Kitabı oku: «Heilige Geometrie»
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Renate Brettschneider
Heilige Geometrie
Der Weg in die eigene Mitte
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Kapitel 1 Meditation
Ein erstes Erspüren der Dimensionen
Kapitel 2 Meditation
Die Mitte zwischen Himmel und Erde finden
Meditation
Der Körpermittelpunkt – Steuerung und Korrektur der Anbindung
Meditation
Unsere Mitte in einem Kreis und in einer Kugel
Meditation
Unsere Balance im Sterntetraeder
Kapitel 3 Meditation
Das Göttliche feiern und im Hier und Jetzt verankern
Meditation
In die Schöpfung beobachten – Beginn der Schöpfung
Kapitel 4 Meditation
Horizonte der Wahrnehmung
Meditation
Das Dodekaeder erfühlen
Meditation
Dodekaeder in Resonanz – das Christusgitter
Kapitel 5 Meditation
Wir kippen die Dualität
Meditation
Erwachen
Meditation
In der Bewegung des Seins
Danksagung
Über die Autorin
Quellenverzeichnis
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eBook
(1. Auflage Printversion November 2016)
© EchnAton Verlag Diana Schulz e.K.
Alle Rechte vorbehalten.
Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.
Gesamtherstellung: Diana Schulz
Covergestaltung: Diana Schulz
Coverfoto: ©Keila Neokow, Fotolia
Lektorat: Angelika Funk
ISBN (Printversion): 978-3-937883-81-6
ISBN (E-Book): 978-3-937883-85-5
www.echnaton-verlag.de
Mögen all Deine Ängste ersetzt werden durch bedingungslose Liebe zu allem Leben überall.
Mögest Du die Vollkommenheit jedes Augenblickes wissen, den du atmest.
Mögest Du die Anwesenheit des Schöpfers in Deinem Alltagsleben erkennen und sie fühlen.
Möge Liebe, Wahrheit und Schönheit, Vertrauen, Harmonie und Frieden auf alle Ewigkeit Euer sein.
Drunvalo Melchizedek
Einleitung
Wenn sich das Herz öffnet, wirst Du auf die mächtigste Kraft im Universum stoßen: Deine liebende ewige Gegenwart. Matt Kahn
Das Leben und die Schöpfung selbst sind ein Mysterium. Wir können uns in diesem Dasein verlieren oder unseren Weg blühend durch das menschliche Leben gehen. Wählen wir den zweiten Weg und gehen mit offenen Augen durch das Leben, sehen und spüren wir, dass wir – wie alles andere Dasein auch – eingebettet sind in etwas, das wir als Ur-Zusammenhang wahrnehmen können. Alles scheint miteinander verbunden zu sein. Unser Verstand und die Wissenschaften versuchen, diesen Zusammenhang genauso zu greifen wie die Bereiche der Philosophie, der Religion oder auch der Esoterik.
Ein Gebiet eignet sich ganz besonders für ein Reflektieren über uns selbst im Zusammenhang mit der Schöpfung, die Geometrie. Sie offenbart dem Menschen schon seit Jahrtausenden Einblicke, wie sich die Schöpfung, wie wir uns selbst, von zwei Seiten kommend ins Dasein manifestieren.
Wissenschaft & Spiritualität
In der Wissenschaft wie auch in der Spiritualität lassen sich diese beiden Seiten, Kräfte, greifen, die die Welt ins Sein bringen.
Als ein Wechselspiel von elektrischer und magnetischer Kraft kennen wir diese aus der Physik, indem sie Atome, Moleküle und Festkörper hervorbringen. Dabei spüren wir bereits im Grundaufbau der Atome das Kräftepaar selbst: Negativ geladene Elektronen umkreisen den positiv geladenen Atomkern.
In der Spiritualität beschreiben Mystiker und Weise in alten Texten anhand unterschiedlicher Bilder und Worte, wie sich das Leben aus dem Unbegreiflichen heraus in von uns erkennbares Dasein bewegt. Erst in die Formlosigkeit des Bewusstseins als reiner Geist, aus dem es sich weiter teilt in ein Bewusstsein, das die Möglichkeit umfasst, Form zu bilden. Alle Form auf allen Ebenen hat ihren Ursprung in diesem Bewusstsein. Wir werden es Christusbewusstsein nennen.
Das In-der-Form-Sein teilt sich weiter in einen männlichen und einen weiblichen Energie-Anteil. Durch diese Aufteilung selbst beginnt der Tanz des formhaften Seins.
Beiden Kräften sind bestimmte Bereiche in der Schöpfungsdynamik zugeordnet und in ihrem Miteinander-Sein und ihrer Bewegung entsteht Leben und Lebendigkeit. Diese aus beiden Kräften entstehende Dynamik bringt Leben, so wie wir es erfahren, hervor. Vom Großen bis hinunter in die kleinste Einheit entspringt es den beiden Kräfteströmen und beinhaltet gleichzeitig beide Kräfteströme, aus denen wiederum Untergeordnetes entsteht – unendlich nach innen wie auch nach außen.
In der Theorie des elektrischen Universums wird der Aspekt des Flusses der Energien wissenschaftlich untersucht. Wissenschaftler beobachten, dass aus einem Ganzen zwei Kraftströme entspringen, die sich in eine positive und negative Ladung teilen und sich dann aber wieder zu einem Ganzen vereinen.
Sehen wir uns das aus einer anderen Perspektive an, gestalten sich aus einem Zusammenspiel von Liebe in Schwingung und Liebe in Struktur die Schöpfung und der Schöpfungsprozess. Liebe ist die eine Seite und Geometrie die andere und beide bedingen einander und tanzen einen gemeinsamen Tanz.
