Kitabı oku: «Persönliche Verwicklung»

Yazı tipi:

Silvia Violet

Persönliche Verwicklung
Thorne & Dash Band 2

Aus dem Englischen von Mia Rusch

Impressum

© dead soft verlag, Mettingen 2021

http://www.deadsoft.de

© the author

Titel der Originalausgabe: Personal Entanglement – Thorne & Dash 2

Übersetzung: Mia Rusch

Cover: Irene Repp

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Bildrechte:

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© Dean Drobot – shutterstock.com

1. Auflage

ISBN 978-3-96089-442-1

ISBN 978-3-96089-443-8 (epub)

Inhalt:

Einige Monate ist es her, dass Thorne Riley als Eskort buchte. Beide verliebten sich ineinander und so wurde aus dem professionellen Verhältnis eine Beziehung. Aber guter Sex allein kann nicht alle Probleme lösen, die sich ihnen in den Weg stellen.

Thorne überredet Riley bei ihm einzuziehen, doch ihre Unterschiede in Alter und Einkommen bringen einige Schwierigkeiten mit sich.

Dazu kommt, dass die Kochschule für Riley eine Enttäuschung ist und er darauf hinarbeitet, sein eigenes Geschäft zu eröffnen. Doch möglichst ohne Thornes Hilfe, denn genau das fühlt sich für Riley an, als würde er die Kontrolle über sein Leben verlieren.

Werden sie es schaffen, eine Balance zu finden zwischen persönlicher Verwicklung und Unabhängigkeit?

KAPITEL EINS

Thorne hielt Rileys Handgelenke mit eisernem Griff fest und drückte ihn auf die Matratze. »Gefällt dir das? Magst du es, wenn wir die Rollen tauschen? Wenn ich dich von hinten nehme?«

»Ja!« Riley zappelte, versuchte die Hüften zu bewegen, um Thorne tiefer in sich aufzunehmen.

Doch Thorne rührte sich nicht und blieb, wo er war; sein Schwanz nur halb in Riley. Er wusste, dass es Riley in den Wahnsinn trieb, wenn er sich zurückhielt.

»Warum tust du mir das an?«, jammerte Riley.

Thorne biss sich auf die Unterlippe und konzentrierte sich darauf, Riley nicht zu ficken. Er hatte sich fest vorgenommen, Riley zu nichts zu drängen. Immerhin war er nun sein … Ja, was eigentlich? Freund? Partner? Liebhaber? Jedenfalls hatte Thorne bisher wirklich versucht, sich an seine guten Vorsätze zu halten. Er hatte Riley nicht gebeten, endlich bei ihm einzuziehen. Nein, er hatte geduldig gewartet. Bis Riley selbst erkannt hatte, wie schön es wäre, wenn sie jede Nacht miteinander verbringen könnten. Thorne ging das alles viel zu langsam. Er wollte endlich seinen Willen durchsetzen.

Kurz bevor sie ins Bett gefallen waren, immer noch halb mit Schlagsahne bedeckt, die eigentlich für Rileys Erdbeerkuchen gedacht war, hatte Riley gesagt, dass er nach Hause wollte. Er musste morgen früh raus und von zu Hause aus hatte er bessere Zugverbindungen. Also hatte Thorne beschlossen, ihn zu verführen. Das würde ihn am ehesten dazu bewegen, hierzubleiben. »Du willst kommen, oder?«, fragte er Riley.

»Thorrrne«, stöhnte Riley, halb verzweifelt, halb heiser vor Lust.

»Sag, dass du bei mir einziehst.« Thorne wusste, wie durchschaubar und lächerlich schlecht sein Manipulationsversuch war. Riley würde niemals ja sagen. Natürlich würde Thorne ihn trotzdem ficken. Es war unmöglich, es nicht zu tun. Er drang ein Stück weiter in Riley ein.

Riley keuchte auf. »Ich dachte, du wolltest mich nicht dazu drängen.«

Thorne zuckte mit den Schultern und grinste. »Ich werde eben langsam ungeduldig.«

»Du bist schon die ganze Zeit ungeduldig.«

»Und inzwischen bin ich schon völlig verzweifelt.«

Riley sah zu ihm auf. Sein Blick war sanft und doch hungrig, als ob er Thorne vergötterte. Dann stieß er Thorne von sich, setzte sich kurzerhand auf ihn und ließ sich auf seinen Schwanz sinken.

»Du Bastard«, knurrte Thorne.

»Ein Bastard, der jetzt endlich kommen will. Keine Spielchen mehr.«

»Aber du liebst Spielchen.« Thorne packte Rileys Hüften und hielt ihn fest, versuchte ihn daran zu hindern, sich zu bewegen. »Lass es uns doch einfach mal versuchen. Wenn es dir nicht gefällt, kannst du ja wieder bei Marc einziehen. Aber im Ernst, würdest du nicht lieber jeden Tag neben mir aufwachen? Geht es dir nicht schon auf die Nerven, ständig hin und her zu fahren? Mein Fahrer kann dich doch jeden Morgen zu deinen Kursen bringen.«

»Thorne«, sagte Riley warnend.

»Verdammt, Riley.«

Riley begann, sich auf Thornes Schwanz auf und ab zu bewegen.

»Wie wäre es mit einer Wette?«, fragte Thorne. Wenn er schon versuchte, Riley zu überreden, dann konnte er ja gleich aufs Ganze gehen. »Wenn du zuerst kommst, dann ziehst du bei mir ein. Zumindest probeweise.«

Riley schüttelte den Kopf. »Das ist verrückt!«

Nun war Thorne derjenige, der Riley von sich stieß und sich auf ihn rollte. Er stieß hart in ihn hinein und entlockte ihm damit ein Keuchen. »Das sagst du nur, weil du weißt, dass du verlieren wirst.«

»Ganz sicher nicht.« Riley zog sich um Thornes Schwanz zusammen und Thorne erbebte. »Und außerdem bist du ein manipulativer Arsch.«

Thorne hob eine Augenbraue. »Fällt dir das erst jetzt auf?«

»Muss ich dich etwa bestrafen?«

Thorne stöhnte auf. »Ja. Und wäre es nicht viel praktischer, wenn du all dein Spielzeug hier hättest? Dann könntest du mich jederzeit bestrafen.«

»Fuck. Warum weißt du immer, was du sagen musst?«

Thorne verkniff sich eine Antwort. Er hätte gerne etwas gesagt, aber das würde ihm sicher nur eine noch härtere Strafe einbringen. Stattdessen zeigte er Riley lieber, wie sehr er es genoss, dass sie diesmal die Rollen getauscht hatten. Als er spürte, dass Riley gleich kommen würde, packte er wieder seine Handgelenke und ließ seinen Schwanz in Zeitlupe aus ihm herausgleiten. »Es ist so schön, neben dir zu schlafen. Du bist so warm … Einfach perfekt. Ich – will – dass – du – hierbleibst – und – zwar – für – immer.« Er betonte jedes Wort mit einem vehementen Stoß.

»Und du bekommst immer, was du willst?«, keuchte Riley.

»Na ja, nicht immer …« Aber meistens.

Riley konnte ganz deutlich sehen, wie verwundbar Thorne war. Ihm war klar, was Thorne meinte, auch wenn er seine Gefühle auf sehr seltsame Art ausdrückte. Jetzt, da Thorne gelernt hatte, sich zu öffnen, war er auf eine andere Art einsam als früher. Er hatte Angst, Riley zu verlieren. Angst, dass alles zerbrechen würde. Und aus irgendeinem Grund hatte er beschlossen, dass es ein gutes Zeichen wäre, wenn Riley bei ihm einzog. Wenn er zustimmte, wäre das für Thorne ein Hinweis darauf, dass er dieses ganze Beziehungsding auf die Reihe bekam. Ganz zu schweigen davon, dass sie dann rund um die Uhr Sex haben könnten. Dieser Mann war wirklich unersättlich. Aber hier ging es um mehr als um Sex. Was, wenn sie sich gegenseitig in den Wahnsinn trieben, sobald sie zusammenlebten? Was, wenn Riley sich erdrückt fühlte, eingesperrt, weil er nicht genug Freiraum hatte? Gut, zum Thema Unersättlichkeit ließ sich nur sagen, dass Riley kein bisschen weniger unersättlich war als Thorne. Der Gedanke, jede Nacht mit Thorne zu verbringen, war sehr verlockend. Natürlich nicht nur wegen des Sex. Auch wenn Thorne es nicht zugab, er kuschelte leidenschaftlich gern. Und wenn Riley in seinen Armen einschlief, hatte er immer die wundervollsten Träume.

Riley schob Thorne erneut von sich, um wieder oben zu sein. Er ließ sich auf Thornes harte Erektion sinken, und als Thorne keine Anstalten machte, seine Handgelenke festzuhalten, legte er eine Hand um seinen eigenen Schwanz. Mit schnellen Bewegungen begann er ihn zu wichsen. Nicht so wie normalerweise während des Sex, sondern hastiger. Als würde er sich einen runterholen, während er es eilig hatte. Bei jeder Handbewegung packte er fester zu, das brachte ihn am schnellsten zum Höhepunkt.

Riley zwang sich, die Augen zu öffnen, und sah Thorne an. Er hatte die Lippen leicht geöffnet und atmete schwer, packte Rileys Hüften, sodass er ihm entgegenstoßen konnte. Riley liebte es, wenn Thorne ihn so hart und tief fickte.

»Fuck, Riley. Was wird das?«, keuchte Thorne und starrte auf Rileys Hand.

Riley hätte nicht einmal antworten können, wenn er es gewollt hätte. Gleich war es so weit. Seine Eier zogen sich zusammen und Hitze sammelte sich in seinem Bauch. Die Lust wurde so übermächtig, dass es schmerzte. Auf gute Art. Und dann kam er, spritze auf Thornes Brust ab, während Thorne härter und härter in ihn stieß.

»Riley! So heiß … Oh mein Gott … Verdammt!« Thorne kam ebenfalls. Er packte Rileys Hüften so fest, dass er sicher blaue Flecken kriegen würde, doch das war ihm egal. Das Wissen, dass er Thorne so sehr um den Verstand bringen konnte, war einfach überwältigend.

Als sie beide wieder zu Atem gekommen waren, rappelte sich Riley auf und sah auf Thorne herab. »Du hast gewonnen«, sagte er.

»Ich …Was?« Thorne starrte ihn aus großen Augen an. »Aber du …«

»Ich werde bei dir einziehen. Zuerst muss ich noch ein paar Dinge arrangieren, aber dann …«

»Aber, Riley, du … Zuerst hast du nein gesagt und dann …«

Allein Thornes Verwirrung war es wert, dass Riley diesen Schritt wagte. Er wusste nicht, ob er Thorne jemals so unsicher gesehen hatte. »Ich bin zuerst gekommen. Also habe ich verloren«, sagte Riley und sah Thorne mit diesem gewissen Blick an, der besagte, dass er ihm lieber nicht widersprechen sollte.

