Kitabı oku: «Geschichte und Region/Storia e regione 29/2 (2020)»

Ein Projekt/un progetto der Arbeitsgruppe/del Gruppo di ricerca „Geschichte und Region/Storia e regione“
Herausgeber/a cura di: Arbeitsgruppe/Gruppo di ricerca „Geschichte und Region/ Storia e regione“, Südtiroler Landesarchiv/Archivio provinciale di Bolzano und/e Kompetenzzentrum für Regionalgeschichte der Freien Universität Bozen/Centro di competenza Storia regionale della Libera Università di Bolzano
Geschichte und Region/Storia e regione is a peer reviewed journal.
Redaktion/redazione: Christof Aichner, Andrea Bonoldi, Francesca Brunet, SiglindeClementi, Andrea Di Michele, Ellinor Forster, Walter Landi, Stefan Lechner, Hannes Obermair, Gustav Pfeifer, Karlo Ruzicic-Kessler, Philipp Tolloi.
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ISBN 978-3-7065-6118-1
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Inhalt / Indice
Zeit und Region
Tempo e regione
Giuseppe Albertoni/Karlo Ruzicic-Kessler
Editorial / Editoriale
Manuel Fauliri
Il beneficium tra trappole fatali e particolarismi regionali. Una proposta metodologica per una nuova periodizzazione nello studio di uno strumento di relazione nel regno italico (secc. VIII–X)
Lienhard Thaler
Wertewandel im spätmittelalterlichen Tirol. Maßeinheiten, Münzgewicht, Wechselkurse und Preise zwischen 1290 und 1500
Stefano Mangullo
Il meridionalismo nel Mezzogiorno tra ricostruzione e industrializzazione (1945–1950)
Aufsätze/Contributi
Isabella Walser-Bürgler
Vergangenheit im Licht des Fortschritts oder: Tiroler Geschichtsschreibung in der Aufklärung. Zwei richtungsweisende Eröffnungsreden an der Innsbrucker Academia Taxiana
Alexa Stiller
Politische Ökonomie und Praxis der nationalsozialistischen Umsiedlungen aus dem nördlichen Italien während des Zweiten Weltkrieges
Forum
Andrea Di Michele
Storicizzare i monumenti fascisti. Il caso di Bolzano
Hans Heiss
Corona und Clio: eine ansteckende Beziehung
Christof Aichner
Im Pyjama zur Konferenz. Ein Tagungs- und Erfahrungsbericht zum Format digitale Konferenzen: der Österreichische Zeitgeschichtetag 2020
Martin Rohde
Mobile Akademiker an der Universität Innsbruck und Nationalitätenfragen im späten 19./frühen 20. Jahrhundert. Hermann Ignaz Bidermann und Theodor Gartner
Magda Martini/Alexander Piff/Alice Riegler
Historegio. Grenzüberschreitende Forschungen über das historische Tirol
Rezensionen / Recensioni
Brigitte Mazohl/Rolf Steininger, Geschichte Südtirols
(Hans Heiss)
Michael Span, Ein Bürger unter Bauern? Michael Pfurtscheller und das Stubaital 1750–1850
(Margareth Lanzinger)
Eva Bachmann, Die Macht auf dem Gipfel. Alpentourismus und Monarchie 1760–1910
(Katharina Scharf)
Hans Heiss/Stefan Lechner, Erich Amonn. Bürger, Unternehmer, Politiker 1896–1970. Ein Porträt
(Franz Bauer)
Marcus M. Payk/Roberta Pergher (Hg.), Beyond Versailles. Sovereignty, Legitimacy, and the Formation of New Polities after the Great War
(Hannes Obermair)
Andrea Hurton, Vom Pogrom in den Widerstand. Walter Felix Suess (1912–1943). Musiker – Arzt – Gestapo-Opfer
(Gisela Hormayr)
Günther Pallaver/Leopold Steurer/Martha Verdorfer (Hg.), Einmal Option und zurück. Die Folgen der Aus- und Rückwanderung für Südtirols Nachkriegsentwicklung
(Andrea Di Michele)
Nicola Tonietto, La genesi del neofascismo in Italia. Dal periodo clandestino alle manifestazioni per Trieste italiana (1943–1953)
(Giorgio Mezzalira)
Horst Schreiber, Gedächtnislandschaft Tirol. Zeichen der Erinnerung an Widerstand, Verfolgung und Befreiung 1938–1945
(Martha Verdorfer)
Abstracts
Autoren und Autorinnen / Autori e autrici
Editorial
Haben Regionen eigene „Zeiten“, also „Regionalzeiten“, wie sie der Globalhistoriker Jürgen Osterhammel nannte? Unterliegen sie somit eigenen Entwicklungsgeschwindigkeiten, Umbrüchen und Zäsuren, Epochen und Perioden, oder sind sie vielmehr an den großen Uhren der Nationen, Staaten oder gar der Welt zu messen? Und vor allem: Wie soll die Regionalgeschichte mit diesem Problem umgehen? Dies sind Fragen, denen sich die Bozner Gespräche zur Regionalgeschichte 2018 unter dem Motto Zeit+Region gewidmet haben. Ziel dieser Veranstaltung war es, junge Historikerinnen und Historiker, die sich mit Fragen der Regionalgeschichte befassen, zu einer gemeinsamen Diskussion über Periodisierung und Spezifika der „Zeit“ in einem regionalhistorischen Kontext anzuregen. Damit konnte eine junge Forschergeneration in Bozen über Aspekte regionalhistorischer Zeitlichkeit und Periodisierung diskutieren. Thematisch bot die Konferenz ein weites Spektrum an Forschungsansätzen, die wirtschaftshistorische, historiografische, rechtshistorische und sozialhistorische Fragen in der regionalen Periodisierung diskutierten und sich von der Antike bis in die jüngste Vergangenheit erstreckten. Damit gelang die Einbettung verschiedener regionalhistorischer Fragestellungen in einem gemeinsamen Rahmen der Periodisierung, der die Grundlage für das vorliegende Heft bietet.
Tatsächlich ist die Frage der Periodisierung eine, die Historiker-innen und Historiker manchmal zu wenig beschäftigt. Die klassische, eurozentrische Einteilung der Geschichte in Altertum, Mittelalter und Neuzeit wird oft nicht genügend hinterfragt. Zweifelsohne dient die Periodisierung dem Festmachen von historischen Prozessen, die mit einem vermeintlichen Anfang und Ende dargestellt werden können. Die Geschichte, als „science des hommes dans le temps“, wie sie Marc Bloch bezeichnete, verlangt nach einer Einteilung für ihre Deutung. Jede Arbeit, die sich mit historischen Prozessen befasst, muss zwangsläufig auf eine Periodisierung zurückgreifen. Das Thema wird zeitlich eingeschränkt und eingeteilt, zeitliche Konnexe hergestellt, das Kontinuum der Zeit je nach Anforderung für eine angemessene Behandlung des Themas hierarchisiert, gedehnt und gestreckt, um Zäsuren angeordnet. So meint etwa Jürgen Osterhammel: „Die Zeitstrukturem, die sich Historiker als ihre Hilfsmittel zurechtlegen, sind niemals ganz aus der rekonstruierbaren Zeitwahrnehmung der historischen Subjekte geschöpft“.1 Diese Periodisierung kann sich an Datierungen (Jahrzehnte, Jahrhunderte oder „lange“ Jahrhunderte), Herrschaftsperioden (die „karolingische Zeit“, die Zeit der Tudors in England), besondere Daten und Zäsuren (etwa 1492, 1648, 1789, 1815, 1914 für die europäische Geschichte), wirtschaftliche Entwicklungen (die Industrielle Revolution) und einer Vielzahl anderer Faktoren richten. Gemeinsam ist jeglicher Art von Periodisierung, dass sie einteilend und einschränkend wirkt. In ihr geht es genauso um das Weglassen wie um das Einbeziehen von bestimmten Ereignissen und Entwicklungen. Dies bedeutet auch, dass die Periodisierung auf spezifische Ereignisse oder Ereignisketten hinweist, den Blick auf bestimmte Faktoren – etwa politische, wirtschaftliche, religiöse oder andere Vorgänge – richtet und damit der „Zeit“ Struktur gibt. So sehr uns diese Einteilungen bei der Widergabe von Vorgängen helfen und eine Auseinandersetzung mit verschiedenen Themen in einer ”gemeinsamen Sprache“ erlauben, so können sie dazu verleiten, tradierte Auffassungen von Zeitlichkeit nicht in Frage zu stellen. Frei nach dem Zitat von Samuel Butler – „God cannot alter the past, though historians can“ – wird mit der Definition einer Zeitlichkeit oder einer Periodisierung auch Geschichte „gemacht“. Historikerinnen und Historiker ändern mit ihren Analysen die Geschichte und geben ihr neue Interpretationen und neue Bedeutung.
Trotz unterschiedlicher Versuche, Zeit und Zeitlichkeit von den althergebrachten Einschränkungen zu lösen, wie dies etwa in der Globalgeschichte oder der connected history geschieht, bleiben bis heute zu einem grossen Teil nationalhistorische Vorstellungen paradigmatisch für die Geschichtswissenschaft. In diesen wird eine auf einen bestimm ten Raum erstellten Abfolge von Ereignissen Relevanz zugesprochen. Auf ihre lange Vorherrschaft in der Geschichtswissenschaft ist es auch zurückzuführen, dass viele Periodisierungen geografisch nationalen Territorien gleichen. Schließlich kann Jacques Le Goff gefolgt werden, wenn er meint: „Dividing history into periods is never […] a neutral or innocent act. The changeable reputation of the Middle Ages over the past two hundred years proves my point. Not only is the image of a historical period liable to vary over time; it always represents a judgement of value with regard to sequences of events that are grouped together in one way rather than another.“2 Daher stellt sich umso mehr die Frage nach einer regionalhistorischen Betrachtung nicht nur von Raum, sondern auch von Zeit. Mit einer regionalspezifischen Periodisierung wird der Konnex zwischen dem Raum (der Region) und „seiner“ Zeit hergestellt. Damit löst sich die Regionalgeschichte von nationalhistorisch tradierten Erzählungen und kann sich mit, neben und unabhängig von diesen darstellen lassen sowie in einem supranationalen und globalen Kontext einbetten. Die Problematik der Übertragung westlicher/ eurozentrischer Periodisierungen auf den Rest der Welt kann parallel zur Problematik der Übertragung nationalhistorischer Periodisierungen auf Regionen betrachtet werden. Solche Übertragungen führen automatisch zu einer Einschränkung und Verneinung spezifischer Periodisierungen.
Regionale Perspektiven haben aber auch ihre Tücken, denn sie reproduzieren im Kleinen oft dieselben Mechanismen, die den nationalen Identitäten zugrunde liegen. Das Erbe des 19. Jahrhunderts sind nicht nur Nationalismen, sondern auch die vielen lokalen „Mikronationalismen“, die Historiker häufig mehr oder weniger bewusst dazu veranlassten, in anachronistischer Weise die regionalen Identitäten der Gegenwart in die Vergangenheit zu projizieren, sie im genealogischen Sinne als „Abstammungsgemeinschaften“ zu verstehen, die aus biologischer, kultureller, sprachlicher und territorialer Sicht definiert sind.
Diese Identitäten sind voll und ganz Teil der „vergifteten Landschaft“, um einen wirkungsvollen Ausdruck von Patrick J. Geary zu verwenden, die die Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts den folgenden Generationen hinterlassen hat.3 Die innovativste Forschung, die in den letzten Jahrzehnten der regionalen Dimension eine neue Zentralität verliehen hat, während sie gleichzeitig einer in sich geschlossenen Lokalgeschichte entkommen ist, war und ist von dieser Landschaft weit entfernt. Sie beschreitet meist zwei verschiedene Wege. Der erste ist die Mikrogeschichte, die in den siebziger und achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts von großer Bedeutung war, auch dank erfolgreicher, wenn auch sehr unterschiedlicher Bücher wie Carlo Ginzburgs Der Käse und die Würmer oder Emmanuel Le Roy-Laduries Montaillou.4 Es handelte sich um einen Weg, der wenig oder gar nichts mit früheren Traditionen der Lokalgeschichte zu tun hatte. Die Mikrohistoriker interessierten sich in der Tat weniger für die Geschichte eines Territoriums als vielmehr für die eines Individuums oder einer Gemeinschaft. Der Schwerpunkt lag vor allem auf der Kultur der einfachen Leute, die lange Zeit am Rande der historischen Forschung standen, und insbesondere auf der „Populärkultur“. Es ist kein Zufall, dass der Untertitel von Der Käse und die Würmer von Ginzburg Die Welt eines Müllers um 1600 ist. Und es sind gerade die „Mikrokosmen“ und nicht die regionalen Sphären im eigentlichen Sinne, die im Mittelpunkt einer fast zwanzigjährigen Forschungsgeschichte standen, die in jüngerer Zeit dank einer glücklichen und vielleicht unerwarteten Einbettung der mikrohistorischen Dimension in die Globalgeschichte wiederbelebt wurde. Dieser Weg wird durch zwei Bücher von Natalie Zemon Davis, einer der Hauptprotagonistinnen der mikrohistorischen Forschung, gut veran-schaulicht. 1983 untersuchte sie mit The Return of Martin Guerre Formen der bäuerlichen Identität anhand der Geschichte eines Hochstaplers in den Pyrenäen des 16. Jahrhunderts; zwanzig Jahre später untersuchte sie mit Trickster travels: a sixteenth-century Muslim between worlds anhand der Biographie von Hasan al-Wazzan, im Westen als Leo Africanus bekannt, die vielfältigen Identitäten, die sich in der mediterranen Welt verflechten.5
Die mikrohistorische Forschung, die sich hauptsächlich auf den individuellen und kollektiven „Kosmos“ konzentriert, hat es selten geschafft, in einen Dialog mit der Regionalgeschichte im traditionelleren, stark an den territorialen Kontext gebundenen Sinn zu treten. Sie hat jedoch wesentlich zu einer fruchtbaren Debatte über die regionale oder territoriale Dimension der Geschichtswissenschaft beigetragen, einer Debatte, in der Geschichte und Region / Storia e Regione ein wichtiger Protagonist war und ist. Es ist kein Zufall, dass der Titel der ersten Ausgabe, nicht ohne Ironie, lautet: Die Grenzen der Provinz / I limiti della provincia. Als dieses Heft 1992 erschien, war klar, dass die „Grenzen“, die „Limitierungen“ der lokalen oder traditionellen Landesgeschichte zu eng und erdrückend waren für innovative Forschung, die sich von den großen Erzählungen und von einem oft sterilen Gegensatz zwischen lokaler und allgemeiner Geschichte lösen wollte. Auf der anderen Seite gab es verschiedene Beispiele von Forschungsarbeiten, die die lokale Dimension als Instrument zur Behandlung allgemeinerer Fragen nutzten und sich nicht auf diese lokale Dimension beschränkten. In diese Forschung – dem zweiten der oben erwähnten Wege – wurde das Projekt Geschichte und Region eingefügt, ein Projekt, das seit fast dreißig Jahren sehr unterschiedliche Themen miteinander verknüpft. Auch das vorliegende Heft geht in diese Richtung, obwohl sich das historiographische Panorama seit den frühen neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts in vielerlei Hinsicht verändert hat. In der Tat haben sich in den letzten Jahrzehnten viele Forschungsvorhaben der lokalen Dimension genähert, um spezifische Rahmenbedingungen für soziale, politische und wirtschaftliche Fragen zu vertiefen. Die innovativsten Arbeiten haben dies mit einem vergleichenden Ansatz getan, der nicht die Kategorien „normal“ und „außergewöhnlich“ verwendet, den regionalen Fall nicht als Bestätigung oder Ausnahme einer angenommenen nationalen oder universellen „Regel“ betrachtet, sondern einzelne lokale Gesellschaften untersucht, um sie miteinander zu vergleichen, um Ähnlichkeiten, Unterschiede, Divergenzen, unterschiedliche Zeitlichkeiten historischer Vorgänge feststellen zu können. Ein Vorbild ist in dieser Hinsicht die Forschung von Chris Wickham, die aus methodologischer Sicht nicht nur für das Mittelalter wichtig ist. In seiner Monographie zu den Gesellschaften des frühen Mittelalters verknüpfte er meisterhaft Weltgeschichte und Regionalgeschichte und verglich einzelne Fallstudien, die den lokalen Gesellschaften im euro-mediterranen Rahmen gewidmet waren.6 In diesen historiographischen Kontext betten sich auch die Aufsätze im monographischen Teil dieser Ausgabe von Geschichte und Region / Storia e Regione ein.
Den Anfang macht der Aufsatz von Manuel Fauliri, der das beneficium als Instrument der Beziehungen im hochmittelalterlichen Italien analysiert. Im Zentrum von Fauliris Forschung steht daher ein klassisches Thema des Mittelalters – das beneficium, das lange als Vorläufer des Lehens galt –, das er auf innovative Weise untersucht. Es handelt sich um eine historisch-anthropologische Perspektive, die Anregungen aus der Theorie von Marcel Mauss und vor allem aus dem Paradoxon keeping-while-giving aufgreift und neu bearbeitet, das die amerikanische Anthropologin Annette Weiner für die Gesellschaften Ozeaniens untersucht hat. Aber aus unserer Sicht ist Fauliris Aufsatz vor allem wichtig für die Art und Weise, wie er dieses Thema in Zusammenhang mit Zeit und Raum stellt. Eine Zeit, die sich im Vergleich zu dem untersuchten Phänomen nicht in die kanonischen Daten des Beginns und des Endes der karolingischen Herrschaft in Italien (774–888) einordnen lässt. Ein Raum, der eine anachronistische Analyse ausgehend von den Regionen, wie sie heute verstanden werden, ablehnt, der aber auf der Grundlage der untersuchten Einzelfälle und der mit ihnen verbundenen sozialen, wirtschaftlichen und politischen „kleinen Welten“ aufgebaut ist.
Einen wirtschaftshistorischen Aspekt betrachtet der Artikel von Lien-hard Thaler, der eine umfassende Darstellung des Wertes von Geld zwischen 1290 und 1500 präsentiert. Die Langzeitstudie bietet damit die Möglichkeit, auf verschiedene Entwicklungen einer Region einzugehen und diese in einem größeren Kontext einzubetten, sowie über den Wert des Geldes zu verstehen, welche ökonomischen Verhältnisse vorherrschten und welche Schlüsse daraus gezogen werden können. Damit verortet der Artikel die Tiroler Preisentwicklungen in einem europäischen Kontext und bietet eine Grundlage für weitere Forschungen zur mittelalterlichen Währungs-, Preis- und Lohngeschichte.
Im Beitrag von Stefano Mangullo wird ein zentraler Aspekt der italienischen Geschichte nach 1945 neu bewertet. Er nähert sich dem meridionalismo in Süditalien in den Jahren unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges mit sozialen, ökonomischen und politischen Fragestellungen und zeigt auf, wie nach dem Krieg eine neue, breite Bewegung in Süditalien Lösungsansätze für die Industrialisierung und die allgemeinen Entwicklung einer rückständigen Region vorzubringen versuchte. Im Wechselspiel zwischen politischen Akteuren unterschiedlicher Herkunft, den Institutionen, die sich dem Thema widmeten, und den gesetzlichen Rahmenbedingungen der Zeit, zeichnet er ein komplexes Bild von Forderungen und Ansprüchen, das eine eigene Zeitlichkeit der Entwicklung des Mezzogiorno zu erklären vermag.
Die drei Aufsätze des monographischen Teil dieses Heftes unterscheiden sich hinsichtlich der jeweils untersuchten Themen und Epochen sowie den historiographischen Ansätzen, sie nähern sich der Geschichte des Lehnswesen, des Geldwertes und des meridionialismo, indem sie einen oder mehrere regionale Fälle und die mit ihnen verbundenen Zeitlichkeiten untersuchen.
