Kitabı oku: «Geschichte und Region/Storia e regione 29/1 (2020)»

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Geschichte und Region/Storia e regione

29. Jahrgang, 2020, Heft 1 – anno XXIX, 2020, n. 1

Bücher besitzen – Bücher lesen
Possedere libri – leggere libri
(1750–1850)

herausgegeben von / a cura di

Michael Span und / e Ursula Stampfer


Ein Projekt/un progetto der Arbeitsgruppe/del Gruppo di ricerca „Geschichte und Region/Storia e regione“

Herausgeber/a cura di: Arbeitsgruppe/Gruppo di ricerca „Geschichte und Region/Storia e regione“, Südtiroler Landesarchiv/Archivio provinciale di Bolzano und/e Kompetenzzentrum für Regionalgeschichte der Freien Universität Bozen/Centro di competenza Storia regionale della Libera Università di Bolzano

Geschichte und Region/Storia e regione is a peer reviewed journal.

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ISBN 978-3-7065-6099-3

ISSN 1121-0303

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Inhalt / Indice

Bücher besitzen – Bücher lesen Possedere libri – leggere libri (1750–1850)

Michael Span/Ursula Stampfer

Editorial / Editoriale

Maurizio Piseri

Scuola e alfabetismo nella Bassa Valle d’Aosta tra Sette e Ottocento

Daniel Syrovy

Literatur und Zensur in den italienischsprachigen Gebieten der Habsburgermonarchie im 18. und 19. Jahrhundert

Liliana De Venuto

Libri, biblioteche e lettori lungo la Valle dell’Adige nel Settecento

Michael Span

„Samentlich verhandene Piecher“. Inventare aus dem Landgericht St. Michaelsburg als Quellen zur Erforschung des Buchbesitzes in Tirol 1750–1800

Peter Andorfer

Lesespuren. Die „Weltbeschreibung des Leonhard Millinger“ als Quelle für bäuerliches Leseverhalten

Forum

Andrea Sarri

Il vescovo di Trento Celestino Endrici, il “(neo)paganesimo” e il nazismo. Osservazioni in merito a un libro recente

Rezensionen / Recensioni

Christof Aichner, Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860. Aufbruch in eine neue Zeit

Jan Surman

Margret Friedrich/Dirk Rupnow (Hg.), Geschichte der Universität Innsbruck 1669–2019, Bd. 1: Phasen der Universitätsgeschichte, Teilbd. 2: Die Universität im 20. Jahrhundert

Martin Göllnitz

Fabian Frommelt/Florian Hitz/Michael Kasper/Christof Thöny (Hg.), Das Jahr ohne Sommer. Die Hungerkrise 1816/17 im mittleren Alpenraum

Christian Pfister

Anna Grillini, La guerra in testa. Esperienze e traumi di civili, profughi e soldati nel manicomio di Pergine Valsugana (1909–1924)

Marco Romano

Alessandra Spada, Conquistare le madri. Il ruolo delle donne nella politica educativa e assistenziale in Alto Adige durante il fascismo

Quinto Antonelli

Michael Wedekind, Die Besetzung der Vergangenheit. Archäologie, Frühgeschichte und NS-Herrschaftslegitimation im Alpen-Adria-Raum (1939–1945)

Marianne Pollak

Philipp Rohrbach/Florian Schwanninger (Hg.), Beyond Hartheim. Täterinnen und Täter im Kontext von ‚Aktion T4‘ und ‚Aktion Reinhard‘

Stefan Lechner

Günther Pallaver/Elisabeth Alber/Alice Engl (Hg.), Politika 20. Südtiroler Jahrbuch für Politik/Annuario di politica dell’Alto Adige/Anuar de politica dl Südtirol

Giorgio Mezzalira

Abstracts

Autoren und Autorinnen / Autori e autrici

Editorial

„Eine dritte Medienrevolution nach der Ausbildung der menschlichen Sprache und der Einführung komplexer Schriftsysteme“ sei die Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern im 15. Jahrhundert gewesen, schreibt Reinhard Wittmann, einer der prominentesten Akteure der deutschsprachigen historischen Buch- und Leser*innenforschung der vergangenen Jahrzehnte, in seiner Geschichte des deutschen Buchhandels.1 Und mit ähnlichen Superlativen rund um Johannes Gensfleisch und seine Erfindung wurde auch von anderer Seite zurecht selten gespart. Gar epochemachender Charakter wurde ihr zugesprochen, wie der häufig zitierte Ausspruch Goethes beispielhaft zeigt, demzufolge sich die „Welt- und Kunstgeschichte“ in eine Phase vor und eine nach der Erfindung der Buchdruckerkunst teile.2

Tatsächlich ist das, was im Kern lediglich eine neue (zugegeben geniale) Technik war, die eine Vervielfältigung von Geschriebenem dramatisch beschleunigte, in seinen mannigfaltigen Auswirkungen schier unüberblickbar: Dazu zählen unter anderem die Erleichterung der Verbreitung und Speicherung von Informationen, die veränderten Rahmenbedingungen der Generierung von Wissen in stark erweiterten „virtuellen“ Diskursräumen, die zugleich als Arenen politischer Agenden dienen, oder aber mentalitätsgeschichtliche Aspekte. Doch gleich, mit welchen der unterschiedlichen Aspekten dieser Revolution sich wissenschaftliche Analysen beschäftigen, zugrunde liegt ihnen, wenngleich nicht immer explizit formuliert, stets eine a-priori-Konstante: Es ist die unbestrittene Überzeugung, dass diesen Druckerzeugnissen – vom Flugblatt bis zu mehrbändigen Werken, von wissenschaftlichen Abhandlungen über heilige Schriften, legistische Texte und Schulbücher bis zu politischer Berichterstattung und Unterhaltungsliteratur – eine Wirkmächtigkeit innewohnt.3 Sie formen die Wahrnehmung ihrer Konsument*innen, ja ganzer Gesellschaften, sie konstituieren deren Wirklichkeit mit.4

Eine Geschichte des Lesens könne sich aus diesem Grund nicht in einer Beschreibung von Lesestoffen erschöpfen, argumentiert Silvia Serena Tschopp mit Roger Chartier. Gebot der Stunde sei die Hinwendung zu Fragen der Perzeption und Rezeption des Gelesenen. Systematische Untersuchungen vergangener Lesegewohnheiten und ihrer Implikationen seien zwar, so erklärte sie 2014 zum Stand der historischen Leser*innenforschung, nach wie vor ein Forschungsdesiderat, zugleich jedoch auch ein „anspruchsvolles Feld“, das von einer Reihe methodischer Unwägbarkeiten geprägt sei. Lesen sei, so Tschopp, letztlich doch stets „partiell unlesbar“.5 Ungeachtet dieser methodologischen Einschränkungen ist eine Reihe von Fragestellungen rund um die Geschichte des Lesens und des Buchwesens dennoch analysierbar. Eine Auswahl möglicher Annäherungen an diesen sehr heterogenen Themenkomplex ist in diesem Heft vereint.6

Die grundlegenden Fragen im Bereich der historischen Leseforschung lassen sich drei großen Themenkomplexen zuordnen:7 Eine zentrale Voraussetzung stellen die „Ermöglichungsbedingungen von Lektüre“ dar. Damit bezeichnet Tschopp etwa das Vorhandensein eines Marktes für Lesestoffe sowie ausreichender Bildungsvoraussetzungen, zeitlicher und ökonomischer Ressourcen. Der zweite Fokus liegt auf der „Signifikanz, die dem Lesen in spezifischen historischen Momenten zukam“, der Entscheidung also, ob gelesen wurde oder eben nicht. Dabei sind zum Beispiel unterschiedliche sozioökonomische, konfessionelle oder gender-bezogene Parameter der Lesenden relevant. Die Beschäftigung mit „Formen der Leseförderung“, zum Beispiel durch (obrigkeitliche) Alphabetisierungsbestrebungen, gehört ebenso hierher, wie der eingehende Blick auf Versuche, unter anderem mittels Zensur Lektüregewohnheiten zu verhindern oder zumindest zu kanalisieren.8 Der dritte Komplex stellt schließlich die Frage in den Mittelpunkt, wie gelesen wurde; er interessiert sich für die „Formen der Aneignung von Texten“.9

Genau diese Fragen stehen auch im Zentrum des vorliegenden Bandes. Das breite inhaltliche und methodische Spektrum der einzelnen Beiträge macht dabei deutlich, wie unterschiedlich die Zugänge zu diesem gleichermaßen spannenden wie komplexen Thema der Buchund Leser*innengeschichte sein können. Im Fokus steht der katholisch dominierte Alpenraum, der in der einschlägigen Forschung mit einigen Ausnahmen bislang wenig Beachtung erfahren hat, sowie dessen südliche Ausläufer; als zeitlicher Rahmen wurde die Zeit von etwa 1750 bis 1850 gewählt.10 Zum einen erlaubt die Quellenlage des genannten Untersuchungszeitraums verstärkt mikrohistorische Untersuchungen, zum anderen wurden eben genau in jener „Sattelzeit“ die Grundlagen „für die Entstehung einer modernen ‚Kulturwarenindustrie‘, eines fortschrittlichen kulturellen Kommunikationssystems“ gelegt.11 Der gesellschaftliche Wandel wirkte sich maßgeblich auch auf Buchhandel, Schriftstellertum und Lesepublikum aus.

Maurizio Piseri stellt in seinem Beitrag die grundlegende Frage nach der Verteilung der Lesefähigkeit und zieht auf der Suche nach einer Antwort die Ergebnisse demografischer Erhebungen aus der napoleonischen Zeit heran, um die schulische Versorgung im unteren Aostatal zu rekonstruieren.12 Dabei zeichnet er eine spezifische Form einer „alpinen Alphabetisierung“ nach.13 Verstärkte kommunale Bestrebungen, eine schulische Grundversorgung für möglichst viele Kinder zu sichern, korrelieren ihm zufolge mit erhöhter ökonomischer Prekarität. Gerade die Siedlung in Räumen, die aufgrund ihrer klimatischen Gegebenheiten und ihrer Bodenbeschaffenheit für eine Subsistenzwirtschaft nicht geeignet waren und die Ausübung eines Zusatzgewerbes notwendig machten, erforderte demnach ein gewisses Maß an schulischer Bildung. Wer Dienstleistungen und/oder Produkte auf einem überregionalen Markt anbieten musste, sah sich – so erklärt Piseri – in besonderem Ausmaß auf das Beherrschen von in der Regel schulisch vermittelten Kulturtechniken angewiesen. Erschöpfenden Aufschluss über die Lesefähigkeit der Zeitgenossinnen und Zeitgenossen vermögen derartige Studien zwar nicht zu geben, und selbst eine mit Sicherheit bestimmbare Alphabetisierungsrate ließe lediglich begrenzte Rückschlüsse auf den potentiellen Wirkungsbereich von Texten zu. Ohne Zweifel jedoch stellen Grundlagenstudien dazu, wer denn überhaupt zu welchen Zeiten lesen konnte, einen wichtigen Ausgangspunkt für weiterführende Fragen zur Geschichte des Lesens und des Buchwesens dar.14

Während im Zeitraum, mit dem sich dieses Heft beschäftigt, einerseits die Ausbildung einer Lesefähigkeit erwünscht war und auch vonseiten der Obrigkeiten gefördert wurde – man denke etwa an die Einführung einer Schulpflicht in den Habsburgischen Erblanden durch die Allgemeine Schulordnung von 1774 –,15 gab es andererseits parallel dazu auch Bündel von Maßnahmen, die auf eine Einschränkung des Lesens abzielten. Diesem Phänomen widmet sich der Beitrag von Daniel Syrovy aus vorrangig literaturwissenschaftlicher Sicht. Die „Freiheit der Leser*innen“ bedurfte, da waren sich religiöse und staatliche Autoritäten einig, klar definierter Grenzen, immerhin war beziehungsweise ist das Lesen ein grundsätzlich „rebellischer“ Akt, wie auch Roger Chartier findet.16 Anhand der habsburgischen Zensurpolitiken in der Lombardei und im Veneto zeigt Syrovy zunächst die konzeptionelle Entwicklung der Zensur von einem didaktischerzieherischen, volksaufklärerischen Ansatz zu einer vor allem auf die Erhaltung der staatlichen Integrität ausgerichteten Polizeimaßnahme. In einem nächsten Schritt veranschaulicht der Beitrag, wie ausgeprägt die Gestaltungsfreiheit in den oberitalienischen Territorien auf dem Weg zur Erreichung des vermeintlich absoluten Zieles der Abwehr revolutionärer Tendenzen war. Gleichgültig, was nun seine konkrete Intention oder wie seine regionale Ausgestaltung gefärbt gewesen sein mag, die Auswirkungen des Zensursystems auf die Entwicklung des literarischen Feldes waren enorm. Die Vorstellung, Zensur bewirke lediglich, die Verbreitung bestimmter Lesestoffe zu unterbinden, greift zu kurz. Das Wissen um die Mechanismen der Zensur prägte die Arbeit von Autor*innen, Verleger*innen und Buchhändler*innen ebenso wie das Verhalten der Konsumentinnen und Konsumenten von Druckwerken – von der Kaufentscheidung über den Umgang mit dem Gegenstand Buch bis hin zum konkreten Akt des Lesens selbst. Bücher lesen zu können war also nicht allein von individuellen Fähigkeiten abhängig, sondern maßgeblich auch von außen beeinflusst.

