Kitabı oku: «Entschlüssle Deine Träume»
Das Buch
Ein Drittel seines Lebens verschläft der Mensch - und träumt, vergebens? Ganz und gar nicht! Während der "Traumzeit" ist ein Teil unseres Gehirns um bis zu 30 % aktiver als im Wachbewusstsein. Das muss doch etwas zu bedeuten haben! Die Frage ist nur: Wie lösen wir das Geheimnis, wie können wir unsere Träume erinnern und ihren Sinn, ihre Symbolik, ihre Botschaften besser verstehen?
Stephan Schumann weiß Antwort. Mehr noch, der von ihm beschriebene, neuartige Weg, hebt sein Buch weit über gängige Traumdeutungsliteratur hinaus. Anhand von zahlreichen Beispielen zeigt der Autor nicht nur, wie die Träume, richtig gedeutet, unser Leben bereichern, Wahrheiten ans Licht bringen und Probleme zu Lösungen führen, so dass letztlich jeder Traum zum "Schlüssel-Erlebnis" werden kann. Schumanns eigentliches Verdienst ist es, für das Deuten der Träume eine Methode anzubieten, die für jedermann leicht erlernbar und erfolgreich anzuwenden ist - wovon er selbst sich zuvor auf vielen, von ihm durchgeführten Traumseminaren, überzeugt hat.
Wie er darüber hinaus schlüssig beweist, dass eine Frage, vor dem Einschlagen gestellt, mit Hilfe eines Traumes zur Antwort führt, die am nächsten Morgen tatsächlich erinnert wird, gehört zu den interessantesten Merkmalen des obendrein mit traumhaft schönen Zeichnungen illustrierten Büchleins.
Eine echte Bereicherung für alle Menschen, die wach genug sind - Nacht für Nacht, wie auch am Tage -, mit ihren Träumen zu arbeiten.
Claus Günther
Der Autor
Stephan Schumann wurde 1964 geboren und führt seid vielen Jahren ein Studio für Traumarbeit, Shiatsu und Releasing in Hamburg. Er gibt Seminare im deutschsprachigen Raum. Sein Hobby ist die Musik.
Stephan Schumann
Entschlüssle Deine Träume
und verstehe die Botschaften Deiner Seele

Inhaltsverzeichnis
Umschlag
Das Buch / Der Autor
Titel
Inhaltsverzeichnis
Hiob 33, 14-16
Widmung
Danksagung
Vorwort zur 3. Auflage
Einleitung
Träume, die Geschichte schrieben
Traumforschung
Die verschiedenen Bewusstseinszustände
Was ist der Traum?
Der Traum als Spiegel
Wie erinnere ich mich meiner Träume?
Loslass-Sätze zur Verbesserung der Traumerinnerung
Führen eines Traumbuches
Erläuterung zum ersten Traumbeispiel: “Mein übertriebener Ehrgeiz.“
Erläuterung zum zweiten Traumbeispiel: “Meine subtile Bequemlichkeit.“
Was ist ein Symbol?
Die Entschlüsselung des Traumes
Die Reise auf den Berg
Die Traumbotschaft Schwierigkeiten bei der Entschlüsselung eines Symbols und der Umgang mit ihnen
Es erscheint kein Berg
Du hast Angst, das Symbol zu berühren
Das Symbol weigert sich, auf den Berg oder durch die Wolken zu gehen
Das Symbol verändert sich in den Wolken
Du verstehst die Entschlüsselung nicht
Du hörst keine Antwort vom Symbol
Zusammenfassung, wie ein Traum entschlüsselt wird
Entschlüsselte Traumbeispiele Hilfen und Anregungen für die Entschlüsselung!
Zu folgenden Zeiten sind Träume sehr klar und von besonderer Bedeutung!
Symbole
Einige Symbole, die für das Höhere Selbst stehen können
Auto (Fahrrad)
Baby
Bahnhof
Baum
Blume/Pflanze
Farben
Feuer
Gebäude (Haus, Zimmer, Kirche, Gefängnis, Schloss, Stall...)
Heirat
Insel
Landschaften
Nahrungsmittel
Personen
Du siehst Dich im Traum
Im Traum wird Dein Name gerufen
Andersgeschlechtliche Personen im Traum
Gleichgeschlechtliche Personen im Traum
Schienenfahrzeuge
Tiere
Schlange
Schwangerschaft (auch für Männer)/Babys
Wasser
Ozean
Schnee, Eis
Fluss
Toilette
Zahlen
Zähne
Zeit
Traumstruktur
Wie ist ein Traum aufgebaut?
Traumsituationen
Alptraum
Serientraum
Verfolgungstraum
Falltraum
Luzides Träumen
Nackttraum
Sextraum
Träume vom Töten und Sterben
Wir können bestimmte Körperteile nicht bewegen, verlieren sie durch Unfall usw.
Verstorbene
Vorankündigung, dass jemand stirbt
Krankheit
Träume führen uns durchs Leben
Zusammenfassung von Michaels und Susannes Träumen
Durch Träume Erkenntnisse bekommen, die uns im Leben weiterhelfen!
Zwischen Tag und Traum
Direkte und symbolische Aussage von Träumen
Sprich mit Deinen Traumsymbolen - es sind Anteile und Eigenschaften von Dir
Wie bekomme ich einen Traum, der mir bei einem Problem weiterhilft?
Die richtige Frage
Deute Dein Leben wie einen Traum
Die Umsetzung der Traumerkenntnis - das Loslassen Die Releasing-Loslass-Methode
Wie sieht das Loslassen praktisch aus?
Loslassen ist einfach
Verbinde Deine Träume mit dem Loslassen
Die heilende Kraft des Vergebens
Hinweise für eine Releasing-Loslasssitzung
Die Kraft des Gebets
Schlusswort
Quellennachweis
Fußnoten
Impressum
Denn auf eine Weise redet Gott und
auf eine zweite; nur beachtet man's nicht.
Im Traum, im Nachtgesicht,
wenn der Schlaf auf die Menschen fällt,
wenn sie schlafen auf dem Bett,
da öffnet Er das Ohr der Menschen...
Hiob 33, 14-16
Ich widme dieses Buch
Sri Sathya Sai Baba.
Danksagung
Für Annemarie Haas,
die mich liebevolle unterstützte
und unermüdlich redigierte.
Für Yolanda und Isa,
die mich lehrten, loszulassen.
Für Peter Schneider
für seine einfühlsamen Illustrationen
und für sein grandioses Titelbild.
Für meine liebe Frau
die kritisch, liebend und
geduldig mit mir ist.
Abbildung 1: Verstehe die Botschaften Deiner Seele
Vorwort zur 3. Auflage
Was sind die Träume? Welche Botschaften haben Sie für uns?
Wie in Märchen und Gleichnissen finden wir auch in den Träumen neben den offensichtlichen Inhalten eine Symbolsprache, die – einmal erkannt – tiefe Einsichten schafft.
Nichts ist uns näher als unser Traum. Er ist ein Spiegelbild unseres Selbst, das die verborgenen Kostbarkeiten wie auch die verdrängten Seiten unseres Wesens in liebevoller und manchmal sehr dringlicher Art zum Vorschein bringt. Überraschend ist es und ergreifend, dieser „vergessenen Sprache Gottes“ zu folgen. Sie weist uns den Weg, den wir zu gehen haben und wohin uns dieser Lebensweg führen möchte.
Mein Dank gilt Stephan Schumann, der die Initiative ergriffen hat, diese mir im Traum gewiesene individuelle Traum-Entschlüsselung in ein Buch zu fassen. Mit allen guten Wünschen für diesen Weg zum eigenen SEIN.
Annemarie Haas
1985 schrieb Annemarie Haas einen Brief an Sri Sathya Sai Baba mit der Frage, ob ihre bisherige Traumarbeit die richtige sei. Im Traum wurde ihr daraufhin eine Entschlüsselungs-Methode gezeigt, die sie anschließend in Seminaren weitergab. 1996 legte mir Sai Baba in einem Traum nahe, diese Traum-Entschlüsselungs-Methode in einem Buch einem breiteren Publikum vorzustellen.
Siddharta Stephan Schumann
Einleitung
Liebe Träumerin, lieber Träumer,
hast Du Dir einmal die Frage gestellt, wozu wir träumen und ob es hilfreich ist, sich mit den Träumen zu beschäftigen? Aus meiner Erfahrung heraus ist die Beschäftigung mit unseren Träumen unermesslich hilfreich! Sie sind ein Schlüssel für unsere geistige Weiterentwicklung.
