Kitabı oku: «Wanderungen für Langschläfer Rhein-Main»

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Schloss Lichtenberg hoch über dem Fischbachtal. Blick von der Burgmauer auf das vorgelagerte Bollwerk TOUR 35

Sabine Holicki

Wanderungen
für Langschläfer
RHEIN-MAIN

36 abwechslungsreiche Halbtagestouren

zwischen Taunus, Rheinhessen und Odenwald

Exklusiv für Sie als Leser:

MIT GPS-DATEN ZUM DOWNLOAD

unter: gps.bruckmann.de


Inhalt

Vorwort

Einleitung

DIE TOUREN

Frankfurt, Wetterau, Vorder- und Hochtaunus

1Grüne Großstadt-Oasen2.30 Std.

Frankfurter Stadtwanderung vom Botanischen Garten zum Niddapark

2Steinbruchseen und Mainufer2.30 Std.

Von Mühlheim nach Hanau-Steinheim

3Streuobst und ein schöner Wald2.30 Std.

Vom Nidda-Kurpark in den Bad Vilbeler Stadtwald

4Kurbad-Glanz und Land-Idylle2.30 Std.

Auf den Höhen und im Kurviertel von Bad Nauheim

5Mystischer Keltenberg3.45 Std.

Von Kronberg über Viktoriatempel und Bürgelplatte auf den Altkönig

6Burgberg und Taunuspass3.30 Std.

Von Königstein über den Falkenstein zum Fuchstanz

7Blüten mit Skyline-Blick3.30 Std.

Von Kelkheim durchs Schmiehbachtal und Bad Soden

8Reiterhof und Zauberberg3.30 Std.

Vom Kelkheimer Rettershof über den Eichkopf

9Nostalgietour mit Tempeln3 Std.

Vom alten Eppsteiner Bergpark zum Kaisertempel

10Auf den Spuren von Römern und Nassauern3.15 Std.

Von Idstein durch Wörsbachtal und Dasbachtal

Wiesbaden und Rheingau-Taunus

11Königlicher Weinberg und Industriekultur3.45 Std.

Zwischen Hochheim und Flörsheim

12Vom Kurpark auf den Berg3.45 Std.

Von Wiesbaden über Burg Sonnenberg zum Kellerskopf

13Wiesbadener Waldlust3 Std.

Vom Neroberg durchs Dambachtal und den Rabengrund

14Traumwald über der Stadt2.30 Std.

Zwischen Wiesbadener Platte und Rabengrund

15Waldausflug mit Tradition4 Std.

Wiesbaden Fischzucht, Eiserne Hand und Adamstal

16Wo Goethe sich am Wein ergötzte3 Std.

Auf den Höhen von Wiesbaden-Frauenstein

17Durch prächtige Weinberge3.15 Std.

Von Eltville über Kiedrich zur Burg Scharfenstein

18Große Lage, stilles Tal3.15 Std.

Von Rauenthal über die Rausch zur Bubenhäuser Höhe

19Zwei-Schlösser-Runde2.45 Std.

Von Schloss Johannisberg zu Schloss Vollrads

20Stilles Kloster und ein großes Denkmal3.30 Std.

Von Geisenheim nach Rüdesheim

Mainz und Rheinhessen

21Wo der Main im Rhein zerfließt3 Std.

Dreibrückentour um die Mainmündung

22Mainzer Landpartie2.45 Std.

Vom Bahnhof Römisches Theater zur Laubenheimer Höhe

23Friedvolle Panoramatour3.45 Std.

Von Mainz-Drais durch den Ober-Olmer Wald zum Flugplatz Finthen

24Wehrkirche am Weinberg2.30 Std.

Von der Ingelheimer Burgkirche hoch auf den Westerberg

25Kloster mit Aussicht3.30 Std.

Von Gau-Algesheim über Jakobsberg und Laurenziberg

26St. Alban auf der Spur2.30 Std.

Durch die Weinberge von Bodenheim

27Panoramaterrasse Roter Hang3.45 Std.

Von Nackenheim nach Nierstein

Darmstadt, Bergstraße, Odenwald

28Auwald-Insel im Rhein3.30 Std.

Von Stockstadt durch das Naturschutzgebiet Kühkopf

29Waldkunst und Streuobst2.45 Std.

Über drei Hügel ab Darmstadt Böllenfalltor

30Steinzeit bis Jugendstil3 Std.

Vom Bessunger Forsthaus zur Darmstädter Mathildenhöhe

31Burg, Blüten, Buchenwald3.15 Std.

Von Zwingenberg über Blütenweg und Burgenweg

32Fürstliche Sommerfrische3.15 Std.

Rund um den Bensheimer Staatspark Fürstenlager

33Verträumtes Tal, versteckter Bach3.15 Std.

Von Ernsthofen durchs Modautal

34Felsen zum Staunen3.30 Std.

Ab Lautertal durchs Odenwälder Felsenmeer

35Traumtal mit Schloss3.30 Std.

Fischbachtal, Schloss Lichtenberg und Heunenburg

36Vulkankegel mit Burg3.45 Std.

Rund um den Otzberg im nordöstlichen Odenwald

Bruckmanns Tourenfinder

PS:

Register

Impressum


Etwas versteckt im Frankfurter Grüneburgpark liegt die griechischorthodoxe Georgioskirche. TOUR 1


Frische Kunst am Mainufer, zu entdecken nahe Hanau-Steinheim TOUR 2


Die Idsteiner Altstadt präsentiert sich liebevoll gepflegt. TOUR 10


Nostalgie im Wiesbadener Stadtwald: Hüttchen wie diese luden schon vor 120 Jahren zur Rast ein. TOUR 13


Die Türme von St. Valentinus und Dionysius in Kiedrich sind besonders markant. TOUR 17


Rheingau-Blick bei Oestrich-Winkel. Jenseits des Rheins liegt Ingelheim mit dem Westerberg. TOUR 19


Eine Geste des Segens. Wanderer finden sie in der Basilika von Schloss Johannisberg. TOUR 19


Kopfweiden waren früher wichtige Nutzbäume, heute sind sie kulturhistorisches Erbe auf dem Kühkopf. TOUR 28


Ist das Burgtor verschlossen oder gewährt es uns Zutritt? Hier am Otzberg. TOUR 36


Ländliche Idylle zwischen Wald, Wiesen und Weiden: Das Modautal im Odenwald. TOUR 33


Felsige Grüße: Die Verwitterung legt an vielen Stellen den Quarzitstein des Untergrunds frei. TOUR 15

TOUREN-ÜBERBLICK


Leichte Touren
1 Grüne Großstadt-Oasen
3 Streuobst und ein schöner Wald
4 Kurbad-Glanz und Land-Idylle
17 Durch prächtige Weinberge
19 Zwei-Schlösser-Runde
21 Wo der Main im Rhein zerfließt
24 Wehrkirche am Weinberg
28 Auwald-Insel im Rhein
30 Steinzeit bis Jugendstil
Mittelschwere Touren
2 Steinbruchseen und Mainufer
7 Blüten mit Skyline-Blick
8 Reiterhof und Zauberberg
10 Auf den Spuren von Römern und Nassauern
11 Königlicher Weinberg und Industriekultur
13 Wiesbadener Waldlust
14 Traumwald über der Stadt
16 Wo Goethe sich am Wein ergötzte
18 Große Lage, stilles Tal
20 Stilles Kloster und ein großes Denkmal
22 Mainzer Landpartie
23 Friedvolle Panoramatour
25 Kloster mit Aussicht
26 St. Alban auf der Spur
27 Panoramaterrasse Roter Hang
29 Waldkunst und Streuobst
31 Burg, Blüten, Buchenwald
32 Fürstliche Sommerfrische
33 Verträumtes Tal, versteckter Bach
35 Traumtal mit Schloss
36 Vulkankegel mit Burg
Schwierige Touren
5 Mystischer Keltenberg
6 Burgberg und Taunuspass
9 Nostalgietour mit Tempeln
12 Vom Kurpark auf den Berg
15 Waldausflug mit Tradition
34 Felsen zum Staunen

PIKTOGRAMME ERLEICHTERN DEN ÜBERBLICK


leicht
mittel
schwierig
Gehzeit
Höhenunterschied

ZEICHENERKLÄRUNG ZU DEN TOURENKARTEN


Wandertour
Tourenvariante
Richtungspfeil
Ausgangs-/Endpunkt der Tour
Etappennummer
Bahnlinie mit Bahnhof
S-Bahn
Tunnel
Seilbahn, Gondelbahn
Bushaltestelle
Parkmöglichkeit
Hafen
Autofähre
Personenfähre
Flugplatz
Kirche
Kloster
Burg/Schloss
Ruine
Wegkreuz
Denkmal
Turm
Leuchtturm
Windpark
Windmühle
Mühle
Hotel, Gasthof, Restaurant
Jausenstation
Schutzhütte, Berggasthof (Sommer/Winter)
Schutzhütte, Berggasthof (Sommer)
Unterstand
Grillplatz
Jugendherberge
Campingplatz
Information
Museum
Bademöglichkeit
Bootsverleih
Sehenswürdigkeit
Ausgrabung
Kinderspielplatz
schöne Aussicht
Aussichtsturm
Wasserfall
Randhinweispfeil
Maßstabsleiste

Vorwort

Im Rhein-Main-Gebiet zu leben, hat viele Vorteile. Einer davon ist der Reiz einer vielfältigen Wandergegend. In dem pulsierenden, eng vernetzten Ballungsraum finden sich höchst unterschiedliche Landschaftsformationen von Taunus und Odenwald, Rheinebene und Rheinhessen. Zwischen Städten und Ortschaften prägen Naturschutzgebiete, Forst- und Landwirtschaft das Bild, locken stille Winkel, Landidylle und üppige Natur.