Einheit in der Zweiheit
Allen großen Religionen sind diese Ur-Schöpfungskräfte vertraut und in ihrer Symbolsprache enthalten. So können wir auch zum Verstehen von uns selbst und aller Schöpfungsdynamik diese beiden Energien studieren und bewusst erfahren. Eine Reise in die Schöpfung hinein, auf der Gott sich selbst erfährt und erforscht.

Bringen wir uns dazu in tiefen Einklang mit der universellen Liebe und suchen wir Zugang zu den dem Leben zugrunde liegenden Geometrien. Ergründen wir die Einheit aus der Zweiheit der Kräfte, die Schöpfung und Bewegung hervorbringen. Aus beiden zusammen formen sich Ursprungs-Geometrien. Diese aller Form zugrunde liegenden Geometrien nennen wir von alters her die Heilige Geometrie.
Viele Gelehrte studierten sie schon seit Jahrtausenden und gaben ihr Wissen zu den verschiedenen Zeiten mehr oder weniger verschlüsselt weiter. Im aktuellen Geschichtskapitel erfährt die Heilige Geometrie gerade neue Aufmerksamkeit. Ihre Symbole erfahren in den letzten Jahrzehnten zunehmend an Beachtung und die Menschheit beginnt, sich wieder vermehrt mit ihr zu beschäftigen und sich weniger getrennt von ihr von außen wahrzunehmen.
Das Ziel des Lebens ist,
Deinen Herzschlag mit dem Takt
des Universums in Einklang zu bringen,
Deine Natur mit DER NATUR.
Joseph Campbell
Kapitel 1
Geometrie zieht die Seele zur Wahrheit und bringt den Geist der Philosophie hervor.
Plato
THE WAY IN IS THE WAY OUT
Der Weg hinein ist der Weg hinaus
Immer wieder hören und lesen wir, dass die aktuelle Zeit eine Zeit des Wandels sei. Blicke ich auch nur ein paar Jahre zurück, so spüre ich, dass egal, wie geringfügig sich die Veränderungen im Außen spiegeln, wir ganz eindeutig einen Wandel sehen können. Große Unterschiede kann ich inzwischen darin erkennen, wie wir uns selbst sehen, in welcher Verbindung wir uns zum Außen setzen und wie weit wir unsere Verantwortung für uns selbst wieder zu uns zurücknehmen.
Wer von uns noch Eltern hat, die in der Zeit des Faschismus gelebt haben, weiß aus ihren Erzählungen, wie sehr fremdreguliert ihr Leben verlief. Es gab eine bestimmende Instanz oder Gewalt im Außen, an welcher sich die Eltern, die Politik, die Kirche sowie jegliches Handeln und das Leben selbst orientierten. Ihr Leben war von außen in einen engen Rahmen eingebettet, welcher ihren Handlungsspielraum weitgehend bestimmte. Der Einzelne erfuhr sich nicht als die Person, die ihr Leben frei und selbstbestimmt gestalten konnte, sondern fühlte sich gemessen an und kontrolliert von außen aufgestellten Werten. Mit seiner eigenen Persönlichkeit fügte er weitere Anforderungen an sich selbst hinzu.
Die gesamte Lebenshaltung spiegelte sich in der Sicht auf das Leben wider: Der Einzelne erfuhr sich als getrennt von der Schöpfung und getrennt von allen anderen Wesen. Er nahm die einzelnen Bestandteile seiner Umwelt als ferne, meist auch als unbeseelte Wesen wahr. Das Gottesbild entsprach dem gleichen Muster. So war es naheliegend, dass jene Generation wie auch die darauffolgende diese Getrenntheit noch intensiv lebten und stellenweise noch immer leben.
Die Strukturen des Lebens
Als Gott wird meist ein Schöpfer angesehen, der außerhalb des Geschöpften existiert. Die von ihm einmal initiierte Schöpfung beobachtet er kritisch und bewertet sie. Zusammen mit den Menschen in der Schöpfung sieht er einem Tag entgegen, an dem sich diese Bewertung in einem Endergebnis zeigen wird: in der Trennung der Schöpfung in verschiedene Richtungen.
Diese Haltung des Darauf-Schauens lebte die große Masse der Menschheit und selbst sehr erwachte Persönlichkeiten spürten und lebten auf diese Weise Trennung. Bereiche, in denen sich der Mensch eine Brücke schlug zurück in den Einklang, in den Urklang mit der Schöpfung, sind die Welten der Mythen, der Klänge und Bilder.
Aus meiner Sicht bietet sich gerade die Bilderwelt der Heiligen Geometrie besonders gut an, wenn wir all unsere Seins-Bereiche in Verbindung bringen möchten und uns mit der Schöpfung vereinen. In der Beschäftigung mit der Heiligen Geometrie, in dem Zeichnen oder Nachformen selbst, begeben wir uns automatisch hinein in die Strukturen des Lebens selbst.
Als Heilige Geometrie bezeichnen wir meist die sichtbaren geometrischen Figuren und Zeichnungen, die vereinfacht Lebensstrukturen, Lebensabläufe und Zusammenhänge widerspiegeln und aufzeigen. Aus diesen Strukturen leiteten sich Symbole ab, die seit Jahrhunderten, teils sogar länger, geachtet und geehrt werden als Träger tiefer Schöpfungsmuster, die schwer mit Worten zu erfassen sind.
