Kitabı oku: «Inklusion und Qualifikation»

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Die Herausgeberinnen


Dr. Kathrin Wilfert studierte Sonderpädagogik und Deutsch als Fremdsprache an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München sowie an der Universidad Complutense in Madrid und promovierte über die schulische Integration Behinderter in Deutschland und Spanien (1995–1998). Nach 15 praktischen Jahren an verschiedenen Sonderpädagogischen Förderzentren wechselte sie 2013 an die LMU. Im Rahmen des Begleitforschungsprojekt inklusive Schulentwicklung (B!S) entwickelte sie im Team die Qualitätsskala zur inklusiven Schulentwicklung (QU!S®). Ihre Zusatzqualifikationen wie das Montessori-Diplom, Trainerin für die Kooperative Beratung und die momentan laufende Ausbildung zur systemischen Beraterin fließen in zahlreiche Seminare ein und bieten praxisnahe Module in der Lehramtsausbildung.

Forschungs- bzw. Arbeitsschwerpunkte sind neben der praktischen Schulung von Gesprächsführungs- und Beratungskompetenzen auch die Lernförderung von Kindern und Jugendlichen bei sozialer Benachteiligung und Armut.


Dr. Tatjana Eckerlein studierte in den 1990er Jahren Lehramt Sonderpädagogik für die Förderschwerpunkte Lernen und emotionale und soziale Entwicklung. Nach ihrer Promotion zum Thema »Haltungs- und Bewegungserziehung an Förderschulen« war sie an Sonderpädagogischen Förderzentren in München tätig. Schon da engagierte sie sich auch in der Erwachsenenbildung. 2006 stand ein Wechsel an den Lehrstuhl für Lernbehindertenpädagogik an der LMU an, wo sie bis heute als Akademische Direktorin lehrt. Ihre Leidenschaft gilt der praxisnahen Ausbildung von Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen.

Ihre Forschungsschwerpunkte sind der erschwerte Schriftspracherwerb und herausfordernde Lern- und Lebenslagen von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund.

Kathrin Wilfert Tatjana Eckerlein (Hrsg.)

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1. Auflage 2021

Alle Rechte vorbehalten

© W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart

Gesamtherstellung: W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart

Print:

ISBN 978-3-17-039524-4

E-Book-Formate:

pdf: ISBN 978-3-17-039525-1

epub: ISBN 978-3-17-039526-8

mobi: ISBN 978-3-17-039527-5

Vorwort der Reihenherausgeber

Vor dem Hintergrund der UN-Behindertenrechtskonvention, die seit 2009 für Deutschland verbindlich gilt, entwickelt sich die Idee der Inklusion zu einem neuen Leitbild in der Behindertenhilfe. Sowohl in der Schule als auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen sollen Menschen mit Behinderung von vornherein in selbstbestimmter Weise teilhaben können. Inklusion in Schule und Gesellschaft erfordert einen gesamtgesellschaftlichen Reformprozess, der sowohl auf die Umgestaltung des Schulsystems als auch auf weitreichende Entwicklungen im Gemeinwesen abzielt. Der Ausgangspunkt dieser Entwicklung wird in Deutschland durch ein differenziertes Bildungssystem und eine stark ausgeprägte, spezialisierte sonderpädagogische Fachlichkeit – bezogen auf unterschiedliche Förderschwerpunkte – bestimmt.

Vor diesem Hintergrund soll die Buchreihe »Inklusion in Schule und Gesellschaft« Wege zur selbstbestimmten Teilhabe von Menschen mit Behinderung in den verschiedenen pädagogischen Arbeitsfeldern von der Schule über den Beruf bis hinein in das Gemeinwesen und bezogen auf die unterschiedlichen sonderpädagogischen Förderschwerpunkte aufzeigen. Der Schwerpunkt liegt dabei im schulischen Bereich. Jeder Band enthält dabei sowohl historische und empirische als auch organisatorische und didaktisch-methodische sowie praxisbezogene Aspekte bezogen auf das jeweilige spezifische Aufgabenfeld der Inklusion. Ein übergreifender Band wird Ansätze einer interdisziplinären Grundlegung des neuen bildungs- und sozialpolitischen Leitbildes der Inklusion umfassen. Als Herausgeber fungieren die Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats »Inklusion«, beauftragt vom Bayerischen Landtag.