Giuseppe Albertoni und Karlo Ruzicic-Kessler
1 Jürgen OSTERHAMMEL, Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts, Monaco 2010, p. 116.
2 Jacques Le Goff, Must We Divide History Into Periods?, New York 2015, S. 17.
3 Cfr. Patrick J. GEARY, The Myth of Nations. The Medieval Origins of Europe, Princeton 2002.
4 Carlo GINZBURG, Il formaggio e i vermi. Il cosmo di un mugnaio del ‘500, Torino 1976 [dt.: Der Käse und die Würmer. Die Welt eines Müllers um 1600, Frankfurt a. M. 1979]; Emmanuel LE ROY LADURIE, Montaillou, village occitan de 1294 à 1324, Paris 1977 [dt.: Montaillou. Ein Dorf vor dem Inquisitor 1294 bis 1324, Frankfurt a. M./ Berlin 1986].
5 Natalie ZEMON DAVIS, The Return of Martin Guerre, Cambridge, MA 1983 (dt.: Die wahrhaftige Geschichte von der Wiederkehr des Martin Guerre, München 1984]; DIES., Trickster Travels: a Sixteenth-Century Muslim between Worlds, New York 2006 (dt.: Leo Africanus. Ein Reisender zwischen Orient und Okzident, Berlin 2008].
6 Cfr. Chris WICKHAM, Framing the Early Middle Ages. Europe and the Mediterranean, 400–800, Oxford 2005.
Editoriale
Le regioni hanno dei propri “tempi storici”, dei “tempi regionali”, secondo la definizione di Jürgen Osterhammel, uno dei maggiori studiosi di storia globale? Sottostanno di conseguenza a proprie velocità di sviluppo, a propri rivolgimenti e cesure, a proprie epoche e periodi o devono essere analizzate secondo le scansioni cronologiche delle nazioni, degli stati o addirittura del mondo? E soprattutto: come deve rapportarsi con questo tema la storia regionale? A queste domande sono stati dedicati nel 2018 i Colloqui bolzanini di storia regionale a partire dal motto Tempo+regione. L’obiettivo di questa manifestazione era quello di sollecitare giovani storiche e storici che si occupano di storia regionale a discutere insieme sulla periodizzazione e sugli aspetti specifici legati al “tempo” in un contesto storico regionale. In tal modo ricercatrici e ricercatori appartenenti per lo più a una nuova generazione hanno potuto affrontare a Bolzano aspetti relativi alla temporalità storico-regionale e alle periodizzazioni. Da un punto di vista tematico il convegno ha offerto un ampio spettro di ambiti di ricerca, che hanno riguardato questioni storico-economiche, storiografiche, storico-giuridiche e storico-sociali in una periodizzazione regionale e in una dimensione cronologica estesa dall’antichità sino al passato più recente. In tal modo è stato possibile collocare diverse questioni di storia regionale nella cornice comune del tema della periodizzazione, che costituisce anche il fulcro di questo numero di Geschichte und Region / Storia e regione.
In realtà la periodizzazione è una di quelle questioni che talvolta occupano troppo poco le storiche e gli storici. La classica suddivisione eurocentrica della storia in antichità, medioevo e storia moderna/contemporanea spesso non viene analizzata criticamente in modo sufficiente. Sicuramente la periodizzazione serve a fissare dei processi storici, che possono essere rappresentati con un presunto inizio e una presunta fine. La storia intesa come “science des hommes dans le temps”, secondo la definizione di Marc Bloch, esige una suddivisione per essere interpretata. Ogni lavoro che si occupa di processi storici deve quindi inevitabilmente ricorrere a una periodizzazione: il tema analizzato viene limitato e suddiviso da un punto di vista temporale; sono elaborate delle connessioni temporali; la sequenza del tempo viene gerarchizzata, dilatata o ristretta secondo le diverse esigenze necessarie; essa viene disposta attorno ad alcune cesure. Di conseguenza Jürgen Osterhammel ritiene che: “Le strutture del tempo, che gli storici escogitano come propri sussidi, non sono mai tratte del tutto dalla ricostruibile percezione temporale dei soggetti storici”.1 Questa periodizzazione può far riferimento a datazioni (decenni, secoli o secoli “lunghi” e “brevi”), a periodi di dominazione (l’età carolingia, l’età dei Tudor in Inghilterra), a specifici anni o cesure (per esempio 1492, 1468, 1789, 1815, 1914 per la storia europea), a sviluppi economici (la rivoluzione industriale) o a una molteplicità di altri fattori. Ogni tipo di periodizzazione ha però in comune il fatto che agisce suddividendo e delimitando. In essa si tratta sempre di tralasciare o di includere distinti avvenimenti e sviluppi. Ciò significa anche che la periodizzazione richiama specifici eventi o specifiche catene di eventi, volge lo sguardo su determinati fattori – siano essi politici, economici, religiosi o altri processi – e in tal modo dà una struttura al “tempo”. Queste suddivisioni tuttavia così come ci aiutano nella restituzione dei processi storici e permettono un confronto con temi diversi in una “lingua comune”, possono anche indurre a non mettere in questione consolidate interpretazioni della temporalità. Interpretando liberamente una citazione di Samuel Butler – “God cannot alter the past, though historians can” – anche con la definizione della temporalità o di una periodizzazione viene “fatta” storia. Le storiche e gli storici modificano la storia con le loro analisi e le danno nuove interpretazioni e un nuovo significato.
Nonostante diversi tentativi di liberare il tempo e la temporalità dalle limitazioni tradizionali, come accade per esempio nella storia globale o nella connected history, le rappresentazioni storico-nazionali restano in gran parte sino a oggi paradigmatiche per le scienze storiche. In esse viene data rilevanza a una sequenza di eventi costruita a partire da un preciso spazio. Dobbiamo ricondurre al loro lungo predominio nelle scienze storiche il fatto che molte periodizzazioni dal punto di vista geografico corrispondano ai territori nazionali. In fondo può essere seguito Jacques Le Goff quando afferma che “Dividing history into periods is never […] a neutral or innocent act. The changeable reputation of the Middle Ages over the past two hundred years proves my point. Not only is the image of a historical period liable to vary over time; it always represents a judgement of value with regard to sequences of events that are grouped together in one way rather than another”.2
Per questo è sempre più forte la domanda di una trattazione storicoregionale non solo dello spazio, ma anche del tempo. Con una periodizzazione specificamente regionale viene stabilita una connessione tra lo spazio (la regione) e il “suo” tempo. Così la storia regionale può liberarsi dalle tradizionali narrazioni storiconazionali e può essere rappresentata con esse, accanto a esse o indipendentemente da esse, così come può essere collocata in un contesto sovranazionale e globale. La problematica della trasmissione di periodizzazioni occidentali ed eurocentriche al resto del mondo può parallelamente essere affrontata specularmente anche come la problematica della trasmissione di periodizzazioni storico-nazionali sugli ambiti regionali. Queste trasmissioni portano automaticamente alla restrizione e alla negazione di periodizzazioni specifiche.
Ma anche le prospettive regionali hanno le loro insidie, perché spesso riproducono su scala ridotta i medesimi meccanismi che stanno alla base delle identità nazionali. Non dobbiamo mai dimenticare, infatti, che tra i lasciti dell’Ottocento non abbiamo solo i nazionalismi, ma anche i molti “micronazionalismi” locali che di frequente hanno spinto gli storici, in modo più o meno consapevole, a proiettare in modo anacronistico nel più lontano passato le identità regionali del presente, a pensarle in senso genealogico come delle “comunità di discendenza” definite da un punto di vista biologico, culturale, linguistico e territoriale.
Queste identità fanno pienamente parte di quel “paesaggio avvelenato”, per usare un’efficace espressione di Patrick J. Geary, che la storiografia ottocentesca ha lasciato alle generazioni successive.3 Da questo paesaggio si sono tenute e si tengono ben lontane le ricerche più innovative, che negli ultimi decenni hanno dato una nuova centralità alla dimensione regionale, rifuggendo al contempo da una storia locale chiusa su se stessa. Esse hanno seguito per lo più due strade diverse. La prima è quella microstorica, di grande impatto negli anni Settanta e Ottanta del secolo scorso, grazie anche a libri di successo, benché molto diversi fra loro, come Il formaggio e i vermi di Carlo Ginzburg o Montaillou di Emmanuel Le Roy-Ladurie.4 Si trattava di una via che poco o nulla aveva a che fare con le tradizioni di storia locale precedenti: i “microstorici”, infatti, non si interessavano tanto alla storia di un territorio, quanto a quella di un singolo individuo o di una comunità. L’occhio era puntato principalmente sulla cultura di persone comuni a lungo ai margini della ricerca storica e, in particolare, sulla “cultura popolare”. Non a caso il sottotitolo de Il formaggio e i vermi di Ginzburg è Il cosmo di un mugnaio nel ‘500. E proprio i “microcosmi” più che gli ambiti regionali in senso proprio sono stati al centro di una stagione di ricerca quasi ventennale, che si è rivitalizzata in tempi più recenti grazie a un felice e forse inatteso innesto della dimensione microstorica nella storia globale. Questo percorso è ben esemplificato da due libri di Natalie Zemon Davis, una delle principali protagoniste delle ricerche microstoriche, e non solo. Nel 1983 con Il ritorno di Martin Guerre indagò le forme dell’identità personale contadina attraverso la storia di un impostore nei Pirenei del Cinquecento; vent’anni dopo, con La doppia vita di Leone l’Africano, attraverso le vicende romanzesche di Hasan al-Wazzan, conosciuto in
Occidente come Leone l’Africano, ha studiato le molteplici identità che si intrecciano nel mondo mediterraneo.5
Concentrate soprattutto sui “cosmi”, individuali e collettivi, le ricerche microstoriche raramente sono riuscite a entrare in dialogo con la storia regionale intesa in senso più tradizionale, fortemente legata al contesto territoriale. Hanno contribuito tuttavia in modo notevole ad avviare un proficuo dibattito sulla dimensione regionale o territoriale della ricerca storica, un dibattito del quale Geschichte und Region / Storia e regione è stata e continua a essere un’importante protagonista. Non a caso il titolo del suo primo numero è, non senza ironia, Die Grenzen der Provinz / I limiti della provincia. Quando nel 1992 uscì quel numero era ormai evidente che i “confini”, i “limiti” della storia locale o della Landesgeschichte tradizionale erano troppo angusti e soffocanti per una ricerca storica innovativa, che avesse voluto uscire dalle grandi narrazioni dominanti e da una contrapposizione spesso sterile tra storia locale e storia generale. D’altra parte diversi erano ormai gli esempi di ricerche che usavano la dimensione locale come laboratorio per affrontare temi di portata più generale, non limitati a un’erudizione localistica. In questa direzione – la seconda delle vie sopra accennate – si inseriva il progetto culturale di Storia e regione, un progetto che lega tra loro i temi monografici molto diversi l’uno dall’altro affrontati ormai da quasi un trentennio. In questa direzione si inserisce anche il numero odierno, benché ormai il panorama storiografico generale sia per molti versi cambiato da quello dei primi anni Novanta del secolo scorso. Molte sono state infatti negli ultimi decenni le ricerche che si sono avvicinate alla dimensione locale per approfondire quadri specifici di tematiche sociali, politiche ed economiche. Le più innovative lo hanno fatto con un approccio comparativo che non usa le categorie di “normale” e di “eccezionale”, non vede il caso regionale come una conferma o un’eccezione della “regola” nazionale o universale, ma studia le singole società locali per poterle comparare tra loro, per poter rilevare le somiglianze, le differenze, le divergenze, i diversi tempi dei fenomeni storici. Un modello, da questo punto di vista, è costituito dalle ricerche di Chris Wickham, importanti dal punto di vista metodologico non solo per i medievisti. Si pensi in particolare alla sua monografia dedicata alle società nell’alto medioevo: in essa egli ha coniugato magistralmente storia globale e storia regionale, comparando singoli case studies dedicati a società locali in una cornice euromediterranea.6 È in questo contesto storiografico ampiamente rinnovato che vanno collocati anche i saggi riportati nella parte monografica di questo numero di Geschichte und Region / Storia e regione.
Esso si apre con un saggio di Manuel Fauliri che analizza il beneficium come strumento di relazione nell’Italia altomedievale. Al centro della ricerca di Fauliri vi è dunque un tema classico della medievistica – il beneficium, a lungo ritenuto l’antecedente del feudo – che egli affronta in modo innovativo, da una prospettiva storico-antropologica che riprende e rielabora spunti della teoria del dono di Marcel Mauss e, soprattutto, del paradossale “dare mantenendo” (keeping-while-giving) studiato per le società dell’Oceania dall’antropologa statunitense Annette Weiner. Ma, dal nostro punto di vista, il saggio di Fauliri è importante soprattutto per come egli inserisce questo tema nel binomio tempo/spazio. Un tempo che, rispetto al fenomeno studiato, non può essere rinchiuso all’interno delle date canoniche dell’inizio e della fine della dominazione carolingia in Italia (774–888). Uno spazio che rifiuta un’analisi anacronistica a partire dalle regioni così come sono oggi intese, ma che si costruisce a partire dai singoli casi studiati e dai “piccoli mondi” sociali, economici, politici a essi collegati.
Un aspetto storico-economico è trattato invece nell’articolo di Lienhard Thaler che presenta un’ampia analisi del valore del denaro tra il 1290 e il 1500. Lo studio su un lungo periodo gli ha offerto la possibilità di approfondire i diversi sviluppi di una regione, il Tirolo, e di collocarli in un contesto più vasto. Inoltre gli ha permesso di comprendere a proposito del valore del denaro quali rapporti economici fossero dominanti e quali conclusioni si possano trarre da essi. In tal modo l’articolo colloca in un contesto europeo lo sviluppo dei prezzi in Tirolo e offre le basi per ulteriori studi futuri sulla storia medievale della moneta, dei prezzi e dei salari.
Nell’articolo di Stefano Mangullo, invece, viene analizzato da una prospettiva innovativa un aspetto centrale della storia italiana successiva al 1945. Esso affronta infatti il “meridionalismo” nell’Italia del Sud subito dopo la fine della seconda guerra mondiale. L’autore analizza questioni sociali, economiche e politiche che mostrano come dopo la guerra si sia diffuso in Italia meridionale un nuovo, ampio movimento che rispondeva alle richieste di industrializzazione e di sviluppo generale di un territorio ritenuto arretrato. Sullo sfondo dell’interazione tra attori politici di diversa origine, delle istituzioni che si occuparono di queste tematiche e del quadro giuridico del tempo, viene tracciato un quadro complesso di richieste e rivendicazioni, che si propone di spiegare l’originale temporalità dello sviluppo del “Mezzogiorno”.
Molto diversi tra loro per temi analizzati, ambiti cronologici e approcci storiografici, i tre saggi che compongono la parte monografica di questo numero affrontano dunque tre questioni storiografiche: le origini del feudalesimo; il potere d’acquisto della moneta tra basso medioevo e prima età moderna; il meridionalismo. Lo fanno studiando uno o più casi regionali e i tempi della storia a essi collegati.
Giuseppe Albertoni e Karlo Ruzicic-Kessler
1 Jürgen OSTERHAMMEL, Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts, München 2010, S. 116.
2 Jacques LE GOFF, Must We Divide History Into Periods?, New York 2015, p. 17.
3 Cfr. Patrick J. GEARY, The Myth of Nations. The Medieval Origins of Europe, Princeton 2002.
4 Carlo GINZBURG, Il formaggio e i vermi. Il cosmo di un mugnaio del ‘500, Torino 1976 (nuova edizione Milano 2019); Emmanuel LE ROY LADURIE, Montaillou, village occitan de 1294 à 1324, Paris 1977 [ital.: Storia di un paese: Montaillou. Storia di un villaggio occitanico durante l’inquisizione, 1294–1324, Milano 1977].
5 Natalie ZEMON DAVIS, The Return of Martin Guerre, Cambridge, MA 1983 [ital.: Il ritorno di Martin Guerre. Un caso di doppia identità nella Francia del Cinquecento, Torino 1984]; EADEM, Trickster Travels: a Sixteenth-Century Muslim between Worlds, New York 2006 [ital.: La doppia vita di Leone l’Africano, Roma/Bari 2008].
6 Cfr. Chris WICKHAM, Framing the Early Middle Ages. Europe and the Mediterranean, 400–800, Oxford 2005 [ital.: Le società dell’alto medioevo. Europa e Mediterraneo, secoli V–VIII, Roma 2009].
Il beneficium tra trappole fatali e particolarismi regionali
Una proposta metodologica per una nuova periodizzazione di uno strumento di relazione nel regno italico (secc. VIII–X)
Manuel Fauliri
Periodizzare: una trappola fatale?
Negli ultimi decenni, all’interno di vivaci dibattiti storiografici, si è discusso a lungo in merito ai processi di transizione tra periodi diversi della storia medievale e sulle relative trasformazioni riscontrabili a seconda delle aree geografiche indagate. Negli anni Novanta del secolo scorso ad esempio, a seguito del progetto di ricerca internazionale intitolato The Transformation of the Roman World, è stata messa in atto una profonda opera di revisione e di messa in discussione nei confronti di tradizioni storiografiche da tempo consolidate. Nuove proposte interpretative, infatti, hanno permesso di evidenziare gli elementi di fluidità e di continuità tra antichità ed età medievale in contrasto con la lettura tradizionale che vedeva piuttosto una netta cesura coincidente con la caduta dell’Impero romano d’Occidente.1 Negli stessi anni, d’altro canto, anche un tema come il feudalesimo è stato oggetto di intense discussioni che hanno visto emergere posizioni molto diverse arrivando in alcuni casi a proporre il superamento di tale concetto.2
In tale cornice storiografica si inserisce anche il tema del beneficium, che tuttavia negli ultimi decenni è stato in parte accantonato dalla ricerca specie per quanto riguarda l’epoca altomedievale. Si tratta di uno strumento impiegato nella creazione di relazioni che tradizionalmente è stato letto come cardine del rapporto vassallatico-beneficiario, impiegato dunque prevalentemente in un contesto militare, e che sarebbe stato introdotto in Italia dai Franchi dopo la conquista del regno longobardo nell’estate del 774.3 Anche per lo studio del beneficium si pone quindi un problema di periodizzazione, che d’altra parte si presenta in ogni indagine storica. In effetti, come ha ricordato Walter Pohl, “scrivere la storia richiede una riduzione della complessità del passato, che sarebbe altrimenti impossibile da raccontare”4, ma lo studioso austriaco ha osservato al tempo stesso che una riduzione eccessiva del passato rischierebbe di essere fuorviante ostacolando di fatto la ricostruzione della complessità storica. Ecco dunque che la periodizzazione è stata percepita da Julia Smith come una “trappola fatale per gli storici”5, sebbene tale operazione sia di fatto “indispensabile, quasi un respiro naturale del ragionamento storico”6, come ebbe modo di osservare Andrea Giardina in un saggio teso a riflettere sulla diffusione del concetto di tardoantico. Charles S. Maier ha notato, in particolare, come la periodizzazione sia volta a rispondere a una domanda implicita nel suo agire, vale a dire “cosa è importante?”, ma importante in un senso particolare “come nesso decisivo di una catena sequenziale o narrativa di ‘prima e dopo’”7, arrivando alla conclusione che la periodizzazione “è un concetto che non ha a che fare con gli avvenimenti, che possono essere separati in qualsiasi punto della loro successione cronologica, bensì con il loro significato.”8
Appare dunque evidente nelle indagini storiche la necessità di ancorarsi a dei punti fermi, costituiti dalle date e dalle localizzazioni specifiche di determinati eventi, che vanno tuttavia collocati in una più ampia cornice storica sebbene comunque, come sottolineato da Glen Bowersock, “stabilire dove situarli è un atto di interpretazione”.9 Al problema della periodizzazione si aggiunge quindi anche la questione della differenziazione a livello regionale, altro elemento di cui tenere conto nelle indagini storiche. Nell’analisi dei fenomeni storici entrambe le questioni sono in effetti imprescindibili e con esse lo storico si trova necessariamente a confrontarsi, per non rischiare di appiattire l’indagine su preconcetti temporali o su narrazioni basate su una dimensione nazionale che non tengano conto delle varietà locali. Anche nello studio di una forma di concessione come il beneficium si avverte, infatti, la necessità di esplorare un panorama geografico ampio che consenta comparazioni tra gli usi di tale strumento in vari contesti locali e di individuare riferimenti cronologici che, come si avrà modo di vedere, non siano obbligatoriamente vincolati alle partizioni temporali tradizionali.
