Kitabı oku: «Wandern mit Kindern: Freizeit, Natur und Mehr genießen.»

Yazı tipi:

Wanderspaß mit Kindern

Eifel

Sabine Parschau

Exklusiv für Sie als Leser:

MIT GPS-DATEN ZUM DOWNLOAD

unter: gps.bruckmann.de


Inhalt

Wandern in der Eifel

NÖRDLICHER TEIL

1Sieben auf einen Streich

Rund um die Villeseen

2Höhenfieber und Ritterburg

Die Buntsandsteinfelsen bei Nideggen

3Am See und auf dem See

Von Einruhr nach Rurberg

4Barrierefrei und abenteuerlich - das geht!

Der Wilde Kermeter

5Geschichte begreifen im Nationalpark Eifel

Die Wüstung Wollseifen und Vogelsang

6Architektonisches Meisterwerk in der Provinz

Zur Bruder-Klaus-Kapelle

7Das Rundum-sorglos-Paket für die ganze Familie

Die Steinbachtalsperre

8Ausflug ins Mittelalter

Rund um Bad Münstereifel

9Exkursion durch die Steinzeit

Die Kakushöhle in Mechernich

10Den Bergleuten auf der Spur

Der Pingenwanderpfad

11Ku(h)lturlandschaft pur!

Der Kaller Milchweg

12Ganz schön schlau, die alten Römer

Der Grüne Pütz

13Fossilien finden und Waldxylofon üben

Der Löwenzahn-Erlebnispfad in Nettersheim

14Dem Universum ganz nah

Das Radioteleskop in Effelsberg

15Auf berühmten Wegen quer durch die Weinberge

Saffenburg und Rech

16Felsige Rundwanderung mit weiten Ausblicken

Teufelsloch und Langfigtal

17Mini-Haus und römische Villa

Rund um die Ahrquelle in Blankenheim

18Über magische Pfade zu Eichendorffs Felsen

Lyrik am Düvelssteen

19Voll auf dem Holzweg

Der Moorpfad in Dahlem

20Und der Vulkan - ist aktiv!

Rund um den Laacher See

WissenDer Nationalpark Eifel

DIE EIFEL IN BELGIEN UND LUXEMBURG

21Auf zu Napoleons Nase im wilden Warchetal

Burg Reinhardstein und Wasserfall

22Auf Holzpfaden zum höchsten Punkt Belgiens

Im Naturpark Hohes Venn

23Keine Sekunde Langeweile, versprochen!

Auf dem Waldlehrpfad in Heppenbach

24Genuss pur: Brücken, Felsen, Wasser

Der Bayehon-Wasserfall im Hohen Venn

25Einbahnstraße durch stockfinstere Felsspalten

Kleine Runde um Consdorf

26Quer durch die engen Schluchten des Müllerthals

Schiessentümpel und Eulenburg

SÜDLICHER TEIL

27Sehenswerte Laune der Natur

Von der Nohner Mühle zum Wasserfall Dreimühlen

28Vom Eifelturm die Vulkane im Blick

Das Booser Doppelmaar

29Mittelalterliches Flair und Fachwerkkulisse

Die Burgen von Monreal

30In die »Augen der Eifel« blicken

Zu den Dauner Maaren

31Alpines Panorama mit geheimnisvoller Höhle

Der Gerolsteiner Felsenpfad

32Mutige Höhlenforscher voraus!

Die Birresborner Eishöhlen

33Wie im Märchen

Traumpfad zur Burg Eltz

34Achtsam unterwegs

Entlang der Kleinen Kyll in Manderscheid

35Mit der Hetschenkönigin auf Tour

Der Määrchen-Naturwaldpfad am Holzmaar

36Ins Herz der Strohner Schweiz

Zur Lavabombe nach Strohn

37Mitten durch die Lavaströme

Die Elfengrotte in Bad Bertrich

38Nichts für schwache Nerven

Der Calmonter Klettersteig

39Die teuflische Acht

Teufelsschlucht und Irreler Wasserfälle

40Höhlen, Pützlöcher und Hängebrücken

Abenteuer im Butzerbachtal

WissenDie Vulkane der Eifel

Tourenüberblick

Register

Impressum, Touren- und Bildnachweis


Schon kleine Kinder können beachtliche Strecken schaffen, wenn der Weg interessant genug ist.


Die Natur ist ein abwechslungsreicher Abenteuerspielplatz.


Die Eifel: duftendes Heu und weiter Blick


Wanderzeit ist ungestörte Familienzeit.


Ein »Bad« im Herbstlaub gefällt auch den jüngsten Wanderern.


Gemeinsam wandern macht am meisten Spaß.

Wandern in der Eifel

Elfengrotte, Teufelsschlucht und Eishöhlen – die vulkanische Vergangenheit der Eifel hat ein Wanderparadies für entdeckungsfreudige Kinder geschaffen. Dabei geht es an Flussufern entlang, bergauf und bergab, buchstäblich über Stock und (Vulkan-)stein, auf dem auch geklettert werden darf. Sportliche Kinder dürfen sich also herausgefordert fühlen. Aber auch weniger bewegungsfreudige Kinder haben in der Eifel viele Möglichkeiten, mit Spaß in der Natur aktiv zu werden.

Bei allen Unternehmungen ist es wichtig, Kinder nicht zu überfordern. Zu weit, zu anspruchsvoll, zu wenige Pausen und das falsche Picknick: Schnell kann die erste Wanderung auch die letzte sein, die Kinder freiwillig antreten. Die Touren in diesem Buch sollen der ganzen Familie Spaß machen. Die Altersangaben und Gehzeiten helfen dabei, die richtige Tour zu finden. Mit den Infos zu Einkehr- und Spielmöglichkeiten und den vielen anderen Freizeittipps können Sie ganz einfach Ihr Ausflugspaket für einen Tag, ein Wochenende oder einen Urlaub in der Eifel schnüren.


Pfefferminzbonbon oder Gallapfel?

Was schafft mein Kind?