Die Reihe umfasst folgende Einzelbände:

Band 1: Die Inklusionssensible Grundschule

Band 2: Inklusion in der Sekundarstufe

Band 3: Inklusion im Beruf

Band 4: Inklusion im Gemeinwesen

Band 5: Inklusion im Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung

Band 6: Inklusion im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung

Band 7: Inklusion im Förderschwerpunkt Hören

Band 8: Inklusion im Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung

Band 9: Inklusion im Förderschwerpunkt Lernen

Band 10: Inklusion im Förderschwerpunkt Sehen

Band 11: Inklusion im Förderschwerpunkt Sprache

Band 12: Inklusive Bildung

Band 13: Inklusion in Kindertagesstätten

Band 14: Inklusion und Qualifikation

Erhard Fischer

Ulrich Heimlich

Joachim Kahlert

Reinhard Lelgemann

Grußwort
Leben – Lernen – Lieben

Mit diesen zentralen, für mich außerordentlich bedeutsamen Begriffen, möchte ich das Grußwort zu Ehren des langjährigen Lehrstuhlinhabers für Lernbehindertenpädagogik an der Ludwig-Maximilians-Universität in München (LMU) und meines Freundes, Herrn Professor Dr. Ulrich Heimlich, anlässlich seiner Emeritierung einleiten.

Herr Professor Heimlich ist ein außergewöhnlicher Pädagoge, Denker, Fachmann, Impulsgeber und vor allem ein Mensch, der sich sein Leben lang mit sich, ›der Welt‹ und den ihr innewohnenden Themen auseinandergesetzt hat. Mit großer Sensibilität hat er schon sehr früh erkannt, dass er ein reges Interesse, ja ein außerordentliches Einfühlungsvermögen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Handicap besitzt und so wurde er zunehmend Partner und inspirierender Streiter für all jene, die in unserer Welt aufgrund ihres Anders-Seins allzu leicht zur Seite geschoben, mitunter nicht beachtet bzw. diskriminiert werden.

Leben

Ausgehend von der Lebenswirklichkeit und dem Erfahrungshintergrund von Menschen mit Handicap, hat er mit wachem Auge und einfühlsamem Herzen stets nachspüren und begreifen wollen, was der Ursprung für deren vermeintliches Scheitern sein kann, für die mangelhafte Teilhabe am schulischen, gesellschaftlichen, sozialen und politischen Leben, für das Abdriften in die Position von Außenseiterinnen und Außenseitern sowie für den Weg in ein unerfülltes und nicht ausreichend gelingendes Leben. Dabei hat Professor Heimlich sowohl in seiner Funktion als Lehrer als auch während seiner Tätigkeit als Universitätsprofessor stets gezeigt, dass die Gestaltung einer solidarischen Welt in Familie, Kindertagesstätte, Schule und Hochschule in der Inklusion liegen kann. Stets war es sein Ziel, den Fokus seiner wissenschaftlichen und pädagogischen Anstrengungen für Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf an der Würde und Gleichberechtigung von Menschen zu orientieren.

Lernen

Dass sich Professor Heimlich ein Berufsleben lang sowohl in der schulischen Praxis als auch im Wissenschaftsbereich der Thematik des Lernens, vor allem für Kinder und Jugendliche in Kindertageseinrichtungen und Schulen, verpflichtet sah, war die logische Konsequenz seiner eigenen Suche nach Antworten auf die Frage nach der Entwicklung und Förderung von Lernen bis hin zu einem Lernen mit Lust und Freude am Geschehen. Wie sehr sich auch sein hoher wissenschaftlicher Anspruch stets auf der Basis eines breiten Spektrums fachlich-inhaltlicher Grundlagen bewegte, so war seine fachliche Expertise innerhalb der Pädagogik bei Lernschwierigkeiten immer orientiert am fundamentalen Wohl – ich möchte sagen am Gesamtwohl – von Kindern und Jugendlichen, unabhängig davon, ob mit oder ohne sonderpädagogischem Förderbedarf.

Lernen in seiner Selbstverständlichkeit und als eine allen Menschen gleichermaßen zugängliche Lebenschance möge folgendermaßen ausgerichtet sein:

• Neues zu entdecken und Lernen als wesentlichen Bestandteil des Menschseins zu sehen,

• bei der Gestaltung der selbstregulierten Lernprozesse die kognitiven, emotionalen und sachlichen Aspekte einzubeziehen,

• sich im gemeinsamen Lernen konstruktivistisch die verschiedenen Lernfelder und -ebenen im Sinne einer »Pädagogik der Vielfalt« anzueignen,

• wiederholende Lernstrategien als gewinnbringend zu werten,

• in der Ich-Du-Wir-Beziehung Glückserfahrungen zu ermöglichen sowie

• die Fachlichkeit der Wissenschaft in den Dienst der Menschen zu stellen.

