rentner, die in Freiwilligenarbeit die Klasse draussen begleiten.

Am besten geht es, wenn Sie mit anderen motivierten Lehrpersonen zusammenarbeiten können oder motivierte Externe finden, die regelmässig mitkommen.

Darf ich im Wald ein Waldsofa errichten und Feuer machen?

Das zuständige Forstamt entscheidet, was Sie im Wald installieren dürfen und was nicht. Ein gutes Verhältnis zum Forstamt ist demnach entscheidend für die Bewilligung von Bauten. Installationen sollten aus Naturmaterial gebaut sein und innert Kürze wieder abgebaut werden können. Errichten Sie daher keine Hochburgen mit hergeschlepptem Material, sondern einfache Konstruktionen aus Stecken, allenfalls mit Naturschnur befestigt. Selbstverständlich darf Ihre Infrastruktur auch von anderen Waldbenutzern verwendet werden. Sie haben darauf kein Nutzungsprivileg oder gar Vermietungsrecht. Sobald Sie offensichtliche Installationen wie eine Schaukel oder andere Seilkonstruktionen, eine Baumhütte oder Feuerstelle im öffentlichen Raum zur Verfügung stellen, sind Sie für deren Unterhalt und Sicherheit rechtlich verantwortlich. Achten Sie darauf, dass sich niemand aufgrund eines Baufehlers verletzen kann.

In der Schweiz ist es grundsätzlich erlaubt, in der Natur Feuer zu machen. Im Wald darf man jedoch nicht überall Feuerstellen errichten und Feuer machen. Erkundigen Sie sich beim Forstamt, was an Ihrem Waldplatz möglich ist. An anderen Naturorten stellt das Feuermachen kein Problem dar, sofern der Grundstücksbesitzer damit einverstanden ist und nur natürliches und gut brennbares Material verfeuert wird. Verboten ist Feuern überall bei Waldbrandgefahr während Trockenperioden. Darüber gibt die Website www.waldbrandgefahr.ch Auskunft. Ist das Feuer im Wald erlaubt, muss genügend Abstand zu den nächsten Bäumen eingehalten werden. Dieser Abstand ist nicht näher definiert. Als Massstab empfehlen wir, dass Sie im Gesicht die Hitze des Feuers nicht spüren sollten, wenn Sie vor dem nächstgelegenen Baum stehen.

Material und Ausrüstung

Versuchen Sie, draussen mit möglichst wenig Material auszukommen; die Natur liefert selbst meist genug. Zum Basismaterial gehören ein Handy mit geladenem Akku, eine Apotheke, ein Notfallblatt mit Notfallnummern und Sicherheitsinformationen für sämtliche Kinder, ein Signalinstrument, ein Tuch zum Auslegen von Sachen, eventuell Wasser zum Händewaschen oder Feuerlöschen, eventuell ein WC-Sack (WC-Papier, Streichhölzer zum Verbrennen des Papiers und Robidog-Säckchen) und alles, was Sie für die geplanten Aktivitäten brauchen. Im Winter sind zudem Ersatzhandschuhe, eine Thermoskanne mit heissem Tee und Becher praktisch.

Viele Lehrpersonen nehmen noch Werkmaterialien mit, zum Beispiel Seile, kleine Sägen, Gefässe, Schaufeln, Handbohrer oder Feilen. Bei den älteren Klassenstufen gehören für die Kinder oft Schreibzeug, Papier oder das persönliche Natur-Lernjournal sowie eine Schreibunterlage zum Standardmaterial. Eine Sitzmatte pro Kind, zum Beispiel eine zerschnittene Thermoschlafmatte oder eine Zeitung in einem Plastiksack, erhöht den Komfort und ist vielseitig verwendbar, als Schreib- oder Spielunterlage, Spielfeldmarkierung, Serviertablett, Schlitten …

Alles Material sollte in den Rucksäcken der Lehrperson und der Kinder Platz haben.

Im Gegensatz zum Material gilt bei der Ausrüstung: Besser mehr als weniger! Denn der Naturaufenthalt ist nur angenehm, wenn die Kinder wettergerecht gekleidet und ausgerüstet sind. Das gilt auch für Sie: Sind Sie schlecht ausgerüstet, beschäftigen Sie sich mehr mit Ihrem eigenen Befinden als mit den Kindern und dem Unterricht. Zur Standardausrüstung gehört für jedes Kind:

>ein Rucksack oder Schulsack mit Getränk und einer währschaften Zwischenverpflegung; draussen sind die Kinder immer hungriger und durstiger als drinnen; bei jüngeren Kindern enthält der Rucksack auch Ersatzkleider (Socken, Unterhosen, leichter Pulli, Leggins);

>wetterfeste Schuhe: Turnschuhe oder Wanderschuhe bei trockenem Wetter, Stiefel bei Regen, gefütterte Stiefel im Winter;

>Sommerkleidung: langärmlig und -beinig für Waldaufenthalte (Zeckenschutz), Sonnenhut, Regenjacke und Regenhose;

>Winterkleidung: warme Jacke, warme Hose, Regenhose, Mütze und Handschuhe; bei kalter Witterung: Skijacke und Skihose, Mütze, zwei Paar Handschuhe (sagen Sie den Eltern, die Kinder sollen wie zum Skitag gekleidet erscheinen);

>bei Niederschlägen ist in jeder Saison ein Regenschirm nützlich; die Kinder können so in ihrer «Regenschirmhütte» schreiben; ein Regenschirm schützt zudem schlechte Regenkleider.

Gehen Sie mit Ihrer Klasse regelmässig nach draussen, schaffen Sie sich am besten einige Garnituren Ersatzkleider an. Trotz bester Elterninformation erscheinen manchmal Kinder schlecht ausgerüstet. Als Ersatzkleider eignen sich Regenjacken, Regenhosen, Gummistiefel, gefütterte Gummistiefel, Skianzüge, Handschuhe, Regenschirme. Dieses Material gibt es billig in Kleiderbörsen und in Brockenhäusern; es fällt oftmals auch Ende Schuljahr in der Schulhaus-Fundgrube an.

Wenn die Hin- und Rückreise zu Fuss erfolgt, Sie selber draussen unterrichten und mit dem arbeiten, was die Natur Ihnen bietet, entstehen praktisch keine Extrakosten für die Schule oder Klassenkasse. Wenn Sie Material anschaffen wollen, finden Sie vieles in Brockenhäusern. Fragen Sie auch Eltern, Kolleginnen und Kollegen, Freundinnen und Freunde, ob sie zu Hause etwas entbehren können. Für Neuanschaffungen (Seile, Plachen, Kochtöpfe, Dreibeine, Wassersäcke, Werkzeug …) finden Sie geeignetes Material beispielsweise in der Landi, den Militärdepots oder dem Pfadi-Shop «hajk».


Gut ausgerüstet bei Kälte


In der Regenschirmhütte

Checkliste Sicherheit

Die folgende Checkliste liefert Ihnen auf einen Blick alle sicherheitsrelevanten Punkte (basierend auf Gyr, 2016, S. 122):

>vor dem Draussenunterricht Wetterprognosen studieren (www.meteosuisse.ch, www.wetteralarm.ch);

>überprüfte und einsatzfähige Apotheke mitnehmen;

>Mobiltelefon mit vollem Akku mitnehmen;

>aktuelles und vollständiges Notfallblatt mitnehmen; falls Sie alleine gehen, instruieren Sie eine andere Lehrperson oder die Schulleitung, damit diese telefonisch erreichbar ist und wenn nötig zu Hilfe eilen kann;

>für Allergikerinnen und Allergiker in der Klasse überprüfte Notfallsets mitnehmen;

>Naturort im Vorfeld rekognoszieren, Zugang und gefährliche Stellen abklären (stehendes Totholz, dürre Äste, steiles Gelände, Gewässer);

>Eltern vorzeitig über die Ausrüstung informieren, die Ausrüstung der Kinder kontrollieren und wenn nötig mit Ersatzausrüstung aushelfen;

>genügend Flüssigkeit (Wasser) mitnehmen;

>Regeln einführen, wiederholen und auf deren Einhaltung achten;

>Benutzung von Werkzeugen und Taschenmesser einführen, evtl. Prüfung machen;

>Pflanzen vor dem Essen kontrollieren und waschen.

Welche Regeln sind draussen zu beachten?

Definieren Sie einige wenige Regeln, die Sie auch konsequent einhalten können. Vielleicht braucht es mit der Zeit mehr Regeln, die Sie anhand einer konkret erlebten Situation gemeinsam mit den Kindern festlegen. Hier eine Auswahl:

>Grenzen: Ich muss immer eine erwachsene Person sehen. Oder: Ich gehe nur bis zu den markierten Grenzen.

>Feuer: Brennende Stecken bleiben in der Feuerstelle. Um die Feuerstelle verhalte ich mich ruhig.

>Stecken: Diese dürfen nie in Richtung Gesicht gehalten werden.

>Pflanzen: Ich pflücke nur so viele Pflanzen, wie ich brauche. Will ich eine Pflanze essen, zeige ich sie zuerst der Lehrperson. Ich wasche die Pflanze, bevor ich sie esse.

>Umgang miteinander: Ich gehe respektvoll mit der Natur und den Mitmenschen um. Ich respektiere, wenn ein Kind «stop» oder «nein» sagt.

>Zurückkommen und warten: Ich komme beim abgemachten Signal bzw. zum abgemachten Zeitpunkt zur Lehrperson zurück. Ich warte an den Wartepunkten.

Wann ist es gefährlich, nach draussen zu gehen?

Informieren Sie die Eltern klar, bei welchem Wetter Sie nach draussen gehen und bei welchem nicht. Studieren Sie die Wetterprognose von Meteo Schweiz und halten Sie sich an die dort gegebenen Empfehlungen. Wenn Sie sich unter www.wetteralarm.ch registrieren oder die App von Meteo Schweiz entsprechend einstellen, werden Sie mit einer SMS gewarnt, wenn in Ihrer Region eine Gefahr (Sturm, Gewitter) droht. Draussen ist es gefährlich:

>bei Gewittern auf offenem Feld oder an exponierten Stellen – nicht aber im Wald, wenn Sie sich nicht an einer exponierten Stelle (Hügel, hoher Einzelbaum) befinden und auch der Weg dorthin nicht exponiert ist;

>bei starkem Wind im Wald – nicht aber auf offenem Feld;

>nach starkem Schneefall im Wald – es können wegen der Schneelast Äste brechen und Bäume umfallen.

Untersuchen Sie nach einem Sturm Ihren Naturort auf gebrochene Äste in Bäumen, die herunterfallen können, und auf Bäume, die sich geneigt haben. Meiden Sie diese Stellen.

Für die Kinder kann es ein starkes Erlebnis sein, einmal bei giessendem Regen, Gewitter oder Wind draussen zu sein. Extremsituationen schmieden zusammen, helfen Ängste überwinden, lassen uns die Kraft der Elemente spüren. Achten Sie auf die Wohlfühl- und Angstgrenze Ihrer Klasse. Sollten Sie sich selber nicht mehr sicher fühlen, gehen Sie mit der Klasse zurück ins Schulhaus.


Starke Erlebnisse schmieden zusammen

Wie steht es mit Krankheiten und Allergien?

Erkundigen Sie sich zu Beginn des Schuljahres bei den Eltern, ob die Kinder in Ihrer Klasse an Krankheiten oder Allergien leiden, Medikamente einnehmen müssen oder Ängste bzw. Phobien in der Natur haben. Nehmen Sie die Notfallnummern der Eltern immer mit.

Wahrscheinlich werden Sie von den Eltern mit Ängsten und Fragen bezüglich Zecken, Fuchsbandwurm, Giftpflanzen und Giftpilzen konfrontiert. Diese Gefahren lauern nicht nur im Wald, sondern auch an den anderen Naturlernorten.

