Kitabı oku: «So wirst Du ein guter Probefahrttourist»

Yazı tipi:

Swami Desastah

So wirst Du ein guter Probefahrttourist

Basics - Strategien - Perspektiven

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

Impressum und Pflichtangaben

Disclaimer für Mieses und jenes…

Vorspann: Du willst ein Probefahrttourist werden?

Intro: Probefahrttourismus – ein sinnstiftendes Hobby?

Einführung: was ist und macht ein Probefahrttourist?

Probefahrttourismus: wie steigst Du ein?

Unerlässlich: der Wortschatz eines jeden Probefahrttouristen

Probefahrt-Knigge: was Du beachten musst, damit Du nicht in ganz schlechter Erinnerung bleibst…

Basistechniken: wie erschleichst Du Dir effektiv eine Probefahrt?

Preiskategorien: geforderte Skills und Taktiken

Marken, Klischees, Auftreten und Accessoires

Vor und während der Probefahrt

Nach der Probefahrt: die Ausreden

Probefahrttourismus: Kategorien und Aufstiegsmöglichkeiten

So kriegst Du das Spritgeld rein

Anhang 1: Nerdsprech – die Vertiefung des Wortschatzes

Anhang 2: so schreibst Du einen gelungenen Testbericht

Probefahrttouristen-Quiz

Fehlerteufelchen: wenn der Swami Grütze sülzt!

Das Wort zur Abdankung (von diesem Buch)

Impressum neobooks

Impressum und Pflichtangaben

So wirst Du ein guter Probefahrttourist

Basics – Strategien – Perspektiven

Swami Desastah

Impressum und Pflichtangaben

Titel: So wirst Du ein guter Probefahrttourist

Untertitel: Basics – Strategien – Perspektiven

Texte: © Swami Desastah

Umschlaggestaltung: © Swami Desastah

Verwendetes Stockphoto: Bigstockphoto.com, Copyright © alexandr_1958

Swami Desastah ist ein Pseudonym. Sozusagen der Name auf der Verpackung. Dieses E-Book ist im Eigenverlag erschienen, siehe unten.

Dieses E-Book ist eine Satire. Mit diesem Werk werden keine lebenden Personen in ihren Persönlichkeitsrechten angegriffen oder verletzt. Satire ist eine Ausdrucksform der Kunst, in der durch Überzeichnen und Persiflieren einer Persönlichkeit, eines Merkmales oder einer Sache Dinge auf eine humorvolle Art und ironisch oder sarkastisch dargestellt werden. Die Freiheit zur Satire ist durch Artikel 5 des GG gedeckt.

Verlag:

Andreas Ulmicher

In der Ährecke 28

36396 Steinau OT Ulmbach

Andreas.Ulmicher@gmx.net

Homepage: https://www.erleuchtung-nein-danke.de

Veröffentlicht als E-Book über:

www.neobooks.com

Neopubli GmbH

Köpenicker Str. 154a

10997 Berlin

Disclaimer für Mieses und jenes…

Tach…eles!

Du hast das Standardwerk zum Thema Probefahrttourismus vor Dir. Kein Wunder: es ist ja auch das einzige. Aber: Du solltest daher nichts erwarten, was mit Kung Fu, Esoterik, Yoga, der Gründung einer Stiftung, finanzieller Freiheit, Romantik, Taschentüchern, vegetarischen Rezepten aus Fernost, Digitalisierung von Einzelunternehmen, der Südtiroler Tourismusbranche, Kalorientabellen oder dem Malen von Acrylbildern zu tun hat. Dafür gibt es andere Bücher. Und E-Books auch. Es gibt auch noch andere Themen, die ich hier nicht aufgezählt habe. Dafür gibt es noch andere Bücher. Das solltest Du bei der Wahl dieses E-Books (und später hoffentlich eines Printbuchs) unbedingt beachten.

Die Inhalte dieses Werks sind politisch in etwa so korrekt wie alte, weiße Männer. Da das bei diesem Machwerk sowieso keinen Zweck hat, enthält es auch keinerlei Gendersternchen. Zu 95% sind es von vornherein Kerle, die ständig Autos fahren wollen, für die ihr Konto nicht prall genug gefüllt ist. Ich spreche da aus eigener Erfahrung. Die paar Frauen, auf die dies auch zutrifft, schließe ich natürlich und selbstverständlich in meine Ansprache mit ein. Damit es sich aber nicht ganz so scheiße liest, nutze ich bei der Ansprache Unisex. Also im Prinzip wie bei der Auswahl meiner Klamotten.

Denn wie gesagt: hauptsächlich Männer sind bekloppt genug, Autos außerhalb ihrer finanziellen Möglichkeiten fahren zu wollen. Hier Frauen gleichberechtigen zu wollen, wäre eine Herabwürdigung des weiblichen Geschlechts. Und das meine ich verdammt ernst! Oh, Shit…das mit dem ernst meinen hat mir Gott eben nicht in die Wiege gelegt…

Jeder fängt mal klein an: nicht nur ein Probefahrttourist, sondern auch ein Autor eines Buchs zum Thema. Deswegen ist dies hier bis jetzt nur ein E-Book. Ich hoffe, das mit meiner schrägen Schreibe einigermaßen herausreißen zu können. Damit Du eines Tages ein schönes Printbuch mit schönen Bildern, Car-Toons und sonstigen graphischen Illustrationen in Deinen Händen halten kannst, musst Du das hier nur oft genug kaufen. Oder andere müssen es kaufen. Wer sagt denn, dass Du alleine bleiben musst? Also: sag’s weiter. Am besten auf Deiner Social-Media-Seite. Vorausgesetzt, Du hast als Probefahrttourist wenigstens da Freunde. Vielleicht bist Du auch noch keiner und hast noch richtige Freunde.

Da aber ziemlich viele Kerle abends im Wohnzimmer oder vor dem PC „Ich will auch mal, verdammt!“ (siehe unten…) brüllen, bin ich guter Hoffnung. Ihr wisst ja: Lesen bildet. Also: Hände weg von diesem Buch. Oder…ach nee, Eigentor geschossen. Lest dieses Buch. Auch ohne Bildungsauftrag.