Professor Heimlichs Expertentum als Wissenschaftler für Sonderpädagogik forderte immer wieder mit folgenden Fragestellungen heraus: »Wer sind wir? Was macht uns aus? Wie erlebt man uns? Wo wollen wir hin? Was sind unsere Kernanliegen?«

Dadurch hat er das Profil der Person bzw. der Persönlichkeit der Sonderpädagogin bzw. des Sonderpädagogen nachhaltig geprägt, wird doch die Fachlichkeit von sonderpädagogischen Lehrkräften in der Praxis in vielfältiger Weise herausgefordert: Sie erziehen, unterrichten, diagnostizieren, beraten, fördern und kommunizieren gleichzeitig mit verschiedenen Partnerinnen und Partnern und haben dabei stets den bestmöglichen Bildungsweg für das einzelne Kind und den Jugendlichen im Blick. Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen sind gleichsam Botschafterinnen und Botschafter der Inklusion. Sie sind mit ihrer Fachlichkeit innerhalb der sonderpädagogischen Förderschwerpunkte an den Förderzentren verankert, dabei aber auch außerhalb der Förderzentren, in der Unterstützung für inklusiv beschulte Schülerinnen und Schüler aktiv. Dieses breite Spektrum erfordert eine hohe fachliche Kompetenz und eine gefestigte professionelle Identität, die immer wieder auf neue, sich wandelnde Entwicklungen abgestimmt und aktualisiert werden muss. Zentraler Bezugspunkt ist dabei stets die Frage nach dem Kern eines speziell sonderpädagogischen Denkens und Handelns ebenso, wie das Bemühen um eine sonderpädagogische Haltung, basierend auf der sensiblen, empathischen Wahrnehmung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung in deren gesamtem Lebens- und Lernumfeld: zuhause, in der Kindertagesstätte und in der Schule. Fachliche und gesellschaftliche Entwicklungen begleiten diesen Prozess.

Lieben

Ein Kernanliegen von Professor Heimlich ist, dass jedes sonderpädagogische Handeln von einer absoluten Hinwendung zum »Du« geprägt sein möge. Sowohl bei seinen Begegnungen mit Kindern in Kindertagesstätten sowie mit Schülerinnen und Schülern in Schulen als auch in seinen Funktionen innerhalb der LMU, in seinem politischen Engagement bei Verbänden, auf KMK-Ebene, in den Ministerien, im Bayerischen Landtag oder in Funk und Fernsehen, zu jeder Zeit trat er mit großer sonderpädagogischer Leidenschaft ein für den kategorischen Imperativ der Sonderpädagogik, den ich wie folgt zusammenfassen möchte: »Handle so, dass sich aus der Gestaltung jedes einzelnen Moments in Erziehung und Unterricht, die Grundlage einer allgemeinen Haltung ergibt!«

Herrn Professor Heimlichs sonderpädagogisches Herz ist beseelt von der Überzeugung unendlicher Entwicklungsmöglichkeiten jedes einzelnen Kindes und Jugendlichen und geprägt von der Hinwendung zu den Menschen, mit denen er sich im Dialog zu Erziehung und Unterricht befindet.

Mögen die zahlreichen Fachbeiträge der sich mit Herrn Professor Heimlich stets im Austausch befindlichen Autorinnen und Autoren – gemäß einem seiner zentralen Arbeitsschwerpunkte – das Thema Inklusion immer wieder so zum Blühen bringen, dass es dem Ziel einer solidarischen und sich der Bedeutung der Menschenwürde verpflichteten, demokratischen Gesellschaft stets Aufgabe und Ansporn bleibt. Dies ist der erklärte Wunsch von uns allen, die wir Herrn Professor Ulrich Heimlich auf so manchen Stationen seines unerschöpflichen Wirkens begleiten durften.

Abschließend möchte ich mich bei Herrn Professor Dr. Ulrich Heimlich, in seiner Rolle als hervorragenden Impulsgeber, besonders im Bereich der Inklusion, von Herzen für all die Jahre der intensiven und bereichernden Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus, Wissenschaft und Kunst bedanken.