In questo articolo intendo dunque analizzare il tema del beneficium nel regno italico di tradizione longobarda tenendo conto delle nuove prospettive storiografiche, non numerose ma significative, che negli ultimi anni sono emerse soprattutto in ambito tedesco e anglosassone. Si tratta di ricerche preliminari che andrebbero ulteriormente sviluppate ma che ho cercato di avviare non tanto per rispondere in maniera netta all’annosa questione relativa alla continuità o discontinuità che la conquista carolingia comportò per il regno italico, ma per provare a comprendere in che modo lo strumento del beneficium, nei primi decenni di occupazione franca e poi nella fase successiva, abbia permesso la formazione di nuove reti di rapporti e in che misura si sia rivelato uno strumento utile per creare una nuova coesione sociale. L’articolo è dunque suddiviso in due parti: la prima dedicata alle questioni storiografiche relative al tema, con particolare attenzione ai più recenti approcci che potrebbero offrire nuovi strumenti per indagare il beneficium anche nel contesto italico; nella seconda invece cercherò di affrontare, alla luce delle questioni discusse nella prima parte, alcuni casi particolarmente significativi per osservare gli usi e le principali caratteristiche dello strumento beneficiario.
Beneficium, precaria e paradossi antropologici
Il tema del beneficium è stato a lungo concepito all’interno del discorso sul feudalesimo, al centro negli ultimi decenni di importanti rivisitazioni sfociate nell’acceso dibattito suscitato dalla pubblicazione, nel 1994, di Fiefs and Vassals di Susan Reynolds.10 Tale opera in un certo senso costituisce una sorta di spartiacque, conducendo a una periodizzazione relativa allo stesso dibattito storiografico con un prima e un dopo Reynolds.11 Il principale obiettivo polemico della storica inglese era il feudalesimo nella sua accezione storico-giuridica così come era stato elaborato in particolare dallo storico belga François Louis Ganshof e ritenuto dalla studiosa il più pericoloso poiché si presentava apparentemente come il più oggettivo. Il feudalesimo ganshofiano, infatti, avrebbe fornito una sorta di lente protettiva, degli occhiali da sole attraverso i quali si sarebbero potute osservare le stranezze e le varietà delle creature medievali.12 Tali occhiali avrebbero consentito agli storici di vedere uniformata una realtà che tuttavia uniforme non era, e dunque per tale motivo la studiosa propose di abbandonare i modelli generali come il concetto di feudalesimo estraneo a suo dire alla realtà indagata ed elaborato solo successivamente. In tale prospettiva gli stessi termini vassallo e vassallaggio avrebbero agito come dei buchi neri concettuali capaci di risucchiare ogni interpretazione storica che si fosse imbattuta in loro.13 L’impeto demolitorio di Susan Reynolds non ha tuttavia prodotto un modello alternativo che riuscisse a emergere dalle macerie del precedente edificio costruito a suo tempo da Ganshof, ma ha avuto il merito di infrangere o quanto meno incrinare molti schemi mentali consolidati. Fiefs and Vassals, come già accennato, ha portato infatti a un intenso dibattito tra gli studiosi, riaccendendo il loro interesse nei confronti dei Libri feudorum e verso la comparsa nel secolo XII di un diritto feudale in forma scritta, e ha proposto al tempo stesso prospettive di studio nuove sulle forme di proprietà e di possesso nell’alto medioevo.
Se il dibattito successivo alla pubblicazione dell’opera si è concentrato prevalentemente sul ruolo giocato dai Libri feudorum nell’elaborazione del feudalesimo, meno risalto hanno avuto tuttavia le pur importanti riflessioni della studiosa in merito al beneficium e le critiche da lei rivolte alla tradizionale lettura di tale particolare concessione come forma di compensazione militare. La concessione beneficiaria, infatti, vista per lungo tempo come asse portante del rapporto vassallatico-beneficiario, a seguito della radicale critica mossa da Reynolds al concetto stesso di feudalesimo e alla proposta di una diversa scansione temporale del fenomeno ha subito una sorta di messa al bando nelle indagini storiche sull’alto medioevo, specie per quanto riguarda la storiografia italiana. In Italia, dove immediato era stato l’interesse per il modello di feudalesimo proposto dallo storico belga senza per questo comportare una sua accettazione automatica, diversi studiosi si erano d’altra parte occupati anche del beneficium offrendo importanti contributi, pur rimanendo sostanzialmente legati a un’interpretazione dello strumento beneficiario in chiave storicogiuridica.14 Di grande rilievo sono in particolare le considerazioni avanzate da Piero Brancoli Busdraghi che, sebbene adottasse nella sua indagine una prospettiva retroattiva prendendo le mosse dal cosiddetto Edictum de beneficiis emanato da Corrado II nel 1037, pose in evidenza il prevalente carattere orale della concessione beneficiaria e la sua applicazione in ambiti molto diversi e non limitati unicamente a quello militare.15 Quest’ultima osservazione, tuttavia, non sembra essere stata recepita dalla storiografia che ha continuato a leggere nel beneficio sostanzialmente uno stipendio per le prestazioni militari.16
Negli ultimi decenni, d’altra parte, gli studiosi italiani si sono concentrati prevalentemente sulle dinamiche successive al Mille, con particolare riferimento alla signoria rurale, tralasciando dunque ampiamente l’alto medioevo.17 Nel corso dei secoli altomedievali, tuttavia, l’uso del beneficium è relativamente ben attestato anche nel regno italico e si configura come uno strumento che solitamente si muove nella sfera dell’oralità e che solo raramente viene consacrato dalla parola scritta; ciò rende dunque particolarmente preziose le fonti che ne parlano sia che rievochino precedenti concessioni in beneficio sia che facciano riferimento a concessioni accompagnate dalla redazione della fonte stessa. Il beneficium nella sua accezione giuridica compare, del resto, già nella tarda antichità all’interno del Codex Theodosianus, la raccolta di leggi imperiali a partire dal regno di Costantino I voluta dall’imperatore Teodosio II. Il termine, tuttavia, non presentava un significato univoco, venendo impiegato per indicare gli atti dell’autorità pubblica, specie di quella imperiale, che costituivano un vantaggio per un singolo individuo o per un gruppo. Così beneficia potevano essere le concessioni di terre che l’imperatore faceva ai militari che avevano il compito di sorvegliare le frontiere, i limitanei, ma beneficium poteva indicare anche il condono delle pene, la concessione di qualche privilegio o l’applicazione mitigata di una legge. Al beneficium si faceva ricorso anche per il salario e la remunerazione attraverso un pagamento pro beneficio, ma poteva riferirsi anche al prestito di denaro o allo scambio di beni fondiari. In età giustinianea il termine venne poi ad assumere un valore semantico equivalente a quello di ius, indicando prevalentemente i vantaggi di cui godeva chi si trovava in una situazione giuridica particolare.18 Vi era dunque un substrato giuridico significativo sul quale si sarebbero poi innestate le concessioni beneficiarie altomedievali che avrebbero avuto nel regno italico ampia diffusione soprattutto dopo la conquista franca del 774, pur emergendo sporadicamente, come si vedrà, anche in età longobarda. Nella sua riflessione sulle concessioni beneficiarie altomedievali Reynolds ha inoltre avuto il merito di evidenziare in particolare il ruolo svolto dalle precariae ecclesiastiche, assegnazioni a breve termine ampiamente impiegate a partire dal secolo VI, specialmente dai grandi enti ecclesiastici quali monasteri e sedi episcopali, per gestire indirettamente le immense proprietà fondiarie ottenute nel corso del tempo attraverso le donazioni pro anima effettuate dai laici. Il vincolo che si creava con le preghiere impediva a tali enti di procedere con la vendita o l’alienazione delle proprietà, che tuttavia potevano essere scambiate con beni analoghi o potevano essere assegnate per brevi periodi tramite concessioni come la precaria. Diretta conseguenza di ciò, secondo Reynolds, sarebbe il fatto che i beneficia altomedievali, e in seguito i feudi, non avrebbero avuto un’origine militare, come spesso si è invece ritenuto, ma ecclesiastica e pertanto non avrebbero avuto alcun nesso esclusivo con i vassalli.
L’acceso dibattito suscitato dalla pubblicazione di Fiefs and Vassals ha dunque favorito l’emergere di alcune proposte per una rilettura del beneficium che non fosse più soggetta unicamente all’ottica vassallatico-beneficiaria. Sulla scia di Reynolds, infatti, si è espressa negli ultimi anni in particolare la storica tedesca Brigitte Kasten la quale ha approfondito l’ipotesi secondo cui all’origine del beneficium vi sarebbe stata la concessione di precaria, a cui facevano ricorso i signori fondiari altomedievali nell’assegnazione di grandi proprietà terriere a un usufruttuario o a un possessore.19 Della precaria parlava ad esempio Isidoro di Siviglia nel quinto volume della sua opera, dedicato alle leggi e alla storia, dove classificava il precarium nel diritto delle obbligazioni e lo identificava con l’autorizzazione che il creditore concedeva al debitore che rivolgeva la richiesta, sotto forma di preghiera (preces), di rimanere sulla terra concessa e usufruire delle rendite.20 Si trattava di una forma contrattuale duttile, sviluppata nella tarda antichità, che aveva un carattere vitalizio e che consentiva la creazione di legami sociali ed economici in contesti tra loro molto diversi. Uno degli ambiti prediletti per l’uso di tale contratto era quello ecclesiastico che secondo Kasten giocò un ruolo fondamentale nella riflessione sulla precaria, favorendo la connessione con il concetto di beneficium. Nella Gallia del secolo V, infatti, Salviano di Marsiglia usò il termine precarium in senso religioso descrivendo gli esseri umani come precarii possessores dei doni che Dio concede loro.21 Gli uomini, dunque, figurano come degli usufruttuari a termine dei beni che la divinità elargisce, ma il vero proprietario rimane Dio. Ecco che la concessione si configura come un’opera di bene, un beneficium a favore dell’umanità peccatrice. Il concetto, tuttavia, non venne usato solo nell’ambito della teologia morale per essere impiegato anche nell’organizzazione delle stesse istituzioni ecclesiastiche, soprattutto per ovviare alle problematiche connesse alla proprietà. Fu probabilmente Prospero Tirone d’Aquitania a sostenere per primo, sempre nel secolo V, la necessità di donare i propri beni alla Chiesa e a documentare la donazione con un atto ufficiale per quei chierici che avessero voluto vivere attingendo risorse dal patrimonio ecclesiastico.22 Solo a quel punto i donatori avrebbero potuto ricevere, sotto forma di usufrutto vitalizio, i loro beni che sarebbero stati concessi dunque in beneficium. Posizioni simili vennero assunte, verso la metà del secolo VIII, anche da Crodegango di Metz. Nella sua Regula Canonicorum, redatta per i canonici della sua cattedrale, il vescovo sosteneva infatti la necessità di assegnare in usufrutto ai chierici non benestanti uno stipendium, indicato come beneficium, che sarebbe stato ricavato dal patrimonio ecclesiastico e da lui ritenuto strettamente connesso alla precaria. Così il chierico che fosse entrato a far parte della comunità della cattedrale avrebbe dovuto donare la sua proprietà alla sede episcopale per riceverla poi dal vescovo in usufrutto vitalizio sotto forma di precaria.23 Una concessione che avrebbe impedito al chierico di alienare i beni concessi evitando così di compromettere il patrimonio vescovile. Nel corso del secolo VIII si sarebbe quindi avviato un processo di sovrapposizione tra precaria e beneficium parallelamente a una sempre più precisa definizione delle forme di possesso lecite per gli ecclesiastici. Con i Carolingi si sarebbe poi verificata un’espansione della precaria anche tra i laici e tale forma di concessione si sarebbe trovata a convivere, divenendone in alcuni casi modello, con altre assegnazioni temporanee che i sovrani carolingi e i grandi del regno compivano a vantaggio dei loro seguiti di fideles, tra cui troviamo anche i vassalli ma non in maniera esclusiva.
Negli ultimi anni, tuttavia, il beneficio è stato indagato anche alla luce dei risultati offerti dalle ricerche antropologiche sullo scambio di doni. Paul Fouracre in particolare, riflettendo sugli usi del termine beneficium, ha osservato che fin dall’età tardo antica all’interno di una vasta gamma di significati vi era quello di una forma particolare di concessione che risulta legata a quanto studiato dagli antropologi a partire dalla pubblicazione del Saggio sul dono di Marcel Mauss.24 La concessione beneficiaria, infatti, sembra rappresentare bene la dinamica dell’obbligatorietà del contro-dono in un sistema di gift exchange, adattandosi nello specifico a una forma di dono paradossale indagata dall’antropologa statunitense Annette Weiner.25 Nel suo lavoro dedicato ai possessi inalienabili la studiosa ha ben mostrato come, nel contesto di scambio di doni interno alle comunità del Pacifico da lei indagate, vi siano alcuni beni che devono necessariamente fare ritorno a colui che li ha ceduti generando una dinamica paradossale, di carattere universale, riassunta nella formula keeping-while-giving. Tali beni presentano, infatti, una natura ambigua in quanto si pongono al tempo stesso come simboli di stabilità e cambiamento, di uguaglianza e gerarchia, e si caratterizzano per l’impossibilità di essere ceduti. Dal momento che, tuttavia, la loro durata nel tempo supera quella dei loro proprietari, essi devono essere necessariamente trasferiti all’interno del gruppo in modo tale da garantirne la preservazione. Alla base del paradosso vi sarebbe quindi la necessità di assicurare la permanenza in un mondo che è sempre percepito come sottoposto a perdita e decadenza, pertanto la messa in circolo di beni sui quali il detentore originario continua a mantenere il controllo produce l’illusione del mantenimento dello status quo.26 Fouracre, nel suo studio sull’uso del beneficium in area franca, ha posto dunque in evidenza come, nell’assegnazione e nella ricezione dei benefici, i beni ceduti non vengano alienati in via di principio e come tale favore non intacchi la virtù del concedente. La concessione, infatti, pone in risalto il prestigio e la proprietà di quest’ultimo che ne rimane il vero detentore e il capitale non subisce alcuna diminuzione dal momento che la concessione stessa si presenta come un atto virtuoso elevandolo culturalmente.27
Alla luce di tali nuovi approcci procederò dunque nella seconda parte di questo lavoro con l’analisi di alcuni documenti, in parte attinti da corpora documentari di importanti monasteri, che consentono l’osservazione dei vari usi del beneficium nel regno italico di tradizione longobarda. Tali usi non sono confinati unicamente alla sfera vassallatica, ma al tempo stesso non sono nemmeno necessariamente legati alla conquista franca del regno longobardo in quanto, come già si è accennato e come si vedrà dal primo caso proposto, l’istituto del beneficium, già presente nella tradizione giuridica romana, emerge sporadicamente anche in età longobarda. Beneficium, d’altra parte, è un termine che assume varie sfumature a seconda del contesto di impiego, ma la sfumatura originaria di favore non verrà mai meno affiancandosi in alcuni casi alla specifica forma di concessione. Lo studio del beneficio, tuttavia, ha posto il problema di abbandonare una scansione temporale per periodi nettamente distinti, pertanto in tale sede seguirò un andamento cronologico a partire dall’inizio del secolo VIII per affacciarmi al secolo X prendendo come estremo l’anno 924 quando venne assassinato l’imperatore Berengario I, ultimo erede di Carlo Magno, sia pur non in linea diretta, che cinse entrambe le corone d’Italia e dell’Impero. Il primo termine è dettato dalla stessa documentazione in quanto è a partire dal secolo VIII che le fonti scritte iniziano a farsi consistenti dopo la grave penuria che caratterizza i due secoli precedenti. Il secondo, invece, è suggerito da un evento politico come la morte di un sovrano che, sebbene tradizionalmente sia stato visto come uno dei tanti deboli re “nazionali” che sarebbero emersi dalla frammentazione dell’Impero carolingio, di fatto fu la figura dominante nella politica del regno dopo la scomparsa del cugino Carlo III nel gennaio 888. Anche la scelta del 924 come estremo cronologico è certo un atto di interpretazione ma funzionale a concentrare l’indagine, per un tema come quello del beneficium, su un arco temporale definito che consenta di evidenziare al tempo stesso sia come alcune tracce di tale forma di concessione emergano anche prima della conquista franca, sia come il mondo carolingio, in cui l’istituto beneficiario ebbe ampia diffusione, per molti aspetti non terminò bruscamente dal momento che alcuni suoi elementi si protrassero nei decenni successivi all’888 trasformandosi gradualmente nel corso del secolo X.
Tra beneficio concesso e beneficio conteso nelle fonti del regnum Italiae Nell’ottobre 724, al tempo di re Liutprando, nella chiesa di S. Pietro a Lucca il prete Romualdo, trasferitosi in Tuscia e proveniente dall’Italia settentrionale, fece vergare al notaio Sicoino un atto di donazione in favore del monastero dei SS. Pietro, Martino e Quirico nel luogo detto Capannule28, a Castellione nel territorio lucchese.29 Qui si era insediato, con il consenso del vescovo Talesperiano di Lucca, per risiedere con la moglie, la pretessa Ratperga. Nell’atto si ricorda che il prete aveva acquistato vari terreni nel territorio di Pisa e di Lucca e in quell’occasione aveva deciso di donarli pro anima al monastero potendo risiedervi assieme alla moglie, esentati da ogni forma di tassazione, in cambio del servizio religioso.30 Nel caso in cui il prete fosse morto prima della moglie, quest’ultima avrebbe potuto continuare a vivere in quel luogo tranquillamente e senza alcuna tassazione, dedicandosi al servizio di Dio. Dopo la morte di entrambi tanto la casa in cui avevano scelto di vivere quanto la struttura costruita all’esterno e detta ospitale [sic], sarebbero divenuti a tutti gli effetti parte integrante del patrimonio monastico.31 Vi è tuttavia un secondo atto, vergato forse nello stesso giorno del documento di donazione, indicato come cartula beneficiis e redatta sempre dal notaio Sicoino nella stessa chiesa di S. Pietro a Lucca.32 È il vescovo qui a comparire in prima persona ricordando come il prete Romualdo fosse giunto quello stesso anno con la moglie a Capannule nel monastero e vi avesse costruito una struttura adibita a ospitale acquistando anche un vigneto. Romualdo chiese dunque al vescovo di poter vivere in quel luogo prestando servizio alla comunità monastica e Talesperiano acconsentì esentandolo dalla tassazione che avrebbe dovuto corrispondere al prete della pieve locale di S. Maria. In cambio Romualdo, oltre a prestare l’officium monastirialis [sic] nella chiesa dei SS. Pietro, Martino e Quirico, per le festività dei tre titolari della chiesa avrebbe anche dovuto contribuire all’illuminazione della cattedrale di S. Martino.33 Risalta dunque la diversità dei due atti. Il primo è un documento che registra la donazione di beni privati a un piccolo monastero nel territorio posto sotto la giurisdizione dell’episcopio di Lucca, il secondo è invece un contratto tra il vescovo e il prete Romualdo che viene indicato come cartula beneficiis. In quest’ultimo si prevede sostanzialmente che il prete potesse risiedere nel luogo in cui si era stabilito prestando in cambio il servizio sacerdotale presso il monastero al quale aveva donato i suoi beni. Si trattava dunque di una concessione dell’usufrutto vitalizio di beni che erano stati in precedenza donati al luogo sacro e che alla morte del prete e di sua moglie sarebbero entrati a far parte definitivamente del patrimonio cenobitico. La dinamica risulta quindi pienamente inserita nella logica paradossale del keeping-while-giving indagata da Annette Weiner ma in una declinazione particolare che prevede la restituzione al primitivo proprietario dell’usufrutto dei beni donati, ormai trasformati in beni inalienabili, sui quali il nuovo detentore non intende perdere il controllo. Si tratta di una dinamica che emergerà pienamente in età carolingia ma che traspare già a quest’altezza cronologica, in piena età longobarda, indicata esplicitamente come concessione beneficiaria.34
Se il beneficio non pare dunque una totale novità importata dai Franchi con la conquista del regno longobardo nell’estate del 774, è tuttavia in età carolingia che esso vede un’ampia diffusione in vari ambiti, tra cui vi è certo anche quello militare, sebbene non in maniera esclusiva, e che emerge in particolare in alcune aree del regno negli ultimi decenni del secolo VIII. A questo proposito vi è un diploma di Carlo Magno che mostra l’uso del beneficio in un’area calda del regnum Langobardorum, teatro di una rivolta nel 776 a due anni dalla conquista di Pavia, e che costituisce l’unico caso all’interno del corpus diplomatico del sovrano per un destinatario del regnum da cui emerge chiaramente il riferimento a tale particolare concessione. Il 21 dicembre 811, dunque, il sovrano donò alla sede patriarcale di Aquileia alcuni beni che erano stati confiscati diversi anni prima ai fratelli Rotgaudo e Felice, che avevano partecipato alla rivolta friulana promossa dal duca Rotgaudo in un estremo tentativo di resistenza alla dominazione franca dopo la caduta di Desiderio.35 La donazione riguardava nello specifico un domocoltile costituito da un terreno arabile, vigne, prati, pascoli e selve, assieme a una porzione dello stesso podere situata nel porto fluviale sul Natisone. Il diploma, tuttavia, ci informa che vi era anche un terzo fratello, di nome Lodolfo, il quale a differenza dei suoi fratelli non aveva perseverato nell’infedeltà e dunque la sua porzione di eredità non era stata toccata dalla confisca. Solo una parte dei beni confiscati veniva comunque assegnata alla Chiesa aquileiese, in quanto nel diploma si specifica che dei restanti beni l’imperatore avrebbe deciso successivamente.36 Si ricorda inoltre che i beni di Rotgaudo e Felice, uccisi nella repressione della rivolta erano stati assegnati come beneficium regio a Landola, un fidelis del sovrano. In seguito, dopo la morte di Landola, quegli stessi erano passati in un primo tempo al figlio Benno e successivamente a un certo Bono sempre in beneficio.37
Il diploma consente dunque di osservare da vicino come nel passaggio dalla dominazione longobarda a quella franca il beneficium venne usato per assegnare terre confiscate ai ribelli poste in un’area che si era mostrata particolarmente ostile alla nuova dominazione e nella quale si era reso necessario ricorrere a uomini di fiducia per amministrarle. Il diploma, tuttavia, fu redatto dopo più di trent’anni dal fallimento della rivolta quando i tempi dovevano apparire ormai maturi per un nuovo uso di quei beni, divenuti parte del fisco regio, che fino a quel momento erano stati concessi come beni inalienabili. Per questo, infatti, negli anni che separano la confisca dalla donazione alla sede patriarcale lo strumento cui il sovrano fece ricorso per concedere quei beni era stato il beneficium che consentiva l’assegnazione di beni sui quali non intendeva perdere il controllo; si metteva dunque in atto una forma di concessione da cui nuovamente emerge con evidenza il paradosso di keeping-while-giving. Nel dicembre 811, invece, a più di trent’anni dalla rivolta, Carlo Magno dispose per una nuova destinazione di quei beni e procedette quindi con una donazione vera e propria, alienandoli in via definitiva in favore del patriarcato aquileiese.