In der heutigen Wissenschaft findet man immer weitere Bestätigungen für eine grundlegende geometrische Blaupause, in die hinein oder an der entlang sich Schöpfung skalierbar abspielt. Diese Strukturen finden sich in allen bekannten Größen, in den Zellen genauso wie in den Galaxien. Als Blaupause bezeichnet man z. B. in der Informatik eine Art Bauplan, der ähnlich einer Schablone das Grundgerüst aufzeigt, nach dem sich etwas ausbilden oder erschaffen soll. Eine Blaupause beinhaltet als Ursprung bereits die Information des Entstehenden.
Oft verwendete Symbole in der Heiligen Geometrie sind:
Kreis
Gleichseitiges Dreieck
Pentagram
Hexagon
Blume des Lebens
Im Umgang mit der Heiligen Geometrie, also mit den Urmustern, die unserer Schöpfung zugrunde liegen, können wir zu jeder Zeit tiefste Informationen spüren und entdecken, ganz egal, aus welchem Blickwinkel heraus wir uns ihnen nähern. Unseren Blick für diese Strukturen und für ihre versteckten Inhalte können wir öffnen und schulen dadurch diesen für die Metaphysik, also für alle Bereiche, die außerhalb der rein messbaren Realität liegen. Ein Öffnen dieser Art verbunden mit unserer Liebe zur Schöpfung bringt uns mit unserer eigenen Spiritualität in Kontakt.
Eine neue Wahrnehmung
Viele Beobachtungen deuten für mich darauf hin, dass wir uns in einer Zeit befinden, in der sich unsere Blick- und Sichtmöglichkeiten gerade massiv verändern. Selbst wenn die Erweiterung unserer Sicht uns nicht unmittelbar bewusst ist, können wir im Außen Indizien finden, die uns neue Blickwinkel und vor allem neue Fähigkeiten des Menschen aufzeigen. Bekannte Künstler, die dieses Spiel mit dem Blick in ihren räumlichen Installationen nutzen, sind Bernard Pras, Rashad Alakbarov und der Schweizer Markus Raetz.
Bernard Pras fügt in einem Raum einzelne und für sich allein betrachtet unbedeutende Gegenstände, unter anderem auch Müll, zusammen. Der Betrachter sieht einen unstrukturiert mit Gegenständen angefüllten Raum, wundert sich vielleicht über den »Unsinn«, der da herumliegt. Selbst wenn er sich um die Anordnung herum bewegt, entdeckt er immer neue Eindrücke des Un-Sinnigen. Er kann daraus keinen Zusammenhang erkennen, bis er letztlich die Position des Meisters einnimmt: Von einem bestimmten Punkt aus betrachtet, zeigt sich dem Sehenden ein Arrangement in vollendeter Schönheit.
Umgekehrt zeigt uns das Kunstwerk von Rashad Alakbarov ein für uns erkennbares Muster auf einer 2D-Fläche. Durch das Beleuchten einer 3D-Figur, welche für unsere Sinne aus willkürlich angeordneten Stäben besteht, die von einer gerichteten Lichtquelle beschienen werden, entsteht ein geordnetes Muster.
Hier sind wir der Betrachter, der über das Komplexere das Einfachere entstehen sieht. Das Kunstwerk von Bernard Pras lässt uns mehr fühlen und erblicken, wie auf einer weiteren Dimension hinter dem Einfacheren wesentlich Größeres verborgen ist, weil unser Blick sich für das Umfangreichere dabei weitet.


Andere Dimensionen erfühlen
Mit diesem Buch möchte ich Ihnen, lieber Leser, Impulse geben, um mit dem Sehen und dem Sich-Sehen zu spielen zu beginnen. Somit beschleunigen wir die allgemein angebrochene Entwicklung unseres neuen Sehens. Denn eine neue Sichtweise wird es sein, die sich uns selbst neu sehen, neu empfinden und neu verstehen lässt und die uns unser Umfeld mit neuem Verständnis erfahren lassen wird.
Vor vielen Jahren, noch während meines Studiums der Architektur, lernte ich im Fach Kunstgeschichte, wie der Mensch in der Kunst über die Zeiten hinweg in der räumlichen Darstellung seine eigenen Raumerfahrungen ausdrückte. Seit dieser Zeit beschäftigte mich folgende Frage:
Wie wird es sein, wenn der Menschheit eine weitere Dimension bewusst wird?
Rückblickend können wir über all die Darstellungen, die die Künstler über die Jahre hinweg hinterlassen haben, in das Erfahren der dreidimensionalen Räumlichkeit des Menschen hineinblicken. Drückt der Künstler von heute eine weitere Dimension vielleicht gar schon jetzt aus? Eventuell in einer Art neuer Bedeutungsperspektive und unser aktueller Blick kann diese Inhalte nur noch nicht bewusst erkennen?
Wie kam ich auf diese Frage? Bereits in meiner Schulzeit interessierte ich mich für Mathematik, insbesondere für Geometrie. Ich bemerkte, dass ich ein starkes Empfinden zum Umgang mit Räumlichkeit hatte, und ich hatte Freude am Wandeln durch vereinfachte Abbildungen des erfahrenen dreidimensionalen Raumes, ob gezeichnet oder konstruiert.
Besonders beflügelte mich aber der Grenzbereich des auf weitere Dimensionen erweiterten Raumes, der zwar rechnerisch für den Mathematiker noch greifbar, für unser menschliches Erfahren aber sehr entfernt, wenn nicht sogar unzugänglich ist. Umso mehr erstaunte es mich, dass ich Ergebnisse erfühlen konnte – den Rechenweg dagegen musste ich mir dann danach, manchmal sogar mühsam, erarbeiten.