München, im November 2020

Erich Weigl, Sonderpädagoge und Ministerialrat a. D. am Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus, Wissenschaft und Kunst

Inhaltsverzeichnis

1  Vorwort der Reihenherausgeber

2  Grußwort Leben – Lernen – Lieben

3  Einleitung

4 Kathrin Wilfert & Tatjana Eckerlein

5  I Inklusion und Qualifikation in Kindertageseinrichtungen und Schulen

6  1 Qualifikation für inklusive Kindertageseinrichtungen – Umgang mit Ambiguitäten in einer pluralen Welt

7 Anke König

8  2 Qualifikation für inklusive Schulen

9 Clemens Hillenbrand

10  3 Qualifikation für inklusiven Unterricht

11 Tatjana Eckerlein & Stephanie Lutz

12  II Inklusion und Qualifikation für Förderdiagnostik, -planung und Beratung

13  4 Qualifizierung für Förderdiagnostik

14 Franz B. Wember

15  5 Qualifikation für Förderplanung

16 Conny Melzer

17  6 Qualifikation für Beratung in der schulischen Inklusion

18 Kathrin Wilfert & Conny Melzer

19  III Inklusion und Qualifikation an der Hochschule

20  7 Qualifikation für Inklusionsforschung

21 David Scheer & Markus Gebhardt

22  8 Qualifikation für inklusive Lehrerinnen- und Lehrerbildung – Wissen zu Bildungsarmut und Schülerinnen- und Schülerhabitus

23 Rainer Benkmann

24  9 Qualifikation für inklusive Regionen

25 Iris Beck

26  10 Qualifikation von Lehrerinnen und Lehrern für die Digitalisierung im inklusiven Unterricht

27 Jürgen Schuhmacher

28  11 Kurzporträts der Forschungsprojekte des Lehrstuhls zum Schwerpunkt »Inklusion & Qualifikation«

29 Mario Riesch, Julia Eiperle, Ulrike Sendelbach, Michael Wittko & Susanne Bjarsch

30  Ausgewählte Publikationen von Prof. Dr. Ulrich Heimlich

31  Abkürzungsverzeichnis

32  Autorinnen und Autoren

Einleitung
Kathrin Wilfert & Tatjana Eckerlein

Der Rückblick auf mehr als zehn Jahre Erfahrung mit Inklusion im deutschen Bildungssystem zeigt deutlich, dass Inklusion – und damit auch die Qualifizierung zur Inklusion – eine ständige Herausforderung ist. In der zweiten Dekade nach Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) besteht wohl Einigkeit darüber, »dass schulische Inklusion nicht einfach verfügbar ist« (Speck 2019, S. 135). Die »Verfügbarmachung von Welt (Rosa 2018, S. 25)«, so wie sie der Soziologe Hartmut Rosa beschreibt, funktioniert allerdings nicht ohne »soziale Resonanz«. Zwischenmenschliche Beziehungen als Resonanzerfahrungen, die gegenseitiges Zuhören und wechselseitige Anteilnahme erfordern, machen die Inklusion erst zu einem mit-menschlichen Prozess, der nicht einfach verfügbar ist, sondern eine stetige Aufgabe darstellt (vgl. Speck 2019, S. 107). Diese kann nur bewältigt werden, wenn von politischer Seite passende Bedingungen geschaffen werden und ihr von gesellschaftlicher Seite ein gewisser Grad sozialer Bereitschaft entgegengebracht wird.

In diesem Band steht die Frage im Mittelpunkt, wie pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen, Schulen und auf anderen Ebenen eines inklusiven Bildungssystems für ihre professionelle Tätigkeit in unterschiedlichen inklusiven Settings qualifiziert werden können. Lösungen dieses Problems stehen, wie so häufig im Bildungsbereich, im Spannungsbereich zwischen begrenzt vorhandenen Ressourcen auf der einen Seite und, angesichts der Herausforderungen von Heterogenität, Diversität und Inklusion, gestiegenen Anforderungen an die Professionalität auf der anderen Seite.

Im Bewusstsein der Bedeutung von Inklusion und Qualifikation sollen in diesem Band Antworten auf die eben genannten Herausforderungen gegeben werden. Dabei wird die Thematik aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet: Konkrete Bemühungen der Qualifizierung lassen sich zunächst im Bereich der Ausbildung von frühpädagogischen Fachkräften in Kindertageseinrichtungen aufzeigen. Darüber hinaus haben aber auch in spezifischen sonderpädagogischen Feldern, wie Förderdiagnostik und -planung sowie die Beratung, die ihre Konzepte an die neuen Anforderungen eines inklusives Bildungssystems angepasst haben. Schließlich wird die Debatte um Inklusion und Qualifikation auch von universitärer Seite durch vielfältige Antworten und unterschiedliche Ansätze geprägt.

