Kitabı oku: «Vergebung befreit»
Das Buch
Es ist wie verhext: Wie oft sehnen wir uns nach Glück und innerem Frieden – und wie oft fühlen wir uns meilenweit davon entfernt! Dann scheinen wir in unseren Negativitäten, in üblen Gewohnheiten, in alten Verletzungen gefangen, als gäbe es kein Entrinnen!
Ein heilender und absolut zuverlässiger Weg zurück zu dem, was unsere wahre Natur ist, zurück zu unserer Freude, unserem Frieden, ist der uralte Weg der Vergebung. Dabei hat Sascha Ansahl genau erforscht, mit welchen Mechanismen wir uns paradoxerweise oft selbst daran hindern, das zu leben, wonach unser Herz sich wirklich sehnt.
Anhand vieler Beispiele aus der Arbeit mit seinen Klienten zeigt der Autor, wie wir den Weg zurück zu uns selbst wiederfinden können: zurück in unsere innewohnende Freiheit, in unseren inneren Frieden – in das Leben.
Der Autor
Schon in jungen Jahren führte innerer Leidensdruck Sascha Ansahl auf den Weg der Suche – die Suche nach der Liebe, nach der Wahrheit, nach Gott. Dabei musste er seine eigenen Negativitäten nicht nur intensiv erfahren, er war auch mutig und kühn genug, zu erforschen, wodurch sein Herz daran gehindert wurde, die Wahrheit – Gott in sich zu finden. Heute ist die Suche beendet und aus diesem tiefen Frieden heraus begleitet er Menschen durch die Kraft der Vergebung mehr Klarheit, Freiheit und Frieden zu erlangen. Sascha Ansahl arbeitet als spiritueller Lehrer im europäischen Raum. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Landsberg am Lech.
Sascha Ansahl
Vergebung befreit
Der Weg zu Freude und innerem Frieden

