Kitabı oku: «Infinite»

Yazı tipi:

Sabrina Benzing

Infinite

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Die erste Begegnung

Torben White

Gefährliche Ermittlung

Unerwarteter Besuch

Wer bin ich wirklich?

Die Panthera

Das Training

Die Wahrheit

Treffen mit Baltazar

Missverständnisse

Vergangenheit

Erbe

Zufällige Begegnung

Unfreiwillige Kopfgeldjäger

Neue Panthera

Unendlich

Verrat und Trauer

Kontrahenten

Ein Kind

Gefühlschaos

Wahre Freundschaft

Impressum neobooks

Die erste Begegnung

Sanne war gerade dabei die Spülmaschine auszuräumen, als im Radio eines ihrer Lieblingslieder lief und sie lauthals mitsingen musste. Sie tanzte mit den Tellern, dem Besteck und den Gläsern quer durch die Küche, bis ihr Großvater in die Küche kam und sie vor Schreck den Teller fallen ließ. Ihr Opa reagierte prompt, machte eine kurze Handbewegung und der Teller erstarrte in der Luft. „Das ist echt fies, dass du mich immer so erschrecken musst“, gab Sanne mit einem Lächeln zu und nahm den Teller aus der Luft. „Ich hätte dich ja nicht erschreckt, wenn du nicht so laut mitgesungen hättest. Außerdem möchte ich zu bedenken geben, dass dies wohl nicht zu deinen vielfältigen Talenten gehört“, sagte er mit breitem schmunzeln im Gesicht. „Ja, ja, genauso wie ich vollkommen talentfrei im zaubern bin“, erwiderte Sanne eher zerknirscht. Ihr Opa sah sie mitfühlend an und versicherte ihr wieder einmal, dies würde für ihn keine Rolle spielen. Sie sei dennoch die beste Enkelin, die man sich wünschen konnte. Sanne ließ sich kurz von ihm drücken. Anschließend verschwand sie, die Treppe nach oben in ihr Zimmer, um sich an die Hausaufgaben zu machen. Sanne war 16 und es kam ihr vor, als sei sie die Einzige auf der ganzen Welt, die nicht zaubern konnte. Daran ließ sich aber leider nichts ändern. Sie schlug gerade das Buch über magische Geschichte zu, als ihr Opa ihr eine gute Nacht wünschte. Auch Sanne machte sich kurz darauf bettfertig. „Nur noch morgen, dann ist endlich Wochenende“, war ihr letzter Gedanke bevor sie einschlief. Aus irgendeinem Grund war der Unterricht freitags immer irgendwie entspannter. Obwohl Sanne in der Schule eher unbeliebt war und sich ständig die blöden Sprüche von Cats und Rinas Clique anhören musste, macht ihr dies freitags weniger aus. Gleich vor der Schule traf Sanne auf ihre beste Freundin Anna. Am Anfang hatte Sanne sie für eine blöde Kuh gehalten, aber ihr Urteil nach einigen Wochen, nachdem Sanne mit ihrem Opa in das kleine Dorf gezogen war, geändert. Hier in diesem Kaff kannte sich wirklich jeder. Was es nicht einfacher machte, wenn man in der Schule nur mit eingebildeten Ziegen zu tun hatte. Cathrin die alle nur Cat nannten und Kathrina alias Rina, waren sozusagen das Non-Plus-Ultra. Wer bei ihnen unbeliebt war konnte es vergessen. Sie waren die Töchter von dem Leiter der Schulbehörde und dem Leiter der Polizei und somit unglaublich wichtig. Zumindest empfanden sie es so wie auch viele Lehrer. Da Sanne und Anna beide nicht leiden konnten und dies auf Gegenseitigkeit beruhte war das Leben in der Schule immer wieder von dämlichen Kommentaren geprägt. Sanne hatte seit ihrem zweiten Schultag den Spitznamen Walross anheften, weil wie Anna zu sagen pflegte, sie nicht wie ein verhungertes Model aussah. Sanne war unglaublich froh Anna zu haben. Sie überlebten die zwei Stunden magische Geschichte sowie eine Stunde Englisch um anschließend zur Sporthalle für praktische Magie zu gehen. Ein Fach in dem alle Mädchen, als ein Lehrerwechsel stattfand, am Anfang aus dem Schwärmen nicht mehr heraus gekommen waren. Groß, braune Haare, haselnussbraune Augen und ein durchtrainierter Körper. Bei Matze konnte man die Muskeln selbst unter den langärmligen Pullis, die er immer trug, erkennen. Ihr Lehrer hatte kein Problem damit sich beim Vornamen ansprechen zu lassen. Insbesondere um Verwechslungen auszuschließen, da er der kleine Bruder des Schulleiters war. Doch nach anfänglicher Schwärmerei, in die zunächst auch Sanne und Anna eingestiegen waren, hatte Matze ihnen gezeigt, dass er nicht ohne Grund so trainiert aussah. Er legte vom ersten Tag an die Latte deutlich höher, erwartete mehr und ließ keine dummen Kommentare zu. Sanne und Anna hatten sich köstlich amüsiert, als Cat und Rina versucht hatten sich aufgrund ihrer Eltern und ihres guten Aussehens um die im Sport vorgeschriebenen fünf Runden warmlaufen drücken zu wollen. Matze hatte ihnen kurzerhand statt ihren Nasen einen Schweinerüssel ins Gesicht gezaubert. Die Beiden hatten erstmal ewig gequiekt, geflucht und ihn beschimpft. Bis sie endlich zugehört und verstanden hatten, dass sich ihre Nasen zurück verwandeln würden, sobald sie die Aufgabe erledigt hätten. Matze war einer der wenigen Lehrer, der sich von dem Einfluss der Eltern nicht einschüchtern ließ. Jede Missachtung seiner Anweisungen wurde bestraft. Es war hinsichtlich der dummen Kommentare gegen Sanne und Anna immer ein sehr angenehmer Unterricht, da Matze dies von Anfang an unterbunden hatte. Allerdings empfand Sanne den Sport Unterricht immer noch als gemeine Foltermethode. Lediglich die Kampftrainings machten ihr Spaß. Anna dagegen war super in Sport. Sie hatte eine unglaubliche Kondition und war eine der besten in den Kampfsportarten. In der Freizeit gab sie Sanne oft Nachhilfe, aber meistens musste eine von beiden irgendwann so über die andere lachen, dass das Training auf der Strecke blieb. Aber heute hatten sie ja praktische Magie. Hier war Anna ebenfalls mehr als durchschnittlich. Sanne dagegen brachte nicht einen einzigen Zauber zustande. Am Anfang hatte Anna das für reine Show gehalten, bis sie festgestellt hatte, dass Sanne definitiv nicht zaubern konnte. In der Welt gab es gerade mal eine Handvoll Menschen, die nicht zaubern konnten und Sanne zählte zu diesen. Sanne lernte trotzdem die entsprechenden Handbewegungen für Alltags-, Verteidigungs-, Angriffs- und aktuell Folterzauber. Ihre Übungspartner, sobald Matze alle für gut genug hielt, waren vor ihnen schwebende weiße Wolken. Diese veränderte jedoch die Farbe je besser der Zauber wirkte. Matze hatte vorgemacht, wie die Wolke ein tiefes Weinrot annehmen würde, wenn der Folterzauber perfekt ausgeführt wurde. Alles eine Sache des Trainings, außer bei Sanne. Sie waren in der letzten der drei Stunden angelangt, als Anna sich zu Sanne drehte und mit den Lippen, „bald ist Wochenende“, formte. Sanne nickte lediglich zustimmend, bis plötzlich hinter ihnen die Tür zur Halle aufschwang. Der Schulleiter trat gemeinsam mit vier weiteren Männern und einer Frau ein. Sie alle waren äußerst schick gekleidet. Weiterhin waren alle außer dem Schulleiter in lange Umhänge gehüllt. Sanne und Anna warfen sich sofort einen vielsagenden Blick zu. Einer der Männer war unverkennbar Cats Dad der Leiter der Schulbehörde, Roger Klint. Kleiner als der Schulleiter, der seinem jüngeren Bruder so ähnlich sah. Roger hatte blonde Haare und einen kleinen Bauch. Von den beiden Männern die hinter ihm eingetreten waren, war einer einen Kopf größer als Roger, schlank und hatte schon eine Glatze. Der andere Mann war fast gleich groß, aber wahnsinnig dünn und hatte graue schulterlange Haare. Als der letzte der Männer in die Halle getreten war hatte die halbe Klasse, selbstverständlich die Mädchen, schwer geseufzt. Anna war schnell zu Sanne getreten. Nachdem Anna den Namen des Herrn an Sanne weitergegeben hatte, hatten sich beide geweigert in diesen Seufz-Ton einzustimmen. Doch Sanne musste zugeben, dass dieser Mann mit den kurzen dunkelbraunen Haaren, dem markanten Gesicht und soweit man das unter dem Umhang sehen konnte, gut gebauten Körper ihr durchaus gefallen hätte. Aber ihr Blick fiel auf seine mitternachtsblauen Augen die, die Schülermenge eiskalt musterten. Als sich ihre Blicke trafen lief Sanne ein kalter Schauer über den Rücken. Jake Cooper war angeblich der Liebling des zweiten Beraters des Präsidenten. Torben White, der augenblicklich der Leiter der Überwachung von schwarzer Magie und Verteidigung war. Sannes Opa hatte bei seiner Ernennung spöttisch gelacht und gemeint, da hätten sie ja den Richtigen ausgewählt. Angeblich war Torben der Gründer der Panthera. Einer geheimen Organisation die zu früheren Zeiten für die damaligen Regierungschefs Auftragsmorde erledigten, aber ebenso selbst nach mehr Macht wie auch Kontrolle über die Regierungen strebten. Alles reine Legenden, aber ihr Opa glaubte daran ebenso Anna mit ihren Eltern. So gab es kaum etwas, was Anna nicht über diese Legenden wusste. Insbesondere die Tatsache, dass dieser kalt blickenden Typ Jake angeblich die Führung der Panthera von Torben übernommen hatte. Angeblich weil er noch besser, kühler, stärker und abgebrühter war wie Torben. Nachdem Sanne ihm live gegenüber stand konnte sie sich das tatsächlich gut vorstellen. Schließlich erklärte der Schuleiter, sie wären wegen einer Leistungsüberprüfung hier. Dies war durchaus üblich und schon öfter vorgekommen. Allerdings hatte Sanne immer Glück gehabt, denn bisher war sie nie bei praktischer Magie geprüft worden. Matze wies sie an nach alphabetischer Reihenfolge an der Wolke zu zeigen was sie bisher konnten. Die Frau die dabei war, groß, schlank, hellbraune Haare die zum Dutt gebunden waren, machte eifrig Notizen nachdem Matze jeweils den Namen der Schüler genannte hatte. Anna war super. Sie machte die Wolke richtig fertig. Matze nickte ihr nach ihrer Darbietung anerkennend zu. Sanne hätte am liebsten wie ein Groupie applaudiert. Sie war nach dem Alphabet die Letzte. Als Matze schließlich ihren Namen sagte wurde Sanne ziemlich schlecht. Jetzt musste sie diesen hohen Herren erklären, nicht zaubern zu können. Sie atmete tief durch, während Anna ihr aufmunternd zunickte. Sie begann zu erklären, die Herrschaften enttäuschen zu müssen, aber leider nicht zaubern zu können. Zunächst wurde dies von den Leuten einfach nur belächelt, da Roger meinte, sie solle es probieren. Also trat Sanne der Wolke gegenüber. Sie machte die entsprechenden Handbewegungen, die für die Ausführung der einzelnen Zauber notwendig waren. Es passierte jedoch nichts, überhaupt nichts. Dies schien alle außer den Schulleiter, Matze und eigenartigerweise Jake ziemlich zu überraschen. Roger begann sofort mit den Anderen wild zu tuscheln. Sanne konnte nur Worte wie: „unfassbar, nicht zaubern, unmöglich“ und „in dem Alter“, aufschnappen. Doch obwohl die noch vor sich hin tuschelten kam Jake ruhig auf Sanne zu. Er lief um sie herum. Gleichzeitig musterte er sie. Sanne gab sich Mühe diesem eisigen Blick standzuhalten. Doch dann trat er ein paar Schritte von ihr weg. Ehe Sanne erkennen konnte, dass er gerade dabei war einen Folterzauber auf sie abzufeuern lag sie schon sich krümmend vor Schmerz auf dem Hallenboden. Nachdem der Schmerz nachließ rappelte sie sich auf die Beine, um kurz darauf von dem nächsten getroffen zu werden. Irgendwo hörte sie Anna wütend mit Matze diskutieren und kaum das Sanne stand traf sie der dritte Zauber. Ihr liefen die Tränen über die Wangen vor lauter Schmerzen. Dennoch würde sie es diesem elendigen Kerl nicht gönnen vor Schmerz laut aufzuschreien. Diesmal stand sie, trotz nachlassen der Schmerzen, nicht auf. Sie sah Annas erschrockenes Gesicht vor sich. Diese half ihr auf die Füße. Jake hatte sich inzwischen zu dem Rest bewegt und sagte lediglich: „Reine Zeitverschwendung.“ Auf Rogers genauere Nachfrage sagte er lediglich, Sanne sei überall sonst besser aufgehoben, als in einem Fach wie praktische Magie. Roger verwies auf den allgemein gültigen Lehrplan und wandte sich zum Gehen. Anna stellte zufrieden fest, wie alle durch die Hallentür gingen. Sie fing an über dieses Ekel Jake zu schimpfen. Cat verkündete gerade, Sanne solle doch dankbar sein. Nun könne sie schließlich wahrheitsgemäß erzählen, schon mal von einem Mann flachgelegt worden zu sein. Die komplette Klasse brach in Gelächter aus. Außer Anna die legte gerade los. Sie erklärte extrem zickig, so ein mieser Kotzbrocken wie Jake würde ja auch sonst keine Frau abbekommen, ohne sie vorher zu foltern. Cat hingegen sollte sich nur, weil sie eifersüchtig war wieder einkriegen. Sie ergänzte, Sanne könne auf so einen absolut feigen Widerling, der sich allen Ernstes an einem Mädchen vergriff, welches sich nicht mal wehren konnte durchaus verzichten. Sanne konnte dem nur zustimmen. Anna drehte sich triumphierend um. Von Cat kamen keine Kommentare mehr. Nachdem sie sich umgedreht hatte erstarrte Anna im selben Augenblick. Sie hätten wohl warten sollen, bis alle Herren zur Tür draußen gewesen waren. Denn nun war es leider so, dass Matze gemeinsam mit Jake noch in der Tür stand und offenbar jedes Wort gehört hatte. Sanne trat an Annas Seite und erklärte, wenn auch ein wenig kleinlaut, man dürfe ja wohl noch die Wahrheit sagen. Danach gingen die beiden gemeinsam in die Umkleide. „So nix wie raus aus der Schule und ab ins Wochenende, steht 410 heute Abend noch?“, fragte Anna. „Ja klar“, erwiderte Sanne, „ich frag nachher gleich Opa ob er uns hinbringt.“ Zuhause angekommen wartete ihr Opa schon mit dem Essen auf sie. Er erkundigte sich wie es in der Schule war. Sanne meinte: „Wie immer.“ Sie ergänzte bei der Überprüfung nicht so gut abgeschnitten zu haben. Die Details mit Jake ließ sie sicherheitshalber weg. Anschließend erkundigte sie sich gleich, ob er bereit war Anna und sie am Abend in die Disko zu fahren. Er legte zuerst die Stirn kraus und machte auf streng, dies kannte Sanne längst. Immer wenn er das tat hieß das „ja.“ Also rief sie Anna an, die schon früher zum richten vorbei kommen wollte. Ihr Opa war mit seiner alten Freundin Leslie verabredet. Zu dieser wollte er nachdem er die Mädels abgesetzt hatte. Um kurz nach 23 Uhr waren die Mädels in der Disko angekommen. Hier war wie üblich richtig was los. Sie stürzten sich auf die Tanzfläche, denn das war eines ihrer gemeinsamen Hobbys. Die Stimmung war heute unfassbar gut. Nach einer Weile waren die Zwei ziemlich erschöpft und kämpften sich zur Bar durch. Der Barkeeper griff jedoch gerade nach dem Telefon, also warteten die Beiden geduldig. Er wandte sich ihnen zu, beide bestellten. Bevor sie ihm Geld geben konnten meinte er, die Getränke würden aufs Haus gehen. Dafür wolle der Chef des Clubs sie gerne im VIP-Bereich sehen. Er deutete auf eine Treppe die zu einer Art großen Balkon führte. „Okay, dann wollen wir mal sehen was der Chef so will“, gab Anna an. Auf dem VIP-Balkon angekommen, waren sie sich nicht mehr so sicher, ob das eine gute Idee gewesen war. Hier oben hingen überall irgendwelche Mädchen an den Jungs. Es wurde geflirtet was das Zeug hielt. Als ob das noch nicht genug gewesen wäre, waren auch noch die Clique um Cat und Rina einige davon. „Oje wenn die hier sind können die Beiden nicht weit sein“, sagte Anna gerade, um es kurz darauf zu bereuen. Ein paar Meter entfernt standen drei Männer. Einer mit dem Rücken zu ihnen. Genau an dem hingen die Beiden. Doch als sie Sanne und Anna entdeckten kamen sie auf sie zu um zu fragen was sie hier zu suchen hätten. Hier oben könnte man solche zwei wirklich nicht gebrauchen. Sie sollten zusehen, dass sie verschwinden. Sanne wollte Anna gerade zum Rückzug auffordern, da trat einer der drei Männer, ein großer, schwarzhaariger Mann mit unglaublich hellen himmelblauen Augen zu ihnen und griff nach Annas Hand. Zu Cat und Rina sagte er mit betont ruhiger Stimme, der Chef habe persönlich um die Anwesenheit der beiden Damen gebeten. Also führte er Sanne und Anna zum nächstgelegen Sofa. Dort setzte er sich neben Anna während er sie freundlich anlächelte. Sanne sah Anna an, dass dieser Typ so ziemlich die Form ihres Traummannes getroffen hatte. Anna hatte ihm ihre Hand noch immer nicht weggezogen. Allerdings, wenn sich Sanne hier so umsah, wimmelte es hier nur so von Traumtypen. Lauter durchtrainierte junge Männer mit jeder Haar und Augenfarbe war hier vertreten. Kein Wunder, dass sich die Mädels den Jungs an den Hals warfen. Die Männer hier konnten so wie die aussahen frei wählen. Ob Anna dies in ihrem Trance ähnlichen Zustand überhaupt wahrnahm? Sanne musste unwillkürlich grinsen, doch das Grinsen in ihrem Gesicht erstarrte, als sich der Chef langsam ihnen zuwandte. Cat und Rina fragten ihn gerade, was er denn mit einem jungfräulichen Walross, dass keine Ahnung von Männern hatte und einer dummen Pute die mit jedem schon im Bett gewesen sei, wolle. Dieser Spruch holte Anna aus ihrer Trance zurück. Sie hatte sich gerade wieder gefangen, als der Chef unter weiterem Protest von Cat und Rina, sich ihnen gegenüber setzte. Sie blickten in die eiskalten Augen von Jake. Was hätte Sanne jetzt für ein Foto von Anna und sich gegeben. Sie mussten schauen als würde ein Auto sie gerade überfahren. Jake erklärte mit ruhiger Stimme, aber eisigem Blick, sie würden beide ganz passabel tanzen. Er sei immer auf der Suche nach neuen Tänzern für seine Clubs. Hatte er gerade Clubs gesagt, also Mehrzahl? Anna sah Sanne an, wie so oft schienen die Beiden das Gleiche zu denken. Wie kommt dieser miese Kerl gleich zu Clubs? Doch sie schluckten beide und hörten weiter Jakes Ausführungen zu. Der schien sich nicht im Geringsten an sie zu erinnern. Dies ärgerte beide auf eine gewisse Art und Weise. Er hatte gerade was von guter Bezahlung gesagt weiterhin fuhr er fort. „Allerdings müsstet ihr dazu noch etwas vielfältiger werden, wie das was ich bisher gesehen habe.“ Anna sah ihn direkt an. Bissig fragte sie wie er das denn meine? Daraufhin erklärte er in der gleichen Tonlage wie bisher, es sei immer das Ziel, dass die Frauen im Club sich wünschten so tanzen zu können wie sie es vormachten und die Herren zum Sabbern bringen konnten. Zum Sabbern, wie bitte? Sie hatten sich da wohl gerade verhört, dachte Sanne. Doch Anna war schneller. Sie griff nach Sannes Hand, stand auf bevor sie verkündete, sie hätten es nicht nötig für einen sexistischen Widerling wie ihn zu arbeiten, dann stolzierte sie davon. Im Augenwinkel sahen sie, wie sich Cat und Rina sofort auf den Weg zu Jake machten. Doch er rief lediglich hinterher, Cat und Rina hatten demnach mit ihren Ausführungen zuvor Recht gehabt. Sanne blieb wie angewurzelt stehen. Sie sah Anna an. Die lächelte zurück. Sie zückte ihr Handy und sagte energisch: „Der weiß wohl nicht, dass man dich besser nicht rausfordert! Ich sorg für entsprechend laute Musik und du zeigst ihm, dass er keine Ahnung hat!“ „Alles klar“, gab Sanne zurück. Doch Jake wie auch die Anderen hatten ihre Aufmerksamkeit längst wieder den anderen Mädels gewidmet. Ergo starrten die nicht schlecht, als Anna plötzlich mit magischer Hilfe hier oben für andere Musik, wie im Club sorgte während Sanne mal eben auf das Balkongeländer für ihre Performance gehüpft war. Von wegen keine Ahnung was Männer wollen. Bisschen erotisch mit dem Hintern wackeln und bewegen war ja wohl gar kein Thema. Dies empfanden offenbar die Leute unterhalb wie auch die Herren auf dem Balkon so. Beim ersten Refrain hatte der DJ die Musik gewechselt. Also konnte Anna die Musik vom Handy ausmachen. Sanne war gerade dabei um einige der Jungs herumzutanzen. Diese ignorierten auf einmal alle die Kletten, die bisher an ihnen gehangen waren und hatten nur noch Augen für Sanne. Nachdem der letzte Ton verklungen war, warf Sanne ihre Haare in den Nacken, ging auf Anna zu und ohne sich noch einmal umzudrehen verließen die Beiden den Club. Draußen angekommen begannen beide sie zu freuen, sie johlten: „Denen haben wir es gezeigt“, „hast du die Blicke gesehen? Ich hätte Fotos machen sollen.“ Sie konnten sich vor Lachen fast nicht mehr auf den Beinen halten. Dann riefen sich die Zwei ein Taxi, welches sie bei Anna zu Hause raus warf. „Ich lauf von hier heim.“ „Okay aber ruf an, sobald du zu Hause bist.“ Sanne nickte, ehe sie sich auf den Weg machte. Es war nicht wirklich weit, aber knapp auf der Hälfte der Strecke musste Sanne durch den kleinen Park. Auf der linken Seite war eine große Hecke, aber der Park war die ganze Nacht beleuchtet, weswegen sich Sanne keine Sorgen machte. Dennoch zuckte sie kurz zusammen, als die Glühbirne der Laterne vor ihr lautstark den Geist aufgab. „Musst du mich so erschrecken“, fauchte sie die Glühbirne an. Nur um kurz darauf um die nächste Ecke zu biegen. Plötzlich stand sie in einer Gruppe von vier Männern. Sanne entschuldigte sich. Sie wollte weiter. Doch einer der Typen griff nach ihrer Handtasche, während die Anderen nach ihren Handgelenken griffen. Sie dachte nicht nach, sondern wandte die entsprechenden Kampftechniken an, die Matze ihnen beigebracht hatte. Nur leider mit wenig Erfolg. Nachdem sie den zwei Typen, die sie festhielten jeweils eine blutige Nase geschlagen und getreten hatte, spürte sie wie ein Angriffszauber sie von hinten traf. Dieser riss sie zu Boden. Die Männer zogen sie auf die Beine, hielten sie fest während ihr gleich noch einen Folterzauber verpasst wurde. Einer von ihnen musterte sie gleichzeitig kam er auf sie zu. „Da haben wir ja mal eine richtig süße erwischt“, sagte er. Noch einen Schritt näher bei ihr fügte er hinzu: „Wenn du schön brav bist und machst was wir dir sagen wird alles viel leichter.“ Sanne wurde schlecht. Während er ihr übers Gesicht streichelte, atmete sie tief durch und spuckte dem Dreckskerl ins Gesicht. Daraufhin holte er aus und schlug sie. Sanne hatte das Gefühl ihr Kopf würde explodieren. „Dir werde ich Manieren beibringen“, fauchte er, abermals schlug er zu. Er holte ein drittes Mal aus. „Lasst sie sofort los!“, hörte Sanne eine Stimme, die ihr irgendwie bekannt vorkam. Sie konnte diese aber nicht einordnen. „Halt dich da raus und verschwinde“, fauchte der Schläger zurück. Doch bevor er den Schlag zu Ende bringen konnte, brach er vor Sanne, stöhnend vor Schmerz, zusammen. Die Anderen, die sie eben noch festgehalten hatten, ließen sie unsanft fallen. Diese stürzten auf den Angreifer zu. Sanne konnte sich gerade noch so auf allen vieren halten. Einen Blick warf sie auf ihren Retter. Er war komplett in schwarz gekleidet, die Kapuze des Umhangs verbarg wirksam das Gesicht. Er kämpfte gerade gegen ihre vier Angreifer die alle samt, „tötet ihn“, durcheinander schrien während sie ihrem gegenüber Todesflüche entgegen schleuderten. Dennoch schien er mit dem Abwehren dieser nicht die geringste Mühe zu haben. Sanne wollte irgendwas tun doch sie konnte sich nicht mal aus ihrem Vierfüßler Stand erheben. Dann hörte sie zweimal ein ohrenbetäubendes Knacken, ein Aufstöhnen, dann anschließend nichts mehr. Sie drehte den Kopf zu dem Kampf, um festzustellen, dass die vier Männer regungslos und zwei von ihnen mit eigenartiger Kopfhaltung auf dem Boden lagen. Er hatte sie getötet. Jetzt hatte Sanne keine Angst mehr, jetzt hatte sie Panik. Doch als sie versuchte sich in ihrer Panik zu bewegen, gaben ihre Arme und Beine nach. Sie lag bäuchlings auf dem Asphalt, unfähig sich zu bewegen. Der Mann kam näher drehte sie um, hob sie hoch, dann lief er los. Sannes Kopf schien gerade zu platzen. Dennoch riskierte sie einen Blick unter diese Kapuze. Sie musste einfach wissen, wer sie da gerade gerettet hatte. Kaum hatte sie einen Blick auf sein Gesicht geworfen bereute sie es, Jake! Oder irrte sie sich vielleicht? Schließlich waren diese Kopfschmerzen fast unerträglich. Also schloss sie die Augen. Ihre Augen wieder öffnend lag sie in ihrem Bett. Der Kapuzen Mann stand vor ihr, griff in eine Innentasche und zog eine Tube heraus. Er schmierte sich etwas davon auf die Finger, um kurz darauf dieses auf Sannes Gesicht aufzutragen. Sanne wollte eigentlich zurück zucken oder sonst irgendwas tun, aber keiner ihrer Muskeln wollte ihr gehorchen. „Augen zu und zu lassen sonst brennt das wie Feuer!“, befahl er. Sie tat was er sagte. Dann hatte er vom Gefühl her auf dem kompletten Gesicht diese Creme sanft verteilt. Sie hatte das Gefühl, er würde sich von ihr ab, zur Tür wenden. Da sie nicht noch mal unter seine Kapuze gesehen hatte und sich immer noch nicht sicher war, ob sie vorher halluziniert hatte fragte sie, bei weitem nicht so selbst sicher wie sie es vorgehabt hatte: „Wer bist du?“ Sie spürte eine Hand an ihren Haaren. Dann ganz plötzlich weiche Lippen an ihrem Hals. Er küsste sie zärtlich am Hals, bevor er ihr ins Ohr flüsterte: „Du weißt längst wer ich bin.“ Das nächste was sie hörte war, wie die Tür ins Schloss fiel. Kaum war Jake gegangen klingelte Sannes Handy. Sie tastete danach. Anna war dran. Sie wollte wissen, warum sie sich nicht gemeldet hatte. Sofort begann Sanne zu erzählen. „Er hat dich geküsst? Jake Eisblick hat deinen Hals geküsst?“ Das war offenbar das Einzige was bei Anna hängen geblieben war. Doch nach kurzer Bestätigung fügte sie hinzu: „Er hat die getötet? Boah krass, aber hey er hat dich geküsst. So jetzt solltest du dich ausruhen, morgen Meeting bei mir!“ Sanne hatte schlecht geschlafen. Beim Blick am Morgen in den Spiegel war sie überrascht. In ihrem Gesicht war nur noch ein leichter dunkler Schatten zu sehen. Also hinterließ sie ihrem Opa eine Nachricht, dann lief sie zu Anna. Die wartete schon sehnsüchtig auf sie. Kaum angekommen gingen sie hoch in Annas Zimmer, um noch mal ausführlich über den vergangenen Abend zu sprechen. Über Jake wie auch Annas neuen Schwarm. „Kinder? Essen im Garten!“, rief Annas Mutter Mary. „Dad grillt draußen, hat aber die ganze Zeit ein Blick auf den Fernseher wegen den Nachrichten, nicht das er was Wichtiges verpasst“, scherzte Anna. Doch als sie gemütlich beim Essen zusammen saßen kam eine Meldung im Fernsehen bei der den beiden Mädchen das Essen schier im Hals stecken blieb. Hier wurden gerade die Eltern von vier ermordeten Männern interviewt die bestätigten, dass ihre Jungs immer ganz lieb gewesen waren. Sie wollten die Schuldigen für diese Tat zur Verantwortung ziehen. Sanne rutschte unruhig auf dem Stuhl hin und her. Es wurde ein Aufruf zur Meldung durchgegeben, wer etwas zu dem Sachverhalt mitteilen konnte. Anna fügte nach Ende des Berichts hinzu, es könne ja schließlich sein, dass sich jemand nur gegen diese Typen verteidigt hatte. Annas Vater Fred warf ein, es sei in der heutigen Zeit mit Magie nicht nötig jemanden zu töten. Sicherlich hätte es andere Wege gegeben. Die Mädchen räumten den Tisch ab. Anschließend verabschiedeten sie sich wieder in Annas Zimmer. „Irgendwie hab ich ein schlechtes Gewissen. Vielleicht sollte ich einfach erzählen, dass die mich angegriffen haben“, begann Sanne schließlich. „Du und ein schlechtes Gewissen? Du hast nichts gemacht. Du kannst nichts dafür! Und das die Eltern ihre Kinder als Unschuldsengel sehen wollen ist auch nicht dein Problem!“, widersprach Anna. Sie warfen sich aufs Sofa, bis Mary ziemlich blass in der Tür erschien. „Kinder kommt ihr mal bitte mit runter.“ Während sie die Treppe runter liefen erkannte Sanne die Stimme ihres Opas. Anna warf sie einen fragenden Blick zu. Die zuckte nur mit den Schultern. Unten angekommen war Sannes Opa nicht allein sondern in Begleitung zweier in dunkelblauen Anzügen gekleideten jungen Männern. „Sanne zum Glück, dir geht’s gut“, sagte Sannes Opa ehe er sie in die Arme schloss. „Ich hab mir solche Sorgen gemacht. Diese Herren hier sind von der Polizei. Sie sagen, dass sie eine Aussage von dir bräuchten wegen diesen Männern die im Park getötet wurden.“ Sanne nickte kurz. Ihr Opa legte ihr eine Hand auf die Schulter. Gemeinsam gingen sie mit den Beamten zu dem Auto. Im Präsidium angekommen wartete dort bereits ein etwas dicklicher Mann mit offenbar aufgemalten Haaren und Augenbrauen. Offenbar trug er auch Makeup. Sanne hätte fast los gekichert, aber ihr Opa warf ihr einen strengen Blick zu. „Aha das ist die Dame die mit den Morden zu tun hat“, sagte der angemalte Typ. „Moment“, fauchte ihr Opa dazwischen. „Sie ist hier um eine Aussage zu machen, weil sie angegriffen wurde nicht angegriffen hat.“ „Um dies zu klären benötigen wir ja die Aussage. Einer der Herren wird sie zur Cafeteria begleiten. Dort können sie in der Zwischenzeit warten. Sie werden sicher verstehen, dass sie bei diesem Gespräch nichts zu suchen haben“, fügte er mit extremer Freundlichkeit hinzu. Sannes Opa wollte gerade widersprechen, als Sanne ihm ins Wort fiel und meinte, schon klar zu kommen. Dann folgte sie Mr. Makeup in ein Zimmer . Dort setzte sie sich auf den Stuhl den er ihr zuwies. Hier drin standen wieder zwei von diesen Anzugtypen. Er setzte sich ihr gegenüber. Ruhig erklärte er, er hieße Walden Neck, er wolle einfach erfahren, was am vorigen Abend passiert war. Sanne erklärte ihm, dass sie nach der Disko von Anna nach Hause gelaufen war. Im Park wurde sie von ein paar Unbekannten angegriffen, dann kam ihr ein Mann zur Hilfe. Die Männer hätten versucht ihren Retter zu töten. Sie habe wohl das Bewusstsein verloren und den Mann aufgrund des Umhangs, auch nicht genauer gesehen, log sie. Sie sei erst wieder auf der Veranda zu Hause vom Klingeln ihres Handys aufgewacht. Herr Neck stellte ständig dämliche Zwischenfragen, wie: „Sie sind zu Fuß gelaufen“ oder „was hatten sie an“ oder „welche Schuhe trugen sie“ oder „sie haben eine Veranda.“ Nach all diesen Fragen konnte Sanne diesen vor sich hinlächelnden Typen nicht ernst nehmen. Sein Lächeln verschwand nachdem sie geendet hatte. Er sagte zu ihr es wäre besser für sie gewesen nicht zu lügen. Im nächsten Moment traf sie ein Folterfluch. Als der Schmerz nachließ und sie wieder behauptete die Wahrheit erzählt zu haben, gleich der Nächste. Herr Neck begann eine Verschwörungstheorie, dass sie sich für ein Geschäft mit diesen Männern getroffen habe. Allerdings wäre dies nicht nach ihren Vorstellungen gelaufen. Deshalb hätte sie ihre Partner informiert. Gemeinsam hätten sie die Männer dann getötet. Sanne stritt dies immer wieder vehement ab. Deshalb folgte ein Folterzauber nach dem anderen. Bis auf einmal die Tür aufflog. Sanne sah aus den Augenwinkeln, dass ein Mann den guten Herrn Neck gegen die nächste Wand beförderte. Rinas Dad Ernie reichte Sanne die Hand. Er half ihr zurück auf den Stuhl. Jetzt sah sie auch den zweiten Mann der Neck gegen die Wand befördert hatte, Jake! „Nun was ist hier eigentlich los? Walden ich höre“, fauchte Ernie. Der begann Sanne als böswillige Lügnerin zu bezeichnen. Daraufhin bat Ernie sie ihm den Sachverhalt noch einmal zu schildern. Da begann Neck zu protestieren, doch seine Stimme erstarb nachdem Jake ihn am Hals gepackt hatte und gegen die Wand drückte. Ernie sah sich kurz um, er sagte lediglich: „Na, na Jake immer mit der Ruhe! Walden wenn ich du wäre, wäre ich jetzt mal die nächsten paar Minuten still.“ Anschließend wandte er sich wieder Sanne zu. Sie begann wieder exakt dieselbe Geschichte zu erzählen, mit der kleinen Abhandlung zur Wahrheit, dass sie nicht wisse wer sie gerettet habe ebenso auf der Veranda und nicht in ihrem Bett gelandet war. „Mmh“, machte Ernie. Nachdenklich sah er Sanne an. Schließlich fragte er, ob sie sich sicher sei, den Mann nicht gekannt zu haben oder irgendetwas außer dunkler Kleidung gesehen zu haben. Irgendetwas, was vielleicht bei der Ermittlung der Person helfen könne. Dies verneinte Sanne. Abschließend wollte er noch wissen, ob sie nicht aus Versehen, vielleicht vor lauter Angst den einen oder anderen Todeszauber gewirkt hätte. So eine Handbewegung hätte man ja schnell mal gemacht. Sanne sah ihn ernst an, dann erklärte sie ihm, dass ihr das unter gar keinen Umständen hätte passieren können, da sie nicht zaubern könne. Als Neck daraufhin ein verächtliches Schnauben hören ließ, fügte sie hinzu, er könne dies gerne bei seiner Tochter, seiner Nichte oder seinem Bruder nachfragen. Ernie zögerte kurz bis er zu einem der Männer in blau sagte: „Peter rufen sie kurz Roger an und fragen bitte, ob dies der Wahrheit entspricht.“ Neck meckerte währenddessen vor sich hin. Nach kaum fünf Minuten trat Peter ein um lediglich zu nickte. „Nun somit dürfte der Sachverhalt ja geklärt sein. Neck sie sorgen für die weitere Ermittlung und informieren die Eltern. Es hat sich vermutlich um Notwehr gehandelt. Die Ermittlungen, sollte sich niemand freiwillig melden, werden eingestellt.“ Er stand auf, dann bedeutete er Sanne ihm auf den Flur zu folgen, wie der Rest in dem kleinen Raum ebenfalls. Neck ging widerwillig davon. „Wenn einer der Herren so freundlich wäre die Dame in die Cafeteria zu geleiten? Ich werde jetzt Feierabend machen, schönen Abend Sanne“, endete Ernie. Sie nickte freundlich zurück. Dann war es ausgerechnet Jake der ihr bedeutete ihm zu folgen. Sie bogen erst rechts, dann links ab, dann standen sie vor einem Fahrstuhl und stiegen ein. Keiner von beiden hatte bisher ein Wort gesagt. Nachdem sich der Fahrstuhl in Bewegung setzte sagte Jake betont kühl: „Wieso hast du mich nicht verraten?“ Sanne zuckte mit den Schultern, sie meinte, sie hätte keine Ahnung wovon er redete. Es ging sehr schnell, er machte eine Handbewegung die den Fahrstuhl anhielt, packte sie am Arm und drückte sie gegen die Fahrstuhlwand. Mit diesem eiskalten Blick sah er sie an: „Ich frage dich ein letztes Mal wieso hast du mich nicht verraten?“ Sanne begann zu zittern, sah ihn an und erklärte mit beinahe erstickender Stimme, dass sie es falsch fand jemanden zu verraten der einem das Leben gerettet hatte. Er sah sie noch kurz an, drehte sich weg, dann fuhr der Fahrstuhl weiter nach unten. Als die Tür aufging sagte er lediglich: „Zweite Tür links dann bist du da.“ Sie suchte ihren Opa. Sie fuhren mit einem Taxi nach Hause. Dort angekommen erzählte sie ihm ihre Jake-freie-Variante. Anschließend ging sie unter dem Vorwand todmüde zu sein hoch in ihr Zimmer. Kaum da angekommen musste sie jedes Detail an Anna weitergeben. Am Sonntag kam Leslie vorbei. Die drei unternahmen eine Wandertour. Sanne fiel abends total fertig ins Bett.