Es gibt immerhin gute Gründe, so werden zu wollen wie Matthias Malmedie. Oder Jeremy Clarkson. Die Figur-Nachteile des Letzteren werden dadurch wieder wettgemacht, dass er sie wirklich alle Probe fahren darf!

Es gibt auch einige weitere Dinge, die in diesem Machwerk nicht so ganz politisch korrekt sind, aber einem Probefahrttouristen nun mal am Herzen liegen: Hubraum beispielsweise. Fahrspaß oder Motorsound. Und ja, ich weiß dass diese Dinge völlig sinnlos sind. Aber das ist Regierungspolitik auch und die setzt sich trotzdem (fast) immer durch.

Und irgendjemand in diesem Land muss ja schließlich eine Lanze für die armen Probefahrttouristen brechen!

Und bitte nicht wundern: ich hab’s manchmal nicht so mit Fremdwörtern. Zu diesem Zweck hat mein CEO am Ende des Buchs ein Kapitel mit der Überschrift Fehlerteufelchen hinterlegt. Vielleicht wird Dir wenigstens da geholfen, wenn schon nicht im Rest vom Buch!

Gewidmet ist dieses Werk…

Nicht nur Matthias Malmedie. Obwohl der mich auf die Idee gebracht hat. Siehe unter Marken, Klischees und dort unter Lamborghini. Darüber hinaus widme ich dieses Meisterwerk zeitgenössischer fixer Ideen allen Probefahrttouristen, Autojournalisten, Verkaufsleitern, die unter letztgenannten leiden müssen, Jeremy Clarkson, James May, Richard Hammond (das nächste Mal fährst Du aber vorsichtig, ja?!), aber auch Otto Normalverbraucher, Superverbraucher, Super-Plus-Verbraucher, den Schnellen und den Furiosen, den Kurvenräubern, den Querlenkern, den Übersteuerern, den Tachovideos-Erstellern sowie allen, die noch so am Start (d.h. im Autohaus) sind…

…und Mutti.

Meine Frau nehme ich mal aus. Sie war einverstanden damit. Sie findet Probefahrten bescheuert. Ich kann es ihr nicht mal übelnehmen. Würde mir wahrscheinlich genauso gehen, wenn ich vernünftig wäre…

Vorspann: Du willst ein Probefahrttourist werden?

Du kennst sie alle. Und jedes Wochenende schaltest Du wieder ein. Bei YouTube, auf Männer-TV, bei Nitroglycerin und Sport aus der letzten Reihe (Couch). Hauptsache dass…

Wenn sich Matthias Malmedie, Deutschlands bekanntester Probefahrttourist, bei GRIP die Ehre und darüber hinaus alle Mühe gibt, Top Gear mit den drei britischen Chaoten nachzueifern, leuchten Männeraugen (meist…es soll auch einige Frauen geben, die durchaus Verständnis für solche Spinner haben), steigt der Benzindruck im arteriellen Kreislauf, greift das Patschehändchen zum imaginären Schaltknauf. Virtuelles Schalten wird so Dopamin-fördernd wie Luftgitarre zu spielen und es bleibt ein Satz in der stehenden Wohnzimmerluft hängen:

„Ich will auch mal, verdammt!!!“

Welche Männerversteherin (s.o.) nickt hier nicht beipflichtend mit dem Kopf?

Nun ist das so eine Sache: denn Matthias Malmedie und Jeremy Clarkson sind angesehene Autojournalisten und damit quasi die „Endstufe“ des erstrebenswertesten Ideals gleich hinter Gigolo und Alleinerbe. Aber um das Wollen zum Machen werden zu lassen, braucht es ein Fundament. Und dieses Fundament ist nun mal der gemeine Probefahrttourist. Wie in so vielen Branchen, fängt man als Probefahrttourist eher klein an.

Aber: auch dieses „klein anfangen“ ist gerade in diesem zeitlosen Metier durchaus mit Spaß verbunden. Sicher wirst Du als Anfänger nicht gleich zum Ferrari SF90 Stradale vorgelassen. Aber so ein Hyundai i30 N oder ein Ford Fiesta ST können auch schon eine Gaudi sein – vorausgesetzt natürlich, Du hast das Fach „Fahrdynamik“ in Deinem bisherigen Leben nicht vollständig verpennt.

Und das schriftliche Rüstzeug für diese Basis, diesen Anfang, liefert Dir dieses Standardwerk zum Thema Probefahrttourismus. Auf den folgenden Seiten erfährst Du als geneigter Einsteiger in dieses Hobby, das irgendwann zum Beruf werden kann, alles, was man wissen muss: Welche Fachbegriffe solltest Du kennen? Mit welchen geeigneten Techniken kannst Du Dir eine Probefahrt erschleichen? Wie kannst Du die klassischen Markenklischees für Dich nutzen? Wie verfeinerst Du Deine Sozialkompetenzen beim Verkaufsleiter? Für Umgang mit Menschen gibt es einen Knigge: wie sieht es für den Umgang mit dem Probefahrtmaterial aus? Welche Skills sind in welcher Preiskategorie gefragt? Wie kannst Du das Hobby ausbauen?

Mit diesem unentbehrlichen Ratgeber für jeden Einsteiger in Sachen Probefahrttourismus werden alle Klarheiten beseitigt und es bleibt kein einziges Auge trocken. Versprochen!

Dein Swami Desastah!

Intro: Probefahrttourismus – ein sinnstiftendes Hobby?

Gerade wenn Du Einsteiger bist beziehungsweise überhaupt erst mit dem Gedanken spielst, Probefahrttourist zu werden, brauchst Du durchzugsstarke sowie drehfreudige Argumente.