Welcher Wanderer kraxelt nicht gerne durch alte Gemäuer? Burgruine Falkenstein bei Königstein. TOUR 6

Auf kurzer Distanz und meist gut erreichbar, treffen wir abseits der Metropolen auf sehenswerte Wanderziele: enge gewundene Täler wie in Eppstein oder Königstein; liebliche Wiesen und Wälder wie im Modautal, Lautertal oder bei Idstein; hohe Kuppen mit weitem Blick wie am Altkönig oder am Otzberg; Flussauen wie am Kühkopf oder am Main; Parklandschaften wie in Darmstadt, Wiesbaden oder Bad Nauheim; Industriekultur wie bei Hochheim oder Hanau; Fachwerkkunst wie in Idstein, Zwingenberg oder am Rettershof; Burgen und Schlösser wie am Taunusrand, im Rheingau oder an der Bergstraße; stille Klöster wie auf dem Jakobsberg oder bei Rüdesheim; Türme, Tempel und Aussichtspunkte wie im Vordertaunus oder rund um Wiesbaden, wo schon die Prominenz vergangener Zeiten das Panorama genoss. Als Wanderin bin ich regelrecht verliebt in diese Gegend.

Nicht zuletzt ist Rhein-Main auch eine Genussregion. Weinkultur, Obstanbau und fruchtbares Land haben ihr den Stempel aufgedrückt. Das kulinarische Angebot schöpft aus der traditionellen Küche, ihrer modernen Interpretation und vielen internationalen Einflüssen. Wenn wir die Anbaugebiete durchwandern, uns mit Kilometern und Höhenmetern abgemüht haben, können wir diese Fülle umso intensiver genießen.

Wer neu ist in Rhein-Main, hat viel zu entdecken. Aber auch wer seine Gegend kennt, wird hier noch Überraschendes finden. Egal wo Sie wandern, es wird Sie bereichern.

Ihre Sabine Holicki


Die Taunusquellen rund um Wiesbaden versorgen die Stadt. Hier der Wasserstollen am Schläferskopf. TOUR 15

Einleitung
Wo wir wandern, war ganz schön viel los

Der Grundstein für unser Wandervergnügen wurde vor rund 420 Millionen Jahren gelegt: Zwei Kontinentalplatten schoben sich zusammen, Gebirge falteten sich auf. So der Taunus, eines der ältesten Gebirge Deutschlands, und etwas später der Odenwald vor rund 380 Millionen Jahren. Vulkanausbrüche kamen hinzu und auch die Kraft des Wassers, waren doch Teile des Odenwalds, genauso wie Rheinhessen, zeitweise vom Meer überspült.

Der Taunus liegt da wie ein schiefes Pult, im Süden und Westen aufgebäumt und zum Vordertaunus und Mittelrheingraben steil abfallend. Der nördliche und östliche Taunus senkt sich dagegen sanft in Richtung Lahn und Gießener Becken ab. Wir sehen es selbst, wenn wir die Wandertouren im Vorder- und Hochtaunus oder im Rheingau mit denen in der Wetterau oder bei Idstein vergleichen.

Der Odenwald ist geologisch zweigeteilt. Unsere Touren führen durch den westlichen, kristallinen Odenwald, entstanden durch Auffaltung und Aufschmelzung von altem Gestein. Wir sehen es an zahlreichen Granit-Steinbrüchen und natürlich im Felsenmeer. Der östliche Buntsandstein-Odenwald ist durch Kalk- und Sandablagerungen auf dem Grundgebirge geprägt. Auf der Kante zwischen beiden sitzt der Vulkankegel Otzberg, von dort können wir die Landschaftsformationen vergleichen.

So kamen Rhein und Main ins Spiel

Das heutige Landschaftsbild entstand erst vor etwa 45 Millionen Jahren, als der Oberrheingraben sich absenkte. Infolgedessen hoben sich die Gebirge. Flüsse schnitten sich ein, legten Gebirgssockel frei und ließen Täler entstehen. Der Rhein wiederum schob Lössablagerungen in die Ebene und machte sie fruchtbar. Hinzu kamen Sand und Kies, die mancherorts eine Dünenlandschaft gestalteten. Die Auswirkungen dieser Kräfte erahnt man zum Beispiel an der Abbruchkante des Niersteiner Roten Hangs.

Der Rhein hat auch starken Anteil am milden Klima in Rhein-Main. Warme Luft strömt aus dem Rhonetal durch den Rheingraben. Wir erleben es zum Beispiel im März, wenn die Bäume an der Bergstraße früher blühen als anderswo. Außerdem gedeiht ein prächtiger Wein in der Region.

Durch den Aufbruch des Rheingrabens verschob sich allmählich auch die Wasserscheide, Gewässer änderten ihre Fließrichtung. Das bescherte unserer Region den Main! Zuvor entwässerte er sich Richtung Donau, hatte sich aber durch Trümmermassen nach einem Asteroideneinschlag im Nördlinger Ries zu einem riesigen See aufgestaut und fand nun einen anderen Abfluss. Dass der Main hier in den Rhein mündet, ist – erdgeschichtlich gesehen – erst seit Kurzem der Fall, nämlich seit rund 2,6 Millionen Jahren. Daran können wir denken, wenn wir die Dreibrückentour nachwandern und an der Mündung stehen.

Wenn das keine spannende Geschichte ist! Ich habe sie nur laienhaft geschildert. Aber ich möchte den Lesern den Blick weiten für die größeren Zusammenhänge, für die Kräfte, die in der Landschaft und in der Natur stecken.

Bleiben noch die Menschen. Kelten und Römer haben ihre Spuren hinterlassen, im Mittelalter waren es Ritter, Märtyrer und Heilige. Später prägten Bischöfe und der Adel das Geschehen, Kriege zogen durch, Handwerker, Künstlerinnen und Künstler hinterließen ihre Werke. Ihnen allen begegnen wir auf der einen oder anderen Tour.


Die Kraft der Natur sprengt auch massive Felsen. Zu beobachten unter anderem im Odenwälder Felsenmeer. TOUR 34

Kondition, Ausrüstung, Wetter – was ist zu beachten?

Die Wanderungen sind auch für Anfänger machbar, alle Strecken sind als gut zu bewältigende Halbtagestouren konzipiert. Dennoch können größere Distanzen oder Steigungen für den Wanderneuling eine Herausforderung sein. Mein Tipp: Wer noch keine Wandererfahrung hat, steigt mit den kürzeren und leichteren Touren ein.

Bei der Ausrüstung ist vor allem der Schuh wichtig. Gute Wanderschuhe »fressen« die Kilometer weg, weniger gute machen die Schritte schwer und den Weg hart. Bei durchgängig gepflasterten oder geteerten Wegen können allerdings auch Laufschuhe das Mittel der Wahl sein. Lesen Sie dazu meine Empfehlungen in der Rubrik Tourencharakter. Wanderstöcke sind mitunter hilfreich. Speziell im Herbst und Winter, wenn es rutschig ist. Beim Tourencharakter weise ich darauf hin.

Für die Kleidung nur ein Tipp: Eine warme Reserveschicht im Rucksack dabeihaben. Wer beim Rasten friert, kann die Pausen nicht genießen.