Die Altersangaben und Gehzeiten liefern eine erste Orientierung, was ein durchschnittlich trainiertes Kind schaffen kann. Eher als die Kondition spielt aber die Motivation eine entscheidende Rolle für die Tagesverfassung. Wer heute problemlos acht Kilometer gelaufen ist, mag morgen an der ersten Steigung keinen Schritt mehr tun. Klar ist aber auch, dass ein Vierjähriger unmöglich das Pensum eines zehnjährigen Kindes schaffen kann. Routinierte Kinder werden sicher einige Touren deutlich schneller als angegeben bewältigen. Je mehr es zu sehen und zu erleben gibt und je größer die Gruppe ist, umso mehr Zeit sollten Sie einkalkulieren. Letztlich wissen Sie als Eltern sicher am besten, was Sie Ihrem Kind und sich selbst zutrauen möchten, um einen entspannten Wandertag zu erleben. Planen Sie nicht zu ambitioniert und lieber zu viel als zu wenig Zeit ein. Wem der drohende Einbruch der Dunkelheit im Nacken sitzt, bringt sich und seine Kinder unnötig in Stress. Bei uns hat sich die Faustformel bewährt: Gehzeit plus mindestens die Hälfte drauf ergibt die Gesamtzeit.


Diese Pilze schauen wir besser nur an.

Motivation fördern

Greifen Sie schon bei der Tourenplanung ein bisschen in die Trickkiste der Motivationsförderung: Manchmal kann ein leckeres Picknick über ein kleines Formtief helfen. Fast immer ein Garant für fröhliche Kinder ist es, Freunde der Kinder mitzunehmen. Eigentlich immer gilt zudem: Der Weg macht‘s. Kaum ein Kind wandert gerne über breite, geteerte Forststraßen Kehre um Kehre bergauf – Erwachsene übrigens auch nicht. Über schmale Pfade, Fels und Stein oder gar über einen Fluss sieht die Sache ganz anders aus. Die Eifel bietet ein unerschöpfliches Reservoir an abenteuerlichen Touren. Zugleich gibt es viele Wege, die sich auch für geländegängige Kinderwagen oder Laufräder eignen, ohne dabei langweilig zu sein. In diesem Buch sind, wenn möglich, Varianten angegeben, sodass die Tour entsprechend dem Alter Ihrer Kinder gegangen werden kann.


Wenn es viel zu sehen gibt, bleibt der Ausflug garantiert in guter Erinnerung.

Tourencharakter

Alle Touren in diesem Buch sind grundsätzlich problemlos zu bewältigen. Entsprechend der Gehzeiten und dem Charakter der Touren sollten aber eine gewisse Grundkondition sowie Trittsicherheit und Ausdauer vorhanden sein.

Viele der Wanderungen eignen sich für einen ausgedehnten Vor- oder Nachmittag. Ideal, um eine weitere Attraktion gleich mitzunehmen: hier ein Museum, da ein Freizeitbad, dort eine Burg.

Ein Wort zur Anfahrt

Leider ist der öffentliche Nahverkehr in der Eifel nicht so gut ausgebaut, dass ich Familien guten Gewissens grundsätzlich die Bus- oder Bahnfahrt empfehlen kann. Die meisten Touren lassen sich in einem zeitlich vertretbaren Aufwand nur mit dem Auto realisieren. Dort, wo es gute Alternativen gibt, sind sie aufgeführt. Dabei habe ich auch berücksichtigt, wie lange eine Bus- oder Bahnfahrt gegenüber der Autofahrt dauert und auf eine Angabe verzichtet, wo mir der Aufwand zu lang schien. Wer schon einmal mit einem müden, quengeligen Kleinkind eine Stunde auf einen Bus warten musste oder die Hälfte der Wanderung gehetzt ist, um ebendiesen noch zu erwischen, weiß, wovon ich spreche …

Achtung, Achtung!

Worauf sollten Sie achten, wenn Sie mit Ihren Kindern wandern gehen? Kinder sollen sich beim Wandern frei bewegen dürfen. Der Reiz vieler Wanderungen in der Eifel liegt auch darin, durch Höhlen zu gehen, auf Vorsprünge zu klettern oder ein Bachbett zu durchqueren. Trauen Sie Ihren Kindern ruhig etwas zu. Das kostet uns Eltern auch ein Stück Überwindung, keine Frage. Es soll sich ja niemand verletzen. Aber beim Wandern lernen Kinder gut, sich selbst einzuschätzen.

Besprechen Sie vorab wichtige Regeln, an die sich Ihre Kinder halten müssen: Grundsätzlich bestimmt der Langsamste – meist das jüngste Kind – das Tempo. Ältere dürfen zwar vorgehen, müssen aber an Weggabelungen warten und stets in Hör-, besser noch in Sehweite bleiben. An kritischeren Passagen oder wenn es sehr steil bergab geht, gehen stets Erwachsene voraus! In diesem Buch sind solche Stellen immer beschrieben, sodass Erwachsene »vorgewarnt« sind.


Toben und auf Bäume klettern: Hier kommen auch Kleine ganz groß raus.


»Wenn ich groß bin, werde ich mal Bäuerin!«

Droht ein Gewitter, sollte die Tour möglichst rasch beendet werden. Ist es dafür zu spät, gilt es, exponierte Punkte zu meiden und sich von hohen, allein stehenden Bäumen, Drahtseilen oder Aussichtspunkten fernzuhalten.

Ausrüstung

Für die Touren hier reichen feste, gut eingelaufene Schuhe meist aus. Wer häufig wandern geht, sollte über die Anschaffung knöchelhoher, wasserdichter Wanderschuhe nachdenken, die auch hervorragend als Winterschuhe geeignet sind und selbst in gebrauchtem Zustand immer Abnehmer finden.


»Auch schon da?« Die Erwachsenen haben mal wieder getrödelt.

Ansonsten ist eine Wanderung in der Eifel keine Expedition ins Ungewisse. Dennoch sollten einige Dinge griffbereit im Rucksack liegen. Dazu zählt eine Erste-Hilfe-Box für kleine Unfälle und ein Stück Schnur. Letztere hat uns schon wertvolle Dienste beim notdürftigen Reparieren von Schuhen oder Rucksäcken geleistet. Nasskaltes Wetter ist selten schön, aber ohne wetterfeste Kleidung schnell auch gefährlich. Unterschätzen Sie nicht die Sonneneinstrahlung in der Eifel und denken Sie an Sonnencreme und Kopfbedeckung. Für alle Touren, die direkt am Wasser vorbeiführen, empfehle ich für jüngere Kinder dringend Wechselkleidung. Nicht unbedingt notwendig, aber mitunter hilfreich ist sogenannte Funktionskleidung, die schnell trocknet. Die Kleidung sollte grundsätzlich bequem sein, auch schmutzig werden dürfen und von den Kindern gerne getragen werden.