Zecken > Überlassen Sie das Einsprühen und Nachkontrollieren den Eltern. Geben Sie Interessierten den Link zur Webseite «Zeckenübertragene Krankheiten» des Bundesamts für Gesundheit (www.bag.admin.ch). Hier eine mögliche Elterninformation:

>Vor dem Naturaufenthalt: langärmlige und -beinige Kleidung anziehen; Socken über die Hosen stülpen. Diese beiden Massnahmen sind der effektivste Schutz. Knöchel, Taille, Handgelenke, Hals und Haare mit Zeckenspray einsprühen.

>Nach dem Naturaufenthalt: den ganzen Körper nach Zecken absuchen. Wenn eine Zecke gefunden wird, diese mit einer Pinzette oder den Fingernägeln möglichst nahe an der Haut packen und in einem Zug entfernen. Datum notieren. Stelle desinfizieren und einige Tage beobachten. Treten Wanderröte oder geschwollene Lymphknoten auf, den Arzt aufsuchen.

Fuchsbandwurm > Informieren Sie die Eltern über die Regeln bezüglich des Essens von Wildpflanzen. Es besteht keine Gefahr, wenn man Pflanzen isst, die höher als 20 cm vom Boden wachsen, oder wenn man Bodenpflanzen vor dem Essen kocht. Nur eine geringe Gefahr besteht, wenn man die Bodenpflanzen vor dem Essen wäscht. Dieselbe Gefahr besteht übrigens auch bei gekauftem Salat oder Erdbeeren; diese müssten zu Hause auch gekocht werden, um zu 100 Prozent vor Fuchsbandwurm geschützt zu sein.

Giftpflanzen und -pilze > Giftpflanzen finden sich vor allem in gepflanzten Hecken von Schulhöfen und Häusern. Sie sollten die giftigen Pflanzen und Pilze an Ihrem Naturort kennen. Diese dürfen nicht gegessen werden. Pilze dürfen berührt werden, nur von Sporen allein vergiftet sich niemand. Allerdings kann beim Knollenblätterpilz bereits das Verspeisen kleinster Mengen zu Vergiftungserscheinungen führen.

Information der Eltern

Wollen Sie regelmässig in der Natur unterrichten, stellen Sie das Projekt am besten am Elternabend vor. Zeigen Sie Fotos oder laden Sie eine erfahrene Lehrperson ein, wenn Sie am Beginn des Projekts stehen. Erklären Sie (mit Unterstützung von Bildern oder Filmen), wie ein Tagesablauf bzw. eine Lektion draussen aussieht, was die Ziele und pädagogischen Überlegungen des Unterrichts im Freien sind und welche Ziele des Lehrplans damit erreicht werden. Erläutern Sie die geltenden Regeln und die Frequenz des Draussenunterrichts (bei welchem Wetter findet er statt, wann nicht). Zeigen Sie, welche Ausrüstung die Kinder brauchen.

Laden Sie die Eltern (als Begleitpersonen oder Besucher) in den Draussenunterricht ein. Nehmen Sie sich am Elternabend Zeit, die Fragen und Bedenken der Eltern zu beantworten. Achten Sie aber darauf, dass der Hauptteil der Zeit am Elternabend dem Tagesablauf draussen, dem Zusammenhang mit den Zielen des Lehrplans und der Förderung weiterer Lebenskompetenzen gewidmet wird – und nicht der Diskussion über Zecken oder andere Ängste und Bedenken der Eltern zum Opfer fällt.

Machen Sie Fotos und stellen Sie diese auf der Schulwebsite oder im Schulhauskorridor aus (sofern die Eltern einverstanden sind, dass ihre Kinder fotografiert werden). Lassen Sie die Kinder ihr Naturtagebuch nach Hause nehmen.

Ein Dauerbrenner bleibt die adäquate Ausrüstung. Gehen Sie in unregelmässigen Abständen nach draussen, können Sie den Kindern am Tag davor ein laminiertes Infoblatt mitgeben, auf dem steht, dass die Klasse morgen an den Naturort geht und was die Kinder an Material und Ausrüstung mitbringen sollen. Das Blatt bringen die Kinder am nächsten Tag wieder in die Schule mit. Erstellen Sie ein Sommer- und ein Winterblatt.

Überlegen Sie sich, was Sie mit Kindern tun, die schlecht ausgerüstet in die Schule kommen. Können diese Kinder trotzdem mitgehen? Dann besteht die Gefahr, dass die Kinder eine negative Naturerfahrung machen und deren Eltern Ihnen eine negative Rückmeldung geben. Oder bleiben diese Kinder drinnen in einer anderen Klasse? Dann riskieren Sie, dass Eltern ihr Kind in Zukunft extra schlecht anziehen, damit es nicht in den Genuss der Naturschule kommt. Wichtig ist, dass Sie Eltern nach dem Naturtag persönlich benachrichtigen, wenn die Kleidung nicht wettergerecht war. Informieren Sie gleichzeitig, welche Ausrüstung das nächste Mal verlangt wird.

Dokumentation und Evaluation
Draussen beurteilen

Wie können Sie beim Draussenunterrichten den Lern- und Reflexionsprozess bei den Kindern wie auch bei sich selbst fördern und dokumentieren? Wie können Sie evaluieren, was die Kinder gelernt haben, ob die Lernziele erreicht wurden? Wie können Sie Leistungen bewerten?

Beurteilen und benoten Sie das, was die Kinder draussen gelernt haben, nicht unabhängig vom übrigen Unterricht. Benoten Sie die Lernsequenz, das Thema als Ganzes. So können Sie wie gewohnt mit den im Klassenzimmer gängigen Beurteilungsmethoden arbeiten. Draussen bieten sich folgende Dokumentations- und Evaluationsmethoden an:

>beobachten Sie;

>führen Sie Aktivitäten durch, bei denen sich die Kinder gegenseitig kontrollieren;

>fotografieren oder filmen Sie Prozesse, Ergebnisse, Präsentationen;

>lassen Sie die Kinder ein Natur-Lernjournal führen – und führen Sie selbst eines (siehe hier);

>reflektieren Sie Ihre Arbeit regelmässig, wenn möglich zusammen mit den Begleitpersonen oder anderen Lehrpersonen.

Natur-Lernjournal der Kinder

Jedes Kind erhält ein leeres Heft, sein persönliches Natur-Lernjournal. Die Kinder schreiben nicht nur in ihr Journal, sondern sie können darin auch Dinge zeichnen und einkleben. Fotos, Ergebnisse von Internetrecherchen oder andere Nachbereitungen im Klassenzimmer kommen ebenfalls in das Heft. Das Natur-Lernjournal dient der Evaluation, Reflexion und Vertiefung des Gelernten. Mögliche Aufträge sind:

>Was habe ich heute gemacht? Was habe ich heute gelernt?

>Wo kann mir das Gelernte sonst noch nützlich sein?

>Was möchte ich gerne noch wissen? Wie kann ich das herausfinden? (Die Hypothesen, Vorgehensweise und Resultate der Suche kommen dann ebenfalls ins Lernjournal.)

>Was hat mir heute besonders gefallen? Was hat mir nicht gefallen? Was wünsche ich mir für den nächsten Draussenlerntag?

>Was habe ich heute gesammelt? (Die Sachen werden eingeklebt und angeschrieben.)

Natur-Lernjournal der Lehrperson

Ihr eigenes Natur-Lernjournal kann folgende Fragen behandeln:

>Was haben die Kinder heute gelernt (Lernziele, Selbstkompetenz, Sozialkompetenz, Fachkompetenz, weitere wichtige Lebenskompetenzen)? Welche Situationen zeigten hohes Lernpotenzial?

>Welche Lernsequenzen, welche Umgebungen haben die Kinder bevorzugt? Warum? Welche Lernsituationen blieben ungenutzt? Warum?

>Welche spontanen Lernsituationen sind entstanden? Will ich daraus Themen aufgreifen und weiterverfolgen? Falls ja, wie?

>In welchen Situationen gab es Probleme? Warum? Wie würde ich das nächste Mal handeln? Wie kann ich in diesen Situationen mehr Lernpotenzial bieten?


Erfahrungen und Ergebnisse vertiefen

Draussen evaluieren

Hier drei Ideen, wie Sie von den Kindern eine Rückmeldung direkt am Naturort einholen können.

Ein umgekehrtes Mikado legen > Jedes Kind sucht sich einen Stecken. Die Lehrperson stellt drei Stecken pyramidenförmig auf den Boden und stellt eine Evaluationsfrage, zum Beispiel: «Was hat euch heute gefallen, was nicht?», «Was habt ihr gelernt?» oder «Was wünscht ihr euch für den nächsten Draussenlerntag?». Ein Kind nach dem anderen beantwortet die Frage und legt seinen Stecken an die Pyramide an: Das Ziel ist, dass sich alle Kinder ausdrücken können und die Pyramide bis zum Schluss hält. Ist es kalt, wird das Mikado in einer Feuerstelle aufgeschichtet und danach angezündet.

Mit Gesichtern evaluieren > Jedes Kind stellt mit einem aus Naturmaterialien gestalteten Emoticon dar, wie es den Tag draussen fand. Gleichzeitig gestaltet die Lehrperson selber zwei grosse Gesichter, ein zufriedenes und ein unzufriedenes. Jedes Kind sucht Naturmaterialien und überlegt sich dabei, was ihm am heutigen Unterricht gefallen hat und was nicht. Die Klasse stellt sich im Kreis um die beiden Gesichter der Lehrperson. Nun nimmt ein Kind nach dem anderen sein gesammeltes Naturmaterial und gestaltet damit beiden Gesichtern Haare. Wenn das Kind das positive Gesicht dekoriert, äusserst es ein positives Feedback. Gibt das Kind eine kritische Rückmeldung, dekoriert es das negative Gesicht.

Auf dem Baum positionieren > Die Klasse formt mit Naturmaterial einen Baum auf dem Boden, mit Wurzeln, Stamm, Ästen, eventuell auch Blättern und Früchten. Bei Zeitmangel tut es auch ein liegender Baumstamm, mit oder ohne Dekoration. Die Lehrperson stellt eine Frage zur Erreichung einer fachspezifischen oder überfachlichen Kompetenz, zum Beispiel: «Ich verstehe, wie ein Feuer aufgebaut wird» oder «Wir haben in der Gruppe gut zusammengearbeitet». Wer vollständig einverstanden ist, stellt sich neben den Baumwipfel, wer gar nicht einverstanden ist, neben die Wurzeln. Die Lehrperson fragt einige Kinder, warum sie gerade an diesem Ort stehen: «Was hast du beim Aufbau des Feuers nicht verstanden?» Oder: «Was klappte nicht bei der Zusammenarbeit, was braucht ihr, damit es das nächste Mal besser geht?» So erhält die Lehrperson eine Gesamteinschätzung und kann gleichzeitig auch spezifische Rückmeldungen und Verbesserungsvorschläge einholen. Zudem kann sie auch ihre Ansichten und Vorschläge mit den Kindern diskutieren.

Wipfel oder Wurzel > Wie oben braucht es einen gestalteten oder echten Baum auf dem Boden. Die Lehrperson stellt eine Wissensfrage, die mit «ja» oder «nein» zu beantworten ist. Die Kinder, die mit «ja» antworten, stellen sich neben den Baumwipfel, wer unsicher ist, bleibt in der Mitte, wer mit «nein» antwortet, rennt zu den Wurzeln.

Anlaufstellen und Weiterbildungen

Stiftung SILVIVA > Falls Sie weitere Fragen zum Draussenunterrichten haben, sich diesbezüglich weiterbilden möchten oder den Austausch mit erfahrenen Draussen-Lehrpersonen suchen, hilft Ihnen SILVIVA jederzeit gerne weiter: www.silviva.ch, Telefon 044 291 21 91.

WWF > Der WWF bietet ebenfalls Weiterbildungen und Unterrichtsmaterialien für Lehrpersonen an: www.wwf.ch/schule, Suchbegriffe «Workshop für Lehrpersonen» und «Unterrichtsmaterial» Der WWF-Newsletter für Lehrpersonen enthält regelmässig Ideen für das Unterrichten im Freien: www.wwf.ch/schule, Suchbegriff «Lehrer-Newsletter».