Dieser Trias – bestehend aus erstens der Inklusion und Qualifikation in Kindertageseinrichtungen und Schulen, zweitens der Förderdiagnostik, -planung und Beratung sowie drittens der Inklusion und Qualifikation an Hochschulen zieht sich als roter Faden durch den vorliegenden Band, der zum Ziel hat, ganz im Sinne Rosas bei seiner Leserin bzw. seinem Leser auf Resonanz zu stoßen und letztendlich das Vorhaben einer Qualifizierung zur Inklusion zu fördern und schließlich zum Erfolg zu führen.

Im ersten Teil – Inklusion und Qualifikation in Kindertageseinrichtungen und Schulen – diskutiert Anke König die Qualifikation für inklusive Kindertageseinrichtungen. Ihr Beitrag stellt, ausgehend von einem Inklusionsverständnis einer Frühpädagogik der Vielfalt, die Qualifikation und das Ausbildungssystem vor und legt anhand von Gruppeninterviews Dissonanzen bei der Umsetzung inklusiver Bildung und Erziehung in der Praxis offen. Außerdem diskutiert die Autorin Studienergebnisse kritisch und benennt abschließend Implikationen für Ausbildung und Qualifizierung.

Clemens Hillenbrand möchte in seinem Beitrag Qualifikation für inklusive Schulen, unter Berücksichtigung der früheren Expertise, aktuelle Projekte und Forschungen zur Qualifikation für inklusive Schulen aufzeigen.

Tatjana Eckerlein & Stephanie Lutz nehmen schließlich die sonderpädagogische Praxis in den Blick. Die Autorinnen behaupten in ihrem Beitrag, dass inklusiver Unterricht auch in einer leistungsorientierten Gesellschaft möglich und darüber hinaus sogar nötig ist, da durch ihn der Zusammenhalt auf vielen Ebenen angebahnt wird. Wie dieser im Konkreten auszusehen kann, wird auf verschiedenen Ebenen und schließlich auch anhand eines exemplarischen Unterrichtsvorhabens aufgezeigt.

Der zweite Teil – Inklusion und Qualifikation für Förderdiagnostik, -planung und Beratung befasst sich mit spezifischen sonderpädagogischen Feldern, an die neue Anforderungen in einem inklusiven Bildungssystem gestellt werden. Franz B. Wember diskutiert in seinem Beitrag Qualifizierung für Förderdiagnostik einige grundsätzliche, insbesondere methodische Probleme der Förderdiagnostik, wobei er seinen Fokus auf die Lernvoraussetzungen und den Lernfortschritt der Schülerinnen und Schüler setzt. Dazu bedient er sich empirischer Befunde zur Diagnostik durch Lehrkräfte in der Schulpraxis und stellt praxisrelevante Möglichkeiten von Förderdiagnostik sowie deren Vermittlung vor.

Conny Melzer nimmt in ihrem Beitrag Qualifikation für Förderplanung die Förderplanung ins Visier und betrachtet die Gestaltung von Fortbildungen zur Förderplanung. Dabei nimmt die Autorin Bezug auf mögliche Inhalte, die methodische Gestaltung sowie Fragen zur Fortbildungsplanung in den Schulen.

Den zweiten Teil abschließend befassen sich Kathrin Wilfert & Conny Melzer mit Qualifikation für Beratung in der schulischen Inklusion. Sie stellen in ihrem Beitrag die zentrale Stellung von Beratung im Rahmen inklusiver Bildung näher dar und beschreiben inhaltliche sowie methodische Aspekte der Aus-, Fort- und Weiterbildung hinsichtlich beraterischer Kompetenzen. Damit rücken die Autorinnen Beratung, noch mehr als bisher, neben Unterrichten und Diagnostizieren zu den zentralen professionellen Kompetenzen in einem Bildungssystem, das verstärkt auf gelingende Kooperationsprozesse aller Beteiligten zu achten hat.

Im dritten Teil – Inklusion und Qualifikation an der Hochschule werden Möglichkeiten skizziert, wie diese Entwicklungsprozesse in der Praxis inklusiver pädagogischer Angebote von Hochschulseite begleitet und evaluiert werden können.