Ein Hinweis zum Proviant: Nicht überall kann man unterwegs etwas kaufen oder einkehren (siehe Rubrik Einkehr). Auch wenn es nur Halbtagestouren sind, sollten Sie zumindest Getränke dabeihaben.

Zum Schluss das Wetter: Wandern ist im Rhein-Main-Gebiet ganzjährig möglich, und ich möchte meine Leser sogar dazu ermuntern, auch im Winter oder bei Regen – mit passender Kleidung – loszugehen. Meist sieht es von drinnen ungemütlicher aus, als es sich draußen anfühlt, oft werden wir mit stillen und intensiven Naturerlebnissen belohnt. Ein klares NEIN gibt es aber: Bei Sturm- und Orkanwarnung bleiben wir zu Hause.


Von gelegentlichen Wolkenbrüchen lassen sich Wanderer nicht abschrecken! TOUR 13

Sechsunddreißig Appetithäppchen

Alle 36 Strecken sind individuell zusammengestellt. Durchgängig markierte und bekannte Wege kann sich jeder selbst erschließen. Ich möchte meine wandernden Leser abseits der gängigen Pfade durchs Land führen, dabei aber auch einige herausragende Wanderziele nicht auslassen. Zugleich will ich Lust machen, in den präsentierten Gegenden auf eigene Faust loszugehen. Daher gebe ich auch Empfehlungen zu Wanderzielen in der Nähe. Nach diesen Kriterien habe ich die Touren zusammengestellt:

•Jede Tour soll innerhalb von etwa 8 bis 14 Kilometern eine in sich schlüssige Strecke mit eigenem Charakter und schönem Wandererlebnis ergeben.

•Die einzelnen Touren sollen die vielfältigen Gegenden des Rhein-Main-Gebiets präsentieren und Lust machen, mehr davon zu entdecken.

•Alle Ausgangspunkte sollen von den Städten in Rhein-Main mit dem Auto in maximal einer Stunde angefahren werden können und außerdem gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen sein.

Dennoch ist die Auswahl auch subjektiv. Mit vielen Strecken verbinde ich persönliche Erlebnisse und empfehle sie umso herzlicher weiter. Manch schönes Ziel hat es nicht ins Buch geschafft – aus verschiedenen Gründen, aber mitunter einfach, weil ich es auch noch nicht kenne.

Bleiben wir auf der Markierung oder nicht?

Bei vielen Touren folgen wir auf längeren Abschnitten einer Wandermarkierung. Meist schreibe ich dazu, wie lange wir auf einem Wanderzeichen bleiben. In jedem Fall sage ich explizit, wann wir das Zeichen verlassen! Wenn Sie ohne GPS unterwegs sind, gleichen Sie die Beschreibung mit einer guten Wanderkarte ab.

»Wir folgen dem blauen Balken für rund 1,5 Kilometer« – wie weit ist das? Wer (noch) kein Gefühl für Wander-Entfernungen hat, kann sich daran orientieren: In meiner Wandergruppe laufen wir bei normalem An- und Abstieg 4 Kilometer pro Stunde, ist es sehr steil nur 3,5 Kilometer pro Stunde, auf ebenen und guten Wegen 4,5 Kilometer pro Stunde. Sportliche Wanderer schaffen in normalem Gelände auch 5 Kilometer pro Stunde. Kennen Sie Ihr Wandertempo, können Sie die Entfernung in Minuten umrechnen.

Oft gibt es neben den erwähnten Wanderzeichen noch weitere. Ich nenne nur die, die uns ein längeres Stück führen. Wenn ich »auf unmarkiertem Weg« schreibe, ist nicht ausgeschlossen, dass zum Beispiel Nordic-Walking-Zeichen vorhanden sind – jedoch keine Zeichen, nach denen wir uns richten. Und leider kommt es immer wieder vor, dass Wanderzeichen fehlen. Sei es, weil der Baum, an dem sie waren, umgestürzt ist oder ein Pfahl im Weinberg erneuert wurde. Mancher findet es auch lustig, Wanderzeichen abzureißen. Seien Sie aufmerksam und kombinieren Sie, wenn eine von mir genannte Markierung fehlt.


Wo geht’s lang? Nicht alle Wanderzeichen sind so gut zu erkennen. TOUR 12

Hilfe, eine Wegspinne …!

Wer an Spinnenphobie leidet (ich übrigens auch), muss nicht erschrecken: Wenn es heißt »an einer Wegspinne«, sitzt kein achtbeiniges Tierchen an der Böschung. Vielmehr handelt es sich um eine Kreuzung, bei der fünf oder mehr Wege zusammenkommen. Ich unterscheide zwischen Gabelung, Kreuzung, T-Kreuzung und Wegspinne. Dies soll Ihnen die Orientierung erleichtern.

Auch bei den Wegen differenziere ich. Mit Waldweg meine ich normale Wege durch den Wald, ein Pfad ist dagegen schmaler, oft stärker zugewachsen und mit rauerem oder weicherem Untergrund. Ein Forstweg ist erkennbar für Fahrzeuge der Forstwirtschaft angelegt. Sind Wege betoniert, geteert oder gepflastert, erwähne ich es oft als zusätzlichen Hinweis. Da sich jedoch auch Wege ändern, gibt es keine Garantie, dass Sie alle so vorfinden wie ich beim Erarbeiten der Strecken.


Wurzelwunderwerke: Das Besondere liegt oft am Wegesrand. TOUR 3

Wechselnde Wegbeschaffenheit

Ich weiß, ein Premium-Wanderweg meidet geteerte oder betonierte Wege. Doch wir sind hier in einer Wirtschaftsregion unterwegs. Trotz zahlreicher Naturschutzgebiete durchqueren wir immer wieder forst- und landwirtschaftliche Nutzflächen oder auch Ortschaften. Das hat einerseits seinen Reiz: In idyllischen Tälern sehen wir den grasenden Kühen, Pferden oder Schafen zu, wandern im Blütenmeer durch Obstplantagen oder durch üppig behangene Weinberge, gelangen durch die Felder in ein Dorf oder aus der Stadt hinaus aufs Land.

Andererseits heißt es, dass eben auch manchmal Straßen, Radwege oder befestigte Feldwege dabei sind, um die Tour in der angestrebten Länge hinzubekommen. Zudem sollten alle Ausgangspunkte mit Bus oder Bahn gut erreichbar sein. Abgelegene Waldparkplätze kamen da nicht in Frage. Wenn der Anteil an befestigten Wegen hoch ist, erwähne ich das in der Rubrik Tourencharakter. Mitunter empfehle ich sogar explizit Lauf- statt Wanderschuhe.

Noch ein Hinweis zu den Feld- und Weinbergswegen: Gerade in der Ernte-/Lesezeit können sie verschmutzt, mit Fahrzeugen oder Gerät blockiert sein. Bleiben Sie gelassen und denken Sie daran, wir stiefeln gerade durch den Arbeitsplatz eines Bauern oder Winzers.

Wanderkarte? Ist das nicht von gestern?

Viele wandern heute mit GPS, auch ich, und ich empfehle es auch meinen Lesern. Das GPS gibt vor allem Sicherheit, wo man sich gerade befindet. Das ist beim Kartenlesen die größte Fehlerquelle. Eingefleischte Kartenwanderer können das natürlich, aber wenn die Vermutung »Wir sind hier!« nicht stimmt, geht ab da alles schief. Doch auch mit GPS sind Wanderkarten eine wertvolle Ergänzung, nicht nur weil Akku oder GPS-Signal versagen können. Karten haben zwei Vorteile. Erstens zeigen sie einen breiten und tiefen Überblick über eine Gegend: Wo sind Berge und Täler, Bäche und Flüsse, Ortschaften und Gehöfte? Wo ist es steil? Wo ist Wald, Feld, Weinberg? Und wo liegt die Tour überhaupt? Zweitens zeigen Karten die Wegmarkierungen an. Das tun die allermeisten GPS-Systeme nicht, womit uns eine entscheidende Information fehlt.

Deshalb bedauere ich, dass nur noch wenige Verlage Wanderkarten produzieren. Eine Auswahl für unsere Region bieten die Verlage NaturNavi, Meki Verlag und Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald (siehe Hinweise in der Rubrik Wanderkarten). Zu Rheinhessen gibt es nur noch eine Wanderkarte, die schon vor zwei Jahren eingestellt wurde. Im Buchhandel ist sie nicht mehr erhältlich, aber große Vorräte hat noch das Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz in Koblenz. Hier können Sie die Karte zum Restposten-Preis von 3 Euro plus 2 Euro Porto beziehen.