Nun bleibt uns nur nochmals, Ihnen und Ihrer Klasse möglichst viel Spass und Lernerfolg beim Draussenunterrichten und Draussenlernen zu wünschen.


Mit Gesichtern evaluieren


Wipfel oder Wurzel?


2 Alle Fachbereiche draussen unterrichten

Sprachen

Mathematik

Natur, Mensch, Gesellschaft

Gestalten

Musik

Bewegung und Sport

Aufbau des praktischen Teils

Der praktische Teil ist nach Fachbereichen geordnet. Alle Fachbereiche des 1. und 2. Zyklus sind vertreten, und für jeden Fachbereich gibt es verschiedene Unterrichtssequenzen. Diese Sequenzen wiederum bestehen aus jeweils mehreren Aktivitäten, oft mit Varianten für die verschiedenen Altersstufen von 4 bis 12 Jahren. Jede Unterrichtssequenz beginnt mit einer kurzen Beschreibung zum Inhalt der Sequenz und zu den dabei erarbeiteten Fachbereichen und überfachlichen Kompetenzen. So können Sie sich einfach einen Überblick verschaffen.

Folgende Abkürzungen werden verwendet:

D __________________ Deutsch

FS __________________ Fremdsprachen

MA __________________ Mathematik

NMG __________________ Natur, Mensch, Gesellschaft

BG __________________ Bildnerisches Gestalten

TTG __________________ Textiles und Technisches Gestalten

MU __________________ Musik

BS __________________ Bewegung und Sport

MI __________________ Medien und Informatik

BNE __________________ Bildung für nachhaltige Entwicklung

Anhand folgender Piktogramme erkennen Sie, an welchen Lernorten die Sequenz durchgeführt werden kann:


Ebenfalls als Piktogramm sind die passenden Jahreszeiten für die Sequenz angegeben:


Sie können mit einer Aktivität mannigfaltige Kompetenzen aus verschiedenen Fachbereichen sowie überfachliche Kompetenzen fördern. Welche Kompetenzen dies genau sind, sehen Sie jeweils in der Randspalte. Dort sind die entsprechenden Kompetenzen aufgeführt – codiert nach dem Lehrplan 21 bis zur Stufe des Kompetenzbereiches mit Handlungs- und Themenaspekten.

Über dem Lehrplancode ist aufgeführt, ob sich die Aktivität nur für den 1. Zyklus oder nur für den 2. Zyklus oder für beide Zyklen eignet. Die meisten Aktivitäten eignen sich sowohl für den 1. Zyklus als auch für den 2. Zyklus. Es gibt auch Aktivitäten mit zwei Varianten: eine für den 1. Zyklus, eine für den 2. Zyklus. Die entsprechenden Hinweise sind im Text farbig hervorgehoben. Generell überlassen wir es aber Ihnen, zu bestimmen, welche Aktivitäten bzw. welche Varianten für Ihre Klasse angemessen sind. Hinweise auf weiterführendes Material zur Aktivität sind ebenfalls in der Randspalte unter dem Titel «Mehr» aufgeführt.

Bei jeder Aktivität ist in der Randspalte auch das Material erwähnt, das Sie benötigen. Dabei beschränken wir uns auf das Material, das Sie an den Naturort mitnehmen müssen. Naturmaterialien, die am Naturort in der Regel vorhanden sind, sind nicht aufgeführt.

Jede Sequenz beginnt mit Ideen für den Einstieg, gefolgt von der Beschreibung der verschiedenen Aktivitäten sowie Ideen für den Abschluss. Sie können sich so selber eine stufengerechte Lektion zusammenstellen.

Auf Zeitangaben haben wir bewusst verzichtet; je nach Stufe, Konzentrationsfähigkeit, Flow-Erlebnissen und spontanen Entdeckungen der Kinder kann es da beträchtliche Unterschiede geben.

Am Schluss stehen bei jeder Sequenz weitere Ideen, die Sie als Folgeaktivitäten anschliessen können. Bei einigen kniffligeren Sequenzen liefern wir Ihnen zusätzlich Tipps und Tricks, bei anderen Sequenzen eine Box mit vertiefenden Informationen zum Thema.


Sprachen

Abc mit der Natur

Ausrollgeschichten

Gegensätze

Laufgeschichten

Naturcomic

Die Sprache der Tiere

Wo steckt Herr Specht?

Sprichwörter

Brief aus der Natur

Formularkrieg

Lesen und präsentieren

Schreiben und präsentieren

Abc mit der Natur


Die Kinder suchen Buchstaben und Laute in der Natur (Sprachen, NMG), gestalten ein Abc-Buch (Sprachen, Gestalten, Medien und Informatik), schreiben und lesen in der Geheimschrift der Natur (NMG, Sprachen), organisieren selber ihr Vorgehen (personale, soziale und methodische Kompetenzen).

I wie Baumstamm

Einstieg

Material

keines

1.– 2. Zyklus

D.1.A | D.2.A | D.5.A | FS.5.A–C

1. Zyklus > Die Lehrperson sagt: «Hier in der Umgebung haben sich überall Buchstaben versteckt. Wer sieht etwas, was wie ein Buchstabe aussieht?» Die Kinder schauen ringsherum. Wenn ein Kind etwas gefunden hat, was einem Buchstaben gleicht, meldet es sich, nennt den Buchstaben und zeigt, wo es ihn sieht. Falls niemand etwas entdeckt, hilft die Lehrperson nach: «Wie welcher Buchstabe sehen denn Baumstämme aus?»

1.– 2. Zyklus > Gemeinsam versucht die Klasse, so viele Naturelemente wie möglich in der Umgebung zu entdecken, die mit einem bestimmten Buchstaben oder Laut beginnen. Die Lehrperson gibt den ersten Buchstaben oder Laut vor. Die Kinder schauen ringsumher. Wenn ein Kind etwas entdeckt hat, meldet es sich, nennt das Naturelement und zeigt den anderen, wo es ist. Die Lehrperson korrigiert, wenn nötig. Findet niemand mehr etwas, darf das Kind, das zuletzt einen Gegenstand entdeckt hat, einen neuen Buchstaben oder Laut nennen. Im 2. Zyklus kann diese Aktivität auch in einer Fremdsprache durchgeführt werden.

Abc-Buch

Material

Handykamera / Fotoapparat, Buchstaben (laminiert oder in Plastikmäppchen), Schreibunterlage, Natur-Lernjournal, Bleistifte, evtl. roter Faden

1. Zyklus

D.2.A | MI.1.3 | BG.1.B | BG.2.C

Die Lehrperson legt eine Auswahl an Buchstaben auf den Boden. Jedes Kind geht nun alleine auf die Suche nach diesen Buchstaben in der Umgebung. Wer ein Objekt gefunden hat, das einem der Buchstaben gleicht, schreibt diesen zehnmal in der Luft nach. Danach fotografiert er das Objekt oder skizziert es ins Natur-Lernjournal. Falls ein Buchstabe nicht gefunden wird, darf er auch mit Naturmaterial auf den Boden gelegt oder dreidimensional geformt werden – zum Beispiel mit Waldrebe, Efeu oder Gräsern.

Variante > Jedes Kind markiert alle Buchstaben, die es gefunden hat, mit rotem Faden. Nachdem alle mindestens einen Buchstaben entdeckt haben, geht die Klasse alle Buchstaben besichtigen. Die Lehrperson fotografiert. Dann bildet sie Zweiergruppen und teilt jeder Gruppe einen Buchstaben zu, der noch nicht gefunden wurde. Die Kinder gehen ihn suchen und markieren ihn.

Zurück in der Schule, werden dann einige Fotos ausgewählt und ausgedruckt oder die Skizzen ins Reine gezeichnet. Die Kinder kleben die Fotos oder Skizzen in ihr Schreibheft und üben darunter den Buchstaben – mithilfe von Wörtern, die sie in der Umgebung draussen entdeckt haben. Hat die Klasse das gesamte Alphabet draussen entdeckt, erstellt sie ein gemeinsames Abc-Buch: Jedes Kind gestaltet ein bis zwei Seiten.


Kind legt Buchstaben


Buchstabe in der Natur

Buchstaben- und Lautjagd

Material

Buchstaben (laminiert oder in Plastikmäppchen), kleine Tücher, Papier, Schreibunterlagen, Stifte

1.– 2. Zyklus

D.1.A | D.2.A | D.4.A | D.4.F | D.5.A–C | FS.5.A–C | NMG.2

Zu zweit gehen die Kinder auf Buchstaben- und Lautjagd, in Deutsch oder einer Fremdsprache. Die Lehrperson gibt jedem Team ein bis zwei Buchstaben oder Laute. Die Teams suchen nun nach Objekten in der Umgebung, die diesen Buchstaben bzw. Laut enthalten (einfache Version) oder damit beginnen (schwierige Version). Bei der Teambildung sollte man darauf achten, dass mindestens eines der Kinder einen ausreichenden Wortschatz in der verlangten Sprache besitzt.

Die Teams legen die gefundenen Naturelemente auf ein kleines Tuch zum entsprechenden Laut oder Buchstaben. Die Klasse besichtigt die Ausstellung, jedes Team präsentiert seine Beute.

In Klassen, die bereits alle Buchstaben beherrschen, verfasst jedes Team eine Liste mit den Namen der gefundenen Elemente. Jedes Team kontrolliert, ob es alle notierten Gegenstände in der Umgebung findet. Danach werden die Listen zwischen zwei Gruppen getauscht. Die Partnerteams korrigieren einander gegenseitig die Rechtschreibung und den Inhalt der Listen.

Variante > Auch eine gemeinsame Buchstabenjagd ist möglich. In diesem Fall legt die Lehrperson auf einem Tuch alle oder ausgewählte Buchstaben des Alphabets aus. Die Klasse versucht, so schnell wie möglich zu jedem Buchstaben ein Naturelement in der Umgebung zu finden, das mit diesem Buchstaben beginnt. Die Kinder organisieren ihr Vorgehen selber. Die Lehrperson kann die Suche beschränken oder erweitern: nur Adjektive, nur Verben oder nur Nomen suchen, Fantasiewörter entwickeln, Wörter in einer Fremdsprache bzw. in den Herkunftssprachen der Kinder erhaschen.


Kinder auf Buchstabenjagd


Ausstellung zum F

Geheimschrift der Natur

Material

kleine Tücher

2. Zyklus

D.2.A | D.5.A | NMG.2

Kennen die Kinder die Namen der Naturelemente gut, werden sie in die Geheimschrift der Natur eingeführt. Die Lehrperson teilt nun die Klasse in Gruppen auf und verteilt jeder Gruppe ein Wort, eventuell ergeben alle Wörter zusammen einen Satz. Die Gruppen suchen für jeden Buchstaben ihres Wortes ein natürliches oder vom Menschen geschaffenes Objekt in der Umgebung, das mit demselben Buchstaben anfängt. Die Lehrperson legt unterdessen kleine Tücher nebeneinander auf dem Boden aus, für jede Gruppe eines. Jede Gruppe legt dann die gefundenen Elemente in der richtigen Reihenfolge auf ihr Tuch. Falls ein Buchstabe zu schwer zu finden ist, darf er auch mit Naturmaterial geschrieben werden – aber nur einer! Die Teams, die schnell fertig sind, erhalten ein Zusatzwort zum Schreiben.

Haben alle Teams ihr Wort bereit, geht es weiter: Jedes Team versucht nun, die Wörter sämtlicher Gruppen zu entschlüsseln. Hat die Lehrperson Wörter verteilt, die zusammen einen Satz ergeben, gilt es zudem, die Wörter in die richtige Reihenfolge zu bringen und den Inhalt des Satzes zu erraten. Spannend sind Sätze, die eine Anweisung bzw. Frage enthalten, zum Beispiel: «Was ist in der alten Spechthöhle?» In der leeren Spechthöhle hat die Lehrperson zuvor eine Überraschung versteckt.

