Kitabı oku: «Das Gen-Gedächtnis neu schreiben»
Das Buch
Viele Krankheitsbilder wiederholen sich über Generationen in der Familie. Heute weiß man, dass die Veranlagung für eine Krankheit vererbt werden kann. Genetische Faktoren spielen hierbei eine entscheidende Rolle. Als eine der führenden Spezialistinnen auf dem Gebiet der Rückführungstherapie geht Shelly A. Kaehr in der Zeit zurück und macht sich auf die Suche nach dem genetischen Code. Ihr Buch ist eine Anleitung zur Selbstheilung. Intuitiv geführte Gespräche mit den Ahnen zeigen uns, wie wir aus alten Mustern ausbrechen und unsere Zellinformationen umprogrammieren können.
Die Autorin
Shelly A. Kaehr, PhD, erhielt ihr Master Diplom in Neuro-Linguistischem Programmieren und promovierte am American Institute für Holistic Theology. Sie praktiziert seit 20 Jahren als energetische Heilerin und NLP-Therapeutin und hat bereits tausenden Menschen zu innerem Frieden und Gesundheit verholfen. Sie gibt weltweit Seminare und ist Autorin mehrerer Bücher.
Shelley A. Kaehr, Ph. D.
Das Gen-Gedächtnis neu schreiben
Heilung durch Rückführungen
Übersetzt von Johanna Ellsworth

Inhaltsverzeichnis
Umschlag
Das Buch / Die Autorin
Titel
Inhaltsverzeichnis
Liste der Übungen
Danksagung
Einleitung
Teil 1: Überblick über die genealogische Rückführung
Kapitel 1: Vergleich zwischen der Rückführung in ein früheres Leben und der genealogischen Rückführung
Genealogische Rückführungen
Teil 2: Fallstudien
Kapitel 2: Körperliche Heilung
Kapitel 3: Die emotionale und spirituelle Heilung
Kapitel 4: Flüche und Schwüre
Teil 3: Geführte Reisen
Kapitel 5: Übungen zur Heilung der mütterlichen Seite
Kapitel 6: Übungen zur Heilung der väterlichen Seite
Kapitel 7: Erfahrungen mit der Familienheilung
Schlussanmerkung
Literaturverzeichnis
Kontakt zur Autorin
Impressum
Liste der Übungen
Kapitel 5 Übungen zur Heilung der mütterlichen Seite
Sprechen Sie mit Ihrer Mutter
Gemeinsam mit Ihrer Mutter das innere Kind heilen
Die Reise zu den Vorfahren der Mutter
Frühere Leben mit der Mutter erforschen
Gemeinsame Heilung mit der Mutter im jetzigen Leben
Eine Reise zur leiblichen Mutter
Die Reise zu Ihrer leiblichen Mutter vor Ihrer Geburt
Heilung für die Vorfahren Ihrer leiblichen Mutter
Frühere Leben mit Ihrer Adoptivmutter
Heilung der Vorfahren Ihrer Adoptivmutter
Kapitel 6 Übungen zur Heilung der väterlichen Seite
Gespräch mit Ihrem Vater
Das innere Kind zusammen mit dem Vater heilen
Die Reise zu den Vorfahren des Vaters
Frühere Leben gemeinsam mit dem Vater erforschen
Heilung mit Ihrem Vater im jetzigen Leben
Reise, um Ihren leiblichen Vater kennenzulernen
Reise, um Ihren leiblichen Vater vor Ihrer Geburt kennen zu lernen
Heilung der Vorfahren Ihres leiblichen Vaters
Frühere gemeinsame Leben mit dem Adoptivvater
Die Heilung der Vorfahren Ihres Adoptivvaters
Kapitel 7 Erfahrungen mit der Familienheilung
Die Nabelschnur zu all Ihren Vorfahren zerschneiden
Seelenrückholung mit Ihren Eltern
Das Auflösen eines Familienfluchs
Das Treffen mit einem Vorfahren
Die Reise ans Ende der Ahnenreihe
Ein Besuch bei zukünftigen Generationen ihrer Familie
Die Aufhellung der Vergangenheit
Bringen Sie Ihrer früheren, heutigen und zukünftigen Familie Licht
Danksagung
Wie bei all meinen Buchtiteln, die bei Llewellyn erschienen sind, schulde ich meiner guten Freundin und Mentorin Angela Wix meinen Dank. Ohne ihre Führung würde es dieses Buch und meine beiden anderen Titel, Meet Your Karma und Past Lives with Pets, die von Llewellyn herausgegeben wurden, gar nicht geben. Ich danke dir! Bill Krause, Terry Lohmann, Kat Neff, Anna Levine, Lauryn Heineman, Andy Belmas, Shannon McKuhen, Sami Sherratt, Jake-Ryan Kent, Alisha Bjorklund, Lynne Menturweck, Patti Frazee, Kevin Brown, Donna Burch-Brown, Annie Burdick, Leah Madsen, Sammy Peterson und die restlichen Teammitglieder von Llewellyn: Ich danke euch allen von ganzem Herzen für eure Hilfe und Unterstützung bei diesen und meinen anderen Llewellyn-Titeln. Meine Familie und Freunde: Ein simples Dankeschön reicht nicht, um meine Dankbarkeit für eure jahrelange liebevolle Unterstützung und euren Glauben an meine Schreibpassion zum Ausdruck zu bringen. Mein besonderer Dank geht an Jim Merideth, Pat Moon und Paula Wagner. Und ganz besonders möchte ich mich bei meinen Klienten und Schülern bedanken, die es mir vertrauensvoll ermöglicht haben, sie über die Jahre an einige ziemlich ungewöhnliche Orte zu führen. Ich bin dankbar für die Chance, ihnen zu dienen, und staune über den Mut und die Ausdauer, die Menschen aufweisen, wenn sie sich zu den unbekannten Anteilen ihrer Seele aufmachen, um zu heilen. Ihr seid alle meine Helden! Namaste!
Einleitung
D as Gen-Gedächtnis neu schreiben entstand über die Jahre als Nebenprodukt von unzähligen Sessions, die ich in den letzten zwanzig Jahren geleitet habe. Ich glaube an frühere Leben und an die Vorstellung, dass unsere Seele über Tausende von Jahren viele Wiedergeburten durchlebt. Als ich in der Kindheit zum ersten Mal von solchen Vorstellungen gehört hatte und selbst in frühere Leben zurückgegangen war, um viele meiner persönlichen Probleme zu lösen, begann ich mit professionellen Rückführungen in frühere Leben für andere Leute, nachdem ich 2001 den Doktortitel in den parapsychologischen Wissenschaften erworben hatte. Ich promovierte in Energiemedizin und begann damit, eine einzigartige Methode zu entwickeln, bei der Hypnotherapie angewendet wird, um Klienten in frühere Erlebnisse zurückzuführen, während Erinnerungen auf einer holografischen Ebene angesprochen werden. Wie ich feststellte, sind Gedanken Dinge, und wenn man auf der energetischen Ebene Erinnerungen verarbeitet, wird eine dauerhafte Veränderung erreicht. Ich bin absolut sicher, dass mein Prozess meistens funktioniert. Das weiß ich, weil ich diese Prozesse zuerst selbst durchlaufen habe.
Vor vielen Jahren wurde mir während einer Regression bewusst, dass ich den falschen Weg in die Vergangenheit genommen hatte und plötzlich beobachtete, wie eine meiner Vorfahrinnen von einem Elternteil ausgeschimpft wurde. Ich schickte allen Beteiligten Heilung und stellte fest, dass sich mein eigener Alltag leichter, heller und friedlicher anfühlte. Wie jeden einzelnen Prozess, den ich heute lehre, empfand ich diese Erfahrung als so positiv, dass ich einen ähnlichen Prozess bei Klienten anwandte, wenn die Situation es erforderte.
Leider funktionieren meine Standardtechniken – wie alle Methoden – nicht bei jedem Menschen, dem ich begegne. In diesem Buch erfahren Sie mehr über eine Methode, die ich anwende, um bestimmten Klienten zu helfen, die sich einer anderen Art von Herausforderung stellen müssen – einer Herausforderung, die ihren Ursprung weit hinter ihnen und ihrer eigenen Seelenreise zu haben scheint.
Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Rückführung in ein früheres Leben ist, den wahren Ursprung problematischer Ereignisse in der Vergangenheit zu finden, egal, ob es sich um Ereignisse in Ihrem jetzigen Leben handelt oder um Ereignisse, die vor mehreren tausend Jahren stattfanden. Manchmal spüre ich tief im Inneren, dass die beschriebenen Ereignisse einem anderen zugestoßen sind.
In den seltenen Fällen, in denen das passierte, forderte ich meine Klienten auf, an bestimmte Verwandte zu denken, um die Familie zu fragen, ob sie als Einheit Heilung brauchte. Wenn ich Klienten aufforderte, in ein früheres Leben zurückzukehrenstellten sie mitunter fest, dass sie aus Versehen in einem Ereignis gelandet waren, das ein Vorfahre oder enger Verwandter erlebt hatte. Dann bedarf es einer generationenübergreifenden Heilung.
Wir Menschen teilen nicht nur einen Planeten, sondern auch die kollektive Erfahrung, am Leben zu sein. Wir sind nicht nur mit allen anderen Menschen auf der Erde verbunden, sondern haben auch ein ganz enges Band zu unseren Familien – mehr als Sie sich vorstellen können. Haben Sie sich schon mal gefragt, was genau Sie mit Ihren Vorfahren verbindet – Ihren Großeltern, Cousinen und fernen Vorfahren, die Hunderte oder gar Tausende von Jahren vor Ihnen gelebt haben?
Wenn es Ihnen wie mir geht, dann machen Sie sich im Alltag kaum Gedanken über die Mühen und Plagen, die Triumphe und Tragödien, die Ihre Vorfahren durchlebt haben, damit Sie jetzt hier sitzen und dieses Buch lesen. Tatsächlich denken die meisten Leute nicht weiter darüber danach, doch genau das sollten wir tun. Das, womit unsere Vorfahren zu kämpfen hatten – ob im Krieg oder auch nur in ihrem Leben –, hat uns geholfen, die zu werden, die wir heute sind. Daher sollten wir uns im Alltag näher damit beschäftigen. Wenn Sie die folgenden Geschichten gelesen haben, werden Sie wie ich anders darüber denken und ein höheres Verständnis für die simple Tatsache erlangen, dass Sie die lebende, atmende Erweiterung eines jeden Mitglieds Ihres gesamten Stammbaums sind, das vor Ihnen gelebt hat.
Was wäre, wenn die positiven Eigenschaften – wie auch die körperlichen, geistigen, psychischen und sogar spirituellen Probleme -, die Sie geerbt haben, sich besser verstehen, erklären und heilen ließen? Und was wäre, wenn Sie die Chance bekämen, nicht nur das Leid der Vorfahren zu lindern, die Kriege, Hungersnöte, Krankheiten und Ähnliches erlitten, sondern auch das reine Licht der liebevollen Güte auf zukünftige Generationen, die erst noch in die materielle Welt hineingeboren werden, zu übertragen? Würden Sie dazu beitragen, wenn Sie es könnten? Im dritten Teil dieses Buches erhalten Sie die Anleitung zu jeder Menge hilfreicher Prozesse, mit Hilfe derer Sie genau das tun können.
Ich hoffe, Das Gen-Gedächtnis neu schreiben wird Ihnen eine neue Sicht auf die Welt und Ihr Umfeld vermitteln. Und vor allem hoffe ich, dieses Buch gibt Ihnen die Techniken an die Hand, die Sie anwenden können, um Ihre Nächsten seelisch so aufzubauen, dass Sie alle ein glückliches, fröhliches und sinnvolles Leben führen können.
Teil 1: Überblick über die genealogische Rückführung
Die typische Rückführung in ein früheres Leben beginnt mit der Erklärung des Klienten, warum er mich aufgesucht hat. Manche kommen aus Neugier zu mir; sie wollen herausfinden, wer sie früher waren. Andere wiederum haben tief sitzende Probleme, die sie heilen und loswerden wollen. Die Sitzung basiert auf der Annahme, dass der Ursprung ihrer Angst tief in der Vorgeschichte ihrer früheren Leben verwurzelt ist. Meistens stimmt das auch, doch gelegentlich bedarf es einer anderen Art der tiefen inneren Arbeit, um unterschiedliche Lebensprobleme zu lösen.
Die Vorgeschichten in Das Gen-Gedächtnis neu schreiben lesen sich ganz anders als die in meinen anderen Büchern. Statt frühere Leben aufzusuchen, heilen sie Erlebnisse ihrer Vorfahren. Indem die Klienten ihnen durch den Stammbaum heilendes Licht sendeten, verbesserten sie nicht nur ihr eigenes Wohlbefinden, sondern auch das Leben und zukünftige Glück all ihrer Verwandten.
In diesem Abschnitt untersuchen wir die Unterschiede zwischen diesen beiden Gebieten, um Sie darauf vorzubereiten, später im Buch selbst auf Reisen zu gehen.