Thorne schien sich wieder gefasst zu haben. Er lächelte Riley mit diesem selbstgerechten Grinsen an, das er so gut kannte. »Ja. Ganz genau.«

KAPITEL ZWEI

»Aufhören! Sofort!« Thorne sah aus, als würde er gleich explodieren. »Behandeln Sie diese Kartons gefälligst mit mehr Achtsamkeit oder ich spreche mit Ihrem Vorgesetzten. Ach, was rede ich da, ich rufe gleich den Firmeninhaber an. Wenn nur ein einziger Gegenstand beschädigt ist, dann …«

Der Mann ignorierte Thorne und steuerte die Tür an.

»Entschuldigen Sie?«, zischte Thorne. Die Autorität in seiner Stimme war nicht zu überhören.

»Oh Scheiße«, flüsterte Riley an Marc gewandt. Die beiden hatten sich in eine Ecke zurückgezogen, um das Debakel aus sicherem Abstand zu beobachten.

Marc schüttelte den Kopf. »Ihn zu ignorieren, ist keine gute Idee.«

»Eine verdammt miese Idee.«

»Ich rede mit Ihnen, Mister Martin Grebler«, knurrte Thorne.

Der Mann erstarrte und wandte sich in Zeitlupe um.

»Sie dachten wohl, ich wüsste nicht, wer Sie sind, hm? Denken Sie wirklich, ich lasse jemanden in mein Zuhause, dessen Namen ich nicht kenne? Denken Sie, ich würde Sie anstellen, wenn ich Sie nicht haftbar machen könnte? Ich …«

Riley hörte gar nicht mehr hin, als Thorne mit seiner Tirade fortfuhr. Er hatte die Möbelpacker beauftragt und wollte sie auf jeden Fall selbst bezahlen, egal wie sehr Thorne es widerstrebte. Thorne hatte eigentlich eine Firma engagieren wollen, die den gesamten Umzug übernommen hätte, sodass Riley nicht einmal selbst seine Sachen hätte packen müssen. Doch Riley hatte beschlossen, all seine Besitztümer selbst einzupacken und auch selbst zu transportieren. Marc half ihm dabei. Thorne hatte diese Idee gar nicht behagt. Riley erwähnte lieber nicht, dass ein Umzug mit zweiundzwanzig etwas ganz anderes war als mit zweiundvierzig. Also hatten sie sich auf einen Kompromiss geeinigt: Riley hatte einen Umzugswagen gemietet und ein paar Möbelpacker engagiert. Thorne war ganz und gar nicht zufrieden mit dem Service.

»Er ist ziemlich heiß, wenn er sich so aufregt, was?«, flüsterte Marc.

Riley hob eine Augenbraue, als er Marcs anerkennenden Blick sah.

»Du wirst jetzt aber nicht eifersüchtig, oder?«

War er das? Eifersüchtig? Es war doch nur Marc. »Nein«, sagte Riley etwas zu rasch.

»Wow, du meinst es wirklich ernst mit ihm.«

Riley ignorierte ihn. Das war gar nicht so schwer, er war zu beschäftigt damit, Thorne zuzusehen. Marc hatte recht. Thorne war tatsächlich heiß, wenn er so dominant und herrisch war. Sein Gesicht war vor Zorn rot angelaufen, seine Augen waren dunkel. Stramm aufgerichtet stand er in seinem maßgeschneiderten Anzug da. Verdammt! Am liebsten hätte Riley ihm befohlen, auf die Knie zu gehen. Einfach nur, weil er es konnte. Er allein hatte die Macht, diesen Mann in die Knie zu zwingen.

»Sobald sie weggehen, lässt du dich von ihm flachlegen, oder?«, fragte Marc. »Ich schätze, dann breche ich lieber mal auf. So gerne ich auch zusehen würde …«

Riley schüttelte den Kopf. »Nein!«

»Nein?« Marc riss theatralisch die Augen auf, grinste dann aber. Er hatte es schon ganz richtig verstanden: Riley würde derjenige sein, der Thorne flachlegte.

Riley lachte. »Genau.«

»Der Mann weckt wirklich animalische Instinkte.«

»Fuck, ja. Auf jeden Fall.«

Riley sah sich um, betrachtete die Umzugskartons und seine billigen Möbel. In Thornes schickem Dachgeschossapartment wirkten sie völlig fehl am Platz. Absurd und irgendwie schäbig. Warum hatte er das ganze Zeug nicht einlagern lassen? Thorne hatte darauf bestanden, dass er ein paar seiner Sachen mitbrachte. Immerhin wohnten sie nun beide hier. Riley hatte sich letztlich überzeugen lassen. Aber wie konnte diese Wohnung ihr gemeinsames Zuhause sein? Es war ja nicht so, als würde Thorne zulassen, dass Riley Miete bezahlte. Und sogar, wenn er Miete bezahlen würde: Sein mageres Gehalt würde kaum ins Gewicht fallen. Mit einem Schlag fühlte Riley sich richtig beschissen. War all das ein riesengroßer Fehler? Thorne war überzeugt davon, dass das alles schon irgendwie klappen würde, solange sie nur zusammenwohnten. Aber er war ja nicht derjenige, der nichts beitrug. Ja, Thorne hätte Riley alles gekauft, was sein Herz begehrte. Aber Riley würde ihn um nichts bitten. Auf keinen Fall.

Zum Glück sah Marc ihn nicht an, sonst hätte er ihm die Sorgen sicherlich angesehen. Marc war zu beschäftigt damit, Thorne zu beobachten, der immer noch den Kartontransport überwachte. Es fehlte nicht mehr viel, nur noch ein paar Boxen.

Irgendwann würde Riley die ganzen Kartons auspacken müssen. Aber heute Abend würde er das wahrscheinlich nicht mehr schaffen. Vielleicht war es am besten, wenn er einfach das tat, was er sich vorgenommen hatte: Es Thorne so richtig zu besorgen. Dann würde er sich wahrscheinlich gleich besser fühlen.

Thorne sah zu Riley hinüber. Augenblicklich entspannte sich seine Miene. Das Lächeln, das er Riley schenkte, brachte sein Herz zum Schmelzen. Es barg ein Versprechen in sich, einen Vorgeschmack darauf, wie es sein würde, jede Nacht mit ihm zu verbringen. Das machte die ganze komplizierte Situation wieder wett. Sie würden sich schon irgendwie zusammenraufen.

Riley war einfach müde und emotional aufgewühlt. Vor ein paar Wochen hatte er seine Ausbildung zum Koch begonnen und nun zog er mit Thorne zusammen. Die letzten Wochen waren anstrengend gewesen. Alles war neu und gar nicht so, wie er es sich vorgestellt hatte. In der Kochschule hatte er bisher noch nicht so viel gelernt wie erhofft. Und die Schmetterlinge in seinem Bauch sagten ihm, dass es eine verdammt große Sache war, mit Thorne zusammenzuziehen. Egal, wie gerne er das geleugnet hätte.

Endlich brachten die Möbelpacker den letzten Karton. Thorne stellte sich hinter Riley, als er die Umzugshelfer bezahlte. Riley konnte spüren, wie angespannt er war; er wusste genau, dass Thorne die Rechnung lieber selbst beglichen hätte. Irgendwie nervte ihn das ein wenig. Wenn er nicht einmal den eigenen Umzug bezahlen durfte, wie sollte das zwischen ihm und Thorne bloß funktionieren? Doch andererseits war ihm bewusst, wie gern Thorne seine Autorität abgab, die er in seinem täglichen Leben ausüben musste. Zumindest sobald Riley, oder in diesem Fall Dash, ihn dazu zwang.

Mr. Grebler sagte irgendetwas und riss Riley damit aus seinen Gedanken. Wie peinlich. Er war wirklich kurz weggedriftet, während er die Rechnung beglich.

Thorne hinter ihm kicherte leise. Dieser Bastard. Das würde Riley ihm heimzahlen.

Beim zweiten Mal schaffte Riley es, Mr. Greblers Frage zu beantworten. Thorne zeigte den Möbelpackern den Weg nach draußen. Marc folgte ihnen mit einem anzüglichen Grinsen auf den Lippen. »Schönen Abend noch«, flötete er, dann war er weg.

Thorne schloss die Tür hinter ihm ab, sah sich im Wohnzimmer um und betrachtete die Kartons. »Wollen wir auspacken?«

Riley schüttelte den Kopf.

»Nein?«, fragte Thorne und legte die Stirn in Falten. »Es wartet eine Menge Arbeit auf uns.«

Bereute er es schon, dass Riley sein geordnetes Leben durcheinanderbrachte? Doch andererseits hatte Riley sein Leben schon seit ihrer ersten Begegnung durcheinandergebracht. Thorne hatte immer nur mehr davon gewollt. »Wir ignorieren die ganzen Kartons jetzt erst mal«, sagte Riley.

Thorne sah ihn verwirrt an. Dann schien er zu verstehen, was Riley damit sagen wollte. »Du meinst …?«

»Zieh dich aus und geh ins Schlafzimmer«, befahl Riley.

Thorne setzte einen gespielt genervten Gesichtsausdruck auf. »Aber wir sollten wirklich …«

»Du solltest mir jetzt mal gut zuhören. Ich habe die Schnauze voll von Kartons und Umzugshelfern. Und davon, dass du dich ständig einmischen willst. Du wirst dich jetzt über die Bettkante beugen und ich werde dich ficken, bis du bettelst. Nach mehr, danach, endlich aufzuhören … Es ist mir völlig egal. Ich will dich jetzt durchnehmen, nicht an all dieses … Zeug denken.« Er gestikulierte in Richtung der Kartons, als wollte er irgendwie ausdrücken, was für einen großen Schritt sie gemeinsam gewagt hatten.

»Es ist … ziemlich viel, oder?«, fragte Thorne plötzlich gar nicht mehr selbstbewusst. »Mehr, als ich dachte.«

Am liebsten hätte Riley so getan, als würde Thorne von seinen Besitztümern sprechen. Doch das wäre absurd. Er hatte nämlich wirklich nicht viele Sachen. »Ja, ist es. Aber ich kann gerade nicht darüber nachdenken. Ich kann nämlich nur daran denken, wie sehr ich deinen Arsch will.«

Thorne grinste. »Ach wirklich?«

»Ja, wirklich«, sagte Riley und musterte Thorne prüfend von Kopf bis Fuß. Als er fertig war, beulte Thornes Hose sich bereits verdächtig aus. Riley funkelte ihn an. »Nein, warte. Ich habe meine Meinung geändert.«

»Es gefällt mir nicht, wie du das sagst …«

Wie sehr Riley dieses leichte Zittern in Thornes Stimme liebte. »Ich will zuerst deinen Mund. Knie dich hin, genau hier. Inmitten dieses ganzen Chaos.«

Thorne riss die Augen auf, als Riley die Distanz zwischen ihnen überbrückte. Er öffnete den Knopf seiner Hose, dann die Gürtelschnalle und zog langsam den Reißverschluss auf. Nach einer kurzen Pause begann er, seinen Schwanz durch den Stoff seiner Unterhose zu reiben.