Torben White

Montagmorgen gestaltete sich die Schule erstaunlich ruhig. Sanne und Anna wussten, es war nie gut, wenn sich die Clique um Cat und Rina so ruhig verhielt. Wenn sie gewusst hätten was ihnen am Dienstagmorgen blühen würde, hätten sie die Ruhe mehr genossen. Montagabend hatte Rinas Dad in einer Presseerklärung mitgeteilt, es habe sich bei dem Angriff im Park um Notwehr gehandelt. Der Retter einer jungen Frau müsse keine Haftstrafe bei Stellung erwarten. Die Ermittlungen seien eingestellt. Anna wippte bereits ungeduldig mit den Füßen als Sanne in die Schule kam. „Sieh dir das an. Die hängen überall in den Schülertoiletten.“ Ein Foto von den Freundinnen mit der Überschrift: „Gehen wir mit Mördern zu Schule? 4 tote Männer im Park, ihretwegen.“ „Na super das wird ja ein schöner Tag“, fügte Sanne hinzu. Bis zur Mittagspause hatten die Lehrer die meisten der Fotos eingesammelt. Nach den zwei ätzenden Stunden Politik am Nachmittag, wollte Sanne mit Anna das Schulgebäude verlassen. Es herrschte vor der Schule jedoch ein unglaubliches Gedränge. „Das sind die beiden Anna und Sanne“, hörten sie irgendwoher Cats Stimme. Sofort wurden Fotos geschossen, dann Kameras wie auch Mikrofone in ihre Richtung gehalten. Zig Fragen durcheinander. Ob sie sich für den Mord nicht schämen würden? Wie sie es geschafft hatten 4 Männern in die Arme zu laufen? Was sie unter Notwehr verstanden? Sanne konnte Anna nur ansehen. Diese war genauso irritiert wie sie selbst. Doch plötzlich drangen andere Stimmen näher. „Mörder“, schrie ein Mann während er sich einen Weg durch die Reporter bahnte. „Wir werden unsere Kinder rächen“, rief eine Frau nicht weit von Anna entfernt. Sanne sah gerade noch wie sie den letzten Finger bewegte, damit schoss sie einen Todesfluch auf Anna ab. Es war zu spät. Sie würde Anna nicht mehr rechtzeitig schützen können, deshalb schrie sie ihren Namen. Kurz darauf wurde sie von einer schwarzen Gestalt zu Boden gerissen. Sie sah sich um. Anna war es, gerade noch rechtzeitig, nicht anders gegangen. Die Männer in schwarz zogen sie auf die Füße, schirmten sie ab, bis zur Tür eines Autos. Die Männer stiegen ein, dann fuhren sie los. Der Mann der Anna zu Boden geworfen hatte, um ihr das Leben zu retten nahm die Kapuze ab, er drehte sich zu beiden um. Anna wurde nervös, denn der Mann war der Typ aus dem Club, mit dem sie am Freitag noch heftig geflirtet hatte. Deshalb vergaß sie ihm zu antworten. „Uns geht’s beiden dank eurer Hilfe gut“, gab Sanne schließlich zurück, gleichzeitig stupste sie Anna in die Seite. „Ja danke, dass du mich gerettet hast.“ Er lächelte kurz, drehte den Kopf, da war ein weißes aufleuchten. Dieses unterschiedliche Leuchten, welches Sanne bei Dämonen, Vampiren wie auch Werwölfen sehen konnte, wenn diese einen bestimmten Winkel zu ihr hatten. In ihrer Klasse hatten sie zwei Dämonen, zwei Vampire und einen Werwolf. Ihr Lehrer Matze ebenso sein Bruder waren Werwölfe. Anfangs hatte Sanne es gar nicht zuordnen können, aber inzwischen konnte sie anhand dieses kurzen Aufleuchtens erkennen was ihr gegenüber war. Sie hatte als sie kleiner war immer gedacht, dies könne jeder sehen, aber offenbar war sie die Einzige. Da sich Annas Retter mit dem Fahrer in einer anderen Sprache verständigte, nickte sie Anna viel sagend zu. Die formte nur das Wort „dämonisch.“ Dann fuhren sie in die Einfahrt zum Präsidium. Sanne rollte mit den Augen. Schließlich war sie erst hier gewesen. Die Männer öffneten die Türen und ließen sie aussteigen. Doch kaum waren sie losgelaufen flankierten sie noch 4 weitere Männer in schwarz. Sie führten die Beiden durch die Gänge des Gebäudes. Sanne hatte nach Annas Hand gegriffen. Sie liefen auf ein paar Stimmen zu, die offenbar miteinander stritten. „Wie dämlich seid ihr eigentlich“, fauchte die Stimme die Sanne nicht kannte. „Dachtet ihr wir hätten nicht genug zu tun?“ „Doch so war das nicht“, sagte die zweite Stimme sehr kleinlaut. „Es war doch wohl eher ein kleiner Streich“, versuchte die dritte Stimme zu besänftigen. „Ein kleiner Streich?“, schrie die erste Stimme. „Habt ihr eine Ahnung was eure dämlichen Töchter damit angerichtet haben? Wie konntet ihr derartig dumm sein und solche Informationen an irgendjemanden weitergeben! Wir können hier kein Aufsehen gebrauchen, ihr dämlichen Trottel.“ Seine Stimme war immer bedrohlicher geworden. „Naja es dürfte doch für Jake und seine Jungs kein Problem sein“, doch weiter kam die zweite Stimme nicht, denn die Erste fauchte unglaublich wütend dazwischen: „Ja glaubst du denn ich habe für Jake und die Jungs nichts Besseres zu tun, nichts Wichtigeres? Die haben weitaus andere Dinge zu tun, wie euren verdammten Mist gerade zu rücken!“ „Aber es sind doch nur zwei 16 jährige Mädchen dies dürfte doch für“, begann die dritte Stimme, wurde aber wieder von der Ersten unterbrochen: „Es geht nicht darum wie alt die Beiden sind es geht darum, dass es egal wie Zeit kostet und ich mich gerade ernsthaft frage warum ich euch am Leben lassen“, doch weiter kam er nicht, denn die ruhige Stimme von Jake unterbrach ihn: „Diese Diskussion solltet ihr vielleicht später fortsetzen.“ Sie bogen um die Ecke und Sanne konnte gerade noch sehen, wie einer der Männer sein Jackett gerade zog und sich kurz durch die blonden Haare fuhr. Nachdem sie näher getreten waren erkannte Sanne Ernie, Roger, Jake. Als dieser vierte Mann, die erste Stimme, sie mit diesem Wahlkampf Lächeln ansah, erkannte Sanne ihn. Es war niemand anderes als Torben White. Er reichte erst Anna die Hand um sich vorzustellen. Ihre sonst so selbstbewusste Freundin hatte vor diesem Kerl hier in diesem Korridor, wo sie wahrscheinlich niemand hören würde, Angst. Sie sagte nur zögerlich: „Anna.“ Er reichte Sanne die Hand, zog sie aber sehr schnell wieder zurück. Sie war offenbar statisch aufgeladen und hatte gefunkt. Torben räusperte sich, dnan begann er eine lange Entschuldigungslitanei. Einer seiner Mitarbeiter habe sich bei der Presse wichtigmachen wollen. So wären diverse Gerüchte sowie Informationen weitergegeben worden. Der entsprechende Mitarbeiter würde aber zur Rechenschaft gezogen werden. Aus irgendeinem Grund schien Annas Unsicherheit der Startschuss für Sanne zu sein. Sie sah Torben an um dann zu fragen was es nützen würde, wenn er die entsprechende Person finden würde? Der Rest der Welt würde trotzdem annehmen, dass Anna und sie Mörder waren. Weiterhin hätten diese verrückten Leute Anna eben um ein Haar getötet. Deshalb wollte sie wissen wie er sich das in Zukunft vorstellen würde. „Selbstverständlich werde ich ab sofort für euch beide einen entsprechenden Personenschutz veranlassen, der euch nicht mehr aus den Augen lässt! Und eine Erklärung mit Klarstellung der Umstände abgeben lassen, sobald der Mitarbeiter gefunden wurde“, gab Torben mit einem kecken Lächeln zurück. „Ihr müsst euch da wirklich keine Sorgen machen.“ „Ach ja?“, begann Sanne genau so ruppig wie eben. Sie würde sich doch von diesem Knilch nicht einschüchtern lassen. „Und wie lange genau soll dieser Personenschutz bestehen?“ „Nun zumindest solange bis ihr in eurer Ausbildung soweit gefestigt seid, um euch unter jeden Umständen selbstständig gegen eventuelle Angriffe wehren zu können. Die Aufklärung der Öffentlichkeit wird sicher nicht alle Menschen davon abhalten, aber dafür habt ihr bis zum eben genannten Zeitpunkt den Personenschutz“, bestätigte Torben. „Super, dies würde bedeuten, dass ich mein Leben lang ständig einen ihrer Bodyguards bei mir hätte und nie mein eigenes Leben führen könnte?“, sagte Sanne patzig. Torben lächelte verständnisvoll. „Nein selbstverständlich nicht, nur bis ihr in der Lage seid euch selbst zu verteidigen, wie ich eben schon sagte.“ „Das ist ja ganz toll, denn dieser Zeitpunkt wird bei mir nie kommen“, sie legte eine kurze Pause ein ehe sie fort fuhr, „ich kann nicht zaubern! Wenn sie mir nicht glauben, die beiden Väter meiner Mitschülerinnen, die da hinter ihnen stehen, können dies bestätigen.“ Sollte Torben dies überrascht haben so ließ er es sich nicht anmerken. Er lächelte einfach weiter. „Ich bin sicher wir werden eine Lösung finden.“ Aus irgendeinem Grund, vielleicht einfach, weil ihr Opa sie seit sie denken konnte vor diesem Mann gewarnt hatte, griff sie nach Annas Hand sah Torben ins Gesicht, dann erwiderte sie: „Vielen Dank, aber wir werden selbst eine Lösung finden. Lieber sterbe ich jetzt als in 10 Jahren, wenn ich mich theoretisch selbst wehren können sollte.“ Sie zog Anna mit sich. Gemeinsam verließen sie den Korridor. Sie zückte ihr Handy. Nachdem sie annahm außer Hörweite zu sei rief sie ihren Opa an. Dieser fragte sofort, wo sie waren. Weiterhin erklärte er, Annas Eltern bei sich zu haben. Sie sollten sich auf gar keinen Fall auf einen von Torbens Vorschlägen einlassen. Sanne gab an, sie würden über der Eingangshalle warten und hätten Torbens Angebot gerade dankend abgelehnt. In der Eingangshalle waren jede Menge Reporter. „Du warst da gerade echt super! Ich bin stolz auf dich“, sagte Anna. Sanne lächelte ihr zu, da sagte hinter ihnen Torbens Stimme: „Ah dachte ich mir doch, dass die Damen nicht weit kommen würden. Der Personenschutz den ich ihnen anbiete“, doch weiter kam er nicht. Sein Lächeln entgleiste. Hass und Angst traten in sein Gesicht. Die 6 Männer in schwarz postierten sich näher bei ihm. Jake hingegen trat schräg vor ihn. Hinter Sanne und Anna waren gerade ihre Eltern wie auch ihr Opa aufgetaucht. Alle traten langsam näher. „August“, fauchte Torben. „Torben, Jake“, gab ihr Opa milde zurück. „August“, sagte Jake sehr viel entspannter wie Torben. „Was willst du hier?“ „Ich suche meine Enkelin“, sagte August sanft. Torben war nicht in der Lage etwas zu sagen. Er schien immer noch mit seinen Gesichtszügen zu kämpfen. „Ich würde es begrüßen dich schnell wieder los zu werden, also mach ich dir einen Vorschlag. Meine Männer werden dir helfen deine Enkelin zu finden und euch dann unverzüglich aus diesem Gebäude geleiten“, sprach Jake ruhig weiter. „Mmh, das wäre wirklich hilfreich. Habe ich dein Wort darauf, dass deine Männer uns hier raus eskortieren?“, fragte August. „Ja!“, antwortete Jake kühl. „Gut“, sagte August, „dann können wir ja los.“ „Wo genau soll deine Enkelin sein?“, fragte Jake. „Oh da hast du mich wohl falsch verstanden. Suchen müssen wir sie nicht mehr.“ Jetzt blinzelte Jake offenbar überrascht. „Wie meinst du das?“ „Nun sie steht doch bereits vor mir“, sagte er, ehe er Sanne eine Hand auf die Schulter legte. Darüber schien Jake offensichtlich überrascht fing sich jedoch sofort wieder. „Sei kein Narr“, begann Torben der seine Stimme wieder gefunden hatte. „Du kannst unmöglich die beiden Mädchen beschützen. Denken sie doch an die Sicherheit ihrer Tochter. Ich habe beiden Personenschutz zugesichert, damit könnten die Kinder weiterhin ein geregeltes normales Leben führen.“ „Pah“, sagte August, „du vergisst, dass ich deine Personenschützer kenne. Nein danke, darauf können wir getrost verzichten.“ „Hören sie doch nicht auf den alten Narren“, begann Torben nun mit Annas Eltern zu sprechen. Doch die sahen sich an. Mary erklärte, vollstes Vertrauen in August zu haben. „Nun Jake, wenn du so nett wärst dein Wort zu halten?“, fragte August. Torben warf Jake einen wütenden Blick zu. Jake schien dies zu ignorieren, er nickte in ihre Richtung und sein kalter Blick traf Sannes noch mal. Die Männer brachten sie zu Augusts Auto. Dort angekommen reichte der süße Typ mit den himmelblauen Augen Anna nochmal kurz die Hand, lächelte und schloss die Autotür. Anna ballte die Hand zur Faust. August wollte sofort die Details vor ihrer Ankunft. Bei der Ankunft in der Einfahrt von Annas Zuhause wimmelte es davor nur so von Reportern. Außerdem waren da wütend schreienden Menschen. Sie schienen die Grundstücksgrenze nicht überschreiten zu können. Nachdem Sanne ausstieg verstand sie warum. Leslie hatte das Haus schon abgesichert. „Los nix wie rein, damit wir aus diesem Regen rauskommen“, erklärte sie. Drinnen angekommen brachten sie Leslie auf den aktuellen Stand. Die ließ es sich nicht nehmen Sanne für ihre Schlagfertigkeit zu loben. Anschließend reichte Mary jedem erstmal einen Tee. So saßen sie eine Weile still beieinander. Bis schließlich Fred die Stille durchbrach: „Okay wie geht’s weiter?“ „Nun ich werde mich gleich morgen früh um eine Anhörung und Wiederaufnahme der Ermittlungen kümmern. Wenn es in einem Verfahren erwiesen wurde, dass jemand die Männer nicht vorsätzlich getötet hat wird dies die Gemüter beruhigen. Auch die der Eltern. Ich denke es ist die Ungewissheit, die Eltern wahnsinnig macht und die Angst, dass der Schuldige gar nicht richtig gesucht wurde.“ Dem konnte der Rest nur zustimmen. „Ihr könnt ruhig rauf gehen und euch ausruhen. Wir werden solange hier blieben bis alles geklärt ist“, fügte August an Sanne und Anna gewandt hinzu. „Von wegen“, begann Sanne. Dafür erntete sie fragende Blicke. „Opa du kennst Torben und Jake nicht aus dem Fernsehen. Dafür, dass du sie angeblich mal hier und da getroffen hast wirkte Torben sehr angespannt bei deinem Anblick. Also Klartext was ist hier los?“ August atmete tief durch, dann begann er zu erzählen. Er habe ursprünglich als Polizist angefangen, aber sich sehr schnell nach oben gearbeitet, da er irgendwie ein Händchen dafür hatte Panthera zu fangen. Er übernahm schließlich den Job den Torben heute hatte. Er legte besonderen Wert auf die Jagd von Pantheran. Torben arbeitete damals auch schon für die Regierung. Allerdings als ein Sekretär irgendwo in der Schulbehörde. August hatte Torben schon immer im Verdacht gehabt, hatte aber nie genügend Beweise gefunden oder die Zeugen die er hatte starben vor ihrer Aussage oder konnten sich plötzlich an nichts mehr erinnern. Torben übernahm die Leitung der Polizeibehörde nachdem August die Leiter Position gegen schwarze Magie übernommen hatte. Er hatte August immer wieder als verrückt oder gar besessen von der Tatsache, dass es Panthera in der Regierung geben würde, dargestellt. Der alte Präsident hatte ihn immer unterstützt. Doch beim Nachfolger, war es vorbei. Torben hatte schon immer ein Talent dafür Leute zu umgarnen und ihnen seine Ideen als ihre eigenen zu verkaufen. Er erreichte, dass immer mehr Panthera offiziell eine Job erhielten. Sie unterwanderten sie, aber keiner wollte es sehen oder ihm glauben. Nur eine Handvoll Leute standen hinter ihm. Einschließlich seiner Assistentin Leslie. An dieser Stelle lächelte sie ihn freundlich an. „Nach und nach viel es natürlich auch anderen auf, dass Mitarbeiter die gegen Torbens Vorschläge waren auf eigenartige Weise verschwanden. Aber da war ich schon von meinem ursprünglichen Amt entbunden und zur Pantherajagd in anderen Orten versetzt worden. Ich hab nachdem wir wieder hier her gezogen sind die Arbeit niedergelegt. Mit Torben an der Stelle des Leiters der Überwachung von schwarzer Magie und Verteidigung und Ernie an der untergeordneten Stelle hätte dies ja wenig Sinn“, endete August schließlich mit der Erzählung. „Okay und was hast du mit dem Satz, du wüsstest ja wie seine Personenschützer arbeiten, gemeint?“, fragte Sanne weiter. Wieder atmete August tief durch: „Nun wie gesagt als Leiter der Polizeibehörde war Torben auch für den Personenschutz zuständig. Der Personenschutz hat immer so lange gut funktioniert solange die Personenschützer, die zum Großteil aus Pantheran bestand, eine Gegenleistung von der zu schützenden Person erhielten. Die meisten Männer die unter Personenschutz gestanden hatten starben innerhalb der ersten Woche oder verschwanden auf mysteriöse Weise. Selbstverständlich immer ohne Verschulden des Personenschützers. Hier war Torben nie um eine Ausrede verlegen. Bei den Frauen kam es darauf an, wie gut sie dem entsprechenden Beschützer gefiel und was sie sich von diesem so gefallen ließ. Ich denke ihr versteht was ich meine. Wenn sie genug von den Frauen hatten verschwanden auch die. Sie hatten hierbei immer eine bestimmte Taktik. Panthera machen das ziemlich gerissen. Sie sorgen grundsätzlich dafür, dass sich die Frauen in sie verlieben. Sie Mitleid mit ihnen haben oder vermitteln der Frau das Gefühl, dass sie zwar Panthera seien, aber es nie geplant hätten oder da einfach so hineingeraten waren. Leider nun nicht mehr aussteigen könnten, aber im Grunde ganz nett wären. Gut bei manchen mag es stimmen, dass sie dort jung rein geraten sind, aber jetzt wären sie in der Lage selbst eine Entscheidung zu treffen, ob sie zu Mördern werden oder nicht. Also Mädchen lasst euch auf gar keinen Fall jemals mit einem Panthera ein! Egal was sie euch für Gefühle vorlügen! Panthera lernen von Beginn an keine Gefühle zu haben. Gefühle machen angreif- oder auch verletzbar. Ebenso lernen sie Schmerzen zu ertragen. Von ihren magischen oder auch körperlichen Fähigkeiten brauche ich denke ich nicht anfangen. So aber nun genug für heute ihr solltet euch wirklich ausruhen.“ Sanne und Anna wünschten allen eine gute Nacht und verschwanden in Annas Schlafzimmer. Sanne hatte sich das Gästebett neben Annas aufgebaut. Die nicht wirklich gut aussah. „Alles okay bei dir?“, fragte Sanne vorsichtig während sie sich die Bettdecke hochzog. Anna reicht ihr kommentarlos einen Zettel. Sanne lächelte schelmisch. „Das ist dann wohl die Handynummer von deinem Mr. Perfekt!“ „Ja wahrscheinlich“, schnaubte Anna traurig. „Hallo? Was ist los? Los ruf an!!!“, sagte Sanne, hatte die Bettdecke wieder weg geworfen, war zu Anna aufs Bett gehüpft und saß im Schneidersitz vor ihr. „Aber dein Opa hat gerade doch erzählt“, sie hörte einfach auf bevor sie traurig auf ihr Handy sah. „Erstens wissen wir gar nicht, ob er ein Panthera ist! Zweitens hat mein Opa auch nicht immer Recht und drittens, wenn die tatsächlich so furchtbar wären, warum hat dir Mr. Perfekt und Jake mir das Leben gerettet? Wenn denen alles so wurscht wäre, wäre es ihnen auch wurscht gewesen, ob wir noch leben oder nicht. Also los ruf an. Ich will lauschen.