Kapitel 1: Vergleich zwischen der Rückführung in ein früheres Leben und
der genealogischen Rückführung
Die meisten Menschen wenden die Rückführung an, um Probleme in den wichtigsten Lebensbereichen – Beziehungen, Krankheiten oder finanzielle Sorgen – zu lösen oder um ihren höheren Lebenssinn und den Grund für ihr irdisches Dasein zu finden. Unter Anwendung von geführter Vorstellungskraft und Hypnose bitte ich meine Klienten, zu dem ursprünglichen Ereignis zurückzukehren, bei dem bestimmte Probleme entstanden sind – unabhängig davon, ob das Ereignis in ihrem jetzigen Leben oder in der fernen Vergangenheit vor ihrer Geburt stattgefunden hat. Wenn ich mich davon überzeugt habe, dass der Klient zu diesem ursprünglichen Ereignis tatsächlich vorgedrungen ist und alle wichtigen Informationen hochgekommen sind, bitte ich ihn, mir zu sagen, was er daraus gelernt hat und weshalb die Situation für sein jetziges Leben von Bedeutung ist.
Daraufhin lässt der Klient alle Energie los, die ihm nicht länger nützlich ist. Dafür wendet er verschiedene Prozesse an, die Sie später im Buch selbst ausprobieren können. Wenn die Informationen positiv sind, fordere ich den Klienten auf, darüber zu sprechen, wie er diese neuen Informationen in den Alltag einbringen kann, um aus seinem jetzigen Leben eine positive Erfahrung zu machen. Wenn sie nicht positiv sind, bitte ich ihn, zu beschließen, den ungewollten Zustand zu überwinden und mit neuem Wissen und Verständnis weiterzugehen.
Rückführungen helfen Menschen, ein höheres Verständnis dafür zu erlangen, dass wir alle eine Seelenaufgabe haben, die sich identifizieren lässt, indem wir die Muster aufdecken, die sich in allen früheren Leben unserer Seele finden lassen. Sobald wir diese Muster identifiziert haben, lässt sich auch die Aufgabe einer Seele identifizieren. Wir sind nicht immer allzu kreativ, wenn es um unsere Seelenaufgaben geht. Oft sind sie ganz einfach – wir sollen lernen zu lieben, zu vergeben, anderen zu helfen. Klienten können diese bestimmten Aufgaben leicht herausfinden und beenden häufig ihre Sitzung mit dem Gefühl, tatsächlich das zu tun, was sie in dieser Lebenszeit tun sollen. Manchmal finden Klienten eine Bestätigung ihrer Seelenaufgabe, indem sie sich an frühere Ereignisse in ihrem jetzigen Leben erinnern. Ich helfe ihnen zu erkennen, dass die Probleme, mit denen sie in ihrer gegenwärtigen Existenz zu kämpfen hatten, häufig ihrer Seelenaufgabe entsprechen. Die Menschen finden in der Tatsache Trost, dass alles aus einem bestimmten Grund geschieht – auch wenn die Dinge nicht so laufen, wie sie es gerne hätten. Durch die Rückführung in ein früheres Leben können sie direkt erkennen, dass sie, was das Universum angeht, auf der richtigen Spur sind.
Schlummernde Talente und Seelengaben lassen sich auch während der Rückführung in ein früheres Leben aufdecken. Was wäre, wenn Sie vor Hunderten von Jahren ein genialer Geigenspieler in Österreich gewesen wären, es aber völlig vergessen hätten? Man kann solche Erinnerungen wieder lebendig machen und diese Begabungen ins heutige Leben übertragen.
Auch bei Herausforderungen können Rückführungen aufschlussreich sein und dem Menschen helfen, zu dem ursprünglichen Erlebnis zurückzukehren, das energetische Muster enthält, die durch die Vergangenheit hindurchgedrungen sind und Krankheiten oder psychische Narben hinterlassen haben, welche tiefer sind als alles, was dem Klienten in seinem jetzigen Leben widerfahren ist. Heilung und Verwandlung können aus der Perspektive eines früheren Ereignisses erfolgen, und diese Erleichterung kann durch die Vergangenheit vordringen, um mehr Ruhe und Frieden ins Hier und Jetzt zu bringen.
Andere Klienten wiederum gehen zurück, um noch mehr Einzelheiten über Verbindungen zu Menschen, die sie in diesem und anderen Leben gekannt haben, zu erfahren. Häufig offenbaren die Details die Tiefen, in die wir bereit sind hinabzusteigen, um etwas für andere Menschen zu tun, die wir lieben – egal ob wir eine Schuld wiedergutmachen oder weil wir für Dinge, die vor langer Zeit passiert sind, unsere bedingungslose Loyalität beweisen wollen.
Rückführungen in frühere Leben sind eine faszinierende Methode, mit der sich die persönliche Veränderung erreichen lässt. Das weiß ich, weil sie mir half, meine eigene Trauer umzuwandeln und ein höheres Verständnis meiner selbst zu erlangen, das ich mit keiner anderen Technik erreicht habe. Und glauben Sie mir: Damals habe ich so ziemlich alles versucht. Nach zwanzig Jahren Erfahrung in diesem ungewöhnlichen Beruf bin ich immer noch hundertprozentig davon überzeugt, dass es keine Grenzen gibt, was die Informationen und Einblicke betrifft, die man während einer Rückführung in ein früheres Leben gewinnen kann. Der wichtigste Grund für eine Rückführung in ein früheres Leben ist, Ihr jetziges Leben glücklicher zu machen.
Was ist, wenn etwas einen Einfluss auf Ihr Leben hatte, was über Ihre eigene Seelenreise hinausgeht? Mitunter schien es so, als würden die von mir angewandten Methoden bei Fällen, die ich für ungewöhnlich schwierig hielt, das ursprüngliche Ereignis nicht völlig aufdecken. Wie ich festgestellt habe, geht es bei der Seele noch um viel mehr als nur darum, in unsere eigenen früheren Leben einzutauchen.
Die meisten Leute, die sich für eine Rückführung in ein früheres Leben entscheiden, erwähnen einen Konflikt oder ein Problem mit einem Familienmitglied, selbst wenn dies nicht der Hauptgrund für die Rückführung ist. Gewöhnlich geben die Klienten entweder einen aktuellen Zwiespalt an oder ein früheres Ereignis in ihrem jetzigen Leben, bei dem etwas Unverzeihliches geschehen ist, das sie noch nicht überwunden haben. Bei Problemen dieser Art dreht es sich meistens um die Menschen, die uns nahestehen, und das sind entweder die Eltern oder ein Geschwisterteil. Wenn Klienten Probleme mit ihrer Familie erwähnen, gehe ich selbst in diesen Fällen davon aus, dass ich sie in ihr eigenes früheres Leben führen und das wahre Schlüsselereignis ihrer Probleme herausfinden werde. Dann arbeiten wir damit. Meistens wird das Problem durch diesen Prozess völlig gelöst. Manchmal auch nicht. Hier setzt das Buch an.
Wie ich festgestellt habe, hat jedes einzelne Detail, das ein Klient mir während unseres Erstgesprächs erzählt, irgendeinen Bezug, auch wenn die Verbindung anfangs noch nicht deutlich wird. Sobald jemand ein Familienmitglied erwähnt, kann ich ihn gewöhnlich in ein früheres Leben zurückführen, in dem er diese Seele kannte, und ihm helfen, das Muster aufzudecken, das sich immer wieder in verschiedenen Leben abgespielt hat. Dadurch gewinnt er Einsichten und erreicht Heilung. Normalerweise stellen Klienten fest, dass ihre Seele diese Leute immer wieder in mehreren Leben auswählt, um ihnen zu helfen, Dinge zu lernen und die Weiterentwicklung der Seele voranzutreiben.
Wenn Ihre Seelenaufgabe zum Beispiel ist, zu lernen zu verzeihen, dann raten Sie mal? Dann waren ganz bestimmte Seelen so freundlich (ja, »so freundlich«!), herzukommen und gewisse unverzeihliche Dinge zu tun, damit Ihre Seele wachsen und lernen kann, ihnen trotzdem zu verzeihen. Egal ob es darum geht, das Unverzeihliche zu verzeihen oder zu lieben, ohne geliebt zu werden – es entsteht gewöhnlich eine gegensätzliche Dynamik, die für die heilende Person eine Riesenchance auf Weiterentwicklung darstellt.
Leider gehen solche Lernprozesse häufig mit schmerzhaften Erfahrungen einher, doch am Ende zahlen sie sich in puncto Wachstum aus. Sobald Klienten der Nutzen der Lernprozesse für die Weiterentwicklung ihrer Seele bewusstwird und sie verzeihen und einen höheren Sinn im Erlebten finden können, findet eine tiefgehende Heilung statt.
Das ist eine der Gemeinsamkeiten, die anscheinend alle Menschen teilen – meistens lernen wir eher durch Leid als durch Freude. Ich bin zwar nicht sicher, warum das so ist, doch es ist Tatsache. Wenn Sie sich am Strand sonnen, lernen Sie nicht so viel, als wenn Ihnen etwas wehtut. Ich wünschte, es wäre nicht so, und ich weiß, dass wir unsere Denkweise ändern könnten, doch meistens lernen wir hier auf Erden auf diese Weise. Und wer eignet sich besser dafür, uns bei den härtesten Lektionen des Lebens zu helfen, als unsere Familie?
Seelische Lehren durch unseren Familienclan
Warum ist unsere Familie so schwierig? Ich zweifle nicht daran, dass wir immer wieder mit denselben Personen sozusagen um den Block ziehen, bis wir unsere Lektionen gelernt haben, verzeihen und innerlich weiterkommen. Wir suchen uns unsere Erfahrungen aus, bevor wir in unser jetziges Leben geboren werden. Wahrscheinlich fragen Sie sich jetzt wie die meisten Leute: »Warum um alles in der Welt sollte ich mir so was aussuchen?« Gute Frage!
Wir können uns nicht mehr bewusst an all das Wissen erinnern, das wir uns in früheren Leben angeeignet haben, aber wir haben uns vor unserer Geburt ausgesucht, was wir tun werden. Diese Dinge werden zu unseren Lernprozessen und helfen unserer Seele, sich weiterzuentwickeln. Es gibt keine Zufälle. Es ergibt Sinn, dass die Menschen, die Sie zur Welt gebracht haben – Ihre Eltern – hier auf der Erde bei Ihnen sind, denn sie wissen genau, wie sie Reaktionen in Ihnen hervorrufen – das heißt, Ihnen etwas beibringen – können. Wenn Sie eine höhere Ebene erreichen und Heilung und Vergebung finden, schlagen Sie eine positive Richtung auf dem Weg der seelischen Weiterentwicklung ein.
Wenn Sie sich bewusst dazu entschließen, sich selbst zu heilen, helfen Sie dadurch nicht nur Ihren Vorfahren, sondern auch zukünftige Generationen Ihrer Familie werden davon profitieren. Würden mehr Leute auf der Erde dies kollektiv begreifen und allen Lebewesen Licht und Heilung schicken – egal, ob sie mit uns verwandt sind oder nicht –, dann könnten wir als Spezies eine ungeahnte spirituelle Evolution erreichen. Heilen Sie sich und Ihre Familie und verändern Sie dadurch die ganze Welt!
Genealogische Rückführungen
Im Abschnitt Vorstellungskraft lernen Sie unter Anleitung, wie Sie Ereignisse, die nicht Sie persönlich erlebt haben, sondern einer Ihrer Verwandten, abheilen können. Bei den Reisen lauschen Sie in gewisser Weise durch ein Zeitfenster in die Vergangenheit. Wie ein spiritueller Zeitreisender werden Sie in die Vergangenheit aufbrechen und Erlebnisse, von denen Ihre Ahnen gesunden müssen, näher untersuchen. Sie werden lernen, wie Sie Ihren Vorfahren das Licht des Verstehens schicken und Wunder in Ihrem Leben wahr werden lassen. Viele Leute, die auf solche Reisen gehen, kommen mit einem tieferen Verständnis für die vielen Herausforderungen, denen sich Menschen in früheren Zeiten stellen mussten, daraus hervor.
Die Einführung von Websites wie Ancestry.com und mehreren erschwinglichen DNS-Testdiensten, die man per Mail bestellen kann, haben die Ahnenforschung leichter und für mehr Menschen zugänglich gemacht. Daher wird sie immer beliebter. Heutzutage gibt es zahlreiche US-Fernsehprogramme über staunende Prominente, die mit einem Ahnenforscher auf die Reise gehen, um sich auf die Suche nach den Schlüsseln des Erbes ihrer Ahnen zu machen. Dabei bricht der Promigast regelmäßig in Tränen aus, wenn er Einzelheiten über die harten Schicksale erfährt, die seine Vorfahren durchmachten, damit er heute sein jetziges Leben genießen kann. Ich schaue mir diese Sendungen nur zu gern an, und gleichzeitig ist mir klar, dass die berühmten Nachfahren tatsächlich in die Vergangenheit zurückgehen und ihren Ahnen heilendes Licht bringen könnten, was sich auf jeden Einzelnen in ihrem Stammbaum auswirken würde. Das ist eine Tatsache.
Es ist ein nobles Vorhaben, seinen Ahnen und Nachfahren helfen zu wollen – ein Vorhaben, das Sie, wie ich weiß, tatsächlich umsetzen können. Für die Familie zu leben und die eigenen Vorfahren zu ehren gehörte zum Kulturerbe vieler Menschen, die vor uns gelebt haben.
Alle Zeiten heilen (Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft)
Auch wenn Rückführungen in frühere Leben und genealogische Rückführungen im Geist und nicht in der realen Welt stattfinden, findet eine starke Verwandlung statt, wenn Sie einen Vorfahren in der Vergangenheit besuchen und anderen, die Ihnen oder Ihrer Familie etwas angetan haben, Licht senden und verzeihen. Wenn Sie andererseits Personen, denen Sie oder Ihre Vorfahren wehgetan haben, um Vergebung bitten und allen Beteiligten das Licht des Mitgefühls schicken, findet eine tiefe, spürbare Heilung statt.