Inhaltsverzeichnis
Umschlag
Das Buch / Der Autor
Titel
Inhaltsverzeichnis
Danksagung
Vorwort
Warum dieses Buch?
1 Ver-rückt sein - Der Beginn
2 Der Anfang
3 Die alte Dampflok: Mit festem Willen ahnungslos ans Ziel
4 Den Prozess der Vergebung verstehen
5 Eine Einzelsitzung: Der Weg des Erkennens
6 Du kannst das Leben nicht belügen
7 Nicht mehr warten: Dem Leben mit dem Herzen begegnen
8 Warten und der Tod
9 Wünschen oder dem Herzen folgen?
10 Die Reformation des Herzens
11 Frieden im Herzen
12 Vergeben
13 Gewohnheiten Fessel des Herzens
14 Vergebung
15 Vergebung und Karma
16 Vergebung ist immer ein Akt des Herzens
17 Übungen
18 Teilnehmerstimmen
19 Vergebungsgebet
Fußnoten
Impressum
Danksagung
In tiefster Liebe und unermesslichem Dank widme ich dieses Buch meiner größten Liebe Gott und dir, meiner lieben Maya Storms. Ich möchte mich ebenso aus tiefem Herzen bei Andrea und Armin Mattich, Volker & Andrea Dinkel-Tischendorf bedanken.
Ohne Euch hätte ich diesen Weg nicht geschafft. Ebenso möchte ich mich bei allen Freunden, die den Weg mit mir gehen, bedanken. Selbstverständlich gilt mein tiefer Dank auch meiner lieben Frau Susanne, danke, dass du alle meine Veränderungen im Laufe der Jahre getragen hast, und selbstverständlich meinen Kindern, Alicia und Helena. Mein Dank gilt ebenso Gertraud Reichel und dem Reichel Verlag, vielen Dank für Ihr Vertrauen.
Vergebung ist ein Akt deiner Bereitwilligkeit, das Leben – Gott –, dich selbst und andere jetzt zu lieben.
Vorwort
Ich habe in den letzten Jahren so viele wundervolle, wundersame und tiefgreifende Berührungen im Herzen erfahren, dass es mir ein großes Bedürfnis ist, das alles zu teilen. Ich wünsche mir, mehr Menschen könnten ebenso erfahren, wie tiefgreifend Berührungen und die Vergebung im Herzen sein können. Mit diesem Buch möchte ich Mut machen, fest und entschlossen den eigenen Weg des Herzens zu gehen. Tief im Vertrauen zu sein, dass die Vergebung und die Liebe zu Gott eine der Grundlagen für die Verbindung von Herz und Seele ist. Mein größter Wunsch dabei ist es, dass sich Seelen von diesen Zeilen angesprochen fühlen und durch den Weg der Vergebung in die Liebe Gottes zurückfinden.
So schreibe ich über viele persönliche Erfahrungen und möchte versuchen, dich damit zu berühren, ebenso wie ich einst auf eine so wundersame Weise berührt wurde und noch immer werde. So erlaube ich mir in Du-Form zu schreiben, denn ich finde es viel persönlicher, auf diese Weise miteinander zu sprechen. Ich versuche, mein Innerstes nach außen zu offenbaren, das ist für mich der einzige Weg, die Wahrheit, die ich erfahren habe, preiszugeben. Auch möchte ich dich aufrütteln und motivieren, deinen eigenen Weg entschlossen zu gehen, denn es sollte das einzige Ziel eines jeden Menschen sein, den Weg in das eigene Herz zu finden und sich selbst und Gott vollkommen zu lieben.
Ich beschreibe auch auf verschiedene Arten das Ego, das Üble, das Negative, mit dem die Menschheit zu tun hat, und mit welchen Mitteln dem zu begegnen ist, damit Freiheit in die Herzen einziehen kann. Dem Üblen bin ich mehrfach direkt begegnet, und ich bin sehr froh über die gemachte Erfahrung, auch wenn es meinen ganzen Mut gefordert hat, ihm so direkt in die Augen geschaut zu haben. Es hat mir Klarheit geschenkt, deutlich zu unterscheiden und zu erkennen, mit wem oder was die Menschheit zu kämpfen hat. Darin liegt meines Erachtens die Lösung. Die Möglichkeit zu erkennen, wer oder was du wirklich bist und was nicht, aber vor allem, was dich daran behindert, dein Herz und deine Seele zu finden.
Vergebung ist für mich dabei die einzige konsequente Möglichkeit, sehr verlässlich und absolut sicher, wieder Freude, Freiheit und Klarheit zu erlangen. Ist die Vergebung doch in allen Religionen zu finden und für mich ist sie ein Geschenk Gottes, damit die Menschheit nicht nur zueinander, sondern auch den Weg zurück finden kann, in Frieden. So ist es nicht verwunderlich, dass die Vergebung in allen heiligen Schriften als das höchste Gut betrachtet wird. In der Mahabharata1, dem hinduistischen Epos der Menschheitsgeschichte, wird die Vergebung als „wahre Macht der Mächtigen“ bezeichnet. Im Christentum ist die Botschaft von Jesus Christus „Vergebung“ und Nächstenliebe. Der Koran offenbart die Notwendigkeit der Vergebung, um von Verfehlungen des Lebens befreit zu werden, und die Hawaiianer nennen es Ho’oponopono. Somit ist in allen Religionen und Kulturen die Vergebung ein essenzieller Akt des Herzens zurück zu Gott, zu Freiheit und Frieden.
Ich habe mich in den letzten Jahren intensiv mit der Vergebung auseinandergesetzt und habe viele befreiende Momente erlebt, bei mir selbst und anderen. Ich habe erkannt, was Jesus mit den Worten meinte: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“
So möchte ich in diesem Buch versuchen, deutlich aufzudecken, was die Menschen behindert und worin die Lösung liegt. Vergebung birgt die ganze Kraft der Güte, Barmherzigkeit und Liebe, die allem Negativen den Strom abdreht, denn wo Licht ist, kann Dunkelheit nicht sein.
Es gibt so viele wundervoll geschriebene Bücher von Heiligen, die bereits alles offenbaren, so kann dieses Buch nur ein geringer Versuch sein, das bereits Geschriebene mit meinen eigenen Erfahrungen zu durchleuchten.
Nur wenn Gott einer Seele seine Gnade zuteilwerden lässt, ist eine Rückkehr möglich, keinen Moment früher und keinen Moment später. Es ist sein Wille, der geschieht, reine Barmherzigkeit und Gnade – in diesem Moment.
Warum dieses Buch?
Augenscheinlich sind alle Menschen auf der Erde verschieden und doch verbindet uns Menschen etwas Essenzielles. Wir alle finden uns hier auf dieser Erde gemeinsam geboren wieder. Es scheint optisch so zu sein, als hätten wir alle unterschiedliche Vor- oder Nachteile und jeder würde seiner Wege gehen. So gibt es reiche und arme, gesunde und kranke, große und kleine Menschen und vieles mehr. Abgesehen von diesen materiellen Ausprägungen, liegt aber etwas in uns Menschen, was uns alle miteinander verbindet. Alles wurde und wird geboren, und so wurde jede einzelne Seele aus demselben einen Geist Gottes erschaffen. Es ist diese gemeinsame Geburt, die uns einst einte und dieses noch immer tut.
Für mich selbst ist dieser Umstand offensichtlich und dennoch ist es eben so offensichtlich, dass die Menschheit seit vielen Tausenden von Jahren diesen Zusammenhalt nicht mehr spürt und lebt. Es ist kein Blick in die Medien nötig, um festzustellen, dass dieses ewige Licht der Seelen, das wir einst auf eine so wundervolle Weise erfahren haben, nicht mehr zu 100 Prozent gefühlt und gelebt wird.
So haben sich im Laufe der letzten Jahrtausende viele große Seelen immer wieder auf die Erde begeben, mit dem einen Ziel, den Menschen die Einzigartigkeit, die sie verbindet, wieder vor Augen zu führen. Es sind die großen Lehrer, aus denen dann auch die Weltreligionen entstanden sind. Wie Christus, Buddha, Abraham, Mohammed – gesegnet sei sein Name, die Trimurti Brahma, Vishnu, Shiva, um nur einige zu nennen.
Jede Lehre für sich hat nur ein Ziel, nämlich den Weg zurück zum Ursprung, dem einen Gott, dem wahrhaftigen Leben aufzuzeigen, unabhängig des Namens, dem ihm die Religionen geben.
Alle Religionen haben das gleiche Ziel – die Erkenntnis. Sie wollen helfen, das Licht der eigenen Seele zu vergrößern, um dann irgendwann wieder mit Gott zu verschmelzen. In jedem Jahrhundert erschienen in allen Religionen Propheten oder Heilige, die mit ihrem beispielhaften völlig egofreien, demütigem und hingebungsvollem Leben zeigten, wie sehr sie diesem einen Gott vertrauten, ihn erfuhren und ihn liebten. Unter ihnen waren zahlreiche Mystiker. Und so ist es die heilige Mystik selbst, die den Menschen deutlich offenbart, dass die wahre Natur des Menschen mehr ist als sein Verstand.
Für mich gibt es somit nur eine Religion. Es ist die Religion, alle Menschen gleichermaßen zu respektieren, wertzuschätzen, zu lieben. Diese Religion heißt Gott zu lieben und seine Liebe hier auf Erden für seine gesamte Schöpfung auszudrücken.
Da es den Menschen offensichtlich nicht so leichtfällt, diesen Weg zu gehen, ist es notwendig, die Ursache dafür zu erkennen und ihn darauf hinzuweisen, dass es etwas gibt, was nicht will, dass die Seele zu Gott zurückfindet.
Es ist nötig anzuerkennen, dass solange man noch Negatives fühlt und sieht, es dieses Negative auch gibt. So ist auch jenes Üble sehr bemüht, die Seele des Menschen von der Erkenntnis Gottes fernzuhalten. Dazu bedient es sich einfacher bewusster und unbewusster Mechanismen. Sich aus dieser Umklammerung zu befreien und Freiheit, Frieden und Klarheit zu erlangen, sollte das wichtigste Ziel eines Menschen sein. Nur so kann er sich selbstbewusst und frei auf der Erde bewegen. Ich erfahre seit vielen Jahren, dass es die Vergebung ist, die diese Umklammerung am sichersten und schnellsten löst.
Vergebung hilft dem Menschen, die Seele, den Geist zu entrümpeln, das Haus zu putzen und Kraft zu geben, den Weg zurück entschlossen zu gehen.
In der Vergebung liegen alle Tugenden. Vergebung wird in allen Religionen als absolut entwaffnende Kraft offenbart, die allem zugrunde liegt, um den Weg zu Gott wiederzufinden.
Dieses Buch handelt von der Vergebung, und es erklärt die Mechanismen, die das Ego, das Negative nutzt, um zu verführen und vom Herzen wegzuführen. Erkennt man die Vorgehensweise des Egos und dessen bewusste Manipulation, ist es dem Menschen möglich, sich selbst entschlossen aus der Umklammerung zu befreien, aber die Seele erlösen, das wird nur Christus selbst.
Ich habe viele mystische Erfahrungen gemacht und es sind unter anderem diese Erfahrungen und mein bedingungsloses Gottvertrauen, das mich GOTT erkennen und erfahren ließ. Ich beginne dieses Buch mit einer kurzen Beschreibung meines eigenen Weges des Erkennens, und so handelt es auch von dem inneren Brennen, Gott finden zu wollen.
Abschließend möchte ich den Leser noch bitten, dieses Buch mit dem Herzen zu lesen.
Vielen Dank.
1
Ver-rückt sein - Der Beginn
Gott wird alle ihre Tränen trocknen, und der Tod wird keine Macht mehr haben. Leid, Angst und Schmerzen wird es nie wieder geben; denn was einmal war, ist für immer vorbei.
Offenbarung 21,4
Ich saß mit meiner Familie an einem schönen Sonntagmorgen bei einer gemeinsamen Meditation, als ich plötzlich einen feurigen Geruch wahrnahm. Erst ganz fein, dann immer kräftiger. Ich war schon ein wenig beunruhigt, wartete aber noch ab, da die Meditation dem Ende zuging. So war es kurz vor Schluss der Meditation, als der Geruch so stark wurde, dass ich die Augen öffnete, um nachzusehen, ob es vielleicht irgendwo im Wohnzimmer Feuer gefangen hatte. Es war eine Mischung aus dem süßen Duft des Sandelholzes und einem sommerlichen, abendlichen Lagerfeuer. Nachdem alle die Augen geöffnet hatten, fragte ich meine Frau und Kinder, ob sie den Geruch auch so wahrnehmen würden wie ich.
Sie bestätigten mir, ihn ebenso zu riechen, und so schnüffelten wir wie die Spürhunde durch unser Wohnzimmer, um die Quelle des feurigen Duftes ausfindig zu machen. Nachdem wir alle eine Weile suchten, wurde mir bewusst, dass der so wundersame Geruch aus meinem rechten Handrücken ausströmte. Es war nichts zu sehen, nur zu riechen. Es strömte so intensiv aus meinem rechten Handrücken, dass das ganze Wohnzimmer danach roch. Selbst als ich am nächsten Tag meine Tochter von einer Freundin mit dem Auto abholte, fragte sie mich: „Papa hast du geraucht? Es riecht so nach Qualm hier.“ Ich erinnerte sie an meinen Handrücken und sie nickte verständnisvoll. Erst nach drei Tagen war der Geruch wieder vollends verschwunden. Es waren dieser Art Erlebnisse und tiefgreifende Erfahrungen an Herz und Seele, die mir Antworten auf meine vielen Fragen gaben.
Viele Jahre war ich auf der Suche nach Antworten und jetzt endlich drangen sie in mein Leben. Es waren keine Erklärungen, sondern diese tiefgreifenden, teils mystischen Erfahrungen, die mein Leben nachhaltig veränderten.
So begann sich etwas Wundersames in mir zu öffnen. Es war, als wollte die kleine Rosenknospe, die sich all die Jahre in meinem Herzen verborgen hielt, nun aufblühen, um ihre ganze Schönheit zu offenbaren. So nahm sich das Leben meiner an und legte mir die Antworten, die ich tief in meinem Herzen gestellt hatte, auf eine sanfte und verständliche Weise mitten in mein Herz. Ganz langsam führte mich das Leben immer tiefer in mein zärtlichstes Innerstes. Es half mir dabei, die Rose inmitten meiner Brust, tief in meinem Herzen, zum Erblühen zu bringen. Ganz langsam, Blütenblatt für Blütenblatt, dehnte sich die kleine Knospe aus. Mir war nicht wirklich bewusst, was während dieser Zeit in mir geschah, ich konnte nur dem Leben und den liebevollen Begegnungen und Aufforderungen, die es mir bot, Folge leisten.
So sehr hatte ich mich danach gesehnt, die Wahrheit in meinem Herzen zu finden und endlich Klarheit darüber zu erhalten, wer oder was ich wirklich bin. Spürte ich doch das Sehnen schon seit so vielen Jahren deutlich in mir. Ich war schon so lange auf der Suche und wollte endlich die Wahrheit finden. Ich wollte Klarheit haben, und ich sehnte mich so sehr nach Antworten.
Ich weiß nicht, ob es meine tiefgreifenden Gebete waren oder ob Gott einfach mein Herz und meine Seele für reif empfunden hatte, mir zu gestatten, die Sprache des Lebens zu verstehen.
Bereits mit 16 Jahren geschah es das erste Mal ganz bewusst. Ich träumte während eines Nachmittagsschlafes einen Traum, der mir die Zukunft deutete. Ich erinnere mich noch sehr deutlich daran, wie aufgeregt ich zu meiner Mutter lief und ihr davon erzählte. Ich erzählte ihr weniger von dem Inhalt. Es war mehr die Art des Traumes, die mich so bewegt hatte. Ich spürte, dass es mit diesem Traum etwas Besonderes auf sich haben musste, konnte es aber an diesem Tage nicht zuordnen. Mir kam es so vor, als hätte ich einen sehr intensiven und bewegenden Kinofilm angeschaut, alles war so lebhaft im Detail. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt nicht, dass das der Beginn einer wundervollen Reise werden sollte, einer Reise zurück in mein Herz und in meine Seele. Eine Reise, die schon vor sehr langer Zeit begonnen hatte.
Der Traum erfüllte sich einige Jahre später vollkommen und in allen seinen Facetten.
So kam es auch dazu, dass ich im jugendlichen Alter begann, Erfahrungen mit Drogen zu machen. Glücklicherweise waren es keine starken halluzinogenen oder psychedelischen Drogen. Es handelte sich eher um die seichtere Variante, wie Marihuana und Haschisch. Irgendjemand hatte es angeschleppt und neugierig wie ich war, war ich plötzlich mit von der Partie. So vergingen drei Jahre, in denen ich mich komplett vergaß und ich nicht wusste, wo ich eigentlich hingehörte. Schon gar nicht war darüber nachzudenken, was ich mit meinem Leben eigentlich anstellen sollte oder wollte. Als sich dann, nach einem Drogenabend, alles veränderte und das Leben selbst mir eine Antwort darauf gab. So geschah es, dass ich an diesem Abend eine sehr außergewöhnliche Erfahrung machte.
Zu späterer Stunde begann ein junger Mann, den ich nicht kannte, von seiner verstorbenen Mutter zu erzählen. Er erzählte detailliert darüber, wie er einen Spaziergang an einem See machte und plötzlich ein weißes Licht sah, das über seinem Kopf erschien. Ich kann mich heute nicht mehr genau daran erinnern, was er alles über das Licht, die Erscheinung und seine Wahrnehmungen erzählte, aber nachhaltig veränderte diese Geschichte etwas in mir. Vielleicht war es die Erinnerung meiner Seele an die Schönheit des Lichtes. Ich hatte damals nicht sehr viel mit dem Tod zu tun. Es war noch niemand in meiner Familie gestorben und dennoch faszinierte mich das Thema Tod sehr. Mit 14 Jahren hatte ich ein Buch von Elisabeth Kübler-Ross über ihre Arbeit mit Sterbenden gelesen, und es berührte mich schon damals tief. Somit war mir das Leben nach dem Tod nicht ganz fremd. Aber während der junge Mann seine Erfahrung mit dem Licht immer detaillierter erzählte, muss diese Geschichte etwas in mir ausgelöst haben, denn als ich am nächsten Morgen, nach diesem Drogenabend, aufwachte, war ich in einem Bewusstseinszustand, der mir komplett neu war. Es war wirklich so, als wäre ich zum ersten Mal in meinem Leben aufgewacht. Es war alles so friedlich, so voller Kraft und Weisheit in mir. Ich war in einem Zustand voller Stille und ich weiß nicht, wie ich es hier beschreiben soll, aber mir war klar, dass keine Droge der Welt und auch keine unermessliche Menge an Drogen oder sonst etwas Künstlichem ausreichen würde, um dieses Gefühl, welches ich in diesem Augenblick so tief erlebte, zu erhalten. Es war ein wundervolles Gefühl des tiefen Friedens und heute weiß ich, dass sich mein Herz geöffnet hatte und dass irgendetwas in mir meine Seele rief.