Zwei Beiträge in diesem Themenheft widmen sich schwerpunktmäßig der Frage nach der Verbreitung von Büchern im 18. Jahrhundert beziehungsweise dem Zugang zu diesen.17 Methodisch sind sie jedoch gänzlich unterschiedlich angelegt: Liliana de Venuto untersucht das Verlags- und Druckereiwesen sowie private und öffentliche Bibliotheken im Trentino und konzentriert sich dabei vorrangig auf die Städte Trient und Rovereto sowie in zweiter Linie auf das Etschbeziehungsweise Lagertal. Die verschiedentlich diagnostizierte „Leserevolution“ im Europa des 18. Jahrhunderts18 verortet sie auch in dieser Region. Besonders der Lesehunger der adeligen und/ oder bürgerlichen (Funktions-) Elite, die – gefördert durch aufklärerisch motivierte obrigkeitliche Maßnahmen – sich zunehmend verbreiterte und zugleich professionalisierte, bedeutete einen Aufschwung für Buchproduktion und -handel in der Region. Damit verbunden war außerdem eine beträchtliche Zunahme der Zahl der Bibliotheken und eine Diversifizierung ihrer Typen. Zusätzlich zu den traditionellen Büchersammlungen geistlicher Persönlichkeiten und religiöser Institutionen sowie den Fachbibliotheken Einzelner aus Berufsbereichen wie Recht, Medizin oder Pharmazie bildeten sich vermehrt Büchersammlungen heraus, die auf allgemeinere Studien- oder Vergnügungszwecke ausgerichtet waren. Besonders hervorzuheben ist dabei die Bedeutung der Mitglieder der Mitte des 18. Jahrhunderts in Rovereto gegründeten Accademia degli Agiati. Sowohl die Bibliothek der Gelehrtenakademie selbst als auch die Büchersammlungen einzelner Mitglieder waren in ihrem Umfang beträchtlich. Ihre Untersuchung erlaubt Einblicke in einen kleinen Teil der Republic of Letters und eröffnet zugleich eine spezielle Perspektive auf die tiefgreifenden Umwälzungen auf verwaltungs- und/oder politikgeschichtlicher Ebene.

In ganz anderer Art und Weise beschäftigt sich der Beitrag von Michael Span mit dem Besitz von Büchern. Er berichtet von Ergebnissen des Forschungsprojektes Reading in the Alps, das dem privaten Buchbesitz im katholisch dominierten Alpenraum im 18. Jahrhundert nachspürt. Grundlage der in diesem Heft präsentierten Resultate bildet die mikrohistorische Untersuchung von (vorwiegend Verlassenschafts-) Inventaren aus dem im Pustertal rund um die Stadt Bruneck liegenden Landgericht St. Michaelsburg. Aufgrund der Erhebung einer ganzen Reihe personenspezifischer Daten – Namen, Verwandtschafts- beziehungsweise Familienverhältnisse, Berufe, Wohnorte sowie auch Vermögenswerte – werden ausgehend von der basalen Bestimmung des Anteils an Inventaren, die Buchbesitz nennen, weitere aufschlussreiche Differenzierungen möglich. Das Ergebnis ist ein Stück Grundlagenforschung, wie sie Roger Chartier als nach wie vor „notwendig“ für die Buch- und Leser*innengeschichte bezeichnet hat,19 und auf die weiterführende Untersuchungen zurückgreifen können. Deutlich zeichnen sich bereits in diesem hier vorgestellten Datenmaterial Tendenzen der Verteilung von Buchbesitz anhand unterschiedlicher Parameter wie Gender, Berufsgruppe sowie vor allem sozioökonomischer Kennzahlen ab. Wenngleich bibliografische Angaben in den Inventaren meist sehr spärlich sind, so lassen sich doch auch Aussagen zu den am stärksten verbreiteten und damit mutmaßlich wohl beliebtesten Lesestoffen treffen. Gegen ein allgemein gültiges Muster sperren sich jedoch hier wie dort Einzelfälle, deren Detailstudium als Forschungsdesiderat unterstrichen wird. In diesem Sinne möge der vorliegende Beitrag Anregung zu zahlreichen weiterführenden Betrachtungen sein.

Wie facetten- und aufschlussreich eine solche Einzelstudie sein kann, zeigt Peter Andorfer in seinem Beitrag auf.20 Die Grundlage für seine Ausführungen bildet eine überaus außergewöhnliche Quelle, nämlich die Aufzeichnungen des Leonhard Millinger, eines Bauern aus Waidring, einem Tiroler Dorf an der Grenze zu Bayern und Salzburg im Landgericht Kitzbühel. Dieser verfasste Anfang des 19. Jahrhunderts eine „Weltbeschreibung“, in der er in enzyklopädischer Weise Inhalte aus mehreren unterschiedlichen Büchern kompilierte. Indem er seine Quellen dezidiert benennt, ergeben sich seltene Einblicke in das Leseverhalten eines Bauern dieser Zeit. So zeigt sich nicht nur, dass Millinger bestimmte Bücher beziehungsweise Passagen aus Büchern gelesen hat, sondern auch, welche der darin enthaltenen Informationen er als wert erachtete, erinnert zu werden. Die (scheinbaren) Diskrepanzen zwischen den wahrscheinlichen Intentionen der Autoren der Bücher und dem Sinn, den Leser Millinger ihren Texten für sich gab, sind zuweilen beträchtlich. Sie zeigen die bereits angesprochene „Freiheit der Leser*innen“ eindrucksvoll und erinnern daran, wie wichtig die Abkehr von der Vorstellung werkimmanenter Interpretationen in der historischen Leser*innenforschung ist.21

Unterschiedliche Aspekte der Geschichte des Lesens und des Buchwesens werden also in diesem Heft vorgestellt. Sie alle eint die Überzeugung, dass vertiefte Einblicke in die Auswirkungen der Medienrevolution Buchdruck ein besseres Verständnis historischer Gesellschaften und Entwicklungen ermöglichen. Sie offenbaren auch, dass es noch bedeutende Forschungsdesiderate gibt, deren Bearbeitung lohnend wäre – allen methodischen Problemen und Unwägbarkeiten zum Trotz. So wäre Grundlagenforschung notwendig, wie etwa die Generierung verlässlicherer Daten zu Schulwesen und Alphabetisierung vor der Einführung zentralstaatlicher Regelungen, detaillierte Rekonstruktionen der Distributionswege und der Zirkulation von Büchern abgesehen vom offensichtlichen und vielfach bereits gut erforschten Buchhandel22 oder auch Untersuchungen zum Einfluss der Lektürepräferenzen von Weltgeistlichen, denen durch ihr Amt eine Multiplikatorenfunktion zukam. Mikrohistorisch angelegte Untersuchungen könnten hier – eine jeweils geeignete Quellenlage vorausgesetzt – wertvolle Einsichten eröffnen. Weiteren Untersuchungsbedarf konstatiert Daniel Syrovy im Bereich der Zensurforschung. Er regt die eingehende Analyse bislang kaum berücksichtigter Quellenbestände an. Offen bleibt schließlich auch weiterhin die Frage nach den Formen der Aneignung von Texten, die auf den genannten Grundlagenforschungen aufbauen kann.

Michael Span und Ursula Stampfer

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1 Reinhard WITTMANN, Geschichte des deutschen Buchhandels. Ein Überblick, München 32011, S. 22. Wittmann übernimmt damit das Urteil von Michael GIESECKE, Als die alten Medien neu waren. Medienrevolutionen in der Geschichte. In: Rüdiger WEINGARTEN (Hg.), Information ohne Kommunikation?, Frankfurt a. M. 1990, S. 75–98, hier S. 76.

2 Johann Christian LOBE, Aus dem Leben eines Musikers, Leipzig 1859, S. 131.

3 Diverse obrigkeitliche Zensurbestrebungen weisen auf ein ausgeprägtes Bewusstsein für diese Wirkmächtigkeit hin. Zur Bedeutung der Erfindung des Buchdrucks im deutschsprachigen Raum vgl. insbesondere Ursula RAUTENBERG (Hg.), Buchwissenschaft in Deutschland. Ein Handbuch, 2 Bände, Berlin 2010.

4 Selbstverständlich setzte die Bedeutung des geschriebenen Wortes nicht erst mit der Erfindung der Druckerpresse ein, doch war es bis dahin nur einem kleinen elitären Kreis zugänglich. War das Lesen lange vorrangig auf den klösterlichen Bereich beschränkt, traten ab dem Hochmittelalter zunehmend auch Adelige, Gelehrte und Bürger als Lesende (und Schreibende) auf. Erst in der Mitte des 14. Jahrhunderts konnte, nicht zuletzt in Zusammenhang mit der Gründung von Universitäten, das „Lesemonopol der Kleriker“ endgültig gebrochen werden. Diese veränderte Lesekultur bildete die Voraussetzung dafür, dass Gutenbergs Erfindung so ungemein folgenreich die Leser*innenund Buchgeschichte verändern konnte. Waren die neuen, meist sehr kostspieligen Druckwerke anfangs nur sehr wenigen vorbehalten, entwickelte die neue Technik schon bald eine ungeahnte Eigendynamik und ermöglichte ab dem 16. Jahrhundert eine Demokratisierung des gedruckten Buches. Vgl. Hans-Martin GAUGER, Die sechs Kulturen in der Geschichte des Lesens. In: Paul GOETSCH (Hg.), Lesen und Schreiben im 17. und 18. Jahrhundert. Studien zu ihrer Bewertung in Deutschland, England, Frankreich, Tübingen 1994, S. 27–47, hier insbes. S. 32–38.

5 Silvia Serena TSCHOPP, Umrisse und Perspektiven. In: Internationales Archiv für Sozialgeschichte der deutschen Literatur 39 (2014), 1, S. 151–165. Der Hinweis auf Chartier findet sich auf S. 156. Zu seinen weiteren umfassenden Überlegungen zu einer Geschichte des Lesens siehe z. B. Roger CHARTIER, Lesewelten. Buch und Lektüre in der Frühen Neuzeit (Historische Studien 1), Frankfurt a. M./New York/Paris 1990, bes. S. 7–24; DERS., The Order of Books. Readers, Autors and Libraries in Europe between the Fourteenth and Eighteenth Centuries, Stanford CA 1994; Guglielmo CAVALLO/Roger CHARTIER, Einleitung. In: DIES. (Hg.), Die Welt des Lesens. Von der Schriftrolle zum Bildschirm, Frankfurt a. M./ New York/Paris 1999, S. 9–57; Roger CHARTIER, The Order of Books revisited. In: Modern Intellectual History 4 (2007), 3, S. 509–519.

6 Neben dem bereits zitierten Beitrag von TSCHOPP, Umrisse und Perspektiven, findet sich ein weiterer rezenter Überblick über die einzelnen Entwicklungslinien der historischen Buch- bzw. Leser*innenforschung und deren Spezifika auch bei Ursula RAUTENBERG/Ute SCHNEIDER, Historischhermeneutische Ansätze der Lese- und Leserforschung. In: DIES. (Hg.), Lesen. Ein interdisziplinäres Handbuch, Berlin/ Boston 2015, S. 85–114. Sehr breit angelegt ist der literaturwissenschaftlich fokussierte Überblick von Jost SCHNEIDER, Geschichte und Sozialgeschichte des Lesens und der Lesekulturen. In: Rolf PARR/ Alexander HONOLD (Hg.), Grundthemen der Literaturwissenschaft: Lesen, Berlin/ Boston 2018, S. 29–98.

7 TSCHOPP, Umrisse, S. 158 f.

8 Zur Zensur als Institution und Praxis im 18. Jahrhundert vgl. insbesondere Edoardo TORTAROLO, L’invenzione della libertà di stampa. Censura e scrittori nel Settecento, Rom 2011 bzw. DERS., The Invention of Free Press: Writers and Censorship in Eighteenth Century Europe (International Archives of the History of Ideas/Archives internationales d’histoire des idées 219), Dordrecht 2016. Als neues Grundlagenwerk zum Zensurwesen in der Habsburgermonarchie, die auch in diesem Heft stark im Fokus steht: Norbert BACHLEITNER, Die literarische Zensur in Österreich von 1751 bis 1848 (mit Beiträgen von Daniel Syrovy, Petr Píša und Michael Wögerbauer), Wien/Köln/Weimar 2017. Zur Zensur im italienischen Raum vgl. auch Ludovica BRAIDA, Circolazione del libro e pratiche di lettura nell’Italia del Settecento. In: Gianfranco TORTORELLI (Hg.), Biblioteche nobiliari e circolazione del libro tra Settecento e Ottocento. Atti del Convegno di nazionale di studio, Perugia, 29–30 giugno 2001, Bologna 2002, S. 11–37.

9 TSCHOPP, Umrisse, S. 158 f. Ein ganz ähnlicher Fragenkatalog wird auch bei RAUTENBERG/SCHNEIDER, Ansätze, S. 93 f., angeführt.

10 Ein allgemeiner Überblick findet sich z. B. bei Ute SCHNEIDER, Frühe Neuzeit. In: RAUTENBERG/SCHNEIDER (Hg.), Lesen, S. 739–763. Die Leser*innengeschichte des katholisch dominierten Raumes wird in diesem Überblick nur am Rande erwähnt, indem mit Chartier darauf hingewiesen wird, dass das Lesen konfessionsunabhängig als Frömmigkeitsübung entdeckt wurde (S. 745, sowie CAVALLO/CHARTIER, Einleitung, S. 50 f.). Eine Bestandsaufnahme der Forschungen zur Geschichte des Lesens in der frühen Neuzeit bietet auch Alfred MESSERLI, Leser, Leserschichten und -gruppen, Lesestoffe in der Neuzeit (1450–1850): Konsum, Rezeptionsgeschichte, Materialität. In: Buchwissenschaft in Deutschland. Ein Handbuch, Bd. 1: Theorie und Forschung, Berlin 2010, S. 443–502. Besonders aufschlussreich und thematisch breit gefächert zum Bereich der Buch- und Leser*innengeschichte der Habsburgermonarchie des 18. Jahrhunderts ist der Sammelband von Johannes FRIMMEL/Michael WÖGERBAUER (Hg.), Kommunikation und Information im 18. Jahrhundert. Das Beispiel der Habsburgermonarchie, Wiesbaden 2009. Zur Buchproduktionen sowie zu Bibliotheken und Buchbesitz im Trentino vgl. auch Giancarlo PETRELLA (Hg.), „Navigare nei mari dell’umano sapere“. Biblioteche e circolazione libraria nel Trentino e nell’Italia del XVIII secolo. Atti del convegno di studio, Rovereto, 25–27 ottobre 2007 (Biblioteche e bibliotecari del Trentino 6), Trient 2008; Edoardo BARBIERI, Ai confini dell’Impero: uno sguardo alle biblioteche trentine del XVIII secolo (rassegna bibliografica). In: Studia Scientifica Facultatis Paedagogicae (2014), 5, S. 9–38.