Wir verbringen ein Drittel unseres Lebens im Schlaf. Während wir schlafen, gibt es Perioden, in denen wir träumen, ob es uns bewusst ist oder nicht. In dieser Zeit, der sogenannten Traum- oder Rapid-Eye-Movement-Phase, ist unser Gehirn wesentlich aktiver als im Wachzustand. Der Traum möchte uns etwas mitteilen, das wir im Wachbewusstsein bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht bemerkt haben oder nicht bemerken wollten. Er weist uns auf Dinge hin, die wir verdrängen, die uns nicht bewusst sind und unser Leben kontrollieren. Es können wertvolle Qualitäten und Fähigkeiten in uns sein, die wir nicht erkennen und leben - und die uns der Traum ins Bewusstsein bringen möchte. Er hilft Dir, Deine augenblickliche Lebenssituation klarer zu sehen und jeder Traum bietet Dir eine Lösung an, um diese Situation besser bewältigen zu können. Kommst Du mit Deinem Leben nicht zurecht, wirst Du die Ursachen und Lösungen in Dir finden. Die Träume helfen Dir, Deine innere Welt zu verstehen. Sie führen Dich zu Deinen Seelenbedürfnissen, von denen wir uns im Leben all zu oft entfernt haben und zeigen Dir einen Weg zu einem erfüllteren Leben.
Bist Du schon einmal mit dem Gefühl aufgewacht, etwas Großartiges, Überwältigendes oder auch Beängstigendes in Träumen erlebt zu haben ohne es in Worte fassen zu können? Du erinnerst Dich an einen Traum, der sich nicht zurückholen lässt? Das Erlebte lässt Dich aufgewühlt und beunruhigt aufstehen und verfolgt Dich in den Tag hinein? Hat dieses Erlebnis in der Nacht in Dir ein Empfinden hinterlassen, dass etwas Bedeutendes geschehen ist, dass Dir etwas sehr Wichtiges mitgeteilt wurde und Du konntest es nicht einfangen? Menschen erzählen mir immer wieder von Traumerlebnissen, die sich in ihnen "eingebrannt haben" und sie im Innersten berührten. Sie sprechen von einer tiefen Erfahrung, die in Worten nicht zu beschreiben ist.
Solche Träume haben seit frühster Kindheit eine bedeutende und z.T. beunruhigende Rolle in meinem Leben gespielt. Ich hatte lange das Gefühl, nicht an das Wesentliche im Traum heranzukommen. Es blieb mir verborgen. Die gängige Traumliteratur, die Beschäftigung mit Freud und besonders mit C.G. Jung brachten mir nicht die Erkenntnisse, die ich mir erhofft hatte. Es blieb das Gefühl, nur die besagte Spitze des Eisberges zu erfassen. Sollte es nicht jedem gegeben sein, seine Träume zu entschlüsseln? 1991 wurde ich über im wahrsten Sinn des Wortes unsichtbare Fäden zu Annemarie Haas geführt, die sich mit Träumen und ihren Erkenntnissen befasst. Durch diese Begegnung erhielt ich den Schlüssel für die Träume, die für mich zu einer hell erleuchteten Straße wurden. Mein Leben veränderte sich von dort an in einer rasanten Geschwindigkeit. Ich wurde zu ihrem Schüler und das Geschenk, das sie mir gab, möchte ich in Form dieses Buches weitergeben. Ich möchte Dir, liebe Leserin, lieber Leser, neue Wege aufzeigen, Dich Deinen Träumen anzunähern und eine engere Beziehung zu ihnen aufzubauen - um die Botschaften, die die Träume Dir mitteilen, besser zu verstehen und sie ins Leben, in den Alltag zu integrieren. Möge es Dich zu tieferen Erkenntnissen Deiner Träume hinführen und möge es helfen, Dir Deine inneren Schätze zu erschließen.
Wie ist dieses Buch entstanden? Im Januar 1997 erhielt ich folgenden Traum: "Ich arbeite an einem Traumbuch. Ein Teil ist bereits als Manuskript ausgedruckt. Ich habe es achtlos auf einer Fußmatte im Treppenhaus liegengelassen. Eine Mitbewohnerin hat es gelesen und fragt mich, ob sie es haben könnte. Es würde ihr dabei helfen, ihre Träume besser zu verstehen. Ich sage ihr, ohne es wirklich zu glauben, das Buch wird hoffentlich im Sommer erscheinen." Ich wachte mit dem Gefühl auf, überfordert zu sein, ein Traumbuch zu schreiben und verfolgte den Gedanken nicht weiter. Ein dreiviertel Jahr später bat ich um einen Traum, mir zu zeigen, was ich tun darf, um meine finanzielle Situation zu verbessern. Am nächsten Morgen erwachte ich mit dem Namen einer Frau, die ich ein Jahr zuvor kennen gelernt, und die mir damals angeboten hatte, ich könnte sie gern anrufen, wenn ich einmal Hilfe bräuchte. Ich tat es, und sie sagte mir, sie bekommt sehr klar und ausdrücklich die Nachricht von "oben", ich hätte ein Buch zu schreiben. Sofort erinnerte ich mich an meinen damaligen Traum. Ich hatte mir eine andere Antwort auf meine Frage vorgestellt. Der Gedanke, ein Buch zu schreiben ließ mich seit dem Gespräch dann nicht mehr los. Ich bekam das Gefühl, dass es bereits geschrieben ist, dass ich mich an meinen Computer hinzusetzen, nach Innen zu lauschen und mit dem Schreiben zu beginnen hätte. Seitdem sind gute sieben Monate vergangen und wieder einmal überrascht mich die Weisheit und die Voraussicht, die uns über die Träume geschenkt wird. Über die Arbeit an diesem Buch bin ich mit Menschen in Berührung gekommen, die jetzt für mich Traumseminare organisieren und diese Form der Traumarbeit weitergeben. Ich bin mit vielen beglückenden Erfahrungen und Begegnungen beschenkt worden und der Traum hätte mir keine bessere Antwort auf meine Frage geben können.
Noch ein kurzes Wort, warum den unzähligen Traumbüchern hiermit ein neues hinzugefügt wird. In Gesprächen wird mir immer wieder deutlich, wie viele Menschen das Thema Traum anspricht und berührt. Es ist der Wunsch vorhanden, mehr über die eigenen Träume zu erfahren und auch die Skepsis, dass es unmöglich ist, diese z.T. wirren Träume allein entschlüsseln zu können. Bei Menschen, die sich mit ihren Träumen beschäftigen, stelle ich häufig fest, das es ihnen schwer fällt, ohne fremde Hilfe eine befriedigende Antwort oder Erkenntnis aus dem Traum zu gewinnen. Sie sind unsicher, ob sie wirklich verstehen, was der Traum ihnen sagen möchte oder ob es eigenes Wunschdenken ist. Die in diesem Buch beschriebene Form der Traumentschlüsselung führt uns unmittelbar und direkt an den Inhalt der Träume heran. Der wesentlichste Punkt ist, dass wir in Verbindung mit dem Höheren Selbst unsere Träume entschlüsseln. Annemarie Haas arbeitete bereits viele Jahre mit Träumen, bevor ihr, auch in einem Traum, diese neue Form der Entschlüsselung gegeben wurde.
Wir leben in einer Zeit, in der jedem von uns die Möglichkeit gegeben ist, einen direkten Zugang zum Höheren Selbst zu bekommen. Für C.G. Jung war das Selbst von zentraler Bedeutung. Er sagte, das Selbst könnte als "der Gott in uns" bezeichnet werden. Er versuchte mit diesem Begriff, die Einheit und Ganzheit eines Menschen zu beschreiben, in dem das Bewusste und Unbewusste mit einbezogen sind. Es ist der Teil in uns, der all-wissend, all-liebend und all-umfassend ist! Dieses innere Wissen, zu dem in vergangenen Zeiten nur wenige Zugriff hatten, wird uns mehr und mehr zugänglich. Wenn Du in diesem Buch vom Höheren Selbst, Gott, der inneren Stimme, dem inneren Führer oder dem inneren Wissen liest, ist damit immer die Quelle, das Allerhöchste gemeint. Bitte die Form Gottes um Hilfe, die Dich am meisten anspricht.
Nehmen wir Kontakt zu dem Höheren Selbst in uns auf, benötigen wir kein angelesenes Wissen über unsere Träume, um sie zu entschlüsseln und zu verstehen. Du wirst die Erfahrung machen, dass durch die Verbindung mit dem Höheren Selbst die Träume immer deutlicher werden. Du wirst beginnen, alles was in Deinem Leben geschieht, in einem anderen Licht zu sehen.
Die als Übung gekennzeichneten Abschnitte laden Dich zu einer inneren Erfahrung ein.
