Kitabı oku: «Martin Luthers theologische Grundbegriffe», sayfa 11

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Erwählung

1. Die beste und unfehlbare Vorbereitung zur Gnade und die einzige Bereitung ist die ewige Erwählung Gottes und Vorherbestimmung (1, 225, 27f.). Die Vorherbestimmung und die Festigkeit der Erwählung, nicht die Gerechtigkeit des menschlichen Willens sind die Ursache des Heils. Die Erwählung und nicht die Gerechtigkeit errettet (56, 89, 15–18). Gott verwirft sein Volk nicht, er nimmt auch den, der verzweifelt war, an und beweist so, wie fest seine Vorherbestimmung und Erwählung ist, dass sie auch nicht durch eine so große Verzweiflung beirrt werden könnte (56, 429, 1–3). Da die göttliche Verheißung und Vorherbestimmung nicht täuschen können, wird es unzweifelhaft und unfehlbar konsequent sein, dass alles, was verheißen wird, zuverlässig ist, und so besteht der Glaube an die Verheißungen nicht in der Notwendigkeit der Werke und des Vertrauens auf sie, sondern auf der Gewissheit der göttlichen |66|Erwählung (2, 513, 6–9). Es liegt nicht an unserem Willen, sondern an Gottes Willen und Erwählung (12, 262, 12–13). Gott hat beschlossen, er wolle uns nicht selig machen durch unsere Werke, und will auch damit nichts zu schaffen haben, will unseren Willen und Erwählen nicht annehmen, sondern dass wir annehmen, was er will, erwählt und setzt (12, 428, 38–41).

2. Was ist die Angst um die Vorherbestimmung anderes als über die Ungewissheit des göttlichen Ratschlusses ungeduldig sein? Was macht die Ungeduld anderes, als dass sie Gott versucht, wenn sie seines Ratschlusses gewiss sein will? Sie hasst, dass Gott Gott ist, weil sie ihn nicht anders wissen will, als sie es weiß (5, 173, 2–6). Wegen der Vorsehung soll man sich keine vorwitzige Sorge machen. Denn Gott hat seine Gebote gegeben, sich im Glauben und in der Liebe zu üben. Die Vorsehung ist Gott zu überlassen (10III, 112, 1–4). Wer große Furcht hat, nicht erwählt zu sein oder über seine Erwählung beunruhigt ist, stattet mit dieser Furcht Dank ab und freut sich in ihr, da er mit Vertrauen weiß, dass Gott nicht täuschen kann. Also begibt er sich aus der Vorsehung des erschreckenden Gottes getrost in die Wahrheit des verheißenden Gottes, und wird gerettet und erwählt (56, 387, 20–26).

3. Es gibt drei Grade des Anzeichens der Erwählung: Erstens bei denen, die mit diesem Willen Gottes zufrieden sind und nicht gegen Gott murren, vertrauen wahrhaft darauf, erwählt zu sein, und wollen nicht verdammt werden. Zweitens sind besser die, die bedrückt sind und das Gefühl oder wenigstens den Wunsch nach dem Gefühl haben, als wenn Gott sie nicht retten wollte, sondern zu den Verworfenen zählen. Drittens am besten die, die auch in Wirklichkeit sich nach dem Willen Gottes für die Hölle bestimmt glauben, wie es in der Stunde des Todes vielen geschieht. Diese werden am vollkommensten von dem eigenen Willen gereinigt und von der Klugheit des Fleisches (56, 388, 3–13).

📖 Markus Wriedt, Gnade und Erwählung. Eine Untersuchung zu Johann von Staupitz und Martin Luther, 1991.

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Evangelisch

1. Die evangelische Wahrheit lehrt statt den Werken lauter Gottes Gnade, für das Gesetz lauter Glaube (10I.1, 630, 11–15).