Nello stesso periodo, d’altro canto, l’uso del beneficium traspare anche dalla documentazione di carattere privato. Esso, tuttavia, non risulta impiegato in maniera uniforme in tutto il territorio del regno ma si concentra in aree specifiche come, ad esempio, la Sabina dove si trovava una delle più prestigiose abbazie dell’epoca: S. Maria di Farfa. Si trattava di una regione caratterizzata da una particolare situazione politica, dal momento che il territorio fu diviso nel secolo VII tra il ducato longobardo di Spoleto e la Sabina romana o suburbicaria. Proprio tra questi due ambiti si inserì il monastero di Farfa, fondato all’alba del secolo VIII in piena età longobarda, la cui ricca documentazione mostra bene come in quell’area il passaggio dalla dominazione longobarda a quella carolingia non comportò grandi stravolgimenti. La vita nel monastero, infatti, continuò senza interruzioni e le donazioni delle élite e dei sovrani proseguirono anche dopo la vittoria di Carlo Magno su Desiderio.38 Il considerevole corpus documentario farfense, giunto fino a noi grazie all’opera di copia di Gregorio da Catino, mostra in particolare come, tuttavia, a partire dall’inizio del secolo IX in alcuni atti si parli esplicitamente di assegnazioni beneficiarie. A titolo esemplificativo vi è il caso di un certo Massiolo, figlio del fu Calvulo, che il 18 luglio 808 a Rieti chiese all’abate Benedetto di Farfa per concessionem beneficii, per sé e per i suoi figli, l’usufrutto di alcuni beni che aveva donato all’abbazia, a sua volta ricevuti in dono e confermati tramite atto scritto da un tale Rodorico di S. Stefano, a quella data ormai defunto.39 I beni ricevuti in beneficio non avrebbero dovuto essere alienati in alcun modo e in cambio Massiolo avrebbe dovuto versare annualmente all’abbazia una pensione di tre denari in occasione della messa in onore della titolare del monastero, il 15 agosto. Esattamente cinque anni dopo, il 18 luglio 813, è una donna a ricevere in beneficio quanto aveva donato all’abbazia pro remedio animae otto giorni prima.40 In quell’occasione, dunque, l’ancilla Dei Helina chiedeva all’abate Benedetto che i beni donati le venissero riassegnati sub beneficiali ordine in usufrutto vitalizio41, in cambio del pagamento di una pensione di tre soldi d’argento o dell’equivalente in tessuti da versare annualmente all’abbazia sempre il 15 agosto.42 Helina non si limitava comunque a chiedere in beneficio unicamente quanto aveva precedentemente donato, ottenendo infatti anche alcune terre monastiche con i coloni e le relative famiglie, mentre nel documento veniva posta una clausola secondo cui la donna non avrebbe potuto alienare in alcun modo quanto le veniva assegnato.43 Si trattava di un atto indicato nella sottoscrizione della donna come precaria e dunque tale caso consente di osservare quanto rilevato da Brigitte Kasten in merito alla stretta connessione tra il beneficium e tale tipologia contrattuale che avrebbe fornito un modello per la concessione di beni inalienabili. È possibile tuttavia osservare come in quell’area, alcuni anni prima della conquista franca del regnum Italiae, la stessa donna fosse stata protagonista di altri due atti registrati da Gregorio da Catino nel Regesto Farfense. Nel maggio 770 Helina aveva infatti donato al monastero le sue proprietà in Sabina mentre l’anno seguente ad essere oggetto della donazione erano stati i beni che erano appartenuti in passato alle sue sorelle Taciperga e Liutperga, al tempo dei re longobardi Desiderio e Adelchi, del duca Teodicio di Spoleto e del gastaldo di Rieti, nonché nipote della donna, Ilderico.44 In entrambi i documenti Helina riservava per sé e per la madre Teudiperga l’usufrutto vitalizio dei beni donati senza tuttavia indicarlo come un’assegnazione sub beneficiali ordine; la struttura del documento è d’altra parte molto simile ma si può osservare come nell’area, a quell’altezza cronologica, non fosse ancora diffuso il formulario riscontrabile alcuni decenni dopo per quella tipologia di concessione.
Più ridotta rispetto a Farfa, ma con alcuni casi significativi, è la documentazione di un altro importante monastero quale S. Ambrogio di Milano, fondato in età carolingia a distanza di circa dieci anni dalla conquista di Pavia da parte di Carlo Magno e divenuto in breve tempo uno dei principali enti monastici del regno d’Italia e dell’Impero franco.45 Tra i documenti da cui emerge un qualche uso dello strumento beneficiario vi è il caso di Crescenzio da Delebio che nel dicembre 837 stipulò un contratto con il monastero di S. Ambrogio per ricevere in beneficio la curtis di Dubino in Valtellina.46 Quest’ultima era stata in precedenza tenuta in livello dallo stesso Crescenzio che in quell’occasione si impegnava ad amministrarla per cinque anni in qualità di scarius (un “ufficiale minore” con compiti gestionali), consegnando ogni anno all’abbazia vari prodotti come fatto fino ad allora mentre era livellario; quel giorno, tuttavia, si stabilì che avrebbe potuto tenere per sé il grano e il vino prodotti.47 Se si fosse mostrato negligente nella gestione della curtis recandole danno o diminuendo il censo dovuto avrebbe risarcito il monastero attingendo dalle proprie sostanze per il doppio del valore, e il monastero avrebbe potuto confiscargli i beni alla stregua dei vari masarii finché il danno non sarebbe stato ripagato.48 Si può notare, tuttavia, come di fatto non sia l’intera curtis ad essere concessa a Crescenzio in beneficio, e che pare invece continui ad essere tenuta in livello, ma alcune rendite. In ogni caso l’assegnazione beneficiaria non fa di Crescenzio un vassallo dell’abate, piuttosto, come ha rilevato anche Andrea Castagnetti, pare si tratti di un beneficio di servizio mostrando dunque l’uso di tale strumento per retribuire le mansioni più varie, come quelle offerte da uno scario, e che nulla hanno a che vedere con il mondo militare.49
Un altro caso relativo sempre a S. Ambrogio, e che sembra richiamare il primo documento analizzato in tale sede, risale al 5 dicembre 863 quando il prete Angilberto da Cannobio ricevette in beneficio i beni precedentemente donati.50 Angilberto aveva infatti donato pro anima, quando era ancora chierico, alcuni beni che facevano parte del suo patrimonio privato.51 In quell’occasione gli veniva dunque concesso il vitto al pari dei monaci che vivevano nella cella di Campione, nelle terre che un tempo appartenevano al gruppo parentale di Totone e che erano poi entrate nel patrimonio della basilica ambrosiana con il lascito testamentario del 77752, o quello della curtis di Cannobio, posta sulle rive del Lago Maggiore. In cambio Angilberto avrebbe officiato la liturgia riscuotendo in benefitio nomine per il resto della sua vita le rendite dei beni da lui donati a S. Ambrogio per potersi garantire vestiario e calzature.53 Nel caso avesse mancato ai compiti che gli spettavano in qualità di sacerdote il contratto sarebbe stato annullato e i beni di cui godeva l’usufrutto sarebbero tornati al monastero; se al contrario fossero stati l’abate o i suoi successori a contravvenire all’accordo il prete avrebbe ottenuto come risarcimento una somma di duecento soldi. Da un atto stilato il mese successivo, apprendiamo che la località scelta da Angilberto fu Cannobio. Qui, infatti, l’abate Pietro II venne immesso nel possesso e investito per columna dei beni donati dal prete che sottoscrisse il documento di investitura.54 Il caso, dunque, richiama da vicino quello di Lucca risalente a più di un secolo prima nel quale, come si è visto, veniva consentito a un altro prete e a sua moglie di vivere per il resto della loro vita presso un monastero dell’episcopio lucchese: in cambio, dopo aver donato i suoi beni al cenobio, il presbitero era tenuto a prestare il servizio sacerdotale. La situazione, d’altro canto, è in parte simile anche a quella di Crescenzio, che avrebbe dovuto gestire i beni monastici come bonus actor et scarius. Anche Angilberto, infatti, era tenuto ad agire come bonus sacerdos per fruire delle rendite prodotte dai beni assegnatigli in usufrutto vitalizio e che rimanevano sotto il controllo del detentore originario, il monastero di S. Ambrogio. Di nuovo è dunque possibile osservare le dinamiche paradossali del keeping-while-giving veicolate dalla concessione in beneficio, ma declinate in una modalità particolare pari a quella emersa dal caso lucchese e molto simile ai due esempi farfensi. Angilberto, primitivo detentore dei beni oggetto della concessione beneficiaria, aveva infatti rinunciato ai suoi diritti di proprietà e li aveva trasferiti a un nuovo detentore. Quest’ultimo poteva dunque assegnare quei beni, divenuti inalienabili, come una sorta di stipendio per i servizi svolti dal prete.
Altre aree del regno invece, pur dominate da importanti enti monastici come S. Silvestro di Nonantola, non restituiscono un quadro così significativo come quello emerso dalla documentazione di S. Maria di Farfa o di S. Ambrogio.55 Così per il caso nonantolano è possibile osservare l’uso del beneficio unicamente grazie a una fonte esterna all’abbazia: una lettera di papa Giovanni VIII in cui si annunciava la scomunica del vescovo di Verona.56 Si tratta di una fonte particolarmente interessante dal momento che ci pone di fronte non all’assegnazione in beneficio di alcuni beni monastici ma del monastero stesso e del relativo patrimonio. La lettera venne redatta in un contesto particolare assieme a due altre missive indirizzate nella primavera dell’877 a vari destinatari per rendere nota l’avvenuta scomunica del vescovo Adalardo di Verona.57 Dal documento in questione, indirizzato all’imperatore Carlo il Calvo, apprendiamo che il monastero di Nonantola era stato concesso in beneficium al presule veronese58, un fatto senza precedenti e per il quale il pontefice riteneva offesa non solo la sua autorità ma la stessa dignità imperiale.59 Adalardo, tuttavia, si era insediato sulla cattedra veronese probabilmente tra la fine dell’875 e l’inizio dell’anno successivo e aveva sostenuto l’incoronazione imperiale di Carlo il Calvo assieme al conte Walfredo di Verona nel febbraio 876, quando compare tra i vescovi presenti alla sinodo pavese durante la quale il sovrano venne elevato al soglio imperiale.60 È altamente probabile, quindi, che l’assegnazione in beneficio di uno dei principali monasteri del regno fosse avvenuta per volontà del sovrano in segno di gratitudine per il supporto che Adalardo aveva mostrato. Non pare un caso, infatti, che il riferimento alla concessione beneficiaria sia contenuto unicamente nella lettera indirizzata all’imperatore, l’unico che aveva l’autorità per agire in quel modo. Tale concessione aveva tuttavia suscitato uno scandalo che aveva portato alla scomunica del presule affinché potesse ravvedersi e correggere la propria condotta, ed è in tale frangente che venne inviata, tra le altre, la lettera in questione.61 Dell’abate Teodorico di Nonantola non è dato sapere alcunché in questa fase ma è probabile che rimase nel monastero sebbene delegittimato nelle sue attività politiche e patrimoniali. Era Adalardo che svolgeva ora le funzioni di abate di Nonantola ma tale situazione aveva alimentato il malcontento dei monaci che avevano visto violato il loro diritto alla libera elezione dell’abate e probabilmente furono loro a rivolgersi al pontefice affinché ponesse fine a tutto ciò. Le lettere di scomunica, indirizzate oltre che all’imperatore anche ai vescovi delle tre sedi metropolitiche di Aquileia, Milano e Ravenna e al clero veronese, avevano quindi carattere pubblico ed erano rivolte al contesto sociale di cui Adalardo era parte. Le missive, infatti, sortirono gli effetti previsti e il presule rinunciò dunque al monastero riappacificandosi con il papa che ritirò la scomunica, mentre l’abate Teodorico venne reintegrato alla guida della comunità nonantolana.
Un ultimo caso ci porta a Pavia agli inizi del secolo X e riguarda un conflitto sorto attorno ad alcuni beni monastici tenuti in beneficio. Nell’aprile 915 si svolse un placito presieduto dal messo imperiale Odelrico nel viridarium del palazzo regio, accanto alla laubia dove re Berengario I teneva il placito generale.62 Si trattava dell’ultimo atto di una controversia che si protraeva da anni tra Teodelassio, abate di S. Colombano di Bobbio, e il marchese Radaldo63, scaturita dall’intrusione che quest’ultimo aveva effettuato con i suoi uomini nella curtis monastica denominata Barbada.64 L’abate, infatti, sosteneva che le case e le famiglie della corte erano tenute contra legem da Radaldo poiché spettavano al monastero. Spiegò dunque ai giudici come Radaldo e il suo avvocato Gotefredo avessero risposto alle lamentele sostenendo che quanto affermato corrispondeva a verità ma i beni contestati non erano detenuti in violazione della legge, dal momento che per lungo tempo la curtis era stata assegnata in beneficio.65 Radaldo si era dunque accordato con l’abate per presentarsi in sede di placito e porre fine alla contesa, attraverso un atto ufficiale, esponendo la documentazione relativa. Il marchese e il suo avvocato tuttavia, nonostante una lunga ricerca, non riuscirono a trovare alcuna prova documentaria o testimone che potesse dimostrare il diritto a mantenere quei possessi, gestiti fino a quel momento a titolo beneficiario ex regia potestate66, e furono dunque costretti a restituirli al monastero di S. Colombano. È evidente che la diatriba era stata risolta prima di presentarsi al placito e in quell’occasione il raggiungimento di un accordo venne semplicemente confermato con un atto scritto che tutelasse il monastero. Tale caso, quindi, consente di osservare come il marchese non fosse in possesso di alcun documento che comprovasse l’assegnazione del beneficio regio, che doveva essere avvenuta oralmente al tempo degli imperatori Guido e Lamberto di Spoleto nell’ultimo decennio del secolo IX. Solo nella primavera del 915, tuttavia, il cenobio riuscì a entrare nuovamente in possesso di quei beni rivolgendosi al tribunale regio di Berengario I. Il particolare secondo cui la curtis era solita essere assegnata come beneficio regio sembra inoltre suggerire un’origine fiscale di quei beni, concessi a Radaldo dai rivali storici di Berengario con i quali il marchese aveva rapporti parentali. È probabile, d’altro canto, che le lamentele da parte dei monaci fossero cominciate subito ma solo dopo molti anni, in una fase in cui Berengario I era ormai rimasto l’unico sovrano a dominare la scena politica del regno e si stava preparando all’incoronazione imperiale, riuscirono a riottenerla con un atto ufficiale a fronte dell’impossibilità evidente da parte di Radaldo di difendere in giudizio le sue ragioni in merito al beneficio conteso.
Conclusioni
I dibattiti che hanno animato in ambito storiografico gli ultimi decenni del secolo scorso hanno aperto la strada a un ripensamento di molti assunti che erano dati per acquisiti. Se la periodizzazione può essere vista per certi aspetti come una trappola fatale, essa al tempo stesso può tuttavia costituire un aiuto a pensare il passato che più che essere ciò che gli uomini hanno fatto o che è accaduto in un tempo precedente si configura come l’immagine creata da coloro che sono venuti più tardi rispetto a un determinato momento storico.67 Appare dunque evidente l’importanza di riflettere sul tema della periodizzazione affinché essa non si riduca all’innalzamento di confini granitici e invalicabili tra le fasi della storia ma che al contrario tenga conto degli elementi di continuità e differenziazione, che segua dunque il fluire delle trasformazioni nel corso del tempo. Tutto ciò tenendo comunque ben presente i limiti intrinseci a tale operazione e riconoscendone tuttavia al tempo stesso l’utilità per il lavoro storico, che forse risiede proprio nel poter mettere in discussione le scansioni temporali rigide e mostrare la porosità dei supposti netti confini. Una data simbolica, d’altro canto, potrebbe essere immaginata proprio come un indicatore che aiuta a far chiarezza, a fissare un punto attorno al quale si percepisce che qualcosa è mutato per tornare più volte a esplorare a fondo e da varie angolazioni i tratti di analogia e differenziazione tra due fasi della storia che per alcuni elementi vengono percepite come distinte. L’indagine può portare a scoprire che per molti aspetti gli eventi legati a una data, rilevante ad esempio per un fatto politico come la conquista franca del regnum Langobardorum o la morte dell’ultimo discendente di Carlo Magno per linea maschile, non comportino stravolgimenti in alcuni ambiti, mentre per altri la realtà che emerge dalle testimonianze scritte e materiali risulta chiaramente mutata. Si tratta dunque di tenere conto il più possibile di tutte le facce del poliedro che emerge dall’indagine per giungere a una comprensione dei fenomeni storici che in ogni caso è difficile immaginare come qualcosa di certo e immutabile poiché nuove sfumature potrebbero contribuire alla ridefinizione del quadro.