Es gibt nichts Schöneres, als Güte gegenüber anderen zu zeigen, indem man dies tut, auch wenn solche Handlungen im Theater des Geistes, im Reich der Fantasie anstatt in der Außenwelt stattfinden. Ich sage deshalb »Fantasie«, weil sich vieles von dem, was meine Klienten erleben, nicht im Labor beweisen lässt. Der Erfolg einer solchen Reise hängt davon ab, dass jeder Klient die persönliche Entscheidung trifft, an seine Reise zu glauben.
Wenn Sie sich entschließen, eine bessere Zukunft zu erschaffen, indem Sie davon überzeugt sind, die Vergangenheit durch die Heilung früherer Ereignisse loslassen zu können, werden Sie in einen Zustand des erweiterten Bewusstseins und stärkeren Einklangs mit unseren Mitmenschen versetzt. Dieser Zustand wird nicht nur Ihr eigenes Leben bereichern, sondern auch das Leben Ihrer Verwandten und das aller anderen Menschen, die Ihnen begegnen.
Überzeugung und erforschbare Bereiche
Was schulden wir unseren Vorfahren? Das ist eine interessante Frage. Wenn unser eigenes Leben wunderbar ist, dann könnte man sagen, wir haben ihnen all das zu verdanken. Wenn es im Leben nicht so läuft, wie wir es gehofft hatten, denken wir womöglich anders. Das Konzept der Rückführung in frühere Leben basiert darauf, dass wir, wenn wir unseren physischen Körper verlassen, mit der geistigen Welt eins werden. Danach entscheidet sich unsere Seele irgendwann zur Wiedergeburt, um noch mehr zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Wie es tatsächlich abläuft, wird wohl niemand genau wissen, bevor er an jenen wundervollen, friedlichen Ort zwischen zwei Leben geht. Ich habe zwar meine Vermutungen, wie es funktioniert, doch meine Überzeugung basiert auf meinen beschränkten menschlichen Erfahrungen.
Jede Geburt gibt uns die Chance, unser Bewusstsein zu erweitern und uns auf einer höheren Ebene der Liebe, des Friedens und der Akzeptanz mit allen Wesen zu vereinen. Um unser letztendliches Ziel zu erreichen, beschließt die Seele jedoch häufig, Hürden und Schwierigkeiten zu erleben, und kann auch Grausamkeiten gegen andere Lebewesen begehen. Jede Handlung spiegelt den Weg des Karmas wider, und keine Tat bleibt unbemerkt. Wenn wir Gutes tun, zieht das Gutes nach sich. Wenn unsere Handlungen weniger bewundernswert sind, zieht das spätere Konsequenzen nach sich, die diese Handlungen widerspiegeln. Wir ernten das, was wir säen. Eine Rückführung hilft uns, die nicht so wünschenswerten Dinge in unserem Leben zu heilen und mehr von dem, was wir wirklich wollen, zu erschaffen.
Vereiteltes Erbe und die Verantwortung für die Handlungen unserer Vorfahren
Ich kann kein Buch über genealogische Rückführung schreiben, ohne zumindest einen der berühmtesten Sätze und Vorstellungen in der Geschichte zu erwähnen: »Die Sünden unserer Väter«. Dieser patriarchalische Begriff stammt aus der Bibel und suggeriert, dass wir aufgrund der Taten unserer Vorfahren bestraft werden. Es finden sich zahlreiche Bezüge darauf, wie beispielsweise im 2. Mose 20,5, in dem es heißt: »Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen.«1
Natürlich ist das Christentum nicht die einzige Religion, die hinterfragt, ob wir für die Vergangenheit büßen oder nicht. In der Mythologie der griechischen Antike findet sich die Erzählung vom Haus von Atreus. Sie beginnt mit dem Vorhaben des Tantalus, die Götter des Olymps zu narren, indem er ihnen seinen eigenen Sohn opfert, was zu Mord und Verrat über vier Generationen hinweg führt, bevor der Fluch, der auf der Familie lastet, aufgehoben wird. Und wer könnte die berühmte Legende von Ödipus vergessen, der seinen Vater erschlagen und seine Mutter geheiratet hat? Seine Söhne setzten den Fluch fort und kämpften um die Macht über Theben. Die Vorstellung, dass wir für die Vergangenheit büßen, ist multikulturell und archetypisch.
Ist es wirklich wahr, dass wir für die Sünden unserer Ahnen bezahlen? Mir war diese Denkweise schon immer fremd. Ob Sie nun glauben, für die Taten Ihrer Ahnen zahlen zu müssen oder nicht – viele Leute sind davon überzeugt, dass sich die Taten, die ihre Vorfahren lange vor ihrer Geburt begangen haben, auf sie selbst auswirken. In Kapitel 4 begegnen wir einer solchen Klientin. Überzeugung ist das Fundament der Heilung oder Nichtheilung, je nachdem, was man glaubt. Die Vorstellung regt zum Nachdenken an, insbesondere bei einer detaillierten Diskussion über die Einflüsse, die unsere Vorfahren womöglich auf unser jetziges Leben haben.
Was ist, wenn in Bezug auf Karma – der Summe all Ihrer Handlungen in diesem Leben und allen früheren Leben – Sie nicht nur für das, was Sie als Seele persönlich getan haben, sondern auch für die Sünden und Missetaten der Menschen, die Sie sich als Ihre Familie ausgesucht haben, die Verantwortung tragen? Ich sage »ausgesucht«, weil ich seit langem überzeugt bin, dass wir unsere Eltern, Geschwister, Verwandten und selbst unsere Freunde schon vor unserer Geburt aussuchen, um gemeinsam zu wachsen und zu lernen.
Es gibt nur ganz wenige Menschen, zu denen wir im Leben eine tiefsinnige Beziehung haben und denen wir nicht schon in einem früheren Leben begegnet sind. Wenn wir uns aufregen, weil jemand uns verletzt hat, enthüllt die Rückführung in frühere Leben häufig, dass wir diese Person in einem früheren Leben schlecht behandelt haben. Wenn jedoch einer unserer Vorfahren jemandem Schaden zufügte, bedeutet das dann, dass wir auch dafür bezahlen müssen?
Der Konfuzianismus, Buddhismus und Taoismus wie auch die japanische und vietnamesische Kultur schreiben uns nicht die Strafen für die Sünden unserer Vorfahren vor. Stattdessen herrscht in verschiedenen Glaubensgemeinschaften seit Jahrtausenden der Glaube an die Pietät der Nachkommen – die Verehrung der Ahnen. Statt für das, was andere getan haben, bestraft zu werden, sollten wir uns verpflichtet fühlen, unseren Eltern, Oberhäuptern und Vorfahren gegenüber dankbar zu sein. So leben wir im Grunde in einem Dauerzustand der Dankbarkeit.
Bei einer buddhistischen Meditation, der ich vor kurzem beiwohnte, legte der Lehrmeister eine besondere Betonung auf dieses Konzept. Wir können das, was unsere Eltern für uns getan haben, zwar nie zurückzahlen, sollten den Versuch jedoch ein Leben lang aufrechterhalten, um hoffen zu können, den Zustand des Nirwanas zu erreichen. Die Vorstellung, dass wir Respekt gegenüber unseren Eltern zeigen müssen, indem wir sie umsorgen und ehren, und dass auch unsere eigenen Handlungen die Opfer unserer Vorfahren ehren, ist in Asien weit verbreitet. Die westliche Kultur könnte vom Prinzip der Fürsorge für unsere Alten profitieren. Die spirituelle Fürsorge, die wir leisten, indem wir anderen durch unsere geführte Vorstellungskraft Gebete und heilendes Licht senden – wie beispielsweise die Prozesse, die Sie im letzten Teil des Buchs selbst ausführen können –, ist eine wunderbare Methode, mit der wir unsere Eltern und andere, die uns auf unserem Weg unterstützt haben, ehren und umsorgen können.
Veranlagung kontra Erziehung
Während ich 2019 an diesem Buch schrieb, nahm ich an einer Überraschungsgeburtstagsparty für meine Tante teil. Ich genoss es sehr, mit meinen ferneren Verwandten zusammen zu sein, und mir wurde damals zu meinem Bedauern klar, dass es schon fast ein Jahrzehnt her war, seit so viele von uns gleichzeitig am selben Ort versammelt waren. Ich dachte an meine Recherchen, während ich meine Cousins und Cousinen, Onkel und Tanten beobachtete, die sich im Restaurant miteinander unterhielten. Wenn man seine Familienmitglieder betrachtet, ist es interessant zu vergleichen, wer wem ähnlich sieht und wer keinem Verwandten seiner Generation ähnelt. In diese Kategorie passe auch ich, da ich eher einer meiner Großmütter ähnlich sehe als meiner Mutter oder meinem Vater.
Während ich umherging und mit jedem ein paar Worte wechselte, fragte ich mich, wem meine einzelnen Verwandten ähnelten und warum. Ich glaube daran, dass wir vor unserer Ankunft auf der Erde auswählen, was wir hier erleben werden. Wenn das wirklich zutrifft, dann suchen wir uns nicht nur unseren Lebensweg aus, sondern auch unsere Eltern, Verwandten und Vorfahren.
Bei einer der wesentlichen philosophischen Lebensfragen geht es um die Debatte über Veranlagung kontra Erziehung. Werden wir hauptsächlich durch genetische Veranlagung geprägt, die wir von unseren leiblichen Eltern und Vorfahren geerbt haben – oder werden wir eher von unserer Umwelt geprägt? Dieses Thema wird seit Jahrhunderten heiß diskutiert, und die Wissenschaft will herausfinden, inwiefern unsere Gene uns nicht nur körperlich, sondern auch psychisch beeinflussen. Erben wir unsere Persönlichkeit von unseren Vorfahren? Wie jüngste Forschungsergebnisse zeigen, werden 50 Prozent unserer Persönlichkeitsmerkmale von unserer Genetik geprägt.2 Was ist, wenn Sie Ihre flippigen Eigenschaften tatsächlich von einem entfernten Verwandten geerbt hätten? In Anbetracht all der Mühe, die wir uns in unserem lebenslangen Streben, uns selbst besser zu verstehen und unsere eigenen Probleme aus einem früheren Leben zu überwinden, gemacht haben, könnten wir alle davon profitieren, wenn wir unseren Ahnen auch ein wenig Aufmerksamkeit schenken würden.
Wenn die These des vererbten Verhaltens richtig ist, dann muss die Seele sich bewusst dafür entscheiden, ihre eigenen früheren Leben zu heilen und zu verarbeiten, und dass ihre Familie oder Familien (wenn wir über die mütterliche und die väterliche Seite der Familie sprechen) die Menschen sind, denen unsere Seele bei den Herausforderungen ihres Lebens beistehen will, damit alle früheren Familienmitglieder kollektiv heilen können. Geboren zu werden ist also eine weitaus größere Verantwortung, als wir uns je erträumt hätten!
Ich habe selbst erlebt, dass das Leben aller deutlich verbessert werden kann, wenn wir unsere Aufmerksamkeit auf unsere weitere Familie richten, indem wir allen heilendes Licht schicken. Wir sollten jedem das Beste wünschen. Die Heilmethoden in diesem Buch lassen sich nicht nur auf Ihre Familie und Ahnen anwenden, sondern auch auf alle anderen Lebewesen, um das Leben aller Menschen zu allen Zeiten besser zu gestalten.
Gefühle sind die Verbindung zur Vergangenheit
Auch wenn wir möglicherweise Eigenschaften unserer Vorfahren geerbt haben – was wäre, wenn Sie die Emotionen Ihrer Ahnen hautnah fühlen könnten? Mittlerweile gehen Wissenschaftler davon aus, dass das möglich ist. Wie eine faszinierende Untersuchung ergeben hat, wiesen die Nachkommen von Überlebenden des Holocaust veränderte Stresshormone auf, die sie Alltagsstress langsamer überwinden lassen – aus dem einfachen Grund, weil sie über die DNS ihrer Eltern Traumata3 erbten. Wenn man darüber nachdenkt, ist es nur logisch. Wie könnte ein Mensch solche Grausamkeiten überleben, ohne auf energetischer Ebene davon geprägt zu werden?
Unabhängig davon, ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht, haben wir genetische Verbindungen zur Vergangenheit. Jede Seele, die vor uns gekommen ist, und alle Seelen, die noch kommen werden, wenn wir schon hinübergegangen sind, sind Teil unserer Zellen. Wir alle atmen dieselbe Luft. Wir denken einige derselben Gedanken, und wir machen manche der gleichen Mühen und Triumphe durch.
Wenn Sie die Vergangenheit und alle, die sich in der Vergangenheit befinden, segnen, senden Sie in Wirklichkeit diesen Segen an sich selbst. Es heißt, alles, was man über andere sagt, sagt man auch über sich selbst. Wenn Sie den Spiegel hochhalten, sich selbst lieben und Licht an alle senden, werden Sie erleben, wie sich Ihre Umwelt aufhellt, was jedem mehr Glück und Frieden bringt.
Genetische Erinnerungen und das Kollektivbewusstsein
Der Bewusstseinspionier C. G. Jung beschrieb das kollektive Unbewusste, das alle Menschen teilen – eine Art kollektiver Erfahrung, die wir gemein haben und die uns mit allen anderen verbindet, unabhängig davon, ob wir mit ihnen verwandt sind oder nicht. Viele dieser Konzepte haben mit Archetypen oder Mustern, die für uns alle leicht erkennbar sind, zu tun. Wir alle teilen zum Beispiel eine kollektive Trauer, wenn wir an die Grausamkeiten des Holocaust denken. Die Untersuchung von Überlebenden des Holocaust deutet jedoch darauf hin, dass die emotionalen Folgen dieser Tragödie durch die DNS an ihre Nachkommen weitergegeben wurden.