11 Vgl. WITTMANN, Geschichte, S. 121.

12 Die „Quantifizierung der Leserschaft“ wird auch von Ute Schneider als „eines der größten Forschungsprobleme“ und also wesentlichsten -desiderate im Bereich der Buch- und Leser*innengeschichte identifiziert: SCHNEIDER, Frühe Neuzeit, S. 759.

13 Zur Alphabetisierung und zum Schulwesen vom 16. bis ins 19. Jahrhundert vom Hochstift Trient über das Aostatal bis ins Tessin vgl. insbesondere Maurizio PISERI (Hg.), L’alfabeto in montagna. Scuola e alfabetismo nell’area alpina tra età moderna e XIX secolo, Milano 2012.

14 Vgl. CHARTIER, Lesewelten, S. 18 f.

15 Vgl. SCHNEIDER, Frühe Neuzeit, S. 749 f.

16 CHARTIER, Order, S. VIII.

17 Genau diesem Thema war eine Tagung 2014 in Pisa gewidmet; der alpine Raum fand hierin keine Berücksichtigung: Ludovica BRAIDA/Siliva TATTI (Hg.), Il Libro. Editoria e pratiche di lettura nel Settecento (Biblioteca del XVIII secolo 29), Rom 2016.

18 Der Begriff stammt von Rolf ENGELSING, Die Perioden der Lesergeschichte in der Neuzeit. Das statistische Ausmaß und die soziokulturelle Bedeutung der Lektüre. In: Archiv für Geschichte des Buchwesens 10 (1970), Sp. 945–1002. Aufgegriffen haben ihn u. a. Reinhard WITTMANN, Gibt es eine Leserevolution am Ende des 18. Jahrhunderts? In: CHARTIER/CAVALLO (Hg.), Die Welt des Lesens, S. 419–454; Reinhard SIEGERT, Theologie und Religion als Hintergrund für die „Leserevolution“ des 18. Jahrhunderts. In: Hans Edwin FRIEDRICH/Wilhelm HAEFS/Christian SOBOTH (Hg.), Literatur und Theologie im 18. Jahrhundert. Konfrontationen – Kontroversen – Konkurrenzen (Hallesche Beiträge zur Europäischen Aufklärung), Berlin/New York 2011, S. 14–31 und auch TSCHOPP, Umrisse, S. 155. Auch Hans-Martin Gauger lässt mit dem 18. Jahrhundert die „moderne Lesekultur“ beginnen, zumal nun „ein wirkliches Lesepublikum“ entstand, vgl. GAUGER, Kulturen, S. 38. SCHNEIDER, Frühe Neuzeit, S. 760, weist auf die Schwierigkeit der eindeutigen Festlegung auf derartige Zäsuren hin (die allerdings wohl in der Geschichtswissenschaft ganz allgemein für Fragen der Periodisierung zutrifft).

19 Vgl. CHARTIER, Lesewelten, S. 9 und 18 f.

20 Vgl. Peter ANDORFER, Die Weltbeschreibung des Leonhard Millinger. Ein Schlüssel zum Weltbild eines Bauern um 1800, ungedr. Diss. Universität Innsbruck 2015 sowie die Edition der Weltbeschreibung: DERS. (Hg.), Die Weltbeschreibung des Leonhard Millinger (Editiones Electronicae Guelferbytanae 12) Wolfenbüttel 2013, URL: http://diglib.hab.de/edoc/ed000223/start.htm [10.06.2020].

21 Alfred Messerli weist darauf hin, dass Quellen, die entsprechende Einblicke in die „individuelle Aneignung von Lektüre“ erlauben, zwar sehr aufschlussreich, zugleich jedoch überaus selten sind. Vgl. Alfred MESSERLI Leser, Leserschichten und -gruppen, Lesestoffe in der Neuzeit (1450–1850). Konsum, Rezeptionsgeschichte, Materialität. In: RAUTENBERG (Hg.), Buchwissenschaft in Deutschland, Bd. 1: Theorie und Forschung, Berlin/ New York 2010, S. 443–502, hier S. 449. Als Beispiel für die Freiheit der Leser*in zieht er die von Carlo Ginzburg verfasste mikrogeschichtliche Pionierstudie zum friaulischen Müller Domenico Scarletta, genannt Menocchio, heran, in der Ginzburg eine „angriffslustige Originalität“ („aggressiva originalità“) konstatiert, mit der sein Protagonist Bücher las bzw. rezipierte. Vgl. MESSERLI, Leser, S. 447 f. sowie Carlo GINZBURG, Der Käse und die Würmer. Die Welt eines Müllers um 1600, aus dem Italienischen von Karl Hauber, Berlin 62007, S. 61 [orig.: Il formaggio e i vermi. Il cosmo di un mugnaio del ‘500, Turin 1976, S. 40].

22 Vgl. z. B. WITTMANN, Geschichte.

Editoriale

“Dopo lo sviluppo del linguaggio umano e l’introduzione di complessi sistemi di scrittura, una terza rivoluzione mediatica ha coinciso con l’invenzione della stampa a caratteri mobili nel XV secolo”: così si esprime Reinhard Wittmann, uno dei protagonisti negli ultimi decenni della ricerca in lingua tedesca sulla storia del libro e della lettura.1 E certamente all’invenzione di Johannes Gensfleisch (zur Laden zum Gutenberg) non sono mai mancate valutazioni e giudizi altrettanto perentori. Ad essa è stato attribuito il valore di cesura epocale, basti pensare alla tanto citata espressione con cui Goethe divide “la storia del mondo e dell’arte” in una fase precedente e una successiva all’invenzione dell’arte della stampa.2

Eppure le molteplici conseguenze di quella che in fondo era solo una nuova (certamente geniale) soluzione tecnica, capace di accelerare drasticamente la riproduzione degli scritti, risultano a stento comprensibili nella loro portata. Tra queste conseguenze rientrano, ad esempio, l’ampliamento della diffusione e della registrazione delle informazioni, il cambiamen-to della cornice generale della gene si delle conoscenze dentro spazi di dibattito “virtuali” assai più ampi di prima (che fungono anche come arena per l’azione politica) nonché i profondi effetti sulla storia della mentalità. Tutte le analisi scientifiche, a prescindere da quale dei diversi aspetti di questa rivoluzione si occupino, hanno comunque alla base una costante a priori, anche se non sempre esplicitamente formulata: l’indiscussa convinzione che questi prodotti stampati – dai volantini alle opere in più volumi, dai trattati scientifici ai testi sacri, giuridici e scolastici fino alle relazioni politiche e alla letteratura di intrattenimento – siano dotate di un intrinseco potere:3 quello di modellare la percezione dei loro consumatori, anzi di intere società, della cui realtà sarebbero parte costitutiva.4

Come sostiene Silvia Serena Tschopp (riprendendo Roger Chartier), una storia della lettura non può certo esaurirsi in una descrizione dei materiali di lettura. L’obiettivo prioritario si è da tempo decisamente spostato sull’indagine riguardante la percezione e la ricezione di ciò che veniva letto. Riferendosi allo stato della ricerca storica sulla lettura, nel 2014 l’autrice lamentava ancora la mancanza di studi sistematici sulle abitudini di lettura del passato e sulle loro implicazioni, caratterizzandoli allo stesso tempo come un campo di lavoro “ambizioso” e minato da una serie di incertezze metodologiche. Secondo Tschopp, la lettura rimarrebbe pur sempre “parzialmente illeggibile”.5 Prescindendo da questi limiti metodologici, è comunque possibile proporre l’analisi di numerose questioni relative alla storia del libro e della lettura. Il presente numero raccoglie una selezione di possibili approcci a questo insieme di temi, di per sé molto eterogenei.6

Le questioni fondamentali nel campo della ricerca storica sulla lettura possono essere ripartite in tre grandi aree tematiche.7 Un punto di partenza coincide con le “condizioni che rendono possibile la lettura”. Tschopp le individua nell’esistenza di un mercato per le opere di lettura e in sufficienti risorse in termini di formazione, di tempo e di disponibilità economica. La seconda prospettiva riguarda il “significato che in un determinato momento storico viene attribuito alla lettura”, in altre parole la decisione di leggere o meno. In tal senso, ad esempio, sono rilevanti i diversi parametri socio-economici, confessionali o di genere dei lettori. In quest’ambito rientra anche l’indagine sulle “forme di promozione della lettura”, ad esempio attraver-so le politiche (governative) di alfabetizzazione, come pure l’analisi dei tentativi, anche attraverso la censura, di prevenire o almeno canalizzare alcune abitudini di lettura.8 La terza e ultima area tematica pone come questione centrale la modalità della lettura ed è interessata alle “forme di approccio ai testi”.9

Proprio intorno a queste domande è incentrato il presente volume. L’ampio spettro rappresentato dai singoli contributi, sia sotto il profilo dei contenuti che delle metodologie, dà il segno di quanto diversi possano essere gli approcci alla tematizzazione, avvincente quanto complessa, della storia del libro e dei lettori e lettrici. Lo sguardo si concentra sulla regione alpina a dominanza cattolica e sui suoi versanti meridionali, area che sinora è stata trascurata dalla ricerca (a parte qualche eccezione); come cornice temporale è stato scelto il periodo compreso tra il 1750 e il 1850.10 Da un lato, lo stato delle fonti relative a tale periodo consente sempre più indagini micro-storiche; dall’altro lato, proprio in questo “periodo di cerniera” (Sattelzeit) si sono poste le basi “per la nascita di una moderna ‘industria di prodotti culturali’ e un avanzato sistema di comunicazione culturale”.11 La metamorfosi della società ha generato conseguenze rilevanti anche sul mercato del libro, sulla dimensione degli scrittori e del pubblico di lettori.

Maurizio Piseri affronta nel suo contributo la fondamentale questione della distribuzione della competenza alfabetica, utilizzando i risultati di indagini demografiche sul periodo napoleonico e ricostruendo la situazione scolastica in due comunità della Bassa Valle d’Aosta.12 In questo contesto delinea i caratteri di una specifica “alfabetizzazione alpina”.13 Secondo l’autore, l’incremento degli sforzi da parte delle autorità comunali per garantire un’istruzione di base al maggior numero possibile di bambini era direttamente proporzionale al grado di precarietà economica. Infatti, un maggiore livello di istruzione scolastica si rendeva necessario proprio a causa del contesto geo-antropico: l’insediamento in aree inadatte a un’economia di sussistenza, a causa delle condizioni climatiche o delle caratteristiche del suolo, richiedeva lo svolgimento di attività integrative. Piseri illustra bene le ragioni per le quali chiunque si trovasse nella necessità di offrire servizi o prodotti in un mercato sovraregionale doveva essere in grado di padroneggiare le tecniche culturali che di solito venivano insegnate a scuola. Tali studi non sono ovviamente in grado di fornire informazioni esaurienti sulle competenze di lettura delle persone dell’epoca, e in ogni caso anche la precisa conoscenza del tasso di alfabetismo consentirebbe di trarre conclusioni solo parziali sull’effetto prodotto dai testi sui lettori. È indubbio tuttavia che gli studi di base su chi in un determinato periodo storico fosse in grado di leggere rappresentano un fondamentale punto di partenza per ulteriori indagini sulla storia della lettura e del libro.14

Nel periodo storico preso in considerazione in questo numero, da un lato si assiste a un diffuso sforzo, messo in atto anche dalle autorità, per incrementare la capacità di lettura; si pensi, ad esempio, all’introduzione dell’istruzione obbligatoria nei domini ereditari asburgici dal Regolamento scolastico generale del 1774.15 Dall’altro lato però viene sviluppato contemporaneamente un insieme di misure intese a limitare la lettura. A tale fenomeno è dedicato il contributo di Daniel Syrovy che applica una prospettiva prevalentemente storico-letteraria. La “libertà dei lettori e delle lettrici” necessitava di limitazioni chiaramente definite e su questo concordavano sia le autorità religiose che statali. In fin dei conti, la lettura era (e in un certo senso è ancora oggi) un atto fondamentalmente “ribelle”, come ritiene anche Roger Chartier16. Analizzando le politiche censorie asburgiche in Lombardia e nel Veneto, Syrovy sottolinea innanzitutto il passaggio del concetto di censura come misura didattico-educativa (nello spirito riformistico dell’istruzione popolare) a quello di misura di polizia, volta principalmente a difendere l’integrità dello stato. Successivamente il contributo illustra come la libertà creativa nei territori dell’Italia settentrionale risultasse profondamente condizionata, anche a livello implicito, da parte dell’imperativo, considerato assoluto, di contrastare le tendenze rivoluzionarie. Indipendentemente dai suoi concreti obiettivi o dalle sue declinazioni regionali, gli effetti del sistema di censura sugli sviluppi in campo letterario erano enormi. È senz’altro riduttiva l’idea che la censura produca l’unico effetto di sottrarre alla libera disponibilità i materiali di lettura. La conoscenza dei meccanismi di censura ha inevitabilmente condizionato il lavoro di autori, editori e librai, come pure il comportamento dei consumatori delle opere a stampa: dalla decisione di acquistarle al loro trattamento, fino all’atto concreto della loro lettura. La lettura di un libro quindi non dipendeva soltanto dalle capacità individuali, ma veniva fortemente condizionata anche dall’esterno.