Auf diese Zeit geht meine gefühlte Erfahrung zurück, dass sie in unserem Kollektiv kommen wird: eine erlebte Erweiterung des dreidimensionalen Raumes in einen weiteren Potenzialraum, den ich als weitere Dimension sehe. Ich meine hier ausdrücklich nicht die Zeit als Komponente für die Erweiterung einer Dimension. In meiner Betrachtung definiere ich Zeit nur als die erfahrene Veränderung zwischen dem Erleben an verschiedenen Örtlichkeiten im Raum.
Was also ist in meiner Betrachtung eine Erweiterung auf eine weitere Dimension?
Mit dem Wort Dimension bezeichne ich gerade einerseits einen gefühlten und gelebten Seins-Zustand und andererseits einen auch für unseren Verstand greifbaren und rationalisierbaren Zustand. Wie es der spirituelle Meister Matt Kahn ausdrückt, leben wir mit jedem Zugang zu einer weiteren Dimension einen neuen umfangreicheren Seins-Zustand:
Die 3. Dimension sagt:
Hier gibt es Tieferes zu erforschen.
Die 4. Dimension sagt:
Hier ist alles vorhanden,
was ich aus dem Erforschen gelernt habe.
Die 5. Dimension sagt:
ICH BIN, was ich erforscht habe.
Die 6. Dimension sagt:
Erforschung ist das eine ICH BIN.
Die 7. Dimension sagt:
ICH BIN der EINE, der sich selbst erforscht.
Die 8. Dimension sagt:
ICH BIN der EINE, der EINE ICH BIN.
Für mein Empfinden hat ein Dimensions-Seins-Zustand auch in der Stofflichkeit ein Pendant. Und selbst wenn es dies nicht hätte, so kann uns doch die Beschäftigung mit der Dimension in den beiden verschiedenen Bereichen Er-fühlen und Erfahren unsere gesuchte Ausdehnung bringen.
So möchte ich auch hier nicht eine fertige Theorie in den Raum stellen – als Erkenntnis oder Fakt –, sondern auch da zum eigenen Spiel anregen. Denn es ist das Spiel selbst, das uns wachsen lässt.
Wie stelle ich mir dieses Spiel vor und wie wird es uns gleichzeitig eine Antwort auf die Frage der Erweiterung auf eine weitere Dimension geben?
Betrachten wir hierzu, wie die einzelnen Dimensionen aufeinander aufbauen und auseinander hervorgehen:
Stellen wir uns vor, wir sind nichts als ein Punkt. Wenn wir die Wirklichkeit eindimensional erfahren, dann nehmen wir uns als dieser Punkt nur in einer Linie liegend bzw. von einer Linie wahr, die auch nur den Punkt genau umfasst. Wir können uns nur vor und zurück bewegen. Wir nehmen auch nur ausschließlich Punkt-Möglichkeiten auf dieser Linie wahr. Warum? Unser Blick ist starr in eine Richtung gerichtet und lässt keine weitere zu.

Wenn wir unseren Blick aus dem Punkt und mit Verständnis der Linie aus ihr heraus um 90 Grad drehen, können wir erstmals erfassen, dass eine unendliche Anzahl von Punkten jeweils eine Linie bildet und diese Linien wiederum wie Stäbchen nebeneinander in unendlicher Anzahl parallel liegend sich zu einer unendlichen Ebene eines zweidimensionalen Raumes vereinen.

Weiten wir unseren Blick aus, und zwar mit einem zur Ebene um 90 Grad senkrechten Winkel, so nehmen wir wahr, dass sich über- und untereinander eine unendliche Anzahl solcher Ebenen stapeln. Sie alle zusammen bilden einen unendlichen dreidimensionalen Raum.
Welche kuriosen Abenteuer die Reduzierung auf nur zwei Dimensionen aufgrund der eingeschränkten Sicht mit sich bringt, hat der Autor Edwin A. Abbott bereits im Jahre 1884 in seinem Büchlein Flächenland deutlich gemacht. Die Begegnung der Bewohner in Flächenland mit einem 3D-Wesen aus dem Raumland zeigt sich als echte Herausforderung darin, dass die Eigenschaften dieser höheren Intelligenz so gar nicht begreifbar sind.
Ich zitiere aus seinem Buch: »… Sie können ja nicht aus der Fläche heraus sehen, und können mich daher immer nur teilweise als Kreis wahrnehmen. Sehen Sie her, ich werde mich erheben; die Wirkung auf Ihr Auge wird sein, dass mein Kreis kleiner und kleiner wird, bis er zu einem Punkt zusammenschrumpft und schließlich ganz verschwindet.«

Habe ich mich also mit meinem inneren Spielen – dem Erkunden von Dimensionen – bis hierher »bewegt«, so stehe ich nun der Herausforderung gegenüber, diese Erfahrung mit Körper, Seele und Geist zu erleben. Als ganzheitliche Erfahrung ist sie uns noch fremd. Im Kollektiv ist sie noch nicht erfahrbar. Vielleicht wurde sie aber von Einzelnen bereits erfahren, jedoch behaupte ich, dass sie noch nicht stabil erlebbar oder gar stabil steuerbar ist, mit Ausnahme von außergewöhnlichen Meistern.
Aufgrund der Gesetzmäßigkeit, die ich während der Entwicklung eines Punktes im 1D-Raum über den Punkt im 2D-Raum zu einem Punkt im 3D-Raum trainiert habe zu verstehen und jetzt auch trainiert habe zu fühlen, erwarte ich, dass eine weitere 90-Grad-Drehung mich in einen weiteren höheren »Raum« bringen wird. Ich beginne also damit zu spielen, was es bedeuten könnte, mich nochmals um 90 Grad zu drehen.