Noch etwas Nachdenkliches

»Der Wald sieht schlimm aus!«, sagte eine Freundin nach einer Probewanderung. Als ich auf dieser Strecke unterwegs war, konnte ich noch durch einen baumgesäumten Bachgrund gehen wie durch einen grünen Dom. Doch nun sind die Bäume ausgedünnt, der Bach voller Totholz. Das trifft für viele Gebiete zu: Unsere Wälder verändern sich gerade massiv. Wir können zusehen, wie der Klimawandel ihnen zusetzt. Dürren, Unwetter, Schädlinge – wir kennen es alle aus den Medien. Hier können wir es mit den eigenen Sinnen erfahren. »Kann ich meine wandernden Leser trotzdem hier entlangführen?«, dachte ich. Ein klares Ja. Wir Wanderer bewegen uns in der Natur, sind ihr verbunden und verpflichtet. Wenn die Wälder so aussehen, wie sie es gegenwärtig teils tun, leiden wir mit. Natürlich können wir auf nachwachsende, robustere Pflanzen hoffen. Aber wir sollten uns auch die Frage stellen: Wie konnte es so weit kommen?

Ein jeder mag seinen ökologischen Fußabdruck anschauen. Viele von uns tracken Wanderkilometer, Höhenmeter, Geschwindigkeit, Puls und was nicht alles. Vielleicht könnten wir auch tracken, wie stark wir zu dieser fatalen Situation beitragen – oder eben nicht (mehr).


Diese Bank am Altkönig hat sich gut getarnt. Ob wir uns trotzdem setzen dürfen? TOUR 5

Grüßen Sie mir die Gegend!

Ein nachdenklicher Impuls, aber auch die Botschaft, sich mit der Natur zu verbinden. Daher: Nehmen Sie die Füße in die Hand und stiefeln Sie los! Machen Sie Augen, Ohren, Lunge und das Herz weit. Einige Strecken sind mir sehr nah – ich deute es hin und wieder an. Wenn Sie dort vorbeikommen, grüßen Sie sie bitte von mir.


Der Rheingau-Taunus von seiner schönsten Seite: Burgen, Wälder, Weinberge TOUR 17

Anforderungen

Wanderer mit normaler Grundkondition können die Touren problemlos bewältigen. Die Gehzeiten sind auf eine mittlere Wandergeschwindigkeit (4 km/h in ebenem Gelände) ausgerichtet und berücksichtigen gelegentliches Stehenbleiben, längere Pausen sind jedoch nicht eingerechnet. Es werden drei Schwierigkeitsgrade unterschieden:

Leicht: Kurze und mittellange Wanderungen auf gut begehbaren Wegen, wenig An-/Abstieg

Mittel: Etwas längere Wanderungen auf meist gut begehbaren Wegen, wenig oder moderater An-/Abstieg

Schwer: Längere Wanderungen auf oft schmalen oder felsigen Pfaden, moderater oder starker An-/Abstieg

Hinweis: Da es sich um Halbtagestouren handelt, ist diese Einteilung nicht vergleichbar mit Ganztagestouren in anderen Wanderführern. Auch die anspruchsvollen Strecken sind keine schwierige Wander-Herausforderung.

Frankfurt, Wetterau, Vorder- und Hochtaunus


Üppige Natur: Streuobstwiesen begleiten uns auf vielen Touren


Diese fröhlichen Wasserschöpfer stehen vor dem Brunnen- und Bädermuseum in Bad Vilbel


Burg Eppstein thront auf einem Felsrücken über der Altstadt


Weiten Blick hatten die römischen Grenzsoldaten am Limesturm bei Idstein

1 Grüne Großstadt-Oasen
Frankfurter Stadtwanderung vom Botanischen Garten zum Niddapark

Auch mitten in Frankfurt ist die Natur nah. Diese Tour zwischen Skyline und Nidda führt uns das abwechslungsreich vor Augen. Sie verläuft fast komplett durchs Grün. Manchmal müssen wir das Verkehrsrauschen ein wenig ausblenden – aber wir wissen ja, die Vögel singen lauter in der Großstadt!


Tourencharakter

Leichte Rundwanderung im Stadtgebiet, fast durchgängig durch Parks, Auen und Anlagen. Gut begehbare, teils befestigte Spazierwege ohne nennenswerte Steigungen

Ausgangs-/Endpunkt

Frankfurt, Frauenfriedenskirche (Ecke Zeppelinallee/Franz-Rückert- Allee)

Anfahrt

ÖPNV: Ab Frankfurt Hbf. mit Straßenbahn 16 Richtung Ginnheim, Haltestelle Frauenfriedenskirche

Auto: In Frankfurt-Innenstadt Richtung Bockenheim (Navi: Frankfurt a. M., Zeppelinallee 101), Parken im Wohngebiet

Einkehr

Unterwegs: Gaststätte Niddapark (Am Ginnheimer Wäldchen)

Am Ziel: Gastronomie in Bockenheim, z. B. rund um die Leipziger Straße

Informationen

Frankfurt Tourismus: Tel. 069/21 23 88 00, www.frankfurt-touris-mus.de (Infos zu Parks und Gärten unter Entdecken und Erleben/Sport und Freizeit)

Wanderkarte

ADAC Stadtplan Frankfurt a. M., 1:20 000

Wanderziele in der Nähe

Schwanheimer Dünen, Niddaauen, Bad Vilbel


Gründerzeit-Villenviertel Schon die Frauenfriedenskirche mit ihrem gedrungenen Bau und dem schönen Kreuzgang ist eine Besichtigung wert! Wir überqueren die Franz-Rückert-Allee und gehen durch die Anlage, vorbei an dem für Frankfurt typischen Wasserhäuschen, der Rollschuhbahn und schmucken Gründerzeitvillen. Am Ende des Grünstreifens geht es links (Am Leonhardsbrunn), rechts (Ditmarstraße), an der Ampel über die Miquelallee, nach links und gleich rechts auf den Fußweg zum Botanischen Garten. Nach der Linkskurve gelangen wir zum Eingangstor. Wenn der Garten geöffnet ist (Sommermonate: 9–18 Uhr, So/Fei 9–13 Uhr), lohnt sich die im Kasten beschriebene Variante! Sonst gehen wir um den Botanischen Garten herum: Am Tor rechts vorbei, an der ersten Möglichkeit links in den Grüneburgpark und links auf den breiten Weg. Nach 200 Metern münden von rechts mehrere Wege ein, rund 70 Meter weiter treffen wir auf einen kleinen Ausgang vom Botanischen Garten. Hier rechts und im Bogen nach rechts, gelangen wir zu dem Platz mit der Rothschild-Gedenkstele.

Park mit Geschichte Wir laufen hinter dem Beet nach links, um die Stele zu betrachten. Sie erinnert an die Familie von Rothschild, deren Schlösschen hier einst stand. Im Nationalsozialismus enteignet, wurde das Gebäude 1944 schwer beschädigt und abgerissen. Von der Stele aus nehmen wir den zweiten Weg, der nach rechts führt, folgen ihm geradeaus und an der ersten Möglichkeit links, vorbei an der griechischorthodoxen Georgioskirche. Im Bogen daran vorbei und hinter den beiden Banken rechts, treffen wir auf das schwarze X des Europäischen Fernwanderwegs E1. Ihm folgen wir für die nächsten 2,5 Kilometer. Es führt zum nördlichen Ende des Parks, nach rechts auf die Fußgängerbrücke, dann links vorbei an einer Anlage mit kleinem Teich – dahinter liegt die Zentrale der Deutschen Bundebank. Nach rechts überqueren wir den Teich, am Ende des Bundesbank-Geländes führt uns das X links über die nächste Fußgängerbrücke. Nun haben wir freien Blick auf den Europaturm, im Volksmund »Ginnheimer Spargel« genannt, obwohl er noch auf Bockenheimer Gebiet steht. Rechts am Horizont erspähen wir den Taunus, links die Hochhauskulisse des Frankfurter Westends.


Gedenken, Dank und Friedensgesinnung: Die Frauenfriedenskirche aus den späten 1920er-Jahren strahlt eine besondere Würde aus.