Es war einfach wundervoll, es war himmlisch, wochenlang in diesem Zustand zu sein. In diesem Zustand weilend, veränderte sich dann so einiges in meinem Leben. Ich nahm plötzlich an vielen Straßenkreuzungen Jesuskreuze wahr, überall sah ich nun die Präsenz an Wegzweigungen. Nie zuvor waren mir diese Kreuze aufgefallen. Ich spürte deutlich eine Veränderung in mir aufkommen. Zu diesem Zeitpunkt war ich mir aber nicht bewusst, was das alles zu bedeuten hatte, und ich konnte dieses alles auch nicht einschätzen. Mir blieb nichts anderes übrig, als dem, was geschah, zu folgen. Ich erhielt ein inneres Wissen, eine Art von Verstehen und es war so, als ob mir jemand eine verdreckte Brille von den Augen genommen hätte.
Eine der Wirkungen dabei war es, fühlen zu können, wie sehr die Menschen litten. Ich erkannte, dass es den Menschen an unermesslicher Freude und Liebe fehlte.
Es war so intensiv zu spüren. Alles war so offensichtlich, warum konnten die Menschen es nur nicht selber sehen? Es lag an meiner Wahrnehmung, diese war plötzlich so fein und schien sich immer mehr zu sensibilisieren. Irgendwie konnte ich hinter ihr Unglücklichsein schauen. Ich kam mir vor wie in einem Film.
Die Menschen waren die Schauspieler und sie spielten ihre Rollen mit dem Höchstmaß an Ernsthaftigkeit. Es war so unfassbar, mit wie viel Freudlosigkeit die Menschen lebten, oder besser gesagt, mit welch einer ebenso großen Ernsthaftigkeit sie vor sich hinvegetierten. Sie waren so unbewusst, alles war so wichtig und ernst. Jede kleinste Kleinigkeit wurde zum Anlass genommen, um Schmerz und Leid zu diskutieren.
Was mich aber am meisten erschrak, war das Gefühl der fehlenden Freude. Mir fiel auf, dass die Menschen überhaupt nicht mehr lachten. Es war (fast) ein wenig unheimlich, Menschen mit ihren mürrischen, unzufriedenen und vom Leid geplagten Gesichtern zu sehen. Menschen, deren Gesichter tief in Gedanken versunken auf dem Asphalt klebten. Verspürte ich doch so viel Liebe und Freude in mir. Warum konnten das nicht alle fühlen? Zu dieser Zeit geschahen viele Veränderungen in meinem Leben und die meisten wohl zum Leidwesen meines direkten Umfeldes, denn die Menschen kamen mit mir nicht mehr klar. Sie hatten plötzlich einen Menschen vor sich, der durch Drogen verrückt geworden war. Zumindest sahen es die Ärzte und auch mein näheres Umfeld so. Ja ich war verrückt. In mir wurde etwas ver-rückt und zu meinem Glück an die richtige Stelle.
Nun ja, wie soll ich es beschreiben, plötzlich wusste ich, dass alles lebt. Ich fühlte, dass alles von einer nicht beschreibbaren, lebendigen, liebenden Kraft durchdrungen ist, und ich spürte diese Kraft des Lebens so deutlich in mir und um mich herum.
Auch verstand ich, dass ich diese Kraft unter anderem dazu nutzen konnte, Freude zu bringen. Es war alles so erfüllend, aufwühlend und aufregend zugleich.
Auf der anderen Seite war das neue Leben so nicht zu leben. Es war auch zu viel für mich. Keiner konnte meine neuen Gedankengänge nachvollziehen. Diese Bewusstseinsöffnung, der Blick in meine Seele, in mein Herz, das war so nicht zu machen. Nicht auf diese Weise. Außerdem verstand ich zu diesem Zeitpunkt nichts von dem, was mit mir geschah. Ich konnte mich nur auf die neu gewonnenen Gefühle und Erfahrungen stützen. Aber alle waren scheinbar gegen mich, und keiner, auch niemand in meiner Familie oder Freunde wollten dieses Leben mit mir teilen. Selbst wenn sie es gewollt hätten, sie hätten es nicht gekonnt. Nach dieser enormen Öffnung fiel ich dann für lange Zeit in extreme Depressionen. Ich möchte nur ganz kurz beschreiben, was das bedeutet. In den Tiefphasen, diese hielten immer so ca. drei Monate an, setzte eine totale emotionale und gedankliche Isolation ein.
Ich war nicht in der Lage, auf Gespräche zu agieren oder zu reagieren. Ich konnte nicht in die Öffentlichkeit gehen. Panikattacken bis zur Bewegungslosigkeit waren an der Tagesordnung. Oft saß ich stundenlang nur da und starrte an die Decke. Ich weiß bis heute nicht, wie ich es geschafft habe, in dieser Zeit noch ein Familienvater zu sein und mich um meine Familie zu kümmern.
In den Hochphasen kam das Wissen wieder zum Vorschein. In diesen Zeiten fühlte ich die Verbindung in meinem Herzen so deutlich. Ich wusste wieder, alles ist möglich. Diese Phasen waren mit der tiefen Suche nach Gott oder nach weiterem Wissen geprägt. Es gab Zeiten, in denen ich glaubte, das Gras wachsen zu hören.
In diesen Phasen beschäftigte ich mich mit den verschiedensten Themen, der Körpersprache, positivem Denken und vielem mehr. Ich verschlang Bücher über Bücher. Beginnend mit den Hochphasen hatte ich somit alle drei Monate ein neues Thema und jedes Mal war ich fest davon überzeugt: „Jetzt habe ich es gefunden.“
Ich wusste zu dieser Zeit nicht, was in mir so stark suchte, aber die neuen Themen gaben mir erst einmal ein Gefühl von: „Ah, das ist es jetzt“, damit lässt sich alles das, was ich suchte, erklären. Dass das ein großer Irrtum sein sollte, erfuhr ich erst 20 Jahre später.
Dann trieb alles auf die Spitze zu. Ich saß sieben Stunden im parkenden Auto irgendwo in der Nähe von Freising. In diesen sieben Stunden wollte mich die negative Stimme in meinem Kopf endgültig vernichten.
Die negativen Gedanken waren so dunkel, dass es nur noch darum ging, mich jetzt selbst zu töten. Es kamen dann Gedanken wie: „Bring dich um, jetzt. Es macht keinen Sinn zu leben.“ Dann konterte eine andere Stimme in mir: „Nein, was wird dann aus deinen Kindern und deiner Frau?“ Dann wieder das Gegenargument: „Es ist besser für die Kinder, wenn du nicht mehr lebst.“ Und so ging es eine ganze Weile weiter.
Diese sieben Stunden veränderten mein Leben und ich kann heute Gott nur dankbar sein, dass Er ein Einsehen mit mir hatte. Eine so gravierende Selbstmordattacke wie diese kannte ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht, und das machte mir wirklich Angst, irgendwann nicht mehr Herr der Lage zu sein. Es machte mir große Angst.
An dem darauffolgenden Tag ging ich zu meinem Hausarzt und beschrieb ihm meine Hochs und Tiefs und das damit verbundene zehrende Leben. Ich war fast ein wenig verwundert, dass es für mein Problem sogar eine Bezeichnung gab. Es gab mir eine Art von Sicherheit. Bis ich mich für Gott und die Liebe entschied und vollkommen heilte. Während dieses Jahres bekam ich dann noch Hodenkrebs, aber dieser konnte mit einem kleinen Eingriff heilen, ohne weitere Blessuren zu hinterlassen. Mein damaliger Urologe wollte mich aufschneiden lassen und alles Mögliche mit mir anstellen, er wollte sicher sein, dass der Krebs nicht gestreut hatte. Ich lehnte das alles ab. Während dieser Zeit gab es immer etwas in mir, das vollkommen im Vertrauen war.
Dem Leben mit dem Herzen begegnen
Eines Abends besuchte ich einen Vortrag über Spiritualität und Verschwörungstheorien. Als ich nun an der Reihe war und dem spirituellen Lehrer meine Fragen stellen wollte, geschah etwas Wundersames. Der Vortrag wurde von einem kleinen Kamerateam aufgezeichnet und ich sah aus dem Augenwinkel, wie der Kameramann sich gerade hinter den Vortragenden, dem ich gegenüber saß, bewegte. In dem Moment, als ich meine Frage stellte, antwortete zu meiner Überraschung nicht der Lehrer auf meine Frage, sondern der Kameramann hinter dem Lehrer. Er schaute mir unvermittelt, direkt und tief in die Augen und antwortete, statt dem Lehrer, mit den Worten: „Die Wahrheit findest du nur in dir selbst.“
Es war wie ein Paukenschlag. In einem Bruchteil weniger Sekunden veränderte der Kameramann sich, und ich fiel in die tiefen Augen eines Ozeans von Weisheit. In meinem Kopf läuteten die Glocken. Ich war total ergriffen. Dieser eine Satz: „Die Wahrheit findest du nur in dir selbst!“ Nichts war mehr wie vorher. Ich verließ völlig benommen den Vortrag, ohne mich daran erinnern zu können, ob ich am Ende noch mit dem Lehrer gesprochen hatte oder nicht. Es dröhnte in meinem Kopf nur noch dieser eine Satz: „Die Wahrheit findest du nur in dir selbst.“ Immer und immer wieder. Während der ganzen Fahrt auf meinem zweistündigen Heimweg konnte ich an nichts anderes mehr denken als an diese Worte.
„Die Wahrheit findest du nur in dir selbst.“
Gott kann dem Menschen über die verschiedensten Wege eine Botschaft geben. Gott ist allzeit bereit dazu. So können große Seelen und Engel Menschen überstrahlen, um Botschaften zu übermitteln.
So machte ich mich weiter auf den Weg, die Wahrheit in mir zu finden, und nahm an meinem ersten spirituellen Seminar teil. Es öffneten sich weitere riesige Türen, noch mehr Wissen trat ein. Alte suchende, spirituelle Hasen, die am Seminar teilnahmen, fragten mich, wie lange ich denn schon auf dem Weg sei. Ich glaube, sie waren über meine Art und Weise und vielleicht auch über das Wissen, welches ich von mir gab, verwundert.
Ehrlich gesagt, ich wusste nicht einmal genau, was sie eigentlich damit meinten.
Aber ich verstand all die Worte über Gott, die sie sprachen. Nichts von dem war mir fremd. So hinterließ das Seminar seine Wirkung, und in mir begann sich etwas stark zu verändern. Ich konnte deutlich spüren, dass meine Studien der heiligen Schriften des Hinduismus und der christlichen Schriften und der vieler Heiliger, wie das Wissen, welches ich im Kopf über all die Jahre angesammelt hatte, welches ich intellektuell verstand, nun langsam in mein Herz sickerte. Sehr gut erinnere ich mich daran, wie ich an einem Abend nach Hause kam und zu meiner Frau sagte: „Ich glaube, ich bin jetzt spirituell, ich habe keine Ahnung, was das bedeutet, aber es ist wohl so. Ich fühle so eine tiefe Veränderung in mir.“
Wir hatten zu dieser Zeit beide keine Ahnung, was diese Worte bedeuten sollten.
Doch alles veränderte sich rasend schnell. Ich betrat die Autobahn des Bewusstwerdens. Ich überholte mich mit meinem inneren Wissen, mit meinen neuen Erkenntnissen immer wieder selbst. Immer wenn ich glaubte, die richtige Antwort gefunden zu haben oder neues Wissen in mich eindrang, hatte ich kaum Zeit, es zu verstehen oder zu integrieren. So ging es rasant weiter. Ich begann, tiefe Gebete aus meinem Herzen zu Gott zu sprechen. Ich wollte nur noch seine Liebe fühlen, mich ganz von ihm einnehmen lassen. Meine innere Führung funktionierte wundervoll und ich lernte besser zuzuhören.
Zu genau diesem Zeitpunkt galt mein Interesse dem geistigen Heilen. Ich saß gerade vor dem PC, als ich spürbar zu Armin Mattichs Homepage geführt wurde. Angesprochen von seinen Worten meldete ich mich sofort zu seinem Seminar an. Das Leben fädelte alles so ein, dass ich an diesem Seminar teilnehmen konnte.
Die Begegnung mit Armin war das zweitgrößte Geschenk Gottes in meinem Leben. Während seines Seminares hatte ich Visionen, machte tiefgreifende Erfahrungen und wurde auf eine sehr wundersame, liebevolle Weise in meinem Herzen und meiner Seele berührt. Etwas in mir konnte sich wieder an Gott erinnern. Der Kreis begann sich zu schließen. Ich kam mit der christlichen Mystik in Berührung, auch die Lebenskraft – das Mystische Feuer und die Kundalini2 wurden in mir erweckt und vieles, vieles mehr.
Es ist einfach wundervoll, welche Prozesse und Fähigkeiten Armin in mir auslöste und später offenlegte. Ich begann mein wahres Herz zu fühlen und ich erkannte und erfuhr die Wahrhaftigkeit meiner Seele. In tiefer Liebe und Dankbarkeit bin ich ihm als Freund und heute als Kollege verbunden. So fand ich auch durch Armin zu Maya Storms. Armin öffnete mir die Tür zur Bereitschaft meines Herzens, einer so großen Seele wie Maya Storms3 zu begegnen. Meine Begegnung mit ihr gehört zu dem wichtigsten und größten Geschenk in meinem Leben. Von Maya erhielt ich „das Wissen“ – die Nähe zu Gott.
Von diesem Tage an, im November 2010, an dem ich das Wissen erhielt, war die innere Suche beendet und der Frieden in meinem Herzen begann stetig zu wachsen.
Auch wenn ich das alles erst Jahre später begreifen sollte.
Mit dem Beginn des Jahres, in dem ich das Wissen erhielt, begann ich die Huna-Ausbildung bei Dr. Diethard Stelzl. Dort kam ich mit Ho’oponopono in Berührung: Der Vergebung, dem hawaiianischen Vergebungsritual und dem hawaiianischen Vergebungsprinzip. Urplötzlich hatte ich einen so starken Drang, alles über die hawaiianische Art der Vergebung zu erfahren. So begann ich HUNA und die hawaiianische Vergebung zu studieren. Immer tiefer tauchte ich in die hawaiianischen Themen ein.
So kam es dann „zufällig“ dazu, dass mich jemand fragte, ob ich nicht bei Dr. Lens Seminaren assistieren wolle. Dr. Len ist der mit Ho’oponopono bekannt gewordene Therapeut aus Hawaii. Im Jahre 2011 wurde ich dann bei zwei seiner Ho’oponopono-Seminare Assistent und lernte ihn persönlich kennen. Mehrere Mittag- und Abendessen gaben mir die Möglichkeit, ihn näher kennenzulernen. Seine Interpretation der Vergebung ist es unter anderem, die folgenden vier Sätze immer wieder zu wiederholen:
„Es tut mir leid.“
„Bitte verzeih mir.“
„Danke.“
„Ich liebe dich.“
Das faszinierte mich, und ich dachte mir: „Mehr ist nicht zu tun, nur die vier Sätze sprechen und dann kann ich Gott finden.“
Auch wenn mein Herz und meine Seele bereits den Frieden Gottes erfahren hatten, so hatte ich mit meiner Persönlichkeit noch ordentlich zu kämpfen. So sprach ich die Sätze innerlich Tausende von Malen über Jahre hinweg. Das alleine veränderte vieles in meinem Denken und Fühlen.
Ich erkannte dann aber auch, dass es sich bei den Sätzen um ein Mantra handelte. Ebenso hätte ich auch „Om Namah Shivay“, wie Babaji4 es empfiehlt, oder ein anderes Mantra sprechen können. Dennoch bin ich heute sehr froh, dass ich mit den permanent gesprochenen, liebvollen Sätzen vieles in meinem Geist und somit auch in meinem Leben verändern konnte. Hatte ich doch ein Mittel gefunden, den Widrigkeiten des Lebens zu begegnen, dem Üblen in meinem Geiste Paroli zu bieten.
Das lange Vergebungsritual von Morrnah Simeona war für mich im Alltag nicht so leicht umzusetzen, auch wenn ich es über einen langen Zeitraum jeden Abend sprach. Ich begann dann intensiv Vergebung zu praktizieren. Hatte ich mit der Vergebung doch endlich etwas gefunden, was mein Herz verstand. Besser noch: Die Vergebung konnte ich zu jeder Zeit umsetzen, ohne dass sie mir jemand wegnehmen konnte. Ich hatte etwas gefunden, was dauerhaften Bestand hatte und hat. Vergeben kann ich immer und wann immer ich es will, es hängt nur von mir ab. Welch wundervolle Wahrheit. Dann begriff ich, dass Jesus wohl der größte Meister der Vergebung war und ist. Seine Worte am Kreuz – „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“ – berühren mich jedes Mal tief.
Je mehr ich vergab, desto deutlicher und klarer wurde mir, was mit der von Christus ausgesprochenen Bitte: „... denn sie wissen nicht, was sie tun“, gemeint ist.
Es ist der unerbittliche Kampf des Menschen um die Liebe zu sich selbst und zu Gott. Der Kampf um die eigene Seele, das eigene Herz, um dann endlich zu erkennen, dass es der tiefe Schmerz der Trennung von Gott ist, der blind macht. Das Vergessen des wundervollen Zuhauses, in dem nur Barmherzigkeit und Frieden herrschen, dem wahren Licht. Es ist der Kampf um die wissende Liebe gegen die aufkeimende Gier und Macht, und die daraus resultierende Schuld. Es ist aber auch der scheinbar ewige Kreislauf des Karmas. Wie du mir, so ich dir.
Deshalb ist Vergebung der süße Nektar, der die Seele wieder dazu bringt, den Blick Richtung Warmherzigkeit und Freude auszurichten, damit Freiheit und Frieden wieder möglich wird. Dank Maya Storms und ihrem Buch „Das letzte Siegel“ sind mir die Zusammenhänge der großen Seelen und der Religionen, und vieles mehr, bewusst geworden. Es intensiviert den tiefen Wunsch in mir, den Menschen noch mehr zu helfen, sich über die Vergebung wieder zu erinnern und ihrem Leben eine Wende zu geben. Vergebung ist nie vergebens.
Fazit
Die Wahrheit – Gott in meinem Herzen zu finden – hat mir alles gegeben: unendlichen Frieden im Denken und im Fühlen. Es gibt keine Fragen mehr. Kein Warum, Wieso, Weshalb. Die Antworten fließen aus meinem Herzen und hinterlassen nur Frieden. Jesus sagte: „Meinen Frieden gebe ich Euch, meinen Frieden lass ich Euch, nicht den Frieden der Welt, nur meinen Frieden.“ Jetzt beginne ich seine Worte zu verstehen.
Ich kann so viel nicht beten, wie es notwendig wäre, um mich bei Gott dafür zu bedanken. Aber, was ich tun kann, ist, zu versuchen, so viel wie möglich von dem Frieden an andere weiterzugeben. Denn wer gibt, der empfängt. Das klappt nicht immer so, wie ich es mir wünsche, aber ich kann dann immer um Vergebung bitten. Das Wichtigste in meinem Leben ist und bleibt aber die „Vergebung selbst“.
Heute darf ich die Vergebung in meinen Seminaren lehren und Menschen können tiefgreifende, auch mystische Erfahrungen machen. So treten nicht selten heilige Düfte wie Weihrauch, Sandelholz, Rose und vieles mehr auf. Die Gnade und Milde Gottes ist spürbar, und es sind diese Erfahrungen, die das Leben eines Menschen nachhaltig verändern. Ich danke Gott aus tiefstem Herzen und der Tiefe meiner Seele für seine Liebe.
2
Der Anfang
Und das Glück, das für Selbsterkenntnis blind macht, das von Anfang bis Ende Täuschung ist und aus Schlaf, Faulheit und Illusion entsteht, gilt als Glück in der Erscheinungsweise der Unwissenheit.
Bhagavad Gita 18,39
Da ich mich nicht daran erinnern kann, wie alles begann und wie Gott alles erschuf, möchte ich die ersten Seiten nutzen, und diesen Sachverhalt in sehr vereinfachter kindlicher und bildlicher Sprache darstellen.