“ Anna strahlte Sanne an während sie wählte. Die beiden Mädels hoben das Handy zwischen sich. Eine männliche Stimme ging ran. Prompt war Anna wieder sie selbst. „Selber hey“, hatte Anna geantwortet. Als der Mann fragte wer denn dran sei, begann Anna mit gespielter Empörung zu fragen wie vielen Mädchen er denn seine Handynummer zustecken würde, wenn er anschließend nicht wisse wer dran sei. Daraufhin musste ihr gegenüber lachen. Er erklärte, dass sie sich wundern würde, wie viele Mädchen plötzlich irgendwie an seine Nummer gekommen wären. Darüber musste Anna lachen, weil sie sich das wiederum nur zu gut vorstellen konnte. Dann merkte sie an, ob er gerade auf einer Party sei, weil es im Hintergrund so laut war. Er meinte er sei mit seinen Kollegen noch was trinken. Er würde ja fragen, ob sie auch komme, aber sie sei ja vermutlich in Fort Nox eingesperrt. Er schob nach, dass es mit dem angebotenen Personenschutz nicht nötig gewesen wäre sich abends Zuhause alleine aufzuhalten. Da fand Anna plötzlich, er könne vielleicht doch so wie von August beschrieben sein. Ihr Ton wurde distanzierter. Sie sagte lediglich, sie hätte morgen sowieso Schule, deshalb wäre sie garantiert nirgends mehr hingegangen. Weiter fragte sie wer ihm denn sagen würde, sie sei allein. Daraufhin herrschte kurze Stille. Er meinte schließlich sie würde ihn ja kaum anrufen, wenn ihr Freund daneben säße, dann folgte eine Pause. Offenbar hoffte er Anna würde hierauf eingehen, was sie aber nicht tat. Also fuhr er fort in dem er sagte, er hätte das mit dem Personenschutz besser gefunden. An dieser Stelle schnaubte Anna genervt, deshalb lenkte er ein. Sie würde alles grad vollkommen falsch verstehen. Im Hintergrund hörte man jemanden rufen er solle endlich wieder kommen. Dies kommentierte er lediglich mit: „Ja gleich.“ Wieder an Anna gewandte sagte er: „Ich hätte das mit dem Personenschutz besser gefunden, weil ich dies nur zu gern übernommen hätte um in deiner Nähe sein zu können!“ Anna wurde kurz feuerrot legte aber nach in dem sie sagte, dass ihm der Personenschutz bestimmt nicht gefallen hätte, wenn sie mit Männern ausgegangen wäre. Daraufhin meinte er kühl, dies hätte er durchaus zu verhindern gewusst. Die Spannung zwischen den Beiden war selbst durch das Telefon hörbar. Doch im Hintergrund wurde gerufen er solle sich jetzt loseisen. Er wollte sich gerade verabschieden mit dem Wunsch morgen wieder was von Anna zu hören, da fiel Anna ihm ins Wort: „Wie heißt du eigentlich?“ Er lachte ehe er antwortete: „Oh sorry, hatte ich ganz vergessen. Seth! Bis morgen.“ Anna und Sanne quatschen noch die halbe Nacht über das Gespräch wie auch das bisher passierte. Am morgen packten sie ihre Schulsachen zusammen bevor sie zum Frühstück liefen. Dort angekommen erklärten Leslie und Mary ihnen, dass August bereits weg war um alles schnellstmöglich zu klären. Bis zur Klärung durften sie allerdings das Haus nicht verlassen, auch nicht zur Schule. Sanne und Anna nahmen dies so hin. Also machten sie es sich vor dem Fernseher bequem, da es draußen in Strömen regnete. Es war kurz nach 10 als Anna eine Whats App von Seth erhielt, in der er wissen wollte wie die Schule so war. Sie erklärte erstmal eingesperrt zu sein. Daraufhin ging es noch ein paar Mal hin und her bis Anna das Handy mit den Worten, „jetzt kann er mich mal“, weit weg legte. Es schwieg. Am Abend war August noch immer nicht zurück. Er habe jedoch angerufen. Er habe so viele alte Kollegen getroffen. Jjeder wolle nun noch einen Kaffee mit ihm trinken. Die Mädchen lagen schon im Bett, da steckte er kurz den Kopf zur Tür rein um eine gute Nacht zu wünschen. Am Donnerstagmorgen hatten die beiden Mädchen lange geschlafen. Anna hatte einen traurigen Blick auf ihr Handy geworfen, dann hatte Sanne ihr in die Seite geboxt. Ruhig erklärt sie, dass der sich auch wieder einkriegen würde. Beide waren lachend zum Frühstück gegangen. Leider regnete es immer noch. Der Tag verging wie der vorherige irgendwie schleppend. Am Abend fragten sie August wie lange sie noch drinnen bleiben bzw. nicht zur Schule oder shoppen oder in die Disko gehen konnten. Dies sei eine Geduldsache, erklärte er. Er hätte bereits Druck gemacht, aber Torben würde gegen ihn arbeiten. Deshalb könne sich dies durchaus 3-4 Wochen hinziehen. Anna war die Kinnlade runtergeklappt während Sanne das Wasser über den Tisch gespuckt hatte. „3-4 Wochen?“, hatten beide gefragt. „Ach ihr könnt doch online shoppen“, hatte Mary sie trösten wollen. Außerdem gingen sie doch nicht so gern zur Schule hatte Fred eingeworfen. Danach waren die Mädchen bis zur Treppe gegangen um zu lauschen. Es war Leslie die Verständnis aufbrachte. Sie wies auf die Tatsache hin, dass sie ja ihre Freunde nicht treffen konnten. Daraufhin hatte Fred erklärt, die Beiden seien doch eher miteinander statt mit anderen Mädchen befreundet. Außerdem könnten diese ja her kommen. Die Tatsache, die beiden Mädchen könnten vielleicht einen richtigen Freund haben, lösten in Fred wie auch August wütendes Kopfschütteln aus. Es folgte „die Mädchen seien noch viel zu jung dafür“, Gerede. Danach waren die Mädchen die Treppe rauf geschlichen, hatten durch gezappt und waren irgendwann eingeschlafen. „Ich komm mir vor wie in täglich grüßt das Murmeltier“, hatte Anna zur Begrüßung am morgen gesagt. Daraufhin hatten die Mädchen erstmal einen Lachflash von einer halbe Stunde. Aber anschließend fühlte es sich genauso an. Am Abend hatte August erklärt, wie Torben erwirkt hatte, dass die für Montag angesetzte Anhörung auf Mittwoch verschoben worden war. Die Mädchen lagen um halb Elf noch immer wach im Bett. Plötzlich sahen sich beide an. „Denkst du was ich denke?“, fragte Sanne. „Nix wie raus hier“, hatte Anna zugestimmt. Sie klauten die beiden dunkelblauen Umhänge von Annas Mam, kletterten am Wintergarten runter, durch den Garten der Nachbarn und liefen los zur Disko. „Zum Glück regnet es nicht mehr so stark“, hatte Anna noch gesagt. „Meinst du in der Disko erkennt uns irgendwer?“ „Ach was da sind so viele Leute. Außerdem glaub ich nicht, dass es dort eine Socke interessiert“, gab Anna zurück. In der Disko angekommen waren alle Bedenken über Bord geworfen. Sie stürzten sich in die Menge. Die beiden Mädchen waren sich einig, dass dies die richtige Entscheidung gewesen war. Bis ein Typ plötzlich meinte Anna an den Hintern fassen zu müssen, dann versuchte er sie zu küssen. Sie klatschte ihm eine. Anschließend war sie sofort bei Sanne. Die beiden Mädchen traten die Flucht vor dem Typen an. „Ohoh“, macht Anna. „Was ist?“, fragte Sanne. Doch die Frage erledigte sich gerade. Der Typ war nicht allein, sondern mit sieben Kumpels hier. Diese hatten sich in einiger Entfernung um sie aufgebaut. Sanne überlegte gerade fieberhaft eine gute Fluchtvariante, da trat Seth durch die Menge zu Anna. Etwa zeitgleich mit diesem anderen Typen und seinen Kumpels. Er griff nach Annas Hand, doch Seth war schneller. Er blockte den Typen ab. „Ey halt dich da raus, wenn du weißt was gut für dich ist! Die Kleine gehört mir!“ Seth zog die Augenbrauen hoch ehe er sehr ruhig erwiderte: „Ich glaub die Kleine ist alt genug um selbst zu entscheiden mit wem sie mit möchte. Also würde ich vorschlagen du gehst in die eine und ich in die andere Richtung und sie wählt selbst.“ „Von wegen die Kleine kommt mit mir!“, herrschte der Typ Seth an. „Und wie du siehst hab ich da ein paar ganz klare Vorteile und Argumente. Wir sind zu acht, du bist alleine.“ Sanne griff nach Anna, die kurz davor war zu zeigen, dass sie auch hier war. Doch Seth sah die Jungs ruhig an: „Mmh.“ Das Lied endete gerade, da pfiff Seth. „Die Herren da oben sind übrigens meine Kumpels.“ Oben auf dem Balkon waren alle Mädels in den Hintergrund gerückt, doch die Jungs hatten sich am Geländer drohend aufgestellt. „Bis die hier sind haben wir dir längst die Fresse poliert und die Kleine mitgenommen“, höhnte der Typ. Seth atmete kurz durch sah den Typ direkt an ehe er erwiderte: „Du hast keine Ahnung mit wem du dich hier anlegst. Also tu dir und deinen Freunden den Gefallen und lasst sie ihn Ruhe.“ Die Jungs brachen ich Gelächter aus, bis Seth sich schräg vor Anna stellte. Er krempelte sein T-Shirt über den Oberarm. Ihr Lachen erstarb augenblicklich als Seth ihnen seinen Oberarm zeigte. Dann krempelte Seth das Shirt wieder runter. „Los Jungs soll er die miese, kleine, dumme, Drecks Schlampe behalten“, fauchte der Typ während er sich umdrehte. Seth schnaufte kurz. „Was soll’s!“ Er tippte dem Typ auf die Schulter, dann brachte er ihn mit einem Schlag zu Boden. Sanne hatte Anna aus dem Geschehen gerissen. So sahen die Beiden wie die Jungs mal eben vom Balkongeländer sprangen, elegant landeten um sich mit ins Getümmel zu stürzen. Die Security kam dazu. Seth sagte sehr ruhig: „Die acht hier möchten gerne gehen.“ Die Security lachte, dann fingen diese an die auf dem Boden liegenden Jungs einzusammeln. Seth nahm Anna in den Arm. Gemeinsam liefen sie in Richtung Treppe. Ein anderer Mann mit braunem Pferdeschwanz legte Sanne einen Arm um die Schulter, stellte sich kurz als Kai vor während er hinter den beiden her schlenderte. „Sag mal Seth“, begann Kai, „war der Typ nach deiner Einschüchterung nicht eigentlich schon am Gehen?“ „Doch, aber du weißt doch, es gibt einfach Menschen die nicht wissen, wann sie besser die Klappe halten sollten“, antworte Seth mit keckem Lächeln. Dies wurde prompt von den sieben Jungs die mit ihnen die Treppe hochstiegen erwidert. „Seth die Mädels haben bestimmt Durst. Los mach dich nützlich“, fügte Kai oben hinzu nachdem sich Sanne und Anna gesetzt hatten. Seth wandte sich um. Kai erklärte: „Das sind übrigens, Theo, Romen, Twice, Oliver, Lando und Luke, aber von den beiden hält man sich besser fern die sind bissel, äh wie sagt man“, überlegte Kai. „Arschlöcher“, ergänzte Twice. Seth kam zurück, dann reichte er beiden ein Wasser. „Ist das jetzt die, in die du dich verguckt hast?“, fragte Twice ohne umschweife. Anna und Sanne mussten gleichzeitig lachen als Seth Twice einen wütenden Blick zuwarf. „Dann bist du also Anna“, sagte Twice was Anna bestätigte. „Ja ja, unser Seth hätte am liebsten schon allen Jungs, die für seinen Geschmack zu nah bei dir getanzt haben gern eins aufs Maul gehauen, gell?“, sagte Kai und schlug bei Twice ein. „Jungs? Könnt ihr euch vielleicht mal zusammen reißen geht das?“, drohte Seth. Anschließend wandte er sich den Mädchen zu um zu fragen, ob Sannes Opa vorm Eingang stehen und alle filzen würde. „Ja klar“, gab Sanne todernst zurück. Die Jungs starrten sie alle total entgeistert an. Bis schließlich Anna loslachte. Der Rest stimmte mit ein. „So und jetzt ernsthaft“, fragte Seth. „Die Wärter wissen nicht, dass wir weg sind. So erregen wir am wenigsten Aufmerksamkeit“, erklärte Anna. „Ziemlich clevere Mädchen“, lobte Kai. Doch Seth sah Anna streng an. „Verdammt Anna da wollen euch ein paar Leute umbringen.“ Sie lächelte entschuldigend, fügte jedoch hinzu spätestens jetzt in Sicherheit zu sein. Selbst vor Leuten die zu dicht bei ihr tanzten. Kai und Twice lachten los. Doch Seth blieb unglaublich ernst, griff nach Annas Gesicht bevor er sagte: „Es gibt schlimmere Typen wie den gerade! Wer sagt dir denn, dass ich nicht viel schlimmer bin als der? Wer sagt dir, dass ich für dich nicht um ein vielfaches gefährlicher bin als der?“ „Seth“, redete Kai nun ebenfalls sehr ernst dazwischen. Doch Seth ließ sich nicht beirren. „Was wenn es für dich unglaublich riskant ist überhaupt in meiner Nähe zu sein geschweige denn“, doch weiter kam er nicht. Twice der gerade noch mit besorgtem Blick auf Seth mit Anna geschaut hatte, hatte ihn unterbrochen. „Seth wir haben ein Problem!“ Er nickte in Richtung Tanzfläche. Seth war auf den Beinen. „Verdammt, bleibt bei ihnen“, sagte er um dann Richtung Treppe zur gehen. Dort traf er auf Jake. Twice hatte sich zu ihnen gesetzt. „So immer nett lächeln“, erklärte Kai, während er lachte. Sanne lächelte, dann fragte sie zwischen den Zähnen was los war. Kai erklärte, Jake würde es nicht so toll finden, wenn sie seine Gäste aus welchen Gründen auch immer vermöbelten. Die Securtiy waren aber immer ziemliche Petzen. Es käme nun ganz auf Seth an. Der hätte ein gewisses Talent Jake wieder zu beruhigen. Sannes Blick traf kurz den von Jake. Wieder lief ihr dieser Schauer über den ganzen Körper. Sie konnte nichts dagegen tun. „Hoppla“, sagte Anna. Erst jetzt schien sie aus ihrer Verwirrtheit über Seths Aussagen wieder aufzutauchen. Danach waren die beiden Männer so nah an sie herangetreten, dass sie eigentlich jedes Wort hätten verstehen müssen, wenn sie nicht wieder auf dämonisch gesprochen hätten. Jake warf ihnen noch einen kurzen Blick zu, dann ließ er sich auf eines der Sofas sinken. Selbstverständlich warfen sich ihm gleich wieder zig Mädels an den Hals. „Und“, fragte Sanne, „bekommt ihr jetzt Ärger?“ „Tja, dank unseres Meisters hier“, begann Kai lachend, „verlangt der Chef nur, dass ihr später nicht allein nach Hause geht und wir unser Fett erst morgen wegkriegen, echt super Leistung!“ „Muss ich dich jetzt auch Meister nennen?“, witzelte Anna. Doch Seth sah sie wieder ernst an. „Ich hab das vorher ernst gemeint!“ Jetzt reicht es, dachte Sanne griff nach Annas Hand, zog sie mit sich. „Was wird das denn?“, fragt Seth daraufhin. Sanne blieb stehen wandte sich um ehe sie sagte: „Aufm Sofa rum sitzen können wir auch zu Hause! Wir sind hier zum Tanzen und Spaß haben.“ Nur zu Anna fügte sie hinzu: „Nutzen wir doch mal aus, wie eifersüchtig der Herr ist.“ Anna lächelte und meinte: „Du bist manchmal echt fies weißt du das?“ „Manchmal?“ Beim nächsten Lied waren Anna und Sanne nicht mehr zu halten. Einschließlich der Jungs. Zu Sannes Zufriedenheit dauerte es ganz genau einen Refrain, dann war Seth an Annas Seite zum tanzen. Kai und Twice mischten ebenfalls mit. Die Jungs mussten sich definitiv nicht verstecken. Nach einer ewigen Zeit brauchte Sanne Pause. Kurz zog sie Anna an sich heran. „Ich verschwind mal kurz“, sagte sie ihr ins Ohr, die nickte. Sanne flüchtete auf die Toilette atmete tief durch, lächelte ihr Spiegelbild an, dann ging wieder raus auf den Flur. Dort zuckte sie zusammen. Jake stand um die Ecke an der Wand gelehnt. „Findest du es klug dich hier allein rum zu treiben?“ Sanne zog eine Augenbraue hoch, schüttelte lediglich den Kopf bevor sie an ihm vorbei wollte. Doch in der nächsten Sekunde hatte er ihre Hände gepackt und sie gegen die Wand gedrückt. „Ich hab dich was gefragt?“ „Und ich wüsste nicht was dich das angeht!“, antwortete Sanne trotzig. Ein Lächeln umspielte seine Lippen. „Du weißt dich wirklich nicht zu benehmen was?“ Sanne sah ihn einfach nur an, sie könnte in diesen Augen versinken, wenn er nur nicht immer so eisig gucken würde. Dann legte er seinen Kopf neben ihren. Wieder küsste er ihren Hals. Doch diesmal war Sanne für nichts dankbar. „Hey hör sofort auf damit sonst“, drohte sie. „Sonst was?“, fragte er hämisch. Darum ging’s ihm also. Darum, dass sie nichts dagegen tun konnte. Er küsste sie noch einmal, löste sich anschließend von ihr, dann verließ er den Flur. Sanne machte auf dem Absatz kehrt, zurück zur Toilette und Whats Appte Anna. Die stand kurz darauf über Männer fluchend bei ihr. „Los gehen wir heim!“, entschied Anna. Sanne stimmte zu. Doch wieder zurück fragte sie Anna, ob sie sich nicht von Seth verabschieden wolle. Dies verneinte sie energisch. Sie machten sich auf den Heimweg. Sanne erzählte von ihrer Begegnung mit Jake. Anna erklärte, dass Seth sie zur Seite genommen hatte, sie hatten rum gemacht. Er hatte aber plötzlich aufgehört. Stattdessen hatte er wieder angefangen ihr zu erklären, dass dies nicht gut für sie war und es gefährlich war. Daraufhin hatte Anna die Nerven verloren, auf ihr Handy geschaut, Sannes Nachricht gelesen und den Rest kenne sie ja. Wieder zu Hause im Bett liegend zuckte Anna beim Klingeln ihres Handys zusammen. „Ja“, sagte sie, dann: „Zuhause.“ Als nächstes: „Uns vollkommen wurscht was diese Pfeife von Jake will! Wir sind nicht sein Eigentum. Wir können tun und lassen was wir wollen!“ Seth schien irgendwas zu sagen was Anna feuerrot werden ließ vor Wut. „Na bitte, wenn du dann mal weißt was du willst sag bescheid!“, fauchte sie. Anschließend warf sie das Handy gegen die Wand. „Männer“, fauchte sie noch. „Anna?“, fragte Sanne vorsichtig doch nachdem sie nur ein wütendes, „Was“ zu hören bekam sagte sie nichts mehr. Am Morgen entschuldigte sich Anna, aber Seths Verhalten würde sie wahnsinnig machen. In der einen Minute schien Seth sie echt gern zu haben, aber in der nächsten erklärte er nicht gut für sie zu sein oder sie vielleicht nicht gut genug für ihn. Sanne konnte es gut nachvollziehen. „Hey es ist schon nach elf.“ „Cool, dann ist der Tag ja gar nicht mehr so lange.“ Von unter rief allerdings Mary nach Anna. Die Zwei sprinteten die Treppen runter. „Telefon für dich“, sagte sie zu Anna. „Wer ruft mich denn außer dir an?“, sagte sie lächelnd zu Sanne. Mary zog eine Augenbraue hoch. „Der Herr ruft schon das vierte Mal an, aber ihr habt vorher noch geschlafen. Jetzt hat er darauf bestanden, dass es wirklich wichtig wäre.“ Sie gab ihr den Hörer. Dann lächelte Anna, warf einen Blick hinter ihrer Mutter her, bevor sie anfing: „Du hast mich gestern so wütend gemacht, dass ich mein Handy gegen die Wand geschmissen habe. Sorry. Aber wir leben noch, uns geht’s gut!“ Stille. „Ja ich werde es nachher gleich richten okay bis dann.“ „Seth?“, fragte Sanne. Zur Antwort nickte Anna. Nachdem Anna ihr Handy gerichtet hatte, waren darauf 15 Anrufe in Abwesenheit wie auch 5 Whats App Nachrichten und 3 Sms. „Der mag dich wirklich sehr“, hatte Sanne daraufhin erklärt.