In die Niddaauen Vor dem Fernsehturm links, vor der Schrebergartenanlage Feldbergblick nochmals links und kurz vor einem Tunnel nach rechts, führt unser Weg lauschig an den Gärten entlang. Am Ende der Anlage bleiben wir geradeaus und unterqueren eine breite Straße. Unser Fußweg führt neben einem Sträßchen im Bogen nach rechts und zwischen Kleingärten und Friedhof bis zum Rand der Wohnbebauung. Vor den ersten Häusern geht es mit dem X links, durch die Bahnunterführung und geradeaus in den Niddapark, nach den Tennisplätzen rechts durch eine Lindenallee, an der ersten Abzweigung links zwischen Streuobstwiese und Sportplatz, nochmals kurz rechts und links zur Gaststätte Niddapark mit Biergarten. Dahinter verlassen wir das schwarze X und wenden uns nach rechts, an der ersten Abzweigung nach links und bleiben nach wenigen Metern an der folgenden Gabelung links auf dem Hauptweg. Etwa 50 Meter weiter biegen wir halb rechts auf einen Pfad ins Unterholz. Er führt uns im Bogen durch das naturbelassene, fast schon wild wirkende Ginnheimer Wäldchen. Etwa 250 Meter schlängelt sich der Pfad an einem Graben entlang, dann biegen wir bei der ersten Gelegenheit nach links und treten aus dem Wald heraus auf eine kleine Lichtung. Der Weg macht eine Linkskurve und mündet auf einen Weg, dem wir nach rechts folgen. Wir bleiben ein ganzes Stück geradeaus bis zum Parkausgang Römerstadt (U-Bahn).

Träges Flüsschen Vor der Brücke biegen wir links auf den Uferweg entlang der träge dahinfließenden Nidda. Wir umrunden das Vogelschutzgebiet Nachtigallenwäldchen, wenden uns wieder zum Ufer, vorbei an einer imposanten Pappel, und biegen bei der Brücke am Wehr links ab. Hier treffen wir wieder auf das schwarze X und folgen ihm nun für etwa 1 Kilometer: am kleinen Pavillon vorbei geradeaus ins Praunheimer Wäldchen, an einer Gabelung links und durch eine Schranke, passieren wir das Freiluftatelier der Bildhauerin Marita Kaus, das Wasserwerk und einige Häuser und Gärten. Rund 20 Meter nach der nächsten Schranke geht es links und gleich wieder rechts, an einer Lichtung mit Insektenhotel rechts im Bogen um die Wiese, dann geradeaus Richtung Ausgang Bockenheim. Am Querweg kurz rechts und sofort wieder links, wandern wir durch weite Wiesen. Unser schwarzes X führt uns noch bis zur nächsten Kreuzung.


Flussaue auf Frankfurter Stadtgebiet: Entlang der Nidda lässt es sich gut radeln, wandern und flanieren.


Maria als Friedenskönigin: Eingangsportal der Frauenfriedenskirche

Frankfurter Europaturm, auch »Ginnheimer Spargel« genannt

Skyline voraus Dann verlässt es uns nach links, wir bleiben geradeaus Richtung Ausgang Bockenheim und der Skyline entgegen. An der Autobahnunterführung gehen wir links zwischen den graffiti-ge- schmückten, von Street-Art-Künstlern gestalteten Pfeilern hindurch, passieren ein schmales Wäldchen und nehmen an der Bahnlinie die Unterführung. Dahinter biegen wir rechts auf den Fuß-/Radweg zwischen Sportplätzen und Schrebergärten ein. Am Knöterichweg links und wenige Meter weiter erneut links auf den geteerten Weg, erreichen wir die Ginnheimer Landstraße, überqueren sie und nehmen die Treppen zum Grünstreifen in der Mitte der Zeppelinallee. Von der Terrasse aus können wir nochmals einen Blick Richtung Taunus werfen. Geradeaus durch die Anlage gelangen wir wieder zum Ausgangspunkt.

Variante durch den Botanischen Garten

Vom Fußweg durch zwei Tore in den Garten, geradeaus und leicht bergauf am Weiher vorbei. Nach rund 100 Metern auf dem Hauptweg verlassen wir den Garten nach rechts durchs Tor in den Grüneburgpark. Geradeaus und dann im Bogen nach rechts, gelangen wir zu dem Platz mit der Gedenkstele.

Grüne Oasen – Frankfurt und seine Parks

Banken, Messen, Handel, Forschung, Kultur – zu Frankfurt fällt einem vieles ein. Natur gehört eher nicht dazu. Dabei ist die Stadt seit 2014 Preisträgerin als »European City of the Trees«, verliehen für vorbildlichen Einsatz von Bäumen im städtischen Umfeld und hohes Engagement für Grün im urbanen Raum. Das hat Tradition, wie der Grüneburgpark als einer der schönen alten Frankfurter Parks nach englischem Vorbild belegt. Jünger ist der Niddapark: Angelegt zur Bundesgartenschau 1989, ist der naturnahe Landschaftspark mit Auen, Wiesenflächen, Baumgruppen, Wäldchen und Streuobstwiesen Teil des Grüngürtels von der Innenstadt bis in die nördlichen Stadtteile.

2 Steinbruchseen und Mainufer
Von Mühlheim nach Hanau-Steinheim

Die Gegend um Hanau kommt uns nicht sofort als Wanderziel in den Sinn. Doch verbirgt sich zwischen Mühlheim und Hanau-Steinheim mit den Grünen Seen eine echte landschaftliche Überraschung. Zusammen mit schönem Wald, Streuobstwiesen, dem Mainufer und der gemütlichen Steinheimer Altstadt wird aus dieser Streckenwanderung eine runde Sache.


Tourencharakter

Streckenwanderung mittlerer Anforderung durch Wiesen, Wald, auf Uferwegen (teils Wander-/Radweg) und Altstadt-Gassen, kaum Steigungen

Ausgangspunkt

Mühlheim am Main, S-Bahn-Haltestelle Mühlheim-Dietesheim, P+R-Parkplatz (Am Wingertsweg 5)

Endpunkt

Hanau-Steinheim, Kardinal-Volk-Platz

Anfahrt

ÖPNV: Ab Frankfurt mit der S9 Richtung Hanau bis Mühlheim-Dietesheim.

Auto: Über B43, vor der S-Bahn-Haltestelle Dietesheim die Bahn unterqueren, links am Sportplatz vorbei, P+R-Parkplatz am Bahnhof

Einkehr

Unterwegs: Mainpark-Restaurant (Hanauer Mainufer)

Am Ziel: Gastronomie in Hanau-Steinheim, z. B. Lug ins Land (Schloßstraße 1A), MaaÄppelsche (Hans-Sachs-Straße 2), Hofbrauhaus (Brauhausstraße 6), Mühlheim z. B. Sportheim Dietesheim (Am Wingertsweg 5)

Informationen

Stadt Mühlheim a. M.: Tel. 06108/60 10, www.muehl-heim.de; Hanau: Tel. 06181/29 57 39, www.hanau.de; Steinbruchseen: www.muehlheim.de/steinbrueche

Wanderkarte

MeKi Landkarten: Kreis Offenbach und Stadt Offenbach, Radfahren, 1:30 000

Wanderziele in der Nähe

Wildpark Alte Fasanerie Klein-Auheim



Mainaufwärts tuckert der Frachter vorbei an Schloss Philippsruhe

Steinbruchseen und Streuobstwiese Start ist am östlichen S-Bahn-Ausgang/P+R-Parkplatz Am Wingertsweg. Mit dem Rücken zur Bahn geht es geradeaus an den Sportplätzen vorbei und über die Straße. Nun folgen wir für die nächsten 2 Kilometer dem grünen N (Kulturweg). Es führt uns rechts am Concordia-Heim vorbei, eine gefüllte Lore vor der Tür erinnert an die Steinbruch-Vergangenheit. Am Parkplatz bleiben wir geradeaus, rechts blinkt schon der erste der ehemaligen Steinbruchseen durch die Bäume. Gleich darauf, an einer Wegspinne geradeaus, erreichen wir den Vogelsberger See mit beeindruckender Steilwand am gegenüberliegenden Ufer. Mit unserem N rechts am See vorbei, sehen wir einige Meter weiter am Aussichtspunkt auch den Canyon-Steg, den wir später überqueren werden. Kurz danach stößt der Weg auf ein Feld. Wir gehen links, an der nächsten Kreuzung geradeaus und bleiben auf dem Hauptweg, bis wir den Gailenberg erreichen – eine weite Streuobstwiese, die den Namen »Berg« kaum rechtfertigt.