Reimschlangen

Material

keines

1.– 2. Zyklus

D.1.A | D.3.A–B | D.4.B–D | D.5.C

Jedes Kind erhält ein Naturelement aus der Umgebung zugeteilt. Die Aufgabe ist es nun, das betreffende Naturelement zu finden, zu untersuchen und eine seiner Eigenschaften mit einem Reimwort zu beschreiben, zum Beispiel: «Der Stein ist klein.» Danach kommt die Klasse im Kreis zusammen. Ein Kind beginnt, es legt sein Naturelement in die Mitte und sagt seinen Reimsatz dazu. Das nächste Kind im Kreis macht weiter, es legt sein Naturelement hin, wiederholt den ersten Satz und sagt seinen dazu. So wird die Reimschlange immer länger, je nach Altersstufe bis zum fünften oder zehnten Kind. Das folgende Kind im Kreis beginnt dann eine neue Schlange.

Der Stein ist klein

Der Stein ist klein, das Moos ist grandios.

Der Stein ist klein, das Moos ist grandios, das Ahornblatt ist aalglatt.

Variante > Die Kinder suchen ein Naturobjekt, das mit demselben Buchstaben wie der eigene Name anfängt:

Anna hat ein Ahornblatt.

Anna hat ein Ahornblatt, Luca hat ein Lindenblatt.

Anna hat ein Ahornblatt, Luca hat ein Lindenblatt, Reto hat eine Rinde.

Gegen Ende des 2. Zyklus kann diese Aktivität auch in einer Fremdsprache durchgeführt werden.

Weitere Ideen

D.5.A–C | D.4.A–D > Ausgehend von den gefundenen Naturelementen lassen sich lustige Sätze bilden. Einzige Bedingung: Jedes Wort muss mit demselben Buchstaben oder Laut beginnen, zum Beispiel wenn eine Krähe gesehen wurde: «Kohlrabenschwarze Krähen krächzen krass.» Oder wenn ein Holzspan gefunden wurde: «Spechte spitzen sportlich Späne.» Die Kinder notieren ihre Sätze draussen oder drinnen ins Schreibheft.

D.1.A | D.2.A | D.5.A > Zu zweit: Ein Kind zieht aus einem Sack einen Buchstaben oder Laut und sagt dann so viele Naturelemente der Umgebung wie möglich auf, die mit dem Laut beginnen. Weiss es nichts mehr, zieht das zweite Kind einen Buchstaben und nennt Naturelemente.

D.4.E–F > Die Kinder üben beim erworbenen Wortschatz die korrekte Schreibweise.

D.4.E–F | NMG.2 | NMG.2 > Die Lehrperson zeigt auf ein Naturelement, die Kinder sagen oder schreiben das korrekte Wort mit Artikel.

D.5.A > Die Klasse ordnet die gefundenen Naturelemente: nach der Funktion, der Familie, einem Oberbegriff, dem Alter, der Farbe …

Tipps und Tricks

Testen Sie Ihren Naturort auf sein Vokabular, bevor Sie diese Aktivität mit der Klasse durchführen:

>Welche Buchstaben und Laute sind einfach in der Umgebung zu finden, welche schwierig, welche gar nicht? Lassen Sie die Buchstaben, die zu schwierig zu finden sind, weg.

>Suchen Sie pro Ausflug nur einen Teil des Abc in der Natur.

>Achten Sie bei der Aktivität «Geheimschrift der Natur» darauf, dass die gewählten Wörter höchstens einen schwierig zu findenden Buchstaben enthalten. Formulieren Sie um, was zu schwierig ist.


Geheimschrift der Natur

Ausrollgeschichten


Die Kinder lauschen einer Ausrollgeschichte, spinnen sie gemeinsam weiter und erfinden selber eine (Sprachen, personale, soziale und methodische Kompetenzen).

Ausrollgeschichte eines Naturtags

Material

Tuch (ca. 100 × 30 cm)

1. Zyklus

D.1.A | D.3.A–B

Die Lehrperson hat im Voraus etwa zehn in der Umgebung gefundene Gegenstände in ein Tuch eingewickelt, und zwar so, dass sie einen Gegenstand nach dem anderen ausrollen kann. Sie weiss, wie sie ihre Geschichte beginnt und endet. Die Klasse setzt sich im Kreis hin, sodass alle das Tuch gut sehen können. Die Lehrperson wickelt das Tuch etwas aus, das erste Naturelement wird sichtbar. Sie beginnt ihre Geschichte, in der dieses Naturelement die Hauptrolle spielt: Es war einmal ein braunes, knittriges Herbstblatt, das sich schrecklich langweilte … Mit dem Weiterschreiten der Geschichte werden immer mehr Gegenstände ausgerollt, die in der Geschichte vorkommen. Die Lehrperson kann die Kinder integrieren, indem sie Fragen stellt: «Was glaubt ihr, was passierte dann mit dem Rindenstück?» Oder: «Was kann der Wurzelwicht denn mit diesem Korkenzieher anfangen?» Die Geschichte endet mit dem letzten ausgerollten Naturelement.

Themenvorschläge >

>Ein Abenteuer erleben: Was ein Ahornblatt alles erlebt, nachdem es vom Baum gefallen ist.

>Etwas suchen und (wieder-)finden: Der Frühling hat seinen Duft verloren und geht überall schnuppern.

>Angst haben und die Erfahrung machen, dass einem geholfen wird: Die Wohnung des Maulwurfs wird vom Regen überschwemmt – was soll er nun machen?

>Mehr und mehr Naturwesen kommen an einem Ort zusammen: Geschichte eines Handschuhs, der den Tieren des Naturorts als Winterquartier dient.

Die Lehrperson beobachtet während des Erzählens, wie gut die Kinder der Geschichte lauschen können, und stellt am Ende Verständnisfragen. Danach dürfen die Kinder mit den gesammelten Gegenständen spielen.

Varianten >

>Als Einstiegselement wird eine Figur gewählt, die die Kinder bereits kennen.

>Anstatt eine Geschichte zu erfinden, wird eine bekannte Geschichte nachgestellt; dabei werden Naturelemente der Umgebung integriert.

Ausrollgeschichte selber entwickeln

Material

Tücher, Schreibunterlagen, Stifte, Papier

2. Zyklus

D.1.A | D.3.A–B | D.4.A–F

Die Lehrperson erzählt den Beginn und das Ende der Geschichte, die Kinder die Etappen dazwischen. Die Lehrperson rollt jeweils ein Naturmaterial aus. Wem eine Idee dazu einfällt, meldet sich und darf weitererzählen.

Anschliessend erfinden die Kinder ihre eigenen Ausrollgeschichten. Zu zweit oder zu dritt erhalten sie ein Tuch und suchen sich interessante Naturelemente in der Umgebung. Sie schreiben die Geschichte nieder. Dabei achten sie darauf, dass die Geschichte spannend bleibt und einen klaren Beginn und Schluss aufweist. Sie überlegen sich eine Verständnisfrage, die sie den anderen stellen wollen. Danach präsentieren sie das Endresultat der Klasse, indem sie die Geschichte frei erzählen und dabei die Gegenstände Stück für Stück ausrollen.

Die Lehrperson beobachtet während des Erzählens: Wie gut können die Kinder eine Geschichte kohärent und kreativ weitererzählen? Integrieren sie vorher aufgetauchte Naturelemente? Die Klasse evaluiert gemeinsam nach dem Erzählen: War die Geschichte spannend? Hatte sie einen klaren Anfang und Schluss?

Weitere Ideen

D.4.A–F > Im Klassenzimmer schreiben die Kinder ihre erfundenen Geschichten ins Reine, verbessern wenn nötig den Spannungsbogen oder den Anfang und den Schluss, korrigieren Rechtschreibfehler und reflektieren den Schreibprozess.

Tipps und Tricks

>Diese Aktivitäten können gut als Einstieg oder Abschluss eines Naturtags verwendet werden.

>Die Ausrollgeschichte kann auch als kreativitätsfördernder Einstieg in eine andere Schreibarbeit benutzt werden (Ideen siehe Aktivitäten «Schreiben und präsentieren» ↗ hier).

>Die Geschichte wird abwechslungsreich, wenn Sie neben bekannten Naturelementen der Umgebung auch unübliche auswählen. Mit bekannten Naturelementen lässt sich einfach etwas erzählen, die unbekannten bringen Spannung.


Ausrollgeschichte erzählen


Lehrperson mit Ausrolltuch

Gegensätze


Die Kinder suchen Naturelemente, die zu einem Adjektiv passen, finden sein Gegenteil (Sprachen) und gestalten aus dem gesammelten Material Frisuren, eine Gegensatztorte oder einen Gegensatz-Barfussparcours (Gestalten, Sprachen, soziale und personale Kompetenzen).

Adjektive verstehen und sehen

Einstieg

Material

Adjektivkarten

1.– 2. Zyklus

D.5.D | FS.5.B | FS.5.D

Diese Aktivität eignet sich zum Üben und Formulieren von Sätzen mit Adjektiven, Gegensätzen und Eigenschaften von Naturmaterial. Sie kann auch zur Paar- oder Gruppenbildung verwendet werden oder als Suchauftrag auf dem Weg. Im 2. Zyklus eignet sie sich für den Fremdsprachenunterricht.


Adjektivkarten ziehen

1. Zyklus > Die Lehrperson fragt: «Wer sieht etwas Weiches? Was ist das Gegenteil von weich? Wer sieht etwas Hartes?» Oder: «Ich sehe was, was du nicht siehst, und das ist weich!»

2. Zyklus > Ein Kind zieht ein Adjektivkärtchen in einer Fremdsprache, liest es laut vor und übersetzt ins Deutsche. Die Lehrperson fragt: «Wer sieht etwas in der Umgebung, das diese Eigenschaft hat?» Dann ist das nächste Kind an der Reihe, bis die Klasse alle Wörter einmal gehört hat.

Gegensatztorte und Frisuren

Material

Adjektivkarten

1. Zyklus

D.5.D | BG.1.A | BG.2.A

Die Kinder suchen Objekte mit gegensätzlichen Eigenschaften. Die Lehrperson gibt die Adjektive vor: «Sucht alle etwas Weiches und etwas Hartes!» Die Kinder schwärmen aus und suchen solche Objekte. Unterdessen nimmt die Lehrperson Steine oder Stecken und gestaltet damit auf dem Boden einen Kreis mit verschiedenen Segmenten. In jedes Segment legt sie eine Adjektivkarte. Das ist die Grundstruktur der Gegensatztorte. Die Kinder füllen dann die zwei entsprechenden Segmente mit dem gefundenen Material. Danach nennt die Lehrperson das nächste Gegensatzpaar: rund und eckig, dick und dünn, fein und rau, leicht und schwer, lustig und traurig, dunkel und hell, alt und jung, schön und hässlich, spitzig und stumpf … Die Klasse betrachtet die «Tortenstücke»: Welches der gefundenen Naturelemente ist das spitzigste, dünnste, weichste, dunkelste, lustigste, schönste?

Danach können die Kinder aus den Fundstücken Frisuren gestalten: Jedes Kind sucht sich ein grosses Blatt und legt mit Naturmaterial ein Gesicht darauf. Welche Frisur passt am besten zum Blattgesicht? Die Kinder testen verschiedene Fundstücke aus.

Gegensatz-Barfussparcours

Material

Adjektivkarten, evtl. Badetuch

1.– 2. Zyklus

D.5.D | BG.1.A | BG.2.A

Die Lehrperson bereitet ein Satz Kärtchen mit Gegensatzpaaren vor, die spannend und unterschiedlich zum Ertasten sind. Jeweils zwei Kinder zusammen erhalten eine Adjektivkarte zugeteilt. Ihre Aufgabe ist es, so viel Naturmaterial mit dieser Eigenschaft zu finden, dass damit ein Rechteck von ca. 70 × 50 cm gefüllt werden kann. Die Lehrperson bereitet die Struktur des Barfussparcours vor. Sie gestaltet so viele Rechtecke, wie es Adjektivkarten gibt. Zu jedem Rechteck legt die Lehrperson das entsprechende Kärtchen und achtet dabei darauf, dass die jeweiligen Gegensätze hintereinander kommen. Die Kinder füllen ihre Rechtecke aus. Danach heisst es Schuhe und Socken ausziehen und barfuss (oder in Socken) über die Gegensätze laufen: Was ist angenehm, was nicht? Fühlt sich spitzig wirklich spitzig an? Ist weich auch warm und hart auch kalt?