Auch Verhaltensmuster werden anscheinend über das Kollektivbewusstsein und DNS weitergegeben. Eine meiner Lieblingsstudien, die die tatsächliche Verbundenheit unter uns allen zeigt, ist die Untersuchung über den einhundertsten Affen. Anscheinend hatte eine Gruppe von Affen in Japan ein Problem: Sie fraßen eine bestimmte Süßkartoffel nicht, die nahe am Strand wuchs, weil die Haut bitter schmeckte. Ein Affe lernte, die Kartoffeln zu waschen, und nachdem hundert Affen durch Beobachten kollektiv gelernt hatten, dass man die Kartoffeln waschen konnte, wuschen auch die zukünftigen Affengenerationen die Kartoffeln und fraßen sie.4 Wie die Studie zeigt, findet eine Veränderung statt, wenn sich genügend Leute eine bestimmte Vorstellung oder Lebensweise aneignen.
Die metaphysische Gemeinschaft wendet dieses Beispiel als Modell an, wie wir alle unser eigenes Heilbewusstsein nutzen können, um enorme Veränderungen für das Gemeinwohl zu erreichen. Auch wenn Ken Keyesʼ populäre Studie über den einhundertsten Affen von Skeptikern angezweifelt wird, gefällt mir dieses Beispiel, da ich immer noch ein starker Verfechter der Positivität und Hoffnung bin. Wenn wir hinsichtlich dieses Themas wirklich mit allen Menschen unserer Umwelt verbunden sind, dann sind wir mit unseren eigenen Familien mindestens doppelt verbunden. Daher verdienen unsere Verwandten unsere Aufmerksamkeit und den Willen, sie zu heilen.
Was die Umwandlung unserer Verbundenheit hin zur Verbesserung für alle betrifft, so stellen die bahnbrechenden Studien von Bruce Lipton in seinem Buch Die Biologie des Glaubens eine positive Annäherung dar, indem sie darauf hindeuten, dass wir mit Hilfe unseres Geistes unsere Glaubenssysteme neu erschaffen und unsere Probleme hinsichtlich Gesundheit und persönlicher Defizite überwinden können.5
Was stimmt also? Leiden wir unter früheren Überschreitungen oder können wir den Geist nutzen, um die Geschichte neu zu gestalten? Ich glaube seit jeher an die Vorstellung, dass wir mit der Kraft des Geistes so ungefähr alles überwinden können. Der Glaube an die Transformation ist der Kern meines Lebenswerkes. Dennoch habe ich in meiner Praxis schon vieles erlebt, was mich fest davon überzeugt hat, dass unsere DNS und unsere Vorfahren einen stärkeren Einfluss auf uns haben, als wir zugeben wollen. Das Ausmaß, in dem unsere eigene Heilung auch unsere Ahnen heilen und ihnen helfen kann, ist zwar noch nicht wissenschaftlich erwiesen, aber es bewirkt trotzdem Wunder. Jedes Mal, wenn wir nach innen horchen und unsere Sicht auf die Welt ändern können, hilft das nicht nur uns selbst, sondern allen, mit denen wir im Alltag in Berührung kommen – jetzt und in Zukunft. Meine persönliche (wenn auch wissenschaftlich nicht erwiesene) Theorie ist, dass wir in unseren Geist eindringen und bewusst unsere Einstellung über alles ändern können (einschließlich unserer Familie im jetzigen Leben und unserer Vorfahren) und so einen enorm positiven energetischen Abdruck hinterlassen, der alle Zeiten – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – prägt.
Hypnotherapie und Meditation haben meinem Leben eine bessere Wendung gegeben, und ich habe erlebt, dass der simple Akt, in die tieferen Nischen des Geistes vorzudringen, und die eigene Sicht auf die Wirklichkeit positive, lebensverändernde Effekte auf alle haben können, die sich die Zeit und Mühe machen. Indem wir an einem nicht unterzukriegenden Optimismus festhalten und unsere persönliche Heilung und die Kontrolle über unsere innere Einstellung zu den Menschen, mit denen wir unser Leben teilen, übernehmen, gewinnen wir offensichtlich die Kontrolle über das, was theoretisch außerhalb unserer Kontrolle liegt. Wie ich gemerkt habe, sind innere Reisen die lohnenswerteste Tätigkeit in meinem Leben, weil die Prozesse mich spürbar glücklicher gemacht haben und mir ein Gefühl für meine eigene Seelenaufgabe vermittelt haben. Und vielen meiner Klienten geht es genauso.
Wie ich festgestellt habe, tragen die Menschen genetische Erinnerungen mit sich herum, welche die Person beeinflussen, die sie bei wachem Bewusstsein sind, und häufig lähmende Probleme verursachen, die anfangs außerhalb ihres Bewusstseins sind. Wenn das ursprüngliche Ereignis solcher Schwierigkeiten richtig identifiziert und geheilt wird, lassen sich dauerhafte Veränderungen erreichen. In diesem Wissen wollen wir uns nun einige faszinierende Vorgeschichten von Menschen ansehen, die an den fremdesten und zugleich familiärsten Orten Heilung und Hoffnung fanden: in der Vergangenheit ihrer eigenen Familie.
Teil 2: Fallstudien
Nun haben Sie die Gelegenheit, über einige der interessantesten genealogischen Rückführungen meiner Klienten zu lesen, die ich gesammelt habe. Sie reisten in frühere Ereignisse zurück, die ihre Vorfahren erlebt hatten, und schickten allen Beteiligten Licht und Heilung.
Wenn Klienten eine solche Reise antreten – wie Sie es weiter hinten im Buch selbst tun können –, kommen sie an einen Ort, an dem sie dem höheren Selbst ihrer Mutter und dem ihres Vaters begegnen und wo sie Anleitung erhalten, welche Seite ihrer Vorfahren zum Zeitpunkt der Sitzung am nötigsten Heilung braucht.
Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass ich wie in all meinen Büchern sämtliche Vorgeschichten verändert habe, um die Privatsphäre und Identität meiner Klienten zu schützen. Und nun viel Spaß beim Lesen!
Kapitel 2: Körperliche Heilung
Zu Beginn der Fallstudien möchte ich mehrere Beispiel von Klienten, die ihre eigene körperliche Heilung oder die eines Vorfahren erlebt haben, hervorheben.
Ganze Generationen von Peters Familie waren vor Hunger von Bauchschmerzen geplagt
Peter suchte mich auf, weil er seine chronischen Magenprobleme nicht mit Hilfe der traditionellen Medizin loswerden konnte. Die Ärzte untersuchten und testeten alles Mögliche, aber am Ende konnten sie nichts finden. Einige glaubten, er würde sich die Symptome einbilden, während andere dachten, er würde von extremem Stress geplagt, der sich auf seine Gesundheit schlug.
»Ich habe tief sitzende, stechende Schmerzen im Darm, aber egal, wie viele Untersuchungen ich über mich ergehen lasse – sie können nichts finden. Ich habe schon versucht, meine Ernährung zu überwachen, indem ich alles notiere, was ich zu mir nehme. Ich habe sogar Tagebuch geführt, um zu sehen, zu welcher Tageszeit die Schmerzen auftreten. Es scheint immer zur selben Zeit zu sein: Am frühen Abend. Ich achte darauf, was ich esse, und versuche, nur gesunde Nahrungsmittel und nichts zu Übersäuertes zu mir zu nehmen, aber es hilft nichts. Ich habe schon alles versucht. Langsam denke ich, dass es etwas Tieferes ist als das, was ich selber tue. Ich habe es satt und will der Sache unbedingt auf den Grund gehen, damit ich in Ruhe weiterleben kann.«
Die Rückführung in ein früheres Leben liefert häufig Antworten auf unerklärliche Symptome, für die es keine Diagnose gibt. Daher hoffte ich, unsere Session würde ihm weiterhelfen. Mich beunruhigen manche spirituelle Klienten, die auf jede medizinische Versorgung verzichten und stattdessen alternative Behandlungsmethoden vorziehen. Ich glaube seit jeher daran, dass es nichts Besseres als den ärztlichen Rat gibt, auch wenn wir alle uns manchmal am liebsten aus Gesundheitsproblemen herausmeditieren würden. Also fragte ich Peter danach und fand heraus, dass er schon alle möglichen Ärzte konsultiert hatte. Das war also nicht das Problem. Er beschrieb seine anderen Lebensbereiche und verschiedene Stressfaktoren, die die Ursache für seine Symptome sein könnten. Er arbeitete zu viel und gab es freimütig zu, doch ansonsten schien sein Leben besser zu sein als das der meisten Menschen. Ich kam zu dem Schluss, dass er tatsächlich schon alle Möglichkeiten erschöpft hatte – außer seinen früheren Leben.
»Meine Arbeit ist nicht das Problem«, beharrte er. »Zwar gehört mir die Firma, und ich weiß, dass so eine Verantwortung manche Leute sehr stresst, aber ich liebe meinen Job. Ich habe auch ein glückliches Familienleben. Es ist irgendwas anderes, das spüre ich!«
Peter wirkte wie ein ausgeglichener Mensch, der sich nicht für Rückführungen in frühere Leben interessiert hätte, wenn er eine plausiblere Antwort für sein Dilemma gefunden hätte. Er war nicht so spirituell wie viele meiner anderen Klienten. Er hatte zwar schon Bücher über Wiedergeburten gelesen, sich jedoch anfangs nie vorgestellt, dass sie irgendwas mit ihm zu tun haben könnten – bis seine Situation so unerklärlich wurde, dass ihm klar wurde: Das könnte die einzig richtige Antwort sein. Für viele Leute ist die Rückführung das letzte Mittel, und als ich Peter kennenlernte, war er an diesem Punkt angelangt.
Peter konnte ohne Schwierigkeiten in einige frühere Leben zurückgehen. Seine Seele hatte schon mehrere Kriege durchlebt, in denen er nach seinen Berichten schwer verwundet worden war. Einmal hatte er einen Stich in den Unterbauch erlitten. Ich war sicher, dass das die Ursache seiner Bauchschmerzen war, doch sein höheres Selbst bestand darauf, dass keines dieser Erlebnisse irgendwas mit seinem jetzigen Problem zu tun hatte. Dennoch schickten wir seinen früheren Wunden und Personen in diesen Leben heilendes Licht. Am Schluss versicherte er mir nochmals, dass keine Situation in einem früheren Leben etwas mit seinen Schmerzen im Unterleib zu tun hatte.
Wie die Klienten, deren Geschichten Sie in diesem Buch lesen, werden auch Sie weiter hinten Ihren Geistführer oder Schutzengel kennenlernen, wenn Sie die geführten Reisen selbst ausprobieren können.
Ich wollte, dass Peter mit einem Geistführer sprach, um von ihm hoffentlich die Antworten zu erhalten, die er alleine nicht bekam. Manchmal erscheint statt eines Engels auch ein verstorbener Verwandter. In Peters Fall erschien zu seiner Überraschung sein verstorbener Vater.
Nachdem wir Peters Leiden Heilung geschickt hatten, sprach er mit seinem Vater. So kamen wir allmählich auf seine genealogische Vergangenheit. Peter fragte seinen Vater nach etwas, was ich intuitiv für möglicherweise hilfreich hielt:
SK: Fragen Sie Ihren Vater, ob dieses Symptom Ihr eigenes ist oder ob es womöglich mit einem Vorfahren zu tun hat.
Peter: Mit einem Vorfahren.
SK: Gut. Fragen Sie Ihren Vater, ob die Ursache dieses Symptoms von einem seiner Vorfahren herrührt. Berichten Sie mir, ob er ja oder nein sagt.
Peter: (überrascht) Ja! Jetzt erinnere ich mich wieder daran, dass Dad vor seinem Tod immer über Bauchschmerzen geklagt hat. Mein Großvater ebenso.
SK: Gut. Lassen Sie sich jetzt mit Ihrem Vater in der Vergangenheit zurück zum ursprünglichen Ereignis treiben, an dem es zum Problem Ihrer Vorfahren und Verwandten wurde. Kommen Sie da jetzt an. Achten Sie auf das, was passiert. Welches Jahr haben wir?
Peter: Irgendwann Anfang des 19. Jahrhunderts auf den Philippinen, von denen meine Familie stammt. Ich sehe eine Menschengruppe, die sich um Fisch schlägt. Das Wetter und die Flut erschweren es ihnen, genug Fisch für alle zu fangen. Ich sehe einen Mann. Er ist arm, sehr mager, und er kämpft für seine Familie. Sie haben nichts zu essen.
SK: Was hat das mit den Magenschmerzen in Ihrer Familie zu tun?
Peter: Das weiß ich nicht. Hunger, nehme ich an.
SK: Ist das das ursprüngliche Ereignis, das Ihre Bauchschmerzen auslöst?
Peter: In gewisser Weise ja, aber das ist noch nicht alles.
SK: Gehen Sie im Zeitraffer bis zum bedeutendsten Ereignis, das einen Bezug zu Bauchschmerzen hat, vorwärts. Kommen Sie da jetzt an. Achten Sie darauf, was passiert.
Peter: Oje! Er wird von der hungrigen Menschenmenge angegriffen. Er klaut ein Stückchen Fisch und schafft es, den anderen zu entkommen.