Durch den Galgen hindurch Am NABU-Bienenhotel sehen wir das rote L des Lämmerspielwegs, dem wir den nächsten knappen Kilometer folgen. Bald erreichen wir die kleine Kuppe. Das N verlassend, wandern wir nun mit dem L links Richtung Waldrand, in den Wald hinein, nach wenigen Metern rechts, durch die Schranke und im Linksbogen weiter. Unser rotes L biegt rechts auf einen breiten Weg ein, wir folgen bis zur ersten Kreuzung, wo wir das L schließlich nach rechts verabschieden. Wir gehen rund 20 Meter weiter geradeaus und dann links in Richtung Steinheimer Galgen, dessen historische Pfeiler den Weg flankieren. Bis ins 18. Jahrhundert fanden hier noch Hinrichtungen statt. Heute führen Wanderwege hindurch, so die grüne 1 des TGS Hausen und das blaue M. An der ersten Kreuzung nach dem Galgen folgen wir der grünen 1 nach links. Das M verläuft kurz anders, schwingt aber gleich wieder auf unseren Weg ein. Wir bleiben auf dem Hauptweg, biegen mit beiden Zeichen am Schild »An der Bruchgrenze« links ab und erreichen die Bruchkante des Oberwaldsees. Wenn wir hier rechts des Weges schauen, sehen wir in ein beeindruckend tiefes Loch.

Canyon und grüne Seen Noch besser wird die Sicht auf das grüne Wasser an der Aussichtsplattform rund 400 Meter weiter. Dahinter gehen wir an der nächsten Kreuzung mit blauem M und grüner 1 rechts. Die 1 biegt dann ab, wir bleiben mit dem M geradeaus und erreichen kurz darauf eine Wegspinne. Hier verlassen wir das blaue M für eine spektakuläre Sicht auf die Steilwand und die Canyonbrücke des Vogelsberger Sees. Unser (unmarkierter) Weg ist der zweite, der rechts abbiegt, ein Pfad am Ufer entlang, dann über eine Treppe hoch auf das kleine Wiesenplateau zwischen Vogelsberger und Oberwaldsee. Hier können wir eine Rast einlegen und die Uferblicke in alle Richtungen genießen. Dann geht es über den Canyon-Steg und geradeaus auf dem breiten Hauptweg weiter. An einer Gabelung halten wir uns rechts und bleiben kurz auf dem Hanau-Rundweg, bis er an einem geteerten Sträßchen links abbiegt. Hier bleiben wir geradeaus, kommen über einen schmalen Waldweg zur Straße (Pfaffenbrunnenweg) und biegen rechts ein. Vorbei an Schrebergärten, Hundesportplatz und Polizeihunde-Akademie, geht es über eine Brücke, direkt danach rechts die Brückenrampe hinab, vorbei an der Infotafel und scharf rechts unter der Brücke hindurch. Der Weg zum Mainufer ist schon ausgeschildert, er führt uns noch unter der Eisenbahnbrücke hindurch und zur Bundesstraße, die wir geradeaus überqueren.

Am Mainufer entlang Am Picknickplatz vorbei, biegen wir nach rechts auf den Rad-/Wanderweg am Mainufer. Auf ihm bleiben wir für die nächsten Kilometer, lassen uns von dem Uferkunst-Garten des Bildhauers Reinhold Mehling überraschen, genießen den Blick auf das Schloss Philippsruhe mit seinen Gärten, erspähen die Kinzig-Mündung und erreichen bald darauf das Restaurant Mainpark. Hier verlassen wir den zeitweise stark frequentierten Rad-/Wanderweg, gehen ein Stück auf der Straße nach rechts und gegenüber dem geteerten Weg »Durch den Grund« links auf einen Wiesenweg zur Eisenbahnbrücke. Er endet bald an einem Betonweg, hier gehen wir links, biegen dann wieder rechts auf den Mainuferweg ein und wandern unter der Eisenbahnbrücke hindurch. Wer jetzt schon müde ist, kann hier zur S-Bahn abkürzen (ca. 2,5 km weniger).


Spitze Zinnen markieren den Bergfried des Steinheimer Schlosses.


Blick auf das Steilufer des Vogelsberger Sees

Altstadt mit Fachwerk und Schloss Weiter geradeaus und mit Blick auf den gegenüberliegenden Hafen, treffen wir ungefähr 1,5 Kilometer nach der Brücke auf eine Hochwasserschutzmauer. Hier gehen wir rechts den geteerten Weg hoch zum Steinheimer Schloss und können nach wenigen Metern durch einen Torbogen in den Schlosshof schlüpfen. Sehenswert sind der Bergfried mit seinen Spitzhauben sowie der klassizistische Schlossbau, heute ein Museum. Am Hof-Ende steigen wir die paar Stufen hinab zum Kräutergarten mit gepflegten Beeten. Nach rechts durch ein kleines Tor, verlassen wir den Garten und gehen rechts durch das alte Maintor in die Altstadt mit hübschen Fachwerkhäusern und Apfelweinkneipen. Sehenswert entlang der Hans-Sachs-Straße sind z. B. das Alte Rathaus, das Kellermeister-Haus, das Hofbrauhaus und das Fischerzunft-Haus. Nach rechts durch die Häfner- gasse gelangen wir zum Kardinal-Volk-Platz. Der Bus 4 fährt zum S-Bahnhof Steinheim, von wo uns die S-Bahn halbstündlich zum Ausgangspunkt zurückbringt.

EVENT-TIPPS Steinheimer Altstadtfest mit Johannisfeuer am Mainufer (im Juni um den Johannistag), Bundesäppelwoifest im Steinheimer Schlosshof (letztes August-Wochenende)


Die Altstadt Hanau-Steinheim ist eine Station der Deutschen Fachwerkstraße.

Dietesheimer Steinbrüche – die Grünen Seen zwischen Hanau und Mühlheim

Aufgelassene Steinbrüche gibt es viele im Rhein-Main-Gebiet. Doch die Seenlandschaft, die sich nach Ende des Basaltabbaus 1982 hier in diesem rekultivierten Gelände entwickelt hat, ist in der Region einzigartig. Insgesamt neun Seen, dicht bewachsene Ufer, Steilwände und Felsen formen ein sehenswertes Naherholungsgebiet. Das Baden ist allerdings sehr gefährlich und daher verboten.

3 Streuobst und ein schöner Wald
Vom Nidda-Kurpark in den Bad Vilbeler Stadtwald

An der Stadtgrenze zu Frankfurt, in den fruchtbaren Hügeln der Wetterau, lockt Bad Vilbel mit seinem Kurpark in den Nidda-Auen, weitläufigen Streuobstwiesen und einem kleinen Stadtwald. Früher von der US-Armee als Schießplatz genutzt, wurde er renaturiert und ist heute ein zauberhaftes Naturschutzgebiet, das im Frühjahr vor Bärlauch förmlich explodiert.


Tourencharakter

Leichte stadtnahe Rundwanderung auf gut begehbaren Wegen durch Streuobstwiesen, Feld, Wald und Park. Besonders schön während der Baum- und Bärlauchblüte sowie im Herbst. Moderate An- und Abstiege

Ausgangs-/Endpunkt

Bad Vilbel, Vereinsheim am FFH-Platz (Ecke Heinrich-Heine-Straße/FFH-Platz)

Anfahrt

ÖPNV: Ab Frankfurt Hbf. mit der S6 bis Bad Vilbel, zu Fuß in wenigen Minuten zum Ausgangspunkt

Auto:Ab Frankfurt über B3, sonst A5 und A661, am Preungesheimer Dreieck auf die B3, Parkplatz (kostenlos) am FFH-Platz

Einkehr

Unterwegs: keine

Am Ziel: Gastronomie in der Bad Vilbeler Altstadt, z. B. Restaurant-Café in der Alten Mühle (Lohstraße 13)

Informationen

Bad Vilbel: Tel. 06101/60 22 46, www.bad-vilbel.de

Wanderkarte

ADAC Stadtplan Frankfurt a. M., 1:20 000

Wanderziele in der Nähe

Niddaauen, Lohrberg zwischen Frankfurt und Bad Vilbel, Berger Warte


Hinauf in die Streuobstwiesen Am Vereinsheim auf dem FFH-Platz gehen wir einige Stufen hoch Richtung Kurpark, aber nicht hinein, sondern gleich links und nochmals links, rechts über die Brücke und sofort rechts auf den Fußweg entlang der Nidda. Vor dem Spielplatz/Bewegungspark biegen wir scharf links, vorbei am Gerber-Brunnen, zur Straße. Hier einige Schritte nach links, dann rechts die Treppe hoch zwischen Häusern und Böschung zur Lohstraße. Dieser folgen wir nach links, im Rechts bogen am Friedhof entlang und bei den Hausnummern 86 und 86b wieder rechts. Hinter dem letzten Haus nochmals rechts und wieder links, verläuft unser Fußweg entlang der Gärten oberhalb der Häuser und mündet an einer T-Kreuzung. Wir gehen links die Treppe hoch und weiter auf dem Weg, ignorieren an der nächsten Biegung die Treppe geradeaus zu den Häusern und biegen nach links, nun vorbei an einem alten Steinbruch. Durch den Zaun erkennen wir den Sandsteinabbruch. Bald tauchen links die ersten Streuobstwiesen auf und wir haben den sogenannten Weinberg erklommen, mit 157 Metern eine markante Erhebung in der Wetterau!


