Kitabı oku: «Russian Mafia King»
Sarah Glicker
Russian Mafia King
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Inhaltsverzeichnis
Titel
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Impressum neobooks
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Sarah Glicker
Russian Mafia King
Sarah Weber
Alter Postweg 31a
48477 Hörstel
Copyright by Sarah Weber
Model: Anatoli Weber
Alle Rechte vorbehalten!
Vervielfältigungen, auch auszugsweise, bedürfen der offiziellen schriftlichen Genehmigung der Autorin!
Anatoli
Die ganze Nacht liege ich wach in meinem Bett und beobachte die nackte, schlafende Frau, die sich neben mir befindet. Seelenruhig schlummert Sarah in den dicken Kissen. Ihre Atmung ist ruhig und gleichmäßig. Und genau diese Ruhe geht auch auf mich über. Bei ihrem Anblick gehen mir immer wieder die Worte meines Vaters durch den Kopf. Vorhin habe ich versucht es vor ihr zu verbergen und mir nichts anmerken zu lassen. Doch ich bin mir nicht sicher, ob mir das auch wirklich gelungen ist. Ihr durchdringender Blick hat mich immer wieder getroffen und sie schien über etwas nachzudenken. Und ich kann mir vorstellen, worum es dabei ging.
Ja, sie hat nichts gesagt und keine Fragen gestellt. Doch das heißt nicht, dass ich es vor ihr verheimlichen konnte. Allerdings muss ich es ihr früher oder später sagen. Es betrifft sie schließlich auch. Da kann und will ich es nicht ewig vor ihr Geheimhalten. Ihr Leben wird sich dadurch genauso verändern, wie meines auch.
Unter der Voraussetzung, dass sie bei mir bleibt.
Mir gefällt dieser Gedanke nicht. Doch er stimmt. Schließlich ist es etwas anderes, mit der Nummer zwei eine Beziehung einzugehen, als mit dem Boss. Das ist sogar mir bewusst. Sie wird so noch mehr zur Zielscheibe und muss dementsprechend auch noch mehr geschützt werden. Doch diesen Preis bin ich bereit zu zahlen. Ich habe mehr als genug Leute zur Verfügung, um sie zu jeder Zeit ideal beschützen zu können. Für mich steht nämlich fest, dass ich mich nicht von ihr trennen werde.
Sarah gehört an meine Seite und das wird sich auch nicht ändern!
Ihr Anblick fesselt mich. Ich weiß nicht, womit ich diese Frau verdient habe. Ich weiß nicht, ob es ein Test ist. Ein Test, wie sehr ich meine eigenen Ziele verfolge. Oder ob ich wirklich in der Lage bin, mich auf eine Beziehung einzulassen. Doch bei ihr ist es mir auch egal. Fakt ist nämlich, ich habe sie nun an meiner Seite und habe auch nicht vor, sie wieder gehen zu lassen.
Ich bin so sehr in meine Gedanken versunken, dass ich gar nicht merke, wie es draußen immer heller wird. Erst, als Sarah ihre Augen öffnet und ihre langen Fingernägel über meine Brust streichen, wird mir klar, wie späte es ist und das sie bereits wach ist.
„Hi“, flüstert sie verschlafen, nachdem sie zu mir aufgesehen hat.
Ihre Augen sind klar und hell. Sie geben mir zu verstehen, dass es nichts gibt, was ihr entgeht. Doch ich bin mir nicht sicher, ob ich das gut finde oder nicht. Nicht in diesem Fall.
Der Klang ihrer Stimme macht mir auch klar, was ich zu tun habe. Auch, wenn mir das bestimmt nicht leicht fallen wird. Doch nur weil ich mich nicht von ihr trennen werde, so weiß ich doch, dass sie sich trotzdem von mir trennen kann. Und das ist etwas, was ich vermeiden will.
Mir ist bewusst, dass ich viel von ihr verlange. Als der neue Boss lastet auch eine große Last auf ihr. Doch ich werde sie zur glücklichsten Frau machen.
„Du siehst aus, als hättest du in der letzten Nacht keine Sekunde geschlafen“, stellt sie als Nächstes fest.
Ihre Stimme ist sanft. Beinahe so wie die meiner Mutter, als ich noch ein kleiner Junge war und etwas angestellt habe. Merkwürdigerweise komme ich mir gerade aber auch so vor.
„Könnte daran liegen, weil ich wirklich nicht geschlafen habe“, erwidere ich und überlege dabei, wie ich es ihr am besten erklären kann. Das ist schließlich nichts, was man mal eben so sagt.
Doch in der letzten Nacht habe ich mir mehr als einmal den Kopf darüber zerbrochen und bin zu keiner Lösung für mein Problem gefunden. Dabei bin ich sonst niemand, der auf den Mund gefallen ist.
Nachdenklich und abwartend sieht sie mich an. Ich habe diese Mischung noch nie an ihr gesehen, doch sogar ich weiß, dass ihr nicht entgangen ist, dass mich etwas beschäftigt.
Für eine Frau, die in meinen Kreisen groß geworden ist, wäre das sicherlich einfacher zu verstehen. Die meisten legen es sogar darauf an, sich so einen Mann zu angeln. Sie wollen ein Leben in Reichtum und Luxus führen und dafür ist es ihnen auch egal, dass sie sich ihre Männer bei jeder Gelegenheit von einer Schlampe einen blasen lassen. Ihnen sind die Designerklamotten, die zum massenhaft im Schrank hängen haben, einfach wichtiger.
Doch bei ihr ist das nicht der Fall. Und das gehört zu den Dingen, die ich so sehr an ihr liebe. Und auch die Tatsache, dass sie das alles nicht abschreckt, steht ganz oben auf meiner Liste. Es zeigt mir, wie stark sie ist.
„Was ist los?“, fragt sie mich schließlich, als ich auch nach einer Ewigkeit noch kein Wort darüber verloren.
Sanft streiche ich über ihre Wange. Dabei denke ich darüber nach, ob ich nicht doch noch etwas Zeit schinden sollte. Die Wahrheit sieht aber so aus, dass ich keine Ahnung habe, wie ich das machen sollte. Ganz davon abgesehen wäre es wahrscheinlich auch egal, wie dieser Versuch aussehen würde. Sarah würde sofort merken, dass ich nur ihrer Frage aus dem Weg gehen will.
„Ich hatte gestern eine Unterhaltung mit meinem Vater“, murmle ich und küsse sie dann.
Für einen Moment erwidert sie diesen Kuss. Doch dann zieht sie sich zurück und schüttelt den Kopf.
„Netter Versuch, wirklich. Aber ich spüre, dass du mir etwas sagen willst. Und das will ich zuerst hören. Was wollte dein Vater?“
Ihr Blick sagt mir, dass sie neugierig ist. Ihre Stimme verrät mir aber, dass sie sich nicht sicher ist, ob sie es wirklich wissen will.
„Ich bin in die USA gekommen, um die Geschäfte in seinem Namen fortzuführen.“
Von einer Sekunde auf die andere sieht sie traurig aus. Erst jetzt wird mir bewusst, dass sie denkt, dass ich wieder verschwinde. Und wahrscheinlich hatte sie diesen Gedanken in der letzten Zeit immer wieder und geht nun davon aus, dass ich wieder verschwinde.
Sonst würde sie wohl nicht sofort wieder daran denken, oder?
Diese Frage hilft mir kein Stück weiter, deswegen schiebe ich sie schnell wieder zur Seite. Später kann ich mich noch immer damit befassen, wenn ich das dann noch immer will.
„Er hat sie mir komplett überlassen. Ich bin nun hier der Chef.“
Überrascht sieht sie mich an und richtet sich dabei ein Stück auf. Ich habe keine Ahnung, was in ihrem Kopf vor sich geht, doch ich bin mir sicher, dass sie das erst einmal verdauen muss. So würde es mir jedenfalls gehen. Doch das ändert nichts daran, dass ich ungeduldig darauf warte, dass sie endlich etwas sagt. Doch ich gebe sie ihr und mache ihr keinen Druck.
„Wow“, entfährt es ihr nach einer gefühlten Ewigkeit und unterbricht so die Ruhe, die sich zwischen uns ausgebreitet hat.
Sarah versucht es zu verstecken, doch ich sehe es ihr nicht nur an, dass sie unsicher ist, sondern höre es auch an dem Klang ihrer Stimme. Sie weiß nicht so recht, was sie von meinen Neuigkeiten halten soll. Doch ich will, dass sie noch mehr dazu sagt, damit ich besser einschätzen kann, was in ihrem Kopf vor sich geht und ich weiß, wie ich mich verhalten soll.
Doch genau das ist es, was sie nicht macht.
Keine Sekunde lasse ich sie aus den Augen. Ich lehne mich mit dem Rücken an dem Kopfteil des Bettes an und ziehe sie an mich heran, sodass ihr Kopf auf meiner Brust liegt. Fest umschlinge ich sie, sodass sie nicht zurückweichen kann.
„Ich weiß, dass das nicht unbedingt leicht ist, für keinen von uns“, fahre ich fort. „Auch für mich wird es eine große Umstellung werden.“
Ich hasse es, wenn ich nicht weiß, was in ihr vor sich geht. Es kommt mir vor, als würde ich so keine Chance haben zu verhindern, dass sie sich von mir entfernt, wenn sie das will. Und das ist etwas, was ich unbedingt vermeiden will.
„Ja, so kann man das wahrscheinlich auch bezeichnen“, flüstert Sarah, wobei sie sich aber anhört, als wäre sie mit ihren Gedanken ganz woanders.
Sie weicht mir aus.
Ein paar Sekunden bleiben wir noch liegen, bevor sie sich von mir löst und aufsteht. Es gefällt mir nicht, doch ich will sie auch nicht einengen. Deswegen bleibt mir nichts anderes übrig, als ihr dabei zuzusehen, wie sie nach meinem Shirt greift, dass auf dem Boden liegt und es sich über den nackten Oberkörper streift.
„Ich muss das machen“, versuche ich es ihr zu erklären. „Es sind unsere Familiengeschäfte. Mein Vater hat mir ehrlich gesagt auch keine Wahl gelassen. Wenn er was sagt, macht man es einfach. Aber es ist auch das, was ich in den letzten Jahren schon wollte.“
Langsam dreht sie sich zu mir um und sieht mich an.
„Du musst dich vor mir nicht rechtfertigen“, erwidert sie und setzt sich dabei so auf die Bettkante, dass sie mich besser sehen kann. „Ich kenne mich in diesen Dingen zwar nicht so aus, eigentlich weiß ich manches nur aus Filmen und Serien, aber ich weiß, dass es von einer Generation an die Nächste weitergegeben wird. Ich frage mich nur, was das für uns bedeutet.“
Ich erkenne die Unwissenheit in ihrer Stimme. Und die passt wiederum zu der Ratlosigkeit in ihrem Blick, als sie mich ansieht.
Um dafür zu sorgen, dass sie sich nicht von mir entfernt, richte ich mich auf und rücke näher an sie heran. Meine Hand lege ich an ihre Wange und streiche sanft darüber.
„Ich werde immer bei dir bleiben. Zwischen uns wird sich nichts ändern. Du wirst die Frau an der Seite eines sehr mächtigen Mannes sein, was dich zu einer sehr mächtigen Frau macht. Und ich bin mir sicher, dass meine Mutter dir helfen wird, wo sie nur kann. Sie ist total begeistert von dir, das habe ich gestern sofort gesehen. “
Kaum habe ich ausgesprochen, drücke ich meine Lippen auf ihre und küsse sie leidenschaftlich. Zum einen will ich ihr so die Möglichkeit nehmen, etwas zu erwidern. Ich werde nicht mit ihr darüber diskutieren. Für mich gibt es da nämlich nichts zu diskutieren. Auf der anderen Seite will ich ihr so zeigen, dass ich es ernst meine. Und zwar jedes einzelne Wort. Und wenn es sein muss, werde ich ihr das immer und immer wieder zeigen.
Ich spüre, wie ihre Muskeln sich entspannen. Sarah drückt sich an mich. Mein Schwanz wird hart, als ich sie wieder aufs Bett ziehe. In der nächsten Sekunde beuge ich mich bereits über sie und ziehe das Shirt wieder nach oben und entblöße so ihre Brüste. Genüsslich lecke ich darüber, bevor ich sie nacheinander in meinen Mund ziehe.
Ihr Rücken biegt sich durch und ihre Finger fahren durch meine Haare. Auf diese Weise hält sie mich dort gefangen. Ich gewähre ihr diesen Wunsch. Dabei lasse ich meine Hand über ihren Bauch immer weiter nach unten wandern, bis ich ihre empfindliche Stelle erreicht habe.
Da Sarah kein Höschen trägt, spüre ich ihre geschwollene Perle direkt unter meinen Fingern. Alleine das reicht schon aus, dass ich noch härter werde. Ich will meinen Schwanz nur noch in ihr vergraben und spüren, wie sie sich um mich herum zusammenzieht, während sie sich fallen lässt. Doch vorher werde ich sie noch mehr verwöhnen.
Langsam löse ich mich von ihren Brüsten und rutsche nach unten, bis meine Zunge über die Stelle gleiten kann, die ich gerade noch berührt habe. Ihr Körper bäumt sich auf, sodass ich meinen Arm auf ihren Oberkörper lege um zu verhindern, dass sie mir entkommen kann.
Es dauert nicht lange, bis sich ihr Körper anspannt. Laut stöhnt sie, während sie kommt. Doch ich lasse erst dann von ihr ab, als ich merke, dass sie mir nicht mehr geben kann.
Mit einem frechen Grinsen auf dem Gesicht komme ich langsam wieder nach oben und küsse sie, sodass sie ihren eigenen köstlichen Geschmack auf den Lippen hat.
Sie ist so sehr darauf konzentriert, dass sie nicht mitbekommt, wie ich mit einer Bewegung in sie eindringe. Scharf zieht sie die Luft ein. Normalerweise würde ich ihr die Zeit geben, sich an mich zu gewöhnen. Doch jetzt mache ich das nicht.
Stattdessen ziehe ich mich ein Stück zurück und weite sie dann erneut. Ich kann mich selber nicht zügeln. Auf diese Weise will ich ihr zu verstehen geben, dass ich bei ihr bin und sie mir gehört. Mir selber aber auch, dass es nichts und niemanden gibt, der sie mir wieder nehmen kann.