»Kannst du dich noch an unser erstes Mal erinnern?«

»Fuck, ja«, keuchte Thorne atemlos. Er erinnerte sich eindeutig noch genau.

»Ich will dich genau so nehmen. Du konntest gar nicht genug von mir kriegen. Auch wenn du natürlich so getan hast, als sei das nicht so.«

Thorne schlüpfte aus seinem Jackett und warf es auf die Couch. Er sah Riley unverwandt in die Augen, als er langsam vor ihm auf die Knie ging. »Ich kenne dich jetzt besser«, sagte er. »Ich weiß genau, was du magst, wie ich dich in den Wahnsinn treiben kann. Und das werde ich auch tun: Dich in den Wahnsinn treiben. Bis du alles vergessen hast. Nicht nur diese Kartons, sondern sogar deinen eigenen verdammten Namen.«

»Tu es.«

»Hände hinter den Rücken«, befahl Thorne.

Riley hob eine Augenbraue. »Denkst du etwa, du bist hier derjenige, der die Befehle gibt?«

»Im Moment? Ja. Wenn ich mit dir fertig bin, bist du dran.«

Das lief überhaupt nicht so, wie Riley es geplant hatte.

»Spiel mit«, flüsterte Thorne, als könnte er Rileys Gedanken lesen.

Vor all den Monaten, bei ihrer ersten Begegnung, hätte Riley das niemals getan. Aber nun konnten sie beide geben und nehmen, einander die Kontrolle entreißen, um die Oberhand ringen. Es war ein Spiel, ja, aber andererseits auch wieder nicht. Und genau das war auch etwas, was Riley Sorgen machte. Thorne ließ zwar zu, dass er im Bett die Kontrolle übernahm, aber nun, da sie unter einem Dach lebten … Würde Riley auch bei anderen Dingen die Kontrolle haben? »Nein«, zischte er und grub die Finger in Thornes Haar.

Thorne keuchte und riss erneut die Augen auf.

»Ich habe hier heute das Sagen und ich will, dass du meinen Schwanz lutschst. Und dann machst du mich bereit dafür, dich hart durchzunehmen.«

Thorne grinste ihn an. Die Überraschung in seinem Blick war nun verschwunden. »Du bist mehr als bereit dafür, Dash.«

Diesen Spitznamen hatte Riley früher als Escort verwendet. Thorne nannte ihn immer noch so, wenn er im Bett die aggressive Rolle übernahm.

»Ganz genau«, sagte Riley leise. »Im Moment bin ich Dash. Deshalb wirst du tun, was ich sage, und es wird dir gefallen.«

»Muss das wirklich sein?«

»Ja.«

Thorne beugte sich nach vorn und ließ seine Zungenspitze über Rileys Schwanz gleiten, nahm ihn aber noch nicht in den Mund. Riley brauchte das, er musste gerade die Kontrolle behalten. Er hatte Angst vor diesem großen gemeinsamen Schritt, ebenso wie Thorne.

Ein paar kleine Machtspielchen im Bett würden ihnen beiden sicher helfen, sich besser zu fühlen.

KAPITEL DREI

Thorne ließ die Zunge über Dashs Schaft gleiten. Ja, im Moment war Riley definitiv Dash. Sanft fuhr er Thorne durchs Haar. Thorne sah auf und der Ausdruck auf Dashs Gesicht, Liebe, Lust und Angst, brachte ihn fast um den Verstand. Er wollte Dash in seine Arme ziehen und ihm sagen, dass alles gut werden würde. Aber das war im Moment nicht das, was Dash wollte. Thorne fragte sich zwar, ob ihnen beiden nicht mehr Zärtlichkeit guttun würde, doch sein Schwanz war dafür, Dashs Spiel einfach mitzuspielen.

Thorne ließ Dashs Schwanz in seinen Mund gleiten und kreiste mit der Zunge um seine Eichel. Dash stöhnte auf, was Thorne weiter anspornte. Er streichelte Dashs Eier, seinen Arsch und nahm Dash tief in seiner Kehle auf, bis zum Anschlag. Schließlich gab Dash jegliche Zurückhaltung auf und begann, Thornes Mund zu ficken. Gott, Thorne liebte es, auf diese Art genommen zu werden. Trotzdem schob er Dash ein paar Sekunden später von sich weg. Er wollte nicht, dass es so endete. Er wollte, vielmehr musste gefickt werden.

Dash sah ihn strafend an. »Ich habe nicht gesagt, dass du aufhören sollst.«

»Stimmt, aber du hast doch gesagt, dass du meinen Arsch willst.«

Dash atmete ein paarmal tief durch. »Ja. Ja, stimmt, das will ich. Los.« Er deutete mit dem Kopf in Richtung Schlafzimmer.

Thorne stand langsam auf. Dash hielt seinen Blick fest auf ihn gerichtet. »Komm mit«, sagte Thorne und streckte seine Hand aus.

Dash zögerte, dann nahm er sie. Er umklammerte sie, als müsste er sich an irgendetwas festhalten.

Thorne brauchte ebenfalls etwas, um sich daran festzuhalten. Er hatte sich die ganze Sache mit dem Zusammenziehen viel einfacher vorgestellt. Sie hatten doch sowieso schon praktisch zusammengewohnt. Sie liebten sich. Thorne hatte kein Interesse daran, mit irgendeinem anderen Mann zusammen zu sein. Also warum fühlte sich das Zusammenziehen so an wie ein riesiger Schritt?

Weil du nirgendwohin flüchten kannst. Ich will doch nicht vor Da…, Riley flüchten. Irgendwann vielleicht doch?

Thorne wollte nicht darüber nachdenken, also ließ er Dashs Hand los und begann sich auszuziehen, langsam, um Dashs Aufmerksamkeit auf sich zu binden. Das hier fühlte sich an wie immer, sie spielten miteinander und freuten sich auf einen guten, harten Fick. Vielleicht hatte Dash recht, vielleicht mussten sie nur den Körper des anderen spüren und alles würde wieder gut werden. Zumindest war es einfach, sich das einzureden.

Er ließ sein Hemd achtlos zu Boden fallen, schlüpfte aus dem Unterhemd und schälte sich dann aus der Anzughose. Sein Schwanz freute sich, endlich aus dem maßgeschneiderten Gefängnis entlassen zu werden, als er aus der Hose schlüpfte. Er hatte extra für Dash die lächerlich enge grüne Unterhose angezogen, die laut ihm gut zu Thornes Augen passte. Dash hatte ihn quasi dazu gezwungen, sie zu kaufen. Thorne hatte versucht, sich zu weigern, mit dem Argument, dass die Farbe seiner Unterhose doch egal war, weil sie sowieso niemand sah. Dash hatte nur den Kopf geschüttelt. Doch, ich werde sie sehen, hatte er gesagt.

Dash riss die Augen auf. »Fuck, du siehst darin so heiß aus. Lass sie an.«

Thorne hob eine Augenbraue. »Ist sie nicht im Weg?«

»Noch nicht. Beug dich über die Bettkante.«

Thorne schüttelte den Kopf. »Nein, ich lasse sie nicht an. Ich will gefickt werden. Jetzt sofort.«

Dash packte ihn am Arm und funkelte ihn wütend an. »Nein. Das ist nicht das, was ich will.«

Thorne drehte sich folgsam zum Bett und verbarg sein Grinsen. Gott, er liebte es, wenn Riley seine Dash-Persönlichkeit annahm. Er kannte keine Gnade. Doch Thorne bückte sich nicht; allzu einfach wollte er es ihm nicht machen.

Dash legte eine Hand auf seinen Rücken und drückte ihn nach unten. Thorne stützte sich auf den Händen ab und stemmte sich dagegen, doch Dash zerrte einen seiner Arme weg, sodass Thorne sich nur mehr mit einem Ellbogen abstützte. »Hände hinter den Rücken. Und dort bleiben sie.«

Thorne gehorchte. Er war so verdammt hart, fast hätte er zu betteln angefangen.

»Muss ich dich festbinden?«, fragte Dash und streichelte sanft über Thornes Handgelenke. Allein diese sanfte Berührung war so erotisch, er hätte auch gleich Thornes Schwanz wichsen können.

»Nein.«

»Nein was? Nein, ich soll dich nicht festbinden? Oder nein, ich unterwerfe mich dir auch so, weil ich es liebe?«

»Fick dich!« Thorne blickte über seine Schulter und starrte Dash wütend an.

»Nicht bewegen.«

Dash entfernte sich und als Thorne den Kopf drehte, sah er, dass er die obere Schublade der Kommode öffnete. Dort bewahrten sie ihr Spielzeug auf. Statt des roten Seils, mit dem sie schon viel Spaß gehabt hatten, zog Dash die Armfesseln hervor. Er hatte sie Thorne zu Weihnachten geschenkt, gemeinsam mit einem T-Shirt, auf dem ein Segelboot aufgedruckt war. Dash fand, dass es ein perfektes Geschenk abgab, wenn er Thornes zwei große Leidenschaften, Segeln und Ficken, kombinierte. Er hatte recht gehabt. Die Armfesseln waren wahrscheinlich gar nicht als Fesseln gedacht, sondern eine Art Armschmuck, aber sie gaben perfekte Fesseln ab. Thorne unterdrückte den Drang, sich zu winden. Er wurde schon geil, wenn er die Armfesseln nur sah. Und jetzt, da sein Körper sowieso schon vor Aufregung und Lust pulsierte … Es war, als würde er in Flammen stehen.

»Die behalten dich da, wo ich dich haben will«, sagte Dash, während er Thorne die Fesseln anlegte.

Auch Thorne wollte im Moment nirgendwo anders sein.

Dash ging hinter Thorne auf die Knie. Oh Fuck, wollte er etwa …? Doch er kam gar nicht in die Nähe von Thornes Arsch. Stattdessen steckte er einen von Thornes Fingern in den Mund und begann, daran zu saugen.

»Fuck!«

»Mmh«, brummte Dash nur und machte weiter.