Bild 1: Gott, die allmächtige Liebe
Die absolute allmächtige Liebe, Kraft und Weisheit, der wahrhaftige Frieden – Gott – dehnt sich aus und erschafft seinen Sohn Christus und seine Dualseele. Die großen Seelen, Erzengel und Engel folgen seinem Wort in Liebe und Freude. Vor Äonen von Zeiten lebten viele wundervolle Seelen in Wahrhaftigkeit und Frieden miteinander im Einklang zusammen. Das kreative Erschaffen von immer mehr neuen Welten, Formen und Farben beseelte alle Seelen und sie lebten in tiefem Frieden, in Gottes allmächtigem Schoß.

Bild 2: Die Seelen und Gott in Liebe verbunden
Es ist die Seele, die fühlen kann, wie wahrhaftig Gott – das Leben – ist. Die allmächtige Liebe erfreute sich an dem Schaffen seiner Kinder: Der Erzengel, der Engel. Es gefiel Gott sehr und Er erschuf den Menschen nach seinem Ebenbild.

Bild 3: Der Mensch verbunden mit Herz und Seele
Die Menschen waren mit den Herzen verbunden und ihre Seelen fühlten die unendliche Verbindung des einen ewig liebenden Herzens.

Bild 4: Viele Seelen leben in liebender Verbundenheit mit Gott
Doch dann geschah etwas. Den Seelen, die nur mit der reinen Freude des Schöpfens und des Ausprobierens beschäftigt waren, fiel es am Anfang nicht auf. Einer von Ihnen hatte sich abgewandt und wollte selbst die Macht ausprobieren. Das Opfer, welches er dafür brachte, war, dass er auf die Liebe Gottes, auf die Barmherzigkeit der allmächtigen Weisheit verzichtete.

Bild 5: Der gefallene Engel will größer sein als Gott
Er erschuf seine eigene Welt. Basierend auf Macht und Gier, Angst und Leid, ohne Liebe und Wertschätzung. Seine Welt basiert auf der Grundlage des Prinzips von Herrschen und Teilen.

Bild 6: Das gefallene Engelreich dehnt sich aus
Sein Ziel war es, die immerwährende Begierde nach Wunscherfüllung voranzutreiben. Erfüllung durch materielle Güter anstelle von Liebe und Weisheit trennten das Herz und die Seele vom göttlichen Ursprung – dem Herzen Gottes. Unkontrollierte Gier, unkontrollierte Sexualität und unkontrollierte Triebe wurden das Werkzeug zur Entstehung von Angst und Schuld. Ein willkommenes Werkzeug der Verführung. Die Ablenkung, das Weglenken vom eigenen Herzen, wurde dadurch möglich. Die ersten negativen Erfahrungen wurden gemacht.

Bild 7: Das Üble trennt und verführt
Die Verbindung vom Herzen zu Gott trennt sich. Viele ließen und lassen sich noch immer verführen. Sie drehten der allmächtigen Liebe den Rücken zu. Macht und Gier wurden immer wichtiger. Das war die Art und Weise, wie sie von ihrem freien Willen Gebrauch machen wollten. Sie verloren ihre göttliche Anbindung, fühlten aber noch immer ihr Herz und ihre Seele.

Bild 8: Die Seele wird verführt und die Verbindung zu Gott löst sich langsam
Die Seelen trennten sich immer mehr. Die Verführungen wurden immer größer und undurchsichtiger. Sie verloren damit die direkte Erinnerung an Gott, zu der wahrhaftigen Liebe ihres Herzens und ihrer Seele. Sie verloren damit auch die Fähigkeiten, mit ihren Geistführern, Engeln und anderen liebenden Wesen zu kommunizieren. Ihre Herzen bekamen die ersten dunklen Flecken und die Seelen machten negative Erfahrungen von Schmerz und Leid.