Klaro, die findest Du natürlich im Autohaus Deines Vertrauens. Ob Dir die Mitarbeiter im Autohaus allerdings auch vertrauen, steht auf einem eigenen Blatt. Deswegen liefere ich Dir hier noch einige weitere…

Erstens: Körperertüchtigung und Fitness

Probefahrttourismus ist ein wundervolles, aktives Hobby. Auf der einen Seite verlangt es Dir sportlich gesehen nicht allzu viel ab – es sei denn, Du zwängst Dich mit stabilen 240 Pfund Lebendgewicht in einen Lotus Exige mit Schalensitzen – aber auf der anderen Seite kommst Du an die frische Luft. Zumindest im Cabrio. Ab Tempo 200 ist sogar ein Sauerstoffrausch drin. Aber nur bei geöffneten Seitenscheiben, ohne Windschott und mit ausreichend Festiger im Haar, falls vorhanden. Das Haar, nicht der Festiger…

Zweitens: Soziale Skills

Ein weiteres, wundervolles Argument für Probefahrttourismus: es ist ein soziales Hobby. Als Mann kannst Du Flirttaktiken mit der Dame an der Anmeldung ausprobieren, die Dich zum Ziel führen: nein, nicht zur privaten Telefonnummer der Dame an der Anmeldung, sondern in das Büro des Verkäufers. Als Frau flirtest Du mit dem Verkaufsleiter direkt. Als Mann bei einer weiblichen Verkaufsleiterin solltest Du überhaupt nicht flirten. Wenn Du nicht flirtest, hält sie Dich für seriös und gibt Dir bereitwillig die Schlüssel heraus. Diese Vorgehensweise verlangt Männern viel ab und ist ein hervorragendes Training für soziales Gegeneinander.

Der Weg von der Anmeldung zum Verkaufsleiter sollte übrigens die einzige Gerade während eines Probefahrtunternehmens darstellen: um Dich von der Fahrdynamik Deines Probefahrzeugs zu überzeugen, wähle eine kurvenreiche Straße.

Drittens: Ein vielseitiges und Horizont erweiterndes Hobby

Probefahrttourismus ist abwechslungsreich und vielseitig: es gibt unglaublich viele Automarken und noch viel mehr Autohäuser. Plus, Du solltest regelmäßig wechseln – immer nach einer Probefahrt – damit die bereits von Dir heimgesuchten Autohäuser Gelegenheit haben, Dich wieder zu vergessen.

Probefahrttourismus ist darüber hinaus eine wunderbare Persönlichkeitsschule: Du musst anpassungsfähig und flexibel sein. Man nennt das heute „soziale Skills“. Bei Bentley musst Du anders auftreten als bei Porsche und noch einmal völlig anders als bei Dacia.

Viertens: Selbstvertrauen und Persönlichkeitsentwicklung

Du kannst auch Dein Selbstvertrauen mit Probefahrttourismus aufbauen. Wenn Dir Dein Banker gerade mal einen Kredit für ein Auto der Kategorie „Was is‘ letzte Preis?“ gewähren würde, kannst Du Dich Schritt für Schritt zum Star-Probefahrttouristen hoch arbeiten: einer, der mit nix auf der Naht aber souverän-selbstsicherem Auftreten die AMG-Abteilung bei Mercedes, die M-GmbH bei BMW und natürlich auch Jaguar, Aston, Bentley und die Haute Konfitüre der Autoindustrie (oder wie dieses senegalesische Wort heißt?!) unsicher macht. Du kannst Schritt für Schritt vorgehen und Dich langsam hoch arbeiten.

Das hat zudem einen weiteren Reiz: Du fängst bescheiden mit vier Zylindern an und kannst Dich in Zukunft auf immer mehr Zylinder freuen! Nicht auf dem Kopf – unter der Haube. Was Zylinder unter der Motorhaube bedeuten, darauf komme ich zurück.

Fünftens: Gesundheit und ganzheitlicher Lebensstil

Vor allen Dingen Deine Augen profitieren. Abgesehen davon, dass Du immer neue Fahrzeuge von innen siehst: Du kommst vom Bildschirm weg und trainierst nebenbei die Augen! Du weißt: ständige Bildschirmarbeit macht kurzsichtig. Die Fernakkumulation oder wie dieser Optiker-Fachausdruck heißt bekommst Du nur gebacken, wenn Du regelmäßig mit vollkommen entspannten Augen aus der Windschutzscheibe eines Deiner zahlreichen Traumautos auf die Straße blickst, um Rehlein oder sonstige Wildwechsel zu orten. Du willst ja schließlich auch mindestens einmal die Bremsen des Fahrzeugs, das Du Dir sowieso nicht leisten kannst, testen!

Sechstens: Vielseitigkeit und Ausbau künstlerischer Fähigkeiten

Natürlich ist es auch ein schönes Argument, dass Du immer etwas zum Erzählen hast. Du kannst auch Rezensionen zu Autohäusern schreiben! Du weißt schon: Bereitwilligkeit, den Schlüssel rauszugeben, angebotene Getränke, Look der Damen an der Anmeldung, Offenheit der Ausstellfahrzeuge für den Einstieg. Damit ist natürlich Dein Einstieg auf der Fahrerseite gemeint. Wenn Du diese Erfahrungen dann bei einem Textbroker postest, kannst Du Dir sogar ein bisschen Spritgeld dazu verdienen!

Siebtens: Karriere / Zukunftsaussichten

Wenn Du den reinen Hobby-Status überwinden willst: Probefahrttourismus kann Dir den Einstieg zum Autojournalisten bieten! Das bedeutet: die Autohändler geben Dir die Dinger ganz freiwillig und sogar noch mit einem freundlichen Lächeln!

Und jetzt das wichtigste Argument: Probefahrttourismus ist Tourismus mit Zukunft! Er bietet viel, kostet wenig, und man muss nicht fliegen…!

Alles in Allem sind das wundervolle Argumente zum Einstieg in diese zeitlose Branche. Zwar ist sie für Autoverkäufer auch genauso nervig wie sie zeitlos ist, aber wen stört das schon? Also, mich nicht! Und Dich sollte es auch nicht stören…

Einführung: was ist und macht ein Probefahrttourist?

An ein paar grundlegenden Definitionen und einer Einführung in die Branche kommst Du nicht vorbei. Außerdem möchte ich in diesem Kapitel mit Mythen aufräumen, damit die Enttäuschung für Dich nicht größer ist als für meine Frau, wenn wir beide das Dings mit den drei Buchstaben (Einkaufen und Kochen) hinter uns haben.

Was ist ein Probefahrttourist?