Gefährliche Ermittlung

Die Tage bis Mittwoch schienen sich unlängst zu ziehen. Seth und Anna schrieben gelegentlich. Er fragte wie´s ihr so ging oder was sie machte. Doch seine Antworten waren alle mehr oder weniger vage oder belanglos. Endlich war Mittwoch. Torben, Ernie, ein Richter und jede Menge Reporter waren anwesend. August kannte den Richter. Er erklärte den kompletten Sachverhalt. Anschließend machten die Mädchen ihre Aussage. Nach Annas Aussage erklärte August nochmals ausdrücklich, dass sie ja wie aus ihrer Aussage ersichtlich, eigentlich gar keine Aussage machen konnte. Er bemängelte das die Ermittlungen so schnell beendet worden waren. Schließlich endete er damit, der Retter seiner Enkelin müsse durchaus auffindbar sein. Dem stimmte der Richter wütend zu. Ernie gab zu bedenken, es könne ewig dauern bis die Ermittlungen, wenn überhaupt zu einem Ergebnis führen würden. Torben versuchte noch mal über den Richter den Mädchen einen besseren Schutz zur Verfügung stellen zu dürfen. Doch als Fred und August dies dankend ablehnten stimmte der Richter ihnen zu. August fragte diesbezüglich an, ob er nicht selbst einige Ermittlungen durchführen dürfte, selbstverständlich nur um die Behörde zu entlasten. Der Richter hielt dies für eine gute Idee, da August vom alten Schlag war. Somit kannte er vielleicht den einen oder anderen Trick, von dem sich die Jüngeren noch was abschauen konnten. Der Richter legte zur Zusammentragung der Ergebnisse den nächsten Montag fest. Die nächsten Tage vergingen, wie Sanne und Anna fanden, einfach nicht. Sie waren ständig fit gleichzeitig wussten sie nichts mehr mit sich anzufangen. August hingegen hatte die letzten Tage lange wie auch viel gearbeitet. Er wollte unbedingt Sannes Retter finden. Es war Freitag kurz nach 23 Uhr als Mary kreidebleich die Mädchen bat sich was anzuziehen. Sie müssten los ohne Fragen zu stellen. Doch unten angekommen trafen sie auf Leslie, die total verweint aussah. Sanne fragte: „Wo ist Opa?“ „Los kommt wir klären es unterwegs“, sagte Fred. Sie stiegen ins Auto und fuhren los, gefolgt von einigen Reportern. Sanne schluckte beim Fahren auf den Parkplatz des Stadtkrankenhauses. Drinnen angekommen erklärte Leslie am Empfang, sie sei die Frau mit Tochter und den Enkelinnen für August Win. Die Empfangsdame lächelte mitleidig, dann bat sie noch um einen Augenblick Geduld. Der Chefarzt persönlich würde gleich da sein. Tatsächlich kam keine fünf Minuten später ein sehr betreten drein schauender Mann mit Namenschild Gordon Wilm Chefarzt. Er führte sie in ein Krankenzimmer in dem August lag. An zig Schläuchen wie auch magischen Apparaten angeschlossen. Ebenso war dort eine magische Projektion seiner Werte an die Wand hinter seinem Bett. Sie fühlten sich alle wie in einem schlechten Film. Der Arzt begann zu erklären, dass er in der Tiefgarage des Präsidiums angegriffen worden war. Deshalb sei sein Zustand sehr schlecht. Sie hätten jedoch getan was sie konnten, leider müssten sie davon ausgehen, dass er nicht mehr aufwachen würde. Er fragte Fred noch ob er denn Jake sei? Nachdem der ihn fragend ansah berichtete der Arzt, wie August immer wieder diesen Namen wiederholt hatte während er eingeliefert worden war. Er sprach ihnen noch mal seine Anteilnahme aus, dann ließ er sie allein. Sanne hatte die eine und Leslie die andere Hand genommen. Sie wussten nicht wie lange sie hier still gesessen, geweint und auf ihn eingeredete hatte. Doch dann war es Sanne die aufstand. Plötzlich war ihre Traurigkeit einem anderen Gefühl gewichen, Wut. Leslie sah sie an: „Wir wissen nicht warum er diesen Namen gesagt hat.“ „Nein wissen wir nicht, aber hat einer von euch eine bessere Erklärung?“ Alle schüttelten betreten die Köpfe. Doch ehe Sanne etwas sagen konnte ging die Tür auf. Torben White trat mit zwei Männern die Sanne nicht kannte in den Raum. Mit mitleidigem Blick auf August begann Torben schließlich zu erklären, sie würden selbstverständlich alles tun, um die Täter zu fangen wie auch zu bestrafen. Es täte ihm ausgesprochen Leid was passiert war. Sie alle hatten sein aufrichtiges Beileid. Sollten sie etwas benötigen, könnten sie es einfach sagen. Sanne glaubte ihm kein Wort. Anna schien es nicht anders zu gehen, aber die Erwachsenen bedankten sich. Dann fuhr Torben fort, er meinte, es sei nun schwer die Mädchen zu beschützen. Auch würde sich das Verfahren nun unnötig in die Länge ziehen. Er hielt es in dieser Ausnahmesituation für das Beste die Mädchen seinen zuverlässigen Personenschützer zu überlassen. Er würde sich sofort darum kümmern. „Ja das wäre wohl das Beste“, hatte Leslie erwidert. Torben nickte, um sich dann abzuwenden. „Nein“, fauchte Sanne. Er drehte sich irritiert um. „Wie bitte?“ „Nein, mein Opa war gegen ihre Personenschützer und er wäre jetzt immer noch dagegen. Wir werden es schon schaffen. Er wird es schon schaffen. Ich weiß er würde nicht wollen, dass wir auf ihre falschen Worte reinfallen!“ „Ich verstehe, dass du durcheinander und traurig bist“, begann Torben. „Aber es ist wirklich das Beste für euch. Auch August würde in dieser Situation finden“, doch weiter kam er nicht. Leslie hatte sich wieder gefangen, trat zu Sanne bevor sie erwiderte: „Sie hat Recht wir verzichten auf ihre Hilfe!“ Er sah zu Annas Eltern, die tauschten noch einen Blick ehe sie Leslie zustimmten. Torben schnaubte verächtlich, wünschte ihnen viel Glück, dann verließ er gemeinsam mit seinen Begleitern den Raum. „Ob das jetzt so clever von uns war?“, sagte Mary. „Ja war’s Mum! Erinnere dich was das für Beschützer sind!“, sagte Anna. Doch Sanne warf Leslie einen Blick zu, den diese richtig interpretierte. Sie fragte Fred und Mary, ob sie Kaffee besorgen könnten. Die machten sich auf den Weg. „Anna und ich müssen jetzt los Leslie. Ich verspreche wir sind vorsichtig aber ich“, weiter kam Sanne nicht den Leslie sagte: „Ich weiß, na los raus mit euch. Passt auf euch auf.“ Anna musste nicht fragen sie wusste genau wo Sanne hinwollte. Also schlichen sie durch einen Hinterausgang aus dem Krankenhaus. Wenige Minuten später waren sie in der Disko. Zum Glück lag beides etwas außerhalb, dafür nah beieinander. Dort angekommen betraten sie zielstrebig den Balkon. Sanne sah sich kurz um. Prompt entdeckte sie Jake, etwas abseits an der Wand lehnend, mit zwei Mädchen im Arm. Seth war aufgestanden. Er kam auf sie zu. „Ich kümmere mich um den“, sagte Anna. Sanne war mit wenigen Schritten bei Jake die Mädchen waren irritiert zur Seite gewichen. Oh gut, dachte Sanne, dann ging es ganz schnell. Sie hatte ausgeholt und Jake mit aller Kraft eine Ohrfeige verpasst. Die Mädchen waren davon gestürzt. Die Männer hier oben waren alle aufgesprungen, ebenso kampfbereit. Jake hielt noch einen Moment den Kopf schief bis er ihn zu Sanne zurückdrehte. Er sah sie eiskalt an. Sanne funkelte ihn wütend an. Doch beim Versuch ihm, wie in der Schule gelernt, durch einen Schlag die Nase zu brechen, war er schneller. Er hatte ihre Hände auf dem Rücken verschränkt, drücke sie mit dem Gesicht gegen die Wand, dann legte er seinen Kopf neben ihren. Seine Lippen waren Millimeter von ihrem Hals entfernt. Unfassbar bedrohlich fragte er: „Was soll das?“ Sanne war nicht in der Lage zu antworten. Ihr liefen die Tränen über die Wangen. Sie dachte an ihren Opa, daran das er nicht mehr aufwachen würde, egal was hier geschah und alles war ihre Schuld. Jake senkte seine Lippen auf ihren Hals. „Ich hab ich was gefragt?“ Sie wollte sich irgendwie wehren. Dennoch konnte sie keinen Muskel bewegen. Wieder küsste er sie. Da hörte Sanne Seth Stimme. „Jake“, er begann wieder dämonisch zu sprechen. Jake lockerte plötzlich seinen Griff um ihre Hände. Plötzlich drehte er den Kopf in Seths Richtung. „Was?“, blaffte er und ließ sie los. Sie fuhr sich übers Gesicht um die Tränen wegzuwischen. Erst dann drehte sie das Gesicht in die Richtung von Seth und Anna. Die sah so fertig aus, wie Sanne sich fühlte. Jake griff nach Sannes Ellbogen um sie mit sich zu ziehen. „Du passt auf sie auf“, fauchte er Seth zu. Bei „sie“ deutete er auf Anna. Jake zog Sanne mit sich in einen Flur. Als Sanne sich losriss beförderte er sich unsanft gegen die nächste Wand. „Tu uns beiden einen Gefallen und mach die nächsten Minuten einfach mal das was ich dir sage! Mit diesem rum Gezappel vergeudest du nur Zeit und erreichst doch nichts! Verstanden?“ Sanne nickte, dann lief er weiter. Kurz vor einer Tür schnippte Jake, trug plötzlich eine Lederjacke, aus der er einen Schlüssel nahm. Die Tür führte auf den Hinterhof. Jake ging auf einen schwarzen Audi R8 zu. Er öffnete für Sanne die Tür, dann stieg er selbst ein. Er fuhr vom Hof. „In welchem Krankenhaus liegt dein Opa?“, fragte er ohne sie anzusehen. Doch Sanne liefen die Tränen über die Wangen. Sie antwortete nicht. Sie würde ihm doch nicht dabei helfen es zu Ende zu bringen. Er hielt an und sah sie eiskalt an. „Ich dachte eigentlich du hättest mich gerade verstanden?“ Er wirkte so bedrohlich, dass Sanne sich nicht bewegte, obwohl er die Hand ausstreckte und ihr erstaunlich sanft die Tränen vom Gesicht wischte. Er fügte hinzu: „Ich kann jetzt jedes Krankenhaus anrufen und nach ihm fragen oder?“ „Im Stadtkrankenhaus“, sagte Sanne schließlich im Flüsterton. Jake beschleunigte das Auto, er fuhr viel zu schnell. Beim Krankenhaus fuhr er zum Hintereingang. Sie stiegen aus dem Auto. Sanne folgte Jake durch die Flure bis sie schließlich vor einem Büro standen. Jake sagte: „Ich will von dir kein Wort hören!“ Er wartete die Antwort nicht ab, sondern betrat das Büro in dem der Arzt von ihrem Opa saß. Der schrak zusammen. „Jake“, brachte er bibbernd hervor, „was verschafft mir die Ehre deines Besuches?“ „August Win“, meinte Jake betont kühl. Der Blick des Arztes streifte Sanne nur kurz bevor er ansetzte: „Das ist doch dieser Regierungsmensch wegen dem Torben schon hier war. Er war mit meiner Arbeit sehr zufrieden, alles verlief so wie er es gewünscht hatte.“ Sanne brauchte alles um sich nicht einzumischen. Jake sagte beiläufig: „Schick seine Angehörigen unter einem Vorwand nach Hause, sofort! Zimmernummer?“ „Selbstverständlich, 516“, begann der Arzt ehe er zur Tür stürzte. Jake griff nach Sannes Arm. Anschließend folgten sie dem Arzt. Mit der anderen Hand zückte er sein Handy: „Stadtkrankenhaus, Zimmer 516 in 5 Minuten. Bis gleich.“ Sie blieben einen Flur entfernt stehen, bis Jake zufrieden zusah wie Leslie zusammen mit Annas Eltern das Zimmer verließ. Sie betraten das Zimmer. Der Arzt verabschiedete sich sofort. Sanne ging um das Bett herum, sie griff die Hand ihres Opas. Die Tür öffnete sich für einen jungen Mann mit blonden stirnlangen Locken. „Sanne das ist Benjamin mein persönlicher Arzt. Benjamin das ist Sanne mit ihrem Opa.“ „Hallo“, erwiderte er ruhig. Anschließend begann er um ihren Opa herum zu gehen, hier zu messen, da zu tasten, wirkte den einen oder anderen Zauber, schließlich wandte er sich Jake zu: „Das würde auf die eine oder andere Art deutlich schneller gehen.“ „Gut“, meinte Jake kühl, „leg los.“ Sanne konnte das nicht glauben. Die würden ihren Opa nun schneller umbringen. Benjamin trat wieder an August heran. Sie sprang auf um zu versuchen ihn von ihrem Opa fernzuhalten. Benjamin war ziemlich irritiert, doch Jake packte sie. „Ich lass nicht zu, dass du es schneller zu Ende bringen willst“, fauchte sie ihn an. Doch als sie sich bewusst machte, nichts tun zu können um ihn aufzuhalten, fügte sie flehentlich hinzu: „Bitte ich mach alles was du willst, nur bitte lasst ihn in Ruhe.“ „Was?“, fragt er, dann trat Stille ein. „Dein Opa würde lieber sterben als das du mir ein derartiges Angebot machst!“, gab er sehr kühl zurück. Der Blick in seine kalten Augen führte zu weiteren Tränen. Deshalb schaute sie weg. „Hey Sanne, sieh mich an!“ Sehr eindringlich legte er nach: „Wenn ich ihn töten wollte, wäre er längst tot!“ Jetzt sah Sanne ihn fassungslos an. „Beni ist hier um ihm zu helfen! Und jetzt beruhige dich.“ Er ließ sie los und sah auf sein Handy. „Kann ich euch zwei für fünf Minuten alleine lassen?“ Nach Benis Nicken verließ Jake den Raum. Beni führte ein Zauber nach dem anderen aus, zog Schläuche, schaltete Maschinen ab, ließ die Projektion an der Wand verschwinden damit diese viel kleiner vor ihm wieder auftauchten. Er setzte Spritzen und schien hochkonzentriert. „Benjamin?“, fragte Sanne vorsichtig. Er sah sie freundlich an: „Eigentlich nennen mich alle Beni.“ Sie lächelte. „Sagst du mir, was du da machst?“ „Im Detail oder grob?“, fragt er zurück. „Grob reicht.“ „Deinem Opa geht’s nicht wirklich schlecht.“ Sie sah ich völlig entgeistert an. Jake kam zurück. Er stand schweigend an der Wand angelehnt. „Die netten Ärzte hier sorgen dafür, dass es so aussieht, als würde es deinem Opa schlecht gehen. Zig Schlafmittel, Zauber, zig Maschinen, die er gar nicht braucht und ihm somit mehr schaden wie nützen. Ich räum auf und beschränke alles auf das, was er braucht und gebe ihm das eine oder andere Mittel zur Aktivierung seiner magischen Selbstheilungskräfte.“ „Hat er Schmerzen?“, fragte Sanne weiter. „Nee im Augenblick nicht, wenn ich ihn jetzt aufwachen lasse muss ich überprüfen, ob er tatsächlich ein Schmerzmittel braucht, aber das kann er mir am besten selbst sagen.“ Dann wandte er sich an Jake. „Er wird gleich richtig wach, ich könnte ihm was geben, aber das wäre nach all dem Dreck nicht so super.“ Jake zog sich in die dunkle Zimmerecke zurück. Nach wenigen Minuten bewegte ihr Opa tatsächlich die Augen. Sie griff nach seiner Hand. „Opa?“ Er stöhnte. „Wo bin ich? Wer ist das?“ „Das ist dein Arzt.“ Tränen der Erleichterung liefen ihr über das Gesicht. „Mensch Opa du hast uns vielleicht erschreckt.“ „Entschuldige!“ „Wie fühlen sie sich Herr Win? Schmerzen?“, fragte Beni sehr ruhig. „Ganz gut, etwas müde, nein keine Schmerzen“, sagte er eher skeptisch. „Gut sie sollten jegliche Aufregung noch vermeiden“, begann Beni ruhig. Doch August hatte den Schatten in der Ecke fixiert. „Wer ist da?“ Jake trat aus der Ecke und sah ihn eisig an. „Oh nein“, rief August. Er versuchte Sanne irgendwie hinter sich zu ziehen, ebenso seine Finger für einen Zauber zu positionieren, aber es gelang ihm einfach nicht. „Jake er soll sich nicht aufregen“, fügte Beni hinzu. August versucht Beni von sich wegzudrücken mit den Worten: „Von wegen Arzt! Sanne verschwinde hier.“ Endlich hatte er seine Finger in der richtigen Position. Doch ehe er den Daumen bewegen konnte erstarrte er, denn Sanne hatte sich vor den Beiden aufgebaut. „Nein Opa! Sie haben dich gerettet! Ich will nicht das ihnen etwas passiert.“ August starrte seine Enkelin voller Verwunderung an. Im nächsten Moment wurde er leichenblass, er schnappte panisch nach Luft. „Shit“, fauchte Beni. Sofort war er wieder gemeinsam mit Sanne bei ihm. „Wird gleich wieder besser! Ich gebe ihnen was! Ganz ruhig weiteratmen.“ Nachdem sich seine Atmung beruhigt hatte sprach er nur noch mit dünner Stimme: „Ich werde nicht zulassen, dass du ihr etwas tust!“ Jake drehte plötzlich ruckartig den Kopf in Richtung Tür. „Beni raus hier!“ Der zögerte kurz. „Los raus!“ Er verschwand sofort durch die Tür. „Sanne, schnell versteck dich! Du tust als würdest du nach wie vor tief schlafen“, fauchte er. „Wieso sollte ich dir diesen Gefallen tun?“ „Weil ich mir sonst was nettes für deine Enkelin überlege!“, drohte er. Sanne verschwand im Schrank. Sie schaute durchs Schlüsselloch. Jake war in die dunkle Ecke zurück gewichen. Plötzlich drang Torbens Stimme an Sannes Ohr. „August, August, was musst du dich auch immer in alles einmischen. Tja, das ist jetzt das Ergebnis davon.“ Er lächelte zufrieden. „Der Arzt sagte mir, dass du leider nicht mehr aufwachen wirst wirklich schade.“ „Ja allerdings.“ Torben zuckte zusammen als Jake sich damit zu Wort meldete und aus der Ecke trat. „Jake hast du mich aber erschreckt, was tust du hier?“ „Ich könnte dich dasselbe fragen! Wo du dich, besorgt wie du immer bist, bereits kurz nach seiner Einlieferung nach seinem Wohlbefinden erkundigt hast?“ Torben lachte. „Clever wie immer. Nun ich kann mich an meiner Genialität einfach nicht satt sehen. Deshalb bin ich noch mal hier und du?“ „Ich wollte nur sehen welche Pfuscher du für diesen Auftrag genommen hast, da es keiner von meinen Leuten war. Sonst wäre die Sache längst erledigt.“ „Ach Jake nun sei doch nicht so. Es ging dabei mehr um eine alte Rechnung zweier Freunde. Gut die Ausführung hätte besser laufen können, aber dafür wird ja jetzt hier gesorgt“, gab Torben mit einem stolzen Gesichtsausdruck zurück. „Das hätte auch schief gehen können. Stell dir vor, er wäre bei einem Arzt gelandet, der nicht auf deiner Gehaltsliste steht. Bei einem der ihn entsprechend seiner tatsächlichen Verletzungen behandelt hätte, dann wäre er jetzt wahrscheinlich schon wieder fit“, erklärte Jake weiterhin betont kühl. „Ach Jake du bist doch nicht etwa beleidigt, weil ich dieses mal auf deine Dienste verzichtet habe?“, fragte Torben amüsiert. „So mies wie der Job erledigt wurde tippe ich mal auf Otto und Günther?“ Torben nickte, nun nicht mehr so amüsiert. „Weißt du mir ist das vollkommen gleichgültig, was du in deiner Genialität so planst und versuchst durch solche Amateure umzusetzen. Aber so was wie das hier“, Jake schüttelte den Kopf ehe er fort fuhr, „bei jemandem vor dem du dich fürchtest, wäre etwas mehr Sorgfalt in meinen Augen mehr als ratsam. Aber gut das ist deine Sache“, schloss Jake schließlich. „Jake es ist doch alles gut gegangen. Selbst wenn nicht, hätte ich hier den Chefarzt gehabt, der die Sache auf jeden Fall in Ordnung gebracht hätte. So wird er morgen den nervigen Angehörigen erklären, dass es leider keine Hoffnung mehr gibt und es human wäre ihn gehen zu lassen. Somit hast du doch auch was davon. Die Freundin des Alten und die Eltern werden keine andere Möglichkeit sehen als auf mein Angebot einzugehen. Dann haben du und die Jungs mal wieder zwei neue Spielsachen bis sie euch langweilen. Wobei es um die Eine wirklich schade ist.“ Torben legte eine Pause ein, deshalb sprach Jake weiter: „Du meinst, weil sie dir immer so fleißig Kontra gegeben hat?“ Torben lachte: „Ganz genau! So aber nun sollte ich langsam die Heimreise antreten.“ Er wandte sich um, doch kurz vor der Tür hielt er noch mal inne. „Ach Jake bevor ich es vergesse, Sarina würde sich über deine Gesellschaft durchaus auch mal wieder freuen. Um sich über ihren untreuen Ehemann hinwegtrösten zu lassen.“ Jake nickte ruhig, dann ging Torben durch die Tür. Sanne trat aus dem Schrank. Sie griff nach der Hand ihres Opas. Der funkelte Jake wütend an. „Eher sterbe ich als euch die Mädchen zu überlassen.“ „Mmh, komisch deine Enkelin hat mir angeboten alles zu tun was ich will, wenn ich dich am Leben lasse!“, sagte Jake sehr ruhig. August sah Sanne vollkommen fassungslos an. „Nein“, sagte er, „nein sag mir, dass du das nicht getan hast?“ „Ich wollte dir doch nur helfen“, gab diese zurück. „Aber nein doch nicht so Liebes“, fügte er sanft an sie hinzu. „Wo ist Anna?“ Sanne zögerte. Jake antwortete: „Als eine Art, sagen wir Pfand, bei meinen Leuten.“ Augusts Blick haftete zornig auf Jake der fuhr jedoch ungerührt fort: „Du solltest dich heute noch gegen ärztlichen Rat aus diesem Krankenhaus entlassen und am Montag vor der Besprechung beim Richter dringend mit mir sprechen.“ „Wieso sollte ich das tun?“, höhnte August. „Weil deine Enkelin“, er betonte Enkelin ganz besonders was Sanne nicht verstand, „mir ein Angebot gemacht hat, welches ich gedenke einzufordern wenn du es nicht tust!“ August nickte niedergeschlagen. Jake wandte sich zum Gehen, da sagte August drohend: „Wenn Anna irgendwas passiert, dann“, weiter kam er nicht, denn Jake funkelte ihn mit eiskaltem Blick an und sagte bevor er verschwand: „Dann könntest du nicht das Geringste dagegen tun!“ „Du solltest noch etwas schlafen“, sagte Sanne. Nachdem ihr Opa genickt hatte nahm sie vor dem Zimmer Platz. Sie schickte eine WhatsApp an Anna. „Bin auf dem Weg zu dir“, kam zurück. Sie war knappe 20 Minuten später bei ihr. Sanne begann das bisher geschehene zu erzählen. Wie so oft fragte Anna zigmal nach: „Er hat dich schon wieder geküsst?“ Nachdem Sanne dies bestätigte begann Anna zu erzählen, dass sie Seth nach Sannes Schlag erklärt hatte was passiert war. Dieser hatte es Jake auf dämonisch wiedergegeben. „Wir müssen uns unbedingt ein Wörterbuch zulegen“, entschieden sie. Dann fuhr Anna fort, Seth habe sie mit in sein Zimmer in einem riesigen Schloss genommen. Dort habe sie sich in seinen Armen so wohl gefühlt. Außerdem hatten sie auch ein bisschen rum gemacht. Sie schnaufte schwer. „Was hast du denn? Das ist doch schön?“, fragte Sanne. „Ich glaub er ist wirklich ein Panthera. Er hat so eine Tätowierung am rechten Arm, die genauso aussieht wie in den Büchern. Dieses schwarze runde Panther Tribal.“ „Ach nicht den Kopf in den Sand stecken. Wir schaffen das schon! Mitglied bei den Panthera hin oder her!“ „Okay du hast Recht.“ Sie dösten vor sich hin, bis die Stimme von Annas Mutter sie wachrüttelte. „Wart ihr die ganze Nacht hier?“ „Jep waren wir“, logen beide. „Der Arzt hat uns abgefangen“, begann Leslie zögerlich, so als wüsste sie nicht, wie sie es Sanne schonend beibringen könne. Also übernahm Sanne das Wort: „Ich glaube der Arzt wird sich heute ganz schön wundern.“ Kaum hatte sie das gesagt bog er auch schon mit betretener Miene um die Ecke. Er faselte was von Abschied nehmen, um Sekunden später, nachdem er durch die Tür gegangen war schier einen Herzinfarkt zu bekommen. August strahlte ihn quicklebendig an. Er verlangte die sofortige Entlassung. Der Rest schaute ziemlich irritiert, freute sich aber wahnsinnig. Trotz heftiger Diskussionen mit dem Arzt, der August nicht gehen lassen wollte, saßen sie zum Mittagessen gemeinsam bei Anna in der Küche. Sannes Opa hatte die Geschehnisse der vergangenen Nacht kurz zusammengefasst. Es folgte für die Mädchen noch mal ein Vortrag über die Gefährlichkeit, Kaltblütigkeit wie auch Emotionslosigkeit der Panthera. Danach gingen sie auf die Terrasse. Sie legten sich in die Sonne. Anna wirkte plötzlich sehr traurig. Sanne entschied: „Frag ihn einfach!“ „Was soll ich fragen?“, gab Anna zurück. „Alles! Anna du machst dich unnötig verrückt! Frag ihn, ob er ein Panthera ist, ob das stimmt was Opa sagt, ob er genauso verliebt in dich ist, wie du in ihn! Okay, vielleicht lässt du das Letzte erstmal weg, aber den Rest“, forderte sie Anna auf. Die nahm ihr Handy. Doch bis abends um 23 Uhr kam keine Antwort. Beide Mädchen standen im Bett als sich endlich Annas Handy meldete. Doch die traute sich nicht die Nachricht zu lesen. Also reichte sie das Handy an Sanne weiter. Die las Annas Frage: „Bist du ein Panthera?“ Seths kurze Antwort: „Ja.“ Sie lächelte Anna ruhig an, reichte ihr das Handy mit den Worten: „Du kennst die Antwort doch längst.“ Anna tippte die nächste Nachricht. Ob er deshalb gemeint hatte er sei gefährlicher wie dieser eine Typ und er sei nicht gut für sie? Und ob die Gerüchte stimmen würden, dass Panthera keine Emotionen kennen würden? Erstrecht keine wie Freundschaft oder gar Liebe? Allgemein kalt, gefährlich und gefühllos wären? Die Antwort dauerte nicht lange. „Zu erstens ja. Zu zweitens das ist eine ziemlich genaue Aufstellung unserer Regeln. Gefühle machen angreifbar. Das darf ein Panthera NIEMALS sein!“ Anna legte das Handy zur Seite. Sanne nahm sie in den Arm. So schliefen sie irgendwann ein. Annas erster Blick, nachdem sie wach wurden, war der aufs Handy. Doch es war keine Nachricht da. „Los komm wir stopfen uns unten erstmal voll, dann schauen wir einen Schnulzenfilm nach dem anderen und heulen um die Wette.“ Sannes Plan funktionierte, denn Anna lächelte. Die Mädchen liefen runter. In der Küche trafen sie auf den Rest. Die Stimmung war angespannt. Morgen würde die Besprechung beim Richter stattfinden. Sannes Opa war offensichtlich besorgt wegen Jakes Bemerkung. Doch dann klingelte es. „Erwartet ihr jemanden?“, fragt Fred. Alle schüttelten den Kopf. Also ging er zur Tür, um kurz darauf mit einem riesigen Strauß Blumen zurück zu kommen. Außerdem hielt er eine kleine Karte in der Hand. „Für wen sind die denn?“, fragte Mary. „Der Kurier sagte für Anna“, gab Fred leicht panisch zurück. Die Karte hielt er fest umklammert. „Was steht in der Karte?“, fragte Mary weiter. „Das willst du gar nicht wissen. Das ist bestimmt eine Falle, vergiftete Blumen oder die wirken sonst irgendwie tödlich.“ „So ein quatsch“, meinte Leslie nahm ihm die Blumen aus der einen und die Karte aus der anderen Hand. Die Blumen reichte sie Mary, die schon eine Vase gerichtet hatte und die Karte Anna. Die öffnete sie. Plötzlich strahlte Anna bevor sie die Karte Sanne zeigte. Dort stand: „Regeln sind da um gebrochen zu werden!“ „Das ist doch unfassbar, da fordert jemand unsere Anna auf, die von uns aufgestellten Regeln zu brechen! Sich hier vielleicht raus zu schleichen oder wer weiß was! Das ist noch gefährlicher als ich dachte! Es steht nicht mal ein Name irgendwo, das könnte jeder gewesen sein“, fuhr Fred panisch fort. „Nun ja möglich wären solche Taktiken um“, doch weiter kam August nicht, denn Sanne fiel ihm ins Wort: „Bevor ihr jetzt weiter Panik macht. Anna hat einen Freund!“ „Was einen Freund? Das geht doch nicht ihr seid doch noch viel zu jung. Außerdem wart ihr die letzte Zeit doch immer hier drin? Wie hast du da jemanden kennen gelernt?“, fragte Fred. „Fred“, fauchte Mary, „sie sind alt genug um selbst zu entscheiden. Also lass die blöde Fragerei! Sie weiß schon was sie tut.“ Sie reichte ihrer Tochter die Vase und nickte zur Tür. Anna und Sanne nahmen das Fluchtangebot an. Gerade rechtzeitig betraten sie Annas Zimmer um das Handy klingen zu hören. Anna reichte Sanne die Vase, dann hechtete sie übers Bett zum Handy. Sie formte mit den Lippen: „Seth“. Sie telefonierten ein paar Minuten. Danach war Anna wie auf Wolke sieben. „Und was spricht er so?“, fragte Sanne gespielt beiläufig. „Das wir uns morgen wieder sehen, das ich ihm fehle, das er trotzdem gefährlich ist und ich mir gut überlegen soll, ob ich mich mit ihm einlassen möchte und“, sie legte eine Pause ein, „und das er sich in mich verliebt hat.“ Sanne war auf den Füssen. Sie hüpften vor Freude. Diese Freude hielt bis zum nächsten Tag an. Vor dem Besprechungsraum wartete August auf die Anderen. Er war unglaublich blass, weiterhin sah er aus als habe er einen Geist gesehen. „Alles okay?“, fragten sie alle beinahe gleichzeitig. Er nickte nur, wandte sich Sanne zu ehe er sagte: „Ich habe alles immer nur getan um dich zu beschützen.“ „Das weiß ich doch“, stimmte sie ruhig zu. In dem Raum den sie betraten waren wieder einige Reporter, Ernie, der Richter und bei Augusts Anblick ein fassungsloser Torben. Geschieht ihm recht, dachte Sanne. Sie ließ den Blick schweifen, da sah sie die schwarz gekleideten Männer, darunter zu Annas Freude auch Seth. Der Richter wollte wissen was es Neues gab. Ernie begann ausschweifend zu erzählen, dass der Fall sehr verzwickt sei. Es gebe zwar ein paar Spuren, aber diese wären schwer zu verfolgen. Deshalb könne er bisher leider keine neuen Ergebnisse präsentieren. Seine Männer würden selbstverständlich an der Sache dran bleiben. Dies würde aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Der Richter schien hierüber nicht sehr erfreut. Dann meldete sich Torben zu Wort. Aufgrund der zu erwartenden Länge der Ermittlungen wäre es nicht tragbar die Mädchen weiterhin von der Schule fernzuhalten. Somit würde er nun für den Schutz der Mädchen sorgen, sobald der Richter dem zugestimmt hatte. Doch dieser wandte sich an August um nach dessen Ergebnissen zu fragen. August begann sehr ruhig zu erklären, er hätte Ernies Erklärungen nicht folgen können. Die Hinweise seien keineswegs kompliziert oder schwer zu verfolgen. Er hätte allerdings bis heute noch nicht definitiv beweisen können wer die Männer getötet hatte. Torben wollte gerade etwas sagen, da hob der Richter die Hand und gebot ihm zu schweigen. „Du sagtest du hättest? Heißt das, du weißt inzwischen wer es war?“, fragte der Richter. „Ja, der entsprechende Mann hat sich mir gegenüber geoutet. Und obwohl es mir persönlich mehr als missfällt, muss ich ihm anrechnen, dass er meine Enkelin gerettet, sie unversehrt nach Hause gebracht und ihre Hilflosigkeit nicht ausgenutzt hat“, erklärte August. „Das klingt fast so als könntest du den Retter deiner Enkelin nicht leiden?“, fragte der Richter. August nickte lediglich. „Das ist doch vollkommen absurd“, begann Torben wütend kam jedoch nicht weiter, da die Tür aufging und Jake den Raum betrat. „Entschuldigen sie meine Verspätung“, sagte er ruhig an den Richter gewandt. „Kein Problem“, antwortete der Richter ehe er hinzufügte, „August wollte uns gerade sagen wer der Retter seiner Enkeltochter ist. Das dürfte sie denke ich auch interessieren.“ „Wohl kaum“, ergänzte Jake. „Es interessiert mich nicht, weil ich es längst weiß.“ „Jake was soll das werden?“, faucht Torben wütend. Doch er beachtete ihn nicht stattdessen fuhr er entspannt fort: „Schließlich hab ich es August vor einigen Minuten selbst gesagt, dass ich Sanne im Park gerettet und die Männer getötet habe.“ Jetzt herrschte Unruhe im Saal. „August?“, fragte der Richter, doch dieser nickte nur. „Erklären sie sich Jake, wieso teilen sie dies erst heute mit?“ „Das liegt ja wohl auf der Hand, ich hab mir nichts dabei gedacht. Dem Mädchen ging’s gut, sie wusste nicht wer sie gerettet hat und ich dachte die Sache wäre damit erledigt. Wenn ich gewusst hätte, dass die Welt daraus so ein Drama und zwei 16 jährige Mädchen zu Mördern macht, hätte ich selbstverständlich schon vorher was gesagt.“ Er sagte dies vollkommen ruhig als läge alles auf der Hand. Sanne verstand nur noch Bahnhof. Sie hatte ihn gedeckt und jetzt schlappte er hier einfach rein und meinte, ach ja war so. Der Richter sah ihn ernst an. „Jake ich denke ihnen ist es recht, wenn wir den Sachverhalte direkt ein für alle Mal aus der Welt schaffen. Deshalb meine Frage, handelte es sich hierbei um Notwehr?“ „Das ist korrekt mir blieb nichts anderes übrig. Hier ist die entsprechende Stellungnahme sowie die Formulare die benötigt werden“, sagte er ehe er alles dem Richter überreichte. Der sah ihn prüfend an. Schließlich sagte er: „Damit wird der Fall geschlossen. Sie haben in Notwehr und um ein Mädchen zu schützen gehandelt. Sie werden sich vor ihrem Vorgesetzten verantworten. Ich möchte sie noch mal darauf hinweisen, dass ihre Stellung hier ihnen keine Sonderbehandlung zusichert. Sie haben wie alle anderen über derartige Vorkommnisse Meldung zu erstatten.“ Jake nickte, wandte sich um und verließ den Raum. Torben wie auch Ernie folgten ihm. Die Reporter verließen ebenfalls den Saal. Der Richter trat zu August. Sehr ruhig fragte er ihn, was Jake für diese Aussage als Gegenleistung verlangt hätte. Auch Leslie sah gespannt aus. Doch alles was August sagte war: „Eine die ich ihm vielleicht besser nicht gegeben hätte!“ Dabei sah er auf Sanne. Die Beiden anderen wurden auch blass. Doch der Richter fügte hinzu: „Du hast bisher immer die richtige Entscheidung getroffen es wird schon gut gehen.“ Auf der Fahrt zu Anna nach Hause fragte Sanne in einer Tour was das zu bedeuteten hatte? Was hatte Jake gewollt? Doch ihr Opa wie auch Leslie schwiegen. Sie packten bei Anna ihre Sachen zusammen um sich dann zu verabschieden. Leslie wollte noch über Nacht bleiben. Doch ihr Opa ließ sich nicht erweichen irgendwas zu sagen, auch Leslie nicht. Am morgen in der Schule stellten Anna und Sanne fest keine Zeit zum quatschen zu haben. Sie mussten viel zu viel aufholen. Am Freitag sollten sie Geschichte, Politik und Englisch nachschreiben. Also verbrachten die beiden die Mittage mit lernen. Zum einen für die Schule, zum anderen um die dämonische Sprache zu verstehen, da Anna ja nun einen dämonischen Freund hatte, einen Luftdämon um es genau zu nehmen. Nach den drei Arbeiten und den drei Stunden praktische Magie durften sie endlich ins Wochenende. Sie liefen noch durch den Park. Anna meinte, nachdem Sanne von ihren erfolglosen versuchen an Infos zu kommen berichtet hatte: „Du solltest vielleicht eine andere Quelle fragen.“ „Ja und wen?“, fragte Sanne. „Na den der es weiß und den wir vielleicht heute Abend bei unserem Diskobesuch treffen könnten. Den der dir eigentlich ziemlich gut gefällt“, fügte sie mit schelmischen Grinsen an. „Jake? Denkst du der ist da gesprächiger? Und wer bitte sagt denn, dass er mir gefällt?“ „Naja einen Versuch ist es doch wert! Und ich sage, dass er dir gefällt. Du musst sofort lächeln, wenn ich dich daran erinnere, wie er deinen Hals ganz liebevoll geküsst hat!“ Anna machte ein Pause und schloss mit: „Siehst du ein seliges Lächeln!“ Sanne konnte tatsächlich nicht anders. Jake hatte irgendwas Anziehendes an sich. Sie hatten sich zum Richten bei Sanne verabredet. Zum Abendessen war Leslie wieder da. Sie und August wollten sich einen Dokumentarfilm im Kino in der Spätvorstellung um 23:30 ansehen. Als Sanne erklärte, dies würde super passen, weil sie mit Anna in die Disko ginge widersprach ihr Opa energisch. Sie sah ihn irritiert an. Ihr Opa legte los. Es sei zu gefährlich. Sie hätte Anna doch die letzte Woche genug gesehen. Sie könne dieses Wochenende mal zu Hause verbringen. Alles diskutieren wie auch fragen nach einem richtigen Grund stimmten ihren Opa nicht um. Nachdem sie Anna informierte wollte diese ebenfalls nicht mehr gehen. Sanne ermutigte sie, nur ihrer Mam zu sagen, dass sie ihren Freund treffen wolle. Die würde ihr bestimmt Rückendeckung geben. Um kurz vor elf erhielt Sanne eine Nachricht von Anna: „Super Plan! Hat geklappt. Werde jetzt mal Seth suchen bis später.“ Um viertel nach kam ihr Opa in ihr Zimmer um mittzuteilen, dass sie gehen würden. Dennoch solle sie nicht auf dumme Ideen kommen. Das Haus hätte er mit einem magischen Schutz versehen. Sie sagte nichts. Sie war sauer nur leider wusste sie auch, dass er nicht bluffte. Also musste sie hier bleiben. Sie lag auf ihrem Bett vorm Fernseher, aber fand nichts zum anschauen. Ihr Handy zeigte eine Nachricht von Anna. „Ich hoffe du bist jetzt nicht sauer, hab bissel interagiert und deine Handynummer weitergeben. Viel Glück. Lg.“ Sie antwortete: „Ich bin nie sauer auf dich und jetzt pack dein Handy weg und genieß deine Zeit mit Seth.“ Kaum hatte sie die Nachricht verschickt klingelte ihr Handy. Sie sah darauf, die Nummer kannte sie nicht. Sie ging ran.