Nehmen Sie immer einen Stoffbeutel mit – Sie werden ihn oft brauchen, nicht nur für den Müll, sondern auch, um die vielen Schätze in Form von Steinen, Früchten oder Tannenzapfen zu transportieren, die Ihre Kinder so fleißig unterwegs sammeln.


Wer nicht mehr gehen mag, wird vielleicht ein Stück getragen.

Einige Utensilien helfen außerdem, eine Wanderung zum Erlebnis zu machen: Hierzu zählen Taschenmesser, ein Fernglas oder ein Smartphone. Letzteres bietet nicht nur eine gewisse Hilfe in Notsituationen, sondern leistet auch gute Dienste beim Navigieren, Tourenaufzeichnen oder Fotografieren – Tätigkeiten, die auch Kinder sehr gerne übernehmen.

Pausen

Ohne Pausen keine Wanderung. Genießen Sie es, draußen zu sein und zu essen, auch wenn die Wanderung nicht unbedingt eine »Mahlzeit« erfordert. Sparen Sie dabei vor allem nicht an Getränken, auch wenn der Rucksack schwerer wird. Verlassen Sie sich nie ausschließlich auf Einkehrmöglichkeiten. Sie sind für dieses Buch zwar sorgfältig recherchiert, dennoch kann es kurzfristige Änderungen geben. Kindern ein Eis am Kiosk unterwegs versprechen, der dann wegen Pächterwechsel geschlossen hat? Der Tag ist gelaufen, die Wanderung sowieso. Hungrig weiterlaufen, weil auch der geplante Bratwurst-Stopp nun ausfällt? Noch schlechter.

Was aber gehört zu einer ordentlichen Brotzeit? Ganz einfach: Alles, was schmeckt und mit vertretbarem Aufwand getragen werden kann. Gerne darf es gesund sein: Nüsse sind ein sehr guter und schneller Energiespender. Obst und Gemüse, mundgerecht geschnitten, oder ein leckeres Stück Käse oder Wurst machen unterwegs glücklich. Schokolade oder einige Kekse gehören bei uns immer in den Rucksack – für alle Fälle, die dann spätestens auf der Rückfahrt auch eintreten … Als Getränk empfiehlt sich vor allem Wasser. Aber auch ungesüßte Tees löschen gut den Durst und wärmen unterwegs. Weniger geeignet sind Saftschorlen oder Limonaden und gänzlich unnötig sind sogenannte Energydrinks oder -riegel.

Und wer soll das alles tragen? Bei jüngeren Kindern werden das wohl die Eltern übernehmen. Aber wer – wie in unserem Fall – als Großfamilie unterwegs ist, wird schnell die Lasten verteilen: Jedes Kind kann seinen Proviant nebst Getränk ab etwa sechs Jahren selbst tragen – am liebsten im selbst ausgewählten Rucksack.

Ich wünsche Ihnen ganz viel Spaß und eine anregende Familienzeit mit Ihren Kindern in der Eifel!

Nördlicher Teil


Manchmal kommt es auf die Perspektive an.

1Sieben auf einen Streich
RUND UM DIE VILLESEEN



Tourencharakter Sehr leichte Wanderung auf breiten, fast ebenen Wegen, für Kinderwagen geeignet. Altersempfehlung Ab 5 Jahren Ausgangs-/Endpunkt Parkplatz am Liblarer Strandbad, Seestraße 3, Erftstadt-Liblar GPS-Daten 50.824111, 6.834194 Anfahrt A 61 bis Erftstadt, dann über L 265 Richtung Hürth zum Liblarer See. Einkehr Kiosk am Campingplatz, Waldbiergarten (Öffnungszeiten unter www.waldbiergarten.eu) Kosten Parkplatz 2 €, Eintritt Strandbad Erw. 3 €, Kinder 2 €, geöffnet in der Saison täglich von 8 bis 20 Uhr. Ausrüstung Mücken- und Sonnenschutz, Fernglas, Badesachen, eventuell Wechselkleidung wegen der Nähe zum Wasser Karte Freizeitkarte »Brühl und die Villeseen« des Naturparks Rheinland Information Naturpark Rheinland, Lindenstraße 20, 50354 Hürth, Tel. 02233/710 07 77, www.naturpark-rheinland.de


Sieben Gewässer an einem Tag? Klingt nach einem Mammutprojekt. Ist es aber nicht. Denn die Weiher und Seen liegen so dicht zusammen, dass teilweise nur ein Pfad dazwischen passt.

Wir starten auf dem gut ausgebauten Weg, der links neben dem Strandbad beginnt, und folgen den Hinweisschildern zum Weiher. Links, hinter Büschen halb versteckt, können wir den im Mai mit Seerosen überwachsenen Karauschenweiher schon bald sehen. Ein kleiner Pfad führt uns direkt ans Ufer. Zurück auf dem Hauptweg folgt gleich auf der rechten Seite der zweite Weiher.

Die Kinder sind nun zuversichtlich, dass auch die anderen fünf Seen an einem Tag zu schaffen sind. Dort, wo der Weg eine Kurve macht, halten wir uns geradeaus und folgen dem Weg A 1. Dieser führt auf schmalem Pfad direkt am Ufer des Liblarer Sees entlang. Wer mit dem Kinderwagen unterwegs ist, folgt der Kurve ein Stück und biegt dann rechts auf den breiteren Hauptweg ein.

Lauschige Bänke laden zum Verweilen ein.

Zumindest die Füße können wir Wanderer an diesem Abschnitt immer wieder kurz ins Wasser halten. Die Kinder wetteifern im Stöcke Werfen und Steine Flitschen. Aus der Ferne schauen wir den Seglern auf dem Wasser zu. Herrlich! Allerdings rächt es sich spätestens jetzt, wenn man auf Mücken- und Sonnenschutz verzichtet hat!