Thorne fragte sich schon, ob er auf diese Art kommen konnte. Es war fast so gut, als ob Dash seinen Schwanz lutschen würde. »Hör auf«, verlangte er.

Dash lachte. Sein warmer Atem hauchte über Thornes gefesselte Hände. Er glitt mit der Zunge über Thornes Wirbelsäule, ganz hinauf bis zu seinem Nacken. »Ich werde dich noch eine Weile auf die Folter spannen. Du darfst noch nicht kommen«, flüsterte er ihm ins Ohr.

Thorne knurrte. »Ich will verdammt noch mal gefickt werden!«

»Aber natürlich willst du das. Wenn du brav bist, ficke ich dich vielleicht auch. Am Ende.«

»Scheiß drauf. Ich will deinen Schwanz in mir, jetzt sofort!« Thorne war sogar noch ungeduldiger als normalerweise. Er wollte sich von den Fesseln befreien, Dash aufs Bett werfen und ihn reiten, hart und schnell.

»Genug gejammert. Du wirst jetzt still und geduldig sein.«

»Fick dich!«

»Heute Nacht bin ich derjenige, der dich fickt. Aber erst, wenn ich das will.« Dash kniete sich wieder hin und fuhr über den Bund von Thornes Unterhose.

Thorne biss sich auf die Lippen und unterdrückte ein Stöhnen, als Dash nach vorn griff und seinen Schwanz in der unglaublich engen Unterhose packte.

»Mmh. Ein perfektes Geschenkpaket für mich.« Er fuhr damit fort, Thorne zu quälen, strich durch den dünnen Stoff über Thornes Eier und drückte dann die Zunge gegen Thornes Loch, sodass der Stoff nass wurde. Er trieb Thorne fast in den Wahnsinn. Er musste Dashs warme Haut an seiner spüren, jetzt sofort.

»Das zahle ich dir heim!«

Dash lachte nur. Doch er befreite Thorne endlich aus der Unterhose. »Schlüpf einfach heraus«, sagte er, als er sie an Thornes Beinen hinabgeschoben hatte, nicht ohne ihn währenddessen in den Innenschenkel zu beißen.

Thorne gehorchte. Er war mehr als glücklich darüber, endlich den Stoff loszuwerden, der ihn von Dashs Zunge trennte.

»Oh, wir werden noch sehr viel Spaß haben.« Dash zog Thornes Pobacken auseinander und leckte ausgiebig über seine Ritze.

Thorne begann zu zappeln, er konnte unmöglich stillhalten. Dash hauchte gegen sein Loch, sodass die Stelle kühl wurde und es Thorne erzittern ließ.

»Fleh mich an«, befahl Dash.

»Nein.«

Er leckte wieder über Thornes Haut und wich beharrlich der Stelle aus, an der Thorne seine Zunge spüren wollte. »Du wirst es tun.«

»Nein.«

Dash hielt still und rührte sich nicht. Thorne spürte nur seinen Atem an seinem Arsch.

Die Sekunden vergingen. Thornes Beine begannen zu zittern. Er hasste es, hasste, wie sehr er das brauchte. »Gottverdammt, Dash!«

»Sag mir, was du willst.«

»Deine Zunge«, befahl Thorne.

»Wenn du in diesem Tonfall sprichst, wird das nichts.«

Thorne änderte die Taktik. »Daaaaash, bitte!«

»Schon besser.«

Dash drang mit der Zunge in ihn ein, fickte ihn damit, dehnte ihn und machte ihn bereit.

Thorne wand sich und begann nun wirklich zu betteln. »Mehr, bitte. Ich …«

Dash zog sich zurück. »Wage es bloß nicht, schon zu kommen.«

»Ich … Fuck. Aber ich bin schon fast so weit …«

»Ich weiß, dass du durch meine Zunge kommen kannst«, sagte Dash und begann, Thorne nun mit seinem Finger zu ficken. »Und es ist ein wundervoller Anblick. Aber heute wirst du kommen, während mein Schwanz in dir ist und du dich so eng um mich zusammenziehst, dass ich es auch nicht mehr aushalte.«

Fuck, ja!

Das wollte Thorne auch. »Ich will beides.«

Dash lachte. »So gierig? Nein, lieber nicht.«

Thorne wandte den Kopf und starrte ihn finster an. »Nennst du mich etwa alt?«

Dash grinste. »Vielleicht.« Er löste den Verschluss, der die Armfesseln zusammenhielt, befreite Thorne aber nicht davon. »Leg dich auf den Rücken, Kopf auf das Kissen.«

Thorne gehorchte. Auf gar keinen Fall wollte er riskieren, dass Dash sich noch länger Zeit ließ. Er sah dabei zu, wie Dash das Gleitgel und die Kondome aus der Nachttischschublade holte und sich bereit machte, das Kondom über seinen harten Schaft rollte. Was, wenn …? Was, wenn er keines benutzen würde? Wenn er Dash hautnah in sich spüren könnte? Ob sie …? Sie hatten schließlich nur miteinander Sex und Dash arbeitete nicht mehr für den Escortservice. Aber, nein, sie waren gerade erst zusammengezogen. Das war nicht der richtige Zeitpunkt für noch mehr Veränderungen. Doch vielleicht bald, wenn er sich traute zu fragen und Dash das auch wollte … Thorne hatte immer Kondome benutzt, zumindest bei Männern. Einmal, in der Highschool, hatte er es ohne Kondom mit einem Mädchen getrieben. Er war jung und dumm gewesen und hatte versucht, hetero zu sein. Doch er hatte noch nie hautnah einen Schwanz in seinem Arsch gespürt, noch nie erlebt, wie es war, jemanden ohne Kondom zu ficken.

»Du denkst zu viel nach«, sagte Dash.

»Ich …«

Dash schob zwei Finger in Thornes Arsch, sodass jeder Gedanke wie weggeblasen war.

»Ich dachte mir, dass das funktioniert«, sagte Dash und zwinkerte.

»Ich habe nur … fantasiert.«

»Das musst du nicht. Ich bin ja hier.«

Das war er. Genau hier. Dash ließ seinen Schwanz über Thornes Loch gleiten und Thorne klammerte sich am Kissen hinter sich fest.

»Muss ich dich wieder festbinden?«, fragte Dash.

»Nein, du musst mich verdammt noch mal ficken!«

»So ungeduldig.« Dash streichelte sanft Thornes Brust. Dann, endlich, drang er in Thorne ein, doch nur ein kleines Stück, bevor er sich wieder zurückzog.

Thorne funkelte ihn wütend an.

»Ich liebe es, wie sehr du das brauchst«, schnurrte Dash, als er härter zustieß, tiefer, und seinen Schwanz dann erneut herauszog.

Thorne griff nach ihm, packte seinen Kopf und riss ihn zu sich hinunter, bis ihre Lippen nur wenige Millimeter voneinander entfernt waren. »Ich habe genug von deinen Spielchen. Fick – mich – jetzt.«

Das tat Dash. Und dieses Mal hörte er nicht auf. Erbarmungslos stieß er zu und es war so verdammt gut. Die Art, wie er in Thorne hin und her glitt, die Art, wie er genau wusste, wie er seine Hüften neigen musste, um den perfekten Winkel zu finden … So musste sich der Himmel anfühlen.

»Dash«, keuchte Thorne.

»Ich – bin – genau – hier.« Er betonte jedes Wort mit einem harten Stoß.

»Ich will es noch härter. Ich will alles.«

Dash lächelte ihn an. Dann packte er Thornes Hände und hielt ihn auf der Matratze fest.

Thorne legte die Beine über Dashs Schultern. Zum Glück war er immer noch beweglich genug dafür.

Dash nahm ihn beim Wort und hielt sich nicht zurück. Er fickte ihn so schnell, so hart, dass Thorne kaum Zeit zum Atmen hatte.

Er wehrte sich gegen Dashs Griff, zappelte und drängte sich ihm entgegen, sodass sein Schwanz an Dashs Bauch rieb. »Ich muss …« Er brachte die Worte nicht heraus.

»Was musst du?«, fragte Dash.

Er würde gleich explodieren, wenn er nicht sofort Erleichterung fand. »Hand. Schwanz.«

»Nein.«

»Dash!«

»Du kannst auch so kommen.«

»Oh Gott.« Warum tat Dash ihm das an? Ja, Dash hatte ihn schon mehrmals so geil gemacht, dass er gekommen war, ohne seinen Schwanz zu berühren. Aber es ging nicht immer und er hasste es, auf diese Art am Rand des Höhepunktes zu stehen. Schon fast so weit mit Dashs Schwanz, der immer wieder über seine Prostata glitt. Bereit für seinen Orgasmus, mehr als bereit. Wenn er seinen Schwanz auch nur berührt hätte, wäre er schon gekommen. »So nahe. Dash, bitte …«

»Du liebst es.«

Er liebte es. Er hasste es.

Dash ließ Thornes Hände los und kniete sich hin. »Dreh dich um.«

»Nein!« Thorne hasste diesen weinerlichen Tonfall in seiner Stimme.

»Tu es. Der Winkel ist besser, das weißt du doch.«

Thorne ächzte, als er sich umdrehte. Wenn er nur schnell heimlich seinen Schwanz anfassen könnte, dann …

»Wage es bloß nicht!«

»Wie konntest du wissen, dass …?«

»Denkst du wirklich, ich weiß nicht, was in deinem Kopf vorgeht, wenn du so dringend kommen willst?« Dash zog Thornes Pobacken auseinander und stieß wieder zu.

Er hatte recht gehabt, was die Stellung anging. Es war so unglaublich intensiv. Thorne schloss fest die Augen. Alles brannte wie Feuer. Seine Eier zogen sich zusammen. Er musste kommen. Musste. Etwas durchzuckte ihn, fast wie scharfer Schmerz, und … »Dash«, schrie er, als sein Höhepunkt ihn erfasste und er heftig kam.

»So verdammt heiß«, murmelte Dash. »Dein Arsch. Wie er … Oh Fuck!« Dash stieß hart zu, hielt still, begann dann wieder zu stoßen und kam, bevor Thornes Orgasmus abgeklungen war.

Thorne sackte mit Dash über sich zusammen. »Das war …«

»Ja.«

»Woher weißt du immer genau, was ich brauche?«

Dash rappelte sich ein Stück auf, weit genug, um ihn von oben anzugrinsen. »Ich bin eben gut.«

»Ja, das bist du.« Thorne war viel zu befriedigt, um ihm zu widersprechen. Das kam äußerst selten vor.

Dash schenkte ihm ein sanftes Lächeln, wurde einfach so wieder zu Riley, als er sich von Thorne hinabrollte und sich neben ihn kuschelte. »Du hattest recht.«

Thorne dachte für einen Moment nach. »Womit hatte ich recht?«

»Das wird schon alles. Zwischen uns.«

Thorne ließ sich in die Matratze sinken. Es war, als würde jegliche Anspannung von ihm abfallen. Ja, es würde schon alles werden.