Si è potuto dunque osservare come l’indagine di un particolare strumento di relazione come il beneficium, derivato da elementi già presenti nella tradizione giuridica romana della tarda antichità, necessiti di una scansione cronologica parzialmente diversa da quella tradizionalmente proposta. Il beneficio si presenta, infatti, come uno strumento già presente in età longobarda in alcune aree del regno, come la Tuscia, conoscendo comunque una diffusione significativa dopo la conquista franca del 774, con attestazioni che emergono in particolare a partire dai primi decenni del secolo IX. Allo stesso modo il termine fissato per l’indagine all’anno 924 ha consentito di ampliare il campo di osservazione coinvolgendo anche una fase della storia d’Italia che tradizionalmente viene intesa come altra rispetto all’età carolingia. I decenni a cavallo del secolo X paiono, tuttavia, ancora strettamente connessi con quel mondo e sono dominati dalla figura di Berengario I, che a tutti gli effetti si presenta come appartenente alla dinastia carolingia per il tramite della madre. I casi presentati, dunque, hanno consentito l’osservazione di uno strumento creatore di relazioni che si muove spesso nella dimensione dell’oralità, ma non sono assenti nemmeno documenti in cui la concessione viene esplicitamente indicata come beneficium, presentando in alcuni casi un rapporto di sinonimia con la precaria e confermando quindi anche per alcune aree del regno italico le riflessioni di Brigitte Kasten relative alle regioni transalpine. Agli inizi del secolo IX si concentrano infatti in Sabina attestazioni di concessioni beneficiarie di beni monastici che in precedenza erano stati in parte o integralmente donati al cenobio farfense per essere poi richiesti dagli stessi donatori in beneficio, mutati dunque nel loro status e aumentati nel loro valore iniziale dal momento che la donazione al luogo sacro comportava per il donatore l’ingresso nella famiglia spirituale del monastero. Emergono tuttavia anche casi, come ha mostrato il diploma di Carlo Magno, in cui le assegnazioni beneficiarie vengono solo evocate con l’intento di marcare la differenza rispetto al nuovo modo di intendere determinati beni per i quali il sovrano disponeva un nuovo impiego, non più concessi per un tempo limitato ma alienati in via definitiva attraverso una donazione.
A tale riguardo, i contributi offerti dall’antropologia hanno fornito utili suggestioni per poter osservare dinamiche che sembrano adattarsi molto bene al paradosso di keeping-while-giving indagato da Annette Weiner. Il beneficio, infatti, si presenta come uno strumento molto duttile, particolarmente adatto all’assegnazione di beni che si vogliono mantenere inalienabili e che vengono dunque concessi per un tempo limitato per tornare poi nelle mani del detentore originario, che su di essi non ha alcuna intenzione di perdere il controllo. In ciò si distingue dalle donazioni vere e proprie che comportano il trasferimento dei diritti sui beni concessi e la loro alienazione definitiva. Tradizionalmente inteso come una forma di concessione strettamente legata al vassallaggio, esso tuttavia risulta un agile mezzo per creare reti di relazioni e rapporti di fedeltà con individui che spesso non hanno nulla a che vedere con la sfera militare; tra i beneficiari emergono infatti preti, semplici gestori di porzioni del patrimonio abbaziale come lo scario Crescenzio o ancora donne come l’ancilla Dei Helina. Uno strumento che tuttavia porta con sé degli elementi ambigui proprio per la sua natura duttile e adattabile a varie situazioni, nonché per la predilezione all’oralità, e tali aspetti emergono bene dai casi conflittuali legati all’assegnazione di porzioni del patrimonio monastico o dell’intero monastero in beneficio, come si è potuto osservare per il caso nonantolano, senza il consenso dell’abate e della comunità monastica. Il caso del marchese Radaldo ha mostrato in particolare come l’assenza di un atto scritto che comprovi l’assegnazione beneficiaria, unita all’impossibilità di presentare in sede giudiziaria testimoni che potessero sostenere le ragioni del beneficiario, comporti per quest’ultimo la perdita tanto della causa quanto del beneficio. Nell’analisi di uno strumento di relazione come il beneficium pare dunque necessario riflettere sulla base di periodizzazioni dettate dagli stessi contesti regionali in cui tale forma di concessione è osservabile, operando poi un confronto con altre aree e altre scansioni cronologiche. A tali aspetti si aggiunge, infine, la necessità di liberarsi al tempo stesso delle sovrastrutture legate alla questione del feudalesimo e dalle prospettive retroattive, per procedere senza i famosi occhiali da sole feudali nel tentativo di restituire un quadro un po’ meno fosco di quanto si è presentato finora agli studi.
Manuel Fauliri, Das beneficium zwischen verhängnisvollen Tücken und regionalen Partikularismen. Ein methodischer Vorschlag für eine neue Periodisierung eines Beziehungsinstruments im regnum Italiae (8.–10. Jh.)
Das Problem der Periodisierung und regionalen Differenzierung zählt zu den Konstanten in der Beschäftigung mit Geschichte. In den letzten Jahren waren zahlreiche klassische Bereiche der Mediävistik zum Objekt heftiger Debatten geworden, die vor allem um das Thema der Transformationsprozesse der römischen Welt kreisten. Parallel dazu standen auch traditionsreiche Grundannahmen in der Mittelalterforschung, wie das Lehnswesen, im Kreuzfeuer der Kritik, die zu weniger rigiden Periodisierungsversuchen und stärkeren Nuancierungen führte. Im Kontext der intensiven Auseinandersetzungen mit Susan Reynolds Fiefs and Vassals soll in diesem Beitrag das in den letzten Jahren etwas vernachlässigte Thema des beneficium (ein auf Zeit gewährtes „Gut“) angegangen werden. Es handelt sich dabei um eine Form der Leihe, die gewöhnlich in den Bereich der Mündlichkeit angesiedelt und traditionell als Kompensation für militärische Erbringungen interpretiert wurde. Reynolds vermutete seinen Ursprung hingegen im kirchlichen Bereich als Anlehnung an die Vertragsform römischer Herkunft der precaria. Reynolds Interpretationsmodelle zum beneficium und seinem Verhältnis zur precaria sind letztens vor allem von Brigitte Kasten vertieft worden, während Paul Fouracre das beneficium vor dem Hintergrund anthropologischer Modelle zum Gabentausch untersucht hat, indem er auf das Modell der „paradoxen Dynamik“ von Annette Weiner zurückgriff, das mit dem Ausdruck keeping-while-giving auf den Punkt gebracht werden kann.
Vor dem Hintergrund dieser neuen Interpretationsansätze will dieser Beitrag das beneficium als ein Instrument der Beziehung in einem spezifischen geografischen Raum mit langobardischer Tradition, nämlich dem regnum Italiae, untersuchen, und zwar entlang einer Zeitspanne von zwei Jahrhunderten, die der klassischen historischen Epocheneinteilung entspricht. Dabei fällt auf, dass das beneficium im Langobardenreich nicht als Neuheit von den Franken nach der Eroberung von 774 eingeführt worden ist, sondern bereits der römischen juristischen Tradition bekannt war und auch in langobardischer Zeit ausgemacht werden kann, wenngleich sporadisch. Ab dem 9. Jahrhundert begegnen derartige Leihen in den Quellen häufiger, dabei weisen die sehr unterschiedlichen Kontexte ihrer Verwendung keineswegs auf einen einheitlichen Gebrauch dieses Instruments im regnum hin. Anhand einiger stichprobenweise aus umfangreichen und kontinuierlichen corpora entnommener Beispiele kann der Beitrag aufzeigen, wie verschieden das beneficium je nach regionalem Kontext verwendet worden ist: Die Beispiele beziehen sich auf die Klöster Farfa, im heutigen Lazium, und S. Ambrogio in Mailand sowie auf die Abtei Nonantola, wobei hier, zwischen Modena und Mantua, die Leihe von beneficia nur selten dokumentiert ist. Die untersuchten Beispiele liefern auch ein vielfältiges Bild der Beliehenen: Es finden sich fideles des Herrschers wie auch einfache Verwalter von Teilen des Klosterbesitzes. Die traditionelle Verbindung zwischen beneficium und Vasallität scheint demnach irreführend, da die Vasallen gewiss Güter in beneficium erhalten konnten, sie aber nicht die einzige Empfängergruppe darstellten.
Durch den anthropologischen Zugang kann der Beitrag auch in diesem Untersuchungsraum die Dynamiken eines keeping-while-giving-Prozesses beobachten. Das beneficium erwies sich nämlich als ein besonders flexibles und an verschiedene Situationen anpassungsfähiges Instrument, um Beziehungen mittels unveräußerlicher Güter zu stiften – ein Instrument, das (seiner Natur gemäß verschieden von einer tatsächlichen Gabe) eben dem ursprünglichen Inhaber weiterhin die Kontrolle über die abgegebenen Güter garantieren konnte, da sie am Ende in seine Hände zurückfallen mussten. Der Beitrag verweist auf die Notwendigkeit, klassische Periodisierungsschemata mit strikten Zeitrastern aufzubrechen, um den Ähnlichkeiten wie auch Differenzen in den verschiedenen regionalen Kontexten des regnum Italiae gerecht werden zu können.
1 Il primo volume della collana The Transformation of the Roman World fu pubblicato nel 1997: cfr. Walter POHL (a cura di), Kingdoms of the Empire. The Integration of Barbarians in Late Antiquity (The Transformation of the Roman World 1), Leiden 1997.
2 Per la proposta radicale di abolizione del concetto di feudalesimo cfr. Susan REYNOLDS, Fiefs and Vassals. The Medieval Evidence Reinterpreted, Oxford 1994.
3 Per una riflessione sul significato del passaggio dal dominio longobardo a quello franco cfr. Stefano GASPARRI (a cura di), 774: ipotesi su una transizione. Atti del Seminario di Poggibonsi, 16–18 febbraio 2006, Turhout 2008.
4 Walter POHL, Il V secolo e la trasformazione del mondo romano. In: Paolo DELOGU/Stefano GASPARRI (a cura di), Le trasformazioni del V secolo. L’Italia, i barbari e l’Occidente romano, Turnhout 2010, pp. 741–760, qui p. 741.
5 Julia M.H. SMITH, L’Europa dopo Roma. Una nuova storia culturale (500–1000), Bologna 2008, p. 12. [orig.: Europe after Rome: a New Cultural History, 500–1000, Oxford 2005].
6 Andrea GIARDINA, Esplosione di tardoantico. In: Studi Storici 40 (1999), 1, pp. 157–180, qui p. 164.
7 Charles S. MAIER, I paradossi del “prima” e del “poi”. Periodizzazioni e rotture nella storia. In: Contemporanea 2 (1999), 4, pp. 715–722, qui p. 719.
8 Ibidem, pp. 721–722.
9 Glen W. BOWERSOCK/Elio LO CASCIO, Riflessioni sulla periodizzazione dopo “Esplosione di tardoantico” di Andrea Giardina. In: Studi Storici 45 (2004), 1, pp. 7–13, qui p. 7.
10 Cfr. REYNOLDS, Fiefs and Vassals; per alcune reazioni alla pubblicazione del libro di Reynolds cfr. Giovanni TABACCO, Recensione a: Susan Reynolds, Fiefs and Vassals. The Medieval Evidence Reinterpreted, Oxford 1994. In: Rivista storica italiana 108 (1996), 1, pp. 363–365; Chris WICKHAM, Le forme del feudalesimo. In: Il Feudalesimo nell’Alto Medioevo (Atti delle settimane di studio del Centro italiano di Studi sull’Alto Medioevo XLVII), Spoleto 2000, pp. 15–46; Natalie FRYEDE/Pierre MONNET/Otto Gerhard OEXLE (a cura di), Die Gegenwart des Feudalismus/ Présence du feudalisme et présent de la féodalité/The Presence of Feudalism, Göttingen 2002.
11 Per un’efficace ricostruzione del dibattito cfr. Giuseppe ALBERTONI, Vassalli, feudi, feudalesimo, Roma 2015.
12 Cfr. REYNOLDS, Fiefs and Vassals, p. 11.
13 Cfr. ibidem, p. 34.
14 Si vedano ad esempio gli importanti lavori di Cinzio Violante e di Giovanni Tabacco: cfr. Cinzio VIOLANTE, La società milanese nell’età precomunale, Bari 1953; Giovanni TABACCO, Fief et seigneurie dans l’Italie communale. L’évolution d’un thème historiographique. In: Le Moyen Âge LXXV (1969), pp. 5–37 e pp. 203–218; IDEM, L’allodialità del potere nel Medioevo. In: Studi medievali 11 (1970), II, Ser. 3, pp. 565–615; IDEM, Il feudalesimo. In: Luigi Firpo (a cura di), Storia delle idee politiche, economiche e sociali, vol. 2, Torino 1983, pp. 55–115.
15 Cfr. Piero BRANCOLI BUSDRAGHI, La formazione storica del feudo lombardo come diritto reale, Spoleto 21999, pp. 16–18.
16 Cfr. Giuseppe SERGI, I confini del potere: Marche e signorie fra due regni medievali, Torino 1995, pp. 272–295; Andrea CASTAGNETTI, Minoranze etniche dominanti e rapporti vassallaticobeneficiari, Verona 1990.
17 Per tali aspetti cfr. WICKHAM, Le forme del feudalesimo, pp. 18–22.
18 Per una panoramica sui vari usi del termine cfr. Gennaro FERRARI, Beneficia. In: Antonio AZARA/Ernesto EULA (a cura di), Novissimo Digesto Italiano II, Torino 1957, pp. 312–314.
19 Cfr. Brigitte KASTEN, Beneficium zwischen Landleihe und Lehen – eine alte Frage, neu gestellt. In: Dieter R. BAUER et al. (a cura di), Mönchtum – Kirche – Herrschaft, 750–1000. Josef Semmler zum 65. Geburtstag, Sigmaringen 1998, pp. 243–260; Brigitte KASTEN, Feudalesimo: dato di fatto o costruzione? In: Annali dell’Istituto storico italo-germanico in Trento/Jahrbuch des italienischdeutschen historischen Instituts in Trient 38 (2012), 1, pp. 39–83.
20 Cfr. Wallace M. LINDSAY (a cura di), Isidori Hispalensis episcopi Etymologiarum sive originum libri XX, Oxford 1911, liber V, XXV, 17: “Precarium est dum prece creditor rogatus permittit debitorem in possessione fundi sibi obligati demorari, et ex eo fructus capere. Et dictum precarium quia prece aditur, quasi precadium, R pro D littera commutate”.
21 Cfr. SALVIANUS MARSILLENSIS, Ad ecclesiam 1, 26. In: George LAGARRUGUE (a cura di), Salvien de Marseille, Oeuvres, vol. 1: les lettres, les livres de Timothée à l’église, Paris 1971, p. 156: “Et nos itaque usum tantum earum rerum accepimus, quas tenemus; commoditatis enim a Deo facultatibus utimur et quasi precarii, possessores sumus”.
22 Cfr. KASTEN, Feudalesimo, p. 52.
23 Cfr. Wilhelm SCHMITZ (a cura di), S. Chrodegangi Metensis episcopi (742–766) regula canonicorum, Hannover 1889, p. 20: “Et si aliquis ex ipso clero de ecclesia tale beneficium accepto ab episcopo habet, ut exinde possit procurare necessaria sua, id est cappa et calciamenta”; ibidem, p. 21: “ita tamen ut ipsi clerici, dum advivent, si ita placuerit, res suas usufructuario ordine per beneficium ecclesie habeant, ut omnia sit communia et post obitum eorum ad ecclesiam vel ad canonicum ordinem, cui ante date fuerant, revertantur”.
24 Cfr. Marcel MAUSS, Essai sur le don. Forme et raison de l’échange dans les sociétés archaïques. In: L’Année sociologique (1923–1924), 1, pp. 30–186; Paul J. FOURACRE, The Use of the Term beneficium in Frankish Sources. A Society Based on Favours?. In: Wendy Davies/Paul J. FOURACRE (a cura di), The Languages of Gifts in the Early Middle Ages, Cambridge 2010, pp. 62–88.
25 Cfr. Annette B. WEINER, Inalienable Possessions. The Paradox of Keeping-While-Giving, Berkley/ Los Angeles 1992.
26 Per tali aspetti e per una panoramica generale relativa all’antropologia del dono con relativa bibliografia cfr. Manuel FAULIRI, Il beneficium tra dono e inalienabilità: indagine su uno strumento di relazione nel regnum Italiae (secc. VIII–X), tesi di dottorato, Università degli Studi di Trento, a. a. 2018–2019, rel. Giuseppe Albertoni, pp. 5–10.
27 Cfr. FOURACRE, The Use of The Term beneficium, pp. 64–65.
28 Capannoli, oggi in provincia di Pisa.
29 Cfr. Luigi SCHIAPARELLI (a cura di), Codice diplomatico longobardo, vol. 1, Roma 1929, doc. 34, pp. 123–124 (Lucca, 724 ottobre).
30 Cfr. ibidem, p. 123: “Unde consideravimus Dei misericordia et redemptione anime nostrae, et offerimus vobis beati sancti Petri et sancti Martini, sancti Quirici quicquid ad mano mea habere videor. Omnia ad ipsas sanctas vertutes offerre disposui, sic ita, ut, dum advivere meruero, ego vel Ratperga, ad ipso sancto loco Domino deservire debeamus”.
31 Cfr. ibidem, p. 123: “et si forsitans ego antea de Ratperga de saeculo recessero, ut ipsa in ipso sancto loco una cum conquisito meo quieta et sine omni taxatione Domino deservire debeat; et post obito nostro, quem in vita nostra elexeremus, una cum voluntate domini episcopi in ipso sancto loco Domino deserviat, et possedeat casa cum extrinsico suo, sicut superius decrivimus, qui ospitale vocatur”.
32 Cfr. ibidem, doc. 35, pp. 125–126 (Lucca, 724 ottobre?).
33 Cfr. SCHIAPARELLI (a cura di), Codice diplomatico longobardo, vol. 1, doc. 35, p. 126: “volo atque decerno, ut ab hunc dies ipsa ecclesia in officio monastiriale semper maneat, et per festivitates sepe dicti sancti Petri et sancti Martini vel sancti Quirici ad ecclesiam Sancti Martini in episcopio luminaria vel, quod Dominus condonaverit, salutem adducere debeas, tam tu quam vel quis post te ordinatus fueret”.
34 Il termine beneficium compare anche in un capitolo delle leggi di Rotari per indicare una forma di concessione alternativa all’affitto e ciò potrebbe suggerire un uso di tale strumento giuridico derivato dalla tradizione romana. Cfr. Frederich BLUHME (a cura di), Leges langobardorum (Monumenta Germaniae Historica, Leges 4), Hannover 1868, c. 327, p. 75: “Si quis praestitum aut conductum caballum aut bovem aut canem aut quolibet animalem habuerit, et dum in ipso beneficio aut conductura est, damnum fecerit, non requiratur proprio domino, sed ille qui praestitum post se habuit, ipse homicidium aut damnum conponat”. Un’analisi completa della documentazione d’età longobarda, d’altro canto, potrebbe fornire un panorama più nitido sull’effettiva incidenza o meno delle concessioni in beneficio nell’Italia longobarda.
35 Cfr. Engelbert MÜHLBACHER (a cura di), Pippini, Carlomanni, Caroli Magni diplomata (Monumenta Germaniae Historica, Diplomatum Karolinorum 1), Hannover 1906, doc. 214, pp. 285–287 (Aquisgrana, 811 dicembre 21). Sulla rivolta di Rotgaudo cfr. Stefano GASPARRI, Italia longobarda: il regno, i Franchi, il papato, Roma 2012, pp. 125 e 136; Giuseppe ALBERTONI, L’Italia carolingia, Roma 1997, pp. 22–24; Harald KRAHWINKLER, Friaul im Frühmittelalter. Geschichte einer Region vom Ende des fünften bis zum Ende des zehnten Jahrhunderts, Wien 1992, pp. 119–143.
36 MÜHLBACHER (a cura di), Pippini, Carlomanni, Caroli Magni diplomata, p. 287: “Tertius quidem frater illorum nomine Lodolfus, qui in infidelitate eorum non perseveravit, suam adhuc tenet portionem. Per reliqua vero loca, ubi et ubi aliquid de supradictorum infidelium hereditate ad nos pervenit, nostrae imperiali reservavimus ordinationi”.
37 Cfr. ibidem, p. 286: “petiit celsitudini nostrae, ut in elemosina nostra ad eandem sanctam sedem aliquam portionem hereditatis, quam Rotgaudus Langobardus et germanus illius Felix intra civitatem vel foras prope moenia civitatis ipsius habuerunt et propter eorum infidelitatem, quia cum Rotgaudo quondam infideli duce fuerunt interfecti, in publicum nostrum secundum legem Francorum vel Langobardorum devenerat, et post illorum duorum fratrum de hac luce obitum quidam fidelis noster nomine Landola per nostrum tenuit beneficium et post eius discessum Benno filius eius, deinde Bono hactenus tenere visus fuit, traderemus vel confirmaremus, quatenus opportunius atque decentius atria vel reliquas constructiones, quae ad honorem illius loci pertinerent, secundum quod ipse mente provida tractaverat, adimplere valeret”.