Als ich komme, stöhne ich ihren Namen, verstecke mein Gesicht an ihrem Hals und küsse ihre zarte Haut hinter dem Ohr. Sarah zieht noch näher die Beine an ihren Oberkörper, sodass ich noch tiefer in sie eindringen kann. Auf diese Weise schafft sie es, dass ich beinahe den Verstand verliere.
Nie hätte ich es gedacht, dass ich eine Frau treffe, die wie sie ist. Doch nun habe ich sie und genau dort wird sie auch bleiben.
Verschwitzt lasse ich mich auf Sarah sinken und ringe um Atem. Es dauert ein wenig, bis ich wieder einigermaßen normal denken kann, doch dann falle ich neben ihr auf die Matratze und ziehe sie so dicht an mich heran, dass kein Blatt mehr zwischen uns passt.
Verträumt liegt Sarah neben mir und hängt ihren Gedanken nach. Ich kann mir vorstellen, was in ihrem Kopf vor sich geht. Doch dieses Mal ist es mir egal. Ich weiß, dass sie sich nicht von mir trennen wird. Auch wenn ihr der Gedanke, was nun vielleicht auf sie zukommt, wahrscheinlich Angst macht.
Ich lasse meine Fingerspitzen über ihre nackte Haut wandern, während Sarah sich noch näher an mich drückt.
„Du scheinst dich gut mit meiner Mutter zu verstehen“, stelle ich fest um sie abzulenken. Mir ist bewusst, dass das hier nicht der beste Zeitpunkt ist, um sie auf das Verhältnis zu meiner Mutter anzusprechen, doch ich will sie ablenken. Allerdings muss ich auch zugeben, dass ich so hoffe herauszubekommen, was die beiden Frauen gestern gemeinsam gemacht haben.
„Sie ist eine sehr interessante Frau.“
„Als Kind hat meine Mutter einiges mitgemacht. Mein Großvater war ein Schläger und meine Großmutter hat alles hingenommen, was er gemacht hat. Sie war oft blau geschlagen und hatte eine aufgeplatzte Lippe. Dementsprechend sagt sie meinem Vater auch gerne mal die Meinung.“
„Und wenn ich dir die Meinung sagen würde?“ Neugierig hebt sie ihren Kopf und zieht die Augenbrauen ein Stück nach oben.
Ja, ich muss kurz über ihre Frage nachdenken. Bis jetzt habe ich es gehasst, wenn sich jemand in meine Geschäfte eingemischt hat. Und es gab mehr als genug Bettgeschichten in der Vergangenheit, die meinten, dass mir ihre Meinung wichtig wäre, nur weil wir zweimal im Bett waren. Denen habe ich aber schnell zu verstehen gegeben, dass mich ihre Meinung nicht interessiert und sie diese für sich behalten können. Meistens hatte es auch nicht lange gedauert, bis sie begriffen haben, dass nichts aus uns werden wird. In Folge dessen, sind sie zum nächsten, bei dem sie aber meistens auch nicht mehr Glück hatten.
Bei Sarah ist das aber anders. Sie hat mich zum Jäger gemacht und ist nicht hinter mir hergelaufen. Ich liebe sie und werde sie immer beschützen. Ihr Leben steht über meinem und das wird auch so bleiben.
„Ich würde gerne deine Meinung hören und alles, was dich beschäftigt“, stelle ich deswegen fest.
„Es ist eine große Verantwortung, die dein Vater dir übertragen hat, aber ich weiß, dass du dem gewachsen bist.“
Sarah sieht an mir vorbei. In mir macht sich der Gedanke breit, als würde da noch etwas sein, was sie beschäftigt. Etwas, was sie sich aber auch nicht traut auszusprechen.
„Sag es mir“, fordere ich sie auf.
Ich hasse es, wenn ich jemanden die Worte aus der Nase ziehen muss. Allerdings weiß ich, dass ich bei Sarah so keinen Schritt weiterkomme. Ja, man kann auch sagen, dass es eine neue Erfahrung für mich ist. Deswegen versuche ich nicht ganz so forsch zu klingen, um zu verhindern, dass sie dicht macht und überhaupt nicht mehr mit mir spricht. Wir haben die Zeit hinter uns gelassen, wo sie alles mit sich selber ausgemacht hat.
„Ich weiß nicht, ob ich dafür geeignet bin“, murmelt sie leise vor sich hin. „Als du es mir vorhin gesagt hast, ist mir nur klar geworden, dass wir aus zwei verschiedene Welten kommen und sie vielleicht nicht so einfach zusammengefügt werden können, wie ich gedacht habe.“
Ihre Stimme ist kaum hörbar, dennoch kommt jedes einzelne Wort perfekt bei mir an.
Mein Mund öffnet sich, da ich etwas erwidern will. Ich will ihr sagen, dass das nicht stimmt. Doch bevor ich das machen kann, dringt ein lautes Klopfen zu uns ins Schlafzimmer.
„Toli, bist du da drin?“, ruft Viktor durch die geschlossene Tür hindurch.
Ich kann nicht verhindern, dass ich leise seufze und sogar die Augen verdrehe. Es ist das erste Mal, dass ich keine Lust habe, mich mit der Arbeit zu beschäftigen und stattdessen lieber mit Sarah reden möchte. Ich habe nämlich das Gefühl, als wäre das wichtig für unsere Beziehung. Allerdings ist das bestimmt auch wichtig. Sonst würde er nicht vor der Tür stehen.
„Ich komme sofort“, rufe ich zurück, wobei ich mich aber nicht von Sarah abwende. „Wir reden später noch darüber. Aber höre auf so was zu denken“, weise ich sie an. Ein letztes Mal küsse ich sie, bevor ich mir schnell etwas überziehe und das Schlafzimmer verlasse.
„Glückwunsch, Alter. Jetzt hast du es endlich geschafft“, begrüßt mich Viktor und schlägt mir auf die Schulter.
„Ja“, gebe ich nur zurück, bin gedanklich aber noch bei der Unterhaltung mit Sarah.
Es gefällt mir nicht, sie jetzt alleine zu lassen. Ich will sämtliche Zweifel, von denen ich mittlerweile sicher bin, dass sie diese hat, fortwischen. Das muss nun allerdings warten.
„Das wird schon werden. Es ist eine neue Situation und mit der müsst ihr beide klarkommen“, spricht er weiter und zeigt mir so, dass er genau weiß, was mich beschäftigt.
„Wo sind deine Beziehungstipps in Bezug auf deine Freundin?“
„Das ist kompliziert“, antwortet Viktor und verzieht das Gesicht.
„Was ist?“ Ich will mich nicht länger über Beziehungen oder Frauen unterhalten.
„Ich habe gute Nachrichten. Es geht um einen der Wagen, die bei der Schießerei dabei waren. Du weißt schon, die Schießerei, bei der auch Sarah zwischen den Fronten stand.“
Alleine bei der Erinnerung daran, was ihr hätte passieren können, lässt mich wieder wütend werden.
„Um genau zu sein, geht es um den Fahrer.“
„Wer ist er?“
„Dimitri Sorokin.“
„Wieso kommt mir der Name so bekannt vor?“, frage ich ihn, während ich in mein Büro gehe.
„Mal abgesehen von einigen deiner Familienmitgliedern ist er einer der meist gesuchtesten Männer Russland.“
Schlagartig bleibe ich stehen und drehe mich zu meinem Freund um.
„Ist das dein Ernst?“
„Sonst würde ich es nicht sagen. Wir haben sein Konto gehackt und dabei erfahren, dass er zwei Tage vor der Schießerei eine nicht gerade geringe Summe überwiesen bekommen hat. Leider konnten wir nicht feststellen, von wem es kam.“
„Er wurde dafür bekannt, dass er alles macht. Vielleicht wurde er sogar beauftragt, mich zu töten. Dass er auf mich geschossen hat, war schon ein Fehler. Aber, dass er meine Frau da mit reingezogen hat, wird er bitter bereuen.“
„Du weißt, dass ich nicht den Teufel an die Wand malen will. Das war noch nie meine Art und erst Recht nicht, wenn es um Sarah geht. Sie ist ein nettes Mädchen und muss erstmal ankommen. Deswegen gefällt mir dieser Gedanke auch überhaupt nicht. Aber könnte es vielleicht auch sein, dass sie das Ziel war?“
Viktor sieht mich unsicher an. Ich weiß, dass es ihm schwerfällt, diese Worte auszusprechen. Umso mehr bin ich ihm dankbar, dass er es getan hat.
Könnte er es wirklich auf Sarah abgesehen haben?
Will mir jemand schaden, in dem er sie umbringen lässt?
Will mir jemand zeigen, dass er stärker ist als ich? Dass ich sie nicht beschützen kann?
Wenn es so sein sollte, dann hätte derjenige mich die ganze Zeit über beobachten müssen.
Ich kenne die Antworten auf diese Fragen nicht. Doch sie halten mir vor Augen, dass ich sie nicht mehr aus den Augen lassen darf. Erst recht jetzt nicht mehr. Wer auch immer von uns beiden das Ziel war, ich werde seinen Auftraggeber finden und jeden zur Verantwortung ziehen, der daran beteiligt ist.
Niemand legt sich mit mir oder meiner Frau an und kommt ungestraft davon. Und dabei ist es mir egal, wer dahinter steckt. Er wird bluten.
2
Sarah
Ich kann nicht gerade behaupten, dass es nicht von Anfang an merkwürdig gewesen sei, einem Mitglied der Mafia näherzukommen. Vor allem näherzukommen, als ich es jemals wollte. Mein Verstand hatte mir geraten auf Abstand zu ihm zu gehen und spätestens dann, als ich die Wahrheit über ihn erfahren habe, hätte ich genau das machen sollen. Zu diesem Zeitpunkt war ich allerdings nicht mehr in der Lage, genau diesen Schritt zu gehen. Wenn es um ihn geht, handle ich nicht nach meinem Verstand, sondern nur nach meinem Herzen.
Als ich mich in ihn verliebt habe, war es noch merkwürdiger für mich. Doch zu wissen, dass er nun niemandem mehr Rechenschaft abliefern muss, ist etwas völlig anderes. In ihm steckt etwas, von dem ich mir sicher bin, dass es irgendwann zum Vorschein kommen wird.
Ich habe keine Angst vor ihm. Keine Ahnung, woher ich diese Gewissheit nehme, doch ich weiß, dass er mir niemals etwas antun würde. Und deswegen ändert das Wissen darüber, dass er nun der Boss ist, nichts an meinen Gefühlen für diesen Mann. Auch, wenn es das wahrscheinlich sollte.
Ich wurde so erzogen, dass ich auf der sicheren Seite des Lebens stehe, sämtlichen Gefahren aus dem Weg gehe. Und ich weiß, dass Toli für all diese Gefahren steht, denen ich in den letzten Jahren aus dem Weg gegangen bin.
Als er betont hat, dass sich zwischen uns nichts ändern wird, habe ich ihm geglaubt. Und das tue ich auch jetzt noch. Deswegen bleibt mir nur noch übrig abzuwarten, was diese Veränderung für mich persönlich bedeutet. Und das sich dadurch nicht nur mein Liebesleben ändern wird, ist mir durchaus bewusst. Obwohl ich den Umfang noch nicht genau abschätzen kann.
„Oleg hat mir gestern Abend von der Unterhaltung mit Anatoli berichtet. Ich weiß, dass es sicherlich nicht einfach für dich ist“, erklärt Ludmilla und setzt sich dabei neben mich an den Tisch. Mit einem freundlichen Lächeln auf dem Gesicht bedenkt sie mich. „Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie es damals für mich war, als Oleg die Geschäfte von seinem Vater übernommen hat. Ich dachte, ich werde wahnsinnig“, erklärt sie lachend und verzieht dabei ein wenig das Gesicht.
„Wieso?“ Neugierig sehe ich sie an.
„Ich habe mich nie sehr gut mit meinen Schwiegereltern verstanden. Da ich nicht aus ihrer Welt kam, auf jeden Fall nicht so direkt, wie sie es sich gewünscht haben, war ich für sie immer eine Außenseiterin. Oft habe ich versucht mit ihnen zu sprechen, aber jedes Mal … genug davon. Dementsprechend hat mir aber auch niemand geholfen, mich in meine neue Rolle einzufügen. Oleg hat es zwar versucht, aber er war zu sehr damit beschäftigt, ein Chef zu werden.“
„Das tut mir leid“, murmle ich.
„Das muss es nicht. Ja, am Anfang habe ich die beiden dafür verflucht, vor allem meine Schwiegermutter war ein regelrechtes Monster. Irgendwann wurde Oleg und mir aber bewusst, dass es eine Chance für uns war. Eine Chance, Dinge zu verändern und unseren eigenen Weg zu gehen. Und genau das haben wir auch getan.“
„Das war sicherlich nicht immer einfach“, stelle ich fest, nachdem ich über ihre Worte nachgedacht habe.
„So kann man es auch ausdrücken. Mein Schwiegervater hat Oleg immer an der kurzen Leine gehalten. Selbst dann noch, als er eigentlich der Chef war. Bei Toli und Oleg war das immer anders. Deswegen weiß mein Sohn sehr wohl, was er macht und wie er auf Probleme reagieren muss, auch wenn er sicherlich das Gegenteil meinen würde. Aber Oleg hat nur selten eingegriffen in den letzten Jahren und sich vieles von außerhalb angesehen. Wenn ich genau darüber nachdenke bin ich mir doch sicher, dass Toli denkt, dass er nichts mitbekommen hat, oder zumindest nur selten.“ Ihr leises Lachen erfüllt den Raum. „Toli weiß, wie weit er gehen kann und muss, um die Interessen der Familie durchzusetzen und diejenigen zu beschützen, die ihm etwas bedeuten. Ich kenne meinen Sohn. Deswegen kann ich dir mit Gewissheit sagen, dass er dich nicht an sich herangelassen hätte, wenn er nicht gedacht hätte, dass du auch mit dieser Rolle klarkommst. Schließlich wusste er von Anfang an, dass es früher oder später so weit sein wird. Und wenn was ist, kannst du dich immer bei mir melden. Ich bin nicht so ein Drache, wie meine Schwiegermutter es war.“ Ludmilla lacht leise, wird aber sofort wieder ernst.