Der Waldpfad mündet auf den Hauptpfad, dem die Kinderwagen-Schieber ohnehin schon gefolgt sind und führt auf breitem Weg weiter zum Parkplatz der Wassersportfreunde Liblar. Wir folgen der asphaltierten Zufahrtsstraße zum Vereinsgelände noch ein Stück leicht bergan. Nach dem Parkplatz Grubenweg sind wir fast schon am Waldbiergarten. Am Biergarten vorbei gehen wir in Richtung Eisenbahnunterführung (Richtung Brühl, Brühler Heide). Dann halten wir uns rechts und folgen dem Wanderschild nach Weilerswist. An der nächsten Kreuzung geht es nach links. Unser nächstes Ziel, der Obersee, ist nur noch 400 Meter entfernt. Wir kommen noch an einer Bank vorbei, an der wir links abbiegen und dann geht es bergab zum Wasser auf schmalem Pfad. Eine Bank lädt (müde Eltern) zum Pausieren ein. Stöcke werfen, Steine flitschen und die Seele baumeln lassen – Urlaubsfeeling pur!


Baden im See

Auch wenn Ihr die sieben Seen sicher an einem Tag schafft: Direkt am Liblarer See gibt es einen Campingplatz – und ein kostenpflichtiges Freibad mit Sandstrand. Ansonsten ist das Baden im See leider offiziell verboten.

Vor lauter Entspannung dürfen wir nun das Zählen aber nicht vergessen, denn es geht Schlag auf Schlag. Wir folgen dem Weg noch ein Stück und biegen dann rechts ab in Richtung Mittel-/Obersee. Nun sind wir kurz zwischen den beiden Seen und können mit Ober- und Mittelsee Nummer vier und fünf abhaken. Am Ende des Weges geht es nach links und auf schmalem Pfad durch schönen Buchenwald zum sechsten See, dem Untersee. Den nächsten Abzweig nehmen wir links, dann geht es rechts auf breitem Weg und schließlich wieder links zum letzten See für heute, dem Franziskussee. Auf zwei Inselchen tummeln sich viele Vögel. Wir umrunden den See, bis wir auf einen breiten Weg mit vielen Hinweisschildern stoßen. Hier geht es nun rechts in Richtung Brühl und an der nächsten Gabelung links. Unter einer Brücke und über ein Stück Straße kommen wir wieder zum Kassenhäuschen des Parkplatzes am Strandbad und Campingplatz.


Die Wanderung um die Villeseen bietet immer wieder Spielmöglichkeiten direkt am Wasser.

2Höhenfieber und Ritterburg
DIE BUNTSANDSTEINFELSEN BEI NIDEGGEN



Tourencharakter Spannende Wanderung, bei der es viel zu sehen gibt. Trittsicherheit erforderlich. Altersempfehlung Ab 5 Jahren Ausgangs-/Endpunkt Parkplatz am Zülpicher Tor, Zülpicher Straße GPS-Daten 50.688306, 6.484083 Anfahrt Auto: A 1 bis Erftstadt, Richtung Zülpich auf B 265, dann L 33 nach Nideggen. Von der A 4 Abfahrt Düren, dann B 56 Richtung Euskirchen und Nideggen. Bus: ab Düren Linie 221 bis Nideggen-Mitte. Einkehr Proviant mitnehmen, Einkehr in Nideggen und auf der Burg möglich. Burgmuseum Geöffnet Di. bis So. 10–17 Uhr, Eintritt: Familien 6 € Karte Wanderkarte Nr. 2 des Eifelvereins Information Rureifel Tourismus, An der Laag 4, 52396 Heimbach, Tel. 02446/80 57 90, www.rureifel-tourismus.de


Die gewaltige Burgruine Nideggen und die bizarren Kletterfelsen des Effels sind die Highlights dieser spannenden Wanderung. Rund um die Burg laden Geschäfte und Cafés zum Bummeln ein.

Durch das Zülpicher Tor starten wir geradeaus durch die Fußgängerzone und dann links über die Kirchstraße auf Kopfsteinpflaster bergauf zur Burgruine. Im Bergfried ist ein kleines Museum, das wir uns nicht entgehen lassen möchten. Von der Burg aus dem 12. Jahrhundert bieten sich atemberaubende Ausblicke auf die Umgebung. Wir verlassen den Burghof wieder und biegen nach dem Tor links auf einen schmalen Pfad, der uns in einem Bogen auf dem »Entdeckungspfad« um die Burg herumführt. An einer Gabelung gehen wir links und folgen der Buntsandsteinroute in Richtung Effelsbach/Heimbach. Wir kommen an einer Bank und einem etwas abseits vom Weg gelegenen Aussichtspunkt vorbei. Am Heimersteiner Brunnen vorbei gelangen wir zu einem Felsen mit Bank. Von hier können wir sehr schön mit Blick auf die Eifellandschaft rund um Brück ausruhen. Dann macht der Weg einen scharfen Knick. Nach einigen Stufen geht es über Stock und Stein, leicht bergauf und bergab und vorbei an einer etwas unterhalb liegenden Schutzhütte. Wir bleiben auf dem etwas breiteren Pfad und ignorieren alle Abzweige. Ein altes Schild mit dem Hinweis auf einen »Rundweg« passieren wir noch, dann zweigt der Weg nach rechts ab. Linker Hand können wir nun an einem großen, aber nicht sonderlich einladenden Picknickplatz rasten. Wer möchte, kann an dieser Stelle die Wanderung abkürzen und gleich nach Nideggen zurückkehren.


Von der Burgruine Nideggen hat man einen guten Ausblick.


Der Effels

Die bis zu 30 Meter hohen Buntsandsteinfelsen am Effels sind vor etwa 200 bis 225 Millionen Jahren entstanden. Die meisten stehen unter Naturschutz. Deshalb darf nur an ausgewiesenen Stellen mit Erlaubnis geklettert werden.


Spannend zu beobachten sind die Kletterer am Effels.

Wir wollen aber weiter und bleiben deshalb auf dem Entdeckungspfad. Bald türmen sich links die mächtigen roten Buntsandsteinfelsen auf – wir sind am Effels. Kletterer können wir keine sehen, von Höhenfieber keine Spur. Schon sind die Kinder etwas enttäuscht, da taucht links ein Holzgeländer auf. Dahinter erheben sich mächtige Felsen und tatsächlich – hier hängen die Kletterer mittendrin. Fasziniert schauen wir zu, wie sich die Sportler scheinbar mühelos an den Felsen hochziehen. »Das ist ja viel cooler als in der Kletterhalle!«, findet unser Jüngster.