90-Grad-Bewegungen
Der spirituelle Lehrer Drunvalo Melchizedek beschreibt ausführlich einen Lichtkörper der Mer-Ka-Ba, den wir benötigen, um von einer Dimension auf die nächste zu wechseln. Zur Zeitenwende 2012 hat er seinen Schülern ein Video zur Verfügung gestellt, in dem er einen noch fehlenden Schritt beschreibt. Eine 90-Grad-Drehung zum Zentrum der Galaxie hin soll beim endgültigen Schritt von einer Dimension auf eine neue notwendig sein.
Er beschreibt eine Bewegung, die erst in unser Herz hineinführt, und danach eine Blickwinkeländerung und Bewegung um 90 Grad in das Zentrum der Galaxie.
Zugleich spielt in seinen Lehren eine weitere 90-Grad-Bewegung eine Rolle, nämlich die Drehung unserer Zirbeldrüse. Unsere Zirbeldrüse ist ein wenig beachtetes, kleines Drüsenorgan in etwa der Mitte des Kopfes. Drunvalo Melchizedek beschreibt in seinem Buch Aus dem Herzen leben, dass wir mit unserer Aufmerksamkeit – unserem Seins-Sitz – an unseren ursprünglichen Platz im Herzen zurückkehren sollen. Von dort aus verbinden wir uns mit dem Gehirn und drehen dabei die Gewichtung und die Wahrnehmung des Ortes, von dem aus wir uns erfahren und erleben, um.
Statt dass wir uns als ein Wesen wahrnehmen, das sich im Kopf sitzend steuert, werden wir zu einem Wesen, das sich im Heiligen Herzensraum selbst erfährt und von dort aus »sieht«. Dieses Sehen aus dem Herzensraum beschreibt Drunvalo als ein Wahrnehmen vom Herzen ausgehend über eine energetische Verbindung, die in den Schädel und dort zur Zirbeldrüse führt. Dabei spielt die Zunge eine wichtige Rolle. Ihr ist es möglich eine direkte physische Verbindung vom Herzen zum Gaumenboden herzustellen. Die Zunge ging in einem früheren Entwicklungsschritt aus dem Gewebe des Herzens hervor und bleibt weiterhin mit ihm über den Bindegewebssack des Pericardiums verbunden. Die Berührung und Stimulation von Zunge und Gaumenboden ergeben so den Energieschluss zwischen Herz und Kopf.
Als ein weiteres Organ zum Sehen steht uns dann auf ätherischer Ebene die gedrehte Zirbeldrüse zur Verfügung. In diesem Zusammenhang beschreibt Drunvalo eine Beweglichkeit um 90 Grad. Diese Art des Sehens wird in alten spirituellen Texten gerne als das Sehen aus dem Einzigen Auge bezeichnet. Spezialist zum Thema Auge, Sehen, Sicht, Licht und Zirbeldrüse ist Jacob Libermann. Sein Buch Lichtmedizin ist eine weiterführende Anregung für Sie.
Die Schlüssel sind also Verständnis über das Blicken und das bewusst erlebte und gefühlte DASEIN im JETZT in dem Raum, den es zu erfahren gibt.
Selbsterfahrung durch Heilige Geometrie
Brandaktuell wurden all diese meine Erfahrungen wieder, als ich über mein Interesse an Spiritualität, Religion, Esoterik und Ethnologie immer wieder mit dem Gedanken eines Paradigmenwechsels, einer kommenden großen Veränderung konfrontiert wurde.
Dieses Zusammenkommen von zwei Seiten, der Spiritualität und des Erfahrungsbereiches des Nichtsichtbaren mit den Naturwissenschaften, mit Mathematik, Physik und Astronomie, wo alles Erfahrbare greif- und messbar gemacht wird, zeigt für mich einen fundamentalen Grundsatz des Lebens, wie wir es erfahren: Hier in unserem Erfahrungsbereich verbinden sich die Eindrücke und das Erleben aus einem höheren und einem niedrigeren Schwingungsbereich kommend. Mit anderen Worten: eines von zwei Richtungen aus der Quelle hervorgehenden Schwingens.
In den folgenden Kapiteln möchte ich uns erfahrbar machen, wie wir einerseits unseren Blick spielerisch in Bewegung bringen und wie wir andererseits uns neu im Raum empfinden, um uns schließlich zu öffnen für den Sprung hinein in die Wahrnehmung von uns selbst im nächsthöheren Zusammenhang.
Was eignet sich da besser, als unser eigenes Verständnis zu aktivieren durch die Beschäftigung mit den Strukturen des Seins, die der Mensch seit Tausenden von Jahren über die Zeiten des Wissens und Vergessens hindurch in heiligen geometrischen Figuren und Zeichnungen weitergetragen hat?
Die Heilige Geometrie stellt uns dieses Wissen in ihren Darstellungen bewusst oder noch nicht bewusst zur Verfügung. In unserer Beschäftigung und Auseinandersetzung mit ihr können wir uns in einem vereinfachten Spielfeld des Lebens Erfahrungen aneignen, die wir dann in unserem eigenen gefühlten Leben selbst ins DASEIN leben können.
Der Sandkasten
Über die Heilige Geometrie sind schon viele Texte geschrieben worden. Den Aspekt, uns selbst in der Heiligen Geometrie zu spüren, möchte ich in uns allen anregen, sodass wir uns in ihr mit unserem ganzen Sein eingebettet empfinden. Ich spüre, wie diese Sichtweise uns in eine neue Seins-Weise führt.