Anche se profondamente diversi a livello metodologico, due contributi di questo numero affrontano la questione della diffusione del libro nel Settecento e delle modalità di accesso alla lettura.17 Liliana de Venuto esamina il panorama di editori, tipografi, biblioteche pubbliche e private in Trentino, concentrandosi in primo luogo sulle città di Trento e Rovereto e secondariamente sulla Val d’Adige e la Val Lagarina. Anche in quest’area si registra quella “rivoluzione della lettura”18 diffusamente diagnosticata nell’Europa settecentesca. In particolare, la sete di lettura dell’élite (funzionariale) aristocratica e borghese (promossa dalle misure governative di spirito “illuminato”) si diffuse e si “professionalizzò” sempre più, portando a un netto aumento in regione della produzione e del commercio di libri. Ciò comportò anche un incremento significativo del numero di biblioteche e una diversificazione della loro tipologia. Accanto alle tradizionali collezioni librarie di personalità e istituzioni ecclesiastiche, alle biblioteche specialistiche di singoli individui, relative a settori professionali come il diritto, la medicina o la farmacia, si sviluppò un numero crescente di collezioni sulla base di finalità di studio o di intrattenimento più generali. Particolarmente significativa è l’attività dei membri dell’Accademia degli Agiati, fondata a Rovereto a metà del Settecento. Sia la biblioteca dell’Accademia che le collezioni dei singoli membri raggiungevano dimensioni considerevoli. L’indagine dell’autrice consente di gettare uno sguardo sulla “Repubblica delle Lettere” settecentesca e insieme di aprire una particolare prospettiva sui profondi cambiamenti a livello di storia dell’amministrazione e della politica.

Con diversa prospettiva il contributo di Michael Span si occupa del possesso di libri riferendo i risultati del progetto di ricerca Reading in the Alps. Obiettivo di questo progetto è l’indagine sulla proprietà libraria privata nelle regioni alpine cattoliche nel Settecento. La base dei risultati presentati in questo numero è l’analisi microstorica degli inventari (prevalentemente di beni ereditari) del Giudizio (Landgericht) di St. Michaelsburg in Val Pusteria, nei pressi della città di Brunico. Partendo dalla quota di inventari che menzionano la proprietà di libri, la raccolta di un’intera serie di specifici dati personali (nomi, rapporti familiari e parentali, professioni, luogo di residenza e valore dei beni) rende possibili ulteriori differenziazioni. Il risultato è un tassello di quella “ricerca di base” che Roger Chartier indicava come “necessaria” per la storia del libro e dei lettori19 e alla quale potranno far ricorso successivi, ulteriori studi. Già nel materiale qui presentato, articolato lungo diversi parametri (genere, gruppo professionale e soprattutto indicatori socioeconomici) si possono intravedere alcune tendenze nella distribuzione della proprietà libraria. Inoltre, sebbene le informazioni bibliografiche negli inventari risultino in genere assai scarse e sommarie, si possono comunque delineare anche le tipologie di lettura più diffuse e presumibilmente preferite. L’emergere qua e là di casi singolari esclude tuttavia l’applicazione di un modello generale e invita a successivi approfondimenti. Proprio in questa direzione il presente contributo potrebbe ispirare ulteriori ricerche.

Quanto sfaccettato e promettente possa risultare lo studio su casi individuali viene mostrato dal contributo di Peter Andorfer.20 Esso si basa su una fonte davvero singolare: gli scritti di Leonhard Millinger, un contadino di Waidring, villaggio tirolese del distretto di Kitzbühel. All’inizio dell’Ottocento scrisse una Weltbeschreibung (“Descrizione del mondo”) in cui mise insieme, a mo’ di enciclopedia, i contenuti tratti da diversi libri. Visto che nomina esplicitamente le sue fonti, si presenta in questo caso la rara occasione di aprire uno spiraglio sull’approccio e sulle modalità di lettura da parte di un contadino di quel tempo. Così si riesce a cogliere non solo che Millinger ha effettivamente letto alcuni libri o passaggi, ma anche quali tra le informazioni in essi contenute ha considerato degne di essere menzionate. E spesso risulta grande l’(apparente) discrepanza tra le probabili intenzioni degli autori dei libri letti da Millinger e il significato che egli ha loro attribuito. Tale discrepanza conferma chiaramente quella “libertà del lettore” cui si è accennato e dimostra quanto sia importante nella ricerca storica sulla lettura abbandonare l’idea di interpretazioni immanenti all’opera in sé.21

Questo numero di “Storia e Regione / Geschichte und Region” vuole dunque presentare una serie di aspetti assai diversi della storia del libro e della lettura. Elemento comune è la convinzione che approfondire gli effetti della rivoluzione mediatica portata dalla stampa di libri consenta una migliore comprensione delle società e dei loro sviluppi storici. Emerge anche la persistenza di lacune nella ricerca sulle quali varrebbe la pena lavorare, nonostante tutti i problemi e le incertezze metodologiche. Sarebbero necessarie ricerche di base – ad esempio per elaborare dati più affidabili sulla scolarizzazione e l’alfabetismo prima dell’introduzione degli ordinamenti dei governi centrali – nonché ricostruzioni dettagliate dei canali di distribuzione e circolazione dei libri anche al di là dell’ormai ben studiata dimensione del commercio librario22, come pure indagini sull’influenza avuta dalle preferenze di lettura da parte del clero secolare, che in virtù del proprio ufficio fungeva da moltiplicatore. Le ricerche di microstoria, in presenza di fonti adeguate, potrebbero qui fornire preziose informazioni. Ulteriori campi da approfondire vengono indicati da Daniel Syrovy relativamente alla censura, proponendo l’analisi di fonti sinora non considerate. E rimane aperta, infine, anche la questione delle forme di appropriazione dei testi, che potrebbe essere sviluppata proprio a partire dagli studi di base indicati.

Michael Span e Ursula Stampfer

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1 Reinhard WITTMANN, Geschichte des deutschen Buchhandels. Ein Überblick, München 32011, p. 22. Wittmann riprende così il giudizio di Michael GIESECKE, Als die alten Medien neu waren. Medienrevolutionen in der Geschichte. In: Rüdiger WEINGARTEN (a cura di), Information ohne Kommunikation?, Frankfurt a. M. 1990, pp. 75–98, qui p. 76.

2 Johann Christian LOBE, Aus dem Leben eines Musikers, Leipzig 1859, p. 131.

3 Le diverse politiche censorie da parte delle autorità rimandano a una marcata consapevolezza di questo potere. L’importanza dell’invenzione della stampa in area tedesca risulta inoltre ampiamente illustrata in Ursula RAUTENBERG (a cura di), Buchwissenschaft in Deutschland. Ein Handbuch, 2 volumi, Berlino 2010.

4 Ovviamente l’importanza della parola scritta precede l’invenzione della stampa, ma fino ad allora essa era accessibile solo a una ristretta élite. A lungo circoscritta soprattutto all’ambiente monastico, la lettura (e la scrittura) cominciò a diffondersi a partire dal Medioevo centrale tra nobili, studiosi e borghesi. Fu però solo verso la metà del XIV secolo, anche in relazione all’aumento delle università, che fu definitivamente infranto il “monopolio dei chierici” sulla lettura. Questa nuova cultura della lettura fu la pre-condizione del così radicale cambiamento apportato dall’invenzione di Gutenberg nella storia del libro, dei lettori e delle lettrici. Inizialmente le nuove opere a stampa, di solito molto costose, erano riservate a pochissimi, ma la nuova tecnica sviluppò presto una sua sorprendente dinamica e già dal Cinquecento ebbe inizio una “democratizzazione” del libro stampato. Cfr. Hans-Martin GAUGER, Die sechs Kulturen in der Geschichte des Lesens. In: Paul GOETSCH (a cura di), Lesen und Schreiben im 17. und 18. Jahrhundert. Studien zu ihrer Bewertung in Deutschland, England, Frankreich, Tübingen 1994, pp. 27–47, qui in particolare pp. 32–38.

5 Silvia Serena TSCHOPP, Umrisse und Perspektiven. In: Internationales Archiv für Sozialgeschichte der deutschen Literatur 39 (2014), 1, pp. 151–165. L’accenno a Chartier si trova a p. 156. Per le sue ulteriori riflessioni su una storia della lettura, si veda ad es. Roger CHARTIER, Lesewelten. Buch und Lektüre in der Frühen Neuzeit (Historische Studien 1), Frankfurt a. M./ New York/Paris 1990, in particolare le pp. 7–24; IDEM, The Order of Books. Readers, Autors and Libraries in Europe between the Fourteenth and Eighteenth Centuries, Stanford CA 1994; Guglielmo CAVALLO/Roger CHARTIER, Einleitung. In: IIDEM (a cura di), Die Welt des Lesens. Von der Schriftrolle zum Bildschirm, Frankfurt a. M./ New York/Paris 1999, pp. 9–57; Roger CHARTIER, The Order of Books revisited. In: Modern Intellectual History 4 (2007), 3, pp. 509–519.

6 Accanto al contributo appena citato della TSCHOPP, Umrisse und Perspektiven, un’ulteriore recente panoramica sulle singole linee di sviluppo della ricerca storica sul libro e sui lettori si trova anche in Ursula RAUTENBERG/Ute SCHNEIDER, Historischhermeneutische Ansätze der Lese- und Leserforschung. In: EAEDEM (a cura di), Lesen. Ein interdisziplinäres Handbuch, Berlino/Boston 2015, pp. 85–114. Molto ampia è la prospettiva del quadro storicoletterario di Jost SCHNEIDER, Geschichte und Sozialgeschichte des Lesens und der Lesekulturen. In: Rolf PARR/Alexander HONOLD (a cura di), Grundthemen der Literaturwissenschaft: Lesen, Berlino/Boston 2018, pp. 29–98.

7 TSCHOPP, Umrisse, pp. 158–159.

8 Sull’istituzione e sulla prassi della censura nel Settecento si veda anche Edoardo TORTAROLO, L’invenzione della libertà di stampa. Censura e scrittori nel Settecento, Roma 2011, nonché IDEM, The Invention of Free Press: Writers and Censorship in Eighteenth Century Europe (International Archives of the History of Ideas/Archives internationales d’histoire des idées 219), Dordrecht 2016. Una recente opera di base sul sistema della censura nella monarchia asburgica, assai richiamata anche in questo numero, è Norbert BACHLEITNER, Die literarische Zensur in Österreich von 1751 bis 1848 (con contributi di Daniel Syrovy, Petr Píša und Michael Wögerbauer), Wien/Köln/Weimar 2017. Sulla censura in area italiana cfr. anche Ludovica BRAIDA, Circolazione del libro e pratiche di lettura nell’Italia del Settecento. In: Gianfranco TORTORELLI (a cura di), Biblioteche nobiliari e circolazione del libro tra Settecento e Ottocento. Atti del Convegno di nazionale di studio, Perugia, 29–30 giugno 2001, Bologna 2002, pp. 11–37.

9 TSCHOPP, Umrisse, pp. 158–159. Un elenco simile di questioni è anche in RAUTENBERG/SCHNEIDER, Ansätze, pp. 93–94.

10 Uno sguardo generale, ad es., è in Ute SCHNEIDER, Frühe Neuzeit. In: RAUTENBERG/SCHNEIDER (a cura di), Lesen, pp. 739–763. La storia dei lettori delle aree di influenza cattolica vi viene accennata solo marginalmente, in quanto (seguendo Chartier) si sottolinea come la lettura sia stata scoperta come esercizio devozionale indipendentemente dalle confessioni (p. 745, come pure CAVALLO/CHARTIER, Einleitung, pp. 50–51). Un quadro delle ricerche sulla storia della lettura nella prima età moderna è offerta anche da Alfred MESSERLI, Leser, Leserschichten und -gruppen, Lesestoffe in der Neuzeit (1450–1850): Konsum, Rezeptionsgeschichte, Materialität. In: Buchwissenschaft in Deutschland. Ein Handbuch, vol. 1: Theorie und Forschung, Berlino 2010, pp. 443–502. Sulla storia dei libri e dei lettori nella monarchia asburgica settecentesca risulta particolarmente esaustivo e tematicamente assai articolato il volume collettaneo di Johannes FRIMMEL/Michael WÖGERBAUER (a cura di), Kommunikation und Information im 18. Jahrhundert. Das Beispiel der Habsburgermonarchie, Wiesbaden 2009. Sulla produzione libraria come pure sulle biblioteche in Trentino si veda anche Giancarlo PETRELLA (a cura di), “Navigare nei mari dell’umano sapere”. Biblioteche e circolazione libraria nel Trentino e nell’Italia del XVIII secolo. Atti del convegno di studio, Rovereto, 25–27 ottobre 2007 (Biblioteche e bibliotecari del Trentino 6), Trento 2008; Edoardo BARBIERI, Ai confini dell’Impero: uno sguardo alle biblioteche trentine del XVIII secolo (rassegna bibliografica). In: Studia Scientifica Facultatis Paedagogicae (2014), 5, pp. 9–38.

11 Cfr. WITTMANN, Geschichte, p. 121.

12 La “quantificazione dei lettori” viene considerata anche da Ute Schneider come uno dei “più grandi problemi della ricerca” e quindi un “obiettivo fondamentale della storia del libro e dei lettori”: SCHNEIDER, Frühe Neuzeit, p. 759.

13 Riguardo all’alfabetismo e alla scuola dal XVI al XIX sec., dal principato di Trento alla Valle d’Aosta fino al Ticino, si veda Maurizio PISERI (a cura di), L’alfabeto in montagna. Scuola e alfabetismo nell’area alpina tra età moderna e XIX secolo, Milano 2012.

14 Cfr. CHARTIER, Lesewelten, pp. 18–19.

15 Cfr. SCHNEIDER, Frühe Neuzeit, pp. 749–750.

16 CHARTIER, Order, p. VIII.

17 Un convegno tenutosi a Pisa nel 2014 discuteva queste tematiche, tralasciando però l’area alpina. Cfr. Ludovica BRAIDA/Siliva TATTI (a cura di), Il Libro. Editoria e pratiche di lettura nel Settecento (Biblioteca del XVIII secolo 29), Roma 2016.