Ein Probefahrttourist ist jemand, der Autos Probe fährt, aber nicht kauft. Das nicht kaufen ist dabei essentiell. Denn schließlich willst Du Dich für Dein Hobby (Autos) nicht verschulden.

Um seinem Hobby nach zu gehen, wählt der Probefahrttourist dabei verschiedene Autohäuser. Eine Stammkundschaft in einem Autohaus vermeidet der Probefahrttourist streng. Es ist wichtig, sich nicht zu sehr an ein Haus, aber auch nur an eine Marke zu binden. Du musst flexibel sein.

Der Probefahrttourist muss dabei einen offenen, weiten Geist haben: er darf nicht „gegen“ bestimmte Automarken sein. Du solltest Dir unbedingt jeglichen Markendünkel verkneifen. So gibt es z.B. Audi-Fahrer, die nie, niemals einen BMW geschenkt nehmen würden. Ich würde hingegen jeden Neuwagen geschenkt nehmen. Ich leiste gegen keine Automarke inneren Widerstand. Und: verkaufen geht sowieso immer. Also: wenn Du zufällig einen Neuwagen hast – egal welche Marke – und nicht weißt, an wen Du ihn verschenken sollst: hier bin ich! Ich habe noch nicht einmal etwas gegen einen neuen Bentley einzuwenden!

Zudem vergrößert sich die Auswahl der leicht erreichbaren Autohäuser in Deiner Umgebung enorm, wenn Dein Geist weit, frei und ungetrübt von irgendwelchem Markendünkel ist.

Ein Probefahrttourist fährt einfach gern. Dabei darf er durchaus bestimmte Präferenzen haben: z.B. Cabrios. Oder mindestens 250 PS. Oder Hubraum. Oder Crossovers. Oder sportive Kleinwagen. Oder Unimog, falls Du noch auf der Suche nach der letzten Tasse in Deinem Schrank sein solltest.

Was qualifiziert Dich zum Probefahrttouristen?

Das Wunderbare an diesem Hobby ist: Du brauchst keinerlei Qualifikation dafür. Nur Interesse an Autos und einen gültigen Führerschein. Es gibt fast keine Altersbeschränkung dafür. Ich empfehle allerdings, mindestens 25 Jahre alt zu sein. Außer, Du bist Influenza oder einer von diesen komischen Typen mit dem Sprechgesang und dem schlechten Deutsch. Dann kannst Du auch schon jünger.

Womit wir auch schon beim Knetmassenfaktor wären: es hat Vorteile, wenn Du als Probefahrttourist Kohle hast. Aber nicht nur. Wenn Du Geschäftsfrau/-mann bist oder sonst wie zu Asche gekommen und die Autohändler Dich ein bisschen kennen, geben Sie Dir das Auto vielleicht sogar gerne. Der Nachteil: es könnte sein, dass Dir das Probe gefahrene Auto gefällt und Du kaufst es spontan. Das bringt Dir mit der Zeit einen Fuhrpark. Irgendwann hast Du so viele Autos, dass Dir alle Argumente, Dich weiter diesem Hobby zu widmen, ausgehen. Du willst ja schließlich auch ab und zu von Zuhause wegkommen, oder?

Du musst aber nicht reich sein, um Probefahrttourist zu werden. Du musst es eigentlich nur gekonnt vortäuschen können. Das ist alles. Du kannst auch, wenn Du arm bist, unter drei Bedingungen Probefahrttourist werden:

 Für 10 Euro nachtanken muss drin sein (BMW M: 15€, Porsche: 20€, Bentley aufwärts: 25€)

 Du musst mit Deiner Kleidung wenigstens ein bisschen Wohlstand vortäuschen

 Parke Dein eigenes Fahrzeug ausreichend weit weg vom Autohaus, nicht dass noch ein besonders gewiefter Autoverkäufer den Verdacht einer Verbindung zwischen Dir und der Rostlaube da draußen hegt

Du solltest Dir einen Basiswortschatz zulegen: von Untersteuern über Drehmoment bis DTC. Und zu wissen, was ein Abgasturbolader macht, ist auch nicht verkehrt.

Ansonsten ist eine solide Basis in Sozialkompetenz, sicherem Auftreten und Umgang mit Menschen gefordert: das erlernst Du, indem Du bei preiswerten Automarken beginnst und Dich Schritt für Schritt auf Nobelhobelniveau hoch arbeitest.

Gibt es eine Zunft, einen Verband oder eine Vereinigung für Probefahrttouristen? Wie flexibel musst Du sein?

Nein, Du musst Dich nirgendwo anmelden, um Probefahrttourist zu werden. Du brauchst auch keine Registrierung bei einem Berufsverband oder einem Amt. Du musst auch kein Gewerbe anmelden. Es sei denn, Du verlässt den Hobbystatus und wirst „Autojournalist“. Das ist sozusagen die Ausbaustufe eines Probefahrttouristen. Dazu später.

Du bist übrigens auch zeitlich völlig ungebunden. Du musst nur Deine Arbeitszeiten auf die Öffnungszeiten der Autohäuser abstimmen.

So mache ich das immer: ich arbeite 40 Minuten die Woche und das völlig flexibel. In der Saison bin ich wöchentlich ca. 15-20 Stunden als Probefahrttourist unterwegs, vorzugsweise in der Übergangszeit. Im Sommer habe ich mehr am Badesee zu tun und in den Wintermonaten sind die Fahrzeuge wegen der Reifen auf maximal 210 km/h begrenzt, was das ganze Unterfangen irgendwie uninteressant macht. Abgesehen davon, dass das Sportcabrio auch nicht für eine Stunde der ideale fahrbare Untersatz für einen Februarabend mit lauschigen -10°C ist. Und überhaupt: die Grippewellen und so.

Du hast als Probefahrttourist im Rahmen Deiner sonstigen Tätigkeiten immer völlig freie Zeiteinteilung. Du solltest nur allgemein nicht so viel arbeiten müssen. Aber wer ist schon so blöd? Wenn Du das machen würdest, müsstest Du die Autos ja alle kaufen!

Welche Zukunftschancen hast Du als Probefahrttourist? Wie sieht es mit der Nachhaltigkeit aus?