Bild 9: Die Verbindung zur Seele geht verloren
Die Trennung war perfekt und der Mensch kann sich nun an nichts mehr erinnern, nicht einmal mehr an sein Herz und seine Seele und schon gar nicht an den göttlichen Ursprung.

Bild 10: Das Herz wird kleiner und kleiner
Das Herz wurde kleiner und kleiner und das Drama begann. Die Erinnerung an Herz und Seele verblasste zunehmend. Die wärmende Liebe seines Herzens wurde für die Dinge der Welt eingetauscht.

Bild 11: Herz und Seele sind im Hintergrund und erinnern sich nicht mehr an Gott
Von dem Versprechen der Macht verführt, folgten viele Seelen und sie zahlen alle einen sehr hohen Preis dafür. All das findet in einer inneren Welt statt. Doch der Mensch ist sich dessen nicht bewusst. Mit den menschlichen Körpern und seinen physischen Augen sieht der Mensch nur das vermeintliche Außen. Dies ist nun zum Ort geworden, wo die Menschen ihre Seelen und ihr Herz nicht mehr finden können, zumindest nur unter sehr schweren Bedingungen. Das tut sehr weh.

Bild 12: Die Verbindung ist gänzlich getrennt, Angst und Leid sind fühlbar
Das Außen und Kinder
Wer aber einen dieser Kleinen (Seelen), die an mich glauben, zum Abfall verführt, für den wäre es besser, dass ein Mühlstein an seinen Hals gehängt und er ersäuft würde im Meer, wo es am tiefsten ist.
MT 18,6
Das Außen
Es liegt eine dunkle Wolke wie ein Schleier zwischen deinem göttlichen Herzen, welches du inmitten deiner Brust spüren kannst, und Gott selbst. Das ist der Grund, warum du Wahrheit nicht mehr sehen und hören kannst.
Der gefallene Engel, die dunkle Seite erschafft eine sehr ausgeklügelte, eigene Welt der Verführung und Ablenkung von Gott. Die Erde dient uns nun als Schulungsort, insbesondere, um Vergebung zu lernen.
In der hinduistischen Philosophie, insbesondere im Advaita Vedanta wird von der täuschenden „Maya“5 als die Illusion gesprochen, die überwunden werden muss. Die täuschende Maya hat im Übrigen nichts mit Maya Storms gemeinsam.

Bild 13: Das Außen, der Ort der Sinne und Eindrücke
Die Seelen sind nun mit einem Körper bekleidet. Nur, dass dieses Kleid viel zu eng für die Seele ist. So bekleidet fanden sich viele auf der Erde, an diesem Ort, wieder. Ein Ort, an dem alle Dinge besser wahrgenommen werden können als das eigene Herz. Es ist das vermeintliche „Außen“.
Was ist das Außen?
Das Außen ist der Ort geworden, an dem du im Kleid deines Körpers, mit deinen Sinnen, dem Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen und dem Sehen das Außen wahrnehmen kannst. Es ist auch der Ort geworden, in den du hineingeboren wirst, um dann deine Gedanken, deine Gefühle, deine Taten und deine Handlungen wahrzunehmen. Es ist der Ort, an dem du dich jetzt wiederfindest. In diesem Augenblick nimmst du ihn mit deinen Sinnen wahr. Außen deshalb, weil die Dinge gefühlt im ersten Moment äußerlich an dich herantreten.
Nimm dir mal kurz Zeit und schau dich in deiner Umgebung um. Was nimmst du wahr? Was siehst du? Du siehst deine Hände, wie sie dieses Buch halten, deine Beine, ein Fenster? Was hörst du? Welche Geräusche treten an dein Ohr? Ebenso dein Atem und das Fühlen der Temperatur. Das nimmst du alles im Außen wahr.
Dein physischer Körper befindet sich ebenso gänzlich hier, im Außen. Wie deine Gedanken und Gefühle. Bitte halte mal einen Moment inne und beobachte deinen Atem. Atme einmal, ohne dein Atmen willentlich zu beeinflussen, beobachte ihn einfach nur. Beobachte deine Hände und deine Beine, ohne sie zu bewegen, beobachte dein Denken und Fühlen. Nur für einen Augenblick. Kannst du das? Und dann frage dich, wer der Beobachter ist. Wer ist es, der das alles wahrnimmt? Wer kann im Außen sein und dennoch innerhalb wahrnehmen? Wer ist es, der deine Gedanken beobachtet? Wer deine Gefühle? Also muss es etwas geben, das beobachten kann, denn du kannst den Akt des Beobachtens wahrnehmen. Das, was beobachtet, ist deine Wahrnehmung selbst. Die Wahrnehmung hat mehr mit dir selbst zu tun als dein Körper oder deine Gedanken. Diese Wahrnehmung ist eng mit deinem Herzen und deiner Seele verbunden. Nur hast du es vergessen oder vielleicht wurde es dir auch einfach nur aberzogen, deiner Wahrnehmung zu vertrauen, aber dazu später Näheres.
Kinder
Erinnere dich mal an ein kleines Kind. Wie unschuldig und frei von Urteilen und Wertungen ein kleines Kind auf diese Welt kommt. Es nimmt diese Welt mit dem dünnen Schleier der Verbundenheit des Herzens wahr.
Das Außen ist für ein kleines Kind noch nicht so relevant. Es kann nicht sprechen und in den ersten Wochen kaum sehen. Was kann es stattdessen? Beobachten und fühlen. Seine gesamte Wahrnehmung steht zu 100 Prozent auf Empfang. Es beobachtet und fühlt seine Welt sehr sorgfältig. Der Schleier zum Herzen ist noch immer da, aber sehr dünn und kleine Kinder strahlen die Verbindung zu Gott noch deutlich durch ihr Herz aus.
Es ist diese Verbundenheit ihrer Seelen mit Gott, die die Menschen spüren, und das ist es, was ihr Herz berührt, wenn sie kleine Kinder sehen. Es ist diese zärtliche, unsichtbare Verbindung, die spürbar ist. Es sind die großen unschuldigen Augen eines Kindes, tief und ehrlich, die dich an etwas sehr Wesentliches erinnern. Es ist das ganze Wesen eines Kindes, es ist so zart und alles bejahend und noch ganz frei. Es sind die tiefgründigen Augen, der Spiegel der Seele, in denen sich das Herz noch frei ausdrückt. Es berührt Herzen, wie Kinder mit Kreide Engel und Feen auf die Straße malen. Vollkommen in sich gekehrt und im vollen Einklang mit dem Leben zeigen sie ihre Präsenz, indem sie einfach so sind, wie sie sind. Kinder Gottes.
Sie durchdringen mit ihrem Herzen und mit ihrer Seele das Außen und bringen das Licht hinein.
Kinder spüren die Verbindung zu Engeln und Geistführern noch deutlich.
Ein Kind wird sich erst mit zunehmendem Alter der äußeren Welt bewusst.
Das „Ich“, die Persönlichkeit, ist in diesem Stadium noch nicht entwickelt.

Bild 14: Kinder fühlen die Präsenz von geistigen Wesen noch deutlich
Aufgrund von Konditionierungen, die schon seit Äonen von Zeiten weitergegeben werden, wird dem kleinen unschuldigen Kind nun die Wahrheit des Herzens aberzogen. Es liegt ganz einfach daran, dass die meisten Menschen sich ihrer nicht bewusst sind. Sie sind mit ihrer Wahrnehmung in dieser äußeren Welt verhaftet und somit wird dem Kind eine Welt voller Begierden und Wünsche vermittelt und gelehrt.
Eine Welt voller Schuld und Angst. Eine Welt vollgepackt von Unwissenheit!
Und da die Menschen nicht wissen, was sie tun, ziehen sie die kleinen Kinder mehr und mehr in eine Welt des Verstandes hinein. In eine Welt voller rationaler Erklärungen oder besser gesagt in eine Welt voller Verklärung.

Bild 15: Das Außen, eine Welt, in der Angst und flüchtige Freude vorherrschen
So wird ein kleines Kind während der Schwangerschaft und in den ersten Lebensmonaten und Jahren unentwegt mit den Gegebenheiten dieser Welt konditioniert. Ihm werden Gedanken und Gefühlsmuster vorgelebt, bis es diese adaptiert und diese Muster als real erfasst hat. So lange, bis es daran glaubt oder glauben muss, denn die reine Wahrheit des Herzens weiß kaum ein Mensch noch vorzuleben.
Es ist auch nichts Neues, das kleine Kinder, die von sich selbst erzählen, grundsätzlich in der dritten Person sprechen. Sie haben einfach noch keinen Bezug.
So sagen sie zum Beispiel: „Sascha hat Durst.“ – „Sascha will nicht Heia machen.“ – „Sascha will auch Eis essen.“ Irgendwann kommt dann der Zeitpunkt, wenn das Kind „Ich“ sagt. Ich habe Durst. Ich will auch Eis essen. Ich will nicht schlafen. Sobald ein kleiner Mensch das „Ich“ akzeptiert hat, es sich selbst nicht mehr in der dritten Person anspricht, haben Herz und Seele dem Verstand Platz gemacht. Ab diesem Zeitpunkt beginnt die Unterteilung in „deins“ und „meins“. Es beginnt das Ur-teilen. Mein Spielzeug, meine Puppe, mein Eis, und damit beginnt auch die Akzeptanz von Schmerz und Leid, denn durch „deins“ und „meins“ wird auch die Abhängigkeit an Bedingungen verknüpft. Wenn ... du ... dann! Wenn du meine Puppe einfach nimmst, ohne mich zu fragen, dann werde ich aber böse.

Bild 16: Die Verbindung zu Engeln und innerem Wissen trennt sich mehr und mehr
Ab diesem Augenblick werden Geschichten gesammelt. Meine Verletzungen, meine Enttäuschungen, meine fehlende Anerkennung usw. Alles wird zu einer Geschichte von Angst von Verletzungen, von Schmerz und Leid. Der Geschichte, die den Menschen nur allzu gut bekannt ist. Diese Geschichte wird nun von Generation zu Generation, von Eltern und Ureltern erzählt und vorgelebt, sie wird erfahren. Diese Geschichte beginnt, sobald sich ein Kind an sein „Ich“, seine Persönlichkeit gewöhnt hat. Dann beginnt das Vergessen. Die Erinnerung an das eigene Herz wird mehr und mehr gelöscht.
Kleine Kinder werden so erzogen und konditioniert, dass sie sich letztendlich mit ihrer Persönlichkeit, mit ihrer Geschichte identifizieren, und alles das, ohne die Wahrhaftigkeit des Herzens und der Seele, die von Gott kommt, zu berücksichtigen. Ist das schlimm? Ich weiß es nicht. Ich finde es ein wenig traurig, aber es ist der Lauf der Dinge. Für mich ist wichtig zu wissen, dass ich diese Geschichte jederzeit ändern kann. Schmerz ist die Abwesenheit von Liebe, Güte und Barmherzigkeit.