SK: Was geschieht dann?
Peter: Er bringt den Fisch nach Hause und die Familie teilt ihn sich, aber er ist verdorben. Alle werden krank. Seine Kinder sterben, und er glaubt, es sei alles seine Schuld, auch wenn sie wahrscheinlich sowieso verhungert wären.
SK: Was passiert mit Ihrem Verwandten?
Peter: Ihm ist schlecht, und er hat stechende Schmerzen nahe an der Stelle, an der mir der Unterleib immer wehtut. Er stirbt ungefähr in dem Alter, in dem ich war, als meine Beschwerden anfingen.
SK: Zu welcher Tageszeit starb er?
Peter: Am frühen Abend – zur selben Zeit, in der meine Schmerzen sich melden. Bei meinem Vater war es genauso. Es ist, als würden wir seine Schmerzen spüren. Keiner von uns hatte je einen empfindlichen Magen, bevor wir so alt wurden wie er. Das Tragische ist, dass er gar nichts falsch gemacht hat. Er hat zwar versucht, seine Familie zu ernähren, aber er muss zusehen, wie der Großteil seiner Familie stirbt. Er verlässt diese Welt unter starken Schmerzen und in totaler Panik.
SK: Lassen Sie heilendes Licht von oben herabströmen und über den Mann fließen, so dass es seine Angst und Panik, seinen Hunger, die Sorgen um seine Familie und den Schmerz wegschwemmt. Spüren Sie, wie das Licht durch ihn hindurchströmt und wie es das Problem neutralisiert und heilt. Sagen Sie mir, wenn er sich besser fühlt.
Peter: (ein paar Minuten später) Ja, jetzt fühlt er sich besser.
SK: Sehr gut. Stellen Sie sich jetzt vor, wie das höhere Selbst Ihres Großvaters zu Ihnen hinaufschwebt, und wie das Licht auch durch ihn hindurchströmt und dann in das höhere Selbst Ihres Vaters fließt. Lassen Sie zu, dass das Licht beide entspannt, Schmerzen und Sorgen wegspült und beiden Ruhe und inneren Frieden bringt. Sagen Sie mir, wenn sie sich besser fühlen.
Peter: Ja.
SK: Schön. Lassen Sie jetzt zu, dass dasselbe friedliche Licht auch durch Sie strömt. Lassen Sie es direkt durch die Kopfkrone eindringen, durch den Hals und die Schultern fließen und in Ihre Arme und Hände, das Rückgrat hinunter bis in den Magen strömen. Stellen Sie sich vor, wie das Licht in jede einzelne Zelle Ihres Körpers strömt, sie heilt und entspannt, mit Frieden und Licht füllt, den Schmerz auflöst und das Problem restlos wegschwemmt. Nehmen Sie dann einen Lichtstrahl wahr, der Sie, Ihren Vater und Ihren Großvater mit Ihrem Vorfahren verbindet. Stellen Sie sich vor, wie Sie diese Verbindung zerschneiden und sich alle von diesem Schmerz befreien, im Wissen, dass Sie nicht länger die Leiden der Vergangenheit erleiden müssen.
Peter: Es fühlt sich jetzt besser an. Wir haben es aufgelöst, Gott sei Dank.
SK: Sehr gut. Gibt es noch etwas, was Sie mit Ihrem Vorfahren besprechen müssen? Oder hat er irgendetwas, was Ihnen gehört?
Peter: Nein.
Peter nahm seine Heilung selbst in die Hand und erlebte in Folge seiner Rückführung eine völlige Verwandlung – das heißt, sobald er die wahre Ursache seines Problems kannte. Ein paar Monate nach seiner Session berichtete er mir, dass diese Schmerzen nie wieder aufgetaucht waren. Er war auch sehr erleichtert, weil sein dreizehnjähriger Sohn als Erwachsener dieses Problem nicht haben würde. Peter demonstrierte, was Willenskraft und die Blutlinie erreichen können, wenn es darum geht, nicht nur Vorfahren, sondern auch zukünftige Generationen zu heilen.
Armands Überseekrankheit war seine Verbindung zu einem asiatischen Vorfahren
Armands Familie kam ursprünglich aus Spanien, doch seit früher Kindheit hegte er eine unerklärliche Faszination für alles Asiatische – Essen, Filme, Kleidung und sogar Musik. Mit Mitte dreißig bekam Armand endlich die Chance, nach China zu reisen. Er ging davon aus, dass es eine positive Erfahrung für ihn werden würde. Doch leider verlief die Reise nicht wie geplant. Er kehrte noch verwirrter als zuvor nach Hause zurück und suchte mich auf, um eine Rückführung durchzuführen.
Er sagte: »Keiner in meiner Familie versteht, was ich an China finde. Ich habe das Land immer geliebt, aber jetzt, da ich wieder zu Hause bin, weiß ich nicht mehr, was ich davon halten soll. Ich fühlte mich da drüben schrecklich elend. Ich hatte die ganze Zeit über starke Magenschmerzen. Die Schmerzen waren so schlimm, dass ich mich fast übergeben hätte. Als unsere Reisegruppe am Tian’anmen-Platz (Platz des Himmlischen Friedens) ankam, wurde mir schwindlig. Ich musste im Bus bleiben, bis es mir wieder besserging. Irgendwann stieg ich aus dem Bus und ging auf den Platz, wo etwas sehr Merkwürdiges passierte. Die ganze heutige Umgebung verschwand und ich konnte die Gebäude nicht mehr sehen. Es war so seltsam, als würde ich mitten in einem Krieg stehen. Ich konnte lautes Knallen und weinende Menschen hören. Bin ich dabei, den Verstand zu verlieren?«
Armand verlor nicht den Verstand. Tatsächlich klang sein Erlebnis ähnlich wie Schilderungen, die ich schon von Dutzenden von Leuten gehört habe. Armand erlebt etwas, was ich Supretrovie nenne: eine von außen hervorgerufene, durch Reisen ausgelöste Erinnerung an ein früheres Leben. Das Phänomen tritt recht häufig auf. Viele Menschen erinnern sich beim Reisen an ganz plastische Details aus ihren früheren Leben. All das erklärte ich ihm und sagte ihm, dass wir problemlos zu diesem Erlebnis in China, das er in seinem früheren Leben gemacht hatte, reisen und allen Beteiligten heilendes Licht schicken könnten.
Die Lösung klang zwar einfach, aber wie bei allen Fällen in diesem Buch war die Sache sehr ungewöhnlich. Armand versuchte, ein früheres Leben in China zu finden, doch es gab keines. Ich fragte ihn nach Asien im Allgemeinen, und wieder konnte er nichts finden. Das verblüffte mich. Erst kam ich zu dem Schluss, dass der sensible Armand vermutlich das Leid anderer, die früher grauenhafte Kriege in der Gegend miterlebt hatten, aufgegriffen hatte. Bestimmte Orte auf der Welt sind Hotspots für paranormale Aktivitäten und für gewisse Menschen nur schwer zu verkraften, weil wir manchmal tatsächlich die Schwingungen und Energien spüren können, die schreckliche Vorfälle vor Hunderten oder gar Tausenden von Jahren hinterlassen haben. Es ist, als gäbe es einen Resteinfluss, der wie eine Wolke über gewissen Orten hängt. Ich ging davon aus, dass genau das bei Armands Besuch in China der Fall gewesen war.
Bevor unsere Session beendet war, stellte ich ihm noch eine Frage, um zu sehen, ob es nicht doch eine Verbindung zu Asien gab. »Hat jemand aus Ihrer Familie oder einer Ihrer ferneren Verwandten jemals China erwähnt?«
»Es gibt da eine Geschichte, von der wir aber nicht sicher sind, ob sie wahr ist«, antwortete Armand. »Eine Ururgroßtante hatte möglicherweise chinesisches Blut. Ich habe mich aber nie wirklich damit befasst.«
Ich entschied, der Sache auf den Grund zu gehen:
SK: Von welcher Seite der Familie war diese Tante?
Armand: Von der Seite meiner Mutter.
SK: Gut. Wir wollen uns jetzt mit Ihrer Mutter und Ihrer Großmutter treffen. Stellen Sie sich vor, dass Sie mit ihrem höheren Selbst sprechen können, und sehen Sie, ob sie noch mehr Einzelheiten über die Tante berichten können.
Armand: Das wurde ihnen erzählt, aber sie sagen immer noch, dass sie sich nicht sicher sind.
SK: Stellen Sie sich vor, Ihr Engel, Ihre Mutter, Ihre Großmutter und Sie könnten in die Vergangenheit schweben und dort der Tante begegnen. Kommen Sie da nun an. Achten Sie darauf, was passiert.
Armand: Ja, ich sehe sie.
SK: Gut. Fragen Sie sie, ob sie einen asiatischen Vorfahren hat – ja oder nein? Achten Sie auf die erste Antwort, die Ihnen in den Sinn kommt.
Armand: Ja.
SK: Stammt sie aus China?
Armand: (zögernd) Ich möchte Ja sagen, aber es fühlt sich so an, als würde ich es mir nur einbilden.
SK: Fragen Sie Ihren Engel: War sie Chinesin? Ja oder nein? Achten Sie auf das Erste, was Ihnen in den Sinn kommt, und nehmen Sie es an.
Armand: Ja.
SK: Ausgezeichnet! Ist diese Vorfahrin die Ursache für Ihr Erlebnis in Beijing?
Armand: Ja.
SK: Gut. Welche Seite der Familie Ihrer Tante war chinesischer Abstammung?
Armand: Mütterlicherseits.
SK: Schön. Stellen Sie sich vor, Sie und Ihr Engel und Ihre Tante können zum ursprünglichen Ereignis in der Vergangenheit, mit dem das Problem begann, zurückgehen. Kommen Sie dort nun an, schweben Sie über den Ereignissen und achten Sie auf das, was passiert. Wo befinden Sie sich?
Armand: (atemlos) Am selben Platz.
SK: Gut. Welches Jahr haben wir?
Armand: Es ist im 17. Jahrhundert. Mir kommt das Wort Ming in den Sinn.
SK: Was passiert da?
Armand: Die Leute sind wütend auf die Regierung, und es gibt Kämpfe. Menschen sterben.
SK: Sehen Sie sich um und beachten Sie Ihren Vorfahren. Welche Rolle hat er dabei gespielt?
Armand: Ich sehe einen Jungen, einen Jugendlichen. Er will mitkämpfen. Seine Eltern sind wütend auf ihn, weil Gewalt ihrem Glauben widerspricht. Sie sind enttäuscht und finden, dass er die Familienehre beschmutzt, weil er sich ihren Wünschen und denen ihrer Ahnen widersetzt.
SK: Stellen Sie sich vor, dass der Junge auf der Seelenebene mit dem höheren Selbst seiner Eltern sprechen und sie für das, was er getan hat, um Verzeihung bitten kann. Sehen Sie, ob sie ihm vergeben können, und sagen Sie mir, wenn es sich besser anfühlt.
Armand: (nach einer Weile) Ja, jetzt ist es besser.
SK: Sehr gut. Gehen Sie nun zu der Schlacht zurück und lassen Sie zu, dass Ihr Engel allen Beteiligten ein heilendes Licht sendet, das die Ereignisse heilt, verändert und neutralisiert. Sagen Sie mir, wenn es sich besser anfühlt.
Armand: Ja.
SK: Sehr gut. Stellen Sie sich jetzt vor, dass Sie, Ihre Tante und Ihre Mutter in der Zeit vorwärtsschweben können, und lassen Sie zu, dass das heilende Licht durch alle Ereignisse zwischen dem Konflikt und der modernen Zeit strömt und alle Beteiligten heilt, verändert und transformiert. Kommen Sie in der heutigen Zeit an und stellen Sie sich vor, Sie können sehen, wie viel fröhlicher und strahlender Ihre Mutter ist. Erweitern Sie diese Energie auf sich selbst und fühlen Sie sich leichter.
Weiter vorne im Buch habe ich den tief verwurzelten chinesischen Kulturglauben an die Verehrung der Vorfahren erwähnt. Für Armands Heilung musste seinem Vorfahren für die Entehrung der Ahnen verziehen werden. Am Ende der Sitzung sagte Armand, er würde sich viel besser als vorher fühlen. Der Gedanke dabei ist, dass die Menschen ihren Vorfahren für alles, was sie getan haben, enormen Dank schulden. Daher brauchte es für eine Heilung die Anerkennung dieser Schuld und ihre Vergebung.
Die Vorstellung, dass ein Mensch eine Form der Supretrovie erleben könnte, verblüffte mich total. Noch mehr überraschte mich, als Armand mir später berichtete, was er nach unserer Session herausgefunden hatte. Er hatte auf einer Website Ahnenforschung betrieben und mütterlicherseits eine chinesische Blutlinie entdeckt. Ich recherchierte die Daten, die Armand mir gegeben hatte – und tatsächlich hatte Mitte des 17. Jahrhunderts eine Bauernrevolte den Untergang der Ming-Dynastie zur Folge gehabt. Wie Armand mir sagte, liebt er immer noch die chinesische Kultur, aber nun weiß er auch warum.
Brooke fürchtete sich vor der Familienkrankheit
Ein häufiger Grund für Rückführungen ist, das ursächliche Ereignis für eine Krankheit im jetzigen Leben zu finden. Oft gibt es energetische Verbindungen zu früheren Leben, die bis ins heutige Leben reichen. Wenn diese Energie aufgelöst und Reste der Krankheit aus früheren Leben geheilt werden, können selbst Menschen mit einer ernsten Diagnose ihren Frieden finden, indem sie darüber sprechen.