38 Per tali aspetti, e in generale per il caso farfense, cfr. a FAULIRI, Il beneficium, pp. 83–132.
39 Cfr. Ignazio Giorgi/Ugo BALZANI (a cura di), Il Regesto di Farfa, vol. II, Roma 1879, doc. 189, pp. 154–155 (Rieti, 808 luglio 18): “Et nunc quidem habeo petitionem meam ad te domnum Benedictum abbatem et ad tuos monachos, ut ipsam substantiam suprascriptam per concessionem beneficii vestri, diebus vitae meae et Lamperti et Anserami filiorum meorum haberem, usu fruendi, laborandi, colendi, cultandi, et meliorandi”.
40 Cfr. ibidem, doc. 202, pp. 165–166 (Rieti, 813 luglio 18); per l’atto di donazione cfr. ibidem, doc. 201, pp. 164–165 (Rieti, 813 luglio 10).
41 Cfr. ibidem, p. 165: “habeo petitionem meam ad te, domne Benedicte abbas, et ad tuos monachos, ut ipsas res quas vobis vel monasterio vestro per cartulam a die praesenti concessi et tradidi, michi sub beneficiali ordine concedere deberetis diebus vitae meae, quod ita concessistis michi”.
42 Cfr. ibidem, p. 166: “In ea videlicet ratione, ut omni anno in missa sanctae Dei genitricis Mariae, quae evenit xviii Kalendas septembris, persolvamus vobis vel successoribus vestris pensionis nomine solidos tres in argento vel pannis”.
43 Cfr. GIORGI/BALZANI (a cura di), Il regesto di Farfa, vol 2, pp. 165–166: “Quod et ita concessistis michi, qualiter a vobis possessum est usufruendi, laborandi, cultandi et meliorandi, nam nec vendendi, nec donandi, nec in alterius potestatem per quodlibet ingenium subtrahendi de suprascriptis rebus, quas ego Helina ancilla Dei a praesenti die per cartulam emisi in ipso sancto monasterio seu et de ipsis colonis superius scriptis”.
44 Cfr. Herbert ZIELINSKI (a cura di), Codice diplomatico longobardo, vol. V, Roma 1986, doc. 56, pp. 198–202 (Rieti, 770 maggio); ibidem, doc. 57, pp. 202–205 (Rieti, 771 maggio). Sul gruppo parentale di Helina cfr. Marios COSTAMBEYS, Power and Patronage in Early Medieval Italy. Local Society, Italian Politics and the Abbey of Farfa, c. 700–900, Cambridge 2007, pp. 237–240.
45 Per il caso santambrosiano cfr. FAULIRI, Il beneficium, pp. 35–82. Per un recente e approfondito studio sul monastero di S. Ambrogio nell’alto medioevo cfr. Ross BALZARETTI, The Lands of Saint Ambrose. Monks and Society in Early Medieval Milan, Turnhout 2019.
46 Cfr. Maddalena MODESTI (a cura di), Chartae Latinae Antiquiores. Facsimile-edition of the Latin Charters, 2nd Series: Ninth Century, XCIV (Italy LXVI), Milano 1, Zürich 2015, doc. 24, pp. 98–99 (Milano, 837 dicembre). Sulla concessione a Crescenzio cfr. BALZARETTI, The Lands, pp. 414–417.
47 Cfr. MODESTI (a cura di), Chartae Latinae Antiquiores, XCIV, p. 99: “Et pro isto servicio debeat habere ego qui supra Grisencius usque in suprascripto constitudum beneficiario nomine, idest vino et grano illo tantumodo, quas ego diebus eidem monasterii usque modo consueto fui redendi, tamen berbiae et caseo seo xenea, quas annuae super ipso grano et vino consuito fui redendi, et in antea per anno conplere promito, iuxta livelum exinde mihi emisum; tamen, ut dixi, grano et vino mihi sid concessum, quia sic inter eis convenit”.
48 Cfr. ibidem, p. 99: “Quamque et promito, ut si alicumque neligencia aut pegioraciones causa in rebus ipsis facta fuerit aut censum menuatum, sicut usque actenus fuit, ut omnia de meo proprio in dublum ad parte ipsius monasterii restituam, quam ego, quam et heredes meis; insuper potestatem habeat parte ipsius monasterii meae pignorandum et distrigendum sicut unus ex aliis masarii ipsius monasterii, usque damna restituero”.
49 Cfr. Andrea CASTAGNETTI, La società milanese in età carolingia, Verona 2017, pp. 141–142.
50 Cfr. Annafelicia ZUFFRANO (a cura di), Chartae Latinae Antiquiores. Facsimile-edition of the Latin Charters, 2nd Series: Ninth Century, XCV (Italy LXVII), Milano 2, Zürich 2016, doc. 25, pp. 100–101 (Milano, 863 dicembre 5).
51 Ciò emerge dal documento in questione ma l’atto di donazione non si è conservato; cfr. ibidem, p. 100: “eo quod tu Angelbertus presbiter, filius bone memorie Amelperti de Canobio, in clericato tuo dedisti nobis in ipsum monasterium, per scripta cartula offersionis pro anime tue remedium, casis et omnibus rebus iuris tuis, sicut in ea legitur”.
52 Per il lascito testamentario cfr. Robert MARICHAL et al. (a cura di), Chartae Latinae Antiquiores. Facsimile-edition of the Latin Charters prior to the Ninth Century, XXVIII (Italy IX), Zürich 1988, doc. 855 (Milano, 777 marzo 8), pp. 59–65. Sul gruppo parentale di Totone e il dossier documentario della famiglia cfr. Stefano GASPARRI/Cristina LA ROCCA (a cura di), Carte di famiglia. Strategie, rappresentazione e memoria del gruppo familiare di Totone di Campione (721–877), Roma 2005.
53 Cfr. ZUFFRANO (a cura di), Chartae Latinae Antiquiores, XCV, doc. 25, pp. 100–101: “Tunc si nos ipsis casis et rebus quas tu nobis a parte monasterii contulisti, iusta ipsa cartula offersionis, abere potuerimus et abuerimus, vel si tu in suprascripta cella aut in suprascripta curte, ubi nos voluerimus abitaveris, aut in ecclesia nostra Campelioni vel Canobio offitiaveris vel deservieris puriter et fideliter, sicut decit bonum sacerdos; insuper pro vestimento et caltiamento tuo concedimus tibi abendum fruges de ipsis rebus, quas tu modo nobis per suprascripta cartula offersionis, a parte monasterii nostri, dedisti diebus vite tue in benefitio nomine”.
54 Cfr. ibidem, doc. 26, p. 104 (Cannobio, 864 gennaio 24). Sull’investitura per columna, che indicava l’atto di abbracciare o toccare elementi architettonici dell’edificio per simboleggiarne l’immissione in possesso, e in generale sulla gestualità simbolica del vassallaggio cfr. Jacques LE GOFF, Les gestes symboliques dans la vie sociale. Les gestes de la vassalité. In: Simboli e simbologia nell’alto medioevo (Atti delle settimane di studio del Centro italiano di Studi sull’Alto Medioevo XXIII), Spoleto 1976, pp. 679–788.
55 Per il caso nonantolano cfr. FAULIRI, Il beneficium, pp. 133–173. Ancora più ridotto è il caso del monastero femminile di S. Salvatore/S. Giulia di Brescia (cfr. ibidem, pp. 174–203).
56 Cfr. Erich CASPAR (a cura di), Epistolae Karolini aevi, vol. 5, Berlin 1928 (Monumenta Germaniae Historica, Epistolae 7), doc. 48, p. 46. Sulla vicenda cfr. Edoardo MANARINI, Politiche regie e conflitti nell’Emilia orientale: la fisionomia del fisco regio, San Silvestro di Nonantola e le lotte per il regno dopo l’875. In: RM Rivista 20 (2019), 1, pp. 121–156, qui pp. 134–139.
57 Cfr. CASPAR (a cura di), Epistolae, doc. 49, pp. 46–47; ibidem, doc. 50, pp. 47–48.
58 Cfr. ibidem, doc. 48, p. 46: “Igitur cum eundem Adelardum episcopum venerabile monasterium Nonantulae situm, quod pro Dei tantique loci reverentia nullus umquam episcoporum vel iudicum in beneficium quesivit”.
59 Cfr. ibidem, p. 46: “quam non solum in nostro contemptu, sed etiam in vestrae celsitudinis peregit iniuriam”.
60 Cfr. Alfred BORETIUS/Victor KRAUSE (a cura di), Capitularia regum Francorum, vol. 2, Hannover 1897 (Monumenta Germaniae Historica, Legum sectio II), doc. 220, p. 99 (876 febbraio).
61 Sulla funzione correttiva della scomunica e sul suo uso da parte di Giovanni VIII cfr. Maddalena BETTI, La scomunica in tarda età carolingia nelle lettere di papa Giovanni VIII (872–882). In: Geneviève BÜHRER-THIERRY/Stéphane GIOANNI (a cura di), Exclure de la communauté chrétienne, Turnhout 2015, pp. 87–100.
62 Cfr. Cesare MANARESI, I placiti del regnum Italiae, Roma 1955, doc. 126, pp. 471–474.
63 Sul marchese Radaldo cfr. Edward HLAWITSCHKA, Franken, Alemannen, Bayern und Burgunder in Oberitalien (774–962), Freiburg i. B. 1960, pp. 247–248; Vito FUMAGALLI, I cosiddetti “conti di Lecco” e l’aristocrazia del regno italico tra IX e X secolo. In: Formazione e strutture dei ceti dominanti nel medioevo. Marchesi conti e visconti nel regno italico (secc. IX–XII), vol. 2: Atti del secondo convegno di Pisa, 3–4 dicembre 1993, Roma 1996, pp. 113–124, qui p. 118.
64 Si tratta di una località non identificata ma che probabilmente era posta tra Casteggio e la bassa Valle Coppa, cfr. Alain DUBREUCQ/Alessandro ZIRONI (a cura di), Miracula sancti Columbani, Firenze 2015, p. XXXVI; la corte avrebbe costituito anni dopo una delle tappe della traslazione delle reliquie di S. Colombano, cfr. ibidem, pp. 104–105.
65 Cfr. MANARESI, I placiti, p. 473: “et isti Radaldus marchio et Gotefredus advocatus dederunt nobis responsum, ut cortem ipsam domum coltilem qui nominatur Barbadam cum predicta capella et omnibus casis et rebus et familiis ad eam pertinentibus aberent et detinerent, sed non contra legem, eo quod a longo tempore curtem ipsam qui dicitur Barbadam cum sua pertinentia pertinet de illam portionem quam consuetudo fuit in beneficio dandi et taliter per credentes homines credimus hoc claressere possamus”.
66 Cfr. ibidem, p. 473 “Vere homnia taliter inter nos hactum et vuadiatum est sicut adseruistis, et hodie exinde inter nos hic vestri praesentia placitum missum est inde finem percipiendum, sed multum inquisivimus partem ipsius abbatiae de illam portionem quam ego Radaldus ex regia potestate habere videor, nec testes, nec homines per inquisitionem neque ulla firmitates nullanque rationes inde invenire potuimus per quam nos Radaldus marchio et Gotefredus advocatus claressere possamus”.
67 Cfr. BOWERSOCK, Riflessioni, p. 12.
Wertewandel im spätmittelalterlichen Tirol
Maßeinheiten, Münzgewicht, Wechselkurse und Preise zwischen 1290 und 1500
Lienhard Thaler
Wie viele Pazeiden Wein konnte sich ein mittelalterlicher Bauarbeiter von einem Pfund Berner Wochenlohn leisten? Wie viele Mutt Getreide vermochte sein bäuerlicher Zeitgenosse mit dem Erlös aus dem Verkauf von 300 Käsen zuzukaufen? Wie groß war eine Mutt oder eine Pazeide? Spielte der Faktor Zeit für den Geldwert eine Rolle? Waren die Einkünfte der Grafen von Tirol, die um 1300 gut 10 000 Mark Berner betragen haben sollen, hundert Jahre später noch gleich viel wert? Verfügte Friedrich IV., trotz seiner nominell wesentlich höheren Einkünfte, unter Einbeziehung der Inflation 1425 vielleicht sogar über weniger Kaufkraft als seine Vorgänger? Wie einkommensstark waren die Tiroler im europäischen Vergleich, etwa zum König von England?
Fragen nach mittelalterlichen Wertsystemen und Größenverhältnissen werden nicht nur von der interessierten Öffentlichkeit gestellt, sondern sind auch für Historiker*innen zentral. Um die Bedeutung eines verbrieften Rechtsgeschäfts besser einschätzen zu können, kann es beispielsweise hilfreich sein, den darin vorkommenden Geldbeträgen zeitgenössische Vergleichswerte – Goldmünzen, Silberbarren, Wein, Vieh oder Getreide – gegenüberzustellen.
Bei der Berechnung dieser Vergleichswerte spielt die Wahl des richtigen Zeitpunkts eine wesentliche Rolle, denn Preise,1 Kaufkraft und Lebenshaltungskosten2 veränderten sich laufend und mitunter erheblich. Auch deshalb ist das europäische Mittelalter aus wirtschaftshistorischer Sicht keine einheitliche Epoche, sondern lässt sich in unterschiedliche Perioden einteilen. Den hier im Mittelpunkt stehenden Zeitraum (1290–1500) berühren drei dieser Phasen: Das erste Jahrzehnt fällt noch in die Phase der hochmittelalterlichen Expansion (1000–1300), eine Zeit von rapidem Bevölkerungswachstum, von Rodungen, Kolonisation, „Vergetreidung“, Arbeitsteilung, Marktproduktion und Ausbreitung der Geldwirtschaft. Die wachsende Bevölkerung fragte Lebensmittel nach, deren Preise entsprechend stiegen, und bot Arbeitskraft, deren Preis stagnierte oder sank. Auf diese expansive Phase folgte im 14. Jahrhundert die nicht unumstrittene sogenannte spätmittelalterliche Krisenzeit (1300/50–1450/1500), in der Missernten (Hungersnot 1315–17), Kriege (etwa der Hundertjährige) und Pandemien (Schwarzer Tod) europaweit zu Massensterben führten. Nahrungsmittelpreise sanken, Löhne stiegen, Siedlungen wurden aufgegeben. Bauern stellten auf spezialisierte und extensive Landwirtschaft um: Auf den freien, weiten Flächen wurde anstelle von Getreide Einträglicheres wie Wein, Obst und Industriepflanzen angebaut oder Viehzucht betrieben. Ab 1450 wuchs die europäische Bevölkerung wieder: Der Aufschwung des „langen“ 16. Jahrhunderts (1450/1500–1600/50) begann. Lebensmittelpreise stiegen, Löhne sanken. Aus der „Neuen Welt“ kamen ungekannte Mengen Silber sowie unbekannte Tiere und Pflanzen nach Europa, die hier Geldwert, Fauna und Flora veränderten.3 Neben den Zeitumständen auf kontinentaler und globaler Ebene spielten aber auch regionale Verhältnisse, etwa die Münzpolitik, Fehden örtlicher Potentaten oder Naturkatastrophen mit begrenzter Reichweite, eine wesentliche Rolle für die Entwicklung von Wechselkursen und Preisen. Wer nach der Preis- und Wechselkursentwicklung fragt, sollte sich also stets mit beidem auseinandersetzen: mit Zeit und Region.
Eine Auseinandersetzung mit dem historischen Geldwert erweist sich mangels einschlägiger Studien für viele mittelalterliche Territorien des Heiligen Römischen Reichs oftmals als aufwändig. Zu diesem Mangel mögen, neben der vergleichsweise randständigen Rolle der Wirtschaftsgeschichte in der deutschsprachigen Mediävistik, auch die abschreckend wirkende Vielfalt an Maßen, Gewichten und Währungen und die vielfach dürftige Quellenlage beitragen. Bislang dominierte jedenfalls die Kapitulation vor dem metrologischen Dschungel und der angenommenen Quellenarmut, wobei letztere Annahme nicht mit der tatsächlichen Überlieferungssituation übereinstimmen muss: Selbst für Gebiete mit außergewöhnlich guter Quellenlage, etwa für das mittelalterliche Tirol, fehlen Forschungen.
Studien, die explizit der Geschichte der Preise und Löhne in dieser zentralalpinen Region gewidmet sind, existieren zwar, beginnen aber zeitlich frühestens im späten 15. Jahrhundert.4 Um zu Informationen über Preise und Wechselkurse vor der klassischen mittelalterlich-neuzeitlichen Epochengrenze zu gelangen, ist ein Blick in die numismatische Literatur hilfreich, etwa in Band zwei von Helmut Rizzollis Tiroler Münzgeschichte aus dem Jahr 2006.5 Die dort abgedruckten Tabellen sind allerdings nur oberflächlich betrachtet neueren Datums. Bei den Wechselkursen stützte sich Rizzolli, mit Ausnahme einiger Ergänzungen, wie auch Ferdinand Kogler6 und Alfred Nagl7 vor ihm, auf einen Aufsatz von P. Justinian Ladurner aus dem Jahr 1869.8 Auch die meisten Tiroler Wechselkurse in Peter Spuffords Handbook of Medieval Exchange9 gehen, über Vermittlung von Carlo Cipolla,10 auf Ladurner zurück. Die Weinpreistabelle, die Rizzolli um Kreuzerfeingewichte bereichert hat, lässt sich ebenfalls auf Ladurner zurückführen: Sie wurde Karl Theodor von Inama-Sterneggs Deutscher Wirtschaftsgeschichte entnommen. Inama-Sternegg übernahm eine anlässlich der Weltausstellung 1873 erstellte Tabelle von k. k. Forstmeisters Philipp Neeb.11 Und Neeb stützte sich vornehmlich auf Ladurners bekannten Aufsatz, sammelte aber auch einzelne Preisangaben aus Franz Anton Sinnachers Geschichte des Bistums Säben/Brixen,12 aus dem Tiroler Bothen und aus Ladurners Studie zur Bozner Pfarrkirche.13 Die meisten Wege führen also zu Ladurner.
P. Justinian Ladurners Ergebnisse sind zwar mittlerweile über 150 Jahre alt, aber nach wie vor brauchbar. Er recherchierte in diversen Archiven, verwendete die von Joseph Chmel14 und Maximilian von Freyberg15 publizierten Rechnungsbuchauszüge sowie die Geschichte der Landeshauptleute von Tirol aus der Feder des Jakob Andrä von Brandis (1569–1629).16 Im Gegensatz zu Brandis, Josef Egger17 oder Ferdinand Kogler18 gab Ladurner die Herkunft seiner Preisangaben einigermaßen nachvollziehbar an. Es gelang ihm aber nicht, sämtliche relevanten Quellen zu studieren. Insbesondere die landesfürstlichen Tiroler Raitbücher blieben, bis auf die von Chmel und Freyberg edierten Auszüge, unberücksichtigt. Grund dafür war, dass sie um 1869 in Wien, wohl außerhalb von Ladurners Reichweite, aufbewahrt wurden.19 Anstatt die Ladurnerschen Daten zu aktualisieren und zu erweitern, begnügte sich die Historikerzunft in den vergangenen anderthalb Jahrhunderten offenbar mit der weitgehend unveränderten Übernahme des Forschungsstandes zu Preisen und Löhnen im mittelalterlichen Tirol von 1869.
Ähnlich steht es um den Forschungsstand zu Maßen und Gewichten im mittelalterlichen Tirol: Er ist auf einen längst verblichenen Altmeister fokussiert und aktualisierungsbedürftig. Hier dominieren zwei Aufsätze und ein Manuskript,20 dessen Inhalt in komprimierter Tabellenform, aber leider mit mangelhaften Belegen ausgestattet21 publiziert wurde. Sie gehen allesamt auf den k. k. Regierungsrat im Eichwesen Wilhelm Johann Rottleuthner (1841–1910) zurück. Auch hier gilt: Die grundlegenden Arbeiten sind zwar verdienstvoll, lassen aber wichtige Fragen offen und diverse Quellenbestände unberücksichtigt. Das jüngere Publikationsdatum des Tabellenwerks (1985) darf nicht über den älteren Forschungsstand (ca. 1900) hinwegtäuschen. Die nach Rottleuthner verstreut publizierten Forschungsergebnisse22 und Editionen erlauben und erfordern auch im Bereich der historischen Metrologie eine Aktualisierung und Ergänzung.