Es kann sein, dass die Hubräume immer mickriger werden und dass Du irgendwann zu einem übergewichtigen Teil Elektroautos Probe fahren wirst. Das musst Du bereit sein, in Kauf zu nehmen. Aber abgesehen davon gilt die Branche als zukunftssicher. Du darfst nur den Fehler nicht machen, beim nächsten Wahlzettel „grün“ anzukreuzen. Damit schaufelst Du Dir Dein eigenes Grab. Fahr mit Verbrennungsmotoren überwiegend durch den Wald, dann reißt es die Photosynthese größtenteils wieder raus. Alternativ pflanzt Du für jedes Probe gefahrene Auto einen Baum. Aber nicht in Deinem Garten, denn sonst hast Du bald einen undurchdringlichen Wald auf Deinem Grundstück. Und sonnen kannst Du Dich dann auch nicht. Sehen kannst Du auch nichts mehr. Du weißt schon: die Fernakkumulation…

Musst Du Dir besondere Accessoires zulegen, die Dich als Probefahrttourist outen?

Nein, musst Du nicht. Im Gegenteil. Wenn Du dich möglichst unauffällig präsentierst und gibst, hast Du mehr davon. Auf geeignete Kleidung komme ich dann im Kapitel „Marken, Klischees, Auftreten und Accessoires“ zu sprechen.

Wie sieht Dein sozialer Status als Probefahrttourist aus?

Das ist eines der eher dunklen Kapitel und ein Nachteil, den Du in Kauf nehmen musst: als Probefahrttourist hast Du weder Freunde, noch machst Du Dir welche. Du wirst mit Deinem Hobby auf sehr viel Unverständnis stoßen. Dafür brauchst Du eine dicke Haut. Es ist so ähnlich wie mit einem Regierungsbeauftragten. Die Dinge stehen immer in einem bestimmten Verhältnis zueinander. Auch als Regierungsbeauftragter hast Du keine Freunde. Du musst alles an Selbstachtung aufgeben. Deinem Leben geht jegliche Sinnhaftigkeit ab. Niemand mag Dich. Zum Ausgleich streichst Du ohne nennenswerte Eigenleistung die dicke Kohle ein und die Rente ist auch sicher. Nicht die von den Anderen, Deine!

Auch als Probefahrttourist bist Du überflüssig und für manche Menschen schlicht eine Nervensäge. Dafür fährst Du die korrektesten Karren. Und, ganz ehrlich: für eine Stunde mit dem 992 Turbo S kannst Du doch auf so lächerliche Kleinigkeiten wie Freunde oder ein anständiges, vernünftiges Leben verzichten, oder? Auf politische Korrektheit sowieso…

Wenn Du hingegen tatsächlich auf Freunde scharf bist oder irgendjemanden mit Deinem Hobby beindrucken willst, musst Du entweder irgendwelche Öko-Hasenkisten Probe fahren und lautstark darauf aufmerksam machen, dass das die Zukunft ist. Das kannst Du nicht wirklich wollen. Oder Du musst aus Deinem Hobby Deinen Beruf machen und Autojournalist werden. Dann handelst Du Dir mit etwas Glück neue Freunde ein, die auch Autojournalisten sind. Ein Autojournalist ist besser als gar niemand, der Dich versteht…

Fazit: es gibt Hobbys, die sollte man wirklich, wirklich für sich behalten. Ob das nun im Darknet Surfen ist, Fußfetisch oder synthetische Drogen mit dem Chemiebaukasten des Juniors zusammen mixen. Probefahrttourismus liegt da eher noch etwas drüber, aber nicht allzu viel.

Aber das macht nix. Denke einfach nur an die Karren, dann bist Du gleich gechillter.

Probefahrttourismus: wie steigst Du ein?

Wenn Du Neueinsteiger bist und noch so überhaupt keine Erfahrungen in dem Metier hast, würde ich Dir empfehlen, Verkaufsgespräche anzuhören – entweder live im Autohaus oder im Internet. Als zweiten Schritt suchst Du Dir ein Marken-Autohaus einer volkstümlichen Marke in Deiner Nähe wie Skoda, Renault oder Dacia und schleichst ein paar Mal um einen Klein- oder Kompaktklassewagen herum. Es wird nicht lange dauern, bis ein Verkäufer mit den Worten: „Kann ich Ihnen irgendwie weiterhelfen?“ auf den Lippen anschiebt. Denke immer daran: Autoverkäufer in Markenhäusern arbeiten auf Provisionsbasis.

Mach dann nicht den Fehler und frage gleich nach einer Probefahrt! Erst einmal fragst Du ein paar irrelevante Details zum Fahrzeug ab: wie viele Räder es an jeder Ecke hat, ob man damit auch mal zu Ikea fahren und mehr als die Köttbullar aus dem Bistro transportieren kann und ob es einem der Motor sehr übel nimmt, wenn man im 5. Gang mit 1.300 Touren an einer 12%-Steigung einen Sattelzug überholen will.

Achte dabei auf die Augen des Verkäufers. Wenn er eine Weile keinen Verkauf mehr gemacht hat, werden seine Augen glasig und die ganze Mimik beginnt, sich auf sein Ziel zu fokussieren: Dich. Denn Du bist jetzt seine Beute. Schaut er besonders gierig drein, kannst Du Deinen Fang-Spruch anwenden:

„Mein Ehepartner meint, es wäre mal Zeit für ein Neues. Aber ich hänge noch an meinem Altmetall. Ich bin unschlüssig…“ (das ist die so genannte „Ehepartner-Technik“ – die ich Dir im übernächsten Kapitel vorstellen werde – eine Basistechnik zur Erschleichung einer Probefahrt).