Die Rückführung in ein früheres Leben kann jedoch keine Krankheiten heilen. Mit alternativen Therapien lässt sich möglicherweise eine medizinische Behandlung vermeiden, doch wenn eine Diagnose wie zum Beispiel Krebs gestellt wurde, bedarf es der modernen Medizin, um sie zu heilen. Dann ist die Rückführung ein nützliches Mittel, um der kognitiven Seite des Klienten zu helfen, mit dem Geschehenen besser umzugehen und die Kraft zu finden, die Realität zu akzeptieren und die Heilung anzustreben.
Leider möchten viele meiner spirituellen Klienten den Ärzten lieber ganz aus dem Weg gehen. Wie ich festgestellt habe, ist die traditionelle Medizin mitunter notwendig, und es ist wichtig, dass die Leute das akzeptieren. Sobald die Situation unter Kontrolle gebracht worden ist, können alternative Behandlungsmethoden – wie auch Hypnotherapie – enorme Veränderungen bewirken.
Eine andere Methode, die ich bei der genealogischen Rückführung anwende, ist, meinen Klienten zu helfen, Antworten auf die Frage zu finden, wie sich eine genetisch geerbte Krankheit vermeiden lässt. Meine Klientin Brooke suchte mich aus diesem Grund auf. Sie kannte ihre Familiengeschichte und befürchtete, irgendwann dieselbe Krankheit zu bekommen, an der schon ihre Mutter und Großmutter gestorben waren.
»Ich mache mir Sorgen, weil ich nächstes Jahr vierzig werde. In diesem Alter starben meine Mutter und meine Großmutter an Krebs«, sagte Brooke.
»Haben Sie Krebs?«, fragte ich.
»Nein, aber ich mache mir trotzdem Sorgen. Meine Mutter und meine Großmutter hatten keine Symptome, und dann tauchte der Krebs ganz plötzlich auf, und bevor wir uns umsahen, waren sie tot.«
Ich forderte Brooke auf, sich mit dem höheren Selbst ihrer Mutter zu treffen. Gemeinsam reisten sie zurück in die Vergangenheit zu dem ursprünglichen Ereignis, das die Krankheit in der Familie ausgelöst hatte.
SK: Wo befinden Sie sich und welches Jahr haben wir? Was kommt Ihnen als Erstes in den Sinn?
Brooke: Die 1850er Jahre.
SK: Gut. Wo sind Sie?
Brooke: Oben im Norden, in der Nähe des Schwarzen Meers, der Gegend, aus der unsere Vorfahren kommen.
SK: Was geschieht da gerade?
Brooke: Ein Krieg. Es muss der Krimkrieg sein. Das weiß ich, weil meine Familie online recherchiert hat. Es ist schrecklich. Ich schwebe über ein Schlachtfeld. Da ist so viel Blut. Ein Mann liegt zusammengekrümmt auf dem Boden. Er stirbt einen grauenhaften Tod. (Sie weint.) Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie jemand so etwas Schreckliches durchmacht.
SK: Wer ist der Mann, den Sie sehen?
Brooke: Einer unserer Vorfahren. Ich kann es zwar nicht genau erkennen, aber er ist so etwas wie ein Großvater vor mehreren Generationen. Ich kann seine Gedanken fühlen, und er ist so traurig. Er will nicht sterben und seine Familie zurücklassen. Seine letzten Gedanken gelten seiner Frau und seinen Kindern.
Während unserer Sessions führt meist ein helfender, heilender Engel die Klienten durch die Reise. Der Engel hilft bei der Heilung, und in Brookes Fall brauchte ihr Vorfahre dringend Hilfe.
SK: Stellen Sie sich vor, dass Sie und Ihr Engel Ihrem Vorfahren jetzt heilendes Licht bringen können. Stellen Sie sich das Licht vor, während es langsam seine körperlichen Schmerzen und sein Leiden mildert. Lassen Sie zu, dass das Licht seine Angst und Sorgen um seine Familie beruhigt, und lassen Sie den Engel ihm ein tiefes Gefühl von Frieden schicken. Sagen Sie mir, wenn es sich besser anfühlt.
Brooke: Ja. Er ist jetzt gestorben, und das Licht überflutet ihn, während er die Welt hinter sich lässt.
SK: Gut gemacht. Sagen Sie mir: Ist dieser Vorfall im Krimkrieg das ursächliche Ereignis für die Krankheit, die Ihre Familie für so viele Generationen heimgesucht hat?
Brooke: Ja und nein.
SK: Stellen Sie sich vor, dass Ihr Engel Sie zu einem Ereignis führen kann, das Ihnen helfen wird, alle Antworten zu finden.
Brooke: Ich sehe die Frau meines Vorfahren. Man kann sie wohl als eine Großmutter bezeichnen. Sie hat gerade erfahren, dass ihr Mann gefallen ist. Sie lebt unter sehr harten Bedingungen – viele Kinder, kaum Nahrung – aber da ist Liebe. Sie hat ihren Mann sehr geliebt, und jetzt, da er von ihr gegangen ist, ist sie verzweifelt. Sie ist untröstlich. Sie wird von Trauer übermannt und ist wütend auf die Regierung, die das Leben der Familie zerstört hat. Irgendwie reicht sie diese Energie weiter an alle Kinder. Sie alle spüren sie und sind davon betroffen. Viele von ihnen leben nicht mehr lange weiter. Es ist tragisch. Es ist, als würde dieses Energiemuster über die Generationen immer weitergereicht werden.
SK: Lassen Sie das heilende Licht über sie und alle Verwandten zwischen den 1850ern und heute strömen, damit es diese Situation heilt und auflöst, so dass alle Familienmitglieder ruhiger und friedlicher werden. Sagen Sie mir, wenn es sich auch nur ein bisschen besser anfühlt.
Brooke: (nach einer Weile) Ja.
SK: Sehr gut. Sagen Sie mir: Warum bekommen heute die Frauen in der Familie die Krankheit und nicht die Männer?
Brooke: Unsere Familie ist nicht groß. In jeder Generation bekam nur einer Krebs. Der Bruder meiner Mutter hatte Krebs, sein Sohn auch. Die Krankheit macht keinen Unterschied zwischen den Männern und den Frauen in unserer Familie.
SK: Lassen Sie zu, dass ein heilendes Licht weiter alle Menschen durchflutet, die in dieser frühen Zeit während des Krimkriegs gelebt haben, und lassen Sie das Licht dann weiter in die Gegenwart fließen, so dass es alle Ereignisse zwischen damals und heute heilt.
Wir machten eine Seelenrückholung (ähnlich wie die, die Sie weiter hinten im Buch selbst ausprobieren können), bei der Brooke die Energie der Schlacht an ihren Vorfahren zurückgab und seitdem von den ungewollten Einflüssen befreit ist.
SK: Stellen Sie sich, während Sie sich im liebevollen Licht treiben lassen, vor, dass Sie mit Ihrem Vorfahren sprechen können, und seien Sie sich von diesem Moment an bewusst, dass Sie ihn darum bitten können, die Energie der Schlacht zurückzunehmen. Lassen Sie zu, dass er alle Schmerzen und Trauer von seiner Frau, den Kindern und allen beteiligten Familienmitgliedern entfernt. Schauen Sie zu, wie es geschieht, während alle ihm die Energie überreichen, und stellen Sie sich vor, dass er sie bereit annimmt. Sehen Sie dort auch Ihre Mutter und Großmutter – ihr höheres Selbst – und sehen Sie zu, wie sie die Energie an Ihren Vorfahren zurückgeben. Beachten Sie, dass auch ihnen nun leichter und fröhlicher ums Herz ist. Wenden Sie sich dann nach innen und sehen Sie, ob Sie mit diesen Ereignissen verbundene Energie herausziehen können. Lassen Sie sie auf den Handflächen liegen. Sagen Sie mir, ob und wann Sie etwas bemerken.
Brooke: Ja, sie ist da. Ich halte sie in den Händen.
SK: Gut. Stellen Sie sich vor, wie Ihr Vorfahre die Energie bereitwillig zurücknimmt. Sind Sie bereit? Er nimmt sie jetzt zurück. Sagen Sie mir, wenn Sie die gesamte Energie an ihn übergeben haben.
Brooke: Ja, Sie haben recht. Er nimmt sie gerne zurück. Er will helfen und fühlt sich besser im Wissen, dass wir nicht mehr seinetwegen leiden.
SK: Sehr gut. Beachten Sie, dass zwischen Ihnen beiden ein Band aus Energie besteht. Stellen Sie sich nun vor, wie Ihre Großmutter und Mutter wieder vor Ihnen schweben. Achten Sie darauf, ob Sie restliche Energie mit sich tragen, die Sie ihnen zurückgeben könnten. Ja oder nein?
Brooke: O ja.
SK: Lassen Sie die beiden jetzt die Energie der Krankheit zurücknehmen. Sagen Sie mir, wenn es sich besser anfühlt.
Brooke: Ja. Jetzt ist es besser.
SK: Stellen Sie sich vor, dass Bänder aus Licht Sie mit Ihrer Mutter, der Großmutter und allen Vorfahren verbinden – mit allen Ihrer Blutlinie, den Gesunden und denen, die am Krebs gestorben sind. Ihr Engel hat eine goldene Schere, und wenn ich bis drei gezählt habe, wird Ihr Engel die Bänder zwischen Ihnen und den anderen zerschneiden und Sie von dieser Energie befreien. Sind Sie bereit? Eins, zwei, drei, er zerschneidet jetzt die Bänder. Lassen Sie zu, dass ein heilendes Licht Sie überflutet, in jede einzelne Zelle Ihres Körpers strömt, jedes einzelne Atom heilt und wieder ins Gleichgewicht bringt. Das heilende Licht fließt in die Vergangenheit und heilt alle durch alle Zeiten hindurch, und es strömt in die zukünftigen Generationen Ihrer Familie, wo es diese Ereignisse umwandelt und heilt.
Insgesamt machte Brooke ihre Sache hervorragend; sie half, die Energie innerhalb ihrer Familie zu heilen. Daher würde ich Ihnen nur allzu gern ein strahlendes Ende dieses Falls präsentieren. Wie sich jedoch herausstellte, entwickelte Brooke dennoch eine mildere Form von Krebs. Die gute Nachricht ist, dass sie die Krankheit überlebt hat. Nach einer Chemotherapie und Bestrahlungen ging der Tumor schließlich zurück. Das Letzte, was ich von ihr gehört habe, war, dass sie immer noch ein glückliches Leben führt und sich auf ihre Zukunft konzentriert.
Hat ihre Session ihr geholfen, die Vergangenheit genügend zu ändern, um dem Tod von der Schippe zu springen? Das kann ich nicht mit Gewissheit sagen. Heilung hat viele Facetten, und man kann nie sagen, welcher der vielen Schritte, die man unternimmt, letztendlich die Lösung ist. Die Seele ist so komplex, dass nach meiner absoluten Überzeugung eine Kombination von mehreren verschiedenen Dingen in solchen Fällen zum Erfolg führt. In dieser Zeit eine positive Einstellung zu behalten ist jedoch ganz wichtig. Wie man über etwas denkt und dass man den Glauben und die Hoffnung nicht verliert, kann den Unterschied machen. Brooke wirkte bei unserer Begegnung so positiv, und dank ihres Optimismus, ihrer ärztlichen Behandlungen und dem Glauben an ihr Überleben machte sie tapfer weiter. Das Leben wirft uns allen Steine in den Weg, und Brookes Beispiel hat gezeigt, dass man so ziemlich alles überwinden und im Leben weiterkommen kann.
Tracys Migräne bestätigten die Aufgabe ihrer Seele
Tracy kam während einer philosophischen Lebenskrise zu mir. Sie hatte über zwanzig Jahre als Krankenschwester in der Notaufnahme gearbeitet, und obwohl sie ihren Beruf liebte und wusste, dass sie dafür eine Gabe hatte, raubte ihr die ständige Gewalt, die sie in ihrem Job miterlebte, jede Illusion. Gelegentlich litt sie unter Migräne, deren Ursache für ihre Ärzte der extreme Stress war, dem sie ausgeliefert war. Ihre Kollegen rieten ihr zu spirituellen Beschäftigungen, wie beispielsweise Meditation und Yoga, um die beruflich bedingten Beschwerden loszuwerden, bevor sie noch eine Krankheit oder einen Burn-out entwickelte und ihre Arbeit aufgeben müsste. Daher hatte sie Reiki-Heilunterricht genommen und eine neue Meditationstechnik aufgegriffen. Als Teil ihrer Seelenforschung befasste sie sich mit der Rückführung in frühere Leben in der Hoffnung, zu einer Entscheidung zu kommen, ob sie ihre Stelle kündigen und sich eine friedlichere Arbeit suchen sollte.
»Ich mag nicht zusehen, wie andere sich gegenseitig verletzen«, sagte sie. »Heutzutage gibt es so vieles, was uns das Leben leichter macht, dass es keine Entschuldigung für all die Gewalt mehr gibt. Ich bin zwar gut in meinem Job, aber manchmal frage ich mich nach all den Jahren, ob ich nicht doch lieber etwas anderes tun sollte.«
In Tracys Familie hatte es mütterlicherseits viele Krankenschwestern gegeben. Der Beruf steckte ihr sozusagen im Blut. Nachdem sie ihre früheren Leben erforscht hatte, führte ich Tracy in einen Raum, in dem wir mit ihrer Mutter sprachen, die sie mit zu einem blutigen Schlachtfeld während des amerikanischen Bürgerkriegs nahm:
SK: Gehen Sie jetzt mit Ihrer Mutter zu einem ganz frühen Zeitpunkt in Ihrer Familiengeschichte zurück, der für Ihr höchstes Seelenheil am wichtigsten ist. Wo befinden Sie sich und was passiert dort gerade? Wen können Sie sehen?