2. Es ist verdrießlich vor Gott und vor den Menschen, dass wir unser christliches Wesen an dem äußerlichen Ding anfangen und lassen das rechte innerliche anstehen, wir wollen damit uns evangelisch beweisen, dass wir beider Gestalt des Sakraments nehmen, Bilder umreißen, Fleisch fressen, nicht fasten, nicht beten und dergleichen, aber den Glauben und die Liebe will niemand fassen, die doch allein not sind (10II, 36, 28–37, 4).

3. Alles, was evangelisch, christlich oder Glaube ist, das soll frei sein, dass die Leute ohne Gesetz und Treiben von sich selbst mit Lust und Liebe hinzudrängen (10II, 32, 20–22).

📖 Manuel Goldmann, Oratio – Meditatio – Tentatio. Impulse Martin Luthers für eine evangelische Spiritualität, in: Luther 85 (2014) 115–124.

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|67|Evangelium

→ Gesetz/Evangelium, Schrift

Evangelium ist griechisch und heißt auf deutsch eine fröhliche Botschaft, darum dass darin verkündigt wird die heilsame Lehre des Lebens von göttlicher Zusagung, und angeboten wird Gnade und Vergebung der Sünde; darum gehört zum Evangelium nicht Werk, denn es ist nicht Gesetz, sondern allein Glaube, denn es ist bloßes Zusagen und Anbieten göttlicher Gnaden. Wer daran glaubt, der empfängt die Gnade und den heiligen Geist, davon wird das Herz fröhlich und lustig in Gott und tut dann das Gesetz freiwillig umsonst, ohne Furcht der Strafe und ohne Gesuch des Lohns (10I.2, 158, 20–27; vgl. DB 6, 3, 23–25).

1. Wesen: Die Predigt von der Vergebung der Sünde durch den Namen Christi, das ist das Evangelium (2, 466, 12f.). Evangelium ist nämlich die gute Rede, die Botschaft des Friedens vom menschgewordenen Sohn Gottes, der gelitten hat und durch den heiligen Geist auferweckt wurde zu unserem Heil. Wo immer die Gnade Gottes und die Vergebung der Sünden, die durch Jesus Christus geschehen ist, gepredigt wird, dort wird wahrhaft das Evangelium gepredigt (2, 467, 12–23). Das Evangelium ist das Wort der Gnade, des Lebens und des Heils, das Wort der Gerechtigkeit und des Friedens, dem Gesetz gänzlich entgegengesetzt und dennoch zugleich mit ihm übereinstimmend. Denn im Evangelium wird das Gegenteil der Begierde offenbart, also die Liebe und Gnade des heiligen Geistes, durch die die Verdorbenheit der Natur geheilt wird und der Mensch lernt, Gutes zu tun. Das Evangelium ist das Wort der Gnade, in dem die Vergebung der Sünden gepredigt wird und wie wir das Gesetz erfüllen können, also dass der, der sich das Gesetz hassen sieht und das Bewusstsein von der Sünde hat, Jesus Christus als Erlöser hört und glaubt und anruft, durch welchen Glauben er es verdient, den heiligen Geist zu empfangen, durch den er das Gesetz liebt und die Sünde hasst und so vor Gott gerechtfertigt wird (7, 504, 6–11). Das Evangelium ist seiner eigentlichen Definition nach die Verheißung von Christus, die von den Schrecken des Gesetzes befreit, von Sünde und Tod, und die Gnade, Vergebung der Sünden, Gerechtigkeit und ewiges Leben herbeibringt (39I, 387, 2–4). Evangelium ist eigentlich nicht ein Buch der Gesetze und Gebote, das von uns fordert unser Tun, sondern ein Buch der göttlichen Verheißungen, darin er uns verheißt, anbietet und gibt alle seine Güter und Wohltaten in Christus. Dass aber Christus und die Apostel viele gute Lehre geben und das Gesetz auslegen, ist zu rechnen unter die Wohltaten wie ein anderes Werk Christi (10I.1, 13, 3–8). Nachdem das Wort des Gesetzes Jammer und Armut im Herzen zugerichtet hat, kommt das Wort des Evangeliums und verspricht, Gnade und Hilfe zu geben, damit wir aus solchem Jammer herauskommen sollen und alle Sünden nicht allein vergeben, sondern auch vertilgt und dazu Liebe und Lust zur Erfüllung des Gesetzes gegeben sein sollen (10I.2, 158, 6–13). Es gibt kein Buch in der Bibel, worin nicht Gesetz und Zusagung sind. Weil aber im Neuen Testament die Zusagungen gehäuft stehen, und im Alten die Gesetze gehäuft, nennt man das eine Evangelium, das andere Gesetzbuch (10I.2, 159, 5–19). Also sind die Bücher Mose und die Propheten auch Evangelium, zumal sie eben das zuvor verkündigt und beschrieben haben von Christus, was die Apostel hernach gepredigt oder geschrieben haben. Doch ist ein Unterschied zwischen beiden. Denn obwohl beides dem Buchstaben nach auf Papier geschrieben ist, so soll doch das Evangelium oder das neue Testament eigentlich |68|nicht geschrieben, sondern in die lebendige Stimme gefasst werden, die erschalle und überall gehört werde in der Welt. Denn das Evangelium ist eine lebendige Predigt von Christus, der gekommen ist (12, 275, 5–15; vgl. 259, 8–19). Das Evangelium soll nur im Gewissen regieren, das Gesetz aber die Hände. Nicht durch Gesetze sollen die Gewissen regiert werden, nicht die Hand durch das Evangelium. Das Evangelium gehört ins Herz und Gewissen, das Gesetz zu den Händen (24, 481, 7–15). Die Papisten halten Christus für einen neuen Gesetzgeber, und die Fanatiker nehmen nichts aus dem Evangelium an, wenn sie es nicht als ein Buch verstehen, das neue Gesetze von den Werken enthält. Das Evangelium ist aber die Predigt von Christus, der Sünde vergibt, Gnade gibt, rechtfertigt und die Sünder rettet. Wenn aber Gebote im Evangelium gefunden werden, sind sie nicht Evangelium, sondern Auslegungen des Gesetzes und Anhänge an das Evangelium (40I, 259, 30–260, 14; vgl. 14, 650, 22–25).