Peile sodann erneut aus den Augenwinkeln, ob ein wenig Feuchtigkeit aus dem Mundwinkel des Salesman tropft. Ist das der Fall, hast Du ihn im Sack und musst gar nichts mehr machen! Denn dann wird er automatisch damit kommen:

„Vielleicht möchten Sie ja mal eine Probefahrt machen?“

Aber um Gottes Willen auch dann nicht sofort einschlagen. Du musst Dich noch ein bisschen winden, dann wirkst Du interessanter. Das ist übrigens auch eine Technik, die man Tease and denial nennt – ich komme auch darauf zurück. Du druckst herum, gibst Dich ein bisschen verlegen, so nach dem Motto: „Hm, ich weiß nicht…meinen Sie wirklich?“

Bei dem beschriebenen Vorspiel wird der Verkäufer heftig nicken. Achte darauf, dass Dir nicht allzu viel seiner Saliva aus seinem Mundwinkel auf Dein Jäckchen tropft, denn für den Anlass hast Du Dir extra Dein teuerstes ebensolches angezogen.

Genau dann kannst Du zögerlich einschlagen.

Gratuliere! Du hast Deine erste Probefahrt geschnorrt!

Das übst Du dann vier oder fünf Mal in der volkstümlichen Preiskategorie, dann sitzt es. So gewinnst Du Sicherheit für die nächste Stufe. Denn Du willst Dich ja nicht mit ein paar Öko-Nuckelpinnen mit zu wenigen Zylindern und Minimalhubraum, oder, genauso schlimm, mit Wagen, die irgendwie zweckmäßig sind, begnügen!

Für höhere Stufen musst Du Dir Souveränität im Umgang sowohl mit den Probefahrzeugen, als auch mit den Verkäufern antrainieren. Wenn Du mit der Tour wie oben beschrieben eine Probefahrt in einem BMW Z4 mit 340 Gäulen oder gar einem 911er ergattern willst, wirkst Du unglaubwürdig. Die oben beschriebenen Techniken ziehen so nur bei volkstümlichen bzw. zweckmäßigen Modellen, sprich: vollkommen frei von jedem Hauch von Fahrspaß.

Aber Du musst es ja trainieren. Und nein, Du musst Dich nicht schämen, wenn Du zunächst Probefahrten in Autos schnorrst, die gar keinen Spaß machen. Oder hast Du in der ersten Grundschulklasse gleich mit Differentialgleichungen mit mehreren Unbekannten angefangen? Also, ich habe das nicht einmal in der 13 gemacht, sondern unser Mathematikgenie übernehmen lassen. Das ist die so genannte Abschreibe-Technik. Die hat aber mit Probefahrttourismus nichts zu tun, das nebenbei.

Vor allen Dingen musst Du ab 30.000 € Neuwagenpreis aufwärts den Eindruck machen, dass Du Dich ein bisschen mit Autos auskennst. Ab 50.000 dann musst Du professionell wirken. Und um das zu sein, musst Du Dir einen Grundwortschatz zulegen.

Unerlässlich: der Wortschatz eines jeden Probefahrttouristen

Die folgenden Ausdrücke solltest Du Dir unbedingt einprägen und benutzen wie einer, der Ahnung hat. Sprich: Du musst Ahnung vortäuschen können. Du musst das nicht jedes Mal herauskehren. Bei bestimmten Anlässen ist es auch ganz gut, wenn Du Dich mal ahnungslos gibst. Es hat sich meist – ab der Mittelklasse und bei sportlichen Modellen – bewährt, so zu tun, als könne man mitreden, aber dann dem/r Verkaufsleiter/in bei der Fachkompetenz ein wenig Vortritt zu lassen. Dann freut er / sie sich, dass er / sie einen professionellen Eindruck auf Dich macht, ist gut gelaunt und rückt umso bereitwilliger mit den Fahrzeugschlüsseln heraus.

Diese Begriffe solltest Du Dir einprägen, bis Du in die Praxis einsteigst:

(Adaptive) Cruise control:

Was es ist oder soll: Du drückst auf den Knopf, und mit einem Mal fährst Du exakt genauso langsam wie der Schleicher vor Dir – ohne dass Du dafür arbeiten oder weinen müsstest…

Wofür Du es brauchst: Um Kaufinteresse vorzutäuschen.

ABS

Was es ist oder soll: Macht dieses komische Geräusch beim Bremsen, und Du weißt Bescheid: Du kannst gleichzeitig lenken! Von meinem ehemaligen Mathematiklehrer missverständlich „Anti-Brems-System“ genannt.

Wofür Du es brauchst: Ist heute Standard außer bei den schrägsten Vögeln wie beispielsweise TVR. Aber die solltest Du sowieso nur Probe fahren, wenn Dir ein bisschen nach Suizid ist, z.B. montags oder generell nach dem Jahresurlaub.

Adaptives Fahrwerk

Was es ist oder soll: Auf Knopfdruck wirst Du wahlweise sportlich durchgebeutelt oder surfst souverän auf der A7.

Wofür Du es brauchst: Spielerei, dient ebenfalls dazu, Kaufinteresse vorzutäuschen. Beim „Tease and denial“ lässt Du Dir genau erklären, wie es funktioniert!

Allradantrieb

Was es ist oder soll: Wenn Dein Fahrzeug auf dem Dach liegt und Du trittst das rechte Pedal, drehen sich alle vier Räder.

Wofür Du es brauchst: Außer, Du fährst was Riesiges oder was aus dem Rallyebereich / mit sehr viel Leistung, ansonsten aufgrund des sicheren Fahrgefühls mittel uninteressant.

Anfahrhilfe

Was es ist oder soll: Vor allen Dingen ab 65 interessant, wenn die Extremitäten nicht mehr so wollen.

Wofür Du es brauchst: Mit 65 solltest Du Dir die Autos, die ich nur Probe fahre, aber kaufen können!

Aschenbecher

Was es ist oder soll: Brauchst Du als Probefahrttourist nicht.

Wofür Du es brauchst: Nenn es „Raucherpaket“. Aufpreispflichtig & uncool.

ASR

Was es ist oder soll: Antriebsschlupfregelung = verhindert, dass Du an der Ampel einen auf dicke Hose machst.

Wofür Du es brauchst: Die meisten Autos haben irgendwo einen Knopf zum Abschalten. Das ist schon fast das Beste daran.

Aufladung

Was es ist oder soll: Zusätzliche Atemspende für den Motor, die beiden gängigen Systeme Kompressor und Turbolader (s. dort).