Unerwarteter Besuch

„Hallo?“ „Bist du allein?“, fragte die Stimme. „Ähm ja aber“, doch weiter kam Sanne nicht, denn der Anrufer hatte aufgelegt. Sie legte das Handy irritiert zur Seite. Anschließend machte sie den Fernseher aus um dann zur Decke zu starren. Bis sie ihre Zimmertür aufgehen hörte. Nachdem sie hingesehen hatte, zuckte sie zusammen. Jake stand in ihrem Zimmer. „Wie kommst du denn hier rein? Mein Opa hat irgendwas magisches gemacht das“, weiter kam sie nicht denn er erwiderte: „Die Türen lassen sich mit schwarzer Magie ganz leicht öffnen. Außerdem verhindert der Schutz deines Opas nur das du das Haus verlässt nicht das niemand rein kommt.“ Er lehnte sich mit dem Rücken an die Tür. Sanne hingegen setzte sich im Schneidersitz aufs Bett. Er sah sie durchdringend an. Sie verschränkte die Hände vor der Brust, damit er ihr zittern nicht sehen konnte. Weiterhin überlegte sie, ob sie sich vielleicht besser zuvor etwas anderes hätte anziehen sollen. Sie trug nur eine weite Trainingshose sowie ein verwaschenes T-Shirt ohne was drunter. Sie atmete tief durch ehe sie fragte: „Warum bist du hier?“ Sie sah ihn an, konnte seinem Blick jedoch nicht lange standhalten. Alle Härchen hatten sich vor Aufregung aufgestellt. Er kam näher um sich dann zu ihr aufs Bett zu setzen. Seine Ellbogen stützte er auf die Knie ab. Von der Seite sah er sie an. Sie hatte Angst er müsse ihr Herz schlagen hören. Ein Lächeln umspielte seine Lippen während er sagte: „Deine Freundin Anna meinte du müsstest ganz dringend mit mir reden. Außerdem hat sie gleich noch erklärt, dass dein Opa seinen Wärterjob wieder aufgenommen hat. Also?“ Sie nahm ihren Mut zusammen und sah ihm direkt in die Augen. Sie blickten sie nicht kalt an, sondern irgendwie abwartend oder herausfordernd? Doch sie konnte sich keine weiteren Gedanken mehr machen, denn er legte eine Hand in ihren Nacken. Er zog sie näher an sich, bis sie nah genug bei ihm war. Er begann ihren Hals zu küssen. Für einen kurzen Moment spürte sie wieder dieses angenehme kribbeln. Doch dann schaltete sich ihr Hirn wieder ein. Sie drückte ihn von sich weg, sprang vom Bett, dann wich sie bis zum Fenster zurück. Er lächelte, ehe er ihr folgte. Es war nur noch ein Schritt Abstand zwischen ihnen. „Die letzten Male hast du nicht so abwehrend reagiert wenn ich dich küsste“, stellte er mit erstaunlich ruhiger Stimme fest. Ob ihn irgendwas jemals aus der Fassung bringen konnte, fragte sich Sanne. Dann besann sie sich auf seine Frage. „Die letzten Male hattest du mir beim einen Mal das Leben gerettet und mir tat alles weh und beim nächsten Mal hast du mir keine Möglichkeit gelassen abwehrend zu reagieren.“ In Gedanken fügte sie hinzu, dass es eigentlich sehr schön gewesen war. „Ah, dann liegt es daran das ich dir diesmal diese Möglichkeit gegeben habe?“ Er wartete ihre Antwort nicht ab sondern machte den letzten Schritt. Als er seine Hand nach ihrem Gesicht ausstreckte schlug Sanne diese jedoch weg. „Okay, scheint so als hätten wir ein kleines Problem“, stellte er fest. „Anna sagte ich möchte mit dir reden, nicht, keine Ahnung was du willst?“, sagte Sanne bei weitem nicht so selbstbewusst wie sie beabsichtigt hatte. Wieder lächelte er. Oh das war so fies. Das war so ein wunderschönes Lächeln. Vor allem, wenn sie es mit seiner sonstigen eiskalten Mimik verglich. „Worüber willst du denn mit mir reden?“, fragte er. „Warum sperrt mich mein Opa plötzlich wieder ein? Wieso hast du ihn gerettet? Worüber habt ihr vor der Besprechung geredet? Hat das merkwürdige Verhalten von meinem Opa was mit deiner Aussage zu tun? Warum hast du die überhaupt auf einmal gemacht?“, sprudelte sie plötzlich los. „Das sind eine Menge Fragen! Dein Opa hat dir doch sicher schon mal erzählt, dass hinterhältige, gemeine Menschen wie ich nie etwas ohne Gegenleistung machen oder?“ Sie sah ihn fragend an. „Ich mach dir einen Vorschlag, ich werde dir alle deine Fragen wahrheitsgemäß beantworten bis auf eine. Solltest du diese Eine stellen werde ich darauf nicht antworten, einverstanden?“ „Was willst du dafür als Gegenleistung?“, fragte Sanne. Er sah sie an, trat näher und strich mit seiner Hand von der Schläfe über die Wange bis über ihre Lippen. „Für jede Frage darf ich dich, wo ich möchte, küssen.“ Sanne wurde blass. Er legte eine Hand um ihre Taille, zog sie näher an sich, die zweite Hand unter ihr Ohr, dann strich er ihr mit dem Daumen sanft über die Wange. „Was, wenn mir nicht gefällt wo du mich küssen willst?“, fragte sie mit erstickender Stimme. Doch statt ihr zu antworten küsste er sie ganz sanft am Hals. Er nahm sie mit sich zurück zum Bett, legte sich seitlich neben beziehungsweise mit dem Oberkörper auf sie. Neben ihrem Ohr flüsterte er: „Frag!“ „Warum sperrt mich mein Opa ein?“ „Weil er dich vor Leuten wie mir schützen will, weil er verhindern will, dass du dich womöglich in Schwierigkeiten mit einem Mann bringst oder das tun könntest was ein Mann von dir verlangt.“ Er küsste die andere Halsseite. „Warum ausgerechnet vor Leuten wie dir?“ „Mmh, weil dein Opa mich für das ultimative Böse hält. Er hat dir sicherlich mehr als einmal erklärt, wie ähm kaltblütig, gefährlich und gefühllos ich bin.“ Er legte den Kopf tiefer um hier ihre Halskuhle zu küssen. Irgendwie war es schwer sich zu konzentrieren fand Sanne, versuchte es aber trotzdem. „Wieso zählst du mir diese Ding auf, willst du das ich vor Angst anfange zu zittern oder was?“ Diesmal antwortete er nicht sofort. „Du hast danach gefragt, warum dein Opa dies oder jenes tut. Dein Opa sieht diese Dinge wohl so. Du hast nicht nach mir gefragt. Vor allem dachte ich, dass dir nichts so schnell Angst macht.“ Er küsste einige Zentimeter weiter oben ihren Hals. „Wie kommst du darauf, mir würde so schnell nichts Angst machen?“, fragte sie überrascht. „Naja zum einen, weil du dich mal eben auf einen Streit mit jemand gefährlichem wie Torben eingelassen hast. Zum anderen weil du mir vor meinen Leuten eine geknallt hast“, antwortete er. Darüber musste sie lächeln, während er ihr tief in die Augen sah, dann küsste er sie auf den Mund. Erst ganz sanft. Sie erwiderte den Kuss. Dieser wurde fester, heftiger, fordernder seine Hand zog ihr Gesicht näher an seins. Mit seiner anderen Hand begann er sie langsam unter ihrem Shirt an der Seite, über ihren Bauch wie auch ganz sanft über ihre Brust, zu streicheln. Sanne hatte ihre Hände um seinen Hals geschlungen. Sie zitterte ganz leicht vor Erregung, da er sie weiter leidenschaftlich küsste während er ihre Brust streichelte. Doch als sich seine Hand langsam weiter nach unten bewegte und den Bund ihrer Hose erreichte griff sie danach. Gleichzeitig drehte sie den Kopf weg. Sie atmete sehr schnell. Dankbar stellte sie immerhin fest, dass sich Jakes Atmung ebenfalls leicht beschleunigt hatte. Wie war sie noch mal in diese Situation gekommen? Ach ja, eigentlich durfte sie ja Fragen stellen. Er griff nach ihrem Gesicht um es zu drehen, bis es wieder seinem zugewandt war. Sie sah ihn an während er ihr sanft über die Wange strich. Doch beim Versuch sie diesmal zu küssen drehte sie den Kopf weg. „Ich hab für jeden Kuss eine Frage gut, schon vergessen?“, sagte sie vorsichtig. Er lachte. „Na dann frag mal, nach dem eben hast du wohl ein paar Fragen gut.“ „Das find ich auch“, fügte sie sanft hinzu. „Wieso hast du meinen Opa gerettet?“ „Weil er eine Information hatte die ich haben wollte.“ „Was ist das für eine Information?“ „Das ist die eine Frage, die ich dir nicht beantworten werde“, sagte er sehr ruhig. „Hätte dir nicht jemand anderes diese Information geben können?“ „Doch, aber das habe ich erst hinterher herausgefunden.“ „Der Richter und Leslie richtig?“ „Richtig, du hast eine ziemlich gute Beobachtungsgabe“, lobte er. „Wieso verrätst du mir die Information nicht, weil sie was mit mir zu tun hat, vielleicht was schlimmes?“ Plötzlich war Sanne nervös. Ihre Finger zitterten sichtbar. Er griff nach ihrer Hand, küsste diese sanft ehe er sie beruhigend ansah. „Ich hatte schon alle Informationen zusammen. Ich wollte von deinem Opa nur noch hören, ob ich Recht habe. Ja, es hat etwas mit dir zu tun, aber schlimm ist relativ. Es ist nichts womit man nicht leben könnte!“ „Sperrt er mich ein, weil du nun diese Information hast?“ „Ja bestimmt auch deswegen. Es missfällt ihm sicher, dass ich es weiß.“ „Was war eure Abmachung?“ „Ich vergesse das nette Angebot welches du mir gemacht hast und mache die Aussage, damit ihr Zwei wieder ein normales Leben führen könnt. Im Gegenzug beantwortet er mir eine Frage mit ja oder nein.“ „Okay, hat diese Information“, sie zögerte, „warum küsst du mich?“ Jetzt schien er irritiert. „Ist das dein Ernst?“ „Ja, warum hast du mich nachdem du mich gerettet hast sowie im Club geküsst?“ „Weil du mir gefällst. Du bist nicht nur äußerlich attraktiv, sondern auch ein sehr angenehmer Mensch mit wundervollen Eigenschaften.“ Jetzt sah sie ihn überrascht an. „Du kennst mich doch gar nicht. Du weißt nichts von mir!“ „Ach ja?“, fragte er. „Deine Lieblingsfarbe ist blau. Du liest und tanzt gerne, isst am liebsten Hähnchen. Bei Süßigkeiten stehst du auf Schokolade. In der Schule warst du immer eher allein, hattest Spitznamen wie Streber oder Walross. Bist verdammt gut in der Schule, außer in Sport wie auch praktischer Magie. Deine beste Freundin hast du in Anna gefunden. Die immer wieder betont, dass du zu gut für diese Welt bist. Da du dich im Zweifel sogar für Leute einsetzt, die du nicht kennst oder magst, wenn du der Ansicht bist sie werden ungerecht behandelt“, schloss er schließlich seine Ausführungen. Sie sah ihn ängstlich an. Er strich ihr über die Wange. „Stalkst du mich?“, fragte sie mit zittriger Stimme. „Nein, ich könnte diese Personenbeschreibung von ein paar Mädchen in deinem Alter machen, eben weil ich etwas herausfinden wollte“, erklärte er. „Wie die Mädchen so im Bett sind meinst du?“, fragte sie wütend. „Was?“ „Du hast doch die Auswahl. Dir steckt doch jeden Tag eine andere bereitwillig ihre Zunge in den Hals!“, legte sie verletzt nach. Sie wollte sich von ihm weg bewegen doch er hielt sie fest. „Sanne ich“, er schwieg. „Ich hab dich gern, viel zu gern! Das ist nicht gut! Ich sollte solche Gefühle nicht für dich haben! Diese Infos die ich habe, haben absolut nichts mit meinen Gefühlen für dich zu tun! Wenn ich einfach nur mit dir ins Bett wollte hätte ich“, jetzt brach er ab. „Mich längst dazu zwingen können“, fügte sie selbst hinzu. Jetzt strich sie ihm übers Gesicht. Sie endete an diesen wunderbar küssenden Lippen, er küsste ihre Handfläche. „Hat mein Opa recht?“, fragte sie. „Womit?“, erwiderte er zwischen zwei Küssen auf ihren Hals. „Bist du der Anführer der Panthera?“ Jetzt sah er sie ernst an. „Spielt das eine Rolle? Ich meine was ändert es, ob ich es bin oder nicht?“ „Weil Panthera gefühlskalt sind, weil sie angeblich nichts fühlen, weder Schmerz, noch Freundschaft noch etwas wie Liebe“, sagte sie traurig. Stille trat zwischen ihnen ein. Nach einer Weile brach Jake das Schweigen. „Was wäre, wenn ich dir sagen würde, dass es tatsächlich keine Rolle spielt, ob diese Dinge die du über Panthera eben aufgezählt hast zutreffend sind oder nicht? Was wenn ich dir sage, es kommt allein darauf an, was du glaubst. Was wenn ich dir sage, die Welt wird dir erklären, dass ich keine Gefühle für dich habe und ich der Welt dann zustimmen werde?“ Sie sah ihn an, da war er wieder dieser kalte Blick, ihre Augen füllten sich mit Tränen. „Wieso tust du das?“, brachte sie schließlich hervor. Die Tränen konnte sie nicht mehr zurück halten. Sie schob ihn beiseite um zu Fenster gehen zu können. Soweit weg von ihm, wie sie eben konnte. Er trat langsam an sie heran, dann hörte Sanne die Haustüre. Panisch drehte sie sich um. Sie sah auf Jake doch der lächelte milde. „Ganz ruhig“, sagte er. Sanft wischte er ihr die Tränen aus dem Gesicht. „Leg dich ins Bett und stell dich schlafend.“ Sie zögerte kurz machte jedoch das Licht aus. Es erhellte nur noch der Mondschein ihr Zimmer. Sie tat was Jake gesagte hatte. Er selbst wich hinter die Tür in den Schatten zurück. Wenige Minuten später öffnete ihr Opa die Tür lediglich einen spaltbreit. Kurz flüsterte er: „Sanne?“ Doch nachdem sie nicht reagierte schloss sich die Tür wieder, dann hörte man ihn davon gehen. Sie wollte gerade die Decke zurückschlagen um wieder aufzustehen, da drückte Jake sie sanft zurück ins Bett. Er legte sich zu ihr unter die Decke. Ihr Plus beschleunigte sich automatisch, obwohl sie vor wenigen Augenblicken einfach nur enttäuscht war, schien ihr Herz das einfach ausblenden zu wollen. Sie holte Luft damit sie klarstellen konnte kein Spielzeug zu sein. Doch dazu kam es nicht. Er strich ihr über die Haare setzte sich auf, zog den Rollkragen Pullover aus und legte sich wieder zu ihr. Sanne konnte nichts dagegen tun sie musste seinen durchtrainierten Oberkörper anstarren. Sie fuhr mit den Fingerspitzen über die perfekt trainierten Bauchmuskeln wie auch Arme, die trainiert, aber nicht aufgepumpt wirkten. Dann drehte er sich seitlich zu ihr, hob ihr Kinn an damit sie den Grund für den Rollkragen sehen konnte. An Jakes Hals prangte das runde schwarze Panther Tribal der Panthera. Dieses wurde magisch eingebrannt. Weiterhin war es mit einem Treueschwur gegenüber dem Anführer gekoppelt. Wo sich dieses Erkennungszeichen einbrannte konnte man vorher nicht sagen oder gar aussuchen. Das waren zumindest die Dinge, die sie von Anna wusste. Sie fuhr ganz vorsichtig mit den Fingern darüber ehe sie fragte: „Tut das weh?“ „Jein, wenn man es bekommt will man eigentlich lieber sterben. Erstrecht, wenn es an einer blöden Stelle eingebrannt wird, aber danach ist es, außer bei einer Befehlsverweigerung, nur Zierde.“ Er zuckte gleichgültig mit den Schultern. Dann senkte er kurz den Blick, atmete tief durch und begann sehr ruhig: „Sanne, so was wie Freundinnen sind bei Pantheran strikt untersagt, weil so etwas angreifbar macht! Wir haben genug Feinde, jeder der wüsste dass man eine derartige Schwachstelle hat, sorry für den Ausdruck, aber so ist es leider, würde diese sofort ausnutzen. Das können wir uns nicht leisten. Deshalb herrschen ganz klare Regeln, sich mit keinem Mensch einzulassen, den man nicht bereit wäre zu töten. Wenn man liebt, würde man eher selber sterben als zuzulassen, dass die geliebte Person leidet. Das ist als Panthera nicht tolerierbar und wird schwer bestraft!“ Sanne konnte nicht anders, aber nachdem er das sagte dachte sie an Anna mit Seth. Er wusste doch dass die Beiden zusammen waren oder hatte Seth ihm etwas anderes gesagt? Doch sie sagte nichts sondern erwiderte seinen durchdringenden Blick. „Was würde ich dafür geben jetzt zu wissen was du denkst?“ „Du bist doch der Chef oder? Bestrafst du dann, wenn du so etwas mitbekommen würdest?“, fragte sie zögerlich. „Ja, aber das ging dir gerade nicht durch den Kopf, na los sag schon“, forderte er. „Okay ich sag’s dir, aber nur unter der Bedingung das niemandem wegen dem was ich sage etwas passiert?“ Er sah sie prüfend an. „Du hast an Anna und Seth gedacht, daran das sie genau das tun was verboten ist?“ Sie schnaufte schwer nickte jedoch. „Pass auf“, begann er, „das ist die Regel. Aber viele der Panthera haben Freundin, Frau, manche sogar Kinder.“ Jetzt wäre ihr fast die Kinnlade runter gefallen, doch Jake schien ihre Überraschung über das gerade gesagte nicht wahrzunehmen. „Es geht darum, dass die Welt nicht weiß was einem wichtig ist. Du hast vorhin so nett betont das mir, wie hast du das ausgedrückt? Ach ja, mir jeden Abend eine andere ihre Zunge in den Hals steckt!“ Jetzt sah er sie schelmisch an. „Genau so etwas ist der Grund warum man uns nachsagt keine Gefühle zu haben. Sanne wir haben Gefühle wie jeder andere auch, nur haben wir gelernt uns diese nicht ansehen zu lassen. Auch die Panthera die Frau oder Freundin haben lassen sich im Club oder sonst wo regelmäßig mit anderen Frauen sehen, auch immer wieder dieselbe oder jeden Tag eine andere. Es spielt eigentlich keine Rolle. Es geht darum der Welt vorzuspielen, dass dir nichts und niemand auf der Welt wirklich wichtig ist. Du würdest für Anna sterben und sie für dich. Jeder der das weiß könnte euch damit erpressen. Solche Gefühle offen zu zeigen ist ein Luxus den man sich als Panthera, mit entsprechend vielen Feinden, nicht leisten kann. Deshalb hab ich vorher gesagt, dass es eigentlich keine Rolle spielt, ob die Dinge die du über uns zu wissen glaubst zutreffend sind. Deshalb hab ich gesagt ich werde der Welt zustimmen, wenn sie behaupten, dass du mir nichts bedeutest, weil das der sicherste Weg ist, um zu verhindern das dir meinetwegen etwas passiert. Verstehst du?“ Sie versuchte Ordnung in ihrem Kopf zu schaffen also fragte sie: „Aber du weißt doch dass sie Freundinnen oder Frauen haben?“ „Richtig“, sagte er sanft, „aber ich weiß das als ihr Freund nicht als ihr Chef.“ „Hattest du nicht gerade gesagt das Freundschaften tabu sind?“, fragte Sanne nun endgültig verwirrt. Er lächelte nur. „Ich weiß, klingt am Anfang ziemlich kompliziert. Zu der Zeit in der Torben die Panthera führte, waren diese Regeln überlebenswichtig, weil Torben sich einen Spaß daraus machte, dich die Menschen töten zu lassen, die dir in seinen Augen etwas bedeuteten. Selbstverständlich nur um dich noch stärker zu machen. Außerdem um dir klar zu machen, dass er das Sagen hatte.