Tipp > Am Ende des Parcours ein Badetuch hinlegen zum Füsseschrubben.

Finde dein Gegenteil

Material

Adjektivkarten

2. Zyklus

D.3.A–C | D.4.B | D.5.D | FS.3.A | FS.4.A | FS.5.B | FS.5.D | BG.1.A | BG.2.A

Die Lehrperson bereitet einen Satz Kärtchen mit Gegensatzpaaren vor, der genau der Anzahl Kinder entspricht. Ist die Zahl ungerade, macht sie selbst mit. Jedes Kind zieht ein Adjektivkärtchen und sucht sich in der Umgebung ein Naturelement mit der entsprechenden Eigenschaft. Auf ein Signal kommen alle zur Lehrperson zurück. Nun geht es darum, das Kind mit dem gegenteiligen Adjektiv zu finden, ohne dass man sein eigenes Adjektiv nennen darf. Dazu werden die Naturelemente der anderen betrachtet. Wer glaubt, sein Gegenteil gefunden zu haben, darf fragen: «Hast du etwas Langes?» Verneint das Kind, muss weitergesucht und gefragt werden.

Die Gegensatzpaare stellen sich nebeneinander und präsentieren ihr Adjektiv und ihr Fundstück mit einem Satz: «Dieser Stecken ist lang.» Oder: «Dieser Dorn ist kurz.» Wird die Aktivität in einer Fremdsprache durchgeführt, fragt die Lehrperson: «What did you find? How would you describe it?» Das Kind beschreibt sein Fundstück und nennt seinen Namen. Notfalls helfen andere Kinder und die Lehrperson nach.

Die gefundenen Gegensatzpaare werden nun an einem passenden Ort ausgestellt und mit dem Adjektiv angeschrieben. Die Paare suchen nach weiteren Naturobjekten, die zu ihren Adjektiven passen (zum Beispiel kurz oder lang sind) und ordnen sie (zum Beispiel vom Kürzesten zum Längsten) – oder arrangieren sie in einer kunstvollen Art und Weise. Dazu erstellen sie Listen («Was ist alles dick?») und formulieren Sätze («Samen der Waldrebe sind weicher als Moos»). Die Ausstellungen werden am Ende besucht oder fotografiert.

Weitere Ideen

D.3.A–B | D.4.A–D | D.5.D > Zu jedem Adjektiv suchen die Kinder ein beschreibendes Verb und bilden einen Satz, zum Beispiel: scharf – schneiden: «Mit diesem scharfen Stein schnitten Höhlenmenschen Fleisch.»

BG > Die Klasse macht weiter mit den Aktivitäten «Gesichter gestalten» (↗ hier) oder «Wer macht Naturkunst?» (↗ hier).

MA > Die Klasse macht weiter mit den Aktivitäten «Grössen und Masseinheiten» (↗ hier).


Was ist hier krumm?


Gegenteile finden


Gegensatz-Barfussparcours

Laufgeschichten


Die Kinder suchen blitzschnell Wörter der Laufgeschichte in der Umgebung (Sprachen, Bewegung und Sport). Sie erfinden, schreiben und präsentieren Geschichten, die Naturelemente der Umgebung beinhalten (Sprachen, Gestalten, personale Kompetenzen).

Wortschatz wiederholen

Einstieg

Material

keines

1.– 2. Zyklus

D.3.A–B | FS.5.B

Laufgeschichten eignen sich als Einstieg und Auflockerung zu allen möglichen Themen. Ist die Klasse mit den gewählten Themen und Wörtern noch nicht so bewandert, kann die Lehrperson zum Einstieg den Kindern Aufgaben stellen, mit denen sie den entsprechenden Wortschatz üben können.

Beispiele >

>Welche Farben seht ihr in der Umgebung?

>Die Kinder sagen reihum die Zahlen von 1 bis 12 auf Englisch bzw. Französisch und geben dazu einen Stein herum.

>Die Lehrperson zeigt ein Naturelement, die Kinder sagen, wie dieses in einer Fremdsprache heisst.

Renn-Laufgeschichte

Material

Laufgeschichte, Signal (Glocke), evtl. Laufwörter in Plastikmäppchen oder laminiert, evtl. Reissnägel

1.– 2. Zyklus

D.1.A–B | FS.1.A–C | BS.1.A

Die Lehrperson wählt zunächst einige Naturobjekte (oder Zahlen oder Farben) aus, die in der Umgebung vorkommen, und schreibt deren Namen auf Karten. Sie befestigt dann die Karten an einen Baum oder legt sie auf dem Boden aus. Alternativ kann mit einem «Laufsignal» gearbeitet werden: Nach jedem Wort, das in der Umgebung gesucht werden muss, klingelt eine Glocke.

Nun geht es los: Die Lehrperson erzählt eine Geschichte (selbst erfunden, aus einem Sprachlehrmittel, frei nach einem Buch) im 1. Zyklus auf Deutsch, im 2. Zyklus auf Französisch oder Englisch. Jedes Mal, wenn in der Erzählung das «Laufwort» genannt wird oder das Laufsignal ertönt, gehen alle Kinder den entsprechenden Gegenstand in der Umgebung suchen und berühren ihn mit einer Hand. Auf ein (anderes) Signal kehren die Kinder wieder zur Lehrperson zurück, und die Geschichte geht weiter.

Zum Erzählen der Geschichte empfiehlt sich eine klare Sitzstruktur, zum Beispiel in einem Waldsofa oder um ein Seil herum, das kreisförmig am Boden liegt. Werden Zahlen in einer Fremdsprache geübt, zeigt die Lehrperson jeweils, von was eine bestimmte Anzahl berührt werden soll, zum Beispiel: «Le nain s’assied sur deux pierres» – die Lehrperson hält einen Stein hoch.


Gegenstände suchen und zurückrennen

Schreib-Laufgeschichte

Material

Schreibunterlagen, Stifte, Papier, Signal (Glocke)

2. Zyklus

D.3.A–B | D.4.A–D | BG.1.A

Die Klasse sitzt im Kreis. Jedes Kind merkt sich, wer rechts von ihm sitzt. Diesem Kind wird es während der Schreib-Laufgeschichte jeweils folgen. Ausgerüstet mit einer Schreibunterlage, einem darauf befestigten leeren Blatt Papier und einem Stift, sucht sich darauf jedes Kind einen Naturort, an dem es sich wohlfühlt. Zunächst sitzt es einfach da, beobachtet und erforscht die Umgebung. Sobald es etwas Interessantes entdeckt, beginnt es seine Geschichte: Es muss darin mindestens ein Naturelement der Umgebung vorkommen. Alles andere darf frei erfunden sein.

Alle schreiben so lange, bis ein Signal der Lehrperson ertönt. Dann heisst es, den Satz zu Ende schreiben. Das Blatt wird vor Ort gelassen, der eigene Stift mitgenommen. Jedes Kind geht nun an den Platz des Kindes, dem es folgen soll. Die Kinder schreiben darauf die Geschichte ihres Vorgängers weiter, indem sie sich vom neuen Platz inspirieren lassen. Nach einigen Wechseln (Dauer je nach Schreibtempo und Konzentrationsfähigkeit der Klasse anpassen) sagt die Lehrperson nach dem Signal, dass am nächsten Platz der Schluss der Geschichte geschrieben werden soll. Ertönt das Signal zum letzten Mal, lassen die Kinder alle Schreibunterlagen am Platz liegen und kommen zum Sammelpunkt zurück.

Nun tragen die Kinder die Geschichten vor, und zwar am jeweiligen Ort des Geschehens. Je nach Klassengrösse und Geduld kann das auch in zwei oder drei Gruppen geschehen. Ein Kind beginnt: Es führt die Gruppe zum Platz, an dem es seine Geschichte begonnen hat, und liest den anderen die ganze Geschichte laut vor. Am Schluss des Vortrags darf applaudiert werden. Dann führt das nächste Kind die Gruppe zu seinem Geschichtenplatz und trägt «seine» Geschichte vor.

Variante > Ist die Zeit knapp, kehren die Kinder nach der Schreibübung jeweils wieder alleine zu ihrem ursprünglichen Platz zurück und lesen dort «ihre» Geschichte durch.

Weitere Ideen

BG > Die Kinder gestalten zum jeweiligen Thema etwas mit Naturelementen, zum Beispiel sammeln sie farbige Blätter, ordnen diese nach Farbe und machen daraus einen Blätterspiess.

D.4.E–F | MI.1 > Im Klassenzimmer übertragen die Kinder die Geschichten ins Schreibheft, mit korrekter Rechtschreibung und einer Zeichnung des Naturelementes, das in der Geschichte die Hauptrolle spielt – oder einem Foto des Schreibplatzes.

FS.1.A–C | FS.3.A–B > Ein Kind gibt dem anderen in der Fremdsprache eine Anweisung (zum Beispiel «Cherche une feuille rouge!»), das andere befolgt sie und macht einen Satz dazu («J’ai trouvé une feuille rouge»). Dann werden die Rollen gewechselt.

Tipps und Tricks

Werden Laufgeschichten im Fremdsprachenunterricht verwendet, sollten die Kinder in der Sprache schon so gut bewandert sein, dass sie den groben Inhalt der Geschichte verstehen. Illustrieren Sie die Geschichte zum besseren Verständnis mit Bildern.



Laufgeschichte verfassen


Laufgeschichte präsentieren

Naturcomic


Die Kinder zeichnen und präsentieren einen Comic, der am Naturort stattfindet, oder gestalten ihn mit Naturmaterial (Sprachen, Gestalten). Sie organisieren ihr Vorgehen selbstständig (personale und methodische Kompetenzen) und können in die Natur eintauchen (personale Kompetenzen, BNE).

Diese Aktivitäten verbinden Schreiben mit Zeichnen oder Gestalten. Vorbereitend haben die Kinder im Klassenzimmer bereits Comics gelesen und sich über die Kriterien, die einen Comic ausmachen, ausgetauscht. Wichtig beim Naturcomic ist, dass die Umgebung darin integriert wird: In der Zeichnung bzw. Gestaltung muss ersichtlich sein, dass sich der Comic hier an diesem Ort abspielt – egal, ob heute, viel früher, in Zukunft oder in einer fiktiven Parallelwelt.


Comic zeichnen: Der Fuchs auf der Wiese

Naturcomic zeichnen

Material

Schreibunterlagen, Stifte, Gummis, Papier

1.– 2. Zyklus

D.4.A–G | D.6.C | FS.4.A–B | BG.1.A–B | BG.2.A

Jedes Kind sucht sich einen inspirierenden Ort aus. Es beobachtet erst einmal die Umgebung. Was gibt es Spannendes auf diesem Treibholz, in diesem Tümpel, in diesem Grasbüschel zu entdecken? Dann beginnt es zu zeichnen: Der Grasbüschel ist erst ganz leer. Im zweiten Bild taucht eine Ameise mit Rucksack darin auf. Im dritten Bild verläuft sie sich. Im vierten Bild …

Die Lehrperson beobachtet: Taucht jedes Kind in die Natur ab, können sich alle auf den Comic konzentrieren? Falls nein, hilft sie durch das Auswählen eines anderen Platzes oder sucht gemeinsam mit dem Kind nach einer Idee.

Haben die Kinder ihre Comics gezeichnet, tauschen sie jeweils ihre Werke zu zweit aus: Sie betrachten den Comic des anderen und müssen den Ort finden, an dem er gezeichnet wurde. Sie geben einander Rückmeldung: Ist die Geschichte verständlich und logisch? Passt der Text zu den Bildern? Wurde die Umgebung integriert?