Tracy: Ich sehe eine Frau in einem langen Kleid. Sie kniet sich hin und kümmert sich um Verwundete. Sie versucht, die Ruhe zu bewahren, aber die Situation ist schrecklich! Sie geht von einem zum anderen und versucht verzweifelt, sie vor dem Verbluten zu bewahren. Sie bemüht sich, konzentriert zu arbeiten und nicht in Panik zu verfallen, obwohl sie sich mitten im Chaos befindet. Jetzt weint sie, weil sie kaum jemanden retten kann. Ihr Kopf pocht wie wild. Sie fühlt sich hoffnungslos.
SK: Wer ist sie?
Tracy: Eine Urururgroßmutter.
SK: Ist sie Krankenschwester?
Tracy: Nicht von Beruf, aber sie hilft in der Not aus.
SK: Um welchen Krieg handelt es sich?
Tracy: Um den Bürgerkrieg. Das ergibt sogar Sinn. Die Sendungen im Fernsehen über den Bürgerkrieg haben mich schon immer fasziniert.
SK: Gehen Sie nun in der Situation weiter und achten Sie darauf, was als Nächstes geschieht.
Tracy: Sie hat Angst und fühlt sich völlig überwältigt. Alles ist so düster. Die Luft ist von den Kanonenschüssen total verraucht! Der Himmel ist ganz dunkel. Aber sie ist fest entschlossen, nicht aufzugeben. Sie muss den Verwundeten helfen und hört damit nicht auf. Sie wird immer weitermachen, selbst wenn sie dabei ihr Leben lässt, und sie hat keine Zeit, sich über irgendwas Gedanken zu machen, außer dem, was sie gerade tut.
SK: Spulen Sie nun vorwärts zum nächsten wichtigen Ereignis. Kommen Sie dort an und achten Sie darauf, was passiert.
Tracy: Am nächsten Tag ist die Schlacht vorbei. Es wird wieder hell. Überall liegen Leichen herum. Es ist grauenhaft. Sie weint. Sie hat – wie alle – mehrere Angehörige im Krieg verloren. Sie legt sich die Hand auf den Bauch. Sie ist schwanger. Jetzt, da der Krieg vorbei ist, denkt sie wieder an ihre Zukunft. Sie will für ihr Kind weiterleben, aber wäre sie nicht schwanger, dann wäre sie jetzt lieber tot.
SK: Stellen Sie sich vor, dass Ihr Engel ihr ein heilendes, liebevolles Licht schickt, und lassen Sie zu, dass das Licht alle Menschen in der Schlacht überflutet, alle, die sie überlebt haben, und alle, die gefallen sind. Sagen Sie mir, wenn es sich ein wenig friedlicher oder wenigstens neutraler anfühlt.
Tracy: Ja, jetzt ist es ein bisschen besser.
SK: Sehr gut. Wie hat sich die Erfahrung Ihrer Vorfahrin seit diesen Ereignissen auf Ihre Familienmitglieder ausgewirkt?
Tracy: Wir sind alle Krankenschwestern geworden oder im Gesundheitswesen tätig. Meine Mutter, meine Großmutter. Ich weiß nicht genau, was mit ihren Vorfahren war, aber dieses Erlebnis macht mich doch nachdenklich. Ich muss da noch weiter recherchieren. Unsere Familie hat ein Motto: Anderen zu helfen ist das Nobelste, was du im Leben tun kannst.
SK: Welchen Bezug haben diese Ereignisse zu Ihrem gegenwärtigen Stress und den Migräneattacken?
Tracy: Manchmal verliere ich den Mut, vor allem, wenn ich an Feiertagen arbeiten muss. Dann gibt es immer so viele Patienten mit Schuss- oder Stichwunden oder Opfer anderer überflüssiger Gewaltakte unserer modernen Gesellschaft. Ich wünschte, es wäre anders. Jetzt wird mir klar, dass meine Urururgroßmutter mit genau demselben konfrontiert wurde – wenn auch noch schlimmer. Wir wollen Veränderung, und danach sollten wir streben und um Frieden beten, aber in der Zwischenzeit müssen wir einander helfen, egal wie schlimm die Situation auch sein mag.
SK: Inwiefern beeinflusst dieses Wissen Ihre Entscheidung, wie Sie den Rest Ihres Berufslebens verbringen wollen?
Tracy: Ich bin für diesen Beruf gemacht. Ich kann ja als Unterstützung immer meine Reiki-Technik in die Notaufnahme mitbringen. Seit ich mit dem Meditieren angefangen habe, hatte ich keine Migräne mehr. Also weiß ich, dass ich sie unter Kontrolle bekommen kann, wenn ich es will, aber wenn ich sehe wie schwer meine Ahnin gearbeitet hat (sie weint) und wie sie gegen noch viel schlimmere Zustände angekämpft hat als die, an die ich gewöhnt bin, zeigt mir das, wie sinnvoll meine Arbeit ist, und ich weiß, dass sie die Leute nie im Stich gelassen hätte. Ich habe eine Gabe und werde glücklicher sein, wenn ich sie nutzen und meine Heilarbeit anwenden kann, um den Menschen auf einer tieferen Ebene als der rein medizinischen zu helfen.
SK: Lassen Sie zu, dass ein heilendes Licht alle Ereignisse zwischen dem Bürgerkrieg und heute überflutet und alle Familienmitglieder sowie alle anderen auf dem Schlachtfeld verwandelt. Lassen Sie zu, dass das Licht auch alle Ereignisse zwischen damals und heute heilt. Sagen Sie mir, wenn es sich besser anfühlt.
Tracy: Nachdem die Lichtstrahlen auf alle Beteiligten fielen, waren sie glücklicher, als wir den Ort wieder verlassen haben. Die Energie ist jetzt eine bessere.
Bis heute übt Tracy ihren Beruf als Krankenschwester aus, und ich weiß, dass wir alle davon profitieren. Manchmal hilft eine Rückführung, unsere Lebensfragen zu klären und uns daran zu erinnern, dass wir tatsächlich auf dem richtigen Weg sind.
Ein Schockerlebnis half Cliff, Nähe zu seinem Großvater aufzubauen
Cliff war ein erfolgreicher Banker und Geschäftsmann, der nach einem kürzlichen Schock über seinen Gesundheitszustand Klarheit über sein Leben fand. Er dachte daran, früher in den Ruhestand zu gehen, und wollte wissen, was er nach dem Aufgeben seiner lukrativen Karriere, der er über dreißig Jahre lang sein Leben gewidmet hatte, noch anfangen könnte.
»Ich hatte vor kurzem während der Arbeit ein Schockerlebnis«, erklärte Cliff. »Es ist nichts Ernstes passiert, aber ich bekam mehrere Herzuntersuchungen. Wir haben seit langem Herzkranke in der Familie, und auch wenn mein Arzt sagte, dass derzeit alles in Ordnung zu sein scheint, brachte es mich zum Nachdenken. Vielleicht sollte ich ja doch etwas kürzertreten. Das Problem dabei ist: Ich habe keine Ahnung, wie ich das bewerkstelligen soll. Wenn ich noch ein paar Jahre weiterarbeite und erst später in Rente gehe, kann ich noch mehr in meinem Beruf erreichen. Ich habe zwar schon viel erreicht, aber es bleibt immer das nagende Gefühl, dass hinter der nächsten Ecke noch mehr, noch etwas Größeres, Besseres auf mich wartet. Es ist, als könnte ich nie genug bekommen. Ich will mich aber auch nicht zu Tode arbeiten. Wir brauchen das Geld nicht. Ich bin zwar längst erfolgreich, aber teilweise ist der Grund, warum ich nicht loslassen kann, in meiner Kindheit zu finden. Wir hatten damals kein Geld. Wir wuchsen arm auf, aber meine Eltern haben uns Kindern eine eiserne Arbeitsmoral mit auf den Weg gegeben, und das ist der Grund, weshalb ich das alles heute erreicht habe.
Zu der Zeit, in der meine Eltern aufwuchsen, ging man abends nicht nach Hause und machte Feierabend, so wie heute. Man hat sein ganzes Leben bis zum Tod gearbeitet. Aber meine Frau will reisen, und wenn wir es nicht jetzt tun, werden wir zu alt sein, um es noch genießen zu können – oder noch schlimmer: nicht mehr gesund genug sein. Man kann nicht planen, was in der Zukunft sein wird, aber wenn ich aus der Firma ausscheide, brauche ich dafür meinen Seelenfrieden.«
Während unserer Session suchte Cliff ein früheres Leben vor vielen Jahrhunderten auf:
SK: Was erleben Sie?
Cliff: Ich bin in Indien. Ich bin in der Ära von Alexander dem Großen beim Militär. Ich bin ein hoher Offizier; mein Rang entspricht ungefähr dem eines heutigen Generals. Ich bekomme Respekt und habe den Befehl über Hunderte von Soldaten, die in einer Schlacht kämpfen.
SK: Welchen Bezug hat Ihr Leben zu Zeiten von Alexander dem Großen zu Ihrem jetzigen Leben?
Cliff: Business ist ein Kampf. Ich habe immer getan, was ich musste, um erfolgreich zu sein, nur dass in meinem jetzigen Leben dafür niemand getötet wurde. Manchmal muss man anderen aber auf die Zehen treten, um im Leben weiterzukommen.
SK: Gehen Sie zu einem früheren Zeitpunkt im Leben des Generals zurück, zu einem wichtigen Ereignis, das Ihnen noch mehr Einsichten in Ihre Seelenreise vermittelt. Kommen Sie da jetzt an. Wo befinden Sie sich?
Cliff: Ich sehe eine enge Hütte voller Kinder. Es gibt kaum Geld oder was zu essen. Ähnlich wie in meiner jüngsten Kindheit. Es zeigt mir nur, dass der Startpunkt im Leben egal ist. Mit Willenskraft kann man Großes erreichen.
SK: Spulen Sie nun bis zum Todestag des Offiziers vor. Achten Sie darauf, wie er in die geistige Welt übergeht; tun Sie es jetzt. Schweben Sie in den friedlichen Raum zwischen den Leben. Was haben Sie dort herausgefunden?
Cliff: Kurze Zeit später bin ich in einer Schlacht gefallen – aber für was? Wir nahmen jedes mögliche Gebiet ein, und wir wurden auf eine besonders harte Auslandsmission nach Indien geschickt.
Cliff benutzte einen modernen Begriff für sein Dilemma in der fernen Vergangenheit. Bei einer Hardship Tour werden die Soldaten auf extrem schwierige Missionen geschickt und bekommen dafür Extrasold.
Cliff: Die Männer waren wütend, und ich hätte den Kurs gern geändert, aber ich konnte mich nicht meinem Befehl widersetzen und der Mission den Rücken kehren. Wenn man bei einem Militäreinsatz seine Pflicht nicht erfüllt, kann man gleich sein eigenes Todesurteil unterschreiben.
SK: Was haben Sie gelernt und wie können Sie es auf Ihr jetziges Leben anwenden?
Cliff: Im damaligen Leben konnte ich nicht weggehen. Jetzt habe ich die Wahl. Ich sollte etwas unternehmen, bevor ich in einer Schlacht, die ich nicht gewinnen kann, vom Stress umgebracht werde. Ich will mehr vom Leben als nur Arbeit. Was allein zählt, sind Liebe und Familie. Es gibt keinen lebensnotwendigen Grund, jetzt nicht aufzuhören, wo es mir gutgeht und es da draußen eine ganze Welt zu erkunden gibt.
Cliffs Seele verbrachte ihr Leben mit harter Arbeit und zahlte letztendlich den Preis dafür. Auch wenn es so schien, als hätte Cliff Antworten auf die Frage, ob er sich demnächst zur Ruhe setzen sollte, gefunden, spürte ich, dass es noch mehr gab, was er herausfinden musste. Aber was war das?
Vor Beginn unserer Session hatte Cliff kurz erwähnt, dass seine Mutter ein Jahr davor verstorben war. Als wir mit seiner Reise in das frühere Leben fertig waren, führte ich ihn an einen Ort, an dem er ihrem höheren Selbst begegnen konnte, um alles Unausgesprochene zu klären. Einen ähnlichen Prozess können Sie weiter hinten im Buch selbst durchführen. Die Seele seiner Mutter hatte ihm viel zu sagen und wollte ihm auch etwas zeigen. Cliff ging in die Zeit der Vorfahren seiner Mutter zurück und fand etwas Unerwartetes heraus:
SK: Wo sind Sie jetzt und welches Jahr haben wir?
Cliff: Ich bin in Irland, dem Land, aus dem meine Familie vor mehreren Generationen gekommen ist. Das genaue Datum kenne ich nicht.
SK: Was geschieht da gerade?
Cliff: Mein Ururgroßvater ist da. Er ist noch recht jung und hat ein Mädchen geschwängert. Er hat seine und ihre Familie entehrt. Das Mädchen wird aus der Gesellschaft ausgestoßen, und er darf sie nie wiedersehen. Was geschehen ist, ist schon schlimm genug, aber dazu kommt, dass sie aus einer tieferen Schicht kommt als er. Wie aus einer niedrigeren Kaste. Seine Familie sagt, sie sei nicht gut genug für ihn. Mein Vorfahre trägt sein Leben lang an dieser Schuld und an dem Glauben, er sei nicht gut genug. Er fühlt sich beschmutzt, obwohl sie über das Mädchen gesprochen haben. Die Familie hat sie verschwinden lassen. Er hat sie jedoch geliebt, und auch wenn er ohne sie weitergelebt hat, ist er nie ganz darüber hinweggekommen.