2. Inhalt: Das Evangelium ist nach Paulus Röm 1 die Predigt vom menschgewordenen Sohn Gottes, der für uns ohne unser Verdienst zum Heil und Frieden gegeben worden ist. Es ist das Wort des Heils, das Wort der Gnade, das Wort des Trostes, das Wort der Freude, die Stimme des Bräutigams und der Braut, das gute Wort, das Wort des Friedens. Das Gesetz aber ist das Wort der Verlorenheit, das Wort des Zorns, das Wort der Traurigkeit, das Wort des Schmerzes, die Stimme des Richters und des Klägers, das Wort der Unruhe, das Wort des Fluches (1, 616, 20–26). Das ganze Evangelium lehrt nicht mehr als Glauben an Gott und den Nächsten zu lieben (8, 15, 6f.). Das Hauptstück und der Grund des Evangeliums ist, dass man Christus, bevor man ihn als Vorbild erfasst, aufnimmt und erkennt als eine Gabe und Geschenk, das von Gott zueigen gegeben sei (10I.1, 11, 12–12, 2). Das Evangelium soll nichts anderes predigen noch verkündigen als allein die einzige Person Christus, auch Maria nicht, geschweige denn den Papst oder irgendein Werk, es sei so köstlich, wie es immer wolle (10I.2, 434, 1–11). Das Evangelium ist der Schlüssel, der das Alte Testament öffnet (20, 336, 26f.). Das Alte Testament wird durch das Evangelium ausgelegt (10I.1, 17, 7–11; vgl. 12, 556, 9–17). Wovon anderes handelt das ganze Evangelium, als dass es uns den Willen des Vaters erklärt und uns seiner Barmherzigkeit um Christi willen gewiss macht? (39I, 330, 7–9). Das ist die Summe des Evangeliums: Tut Buße, das Reich Gottes ist nahe (Mt 4, 17) (38, 456, 38f.).