David Scherr & Markus Gebhardt befassen sich mit dem Teil der Inklusionsforschung, die aus Sicht der empirischen Bildungsforschung beschrieben wird. Sie betonen die Bedeutung von Open Science und freien Lizenzen für die Inklusionsforschung, um Instrumente, Materialien und Produkte weiterentwickeln zu können. Die Konsequenzen sehen die Autoren darin, die Vermittlung von Forschungsmethoden für das Lehramt Sonderpädagogik mehr in den Fokus zu stellen, und sie zeigen Möglichkeiten auf, wie die Qualifizierung für Inklusionsforschung in der Ausbildung von angehenden Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen verankert werden. Damit gewichten sie die Rolle der Lehrkraft neu.

Rainer Benkmann geht in seinem Beitrag Qualifikation für inklusive Lehrerinnen- und Lehrerbildung – Wissen zu Bildungsarmut und Schülerinnen- und Schülerhabitus davon aus, dass angehende sonderpädagogische Lehrkräfte sich mit den Aspekten Bildungsarmut und Schülerinnen- und Schülerhabitus aufgrund ihrer Zielgruppe vertieft auseinandersetzen sollten. Deshalb geht er der Frage nach, welches Grundlagenwissen von Hochschulseite aus als Qualifikation vermittelt werden sollte, um zukünftige Lehrkräfte auf die Herausforderungen einer inklusiven Schule mit Schülerinnen und Schülern aus unterprivilegierten Milieus, die häufig Unterstützungsbedarf im Schwerpunkt LERNEN haben, vorzubereiten.

Anschließend befasst sich Iris Beck mit der Qualifikation für inklusive Regionen und stellt sich die Frage, wie sich die tatsächliche Inklusion auf der meso- und mikrostrukturellen Ebene zwischen Personen, Organisationen und Institutionen gestaltet, womit die Autorin die systemische Perspektive von Inklusion als ein Charakteristikum herausstellt. Beck appelliert, dass ein Leben vor Ort nicht ohne sozialräumliche Bedarfsplanung und -sicherung und ohne Kooperation und Vernetzung funktionieren kann. Damit wird Inklusion ein weites, gesamtgesellschaftliches Thema, bei dem die Ansprüche ganz unterschiedlicher Gruppen miteinander verhandelt werden müssen und eine Neuordnung sowohl sozialer als auch politischer und professioneller Zusammenhänge angestrebt werden muss.

Jürgen Schuhmacher zeigt in seinem Beitrag Qualifikation von Lehrerinnen und Lehrern für die Digitalisierung im inklusiven Unterricht das hohe inklusive Potenzial digitaler Bildung auf. Ausgehend von der Beschreibung zahlreicher Aspekte von inklusivem Unterricht, stellt er die medienpädagogische Ausgangslage vor. Außerdem richtet der Autor seinen Fokus auf die Zielsetzung der Medienkompetenz bei Schülerinnen und Schülern sowie bei Lehrkräften. Möglichkeiten des Lehrens und Lernens im digitalen Zeitalter veranschaulicht Schuhmacher an einem Projekt im inklusiven Geschichtsunterricht. Abschließend werden die benötigten Qualifikationen von Lehrkräften vorgestellt.

Praktisch verdeutlicht wird der Zusammenhang von Inklusion und Qualifikation auf der Ebene konkreter Forschungs- und Entwicklungsprojekte. Mario Riesch und Julia Eiperle, Ulrike Sendelbach, Michael Wittko und Susanne Bjarsch geben in ihren Kurzporträts der Forschungsprojekte des Lehrstuhls für Lernbehindertenpädagogik an der Ludwig-Maximilians-Universität auf ganz unterschiedliche Weise Einblick in ihre Arbeit.

Als Herausgeberinnen danken wir an dieser Stelle den Autorinnen und Autoren, die keine Zeit und Mühe gescheut haben, sich an dieser Festschrift zu beteiligen.

Wir danken auch dem Kohlhammer Verlag sowie seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre Unterstützung bei dieser Festschrift. Stellvertretend möchten wir Klaus-Peter Burkardt nennen. Mit ihm verbindet Ulrich Heimlich eine lange berufliche Zusammenarbeit. Daher freuen wir uns besonders, dass er zu seiner Emeritierung mit diesem Band vom Kohlhammer Verlag bedacht wurde.

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Türler ve etiketler

Yaş sınırı:
0+
Litres'teki yayın tarihi:
18 aralık 2025
Hacim:
330 s. 34 illüstrasyon
ISBN:
9783170395268
Telif hakkı:
Bookwire
İndirme biçimi:

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