„Danke“, murmle ich.
„Mach dir keine Sorgen. Es wird vielleicht ein wenig dauern, doch ich bin mir sicher, dass auch ihr euren Weg finden werdet.“
Ein letztes Mal lächelt sie mich noch aufmunternd an, ehe sie aufsteht und so schnell verschwindet, wie sie aufgetaucht ist. Nachdenklich schaue ich ihr nach.
Doch es ist egal, wie sehr ich mir den Kopf darüber zerbreche, ich muss sagen, dass sie recht hat. Ich habe seit unserer ersten Begegnung schon vieles erfahren und kann mir daher sehr wohl vorstellen, dass er nicht immer der Mann ist, der er in meiner Gegenwart ist. Außerdem habe ich schon genug von diesen Kreisen gehört um zu wissen, dass nicht jeder eine Begegnung mit Mitgliedern der Mafia überlebt. Da mache ich mir nichts vor. Doch das schreckt mich nicht ab. Ich liebe diesen Mann und dabei ist es mir egal, wer er ist. Allerdings kann ich dies vor meiner Schwester und meinen Freundinnen nicht zugeben.
Sie würden mich für bescheuert erklären.
Und ja, vielleicht bin ich das ja auch. Doch in meinen Augen hat er bereits bewiesen, dass er mich immer beschützen wird. Auch wenn ich mir darüber bewusst bin, dass er durchaus in der Lage ist, Leben zu beenden und das wohl auch schon öfter getan hat, als ich es eigentlich wissen will.
Ich bin so sehr in meine Gedanken versunken, dass ich erschrocken zusammenzucke, als das Klingeln meines Handys an mein Ohr dringt. Schnell ziehe ich es aus der Hosentasche und werfe einen Blick auf mein Display. In großen Buchstaben steht der Name meiner Schwester darauf.
Robyn hatte schon immer das Talent, sich im richtigen Moment bei mir zu melden. In diesem habe ich gerade allerdings überhaupt keine Lust, mich mit ihr zu unterhalten. Ich habe genug eigene Probleme. Da will ich mich nicht auch noch mit Schwierigkeiten bei der Hochzeitsplanung oder sonst was herumschlagen. Allerdings weiß ich, dass sie so oft versuchen wird mich zu erreichen, bis ich endlich ans Telefon gegangen bin und dann wird sie mich fragen, wieso ich nicht erreichbar war. Deswegen bringe ich es lieber jetzt hinter mich, als später.
„Hi“, begrüße ich sie gut gelaunt, nachdem ich das Gespräch entgegengenommen habe.
„Würdest du mir jetzt mal sagen, wo du genau bist? Ich weiß nur, dass du geschäftlich nach Miami musstest“, kommt sie sofort zur Sache. „In der letzten Zeit haben wir nur kaum miteinander gesprochen.“
„Ja, ich bin aus geschäftlichen Gründen in Miami. Doch nicht wegen meines Berufes.“
„Sondern?“
In diesem Moment wird mir klar, dass meine Eltern sie beauftragt haben, mich anzurufen. Deswegen müsste ich eigentlich vorsichtig sein, was ich von mir gebe. Doch es ist mir egal. Mit meinem neuen Leben klarzukommen bedeutet auch, dass ich endlich zu meiner Beziehung mit ihm stehen muss.
„Toli muss sich hier um ein paar Dinge kümmern, deswegen habe ich ihn kurzfristig begleitet“, erkläre ich also.
„Warte Mal, ist das der Besitzer des Strip-Clubs?“
„Ja.“
„Wieso musst du ihn nach Miami begleiten?“
„Wir sind ein Paar“, sage ich, ohne darüber nachzudenken. Doch würde ich das, würde ich es mir vielleicht anders überlegen. Und das ist etwas, was ich gerade nicht will.
„Was?“, fragt sie, nachdem sie scharf die Luft eingezogen hat. „Ist das dein Ernst?“
An der Stimme meiner Schwester kann ich erkennen, dass sie nicht glücklich darüber ist. Dabei habe ich ihr noch nicht einmal die Hälfte der Geschichte erzählt. Sie weiß nicht, dass auf mich geschossen wurde, seinetwegen. Und sie weiß auch nicht, dass seine Familie die Mafia ist. Genauso wenig wie sie weiß, dass er das neue Oberhaupt ist. Und wenn es nach mir geht, wird sie diese Punkte auch nie erfahren. Zumindest nicht von mir.
„Du hast eine wunderbare Zukunft vor dir. Die kannst du doch nicht wirklich aufs Spiel setzen, verschwenden wollen? Und schon gar nicht wegen ihm!“, ruft sie aus, sodass ich mein Handy ein Stück vom Ohr entfernt halte, damit ich nicht taub werde.
„Du kennst ihn überhaupt nicht“, erinnere ich sie in einem scharfen Ton. Ich habe die oberflächliche Art meiner Familie schon immer gehasst. Doch langsam macht sie mich nur noch wütend.
„Das brauche ich auch nicht. Ich weiß genug über Menschen, die so sind wie er.“
Robyn lässt nicht den geringsten Zweifel daran, dass sie es ernst meint. Ich versuche etwas zu finden, was ich darauf erwidern kann. Etwas, womit ich die Chance habe, sie vom Gegenteil zu überzeugen. Aber mir ist bewusst, dass es nur klappen kann, wenn sie ihn trifft. Wenn überhaupt.
„Trenne dich von ihm. Bevor er dich in etwas hereinzieht, wo du nicht mehr herauskommst.“
Das hat er schon, denke ich. Doch ich bin schlau genug, diese Worte für mich zu behalten.
„Mom und Dad werden ausrasten. Sie werden an deiner geistlichen Gesundheit zweifeln. Und ehrlich gesagt, das tue ich auch. Und wahrscheinlich werden sie sogar verlangen, dass du wieder bei ihnen einziehst, damit du wieder zur Vernunft kommen kannst. In diesem Fall werde ich mich auf jeden Fall hinter sie stellen.“
„Deswegen würde ich dir danken, wenn du es ihnen noch nicht sagen würdest.“
„Oh nein“, protestiert sie. „Das kannst du von mir nicht verlangen und das werde ich auch nicht machen. Es geht hier schließlich um deine Zukunft. Du bist meine Schwester, da ist es mir sicherlich nicht egal. Ich kann nicht einfach daneben stehen und dabei zusehen, wie du dir alles versaust.“
Gerade war ich noch gelassen. Nun macht sich jedoch Verzweiflung in mir breit. Wenn sie es wirklich unseren Eltern sagt, bevor ich die Gelegenheit dazu hatte, habe ich ein riesiges Problem. Ich würde es den beiden sogar zutrauen, dass sie nach Miami kommen und mich hier suchen, bis sie mich gefunden haben.
Doch ich kann sie auch nicht einfach anrufen. Nein, dass hier werde ich ihnen persönlich sagen müssen. Und zwar nachdem sie sich das erste Mal gesehen haben, beziehungsweise, wenn sie sich das erste Mal sehen. Zumindest sieht so mein Plan aus und ich hoffe, dass er auch funktioniert.
„Ich muss jetzt auflegen. Ich wollte ein wenig an den Strand gehen“, erkläre ich ihr.
Ich habe keine Lust mich weiterhin über Toli mit ihr zu unterhalten. Sie wird ihre Meinung jetzt eh nicht ändern. Das weiß ich genau.
„Beende es“, fordert sie mich noch einmal auf.
„Wir sehen uns“, sage ich nur und lege auf. Seufzend lasse ich mein Handy auf die Tischplatte fallen und schließe die Augen. Ja, gerade kommt es mir so vor, als würde mir alles über den Kopf wachsen.
„Lass uns wirklich an den Strand gehen“, höre ich Tolis Stimme neben mir.
Langsam sehe ich zu ihm auf und bemerke, dass er seine Hand nach mir ausgestreckt hat.
„Ich habe es mit angehört. Lass uns gehen.“
Mit diesen Worten greift er nach meiner Hand und zieht mich auf die Beine. Dicht vor ihm komme ich zum Stehen. Ich muss meinen Kopf ein Stück heben, damit ich ihn ansehen kann. Doch was ich in seinen Augen entdecke, verschlägt mir die Sprache.
Sie strahlen Liebe und Zufriedenheit aus. Aber auch noch etwas anderes, was ich gerade aber nicht einschätzen kann.
„Und dann kannst du mir erzählen, was passiert ist.“
Toli küsst mich und schiebt mich vor sich her, bis wir den Privatstrand erreicht haben, der zum Haus gehört.
Auf dem Weg dorthin kann ich ein paar Männer erkennen, die uns keine Sekunde aus den Augen lassen. Es hält mir vor Augen, wie mein Leben von nun an aussehen wird, doch merkwürdigerweise stört es mich nicht. Sie halten sich im Hintergrund auf, sodass sie mich nicht stören.
Nachdem wir ihn erreicht haben, gehen wir ein paar Schritte am Meer entlang, bevor er sich in den Sand sinken lässt.
„Also, was ist los?“, fragt er mich, nachdem ich mich zwischen seine Beine gesetzt habe.
„Meine Schwester war am Telefon“, beginne ich und erzähle von dem kurzen Telefonat. Aufmerksam hört er mir zu, bis ich geendet habe.
Nachdem ich mich ein Stück in seine Richtung gedreht habe erkenne ich, dass es ihm nicht gefällt. Doch mir würde es da auch nicht anders gehen.
„Mach dir wegen meiner Familie keine Sorgen“, sage ich schnell. „Mit denen werde ich schon fertig.“
„Sie sind dein Problem, also sind sie auch meines.“ Seine Worte machen mich stutzig. Um mich noch mehr zu ihm drehen zu können, ziehe ich meine Beine an den Oberkörper.
„Was ist passiert?“, frage ich ihn nun.
„Wie kommst du darauf, dass etwas passiert sein sollte?“
„Viktor holt dich nicht jeden Morgen aus dem Bett, um mit dir darüber zu sprechen, wie schön das Wetter ist. Zumindest gehe ich davon aus. Dafür seit ihr beide nicht der Typ“, stelle ich fest. „Außerdem sehe ich dir an, dass du dich gerade lieber mit meiner Familie beschäftigst, als mit dem, was bei dir passiert ist.“
Ich versuche ihn ein wenig aufzuziehen, um seine Laune zu heben. Doch ich brauche nur einen Blick in sein Gesicht zu werfen um zu wissen, dass genau das nicht funktioniert.
Er sieht bedrückt aus. Als hätte Viktor nicht gerade gute Nachrichten für ihn gehabt.
„Jetzt bist du an der Reihe den Mund aufzumachen“, setze ich noch dazu.
Toli antwortet nicht sofort darauf. Nachdenklich sieht er mich an. Normalerweise würde ich ausweichen, da ich mir nicht sicher bin, ob es mich wirklich etwas angeht oder nicht. Und normalerweise würde ich ihn auch nicht danach fragen. Doch Ludmilla hat recht. Wir müssen unseren eigenen Weg finden. Und der sieht für mich nun einmal so aus, dass ich wissen will, was ihn beschäftigt. Auch, wenn es etwas mit den Geschäften seiner Familie zu tun hat.
„Wir wissen, wer einen der Wagen gefahren hat, die bei der Schießerei dabei waren.“ Ich zucke kurz zusammen. Über dieses Thema unterhalte ich mich nicht gerne, doch ich will es erfahren. „Er ist ein russischer Serienkiller. Wir wissen nicht genau, worauf er es abgesehen hat. Doch wir können mit Gewissheit sagen, dass entweder du oder ich das Ziel waren.“
Ich weiß nicht so genau, was ich sagen soll. Eigentlich dauert es auch ein wenig, bis die Worte bei mir angekommen sind. Doch selbst dann habe ich noch immer keine Ahnung, was ich erwidern soll.
„Wir werden ihn finden und alles in Erfahrung bringen, was wir wissen müssen, um den Drahtzieher ausfindig zu machen.“
„Ich mache mir keine Sorgen um mich“, sage ich ihm. „Ich mache mir Sorgen um dich.“
Eigentlich wollte ich diese Worte für mich behalten. Doch nun haben sie meinen Mund verlassen und ich kann sie nicht mehr zurücknehmen.
„Solange ich dich habe, wird mir nichts passieren.“ Seine Stimme ist sanft. Dann nimmt er mein Gesicht in seine Hände und küsst mich.
„Ich liebe dich“, flüstere ich, nachdem er sich von mir gelöst hat. Dabei lasse ich mich an seine Brust sinken.
„Und ich liebe dich.“ Mehr sagt Toli nicht, sondern schlingt seine Arme um mich.
Mein Gefühl sagt mir, dass wir in Schwierigkeiten stecken, dass das hier nur die Ruhe vor dem Sturm ist. Und vor allem sagt mir mein Gefühl, dass meine Eltern noch das kleinere Problem sind. Doch ich kann es nicht einschätzen, aus welcher Richtung die Gefahr kommt.
Deswegen bleibt mir nichts anderes übrig, als abzuwarten und zu hoffen, dass ich gewappnet bin.
3
Anatoli
„Jeder da draußen soll wissen, dass ich nun der Boss bin. Von mir aus kann es jeder wissen, der auf der Straße spazieren geht. Es ist mir egal, wie oft sie meinen, sich hinter meinem Rücken an meinen Vater zu wenden und meinen, dass sie ihm die Ohren voll jammern können. Ich kann machen was ich will und muss mich vor niemandem mehr rechtfertigen.“
Sämtliche Muskeln in meinem Körper sind angespannt, während ich das sage. Jeder da draußen soll wissen, dass er sich nicht mit Sarah anlegen sollte, weil er damit mich auf den Plan ruft. Und erst Recht derjenige, der es auf uns abgesehen hat. Denn es ist mir egal, ob Sarah das eigentliche Ziel dieser Schießerei war. Wer auch immer dahinter steckt, hat es wahrscheinlich auf sie abgesehen und sich damit mit mir angelegt. Und das werde ich ihn auch spüren lassen.