“ An dieser Stelle rollte er mit den Augen. „Nachdem ich anfing mitzumischen hat sich viel geändert. Ich hab Torbens Taktik schnell durchschaut. Somit hab ich mir unter den Jungs heimlich Freunde gesucht. Die heute immer noch meine Freunde sind. Ihnen würde ich mein Leben anvertrauen. Dies empfinde ich im Gegensatz zu Torben nicht als Schwäche, sondern ich weiß, die Jungs würden für mich sterben. Der entscheidende Punkt ist, sie würden ohne Widerworte jeden Befehl von mir ausführen. Auch wenn es bedeuten würde seinen besten Freund zu töten, weil sie wissen, dass ich dies nicht für meine Belustigung erwarten würde. Ich weiß von den Frauen wie auch Freundinnen, aber solange die Jungs hierdurch nicht vergessen was ihr Job ist und meine Anweisungen befolgen hab ich keinen Grund sie zu bestrafen.“ Er legte eine Pause ein bevor er fragte: „Ist es jetzt klarer?“ Sanne hatte es verstanden also nickte sie, aber sie musste das alles erstmal verdauen. Er zog sie näher an sich. Sie legte ihren Kopf auf seiner Brust ab, dann lauschte sie seinem Herzschlag. Unterdessen streichelte er ihr sanft über den Rücken. „Das war für einen Abend ziemlich viel Input, du solltest versuchen noch etwas zu schlafen“, schlug er vor. Sie wollte ihm widersprechen. Er jedoch machte keine Anstalten zu verschwinden, sondern küsste sie sanft auf die Stirn. Deshalb schmiegte sie sich enger an ihn. Nachdem sie einer Weile seinem Herzschlag gelauscht hatte schlief sie ein. Sie wurde von einem Summen wach. Jake tastete nach seiner Hosentasche, zog sein Handy raus, dann drückte er einen Knopf. Danach wandte er sich Sanne zu, küsste sie sanft bevor er flüsterte: „Entschuldige, dass ich dich geweckt habe, aber ich muss jetzt los. Schlaf noch ein bisschen.“ Er küsste sie noch mal, griff seinen Pulli ehe er vollkommen lautlos durch die Tür verschwand. Sanne tastete nach ihrem Handy, nach einem Blick darauf ließ sie den Kopf zurück in das Kissen fallen, es war 4:45 Uhr. Anna würde bestimmt noch schlafen, aber diese Nacht verlangte nach einer sofortigen Berichterstattung. Also tippte sie: „Danke für deinen Einsatz! Hat mir eine erleuchtende Nacht beschert. Ich weiß du schläfst bestimmt noch, aber ich dachte ich informiere dich mal gleich, bis später.“ Kaum hatte sie auf senden gedrückt kam schon die Antwort. „Guten morgäääähhhhnnnn, nee wurde gerade geweckt, weil mein Freund zum Training muss. Hallo es ist 5 Uhr die spinnen alle wenn du mich fragst. Ich hatte eine wunderschöne Nacht. Seth war bei mir, Details später. Aber da du nun auch zu diesem eigenartigen Zeitpunkt wach bist schlussfolgere ich mal, dass du auch geweckt wurdest und somit die Nacht nicht alleine warst? Los ich platze vor Neugier.“ Sanne musste lachen während sie die Nachricht las. Sie antwortete prompt. „Das schlussfolgerst du richtig, aber wir haben nur geredet. Okay das ist geschwindelt, nicht nur geredet aber hauptsächlich, alles noch jugendfrei.“ Die Antwort von Anna ließ wieder nicht lange auf sich warten. „Aha, da bin ich dann später auf Details gespannt. Hast du denn die Info die Jake mit deinem Opa getauscht hat?“ „Nein leider nicht“, antwortete Sanne. „Macht nichts, wir bleiben einfach am Ball, aber jetzt würde ich sagen lass uns etwas schlaf nachholen und später quatschen. Bis nachher, lg.“ Sanne schickte noch eine Nachricht in der sie Anna zustimmte. Anschließend kuschelte sie sich in die Decke die so wunderbar nach Jake roch. Nachdem Sanne das Mittagessen, trotz ständigen Belehrungen ihres Opas, hinter sich gebracht hatte telefonierte sie über zwei Stunden mit Anna. Die Mädchen brachten sich gegenseitig auf den neusten Stand. Seth und Anna hatten im Gegensatz zu Jake und ihr nicht so viel Zeit mit reden verbracht. Sie hatten die Jugend-freie-Zone erfolgreich überschritten. Weiterhin berichtete Anna, es sei wunderschön gewesen. Kein Vergleich mit dem Austauschschüler vor ca. 1 1/2 Jahren, hatte sie noch hinzugefügt. Sanne lächelte gerade darüber als die Tür aufflog. Ihr Opa fragte sie wütend mit wem sie telefoniere. Ruhig wollte sie wissen wo das Problem war, aber er schnaubte nur ehe er ihr Zimmer wieder verließ. Anna meinte es sei wohl besser, wenn sie auflegen würden. Geplant war sich am nächsten Tag zu treffen. Bis dahin würde sie ihrem Opa einfach aus dem Weg gehen. Dies funktionierte prima bis sich Sanne am nächsten Tag zur Tür begab um zu Anna aufzubrechen. Da fing ihr Opa sie ab. Er wollte erfahren wo sie hinwolle. Nachdem Sanne sich erklärt hatte griff sie nach der Tür. Allerdings verhinderte ihr Opa mit einer Handbewegung dass sich diese öffnen ließ. Leslie trat zu ihnen in den Flur. „Was soll das?“, fauchte Sanne wütend. „Ich geh nur zu Anna!“ „Nein gehst du nicht. Dein Handy hätte ich auch gern.“ „Was? Nein! Wieso?“ Doch statt zu antworten bewegte er die Finger. Sofort schwebte Sannes Handy ihm entgegen. „Verdammt was soll das?“, keifte Sanne. „Ich hatte gestern ein sehr aufschlussreiches Gespräch mit Fred. Wir sind uns einig, dass ihr beide derzeit aufeinander einen schlechten Einfluss habt. Anna bekommt ihr Handy heute auch weggenommen. Auch haben wir vereinbart, dass es euch gut tut euch mal eine Weile außer in der Schule nicht zu sehen!“, erwiderte er. „Was? Spinnt ihr? Schlechter Einfluss? Was soll das heißen? Anna ist die beste Freundin die man sich nur wünschen kann, wie könnt ihr, wie kannst du mir das verbieten?“, schrie sie ihn an. „Ich möchte noch mal auf unser gestriges Gespräch verweisen. Wir glauben, dass ihr nicht ernst nehmt was wir euch sagen! Wie gefährlich Männer, insbesondere Panthera euch werden können. Wir wollen euch damit nur Kummer ersparen. Wir wissen wie hinterhältig die vorgehen, um dafür zu sorgen, dass sich arme unschuldige Mädchen wie ihr in sie verlieben. Mit Lügengeschichten über die große Liebe. Oder das sie ja schon keine gute Kindheit hatten. Sich aber mit euch so gut fühlen, dass sie nie Panthera hatten werden wollen. Eben all diesen Schrott, den junge Mädchen wie ihr in dem Alter glauben. Wie dem auch sei, da Anna einen Freund hat den sie nicht mal zu Hause vorstellt, halte ich es für das Beste, wenn du dich von ihr fernhältst!“, schloss er schließlich. Doch Sanne kochte gerade. „Wie kannst du es wagen so über Anna zu reden? Wie kannst du behaupten sie wäre nicht gut für mich? Sie ist meine beste Freundin. Du hast nicht die geringste Ahnung von ihr!“, schrie sie ihn an. „Jetzt beruhigst du dich erstmal“, begann er doch Sanne fiel ihm schreiend ins Wort: „Ich will mich nicht beruhigen! Du hast keine Ahnung, wenn sich Fred nicht so dämlich anstellen würde hätte Anna ihm Seth längst vorgestellt!“ Sie rannte in ihr Zimmer. Dort angekommen warf sie mit aller Wut darüber, wie schlecht ihr Opa über Anna geredet hatte, die mit beiden Händen gepackte Tasche aufs Bett. Im nächsten Moment stieß sie einen Schrei aus. Ihr Bett war in Flammen aufgegangen. Es brannte lichterloh. Leslie mit ihrem Opa stürzte zur Tür rein. Leslie griff nach ihren Schulter nur um sich Sekunden später mit verbrannten Händen von ihr abzuwenden. Als Sanne das sah rannte sie los. Sie rannte in den Park. Dort kauerte sich unter einen Baum. Erst nachdem es dunkel wurde schlich sie langsam zurück nach Hause. Dort fragte sie Leslie, ob sie sie schlimm verletzt hatte. Diese winkte mit einem Lächeln ab. Doch ihr Opa war sauer. Er schickte sie in ihr Zimmer. Etwa eine halbe Stunde später kam er nach. Er hatte ein Schnapsglas mit einer blauen Flüssigkeit in der Hand. Er reichte es Sanne mit der Aufforderung das zu trinken. „Was ist das?“, fragte diese daraufhin. „Das sorgt dafür, dass das was heute Mittag passiert ist zukünftig nie wieder passiert“, gab er kühl zurück. „Aber was war das heute Mittag, ich verstehe nicht“, doch weiter ließ sie August nicht sprechen. „Du musst auch nichts verstehen. Es war ein einmaliger Ausrutscher. Nun trink das!“ Sanne sah ihn daraufhin trotzig an. Sie verschränkte die Arme vor der Brust, da setzte er drohend nach: „Trink das oder du verlässt nie wieder dieses Haus!“ Sanne stiegen die Tränen in die Augen als sie es ihm aus der Hand nahm. Sie trank es ohne weitere Widerworte leer. Danach warf sich weinend aufs Bett bis sie eingeschlafen war. Vor der Schule wartete Anna schon auf sie. Sie beschwerte sich. Ihr Vater wie auch Sannes Opa seien wohl größenwahnsinnig geworden, wegen dem Handyverbot einschließlich des Verbotes sich zu sehen. „Aber egal quatschen wir halt in Geschichte“, hatte sie abschließend verkündet, doch daraus wurde nichts. Alle Lehrer setzten die Beiden auseinander. Die Versuche sich auf magische weise Nachrichten zukommen zu lassen scheiterte auch, da Sanne nicht zaubern konnte. Nach der Schule wurde Anna immer abgeholt. In der Schule standen sie unter Beobachtung der Lehrer. Die Woche verging ohne das Sanne von ihrem Feuererlebnis hätte erzählen können. Dafür wurden die Hänseleien von Cat und Rina weiter ausgeführt. Sanne war es irgendwie egal, irgendwie war ihr alles egal. Sie aß, schlief und ging zur Schule mehr nicht. Es war Samstagabend, da hörte Sanne Leslie mit ihrem Opa streiten, dass er ihr zu wenig zutraute. Außerdem könne er sie nicht vor allem beschützen. Am Sonntagnachmittag kam Leslie gemeinsam mit ihrem Opa in ihr Zimmer. Er räusperte sich bevor er begann, er habe vielleicht etwas überreagiert, aber er habe seine Gründe. Er wolle einfach verhindern, dass sie einem dieser Panthera in die Hände fiel. Erneut wiederholte er seine üblichen Warnungen. Gemeinsam mit Fred sei er inzwischen jedoch zu dem Schluss gekommen, die bisherigen Verbote aufzuheben. Allerdings nur, wenn sie vorher Bescheid was sie vorhatten vor allem auch mit wem. Da die Beiden sich sicher viel zu erzählen hätten, könnten sie sich jetzt in der Stadt treffen. Sanne blickte ihren Opa ungläubig an, dann packte sie ruck zuck ihre Sachen. Sie verabschiedete sich dankend. Draußen angekommen entdeckte sie zwölf entgangene Anrufe sowie fünf Nachrichten, alle von Jake. Sie wählte Annas Nummer die das Ziel Eisdiele durchgab. Dort angekommen beruhigte Anna Sanne erstmal indem sie erklärte, sie sei Freitag mit Hilfe ihrer Mam getürmt. So konnte sie die Jungs über die aktuelle Sachlage informieren. Sanne erzählte ihr dann während dem Eis-Löffeln die Feuergeschichte. Die war Feuer und Flamme. Sie meinte dies hätte bestimmt eine Bedeutung die sie noch herausfinden würden, aber dies müsse heute nun wirklich nicht sein. Heute stand wichtigeres auf dem Plan. Sie zahlten, dann schob Anna sie durch den halben Park, bis sie in der Entfernung zwei Männer in schwarz wahrnahm die sich ruhig miteinander unterhielten, Jake und Seth. Anna lief einen Schritt schneller. Sie warf sich in die Arme von Seth ehe sie sich küssten. Jake dagegen trat ruhig auf Sanne zu. „Hey.“ „Hey“, gab sie zurück. „Dann bis später“, wandte er sich an Seth, griff nach Sannes Hand ehe sie verschwanden. Erst landeten sie in einem Waldstück, dann im Garten eines wunderschönen Hauses mit riesigem Pool. Sanne fiel die Kinnlade runter. Beamen war einfach eine coole Sache am zaubern, aber leider auch sehr schwierig. Deshalb lernte man es erst im letzten Schuljahr. Mal ganz abgesehen davon, dass Sanne sowieso nicht zaubern konnte. Außerdem gab es immer mehr Anti-Beam-Zauber. Jedes Haus hatte eigentlich so einen Schutz, um plötzliche Besuche im eigenen Wohn- oder noch schlimmer Badezimmer zu verhindern. Der Beamschutz sorgte dafür, dass der Besuch, so wie sie jetzt, maximal im Garten landen würde. Doch zum Mal eben von einem Ort zum anderen reisen war es klasse. „Ich glaub der Besitzer des Hauses wird sich nicht so über uns in seinem Garten freuen“, sagte Sanne zu Jake. Der lächelte nur. Er erwiderte: „Das glaub ich nicht! Das ist mein Haus!“ „Deins?“, fragte sie atemlos. „Ja meins!“, lachte er. „Club, Haus, Pool, versuchst du mich zu beeindrucken?“, fragte sie mit hochgezogenen Augenbrauen. Er sah ihr in die Augen. „Ich dachte eigentlich das hätte ich längst“, sagte er bevor er sie leidenschaftlich küsste. „Hey, hey“, sie schob ihn von sich weg. „Das könnte jetzt ja jeder sagen, dass das sein Haus ist“, sagte sie mit frechem Lächeln im Gesicht. Er schüttelte den Kopf. Anschließend wollte er an ihr vorbei zum Haus laufen, als sie ihn schubste. So landete er direkt in dem Pool. Beim auftauchen sah er sie mit gespielt wütender Miene an. Mit einem Satz war er aus dem Pool. Er trat auf sie zu. Sofort wich sie zurück mit den Worten: „Du bist ganz nass!“ Doch alles wegducken sowie der Versuch wegzurennen nützte nichts. Wenige Minuten später waren sie beide im Pool. Dort alberten sie rum. Bis Sanne plötzlich auffiel wie dunkel es geworden war. Es regnete. Jake folgte ihrem Blick. „Los gehen wir rein.“ Mit einer Handbewegung öffnete er die Tür, sie gingen rein. Sanne sah sich um. Offene Küche zum Wohnzimmer hin, Kamin sowie eine Wendeltreppe die in den nächsten Stock führte. Einige Bilder an den Wänden. Aufgrund der Kleidung, Jake mit den anderen Pantheran, wie Sanne vermutete. Dann fiel ihr auf wie sie gerade seinen Boden voll tropfte. Schuldbewusst sah zu ihm. Er reichte ihr gerade ein Wasser. Außerdem wurde es langsam kalt. „Ich versau deinen Boden“, sagte sie kleinlaut nachdem sie einen großen Schluck Wasser genommen hatte. Mit zitternden Fingern stellte sie das Glas weg. Er lächelte sie keck an, dann zog er sie ganz nah an sich. Er legte seinen Kopf an ihren Hals, küsste sie sanft bevor er flüsterte: „Dann wird es Zeit das du aus den nassen Sachen kommst und dich aufwärmst.“ Er ließ ihr keine Zeit zu antworten. Zunächst küsste er sie ganz sanft auf den Mund, dann vergrub er eine Hand in ihren Haaren. Nachdem sie die Arme um ihn legte wurde der Kuss fordernder. Er fuhr mit der anderen Hand ihren Rücken hinunter. Sannes Hände fuhren unter seinen Pulli um ihn dort zu streicheln. Er löste kurz seine Lippen, sie verschwanden, um wie Sanne annahm eine Etage über dem Wohnzimmer zu landen. Nämlich im Schlafzimmer. Er dirigierte sie sanft Richtung Bett. Sie zog ihm den Pulli über den Kopf. Anschließend zog er ihr das Kleid aus. Sie streichelte ihm über die Brust sowie den Bauch. Er hatte mehrere Narben. Während sie ihn vorsichtig küsste, legte sie ihre leicht zitternden Finger an seine Jeans öffnete diese um sie ihm auszuziehen. Er legte die Hände um sie. Sanft küssend drückte er sie aufs Bett, dann legte er sich vorsichtig auf sie. Er küsste sie langsam am Hals hinunter, öffnete ihren BH zog ihn ihr aus und begann ihre Brüste zu küssen wie auch zu streicheln. Sanne seufzte leise. Er rutschte tiefer, küsste ihren Bauchnabel. Anschließend drückte er sanft ihre Schenkel auseinander. Vorsichtig legte er die Hände an ihr Höschen. Auch dies zog er ihr aus. Wieder küsste er sie während er seinen Kopf zwischen ihre Schenkel legte um sie auch hier mit seiner Zunge zu massieren. Jeder Zentimeter von Sannes Körper kribbelte vor Erregung, ihre Finger zitterten, sie stöhnte leise. Gerade fragte sie sich, ob sie jemals etwas so schönes erlebt hatte. Dann rutschte Jake wieder zu ihr hoch. Er küsste wieder ihren Hals. Sie hatte ihre Hände längst in seinem Rücken vergraben. Er zog sich die Short runter, drückte ihre Schenkel noch ein Stück auseinander und als Sanne fühlte was passieren würde, wich alle Farbe aus ihrem Gesicht. Sie war dafür noch nicht bereit. Sie wollte das nicht. Panisch drückte sie sich weg, dann wich sie soweit von ihm wie möglich. Sie zitterte am ganzen Körper. Als Jake sie nun wahnsinnig irritiert ansah drückte sie sich an ihm vorbei. Sie sprang aus dem Bett, schnappte ihre Sachen, rannte die Treppe runter, zog im Laufen ihre nassen Sachen an und rannte im strömenden Regen auf ein Waldstück zu. Sie hatte das Waldstück noch nicht erreicht, da wurde sie von hinten gepackt. Somit wurde sie zum Stehen bleiben gezwungen. Der Versuch sich los zu reißen, war bei Jakes eisernem Griff vergeblich. Er trug nur seine Jeans. Mit ausdruckslosem Blick sah er Sanne an. Nachdem er den Griff lockerte wandte sie sich wieder dem Waldstück zu. Diesmal erwischt er nur eine Hand. Sie schlug ihn mit der anderen, zur Faust geballten, Hand auf die Brust. Sie wollte doch einfach nur weg hier, wenn er es darauf anlegen würde, könnte sie ihm nichts entgegensetzen. Er ließ die zweite Hand los. Also tat sie es mit dieser genauso. Doch er zog sie so nah an sich, dass sie nicht mehr wie wild auf ihn eintrommeln konnte. Die Tränen liefen ihr übers Gesicht. Er sagte kein Wort sondern hielt sie einfach nur fest. Sie hatte keine Ahnung wie lang sie im Regen standen. In jedem fall drehte er sich mit ihr im Arm um. Er geleitete sie durchs Haus ins Badezimmer. Sein Blick war kühl geworden, distanziert. Er nahm ein Handtuch, gab es Sanne bevor er befahl: „Wickel dich darin ein und gib mir deine nassen Sachen!“ Er war sauer, ja klar das wäre ich auch dachte sie. Erst heiß, dann einen Rückzieher machen, wie ein kleines Kind. Sie war noch nicht soweit, aber das würde jemand der schon zig Frauen hatte sowie genau wusste was denen gefiel nicht verstehen. Sie tat das was er gesagt hatte. Daraufhin verschwand er aus dem Bad, um fünf Minuten später mit ihren Sachen, die nun trocken waren zurück zu kommen. „Zieh dich an. Dann komm runter!“, befahl er weiter. Sie tat was er wollte. Als sie unten ankam trug er wie immer Jeans mit Rollkragenpulli. Er öffnete eine Tür die nach unten zu seinem Auto führte. Die Tür hielt er ihr auf, dann fuhr er los.