Besonderer Wald – die Bäume zeigen Biss!


Apfelduft begleitet im Spätsommer den Wanderer.


Über den Burggraben scheint man das Gemurmel der Figuren zu hören.

Der Blick wird weit Hinter dem Wasserwerk quert eine Straße, wir gehen hier kurz rechts und gleich wieder links auf den Feldweg durch die Streuobstwiesen. Der Weg macht nach ca. 200 Metern einen Linksbogen und endet an einer T-Kreuzung vor einer umzäunten Obstwiese. Hier biegen wir nach rechts. Allmählich öffnet sich der Blick auf die östliche Wetterau und am Horizont auf die Ausläufer des Spessarts. Unser Wiesenweg trifft auf einen asphaltierten Weg. Dort gehen wir rechts, die nächste Möglichkeit links und gleich wieder rechts auf einem Schotterweg durch das Obstanbaugebiet. An der nächsten T-Kreuzung geht es nochmals links und gleich wieder rechts, nun auf geteertem Wirtschaftsweg zwischen Obstwiese und Feldern. Am Schild »Naturschutzgebiet« biegen wir rechts ab und wandern entlang eines Grabens leicht bergan. Bald taucht vor uns am Horizont der Große Feldberg auf. Kurz hinter dem Insektenhotel wenden wir uns nach links und wandern auf dem Radweg Richtung Offenbach/Bergen-Enkheim entlang des Wäldchens, das wir gleich durchqueren werden. Dabei passieren wir die erdgeschichtliche Skulptur mit den einladenden Ruhebänken und erreichen auf dem geschotterten Hauptweg (oder parallel auf dem Waldrandpfad) das Ende des Waldes, markiert mit Sitzbank und Infotafel zu den Streuobstwiesen.

Überraschendes Walderlebnis Kurz vor der Bank rechts führt unser Pfad vorbei an der Josef Schusser Hütte in den Wald, dessen Boden im Frühjahr üppig mit Bärlauch bedeckt ist. Für den nächsten Kilometer halten wir uns bei Kreuzungen geradeaus und bei Gabelungen links auf dem Pfad knapp am Waldrand entlang. Durch die Bäume sehen wir den angrenzenden Wiesenhang, ab und zu markiert ein Grenzstein unseren Weg. Schließlich erreichen wir einen Bruchgraben, an dessen Kante sich die Bäume mit ihren freiliegenden Wurzeln klammern. Dort links vorbei und über Baumwurzeln weiter links haltend, bleiben wir auf dem schmalen Pfad bis zu einer Kreuzung mit einem breiten Waldweg (links zwei Sperrpfosten). Wir biegen rechts auf den mit Infotafeln bestückten Weg (Landgrabenweg), überqueren eine Kreuzung und erreichen an der nächsten Kreuzung den ehemaligen Schießplatz, heute eine von den Pfadfindern genutzte Freifläche. Hier nach rechts, erreichen wir eine idyllische Lichtung und folgen dem Weg im Links-rechts-Bogen zurück in den Wald. An der nächsten Kreuzung, wieder mit Schutzhüttchen und Bank, wechseln wir auf den Waldweg rechts bergauf (Kreuzschneise), an der zweiten Infotafel auf einen Pfad links bergan, über eine Kreuzung hinweg und zum Waldrand. Kurz vor den Häusern biegen wir rechts ab und bleiben rund einen halben Kilometer und über vier Kreuzungen hinweg auf diesem Weg. Links öffnen sich Wiesen und Felder. Schließlich trifft der Weg auf den geteerten Radweg, rechts im Wald versteckt sich das nächste Schutzhüttchen. Hier verlassen wir den Wald, biegen nach links und gelangen durch die Felder zu den Schrebergärten.


Die Nidda, hier noch ein schmales Flüsschen, fließt am Rande des Kurparks.

Schmucke Altstadt mit Burg Am Hundesport-Vereinsheim über die Straße und in den Graubergweg, biegen wir nach wenigen Metern links auf den Pfad am Bach entlang. Vorbei an Gartengrundstücken erreichen wir bald die ersten Häuser. Kanalweg und Hanauer Straße führen uns in den Ort. Wir laufen direkt auf das alte Rathaus zu, das jetzt das Standesamt beherbergt. Den hübschen Marktplatz dahinter ziert ein historischer Ziehbrunnen, aus dem man früher mit Steinzeugkrügen, die in Körben herabgelassen wurden, das Mineralwasser schöpfte. Die Brunnenskulptur erinnert noch daran. An die Bedeutung des Mineralwassers für die Stadt erinnert auch der Kegel des modernen Bad Vilbeler Urquelle-Brunnens. Hier begegnen uns wieder die Gesteinsschichten, die wir an der erdgeschichtlichen Skulptur im Wald schon gesehen haben und die den Charakter des Mineralwassers ausmachen. Vom Marktplatz gehen wir rechts auf dem Uferweg zum Mühlensteg, überqueren die Nidda und umrunden die Ruine der Wasserburg, berühmt wegen der Bad Vilbeler Burgfestspiele. Die Skulpturengruppen rund um das Gemäuer sind ein Projekt des Künstlers Stephan Guber unter dem Motto »Das Paradies«. Hinter der Burg nach rechts, spazieren wir durch den Kurpark zurück zum Ausgangspunkt. Wer mit der S-Bahn gekommen ist, kann an der Rendeler Straße links zum Bahnhof abbiegen.

KULTUR- UND NATURTIPPS Burgfestspiele Bad Vilbel (Website: www.kultur- bad-vilbel.de/burgfestspiele); Kurpark: Rekonstruktion eines römischen Mosaiks, eines der schönsten in Deutschland; Orchideenblüte (Geflecktes Knabenkraut, Helm-Knabenkraut): Mitte Mai bis Mitte Juni; Herbstzeitlosenblüte im Herbst

Streuobstwiesen und Mineralwasser

Alles da für die Apfelschorle! So könnte man die Schätze von Bad Vilbel augenzwinkernd zusammenfassen. Hier findet sich das größte zusammenhängende Streuobstwiesengebiet der Wetterau. Wertvoll für das Ökosystem, doch die Areale sind durch Erbteilung und Wegzug teilweise in schlechtem Zustand. Ein Verein hat sich ihrer angenommen. Ungetrübt sprudeln dagegen die über 20 Mineral- und Heilwasserquellen im Stadtgebiet. Das wertvolle Bad Vilbeler Wasser wird vom Trinkbrunnen im Kurpark bis zum deutschlandweit aktiven Brunnenbetrieb Hassia Mineralquellen an die Durstigen gebracht.

4 Kurbad-Glanz und Land-Idylle
Auf den Höhen und im Kurviertel von Bad Nauheim

Bad Nauheims Charme liegt in seiner Vielfalt. Die lernen wir auf dieser Tour kennen. Vom Rand des Kurparks geht es über einen Weinberg in den Wald, dann durch Streuobstwiesen mit Weitblick und entlang des Flüsschens Usa zurück in den prächtigen Park. Schließlich schauen wir uns noch einige Attraktionen im Kurviertel an.