Bald macht der Weg einen Knick, wir informieren uns an einer Schautafel noch über die Tiere und Pflanzen, die sich rund um die sonnenverwöhnten Felsen des Rurtales wohl fühlen. Den restlichen Weg hoffen wir nun darauf, wirklich eine (ungefährliche) Schlingnatter zu finden. Das klappt zwar nicht, aber zumindest huscht mit der Mauereidechse ein Mini-Dinosaurier an uns vorbei. In der Kehre geht es nun bergauf zum Aussichtspunkt »Effelsdach«. Am Eifelblick vorbei bleiben wir auf dem Hauptpfad, auch wenn ein gesichertes Wegstück nach links einladend wirkt. Schließlich kommen wir in einer Biege vor einem Haus heraus. Hier geht es nun links abwärts, bis wir wieder auf den Parkplatz von vorhin treffen.

Nun geht es rechts bergauf an einem Bienenhotel vorbei durch einen Skulpturenpark, bis wir dann wieder am Parkplatz sind.


Entdeckungspfade

Rund um das historische Städtchen Nideggen verlaufen drei kürzere Entdeckungspfade. Kombiniert ergibt sich eine schöne Tagestour (ca. 10 Kilometer).

3Am See und auf dem See
VON EINRUHR NACH RURBERG



Tourencharakter Leichte Wanderung, auch mit Kinderwagen gut möglich. Altersempfehlung Ab 4 Jahren Ausgangs-/Endpunkt Einruhr, Parkplatz direkt an der Brücke oder auf ausgewiesenen Parkplätzen im Ort sowie an der Bundesstraße. Die Runde kann auch andersherum mit Start in Rurberg gegangen/gefahren werden. GPS-Daten 50.581833, 6.379335 Anfahrt A 1 bis Nettersheim, dann Richtung Kall B 477, links ab auf B 266 Richtung Gemünd und weiter nach Einruhr. Schiff Rursee-Schifffahrt, www.rurseeschifffahrt.de, Achtung: letztes Schiff nicht verpassen und über Saisonzeiten informieren! Kosten: Erwachsene 5 € Kinder 2,50 € Ausrüstung Eventuell Badesachen und Decke für den Strand, Fernglas Karte Wanderkarte Nr. 2 des Eifelvereins Einkehr In Einruhr und Rurberg, Snacks und Getränke auf dem Schiff Information Nationalpark-Tor Rurberg, Seeufer 3, 52152 Rurberg, Tel. 02473/937 79, www.rursee.de


Hier stimmt alles für einen gelungenen Sonntagsausflug. Der Weg ist leicht zu gehen und bietet wunderschöne Aussichten auf die Eifeler Seenplatte. Ein großer Kinderspielplatz am Anfang und die Aussicht auf eine Schifffahrt am Ende der Tour motivieren zusätzlich. Wem das nicht reicht: Badesachen einpacken und in Einruhr oder Rurberg schwimmen gehen!

Über die Brücke geht es zum Seeweg. Dieser führt uns zunächst auf befestigtem Weg an Weiden und Feldern entlang. Weiter geht es durch lichten Wald etwas oberhalb des Obersees, den wir aber fast immer gut sehen können. Schließlich führen einige Kurven steil vom Ufer weg. Hier sind starke Arme gefragt, wenn ein Kinderwagen im Spiel ist und zwischendurch mal angehoben werden muss.


Die wenigen Höhenmeter sind schnell geschafft.


Abwechslungsreicher Weg mit schönen Blicken auf den Obersee


Kleine Hindernisse überwinden – für Kinder ein Riesenspaß!

Auf einem schönen Pfad geht es nun weiter, bis wir an eine Straße kommen, die wir überqueren. Geradeaus gehen wir über den Staudamm. Am Ende liegt links das modern gestaltete Nationalparktor Rureifel mit vielen Informationen und einer sehenswerten kostenlosen Ausstellung. Links daneben sonnen sich Badegäste im wunderschön gelegenen Naturfreibad. Wir haben diesmal keine Badesachen dabei. Rasten können wir trotzdem direkt am Wasser, nämlich gegenüber dem Nationalparktor. Schuhe aus, Socken aus … wer muss da noch ans Meer! Nur die Aussicht auf die Schifffahrt kann uns heute überhaupt noch dazu bewegen, den Strand zu verlassen.


Alternative

Wer noch etwas weiter gehen (und später länger Schiff fahren) möchte, kann ab Rurberg auch bis zur Urfttalsperre (ca. 4 Kilometer) wandern und von dort mit dem Schiff zurückfahren. Fährt kein Schiff, führt ab Rurberg auch über den oberhalb verlaufenden Wanderweg Nummer 6 eine schöne Strecke.

Wir gehen wieder zurück über den Staudamm und halten uns dann links. Über einen Parkplatz auf dem Staudamm Paulushof zwischen Rur- und Obersee laufen wir zum Schiffsanleger. Auf dem Oberdeck genießen wir die sonnige und dank Elektromotor fast lautlose Fahrt und obwohl das Schiff langsam fährt, sind wir viel zu schnell wieder in Einruhr. Nun heißt es schließlich, sich entscheiden: Besuchen wir erst noch den Spielplatz oder gehen wir besser gleich ein Eis essen?