Wer bin ich wirklich?

Er zückte sein Handy, sagte etwas auf dämonisch, was sie trotz intensiven Lernens nicht verstand, dann legte er wieder auf. Sie dachte irgendwann würden einfach keine Tränen mehr fließen, aber es kamen ständig neue. Er sagte kein Wort. Bis sie vorm Kino ankamen. Der Regen hatte aufgehört. Seine Hände umklammerten das Lenkrad so fest, dass Sanne dachte er würde es gleich auseinander brechen, dann stieg er aus. Er öffnete ihr die Tür. Als sie vor ihm stand begann er mit seiner üblichen eiskalten Stimme: „Sanne, hör mal das“, doch weiter kam er nicht, denn vor ihren Augen zog gerade ein Mann Anna am Arm aus dem Kino. Eine Frau und ein Mann mit einem anderen Mann am Arm folgten ihnen. Sanne brauchte einen Moment um zu erkennen wer es war. Annas Eltern, Seth ebenso ihr Opa. Fred schrie Anna an, was ihr einfiel. Ob sie lebensmüde sei? Er und August hätten sie so oft gewarnt, sich nicht mit so was abzugeben. Dies sei sehr gefährlich. Doch Anna riss sich los. Sie fauchte ihn an, er habe nicht die geringste Ahnung. Weiter kam sie nicht. Sanne war auf alle zugegangen. August hatte zuerst ungläubig, dann jedoch mit blankem Hass in der Stimme ihren Namen gesagt. Er ließ Seth, den er eben noch ruppig hinter sich her geschliffen hatte los. August zögerte nicht einen Todesfluch auf Jake abzuschießen. Doch während Sanne noch fassungslos auf ihren Opa starrte, hatte sich Seth vor sie und Jake teleportiert. Seine Augen leuchteten weiß auf. Offenbar stoppte er den Fluch ohne jegliche Probleme. Diesen ließ er wie in einer Art unsichtbaren Hülle verschwinden. „Ein Luftdämon“, fauchte August. „Seth lass uns verschwinden“, knurrte Jake. Nachdem beide ins Auto gestiegen waren rauschten sie davon. August kam so schnell an Sanne heran wie er konnte, holte aus und verpasste ihr eine Ohrfeige. „Wie kannst du es wagen? Wie konntest du mich so hintergehen? Ich wusste, dass etwas nicht stimmt! Dieser Kerl ist kein Mensch mehr, er ist abgestumpft so wie Torben das wollte. Er fühlt nichts mehr! Hast du mir denn nicht zugehört?“, schrie er Sanne fassungslos an. „Was weißt du denn schon?“, schrie sie zurück. „Du weißt doch gar nichts über ihn! Wenn er doch angeblich so furchtbar ist warum hat er mich dann im Park gerettet? Warum hat er eine Aussage gemacht?“ „Weil er dich manipulieren will, weil er dich für sich will, weil er dich als Trumpf im Ärmel will!“, fauchte August zurück. Einige Leute waren stehen geblieben um dem Familiendrama zu folgen. „Weil was Opa? Weil ich ja so nützlich bin? Ich kann nicht zaubern! Ich kann nichts was ihm etwas nützen würde, ich“, so sehr von Sannes Geschrei provoziert platze es aus August heraus: „Weil du seine Tochter bist!“ Sanne stand da wie vom Donner gerührt. Alles fühlte sich auf einmal leer an. „Weil ich wessen Tochter bin?“, fragte sie beinahe tonlos. „Torbens“, antwortete August genauso still. Auf dem Weg nach Hause sprach niemand mehr ein Wort. Sanne ging sofort in ihr Zimmer. Später hörte sie wie Leslie kam. Die Beiden diskutierten miteinander. Sie schrieb Anna noch eine Nachricht, sie bräuchte sich keine Sorgen machen. Irgendwann schlief sie unruhig ein. Am morgen in der Küche fiel ihr erster Blick auf die Zeitung, von wo sie ihr eigenes Bild ansah die Überschrift lautete: „Lange gesuchte Tochter unseres Leiters für Verteidigung, Torben White endlich gefunden?“ „Sanne?“, begann August vorsichtig. „Was?“, knurrte die nur zurück. „Sanne dein Opa würde dir gerne ein paar Sachen erklären“, fügte Leslie sanft hinzu. „Ha“, begann Sanne verächtlich, „da fängst doch schon an! Bist du Torbens Dad oder von Mam?“ „Weder noch“, begann er, „Sanne hör mir kurz zu, du bist in großer Gefahr.“ „Ja das hast du jetzt ja schon mehrfach gesagt. Ich muss mich vor Pantheran in Acht nehmen die Lügen nämlich immer. Findest du die Aussage nicht scheinheilig?“, fragte sie, aber irgendwie war die anfängliche Wut verraucht. „Sanne, als du bei uns ankamst wussten wir nur, dass du Torbens Tochter bist. Von deiner Mutter wissen wir nicht wirklich etwas. Wir wussten nur das du in Gefahr bist, weil die Möglichkeit bestand das du Torbens enorme magische Talente geerbt und je nachdem wer deine Mutter war, du auch von dieser noch magisches Potential erhalten hattest. Also würde Torben alles daran setzen dich zu töten, weil er befürchten muss, du könntest ihm das Wasser reichen. Wir haben alles vertuscht. Ich nahm dich mit zu mir. Es wurde erklärt du seist bei der Geburt gestorben“, endete er vorsichtig. „Tja blöd nur, dass ich gar keine magischen Talente geerbt habe was? Also war die ganze Arbeit sowie die Angst mit dem Wasserreichen unbegründet. Das Gerede mit den Pantheran hättest dir auch sparen können, weil ich nutzlos bin!“, sagte Sanne betont ruhig. „Keiner weiß warum du nicht zaubern kannst! In jedem Fall hast du aufgrund deiner Gen- und Blut Analysen genug magisches Potential. Wir haben es testen lassen. Genau das ist der Punkt, warum ich dich gewarnt habe. Sanne Torben fürchtet sich davor. Er wird es nicht drauf ankommen lassen, dass die Möglichkeit bestünde das du stärker wirst wie er. Also will er dich nicht am Leben lassen. Jake hingegen, der möchte dich gerne als Trumpf gegen Torben verwenden. Deshalb war er ständig da. Deshalb hat er dich gerettet. Er hat das alles eingefädelt, weil er dich schon im Blick hatte. Er hat mich gerettet um dein Vertrauen zu gewinnen, um zu erreichen, dass du dich im Zweifel gegen alle anderen und für ihn entscheidest. Egal was er dir gesagt hat was er für dich fühlt, all das ist nur Mittel zum Zweck. Du könntest eventuell so stark werden wie er. Da muss er sich absichern. Sanne alles war eingefädelt. Um deine Gefühle zu manipulieren, damit du dich ihn verliebst. Es war alles eine Täuschung! Es tut mir so leid“, schloss er. „Ich geh jetzt zur Schule“, sagte sie tonlos. Er wollte ihr widersprechen, doch Leslie sah ihn warnend an. Auf dem Weg zur Schule ging Sanne alles durch den Kopf. Deshalb war er gestern sauer gewesen, weil sie ihm noch nicht so gefügig war wie er gedacht hatte. Sie schämte sich dafür, wie leicht er sie um den Finger wickeln konnte. Dennoch war da ein Fünkchen Hoffnung. Vielleicht irrte sich ihr Opa. Ihr Geschichtslehrer hatte aufgrund der Titelseite in der Zeitung Mitleid mit ihr. Er ließ sie zu Anna sitzen. Der erklärte sie in wenigen Worten was gestern wie auch heute Morgen passiert war. Anna starrte sie mit offenem Mund an. „Er war sauer, weil du nicht mit ihm geschlafen hast? Sag mal geht’s noch? Wie ist der den drauf?“ Sanne nickte traurig, dann fragte sie nach Annas Abend. Die winkte ab. Sie meinte ihre Mam sehe es locker. Ihr Dad hätte lediglich befohlen, sich von Seth fernzuhalten. Dies hatte zu einer endlosen Diskussion zwischen ihren Eltern geführt. Die wurde heute Morgen wieder aufgenommen. Ihr Dad sei allen Ernstes der Meinung sie wäre zu jung für Männer. Vor allem vor solchen die nur das Eine von einem unschuldigen Mädchen wie ihr wollten. Sie hatte kurz überlegt, ob sie die Sache mit dem Austauschschüler den ihr Dad so nett, charmant wie auh anständig gefunden hatte erwähnen sollte. Sie hatte sich aber doch entschieden ihrer Mam das Feld zu überlassen. Also bräuchte sie sich wegen ihr wirklich keinen Stress machen. Sie sah Sanne mitfühlend an. „Es tut mir so leid. Sanne alles okay? Du wirst auf einmal noch blasser?“ Sanne hatte plötzlich Kopfschmerzen. Einen unglaublichen Druck. Sie rieb sich die Schläfen. „Ich hab das Gefühl als würde mein Kopf gerade in einem Schraubstock hängen.“ Sanne entschied sich dem Druck einfach nachzugeben. Im nächsten Augenblick erstarrte sie. Plötzlich hörte sie eine Stimme in ihrem Kopf. Die Stimme gehörte zu einem Mann. Dieser flüsterte. Dennoch klang die Stimme dabei ganz klar. „Du musst da weg! Sofort!“ Sanne atmete tief durch. Sie wurde verrückt das musste es sein. „Du wirst nicht verrückt, aber du musst da sofort weg! Raus aus der Schule Sanne, sofort!“ Sie griff nach Annas Hand, erklärte ihr sei schlecht. Sie zog Anna mit zum Haupteingang um frische Luft zu schnappen. Dann hörte sie wieder die Stimme: „Sanne sie kommen! Ich warte hinter der Schule auf dich, los lauf!“ Anna sah Sanne fragend an. Doch die sah sich um. Beim Anblick eines Konvoi von Autos, dass vor der Schule hielt aus dem Torben wie auch Jake ausstiegen wandte sie sich an Anna: „Ich muss hier weg. Die wollen nichts Gutes von mir!“ „Ganz runter, dann hinten durch den Notausgang“, plante Anna, „melde dich wenn du kannst und in Sicherheit bist! Jetzt los ich sehe mal, ob ich dir bisschen Zeit verschaffen kann.“ Sanne rannte los. Sie hörte hinter sich Stimmen. Verzweifelt wich sie Flüchen aus, die auf sie abgeschossen wurden bis sie endlich den Notausgang erreichte. Sie riss die Tür auf. Dort rannte sie geradewegs auf einen Mann zu, dessen Haut die Farbe von Karamell hatte. Er hatte schulterlange schwarze Haare und seine Augen leuchteten in den Höhlen wie Feuer. Sanne wusste nicht warum, obwohl er bedrohlich wirkte ging von ihm etwas Vertrautes aus. Also rannte sie weiter auf ihn zu bis die Stimme in ihrem Kopf „runter“ schrie. Sie ließ sich gerade noch rechtzeitig auf den Rücken fallen. Eine riesige Welle aus Feuer brauste über sie hinweg. Sie sah ihr nicht nach, sie sprang auf und war wenige Schritte weiter bei dem Mann. Dieser griff nach ihrer Schulter, dann verschwamm alles um sie herum. Das Letzte was Sanne sah war Jakes eiskalter Blick. Sie landeten vor einer kleinen Blockhütte. Er ließ sie los, dann ging er hinein. Sanne folgte ihm vorsichtig. Sie sah sich um. Ein kleiner Flur von dem zwei Türen, eine ins rustikal eingerichtete Wohnzimmer, die andere in eine Küche führte. Eine Holztreppe führte nach oben. Der Mann kam mit einer Wasserflasche zurück. Er deutete in Richtung Wohnzimmer. Dort gab er ihr das Wasser. „Setz dich“, sagt er ruhig. Sie war doch verrückt geworden. Eben war sie einer eingebildeten Stimme in ihrem Kopf gefolgt. Zusätzlich war sie nun mit einem wild fremden Kerl irgendwo in der Pampa und könnte ihm zur Verteidigung maximal Wasser ins Gesicht spucken. Da wurde das ruhige Lächeln in seinem Gesicht plötzlich zu einem hellen Lachen. Okay vielleicht hatte sie Glück, dachte sie weiter, wenn der einfach so loslacht ist der vielleicht genau so verrückt wie ich. Die Stimme in ihrem Kopf meldete sich zurück. „Ich bin nicht verrückt und du auch nicht.“ Jetzt riss Sanne die Augen auf. Sie starrte fassungslos in das Gesicht ihr gegenüber. „Wie machst du das?“, fragte sie. „Hast du schon mal was davon gehört, dass Dämonen sich mittels Telepathie verständigen können?“ „Ja das hab ich schon mal irgendwo gelesen. Es funktioniert doch aber nur bei Dämonen untereinander im selben Clan oder Familie richtig?“ „Ja genau, das stimmt“, antwortete er zufrieden. „Damit hast du meine Frage aber nicht beantwortet, wie du das machst. Schließlich bin ich kein Dämon?“, legte sie nach. „Was?“ Jetzt sah er sie an wie ein Auto. Ohoh, dachte sie, jetzt erwürgt er mich bestimmt gleich. „Ich erwürge dich garantiert nicht.“ „Könntest du das mal lassen. Das ist echt gruselig!“ „Sanne ist das dein Ernst? Du weißt nicht, ich meine, dann kannst du doch auch nicht zaubern?“, fügte er vorsichtig hinzu. „Tatsache“, gab sie zurück. „Ich kann nicht zaubern! Ich bin also völlig unnütz.“ Jetzt lachte er. „Du bist alles andere als unnütz! Du hast nur keine Ahnung wer du bist. Aber darf ich vielleicht, naja wie sagt man das jetzt? Darf ich mir in deinem Kopf mal einen Überblick verschaffen? Das geht schneller und ich weiß besser bescheid.“ Sie sah ihn zögernd an, nickte jedoch. Er erklärte, dass sie sich einfach nicht wehren sollte. Sie sollte versuchen ganz entspannt zu bleiben. Dann fühlte sie wie ihr Kopf plötzlich in alte Erinnerungen verfiel, Geburtstage, Umzüge, Schule, Anna, Erzählungen ihres Opas, Hänseleien in der Schule, Unterricht und vieles mehr. Er schien in ihren Erinnerungen alles durchzublättern in Windeseile bei einigen Dingen blieb er länger, andere schob er gleich wieder beiseite. Er sah auch die Erinnerungen an Jake. Als er sich hier deutlicher umsah spannte Sanne jeden Muskel an. Er merkte das. Also zog er sich aus dieser Erinnerung zurück. Die letzten Wochen blätterte er weiter durch, auch die zig Warnungen ihres Opas. Er endete bei der blauen Flüssigkeit, dann spürte sie, wie er ihr ihren Kopf wieder überließ. „Okay“, sagte er schließlich nach einer Weile. Er schien die Dinge erstmal selbst ordnen zu müssen. „Sorry, wenn ich bei manchem zu sehr geschnüffelt habe, aber ich hab dafür meine Gründe.“ „Aha“, erwiderte Sanne kühl. Was für eine super Ausrede. Jeder hatte für irgendwas gute Gründe, nur leider erklärte ihr kein Schwein was zum Geier hier eigentlich los war. Sie kam sich vor wie im falschen Film. Ihr fiel Anna ein. Sie griff nach ihrem Handy. Enttäuscht stellte sie fest, dass sie hier keinen Empfang hatte. „Kein Empfang“, sagte der Mann schließlich. Sanne schnaubte frustriert. „War keine Ausrede“, begann er. Erneut verwünschte sie ihn für diesen verfluchten Gedanken-Lese-Dings-Trick. Kaum hatte sie das gedacht, hätte sie sich ohrfeigen können, weil er das ja genauso sehen konnte. Er lächelte. „Also dann fang ich jetzt mal an bisschen Licht ins Dunkel zu bringen. Erstens: Lese ich nicht ständig in deinen Gedanken, ich muss es bewusst steuern. Ebenso kann man dies auch verhindern, aber das bedarf einiger Übung.“ Er atmete tief durch ehe er fort fuhr: „Vielleicht mal damit angefangen, ich bin Piccolo, dein Cousin. Deine Mutter war die Schwester meines Vaters, Feuerdämonen.“ Jetzt sah ihn Sanne an wie vom Donner gerührt. „Das heißt ich bin eine Feuerdämonin? Aber wieso kann ich dann nicht? Wieso hat mir keiner gesagt? Ich meine warum hat meine Mutter nicht?“ In ihrem Kopf drehte sich alles. Das war irgendwie alles zu viel. Piccolo war nach einer elendslangen Erklärung und ständigen zwischen Fragen von Sanne los um ein paar Zutaten für den Gegentrank zu holen. Dieser würde ihre dämonischen Fähigkeiten bis zum morgen zurück bringen. Er hatte versprochen bei der Gelegenheit Anna eine Nachricht zukommen zu lassen damit sie wusste, dass es Sanne gut ging. Er war nach knapp zwei Stunden zurück gewesen, dann hatte er ihr den Trank gegeben. Der hatte zum kotzen geschmeckt, wie Piccolo sie gewarnt hatte. Danach hatte er sie ins Gästezimmer gebracht. Hier dachte sie über das was er gesagt hatte nach. Ihre Mutter wollte sie nicht. Sie hatte sie sofort nach der Geburt vorm Regierungsgebäude ausgesetzt, dann war sie zu ihrem Clan zurückgekehrt. Dort hatte man sie für den Verrat mit einem Zauberer, dann auch noch mit jemandem wie Torben, ein Kind zu haben schließlich getötet. Um genauer zu sein hatte Piccolos Vater sie getötet. Da man davon ausgegangen war, Sanne habe wie in den Zeitungen damals berichtet wurde, nicht überlebt, hatte ihre Existenz keinen interessiert. Doch einige wie er selbst oder offensichtlich auch Jake waren irgendwann über alte Unterlagen gestolpert, laut denen ein Kind von Torben versteckt würde. Also hielt er die Augen offen, als es dann in der Zeitung stand, war ihm klar, dass sie seine Cousine war. Er hatte sie hier her gebracht, weil Torben zu viel Angst vor einem Widersacher hatte. Er wollte sie wie ihr Opa richtig vermutete töten lassen. Zudem auch, weil sobald sein älterer Bruder von ihr erfahren würde ebenfalls großes Interesse an ihr haben würde, wegen ihrer magischen Fähigkeiten. An dieser Stelle hatte Sanne gelacht. Doch er hatte ihr ruhig erklärt, es gäbe keine reinen Dämonen wie noch vor 500 Jahren mehr, sondern nur noch Mischlinge aus Dämonen und Hexen und Zauberern. Die dämonischen Anlagen wären aber dominant. Solange sie diese also nicht beherrsche könne sie tatsächlich nicht zaubern. Erst wenn sich ihre dämonischen Fähigkeiten zeigten, würde auch die reine Hexenseite aktiviert. Er wollte für sie kein Leben im Exil so wie er es führte. Die Gründe hierfür wollte er auch nach mehrfachen nachfragen nicht sagen. Er meinte es sei genug Information für einen Tag. Jedenfalls hatte er sie hergebracht um sie zu trainieren, zumindest soweit, dass sie eine realistische Chance gegen Torben oder gegebenenfalls seine Bruder hatte. All das ging ihr nun durch den Kopf. Irgendwann waren alle Gedanken erloschen. Sie war eingeschlafen. Aus einem Traum mit Jake schreckte sie jedoch hoch. Anschließend war an Schlaf nicht mehr zu denken. Sie sah an sich herunter. Noch immer trug sie die Sachen vom Vortag. Sie brauchte dringend ein paar Sachen von Zuhause. Selbst wenn man zaubern konnte, konnte man nur die Dinge die man in der Nähe hatte herbeizaubern, nichts neu entstehen lassen. Egal um was es ging, ob Klamotten oder Essen, alles musste gekauft werden. Sie sah sich um, da entdeckte sie neben der Tür eine Tasche die wie ihre aussah. Beim Öffnen dieser entdeckte sie all ihre Sachen die sie brauchen würde. Sie zog sich frische Sachen an. Es war 4:50 Uhr. Sie ging runter ins Wohnzimmer. Doch dort angekommen kehrten die Gedanken an Jake zurück. Wie schön es dennoch mit ihm gewesen war. Sie legte die Hände an die Schläfen. Immer wieder murmelte sie: „Raus aus meinem Kopf, so ein Mist!“ Vor lauter Ärger über sich selbst schlug sie die Hände auf den Tisch. Der ging in Flammen auf. „Oh nein, oh nein, oh nein“, stammelte Sanne. „Guten morgen“, sagte Piccolo, machte ein paar Handbewegungen und die Flammen verschwanden. „Setz dich einen Moment“, fügte er ruhig hinzu. „Es war keine Absicht, entschuldige!“, sagte sie niedergeschlagen. Ihre Gedanken kreisten um Jake, dass machte sie nur hibbeliger. Sie dachte das Feuer echt gefährlich und blöd ist, nur um es Sekunden später zu bereuen. Denn Piccolo griff nach ihrer Hand. „Ich hatte mal einen Schüler. Der hat immer wieder aus Versehen irgendwas angebrannt. Seine Eltern hielten ihn deshalb für ein Monster. Sie wollten ihn loswerden. Sein älterer Bruder hatte andere dämonische Fähigkeiten, deshalb diskutierte er mit den Eltern. Sie könnten ihn doch nicht entsorgen. Daraufhin griffen sie den älteren Jungen an. Der Jüngere tötete beide Eltern um seinen Bruder zu retten. Er hatte sie nicht absichtlich getötet, er hatte seine Kräfte nicht im Griff. Er igelte sich ein, wollte von nichts und niemandem was hören. Er benutzte auch seine Kräfte nicht. Was dazu führte das sie immer unkontrollierter wurden. Ständig verletzte er irgendwen. Sein älterer Bruder war mein bester Freund. Also nahm ich mir seinen kleinen Bruder vor, als er vor lauter Frust, weil er sich inzwischen selbst für ein Monster hielt abhauen wollte. Feuer ist nichts Schlechtes! Es ist nicht schlimmer wie andere Fähigkeiten. Es sind die Menschen die Feuer gefährlich machen. Zum einen wenn sie ignorieren wer sie sind. Zum anderen wenn sie ihre Fähigkeiten gegen andere benutzen, weil sie es eben können. Jedem passieren auf dem Weg seine Fähigkeiten zu beherrschen Fehler, aber es kommt darauf an was wir daraus machen!“ „Was ist aus dem Schüler geworden?“, fragte sie vorsichtig. „Er wurde einer der besten Feuerdämonen die ich kenne. Er führt ein schönes Leben mit seiner selbst gewählten Familie.“ Er fehlte ihm. Sanne merkte dies, wusste aber er würde für den Moment nicht mehr preisgeben. Piccolo sah sie ernst an. „Sanne ich weiß, dass dir das Thema missfällt, außerdem bin ich dafür wahrscheinlich der falsche Gesprächspartner, aber es ist wichtig, wenn wir nachher anfangen zu trainieren weißt du warum.“ Er legte eine Pause ein. „Ich bin kein Hellseher, ich weiß nicht was Jake für dich fühlt! Aber ich weiß, dass du das jetzt hin und her denken kannst wie du willst, du wirst für den Moment keine Antwort bekommen. Aber du kannst dich darauf vorbereiten, ihm bei eurem nächsten Treffen, egal wie es läuft, zumindest nicht ausgeliefert zu sein.“ Er hatte Recht. „Also gut dann los. Danke übrigens für meine Sachen.“ Er erklärte kurz, er sei noch bei ihrem Opa eingebrochen. Dort habe er eine paar Sachen entwendet. Dann traten sie nach draußen. „Also wir fangen an mit warm laufen. Zwei Runden durch den Wald. Keine Sorge, die sind nicht so klein wie du grad hoffst. Ich pass mich an dein Tempo an, also los.“ Sanne japste nach den zwei Runden nach Luft. Piccolo reichte ihr eine Wasserflasche. „Okay weiter, im Gegensatz zu Magie geht es bei Feuer rein um deine Gedanken. Du musst voll bei der Sache sein! Es geht um deine Vorstellungskraft! Wenn du es irgendwann beherrschst kannst du zig Sachen nebenher machen und dir deine Flammen trotzdem vorstellen, aber bis dahin brauchst du deine volle Konzentration, eben ohne Ablenkung wie Jake!“, legte er mitfühlend nach. „Also streck die Hand aus. Stell dir vor wie darauf ein Feuerball auftaucht“, sagte er, dann machte er es vor. In der Zweiten ließ er auch einen auftauchen. „Ach so hatte ich vergessen. Dämonen können in 99 % der Fälle mit beiden Händen ihre Fähigkeiten wirken. Mit etwas Talent ebenso Training können sie später auch mit beiden Händen Magie wirken. Sie haben nicht eine primäre Magiehand, aber ich denke mit Magie wird das bei dir ganz leicht, weil du ja alle Handbewegungen gelernt hast. Also los, Feuerball!“ Sanne schloss die Augen. Sie versuchte sich den Feuerball vorzustellen. Doch kaum war der Gedanke da dachte sie an ihre bisherigen Misserfolge mit Feuer. Ihr Bett, Leslie wie auch der Tisch. „Sanne, pass mal auf“, sagte Piccolo beruhigend. Seine Augen leuchteten wieder wie Feuer. Er hob die Hände. Der Wald hinter ihr ging in Flammen auf. Nur wenige Sekunden später schwebten die Flammen einschließlich jedes einzelnen Fünkchens in Piccolos Hände zurück um dort zu verschwinden. „Es ist keine bestimmte Handhaltung nötig. Stell es dir einfach vor. Keine Sorge ich bin da!“ Sanne versuchte es wieder und wieder und wieder doch der Ball verschwand immer oder flog einfach aus ihrer Hand. Sobald ihr etwas gelang schob Piccolo eine weitere Schwierigkeit nach. Sie tat was er sagte, ließ den Ball vor ihr her schweben, machte diesen großer, kleiner, ließ ihn verschwinden und übte bis Piccolo sagte: „Okay das sieht doch schon gut aus, machen wir weiter“, er legte eine Pause ein. „Kampftraining, allerdings anders wie bei dir in der Schule. Du kämpfst gegen mich. Ich werde nicht zimperlich mit dir umgehen, denn in der Realität interessiert es auch keinen ob du grad Schmerzen hast oder sonst was! Verstanden?“ Sie nickte, innerhalb der ersten fünf Minuten hatte Piccolo ihr so viele Verletzungen zugefügt, dass sie sich nicht erinnern konnte wann sie jemals zuvor so viele gehabt hätte. Selbst bei dem Versuch seinen Schlag zu blocken ächzte ihr Knochen von der Kraft des Aufpralls. Sanne lag mehr auf dem Boden wie alles andere, doch sie stand wie von Piccolo gefordert immer wieder auf. Bis er schließlich sagte: „Genug für heute gehen wir rein.“ Er ging mit Sanne in den 1. Stock griff nach einer Sprühflasche und reichte sie Sanne. Sie sah ihn fragend an. Dies sei eine super Erfindung von Beni, den sie ja kannte. Sie müsse damit nur ihre Verletzungen einsprühen. Anschließend sollte sie duschen, dann würden die ruck zuck verschwinden. Nach der Dusche sah sie auf die eigentlich wunden Stellen. Es war tatsächlich fast nichts mehr zu sehen oder zu spüren. Piccolo hatte inzwischen gekocht. „Ich koch lieber normal. Mit magischem kochen hab ichs nicht so“, hatte er lachend hinzugefügt.