Ich freue mich, wenn ich Sie dazu anregen kann, alle Ihre Sinne zu öffnen und sich spielerisch voranzubewegen wie ein Kind, welches zum ersten Mal einen Sandkasten entdeckt. Bildlich gesehen sehe ich vor meinem inneren Auge einen Sandkasten, in dem die Muster und Gesetze, die wir Heilige Geometrie nennen, uns als Sand zur Verfügung stehen. Als Beobachter können wir darauf sehen und diese analysieren. Tausende von Jahren haben wir am Rand dieses Sandkastens gesessen und auf die wunderbaren Formen, Figuren und Zusammenhänge geschaut. In der Vergangenheit gab es Zeiten, in denen sie geehrt und geachtet wurden, und andere, in denen die Menschheit sie geradezu distanziert missachtete und auf Abstand zu den geometrischen Formen ging.
Mein tiefes Empfinden ist, dass es jetzt an der Zeit ist, in den Sandkasten hineinzuspringen, sich in den Zusammenhängen und Sandkörnchen zu wälzen, zu drehen, zu spielen und mit ihnen zu bauen. Als Beobachter vom Rand aus können wir uns nicht als Mitschöpfer empfinden.
Sobald wir durch die Kräfte des Lebens, von Wind und Wasser bewegt werden, fühlen wir uns als Zuschauer oder Betroffener eines mehr oder weniger guten Films. Wenn wir Glück haben, empfinden wir dies als schön und geben uns einfach dem Beobachten hin. Aber in unserem Leben haben wir auch viele Erfahrungen als Zeuge und als Unwissender gemacht, die keine Harmonie und nicht das Gefühl des Eins-Seins mit dem Geschehen im Sandkasten entstehen ließen.
Weil diese Harmonie des Eins-Seins und Eins-Empfindens nicht stattfindet und wir uns außerhalb dieses Materials Sand empfinden, wird uns das ständige Spiel des Lebens, das Spiel der Teilchen, der Einfluss von Kräften, auf die wir nicht selbst Einfluss nehmen können, zur Last und Belastung und letztendlich beängstigend.
In meinem eigenen Leben zeigt es sich mir immer mehr, dass sich mein Empfinden auf angenehme Weise stark verändert hat, nachdem ich das Spiel begonnen habe und mehr und mehr zugelassen habe, das ich mich in dem Ganzen und als Teil des Ganzen darin enthalten fühle. Je nachdem, wie ich mich sehe – als ein Teilchen von vielen, als mit den Teilchen Spielende, als die Zulassende oder als Teilhaberin –, hat sich meine Wahrnehmung drastisch verändert und bringt Begeisterung und Freude.
Sich als ein Teilchen aus dieser Position heraus zu sehen, bedeutet gleichzeitig, einzeln und ganz zu sein und paradoxerweise auch ein Teil des Ganzen zu sein. Das ergibt ein übergeordnetes Bild: eingebunden als Teilchen am richtigen Platz, wie eine Zelle im Körper, in voller Schönheit in der großen Gesamtheit.
Einladung
Ich möchte Sie einladen zu einer Reise in die Schöpfung, zu einer Reise in das Sein hinein und zu einem neuen Blick aus der Schöpfung heraus. Wenn wir uns mit ihr eins empfinden, wenn wir von einer neuen Warte aus diese Schöpfung in ihrer Ordnung in der Heiligen Geometrie wahrnehmen und diese Heilige Geometrie auch in unserem eigenen Sein empfinden, dann wird alles, was wir aus diesem neuen Winkel des Seins heraus fühlen, denken und wahrnehmen, automatisch im Einklang mit der großen Schöpfung sein.
Wenn wir daran glauben, dass diese Schöpfung das Beste für uns möchte, dass diese Schöpfung aus unendlicher Liebe zu allem, was geschöpft ist, besteht, dann wird auch unser ganzer Ausdruck im Einklang mit diesem Schöpfungsmuster entstehen und unser Ausdruck wird nichts anderes mehr sein als ein Dem-göttlichen-Prinzip-Folgen.
Durch die einzelnen Schritte hinein in das Erfahren der Schöpfung und in das Blicken aus der Schöpfung heraus werde ich Sie in den einzelnen Kapiteln Schritt für Schritt führen.
Unser gewählter Zugang wird die Heilige Geometrie sein. Die Heilige Geometrie bietet uns den großen Vorteil, dass wir sie nicht mit einer speziellen Glaubensrichtung verbinden. Heilige Geometrie steht direkt mit Form und Ausdruck der Schöpfung in Verbindung und erst aus ihr heraus haben die einzelnen Religionen oder spirituellen Richtungen Symbole für sich beansprucht. Gehen wir an ihre Wurzeln, so können wir uns vollkommen unbelastet mit ihr beschäftigen und unser Hineinfinden in die Schöpfung spielerisch gestalten.
Wir Denker und Konditionierte der westlichen Welt haben es schwer, uns inmitten einer göttlichen Stofflichkeit wahrzunehmen. Wir nehmen Stofflichkeit – unseren materiellen Körper – nicht mehr als göttlich wahr und wir nehmen uns nicht mehr als in ihr und aus ihr heraus sehend wahr. Wir haben uns außerhalb der Schöpfung gestellt und sehen sie an. Genau an dem Punkt kann uns die Tatsache, dass wir vorher die Heilige Geometrie und die Schöpfungsstrukturen von außen betrachtet und sie analysiert haben, hilfreich sein.
Wenn wir von innen in das Sein hineinschauen, können wir wieder innere Bilder zur Hilfe nehmen. Und auch die Bilder der Heiligen Geometrie und der Schöpfungsmuster zeigen sich, jedoch aus einer neuen Perspektive, aus einem neuen Blickwinkel und in einem neuen Umfang. Um uns hineinzufinden in das »Netz« des Daseins, dienen uns immer wieder Hilfsbilder und sie zeigen uns, in einer Mischung aus Fühlen und Denken, wie es wohl aussieht, wenn wir in diese Geometrie, die die Schöpfung selbst ist, hineinschauen.