4Barrierefrei und abenteuerlich – das geht!
DER WILDE KERMETER



Tourencharakter Absolut spannende Wanderung, kann mit allem befahren werden, was Räder hat. Barrierefrei mit Blindenleitsystem. Altersempfehlung Ab 3 Jahren Ausgangs-/Endpunkt Parkplatz am Wilden Weg GPS-Daten 50.616261, 6.435769 Anfahrt Über die Kermeter-Hochstraße (L 15) zwischen Schleiden-Gemünd/-Wolfgarten und Heimbach-Schwammenauel. Mit dem Bus 231 über die barrierefreie Haltestelle am Bahnhof Heimbach bzw. Gemünd Mitte, montags bis freitags ganzjährig, von Ostern bis Mitte Oktober auch an Wochenenden und Feiertagen. Zusätzlich fährt der Bus »Mäxchen« an Wochenenden und Feiertagen von Mai bis Mitte Oktober. Einkehr Keine, aber unzählige Rast- und Sitzmöglichkeiten Karte Wanderkarte Nr. 50 des Eifelvereins Information Nationalparkverwaltung Eifel, Urftseestraße 34, 53937 Schleiden, Tel. 02444/951 00, www.nationalpark-eifel.de


Neudeutsch könnte man sagen: Diese Tour ist ein »Must-have« auf der »To-do«-Liste Eifel: Die Runde mit Balance-Parcours bringt nämlich richtig Spaß und nebenbei erfahren wir auch noch viel Wissenswertes über den Nationalpark Eifel.

Vom Parkplatz gehen wir geradeaus zu den Picknicktischen und Toiletten und halten uns dann in Richtung Schwarzes Kreuz. Dort angekommen wählen wir den etwas links liegenden Weg, können aber auch den breiten Hauptweg nehmen. Unser nächstes Ziel ist der Aussichtspunkt Hirschley. Die dichten Buchen entlang des Weges spenden im Sommer viel Schatten und bieten im Frühjahr und Herbst reizvolle Lichtspiele. Auf Infotafeln, die auch in Blindenschrift verfasst sind, erfahren wir vieles über das Naturparkkonzept. Unterwegs finden wir zur Entspannung unzählige Ruheliegen und Bänke.


Beeindruckende Baumriesen mitten im Nationalpark


Viele Sinnesliegen laden dazu ein, den Geräuschen des Waldes zu lauschen.

Der Blick von der Hirschley auf den Rursee ist überwältigend schön. Blinde können an einem Landschaftsmodell die Gegend ertasten – das ist natürlich auch für sehende Kinder sehr interessant! Wir folgen dem Weg weiter und kommen leicht aufwärts wieder am Schwarzen Kreuz heraus. Hier gehen wir links zurück, biegen aber kurz vor dem Startpunkt links auf einen Pfad ein. Nun wird es über 1,6 Kilometer abenteuerlich und buchstäblich hinter jeder Kurve wartet eine Überraschung auf uns: Wir sind auf dem Wilden Weg. Überragend ist ein langer Balance-Parcours über Baumstämme und Stege, den man aber auch barrierefrei umgehen kann. Wir können Pilze vergleichen und lernen Käfer an ihren Fraßspuren erkennen. Wir bestaunen und befühlen Kunstwerke der Natur und spazieren durch einen riesigen hohlen Baum. Über einen mehr als 200 Meter langen Hochsteg durch naturbelassenen Wald verlassen wir den Weg und kommen nach links wieder zum Parkplatz. Als kürzere Variante können wir auch nur den Wilden Weg gehen. Danach wollen die Kinder jeden Tag wandern gehen!


Von der Hirschley hat man eine fantastische Sicht auf den Rursee.

5Geschichte begreifen im Nationalpark Eifel
DIE WÜSTUNG WOLLSEIFEN UND VOGELSANG



Tourencharakter Einfache Wanderung, aber aufgrund der geschichtlichen Dimension trotzdem keine leichte Kost! Altersempfehlung Ab 5 Jahren Ausgangs-/Endpunkt Parkplatz Walberhof an der B 266 oder kostenpflichtig (4 €) auf dem Gelände des Forum Vogelsang IP GPS-Daten 50.568130, 6.436217 Anfahrt Über die B 266 aus Einruhr bzw. Gemünd. Ab Kall mit Nationalpark-Shuttle SB 82 oder ab Simmerath mit der SB 63. Einkehr Auf dem Gelände des Vogelsang IP, Proviant mitnehmen. Karte Wanderkarten Nr. 4 oder 50 des Eifelvereins Information Nationalpark Eifel, Urftseestraße 34, 53937 Schleiden, Tel. 02444/951 00, www.nationalpark-eifel.de


Es gibt nur wenige Wanderstrecken, die teils unberührte Natur mit Zeugnissen der jüngeren deutschen Vergangenheit kombinieren. Der hier beschriebene Rundweg ist besonders für ältere Kinder höchst spannend. In dem stillen, verlassenen Wollseifen und auf dem gigantischen Gelände der ehemaligen NS-Ordensburg Vogelsang ist Geschichte förmlich greifbar! Nicht nur jüngere Kinder genießen den einfachen Weg mitten durch den Nationalpark Eifel.

Am Parkplatz biegen wir an der Rastbank links ein und folgen dann auf breitem Schotterweg nach rechts dem Radweg, vorbei an einem verlassenen Gebäude. In der Kurve verlassen wir den breiten Weg und folgen einem Pfad geradeaus bis zur Straße, die wir queren. Bald erscheint der Wegweiser »Eifelsteig«, dem wir nun etwa 1,6 Kilometer bis Wollseifen folgen. Der Weg führt über die karge Dreiborner Hochfläche mitten durch den Nationalpark auf breiten Wegen mit einigen Infotafeln. Rechts können wir gut den Bergfried der einstigen NS-Kaderschmiede Vogelsang sehen. Schilder mahnen, den markierten Weg nicht zu verlassen, denn das Gebiet gehörte bis Ende 2005 zum militärischen Sperrgebiet und war Teil des Truppenübungsplatzes. Besonders bei älteren Kindern kommen nun viele Fragen auf, erst recht, wenn die kleine Kapelle am ehemaligen Ortseingang passiert wird. Sie ist eines von vier historischen Gebäuden, die von dem Dorf Wollseifen noch übrig sind.


Jede Tafel wird gelesen. Die Kinder sind vom Schicksal der Dorfbewohner tief berührt.


Planwagen und Rangertour

Von April bis Oktober kann die Dreiborner Hochebene jeden ersten und dritten Sonntag mit einer Kutsche erkundet werden. Infos unter Tel. 0177/447 80 41. Wer möchte, kann sich am Wochenende auch einer kostenlosen Rangertour anschließen.


Das Gelände der ehemaligen NS-Ordensburg Vogelsang kann besichtigt werden.