18 La definizione è di Rolf ENGELSING, Die Perioden der Lesergeschichte in der Neuzeit. Das statistische Ausmaß und die soziokulturelle Bedeutung der Lektüre. In: Archiv für Geschichte des Buchwesens 10 (1970), pp. 945–1002. L’hanno ripresa, tra gli altri, Reinhard WITTMANN, Gibt es eine Leserevolution am Ende des 18. Jahrhunderts? In: CHARTIER/CAVALLO (a cura di), Die Welt des Lesens, pp. 419–454; Reinhard SIEGERT, Theologie und Religion als Hintergrund für die “Leserevolution” des 18. Jahrhunderts. In: Hans Edwin FRIEDRICH/Wilhelm HAEFS/Christian SOBOTH (a cura di), Literatur und Theologie im 18. Jahrhundert. Konfrontationen – Kontroversen – Konkurrenzen (Hallesche Beiträge zur Europäischen Aufklärung), Berlino/New York 2011, pp. 14–31 e anche TSCHOPP, Umrisse, p. 155. Anche per Hans-Martin GAUGER il Settecento coincide con l’inizio di una “moderna cultura del leggere”, nel senso che nasce ora un “reale pubblico di lettori”: cfr. Gauger, Kulturen, p. 38. SCHNEIDER, Frühe Neuzeit, p. 760, sottolinea la difficoltà di tali univoche cesure (comunque utili nella storiografia per le problematiche della periodizzazione).

19 Cfr. CHARTIER, Lesewelten, pp. 9 e 18–19.

20 Cfr. Peter ANDORFER, Die Weltbeschreibung des Leonhard Millinger. Ein Schlüssel zum Weltbild eines Bauern um 1800, tesi di dottorato, Università di Innsbruck 2015 nonché l’edizione della Weltbeschreibung: IDEM (a cura di), Die Weltbeschreibung des Leonhard Millinger (Editiones Electronicae Guelferbytanae 12) Wolfenbüttel 2013, URL: http://diglib.hab.de/edoc/ed000223/start.htm [10.06.2020].

21 Alfred Messerli sottolinea come le fonti che permettono di gettare uno sguardo sull’”appropriazione individuale della lettura” siano di grande importanza ma anche molto rare. Cfr. Alfred MESSERLI, Leser, Leserschichten und -gruppen, Lesestoffe in der Neuzeit (1450– 1850). Konsum, Rezeptionsgeschichte, Materialität. In: RAUTENBERG (a cura di), Buchwissenschaft in Deutschland, vol. 1: Theorie und Forschung, Berlino/New York 2010, pp. 443–502, qui p. 449. Come esempio di “libertà del lettore” cita il pionieristico studio di microstoria di Carlo Ginzburg sul mugnaio friulano Domenico Scarletta, chiamato Menocchio, che legge e recepisce libri con “aggressiva originalità”. Cfr. MESSERLI, Leser, pp. 447–448.; Carlo GINZBURG, Il formaggio e i vermi. Il cosmo di un mugnaio del ‘500, Torino 1976, p. 40.

22 Cfr. ad esempio WITTMANN, Geschichte.

Scuola e alfabetismo nella Bassa Valle d’Aosta tra Sette e Ottocento
Maurizio Piseri
Premessa

Chiusa dagli alti massicci delle Alpi Graie e delle Alpi Pennine, la Valle d’Aosta, fino alla costruzione delle moderne infrastrutture stradali del secondo Novecento, si offriva al viaggiatore come un vero e proprio cul-de-sac, noto che i passi alpini verso la Savoia e il Vallese erano collocati ad altezze superiori ai 2000 metri e permettevano i transiti per non più di tre o quattro mesi all’anno. Per quanto la regione condivida le tipiche istituzioni sociali ed economiche delle realtà alpine, la peculiare morfologia del territorio conferisce ad essa caratteristiche riconducibili entro una dimensione di chiusura. A differenza delle altre valli alpine, la Valle d’Aosta non è un’importante linea di valico, inoltre anche le comunicazioni verso il Piemonte sono agevoli solo scendendo da Montjovet, dove la Dora attraversa la gola che separa la Bassa dall’Alta Valle. Per quanto, soprattutto nelle convalli, artigianato ed emigrazione abbiano una importanza pari alle altre aree alpine (unite all’allevamento), la scarsità dei traffici non ha favorito quelle forme di specializzazione delle maestranze diffusa nel mondo alpino. Se escludiamo, come avremo modo di analizzare più avanti, la Valle di Gressoney, si può affermare che la Valle d’Aosta è esclusa, come dimostreranno le caratteristiche della sua evoluzione economica novecentesca, da quel “capitalismo di montagna” analizzato da Raul Merzario, fondato sulla emigrazione e sulla connessa specializzazione di attività artigianali o terziarie.1

L’isolamento della regione si riflette anche negli aspetti culturali e linguistici. Aosta, città con poco più di 4000 abitanti nel periodo esaminato, è un piccolo centro incapace di esercitare un reale controllo politico ed amministrativo sul territorio, ancor più dopo il sostanziale esautoramento, nel 1773, delle prerogative del Conseil des Commis2 nell’ambito delle riforme amministrative attutate da Vittorio Amedeo III nel Regno di Sardegna.3 Centrale era invece il ruolo della Chiesa sul territorio, circostanza che, come vedremo, avrà un importante impatto sul sistema educativo. Tuttavia, non meno centrale era il suo ruolo culturale, soprattutto legato ai significati assunti dalla lingua francese. La diocesi di Aosta, al pari di altre valli dell’estremità occidentale delle odierne Alpi italiane, dipendeva dall’arcidiocesi di Tarantasia, che, per concessione papale, utilizzava il francese come lingua liturgica. Il francese, pertanto, si afferma in Valle d’Aosta come lingua liturgica, spesso non parlata dalla popolazione dialettofona, e usata abitualmente nelle scuole fino alla legge Casati, che segna la fine del primato ecclesiastico nel sistema d’istruzione valdostano.

Obiettivo di questo contributo è offrire un quadro del sistema scolastico valdostano preunitario per proiettarsi in un approfondimento volto ad analizzare l’evoluzione del sistema scolastico e della competenza alfabetica in due realtà specifiche e contigue della Bassa Valle: l’odierna Comunità montana Evançon (Valle d’Ayas e fondo valle di Verrès) e la Valle di Gressoney, caratterizzata dalla presenza della comunità walser.

La scuola primaria in Valle d’Aosta tra Sette e Ottocento

Gli studi sulla scuola valdostana hanno origine nella seconda metà dell’Ottocento e si inquadrano nella polemica tra liberali ed ecclesiastici che attraversò la regione nei primi anni unitari. Il mondo ecclesiastico valdostano usò la storia per risalire alle origini delle scuole e rivendicare il primato della Chiesa nell’educazione popolare (non bisogna dimenticare che nei censimenti postunitari la Valle vantava tra i più alti livelli di alfabetismo) unito alla bontà di quelle scuole di villaggio (écoles de hameau) accusate dai liberali di essere fomentatrici di ignoranza e superstizione.4 Del resto, osservavano i liberali, le scuole di villaggio non erano vere scuole: più del catechismo e dell’apprendimento mnemonico della firma esse non insegnavano. Da qui l’auspicio di una loro rapida sostituzione con scuole comunali tenute da maestri abilitati e approvati dal Provveditorato di Torino. La polemica investiva anche la lingua francese: identificata con la Chiesa, era percepita dai liberali come un veicolo di bigottismo e di superstizione che si stagliava contro l’italiano, la lingua del progresso e della modernità.5

La contesa con i liberali indusse esponenti della cultura ecclesiastica locale, come Joseph-Marie Treves, a risalire alle origini della scuola valdostana al fine di rivendicare la centralità del clero nell’istruzione popolare. Sebbene un ruolo del clero nell’amministrazione delle scuole e nell’esercizio dell’insegnamento sia innegabile, la realtà, come hanno dimostrato lavori più recenti, si presenta più articolata.6 L’unico intervento istituzionale della Chiesa valdostana a favore della scuola popolare fu attutato dal vescovo Pierre-François de Sales de Thorens, che, intorno al 1770, convertì a favore dell’istruzione popolare le rendite di alcune confraternite cessate o decadute. Tuttavia, gran parte delle scuole di villaggio furono erette grazie ai lasciti testamentari di privati, laici ed ecclesiastici, legati a favore di confraternite o fabbricerie.7 Allorché Treves rivendica il ruolo della Chiesa nella fondazione delle scuole, confonde l’ente amministratore del legato con l’autore dell’atto istitutivo. Inoltre è bene ricordare che, pur nella loro natura ecclesiastica, confraternite e fabbricerie erano istituzioni religiose volte a organizzare e a disciplinare il culto dei laici, con importanti riflessi anche sulla vita civile della comunità.

Una fonte importante per individuare le origini delle scuole, risalire ai loro fondatori e agli enti amministratori sono gli Etats des parroisses (relazioni offerte dai parroci in occasione delle visite pastorali) conservate nell’Archivio vescovile della diocesi di Aosta. Fonti preziose, gli Etats non ci permettono di sapere se la scuola sia effettivamente attiva perché limitano le loro informazioni all’atto di dotazione (legato testamentario o altre forme di finanziamento). Del resto le piccole dimensioni delle rendite rendevano probabile che la scuola non fosse esercitata, almeno finché non si trovasse un soggetto disposto a istruire in cambio di un misero stipendio oppure finché altri legati non venissero a incrementare l’offerta salariale.

Per questo motivo, i primi quadri attendibili sul sistema scolastico valdostano sono ricavabili dalle inchieste dell’età napoleonica. Purtroppo il Dipartimento della Dora8 – al pari di altri dipartimenti piemontesi soggetti alla Francia – non vanta la ricchezza di inchieste scolastiche del Regno Italico. Tuttavia i due censimenti del 1807 e del 1808 risultano soddisfacenti e offrono un buon repertorio di informazioni.9 Da essi è stata tratta la tabella 1. Nell’elaborazione dei dati si è privilegiata una ripartizione geografica secondo le attuali comunità montane, ritenendole più consone a riflettere le differenze socioeconomiche e antropo-umane delle singole valli e della regione rispetto alle distrettuazioni seguite dalle inchieste.10


Comunità MontaneAnni
18071808
C. M. Walser42
C. M. Monte Rosa117
C. M. Monte Evançon2611
C. M. Monte Emilius2319
C. M. Monte Cervino2422
C. M. Grand Combin3219
C. M. Gran Paradis3414
C. M. Valdigne2915
Città di Aosta34
Valle d’Aosta186113

Tab. 1: Scuole della Valle d’Aosta.

Le inchieste napoleoniche registrano 186 scuole nel 1807 e 113 nel 1808. Il dato emergente è la drastica riduzione di scuole tra i soli 18 mesi che separano le due inchieste. La ragione va ricercata negli effetti, sulle scuole di villaggio, della legge Fourcroy del 1 maggio 1802, che definisce l’assetto della pubblica istruzione della Repubblica Francese.11 Nello specifico, se da un lato la normativa scolastica francese imponeva ai comuni di mantenere una scuola elementare, dall’altro esigeva che i maestri fossero tutti abilitati all’insegnamento presso apposite commissioni istituite nei capoluoghi di dipartimento.

Tale disposizione, di fatto, poneva fuori norma gran parte delle scuole di villaggio, tenute da maestri spesso improvvisati e privi di alcuna preparazione didattica, non ultimo anche per la scarsità degli stipendi e per la breve durata (4–6 mesi) delle scuole. È desumibile che molti maestri e, di conseguenza, molte scuole cadessero in una posizione irregolare rispetto alla legge scolastica. Del resto per tanti maestri era difficile mettersi in regola con le normative scolastiche conseguendo l’abilitazione, sia per la scarsa capacità sia, aspetto tutt’altro che trascurabile, per il gravame economico di doversi trasferire ad Ivrea per sostenere gli esami presso le commissioni designate. Purtroppo la documentazione non permette di conoscere quali azioni e quali pressioni esercitò il prefetto della Dora sui comuni affinché si conformassero alla legge. Tuttavia l’esperienza del Regno Italico ci mostra come, proprio negli anni delle due inchieste, le prefetture esercitino pressioni sui comuni affinché regolarizzino la loro posizione rispetto alle leggi scolastiche, non ultimo in merito all’abilitazione dei maestri, usando come strumento di pressione l’eventuale rigetto dei budget comunali.12 Analoghe pressioni potrebbero essere state esercitate anche sui sindaci valdostani; tuttavia, a prescindere da questo, un simile collasso di offerta d’istruzione è spiegabile con un’esistenza carsica di un buon numero di scuole di villaggio. Al fine di conservare i vecchi maestri non abilitati e inscrivere in bilancio compensi per i maestri accettabili per la prefettura è probabile che molti sindaci denunciassero una o alcune scuole tra quelle realmente esistenti, lasciando le altre nell’ombra.13

Per misurare la reale capillarità del sistema scolastico valdostano dobbiamo spostarci alla tabella 2, che offre il numero di scuole per ogni comune, distribuito per l’entità della popolazione. Poiché, per i motivi sopra addotti, il 1808 è un anno poco attendibile, l’elaborazione dei dati è stata realizzata sulla sola inchiesta del 1807.


Tab. 2: Scuole/Comuni.