„Und hast du auch schon einen Plan, wie du das anstellen willst?“ Viktor zieht skeptisch die Augenbrauen nach oben. Auf diese Weise gibt er mir zu verstehen, dass er nicht ganz davon überzeugt ist. „Ich bin mir sicher, dass es egal ist, wie sehr du es ihnen unter die Nase hältst. Sie werden sich bei deinem Vater melden, weil sie versuchen werden, euch gegeneinander auszuspielen. Du weißt, dass das in der Vergangenheit in anderen Familien schon funktioniert hat. Sie werden der Meinung sein, dass sie mit ihm einen besseren Deal machen können, weil er schon länger im Geschäft ist und dafür werden sie dich so hinstellen, als hättest du keine Ahnung von dem, was du da machst.“
„Ich weiß. Und damit rechne ich auch. Man kann sagen, dass ich es vielleicht sogar hoffe. Genauso wie ich davon ausgehe, dass sie toben werden vor Wut, wenn sie erfahren, dass ihnen nichts anderes übrig bleibt, als sich damit abzufinden, dass mein Vater hier nichts mehr zu sagen hat. Er wird keinen Zweifel daran lassen, dass er damit nichts zu tun haben will. Aber sie werden sich auch wieder beruhigen und dann verstehen, dass ihnen keine andere Wahl bleibt, wenn sie Geld verdienen wollen. Denn wenn sie nicht mit mir zusammenarbeiten, werden sie das mit niemandem.“
Viktor will etwas erwidern, doch er kommt nicht weiter, als den Mund zu öffnen. Mit Schwung wird die Tür geöffnet und meine Mutter erscheint auf der Bildfläche. Mit ihrer gewohnten guten Laune kommt sie herein und stellt sich neben ihn. Keine Sekunde lässt sie mich aus den Augen.
Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich sie jemals richtig wütend gesehen habe, obwohl sie oft genug einen Grund dafür gehabt hätte. Alexej und ich haben oft genug Mist gebaut. Und zwar richtigen Mist. Auf der anderen Seite bin ich aber sicher, dass ihre positive Einstellung ihr dabei geholfen hat, in diesem Wahnsinn nicht durchzudrehen.
„Was gibt’s?“, frage ich sie, als sie keine Anstalten macht, etwas zu sagen. Ich habe das Gefühl, als würde etwas in ihrem Kopf vor sich gehen, was ich gerade nicht einschätzen kann.
Einen Moment sieht sie mich noch an. Doch dann wendet sie sich jedoch Viktor zu, der anscheinend auch nicht weiß, was er von ihrem Verhalten halten soll.
„Lässt du uns kurz alleine?“, fragt sie ihn.
„Sicher, ich muss mich eh noch um ein paar Sachen kümmern.“
Mit diesen Worten sieht er mich ein letztes Mal an, als würde er sich vergewissern wollen, ob es wirklich in Ordnung ist, wenn er geht. Deswegen nicke ich nur. Wenn meine Mutter ankommt und sich unterhalten will, muss etwas passiert sein. Und ich will wissen, was es ist.
Viktor dreht sich um und lässt uns schnell alleine. Ihm ist anzumerken, dass die Stimmung ihm unangenehm ist. Und da er nicht zwischen die Fronten geraten will, haut er lieber schnell ab.
„Was gibt’s?“, stelle ich meine Frage ein zweites Mal.
„Ich bekomme dich so selten zu Gesicht, dass ich mich einfach mal mit dir unterhalten will.“ Noch immer grinst sie mich frech an.
„Wieso glaube ich das nicht?“ Wenn sie so drauf ist, werde ich automatisch vorsichtig. Noch mehr, als bei meinem Vater.
„Ich dachte mir, dass wir über Sarah sprechen“, beginnt sie und kommt damit endlich zum Grund ihres Besuchs.
Ohne mich aus den Augen zu lassen, setzt sie sich auf einen der Stühle, die dem Schreibtisch gegenüber stehen.
Von einer Sekunde auf die andere spanne ich mich erneut an. Vom ersten Moment ihrer Ankunft in Miami sah es für mich so aus, als würden die beiden sich gut verstehen, als hätten sie einen Draht zueinander. Und ehrlich gesagt war ich froh darüber. Ich habe schon genug zu tun. Da habe ich nicht auch noch Lust und Zeit meiner Mutter zu erklären, wieso Sarah die Frau ist, die ich liebe. Nun kommt es mir aber zum ersten Mal in den Sinn, dass genau das nicht der Fall gewesen sein könnte.
„Was sollte mit Sarah sein?“, erkundige ich mich also vorsichtig.
Ich bin mir gerade nicht sicher, ob ich die Antwort darauf wissen will. Doch wenn es um Sarah geht, geht es mich etwas an. Sie ist schließlich die Frau an meiner Seite. Und meine Mutter ist die Frau, die es schafft, dass ich bei diesem Thema nervös werde.
„Ich muss zugeben, dass ich sie bewundere. In ihrem Alter hatte ich nicht immer ein klares Ziel vor Augen. Ich weiß, du bist kein Fan ihrer Eltern und nach allem, was ich gehört habe, kann ich auch nicht behaupten, dass ich sie mag, ohne sie überhaupt zu kennen. Ich gehe aber mal davon aus, dass ich sie früher oder später treffen werde. Aber in diesem Teil haben sie wirklich gute Arbeit geleistet.“
Meine Mutter legt eine Pause ein. Ich habe keine Ahnung, worauf sie hinaus will und ziehe es deswegen vor besser zu schweigen.
„Sie ist stark und weiß, was sie will. Sie ist in einer Welt groß geworden, die so komplett anders ist, als die, in der du geboren wurdest.“
„Das weiß ich“, sage ich.
Auf diese Weise will ich ihr klarmachen, dass es unnötig ist, wenn sie mir das noch einmal vor Augen führt.
„Dann wirst du wahrscheinlich auch wissen, dass dies hier eine komplett neue Situation für sie ist. Eine Welt, in der sie erst ihren Platz finden muss, was nicht immer einfach ist. Ich spreche da aus Erfahrung. Deswegen hoffe ich, dass du hinter ihr stehst und sie unterstützt. Ich weiß, dass du auch viel um die Ohren hast, doch Sarah sollte an erster Stelle stehen. Egal, was in deinem Leben los ist. Deine Welt steht und fällt mit ihr.“
Ihre Worte sorgen dafür, dass ich mich sichtlich entspanne. Ich weiß, wie meine Mutter ist, wenn sie jemanden nicht mag. Und das hier ist nun das komplette Gegenteil.
„Da brauchst du dir keine Sorgen zu machen“, stelle ich fest.
„Sie ist ein gutes Mädchen und mit dir an ihrer Seite kann sie die Frau werden, die sie sein soll. In ihr schlummert nämlich eine Energie, die ich so noch nie gesehen habe. Sie wartet nur darauf, endlich auszubrechen. Und auch du wirst mit ihr der Mann, der du sein sollst. Zusammen seit ihr ein unschlagbares Team.“
„Du brauchst dir wegen Sarah wirklich keine Sorgen zu machen. Sie ist bei mir in Sicherheit.“
„Das weiß ich und deswegen mache ich mir auch keine Sorgen. Du wirst nicht zulassen, dass ihr etwas geschieht. Genauso wenig wie euren Kindern.“
„Kinder?“
Mir ist bewusst, dass ich mich gerade ziemlich geschockt anhöre, obwohl ich das eigentlich überhaupt nicht bin. Doch ich habe noch nicht daran gedacht, dass wir irgendwann Kinder haben werden, eine Familie sind. Im Moment bin ich nämlich damit beschäftigt, mein Imperium aufzubauen, Sarah zu beschützen und die Zeit mit ihr zu genießen.
„Ich tendiere ja dazu, dass ihr drei Mädchen bekommt, genauso wie ich der Meinung bin, dass Viktor drei Jungs haben wird. Es wird also noch interessant bei euch werden.“
Mit einem Grinsen auf dem Gesicht, was ich gerade nicht deuten kann, steht sie auf und sieht mich einen Augenblick an. Erst dann lässt sie mich alleine.
Die nächste halbe Stunde bleibe ich in meinem Büro sitzen und denke über das nach, was sie gesagt hat. Ja, Kinder waren bis jetzt noch kein Thema zwischen uns. Aber ich brauche nicht großartig darüber nachzudenken um zu wissen, dass ich alles tun werde, was in meiner Macht liegt, um den Verantwortlichen für die Schießerei zu finden und so ihr Leben zu schützen.
Meine Mutter hat die Gabe, dass sie in die Menschen hinein sehen kann. So entdeckt sie Seiten an einem, die man selber vielleicht noch nicht kennt. Das ist einer der Gründe, wieso es mir wichtig war, dass die beiden sich treffen und Zeit miteinander verbringen. Dennoch habe ich nicht mit ihren ehrlichen Worten gerechnet.
Und wenn man es genau nimmt, waren sie genau das: ehrlich.
„Was geht dir durch den Kopf?“
Bei dem sanften Klang der weiblichen Stimme schaue ich auf und entdecke Sarah, die mit verschränkten Armen in der Tür steht. Neugierig betrachtet sie mich, ehe sie einen Schritt in den Raum macht.
Ich rutsche ein Stück mit meinem Stuhl nach hinten und bedeute ihr, dass sie sich auf meinen Schoss setzen soll. Mit einem frechen Grinsen auf den Lippen kommt sie langsam näher und setzt sich schließlich rittlings auf meine Beine. Ihre Arme schlingt sie um meinen Hals. Dabei lässt sie mich nicht aus den Augen. Ihr Gesicht ist meinem so nah, dass sich unsere Nasenspitzen beinahe berühren.
„Also?“, fährt sie fort. „Willst du es mir verraten?“
„Mir geht so einiges durch den Kopf“, antworte ich und küsse sie dann. In diesem Moment habe ich nur den Wunsch ihr nah zu sein. „Unter anderem, wie sehr ich dich liebe und wie glücklich ich bin.“
„Das bin ich auch. Auch wenn es da noch einiges gibt, was geklärt werden muss, und zwar dringend.“
Plötzlich sieht Sarah etwas niedergeschlagen aus. Ich weiß genau, dass sie an die Probleme mit ihrer Familie denkt. Das muss sie nicht extra sagen. Und wenigstens vor mir selber kann ich zugeben, dass ich mir auch schon den Kopf darüber zerbrochen habe. Aber nicht, weil ich hoffe, dass sie mich mögen, das ist mir ehrlich gesagt egal. Es ist viel eher die Tatsache, dass ich nicht weiß, wie Sarah reagieren wird, wenn sie genau das nicht tun.
„Das machen wir gemeinsam“, stelle ich fest.
„Hast du nicht schon genug um dir Ohren?“ Skeptisch sieht sie mich an.
„Deine Probleme sind auch meine. Und gerade damit werde ich dich nicht alleine lassen.“
Ich lasse keinen Zweifel daran, dass Sarah in diesem Punkt überhaupt nicht mit mir diskutieren muss. Es würde nichts an meiner Meinung ändern. Ich liebe sie und das müssen ihre Eltern verstehen. Und das funktioniert bestimmt nicht, wenn ich das Sarah alleine klären lasse. Sie sollen sehen, dass ihre Tochter bei mir in Sicherheit ist. Auch wenn sie nie erfahren dürfen, wer ich bin, das wird auch Sarah wissen. Doch das ändert nichts daran, dass ich mein Leben für sie geben würde.
Sie wird immer für mich an erster Stelle stehen.
„Ich frage mich gerade, wohin ich dich heute Abend ausführe.“
„Wir könnten auch einfach hier bleiben und uns einen schönen Abend machen“, schlägt sie vor, nachdem sie kurz darüber nachgedacht hat.
„Nein“, erwidere ich entschieden. „Ich will dich in diesem mega kurzen und engen Kleid sehen, in dem sich alle Männer zu dir umdrehen. Doch sie wissen, dass sie dich nicht bekommen können, denn du gehörst nur mir.“
„Ich besitze so eines überhaupt nicht.“
„Dann wird es wohl Zeit, dass du dir eines zulegst. Obwohl, wenn es nach mir geht, könntest du gleich eine ganze Kollektion davon besitzen“, raune ich ihr mit gefährlicher Stimme ins Ohr. In der nächsten Sekunde lasse ich meine Zunge über ihre Halsschlagader wandern, sodass ihr ein leises Stöhnen aus der Kehle dringt, welches dafür sorgt, dass ich hart werde.
Einige Sekunden rührt sie sich nicht. Sarah genießt die Berührungen und das tue ich auch. Doch ich beschließe, dass ich ein Spiel daraus machen werde.
Als ich mich zurückziehe, höre ich, wie sie einen enttäuschten Ton von sich gibt. Ich kann nicht verhindern, dass sich dabei ein freches Grinsen auf meinem Gesicht bildet.
„Ich muss mich gleich noch um ein paar Sachen kümmern. Deswegen machst du dir einen schönen Nachmittag. Du musst ja nicht hier im Haus sitzen. Ich sage Viktor, dass er einen der Männer mitschicken soll, der auf dich aufpasst.“
Nachdenklich sieht sie mich an. Ich kann mir vorstellen, was gerade in ihrem Kopf vor sich geht. Doch als ich schon denke, dass sie nachfragt, nickt sie.
Allerdings macht sie keine Anstalten sich zu bewegen. Stattdessen drückt sie ihren warmen Körper noch näher an mich heran und küsst mich ungestüm. Ich spüre das Verlangen, das von ihr ausgeht. Es sorgt dafür, dass mein Schwanz noch härter wird und aus der Hose befreit werden will.
Als würde sie das ganz genau wissen, öffnet sie meine Jeans und lässt ihre Hand ein paar Mal an ihm entlang wandern, nachdem sie ihn herausgeholt hat. Ein lautes Stöhnen entweicht mir.
Unsere Lippen finden sich und vereinigen sich zu einem leidenschaftlichen Kuss. Meine Finger wandern unter ihren Rock, schieben ihr Höschen zur Seite und streichen über ihre empfindliche Stelle. Ein Stöhnen entweicht ihr was dafür sorgt, dass ich die Kontrolle verliere.
Fest umgreife ich ihren Hintern, hebe sie hoch und setze sie auf der Platte meines Schreibtisches ab. Kurz vergewissere ich mich, dass die Tür geschlossen ist. Mir wäre es egal, aber ich bin mir sicher, dass dies bei Sarah nicht der Fall ist.
Nachdem ich mich vergewissert habe, dass sie verschlossen ist, drücke ich ihre Beine noch ein wenig auseinander und dringe in sie ein. Sarah lässt ihren Kopf nach hinten sinken und streckt mir ihre Brüste damit entgegen.