***

Am nächsten Morgen stolperte Thorne über einen Umzugskarton im Badezimmer. Er konnte sich gerade noch am Türrahmen festhalten. Am liebsten hätte er Riley angefaucht, der gerade vor dem Spiegel stand und sich rasierte. Ihm schien gar nicht aufzufallen, dass man hier überall Hindernissen ausweichen musste.

Nachdem sie gestern gefickt hatten, hatten sie ein paar Sachen ausgepackt. Hauptsächlich Rileys Kochausrüstung, damit er ihnen ein wundervolles Abendessen hatte kochen können. Doch danach hatten sie alles ignoriert und einen Film geschaut.

Sei nachsichtig, Thorne. Er ist sowieso schon gestresst.

»Guten Morgen.« Thorne packte Rileys Hintern zu einem strategisch günstigen Zeitpunkt, sodass er sich nicht beim Rasieren schnitt.

Riley schnaubte und schob Thorne beiseite. »Ich werde zu spät kommen. Ich hätte meinen Wecker früher stellen sollen. Wieso habe ich nicht daran gedacht?«

Thorne runzelte die Stirn. Das sah Riley gar nicht ähnlich. Normalerweise war er morgens immer gut gelaunt. »Hast du schon etwas gegessen?«, fragte Thorne.

»Fuck, nein, habe ich nicht. Ich bin nur aufgestanden und habe geduscht, und trotzdem werde ich den Bus sicher nicht mehr erwischen.«

Thorne eilte aus dem Badezimmer, um sein Handy zu suchen. Er rief ein Taxi und bestellte einen Fahrer, der in zwanzig Minuten hier sein würde. Was brauchte Riley sonst noch? Frühstück? Thorne sah auf die Uhr. Er würde dann wohl etwas zu spät ins Büro kommen, aber er hatte heute kein morgendliches Meeting, also war es eigentlich egal. Er lächelte in sich hinein, als ihm auffiel, wie sehr er sich weiterentwickelt hatte, seit er Riley kannte. Früher wäre er jetzt wahrscheinlich schon im Büro gewesen.

Er öffnete den Kühlschrank und zog die Stirn in Falten. Riley hatte ihm Kochstunden versprochen, aber sogar unter seiner Aufsicht war es ein Glücksfall, wenn er nicht das ganze Haus niederbrannte. Allerdings gab es einen sehr leckeren Paprika-Hummus und er hatte gestern Bagels geholt. Einen Bagel zu toasten, würde er wohl noch ohne katastrophale Folgen schaffen.

Als Riley aus dem Bad stolperte, standen Kaffee und ein Bagel mit Hummus auf dem Tisch. Riley riss den Mund auf. Es dauerte ein paar Sekunden, bis er sprach. »Du hast mir Frühstück gemacht?«

»Ja, habe ich.«

Riley warf einen Blick auf sein Handy. »Fuck, ich habe nicht einmal Zeit zum Essen. Wenn ich nicht gleich gehe, schaffe ich es nie zum Zug.«

»Ein Fahrer ist in fünf Minuten da, um dich abzuholen. Er wartet, bis du runterkommst, und mit dem Taxi bist du viel schneller als mit dem Bus.«

Riley funkelte ihn an. »Ich kann nicht überall mit dem Taxi hinfahren, das kann ich mir nicht leisten. Das weißt du doch.«

»Geht auf meine Rechnung.«

»Thorne, wir haben darüber gesprochen, dass …«

»Es ist dein erster Tag, an dem du hier wohnst. Wir müssen uns beide noch daran gewöhnen. Jetzt fahr doch einfach mit dem Taxi.«

Riley sah aus, als würde er erneut protestieren, doch schließlich gab er nach. »Okay, aber nur dieses Mal.«

Thorne nickte. Er hoffte, dass es nicht das letzte Mal sein würde, aber wenn Riley schon in dieser Laune war, würde er sicher nicht widersprechen.

Der Toaster piepste. Thorne griff nach seinem Bagel und zog ihn heraus. Das war gar nicht so einfach, ohne sich die Finger zu verbrennen.

»Du isst auch etwas?«, fragte Riley.

»Ja, du hast mich so verwöhnt, dass mein Magen nun schon vor Mittag Essen erwartet.«

»Das sollte ja auch so sein.«

»Jetzt muss ich eben noch mehr Sport machen, um all diese Frühstückskalorien zu verbrennen.«

Riley lächelte zum ersten Mal an diesem Morgen. »Wir hatten doch gestern ein nettes Work-out.«

»Stimmt. Fand ich auch viel besser als das Laufband.«

»Ich würde viel lieber hierbleiben und noch einmal eine Runde Sport machen, statt zu den Kursen zu gehen.«

Thorne runzelte die Stirn. »Es tut mir leid, dass die Kochschule nicht so ist, wie du sie dir vorgestellt hast.«

»Ich hoffe immer noch, dass es besser wird.«

»Vielleicht wird es das ja noch. Aber wenn nicht, dann …«

Riley schüttelte den Kopf. »Nein!«

»Du hast mich nicht einmal ausreden lassen.«

»Thorne, ich habe zugestimmt, hier mietfrei zu wohnen. Ich lasse mich mit dem Taxi zur Schule fahren, dieses eine Mal. Ich nehme ganz sicher nicht dein Geld, um mein eigenes Unternehmen zu gründen!«

»Von der Bank würdest du ja auch Geld annehmen.«

Riley seufzte. »Das ist nicht dasselbe.«

»Du kannst mir das Geld doch zurückzahlen.«

Riley sah auf die Uhr über dem Herd. »Ich muss jetzt los. Können wir das ein anderes Mal ausdiskutieren?«

Thorne würde es ganz sicher nicht auf sich beruhen lassen. »Klar.« Riley wollte schon aus der Küche eilen, da umrundete Thorne die Kücheninsel und hielt ihn am Arm zurück. »Du hast etwas vergessen.« Thorne reichte ihm das Mittagessen, das er gestern eingepackt hatte. »Das hier.«

Riley nahm den Beutel.

»Und, noch wichtiger …« Thorne zog Riley an sich, um ihn zu küssen. Es war kein schneller, oberflächlicher Kuss, sondern ein langer, leidenschaftlicher, der mehr versprach. »… das hier.«

Riley lächelte. »Danke. Ich …«

Thorne schüttelte den Kopf. »Jetzt geh schon!«

KAPITEL VIER

Etwa eine Woche später war Thorne mal wieder zu spät dran. Eigentlich hatte er noch acht Kilometer auf dem Laufband laufen wollen, aber fünf mussten genügen. Rasch duschte er, zog sich an und eilte zur Tür hinaus. Als er ins Auto stieg, klingelte sein Handy. Es war seine Schwester Kathryn. Er schaltete die Bluetooth-Verbindung an, sodass er sie über die Stereoanlage seines Autos hören konnte.

»Na, wie läuft es?«, fragte sie.

»Wie läuft was?«, gab er zurück, einfach nur so, um sie zu ärgern.

»Thorne«, mahnte sie.

Umpf. Seine große Schwester hatte diesen typischen, besserwisserischen Tonfall aufgesetzt. »Wir müssen noch ein paar Dinge auspacken …«

Na ja, eigentlich alles.

»… aber es wird langsam. In ein paar Tagen sollten wir fertig sein.«

»Okay, jetzt weiß ich, wie es in deiner Wohnung aussieht. Aber wie fühlst du dich?«

»Gut. Wieso sollte es anders sein?« Warum ging er in die Defensive?

»Bradford Thornwell Shipton, du weißt genau, was ich meine. Immerhin hattest du panische Angst vor diesem Schritt.«

»Ich war etwas nervös, ja. Aber panische Angst ist übertrieben.«

Sie räusperte sich vernehmlich.

»Riley und ich schaffen das schon.«

»Mit anderen Worten: Er hat ebenfalls Bedenken.«

Wie machte sie das nur?

»Kann ich heute Abend vorbeikommen?«, fragte Kathryn. »Es gibt ein paar Dinge, die wir besprechen sollten. Die Frühlingsgala, du weißt schon. Und dann kann ich mir auch gleich angucken, wie es in deiner Wohnung aussieht, jetzt, da Riley eingezogen ist.«

Sein Herz begann zu rasen. Heute Abend? »Äh … Ich weiß nicht, ob heute Abend geht.«

»Es kann wirklich nicht warten.«

Fuck. Was war denn nun schon wieder? Bei dieser Frühlings-Benefizveranstaltung des Kunstmuseums klappte einfach gar nichts. Warum zur Hölle hatte er eigentlich zugestimmt, sie zu organisieren? Und dann auch noch gemeinsam mit Kathryn. »Meine Wohnung sieht nicht großartig anders aus. Es gibt eigentlich gar nichts zu sehen.«

Kathryn seufzte. »Ihr werdet es doch sicherlich schaffen, für eine Weile die Finger voneinander zu lassen. Zumindest so lange, bis wir über die Gala gesprochen haben.«

»Das ist nicht der Grund, warum … Warte. Habe ich dir nicht schon mal gesagt, dass wir ganz sicher nicht über mein Sexleben reden werden?«

Kathryn lachte. Er konnte sich das Grinsen auf ihrem Gesicht bildlich vorstellen.

Thorne überlegte fieberhaft. Vielleicht könnte er früher Feierabend machen, nach Hause fahren und … was? Rileys Kram für ihn auspacken? Nein, aber er konnte die Kartons ins Gästezimmer räumen. Vielleicht bekäme Kathryn sie trotzdem zu Gesicht, aber immerhin stünden sie dann nicht mehr im Weg herum. Riley brauchte eben eine Weile, um all seine Sachen auszupacken. Er war mit seinen Kursen beschäftigt. Das war doch normal, oder? Trotzdem wusste Thorne, Kathryn würde es seltsam finden, dass Riley sich noch nicht häuslich eingerichtet hatte. Aber das war lächerlich. Zwischen ihm und Riley war ja alles in Ordnung. »Okay, ich werde uns etwas zum Abendessen bestellen, falls Riley heute keine Lust auf Kochen hat.«

»Das klingt gut. Er hat sicher Stress. Ich will nicht, dass er sich noch mehr aufhalst.«

»Er meint, manchmal entspannt es ihn sogar, Abendessen zu kochen. Für mich ergibt das keinen Sinn, denn er kocht ja den ganzen Tag. Aber er sagt, in der Kochschule fühlt es sich nicht wie richtiges Kochen an.«

»Ich wünschte, es würde ihm dort besser gefallen.«

»Ich auch.« Wenn Riley nur endlich Thornes Geld annehmen würde. Er könnte die Kochschule hinschmeißen und einfach seine eigene Bäckerei eröffnen. »Dann bis heute Abend.« Thorne legte auf.