Come si può evincere i comuni valdostani riescono a garantire la presenza di più scuole nel loro territorio. Il dato più debole, ma comunque superiore a una scuola per comune, è offerto dalla Valle di Gressoney (comunità montane Walser e Monte Rosa). Tuttavia, come vedremo, si tratta di un dato ingannevole e legato alla particolare realtà sociolinguistica di quel territorio. In linea di massima i comuni valdostani mantengono tra le due e le tre scuole. Il dato è molto rilevante, perché dimostra come i comuni puntassero a conservare la tradizione delle scuole di villaggio e a garantire la presenza di un maestro anche nei piccoli centri abitati sparsi su un ampio territorio. Tale volontà è provata dal dato dei comuni con più di 700 abitanti che tocca valori tra le quattro e le sei scuole, con una punta di nove scuole a La Salle, l’unico comune della Valdigne superiore ai 2000 abitanti. Se escludiamo la Valle di Gressoney, notiamo che anche i piccoli e i piccolissimi comuni riescono a garantire la presenza di una o anche più scuole.

La tabella 3 ci permette di approfondire l’analisi della capillarità del sistema scolastico valdostano attraverso il numero di scuole ogni 1000 abitanti.


Tab. 3: Scuole ogni 1000 abitanti per dimensione dell’abitato.

La capacità delle scuole valdostane di garantire una facile accessibilità all’istruzione di base è ribadita. Sempre escludendo la Valle di Gressoney, gli indici si collocano tra le 2,50 e le 4,92 scuole ogni 1000 abitanti. Se consideriamo che si tratta in gran parte di scuole maschili (ma rapportate su una popolazione che comprende anche le donne) possiamo affermare che, potenzialmente, il sistema scolastico valdostano sarebbe in grado di garantire livelli alti, se non universali14, di alfabetismo maschile. Infatti gran parte delle comunità montane si avvicinano o superano quella soglia di tre maestri ogni 1000 abitanti individuata da Carlo Cipolla15 come indicatore di un’offerta di istruzione in grado di sconfiggere l’analfabetismo. In linea di massima in tutte le classi di popolazione inferiori ai 1000 abitanti, i comuni valdostani riescono a superare la soglia di tre scuole ogni 1000 anime. I valori molto alti offerti dai piccoli comuni sono frutto di un’alterazione prodotta dai meccanismi di calcolo (se comuni con 100–200 abitanti hanno una scuola – come prova la tabella 2 – l’indice tenderà a lievitare senza portare a un reale miglioramento dell’offerta didattica) che, tuttavia, non inficia la loro capacità di offrire un facile accesso all’alfabeto.

Valori decisamente inferiori alle tre scuole si registrano, invece, nei comuni sopra i 1000 abitanti. Le forme di insediamento, sparso o accentrato, che caratterizzano il comune giocano un ruolo importante nella determinazione del dato. Un comune a popolazione accentrata non avvertirà il bisogno di moltiplicare l’offerta didattica nelle piccole frazioni; esigenza, invece, avvertita dai comuni a popolazione dispersa. Questa può essere una prima motivazione del dato, tenuto conto che, come già osservato, le scuole sono prevalentemente maschili e un indice superiore a 1,5 scuole può essere sufficiente, in un comune a insediamento accentrato, a garantire comunque un comodo accesso scolastico ai maschi in età d’istruzione. In altri casi può giocare il rapporto tra domanda e offerta di istruzione: i comuni più popolosi e a popolazione accentrata sono spesso ubicati nei fondivalle, dove i livelli di alfabetismo e, presumibilmente, la domanda di istruzione sono più bassi rispetto ai comuni di media e alta valle. Né va trascurato che, nei comuni più popolosi a popolazione accentrata, aumenta il peso dei maestri privati, in genere assenti nei villaggi.

Le inchieste offrono indicazioni anche sulla tipologia di scuola. Nell’inchiesta del 1807 sono 148 le scuole di leggere scrivere e conti destinate ai maschi. Altre 35 scuole sono indicate come “femminili”, in gran parte collocate nella Valdigne (9) e nel Gran Paradiso (17).16 L’anno successivo sono soprattutto le scuole femminili ad essere spazzate via, ridotte a solo sette. La Valdigne mantiene una sola scuola femminile e due sono ancora attive nel Gran Paradiso. Le scuole maschili di leggere scrivere e conti sono ora 103.

Le analisi delle inchieste napoleoniche pendono a favore dei fautori otto e novecenteschi delle scuole di villaggio e del loro legame con la tradizione religiosa e linguistica della regione. Nonostante la povertà del territorio, i comuni valdostani riescono a garantire accessi universali all’istruzione di base alla popolazione maschile. La tabella 4 ci permette di conoscere come questo fosse possibile.


Tab. 4: Spesa (lire imperiali) ogni 1000 abitanti per dimensione dell’abitato.

La tabella fa emergere con evidenza quanto poche fossero le risorse destinate alle scuole. Poiché i costi sono in gran parte destinati agli stipendi dei maestri è evidente che la possibilità di mantenere un capillare sistema scolastico passava attraverso una forte compressione dei salari degli insegnanti. La tabella 5 esprime con nitidezza questa dinamica.


Tab. 5: Fasce salariali (1808).

Purtroppo l’inchiesta del 1807 non offre dati sui salari, circostanza che costringe a ricorrere all’inchiesta del 1808. Come sappiamo, in quest’ultima inchiesta spariscono un buon numero di scuole e, molto probabilmente, i compensi dei maestri di villaggio sono accorpati agli stipendi dei maestri dichiarati dai sindaci. Nonostante queste premesse favorevoli all’aumento nominale dei salari, la tabella mostra come in tutta la Valle solo 4 dei 185 compensi dichiarati riescano ad elevarsi sopra le 150 lire annue. Anche ipotizzando una tendenza degli onorari a collocarsi verso la soglia superiore della fascia salariale più bassa, ci imbattiamo in redditi che, in assenza di altre entrate, non permetterebbero ad un individuo di mantenersi per 5–6 mesi all’anno. Dunque, la possibilità di garantire un facile accesso all’alfabeto della scuola valdostana passa attraverso la disponibilità di insegnanti disposti ad accettare miseri stipendi. Purtroppo le inchieste non offrono dati sullo stato civile dei maestri e sulle loro competenze didattiche. Tuttavia è certo che solo la condizione ecclesiastica o, se laici, lo svolgimento di una seconda attività potevano sottrarre i maestri da una realtà di pesante indigenza, così come sottolinea Marco Cuaz:

“Il recevait un traitement de misère, provenant des revenus des donations ou de la contribution des parents les plus fortunés; un traitement qui ne lui permettait pas d’exercer sa profession à temps plein, et qui l’obligeait à avoir d’autres activités plus rémunératrices, activité de paysan, d’artisan ou de secrétaire de mairie”17.

Del resto, altre fonti non mancano di denunciare le miserabili remunerazioni dei maestri e le loro inevitabili conseguenze.

“Une école communale où tous les gens de la paroisse peuvent envoyer leurs enfants, 3 mois seulement, gage maître 40 livre. Elle n’est pas été enseignée dans les années courantes, il n’y a qu’une personne qui puisse prendre cette peine, Jean Joseph de feu B. Polon, il est a peu près instruit, doué de probité, qui a réfuté d’enseigner dans cette année à cause du modeste du gage.”18

È possibile risalire alle competenze didattiche dei maestri della Comunità montana Evançon e della Valle di Gressoney. In quest’ultima, nel 1807, cinque maestri sono indicati come capable o tres capable, mentre uno solo è ritenuto médiocre; tutti sanno il francese e godono di una buona reputazione morale.19 Le valutazioni attribuite ai maestri della Comunità montana Evançon ci rappresentano una realtà ben diversa. La mediocrità colpisce sei maestri su sette (un maestro è definito très capable), solo due maestri parlano francese mentre gli altri ne hanno una conoscenza superficiale. La situazione migliora se ci spostiamo sulle capacità morali, dove tutti i maestri godono di una buona reputazione.20 La migliore qualità dei maestri della Valle di Gressoney va presa con le dovute precauzioni. Le valutazioni offerte dai sindaci o da altri soggetti incaricati di rispondere ai quesiti delle inchieste possono discostarsi anche di molto dalla realtà, come riscontrato laddove i materiali documentari sono più abbondanti.21

Purtroppo le inchieste non forniscono dati sulla frequenza scolastica, che avrebbero permesso di costruire indici utili per la comprensione dell’efficacia del sistema scolastico valdostano e della sua capacità di avvicinare all’alfabeto importanti quote della popolazione. Possiamo, tuttavia, approfondire tale aspetto attraverso le dinamiche della competenza alfabetica di due aree studiate in dettaglio: la Comunità montana Evançon e la Valle di Gressoney.

Nelle nostre analisi sul sistema scolastico valdostano, non abbiamo considerato la città di Aosta. I dati offrono una scarsa offerta di istruzione pubblica, decisamente inferiore rispetto alle campagne. Ci imbattiamo in un fenomeno piuttosto diffuso, come dimostra il caso del Regno Italico. Nelle città il ruolo dell’insegnamento privato è molto forte e, su di esso, poco o nulla incidono le politiche scolastiche dell’età napoleonica.22 Purtroppo, allo stato attuale, è impossibile conoscere l’offerta di maestri privati ad Aosta, ma è presumibile che, al pari di altre città e grossi borghi dell’epoca, il suo ruolo fosse tutt’altro che gregario all’insegnamento elementare pubblico.

L’alfabetismo nella Comunità montana Evançon e nella Valle di Gressoney

La dinamica dei processi di alfabetizzazione delle due aree è stata studiata in dettaglio in due tesi di laurea,23 dalle quali sono tratti i dati offerti in questo paragrafo. L’alfabetismo è stato ricavato dalla firma degli atti di matrimonio dei registri di stato civile sabaudo, conservati presso le parrocchie e inviati, in seconda copia, agli ordinariati diocesani. L’obbligo ai parroci di conservare i registri decorre dalla fine del 1837, motivo per cui le scritture sono relativamente regolari a partire dal 1838, anno in cui inizia la rilevazione delle coorti di sposi in entrambe le tesi. Limite degli atti matrimoniali sabaudi è di non offrire la professione degli sposi, facendo così mancare una variabile importante per l’analisi dei dati. Tale informazione è però offerta negli atti di battesimo. Si è così ricavata la professione degli sposi andando a cercare la coppia negli atti di battesimo registrati tre anni dopo il matrimonio, preso atto che i modelli demografici dell’epoca offrono intervalli in genere inferiori ai due anni tra il matrimonio e la nascita del primo figlio. In entrambe le tesi le coorti di sposi campionate vanno dal 1838 al 1844 e dal 1855 al 1860.

I livelli di competenza alfabetica sono offerti dalla tabella 6. Nell’analisi dei dati si sono distinte quattro aree: la Plan, ossia il fondovalle della Comunità montana Evançon con al centro Verrès, la Valle d’Ayas e la Valle di Gressoney, entro la quale è stata distinta la comunità Walser.


Tab. 6: Alfabetismo degli sposi e delle spose.

I dati mostrano dinamiche molto chiare. Innanzitutto, la capacità di firmare è in generale molto alta se rapportata all’Europa dell’epoca.24 Il dato di maggiore evidenza è quello della comunità Walser. La minoranza linguistica germanofona della Valle d’Aosta raggiunge un livello universale di alfabetismo maschile già con la prima coorte di sposi. Molto elevato è anche l’alfabetismo delle donne walser, capaci di firmare nei ¾ delle spose il proprio atto di matrimonio. Presso le spose più giovani, tuttavia, la competenza alfabetica conosce un importante arretramento di quasi 13 punti; un fenomeno di difficile spiegazione, ancor più perché si realizza in un contesto di sensibile innalzamento degli indici di alfabetismo femminile. Quest’ultimo, se escludiamo la comunità walser, parte da livelli molto bassi, intorno al 10 %. Nella coorte più giovane è sensibile l’aumento della Valle d’Ayas, dove le firmatarie sono quasi triplicate, mentre nella bassa valle la competenza alfabetica femminile resta ferma. Nonostante la sensibile riduzione delle alfabete walser, nella valle di Gressoney l’alfabetismo femminile si spinge dal 25 al 33 %.

Nell’analisi dei dati ci imbattiamo in una apparente contraddizione. L’area meno scolarizzata della regione, la Valle di Gressoney, presenta livelli di alfabetismo universale fin dalla prima coorte di sposi. Gran parte delle spose, inoltre, sono in grado di firmare il proprio atto di matrimonio senza disporre di canali formali di istruzione. In realtà le indagini francesi offrono un quadro peggiorativo rispetto alle scuole attive nell’ultimo quarto del Settecento, allorché la Valle di Gressoney presentava scuole in tutte le sue parrocchie e in diversi piccoli villaggi.25 È presumibile che, in età francese, la comunità walser abbia interesse a non denunciare le proprie scuole in lingua tedesca per sottrarsi alle politiche di francesizzazione messe in atto da Parigi nelle province già sabaude. Al tempo stesso, il dato femminile lascia supporre l’esistenza di canali informali di istruzione che potrebbero investire anche le modalità di accesso all’alfabeto dei maschi.26

Se torniamo all’alfabetismo maschile osserviamo una scarsa mobilità tra le due coorti di sposi. Se, nella Valle di Gressoney, questo è dovuto a una competenza alfabetica ormai prossima all’universale, diverso è il discorso per la Comunità montana Evançon. Qui si evidenziano due modelli distinti di alfabetismo: uno di fondovalle e uno di alta montagna. Nel primo l’alfabetismo maschile investe circa la metà degli sposi in entrambe le coorti, nel secondo la competenza alfabetica è più alta di poco meno di venti punti.

Possiamo individuare due fenomeni che contraddistinguono le dinamiche dell’alfabetismo nell’area analizzata. Nella Valle di Gressoney, l’alfabetismo, in generale molto alto, privilegia una componente linguistica e va a privilegiare la comunità walser, relegando in un secondo piano le forme agrarie e socioeconomiche determinate dall’altimetria. Queste, seguendo il modello proprio dell’alfabetismo alpino, si ripresentano nella Comunità montana Evançon, dove la capacità di firmare investe soprattutto gli sposi residenti nelle comunità di alta valle.

È possibile osservare meglio questi fenomeni nelle tabelle 7 e 8, che distribuiscono l’alfabetismo tra le parrocchie delle due aree interessate.