Träume, die Geschichte schrieben
In fast allen vergangenen Kulturen hatten Träume eine große Bedeutung. In der Bibel finden wir viele Verweise, z. B. die Träume des Pharao, die von Josef gedeutet wurden. 1
Der Pharao träumte, dass er sieben schöne und fette Kühe und anschließend sieben hässliche und magere Kühe aus dem Nil heraussteigen sah. Diese sieben hässlichen und mageren Kühe fraßen die sieben fetten Kühe auf und waren hässlich und dünn wie zuvor. In einem zweitem Traum erschienen ihm sieben volle Ähren, danach folgten sieben dürre Ähren, die die sieben dicken Ähren verschlangen. Josef, der Jude, wurde geholt und deutete den Traum. Er sagte dem Pharao, dass die vollen Kühe und vollen Ähren ein Zeichen sind, dass sieben reiche Jahre kommen und nach ihnen werden sieben Jahre des Hungers kommen. Josef machte den Vorschlag, Getreide aufzuschütten und es zu verwahren und hohe Steuern in den reichen Jahren zu nehmen, um in den sieben mageren Jahren nicht hungern zu müssen. Der Pharao folgte Josefs Rat und es trat ein, was der Traum vorhergesagt hatte.
Nach dem Gott der Heilkunst wurden die griechischen Äskulap- oder Asklepiustempel benannt. Sie gehörten zu einer Kultur, die von ca. 500 v. Chr. bis ca. 400 n. Chr. dauerte. Pilger und Kranke machten Wallfahrten zu diesen kleinen Tempeln. Sie fasteten und beteten, baten um einen helfenden Traum und verbrachten die Nacht im Tempel. Am nächsten morgen kam der Priester und Heilkundige und nahm den Traum als Grundlage, um diese Menschen zu heilen.
Viele Künstler und Wissenschaftler sind durch ihre Träume inspiriert worden und haben große Werke geschaffen. Es ist überliefert, dass Händel z. B. einen Teil seines Messias im Traum erhielt. Mozart, Beethoven, Vivaldi und Wagner sollen musikalische Anregungen aus ihren Träumen erhalten haben. Viele Bilder von Dali, Chagall und Hyronimus Bosch haben wir ihren Träumen zu verdanken.
August Kekule von Stradonitz träumte von der Schlange, die sich in den Schwanz beißt. Er arbeitete am Benzinmolekül und ihm wurde klar, dass es eine runde Struktur haben musste. 1896 in Paris hielt er vor Wissenschaftlern eine Rede. "Glaubt an eure Träume und wir finden vielleicht die Wahrheit". Durch seinen Traum ist das Benzin schneller zur Verwirklichung gekommen.
Albert Einstein soll durch Traumvisionen Klarheit über seine Grundsätze der Relativitätstheorie erhalten haben. Mahatma Gandhi suchte lange nach einer Lösung eines gewaltlosen Aufbegehrens. Über den Traum wurde ihm die Form des Massenstreiks offenbart.
Traumforschung
In den Fünfziger Jahren begannen Wissenschaftler, Träume zu erforschen. In Chicago und später New York wurden Schlaflabors eingerichtet, um Zehntausende freiwillige Studenten während des Schlafens zu beobachten. Dort fand man heraus, dass sich während der "Traumzeit" die Augen unter den geschlossenen Augenliedern bewegen. Man nannte dies die REM-Phase (Rapid-Eye-Movement). Sie stellten fest, dass diese Traumphase ca. 4 - 6 Mal in einer Nacht auftritt und insgesamt ca. 100 Minuten andauert.
Wurden die Studenten, die an verschiedenen Geräten zur Messung der Gehirnwellen angeschlossen waren, während dieser REM-Phase geweckt, waren sie verärgert, unruhig und aggressiv. Etwa die Hälfte der Versuchspersonen reagierten auf das Traumdefizit mit Angstzuständen bis hin zu Halluzinationen und Desorientiertheit, obwohl die Testpersonen von der Stundenanzahl her ausreichend Schlaf bekommen hatten. Die Versuche mussten nach der 5 - 6 Nacht beendet werden.
Die Untersuchungen zeigten, dass Träume absolut notwendig sind. Unterbrochene Träume wurden in den nächsten Nächten nachgeholt und die Zahl der REM-Phasen stieg um das 4 - 5fache. Diejenigen, die im Tiefschlaf geweckt wurden, waren zwar ärgerlich, hatten aber keine Entzugserscheinungen. D. h. wir brauchen physisch und psychisch die Träume zum Einordnen der Ereignisse des vergangenen Tages. Unverarbeitete Erfahrungen, ungelöste Konflikte, unbewusst aufgenommene Informationen werden im Schlaf noch einmal aufgearbeitet. Es werden Lösungen erarbeitet und uns über den Traum nahegebracht.
Bei Gehirnforschungen im Max-Planck Institut hat man folgendes festgestellt: Versuchspersonen wurde Zuckerwasser und Uran injiziert, um erkennen zu können, welche Teile des Gehirns schneller den Zucker verbrauchen. Es zeigte sich, dass in der REM-Phase das gesamte Gehirn um ca. 12 Prozent aktiver ist als im Wachbewusstsein. Der jüngste Teil des Gehirns, der vordere Stirnlappen, mache Dir diese Zahl bewusst, ist in der Traumphase um ca. 30 Prozent aktiver als im Wachbewusstsein. Vermutest Du, für welche Aufgaben dieser Teil unseres Gehirns verantwortlich ist? Für das Denken, das Sprechen, für das Vorausplanen, für das Lösen von Problemen usw. Kannst Du erahnen, was für eine Kraft durch unsere Träume in uns am wirken ist, und welch eine Bedeutung unsere Träume gerade für unsere Zukunftsplanung haben können? Unsere mögliche Zukunft zum Wohle für uns und allen anderen wird uns in unseren Träumen offenbart. Sie zeigen uns auf, was uns noch nicht bewusst ist und helfen uns, in unserer geistigen Entwicklung weiterzukommen.
Die verschiedenen Bewusstseinszustände
In vereinfachter Form durchlaufen wir folgende Bewusstseinszustände:
Betazustand = Wachbewusstsein
Der Zustand, in dem wir arbeiten, handeln, tätig sind. Bei gesteigerter Wachsamkeit treten Betawellen von 13 bis 40 Hz (Hertz, Schwingungen pro Sekunde). Höhere Frequenzen deuten auf eine gesteigerte Aufmerksamkeit hin, abnehmende Frequenzen auf Entspannung und Ruhe. Je länger wir uns mit einer hohen Frequenz im Betazustand befinden, d. h. in einer sehr angespannten Verfassung, umso anfälliger werden wir für Krankheiten. Phasen der Entspannung sind daher nicht nur für die Traumarbeit von größter Wichtigkeit.
Alphazustand = noch Wachzustand, Zustand der Entspannung
Es treten Alphawellen von 8 bis 13 Hz. Wir kommen mit unseren Gedanken und Gefühlen zur Ruhe. Zustand der Achtsamkeit, der Meditation. Wir bekommen Zugriff zu unserer Intuition. Wir mögen an jemanden denken und im nächsten Moment klingelt das Telefon und die Person ist am Apparat. Diese Phase tritt auch kurz vor dem Einschlafen auf. Wir haben das Gefühl, noch wach zu sein und doch tauchen bereits Traumbilder aus unserem Inneren auf. Der Mensch benötigt den Alphazustand, um sich zu erfrischen und seine Zellen zu regenerieren. Wir begeben uns in diesen entspannten Zustand, wenn wir unsere Träume entschlüsseln.
Tetazustand = Traumphase (REM-Phase)
Tetawellen von 3 bis 8 Hz. Hier entstehen unsere meisten Träume. Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen haben festgestellt, dass wir auch in den anderen Schlafphasen träumen. Zumeist sinken wir nach dem Einschlafen gleich in den Tiefschlaf (Deltazustand) und kommen dann über die Traumphase (Tetazustand) in den Alphazustand hinein. Der Schlaf ist in dieser Phase leicht und manchmal erwachen wir. In der Regel fallen wir über den Tetazustand wieder in den Tiefschlaf und durchwandern in 4 bis 5 Kurven pro Nacht diesen Zustand.
Deltazustand = Tiefschlaf
Deltawellen 1 bis 3 Hz. Nach dem Einschlafen fällt das Gehirn gewöhnlich für 30 bis 120 Minuten in den Deltazustand (die Ergebnisse einzelner Untersuchungen variieren). Die Tiefschlafphase verringert sich bis zu wenigen Minuten in der letzten Schlafperiode.2 Das Ich-Bewusstsein, das in der Traumphase noch besteht, ist hier ausgeschlossen. Schlafwandeln ist in der Regel mit diesem Zustand verbunden. Unser Tun ist uns in dieser Phase nicht bewusst.
Diese einzelnen Stadien gehen kontinuierlich ineinander über.
Abbildung 2: Was ist der Traum?
Was ist der Traum?
"Bin ich ein Mensch, der geträumt hat, ein Schmetterling zu sein
oder bin ich ein Schmetterling, der träumt, ein Mensch zu sein?"