Anschliessend stellt jedes Kind seinen Comic am Ort aus, an dem es ihn gemalt hat. Die Klasse macht einen Rundgang und betrachtet alle Comics gemeinsam.

Im Klassenzimmer werden die Zeichnungen nochmals ins Reine gezeichnet, ausgemalt und zu einem Buch verarbeitet. Lustig ist auch ein Daumenkino: Dazu muss man den Comic auf mehr Bilder erweitern, die sich dann wie ein Film anschauen lassen (wenig Bewegung, derselbe Hintergrund). Die Bilder werden auf Papierblätter von ca. 7 × 3 cm gezeichnet, zusammengeheftet und dann schnell durchgeblättert.


Comic gestalten: Vom Samen zur Blüte

Naturcomic gestalten

Material

Handykamera / Fotoapparat, evtl. Bilder

1.– 2. Zyklus

D.3.A–B | D.4.B–D | D.6.A | BG.1.A–B | BG.2.A | MI.1

Hier wird der Comic nicht gezeichnet, sondern mit Naturmaterial auf den Boden gelegt. Texte bzw. Sprechblasen braucht es dabei nicht zwingend.

Jedes Kind braucht dazu eine ausreichend grosse und freischaufelbare Bodenfläche. Auf diese werden mit Steinen, Tannzapfen oder Stecken die Rahmen der Bilder gelegt. Die Kinder gestalten darin nun eine Geschichte, die an diesem Naturort stattfindet. Die fertigen Comics werden von den Künstlerinnen und Künstlern vor Ort präsentiert und erklärt – sowie fotografiert.

Die Klasse evaluiert nach der Betrachtung: Ist die Geschichte verständlich und logisch?

Varianten >

>Die Kinder gestalten einen Klassencomic. Dazu werden die Rahmen einer neben den anderen gelegt. Zu zweit gestalten die Kinder jeweils ein Bild zu einem vorgegebenen Text oder Titel. Es kann auch das Bild vorgegeben werden. Ist das Kunstwerk fertig, läuft die Klasse es ab, und die jeweiligen Künstlerinnen bzw. Künstler kommentieren.

>Die Lehrperson gibt das Thema des Comics vor, zum Beispiel «vom Ei zum Schmetterling», «Metamorphose», «von der Geburt zum Tod». Im 1. Zyklus kann die Lehrperson den Kindern zur Inspiration entsprechende Bilder oder Fotos zeigen.

Weitere Ideen

NMG.2 > Werden im Comic Naturzyklen (Jahreszeiten, Leben / Tod) dargestellt, können diese Themen im Klassenzimmer und während der weiteren Naturaufenthalte vertieft und beobachtet werden.

Tipps und Tricks

>Um die Fantasie anzuregen, eignen sich die Aktivitäten «Ausrollgeschichten» (↗ hier) als Einstieg.

>Beschränken Sie sich auf wenige Bilder, vier bis sechs genügen. Sie können die Rahmen der Bilder auf dem Zeichenpapier vorgeben.

>Planen Sie mindestens 45 Minuten für das Erstellen des Naturcomics ein. Lassen Sie beim Gestalten des Klassencomics genügend Platz zwischen den einzelnen Bildern frei, sodass die Kinder beim Gestalten zwischendurch laufen können.

>Der Naturcomic eignet sich auch für Anfängerinnen und Anfänger im Fremdsprachenunterricht, da sehr wenig Text geschrieben werden muss. Die Präsentation erfolgt dann in der Fremdsprache.

Die Sprache der Tiere


Die Kinder lernen Kommunikationsformen und Laute von Tieren kennen und vergleichen diese in verschiedenen Sprachen (NMG, Sprachen). Sie imitieren Tierlaute (NMG, Musik).

Wie sprechen Tiere?

Einstieg

Material

keines

1.– 2. Zyklus

D.3.A | D.3.C | NMG.2

Die Lehrperson fragt: «Wie sprechen eigentlich Tiere miteinander?» Die Kinder stellen Hypothesen auf. Die Lehrperson ergänzt gegebenenfalls, dass Tiere nicht nur mittels Geräuschen miteinander kommunizieren: Einander anschauen, betasten und beschnuppern sind für viele Tiere wichtigere Kommunikationsmittel. Danach gibt die Lehrperson der Klasse einige spannende Informationen zu hier lebenden Tieren (siehe Box «Wie Tiere sprechen» ↗ hier).


Fuchs bellt im Kreis herum

Tierlaute drehen im Kreis

Material

Smartphone mit Tierlauten, Tierfotos (laminiert oder in Plastikmäppchen)

1.– 2. Zyklus

D.1.A | NMG.2 | MU.1.B

Die Lehrperson hat einige an diesem Naturort vorkommende Tierarten ausgewählt, etwa halb so viele, wie es Kinder in der Klasse hat, und sich die entsprechenden Tiergeräusche zum Abspielen vorbereitet. Die Lehrperson zeigt Fotos von diesen Tieren und fragt: «Wie heissen diese Tiere? Was für Geräusche machen sie?» Die Kinder geben ihre Antworten. Dann spielt die Lehrperson die Tiergeräusche ab, und die Klasse versucht gemeinsam, diese nachzuahmen. Hören die Kinder dieses Tier jetzt in der Natur? Danach geben die Kinder Tiergeräusche herum: zuerst links- oder rechtsherum im Kreis, eins nach dem anderen. Dann darf die Richtung gewechselt werden: Kommt der Fuchs von links, darf man ihn entweder weiter nach rechts oder wieder nach links zurückgeben – je nachdem, welches Kind man anbellt. Die Lehrperson kann auch mehrere Tierlaute im Kreis herumgeben, oder ein Tier kann das andere jagen.

Wer ist mein Partner?

Material

Tierfoto-Paare (1. Zyklus), Tierfoto-Paare mit dem Tierlaut in verschiedenen Sprachen (2. Zyklus)

1.– 2. Zyklus

D.5.A | MU.1.B | MU.2.A | FS.5.A | NMG.2

1. Zyklus > Die Lehrperson hat so viele Tierkarten vorbereitet, wie es Kinder hat, von jeder Tierart ein Paar. Jedes Kind zieht nun eine Tierkarte und schaut diese an, ohne sie jemand anderem zu zeigen. Auf das Signal der Lehrperson versuchen alle, ihr Tier mit Geräuschen und Bewegungen zu imitieren – bis sie ihre Tierpartnerin bzw. ihren Tierpartner finden. Zur Kontrolle zeigen sich die beiden ihr Tierbild.

2. Zyklus > Jedes Kind zieht eine Karte. Darauf ist ein Tier mit einer Sprechblase, in welcher der entsprechende Tierlaut in einer bestimmten Sprache steht. Es hat immer ein Pärchen pro Tierart – aber beide reden eine andere Sprache. Ein Vogel zwitschert beispielsweise «tweet, tweet» auf Englisch, während der andere «cui, cui» auf Französisch singt. Die Kinder versuchen, das Tier mit Bewegungen und Geräuschen in der jeweiligen Sprache zu imitieren – bis sie ihren Partner, ihre Partnerin gefunden haben.

Variante > Jedes Kind zieht ein Tier. Auf der Karte ist auch jeweils angegeben, ob es sich um ein Männchen oder ein Weibchen handelt (Symbole). Alle Männchen verstecken sich. Auf ein Signal der Lehrperson fangen alle versteckten Tiere gleichzeitig an zu bellen, gackern, fiepen und röhren. Die Weibchen hören zunächst nur zu; auf ein Signal der Lehrperson versuchen sie, ihren Partner zu finden. Je näher das Weibchen dem Männchen kommt, desto weniger Geräusche macht dieses, bis es schliesslich ganz verstummt. Danach tauschen die Männchen und die Weibchen ihre Rollen, und die neuen Männchen verstecken sich. Diese Variante eignet sich für Mutige gut als Nachtaktivität.

Tierlaute


Tierartdeutschfranzösischenglisch
Bienesumm summbuzz bzzzbuzz bzzz
Hahnkikerikicocoricocock-a-doodle-doo
Krähekrah krahcroâ croâkwa kwacaw caw
Kauz, Eulehu-huhou-houuh-uh
Grillezirp zirpcrii crii crii
Froschquak quakcoââ coâacoac coacribbit ribbit
Schafmäh mähbêê bêêbah bah
Vogelpiep piepzwitscher zwischtercui cuitweet tweetchirp chirp
Wildschweingrunz grunzgroin-groinoink oink
Mauspieps piepssqueek
Kuhmuhmeuhmoo

Tierlaut-Lied

Material

keines

1.– 2. Zyklus

MU.1.A–C | MU.2.A

Die Klasse singt ein Tierlaut-Lied nach der Melodie und dem Prinzip von Old McDonald had a farm, und zwar angepasst an den Naturort und die dortigen Tiere. Der Text kann dann heissen:

Der alte McDonald hat einen Wald,

I-A-I-A Oooh!

Und in dem Wald da lebt ein Fuchs,

I-A-I-A Oooh!

Und ein aw-aw hier,

und ein aw-aw dort,

hier ein aw, dort ein aw,

hier und dort ein aw.

Oder etwa: Der alte Julius wohnt an einem Fluss … oder Der alte McClark lebt in einem Park … Mit jedem zusätzlichen Tier wird das Lied länger. In der bewegungsorientierten Variante wird im Kreis gesungen. Bei «hier» schauen alle Kinder nach links, bei «dort» alle nach rechts.

Weitere Ideen

MU > Als Einstieg oder zur Vertiefung können die Kinder die Aktivitäten «Klangkarten» (↗ hier) durchführen.

NMG.2 | TTG > Bevor die Kinder die Tiere imitieren, erfahren sie mehr über sie: wie sie kommunizieren, wo sie leben. Die Kinder versuchen, ihre Kommunikationsart möglichst genau nachzuahmen, und verkleiden sich dazu auch passend.

D.3 | FS.3 > Zu zweit oder zu dritt erfinden die Kinder einen Dialog zwischen zwei bzw. drei Tieren, die einander nicht verstehen, und führen ihn draussen auf.

D.5 > Die Kinder schildern, wie in ihrer Herkunftssprache die Tiere «reden». Die Klasse diskutiert, ob die Tiere in verschiedenen Ländern wirklich anders sprechen.

BG | TTG > Im Anschluss gestalten die Kinder die entsprechenden Tierwohnungen (siehe Aktivitäten «Tierwohnungen bauen» ↗ hier).

Tipps und Tricks

>Diese Aktivitäten führt man am besten durch, wenn die Kinder bereits einige Tiere des Naturorts kennengelernt haben.

>Achten Sie bei der Auswahl der Tiere darauf, dass sowohl einfach erkennbare Tierlaute als auch schwierigere darunter sind.

>Verwenden Sie bei jüngeren Kindern nur einfache Tierlaute und nur wenige Tierstimmen.


Grunzen wie ein Wildschwein


Wer ist mein Partner: Frosch

Wie Tiere sprechen

Männliche Vögel putzen sich heraus, um Weibchen zu imponieren. Der Vogelgesang kann ebenfalls dem Gewinnen eines Weibchens dienen, aber auch der Revierabgrenzung und der Warnung. Einige Vögel wie Stare oder Eichelhäher imitieren zudem andere Geräusche. Die Weibchen können anhand der Imitationskünste abschätzen, wie alt und erfahren ein Männchen ist. Wer weiter in der Welt herumgekommen ist, kann mehr fremde Geräusche nachahmen und ist ein bevorzugter Partner.

Hirsch und Rehbock haben ein aufwendiges Geweih. Dieses dient dazu, Konkurrenten fernzuhalten und das andere Geschlecht zu beeindrucken. Auch das Röhren ist wichtig: Anhand der Stärke der Brunstrufe können Hirschkühe beurteilen, welcher Hirsch der kräftigste ist.