ParrocchieCoorte degli sposi
1838–18441855–1860
Verrès71,161,5
Issogne29,050,0
Champdepraz47,840,9
Montjovet54,259,4
St. Germain50,058,3
Arnad36,848,8
Challand St. Victor45,868,6
Challand St. Anselme51,535,9
Brusson62,974,0
Ayas92,696,2

Tab. 7: Alfabetismo maschile nelle parrocchie della Comunità montana Evançon.

Se escludiamo Verrès, il centro principale dell’area e capace di realizzare un ruolo di riferimento amministrativo ed economico sulle campagne circostanti, gli indici di alfabetismo si dispongono secondo un chiaro modello altimetrico. Le parrocchie di fondovalle e della bassa Valle d’Ayas presentano valori distribuiti tra il 29 e il 54 %. In entrambe le coorti di sposi, gli indici più elevati sono offerti dalle due parrocchie di alta valle, Brusson e Ayas. Quest’ultima, già nella prima corte di sposi, raggiunge un livello universale di alfabetismo maschile.


ParrocchieCoorte degli sposi
1838–18441855–1860
Perloz72,667,6
Lillianes87,983,3
Fontainemore90,092,9
Gaby53,885,7
Issime90,093,9
Gressoney St. Jean100,095,0
Gressone La Trinité100,083,3

Tab. 8: Alfabetismo maschile nelle parrocchie della Valle di Gressoney.

Se ci spostiamo nella Valle di Gressoney (tabella 8) notiamo che è la dimensione linguistica a giocare un ruolo prioritario, per quanto non si possa fare a meno di rilevare che gli insediamenti walser privilegiano una collocazione tra media e alta valle.

Come già segnalato, attraverso gli atti di battesimo è stato possibile risalire alla professione di buona parte degli sposi. L’elaborazione dei dati ricavati è offerta in sintesi (il livello è il settore professionale) nelle tabelle 9 e 10 (i valori tra parentesi indicano la percentuale degli addetti al settore professionale).

Non si è proceduto ad analizzare la distribuzione dell’alfabetismo femminile per settori professionali in quanto le spose tendono a dichiarare attività domestiche (in genere cucitrice, più raramente ricamatrice). In casi meno frequenti indicano la professione del padre (in genere se questo è un agricoltore) oppure non dichiarano alcuna professione. Ne deriva che le professioni femminili non sono in grado di riflettere l’incidenza della struttura professionale sull’alfabetismo e le sue dinamiche all’interno della stessa. Il fenomeno non è proprio della Valle d’Aosta ma si ripresenta in tutti gli studi sull’alfabetismo tra età moderna e Ottocento.


Tab. 9: Alfabetismo maschile professioni (1838–1844).


Tab. 10: Alfabetismo maschile professioni (1855–1860).

Entrambe le tabelle permettono di evincere il ruolo giocato dalla struttura professionale nella determinazione dei livelli di alfabetismo. In entrambi gli anni campionati emerge una nitida correlazione positiva tra presenza delle attività secondarie e alfabetismo. Dove il secondario presenta valori contenuti (inferiori ai 10 punti) e il primario chiude di fatto gli orizzonti professionali, come nella Plan, l’alfabetismo presenta valori inferiori. Dove il secondario assume un ruolo centrale nell’attività economica, come nelle medie e alte valli e, soprattutto, nella comunità walser, l’alfabetismo conosce importanti progressi. Non solo, il ruolo economico del settore professionale incide sui movimenti interni dei suoi livelli di alfabetismo tra le varie aree. Dove il secondario ha un ruolo marginale, come nella Plan, i livelli di alfabetismo degli artigiani e degli addetti alle manifatture (quest’ultimi in realtà assai pochi in tutta l’area studiata) presentano valori contenuti. Addirittura, tra i due gruppi campionati, gli alfabeti del secondario del fondovalle sono in decisa riduzione e offrono un indice dimezzato e in controtendenza rispetto alle dinamiche degli altri settori. Un fenomeno in parte riconducibile allo scarso numero di addetti che non permette un’adeguata regressione verso la media del dato statistico. Se escludiamo Verres, le attività secondarie della Plan sono indirizzate a soddisfare una domanda locale e, in gran parte, dipendente dalle esigenze dell’agricoltura.

L’alfabetismo del secondario mostra tutt’altro comportamento allorché assurge un ruolo importante nell’economia locale. Nella Valle di Gressoney e nella Valle d’Ayas, gli addetti al secondario sono ampiamente alfabeti, assai più dei loro omologhi di fondovalle. Ci imbattiamo in attività artigianali destinate a proiettarsi su mercati distanti dalle valli anche quando investono produzioni semplici ma di largo consumo, come gli zoccoli dei sabotier della Valle d’Ayas. Una commercializzazione resa possibile dall’emigrazione stagionale. Oltre a permettere la commercializzazione delle produzioni artigianali delle valli, l’emigrazione giocava un ruolo fondamentale nel riequilibrare il rapporto tra popolazione e risorse alimentari entro un’agricoltura di sussistenza. Originate da una mera esigenza di sopravvivenza, le attività secondarie e l’emigrazione potevano sviluppare specializzazioni altamente qualificate. Come abbiamo visto questa caratteristica è meno presente in Valle d’Aosta rispetto ad altre realtà alpine, tuttavia appartiene alla comunità walser. I walser sono muratori e carpentieri apprezzati, forgiatori, orologiai e, se ci spostiamo sul terziario, mercanti.27 La specializzazione introduce un altro fattore positivo di alfabetismo che permette agli artigiani e ai mercanti walser di superare la soglia dell’alfabetismo universale.

Conclusioni

“Non trovo gigli e rose a Viareng, ma spine e triboli, difficoltà e contrarietà, le lacrime mi stanno meglio del sorriso. Incominciai le lezioni con otto bambini, adesso ne ho dieci. Un ragazzo che legge molto male e nove altri, maschi e femmine che non conoscono le lettere, non sanno distinguere la mano destra dalla sinistra, né contare fino a cinque, e per disgrazia ancora non ci intendiamo, io non li capisco per niente e non so di qual linguaggio servirmi per far loro intendere qualche cosa. Alla sera poi […] faccio la scuola serale. Vi sono uomini e donne, giovini e giovane dall’età di quattordici anni fino ai sessant’anni. Leggono tutti malissimo ma pure m’intendono un po’ meglio dei primi. Tra il giorno e la sera ho circa una ventina di scolari e poi i curiosi. Alle volte mi perdo di coraggio […] Soliti al culto sono sette o otto, diversi leggono la Bibbia, ma temono ancora di mostrarsi. Dacché sono a Viareng i preti di Champ De Praz e Di Mont Jové non cessano di tuonare contro la maestra protestante, ed hanno mandato due uomini per avvertire i parenti di non mandarmi i loro figli alla scuola […] Giunta a Viareng quanto fui delusa nelle mie speranze. Dopo tanto aspettare credevo di trovare la casa abitabile, invece trovai nella scuola una certa macchina di banco che non so chi l’abbia inventata e altrove le pareti nude a l’eccezione di un letto con un saccone di foglie […] e non si trova niente qui e nessuno che vi possa dare una minestra convenevole, niente ed è tutto detto […] ho già molto speso per non avere ancora le cose indispensabili e sono senza denaro e non ardisco più domandare ai genitori e a lei mi vergogno di domandare prima che il trimestre sia compiuto, tuttavia se mi volesse fare questo favore gliene sarei riconoscente assai […] Sign. Presidente, non dimentichi l’opera che si comincia a Viareng. Dio è potente e può di queste pietre far diventare dei figli di Abraam. (18-12-1874)”28

La lettera di Louise Jourdan Malan, maestra valdese incaricata dal Provveditorato agli studi di Torino a tenere la cattedra della scuola elementare di Viering, frazione di Champdepraz, ci riporta alle critiche dei liberali valdostani verso le scuole di villaggio e induce a porci degli interrogativi sulla reale competenza alfabetica celata dietro la firma di un atto matrimoniale. Forse i liberali avevano ragione: nelle scuole di villaggio gli studi non andavano oltre il catechismo e il tracciare meccanicamente la propria firma; circostanza che darebbe forza non solo agli allora critici delle scuole di villaggio ma anche agli attuali critici delle metodologie quantitative di analisi dell’alfabetismo fondate sulla firma.29

La realtà è più complessa. La difficile convivenza tra la maestra Malan e gli abitanti di Viering è frutto dell’incontro di due culture diverse, una “borghese” e l’altra popolare: la prima fondata sulla scrittura, la seconda sull’oralità, sebbene, come dimostra proprio il caso alpino, disposta ad accogliere la scrittura tra i suoi codici comunicativi. Uno scontro che ci porta all’esistenza di alfabetismi plurali, non sempre riconducibili a quella cultura elitaria che, grazie anche alle scuole, si sarebbe, a partire dal Cinquecento, affermata sulla società occidentale. Le Alpi rappresentano indubbiamente un importante bacino di questi “alfabetismi alternativi”. La scuola alpina, e la scuola valdostana nel caso specifico, non è definita da un’autorità esterna alla comunità e non risponde agli scopi di conformazione e di controllo affidati alla scuola da questa autorità. La scuola alpina nasce entro il villaggio e risponde alle esigenze e ai codici culturali della comunità che la emana. È indubbio che esiste una dimensione confessionale e una pratica didattica comune alla scuola europea di antico regime. Tuttavia non si può nascondere che la religiosità, per quanto ancora contaminata da elementi pagani, è un fattore culturale fondamentale per una frontiera confessionale, forse senza pari in Europa, come quella alpina. Al tempo stesso il metodo didattico grammaticale30, seppur poco efficace e molto imperfetto, permetteva di istruire i fanciulli a chiunque avesse un po’ di pratica dell’alfabeto. Ma i punti in comune con la scuola promossa dalle autorità ecclesiastiche e civili nei loro progetti di alfabetizzazione si fermano qui. La scuola alpina risponde ad altre priorità e, queste priorità, sono definite dalla comunità. In breve, offerta e domanda di istruzione non sono separate, come avviene in gran parte dell’Europa, ma coincidono.

Sono tematiche qui richiamate per sommi capi e trattate con ampiezza in altri contesti, ai quali rimando.31 Qui basti ricordare che la scuola alpina, paradossalmente proprio grazie alla precarietà della sua didattica, è in grado di adattarsi alle esigenze di ogni membro della comunità: dall’agricoltore all’artigiano, da chi avrà incarichi nella comunità a chi dovrà emigrare. Artigianato, compenetrazione tra doveri familiari e doveri comunitari, emigrazione sono fattori che stimolano e definiscono l’alfabetismo valdostano e alpino. Non è un caso che dove essi sono più forti, nelle medie e nelle alte valli, scolarizzazione e alfabetismo conoscano delle impennate. Dove tali attività si organizzano entro forme di specializzazione professionale, come nel caso dei walser, l’analfabetismo è pressoché assente.

Sull’alfabetismo dei walser bisogna, infine, chiedersi se non entrino in gioco dinamiche assimilabili a quelle definite da Glauco Sanga32 riguardo ai gruppi marginali. Per tali bisogna intendere non solo i soggetti, come mendicanti, vagabondi, fieranti, che vivono ai margini della società, ma anche le piccole comunità che per attività economica, lingua e cultura si contraddistinguono – e vogliono deliberatamente distinguersi – dal gruppo linguistico e culturale prevalente. In questa sede non è possibile dare una risposta, ma è significativo che una piccola comunità “marginale” collocata nel centro della Pianura Padana, Castelponzone, offra, al pari dei walser, oltre ad una vocazione per il commercio e per l’artigianato, un alfabetismo universale negli stessi anni oggetto di questo studio.33

Maurizio Piseri, Schule und Alphabetisierung im unteren Aostatal im 18. und 19. Jahrhundert

Im 18. Jahrhundert bestand im Aostatal ein dichtes Netz von Schulen, in denen grundlegende Bildung vermittelt wurde, meist kleine Dorfschulen, die sich durch bescheidene testamentarische Hinterlassenschaften von Privaten – Laien wie Geistlichen – finanzierten. Die weite Verbreitung dieser Schulen kann als Grund dafür ausgemacht werden, dass das Aostatal in den ersten italienischen Volkszählungen als eine der am stärksten alphabetisierten Regionen aufschien. Dennoch wurde im 19. Jahrhundert an diesen Schulen scharfe Kritik geübt, vor allem von liberaler Seite, die diesen Dorfschulen einen konkreten Einfluss auf die Alphabetisierung absprach und sie vielmehr der Verbreitung von Bigotterie und Aberglaube bezichtigte. Auf der Gegenseite bemühte sich die Kirche des Aostatals um den Erhalt dieser Schulen, sah sie in ihnen doch ein Instrument, Tradition und lokale Identität zu bewahren.

Die Quellen aus napoleonischer Zeit verweisen auf die Schwierigkeiten und Grenzen der Schulen im Aostatal. Zweifelsohne waren diese weit verbreitet und so war zahlenmäßig ein Verhältnis zwischen Lehrperson und Bewohner*innen garantiert, das zumindest das Potential hatte, eine deutliche Reduzierung der Analphabetenrate zu gewährleisten. Doch zeigten die in napoleonischer Zeit durchgeführten schulischen Erhebungen die Probleme der Dorfschulen auf: Ihre wirtschaftlichen Ressourcen waren gering, was sich auf das Gehalt der Lehrpersonen auswirkte, das so niedrig ausfiel, dass den Lehrpersonen nur für wenige Monate im Jahr eine bescheidene Existenzgrundlage gesichert war. Möglich war die kapillare Verbreitung der Schulen im Aostatal also nur aufgrund der Sparsamkeit bei den Gehältern. Diese Bedingungen erschwerten die Suche nach kompetentem Lehrpersonal. Wir können davon ausgehen, dass viele dieser Dorfschulen aufgrund der schlechten Bezahlung und der geringen didaktischen Kompetenzen der Lehrpersonen nur knapp die Bestimmungen der französischen Schulordnungen erfüllten.