An zugänglichen, bislang nicht ausgewerteten Quellen mangelt es nicht. Die Fülle an geeigneten Zeugnissen macht vielmehr eine Beschränkung notwendig. Für den vorliegenden Beitrag, der nur ein erster Schritt zur Aktualisierung und weiteren Erforschung sein kann, wurde der Fokus auf die edierten Rechnungen und Rechnungsbücher gelegt. Diese idealiter tatsächliche Transaktionen verzeichnende Quellengattung verspricht die größte Ausbeute an neuen, einigermaßen glaubwürdigen Wechselkursen und Preisen für das mittelalterliche Tirol.
Von den 36 älteren (1288–1364),23 elf mittleren (1412–1437)24 und 387 jüngeren (1454–1751)25 landesfürstlichen Raitbüchern wurden bisher nur einige wenige ediert.26 Dafür liegt eine stattliche Anzahl publizierter Rechnungen des Adels, etwa der Herren von Schlandersberg,27 Thun,28 Freundsberg,29 Wolkenstein,30 Vilanders31 und Rottenburg32 sowie geistlicher 23 Vgl. Otto Stolz, Der geschichtliche Inhalt der Rechnungsbücher der Tiroler Landesfürsten von 1288–1350 (Schlern-Schriften 175), Innsbruck 1957; Josef Riedmann, Die Rechnungsbücher der Tiroler Landesfürsten. In: Landesherrliche Kanzleien im Spätmittelalter. Referate zum Institutionen, wie der Kirchen von Vill bei Neumarkt,33 Lienz,34 Bozen,35 Gries bei Bozen36 und Schwaz37 vor. Zur provisorischen Schließung der Lücken in besonders schlecht dokumentierten Perioden wurden bisher nicht herangezogene, weniger einschlägige Quellen verwendet. Es handelt sich dabei um das Registrum Goswins von Marienberg (11.–14. Jahrhundert)38 und die Chronik des Trientner Domherren Giovanni da Parma (1348–1377).39 Urbare, Kanzleibücher, Urkunden, Notariatsinstrumente sowie nicht edierte Rechnungen konnten aus arbeitsökonomischen Gründen nicht einfließen.
Hier können nur wenige, ausgewählte Preisreihen und Wechselkurse präsentiert werden. Warengruppen und Währungen, zu denen sehr wenige oder zeitlich beschränkte Angaben vorliegen, bleiben in der Schublade beziehungsweise Access-Datenbank, die weiter befüllt wird. Erfasst werden Angaben zu Jahr, Ort, Art des Preises (Norm, Bewertung, Kaufpreis), Ware, Gesamtmenge und -preis mit originalen Maß- und Münzangaben sowie der Preis pro Einheit in Kreuzern, der größten im gesamten Zeitraum ausgeprägten Tiroler Münze. A la longue sind weitere Kooperationen und die Sammlung von Lohndaten angedacht.40
Der vorliegende Beitrag soll jenen, die konkreter Preise und Wechselkurse bedürfen, Anhaltspunkte und Hilfestellungen bieten, eine erste Verortung der Tiroler Preisentwicklungen im europäischen Kontext vornehmen und eine Grundlage für weitere Forschungen zur mittelalterlichen Währungs-, Preisund Lohngeschichte bilden.
Trampelpfade durch den metrologischen Dschungel: Gewichte und Maße
Die Kenntnis der jeweils gebräuchlichen Gewichtseinheiten ist einerseits für die Berechnung der Preise jener Güter, die gewogen wurden, und andererseits für die korrekte Einschätzung des Edelmetallgehalts von Münzen unerlässlich.
Für Tirol gilt, was Gewichte angeht, grosso modo:
| Einheit | in lb | in Mark | Anmerkungen |
| Meiler | 1000 | 2000 | |
| Saum | 400 | 800 | zu 4 Zentner |
| Zentner | 100 | 200 | |
| Meder (rauba, peso)41 | 25 | 50 | |
| Pfund (libra, lb) | 1 | 2 | 504,05 g (Meraner/altes Tiroler)501,17 g (kl.) – 889,51 g (gr. Bozner)558,58 g (Brixner Stiftspfund) 336,64 g (welsch)327,48 g (römisch)562,75 g (Wiener 1535) |
| Mark | 1/2 | 1 | 254,70 g (Trient),42 280,67 g (Wien), 238,50 g (Venedig) |
| Vierding (fert.) | 1/8 | 1/4 | |
| Unze | 1/12 | 1/6 | 1/18 & 1/9 in Meran und Bozen, 1/20 & 1/10 in Brixen |
| Lot | 1/32 | 1/16 | |
| Quintel (quent.) | 1/128 | 1/64 | |
| Salzgewichte | 1 Fuder – 2 Sack – 4 (8) Star43 – 3 Zentner – 168–169 kg | ||
| Käsegewichte | 1 Sämb – 12,5 Schott (schoet) – 125 Meraner lb – 63 kg | ||
Tabelle 1: Gewichtseinheiten nach Rottleuthner,44 mit Ergänzungen.
Bei Waren, deren Länge entscheidend für den Preis war, kam die Elle (ulna) zur Anwendung: Die konkrete Länge einer solchen variierte (rund 83 cm in Brixen, 81 cm in Meran, 80 cm im Inntal und in Bozen, 79 cm im Etschtal, 78 cm in Wien, 70 cm in Trient). Für Seide wurden in Bozen und südlich davon kürzere Seidenellen oder Bracce (Präzen/Präta) verwendet (54 cm in Bozen, 71 cm im Etschland und 63 cm in Trient).45 Unter einem Stück (pecium) Tuch könnte eine konkrete Einheit, zu 1046 oder 24 bis 42 Ellen,47 aber auch Stoff variabler Länge zu verstehen gewesen sein. Bei Tuchen gingen die Meinungen also weit auseinander. Beim Wein herrschte mehr Einigkeit:
| Einheit | in Fuder | Anmerkungen |
| Fuder (carrada, plaustrum) | 1 | 622 l; Trient: carro = 628 l = 6 brenta = 8 conze = 20 galeteVerona: botta = 846 l = 12 brenti/16 bassi = 48 secchie48 |
| Saum | 1/4 | 1/5 in Passeier |
| Yhre (urna) | 1/81/61/5 | Bozen: 77,81 l, Meran: 78,93 l, (Vogteiy.: 1/7, 72,85 l) = conzaKlausen: 103,75 l = brenta in TrientBrixen: 124,5 l |
| Wiener Eimer | 1/11 | 58 l49– 1/24 Dreyling – 8 Eimerpazeiden – 40 Wienermaß |
| Lagl (lagena, mastello) | 1/16 | in Bozen = ½ Yhre |
| Galeta | 1/20 | 31,7 l |
| Pazeide | 1/95 | 6,53 l |
| Mass (Ortsmaß) | 1/7601/665 | 1/8 Pazeide lt. Landesordnung 1352 im Inntal und1/7 Pazeide im Vinschgau, ab 1526 landesweit |
Tabelle 2: Wein- und Flüssigkeitsmaße nach Rottleuthner,50 mit Ergänzungen.
Während sich Rottleuthners Gewichte und Weinmaße weitgehend bewährt haben, lassen sich seine gesammelten Getreidemaße in der Arbeit mit den mittelalterlichen Quellen oft schwer anwenden. Dies gilt besonders für die vor 1400 dominanten, leicht zu verwechselnden Einheiten Mutt (modium, in den Quellen meist mo) und Muttel (modiolum, m4) sowie den um 1400 zum Standardgetreidemaß avancierenden Star (ster).
Rottleuthner unterschied eine Vielzahl lokaler Starmaße (20,5 bis 43,2 Liter), deren unterschiedliche Größe und Benennung er einerseits auf den Bodenertrag – wo weniger Getreide gedieh, sei mit kleineren Maßen gemessen worden – und andererseits auf die Besiedlungsgeschichte zurückführte: Während in der Gegend um Trient das römische Maßsystem dominant geblieben sei, hätte sich nördlich davon das gallische System durchgesetzt: Um die Drittelung zu erleichtern, wären die römischen Maße im keltischen Bereich einfach um 50 Prozent vergrößert worden. Das zeige sich etwa beim Trientner (20 l, 40 römische Sextarien) und dem um die Hälfte größeren Tiroler Star (30 l) oder bei den Mutt(eln), die jeweils eineinhalb Star entsprochen hätten.51 In dieses System passt das einzige Rottleuthner bekannte Muttel aus dem Tiroler Herrschaftsbereich: Jenes von Meran (rund 42,5 l).52 Rottleuthner setzte das Meraner Hof- oder Zinsmüttel mit der alten Meraner Mutt gleich und Otto Stolz ging sogar soweit, die allmähliche Angleichung von Mutt und Star zu verkünden.53 Beim Rechnen mit den mittelalterlichen Angaben zeigt sich aber, dass Mutt, Muttel und Star unterschiedliche Maße mit sehr verschiedenem Fassungsvermögen gewesen sein müssen.54
Volker Stamm kalkulierte mittels eines Einnahmenverzeichnisses für Tirol um 1300, dass ein modium (Mutt, mo) aus vier modioli (Muttel, m4) oder sechs Strichmaß bestanden haben muss.55 Die Unterteilung eines modium in vier modioli bestätigen Einträge in den ältesten Tiroler Raitbüchern56 und Koglers Preisangaben lassen sich mit diesem Schlüssel harmonisieren.57 Das Verhältnis zwischen Mutt und Muttel ist also, zumindest um 1300, mit 1:4 anzunehmen.
Eine Erklärung für Stolz’ undatierte und unbelegte Behauptung der Gleichwertigkeit von Mutt und Star lässt sich mit Blick auf die Preise entdecker: 1400 kostete ein Muttel Roggen in Wiesberg sieben Kreuzer, genauso viel wie ein Star Roggen in Friedberg, Rettenberg und Rottenburg.58 Ein Muttel Weizen galt zur gleichen Zeit in Schlandersberg 14–15,59 ein Star in Friedberg, Rottenburg und Stubai 10–12 Kreuzer.60 Eine allmähliche Angleichung von Star und Muttel (nicht Mutt) wäre also plausibel. Auch Maße veränderten sich also mit der Zeit.
Geht man nun davon aus, dass eineinhalb Star (zu 30 l/20 Massl je Star), ein Muttel bilden, so entspräche dies einigermaßen dem Fassungsvermögen des Meraner Muttels (42,5 l/30 Massl). Die Verwendung dieses in der Landeshauptstadt üblichen Maßes als Standard-modiolum wäre, zumindest für die fürstliche Verwaltung, naheliegend gewesen. Vervierfacht man das Fassungsvermögen des Meraner Muttels, so gelangt man zu 170 l für eine Mutt, was fast genau dem größten in Trient gebräuchlichen Getreidemaß, der somma (171 l), entspräche.61 Da sich die im Trientner und im übrigen Tiroler Raum verwendeten Maße beim größten Weinmaß treffen (carro: 628 l/Fuder: 622 l), wäre auch eine Übereinstimmung des größten Kornmaßes plausibel. Daraus ergibt sich folgender, erweiterungs- und erprobungsbedürftiger Vorschlag für eine systematische Einteilung der mittelalterlichen Tiroler Getreidehohlmaße:
| Einheit | Mutt | Anmerkungen |
| Mutt (modium, mo) | 1 | 170 l = Trientner somma (171 l) im bayerisch dominierten Rattenberg 951 l und in Jenbach 346 l |
| Muttel (modiolum, m4)62 | 1/14 | = Meraner Müttel (42,46 l) = Wiener Traid-Metzen (rund 42 l)63 |
| Star (sterio, stario) = Strichmaß64 | 1/16 | 20–30 l; in Neustift 1275: 1/8 (gehäuft) bzw. 1/10 (gestrichen)65 Haferstar = 28,79 (glatt) – 45,38 (gehäuft) |
| Stajo | 1/8 | in Trient |
| Vierling (verlingus) | 1/10 | gestrichen 1/2 Metzen in Osttirol, gehäuft 1/12 Mutt66 |
| Galfe (galvaia, Metzl) | 1/12 | 14,25 l; auch 1/9, 1/10, 1/18 oder, in Neustift 1275, 1/867 |
| Massl (Müllermassl) | 1/120 | 1,42 l – 1/10 Galfe – 1/20 Star – 1/30 Muttel |
| Minello | 1/128 | 1,34 l – 1/16 stajo, in Trient |
Tabelle 3: Getreidemaße nach Rottleuthner,68 mit Ergänzungen.
Eine der einleitend gestellten Fragen lässt sich nun beantworten: Eine Mutt dürfte gut 170 Liter Getreide gefasst haben und eine Pazeide beinhaltete rund 6,5 Liter Wein. Offen sind die Fragen nach dem Preis dieser Mengen und nach dem Wert der mittelalterlichen Tiroler Währung.
Gute Münze, schlechte Münze: Silbergehalt und Wechselkurse
Zunächst ist zu klären, was unter „Tiroler Währung“ verstanden wird. Im Spätmittelalter wurden in den Prägestätten der Grafen von Tirol „Berner“ Münzen nach dem ursprünglichen Vorbild der Währung von Verona (auch Bern, nicht zu verwechseln mit Bern in der Schweiz) geschlagen. Eine Mark Berner (marca veronensis) entsprach ab den 1470er Jahren zwei Gulden oder silbernen Guldinern. Die Mark wurde in 10 Pfund (librae), 20 Sechser (Halbpfundner), 120 Kreuzer (grossi, Groschen, dicke Pfennige, cruciger, carentani, aquilini, vigintari, Zwanziger, Etschkreuzer), 200 Schilling (solidi) 240 Zehner (decenarii), 600 Vierer (Fierer, quadrantes) oder 2400 Berner (denarii, parvi/parvuli, Pfennig) unterteilt. Mark, Pfund und Schilling waren reine Recheneinheiten und wurden nicht ausgeprägt. Die größte tatsächlich geschlagene Münze war lange Zeit der Kreuzer.69
| Währungseinheit | in Mark Berner | in Kreuzern | in Bernern |
| Mark Berner (m) | 1 | 120 | 2400 |
| Guldiner = rheinischer Gulden | 1/2 | 60 | 1200 |
| Pfund Berner (lb) | 1/10 | 12 | 240 |
| Sechser | 1/20 | 1 | 20 |
| Kreuzer (g, kr) | 1/120 | 1 | 20 |
| Schilling (s) | 1/200 | 3/5 | 12 |
| Zehner | 1/240 | 1/2 | 10 |
| Vierer (f) | 1/600 | 1/5 | 4 |
| Berner (d) | 1/2400 | 1/20 | 1 |
Tabelle 4: Tiroler Währungseinheiten nach Rizzolli/Pigozzo.70
Obwohl das Verhältnis der Einheiten zueinander relativ konstant blieb, wäre es falsch, daraus auf eine wertbeständige Währung zu schließen. Münzen wurden nämlich zu unterschiedlichen Zeiten mit systematisch geändertem Gesamtgewicht (Raugewicht) und Edelmetallgehalt (Feingewicht) ausgeprägt. Außerdem kamen für unterschiedliche Münzsorten verschiedene Legierungen zum Einsatz. Das führte dazu, dass ein Kreuzer zwar nominell gleich viel wert war wie fünf Vierer oder 20 Berner, die kleinen Münzen zusammen aber wesentlich weniger Silber enthalten konnten als eine große. Je nachdem, mit welchen konkreten Münzen gezahlt wurde, konnte gleich viel Währung, de facto aber unterschiedlich viel Silber den Besitzer wechseln. Über diese Problematik, die vielerorts das Rechnen erschwert, wurde bereits ausführlich diskutiert.71 Mit den vorhandenen Informationen lassen sich dadurch bedingte Verzerrungen jedoch nicht quantifizieren. Daher wird hier davon ausgegangen, dass die großen Warenmengen, die in den verwendeten Quellen vorkommen, in Kreuzern bezahlt wurden.
| Zeit | Kreuzergewicht rau / fein | Anmerkungen |
| 1259–1274/80 | 1,52 g / 1,26 g | „Adlergroschen“ |
| 1280–1318 | 1,63 g / 1,44 g | Münzfuß des Paganus von Bergamo |
| 1328–1341 | 1,30 g / 1,15 g | Funde, bei gleicher Legierung |
| 1354–1361 | 1,25 g / 1,04 g | Vierer: 0,66 g/0,15 g |
| 1374–1379 | 1,29 g / 1,07 g | Pinokreuzer, bei gleicher Legierung |
| 1401–1405 | 1,18 g / 0,98 g | Vierer: 0,62 g/0,12 g |
| 1406–1419 | 1,12 g / 0,93 g | |
| 1421–1449 | 1,10 g / 0,91 g | Vierer: 0,53 g/0,10 g |
| 1450–1459 | 1,10 g / 0,83 g | Vierer: 0,50 g/0,14 g |
| 1460–1502 | 1,06 g / 0,53 g | Vierer: 0,53 g/0,10 g |
Tabelle 5: Rau- und Feingewicht des Tiroler Kreuzers 1259–1502 nach Rizzolli.72

Grafik 1: Rau- und Feingewicht des Tiroler Kreuzers in Gramm, 1260–1499, nach Tabelle 5.
Wie die Grafik zeigt, wurde das Zwanzig-Berner-Stück zunächst aufgewertet. Dies hängt mit der Münzpolitik Meinhards II. zusammen, der durchreisende Kaufleuten an den „Silberstangen“ durch Zwangsumwechslung um ihre mitgeführten Silberbarren erleichtern ließ und das Edelmetall dazu verwendete, hochwertige Kreuzer zur Verdrängung der bischöflich-Trientner Währung zu produzieren. Die massive Abwertung im 14. Jahrhundert steht im Kontext lokaler und europäischer Kriege und Katastrophen, die den Handel und die Edelmetallzufuhr beeinträchtigten und zum europaweiten Silbermangel beitrugen. Rudolf IV. weitete seine Politik des „ewigen Pfennigs“ in den 1360er Jahren auf Tirol aus und wertete auch den Kreuzer auf. Das nötige Silber wurde in der Folge über Eroberungen Leopolds III. und Bergwerke am Balkan besorgt. Friedrich IV. setzte Anfang des 15. Jahrhunderts auf Abwertung und nutzte die Möglichkeit, durch Münzverschlechterung Einkünfte zu generieren. Außerdem ließ sich das nun in Schwaz und Gossensaß geförderte Silber im Exportgeschäft wesentlich lukrativer einsetzen als in der Münzprägung. Sigmund verfügte um 1460 eine weitere massive Reduktion des Kreuzerfeingewichts. Abzuwerten erschien sinnvoll, um ein Abfließen der höherwertigen Kreuzer und das Eindringen geringwertiger, auswärts geprägter Schinderlinge zu verhindern (Gresham’sches Gesetz). Aus derselben Silbermenge, die unter Meinhard II. für einen Kreuzer gereicht hatte, wurden unter Sigmund drei geschlagen. Der Kreuzer war in puncto Silbergehalt also nicht übermäßig stabil.73
Solche Instabilität muss berücksichtigt werden, wenn diachrone Vergleiche angestellt werden. Eine Möglichkeit stellt die Berechnung der Silbermenge dar, der ein bestimmter Nominalpreis entspricht (Anzahl der Münzen x Feingewicht). Die so generierten Preise in Silberäquivalenten haben einerseits den Vorteil, dass Veränderungen im Edelmetallgehalt der Münzen bereits enthalten sind. Andererseits ermöglicht die Berechnung der Silberäquivalente von Beträgen in unterschiedlichen Währungen überregionale Vergleiche, ohne Wechselkurse zu erfordern.