Ein Experiment
Ich möchte Sie, lieber Leser, dazu anregen, diesen neuen Blick aus der Geometrie heraus in die Geometrie hinein einfach als Experiment zu sehen. Machen wir uns auf, das auf verschiedenste Art und Weise auszudrücken. Erspüren wir eine Geometrie, eine Heilige Geometrie, und nehmen wir uns als Bestandteil in ihr wahr, wo immer wir eine Idee und Anregung dazu finden. Sie werden bemerken, dass diese Veränderung des Blickwinkels eine völlig neue Seins-Art mit sich bringt, die wir im Moment noch nicht beliebig lange einnehmen können, aber, so wie ich es spüre, schnell zunehmend mehr und mehr.
So möchte ich uns beleuchten, wo und wie wir uns am leichtesten hineinfühlen können, und lade Sie, lieber Leser ein, mich auf meinem Weg HINEIN zu begleiten und mit mir zusammen zu blicken.
Meditation
Ein erstes Erspüren der Dimensionen
Wie ein Koan, eine nicht durch Denken zu lösende Frage, die Zen-Meister ihren Schülern zu stellen pflegen, können wir die Sätze von Matt Kahn über die Veränderungen von Dimension zu Dimension reflektieren.
Die 3. Dimension sagt:
Hier gibt es Tieferes zu erforschen.
Die 4. Dimension sagt:
Hier ist alles vorhanden,
was ich aus dem Erforschen gelernt habe.
Die 5. Dimension sagt:
ICH BIN, was ich erforscht habe.
Die 6. Dimension sagt:
Erforschung ist das eine ICH BIN.
Die 7. Dimension sagt:
ICH BIN der EINE, der sich selbst erforscht.
Die 8. Dimension sagt:
ICH BIN der EINE, der EINE ICH BIN.
Kapitel 2
Die Kraft des Universums wird Dir zur Seite stehen, wenn Dein Herz und Dein Verstand eine Einheit bilden.
Weisheit der Lakota
Die eigene Mitte finden
Auf den bisherigen Seiten habe ich bereits erste Impulse darüber gegeben, wie wir uns über die Beschäftigung des Hineinfühlens in geometrische Strukturen – und dabei ganz besonders in die Symbole der Heiligen Geometrie – auf einen Weg begeben können, der uns über den aktuellen Blick hinausbringen kann und wird. Diese These möchte ich im Weiteren in einzelnen Schritten als eine Art von Weg bzw. als eine Reihe von Bausteinen aufzeigen, die sich selbst zu einem Weg zusammenfügen oder an einen bereits eingeschlagenen Weg anknüpfen lassen.
Grundvoraussetzung für das Wagnis hinein in die Geometrie des Lebens und somit in das Ursprungswesen des Lebens ist, dass wir uns in unserer eigenen Mitte befinden.
Zweifelsfrei sind wir immer mit unserem Sein in der Geometrie des Lebens eingebettet. Aber in unserer Kultur tendieren wir dazu, uns entweder möglichst weit über den Zusammenhang allen Lebens, »the Fabric of Life«, zu erheben und unser Dasein zu rationalisieren oder wir sind abgeschreckt und unser Herz ist voller Schmerz, sodass wir uns nicht voll in dieses Sein hineinwagen.
Welchen Zustand bezeichne ich mit »in der eigenen Mitte sein«?
Auf folgender Abbildung sehen wir das elektromagnetische Feld des Organs Herz. Das amerikanische HeartMath-Institut zeigt uns in seinen Studien, dass von allen Organen das Herz das stärkste und größte Feld erzeugt. Dieses Feld bildet sich vom physischen Herzen ausgehend in Form eines Torus aus. Genauer gesagt sind es zwei ineinanderliegende Torusformen, die erzeugt werden.

Seit vielen Jahren beschäftigt sich das HeartMath-Institut mit dem Herzen und mit der von ihm ausgedrückten Gefühlslage. HeartMath macht uns Impulse des Herzens sichtbar, die sich grafisch aufzeigen lassen und die absolut eindeutig mit dem Empfinden der Person in Verbindung stehen, die diese Impulse hervorruft.
Mit seinem Biofeedback-System gibt HeartMath dem Interessenten seit Jahrzehnten Rückmeldung, wie er die von seinem Herzen ausgesandten elektrischen Ströme in ein kohärentes Schwingungsmuster bringen kann, in eine Herzratenvariabilität, die gleichmäßig rhythmisch auf- und abschwingt. Dazu eignen sich Meditationstechniken und andere Methoden, mithilfe derer der Übende seine Liebesfähigkeit und Dankbarkeit erhöht.
In den Forschungen zeigt sich für den Menschen klar der Zusammenhang zwischen dem »Herzensbefinden« und dem Erleben im Außen.
Der Forscher Nassim Haramein, der in seinen Betrachtungen Physik und Spiritualität verbindet, bezeichnet das Herz als unsere Empfangsstation, die die Signale an unser Gehirn weiterleitet. Die Kanalauswahl bestimmt unser Herz.
So ist es für unser Bauchgefühl und unseren Verstand naheliegend, dass es die Pflege unseres Herzens ist und somit unserer Herzlichkeit und aller Eigenschaften, die mit dem Herzen in Verbindung stehen, die unser eigenes Empfinden maßgeblich bestimmt.