Bild 17: Die Wahrnehmung wird komplett in die äußere Welt gezogen
Eine Erinnerung
Ich erinnere mich daran, dass meine kleine Tochter, als sie noch sehr klein war, immer von einem Wesen erzählte, das sie begleitete. Das Wesen war bei jeder Gelegenheit dabei. Beim Essen, dem Spazierengehen, im Zoo, einfach überall. Damals war ich noch nicht bewusst, und wir taten das als lustigen Unfug ab. Aber dieses Wesen war meiner jüngeren Tochter so nahe. Heute würde ich anders damit umgehen, ich würde fragen: „Wer ist das genau an deiner Seite? Wie heißt das Wesen und kannst du mit ihm reden?“ Ich würde ihr Mut machen, mehr zu erfahren. Ebenso wie ich es in den letzten Jahren mit meinen Kindern getan habe und noch immer tue.
Als ich 2009 so stark in mein Herz geführt wurde, blieb es auch nicht aus, dass ich mehr und mehr wagte, in der Familie über meine Erfahrungen zu sprechen.
Als ich dann begann von Engeln zu reden und meiner größeren Tochter Mut machen wollte, daran zu glauben, erzählte sie mir zu meinem Erstaunen, dass an dem Tag, als ihre Oma starb, ihr eine kleine goldene Lichtkugel auf ihrem Bett erschien. „Innerlich wusste ich, dass es Oma war“, sagte sie mir einfach so. Ich bekam eine Gänsehaut, ebenso wie ich sie jetzt bekomme, während ich das schreibe. Unsere kleinen im Herzen unschuldigen Kinder, wissen und erfahren viel mehr, als wir es uns nur vorstellen können. Heute reden wir offen in der Familie über unsere Erfahrungen, die wir machen. Teilweise sind es auch christliche, mystische Gotteserfahrungen, und es sind immer die schönsten, die uns am tiefsten berühren. Offenen Herzens tauschen wir uns darüber aus. Ich bin sehr dankbar dafür.
Die äußere Welt - Schmerz und Leid
Ich beobachtete alle Taten, die unter der Sonne getan wurden. Das Ergebnis: Das ist alles Lufthauch und Luftgespinst.
Kohelet 1,14
Der Mensch findet sich jetzt in der projizierten äußeren Welt wieder und versucht hier seine Probleme zu lösen. Diese äußere Welt ist auf Unwissenheit, Schuld, Angst, Schmerz und Leid aufgebaut. Mit jedem negativen Gedanken und Gefühl verstrickt der Mensch sich zunehmend in dieser Welt. Alles, was er in dieser Welt wahrnimmt, erinnert ihn an dieses Gefühl von Schmerz und Leid. Das ist der Kreislauf, Schmerz und Leid, es ist wie ein Hamsterrad.

Bild 18: Die Welt im Außen, Schmerz und Leid wird erfahren
Und alles nur, weil er sich nicht mehr an sein Herz erinnern kann. Und an die göttliche Verbindung. In diesem Moment beginnen die Schuldzuweisungen.

Bild 19: Die göttliche Verbindung
Ein willkommenes Werkzeug des Egos, das nicht möchte, dass sich die Menschen wieder erinnern, wer sie sind. Schuld gibt gleichzeitig das Gefühl von Ohnmacht. Somit hat der Mensch das Gefühl, ohnmächtig zu sein, und gibt sich seiner Ohnmacht unwissend hin. Er gibt seine Macht ab. Die Seele der Menschen ist ein willkommenes Opfer, das sich im Fluss des Leidens und der Verführung treiben lässt.
Dadurch fühlt sich der Mensch unbequem und auf eine gewisse Weise unwohl in seiner Haut. Er versucht nun, mit allen Mitteln an diesem Ort des Außen seine Probleme zu lösen. Das ist grundsätzlich logisch und auch nachvollziehbar.
Er macht nur einen Fehler: Er nutzt dafür seinen Verstand, ohne das Herz mit einzubeziehen, und bemerkt dabei nicht, wie er immer tiefer in den Austausch von Schuldzuweisungen und gegenseitigen Verletzungen treibt.

Bild 20: Schuldzuweisung – ein gutes Mittel für Angst und Schrecken
Er dreht sich im Kreis in einer Welt voller Wahnsinn. In einer Welt, in der es scheinbar keinen wahren Frieden gibt. Zumindest so lange nicht, bis jeder einzelne Mensch erkennt, was hier wirklich läuft. So liegt es an jedem Menschen selbst, sich auf die Reise zu machen und herauszufinden, warum er auf dieser Erde keinen Frieden fühlen kann.
Sobald die in ihm schlummernde Erkenntnis erwacht, dass er selbst mehr ist als nur sein Körper, mehr als seine Gedanken und Gefühle, erfährt er, dass die Seele sein wahres Ich ist. Dann, und erst dann kann die Reise nach Hause beginnen – in das Herz Gottes. Da er aber das alles scheinbar vergessen hat und nicht immer mit „dem Herzen denkt und dem Verstand fühlt“, erfährt er auch die eine oder andere Verletzung und teilt dementsprechend Verletzungen und vielleicht auch harsche Worte aus. Das ist der wahre Grund, warum die Seele immer wieder inkarniert.
Es geht um Wiedergutmachung, um Vergebung, um Frieden, Freude und Humor, um Dankbarkeit und Liebe. Erst, wenn der Mensch feststellt, dass er selber keinen wahrhaften Frieden fühlt, erwacht in ihm die Erkenntnis, dass etwas nicht stimmt. Es ist die Sehnsucht in seinem Herzen, die erwachen muss, die Sehnsucht nach Frieden. Der Mensch muss den tiefen Wunsch haben, seine Seele wiederzuerkennen, und er muss fühlen, dass die Seele sein wahres Zuhause ist. Er muss erfahren, dass das Herz die Verbindung zu seiner Seele ist und nicht seine Vorstellungen von Schmerz und Leid. Die Seele wird durch das karmische Gesetz des Ausgleiches immer wieder gezwungen neu zu inkarnieren, aber sie hat nach dem Tode auch ausreichend Zeit, sich auszuruhen. Sie kann dann in aller Ruhe auf alle Situationen des vergangenen Lebens schauen. Sie kann Fehler erkennen und sich vornehmen, in dem nächsten kommenden Leben, positive Eigenschaften zu entwickeln. Zum Beispiel Vergebung zu erlernen. So wird die Seele immer und immer wieder in diese scheinbar vom Herzen getrennte Welt geboren, bis sie wieder lernt, auf ihr Herz zu hören, dem Herzen Gottes.