Tschuang-Tse
Diese Frage wird sich nicht erfüllend beantworten lassen. Wir dürfen lernen, den Tag als eine Wirklichkeit und die Nacht als eine andere Wirklichkeit anzunehmen und zu erkennen. "Je weniger wir die bewusste Welt von der Welt des Traumes trennen, je mehr wir also beide Welten zusammenschauen, desto mehr erschließt sich uns - in den Grenzen unserer Möglichkeiten - die eine ganze Wirklichkeit."3
Ich möchte Dir eine Geschichte meiner Lehrerin Annemarie Haas erzählen, die in den Siebziger Jahren während einer Einweihung eines Heilzentrums über Träume sprechen sollte. Sie wusste nicht recht, wie sie "Traum" und "träumen" erklären sollte und stellte sich in der Nacht vor dem Vortrag die Frage "Was bist du eigentlich, lieber Traum? Was bist du wirklich?". Sie erwachte mitten in der Nacht mit einem Wort - TÜV - und wusste sofort, dass sie eine Antwort auf ihre Frage erhalten hatte. Was ist der TÜV? Der Technische Überwachungsverein, der dafür sorgt, dass unser Auto in einem guten Zustand bleibt und Mängel rechtzeitig festgestellt werden, um eine Gefährdung des Fahrers und seiner Umwelt zu verhindern. Genau das ist der Traum in Bezug auf den Träumer und seine Umwelt. Könnte es eine knappere und präzisere Antwort geben?
Der Traum warnt uns, wenn wir zu nachlässig mit uns umgehen und unsere Gesundheit gefährden. Wir können ihn als einen Film betrachten, in dem uns gezeigt wird, wie wir körperlich, seelisch und geistig gesunden und reifen können.
Der Traum als Spiegel
Im täglichen Leben und im Traum projizieren wir Gedanken und Gefühle auf andere. Alles was uns am anderen stört, ist ein noch nicht bewusster, gelöster Anteil von uns. Was wir an uns nicht sehen (wollen), bemerken wir am anderen. Im Traum symbolisiert jeder Gegenstand, jede Person eine Eigenschaft von uns. Der Traum sagt: "Akzeptiere diese Eigenschaft, sie ist ein Teil von Dir. Nehme sie an und lebe sie." Und er zeigt auch, wie wir damit umzugehen haben.
Es heißt nicht, dass wir unsere Wut zum Beispiel, die wir unterdrückt haben, jetzt unkontrolliert und rücksichtslos ausleben. Wir haben sie als ersten Schritt anzuerkennen. "Ich gestehe mir dieses Gefühl ein, es ist ein Teil von mir, und es ist weder gut noch schlecht." Dann kann ich weitersehen, wie ich mit dieser Energie, denn jedes Gefühl ist eine Form von Energie, umgehe, wie ich sie konstruktiv nutzen kann. Vielleicht heißt es zu lernen, sich von anderen klarer abzugrenzen, einmal NEIN zu sagen, wo man früher gegen das eigentliche Gefühl JA gesagt hat. Kann sich dieser Teil, diese Energie nicht im Außen ausdrücken, indem wir sie z. B. klar äußern, richtet sie sich nach Innen. Dort mag sie zu Unzufriedenheit bis hin zu körperlicher Krankheit führen.
Jedes nicht wahrgenommene Gefühl, jede unterdrückte Eigenschaft sucht einen Weg, um sich zu befreien und zu erlösen. Drücken wir diese Gefühle nicht aus, nehmen wir sie nicht als einen Teil von uns an, richten sie sich gegen uns selbst. Der Traum bringt uns das, was uns unbewusst ist, was uns Schaden zufügt, was uns nicht glücklich sein lässt, ins Bewusstsein.
Denke an die 30 Prozent, um die unser Gehirn in der Nacht, wenn wir träumen, aktiver ist. Kannst Du Dir vorstellen, welch ein Potential in unseren Träumen steckt? Beginnst Du, Deine Träume zu erforschen, startest Du eine Reise in Dein Innerstes, zu Dir Selbst. Du wirst Räume in Dir entdecken, Fähigkeiten und Qualitäten, die Du vielleicht nie vorher erahnt hast. Schmerzliche Dinge, noch nicht verheilte Wunden mögen erscheinen, Trauer und Freude, schlummernde Talente, die unterdrückt wurden und gelebt werden möchten. Der Traum hat ein Ziel, dass wir wieder Ganz werden, und er unterstützt uns in jeder erdenklichen Lebenssituation.
Wie erinnere ich mich meiner Träume?
Untersuchungen an Testpersonen haben ergeben, dass wir 4 bis 6 mal in der Nacht träumen. Da viele Menschen meinen, sie Träumen nicht oder nur sehr selten, lasst uns zuerst fragen: Was hindert uns, sich an Träume zu erinnern?
Was hindert mich daran, mich an meine Träume zu erinnern?
Drei nicht zu unterschätzende Gegner von Träumen sind unsere (unbewussten) Widerstände, unsere Ängste und unsere Zweifel. Unser Ego hat wenig Interesse, dass wir Kontakt zu unseren Träumen und damit zu unserem innersten Wissen aufnehmen. Über die Träume würden wir erkennen, dass wir in unserem Leben etwas zu verändern oder loszulassen haben. Diese Angst vor Veränderungen, sich evtl. von liebgewordenen Gewohnheiten zu verabschieden, hält uns von der Erinnerung an Träume ab. Das Ego hat Angst vor der Wahrheit und widersetzt sich ihr mit allen möglichen Mitteln, die wir oft nicht durchschauen. Dazu gehören die Zweifel. Kennst Du sie? "Es ist doch alles Einbildung", "Ist das wirklich gut für mich?" usw. Nur all zu oft verleiten unsere Zweifel uns dazu, an unseren alten Gewohnheiten festzuhalten.
Mein Verstand, der mir sagt: "Es war doch nur ein Traum", "Träume sind Schäume" usw.
Wenn wir zu aktiv sind, zu viel Stress haben oder uns selbst auferlegen. Wenn wir gerade in den Abendstunden noch sehr viel Kopfarbeit leisten, spätes Fernsehen und danach gleich ins Bett gehen. Auch spätes Essen.
Aufputschmittel wie Alkohol und Babiturate
Bequemlichkeit
Was hilft mir, mich an meine Träume zu erinnern?
Der Wunsch, sich selbst zu erkennen. Bin ich aus meinem tiefsten Herzen heraus bereit, zu erfahren, wer ich bin, welche Lebensaufgaben ich habe, und was ich tun kann, um sie zu erfüllen? Bin ich ehrlich mit mir? Möchte ich wissen, wo ich mir und meiner Umwelt etwas vormache? Bin ich bereit, an mir zu arbeiten und mich zu verändern? Bin ich bereit, bedingungslos nach der Wahrheit in mir zu forschen und das Erkannte umzusetzen und zu leben? Wenn Du diese Fragen für Dich mit ja beantworten kannst und Deine Seele, das Höhere Selbst oder Gott bittest, Dir Träume zu schicken, die Dich führen, wirst Du sie erinnern und immer klarer verstehen können. Eine sehnsuchtsvoll ausgesprochene Bitte um Selbsterkenntnis wird uns immer erfüllt werden und lässt die Seele jubilieren.
Vertrauen in das innere Wissen, denn von dort kommen die Botschaften, die der Traum uns übermitteln möchte.
Bitte vor dem Schlafengehen um einen Traum, der Dir weiterhilft und bitte, dass Du Dich morgens nach dem Aufwachen an diesen Traum erinnerst.4
Mit anderen über Träume sprechen.
Nach dem Aufwachen drehen wir uns häufig schnell auf die andere Seite. Wir wissen, da war ein Traum, doch er entfernt sich schon und wir können ihn nicht mehr fassen. Drehe Dich in dieser Situation ganz langsam wieder auf die andere Seite, sei offen für den Traum, Bild für Bild mag er sich wieder entblättern.
Ein Traumtagebuch führen!
Programmiere Dich abends, 10 Minuten vor dem Weckerklingeln aufzuwachen, so dass Du Zeit hast, langsam aufzuwachen und Dich an Deinen Traum zu erinnern.
Kommt Dir tagsüber ein Traumfetzen ins Gedächtnis, schreibe ihn auf. Denke nicht, das ist aus dem Zusammenhang gerissen. Diese Szene hält die Botschaft für Dich bereit, die Du gerade jetzt benötigst. Ansonsten wäre Dir dieses Bild nicht ins Bewusstsein gekommen.
Loslass-Sätze zur Verbesserung der Traumerinnerung
Hast Du Schwierigkeiten, Dich an Deine Träume zu erinnern, spreche abends vom dem Einschlafen folgende Sätze laut aus. Spüre in Dich hinein und ergänze die Sätze gegebenenfalls. Lasse alles los, was Dich daran hindert, Deine Träume zu erinnern. Bringe Deine Wünsche auch gefühlsmäßig zum Ausdruck. Je mehr wir uns innerlich beteiligen, umso stärker sind die Wirkungen dieser Sätze.