Verschiedene Wege, die das Empfinden grundsätzlich unterscheiden
Meine Erfahrung ist es, dass ich mich zu mir selbst, zu mir im Körper und sogar zu allem um mich herum aus komplett verschiedenen Warten aus empfinden kann. Ich beschreibe diese beiden grundverschiedenen Varianten zusammengefasst so:
Variante 1 – altes Paradigma:
Wenn ich genau hinspüre, fühle ich mich in der einen Empfindungsweise wenig verbunden mit dem Leben um mich herum. Meine Verbindung spüre ich, wenn überhaupt, nur zu den Wesen und Umständen, die mich fördern. Alles andere empfinde ich als ein mehr oder weniger unangenehmes Gegenüber. Der Verstand sucht und findet jede Menge rationale Gründe, die den Abstand und die Kluft zu dem Gegenüber noch weiter aufbauen.
In diesem Empfinden fühle ich mich nicht einmal in meinem Körper wirklich zu Hause. Auch ihn fühle ich beinahe als ein Gegenüber. Wenn nicht von Anfang an, dann zumindest ab dem Moment, indem er zum Beispiel erkrankt.
Variante 2 – neues Paradigma:
Auf meinem zweiten, dem andersartigen Empfindungsweg fühle ich mich inmitten des Lebensnetzes selbst. Das Leben zeigt sich mir in Bereichen näherer und fernerer Direktheit. Ich fühle mich inmitten meiner Daseins-Körper als Gesamtheit und einzeln erlebte Körper, erfühle mich physisch, mental, emotional und spirituell. Spüre mich innerhalb all meiner Zellen, sie aus der Mitte heraus bewohnend, und spüre genauso all meine energetischen Körper. Ich spüre, wie sich alles Leben ineinander über den geteilten Raum der Energiekörper vermischt und wie es über das geteilte Luftvolumen, durch das alles Leben atmet, verbunden ist.
Diese Nähe ruft in mir das Gefühl hervor, Teil eines einzigen großen Organismus zu sein. Je größer ich dieses Empfinden wachsen lasse, desto mehr umfasst dieser Organismus. Für mich fühlt es sich an wie Zelle in Organ in Organismus.
Wenn ich also im Weiteren von »in meiner Mitte sein« spreche, dann meine ich ein Empfinden, das sich auf dem Weg mehr und mehr von Variante 1 zu Variante 2 wandelt.
Variante 2 stellt für mich eine wirklich neue Erfahrung dar. Sobald ich in sie hineinwuchs, bewegte sich deutlich etwas in meinem Innen- und Außen-Verständnis, in meinem Selbst-Verständnis. Dieses Hineinwachsen war verbunden mit dem direkten Annehmen meiner Verantwortung für mich selbst bzw. mein Empfinden und einem Verstehen, dass mein eigenes Befinden in direktem Zusammenhang mit dem Großen steht. Verbinde ich mich mit dem Großen in Liebe, so diene ich ihm und mir in einem Wechselspiel im Lebensnetz.
Erster Schritt: Die Mitte zwischen Mutter- und Vater-Energie einnehmen
Unsere Balance zwischen Mutter- und Vater-Energie wird in diesem Dasein wahrscheinlich nicht genau mittig liegen. Für die meisten von uns sind Kindheit und Jugend nicht geprägt von durchgehend liebendem Erfahren unserer beiden physischen Eltern und nahen Bezugspersonen. Durch unsere persönlichen Erfahrungen und auch durch unsere kulturelle Sichtweise und Erziehung sind wir aus der Mitte zwischen den männlichen und weiblichen Energien und somit auch aus der Mitte unserer eigenen Energien geraten.
In einem Zyklus von ca. 26.000 Jahren ändert sich die Ausrichtung der Achse unseres Planeten im Raum in einer Bewegung ähnlich der eines Kreisels, dessen Achse in schiefer Stellung einen kleinen Kreis beschreibt, während der Kreisel rotiert. Dabei zeigt ca. 13.000 Jahre lang die Erdachse zum Zentrum der Galaxie. Diesen Zeitraum bezeichnet man als den Tag im Platonischen Jahr. Die darauffolgenden ca. 13.000 Jahre lang zeigt sie vom Zentrum der Galaxie weg, was der Nacht im Platonischen Jahr entspricht. Auch die großen schöpfenden Energien schwingen in diesem Rhythmus. Die Tag-Energie dieses großen Zyklus lässt die Schöpfungsenergien für Lebensfülle frei, in der Nacht-Energie zieht sich die Energie zurück und die männlichen Fähigkeiten zum Schützen des Vorhandenen wachsen an.

Eben bricht ein neuer Tag in diesem großen Kreislauf an. Im vergangenen Zeitraum von ca. 13.000 Jahren, der Nacht im Platonischen Jahr, hatten sich die gesellschaftlichen Strukturen und Werte weithin zur Bevorzugung der männlichen Energien gewandelt. So ist bei fast allen Menschen die Beziehung zur weiblichen Energie, zu unserer Mutter Erde, auch Gaia genannt, so weit in den Hintergrund geraten, dass die Menschen zwar Gott im Himmel sehen, aber unser Leben auf der Erde nur als ein zu überwindendes Stadium betrachten. Im günstigsten Fall ehren sie die Natur und Gaia auf einer niedereren Stufe als den Himmel.
Machen wir uns wieder bewusst, dass wir aus einer übergeordneten Struktur entspringen und dass wir, egal auf welcher Ebene wir uns befinden, innerhalb dieser Schöpfung aus beiden Energien hervorgehen und beide Energien, die männliche wie die weibliche, in uns selbst verkörpern. Daher ist es äußerst wichtig, beide Energien in uns in Gleichklang zu bringen.
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