Die nächsten sechs Wochen vergingen genau im Schema des ersten Tages mit täglichen Steigerungen der Schwierigkeit. Es war am Montag nach sechs Wochen, da setzte sich Piccolo ihr gegenüber auf den Sessel. „Es wird Zeit das du lernst deine Gedanken vor anderen Familien oder auch Clanmitgliedern zu schützen. Es funktioniert ganz einfach du musst in Gedanken kämpfen. Dir eine Art Mauer vorstellen hinter die du alle Gedanken sperrst. Durch die Mauer lässt du niemand durch. Im Gegenzug lernst du auch nach meinen Gedanken zu tasten. Am Anfang klingt das auch wieder kompliziert, aber sobald du den Dreh raus hast wird es Routine. Also los versuchen wir es gleich!“ Er drang in ihren Kopf ein. Dort wühlte er ein paar belanglose Erinnerungen durch, doch Sanne schaffte es trotz aller Anstrengung nicht ihn aus ihrem Kopf zu bekommen. Auch in seinem Kopf kam sie nicht weiter. Er ließ sie eine Erinnerung mit 6 weiteren jungen Männern sehen. Sie waren an einem wundervollen See. Offenbar hatten sie unglaublich viel Spaß. Doch sobald sich die Männer umdrehten machte er dicht, als Ansporn wie er sagte. Das wäre ihre Aufgabe. Irgendwie schien die Erinnerung ewig her zu sein. Dennoch sah Piccolo kaum älter aus als sie, also fragte sie vorsichtig: „Wie alt bist du eigentlich?“ Er lachte. „Ach ja da ist die Schulinfo ja auch nicht so berauschend. Also Vampire altern nicht. Sie bleiben optisch in dem Alter in dem ihre Stärke vollkommen ausgreift ist. Was bei einigen ziemlich dämlich ist, da manche leider schon mit 13 oder so auf dem Höhepunkt ihrer Fähigkeiten sind. Dämonen, altern normal bis sie 20-25 Jahre sind. Danach altern sie kaum mehr, ich bin 86.“ „Oh“, war alles was Sanne raus brachte, dann mussten beide lachen. So kam die nächsten 2 Wochen das Mental Training hinzu. Allerdings ohne Erfolg. Sanne schaffte es einfach nicht Piccolo aus ihrem Kopf zu bekommen. Nach diesen zwei Wochen ohne Erfolg, griff Piccolo gezielt nach der Erinnerung von Sanne und Jake in ihrem Zimmer ebenso in Jakes Haus. Parallel griff er nach den Erinnerungen an Dinge die Anna ihr über Seth erzählt hatte. Nachdem er das tat spürte Sanne eine Kraft in sich die Piccolo aus ihrem Kopf schmiss. Im Gegenzug konnte sie seine Erinnerung ganz klar sehen. Die Männer drehten sich um, Sanne kannte nur zwei mit Namen, Seth und Twice. Drei weitere hatte sie schon mal bei den anderen Pantheran in Jakes Club gesehen. Den letzten kannte sie nicht. Doch diese Erinnerung verschwamm. Sie wich plötzlich einer ganz furchtbaren Erinnerung voller Schmerz. Sanne konnte es fühlen. Da standen dieselben Männer in unmittelbarer Nähe. Alle voller Schmerz, direkt neben einem unglaublich großen Feuer. Da war Seth der mit schmerzverzerrtem Gesicht vor dem Feuer kniete. Die Hände hatte er voller Gras. Offenbar hatte er das aus lauter Verzweiflung ausgerissen. Genau das beschrieb diese Situation: Verzweiflung. Dann war es, als würde ihr jemand mit voller Wucht gegen den Kopf schlagen als Piccolo sie aus seinen Gedanken warf. Er sah sie wütend an, stand auf, dann verschwand er nach oben. Sanne blieb auf dem Sofa, schlief jedoch nicht, das konnte sie nicht. Was war passiert, dass sie offenbar Freunde gewesen waren und er nun ganz allein hier lebte. Es war kurz nach halb fünf, da tauchte Piccolo wieder unten auf. Er entschuldigte sich. Er habe wohl etwas ungehalten reagiert, aber dies sei eine Erinnerung über die er nicht reden wolle. Dies nahm Sanne für den Moment so hin. Also starteten sie wieder ins Training. Jedoch mit der Steigerung, dass Sanne nun während dem Kämpfen auch ihre Gedanken verschließen musste. Zu Sannes und auch Piccolos Überraschung klappte dies von Anfang an sehr gut. Sie nahmen das Teleportieren von A nach B mit dazu. „Einfach denken wo du hin willst“, hatte Piccolo hunderte Male wiederholt, während sie versuchte sich von Baum A nach Baum B zu teleportieren. Doch nach zwei Wochen klappte auch das. So das sie das Magie Training endlich hinzu nehmen konnten. Bereits nach dem ersten Tag erklärte Piccolo, dies habe sie drauf. Endlich hatte der von ihr verhasste praktische Magie Unterricht doch einen Sinn gehabt. An diesem Abend saßen die beiden vorm Fernseher. Sanne schnaufte schwer. Wie es Anna wohl ging mit Seth oder auch ihrem Opa. Obwohl er das rein offiziell betrachtet gar nicht war. Am nächsten Tag beim Training bemängelte Piccolo, Sanne sei nicht bei der Sache. „Willst du mir verraten was los ist?“, fragte Piccolo ruhig. Ebenso mit etwas stolz in der Stimme, weil sie es schaffte das er nicht mal eben nachschauen konnte. „Sie fehlen mir“, erwiderte Sanne. Sie wusste das Piccolo immer wenn er einkaufen oder sonst wo gewesen war Anna kurz per schreiben informiert hatte, wie es Sanne ging. Dennoch hatte sie keine Ahnung wie sie sich fühlte. Doch anstatt wie Sanne angenommen hatte er ein paar nette Worte zu finden wurde er ungehalten. „Sanne, das muss aufhören!“ Sie starrte ihn irritiert an. Was bitte musste aufhören. „Freunde sind nichts Gutes!“, sagte er barsch. Sanne traute ihren Ohren nicht. Sie starrte ihn fassungslos an. „Freunde machen dich angreifbar. Jemand wie Torben oder Baltazar werden nicht davor zurück schrecken dich mit deinen Freunden zu erpressen!“, fügte er sanfter hinzu. Stopp, in Sannes Kopf rauchte es. Zum einen, weil er ihr gerade erklären wollte, ihre Freunde seien ihretwegen in Gefahr, zum anderen hatte er gerade Baltazar gesagt? Baltazar, das wusste sie ausnahmsweise aus dem ansonsten doch eher öden Fach magische Geschichte, war einer der schlimmsten Dämonenfürsten aller Zeiten. Er war an Grausamkeit nicht zu übertreffen. Alle Dämonenclans, einschließlich der Fürsten, fürchteten sich vor ihm. Keiner wagte es jemals ihm zu widersprechen. Obwohl er erst seit knappen 15 Jahren den Clan seines Vaters übernommen hatte. Warum zum Geier sollte sich dieser Typ für sie interessieren? Sie sah Piccolo direkt in die Augen, dann fragte sie: „Baltazar? Was würde ein Dämonenfürst der alles bekommt was er braucht von mir wollen?“ Piccolo atmete tief durch. „Er will dich, ebenso deine Fähigkeiten in seinem Clan und nicht bei Torben. Eher würde er dich töten, als zuzulassen das Torben jemanden mit deinen Fähigkeiten hat.“ „Du spinnst doch dieser Baltazar weiß doch gar nichts von mir. Außerdem sind meine Fähigkeiten doch einfach normal. Ich meine du kannst das doch auch alles!“, fügte sie ein wenig trotzig hinzu. „Diese enormen Fähigkeiten sind in unserer Familie normal. Deshalb hat mein Bruder Baltazar“, weiter kam er nicht, denn sie war vier Schritte weg gelaufen. „Stopp, Stopp, Stopp jetzt wird es zu viel, dein Bruder Baltazar?“ Nachdem er nickte begann sie auf und ab zu laufen. „Du willst mir damit sagen, dass ich noch nicht gestraft genug bin, mit einem verrückten Vater der sich vor meinen Fähigkeiten fürchtet und mich deshalb lieber töten lassen will, obwohl er diese Dämonensache gar nicht weiß. Sondern das ich dazu noch einen der kaltblütigsten Dämonenfürsten seit ewiger Zeit zum Cousin habe der mich auch für seine Zwecke will?“, schloss sie schließlich. Piccolo nickte ruhig. „Deshalb bist du hier. Damit du deine Fähigkeiten soweit lernen konntest um beiden gegenübertreten zu können und eine Chance zu haben. Genau deshalb ist etwas wie Freundschaft, unnötiger Ballast.“ Jetzt war Sanne nicht mehr durcheinander jetzt war sie sauer! „Wenn diese ganzen Leute es auf mich abgesehen haben und meinen Freunden etwas tun wollen dann“, er unterbrach sie barsch. „Dann was? Das sind nicht irgendwelche dahergelaufenen Dämonen oder Zauberer. Die sind nicht schwach, die trainieren täglich. Die sind verdammt gefährlich. Die schrecken garantiert nicht davor zurück jemanden zu töten nur weil du das nicht willst!“, schloss er schließlich. Jetzt sah Sanne ihm direkt in die Augen, ihr Körper war wie elektrisiert. Sie sagte mit fester entschlossener Stimme: „Dann muss ich einfach nur besser sein als Die.“ Sie wandte sich um, dann rannte sie durch den Wald bis sie die Klippe erreichte unter der sich ein riesiger See befand. Sanne stand ca. 20 Meter vom Klippenrand entfernt, schloss die Augen, streckte die Hände aus und ließ dieses Gefühl der Elektrizität durch ihren Köper strömen. Sie öffnete die Augen. Vor ihr erschien eine gigantische Welle aus Feuer. Sie ließ die Welle über die komplette Breite des Sees strömen. So nah am Wasser das es anfing zu dampfen. Am Ende des Sees bäumte sich die Welle auf um die Richtung zu wechseln. Auf der Hälfte des Rückwegs zu ihr, folgte sie einer plötzlichen Eingebung. Sie ließ ihre Feuerwelle im See untertauchen nur um Sekunden später direkt vor ihr am Klippenrand wieder in den Himmel zu steigen. Anschließend ließ sie die Welle verschwinden. Sie ließ die Hände sinken ehe sie tief durch atmete. Dieses Gefühl war unfassbar. Hinter ihr räusperte sich jemand. Sie drehte sich um. Als sich ihre Blicke trafen sah sie ihre eigenen Augen in seinen. Sie leuchteten, aber nicht wie bei ihm, denn in ihren Augenhöhlen waren blaue Flammen. Piccolo lächelte sie an. Stolz meinte er: „Du hast es. Ich kann dir nichts mehr beibringen!“ Sie trat auf ihn zu. Er nahm sie kurz in den Arm. Gemeinsam liefen sie zurück. „Verwandeln sich eigentlich bei allen Dämonen nur die Augen?“, fragte sie. Dies hatte er bestätigt. Warum ihre blau wurden und nicht normales Feuer konnte er sich allerdings nicht erklären. In der darauf folgenden Woche wurde Sanne bewusst, was er an der Klippe gesagte hatte. Sie besiegte ihn in jedem Kampf, sie hatte alles gelernt. Doch war da diese Frage nach seinen Gedanken. Ebenso die tiefe Abneigung gegen Freundschaften, die Sanne nicht schlafen ließ. Im Wohnzimmer angekommen war sie überrascht, denn Piccolo saß mit einem Foto auf dem Sofa. Er reichte es ihr, nachdem sie sich zu ihm gesetzt hatte. Das Foto zeigte ihn mit Seth, Twice und den vier Anderen deren Namen sie nicht kannte. Sie sah ihn an, dann fragte sie: „Was ist passiert?“ Er schloss die Augen. Er zeigte ihr was passiert war, dies kommentierte er in ihrem Kopf. „Ich war Seths bester Freund. Wir hatten uns alle zusammen dieses Haus am See gekauft. Eine kleine zusammen gemischte Familie. Meine Schwester Ashley brachte damals Maya mit zu uns. Seth verliebte sich in sie. Die beiden wurden ein Paar. Alles sah so gut aus, bis ich mitbekam, dass sie sich öfter wegschlich. Ich folgte ihr bis zu meinem Bruder, Baltazar. Sie warf sich ihm an den Hals. Sie meinte, sie würde diese Schauspielerei mit Seth nicht mehr lange aushalten. Er bat sie durchzuhalten. Es hätte bald ein Ende. Ich fing sie ab um sie zur Rede zu stellen. Sie meinte nur ich könne machen was ich wolle. Seth würde ihr aus der Hand fressen. Leider hatte sie damit Recht. Wir stritten uns ständig wegen ihr. Er war der Meinung ich sei eifersüchtig, dabei wollte ich ihn nur schützen. Er machte ihr einen Heiratsantrag den sie selbstverständlich annahm. Ich sollte Trauzeuge werden. Mein kleiner Bruder Brian schlich sich bei Baltazar raus um mich regelmäßig über ihre Pläne zu informieren. Es war geplant Seth vor der Hochzeit zu töten. Seth ist der letzte Luftdämon, er hat damit im Rat der Dämonenfürsten ein hohes Mitspracherecht und keine Angst vor Baltazar. Deshalb wollte er ihn loswerden. Ich versuchte noch mal mit ihm zu reden. Er glaubte mir nicht, er ging davon aus, ich würde ihm sein Glück nicht gönnen. Er meinte, wenn das so ist bräuchte ich am nächsten Tag nicht zur Hochzeit kommen. Ich ging bis Brian mir verriet das Maya ihn am selben Abend töten sollte. Seth war mit ihr alleine romantisch im Mondschein spazieren gegangen. Sie hatten ein kleines Feuer gemacht. Seth hatte ihr gerade den Rücken zugewandt als ich die Beiden endlich fand. Sie hatte sich nah ans Feuer hinter ihn gestellt, ihre Augen begannen zu leuchten ehe sie die volle Gewalt der Flammen auf Seth los ließ. Er hätte keine Chance mehr gehabt. Er wäre verbrannt worden, aber ich war schneller. Ich drängte sie zurück in das Lagerfeuer, dann erhöhte die Hitze so lange bis sie ihr nicht mehr standhalten konnte. Schließlich verbrannte sie. Seth hatte gerufen, gefleht und war vor dem Feuer auf die Knie gesunken, weil er nichts anderes tun konnte wie ihr beim Sterben zu zusehen. Der Rest hatte Seth gehört. Sie waren bei uns aufgetaucht, aber auch sie konnten nichts mehr für sie tun. Seth sah mich an. Er fragte mich warum ich ihm das antun konnte, auch der Rest, außer Cole und Twice schienen sich das zu fragen. Cole und Twice hatten mir am meisten geglaubt, wenn ich Seth vor Maya gewarnt hatte. Es war auch Cole der mir folgte nachdem Seth mich in seiner Verzweiflung angriff und ich floh. Cole wollte mich begleiten, aber ich sagte ihm, sein Bruder bräuchte ihn dringender. Baltazar brachte Brian für diesen Verrat an ihm um ehe ich etwas tun konnte. Seit diesem Tag lebe ich hier allein“, endete er. Er hatte ihr alle Situationen die er beschrieb auch gezeigt. Ihr liefen Tränen über die Wangen, sein bester Freund wusste nicht, dass er alles nur getan hatte um ihn zu retten. „Hast du das Seth je gezeigt oder gesagt?“, fragte sie schließlich sanft. „Nein er wirkte nicht so, als ob er sich von mir irgendwas erklären lassen würde. Außerdem dachte ich es wäre sicherlich einfacher für ihn mir die Schuld geben zu können!“, antwortete er um dann aufzustehen und das Haus zu verlassen. Sanne wartete auf ihn. Er kam gegen Mittag wieder. Sie sah ihn ernst an. „Der Schüler von dem du mir erzählt hast war Cole oder?“ Er lächelte ehe er dies bestätigte. „Wie viele Geschwister hast du? Ich hab irgendwo den Faden verloren“, gab sie ehrlich zu. „Noch drei, Baltazar, Ashley und Julian. Brian war der jüngste, ebenso wie ich nicht sehr versessen auf mehr Macht wie unser Clanführer und Bruder!“, erklärte Piccolo ruhig. Das alles tat ihr furchtbar leid, sie sagte es ihm. Er winkte ab. Eher beiläufig meinte er, es sei schon 60 Jahre her. Jetzt zähle die Gegenwart. Es war nun genug mit verstecken spielen. Sie würden sich heute Abend mal bisschen unters Volk mischen, fand Piccolo. Unter bisschen unters Volk mischen, meinte er in Jakes Disko aufzutauchen. Bei dem äußern ihrer Bedenken, hatte er nur cool zurückgegeben, dass sie früher oder später doch bei Torben landen würde. So hätte sie es gleich hinter sich. Sie sah ihn perplex an. Sie müsse sich nicht vor Torben fürchten, schließlich hatten sie dafür trainiert, meinte er zuversichtlich. Wenn Sanne ehrlich war, war Torben ihr kleineres Problem.

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