Scheiße.

Er musste sich nachher beeilen, rechtzeitig nach Hause zu kommen, um die Wohnung für Kathryns Besuch herzurichten. Wann würde Riley endlich seinen Kram auspacken? Thorne hatte ihm angeboten, dabei zu helfen. Aber immer, wenn er es erwähnt hatte, hatte Riley es abgewehrt, als gäbe es keinen Grund zur Eile. Oder er hatte vorgegeben, zu beschäftigt mit seinen Hausaufgaben zu sein. Er war derzeit immer beschäftigt. Fast war es, als hätten sie die Rollen getauscht. Früher war Riley ein stets gut gelaunter Escort gewesen und Thorne ein unverbesserlicher Workaholic, der längst vergessen hatte, was es hieß, einfach nur Spaß zu haben. Seit des heißen Sex, den sie am Abend von Rileys Einzug gehabt hatten, hatten sie auch keine Zeit für mehr als einen schnellen Blowjob zwischendurch gefunden. Das war wirklich ungewöhnlich für sie. Aber es war doch alles in Ordnung zwischen ihnen.

Oder?

Thorne zwang sich dazu, sich auf das bevorstehende Meeting zu konzentrieren, und bog in die Garage seines Bürogebäudes ein. Wenn Kathryn es seltsam fand, dass Riley seine Umzugskartons noch nicht ausgepackt hatte … na ja, dann war das eben ihr Problem.

***

Endlich war sein letzter Kurs vorbei. Riley stand auf und streckte sich ausgiebig. Der Professor war ein richtiges Arschloch. Er hatte Spaß daran, seine Studenten zu demütigen. Zum Glück war Riley heute während des fünfzigminütigen Kurses kein einziges Mal aufgerufen worden. Morgen würden sie in der Küche sein und Riley bezweifelte, dass er noch einmal ungeschoren davonkam. Er war einer der wenigen Studenten, die keine Erfahrung in einer professionellen Küche hatten. Es fiel ihm schon schwer, das richtige Equipment auszuwählen. Ganz zu schweigen davon, dass es unglaublich stressig war, die hohen Standards des Professors zu erfüllen. Riley besuchte nun schon seit sechs Wochen die Kochschule und es war überhaupt nicht so, wie er es sich vorgestellt hatte. Vielleicht brauchte es noch etwas Zeit? Doch die Professoren waren alle ganz versessen auf Molekulargastronomie und die merkwürdigsten Geschmackskombinationen. Für Riley fühlte es sich einfach so an, als würden sie gar kein echtes Essen zubereiten. Er vermisste es, mit seiner Freundin Susan zu backen. Seit seine Kurse begonnen hatten, hatte er kaum noch Zeit, ihr mit ihrem neu gegründeten Cateringservice zu helfen. Würde er hier irgendwann lernen, wie er mit Susan die perfekte Bäckerei leiten konnte? Er war sich nicht sicher. Natürlich, Backen war eine Wissenschaft, aber auch eine Kunstform. Es war, als hätten seine Professoren das allesamt vergessen. Riley fand es langweilig, immer nur nach einem Schema zu kochen, ohne Leidenschaft dahinter.

Er warf sich den Rucksack über die Schulter und machte sich auf zum Bahnhof. Auf dem Weg dorthin klingelte sein Handy. Es war Marc. »Hey.«

»Selber hey«, sagte Marc. »Wie läuft es? Sind die Kurse schon besser?«

»Nicht wirklich.«

»Das ist Mist. Und wie läuft es zu Hause?«

»Oh, alles in Ordnung. Wieso fragst du?« Marc und Susan fragten beide ständig, wie es mit Thorne lief. Riley beharrte darauf, dass alles in Ordnung war. Warum schienen sie ihm das nicht zu glauben?

Warum glaubst du es selber nicht?

»Du hast dich also schon daran gewöhnt, bei dem reichen alten Sack zu wohnen?«

»Marc, lass das.« Eine Erinnerung daran, dass er und Thorne sich finanziell nicht ebenbürtig waren, war das Letzte, was er brauchte.

»Huch, du bist ja empfindlich. Was ist los? Früher war das nicht so.«

»Ich …« Marc hatte recht, früher hatte es ihm nichts ausgemacht, wie unterschiedlich Thorne und er waren. Das war erst so, seit Thorne damals versucht hatte, ihm Geld zu geben, nachdem Riley ihre professionelle Beziehung beendet hatte. Danach hatte Riley versucht, einfach nicht zu viel darüber nachzudenken, wie wohlhabend Thorne war. Aber nun, da sie zusammenlebten … Riley wurde ständig daran erinnert, dass Thorne verdammt reich war. Und er selbst war nur ein normaler Typ.

»Ich hab’s nicht so gemeint, weißt du?«

»Ja, ich weiß. Es war ein langer Tag.«

»Hast du deinen ganzen Kram schon ausgepackt?«

»Nicht wirklich.« Riley wusste selbst nicht, warum er es vor sich her schob. Er hatte die Entscheidung, mit Thorne zusammenzuziehen, ziemlich überstürzt getroffen. Dennoch wollte er jeden Tag mit Thorne verbringen, das wollte er wirklich. Warum störte ihn der Gedanke so, seinen Kram zu Thornes Sachen zu stellen? Dieses verdammte Ding mit der Liebe war um einiges komplizierter, als er sich das vorgestellt hatte.

»Also ist die Hälfte deines Krams immer noch in den Kartons?«

Es machte keinen Sinn, Marc anzulügen. »Ja. Und, nein, ich will nicht darüber reden. Erzähl mir doch lieber mal von deiner Woche.«

Marc zögerte einen Moment. Dann, Gott sei Dank, ließ er es auf sich beruhen. »Ich hatte gestern einen neuen Kunden. Total heiß. Nordischer Typ, blond, groß, schlank, einflussreich …«

»Top oder Bottom?«

»Abwechselnd.«

»Mmh, das klingt ja vielversprechend. War es nur eine einmalige Sache oder werdet ihr das wiederholen?«

»Soweit ich es mitbekommen habe, wohnt er in der Nähe. Also wird es hoffentlich nicht bei dem einen Mal bleiben.«

»Das freut mich für dich.« Nachdem Marc von Kalifornien zurück nach Atlanta gezogen war, hatte er seinen alten Job bei dem Luxus-Escort-Service wieder angenommen, für den Riley früher ebenfalls gearbeitet hatte.

»Ich sehe mich aber gerade nach einem anderen Job um.«

»Wirklich?«, fragte Riley überrascht. Marc hatte sich niemals für seinen Beruf geschämt. Er war verdammt gut darin und verdiente einen Haufen Kohle.

»Ja. Keine Sorge, ich bin nicht plötzlich spießig geworden oder so. Aber ich brauche eine Veränderung. Irgendwie ist es in letzter Zeit meistens langweilig, wenn man von gestern Nacht mal absieht. Und wenn ich gelangweilt bin, sind meine Kunden wahrscheinlich auch gelangweilt. Das ist nicht gut. Ich kann doch nicht meinen guten Ruf zerstören.«

Riley grinste, obwohl Marc es nicht sehen konnte. »Oh nein, es wäre ja schrecklich, wenn dein guter Ruf leidet.«

»Mach dich nicht über mich lustig. Du weißt, dass ich gut bin.«

»Das bist du.« Riley konnte es bestätigen, er hatte Erfahrung aus erster Hand. Marc und er hatten für eine Weile eine Freundschaft Plus geführt, schließlich aber entschieden, dass es besser war, einfach nur Freunde zu sein. Marc war wirklich so gut wie sein Ruf. Früher war Thorne monatelang Marcs Freitagabend-Kunde gewesen. Bis Marc umgezogen war und Riley Thorne als Kunde übernommen hatte. Riley versuchte, lieber nicht zu viel darüber nachzudenken. »Nach welchen Jobs suchst du denn?«

»Das ist ja das Problem. Ich habe nur die halb abgeschlossene Ausbildung als Arzthelfer, also bin ich für genau gar nichts qualifiziert. Und nirgendwo verdient man so gut wie bei Sheila.«

Riley wusste das nur zu gut. »Soll ich mal Thorne fragen?«

»Nein, ich bezweifle, dass er etwas für mich hat. Ich will nicht in einem verstaubten Büro als Assistent arbeiten und irgendeinem Snob Kaffee machen. Wenn ich mich schon prostituiere, dann gleich richtig.«

Dem hatte Riley nichts entgegenzusetzen. Ja, Thorne behandelte seine Assistentin, als wäre sie eine Art Göttin, aber das machten nicht alle Geschäftsleute. »Ich frage ihn trotzdem mal. Vielleicht fällt ihm irgendetwas ein, was nichts mit Büroarbeit zu tun hat. Eventuell etwas im Kunstmuseum?«

»Okay. Aber es hat keine Eile. Im Moment passt es schon. Ich hoffe einfach, dass sich irgendeine Gelegenheit ergibt. Oder vielleicht finde ich ja auch einen Sugardaddy.«

War dieser Seitenhieb wirklich nötig? »Marc, das …«

Marc sog scharf die Luft ein, als würde er realisieren, was er da gerade gesagt hatte. »Fuck. Ich meinte nicht, dass … Sorry, ich habe nicht darüber nachgedacht, was ich sage. Ich weiß ja, dass du kein Geld von Thorne willst. Du hast dich immer geweigert, wenn er dir Geld geben wollte. Aber auch wenn du es nehmen würdest, mir wäre das egal. Ehrlich, das war nicht auf dich bezogen.«

»Würdest du wirklich so leben wollen?«

»Du meinst, ob ich mich wirklich von einem reichen Typen sponsern lassen würde?«

»Ja.«

»Doch, ich denke, schon. Wenn irgendein reicher Typ mein Leben finanziert, während ich ihm nur das Bett wärmen oder vielleicht ab und zu ein paar Besorgungen für ihn übernehme muss … Fuck, ja. Vielleicht hätte ich dann sogar Zeit, etwas zu designen. Dann wäre er so etwas wie mein Mäzen.« Marc liebte Mode. Schon als Teenager war es sein großer Traum gewesen, Modedesigner zu werden.