Über die alte Dorfstraße nähern wir uns der Wüstung, es geht vorbei an Obstbäumen und Ginsterbüschen. Am alten Schulgebäude mit Ausstellung führt der Weg geradeaus weiter. Wir ignorieren den ersten Pfad nach rechts Richtung Vogelsang und folgen dem zweiten (gleichzeitig Eifelsteig) ebenfalls nach rechts. Doch bevor wir das Dorf verlassen, erkunden wir die Wüstung, gehen einmal durch die verlassene Straße und zur Kirche, dem zweiten erhaltenen Gebäude, das an das ehemals rege Dorfleben erinnert. Dann geht es wie beschrieben Richtung Vogelsang. Wir passieren das ehemalige Trafohäuschen und kommen an eine Kreuzung, hier biegen wir links ab. Nun geht es problemlos etwas bergauf.


Die NS-Ordensburg Vogelsang

In dem Gebäudekomplex wollte die NSDAP ihren Führungsnachwuchs ausbilden. 1939 kam es kriegsbedingt zu einem Baustopp. Die Bildungsstätte blieb unvollendet, zählt aber mit rund 100 Hektar bebauter Fläche zu den größten Baudenkmälern der NS-Zeit. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren hier zunächst britische Soldaten stationiert. Ab 1950 diente sie dem belgischen Militär als Truppenübungsplatz. Die Bundesrepublik Deutschland hat 2006 das Gelände zurückerhalten. Heute zählt Vogelsang zu einem der meistbesuchten Orte in der Eifel. Eine Ausstellung und Führungen informieren über die Geschichte der Anlage.

Oben angekommen fühlen wir uns ganz klein angesichts des monumentalen, bombastischen Baustils, der uns entgegenschlägt. Hier ging es darum, Macht und Herrschaft zu demonstrieren. Wir spazieren auf dem Gelände umher, ein ausgewiesener Pfad hilft uns dabei, die Orientierung nicht zu verlieren. Am Besucherzentrum vorbei verlassen wir schließlich das Gelände über die unglaublich breite Straße und wandern zunächst direkt an der Straße (praktisch ohne Verkehr), dann rechts daneben auf einem kleinen Pfad an alten Kasernengebäuden des Camp Schelde vorbei zum Parkplatz zurück.

6Architektonisches Meisterwerk in der Provinz
ZUR BRUDER-KLAUS-KAPELLE



Tourencharakter Einfache Wanderung, nicht nur für Architekturfans! Altersempfehlung Ab 5 Jahren Ausgangs-/Endpunkt Parkplatz Bruder-Klaus-Kapelle am Sportplatz GPS-Daten 50.599580, 6.735104 Anfahrt A 1 bis Münstereifel, dann Richtung Holzheim/Weiler a. B. (L 499), weiter nach Rißdorf und Lessenich, hier in der Ortsmitte rechts abbiegen Richtung Wachendorf. Hinweisschilder zum Parkplatz. Einkehr In Wachendorf im Bauershof, www.bauershof.com, Öffnungszeiten prüfen! Karte Wanderkarte Nr. 5 des Eifelvereins Information Nordeifel Tourismus GmbH, Bahnhofstraße 13, 53925 Kall, Tel. 02441/99 45 70, www.nordeifel-tourismus.de


Der Rundweg mit Besichtigung der Feldkapelle ist bei uns mindestens zweimal im Jahr ein Muss. Das architektonische Meisterwerk des Architekten Peter Zumthor zieht nämlich auch Kinder in seinen Bann. Ganz nach dem Motto: Doch, auch Kapellen können interessant sein …

Am Parkplatz ignorieren wir alle Hinweisschilder zur Kapelle und gehen zunächst durch den Ort bis zum Almweg, in den wir einbiegen. Hier führt zunächst eben, dann leicht ansteigend ein asphaltierter Weg aus dem Dorf hinaus. Erst einmal sind wir aber so richtig mittendrin im Eifler Dorfleben: Rechts eine offene Halle mit verschiedenen landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten, vor uns Wiesen und Weiden, und dann liegt da noch dieser spezielle Duft in der Luft … Leicht ansteigend führt der breite Weg durch lichten Wald. Wir ignorieren alle Abzweige, bis wir an eine Weggabelung kommen. Hier steht eine Bank, die wir für eine kurze Rast nutzen, denn Bänke sind auf der heutigen Tour Mangelware. Links ragt das Radioteleskop auf dem Stockert bei Eschweiler über den Bäumen hervor. Wir biegen aber rechts ab und bleiben auf dem breiten Weg, der nun leicht bergab geht. Vorbei an Streuobstwiesen lassen wir dem Weg folgend den Röttgerhof links liegen und biegen an der Gabelung nach dem Hof rechts ab. Kurz darauf halten wir uns an einer weiteren Gabelung rechts. Von einer Kapelle ist bislang weit und breit nichts zu sehen – und dann rückt sie plötzlich nach einer Anhöhe ins Sichtfeld.


Knorrige Bäume sorgen für Abwechslung.


Mitten im Feld steht das architektonische Highlight.

Bloß: Wer vorher noch keine Bilder gesehen hat, wird kaum ahnen, dass das Ziel fast erreicht ist. Denn die Bruder-Klaus-Kapelle ist wirklich einzigartig. Das fängt schon bei der Silhouette an: Keine Kirche in klein liegt vor uns, sondern ein fensterloser, zwölf Meter hoher Bau, der nach oben offen ist. Licht, Luft, Regen und Schnee können hier eindringen, auf dem Boden bildet sich dann eine kleine Pfütze. Gewidmet ist der Sakralbau dem heiligen Nikolaus von Flüe – genannt Bruder Klaus.

»Sieht hier drinnen aus wie eine Mischung aus Indianerzelt und Höhle«, flüstert unsere jüngste Tochter. Ich finde: Sie hat recht. Die verwendeten Materialen stammen alle aus der Region: 112 Fichtenstämme wurden wie zu einem Zelt aneinandergestellt und von außen mit Stampfbeton überzogen. Das war in der Eifel bis in die 1950er-Jahre ein üblicher Baustoff. Drei Wochen trocknete das Ganze mit einem Köhlerfeuer, dann wurden die Stämme entfernt. Weil im nahen Mechernich früher Blei abgebaut worden ist, wurde auf dem Boden eine Bleilegierung aufgetragen. Entstanden ist ein karger und zugleich magischer Andachtsraum, der zur Ruhe und Besinnung einlädt. Besonders an Wochenenden ist das allerdings schwieriger, denn die privat von einem Ehepaar aus dem Ort beauftragte Kapelle ist ein internationaler Besuchermagnet geworden.