SK: Was für einen Bezug zu Ihrem jetzigen Leben gibt es?
Cliff: (zögernd, räuspert sich) Na ja, außer meiner Frau habe ich es nie jemandem erzählt. Meine Freundin an der Highschool wurde schwanger von mir, und auch sie wurde von ihrem Vater in ein Heim geschickt. Er hat mir verboten, jemals wieder Kontakt zu ihr aufzunehmen. Das Kind habe ich auch nie gesehen, und ich habe nie herausgefunden, was aus ihnen geworden ist, aber ich habe mich das immer gefragt. Es ist ein komisches Gefühl, zu wissen, dass einer meiner Vorfahren in genau derselben Situation war.
SK: Bringen Sie Ihrem Vorfahren heilendes Licht und lassen Sie zu, dass das Licht Ihre ganze Familie überschwemmt, bis das Licht Sie alle mit Liebe und Frieden ausfüllt. Sagen Sie mir, wenn es sich besser anfühlt.
Cliff: (nach einer Weile) Ja.
SK: Hilft Ihnen dieses Wissen über Ihren Vorfahren in Ihrer jetzigen Situation?
Cliff: Doch, ja. Ich glaube, daher kommt meine Unentschlossenheit. Als ich sah, wie er sich wegen der Geschehnisse fühlte, wurde mir klar, dass ich bei dem, was mir passiert ist, dasselbe empfunden habe, nur habe ich es nie jemandem erzählt. Es ist so, als wollte ich diese Gedanken nicht zugeben.
Mehrere Jahre lang hörte ich nichts mehr von Cliff. Doch dann begegnete ich ihm zufällig auf einem Event, wo er mir Erstaunliches berichtete. Cliff war früh in Rente gegangen und genoss die Zeit, die er nun mit seiner Frau verbringen konnte. Wie er mir erzählte, hatten er und seine Frau keine Kinder. Sie wusste jedoch von dem Kind, dessen Vater er als Jugendlicher geworden war. Manchmal neckte sie ihn damit, dass sein Kind ihn eines Tages finden würde, und zu seiner Überraschung geschah genau das. Cliff hatte einen Sohn, der Mitte fünfzig war und beschlossen hatte, auf einer Website, auf der man Ahnenforschung betreiben kann, nach seinen leiblichen Eltern zu suchen.
Obwohl die Situation gewöhnungsbedürftig war, berichtete Cliff, dass alle glücklich darüber waren. Seine Frau und er hatten plötzlich Enkelkinder und eine neue, erweiterte Familie. Seine Entscheidung, früh in Rente zu gehen, bedeutete, dass er nun mehr Zeit für seine neue Familie hatte, und die Erfahrung, seinen Sohn kennenzulernen, hatte das Leben der Eheleute bereichert. Ein glückliches Ende, das letztendlich die Wogen des Schicksals glättete. Cliffs Ururgroßvater hätte sich sicher gefreut.
Sein schwaches Selbstwertgefühl bescherte Kay ein Magengeschwür
Äußerlich wirkte Kay, als hätte sie alles, was man sich nur wünschen kann: einen guten Job, Selbstbewusstsein und eine nette Familie. Doch in ihrem Inneren sah es ganz anders aus.
»Ich habe Probleme mit meinem Selbstwertgefühl«, gab sie zu. »Mir ist zu wichtig, was andere über mich denken, und das macht mich unglücklich. Ich nehme seit Jahren Antidepressiva, und oft bin ich von einer dicken Nebelwolke der Traurigkeit umgeben, die immer dunkler wird, je mehr ich so tun muss, als sei ich glücklich. Mittlerweile ist es so schlimm, dass ich ein Magengeschwür habe. Ich weiß zwar, dass mein Körper sich selbst heilen kann, aber das kann er erst, wenn ich meine Gedanken und das, was in meinem Inneren brodelt, ändere. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch: Ich bin dankbar für alles, was ich habe, und mir ist klar, dass ich gesegnet bin – was alles nur noch schlimmer macht. Ich weiß, dass ich nicht so empfinden dürfte, aber ständig hängt diese dicke Nebelwolke über mir – wie etwas, was über mein eigenes Leben hinausgeht. Eigentlich müsste ich glücklich sein, aber ich finde aus der Misere einfach nicht mehr heraus. Und deswegen möchte ich eine Rückführung versuchen, um zu sehen, ob es etwas in meiner Vergangenheit gibt, was geklärt werden muss.«
Liebe ist das einzige Reale auf der Welt, aber als Menschen zeigen wir häufig das Gegenteil von Liebe, und das kommt entweder in Form von Traurigkeit oder Wut zum Ausdruck. Kay war zwar eine ganz liebe Person und kein bisschen wütend, doch unterschwellig strahlte sie Trauer aus, die andere wohl nicht spürten. Während unseres Gesprächs schimmerte sie jedoch durch. Rückführung ist die perfekte Methode, um zur Wurzel eines solchen Dilemmas vorzudringen und einen helleren Weg zu erschaffen. In Hypnose versuchte Kay, Zugang zu ihren eigenen früheren Leben zu bekommen, um das ursächliche Ereignis zu finden. Doch stattdessen stieß sie auf etwas ganz anderes:
SK: Wo und in welchem Jahr befinden Sie sich?
Kay: Amerika, im Jahr 1835.
SK: Sind Sie ein Mann oder eine Frau?
Kay: (hält einen Augenblick inne) Ich bin nicht da. Ich sehe jemand anderen.
SK: Wen?
Kay: Eine Frau, ungefähr Mitte zwanzig.
SK: Welche Verbindung hat sie zu Ihnen?
Kay: Ich bin mir nicht sicher.
Wenn bei Klienten manchmal andere Erinnerungen als die, zu denen ich ihnen Zugang verschaffen will, auftauchen, erkunden wir trotzdem diesen Weg, weil alles, was in einer Session an die Oberfläche kommt, einen Grund hat.
SK: Okay. Was passiert gerade mit der Frau, die Mitte zwanzig ist?
Kay: Sie sitzt in einem Zugabteil und ist extrem traurig. Ihre Eltern sind tot, und sie ist gezwungen, einen viel älteren Mann zu heiraten. Sie ist durch die Ehe zwar zu Wohlstand gekommen und hat vier Kinder, aber sie schämt sich ihr Leben lang. Sie fühlt sich beschmutzt, in die Ehe gezwungen, um zu überleben. Hätte sie nicht geheiratet, dann wäre es ihr schlecht ergangen, und deswegen sollte sie eigentlich froh sein, aber das ist sie nicht. Ihre Beschämung wurde an die Kinder weitergereicht.
SK: Und diese Frau waren nicht Sie?
Kay: Nein. Das bin nicht ich. Ich fühle, es ist eine Verwandte von mir.
SK: Von welcher Seite der Familie?
Kay: Von meiner Mutter. Eindeutig von ihrer Seite.
SK: Warum taucht das jetzt auf?
Kay: Mein Gefühl, nicht glücklich zu sein, scheint irgendeinen Bezug zu ihr zu haben, so als hätte sie das Gefühl weitergegeben. Es war ihr wichtig, was die Leute über sie dachten, und das hat an ihr genagt. Und jetzt geht es mir genauso.
SK: Stellen Sie sich vor, Sie hätten ein energetisches Band, das aus Ihrem Sonnengeflecht kommt und Sie beide miteinander verbindet. Lassen Sie Ihren Engel dieses Band jetzt durchschneiden. Ihr Engel schickt Ihnen beiden und allen Mitgliedern Ihrer Familie heilendes Licht. Das Licht strömt in Ihren Bauch hinein und löst alle Anspannungen auf, und es heilt auch Ihre Mutter. Spüren Sie, wie das Licht heilt und die Schamgefühle auflöst, und sagen Sie mir, wenn es sich besser anfühlt.
Kay: Ja, es ist schon besser.
SK: Ist es in Ordnung, die Energie jetzt loszulassen?
Kay: Ja.
Nachdem Kay das Band zerschnitten hatte und das heilende Licht die Situation beruhigt hatte, musste ich die wichtigste Frage von allen stellen.
SK: Ist die Situation im 19. Jahrhundert das Ereignis, das die Probleme in Ihrem jetzigen Leben verursacht?
Kay: Nein.
SK: Stellen Sie sich vor, Sie und Ihr Engel könnten jetzt noch weiter in die Vergangenheit zurückreisen, bis Sie bei der wahren Ursache dieser Probleme angelangt sind. Kommen Sie da nun an. Achten Sie darauf, was vor sich geht. Wo befinden Sie sich?
Kay: In Schottland.
SK: Gut. Welches Jahr haben wir?
Kay: Das 14. Jahrhundert.
SK: Sehr gut. Was geht im 14. Jahrhundert in Schottland vor?
Kay: Vielleicht bilde ich es mir nur ein, aber ich sehe einen jungen Mann, der in einer brutalen Armee kämpft.
SK: Welchen Bezug hat die Situation zu Ihnen?
Kay: Ich fühle, dass er ein Vorfahre ist. Vielleicht fantasiere ich auch bloß. Ich weiß, dass meine Mutter unsere Ahnentafel recherchiert hat, und sie kamen alle aus Schottland.
Meine Klienten äußern oft die Befürchtung, die Reise würde nur ihrer Fantasie entspringen. Ich versuche, die Menschen durch diese Gedanken hindurchzuführen, weil Bilder nie grundlos hochsteigen und der Schlüssel zur Heilung sein können. Denken Sie daran, woher unsere Träume kommen. Auch sie sind häufig surreal, doch alle Vorstellungen unseres Geistes haben einen Grund und sollten ernstgenommen werden.
SK: Ich kann verstehen, dass es sich so anfühlt, als würden Sie es sich nur einbilden. Das ist völlig in Ordnung. Stellen Sie sich vor, Sie könnten trotzdem in die Situation hineingehen. Was geschieht dort?
Kay: Es herrscht Tod und Verwüstung. Er hat hart gekämpft, aber er konnte seine Familie nicht retten.
SK: In welcher Hinsicht wirkt sich dieses Geschehen auf Sie heute aus?
Kay: Der Schlüssel ist das Gefühl, versagt zu haben. Diese Energie wurde über die Generationen weitergegeben und hat sich bei jedem in unserer Familie auf unterschiedliche Weise gezeigt. Meine Mutter kämpfte ständig gegen ihr schwaches Selbstbewusstsein an und fühlte sich geistig unterlegen. Das hat sie an ihre Kinder weitergegeben. Erfolglos zu kämpfen ist auch ein Thema. Uns fällt nie was in den Schoß. Wir kämpfen ständig um dies oder das.
SK: Stellen Sie sich vor, Sie könnten zum höheren Selbst Ihres Vorfahren sprechen. Schicken Sie ihm heilendes Licht und fragen Sie ihn, was er braucht, um sich besser zu fühlen und die Situation loszulassen.
Kay: Er will, dass die Familie ihm verzeiht. Er glaubt, er sei für ihren Tod genauso verantwortlich, als hätte er sie selbst getötet.
SK: Können Sie ihm sagen, dass das nicht wahr ist? Dass er sein Bestes gegeben hat und ihn keine Schuld trifft?
Kay: (einen Augenblick später) Gut. Ich habe es ihm gesagt.
SK: Fühlt er sich jetzt ein bisschen besser?
Kay: Ja, aber er will immer noch die Absolution für das, was er für seine Sünden hält. Er entschuldigt sich immer wieder und will nicht, dass sein Versagen die Familie immer noch beeinträchtigt.
SK: Können Sie ihm noch einmal sagen, dass ihm verziehen wurde?
Kay: Ja.
SK: Und kann er es akzeptieren?
Kay: Ja.
SK: Gut, dann senden Sie jetzt ein strahlendes weißes Licht, das das Schlachtfeld einhüllt und das Leid dieser Ereignisse wegwäscht. Sehen Sie, wie sich Ihr Vorfahre erhebt; er ist von der Last befreit, und sagen Sie mir, wenn es sich besser anfühlt. Lassen Sie ein wunderschön helles Licht auf die Ereignisse fließen und alle Beteiligten heilen. Erweitern Sie die Heilung auf alle Vorfahren aus dieser Zeit bis zu Ihrer heutigen Familie. Stellen Sie sich vor, dass jedes Ereignis zwischen damals und heute im Licht der Vergebung vollkommen ins Gleichgewicht gebracht wird. Sagen Sie mir, wenn es sich besser anfühlt.
Kay: (ein paar Minuten später) Gut, jetzt geht es ihm besser, und auch allen anderen scheint es besserzugehen.
Während dieser Session begab sich Kay nicht in ihre eigenen früheren Leben. Die Klienten suchen immer den Ort auf, an den sie gehen müssen, um zu heilen. Zum Glück weist uns unser höheres Selbst gekonnt die richtige Richtung. Ich habe zwar nie wieder etwas von Kay gehört, aber ich hoffe, dadurch, dass sie die Verbindung zu ihren Vorfahren aufnahm und die Ursache ihrer Selbstwertprobleme erkannte, konnte sie mit gestärktem Selbstbewusstsein im Leben weitergehen und glücklich werden.
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