Ich lasse los alle negativen Programme, Glaubensmuster und Begrenzungen, die mich daran hindern, mich an meine Träume zu erinnern und ihnen zu vertrauen.
Ich lösche jetzt alle Programme, die mir einreden, dass Träume Schäume sind und es Zeitverschwendung ist, sich mit ihnen zu beschäftigen.
Ich lasse los meine Angst vor der Wahrheit.
Ich lasse los alle Ängste vor dem Erkennen meiner wahren Berufung und Aufgabe.
Ich lasse los alle Ängste, dass die Botschaften meiner Träume mich überfordern könnten.
Höheres Selbst, bitte lösche jetzt alles, was hier nicht erwähnt wurde und mich daran hindert, mich an meine Träume zu erinnern und transformiere es in Licht und Liebe. Und so ist es.
Führen eines Traumbuches
Das für mich wichtigste Hilfsmittel, das uns mit unseren Träumen mehr und mehr verbindet, ist das Führen eines Traumtagebuchs. Lege Dir ein schönes Tagebuch zu, das Du nur für Deine Träume verwendest. Je liebevoller wir mit unseren Träumen umgehen, umso leichter werden wir erkennen, was sie uns mitteilen möchten.
Es heißt, der Traum ist die vergessene Sprache Gottes. Der Traum übermittelt uns Botschaften unserer Seele. Sind wir bereit, ehrlich und wahrhaftig mit unseren Träumen umzugehen, werden sie klarer und deutlicher erscheinen. Je mehr wir unseren Träumen signalisieren: "Ich möchte dich verstehen, dich wahrnehmen, von dir lernen...", je mehr wir uns ihnen öffnen, umso mehr kommen die Träume uns in Erinnerung.
Unsere Seele drängt danach, sich auszudrücken und wenn sie spürt, dass wir uns mit unseren Träumen beschäftigen, wird sie diesen Weg nutzen, um uns mitzuteilen, wie wir uns weiter entwickeln können. Was wir tun können, um ein erfüllteres und zufriedeneres Leben zu führen. Der Traum kann zu einem großen Führer werden und uns zum Erkennen tiefer Wahrheiten führen.
Wie ein Traumtagebuch gestaltet werden kann, siehst Du auf den nächsten Seiten anhand von zwei Traumbeispielen. Gehe beim Aufschreiben des Traumes in folgender Reihenfolge vor:
1. Datum: Datum und vielleicht auch die Uhrzeit. Es kann passieren, dass wir nachts zu einer bestimmten Zeit mit einem Traum aufwachen. Immer wieder zur gleichen Uhrzeit. Diese Träume mögen eine besondere Bedeutung und auch eine Beziehung untereinander haben. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass diese Träume sehr direkte Botschaften sind.
2. Traum: Notiere Deinen Traum auf der linken Seite Deines Traumtagebuches. Schreibe in der Gegenwart und in Ich-Form, wie im Beispiel angegeben. In der Vergangenheit geschrieben rückt der Traum sofort in die Ferne und verliert an Intensität, in der Gegenwart geschrieben bleibt er uns präsent. Schreibe Deine Träume noch in der Nacht auf. Selbst wenn der Traum Dir sehr klar ist und Du glaubst, ihn nicht zu vergessen - am Morgen ist er meist entschwunden.
3. Entschlüsselung: Auf der rechten Seite trägst Du untereinander die Symbole ein, die Dir im Traum erschienen sind. Lasse Dir genügend Platz hinter jedem Symbol für Deine eigene Entschlüsselung. Wie Du die Symbole für Dich entschlüsselst, steht im Kapitel "Die Entschlüsselung des Traumes."
4. Erkenntnis: Nachdem Du Deinen Traum entschlüsselt hast, spüre nochmals in ihn hinein und vergegenwärtige Dir, welche Erkenntnis Du aus dem Traum gewonnen hast, und wie und wann Du diese Erkenntnis in Deinem täglichen Leben umsetzen kannst. Dies ist ein wichtiger Punkt in der Beschäftigung mit unseren Träumen. Wir werden nur dann Nutzen aus unseren Träumen ziehen, wenn wir das Erkannte im Alltag leben.
5. Titel: Fühle in Dich hinein, welche Überschrift Du diesem Traum nach der Entschlüsselung geben würdest. Ich habe am Ende meines Traumbuches ein Traumregister angelegt mit Datum und Titel. Falls ich mir einen alten Traum nochmals ansehen möchte, finde ich ihn so sehr schnell.
Tagesnotiz: Unsere Träume haben einen Bezug zu den Tagesereignissen, zu dem, was uns momentan beschäftigt. Sie beziehen sich auf die Vergangenheit und geben uns Hinweise auf die Zukunft. Ich empfehle, abends vor dem Zubettgehen eine kurze Notiz der Tagesereignisse zu machen, die uns wichtig erscheinen. Es brauchen nur wenige Worte zu sein, zum Beispiel: "Stress mit meinem Chef". "Höre mit Rauchen auf", "Buch soundso bewegt mich sehr" usw. Dadurch erhältst Du Anhaltspunkte, worauf sich der Traum bezieht. Besonders wenn Du nach längerer Zeit diesen Traum nochmals liest, wirst Du die Zusammenhänge wahrnehmen. Vielleicht wirst Du erkennen, dass sich die Träume in wiederholenden Lebenssituationen, zum Beispiel bei Problemen mit einer bestimmten Person, ähneln. Aus alten Träumen können wir sehr viel lernen, gerade, weil wir inzwischen inneren Abstand zu der damaligen Situation gewonnen haben. Unsere Tagesnotiz kann knapp sein, wir erinnern uns sofort daran. Der Traum dagegen sollte genau beschrieben werden - an ihn erinnern wir uns in seinen Einzelheiten selten.
Tagesnotiz vom: 22.10.
Schmerzen in der Leiste beeinträchtigen mich in meiner Arbeit. Der Arzt stellt nichts fest.
Datum: 23.10. Titel: Mein übertriebener Ehrgeiz
Traum:
„Jemand erzählt mir, dass meine Leistenschmerzen weggehen werden, wenn ich mit meinen täglichen Übungen aufhöre, die mir mein Yogalehrer „verschrieben“ hat.“
Lese den Traum mit den entschlüsselten Symbolen. Es ist manchmal für die Verständlichkeit hilfreich, den Traum nochmals mit der Entschlüsselung aufzuschreiben oder die Entschlüsselung über die Symbole zu setzen. Mit zunehmender Übung wird es immer weniger erforderlich sein. Übersetzt lautet der Traum:
„Meine Vernunft (Jemand) erzählt mir, dass meine Ungeduld und meine Übertreibung (Leistenschmerzen) weggehen werden, wenn ich mit meinem täglichen übertriebenen Ehrgeiz (Übungen) aufhöre, die mir meine eiserne Disziplin (Yogalehrer) „verschrieben“ hat.
Bedenke bitte, dass jedes Symbol und damit jede Entschlüsselung ein Anteil von Dir ist! Damit dies verständlicher wird, habe ich in der Traumübersetzung vor den Entschlüsselungen z.T. ein „mein“ davor gesetzt. Z.B. „meine Vernunft“ oder „meine Ungeduld“.
Entschlüsselung (auf der Bergspitze entschlüsselt)
Jemand - meine Vernunft
Leistenschmerz: - meine Ungeduld und Übertreibung
Übungen - mein übertriebener Ehrgeiz
Yogalehrer - meine eiserne Disziplin
Erkenntnis
Ich höre auf mit meinem übertriebenen Ehrgeiz. So wird auch meine Ungeduld schwinden. Ich beende meine täglichen Dehnübungen, die im Traum für meine Schmerzen verantwortlich sind.
Hinweis: Erläuterungen zu diesem Traum auf Seite 32
Tagesnotiz vom: 26.06.
Streit mit Britta.