Dieser Beitrag versucht, Einblicke in die Effizienz der Dorfschulen im Aostatal zu eröffnen, indem er die Schreib- und Lesekompetenzen in zwei Gebieten genauer unter die Lupe nimmt: in der Unitè des Communes valdôtaines Évançon und im Gressoneytal. In beiden Gebieten ist der Prozentsatz der Bräutigame, welche die eigene Eheurkunde unterschreiben konnten, hoch. Die in den Quellen ausgewertete geographische Verbreitung korreliert mit dem für den Alpenraum typischen Modell einer solideren Alphabetisierung in höher gelegenen Berggebieten und einer allmählich sinkenden Alphabetisierungsrate, je weiter man ins Tal herabstieg – wo allerdings noch immer etwa die Hälfte der männlichen Ehepartner die Eheurkunde selbst unterschreiben konnte. Diese Höhen-Unterschiede sind in Zusammenhang zu bringen mit sozioökonomischen Faktoren, die über die Berufe der Bräutigame erschlossen werden können. In den mittleren und insbesondere in den höheren Tallagen kam dem Handwerk eine große Bedeutung zu: Vom lokalen Bedarf losgelöst, richtete sich sein Augenmerk vor allem auf die außerhalb des Aostatals gelegenen Märkte. Durch saisonale Migration boten sich so Gelegenheiten für den Absatz lokaler Handwerksprodukte.

Die Verhältnisse im Gressoneytal entsprachen ebenso diesem Modell, doch zeigt sich hier eine weitere Besonderheit, die mit der dortigen sprachlichen Minderheit der Walser zusammenhängt: Nicht nur für die männlichen Walser lässt sich seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine fast vollständige Alphabetisierung nachweisen, sondern mit 60 bis 70 Prozent konnten auch vergleichsweise viele Frauen lesen und schreiben (in den anderen Gebieten lag die Alphabetisierungsrate von Frauen zwischen 10 und 30 Prozent). Die Gründe für die umfassende Alphabetisierung liegen ohne Zweifel in der stärkeren Spezialisierung der Walser vor allem als saisonal migrierende Zimmerer und Maurer oder als Handwerker und Händler. Ebenso dürfte auch der Faktor der sprachlichen Minderheit dazu beigetragen haben: Über eine stärkere Alphabetiserung sollte die eigene sprachliche Identität bewahrt werden.

Trotz der in den Bergen weit verbreiteten Fähigkeit zu unterschreiben, zeichnete die städtische Bevölkerung beziehungsweise jene, die sich der städtischen Kultur verbunden fühlten, ein Bild von den Bergen als einen Raum, in dem Aberglaube und Unwissenheit vorherrschten. Hinsichtlich des hohen Alphabetisierungsgrades in dieser Region, der auch in den Statistiken des Regno d’Italia hervortritt, wird betont, die Fähigkeit zur Unterschrift sei eine rein mechanische Praxis, die keine Rückschlüsse auf eine tatsächliche Alphabetisierung zulasse. Diese Ansicht muss aber korrigiert werden: Die Lese- und Schreibkompetenzen, die in den Dorfschulen erworben wurden, mögen auch noch so basal gewesen sein, sie waren aber konkret. Ein Unterschied lässt sich aber hinsichtlich des kulturellen Bezugsrahmens ausmachen: Die Bergschulen folgten bestimmten eigenen Kodes und Zielen, die in den kulturellen Kontext der Berggemeinschaft passten, aber nicht jenen der auf Vereinheitlichung setzenden Schulpolitik der kulturellen Elite entsprachen.

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1 Raul MERZARIO, Il capitalismo in montagna. Strategie famigliari nella prima fase d’industrializzazione nel comasco, Bologna 1989.

2 Il Conseil des Commis fu istituito nel 1536. Oltre a esponenti della nobiltà e delle professioni collegiali, i suoi 71 membri, poi ridotti progressivamente a 25, comprendevano un rappresentante della Corte di Torino, il vice balivo e il vescovo di Aosta, ritenuto primo membro di diritto. L’organismo era posto a tutela delle prerogative concesse dallo Stato sabaudo (emanazione di decreto senza la previa approvazione del sovrano, controllo delle finanze e amministrazione giudiziaria). È bene ricordare la strana natura istituzionale del Ducato di Aosta, il quale non venne mai formalmente eretto a ducato, pur avendone la denominazione, e rimanendo sempre privo del supremo organo politico, amministrativo e giudiziario proprio di un ducato: il Senato, invece presente a Chambery.

3 Un’ampia panoramica storica sulla Valle d’Aosta è offerta in Stuart J. WOOLF (a cura di), Le regioni dall’unità ad oggi, vol. XII: La Valle d’Aosta, Torino 1995.

4 Una importante difesa delle scuole di villaggio venne da Joseph-August DUC, Le clergé valdôtain et l’istruction publique, Aoste 1894. Sebbene tardo, risalente ai primi del Novecento, il testo più importante, e capace di forti influssi, ancor oggi non esauriti, sulla storiografia locale è Joseph-Marie TRÈVES, À la recherche de la fondation de nos écoles; Aperçu sur l’instruction du peuple avant l’école élémentaire moderne. Une injustice qui crie vengeance. In: Recueil de textes valdôtains, Ecrits de l’abbé J. Trèves, vol. III, Aosta, 1967, pp. 161–231.

5 La questione è ben analizzata in Marco CUAZ, Alle frontiere dello Stato. La scuola elementare in Valle d’Aosta dalla restaurazione al fascismo, Milano 1988.

6 Monica DUFOUR, Alfabetismo, scuole e maestri nella Comunità Montana Evançon tra 1770 e 1859. In: Maurizio PISERI (a cura di), L’alfabeto in montagna. Scuola e alfabetismo nell’area alpina tra età moderna e XIX secolo, Milano 2012, pp. 159–181; Ezio REINOTTI, L’istruzione elementare in Valle d’Aosta dal 1688 al 1822, tesi di laurea, Università di Torino, a.a. 1973/74, rel. Remo Fornaca; Veronica BOSONIN, Leggere e scrivere nella Valle di Gressoney tra ‘700 e ‘800, tesi di laurea, Università della Valle d’Aosta, a.a. 2009/2010, rel. Maurizio Piseri.

7 DUFOUR, Alfabetismo, scuole e maestri, pp. 161–163.

8 La Valle d’Aosta costituiva un distretto del dipartimento. Capoluogo del dipartimento era Ivrea.

9 Le inchieste del dipartimento della Dora sono reperibili in Archivio di Stato di Torino (Sezioni Riunite), Prefettura di Ivrea, CAT XIV (1800–1870), Etats des écoles primaires dans l’arrondissement d’Aoste [30 maggio 1807]; Résumé général des renseignements sur les écoles primaires de l’arrondissement d’Aoste, 1 décembre 1808.

10 Dal 2014 denominate “Unité des Communes valdôtaines”.

11 È bene ricordare che la legge Fourcroy condizionerà anche la legge 4 settembre 1802 che ordina la pubblica istruzione della Repubblica Italiana e, successivamente, del Regno Italico.

12 Maurizio PISERI, La scuola primaria nel Regno Italico. 1796–1814, Milano 2017, pp. 125 e ssg.

13 DUFOUR, Alfabetismo, scuole e maestri, pp. 164–165.

14 Si parla di alfabetismo universale quando l’analfabetismo residuale scende sotto la soglia del 10 % e risulta pertanto riconducibile a fattori fisiologici e difficilmente eliminabili, come disabilità, malattie, degenerazioni neurologiche, condizioni di estrema marginalità sociale e materiale.

15 Carlo M. CIPOLLA, Istruzione e sviluppo. Il declino dell’analfabetismo nel mondo occidentale, Torino 1971, pp. 18–19.

16 Il curriculum delle scuole femminili, com’è noto, era ben diverso da quello delle scuole maschili. Dietro la generica dizione “femminile” c’è da attendersi scuole di lavori donneschi che impegnavano probabilmente le bambine nel leggere ma molto difficilmente nello scrivere.

17 “Essi ricevevano un misero compenso, proveniente dalle risorse di donazioni o dalle contribuzioni dei genitori agiati; un compenso che non permetteva di dedicarsi interamente alla professione e che obbligava a svolgere altre attività più remunerate, come il contadino, l’artigiano o il segretario comunale.” Marco CUAZ, Le maître d’école. In: Communauté de Travail des Alpes Occidentales (a cura di), L’Homme et les alpes, Grenoble 1992, pp. 313–316, qui p. 313.

18 “Una scuola comunale dove tutta la gente della parrocchia può inviare i loro figli per soli tre mesi, stipendio del maestro 40 lire. Egli, nell’anno corrente, non ha insegnato e non si trovano persone che possano assumersi questa pena, Jean Joseph del fu B. Polon è abbastanza istruito e dotato di probità, ma in quest’anno si è rifiutato di insegnare a causa della modestia dello stipendio.” Archivio Vescovile della Diocesi di Aosta, Montjovet, 1ère Liasse écolet, 14 mars 1809.

19 BOSONIN, Leggere e scrivere, pp. 199–201.

20 Monica DUFOUR, Alfabetismo, scuole e maestri nella comunità montana Evançon (1770–1859), tesi di laurea, Università della Valle d’Aosta, a.a. 2007/2008, rel. Maurizio Piseri.

21 È il caso del Regno Italico, dove maestri valutati positivamente nelle inchieste poi sono oggetto di critiche e di accuse anche pesanti da parte delle amministrazioni comunali allorché la corrispondenza non è più con le autorità di governo ma con gli organismi amministrativi intermedi, come le prefetture o le viceprefetture. PISERI, La scuola primaria, pp. 203–222.

22 PISERI, La scuola primaria, pp. 303–324.

23 DUFOUR, Alfabetismo, scuole e maestri; BOSONIN, Leggere e scrivere.

24 CIPOLLA, Istruzione e sviluppo, pp. 68–83. Cipolla stima intorno al 50–55 % l’alfabetismo complessivo della popolazione europea nel 1850.

25 BOSONIN, Leggere e scrivere, pp. 60–68.

26 L’istruzione informale è quella offerta da soggetti che non esercitano l’attività di insegnante in forma professionale o, comunque, per trarne un reddito. Gli esempi possono essere molti, dal parroco che istruisce gratis et amore Dei i bambini della sua parrocchia ai genitori che insegnano l’alfabeto ai figli. Per quanto meno efficace e meno diffusa della formale, l’istruzione informale ebbe ruoli centrali in alcuni contesti; ad esempio, nella sua forma genitoriale, essa fu fondamentale nell’alfabetizzazione dei paesi scandinavi. Egil JOHANSSON, The History of Literacy in Sweden. In: Harvey J. GRAFF (a cura di), Literacy and Social Development in the West: a reader, Cambridge 1981, pp. 151–182.

27 Queste sono le professioni rilevate in BOSONIN, Leggere e scrivere, pp. 222–226.

28 Ilenia BOZZUTO, Educare al femminile. Maestre ed educatrici in Italia e in Valle d’Aosta, tesi di laurea, Università della Valle d’Aosta, a.a. 2011/2012, rel. Maurizio Piseri.

29 Dubbi sul valore delle firme erano già stati espressi negli anni Settanta con argomentazioni fondate in Michel VOVELLE, Y a-t-il eu une révolution de culture au XVIII siécle? A propos de l’education populaire en Provence. In: Revue d’histoire moderne et contemporaine XXIV (1975), pp. 89–142 e riprese in Italia in Gian Paolo BRIZZI, Riforme scolastiche e domanda di istruzione. In: IDEM (a cura di), Istituzioni scolastiche ed organizzazione dell’insegnamento nei domini estensi nel XVIII secolo (Contributi 11-12), Reggio Emilia 1983, pp. 53–98. Il valore della firma come strumento sì imperfetto ma pur sempre imprescindibile perché capace di offrire uno standard universale in grado di permettere comparazioni sincroniche e diacroniche è stato ribadito con valide argomentazioni da Rab A. HOUSTON, The Literacy Myth? Illiteracy in Scotland 1630–1760. In Past and Present 96 (1982), pp. 81–102, qui pp. 82–83. Recentemente nuove critiche alla firma sono giunte da oltreoceano da una letteratura che non merita di essere presa in considerazione, se non per l’esempio che ne esprime la completa infondatezza metodologica: David VINCENT, The Rise of Mass Literacy, Cambridge/Malden Mass. 2000, nel quale l’alfabetismo è stimato attraverso l’analisi dei flussi del traffico postale, dimenticando che il forte incremento della corrispondenza nella seconda metà dell’Ottocento fu dovuta alla statizzazione dei servizi postali e all’introduzione della tariffa unica, meglio nota con il termine francobollo.

30 Così denominata perché basata sull’apprendimento progressivo, dal più piccolo al più grande, degli elementi della frase: lettere, sillabe, parole, proposizioni.

31 Si veda soprattutto PISERI (a cura di), L’alfabeto in montagna.

32 Si vedano, a riguardo, i diversi studi pubblicati, non solo da SANGA, sulla rivista Ricerca folklorica. In particolare si veda il volume n. 15 (1987) con la sezione monografica intitolata “Oralità e scrittura. Le letterature popolari europee”. Per ulteriori dettagli bibliografici rimando a Glauco Sanga, Marginalità e scrittura. In: Ricerca Folklorica XV (1987), pp. 15–18.

33 Maurizio PISERI, L’alfabeto delle riforme. Scuola e alfabetismo nel basso Cremonese da Maria Teresa all’Unità, Milano 2002, pp. 50–53 e sgg. Il ruolo dell’alfabetismo nella preservazione dell’i-dentità è analizzato in Rab A. HOUSTON, Scottish Literacy and the Scottish Identity. Literacy and Society in Scotland and England (1660–1850), Cambridge 1989.

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