3. Einheit: Es gibt nur ein Evangelium, das aber durch viele Apostel beschrieben wurde (10I.1, 9, 6–20; vgl. 12, 259). Wie nun nicht mehr als ein Christus ist, so ist und kann nicht mehr als ein Evangelium sein (10I.1, 10, 8f.). In den Briefen des Paulus ist das Evangelium klarer und lichter als bei den vier Evangelisten. Paulus schreibt nichts von dem Leben Christi, drückt aber klar aus, warum er gekommen sei und wie man ihn gebrauchen solle (10I.1, 47, 2–7).

4. Die Sache des Evangeliums besteht nicht im Wissen, sondern im Affekt (31II, 21, 22f.). Derjenige, der dem Evangelium glaubt, muss schwach und töricht werden vor den Menschen, damit er mächtig und weise sei in der Kraft und Weisheit Gottes (56, 171, 8–10). Obwohl das Evangelium in aller Welt aufgegangen ist, haben es allein die aufgenommen, die es durchs Licht des Glaubens verstehen (10I.2, 11, 8–10). Das Evangelium wird nicht durch Vernunft oder Empfindung, sondern allein durch den Glauben verstanden (10I.1, 217, 20–23).

5. Wirkung: Das Evangelium hat eine doppelte Aufgabe: die erste ist, das alte Gesetz zu deuten. Die zweite, eigentliche und wahre Aufgabe des Evangeliums ist, dem |69|verzweifelten Gewissen Hilfe und Heilung zu verkünden. Je mehr das Evangelium durch Interpretation des Gesetzes betrübt, desto mehr erfreut es durch die Verkündigung der Gnade. So erniedrigt es durch Deutung, damit es durch die Verkündigung der Gnade erhöhe, es schlägt, um zu heilen, tötet, um lebendig zu machen, führt in die Hölle, um herauszuführen (1, 105, 6–30; vgl. 113, 5–18; 11, 191, 33–192, 30). Das Evangelium demütigt und vernichtet sowohl vor Gott als auch vor den Menschen. Das ist die Kraft des Evangeliums, dass es vor Gott rechtfertigt und vor der Welt kreuzigt. Deshalb ist es das Wort des Heils und das Wort des Kreuzes, das Wort der Weisheit und das Wort der Torheit (5, 661, 10–22). Wir haben zwei Güter des Evangeliums gegen die beiden Übel des Gesetzes: die Gabe gegen die Sünde, die Gnade gegen den Zorn Gottes (8, 106, 35f.). Das Evangelium tut zwei Werke in uns: es erniedrigt die natürliche Vernunft und allen Ruhm der Werke, Güter und freien Willens (10I.1, 527, 11–23). Wie durch das Gesetz die Sünden überhand nehmen, so nimmt durch das Evangelium die Gerechtigkeit überhand. Das Evangelium gibt, was das Gesetz fordert (7, 504, 27f.). Es ist die Aufgabe des Gesetzes, Sünder, Verdammte, Angeklagte, Elende, Traurige, Verwirrte zu schaffen und das Gewissen mit den Sünden ganz zu belasten, dagegen ist es Aufgabe des Evangeliums, Gerechte, Gerettete, Selige, Freudige, Stille zu schaffen und das Gewissen ganz zu befrieden und zu erheben (7, 504, 40–505, 3). Das Evangelium lehrt, wie das Gesetz Gottes geistlich und unmöglich sei der Natur zu erfüllen, sondern der Geist Gottes müsse es durch den Glauben erfüllen in uns (10I.1, 670, 4–6). Also löst das Evangelium das Herz von allem Übel, von Sünden, von Tod, von Höllen und bösen Gewissen, durch den Glauben an Christus (10I.2, 53, 16–18). Das heilige Evangelium ist ein kräftiges Wort, darum kann es nicht zu seinem Werk kommen ohne Anfechtung, und niemand wird es gewahr, dass es eine solche Kraft hat, als wer es schmeckt. Wo Leiden und Kreuz ist, da kann es seine Kraft beweisen und üben (12, 381, 21–25). Das Evangelium erschuf die Kirche, nicht umgekehrt. Die Kirche macht nicht das Evangelium, sondern umgekehrt, und die Kirche nahm es an und glaubte es (29, 17, 1).