»Thorne wäre gerne mein Mäzen. Er wollte mir Geld schenken oder leihen, damit Susan und ich unsere eigene Bäckerei eröffnen können.«

»Aber du lässt das nicht zu.«

»Ich kann nicht.«

»Bist du dir sicher?« Marc klang fast ein wenig empört. »Von jemand anderes würdest du es doch annehmen. Warum nicht von Thorne?«

»Ich würde es nicht von jemand anderes annehmen. Nur von der Bank.«

»Was ist mit Susan? Vielleicht kann ein Verwandter ihr einen Kredit geben?«

»Sie hat keine reichen Verwandten.«

Marc seufzte. »Und wenn sie welche hätte?«

Er gab einfach nicht auf. »Ja, schön, okay. Vielleicht. Es käme ganz auf die Umstände an. Und darauf, ob irgendwelche Bedingungen an das Geld geknüpft sind.«

»Warum nimmst du dann Thornes Geld nicht? Sind bei ihm Bedingungen daran geknüpft?«

»Er sagt, nein. Aber für mich würde es sich so anfühlen, als sei dann wieder alles so wie zu Beginn. Als ob er mich für Sex bezahlen würde.«

»Riley, er liebt dich. Er will dich nicht für Sex bezahlen.«

»Ich weiß. Und ich sage ja auch nicht, dass es so wäre. Aber es würde sich so anfühlen. Dass er mich liebt, ist ja Teil des Problems.«

»Warum zur Hölle ist es ein Problem, dass ein Mann wie Thorne dich liebt?«

Riley hörte die Verbitterung in Marcs Stimme. Er war im Grunde genommen sehr romantisch veranlagt, sehr viel mehr als Riley. »Es ist ja nur in dieser Situation ein Problem. Würdest du dich wirklich von einem Mann sponsern lassen, den du liebst? Ich meine, so richtig liebst?«

»Ich …« Marc hielt inne und schwieg einen Moment. »Ich weiß nicht. Es wäre einfach, ja zu sagen, aber ich weiß nicht einmal, ob ich jemals jemanden wirklich geliebt habe. Ich war verknallt, ja. Aber ob ich jemanden geliebt habe? Ich weiß nicht. Wahrscheinlich nicht.«

Riley hasste es, wie traurig Marc nun klang. »Es tut mir leid. Hör nicht auf mich, ich rede Blödsinn.«

»Nein, tust du nicht. Ich verstehe es schon. Aber ich finde trotzdem, dass ein Kredit für deine Geschäftsidee etwas anderes ist, als einen Sugardaddy zu haben.«

Es widerstrebte Riley zwar, aber in diesem Punkt hatte Marc recht. »Ja, das ist es. Aber ich glaube trotzdem nicht, dass ich das tun kann.«

»Willst du vielleicht etwas trinken gehen? Das Ganze ausführlicher bequatschen?«

»Vielleicht morgen. Thornes Schwester kommt heute vorbei, ich koche uns Abendessen.«

Marc schnaubte. »Er lässt dich nach einem Tag in der Kochschule etwas kochen?«

»Glaub mir, wir kochen in der Schule nicht wirklich. Und Thorne wollte eigentlich etwas bestellen, aber ich würde gerne vor dem Kurs morgen noch ein paar Dinge üben.«

»Denk doch noch mal über Thornes Angebot nach. Du wärst doch sicher viel glücklicher, wenn du mit Susan zusammenarbeiten könntest. Und sie würde sich auch freuen.«

Verhielt Riley sich unfair Susan gegenüber, weil er Thornes Angebot nicht akzeptierte? Sie hatte Riley gesagt, dass sie gern noch wartete. Zuerst sollte Riley seine Ausbildung beenden, die drei Semester dauern würde, dann könnten sie sich immer noch eine Immobile suchen, in der sie ihre Bäckerei eröffnen könnten. Aber andererseits konnte sie es kaum erwarten, endlich zu expandieren. Riley wollte sie nur ungern ausbremsen, schon gar nicht, wenn seine Kurse in Wirklichkeit nichts brachten. Vielleicht sollten sie sich gleich nach einer Immobilie umsehen und einfach loslegen.

Zum Glück fuhr sein Zug nur ein paar Sekunden später ein. So konnte er sich damit ablenken, einzusteigen und einen Platz zu suchen. Er schaltete eine seiner Lieblings-Playlists an und setzte die Kopfhörer auf. Den Rest der Fahrt versuchte er, alles auszublenden. Thorne hatte die Zutaten schon bestellt, sie wurden geliefert. Sobald Riley zu Hause war, konnte er sich also ganz auf das konzentrieren, was ihm wirklich Spaß machte: Kochen.

KAPITEL FÜNF

»Das war wirklich unglaublich«, sagte Kathryn, als sie den letzten Bissen Chai-Cheesecake mit Karamell-Ingwer-Soße verputzte.

Thorne nickte zustimmend. Riley hatte sich bereits entschuldigt und sich ins Schlafzimmer zurückgezogen, um zu lernen. Zuvor hatte er ihnen das Abendessen serviert: Gebackene Auberginen mit Parmesan, dazu Salat mit gegrilltem Hähnchenfleisch, gefolgt von diesem wundervollen, ausgefallenen Cheesecake. Doch irgendwie war er während des Essens unüblich schweigsam und verschlossen gewesen. Thorne wollte so schnell wie möglich alles Nötige mit Kathryn besprechen, sodass er sich Gedanken darüber machen konnte, was mit Riley los war.

Kathryn hatte kein Wort über die Wohnung verloren oder gar darüber, dass sie immer noch so aussah wie vor Rileys Einzug. Thorne hatte ihren vielsagenden Blick in Richtung Gästezimmer aber gesehen. Blöderweise hatte er nämlich nicht daran gedacht, die Tür zu schließen. Also konnte man die Umzugskartons deutlich sehen. Kathryns Schweigen war fast noch nervtötender, als es unzählige Fragen gewesen wären.

»Hörst du mir überhaupt zu?«, fragte Kathryn.

Thorne schreckte aus seinen Gedanken auf. »Was?«

»Du hast mir gar nicht zugehört, oder?«

»Ich … Nein.«

»Was ist denn los?«

Verdammt.

Thorne wollte sich ums Geschäftliche kümmern, nicht über seine Gefühle reden. Schon gar nicht, wenn Riley im Nebenraum war. »Ach, ich hatte nur einen harten Tag auf der Arbeit, das ist alles.«

Kathryn musterte ihn skeptisch. »Ah ja.« Sie glaubte ihm eindeutig nicht.

»Du sagtest, es gebe ein Problem mit der Benefizveranstaltung? Lass uns darüber reden.«

Kathryn sah so aus, als würde sie gleich protestieren, dann tat sie es aber doch nicht. »Der Cateringservice ist abgesprungen.«

Der Cheesecake rumorte plötzlich in Thornes Magen. »Was?«

»Ihnen ist aufgefallen, dass sie irrtümlich noch einen anderen Auftrag für diesen Tag angenommen haben. Und der andere Auftrag ist größer.«

»Das ist … Verdammt, die haben einen Vertrag unterzeichnet!«

»Und du kannst gerne deine Hunde auf sie hetzen, aber im Moment gibt es eine andere Priorität. Wir müssen einen neuen Cateringservice finden.«

»Die Gala ist in zweieinhalb Wochen!«

Kathryn nickte. »Ja, allerdings.«

»Ich rufe Lauren an. Vielleicht kann sie …«

»Was ist mit Riley?«, unterbrach Kathryn ihn.

Thorne starrte sie an. Warum hatte er noch nicht selbst daran gedacht?

Weil du Angst hast, dass Riley den Auftrag nicht annehmen würde. Er will ja kein Geld von dir.

Fuck. Was passierte mit ihnen?

»Hast du vergessen, dass dein Freund einen Cateringservice hat?«

»Er … Sie … Das ist eine wundervolle Idee.« Es war eigentlich egal, dass Riley und Susan bisher nur kleine Aufträge gehabt hatten und keine professionelle Küche besaßen. Thorne würde ihnen schon einen geeigneten Ort besorgen, an dem sie arbeiten konnten. Das wäre eine wunderbare Chance für die beiden, denn sie könnten viele potentielle Kunden gewinnen. Aber … »Er könnte sich weigern.«

»Was? Warum denn das?«

Thorne betete, dass Riley auch diesmal beim Lernen über Kopfhörer Musik hörte. »Er will kein Geld von mir annehmen«, sagte er leise.

»Das Geld ist ja nicht von dir, sondern vom Museum.«

»Ja, aber trotzdem hätte ich ihm den Job besorgt. Das wird ihm nicht gefallen.«

Kathryn wischte sein Argument mit einer Handbewegung weg. »Das ist lächerlich. Ich frage ihn gleich mal.« Sie sprang auf und marschierte in Richtung Schlafzimmer, bevor Thorne sie zurückhalten konnte.

»Kathryn, nein, warte!«

Sie ignorierte ihn und klopfte an die Schlafzimmertür. »Riley? Kann ich dich mal kurz was fragen?«

Riley öffnete die Tür. Die Kopfhörer hingen um seinen Hals. Er trug eine Pyjamahose, außerdem ein T-Shirt mit der Aufschrift I love the eighties, wobei das Wort „love“ durch ein Herz ersetzt war.

War es falsch, mit einem Mann zusammen zu sein, der Thornes Kindheit für eine spannende, aber weit zurückliegende Zeit hielt?

»Was gibt’s?«

»Wir haben ein Problem mit der Benefizgala im Museum und brauchen deine Hilfe«, sagte Kathryn.

»Meine Hilfe?«, fragte Riley verdutzt. Er war so süß, wenn er verwirrt dreinblickte.

Kathryn forderte Riley mit einer Geste auf, ihr zu folgen. Sie setzte sich auf die Couch und klopfte einladend auf den Platz neben sich. Riley setzte sich. Wenn Kathryn ihren Charme spielen ließ, konnte sich ihr niemand widersetzen. Sogar den ödesten Manager konnte sie dazu überreden, große Geldsummen für die Renovierung des Museums zu spenden. Spielend leicht motivierte sie Mitarbeiter dazu, Überstunden zu schieben und mit Freude das Pensum durchzuackern. Thorne hatte das schon unzählige Male miterlebt und zweifelte nicht an ihren Fähigkeiten. Schon als Kind hatte sie es immer geschafft, Leute mühelos einzuwickeln.

Thorne erhob sich ebenfalls von seinem Stuhl am Esstisch und nahm gegenüber von Riley Platz. Hoffentlich würde das gutgehen …

»Unser Cateringservice für die Frühlingsgala ist abgesprungen und wir haben weniger als drei Wochen Zeit, einen neuen zu finden. Wie wäre es, wenn du das übernimmst? Gemeinsam mit Susan?«

Riley starrte Thorne an.

Thorne hob entwaffnend die Hände. »Es war Kathryns Idee.«

Kathryn funkelte ihn finster an. »Ja, weil du ein Idiot bist.«

Thorne funkelte zurück.

»Das ist am achtzehnten März, richtig?«, fragte Riley.