Tourencharakter

Leichte stadtnahe Rundwanderung auf meist gut begehbaren Wegen durch Wald, Felder, Streuobstwiesen, den Kurpark und die Innenstadt. Gut mit einer Stadtbesichtigung zu verbinden, moderate An- und Abstiege

Ausgangs-/Endpunkt

Bad Nauheim, Aliceplatz (an der Parkstraße)

Anfahrt

ÖPNV: Ab Frankfurt Hbf. mit der Regionalbahn bis Friedberg, weiter mit Bus FB34 Richtung Bad Nauheim Bahnhof, Ausstieg Haltestelle Aliceplatz

Auto: A5 bis Friedberg, weiter B455 und B3 bis Bad Nauheim, Richtung Kurpark, Parkplatz (kostenpflichtig) Aliceplatz oder Parkstraße

Einkehr

Unterwegs: WILLIAMS Restaurant (am Flugplatz)

Am Ziel: Gastronomie im Kurviertel, z. B. Schweizer Milchhäuschen (Nördlicher Park 6), Pane e Vino (Aliceplatz), Da Davide (Parkstraße 3)

Informationen

Bad Nauheim: Tel. 06032/92 99 20, www.bad-nauheim.de (Jugendstil unter Lebenswert/Stadtinfo & Geschichte)

Wanderkarte

NaturNavi: Bad Nauheim – Wetterau Nord, Wanderkarte mit Radwegen, Blatt 46-558, 1:25 000

Wanderziele in der Nähe

Lokale Themenwanderwege (z. B. zur Salzgewinnung), Rosenstadt Steinfurt, Burgruine Münzenberg, Butzbach, Usingen


Über den Weinberg Vom Aliceplatz gehen wir die Parkstraße bergauf, überqueren die Mondorfstraße und nehmen den Fußweg bergauf durch die Anlage. Am Neptun-Denkmal links, nach den Stufen rechts und gleich wieder scharf links, gelangen wir zur Straße, überqueren sie und steigen rechts treppauf zum Weinberg Johannisberg. Vorbei am Vereinshaus des Weinberg-Freundeskreises, gehen wir links über den Parkplatz weiter bergauf, mit einem kurzen Abstecher links zum Aussichtspunkt: Unser Blick schweift über Vogelsberg und Spessart bis zur Wetterau mit Friedberg im Vordergrund. Am Gebäude auf dem Johannisberg (leider kein Ausflugslokal mehr) biegen wir nach links und in der nächsten Rechtskurve links auf den Pfad zur Volkssternwarte. Dann überqueren wir rechts vom Turm die Straße und wechseln auf den Waldweg gegenüber, wo wir Relikten einer römischen Signalstation begegnen. Weiter links auf dem Waldweg, gelangen wir zur Weberhütte, die ein archäologisches Rätsel markiert. Sie steht auf dem Ende des Wolfsgrabens, ein möglicherweise keltischer Trockenmauerwall, dessen Bestimmung bis heute unbekannt ist.


Nostalgisch schön: Stadtbibliothek im Bad Nauheimer Kurviertel

Flieger, grüß mir die Sonne Ab der Hütte folgen wir nicht lang der Markierung P. Kurz bevor der Waldweg die Querstraße erreicht, gehen wir mit dem P rechts und erreichen nach ca. 120 Metern eine Wegspinne. Hier verlassen wir das P, nehmen den zweiten Weg nach links, überqueren eine Straße, rund 50 Meter weiter noch eine und gehen links der Fahrbahn auf einem Pfad entlang. Der erste Querweg führt rechts über die Straße zum Flugplatz Ober-Mörlen. Hier können wir die Flieger beobachten und vielleicht auf der Restaurantterrasse einkehren. Vom Flugplatz zurück zur Straße, gehen wir links neben der Fahrbahn entlang. In der ersten Kurve (gelbes Schild »Flugplatz – Lebensgefahr«) wechseln wir halb links auf den Feldweg Richtung Waldrand. Wir queren eine weitere Straße und laufen, nun wieder vom P begleitet, zwischen Feld und Waldrand erst geradeaus, dann im Bogen nach links um das Feld herum. Am Ende des Waldrands verlassen wir das abbiegende P, bleiben wenige Meter geradeaus und erreichen einen Feldweg, auf den wir rechts einbiegen. Nun können wir für rund 3,5 Kilometer der Nordic-Walking-Markierung 3 folgen.


Welche Sorte wächst denn da? Infotafeln entlang der Streuobstwiese


Heilwasser hinter Schmiedeeisen: der Kurbrunnentempel


Für Jugendstil-Fans: Im Sprudelhof gibt es viel zu sehen.

Vom Streuobst zum Kurpark An einer Marienkapelle vorbei, geht es bergab durch gepflegte Streuobstwiesen, an den Infotafeln können wir sogar die Obstsorten ablesen. Unser Blick schweift über Ober- und Nieder-Mörlen, Butzbach und in Richtung Gießen, uns zu Füßen wuselt die A5. Unten an der Usa-Kapelle, am Ortsrand Nieder-Mörlen, folgen wir der Straße rechts in die Schrebergärten, biegen bei der ersten Möglichkeit (gegenüber dem Steg in den Ort) rechts ab und sofort wieder links auf einen Grasweg weiter entlang der Gärten. Am Spiel- und Bolzplatz kurz links und gleich rechts, wandern wir zwischen Usa und Golfplatz. Wo der Nordic-Walking-Weg 3 links abbiegt, bleiben wir rechts und erreichen den großen Teich im Kurpark. Hier wenden wir uns nach rechts. Kurz nach dem Restaurant Teichhaus gehen wir links über ein Brückchen und gleich wieder rechts. Entlang der Usa, am Minigolfplatz vorbei, gelangen wir zu dem nostalgischen Fachwerkhäuschen Schwyzerhüsli. Heute ein Café, war das Milchhäuschen früher Teil des Kurbetriebs: Eine Familie aus Appenzell reichte den Gästen als Milchkur Kuh- und Ziegenmilch in verschiedenen Zubereitungsformen.

Jugendstil im Überfluss Links über die Jugendstilbrücke, erreichen wir den Sprudelhof, ein beeindruckendes, geschlossenes Jugendstil-Ensemble, in dem die Prominenz der Belle Époque zu Gast war. Nach einem Bummel durch die Anlage verlassen wir diese beim zentralen Brunnen durch das rechte Portal, von der Richtung aus gesehen, aus der wir den Sprudelhof betreten haben. An der Ampel (mit Ampelmann Elvis) geradeaus über die Parkstraße, nach der ersten Einmündung (Lindenstraße) links wieder in eine Parkanlage, führt unser Weg vorbei an dem schönen Fachwerkbau der Stadtbibliothek zu einem der Bad Nauheimer Gradierwerke. Über eine hohe Wand von Reisigbündeln rieselt heilkräftige Sole herab und erzeugt frische, salzhaltige Luft. Früher wurde so auch Salz gewonnen, daher werden solche Anlagen fälschlicherweise oft als Salinen bezeichnet. Nach rechts aus dem Park heraus, links die Straße entlang, bei der Ampel rechts über die Brücke (Ernst-Ludwig-Ring) und nach wenigen Schritten rechts durch das Säulenportal, gelangen wir in die Trinkkuranlage, auch sie ist ein stimmungsvolles Zeugnis des Jugendstils. Neben Heilwasser gibt es hier eine Bar, Konzerte, Ausstellungen und Kulturveranstaltungen. Links am Bassin vorbei, werfen wir am Ausgang noch einen Blick auf den achteckigen Kurbrunnentempel mit kunstvoll geschmiedeten Gittern. Geradeaus durch den Rosengarten, vor der Dankeskirche links und gleich rechts in die Kurstraße, erreichen wir wieder die Parkstraße.


Vom Johannisberg schweift der Blick über Friedberg und die Wetterau.

Zum Schluss noch Elvis Hier sind wir nahe am Ausgangspunkt, aber ein minimaler Umweg beschert uns noch drei kleine Bad Nauheimer Highlights: Geradeaus in den Kurpark laufen wir auf den schönen Brunnen der Erkenntnis zu. Dort nach links, gelangen wir zum Kurhaus mit dem Jugendstil-Theater Dolce. Davor wieder links und gleich rechts aus dem Park heraus, sind wir am Elvis-Presley-Platz, wo der Sänger zwischen 1958 und 1960 wohnte. Heute ist die Villa Grunewald ein Hotel, Elvis‘ Zimmer nahezu original erhalten. Ein Denkmal mit Fan-Devotionalien zeugt noch heute von seinem Ruhm. Weiter nach links die Terrassenstraße entlang sind wir wieder am Ausgangspunkt.

EVENT-TIPPS Bad Nauheimer Jugendstilfestival im September, European Elvis Festival im August

Heilendes Salz und kurende Herrschaften

Salz spielte in Bad Nauheim schon bei den Kelten eine wichtige Rolle. Der Aufstieg zum Heilbad begann im 19. Jahrhundert mit der Erschließung zweier großer Sprudel. Badehäuser und Unterkünfte wurden geschaffen und empfingen illustre Gäste, so Kaiserin Sisi von Österreich, Zarin Alexandra von Russland (gebürtige Prinzessin von Hessen-Darmstadt) und die Deutsche Kaiserin Auguste Viktoria. Um den Andrang zu bewältigen, ließ Großherzog Ernst Ludwig neue Anlagen im Jugendstil schaffen. Heute zeigen Führungen im Sprudelhof unter anderem die Badekabine der Zarin Alexandra, sogar Bäder wie in alten Zeiten sind möglich.

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09 kasım 2024
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