Wofür Du es brauchst: Früher hatte man Hubraum. Heute dafür schon Zwergpalmen im Vorgarten, die wir nach Ansicht von Wissenschaftlern dem Hubraum früherer Tage verdanken. Damit die Zwergpalmen eines Tags ganz politisch korrekt wieder erfrieren, macht man kleine Motoren mit Aufladung, die allerdings nur auf dem Papier weniger Fossiles verputzen als die anständigen Motoren der vor-Zwergpalmen-Zeit.

Benziner

Was es ist oder soll: Verbrennungsmotor. Auf dieses Antriebsprinzip solltest Du Dich beim Probefahrttourismus konzentrieren.

Wofür Du es brauchst: Basics.

Beschleunigung

Was es ist oder soll: Ganz wichtig! Unbedingt ausprobieren!

Wofür Du es brauchst: So Sachen wie „Null auf Hundert“ solltest Du nur bei teuren Modellen abfragen.

Boxermotor

Was es ist oder soll: Haut Dir beim Fahren keine rein, sondern stellt eine bestimmte Anordnung von Zylindern dar. Gebräuchlich bei Porsche (immer eine gute Adresse für eine Probefahrt) oder Subaru (alles außer Impreza kannst Du knicken).

Wofür Du es brauchst: Aber das weiß man doch!

Diesel

Was es ist oder soll: Die andere Art von Verbrennungsmotor. Außer bei SUV und ähnlichen Verbrechen an der Menschlichkeit (Crossover, SAV) uninteressant.

Wofür Du es brauchst: Wenn nur ein solcher als Vorführer verfügbar, unbedingt fragen: „Gibt’s den auch als Benziner mit mehr Hubraum?“ S. unter Diesel-Totschlagargumente.

Doppelkupplungsgetriebe

Was es ist oder soll: Eine spezielle Art von Automatikgetriebe, die den nächsten Gang schon drin hat, während Du noch im vorangegangenen ebensolchen fährst. Braucht viel Liebe und Zuwendung seitens eines Mechanikers.

Wofür Du es brauchst: Verwickle den Verkaufsleiter in ein Gespräch, wie das Ding funktioniert. Wenn er es Dir erklären kann, kündige ihm an, seinem Autohaus bei Google Rezensionen fünf Sterne zu geben. Dann gibt er Dir im Gegenzug die Wagenschlüssel.

Drehfreude

Was es ist oder soll: Wenn Du den Motor bis zum Anschlag zwiebelst (wichtig: immer warmfahren – irgendjemand kauft das Auto wahrscheinlich noch, das Du nur Probe fährst), macht es Spaß!

Wofür Du es brauchst: Ist mittlerweile bei vielen Herstellern verpönt, da es irgendwie nicht öko oder politisch korrekt ist. Außer bei BMW oder richtigen Sportwagen wie Porsche besser nicht erwähnen.

Drehmoment / Nm

Was es ist oder soll: Das Zeug, was Dich beim Beschleunigen in den Sitz presst. Jedes Probefahrzeug sollte möglichst viel davon haben.

Wofür Du es brauchst: Standard-Frage: „bei welcher Drehzahl liegt denn das volle Drehmoment an?“ – damit täuschst Du Ahnung vor.

Durchzug

Was es ist oder soll: Die logische Konsequenz von Drehmoment.

Wofür Du es brauchst: Sag lieber Drehmoment. Das wirkt professioneller.

E-Auto

Was es ist oder soll: Verbrennungsfreier Alternativ-Antrieb der Ökoterroristen. Kann sauschnell sein (Tesla, Rimac), ist aber nichtsdestotrotz fade wie eine Terrine ohne Salz.

Wofür Du es brauchst: Naja, wenn Du das wirklich haben willst? Vielleicht bist Du ja schlicht neugierig…

Elastizität

Was es ist oder soll: Schalte in den fünften Gang und drücke bei Stadttempo auf die Tube. Tut sich was, nennt man das Elastizität.

Wofür Du es brauchst: Unendlich wichtig für die Probefahrt, vor allen Dingen Top-Begründung für die Ausrede zum Nichtkauf, beim Verkäufer aber eher ein Randthema.

ESP

Was es ist oder soll: Etwas, das Antriebskräfte zwischen Rädern hin- und her schippt. Wichtig, wenn Du unvermittelt mit einer Kurve konfrontiert wirst, die sich durch den letzten Regenschauer in einen Swimming Pool verwandelt hat.

Wofür Du es brauchst: Ist heute Standard und solltest Du besser nicht erwähnen, sonst outest Du Dich als Noob.

Frontantrieb

Was es ist oder soll: Die vorderen Räder müssen gleichzeitig das Vehikel vom Fleck schaffen und lenken. Nur für Anfänger interessant.

Wofür Du es brauchst: In der Anlernphase zum Probefahrttouristen…

Handgerissen

Was es ist oder soll: Du schaltest noch selbst.

Wofür Du es brauchst: Damit kann man viele Autoverkäufer von Premiummarken in Verlegenheit bringen. („Ich hätte ihn doch gerne lieber mit Handschalter.“)

Heckantrieb

Was es ist oder soll: Der Motor liegt auf der Hinterachse. Der wiederum obliegt gleichzeitig das Vorwärtskommen. Bekannt vom feuchten Probefahrt-Touristentraum 911, nicht zu verwechseln mit Hinterradantrieb (s. dort).

Wofür Du es brauchst: Das ist ein wunderbarer Punkt, um beim Verkaufsleiter den Klugscheißer zu geben („nur wenn auch der Motor auf der Hinterachse sitzt, nennt man das Heckantrieb – ansonsten Hinterradantrieb!“)

Hinterradantrieb

Was es ist oder soll: Motor vorn, Antrieb hinten. Auch „Standardantrieb“ genannt, weil er es sein sollte. Wenn Du den Anfängerstatus hinter Dir gelassen hast, das Richtige.

Wofür Du es brauchst: Die Standard-Variante für den Probefahrttouristen. Reifenverschleiß sollte Dich nicht allzu sehr kümmern…

Hinterradlenkung

Was es ist oder soll: Selten. High-Tech. Abgesehen von Gabelstaplern, die Du nicht wirklich Probe fahren willst, ausschließlich kombiniert (!) mit Vorderradlenkung erhältlich und dann unter dem Fachbegriff Allradlenkung bekannt. Siehe unter Nerdsprech.