Bild 21: Die Seele überlegt, was sie in der nächsten Inkarnation wiedergutmachen – wandeln – möchte
3
Die alte Dampflok:
Mit festem Willen ahnungslos ans Ziel
Ja, ich sage es noch einmal: Sei mutig und entschlossen! Lass dich nicht einschüchtern, und hab keine Angst! Denn ich, der Herr, dein Gott, bin bei dir, wohin du auch gehst.”
Josua 1,9
Sobald Gott einer Seele Entrückungen gestattet und sie sich seiner, auch nur für einen kurzen Moment gewahr wird, wird eine Seele sich entscheiden zu vergeben und den Weg zurück ins Herz anzutreten. So entzieht sie sich dem negativen Denken und Fühlen, den Sinnen. Sie befreit sich aus dem Gefühl, ohnmächtig zu sein, und stemmt sich gegen das Verstandsdenken, dem Ego. Sie wird wieder mächtig und bekommt ihre innewohnenden Kräfte langsam, aber stetig zurück. Der Mensch fängt dann langsam und zaghaft an, über Vergebung, Hingabe, Demut, Wertschätzung und andere Tugenden nachzudenken, und wer er wahrhaftig ist und woher er einst gekommen ist. Je mehr Willen er dazu aufbringt, desto schneller findet der Mensch zurück in sein Herz.
Ich stemmte mich entschlossen und mit aller möglichen Kraft gegen alle Widrigkeiten, die sich mir in meinem Leben in den Weg stellten. Ich schaufelte mich gegen alles, was sich mir und meiner großen Liebe Gott in den Weg stellte, frei und hatte dabei lange Zeit folgendes Bild vor Augen:
Ich sah mich einen Zug besteigen, ohne zu wissen, wohin die Reise gehen sollte. Genau genommen betrat ich die Lok des Zuges, eine sehr alte, aber schöne und kraftvolle Dampflok. Ich betrachtete in Ruhe den gesamten Zug. Es waren sehr viele alte und teils sehr unschöne Waggons zu erkennen. Ich konnte aber nicht in die Abteile schauen oder näher in die Waggons einsehen. Und wollte das zu diesem Zeitpunkt auch nicht. So bestieg ich das Führerhaus der alten Dampflok. Als ich mich in ihr umsah, bemerkte ich, dass die alte Lok tatsächlich noch mit Kohlen beheizt wurde.
Eine etwas in die Jahre gekommene Schaufel stand neben dem Kessel und intuitiv spürte ich eine Aufforderung in mir. Es war die Schaufel, die mich jetzt anlachte, und mir war klar, dass es darum ging, Kohlen in den Kessel zu schaufeln. Also nahm ich die Schaufel und begann Kohlen in den Kessel zu schippen. Es war ein erhebendes Gefühl, zu erleben, wie jede mit Kohlen vollgeladene Schaufel, die ich in den Kessel warf, die Dampflok langsam, aber stetig auf Fahrt brachte. Ich begann immer schneller und intensiver den alten Kessel unter Dampf zu setzen. Mich interessierte nur das Schaufeln der Kohlen. So war ich nicht darauf bedacht, die Lok zu führen, sondern nur den Kessel anzuheizen.
Die alte Dampflok selbst schien ihren Weg bestens zu kennen. Über Stunden war ich sehr mit dem Schaufeln beschäftigt, so sehr, dass ich nicht bemerkte, wie der Kessel immer mehr Druck aufbaute. Die kleine Anzeige lag schon lange im roten Bereich. Ich schwitze, und es war heiß. Wie von Sinnen begann ich nun ohne Unterlass den Kessel zu befüllen. Es muss wirklich verrückt ausgesehen haben. Ein junger Mann schaufelt wie von Sinnen Kohlen in den Kessel einer alten Lok, während diese in immer höherem Tempo führerlos an Fahrt zulegte. Tage und Wochen vergingen, während ich in ekstatische Zustände geriet.
Je mehr ich schaufelte, desto ekstatischer wurde ich. Angetrieben von dem festen Willen, die alte Lok auf Volldampf zu bringen, gab ich alles, immer mehr. Ich bemerkte dabei nicht, wie schnell wir fuhren, und auch nicht, wie sich immer mehr alte Waggons unter krachendem, lautem Getöse vom Zug trennten. Alte, längst überholte Waggons, die dem Tempo nicht mehr standhalten konnten, brachen entzwei. Hörte ich es irgendwo krachen oder zischen, schaufelte ich einfach noch weiter und weiter. Die Fahrt ging auch über alte, sehr lange Holzbrücken. Manch ein Ingenieur hätte diese sicherlich für unbefahrbar gehalten, aber ich hatte keine Zeit, dem Beachtung zu schenken oder abzuwägen, ob die Brücke standhalten würde oder nicht. Es gab für mich nur ein Ziel: Dampf machen und Fahrt aufnehmen. Oft brachen die Brücken, noch während ich darüberfuhr, unter donnerndem Krachen in sich zusammen. Es war mir egal, ich war beseelt von dem Wunsch, die alte Lok anzuheizen.
Ich wusste bis dahin nicht, dass ich den göttlichen Zug bestiegen hatte, der, wenn er einmal entschlossen betreten wird, nur einen Weg kennt: direkt in das Herz Gottes. Ja, es krachte und krachte und manches Mal erschrak ich, aber ich wagte nicht, den Kopf zu heben, und schaufelte im Schweiße meines Angesichts die Kohlen in den lodernden Kessel. „Ich schaufelte meine Ängste und schweren Lebenssituationen in den Kessel Gottes. Hinein in das Feuer der Liebe.“
Es ist jetzt, während ich das schreibe, ein halbes Jahrzehnt vergangen, in dem ich unaufhörlich schaufle. Manches Mal war ich erschöpft, müde und richtig erledigt, aber eines habe ich nicht verloren, den eisernen Willen zu schaufeln. Wenn ich nun zurückblicke auf die letzten sechs Jahre, so kann ich etwas Wundervolles feststellen. Etwas Wesentliches hat sich verändert. Ich schaufle noch genauso, aber es ist so, als würden deutlich weniger Kohlen benötigt. Die sehr alte liebevolle Dampflok bedarf nicht mehr eines so hohen Tempos. Die Fahrt geht langsamer vonstatten, und es bleibt Zeit für mich, mir den Schweiß von der Stirn zu wischen. Mutig wage ich es, aus dem Fenster zu schauen. Was ich sehe entzückt mich dermaßen, dass ich hier keine Worte finde, es zu beschreiben. Es ist, als könnte ich mit meinem Herzen sehen.
Die alten Waggons sind längst alle abgehangen. Ich hatte es fast nicht bemerkt, so eifrig war ich damit beschäftigt zu schaufeln. Heute fährt die alte Dampflok ruhiger, aber stets in ihrer gewohnten Kraft. Ich habe einige kleine Bahnhöfe passiert und es wurden neue Waggons angekoppelt. Wunderschöne Waggons mit einer so wundervollen Ausstattung und vollgestopft mit Überraschungen.
In einem Waggon kann ich Seelen erkennen, mit denen ich schon sehr lange in tiefer Liebe verbunden bin. Sie gesellen sich zu mir und lassen mich wissen, wie sehr sie sich freuen, weil ich es geschafft habe. Es ist so wundervoll, jetzt ein wenig auszuruhen und die Fahrt ein bisschen zu genießen. Jede einzelne Schaufel, die ich in den letzten fünf Jahren voller Hingabe in den glühenden Ofen geschaufelt habe, waren unentwegte Gebete der Vergebung. Jede einzelne Kohle war ein Erinnern an meinen eigenen Schmerz.
Die alten Waggons an der Lok waren: meine Ängste, meine Leiden, mein Urteilen, mein Verurteilen, meine Unwissenheit davon, dass Gott mich wirklich liebt. Es ist das Vergeben von schmerzvollen Situationen im Alltag. Ich habe sie im Feuer der alten Lok, dem Herzen Gottes verbrannt. Ich vergebe und vergab allem und jedem ohne Unterbrechung. Dem Vordrängler an der Kasse, dem Drängler auf der Autobahn, dem Kriegsführer, den Politikern, den Ungerechten, den Gerechten, meinen eigenen Ängsten, wie Zweifel, Ohnmacht, Wut und Hass. Ich wurde zum Detektiv und spürte und spüre jede einzelne Kränkung in mir auf. Schaufel für Schaufel. Den Schmerz, die Trauer und die Ohnmacht, die aufkam, überrumpelte ich mit noch mehr Schaufeln, der Vergebung.
Ich betete zu Gott, er möge mir gestatten, ein liebender und gütigerer Mensch zu werden. Das waren meine Schaufeln in den letzten sechs Jahren und sie sind es, die ich täglich unermüdlich in die Waagschale werfe.
Ich schaufle noch immer ausdauernd Kohlen in den Kessel, aber jetzt sind es mehr und mehr tiefgreifende Gebete, die ich aus meinem Herzen an das Herz Gottes lege. Vom Grund meines Herzens bat ich ihn um mehr Liebe und darum, mehr Güte leben zu dürfen. Seine Liebe. Ich wünschte mir mehr Kraft, noch mehr vergeben zu können. Dabei hatte und habe ich nur ein Ziel: Ich möchte damit sein (Gottes) Herz erfreuen. Es ist sein Wille, der geschieht, und ich bin zutiefst dankbar, dass ich diesen Zug besteigen durfte. Bis heute weiß ich nicht, wer mir dieses Ticket ausgestellt hat. Wer es mir erlaubt hat, mit dieser erhabenen und ehrwürdigen Dampflok fahren zu dürfen, aber mit meinem ganzen Herzen und meiner ganzen Seele möchte ich alles das, was ich erhalten habe, zurückgeben.
Es sind viele Seelen, die sich dieser Situation gerade in der jetzigen Zeit bewusstwerden. Sie suchen mit allen Mitteln nach einem Ausweg und nach Hilfe. Ebenso gibt es Menschen, die an der Macht und an der Gier festhalten wollen, weil sie glauben, dass ihnen das die meiste Befriedigung gibt. Es ist deine ganz persönliche Entscheidung, ob du den Zug betreten willst oder nicht. Es ist weder richtig noch falsch, auch wenn du es nicht tust. Aber wie fest bist du entschlossen, dein Herz zu finden? Wie fest bist du entschlossen, dein Herz und deine Seele zu vereinen? Willst du das um jeden Preis? Du kannst ein bisschen dies und ein bisschen das machen. Du kannst ein wenig der einen Lehre folgen oder der anderen. Vielleicht löst du auch das eine oder andere Problem dabei. Aber was willst du? Willst du Probleme lösen oder dein Herz finden? Ich habe mal gelesen: „Wenn du dich für die Liebe entscheidest, dann setze alles auf eine Karte.“ Es ist dein Herz, das alle Antworten kennt, dein Herz stellt keine Fragen. Wie ich es schon sagte, es ist alles deine Zeit, du bist hier auf Erden. Was willst du tun?
Problemlösung oder Gott finden
Wie sehr bist du daran interessiert, dein Herz zu finden? Ich meine, bist du dir wirklich bewusst, dass du Gott, das Leben, die Stimme deines Herzens, finden kannst?
Oder ist es eher so, dass du deine kleinen Probleme im Alltag erleichtern möchtest, damit es dir im Leben gutgeht. Beides ist möglich, es ist weder gut noch schlecht. Es stellt sich nur die Frage, was du wirklich willst. Das eine wie das andere ist o. k.
Ich möchte dir den Unterschied zwischen beidem erklären. Wenn du versuchst, deine Probleme zu lösen, wirst du immer mit Problemlösungen beschäftigt sein, weil du den Kern, die Ursache des Problems, nicht erkennst. Dein Leben wird vielleicht etwas leichter sein, aber die Probleme bleiben. Du bleibst im Leben voller Schmerz und Leid. Du versuchst deine Probleme hier zu lösen, im Außen, das die Freiheit des Herzens um jeden Preis verhindern will.

Bild 22: Das Außen verhindert, dein Herz und deine Seele finden zu können
Entscheidest du dich für dein Herz und dafür, Gott wirklich zu wollen, dann entwickeln sich dein Herz und deine Seele. Du beginnst mehr und mehr das zu erhalten, was für dich richtig und wichtig ist, weil du demjenigen die Entscheidung überlässt, der dein Herz am besten kennt. Gott.

Bild 23: Gottes Liebe, Kraft, und Weisheit fließen in das Herz und zurück
Die Kraft des Herzens ist das Gebet. Je tiefer, herzergreifender und kraftvoller ein Gebet gesprochen wird, desto sicherer ist es auch, dass es erhört wird. Ich habe dieses kleine Gebet über Wochen und Monate tief und inbrünstig gebetet.
Gebet
Vater, willst du mich lehren, mein Herz und meine Seele in deine Hände zu legen, damit ich dir Freude bereiten kann?
4
Den Prozess der Vergebung verstehen
„Es ist die tiefe Angst der Unwissenheit davor, dass im Herzen Gottes eine so wundervolle Zärtlichkeit wartet und man dieser nicht würdig ist.“
Am Anfang ist es wichtig zu verstehen, warum der Mensch so verletzt ist; und was mit ihm geschehen ist, dass er sein Leben nicht mehr kontrollieren kann. Der Mensch glaubt, er lebt durch seine negativen Gedanken und Gefühle, von seinen Erinnerungen und Erfahrungen und von seinen Gewohnheiten. Das ist der Grund, warum er sich so oft so ohnmächtig fühlt. Aber es gibt einen noch viel wichtigeren Grund, der den Menschen daran hindert, Freiheit, Klarheit und Frieden zu leben. Er hat das Wissen über seine wahre Herkunft vergessen. Er hat vergessen, dass seine Seele von Gott kommt und er sein Herz nicht mehr auf Gott ausrichtet, Gott nicht mehr liebt. Deshalb leidet er. So einfach ist das.
Ich möchte dir anhand sehr einfacher Geschichten den Prozess der Vergebung erörtern. Du kannst anhand dieser einfachen, folgenden kurzen Geschichten genauestens erkennen, was dem Menschen das Herz raubt. Es ist etwas in dir, das in keinem Fall will, dass du dein Herz findest. Dieses Etwas stemmt sich mit aller Macht gegen dein Herz. Es will, dass du negativ denkst und Angst hast. Es nutzt dazu deine eigenen Verletzungen und Bequemlichkeiten, um dich außerhalb deines Herzens zu halten. Denn es ist der große Schmerz deiner eigenen Verletzungen, die du nicht fühlen willst. Das Gefühl der Verletzung und Enttäuschung kennt jeder Mensch nur zu gut, auch du selbst bist darin erfahren.
Im Laufe der Zeit hat sich in der Menschheit ein negatives Gefühl ausgebreitet, an das es sich sehr gewöhnt hat. Dieses Gefühl hat den Geist der Menschen, der gesamten Menschheit lahmgelegt. Es ist das Wissen darüber, dass du Angst davor hast, dich selbst zu erkennen. Es ist das Wissen darüber, dass du dich nur selbst erkennen kannst, wenn du die Angst in dir besiegst. Und genau darin liegt der Trick. Etwas nutzt deine Unwissenheit darüber aus.
So macht es dir Angst, in dich hineinzuschauen, deine eigenen Ängste und Verfehlungen zu offenbaren. Du willst diese Verletzungen, die du erlebt oder auch gegeben hast, nicht anschauen oder verändern. Schon gar nicht willst du an sie erinnert werden oder diese erneut fühlen. Die Angst vor diesen Verletzungen ist so groß, dass der Mensch einen neuen Mechanismus entworfen hat. Es ist der Mechanismus von Verdrängung und dem Gefühl, andere Menschen für das negativ Erlebte schuldig zu sprechen. Dabei sehnt sich dein Herz nach nichts mehr, als danach, die Verbindung des Friedens im Herzen und der Seele wieder zu fühlen. Die Verbindung zu Gott. Du kannst nicht glauben, dass wahrhaftige Freiheit, Klarheit und Frieden möglich sind, denn die Welt des Alltags lehrt dich etwas anderes.
So nutzt etwas in dir deine Unbewusstheit aus, um dich weiterhin in Angst und in allen dazugehörigen Gefühlsmustern wie Gier, Druck, Sorge, Zweifel etc. zu halten. Es will nicht, dass du erkennst, dass die Trennung von Gott der Ursprung deines ganzen Leidens ist.
Und so wurde ein System erschaffen, das dich immer an die Angst erinnert. Es ist das tägliche Dasein mit seinen oft so absurden, verzweifelten Situationen des Alltags. Anstatt mutig negatives Denken und Fühlen in sich zu verändern, hat sich der Mensch verführen lassen. Nun zeigt er mit dem Finger weg von sich und spricht alle anderen schuldig für sein Leid. Der Mensch muss sich entscheiden, ob er sein Herz und seine Seele leben will oder Schmerz und Leid erfahren möchte.
Du musst dich entscheiden, ob du Klarheit, Frieden und Freiheit erlangen willst oder ob du weiterhin den hohen Preis der Unwissenheit mit der Peinigung des Herzens bezahlen willst. Es ist die Vergebung und die Konsequenz, beharrlich in der Vergebung zu sein, die diese alten Bande löst.