»Genau«, bestätigte Kathryn.

Offensichtlich hatte Riley doch immer zugehört, wenn Thorne über die Gala gesprochen hatte.

»Ich muss Susan fragen. Aber, ja, das klingt toll. Ich bin zwar ziemlich beschäftigt mit der Kochschule, aber es wird schon gehen.«

»Ihr müsstet aber in einer professionellen Küche arbeiten«, sagte Kathryn. »Ich werde einen Ort für euch finden, an dem ihr arbeiten könnt.«

Zuvor hatten Susan und Riley immer nur bei kleinen Veranstaltungen das Catering übernommen, für Freunde und Verwandte gekocht. Da war es nicht wichtig, alle nötigen Lizenzen zu haben.

»Kriegen wir das so kurzfristig hin?«

Kathryn nickte. »Ja. Ich werde das arrangieren.«

Das hieß, dass sie mehr Geld investieren musste. Aber ihr war wohl klar, dass sie das Riley lieber nicht so direkt sagen sollte.

Thorne war ihr dankbar dafür.

Riley wäre am liebsten auf und ab gehüpft vor lauter Aufregung. Er warf Thorne einen unauffälligen Blick zu, doch sein Freund sah überall hin, nur nicht zu ihm. Fuck, hatte Thorne etwa Angst davor gehabt, ihn wegen dieses Auftrags zu fragen?

Ich bin ein Arsch.

»Ich weiß das wirklich zu schätzen. Es ist eine wundervolle Chance für mich.«

»Keine Ursache. Ich freue mich sehr darauf, mit dir zusammenzuarbeiten.« Kathryn streckte Riley die Hand hin und er schlug ein.

Riley sah wieder zu Thorne, versuchte ihn dazu zu bringen, seinen Blick zu erwidern. Endlich wandte er den Kopf und sah Riley an. Riley lächelte. »Danke.«

»Gerne doch«, sagte Thorne. Er klang … überrascht?

»Ich rufe gleich Susan an. Entschuldigt ihr mich für einen Moment?« Riley eilte ins Schlafzimmer und schnappte sich sein Handy, das auf dem Bett lag. So schnell wie möglich scrollte er zu Susans Nummer und rief sie an.

»Oh, hi, Riley«, sagte sie. »Wie geht’s dir?«

»Gut. Besser.«

»Gefällt es dir in der Kochschule schon mehr?«

»Nein, die ist immer noch scheiße. Aber Thorne will, dass wir das Catering für die nächste Gala im Museum übernehmen!«

»Was? Im Ernst? Das ist … Wow! Denkst du, wir sind schon so weit?«

»Wir sind mehr als so weit!« Wenn er sich das nur immer wieder sagte, würde es auch so sein. »Aber die Gala ist schon in zweieinhalb Wochen.«

»Oh mein Gott.«

Riley wusste, dass Susan gerade im Kopf fieberhaft alle Termine durchging. »Kathryn wird uns einen Ort organisieren, an dem wir arbeiten können. Eine professionelle Küche.«

»Wir können unmöglich nein sagen. Aber, wow, das wird stressig.«

»Ich werde so viel wie möglich übernehmen. Das könnte unserem Unternehmen echt viele neue Kunden verschaffen.«

»Ist es immer noch dein Plan, die Schule fertig zu machen?«

Riley zeichnete Muster auf die Bettdecke, während er über die Frage nachdachte. War das sein Plan? Es widerstrebte ihm immer noch, Geld von Thorne anzunehmen. Aber wenn sie Susans Erspartes, sein Schulgeld und einen kleinen Kredit zusammenzählten, dann … »Vielleicht. Ich will noch eine Weile darüber nachdenken.«

»Nimm dir die Zeit, die du brauchst. Ich will, dass du das tust, was für dich am besten ist.«

Susan war so eine wunderbare Freundin. Wenn sie nicht wäre, hätte Riley niemals so gut Backen gelernt. »Ich will deinen Träumen aber nicht im Weg stehen«, sagte er nachdenklich.

»Es ist jetzt nicht die richtige Zeit, sich darüber Gedanken zu machen. Zuerst kümmern wir uns um den Auftrag fürs Museum, dann überlegen wir weiter. Hast du morgen Zeit, vorbeizukommen? Wir müssen das Menü planen.«

»Eine Sekunde.« Riley checkte die Kalender-App. »Um sechzehn Uhr dreißig kann ich bei dir sein.«

»Perfekt.«

»Also machen wir das wirklich?« Nun, da die erste Aufregung vorbei war und Susan zugestimmt hatte, wurde Riley immer nervöser. Das war wirklich ein großer Auftrag.

»Ja. Und wir haben jetzt keine Zeit, uns Sorgen zu machen. Wir müssen einfach mit dem Planen anfangen.«

»Ja, Ma’am«, sagte Riley, verabschiedete sich und legte auf. Er nahm einen tiefen Atemzug und kehrte ins Wohnzimmer zurück. »Wir machen es«, sagte er.

Kathryn strahlte. »Danke!«

»Ich muss aber zuerst genau wissen, was ihr euch vorstellt. Dann können Susan und ich morgen ein Menü planen. Ihr könnt dann schauen, ob es euch gefällt.«

Kathryn lächelte. »Ich habe hier alle nötigen Infos für dich. Ich freue mich so darauf, mit dir zusammenzuarbeiten. Das wird richtig toll, davon bin ich überzeugt.«

»Ich hoffe es.« Rileys Hände zitterten vor Aufregung, als er nach den Dokumenten griff, die Kathryn ihm reichte. Rasch überflog er die Zettel. Mehrere Hundert Gäste wurden erwartet. Er hatte noch nie für mehr als fünfzig Leute gekocht und sie hatten nicht viel Zeit, um alles zu planen.

»Wenn jemand das hinkriegt, dann Riley«, sagte Thorne.

Riley hob den Kopf und erwiderte Thornes Blick. Er sah ihn so zärtlich an, dass das nötige Selbstvertrauen sofort zurückkehrte.

Als Thorne sich von Kathryn verabschiedet hatte und sie zur Tür begleitete, ließ Riley sich in die Couch sinken. Eigentlich hätte er noch eine Menge lernen sollen, aber das war ihm im Moment egal. Dafür hatte er einfach nicht die Energie. Monatelang hatte er Thorne eingetrichtert, dass er sich endlich Zeit zum Entspannen nehmen musste. Es sah so aus, als hätte er in letzter Zeit seine eigenen Ratschläge vergessen. Er hatte so viel gearbeitet, dass er Thorne vernachlässigt hatte. Auch die Spannung zwischen ihnen hatte er einfach ignoriert, sie von sich weggeschoben.

»Bist du schon fertig mit deinen Hausaufgaben?«, fragte Thorne überrascht.

»Nein, aber … Komm her.« Als Riley ihm eine Hand entgegenstreckte, griff Thorne danach und ließ sich von ihm auf die Couch ziehen. »Es tut mir leid.«

»Was tut dir leid?«

»Dass ich in letzter Zeit so distanziert war. Dass ich meinen Kram noch nicht ausgepackt habe. Und dass unser Sexleben so lahm geworden ist.«

Thorne grinste. »Also den Blowjob heute Morgen fand ich ganz sicherlich nicht lahm.«

Riley erwiderte sein Grinsen. »Nein, aber es war kein Ersatz für unsere üblichen ausgiebigen Spielchen.«

Nun begann Thorne zu lachen. »Vielleicht nicht. Aber glaube nicht eine Sekunde, dass ich vergessen habe, wie glücklich ich mich schätzen kann. Ich bin so froh, dich einfach neben mir im Bett zu haben.«

Riley legte die Stirn in Falten. »Thorne, denk bitte nicht, dass ich nicht gern das Bett mit dir teile. Oder dass du mir irgendwie dankbar sein müsstest, weil …«

Thorne legte einen Finger auf Rileys Lippen. »Ich denke nur eines, nämlich dass ich dich liebe.«

Riley lächelte. »Ich liebe dich auch. Komm, lass uns eine deiner dämlichen britischen Serien schauen. Dann werde ich mein Zeug auspacken.«

»Wirklich?«

»Ja, wirklich.«

»Ich habe mich schon gefragt, ob …«

Riley schüttelte den Kopf. »Nein, ich gehe nirgendwohin. Ich will mit dir zusammenwohnen. Auch wenn ich immer noch nervös bin.«

Thorne begann, seinen Oberschenkel zu streicheln, immer noch mit einem leichten Lächeln auf den Lippen. »Bist du dir sicher, dass du Serien gucken willst?«

»Ja«, sagte Riley, griff nach Thornes Hand und hielt sie fest. »Vorfreude macht alles besser, weißt du nicht mehr? Und jetzt leg die DVD ein und komm kuscheln.«

Thorne grinste. »Britische Komödien sind aber ein merkwürdiges Vorspiel. Na gut, vielleicht gefällt es mir ja. Umzugskartons auspacken als Vorspiel, das wäre aber sogar mir zu schräg.«

»Vielleicht lasse ich dich diesmal ja gar nicht so lange zappeln. Mal sehen.«

Thorne verengte die Augen. »Das will ich dir auch geraten haben.«

Nachdem er eine Folge von Jeeves and Wooster – Herr und Meister ausgewählt hatte, machte Thorne es sich neben Riley auf der großen Couch gemütlich.

Riley deutete auf den Fernseher. »Ist das die Folge mit den Katzen?«

»Ja, genau. Die, in der Jeeves zum ersten Mal auftaucht.«

»Ich glaube, das ist meine Lieblingsfolge.«

Nachdem Riley Thorne einige seiner Lieblingsserien und -filme gezeigt hatte, tat Thorne nun dasselbe. Riley war sich immer noch nicht ganz sicher, ob er den absurden britischen Humor mochte, aber er gab dem Ganzen eine Chance. Es gefiel ihm, Dinge mit Thorne zu teilen.

Thorne legte den Kopf auf Rileys Brust und Riley begann, sein Haar zu streicheln. Inzwischen konnte Thorne kaum noch die Augen offen halten. Aber, nein, er würde ganz sicher nicht der alte Knacker sein, der auf der Couch einschlief. Nur über seine Leiche. Zum Glück kannte er einen guten Weg, um sich wach zu halten. Thorne schob eine Hand unter Rileys T-Shirt und begann, seinen Bauch mit sanften, kreisenden Bewegungen zu streicheln. Riley seufzte auf und ließ sich tiefer in die Couchkissen sinken. Thorne zeichnete kleine Kreise um seinen Bauchnabel, dann wanderte er höher, sodass er seine Nippel gerade nicht berührte. Obwohl Riley stillhielt, konnte Thorne spüren, wie sich seine Muskeln verkrampften.

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