Mit der freien Hand ziehe ich ihr Top nach unten, während ich mit der anderen ihren Körper näher an mich heranziehe. Während ich immer wieder in sie eindringe, lecke ich über ihre Brustwarzen. Ich spüre, wie sie sich immer weiter anspannt und auch ich stehe kurz davor, die Kontrolle zu verlieren.
Als ich wenige Sekunden später endlich komme, bin ich völlig außer Atem. Ihr Kopf sinkt an meine Brust, während auch Sarah wieder versucht zu Atem zu kommen. Ich spüre ihren schnellen Herzschlag an meiner Haut. Aus dem Augenwinkel sehe ich, dass ihre Augen geschlossen sind.
Von alleine nehme ich ihr Gesicht in meine Hände und küsse sie sanft. Die Leidenschaft ist verschwunden, doch die Liebe, die ich für sie empfinde, bleibt und wird immer stärker.
Wer auch immer es auf sie oder mich abgesehen hat, ich werde ihn finden und zur Rechenschaft ziehen. Schon alleine um Sarah zu beweisen, dass sie sich auf mich verlassen kann.
4
Sarah
Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass es nicht merkwürdig ist, mit einem Bodyguard im Schlepptau einkaufen zu gehen. Und wenn man es genau nimmt, ist Sergej genau das. Auch wenn Toli es nicht so direkt gesagt hat, so weiß ich doch, dass er aufpassen soll, dass mir nichts geschieht. Und genauso weiß ich, dass das nun mein Alltag sein wird, sobald ich das Haus ohne ihn verlasse. Allerdings habe ich gedacht, dass es mir schwerer fallen würde, dies zu akzeptieren. Schließlich hatte ich immer meine Freiheit.
Mit meinen Freundinnen und meiner Schwester habe ich damals immer wieder darüber gescherzt, wie so etwas wohl sein würde. Allerdings bin ich zu diesem Zeitpunkt nicht davon ausgegangen, dass es irgendwann wirklich der Fall sein wird.
Damals habe ich noch immer gesagt, dass ich es mir nicht vorstellen kann, mich wohl damit zu fühlen. Doch ich weiß, dass ich nun die Frau an der Seite eines mächtigen Mannes bin. Und dementsprechend stehe ich auch bei seinen Feinden, von denen er bestimmt mehr als genug hat, sicherlich im Fokus. Es würde mich nicht wundern, wenn Leute versuchen würden, sich über mich an ihn zu rächen.
Prüfend werfe ich einen Blick auf Sergej, der ein paar Schritte von mir entfernt steht. Er lässt sich nichts anmerken, seine Miene bleibt starr und seine Augen beobachten die Umgebung aufmerksam. Wahrscheinlich gibt es nichts, was gerade seinem Blick entgeht. Doch ich bin mir nicht so sicher, ob er sich gerade wirklich wohl in seiner Haut fühlt. Ich kann mir vorstellen, dass es für ihn nicht einfach ist, mir durch die Unterwäsche-Abteilungen der einzelnen Läden zu folgen, während ich mir Stücke aussuche, mit denen ich seinen Chef verführen will. Und dabei versuche ich mir auch nicht anmerken zu lassen, dass es mir ein wenig unangenehm ist. Auch, wenn es mir eigentlich egal sein sollte.
Während ich mir die einzelnen Stücke ansehe, sagt mir mein Verstand immer wieder, dass ich verschwinden soll. Oder besser gesagt, es ist eine innere Stimme in mir, die sich sehr wie meine Schwester anhört. Doch in diesem einen Fall werde ich einmal das machen, was mein Herz mir sagt. Und dem gefällt die Vorstellung überhaupt nicht, von dem Mann getrennt zu sein, den ich liebe. Deswegen nehme ich die möglichen Gefahren in Kauf, auch wenn das vielleicht naiv von mir ist. Denn sind wir doch mal ehrlich: Alles sind nur Vermutungen. In Wirklichkeit habe ich keine Ahnung, was mich noch erwarten wird.
Und Toli weiß auch nicht, was die Zukunft für uns bereithält!
Doch ich vertraue ihm. Und das ist gerade das Einzige, was für mich wichtig ist.
In meinen Gedanken versunken schlendere ich weiter durch die Läden und dort an Kleidern vorbei. Ich habe schon einige gesehen, von denen ich mir sicher bin, dass sie Toli gefallen würden. Allerdings sieht es so aus, dass ich mich darin verkleidet gefühlt hätte. Und dabei trage ich solche Kleider eigentlich gerne.
Es erscheint mir so, als würde es eine Ewigkeit dauern, bis ich endlich das Kleid gefunden habe, was ich Toli heute Abend vorführen will. Es ist kurz, eng und tief ausgeschnitten. Eigentlich ist es nur ein wenig Stoff, der von ein paar Schnüren zusammen gehalten wird. Doch ich bin mir sicher, dass er die Finger nicht von mir lassen kann, wenn er mich darin sieht. Und das ist genau das, was ich will.
Als ich mich zwei Stunden später im Spiegel betrachte, kommt es mir noch immer so vor, als würde ich mich in einem Traum befinden. In einem Traum, aus dem ich nicht mehr erwachen will.
„Sarah?“, fragt Viktor, nachdem er leise an die Tür geklopft hat, und zieht mich so aus meinen Gedanken heraus.
„Ja“, erwidere ich und drehe mich schwungvoll in seine Richtung.
„Bist du fertig?“, erkundigt er sich, nachdem er mich prüfend angesehen hat. „Toli hat mir aufgetragen, dich zum Club zu bringen.“
„Fahren wir nicht gemeinsam?“
Ich bin irritiert. Als ich ihn vorhin noch gesehen habe, hat er mir versichert, wie sehr er sich darauf freut, den Abend mit mir zu verbringen. Nun hört es sich aber für mich so an, als würde ich die nächsten Stunden alleine verbringen.
„Du brauchst dir keine Sorgen zu machen. Er trifft dich dort.“ Mehr sagt er nicht, sondern bedeutet mir, dass ich ihm folgen soll.
Einen Moment schaue ich ihn noch an, ehe ich nicke und in meinen High Heels an ihm vorbeigehe. Er führt mich zu einem der zahlreichen schwarzen Limousinen, die vor der Tür stehen. Als Nächstes steigt er ebenfalls ein und fährt durch die belebte Stadt.
„Das ist der beliebteste Club in Miami“, erklärt Viktor, nachdem er vor einem überfüllten Eingang stehen geblieben ist.
Durch die verdunkelten Scheiben kann ich erkennen, dass es gleich mehrere Schlangen gibt und sie so lang sind, dass ich mir sicher bin, dass die meisten heute nicht mehr hereingelassen werden.
„Zwei meiner Männer sind bereits im Laden. Du brauchst dir also keine Sorgen zu machen.“
„Ich mache mir keine Sorgen“, stelle ich fest.
Meine Stimme klingt selbstbewusst. Und genauso ist es. Wenn Toli sich darin befindet bin ich in Sicherheit und muss mir keine Gedanken machen, dass mir etwas passiert. Stattdessen mache ich mir mehr Sorgen um ihn. Ich weiß nämlich, dass er jedes Mal mit seinen Männern an der Front steht.
Doch das hat hier und jetzt nichts zu suchen. Deswegen schiebe ich diese Gedanken schnell zur Seite und steige aus, nachdem Viktor die Wagentür geöffnet hat.
„Ich wünsche dir viel Spaß“, sagt er noch und macht einen Schritt zur Seite, um mich vorbeizulassen.
„Danke“, erwidere ich und gehe auf den Eingang zu.
Sofort wird das dicke rote Band zur Seite genommen und einer der Türsteher lässt mich durch. Aus der Menge kann ich lauten Protest hören, doch das ist mir gerade egal.
Mit sicheren Schritten gehe ich hinein. Der Laden ist überfüllt. Einen Moment bleibe ich ein wenig am Rand stehen, um mich zu orientieren. Unzählige bunte Lichter erhellen das Dunkel. Überall befinden sich Frauen, die genauso wenig tragen, wie ich es auch tue. Schon alleine aus diesem Grund bin ich mir sicher, dass Toli hier aufgefallen ist. Die meisten der Weiber sind bestimmt auf der Suche nach einem Mann wie ihm.
Während ich mir einen Weg durch die Menge suche, komme ich nur langsam voran. Da es so voll ist, kann ich nicht einmal genau sagen, wo sich die Tanzfläche befindet.
Mitten in der Menge bleibe ich stehen. Ich weiß nicht, wo Toli sich befindet. Doch ich weiß, wenn er nicht langsam auftaucht, vergeht mir die Lust. Ich will nämlich nicht hier alleine stehen.
Suchend lasse ich meinen Blick über die Menge schweifen. Aber es ist so voll, dass ich nur die Menschen mit Gewissheit erkennen kann, die sich direkt neben mir befinden. Deswegen gehe ich noch ein paar Schritte.
Und da steht er plötzlich. Mitten in der Menge steht er und lässt mich nicht aus den Augen. Sein Blick ist gefährlich, sodass ich automatisch stehen bleibe. Mein Mund wird trocken, während Toli sich langsam in Bewegung setzt und zu mir kommt. Kaum befinde ich mich in seiner Reichweite, streckt er die Hände nach mir aus. Sie fahren über mein Schlüsselbein, meine Brüste, meinen Bauch und meine Hüften, bis sie sich in meinem Hintern festkrallen.
Mein Mund öffnet sich, da es mir vorkommt, als würde ich nicht genug Luft bekommen. Doch so stickig, wie das hier drin ist, bringt das nicht sehr viel.
Mein Herz schlägt wie verrückt. Dieser Mann macht mich wahnsinnig. Und zwar auf jede Weise, die man sich nur vorstellen kann. Er ist sanft und fürsorglich. Allerdings kann er auch anders sein, so wie es jetzt der Fall ist.
Ungestüm drückt er seine Lippen auf meine und küsst mich leidenschaftlich. Ich vergesse die Menschen, die sich um uns herum befinden und nehme nur noch ihn wahr. Ich denke sogar nicht einmal mehr daran, dass sich mindestens zwei seiner Männer in der Nähe befinden und die Szene wahrscheinlich gerade beobachten. Doch ich habe nur noch den Wunsch, ihm nah zu sein.
„Lass uns tanzen“, flüstert er mir leise ins Ohr, sodass ich ihn aufgrund der lauten Musik kaum verstehen kann.
Noch im gleichen Moment dreht er mich an den Hüften herum, sodass mein Hintern sich an seinen Schwanz drängt. Verführerisch lasse ich meine Hüften kreisen. Seine Hände wandern über meinen Körper.
Nein, die Show, die wir gerade abziehen, ist definitiv nicht mehr jugendfrei. Doch ich genieße jede einzelne Sekunde. Und in gewisser Weise gefällt es mir, dass ich jeder Frau zeigen kann, was er mit mir macht. Und zwar nur mit mir.
Eine Ewigkeit bewegen wir uns so. Ich befinde mich in meiner eigenen Welt. Einer Welt, aus der ich nicht mehr heraus will. Dennoch werde ich wieder in die Realität gezogen, als ich das Vibrieren seines Handys an meinem Hintern spüre. Langsam drehe ich mich wieder zu ihm herum.
Toli sieht nicht sehr glücklich aus. Er wendet sich nicht von mir ab, während er es aus seiner Hosentasche zieht und an sein Ohr hält. Aufmerksam hört er der Person am anderen Ende der Leitung zu. Ich nutze die Gelegenheit, die mir damit geboten wird, und küsse ihn ein letztes Mal auf den Hals, ehe ich in der Menge verschwinde. Dabei spüre ich seinen Blick auf meinem Rücken, bis ich aus seinem Sichtfeld verschwunden bin.
Mit schnellen Schritten suche ich mir einen Weg zur Toilette, wo ich mir ein wenig kaltes Wasser auf meinen erhitzten Körper spritze. Um mich herum unterhalten sich Frauen und beobachten mich überhaupt nicht. Doch ich bin froh darüber. So habe ich nämlich die Gelegenheit, meine Sehnsucht nach ihm wieder in den Griff zu bekommen. Ich bin mir nämlich sicher, dass ich ihn sonst mitten auf der Tanzfläche anspringe.
Erst als ich mir sicher bin, dass ich mich wenigstens wieder einigermaßen unter Kontrolle habe, gehe ich zurück. Doch was ich da sehe, gefällt mir überhaupt nicht.
Toli steht an der Bar und direkt neben ihm befindet sich eine Frau, die ihn regelrecht mit den Augen vernascht.
Ich bleibe ein wenig entfernt stehen und beobachte die Szene, die sich vor mir abspielt. Sicher, ich werde eifersüchtig. So würde es wahrscheinlich den meisten Frauen gehen, zumindest hoffe ich das. Auch wenn ich zugeben muss, dass Toli mir nicht einmal einen Grund dafür gibt.
Während sie ihm ihre Brüste mehr oder weniger ins Gesicht drückt, macht er keine Anstalten, ihr näherzukommen. Allerdings auch nicht, um sich von ihr zu entfernen. Und das ist es, was mir überhaupt nicht gefällt.
Sie ist nun schon die zweite Frau, die ich dabei beobachte, wie sie sich an ihn heranschmeißt. Und auch wenn ich gehofft habe, dass es irgendwann vielleicht besser wird, oder mich sogar überhaupt nicht mehr interessiert – schließlich liebt er mich – so ist das nicht der Fall.
Beim letzten Mal habe ich mich umgedreht und bin einfach verschwunden. Da waren wir aber auch noch nicht an diesem Punkt, an dem wir jetzt sind. Außerdem hat mir das Gespräch mit Ludmilla ein neues Selbstwertgefühl verliehen. Sie hat mir klargemacht, dass ich stark genug bin, um an seine Seite zu gehören. Und dazu gehört nun einmal auch das. Schon alleine aus diesem Grund will ich mich dieses Mal nicht so verhalten.
Ich will dieser Frau klarmachen, dass Toli mein Mann ist und sie die Finger von ihm lassen soll. Das hätte ich schon beim letzten Mal machen sollen.
Mit großen und energischen Schritten gehe ich näher und lege Toli meine Hand auf die Schulter, als ich die beiden erreicht habe. Noch in der gleichen Sekunde schlingt er seinen Arm um mich und sieht mich lächelnd an. So nah, wie es nur geht, zieht er mich an sich heran.