Weithin sichtbar: das historische Radioteleskop auf dem Stockert

Nach der Kapelle kommen wir nochmals an einer Bank vorbei und laufen auf geradem Weg auf ein landwirtschaftliches Gebäude zu. Hier biegen wir links ab und sind nach etwa zehn Minuten am Parkplatz.

7Das Rundum-sorglos-Paket für die ganze Familie
DIE STEINBACHTALSPERRE



Tourencharakter Leichte Wanderung, die auch die Kleinsten mühelos schaffen. Im Sommer ideal mit Schwimmbad zu verbinden. Hier ist immer viel los! Altersempfehlung Ab 4 Jahren, durchgängig kinderwagentauglich Ausgangs-/Endpunkt Parkplatz an der Steinbachtalsperre, kostenpflichtig im Sommer (2 €), bei heißem Wetter spätestens ab Mittag sehr voll. Dann Ausweichparkfläche auf der gegenüberliegenden Straßenseite. GPS-Daten 50.586979, 6.828821 Anfahrt A 1 bis Wisskirchen, Richtung Satzvey, dann über Arloff und Kirchheim der Beschilderung zur Steinbachtalsperre folgen. Mit Beginn der Freibadsaison wird das Waldfreibad täglich mehrfach durch die Buslinie 870 der SVE angefahren. Ausrüstung Für die Wanderung keine. Für den Spielplatz unbedingt Wechselsachen mitnehmen sowie bei kühlerem Wetter Matschhose und Gummistiefel für die Jüngeren. Im Sommer reicht eine Badehose. Schwimmsachen für das Waldschwimmbad im Auto deponieren. Preise und Öffnungszeiten Spielplatz ganzjährig geöffnet, kein Eintritt. Das Waldfreibad öffnet Anfang Mai bis Anfang September, Mo. bis Fr. 11–20 Uhr, Sa. und So. 10–20 Uhr. In den Ferien tägl. 10–20 Uhr; Telefon (während der Saison): 02255/65 20. Eintritt: Erw. 6 €, Kinder 3 €, Familien 13,50 €. Einkehr Waldgaststätte Steinbach mit Brauerei und Biergarten; Kiosk am Spielplatz Information Nordeifel Tourismus GmbH, Bahnhofstraße 13, 53925 Kall, Tel. 02441/99 45 70, www.nordeifel-tourismus.de


Rund um die mitten im Wald gelegene Steinbachtalsperre wird es nie langweilig. Der Seeuferweg bietet schöne Aussichten aufs Wasser und ist steigungsfrei – Laufräder und Kinderwagen haben ein leichtes Spiel. Wem das nicht reicht, der kann sich auf dem Abenteuerspielplatz am Ende der Tour austoben oder ein paar Runden im Waldfreibad schwimmen.

Der größte Teil des Weges verläuft durch Schatten spendenden Wald.

Vom Parkplatz orientieren wir uns links Richtung Waldgasthaus Steinbach. Wir kommen zwischen der Steinbachtalsperre (rechts) und einem kleinen Nebensee direkt am Waldschwimmbad vorbei. Links führen einige Stufen am Waldgasthaus vorbei, oberhalb gut sichtbar verläuft unser Weg. Wir gehen nun im Uhrzeigersinn um den See herum. Ein bequemer Weg führt mehr oder weniger direkt am Ufer entlang. Wir teilen uns den Weg mit vielen Joggern und einigen Radfahrern. Abenteuerlustigere Wanderer erkunden parallel auf schmalen Pfaden mit ökologischem Lehrpfad das Gelände.


Der Abenteuerspielplatz

Nicht entgehen lassen dürft Ihr Euch den Abenteuer- und Matschspielplatz am Ende der Tour. Ein riesiger Sandspielplatz mit künstlichem Bachlauf, Staustufen, Baggern und Wasserspiralen wartet darauf, von Euch entdeckt zu werden. Kleine Kinder aber unbedingt im Auge behalten wegen des recht tiefen Wassergrabens auf dem Spielplatz.

Blick auf den Stausee

Bald schon kommen wir zur Dammkrone. Wunderschön glitzert das Wasser in der Sonne. Kein Wunder, dass das Gebiet rund um die Talsperre vielen Großstädtern als gut erreichbares Naherholungsziel dient. Am ganzen See ist aber nur Gucken, Träumen und maximal Angeln erlaubt. »Wildes Baden«, Bootfahren und Surfen sind verboten. Durch ein Stückchen Wald haben wir den See bald umrundet und lange vor den Erwachsenen haben die Kinder schon den Abenteuerspielplatz auf der linken Seite entdeckt. Weil die ganze Runde nur etwa eine Stunde dauert, haben wir bis auf eine Notration Äpfel und eine Flasche Wasser keinen Proviant dabei. Vom Spielplatz sind es aber nur noch wenige Meter die Straße geradeaus bis zum Parkplatz. Im Auto warten die Utensilien für den zweiten Teil des Ausflugs: Schwimmbad, Picknick, Spielplatz. Wer möchte, kann in den umliegenden Waldgebieten die Tour beliebig ausdehnen oder auf einem der zwei nahe liegenden Wanderparkplätze die Runde verlängern. Dort ist das Parken auch kostenlos.


Packt die Badehosen ein

Im Sommer solltet Ihr einen Besuch im Waldfreibad einplanen. Das künstlich angelegte Becken ist größer als ein Fußballfeld und das größte in der Eifel. Es gibt auch ein Nichtschwimmer- und Kleinkinderbecken, eine Rutsche, ein Wassertrampolin und einen Fünfmeter-Sprungturm. Sehenswert sind zudem die denkmalgeschützten Umkleiden aus der Vorkriegszeit!


Der kurze Weg lässt keine Langeweile aufkommen.

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Türler ve etiketler

Yaş sınırı:
0+
Litres'teki yayın tarihi:
09 kasım 2024
Hacim:
302 s. 305 illüstrasyon
ISBN:
9783734315558
Yayıncı:
Telif hakkı:
Bookwire
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