Schmetterlinge wie zum Beispiel das Tagpfauenauge setzen auf optische Täuschung: Normalerweise sind seine Flügel zusammengefaltet, sodass es einem verdorrten Blatt ähnelt. Droht jedoch Gefahr, klappt es die Flügel blitzschnell auseinander, worauf die grossen Augenflecken auf den Oberflügeln zum Vorschein kommen. So ahmt der Schmetterling das Gesicht eines viel grösseren Tiers nach.

Fledermäuse verwenden Ultraschalllaute, um sich im Gelände zu orientieren und ihre Beute zu finden. Junge Mäuse rufen mit hohen Ultraschalltönen nach ihrer Mutter.

Viele Insekten kommunizieren über Düfte. Ameisen spritzen bei Gefahr Ameisensäure; sie signalisieren damit ihren Artgenossen, dass sie die Flucht ergreifen sollen. Will eine Ameise ein Beutetier angreifen, legt sie einen Duft frei, der weitere Artgenossen anlockt und sie aggressiv macht. Hat eine Ameise eine gute Nahrungsquelle entdeckt, legt sie einen Duftpfad zurück zur Kolonie – eine Ameisenstrasse entsteht.

Bienen tanzen, um ihren Artgenossen den genauen Ort einer Futterquelle anzuzeigen. Beim Schwänzeltanz läuft die Biene mit zitterndem Hinterteil auf der senkrecht aufgehängten Bienenwabe einige Zentimeter in eine bestimmte Richtung. Dann kehrt sie in einem Bogen zum Ausgangspunkt zurück und beginnt wieder von vorne. Den Winkel zwischen der Tanzrichtung und der Bienenwabe können sich die anderen Bienen merken und anschliessend auf dem Abflugbrett des Bienenstocks auf die Landschaft übertragen. Er entspricht genau dem Winkel zwischen der Sonne und der Futterquelle. Je schneller die Biene tanzt, umso näher liegt die Futterquelle.

Wo steckt Herr Specht?


Die Kinder suchen Tierspuren und lernen Tierwohnungen kennen (NMG). Sie erweitern ihren Wortschatz über Tiere, schreiben in Notizform an die Wohnung, wo das Tier sich gerade aufhält (Sprachen), zeichnen oder modellieren das Tier (Gestalten), orientieren sich in der Natur (NMG), entwickeln Ausdauer (personale Kompetenzen) und kooperieren in der Gruppe (soziale Kompetenzen).

Tierwohnungen suchen

Einstieg

Material

Tierfoto (laminiert oder in Plastikmäppchen), Post-it mit Nachricht, Informationen zu Tierspuren

1.– 2. Zyklus

D.1.A | D.2.A | FS.1.A | NMG.2

Als Einstieg übt die Klasse den Wortschatz, der für die Aktivität verwendet wird, und erfährt dabei etwas über die Tiere am Naturort. Danach gibt die Lehrperson Anweisungen, wohin sich die Kinder bewegen sollen, zum Beispiel: «Berührt einen Baum mit einer Spechthöhle», «Sucht alle ein Mauseloch», «Montrez-moi un nid d’oiseau», «Cherchez des pives rongées».

Nach einigen Anweisungen geht die Klasse die Orte näher betrachten. Gibt es sonst noch Spuren vom Specht? Welcher Vogel wohnt wohl in diesem Nest? Wer hat denn diese Tannzapfen abgeraffelt? Alleine oder zu zweit suchen die Kinder nach weiteren Tierspuren. Wo wohnen die Tiere? Was essen sie, und wo scheiden sie das Verdaute wieder aus? Welche Wege benutzen sie? Die Spuren werden mit zwei gekreuzten Stecken markiert. Haben alle mindestens eine Spur entdeckt, lässt die Lehrperson das Versammlungssignal ertönen.

Die Klasse macht einen Rundgang und betrachtet die Spuren. Von welchem Tier sind sie, und wie und wo wohnt es wohl? Die Lehrperson gibt ergänzende Informationen (siehe Box «Häufige Tierspuren» ↗ hier).

Während der Tierspurensuche hat die Lehrperson einen Notizzettel am Spechtbaum befestigt: «Bin kurz ausgeflogen zu meinem Freund, der Amsel (letzter Haselstrauch in der Hecke). Albrecht der Specht.» Wo steckt also Herr Specht? Die Kinder suchen den richtigen Haselstrauch, und wirklich, darunter hat die Lehrperson ein Spechtbild versteckt.

Ausgeflogen

Material

Tierfotos

2. Zyklus

D.1.A–B | D.3.A–C | NMG.2

Jeweils zwei Kinder zusammen erhalten ein Foto von einem Tier. Sie suchen ihm eine passende Wohnung und verstecken das Tierbild in der Nähe. Sie überlegen sich, warum das Tier nicht zu Hause ist. Gemeinsam besucht die Klasse die Tierwohnungen. Jedes Team steht dabei vor der Wohnung seines Tieres und beschreibt, warum und wohin das Tier ausgeflogen ist. Die anderen Kinder müssen herausfinden, wo sich das Tier befindet. Sie zeigen auf das mögliche Versteck. Ist es das richtige, darf ein Kind das Tierfoto holen. Dann gehen die Kinder zur Tierwohnung der nächsten Gruppe.

Tier-Notizzettel

Material

Schreibunterlagen, Stifte, Post-its, A6-Karten, Reissnägel oder Klebeband, Bestimmungsbücher, evtl. Fotos von Tieren mit Namen in der Fremdsprache (in Plastikmäppchen)

1.– 2. Zyklus

D.2.A–C | D.3.C | D.4.A–D | FS.2.AC | FS.4.A–C | NMG.2 | BG.1.A | BG.2.A

Jeweils zwei Kinder zusammen wählen eine Tierwohnung oder einen Ort aus, an dem sich ein Tier häufig aufhält. Das kann ein Blatt sein, eine Rinde oder ein Baumstamm mit Insektenspuren, ein Mauseloch, ein Maulwurfshügel, ein Spinnennetz oder eine Blüte. Sie überlegen sich, welches Tier an diesem Ort leben könnte. Dann zeichnen sie dieses Tier auf eine Karte im A6-Format ab – entweder beobachten sie es in der Natur, oder sie schlagen es im Bestimmungsbuch nach. Zum Schluss überlegen sie, warum das Tier den Ort verlassen hat und wo es hingegangen ist. Dieser Grund kann völlig fiktiv sein. Die Kinder hinterlassen bei der Tierwohnung eine Notiz mit dem Hinweis, wo sich das Tier befindet, und verstecken ihr Tierbild am entsprechenden Ort.

Sobald der Notizzettel geschrieben und das Bild versteckt ist, versuchen die Kinder, die Rätsel der anderen Gruppen zu lösen. Zu zweit gehen sie zu den verschiedenen Tierwohnungen, lesen die Notizzettel und suchen danach, wo sich das Tierbild befindet. Jedes Paar schreibt auf, wo sich welches Tier versteckt hat. Wer schnell fertig ist, erstellt ein weiteres Bild und einen weiteren Notizzettel.

Am Schluss kommt die Klasse im Kreis zusammen, die Lehrperson stellt Verständnisfragen: «Wo war das Eichhörnchen versteckt? Und wo wohnt es?» Die Kinder antworten, jede Gruppe korrigiert und ergänzt ihre Notizen.

Varianten >

>Das Tier wird nicht abgezeichnet, sondern es wird ein Foto von ihm versteckt, oder die Kinder modellieren das Tier mit Naturmaterial.

>Wird die Aktivität im Fremdsprachenunterricht durchgeführt, gibt die Lehrperson einige bekannte und häufige Tiere vor, mit Bild, Namen und einigen Hintergrundinformationen. Die Kinder suchen sich einen Ort, an dem dieses Tier leben könnte, und kleben dort ihren Notizzettel hin. Dann zeichnen oder modellieren sie das Tier und verstecken es.

Weitere Ideen

D.2 | D.4 > Tier und Notizzettel können am Anfang einer Geschichte stehen, welche die Kinder weiterspinnen.

D.4 > Ein anderes Paar, ein anderes Kind schreibt eine zweite Notiz unter die erste: Das Tier kommt wieder zurück, ein anderes kommt vorbei und hinterlässt eine Nachricht … so können ganze Notizzettel-Dialoge entstehen.

D > Jedes Kind vertieft seine Kenntnisse über das ausgewählte Tier – und erstellt einen Ausweis oder eine Suchanzeige für das Tier (siehe Aktivitäten «Formularkrieg» ↗ hier).

Tipps und Tricks

>Diese Aktivitäten verlangen eine gute Kenntnis des Naturorts, sowohl von der Lehrperson als auch von den Kindern. Erkunden Sie den Naturort vorgängig alleine mit Bestimmungshilfen oder mit einer Fachperson. Dann lassen Sie die Kinder die Tierwelt entdecken: Zeigen Sie ihnen einige einfach zu findende Tierspuren und schicken Sie sie auf die Suche nach mehr.

>Tierspuren sind nicht nur Trittspuren – Tiere fressen und scheiden aus, schlafen und wohnen, werden geboren und sterben, lassen Haut und Haare zurück.

>Diese Aktivitäten können im 1. Zyklus auf Deutsch und im 2. Zyklus in einer Fremdsprache durchgeführt werden.


Gänge unter Rinden: Insektenlarven

Häufige Tierspuren

Kinder erwarten bei einer Tierspurensuche oft Spektakuläres: Dinosaurierknochen, Wolfsspuren, Rehgeweihe, Fuchsbauten – dabei stammen die häufigsten Spuren von unscheinbaren, kleinen Tierchen – Insekten, Spinnen, Weichtiere. An praktisch jedem Naturort finden Sie folgende Tierspuren:

>Gallen sehen aus wie Eier auf Blättern oder Wucherungen auf Stängeln. Sie werden von Insekten, Milben und Fadenwürmern verursacht. Diese stechen in die Pflanze, legen ihr Ei, die Pflanze bildet eine Galle darum herum.

>Löcher in grünen Blättern werden von Käfern, Raupen oder Schnecken gefressen. Schnecken hinterlassen dabei eine Schleimspur, Schmetterlingsraupen fressen vom Blattrand her, und Rüsselkäfer fressen das Blattgewebe zwischen den Blattrippen heraus.

>Gänge auf Blättern werden von Minierraupen gefressen. Die Raupe verpuppt sich ausserhalb des Blattes und wird später zum Schmetterling, zum Nachtfalter oder zur Motte.

>Gänge unter Rinden und auf Baumstrünken werden von Insektenlarven gefressen. Die Käfer bohren sich durch die Rinde und legen darunter Eier. Aus den Eiern schlüpfen Larven, die sich einen Gang fressen und sich am Ende verpuppen. Der geschlüpfte Käfer frisst sich durch die Rinde ins Freie.

>Federn, Spinnennetze, Schneckenhäuser und Frassspuren an Nüssen und Früchten sind ebenfalls häufige Spuren.


Gänge auf Blättern: Minierraupen


Blätter mit Löchern: Käfer, Raupen, Schnecken

Sprichwörter


Die Kinder stellen Sprichwörter und Redewendungen rund um die Natur theatralisch dar (Sprachen, Gestalten), lernen deren Bedeutung kennen und übertragen diese auf Situationen in ihrem Leben (personale Kompetenzen, NMG, BNE).

Natur in Namen

Einstieg

Material

keines

1.– 2. Zyklus

D.5.C | NMG.7 | NMG.9

Die Lehrperson sagt: «Viele Vornamen, Nachnamen, Ortsnamen haben einen direkten Bezug zur Natur. Wer von der Klasse hat einen Vornamen, in dem ein Naturbegriff vorkommt, zum Beispiel Linda – Linde? Wer einen Nachnamen, zum Beispiel Nussbaumer? Und was bedeutet der wohl? Kennt ihr Ortsnamen in der Umgebung, in denen Natur vorkommt, zum Beispiel Fischbach? Warum heisst der Ort wohl so?» Die Klasse bespricht die Inhalte gemeinsam.