Zufrieden sehe ich aus dem Augenwinkel, dass diese Frau, wer auch immer sie ist, mich bösartig ansieht. Doch das ist mir egal. Das ich in seiner Gegenwart nicht nur Freundinnen habe, habe ich bereits gemerkt. Damit komme ich jedoch klar.
„Ich dachte schon, dass du dich verlaufen hast“, erklärt er mit einem frechen Grinsen auf dem Gesicht.
Ich bin mir sicher, wäre das passiert, hätte er es sofort erfahren. Schließlich hat er zwei Männer im Club, von denen mindestens einer mir sicherlich gefolgt ist.
„Es hat ein wenig gedauert“, erwidere ich kurz angebunden, da ich mich nicht darüber unterhalten will.
Denn auch wenn ich mir gerade überhaupt keine Sorgen um unsere Beziehung mache, so will ich doch für mich behalten, dass ich die beiden genau beobachtet habe. Aus irgendeinem Grund will ich nicht, dass er es erfährt. Und erst Recht nicht hier.
Einen Moment sieht er mich an, als würde er mir nicht glauben. In mir macht sich schon die Befürchtung breit, dass er sich danach erkundigt, doch da konzentriert er sich bereits wieder auf die Frau, die mich immer noch ansieht, als würde sie mir gleich an den Hals springen.
„Blair, darf ich dir Sarah vorstellen? Sie ist meine Verlobte.“
Es dauert einen Moment, bis seine Worte bei mir angekommen sind. Doch selbst dann kommt es mir so vor, als hätte ich mich verhört, obwohl ich mir sicher bin, dass ich ihn richtig verstanden habe. Unwillkürlich spanne ich mich an. Doch ich habe mich schnell genug wieder im Griff um zu beobachten, wie ihr die Farbe aus dem Gesicht weicht.
Mit weit aufgerissenen Augen betrachtet sie erst mich und dann ihn, als würde sie ihn fragen wollen, ob das wirklich sein Ernst ist. Mir ist bewusst, dass sie mich in die Knie zwingen will. Doch ich weiche nicht zurück.
Nicht nach allem, was in den letzten Tagen geschehen ist.
„Ich hätte nicht gedacht, dass du irgendwann heiraten wirst“, stellt sie fest und legt dabei ihre Hand auf seine. „Männer, wie du, können alles haben.“
Ich sehe ihm an, dass er etwas darauf erwidern will, doch dieses Mal bin ich schneller. Sich an ihn ran zu machen ist eine Sache. Das aber noch so offensichtlich in meiner Gegenwart zu machen, ist eine ganz andere.
„Und genau das hat er bei mir“, gebe ich spitz zurück. „Was er bei dir anscheinend nicht hatte.“
Ich brauche nicht großartig darüber nachzudenken um zu wissen, dass die beiden mal etwas miteinander hatten. Mich würde es eher wundern, wenn es nicht so wäre.
Ich weiche ihr nicht aus und warte darauf, dass sie etwas sagt. Doch das macht sie nicht, auch wenn ich Lust habe, ihr noch mehr reinzuwürgen. Allerdings habe ich auch keine Lust, ewig darauf zu warten, dass ihr ein passender Kommentar einfällt. Deswegen drehe ich mich zu Toli, der anscheinend auch nicht weiß, was er sagen soll.
„Ich will nach Hause“, erkläre ich ihm.
Plötzlich ist mir die Lust vergangen, noch länger in diesem Club zu stehen. Um meine Worte zu unterstreichen, nehme ich einen großen Schluck aus seinem Glas und lasse die beiden dann stehen.
Es dauert nicht lange, bis Toli wieder hinter mir ist. Doch ich beachte ihn nicht. Stattdessen suche ich mir einen Weg in die Richtung des Ausgangs. Auch wenn ich noch nicht lange hier bin und ich mich auf diesen Abend gefreut habe, will ich dennoch nur noch von hier verschwinden.
Als wir seinen Wagen erreicht haben und ich einsteigen will, greift er nach meinem Handgelenk und hindert mich so daran. Mit dem Rücken drückt er mich gegen das kühle Metall.
„Beim letzten Mal bist du abgehauen“, stellt er fest.
„Beim letzten Mal wusste ich nicht, das noch mehr folgen werden.“
Ich weiß, das ist gelogen. Mich hätte es nämlich überrascht, wenn es nicht so gewesen wäre. Schließlich wusste ich von Anfang an, dass er kein Sohn von Einsamkeit war. Und ich brauche nur einen Blick in sein Gesicht zu werfen um zu wissen, dass er das auch weiß. Ich warte darauf, dass er etwas dazu sagt, doch das macht er nicht. Stattdessen sieht er mich nur an.
Es erscheint mir so, als würden die nächsten Sekunden eine Ewigkeit dauern. Ich erwidere seinen Blick. Als er einen Schritt nach hinten macht und mich so freigibt, weiß ich nicht, ob ich erleichtert darüber sein soll oder nicht. Schweigend öffnet er die Tür und bedeutet mir, dass ich einsteigen soll. Auch während der Fahrt zurück zum Anwesen gibt er keinen Ton von sich.
Dort angekommen legt er mich auf seine Schulter, sodass ich einen erschrockenen Ton von mir gebe. Kaum hat er die Tür des Schlafzimmers hinter sich zugeworfen, geht er zum Bett und wirft mich darauf. Gefährlich steht er über mir. Wie ein Raubtier, was seine Beute erlegt hat.
Mein Mund öffnet sich, da es mir vorkommt, als würde ich nicht genug Sauerstoff bekommen. Er sagt nichts, sondern zieht sich das Hemd aus und wirft es zur Seite. Doch auch ich gebe keinen Ton von mir. Schweigend ziehe ich seinen Anblick in mir auf.
„Ich wusste ja bereits, dass eine Tigerin in dir steckt. Doch ich habe nicht erwartet, dass du jemals so klarmachst, dass ich dein Mann bin.“
Seine Worte, seine raue Stimme in Verbindung mit seinem Blick sorgen dafür, dass ich feucht werde.
„Wenn es sein muss, werde ich das noch viel öfter machen“, gebe ich von mir und grinse ihn dabei frech an.
Toli gibt ein dunkles und gefährliches Knurren von sich, weshalb ich mich nicht mehr unter Kontrolle habe. Ich will ihn in mir spüren, ich will von ihm in Besitz genommen werden. Ich will, dass er mir beweist, dass es wirklich so ist.
Langsam richte ich mich ein Stück auf und greife in den Nacken, um die beiden Träger, die das Kleid zusammenhalten zu lösen. Kaum habe ich das getan, rutscht der obere Teil nach unten und entblößt meine Brüste. Erneut höre ich, wie er knurrt und kann mir ein leises Lachen nicht verkneifen.
Ich lasse mich wieder in die Kissen sinken, hebe meinen Hintern ein Stück an und befreie mich komplett von dem Kleid, sodass ich nur noch das viel zu knappe Höschen trage, für das ich mich entschieden habe.
Sein heißer Blick gleitet über meinen Körper und setzt ihn in Flammen. Als er bei meiner Mitte ankommt, spreize ich meine Beine ein Stück. Ich weiß, dass er sich nur schwer noch unter Kontrolle halten kann. Daher mache ich mir einen Spaß daraus, dafür zu sorgen, dass er diese komplett verliert und endlich über mich herfällt.
Um das Spiel noch ein wenig weiterzutreiben, lasse ich meine Hand an meinem Oberkörper hinab wandern, bis ich den dünnen Stoff erreicht habe. Langsam gleitet sie hinein. An seinem dunklen Blick kann ich erkennen, dass ihn das, was ich vorhabe, antörnt. Ich hätte selber nie gedacht, dass ich mich das traue. Doch bei ihm schaffe ich es, meine Hemmungen fallen zu lassen.
Aus diesem Grund schiebe ich einen Finger in mich hinein und stöhne laut auf. Unverwechselbare Lust überkommt mich, sodass sich meine Augen schließen und mein Rücken durchbiegt. Ein weiteres Mal lasse ich meinen Finger in mich hinein gleiten.
In der nächsten Sekunde spüre ich plötzlich, wie er nach meinen Fußgelenken greift und mich an die Kante des Bettes zieht. Es dauert nicht lange, bis ein scharfer Schmerz durch meinen Körper dringt, der dafür sorgt, dass ich zusammenzucke.
Als ich meine Augen öffne, erkenne ich mein zerrissenes Höschen, welches er triumphierend in die Luft hält. Dann senkt er seinen Kopf und lässt seine Zunge über meine geschwollene Perle gleiten.
Mein Stöhnen wird lauter und meine Finger krallen sich in seinen Haaren fest. In einem atemberaubenden Tempo steigert er meine Lust, bis jeder Muskel in meinem Inneren sich anspannt. Mein Oberkörper windet sich, dass er seinen Arm auf meinen Bauch legen muss, damit ich still liege.
Dieser Orgasmus dauert eine Ewigkeit und Toli trennt sich erst dann von mir, als ich ihm alles gegeben habe. Doch er gibt mir keine Zeit, meinen Herzschlag wieder zu beruhigen.
Mit einer heftigen Bewegung dringt er in mich ein und weitet mich immer wieder.
Unser Keuchen vermischt sich. Mir ist bewusst, dass seine Eltern sich ebenfalls im Haus befinden. Doch ich bin nicht mehr in der Lage, mich zu zügeln. Daher kann ich nur hoffen, dass sie nichts von dem hier mitbekomme. Es wäre mir bei unserer nächsten Unterhaltung peinlich, sollte dies erwähnt werden.
„Sag es“, raunt er. „Sag, dass ich dich ficken soll.“
„Fick mich“, bettle ich, ohne darüber nachzudenken.
Noch in der gleichen Sekunde dringt er noch tiefer in mich ein, obwohl ich das nicht für möglich gehalten habe.
Doch ich habe keine Zeit mehr, mich darauf zu konzentrieren, da ich spüre, wie der nächste Orgasmus mich überspült. Ich spüre, wie auch Toli sich anspannt und dann noch zweimal in mich eindringt, ehe er kommt.
Schwer atmend komme ich wieder in der Welt an und weiß, dass ich ihn immer lieben werde. Es hat nichts mit dem Sex zu tun, auf jeden Fall nicht nur. Es ist viel eher die Tatsache, dass ich mich bei ihm sicher und geborgen fühle. Und diese beiden Gefühle sind mir wichtiger als alles andere.
5
Anatoli
Ich muss zugeben, dass Sarah es gestern geschafft hat, mich zu überraschen. Ich bin davon ausgegangen, dass sie sich von Blair in die Ecke drängen lässt. Sie kann sehr bestimmend sein und das ist etwas, was manche Frauen dazu bringt, dass sie zurückweichen. Ein paar Mal habe ich dieses Verhalten schon beobachtet. Dabei kann ich aber nicht sagen, ob sie das machen, weil sie nicht damit umgehen können, oder weil sie einfach vielleicht keine Lust haben, sich damit zu beschäftigen.
Sarah hat mir in dem Club aber eine neue Seite an sich gezeigt und ehrlich gesagt war ich froh darüber, dass sie diese an den Tag gelegt hat. Es ist nämlich die einzige Sprache, die Blair versteht. Auch, wenn ihr das sicherlich nicht gefallen hat.
Als ich Blair gesehen habe, wusste ich, dass sie vor Sarah eine Szene machen wird. Und hätte ich Sarah kommen sehen, hätte ich irgendwie versucht, es zu verhindern. Und ja, ich bin mir sicher, dass sie uns vorher beobachtet hat. Ich habe nämlich die Wut gespürt, die von ihr ausgegangen ist.
Schon alleine deswegen war es richtig, dass ich sie als meine Verlobte bezeichnet habe, auch wenn es nur ein Reflex war. Wirklich darüber nachgedacht habe ich nämlich nicht. Doch ich bereue es nicht. Ihr diesen Titel zu verleihen hat sich gut angefühlt. Früher habe ich darum immer einen riesigen Bogen gemacht. Ich wollte von Verlobungen nichts wissen. Ich bin ja nicht einmal eine Beziehung eingegangen, obwohl es mehr als genug Frauen gab, die diesen Schritt mit mir gemacht wären.
Doch Sarah hat meine Einstellung dazu verändert, auch wenn wir noch nicht an dieser Stelle angekommen sind.
„Viktor!“, rufe nach meinem Freund und gehe gleichzeitig mit festen Schritten durch das riesige Haus, bis ich ihn schließlich im Eingangsbereich gefunden habe.
„Was ist denn mit dir los?“, fragt er mich ein wenig amüsiert, als er meinen genervten Blick bemerkt hat.
Von oben bis unten betrachtet er mich, als würde er etwas an mir suchen. Doch nachdem er das anscheinend nicht gefunden hat, grinst er mich belustigt an.
„Du siehst aus, als hättest du ein Gespenst gesehen. Dabei habe ich nicht einmal gedacht, dass du überhaupt an Gespenster glaubst, beziehungsweise sie in der Lage sind, den großen Anatoli aus der Ruhe zu bringen.“
„Das ist wirklich sehr lustig“, fahre ich ihn an. „Und um deine Frage zu beantworten, ich habe das mit Blair geklärt. Oder besser gesagt, Sarah hat das“, seufze ich und lasse mich auf den riesigen Sessel sinken, der in der Ecke steht.
„Moment“, ruft Viktor aus und sieht mich fassungslos an. „Blair? Reden wir hier von der gleichen Blair?“
Als Antwort nicke ich nur. Er weiß nur zu gut, was vor ein paar Jahren geschehen ist. Blair hatte es nicht gerade gut verarbeitet, dass ich mich von ihr trennen wollte und auf mich geschossen. Viktor hatte es allerdings geschafft sie zu überwältigen.
„Und Sarah hat sie gesehen?“
Wieder nicke ich nur. Leise pfeift er durch die Zähne.
„Ich hoffe, die beiden sind sich nicht gegenseitig an den Kragen gegangen. Was dich angeht, kann Blair sehr einnehmend sein. Das war sie schon immer. Eigentlich wundert es mich sogar, dass sie dir nicht nach Russland gefolgt ist“, überlegt er.
Im Stillen muss ich ihm recht geben. Als ich endlich im Flieger zurück saß habe ich es nur noch bereut, dass ich etwas mit ihr angefangen habe.