Datum: 27.06. Titel: Meine subtile Bequemlichkeit
Traum:
„Ein Mann liegt mit Fieber im Bett. Er sagt zu einer Frau: „Es ist schön, dass ich bei dir bleiben darf, da ich Zuhause nicht umsorgt werde.“ Die Frau gibt ihm zu verstehen, dass sie viel zu tun hat und sich nicht um ihn kümmern kann. Sie sagt zu ihm: „Verlasse dich nicht auf mich. Es liegt in deiner Verantwortung, wieder gesund zu werden.“
Übersetzt lautet der Traum:
„Meine subtile Bequemlichkeit (Mann) liegt mit meiner unerledigten Arbeit, die mich ins Schwitzen bringt (Fieber), in meiner Faulheit (Bett). Meine subtile Bequemlichkeit sagt zu der Liebe (Frau): „Es ist schön, dass ich bei dir bleiben darf, da ich in meinem Glück, dass ich nicht erkenne (Zuhause), nicht umsorgt werde.“ Die Liebe gibt der subtilen Bequemlichkeit zu verstehen, dass sie viel zu tun hat und sich nicht um sie kümmern kann. Die Liebe sagt zu der subtilen Bequemlichkeit: „Verlasse dich nicht auf mich. Es liegt in deiner Verantwortung, wieder gesund zu werden.““
Entschlüsselung (auf der Bergspitze entschlüsselt)
Mann - subtile Bequemlichkeit
Fieber: - deine unerledigte Arbeit, die dich ins Schwitzen bringt
Bett - deine Faulheit
Frau - Liebe
Zuhause - dein Glück, dass du nicht erkennst
Erkenntnis
Schluss mit der Bequemlichkeit. Ich übernehme die Verantwortung für meine Arbeit und erledige alle aufgeschobenen Arbeiten und kläre den Konflikt mit Britta.
Hinweis: Erläuterungen zu diesem Traum auf den Seiten 32 und 33
Erläuterung zum ersten Traumbeispiel:
“Mein übertriebener Ehrgeiz.“
Der Traum sagte ihr:
„Deine eiserne Disziplin (Yogalehrer) veranlasst dich zu übertriebenem Ehrgeiz (Übungen). Dein Ehrgeiz in Form übertriebener Übungen verursacht dir Schmerzen (Ungeduld)."
Jemand, den sie als ihre Vernunft entschlüsselt, sagt zu ihr, sie sollte mit den Übungen = ihrem übertriebenen Ehrgeiz, aufhören, dann würden ihre Schmerzen weggehen - und das taten sie auch. Der Traum machte sie auf ein Lebensmuster aufmerksam, nämlich mit sich zu streng zu sein, sich über alle Massen zu fordern, welches sie auf viele Lebenssituationen übertragen konnte. Sie hatte sich ihre Ungeduld und ihren zu starken Ehrgeiz anzusehen, der ihr Schaden zufügte.
Die Träumerin hatte seit ca. 6 Monaten Schmerzen in der Leistengegend und war bei verschiedenen Ärzten gewesen, die ihr nicht helfen konnten. Sie machte täglich Yoga und strich die Übungen aus ihrem Programm, von denen im Traum gesagt wurde, dass sie ihr nicht gut tun. Nach 14 Tagen waren die Schmerzen vollständig verschwunden.
Erläuterung zum zweiten Traumbeispiel:
“Meine subtile Bequemlichkeit.“
Es drängt sich für die Träumerin Renate die Frage auf: "Wo im Leben bin ich subtil bequem? Vor welchen Aufgaben im Leben drücke ich mich?" Ihr wurden einige unerledigte Sachen bewusst - ein schwelender Konflikt mit einer Freundin, nicht beantwortete Behördenbriefe usw. -, die sie seit längerem vor sich herschob. Sie erkannte, dass sie Unangenehmes immer wieder von anderen für sich erledigen ließ und sich darauf verließ, dass es für sie geregelt würde.
Der Traum sagt ihr, dass sie sich darauf nicht verlassen sollte und ihr Glück, dass sie nicht erkennt, darin liegt, die Dinge selbst anzupacken. Der Mann weist hier auch auf ihre männliche, aktive Seite hin. Ihre Bequemlichkeit hat aktiv zu werden, und die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Dies war für Renate nicht neu, sie hatte es bisher nur nicht umgesetzt, und es wurde ihr durch diesen Traum nochmals ins Bewusstsein gebracht.5
Abbildung 3: Traumsymbole sind Aspekte, Eigenschaften,
Anteile von uns selbst.
Was ist ein Symbol?
Alle Personen, Tiere, Pflanzen, Gegenstände, Landschaften, Gebäude, Zahlen usw., alle Dinge, die wir in unseren Träumen berühren und sehen und mit den Sinnen wahrnehmen, sind Symbole. Das deutsche Wort für Symbol heißt Sinnbild. Es hat eine doppelte Bedeutung. Zum Einen erscheint das Symbol konkret als Sinn z. B. in Form eines Adlers. Wir nehmen ihn mit unseren Sinnesorganen wahr. Zum anderen ist es ein Bild für Eigenschaften wie z. B. Stolz, Kraft oder Freiheit. Vielleicht wirst Du jetzt sagen, für Dich bedeutet der Adler etwas anderes. Das stimmt! Diese Erkenntnis, dass jeder etwas anderes mit einem Symbol verbindet, ist das Grundprinzip unserer Traumarbeit.
Die Symbole, die uns im Traum erscheinen, sind Aspekte, Eigenschaften, Anteile von uns selbst! Erscheint im Traum z. B. eine Person, die wir überhaupt nicht leiden können, dann fragen wir uns, ob das, was wir an diesem Menschen nicht mögen auch in mir selbst zu finden ist. Der Traum möchte durch das Bild dieser Person, die wir nicht leiden können, auffordern, den gleichen Teil in mir zu erkennen. Diese Eigenschaft hindert uns möglicherweise im Augenblick daran, im Leben weiterzukommen.
Was wir tun, fühlen, denken und was wir sagen im Traum, sind keine Symbole. Nimm Deine Gefühle und Handlungen im Traum sehr direkt. Sie zeigen Dir Deine jetzige Einstellung und Haltung dem Leben gegenüber. Das, was wir im Traum denken, fühlen, sprechen und tun, muss nicht das Beste und Optimale sein. Es zeigt uns, wo wir im Leben gerade stehen, und wie wir uns in einer bestimmten Situation verhalten. Ob dieses Verhalten korrekt ist, kannst nur Du für Dich selbst beurteilen.
So, wie wir uns im Traum erleben, verhalten wir uns auch im Alltag, was uns oft nicht bewusst ist. Der Traum hilft, uns auf Verhaltensweisen und Muster aufmerksam zu machen, die wir im täglichen Leben nicht bemerken, und die uns häufig in unangenehme Situationen bringen. Hast Du Dir schon einmal die Frage gestellt: "Warum geschieht das immer mir?" Der Traum wird Dir eine Antwort geben und Dir zeigen, was Du tun kannst, um eine Veränderung zu bewirken.
Alle Traumsymbole haben für jeden Menschen eine eigene, individuelle Bedeutung. Wir haben alle unsere eigenen, persönlichen Erfahrungen gemacht. Jedes Symbol, jedes Bild im Traum kommt aus uns und hat daher eine persönliche Bedeutung, die nicht auf eine andere Person übertragen werden kann. Ich möchte eine kurze Übung mit Dir machen, um dies zu verdeutlichen.
Übung:
Schließe bitte für einen Moment die Augen und stelle Dir vor, Dir begegnet ein Hund
Wie sieht er aus. Ist er groß oder klein, hat er ein weiches Fell?
Schließe bitte für einen Moment die Augen und stelle Dir vor, Dir begegnet ein Hund.
Ist das Fell gut gepflegt oder zerzaust?
Ist er freundlich oder eher aggressiv?
Freust Du Dich, ihn zu sehen oder bist Du eher ängstlich
Bei jedem Menschen wird sich ein anderer Hund als inneres Bild zeigen, und jede Person wird ein anderes Gefühl mit dem Hund verbinden, weil wir alle unterschiedliche Erfahrungen mit Hunden gemacht haben. Verstehst Du, dass wir unsere Träume nur selbst entschlüsseln können?
Wir können viel Unterstützung von Menschen bekommen, die Erfahrungen mit Träumen haben. Gerade, wenn wir beginnen, uns mit unseren Träumen zu beschäftigen, ist ein Traumseminar und z. B. eine regelmäßige Traumgruppe sehr hilfreich. Dies möchte ich empfehlen, da ich bisher niemandem begegnet bin, der ausschließlich aus Büchern heraus einen befriedigenden Zugang zu seinen Träumen bekommen hat. Es wird Dir niemand sagen können, was der Traum für Dich bedeutet, die Person kann Dich aber durch einfühlsames Fragen hinführen zur eigenen Erkenntnis. Diese findest Du ausschließlich in Dir selbst. Wenn Du das Gefühl verspürst, "Das ist es", wenn Du innerlich bewegt bist, dann weißt Du, dass Du Dich dem Traum angenähert und Dir seine Botschaft zu eigen gemacht hast.
Alle Ein-Drücke, die unsere Seele jemals erlebt und nicht integriert hat; Schmerz, Freude, Angst, Trauer, Verlust usw. werden in den Träumen wieder offenbar. Alles Unterdrückte, alle Fähigkeiten in uns, die wir bisher nicht beachtet haben, und die ausgedrückt werden möchten. Der Traum möchte uns über die Bilder, die aus unserer Seele hochsteigen in unser Bewusstsein, auf Gefühle und Eigenschaften hinweisen, die wir nicht leben oder die uns hindern, ein letztendlich glückliches und befreites Leben zu führen.