Bild 24: Eine Entscheidung treffen
Sobald auch nur der kleinste Schmerz, ein negatives Gefühl, fühlbar wird, unternimmt der Mensch alles in seiner Macht Stehende, um diesen Schmerz loszuwerden. Da der Mensch nicht bereit ist, Verantwortung für dieses schmerzliche Gefühl in sich zu übernehmen, benötigt er einen Kanal, um sich davon abzulenken, und dabei ist ihm jedes Mittel recht. Das können Schuldzuweisungen, Drohgebärden, Aggression und vieles mehr sein.
Ganz wichtig zu verstehen ist hierbei, dass die meisten Handlungen und Aktionen, um den Schmerz loszuwerden, unbewusst ablaufen. Der Mensch hat keine Klarheit darüber, dass der Großteil seines gesamten Handelns aufgrund seiner inneren Verletzungen, Erfahrungen und dem Gefühl von Schuld geschieht.
Alles, was du in Bild Nr. 18 im Außen siehst, ist ein Teil deiner Erinnerung und Erfahrung in dir. Du hast diese Erinnerungen in diesem und in vielen vergangenen Leben gemacht. Ich meine damit Erfahrungen von Angst, Zweifel, Schmerz und Leid.
Alle jemals erfahrenen negativen Gefühle und Gedanken dieser Art werden in Handlungen und Taten ausagiert, ohne dass sich der Mensch darüber bewusst ist.
Dabei ist es ganz einfach, das zu verstehen. Dieser Mechanismus funktioniert auf einem ganz einfachen Prinzip: Mache immer und immer wieder üble Erfahrungen und sprich jemanden dafür schuldig, dass du das Negative, das Üble erfahren hast. Das ist dann wie eine Dominokette und sobald ein Domino umfällt, rasen alle anderen hinterher und fallen einfach nur um. Das Prinzip lautet: „Immer sind die anderen schuld“ und: „Auge um Auge, Zahn um Zahn“. Es sind immer die anderen schuld an meinem Leid. Das ist alles! Es sind immer die anderen. Die anderen zeigen sich in unterschiedlichster Ausprägung. Entweder in Situationen des Alltags, den Nachrichten, es ist der Nachbar, die Kollegin, der Stau, die Hitze, die Kälte, der Hunger der Welt, die Reichen, die Armen, die Politiker, der Chef, die Trennung, der Abschied, der kommende Tod.
Es gibt Millionen von täglichen Situationen, warum dich ein schlechtes Gefühl überfällt. Millionen von täglichen Möglichkeiten, warum du dich ausgerechnet jetzt wirklich schlecht fühlen kannst, und genau da liegt die Ursache begraben.
Das Wort „hätte“ gehört nicht zu meinen Favoriten, aber in diesem Falle möchte ich es einmal nutzen. Mal angenommen, du hättest nie auch nur eine negative Erfahrung gemacht. Keine Erfahrung der Enttäuschung, keine Erfahrung der Verletzung oder der Sorge. Vielleicht kommst du vom entfernten Planeten der Güte. Mal angenommen, du wüsstest nicht, was Angst oder Zweifel ist. Lass uns annehmen, du bist auch nicht in der Lage, dieses Gefühl von Angst zu fühlen. Also stell dir das bitte mal vor. Versuche einmal so zu tun, als ob das möglich wäre. Du kannst nur Wertschätzung und Güte in dir fühlen. Du kennst kein Leid.
Während du so durchs All reist, entdeckst du diesen wundervollen blauen Planeten und fühlst dich von diesem Juwel magisch angezogen. Vielleicht landest du direkt in einem Krisengebiet und wirst mit schrecklichsten Bildern konfrontiert. Aber du kannst nicht fühlen, was die Menschen da tun, du siehst nur die Bilder. Da du vom Planeten der Güte kommst, fühlst du nur Liebe in dir. Du hast ja nichts anderes gelernt. Es ist dir also nicht möglich, den Hass und die Verletzungen der Menschen zu fühlen, was sie antreibt, sich gegenseitig zu vernichten.
Vielleicht siehst du ein Ehepaar streiten oder du siehst, wie sich jemand darüber aufregt, dass sich einer im Supermarkt vordrängelt. Vielleicht kannst du die verzerrten Gesichter und beklemmenden Gesichtsausdrücke erkennen. Würdest du dich dann nicht wundern, was die Menschen hier treiben? Während du von einem Ort zum anderen reist, wundert es dich mehr und mehr, dass du fast keinen Menschen finden kannst, der wahrhaften Frieden oder Güte in sich trägt. Du selber bist vollkommen im Frieden, während du das alles beobachtest. Nichts von der aggressiven Haltung im Menschen kann dich berühren. Plötzlich wird dir etwas Entscheidendes bewusst.
Dir fällt auf, dass der Mensch wie so eine kleine Reaktionsmaschine programmiert ist. Er muss fast wie besessen, nahezu wahnhaft auf alle Begebenheiten und Aktionen, die ihm begegnen, reagieren. Dann fällt dir noch auf, dass die Reaktionen der Menschen zu 99,99 % negativ sind. Du beobachtest, dass die Reaktionen auf Situationen nicht auf Entscheidungen des Herzens basieren, sondern, dass sie kalt und wie ferngesteuert vollzogen werden. Wenn du mit offenem Herzen durch die Welt gehst, wirst du sehen, dass es an wahrhaftigem Frieden fehlt.
Die Menschen tragen keinen Frieden in sich. Sie verteidigen das Prinzip von Schmerz und Leid. Als Wesen, das von dem Planeten der Güte kommt, was denkst du über das Verhalten der Menschen? Was sind deine Gedanken über ein derartiges Verhalten? Ist es nicht merkwürdig, was sich auf dem Planeten Erde abspielt?
Verletzen, Macht und Gier um jeden Preis. Abwesenheit von Liebe, Wertschätzung, Vertrauen, Harmonie, Hilfsbereitschaft und vielem mehr.
Jetzt schau doch mal in dein eigenes Leben. Wie sieht deine ganz persönliche Situation aus? Was genau umgibt dich jetzt, hier und heute? Hast du dich schon einmal gefragt, in was für einer Welt du eigentlich lebst? Wie sieht die Welt in deinem eigenen Inneren aus? Fühlst du Klarheit, Freiheit und Frieden oder fühlst du das, was die Menschen seit ewigen Zeiten fühlen, nämlich das scheinbar ewige Spiel von „Schmerz und Leid“?
Gab es heute Situationen in deinem Leben, in denen du Unruhe gefühlt hast? Denk mal vom heutigen Morgen bis zum jetzigen Zeitpunkt zurück. Wie ich schon sagte, es ist nicht schlimm, etwas Derartiges zu fühlen. Es bietet die Möglichkeit einer Entscheidung.
Das Gute ist, dass alles einem einfachen Prinzip folgt. So arbeitet Schmerz und Leid nach einem ganz bestimmten Muster. Es agiert unbewusst im vermeintlichen Äußeren der Welt. Mit dem Außen meine ich den Ort, den du mit deinen physischen Augen und deiner Körperlichkeit in diesem Moment wahrnimmst. Wie funktioniert nun dieser Schmerz- und Leidmechanismus?
Nehmen wir einmal an, es gäbe eine Situation im Außen, die im Inneren des Betrachters Schmerz und Leid erzeugt. Mal angenommen, es drängelt sich jemand sehr harsch und unverschämt an der Kasse vor. Was läuft jetzt bei demjenigen ab, der diese Situation erlebt?
Begib dich bitte mal gedanklich in seine Situation. Du siehst diese Situation außerhalb von dir, aber du spürst Gefühle in deinem Inneren. Welche Gefühle hast du in einer solchen Situation? Bist du im Frieden? Bist du wertfrei oder was regt sich in dir?
Vielleicht eine leichte Unruhe? So etwas wie: „Das ist doch wohl die Höhe. Was erlaubt sich die Person?“
Was geschieht in dir, dass du überhaupt in der Lage bist, mit dem Gefühl von Schmerz und Leid auf eine Situation des Alltags zu reagieren? Wie kann es sein, dass Situationen des Alltags in dir Schmerz und Leid auslösen? Dass Menschen oder Begebenheiten solche Gefühle in dir wecken? Es ist das NEGATIVE, das Üble, das will, dass der Mensch den Schmerz immer und immer wieder spürt, damit kein Frieden herrscht.
Nochmals: Die Menschen leben ihren eigenen Schmerz aus. Ihr eigener Schmerz ist ihnen extrem wichtig, und sie schieben diesen Schmerz immer anderen zu. Darum verändert sich auch nichts, weder in dir noch in den anderen. Das ist weder schlimm noch gut. Es ist einfach eine Gegebenheit. Aber Gegebenheiten lassen sich ändern und darum bist du vielleicht auf die Erde gekommen, um etwas zu verändern. Begreife, dass ganz gleich welche Situation sich dir stellt, nur deine Reaktion auf die Situation von Bedeutung ist, darin liegt die Veränderung.
Es stellt sich die Frage: Reagierst du auf deine Umwelt oder übernimmst du die Verantwortung und handelst bewusst? Bewusst in Frieden und Güte, eben auf alles, was dir begegnet. Solange du unwissend bist, das heißt, solange du nicht die Stimme deines Herzens hörst, das so zarte Rauschen in dir, den Klang, so voller Leben, so lange bist du hin- und hergerissen. Du fragst dich: „Welche Welt ist wahr? Die des Zweifels oder die des Herzens?“
Zurück zum Beispiel des Supermarktes. Für mich ist die Kasse im Supermarkt ein Ort von größter Nervosität. Ein Ort, an dem die ganze innere Angespanntheit der Menschen zu beobachten ist. Eile, Druck und Unruhe sind oft die Hauptgefühle, die ich hier wahrnehmen kann. Aber auch Gier, ungezügelte Essenslust, Süchte und maßloses Verlangen sind im Supermarkt zu finden. Es brodelt in vielen Menschen, und ein Drängler an der Kasse wird dann zur Zündschnur am Pulverfass.
Was sind deine Gefühle, deine Gedanken? Wie deine innere Reaktion? Spürst du Wut, Ärger, Zorn, Ohnmacht? Vielleicht sind es Gedanken wie:
„Was erlauben sie sich!“ – „Was ist das denn für ein/e blöde/r ...“ – „Jetzt haut es mir gleich den Schalter raus.“ – „Gleich knallt es.“ – „Ich kann alles vergeben, aber das macht das Maß jetzt wirklich voll.“ – „Mir platzt gleich der Kragen.“ – „Warum immer ich?“ – „So ein Verhalten, unmöglich!“
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