„Nein, Sarah hat ihr aber klar zu verstehen gegeben, dass sie die Finger von mir lassen soll.“
„Ich muss sagen, dass ich das wirklich gerne gesehen hätte.“
„Du wärst beeindruckt gewesen“, sage ich. „Aber obwohl sie gestern die Coole war und sich nicht hat aus der Ruhe bringen lassen, kommt es mir so vor, als wäre sie ein wenig überfordert. Und als wir gestern Blair im Club gesehen haben wusste ich, dass es wirklich so ist. Ich weiß von der Geschichte mit ihren Eltern, dass sie immer dann in die Verteidigung geht, wenn sie nicht mehr weiter weiß.“
„Woher willst du wissen, dass es auch dieses Mal der Fall sein könnte? Es kann ja auch einfach sein, dass sie keine Lust mehr hat, das kleine Mäuschen zu sein“, überlegt Viktor. „Ihr seid zusammen und du bist dafür bekannt, dass du kein Blatt vor den Mund nimmst. Da würde es mich nicht wundern, wenn auch sie einfach mal jemandem die Meinung ins Gesicht sagt.“
Seine Worte sorgen dafür, dass ich mich wieder an das gestrige Gespräch mit meiner Mutter erinnere.
An meiner Seite wird sie die Frau, die sie sein soll.
„Was schlägst du vor, was ich wegen Blair machen soll? Sie wird bestimmt herkommen.“
„Ja, wahrscheinlich wird sie das. Deswegen werde ich mit Sarah nach Tarpon Springs in das Haus meiner Mutter fahren“, entscheide ich mich. „Dort werden wir vielleicht ein paar Tage Ruhe haben.“
Das ist nur ein Teil der Wahrheit. Der andere ist, dass ich so Sarah von Blair fernhalten kann, ohne mit ihr zurück nach Los Angeles fliegen zu müssen.
„Ich kenne das Haus. Doch ich muss sagen, dass ich mir nicht sicher bin, ob das gerade eine so gute Idee ist.“
Viktor scheint sich nicht sicher zu sein, ob er die Worte wirklich aussprechen soll. Doch er hat mir schon immer die Meinung ins Gesicht gesagt. Deswegen erwarte ich, dass er das auch jetzt macht.
„Was meinst du?“
„Ein paar Tage hier weg sind super, das weiß ich. Und es würde Sarah vielleicht auch helfen. Zurzeit ist nur viel zu tun. Du musst dich um die Geschäfte kümmern und allen klarmachen, dass du die Nummer eins nun bist. Das wird nicht einfach werden.“
„Ich weiß. Und sobald die Zeit dafür gekommen ist, werde ich das auch machen. Nun steht Sarah aber ganz oben auf meiner Liste.“
Mir schießen die Worte durch den Kopf, dass ich sie nicht verlieren will. So bescheuert es vielleicht auch klingen mag, aber es ist die Wahrheit. Sarah war von Anfang an die Konstante in meinem Leben. Und ich will nicht, dass sich das ändert. Doch bevor sie mir über die Lippen dringen, kann ich sie gerade noch für mich behalten. Viktor würde mich nur mit Worten bedenken, von denen ich mir sicher bin, dass ich sie überhaupt nicht hören will.
Kurz sieht er mich an, als würde er darüber nachdenken, bevor er zögerlich nickt. Auf seine Weise zeigt er mir, dass er nicht sehr begeistert von meinem Vorhaben ist. Allerdings ist mir das egal. Ich brauche schließlich nicht seine Erlaubnis.
„Du bist der Chef“, setzt er noch hinterher.
Nun bin ich derjenige, der nickt, bevor ich aufstehe und mich auf die Suche nach Sarah mache. So schnell wie möglich will ich ihr von meiner Idee erzählen. Auch wenn ich nicht weiß, was sie davon halten wird. Schließlich will sie auch das Problem mit ihrer Familie so schnell wie möglich klären.
„Hier hast du dich versteckt“, stelle ich fest, nachdem ich sie endlich gefunden habe.
Sarah sitzt in der oberen Etage auf der gepolsterten Fensterbank, hat die Beine an ihren Oberkörper gezogen und sieht nach draußen.
„Ist etwas passiert?“ Alarmiert schaut sie mich an.
„Nein, alles in Ordnung. Ich habe dich nur gesucht, da ich etwas mit dir besprechen wollte.“
Neugierig und auch ein wenig irritiert schaut sie mich an. Doch ich spreche nicht sofort weiter. Stattdessen setze ich mich so hin, dass sie ihren Rücken an meine Brust lehnen kann.
„Ich dachte mir, dass wir einen kleinen Urlaub machen“, sage ich schließlich. „Meine Mutter hat ein Haus in Tarpon Springs, in das wir für ein paar Tage fahren können.“
„Das hört sich wunderbar an“, stellt sie fest. „Aber musst du dich nicht um ein paar wichtigere Sachen kümmern?“, fragt sie ein wenig zögerlich.
Ich drehe Sarah so, dass sie mich ansehen kann. Das, was ich ihr jetzt sage, ist die Wahrheit. Obwohl ich es selber nicht glauben kann. Doch ich will, dass sie es versteht und weiß, dass ich es genauso meine, wie ich es sage.
„Du bist das Wichtigste in meinem Leben. Wichtiger als irgendwelche Geschäfte, wichtiger als Geld, wichtiger als mein Leben. Ich liebe dich und ich will nicht, dass dir etwas geschieht.“ Kaum habe ich ausgesprochen, küsse ich sie. So will ich meine Aussage noch unterstreichen.
Diese Frau hat sich einen Platz in meinem Herzen gesucht und ich werde alles dafür tun, dass ich den Rest meines Lebens mit ihr verbringen kann.
„Ich hoffe, dass wir uns bald wiedersehen“, erklärt mein Vater, als wir uns einige Stunden später von den beiden verabschieden, und zieht Sarah für eine Umarmung zu sich.
Nicht zum ersten Mal bin ich froh darüber, dass sie sich so gut mit meinen Eltern versteht und die beiden sie in der Familie aufgenommen haben. Das macht die nächsten Schritte für mich nur noch einfacher. Und dabei geht es nicht nur um meine Geschäfte, sondern auch um unsere Beziehung.
„Das würde mich auch freuen“, sagt sie nun und verabschiedet sich dann von meiner Mutter.
Ich beobachte meine Mom dabei, wie sie Sarah etwas ins Ohr flüstert, ehe diese nickt. Als Nächstes wirft sie mir einen mahnenden Blick zu, den ich nur zu genau kenne.
Sie will mir stumm zu verstehen geben, dass ich es besser nicht versaue. Das habe ich aber auch gar nicht vor.
„Ich habe nicht gedacht, dass ihr nach ein paar Tagen wieder verschwindet“, stellt mein Vater fest, nachdem er sich neben mich gestellt hat.
„Ich auch nicht, aber es muss sein.“
Mein Vater nickt und zeigt mir so, dass er meine Entscheidung verstehen kann.
Nachdem Sarah sich von allen verabschiedet hat, steigen wir ins Auto und machen uns auf den Weg. Mit dabei habe ich ein paar meiner Männer, die uns in zwei dunklen Wagen folgen.
Ich werde kein Risiko eingehen, auch wenn ich will, dass wir wie ein normales Paar ein paar ruhige Tage verbringen. Doch ihre Sicherheit geht vor meine Wünsche.
6
Sarah
Ich war noch nie in Tarpon Springs. Ich weiß, dass einige meiner Kollegen schon in der Stadt waren und auch, dass zwei Abteilungsleiter hier ein Haus haben. Deswegen kenne ich die Stadt nur aus Erzählungen. Doch nach allem, was ich bis jetzt gehört habe, soll es dort wunderschön sein.
Wie ich nun allerdings selber feststellen kann, ist dies noch weiter untertrieben. Toli fährt am Hafen entlang, in dem kleine Fischerboote verankert liegen. Die Bewohner der Stadt stehen auf dem Bürgersteig oder sitzen auf den Bänken. Sie trinken einen Kaffee und unterhalten sich.
Toli bleibt auf der Hauptstraße, bis wir den Stadtrand erreicht haben. Dort hält er vor einem Haus an, was sich direkt am Wasser befindet.
Es ist ein idyllisches kleines Einfamilienhaus, was perfekt in seine Umgebung passt. Die Wände bestehen aus weißem Holz und der Vorgarten ist übersät von bunten Blumen.
„Es ist schon eine Weile her, dass ich das letzte Mal hier war. Meine Eltern sind im Sommer immer für drei Wochen mit mir hergekommen. Da war ich aber noch in der Grundschule.“
„Du bist wirklich zur Grundschule gegangen? Irgendwie bin ich davon ausgegangen, dass du zu Hause in Kämpfen und Schießen unterrichtet wurdest.“
„Das habe ich automatisch gelernt. Aber ich bin auf eine Privatschule gegangen“, erklärt er mir, bevor er aussteigt und um den Wagen herum geht.
Neugierig folge ich ihm und betrete das Haus, nachdem Toli die Tür geöffnet hat. Von innen sieht das Haus genauso gemütlich aus wie von außen. Die Inneneinrichtung ist in besch und hellen Pastelltönen gehalten. Die dicken Kissen auf dem Sofa sorgen dafür, dass ich mich am liebsten in sie hinein sinken lassen würde.
„Gefällt es dir hier?“, fragt Toli und tritt hinter mich. Besitzergreifend schlingt er seine Arme um meinen Körper, sodass ich meinen Körper an seine Brust lehnen kann.
„Es ist wunderschön?“, flüstere ich. Dabei lasse ich meinen Blick zur Terrassentür schweifen, auf dessen anderer Seite sich ein kleiner Garten erstreckt.
Als Toli mir gesagt hat, dass seine Mutter hier ein Haus besitzt, bin ich von einem riesigen Anwesen ausgegangen. Und zwar von dem gleichen Typ Anwesen, wie auch die anderen sind. Deswegen bin ich nun umso überraschter, dass es sich hierbei um ein ganz normales Haus handelt.
„Und dennoch denkst du über etwas nach“, stellt er als nächstes fest. „Ich spüre es. Du scheinst gerade ganz woanders zu sein. Was beschäftigt dich?“
Einen Moment betrachte ich noch die Aussicht. Ich versuche so Zeit zu schinden und mir eine Antwort auf seine Frage parat zu legen. Doch ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Deswegen drehe ich mich schließlich doch zu ihm herum.
Seine aufmerksamen Augen sind auf mich gerichtet. Innerlich kämpfe ich mit mir selber. Ich will mich nicht darüber unterhalten, doch ich weiß, dass ich ihm von der Unterhaltung mit meiner Schwester erzählen muss. Auch wenn ich keine Ahnung habe, wie er reagiert. Doch ihn geht es genauso etwas an, wie mich auch.
Wird er sich von mir trennen, weil es vielleicht zu viel für ihn ist?
Schließlich hat er auch so schon genug um die Ohren. Als neues Oberhaupt der Mafia hat er mehr als genug Probleme. Da will er sich bestimmt nicht auch noch mit diesem Mist herumschlagen, den meine Familie hervorgerufen hat. Und als die Frau an seiner Seite ist es meine Aufgabe, ihm diesen zusätzlichen Stress zu ersparen.
Doch während unserer gemeinsamen Zeit, die wir bis jetzt zusammen verbracht haben, habe ich ihn auch sehr gut kennengelernt. Deswegen weiß ich, wie hartnäckig er sein kann. Wenn ich es ihm jetzt nicht sage, wird er mich so lange damit löchern, bis ich mit der Sprache herausrücke. Und dann wird es bestimmt nicht einfacher werden. Also beschließe ich, dass ich es ihm sagen werde. Auch deswegen, weil ich hoffe, dass er vielleicht eine Lösung für das Problem hat. Ich habe nämlich ehrlich gesagt keine Ahnung mehr, was ich machen soll.
Also erzähle ich ihm in kurzen Sätzen davon. Dabei kann ich nicht für mich behalten, wie sehr mich das alles mitnimmt. Es war nie ein Geheimnis, dass ich andere Ansichten habe als meine Eltern. Allerdings habe ich immer versucht sie wenigstens ruhig zu stellen. In diesem Fall wird mir das jedoch nicht gelingen.
Toli hört mir zu und sagt kein Wort dazu. Er verzieht nicht einmal das Gesicht. Erst, als ich geendet habe, holt er tief Luft.
„Ich bin mir sicher, dass sie ihre Meinung ändern wird, sobald sie uns gemeinsam gesehen hat. Sie ist deine Schwester, da ist es doch gut, dass sie sich Sorgen macht, dass du nicht an den falschen Mann gerätst.“
„Du kennst Robyn nicht“, murmle ich und verziehe das Gesicht. „So schlimm?“
„Ich sage es mal so: Ich habe mein Handy ausgeschaltet, da ich mir sicher bin, dass mich meine Eltern früher oder später deswegen anrufen werden. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie es erfahren. Wenn Robyn gegen etwas ist, setzt sie alles in Bewegung, um ihren Willen durchzusetzen. So war sie schon immer und so wird sie auch immer sein. Und in diesem Fall ist sie gegen unsere Beziehung. Auch wenn sie wohl nicht so ganz verstanden hat, dass ich kein kleines Kind mehr bin.“
„Aber vielleicht sagt Robyn es ihnen ja auch überhaupt nicht“, überlegt er weiter.
Ich schlucke die Worte hinunter, die mir auf der Zunge liegen. Ich sehe Toli an, dass er noch einen kleinen Funken Hoffnung hat, dass wir es ihr erst erklären können. Obwohl ich nicht so genau weiß, was es da zu erklären gibt. Wir lieben uns einfach. Gleichzeitig weiß ich aber auch, dass diese Chance sehr gering ist.
„Lass uns über etwas anderes sprechen“, fordere ich ihn auf.
Ich habe keine Lust mehr, über meine Schwester oder meine Eltern zu reden. Und daran lasse ich auch keinen Zweifel.
Einen Moment sieht er mich so an, als würde er mir stumm sagen wollen, dass wir mit diesem Thema noch nicht fertig sind. Und das sind wir wirklich nicht. Allerdings ziehe ich es vor, mich jetzt mit etwas anderem zu beschäftigen.
Als ich schon die Befürchtung habe, dass er noch etwas deswegen sagt, nickt er schließlich. Erleichtert darüber atme ich auf.