Alles, was Du über die Bedeutung von Symbolen liest, nimm bitte als zusätzliche Hilfe und ich möchte betonen: Jedes Symbol in Deinem Traum hat für Dich einen eigenen, nicht vergleichbaren Sinn. Niemand hat Deine Erfahrungen gemacht. Du bist einzigartig!
Außerdem mag ein Symbol heute für Dich einen anderen Sinn haben als morgen. Dein Erfahrungsschatz hat sich morgen um die Erlebnisse, die Du heute erfährst, erweitert. So wird auch das gleiche Symbol morgen eine andere oder ergänzende Information für Dich bereit halten.
Stelle Dir vor, Du hattest gestern einen wundervollen Tag mit Deinem Partner. Heute morgen wachtest Du mit einem Traum auf, in dem Dein Partner vorkam. Stelle Dir weiter vor, Du hättest heute einen großen Krach mit ihm. Morgen taucht er wieder in Deinem Traum auf. Es ist unwahrscheinlich, dass der Traum Dir mit dem Bild Deines Partners in beiden Fällen das gleiche mitteilen möchte. Bedenke, dass der Traum uns über seine Bilder und Symbole auf Gefühle und Eigenschaften in uns aufmerksam machen möchte. Im ersten Fall mag Dein Partner auf Deine liebevolle Seite hinweisen, im zweiten Traum möglicherweise auf einen unbeherrschten Teil in Dir. Aus der Handlung des Traumes heraus wird ersichtlich, wie diese Gefühle Dich beeinflussen, und wie Du mit ihnen umgehen kannst.
Die Bedeutung der Symbole kann sich für uns ändern, abhängig von unseren Erfahrungen, die wir im Laufe der Zeit machen.
Wir entschlüsseln daher die Symbole für jeden Traum neu.
Abbildung 4: Die Entschlüsselung der Traumsymbole
Die Entschlüsselung des Traumes
Die Reise auf den Berg
Wir kommen zu dem zentralen Teil der Traumarbeit, dem Entschlüsseln der Symbole. Nimm Dir für dieses Kapitel etwas Zeit. Lese es am besten einmal durch und mache Dich dann Schritt für Schritt mit der Technik des Entschlüsselns vertraut. Die Reise auf den Berg birgt den Schlüssel zur Erkenntnis Deiner Träume.
Du hast das Traumbuch mit Deinem aufgeschriebenen Traum vor Dir liegen und die Symbole unterstrichen und auf die rechte Seite des Traumbuches geschrieben. Bevor Du beginnst, Deine Träume zu entschlüsseln, gehe für einige Augenblicke in die Stille. Vielleicht möchtest Du Dir einen Traumplatz einrichten, an dem Du Dich zurückziehen kannst, wenn Du Dich mit Deinen Träumen beschäftigst. Wir können ein kleines Ritual aus der Entschlüsselung unseres Traumes machen, eine Kerze anzünden, und ein Gebet mit der Bitte um Führung und Erkenntnis sprechen. In der Stille können wir Kontakt mit dem Höheren Selbst, mit unserer Seele, aufnehmen und die Botschaften an uns empfangen. Stelle Dir das Höhere Selbst nicht als etwas vor, das weit entfernt im Kosmos schwebt - es ist in Dir! Du findest und berührst es in Deinem Herzen.
Du hast jetzt einen Traum vor Dir, den Du entschlüsseln möchtest. Stelle Dir vor, dass Deine Seele über den Traum Kontakt mit Dir aufnehmen und Dir etwas mitteilen möchte. Die Seele spricht über Symbole, über Bilder zu uns. In jedem Symbol sind Informationen und Hilfen für uns enthalten. Du hast bestimmt die Erfahrung gemacht, dass ein Symbol im Traum ein oder mehrere Gefühle in Dir auslöst. Es kann Freude sein, Leichtigkeit, aber auch Unwohlsein oder Beklemmung. Die Gefühle, die wir den Symbolen gegenüber empfinden, sind ein Schlüssel für ihre Entschlüsselung. Unsere Seele spricht besonders über Gefühle zu uns. Achte in der Begegnung mit den Traumsymbolen auf Deine Gefühle. Erlaube Dir, sie zuzulassen. Sie sind Wegweiser, die Dich zur Erkenntnis führen.
Die Entschlüsselung der Traumsymbole
Begebe Dich zu Beginn der Traumentschlüsselung in eine entspannte und angenehme Haltung. Vielleicht hast Du eine Methode für Dich gefunden, um schnell in einen entspannten Zustand zu kommen. Als Anregung möchte ich Dir folgende Einstimmung geben. Setze Dich dazu am besten auf einen Stuhl, die Beine nebeneinander, so dass Du mit Deinen Füssen einen guten Kontakt zum Boden hast. Der Rücken ist aufgerichtet. Schließe Deine Augen und nehme die Teile Deines Körpers wahr, die mit der Umwelt Berührung haben (die Füße zum Boden, das Becken zur Sitzfläche usw.). Richte Deine Aufmerksamkeit nun auf Deinen Atem und verfolge, wie er durch die Nase in den Körper strömt und ihn wieder verlässt. Bitte das Höhere Selbst, Gott oder eine andere Form, die Dich anspricht, darum, Dich durch diesen Traum zu führen und Dir genau die Botschaften und Hilfen zu geben, die Du jetzt benötigst. Diese Einstimmungsübung dauert ca. eine Minute. Je intensiver Du Dich in diese kurze Übung hineinbegibst, umso leichter werden sich die Symbole entschlüsseln!
Richte jetzt Deine Aufmerksamkeit auf den Teil des Traumes, in dem sich Dein erstes Symbol befindet. Nimm Kontakt mit diesem Symbol auf, nimm es an die Hand oder in die Hand und bleibe mit dem Symbol in ständigem Kontakt. Dann gehst Du auf einen Berg zu und beginnst, ihn zu besteigen. Du gehst in eine Wolkenwand hinein, durchwanderst sie, immer im Kontakt mit dem Symbol und gelangst wieder ins Freie und Helle. Gehe weiter bis zur Bergspitze und setze Dich, oben angekommen, dem Symbol gegenüber. Lasse das Licht der Sonne und der Wahrheit auf Dich und das Symbol strahlen und frage dann ganz liebevoll Dein Symbol: "Was bist du von mir? Welcher Teil bist du von mir?" Dann sei einfach nur... und lasse zu, dass die Antwort kommt. Der erste Gedanke, der Dir bewusst wird, ist die Antwort. Denke nicht weiter darüber nach! Notiere diesen Gedanken neben dem aufgeschriebenen Symbol. Meistens ist es ein einzelnes Wort, es kann auch ein Satz sein.
Hast Du eine Antwort bekommen und neben das Symbol geschrieben, begebe Dich mit Deiner Aufmerksamkeit in den Teil des Traumes, wo sich Dein zweites Symbol befindet. Gehe mit dem Symbol in Richtung Berg, besteige ihn und komm durch die Wolken zur Bergspitze. Frage Dein Symbol und schreibe die Antwort auf. Dies machst Du, bis Du alle Symbole entschlüsselt hast. Nachdem Du alle erhaltenen Antworten neben die Symbole geschrieben hast, kannst Du Deine Entschlüsselungen zum besseren Verständnis auch noch über die Symbole in dem aufgezeichneten Traum schreiben.6
Lese den Traum jetzt noch einmal, und zwar mit den Entschlüsselungen. Du wirst spüren, wie sich der Traum auf Deine momentane Lebenssituation, Deine Gedanken und Gefühle bezieht. Frage Dich: "Auf welche Situation in meinem Leben bezieht sich die Entschlüsselung des Traumes?" "Was habe ich jetzt zu beachten?" Achte auf Deine Gefühle! Sie führen Dich zu der Erkenntnis, die der Traum Dir mitteilen möchte. Der erste Gedanke, der Dir kommt, ist der richtige. Vertraue Dir! Schreibe in ein, zwei Sätzen Deine Erkenntnis auf und überlege, wie Du sie in den Alltag umsetzen und praktizieren kannst. Zum Abschluss bedanke Dich beim Höheren Selbst für die Führung und Erkenntnis, die Du erhalten hast.
Die Reise auf den Berg ist eine sichere und zuverlässige Möglichkeit, die Symbole zu entschlüsseln. Einer Teilnehmerin eines Seminars war es allerdings nicht möglich, in ihrer Vorstellung auf den Berg zu gehen. Sie sagte, dass sie jedes Mal, anstatt auf den Berg, zu einer kreisrunden Lichtung in einem Wald geführt wurde. Sie setzte sich in die Mitte dieser Lichtung dem Symbol gegenüber und fragte es: "Was bist du von mir? Welcher Teil bist du von mir?". Die Sonne schien im hellen Lichte auf sie herab und die Symbole offenbarten sich ihr klar und deutlich.