Eine auf Wechselkurse angewiesene Möglichkeit, Vergleichbarkeit herzustellen, ist die Umrechnung in eine Leitwährung. Als solche geeignet sind etwa die im Fernhandel verwendeten Goldmünzen, zu denen eine Fülle an Wechselkursen vorliegt und die einen relativ stabilen Feingehalt aufwiesen. Solche Goldmünzen waren Gulden, Florene (fl.), Genovini oder Dukaten, die von den Zeitgenossen – trotz unterschiedlicher Prägeorte (Florenz, Genua, Venedig, Ungarn) weitgehend als gleichwertig angesehen wurden und rund 3,5 g reinen Goldes enthielten. Der Floren wurde zwar deutlich abgewertet,74 allerdings erst zu einem Zeitpunkt, als ihn der wertbeständigere Dukat in Tirol bereits verdrängt hatte. Während eine Gleichbehandlung von Floren, Genovino und Dukat argumentierbar ist, muss der rheinische Gulden (fl. rh.) sauber von den übrigen getrennt werden. Diese seit der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts von den Kurfürsten am Rhein gemeinschaftlich geprägte Goldmünze war von Anfang an mit 3,4 g leichter als die übrigen und verlor bis 1550 (2,48 g) erheblich an Gewicht.75 Der rheinische Gulden wird hier mitbehandelt, weil er in Tirol in Umlauf war und sein Kurs entsprechend häufig in den Quellen vorkommt. Zudem wurden unter Sigmund auch in Tirol
Gulden nach rheinischem Vorbild geprägt und als Äquivalent zu 60 Kreuzern ins Währungssystem integriert.
| Jahre | fl, duc/kr (g Silber) | fl rh/kr (g Silber) | Quellen76 |
| 1290–99 | 31(44,6) | H I 358, 397, R I 180 f | |
| 1300–09 | 33(47,5) | H II 164, C 170, R I 181, Sp 94 | |
| 1310–19 | 30(43,2) | Sp 94 | |
| 1320–29 | 36(41,4) | R I 246 | |
| 1330–39 | 46(52,9) | Ld 99, Sp 94 | |
| 1340–49 | |||
| 1350–59 | 37(38,5) | Ld 99f, Sp 94 | |
| 1360–69 | 36(37,4) | Ld 100, R II 30, RP 249 | |
| 1370–79 | 36(38,5) | R II 30, 51, 54, RP 249, 268 | |
| 1380–89 | 37(39,6) | Ld 100, RP 267, Sp 94 | |
| 1390–99 | 38(40,7) | Ld 100, R II 67, 70, 77, 94, Sp 94 | |
| 1400–09 | 41(39,2) | F 180, 197, 210, 213, 215f, 219, 222, 225, 230f, 242, 245, 250, 253, 268, 278, 299, 300, 303, 317, 334, 335, Ld 100, R II 77, 80, 95 | |
| 1410–19 | 39(36,3) | F 241, Ld 100, Sp 94 | |
| 1420–29 | 45(41,0) | 37(33,7) | Ba 15, 18, 38, 80, 81, 84, 95–9, Ld 41f, 294, OS 29, R II 120 |
| 1430–39 | 52(47,3) | 40(36,4) | Br 215, Ld 100, 294f, OS 29, R II 129, Sp 94 |
| 1440–49 | 54(49,1) | 46(41,9) | Br 232, 237f, Ld 295, Ln V 181*, 196f*, Sp 94 |
| 1450–59 | 58(48,1) | 43(35,7) | Br 239, Ld 47, 51, 100f, 282, 285, 296–8, R II 141, 143, 149, 158f, 163, 194, 241f, Sp 94 |
| 1460–69 | 65(34,5) | 52(27,6) | Ld 101, 285f, 298–301, R II 167, 171, 176, 194, 242, 245, Sp 94 |
| 1470–79 | 74(39,2) | 58(30,7) | Ld 48, 101, 301–3, R II 194, 197, 215, 242, Sb 3, 12, Sp 94 |
| 1480–89 | 79(41,9) | 60(31,8) | Ld 294, 303f, Sp 94, W 12 |
| 1490–99 | 80(42,4) | 61(32,3) | Ld 101, 305, Sp 94 |
Tabelle 6: Wechselkurse von Gulden/Dukaten und rhein. Gulden in Kreuzern und Gramm Silber.

Grafik 2: Preis eines Florens/Dukaten in Kreuzern bzw. Gramm Silber, nach Tabelle 6.
Zwischen 1290 und 1450 entwickelte sich der Wechselkurs der Goldmünzen in Kreuzern und in Gramm Silber weitgehend synchron. Eine Ausnahme bilden die 1320er Jahre, in denen der Kurs in Kreuzern stieg, aber in Silberäquivalenten sank. Erst mit der sigmundianischen Münzreform um 1450 öffnete sich die Schere zwischen Kreuzer- und Silberäquivalent des Guldens wieder. Ein veränderter Silbergehalt des Kreuzers ist also über weite Strecken nicht für Schwankungen im Guldenkurs verantwortlich zu machen.
Der Aufwärtstrend vor der Pestpandemie Mitte des 14. Jahrhunderts mit anschließendem Abwärtstrend und steigendem Kurs im 15. Jahrhundert passt gut zur dominanten Erzählung und Periodisierung in der mittelalterlichen Wirtschaftsgeschichte. Auf die hochmittelalterliche Expansion mit steigenden Preisen folgte, wie einleitend dargelegt, seit der Pest eine spätmittelalterliche Krise mit Preisverfall, die vom Aufschwung des „langen“ 16. Jahrhunderts abgelöst wurde. Zu bedenken ist, dass auch die Ware Silber Preisschwankungen unterlag. Der sinkende Gegenwert des Guldens in Silber im 14. und Mitte des 15. Jahrhunderts können also beides bedeuten: ein Sinken des Goldwerts oder ein Steigen des Silberpreises. Letzteres erscheint wahrscheinlicher, da der Feingehalt des Guldens stabil blieb und das Sinken der Silberäquivalente in die Zeit der europaweiten Silberknappheit (bullion famine) fällt.77 Diese Einsichten in das Verhältnis zwischen Kreuzern, Silber und Goldmünzen sagen wenig darüber aus, welche Mengen an Gütern des täglichen Bedarfs, etwa Lebensmitteln, den Gegenwert des Geldes bildeten. Um dies einschätzen zu können, bedarf es konkreter Preise.
Die Preisentwicklung von Wein, Roggen, Rindern und Salz
Um einigermaßen geschlossene und belastbare Preisreihen kalkulieren zu können, bedarf es in den Quellen verzeichneter Preise für dieselbe Ware, aber aus unterschiedlichen Zeiten. Für diverse Güter liegen bislang nicht ausreichend Preise aus unterschiedlichen Zeiträumen vor, um eine einigermaßen zusammenhängende Entwicklung abzubilden. Für viele Jahrzehnte sind nur wenige Belege vorhanden, was dazu führt, dass die Durchschnittspreise jeweils auf unterschiedlich breiter (oder schmaler) Grundlage beruhen.
Zur verschiedenen Anzahl an Preisangaben kommen Differenzen im Entstehungskontext: Neben Marktpreisen, die einem tatsächlichen Kaufgeschäft entspringen, tauchen häufig Preisangaben auf, wenn Waren bewertet oder geschätzt, also theoretisch in Geld umgewandelt wurden. Dies geschah etwa, wenn Naturalabgaben ausständig waren und zur Verrechnung mit weiteren Schulden in Geld angeschlagen wurden. Eine Bewertung fand auch statt, wenn Vermögenswerte – etwa bei einer Erbteilung oder bei der Schuldeneintreibung – erfasst wurden. Seltener wurden normative Preisangaben gemacht, also Wechselkurse festgelegt, Höchstpreise definiert oder Umrechnungssätze vorgeschrieben. Die Kauf- und Verkaufspreise sind immerhin mit einem konkreten Tauschgeschäft verbunden und es kann angenommen werden, dass – trotz etwaiger individueller Preisnachlässe oder Aufschläge – das betreffende Gut in dieser Größenordnung gehandelt wurde. Bei den Bewertungen und Preisnormen ist oft unklar, ob sie an den Marktpreisen orientiert waren oder stark von diesen abwichen. Auch lokale Preisunterschiede innerhalb einer Region kommen vor.
Die seltenen, aber für den Preis mitunter entscheidenden, Angaben zur Qualität der Ware bleiben meist sehr allgemein, betreffen das Alter (alt oder neu), die Größe (groß oder klein), die Person, für die die Ware bestimmt ist (die Herzogin oder einen Knecht), oder die räumliche Herkunft der Ware (Tuch aus Ypern, Wein aus Tramin). Zu beachten ist zudem, ob Transportkosten im Gesamtpreis bereits enthalten sind oder separat abgerechnet wurden.
All diese Problematiken würden weiterer Detailuntersuchungen bedürfen, die hier nicht geleistet werden können. Auf den folgenden Seiten werden daher nur provisorische Preisreihen zu ausgewählten, besonders gut dokumentierten Gütern präsentiert. Es handelt sich um Wein als Handelsware von überregionaler Bedeutung und als wichtigstes alkoholisches Getränk in der Region, Roggen als Getreide, mit dem weite Teile der Bevölkerung ernährt wurden, Rinder als am besten dokumentierte Nutztiere und Salz als wichtiges Gewürz und Fernhandelsgut.
Der Preis des Roggens bietet einen Anhaltspunkt für die Preise von Weizen, Gerste und Hafer. Es fällt nämlich auf, dass Getreidepreise oft in bestimmtem Verhältnis zueinander aufscheinen:
| Jahr | Ort | Roggen | Weizen | Gerste | Hafer |
| 1289/9078 | Inn- und Eisacktal | 1 | 1,25 | 0,75 | 0,25 |
| 131379 | Inntal | 1 | 1,50 | 0,75 | 0,50 |
| 140580 | Friedberg | 1 | 1,33 | 0,67 | 0,53 |
| 142581 | Hörtenberg | 1 | 1,50 | 0,67 | 0,67 |
| 146182 | Gufidaun | 1 | 1,33 | 0,67 | |
| 149483 | Innsbruck | 1 | 1,27 | 0,73 |
Tabelle 7: Verhältnis der Preise einer Einheit Weizen, Gerste und Hafer zu einer Einheit Roggen.
Weizen war also zwischen 25 und 50 Prozent teurer als Roggen. Gerste war 25 bis 33 Prozent, Hafer sogar 33 bis 75 Prozent günstiger als Roggen zu haben. Auffällig ist, dass sich die Bewertungen für Gerste und Hafer immer weiter annäherten und sich die Preisdifferenz zwischen den Getreidesorten allgemein verringert zu haben scheint. Man könnte nun, in Kenntnis des Preises einer Getreidesorte, den Preis der jeweils anderen schätzen. Die in der Tabelle enthaltenen Verhältnisse beruhen allerdings nur auf wenigen Angaben aus Gerichten im Inn- und Eisacktal. Ihre Tauglichkeit zur Annäherung an tatsächliche Preise wäre zu überprüfen.
Die in der folgenden Aufstellung präsentierten Preise beruhen auf Quellen, die in der Region (heutiges Bundesland Tirol, Südtirol und Trentino) entstanden sind, und auf Angaben aus der Literatur. Es handelt sich um Durchschnittspreise in Kreuzern und Gramm Silber je Bozner Yhre (Wein), Mutt (Roggen), Haupt (Rinder) und Fuder (Salz) für einen Zeitraum von jeweils zehn Jahren. Wegen der bislang dünnen Datenlage wurden alle verfügbaren Preisangaben – Kauf- ebenso wie Normpreise und Bewertungen – herangezogen. Ein unterstrichener Preis beruht auf weniger als fünf Datensätzen, ist also nur durch wenige Belege abgesichert. Bei den Quellenangaben werden Seiten, auf denen Weinpreise zu finden sind, fett gedruckt, solche mit Roggenpreisen durch Kursivdruck, jene mit Rinderpreisen durch Unterstreichung und Seiten mit Salzpreisen durch ein hochgestelltes „s“ markiert.
| Zeit | Wein | Roggen | Rind | Salz | Quellen84 |
| 1290–99 | 45(64,8) | 45(64,8) | 6 1(87,8) | 25(36,0) | H I 98, 111, 151, 163, 164, 174, 195, 221, 223, 228, 235s, 239, 240, 247, 249, 256, 263, 326, 334, 337, 338, 339, 340, 345, 346f, 351, 354, 355, 356, 358, 360, 361, 366, 371, 377f, 384f, 386, 391f, 399, 403, 410, 411, 414, 421, 425f, K 467, H II 50, 68, 89, 123, 127, 140, 190, 200f, 204, 205, 217–20, 223, 232, 235f, 237, 239, 243, 244, 249, 251, 254, 269, 270, 274, 281, 285, 288f, 291, 292, 294, 296, 306f, 321–3, 326, 329f, 331, 333, 334, 336, 339, 350, 359, 360, 361, 373, 374, 376s, 378, 381, 382, 386, 392–7, 397s, 399, 401, 407, 410, 412s, 413, 420, 434, 440–2, 445, 454, 455, 456, H III 48, 51f, 60, 70–1, 72, 73, 82, 84, 95, 98, 101, 102, 109, 113, 115, 124, 129s, 130, 134, 136, 139, 140, 143, 144, 147, 150, 153f, 160, 165, 176–8, 180s, 182, 189, 190, 193, 197f, 200, 201, 202–4, 206, 209, 212, 221, 235f, 237, 244, 253, 257, 258, 266f, 268, 270, 274, Ld 93 |
| 1300–09 | 40(57,6) | 40(57,6) | 57(82,1) | 26(37,4) | C 135s, 138s–9s, 141s, 142, 146–7, 153f, 156f, 165, 170, E 264s, H I 177s, 179s, 180s, H II 151, 155, 161, H III 290, 294, Ld 93 |
| 1310–19 | 65(93,6) | 62(89,3) | 57(82,1) | 36(51,8) | K 466, 467, Ld 94s |
| 1320–29 | 69(79,4) | 39(44,9) | 24(27,6) | E 236, Ld 94s, 307, K 467 | |
| 1330–39 | 41(47,2) | 36(41,4) | 60(69,0) | I 532, K 467 | |
| 1340–49 | 48(55,2) | 60(69,0) | K 467 | ||
| 1350–59 | 62(64,5) | 36(37,4) | Br 81, RS 244 f | ||
| 1360–69 | 71(73,8) | 26(27,0) | 64(66,6) | O 589, 590, 593, 595, RS 250 f | |
| 1370–79 | 77(82,4) | 32(34,2) | CPV 239. Der exzeptionelle Roggenpreis während der Hungersnot in Trient 1375 (240 kr/Mutt) wurde nicht einbezogen. | ||
| 1380–89 | 62(66,3) | 78(83,5) | Ld 96, Gr, 176, Sn V 509 | ||
| 1390–99 | 31(33,2) | 26(27,8) | 24(25,7) | Lc 31, 32, Ld 96s, O 598, 599, Sn 535 | |
| 1400–09 | 67(64,0) | 41(39,2) | 44(42,0) | 24(22,9) | F 178, 184, 192, 139, 194, 196, 203f, 206, 214fs, 224, 232, 234, 239, 245, 247, 253, 257, 262, 265, 266, 268, 271, 275s, 278, 281, 284, 299, 306, 308, 310s, 311, 317–9, 323, 328, Ld 96s, O 598, 599 |
| 1410–19 | 52(48,4) | 32(29,8) | 84(78,1) | 59(54,9) | F 239, 241, G 68, 70, 74, 79, 80fs, 85s, 86, K 467, Ld 308s, O 600, Sn VI 70, Sw 84 |
| 1420–29 | 38(34,6) | 40(36,4) | 54(49,1) | 24(21,8) | Ba 22, 30, 47, 62, 66, 78, 79, 82, 85, 89s, 92s, 97, 99s, Br 212s, 214, Ln IV 139*, K 467, OS 56f, 64, 66, 69, 70 |
| 1430–39 | 77(70,0) | 72(65,5) | 24(21,8) | Br 214f, OS 76s, 85–7, Si 130 | |
| 1440–49 | 67(61,0) | 45(41,0) | Br 232, 235, 237 fs, Ld 97, Ln V 215* | ||
| 1450–59 | 54(44,8) | 38(31,5) | Ld 307s, Ln VI 281f*, P 243s | ||
| 1460–69 | 55(29,2) | 49(26,0) | 138(73,1) | 42(22,3) | I 533, Ld 307, 308s, Ln III 115*, Ln V 235*, 237*, Ln VI 282*, 285*, P 243s |
| 1470–79 | 74(39,2) | 96(50,9) | 54(28,6) | Bg 367, Bü 77, P 243s, Sc 181 | |
| 1480–89 | 122(64,7) | 78(41,3) | 135(71,6) | 57(30,2) | Ld 308s, P 243s, Sc 75, 181, 195 |
| 1490–99 | 129(68,4) | 154(81,6) | 216(114,5) | Sc 75, 181, 195 |
Tabelle 8: Preisentwicklung ausgewählter Waren im Zehnjahresschnitt.

Grafik 3: Preisentwicklung von Wein, Roggen, Rindern und Salz in Gramm Silber nach Tabelle 7.
Bei der Verwendung dieser Preise ist Vorsicht geboten, denn viele Durchschnittspreise beruhen auf dünner Quellengrundlage, Marktpreise, Preisnormen und Schätzwerte können auseinanderklaffen, Qualitätsunterschiede und Unsicherheiten bei den Maßeinheiten können Abweichungen zur Folge haben. Trotz all dieser Bedenken geben die hier visualisierten Schwankungen einen Eindruck von der Volatilität spätmittelalterlicher Tiroler Preise.
Auffällig ist ein starker Preisanstieg bei Wein, Roggen und Salz in den 1310er Jahren, der mit den Missernten und der großen Hungersnot (1315–17) in weiten Teilen Europas erklärbar wäre. Daraufhin sinken die Preise, steigen aber nach der ersten Welle des Schwarzen Todes sowie während der großen Hungersnöte zwischen 1437 und 1440 wieder an. Anschließend sinken sie wieder um, wohl infolge von „kleiner Eiszeit“ und Hungersnot, Ende des 15. Jahrhunderts wieder anzusteigen. Diese Bewegungen passen zur großen Erzählung von der spätmittelalterlichen Agrarkrise und dem Aufschwung des „langen“ 16. Jahrhunderts.85 Beim Preisanstieg in den 1430er Jahren spielt auch die Münzverschlechterung Friedrichs IV. eine Rolle: Der Kreuzer wurde bis 1450 zwar kaum abgewertet, aber weitgehend aus dem Verkehr gezogen. An seiner Stelle wurden nominell mit 1/5 Kreuzer (vier Berner) bewertete, aber proportional deutlich weniger Silber enthaltende Vierer ausgeprägt. Die auf Kreuzerbasis berechneten Silberäquivalente könnten 1430 bis 1450 also täuschen.86
Vergleicht man die Entwicklung des Tiroler Roggenpreisindex87 (1290–99 = 1,00), also die anteilsmäßige Veränderung des Roggenpreises in Silber, mit den Indizes zu Abels88 und Malanimas89 Weizenpreisen für England, Frankreich und die Toskana, zeigen sich ähnliche Trends. Aus dem Heiligen Römischen Reich nördlich der Alpen scheinen keine um 1300 einsetzenden Getreidepreisreihen verfügbar zu sein: Abel beginnt 1340, Ebeling und Irsigler90 erst 1368, weshalb sie in diesem Vergleich außen vor bleiben.

Grafik 4: Indizes auf Basis von Tabelle 7, Abel (England, Frankreich) und Malanima (Toskana).91
Der Tiroler Getreidepreis steigt in den 1310er Jahren, wohl aufgrund von Missernten, stark an, sinkt anschließend wieder, steigt während der ersten Pestwelle um 1350, um 1400 und während der Münzverschlechterung und der großen Hungersnöte der 1430er Jahre, um anschließend wieder abzusinken. Ein auffälliger Unterschied zu den Bewegungen in England und Frankreich besteht beim enormen Preisanstieg in Tirol in den 1490er Jahren, der auch bei Rindern auftritt. Er ist wohl mit einer Hungersnot in dieser Zeit verbunden. Davon abgesehen passen die Tiroler Roggenpreisschwankungen zu den englischen und französischen Preisveränderungen, scheinen also grundsätzlich mit der westeuropäischen Getreidepreisentwicklung vereinbar zu sein. Im Vergleich zur Toskana, deren Preisentwicklung stark von England und Frankreich abweicht, lassen sich insbesondere 1350–70 und Ende des 15. Jahrhunderts Parallelen zu Tirol erkennen.
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