Während der nächsten drei Tage schafft Toli es mit seiner Aufmerksamkeit mich auf andere Gedanken zu bringen. Die meiste Zeit des Tages liegen wir an dem kleinen Pool, der sich ebenfalls auf dem Grundstück befindet und lassen uns die Sonne auf den Bauch scheinen. Wir albern im Wasser herum, gehen spazieren, holen uns etwas zu essen und setzen uns dabei auf eine der Bänke, die sich im Hafen befinden. In dieser Zeit sind wir ein ganz normales Paar. So wie alle anderen. Auch wenn ich dabei immer im Hinterkopf habe, dass seine Männer sich in der Nähe befinden und so jederzeit einschreiten können, wenn sie der Meinung sind, dass Gefahr droht. Und auch Viktor ist aufgetaucht.
Ich weiß, dass zwischendurch sein Vater anruft. Ich sehe es an der Art, wie Toli jedes Mal die Augen verdreht, wenn sein Handy klingelt.
Gleichzeitig spüre ich, dass er sich Gedanken über das Problem mit meinen Eltern macht. Dabei soll er das überhaupt nicht. Er hat schon genug, um was er sich kümmern muss. Und dieses Problem ist definitiv meines. Ich gehöre nämlich nicht zu den Frauen, die bei dem kleinsten Problem zu ihrem Mann rennen.
„Blende ihn einfach aus“, befiehlt Toli mir, nachdem er meinen nachdenklichen Blick in die Richtung von Viktor gesehen hat.
Wir sitzen auf dem Rasen und lassen unsere Füße im Wasser baumeln.
Ich habe mich zwar mittlerweile daran gewöhnt, doch das bedeutet nicht, dass ich es nicht noch immer merkwürdig finde, immer einen Bodyguard in der Nähe zu haben. Er ist für meine Sicherheit da, doch das macht es nicht einfacher.
„Das ist nicht so einfach“, stelle ich deswegen fest.
„Ich weiß, aber wir werden einen Weg finden, der dich nicht einschränkt und dennoch dafür sorgt, dass dir nichts passiert.“ Toli fährt sich über den Nacken. „Ich werde ihm auftragen, den Jungs zu sagen, dass sie sich im Hintergrund aufhalten sollen. Aber ich hoffe, dass du es verstehst, dass ich sichergehen will, dass dir nichts geschieht. Vor allem jetzt, wo ich die Leitung von meinem Vater übernommen habe, gibt es da draußen sicherlich mehr als genug Leute, die mir eins auswischen sollen. Obwohl, das ist vielleicht nicht ganz richtig. Die gab es vorher auch schon.“
Kaum hat er ausgesprochen umgreift er meinen Hals und küsst mich. Ich weiß, dass er es nur gut meint. Deswegen protestiere ich auch nicht. Denn eins steht fest: Einem anderen Mann würde ich die Meinung sagen. Doch ich habe mich dafür entschieden an seiner Seite zu bleiben. Auch wenn das bedeutet, dass ich nun immer einen Schatten haben werde. Und vielleicht finde ich sogar einen Weg, wie ich die Jungs irgendwie in meine Shoppingtouren einschließen kann.
7
Anatoli
Mir ist durchaus bewusst, dass es für Sarah schwer ist, sich damit abzufinden, dass immer mindestens einer meiner Männer in ihrer Nähe ist und auf sie aufpasst. Und das ist etwas, was ich verstehen kann. Sarah kommt aus einer anderen Welt. Sie ist mit Freiheiten groß geworden, die ich so nie hatte, beziehungsweise die Frauen in meinen Kreisen so nie hatten. Sie kennt es, dass sie jederzeit das Haus verlassen und einkaufen gehen kann. Und zwar ohne Bodyguard. Und auch wenn ich weiß, dass das nicht gerade eine kleine Umstellung ist, so hoffe ich doch, dass sie es schafft, damit klarzukommen.
„Ich will, dass die Männer sich in so einer großen Distanz zu Sarah aufhalten, dass sie nicht das Gefühl hat, verfolgt zu werden. Dennoch sollten sie jederzeit einschreiten können, an jedem Ort, an dem Sarah sich aufhält“, weise ich meinen Freund an, während ich am großen Fenster stehe und Sarah beobachte, die in der Sonne liegt.
„Hat sie deswegen etwas zu dir gesagt?“ Viktor zieht die Augenbrauen nach oben, während er sich auf das Sofa sinken lässt.
„Nein, ich glaube auch nicht, dass sie das machen würde. Stattdessen sucht sie gerade ihren eigenen Weg, um sich mit allem zu arrangieren. Ich glaube, das war auch der Grund dafür, dass sie Blair in dem Club die Stirn geboten hat“, überlege ich. „Doch das heißt nicht, dass sie ständig daran erinnert werden soll, dass ihr jedem an den Fersen hängt.“
„Es geht um gestern Abend“, stellt Viktor fest, nachdem er mich kurz angesehen hat.
„Unter anderem auch das, ja“, stimme ich ihm zu. „Es hat mir nur wieder vor Augen geführt, dass ich sie nicht verlieren will, nur weil sie nicht damit klarkommt und ihr altes Leben deswegen wiederhaben will. Aber es ist nicht nur das. Sie soll trotzdem frei sein. Ich will sie nicht einsperren.“
„Aber ich wette, dass dir dieser Gedanke schon das eine oder andere Mal durch den Kopf gegangen ist.“ Während Viktor spricht, hat sich ein dreckiges Grinsen auf sein Gesicht geschummelt. Ich hingegen verdrehe nur die Augen.
Ja, ich leugne nicht, dass ich schon darüber nachgedacht habe. Doch nicht, um ihr die Freiheit zu nehmen, auf jeden Fall nicht für einen längeren Zeitraum. Ich will sie nicht im goldenen Käfig gefangen halten, wenn sie das nicht will. Nein, ich bin mir sicher, dass es ihr gefallen würde, wenn ich auf diese Weise mit ihr spielen würde. Aber das werde ich Viktor nicht sagen. Es geht ihn nämlich überhaupt nichts an, was wir im Schlafzimmer machen.
Und das ist noch ein Punkt, der sich in der letzten Zeit eindeutig für mich geändert hat. Bei meinen früheren Affären hatte ich nämlich kein Problem damit. Wenn es sein musste und es meinen Zwecken diente, habe ich es sogar ihren Eltern unter die Nase gerieben. Bei Sarah werde ich diesen Schritt jedoch nicht gehen. Ganz davon abgesehen bin ich auch der Meinung, dass es mich keinen Schritt nach vorne bringen würde, wenn es um ihre Eltern geht.
„Ich habe mal eine etwas andere Frage an dich. Aber weißt du schon, was du mit ihren Eltern machst? Sie werden nicht sehr angetan von dir sein. Auch wenn du ihnen vielleicht nicht sagen wirst, wer du wirklich bist“, spricht Viktor weiter.
Mit dieser Feststellung kommt er auf das einzige Thema zu sprechen, bei dem ich wirklich einmal keine Ahnung habe, was ich machen soll.
„Ich könnte mich als einen absoluten Vorzeigeschwiegersohn präsentieren“, überlege ich und zucke mit den Schultern. „Einer, der mit beiden Beinen fest im Leben steht. Doch ich werde mich auch nicht verstellen.“
„Schwiegersohn?“ Viktor zieht die Augenbrauen nach oben.
Kurz überlege ich, ob ich etwas dazu sagen soll, doch darauf wartet er nur. Er will mir nur den nächsten Kommentar dazu um die Ohren hauen. Deswegen ziehe ich es vor, zu schweigen.
„Du stehst mit beiden Beinen fest im Leben. Allerdings nicht so, wie sie das von einem Vorzeigeschwiegersohn erwarten werden“, erinnert er mich, dabei muss er das eigentlich überhaupt nicht. „Das ist so überhaupt nicht deine Art. Weißt du überhaupt, wie das geht?“
„Nein, das ist nicht meine Art und ehrlich gesagt habe ich mir auch nie Gedanken darüber gemacht, dass es vielleicht so sein könnte. Aber um ihre Eltern zu besänftigen würde ich das machen. Es hat Vorrang, dass sie endlich Ruhe geben und wir uns ein Leben aufbauen können.“
„Und was würdest du am liebsten machen?“, fragt er weiter.
„Am liebsten würde ich ihnen gepflegt die Meinung sagen und ihnen sagen, dass es Konsequenzen haben wird, wenn sie sich auch weiterhin einmischen.“
Bei diesen Worten spannt sich mein Kiefer an. Doch es ist die Wahrheit. Ich habe noch nie eine Rolle gespielt, um irgendwen zu beruhigen oder ihm das zu zeigen, was er sehen wollte. Ich will Sarah aber auch nicht gewaltsam von ihren Eltern wegholen. Auch wenn mein Gefühl mir sagt, dass sie früher oder später von ihren Eltern vor die Wahl gestellt werden wird. Ich ziehe es jedoch vor, das für mich zu behalten.
Nachdenklich sieht er mich an. Doch bevor er dazu kommt, noch etwas dazu zu sagen klingelt mein Handy. Im ersten Moment bin ich erleichtert darüber, da es so von dieser Unterhaltung ablenkt, auf die ich nämlich keine Lust habe. Diese Erleichterung verschwindet jedoch sofort wieder, als ich einen Blick auf das Display meines Telefons werfe.
Iwan.
Ich weiß nicht, was er will. Die Chancen stehen allerdings sehr gut, dass er mir unter die Nase halten will, wie toll er meine Geschäfte führen kann und das ich dort nicht vermisst werde. Und schon gar nicht von ihm oder seiner hinterhältigen Schwester. Aber in diesem Moment ist es mir das erste Mal wirklich egal.
Ich habe Sarah an meiner Seite und mein Vater hat mir die Kontrolle über alle Geschäfte überlassen, die sich in diesem Land abspielen. Während er noch immer an der kurzen Leine gehalten wird und sich das wahrscheinlich auch nicht so schnell ändern wird. Und das sind zwei Punkte, von denen ich mir sicher bin, dass sie ihm nicht gefallen werden, sobald er davon erfährt.
„Ich habe keine Zeit für dich“, fahre ich ihn an, nachdem ich das Gespräch entgegengenommen habe.
„Wenn das so ist, ist es ja gut, dass wir auf dem Weg zu dir sind“, ertönt seine Stimme.
„Was meinst du damit?“
Ich bin mir nicht sicher, ob ich ihn richtig verstanden habe oder nicht. Doch gerade kommt es mir so vor, als würde ich träumen.
„Xenia und ich haben erfahren, dass du in Tarpon Springs bist und ein wenig Urlaub machst. Du weißt ja, es geht nichts über einen schönen Familienurlaub. Wir sind in ungefähr einer halben Stunde da.“
Sämtliche Muskeln in meinem Körper spannen sich an. Meine freie Hand ballt sich zu einer Faust.
„Wir sehen uns“, sagt er noch, ehe er auflegt.
„Verdammt“, schreie ich.
Ich muss mehrmals tief durchatmen, um mich unter Kontrolle zu behalten. Gerade habe ich nämlich den Wunsch, auf etwas oder jemanden einzuschlagen. Vorzugsweise meinen Cousin, der in ein paar Minuten in der Tür stehen wird.
„Möchte ich wissen, was er wollte?“
Viktor scheint sich nicht sicher zu sein, ob er eine Antwort erwartet oder nicht. Er kennt Iwan gut genug um zu wissen, dass man bei ihm mit allem rechnen muss. Er ist hinterhältig und unberechenbar, genauso wie der Rest seiner Familie. Das ist wahrscheinlich auch der Grund dafür, dass mein Vater ihn immer genau im Auge behalten hat. Aber leider konnte er das eine oder andere Mal auch so nicht die Katastrophe verhindern, auf die Iwan es abgesehen hatte. Mein Vater konnte nur noch Schadensbegrenzung betreiben.
„Es dauert nur noch ein paar Minuten, dann kreuzen er und seine reizende Schwester hier auf“, brumme ich mehr, als das ich es wirklich sage.
Ich habe immer alles unter Kontrolle. Bei Iwan kann man aber nichts unter Kontrolle haben. Und ich bin mir sicher, wenn er von Russland herfliegt, verfolgt er einen Plan. Einen anderen Grund dafür gibt es nicht.
„Was ist mit Sarah? Xenia wird keine Chance ungenutzt lassen, um sie fertig zu machen. Ich meine, ich bin mir sicher, dass Sarah es mit ihr aufnehmen kann. Allerdings kann ich gerade nicht einschätzen, ob sie das auch wirklich machen würde. Es ist schließlich deine Familie. Und da weiß sie vielleicht noch nicht, wie weit sie gehen kann und manchmal wohlgemerkt auch sollte. Und sind wir doch mal ehrlich, Xenia muss man in ihre Schranken weisen.“
„Wenn ich nicht bei ihr bin, wirst du sie keine Sekunde aus den Augen lassen. Mit Iwan werde ich fertig. Doch du hast recht. Xenia ist ein durchtriebenes Miststück. Ich will nicht, dass sie Sarah irgendetwas einredet, was sie unzweifelhaft versuchen wird. Und ich meine nur dich. Ich habe kein gutes Gefühl bei dieser Sache. Ich kenne die beiden. Und versuche herauszufinden, woher sie wissen, dass wir uns in Tarpon Springs aufhalten“, weise ich meinen Freund noch an, als ich an die Worte meines Cousins denke.
„Du weißt, dass Sarah bei mir in Sicherheit ist. Xenia und auch Iwan werden ihr nicht zu nahe kommen“, erklärt er mit angespanntem Kiefer und nickt. Auch er kennt die beiden.
„Ich weiß“, gebe ich leise von mir.
Allerdings bin ich mit meinen Gedanken schon wieder ganz woanders. In meinem Kopf überschlagen sich die Möglichkeiten auf der Suche nach dem Grund für ihr plötzliches Auftauchen.
Wir haben uns noch nie verstanden. Iwan hat in den letzten Jahren kein Geheimnis daraus gemacht, dass er an der Spitze stehen will. Doch ich weiß auch, dass ich den Grund dafür nicht so schnell erfahren werde, wenn er es nicht will.
Und das gefällt mir überhaupt nicht.
Ücretsiz ön izlemeyi tamamladınız.