Das Höhere Selbst weiß am besten, auf welche Art und Weise wir die Botschaften am vollkommensten empfangen können. Da wir die Entschlüsselung unserer Träume abgeben und um Führung bitten, mag das Höhere Selbst, unsere Seele, uns im Einzelfall einen anderen Weg zeigen, der für uns noch besser, noch leichter ist. Solltest Du diese Erfahrung machen, vertraue auf Deine innere Führung.
Abbildung 5: „Was bist du von mir? Welcher Teil bist du von mir?“
Die Traumbotschaft
Wir gehen Schritt für Schritt durch Renates Traum7 und lassen uns zu der Erkenntnis führen, die der Traum ihr übermitteln möchte.
Traum:
Ein Mann liegt mit Fieber im Bett. Er sagt zu einer Frau: "Es ist schön, dass ich bei dir bleiben darf, da ich Zuhause nicht umsorgt werde." Die Frau gibt ihm zu verstehen, dass sie viel zu tun hat und sich nicht um ihn kümmern kann. Sie sagt zu ihm: "Verlasse dich nicht auf mich. Es liegt in deiner Verantwortung, wieder gesund zu werden."
Entschlüsselung:
Mann - Subtile Bequemlichkeit
Fieber - Deine unerledigten Arbeiten, die dich ins Schwitzen bringen
Bett - Deine Faulheit
Frau - Wahre Liebe
Zuhause - Dein Glück, dass du nicht erkennst
Ihre Übersetzung lautet:
Meine subtile Bequemlichkeit (Mann) liegt mit unerledigten Arbeiten, die mich ins Schwitzen bringen (Fieber) in meiner Faulheit (Bett). Die subtile Bequemlichkeit sagt zu der wahren Liebe (Frau): "Es ist schön, dass ich bei dir bleiben darf, da ich in meinem Glück, dass ich nicht erkenne (Zuhause), nicht umsorgt werde." Die wahre Liebe gibt der subtilen Bequemlichkeit zu verstehen, dass sie viel zu tun hat und sich nicht um sie kümmern kann. Die wahre Liebe sagt zu der subtilen Bequemlichkeit: "Verlasse dich nicht auf mich. Es liegt in deiner Verantwortung, wieder gesund zu werden."
Der Traum möchte, dass wir uns Fragen stellen. Die Fragen führen uns zu den Antworten, die uns weiterhelfen. Wir besprechen jetzt Renates Traum Satz für Satz. Gehst Du in dieser Form mit Deinen Träumen vor, wirst Du viele Erkenntnisse für Dich gewinnen.
Erster Satz: Ein Mann liegt mit Fieber im Bett.
Übersetzung: Meine subtile Bequemlichkeit (Mann) liegt mit unerledigten Arbeiten, die mich ins Schwitzen bringen (Fieber) in meiner Faulheit (Bett).
Wo und wann bin ich zur Zeit subtil bequem? Es wird eine Bequemlichkeit sein, die Renate nicht bewusst ist und die sie daran hindert, in irgendeiner Sache voranzukommen. Welche Arbeit, welche Aufgaben schiebe ich vor mir her, die eigentlich erledigt werden müssten?
Zweiter Satz: Er sagt zu einer Frau: "Es ist schön, dass ich bei dir bleiben darf, da ich Zuhause nicht umsorgt werde."
Übersetzung: Die subtile Bequemlichkeit sagt zu der wahren Liebe (Frau): "Es ist schön, dass ich bei dir bleiben darf, da ich in meinem Glück, das ich nicht erkenne (Zuhause), nicht umsorgt werde."
Der Traum fordert heraus, uns in Frage zu stellen. Wo und von wem lasse ich mich aus Bequemlichkeit umsorgen? Wo benutze ich meine subtile Bequemlichkeit, um etwas nicht erkennen zu müssen? Welche Ausreden habe ich für meine subtilen Bequemlichkeiten? Der Traum fordert Renate auf, ihre Bequemlichkeit aufzugeben, die sie daran hindert, ihr Glück zu erkennen. Dieses findet sie nicht im Äußeren, sondern nur in sich selbst, in ihrem Zuhause.
Dritter Satz: Die Frau gibt ihm zu verstehen, dass sie viel zu tun hat und sich nicht um ihn kümmern kann. Sie sagt zu ihm: "Verlasse dich nicht auf mich. Es liegt in deiner Verantwortung, wieder gesund zu werden."
Übersetzung: "Die wahre Liebe gibt der subtilen Bequemlichkeit zu verstehen, dass sie viel zu tun hat und sich nicht um sie kümmern kann. Die wahre Liebe sagt zu der subtilen Bequemlichkeit: "Verlasse dich nicht auf mich. Es liegt in deiner Verantwortung, wieder gesund zu werden."
Die wahre Liebe, ein Anteil von Renate, sagt, dass sie sich nicht um Renates Bequemlichkeit kümmern kann, da andere Aufgaben auf sie warten. Die Botschaft dieses Abschnittes ist deutlich. "Höre auf, deine Bequemlichkeit zu umsorgen." Nur wenn Renate die Verantwortung für sich selbst übernimmt, aktiv wird, ihre aufgeschobenen Sachen erledigt, wird sie wieder gesunden und ihr Glück finden. Sie schrieb folgende Erkenntnis in ihr Traumbuch: "Ich habe aus meiner Bequemlichkeit herauszukommen und meine unerledigten Aufgaben anzugehen. Dies führt mich in mein Glück."
Wir können weitere Einzelheiten erfahren, in dem wir mit den Symbolen kommunizieren. Renate ging zu einem späteren Zeitpunkt nochmals in den Traum hinein, stellte ihren Symbolen auf der Bergspitze verschiedene Fragen und erhielt für sich überraschende und erhellende Antworten.
Renate zum Mann (subtile Bequemlichkeit): "Liebe Bequemlichkeit, was möchtest du mir sagen?"
Mann (subtile Bequemlichkeit): "Ich bin dein mangelnder Antrieb, deine Angst, die Dinge im Leben nicht bewältigen zu können."
Renate: "Was kann ich für dich tun?"
Mann: "Mir fehlt deine Kraft und deine Liebe, die du mir nicht gibst. Erst dann kann ich mich ändern."
Renate zum Fieber (unerledigte Arbeit): "Liebe unerledigte Arbeit, was möchtest du mir sagen?"
Fieber (unerledigte Arbeit): "Ich bin deine angestauten Gefühle. Im Außen vermeidest du unangenehme Aufgaben und im Inneren unterdrückst du deine Gefühle."
Renate zur Frau (wahre Liebe): "Liebe Frau, was möchtest du mir sagen?"
Frau (Liebe): "Ich bin dein inneres Licht, das dir den Weg zeigt; vertraue mir!"
Renate zum Zuhause (Glück): "Liebes Glück, was möchtest du mir sagen?"
Zuhause (Glück): "Ich bin dein Zuhause in dir, dem du so sehr misstraust. Mach es dir in dir gemütlich. Nur dort wirst du wahre Geborgenheit finden."
Renate zur Frau (wahre Liebe): "Was kann ich tun, um das Glück in mir zu finden? Was kann ich tun, um mein Leben zu verbessern?"
Frau: "Schau dir an, was du verändern möchtest und beginne dann Schritt für Schritt, es zu verwirklichen. Ich helfe dir dabei. Zuerst muss dir klar sein, was du verändern möchtest."
Renate: "Liebes Höhere Selbst, bitte zeige mir, was ich zu verändern habe? Was tut mir jetzt gut?"
Höheres Selbst: "Beginne, dich selbst ein wenig mehr zu lieben. Hast du dich jemals nur zu einem Teil so geliebt, wie du deine Katze liebst? Hast du dir jemals die Zuwendung entgegengebracht, die du ihr gibst?... Entferne all die Dinge in deiner Wohnung, die du nicht mehr magst. Schaffe dir ein äußeres Umfeld, in dem du dich sehr wohl fühlst..."
Wie Du siehst, kommen wir durch diese Form von Dialog an tiefere, unbewusste Schichten in uns heran, die wir nach und nach lösen können. Habe keine Bedenken, dass die Träume uns überfordern könnten. Uns wird nur das aufgezeigt, was uns in unserer augenblicklichen Entwicklung weiterkommen lässt. Uns werden genau die Muster, Ängste, Zweifel und Gewohnheiten gezeigt, die jetzt angeschaut und aufgelöst werden können. Vertraue darauf, dass Du die Antworten erhältst, die Dir weiterhelfen. Gehe spielerisch und leicht mit den Symbolen um, Du wirst beständige Informationen und Unterstützung von ihnen bekommen.
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