Jemanden einen Bären aufbinden

Sprichwörter aufführen und reflektieren

Material

Zettel mit Natur-Sprichwörtern, evtl. Natur-Sprichwörter laminiert oder in Plastikmäppchen zum Aufhängen, Informationen zur Bedeutung der Sprichwörter, Schreibunterlagen, Stifte, Natur-Lernjournal

1.– 2. Zyklus

D.5.A–B | D.6.A | D.6.C | NMG.9 | BG.2.C

Die Lehrperson hat Sprichwörter und Redewendungen ausgewählt, die zum Naturort passen. Hat sich die Klasse noch nicht mit dem Thema befasst, hängt die Lehrperson die Sprichwörter an Bäumen oder Sträuchern auf, sodass alle Kinder sie sehen können.

Dann arbeitet die Klasse in Zweier- oder Dreier-Gruppen. Jede Gruppe zieht einen Zettel mit einem Sprichwort oder einer Redewendung. Darauf stehen auch einige Sätze über dessen Bedeutung und Ursprung (siehe Box «Redewendungen und Sprichwörter aus der Natur» ↗ hier). Die Gruppe überlegt, wie sie dieses Sprichwort bzw. diese Redewendung den anderen vorspielen kann. Sie wählt eine passende Bühne und Naturrequisiten aus und probt ihre Aufführung.

Danach spielt jede Gruppe den anderen ihre Redewendung vor; sobald ein Kind weiss, um welches Sprichwort es sich handelt, hält es die Hand hoch, sagt aber noch nichts. Ist das Theater zu Ende, darf geraten werden. Was bedeutet wohl dieses Sprichwort? Die Zuschauer raten, die Schauspielerinnen und Schauspieler und die Lehrperson ergänzen.

Anschliessend (oder später im Klassenzimmer) behandelt die Klasse, was Redewendungen und Sprichwörter in unserem Leben bedeuten. Die Lehrperson gibt eine Auswahl von Sprichwörtern vor. Jedes Kind wählt eines der Sprichwörter aus und beantwortet persönliche Fragen dazu (siehe Beispiele ↗ hier). Die Kinder schreiben ihre Antworten ins Natur-Lernjournal.

Weitere Ideen

NMG.9 > Die Kinder erforschen, wo ihr Vor- und Nachname herkommt und was er bedeutet.

NMG.8–9 > Die Klasse sucht nach Ortsnamen der Umgebung, in denen Naturbegriffe vorkommen, und erforscht deren Bedeutung. Sieht man hier noch Merkmale, die diesen Namen begründen?

Redewendungen und Sprichwörter aus der Natur

Mehr

Weitere Sprichwörter und Redewendungen aus der Natur unter www.sprichwoerter-redewendungen.de

Wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus > Dieses Sprichwort bedeutet: So, wie man jemanden behandelt, reagiert dieser auch darauf. Vermutlich ist dieses Sprichwort auf die Erfahrung des Echos zurückzuführen. Vielleicht habt ihr es selbst ja schon einmal ausprobiert: Manchmal, wenn man in einen Wald hineinruft, entsteht ein Echo, und die Worte schallen zu euch zurück. So wie ihr also in den Wald hineinruft, schallt es auch wieder zu euch heraus. Zu diesem Sprichwort kann die Lehrperson folgende Aufgabe stellen: «Beschreibe eine Situation, in der du jemanden schlecht behandelt hast. Wie hat die Person reagiert? Beschreibe eine Situation, in der du jemanden gut behandelt hast. Wie hat die Person reagiert? Was möchtest du verbessern in deinem Verhalten? Wie reagierst du, wenn dich jemand gut oder schlecht behandelt?»

Auf dem Holzweg sein > Diese Redewendung bedeutet, sich zu irren, nicht die richtige Lösung zu finden. Ursprünglich stammt sie von den Holzfällern. Ein Holzweg ist für den Transport von gefällten Bäumen bestimmt und endet oft im Wald oder in einer Sackgasse. Folgt man ihm also irrtümlich, erreicht man nicht sein Ziel, sondern muss bald umkehren. Die Lehrperson kann zu dieser Redewendung folgende Aufgabe stellen: «Beschreibe eine Situation, in der du auf dem Holzweg warst. Was würdest du heute anders machen?»

Auf keinen grünen Zweig kommen > Diese Redewendung bedeutet: keinen Erfolg haben, es zu nichts bringen, sich (finanziell) nicht abzusichern. Entstanden ist die Redewendung aus dem Brauch, dass ein Hausverkäufer den neuen Besitzern einen Zweig eines immergrünen Baumes überreichte. Laut Volksglauben zogen die guten Geister, die in den immergrünen Bäumen wohnten, in das neue Haus mit ein. Wer aber zu arm war, sich ein Haus zu kaufen, kam nie «auf einen grünen Zweig» und somit nicht an einen guten Geist, der einem Glück und Erfolg bringen konnte. Die Lehrperson kann zu dieser Redewendung folgende Aufgabe stellen: «Gab es Situationen, in denen du auf keinen grünen Zweig gekommen bist und keinen Erfolg hattest? Was konnte dir in einer solchen Situation helfen?»

Etwas durch die Blume sagen > Diese Redewendung bedeutet, etwas nur anzudeuten, Kritik nur verhüllt, freundlich mitzuteilen, auf etwas anzuspielen, versteckt zu kritisieren, eine unangenehme Wahrheit vorsichtig auszudrücken. Unnötiges schmückendes Beiwerk wurde schon in der Antike als Redeblumen, Blümlein oder Wortblumen bezeichnet. Die Römer bezeichneten schmückende Worte als «flosculus», was auf Deutsch «Blümchen» bedeutet. Von dort stammt der Begriff «Floskel» (nichtssagende Redensart). Die Lehrperson kann zu dieser Redewendung folgende Aufgabe stellen: «In welcher Situation hast du etwas durch die Blume gesagt? Wann ist es sinnvoll, etwas durch die Blume zu sagen, wann soll man besser unverblümt reden?»

Brief aus der Natur


Die Kinder schicken jemandem eine Briefkarte aus der Natur. Auf die eine Seite der Karte schreiben sie, was ihnen am Naturort besonders gefällt (Sprachen, personale Kompetenzen), die Rückseite der Karte gestalten sie mit Naturfarben und Naturmaterial (Gestalten). Sie überlegen, wie weit es vom Naturort zum Empfänger des Briefes ist und welches Tier diese Distanz zurücklegen könnte (NMG).

Farben sammeln

Einstieg

Material

(farbige) Säcke

1.– 2. Zyklus

BG.2.A

Um über eine möglichst vielfältige und farbige Palette an Naturelementen für die Gestaltung der Postkarten zu verfügen, sammelt die Klasse zuerst farbiges Naturmaterial. Dazu teilt sich die Klasse in kleine Gruppen auf. Jede Gruppe erhält eine Farbe zugeteilt und sammelt nun verschiedene Naturmaterialien mit dieser Farbe in einem Sack. Idealerweise hat dieser Sack gerade die entsprechende Farbe. Die Farbensuche kann auch auf dem Hinweg zum Naturort erfolgen.


Karte schreiben

Karte schreiben

Material

1 Briefcouvert pro Kind, Karten A6 oder A5, Schnur, Wäscheklammern, Briefmarken, evtl. selbst gebastelte Schreibfedern und Kohlestifte

1.– 2. Zyklus

D.4.A–D | FS.4.A–C | FS.5.B

Die eine Seite der Karte beschreiben die Kinder (die andere Seite gestalten sie dann in der Folgeaktivität mit Naturmaterial): «Stellt euch vor, ihr seid an unserem Naturort in den Ferien und schickt von hier eine Karte. Schreibt auf die Karte, was euch hier besonders gefällt.» Je nach Schreibniveau der Klasse schreiben die Kinder nur ihren Namen auf die Karte und diktieren der Lehrperson, was sie aus der Natur mitteilen wollen. Oder sie schreiben in Deutsch, in einer Fremdsprache, in Hieroglyphen, in einer Tier- oder Geheimsprache. Die Kinder können sich mit ihrer Karte an eine reale oder imaginäre Person richten, etwa an ihre Eltern, eine ausländischen Brieffreundin, einen Klassenkameraden. Oder die Kinder schreiben die Karte aus der Sicht einer Pflanze oder eines Tiers dieses Naturorts und wenden sich damit an ein anderes Lebewesen in der Natur.

Geschrieben wird mit üblichen Stiften oder einer selbst gemachten Feder oder einem Kohlenstift (siehe Aktivitäten «Schrift und Schreibzeug» ↗ hier).

Variante > Die Texte können draussen formuliert, von der Lehrperson korrigiert und dann im Klassenzimmer auf die Karte geschrieben werden.

Karte gestalten

Material

1–2 Karten A6 oder A5 pro Kind, doppelseitiges Klebeband, Leim

1.– 2. Zyklus

BG.2.A–D | D.4.A–B | NMG.2 | NMG.8

Zur Gestaltung der Karte mit Naturmaterial benutzen die Kinder die vorher gesammelten Farben. Mit welcher Technik sie die Karte gestalten, kann die Lehrperson entweder vorgeben oder offenlassen.

Beispiele >

>Karte mit doppelseitigem Klebeband bestücken, darauf Naturelemente kleben;

>mit Blüten und Blättern in verschiedenen Farben direkt auf die Karte malen oder den Hintergrund damit einfärben;

>mit Naturfarben die Karte bemalen (siehe Aktivitäten «Gestalt-Techniken» ↗ hier);

>Karte mit Leim bestreichen und verschiedene Erden darauf streuen;

>im Frühling Blumen pressen oder im Herbst Blätter, diese dann auf das doppelseitige Klebeband kleben.

Die fertigen Karten werden an einer gespannten Schnur mit Wäscheklammern aufgehängt, getrocknet und betrachtet. Dann wird die Adresse auf ein Briefcouvert geschrieben, eine Briefmarke darauf geklebt (selbst gebastelt oder echt), die Karte hineingesteckt – und der Brief einem Vogel mitgegeben, der in die entsprechende Richtung fliegen wird. Welcher ist das wohl? Braucht es einen Zugvogel? Und wie weit ist es denn eigentlich von hier bis zum Empfänger?

Die Kinder können die Karten unter einem Baum mit Vogelnest deponieren − die Lehrperson nimmt sie am Ende des Naturaufenthalts mit.

Weitere Ideen

D.2 | D.4 > Der Empfänger der Karte, etwa die Eltern, die Klassenkameradin oder das Tier aus dem fernen Land, schreibt später eine Karte zurück.

BG.2.A–D | NMG.2 | NMG.8 > Die Karten werden nur einseitig gestaltet, aber nicht beschrieben. So können Sie von den Kindern nach Hause genommen und als Weihnachts- oder Geburtstagskarten verwendet werden.


Naturelemente sammeln


Karte gestalten


Couvert adressieren

Formularkrieg


Die Kinder eignen sich selbstständig Wissen über ein Tier oder eine Pflanze an (NMG, Medien und Informatik, personale und methodische Kompetenzen) und halten dieses Wissen in einem «offiziellen Dokument» schriftlich fest (Sprachen).

Im Klassenzimmer: Papierkram nimmt zu !

Einstieg

Material

Formulare, Bestimmungsbücher, Smartphone oder Computer mit Internetanschluss

1.– 2. Zyklus

D.2.B | D.4.A–B | NMG.2 | MI.1

Die Lehrperson erklärt der Klasse: «Auch die Pflanzen und Tiere an unserem Naturort brauchen immer mehr Dokumente. Die Vögel benötigen eine Identitätskarte, die Bäume müssen über ihre Arbeitsleistung Auskunft geben, und manchmal wird auch ein Verbrecher gesucht – und dann reden hier alle noch verschiedene Sprachen. Helfen wir ihnen bei dieser mühsamen Arbeit!»

Die Lehrperson präsentiert verschiedene Modelle von Formularen und erklärt diese. Jedes Kind wählt sich ein Tier oder eine Pflanze des Naturorts und ein passendes Formular aus. Danach recherchieren die Kinder über das ausgewählte Lebewesen mithilfe von Bestimmungsbüchern und dem Internet.

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