6. Gesetz und Evangelium: Evangelium und Gesetz unterscheiden sich eigentlich so, dass das Gesetz das predigt, was zu tun und zu unterlassen ist, ja sogar dass das Geschuldete und das zu Unterlassende oder Unmögliche geschehen und unterlassen werden soll (also dient es allein der Erkenntnis der Sünde), das Evangelium aber predigt die Vergebung der Sünden und die Erfüllung aller Gebote. Das Gesetz sagt: Tu, was von dir gefordert wird, das Evangelium aber: Deine Sünden sind dir vergeben (2, 466, 3–7). Das Evangelium ist real und formal Gericht und Gerechtigkeit, wenn es so durch die Tat gelebt wird, wie es uns lehrt. Es ist aber lehrhaft Gericht und Gerechtigkeit, wenn es so zu leben lehrt. Die aber das Evangelium erfüllen, sind nicht unter dem Gesetz. Denn nichts ist über ihnen, da sie es erfüllt haben und ihm schon entsprechen. Das Gesetz herrscht nicht mehr und ist nicht über ihnen, die es erfüllen (3, 463, 21–36). Das Gesetz wurde auf Tafeln geschrieben und war tote Schrift, eingeschlossen in die Grenzen der Tafel, also wenig wirksam. Aber das Evangelium wird der lebendigen und freien Stimme, die die Ohren erreicht, anvertraut, also hat es mehr Kraft zur Bekehrung. Daher hat Christus nichts geschrieben, sondern alles mündlich ausgesprochen (7, 526, 13–16). Es ist nicht möglich, dass der das Evangelium höre und sich lasse durch die Gnaden des Geistes lebendig machen, wer nicht will zuvor das Gesetz hören und sich durch den Buchstaben töten lassen, denn die Gnade wird |70|nicht gegeben als allein denen, welche nach ihr dürsten: das Leben hilft nur den Toten, die Gnade nur den Sünden, der Geist nur dem Buchstaben, und eines ohne das andere mag niemand haben (7, 656, 27–31). Wer richtig das Evangelium vom Gesetz zu unterscheiden weiß, der möge Gott danken und sich als Theologen wissen. Sie sind so zu unterscheiden, dass du das Evangelium in den Himmel setzt, das Gesetz auf die Erde, dass du die Gerechtigkeit des Evangeliums himmlisch und göttlich nennst, die des Gesetzes irdisch und menschlich, wie du umso sorgfältiger die Gerechtigkeit des Evangeliums von der Gerechtigkeit des Gesetzes unterscheidest, je sorgfältiger Gott den Himmel von der Erde unterscheidet (40I, 207, 17–23). Deshalb muss man wohl zu unterscheiden wissen, damit man nicht im Evangelium das Gesetz suchte, sondern dieses von jenem so sehr unterscheide, wie der Himmel von der Erde entfernt ist. Leicht könnte man sagen, dass das Evangelium nichts anderes sei als die Offenbarung des Sohnes Gottes, als die Erkenntnis Jesu Christi, dass es nicht die Offenbarung und Erkenntnis des Gesetzes sei, aber im Kampf des Gewissens und in der Praxis dies gewiss festzuhalten, ist auch für die Erfahrensten schwierig (40I, 141, 12–18).

7. Verderbnis/Missbrauch: Wenn man jetzt unseren Geistlichen das Evangelium vorhält, so leugnen sie nicht, dass es das Evangelium sei. Aber sie sagen, sie müssten es auslegen. Damit leugnen sie nicht das Evangelium, sondern nehmen ihm nur alle seine Kraft, und unter des Evangeliums Namen und Schein geben sie ihre eigenen Träume vor (10I.1, 668, 6–12). Es sind zweierlei Ärgernisse, die des Evangeliums Lehre zuschanden machen. Eine, die die Heiden ärgert damit, dass dadurch etliche wollen frei sein und sich wider weltliche Obrigkeit setzen, machen aus geistlicher Freiheit eine weltliche, darüber muss das Evangelium die Schmach leiden, als lehre es solches. Das andere Ärgernis ärgert die Christen unter sich selbst, da durch unzeitigen Gebrauch christlicher Freiheit die Schwachen im Glauben geärgert werden (17II, 181, 24–33).

📖 Albrecht Beutel, Hg., Luther Handbuch, 3. Aufl. 2017, passim. Bernhard Lohse, Evanglium in der Geschichte, 1988. Ders., Martin Luther, 3. Aufl. 1997, 164f.

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Ewigkeit

1. Ist das Wort vor allen Kreaturen gewesen und alle Kreatur durch dasselbe geworden und geschaffen (Joh 1,3), so muss es ein anderes Wesen sein als Kreatur, und ist es nicht geworden oder geschaffen wie die Kreatur, so muss es ewig sein und keinen Anfang haben; denn als alle Dinge anfingen, da war es schon zuvor da und lässt sich nicht in der Zeit begreifen, sondern schwebt über Zeit und Kreatur, ja Zeit und Kreatur werden und fangen dadurch an. Was nicht zeitlich ist, das muss ewig sein, und was keinen Anfang hat, kann nicht zeitlich sein, und was nicht Kreatur ist, muss Gott sein; denn außer Kreatur und Gott ist nichts (10I.1, 183, 1–12). Gott hat nicht angefangen zu sein, sondern er ist ewig. So folgt, dass das Wort auch ewig ist, weil es nicht angefangen hat am Anfang, sondern es war schon am Anfang (10I.1, 189, 4–7).

2. Der Glaube hängt außerhalb dieser Welt an Gott, Gottes Wort und seiner Barmherzigkeit und rechtfertigt den Menschen weder durch Werke noch irgendein weltliches Ding, sondern durch die ewige, unsichtbare Gnade Gottes. Darum ist er nicht Element dieser Welt, sondern die Fülle der ewigen Güter. Obwohl er auch zeitlich, |71|äußerlich wirkt, so weiß er doch von keinem weltlichen Ding. Denn er wirkt frei darin (10I.1, 350, 2–11).

3. Sollte nun Christus ein Herr sein, sollte seine Herrschaft nicht zeitlich noch leiblich sein, sondern er musste über das ganze Volk regieren, das vergangen, gegenwärtig und zukünftig war; darum musste er ein ewiger Herr sein, das kann gewiss nur geistlich zugehen (10I.1, 600, 3–6). Christus musste durch den Tod dieses sterbliche Leben lassen und durch Auferstehen ein unsterbliches annehmen und er ist ein wahrhaftiger lebendiger Mensch und doch unsterblich, ewig unsichtbar und regiert also geistlich im Glauben (11, 328, 15–19).

4. Nach der Auferstehung wird ein ewiges Leben der Heiligen und ewiges Sterben der Sünder sein (7, 220, 1f.). Auf dem V. Laterankonzil wurde zurecht beschlossen, dass die Seele des Menschen unsterblich sei, womit erinnert wird an das Bekenntnis: ‚ich glaube ein ewiges Leben‘ (7, 425, 22–25), ja auch der Leib muss wiederkommen, wie wir im Glauben bekennen: ‚Ich glaube eine Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben‘ (10I.1, 56, 19–23).

5. Christus will im Abendmahl nicht zeitlich, sondern geistlich und ewiglich geholfen haben durch seine Worte und Werke (7, 695, 24f.). Das Abendmahlsbrot speist zu einem unsterblichem ewigen Wesen, wie Christus sagt: Wer dies Brot isst, wird ewig leben (2, 109, 20–24).

📖 Heinrich Heimler, Aspekte der Zeit und Ewigkeit bei Luther, in: LuJ 40 (1973) 9–45.

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821 s. 2 illüstrasyon
ISBN:
9783846348710
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