Wofür Du es brauchst: Bei Japanern ab 60.000 € in die Diskussion werfen.

Hubraum

Was es ist oder soll: Hat bei der Auswahl des Probefahrzeugs absolute Priorität. Alles unter 1,6 L kommt nicht in die Tüte, interessant wird es in aller Regel ab 3 L aufwärts. Die einzige legale Ausnahme von der 1,6 L-Regel kannst Du bei Abarth machen.

Wofür Du es brauchst: Mit 1,6 L gibt es unvorstellbar fade Motoren, aber auch richtige kleine Reißer, z.B. bei Peugeot und Toyota.

Hybrid

Was es ist oder soll: Ein Verbrennungsauto, das so tut, als wäre es polarbärenfreundlich.

Wofür Du es brauchst: Unbedingt vermeiden! Falls Du AutoTopNL kennen solltest: „We’re not interested in eco stuff.“ – das sollte auch Dein Motto als Probefahrttourist sein!

Infotainmentsystem

Was es ist oder soll: Du willst fahren und nicht im Internet surfen!

Wofür Du es brauchst: Eventuell solltest Du es fragend erwähnen, um als potentieller Käufer glaubwürdig zu wirken.

Klimaautomatik

Was es ist oder soll: Temperatur einstellen, Knopf drücken – und Dein Auto versetzt Dich im Februar nach Gran Canaria. Nur ohne den typischen Geruch.

Wofür Du es brauchst: Standard-Frage: „Hat er denn Klimaautomatik?“

Kompressor

Was es ist oder soll: Etwas aus der Mode gekommenes Aufladungsprinzip. Klaut sich Leistung vom Motor, um sie diesem dann potenziert wieder einzumassieren. Hauptsächlich bei Amis.

Wofür Du es brauchst: Kannst Du noch bei Mercedes in der Gebrauchtwagenabteilung einbringen.

Kraftstoff

Was es ist oder soll: Lässt sich unterteilen in Benzin, Diesel und divers.

Wofür Du es brauchst: Immer fragen: gibt’s denn auch als Benziner / Diesel? – damit machst Du die nächste Probefahrt klar!

LED-Scheinwerfer

Was es ist oder soll: Macht hell und ist dem mittlerweile etwas anachronistischen Xenon-Licht überlegen.

Wofür Du es brauchst: Ist Dir wurscht, da für Probefahrttouristen kostspieliger Austausch der Xenon-Scheinwerfer entfällt!

Luftfederung

Was es ist oder soll: Was für Schlachtschiffe, die Du eigentlich nur zum Asphalt glätten auf der linken Spur Probe fahren solltest.

Wofür Du es brauchst: Wenn Du Oberklassemodelle Probe fährst, dringend erwähnen!

Mehrlenkerachse

Was es ist oder soll: Was mit vielen Teilen. Fährt angeblich besser, wird mit der Zeit teurer in der Wartung. Aber das ist ja als Probefahrttourist nicht Dein Problem.

Wofür Du es brauchst: S. unter LED-Scheinwerfer. Macht aber kein Licht, sondern Spaß.

Mittelmotor

Was es ist oder soll: Der Motor liegt unmittelbar hinter Deinem Allerwertesten. Vor Erfindung der elektronischen Helferlein Garant für eine verkürzte Lebenserwartung, heutzutage so handzahm wie Tante Trudes Meerschweinchen.

Wofür Du es brauchst: macht trotz des nervig sicheren Fahrgefühls auch heute noch Spaß!

Navigationssystem

Was es ist oder soll: Brauchst Du, um am Schluss der Probefahrt wieder zurück zum Autohaus zu finden.

Wofür Du es brauchst: Während der Probefahrt so lange ausgeschaltet lassen, bis noch 15 Minuten bis zur vereinbarten Rückgabe übrig sind!

Plugin-Hybrid

Was es ist oder soll: Auto für die Steckdose. Rest unter Hybrid.

Wofür Du es brauchst: Gar nicht erst ins Visier nehmen!

Premium

Was es ist oder soll: Ein Begriff aus der Marketing-Abteilung, der heute schon biederen Mittelklasselimousinen anhaftet. Hat noch nichts zu tun mit „Fahrspaß“ oder „sportlich“.

Wofür Du es brauchst: Ein Probefahrzeug ist erst ab 250 Pferdestärken Premium. Du willst ja fahren und nicht den geschäumten Kunststoff streicheln!

Reihenmotor

Was es ist oder soll: Bis vier Zylinder Standard, bei sechs Zylindern was Besonderes, ab acht Zylindern ungebräuchlich.

Wofür Du es brauchst: „BMW Reihensechszylinder“ kommt in der Begehrlichkeit bei Probefahrttouristen nur wenig hinter Porsche!

Saugmotor

Was es ist oder soll: Motor ohne Aufladung. Siehe unter Turbolader, Kompressor. Sprich: der Motor muss alleine keuchen und hat’s nicht so mit Steigungen.

Wofür Du es brauchst: Achtung: Autoverkäufer lachen Dich aus, wenn Du das Wort „Saugmotor“ erwähnst. Außer bei Amis, da wirkst Du cool, da Du es nicht unter 8 Zylindern machst (Probe fahren).

Schaltwippen

Was es ist oder soll: So Dinger am Lenkrad, die während der Probefahrt eine Kombination aus Flippern und Gangwechsel ermöglichen.

Wofür Du es brauchst: Auch Standard-Repertoire im Fragenkatalog des Probefahrttouristen.

SMG

Was es ist oder soll: „Sequenzielles manuelles Getriebe“ – ein Handschalter, der eine Automatik vortäuscht. Dämlich.

Wofür Du es brauchst: Wenn Du Dir ein älteres M-Modell für eine Probefahrt abgreifst.

Sperrdifferential

Was es ist oder soll: Interessant, wenn Du das Testfahrzeug mit Karacho um die Ecken schmeißen willst. Für fortgeschrittene Probefahrtadepten. S. auch unter Nerdsprech.

Wofür Du es brauchst: Frage das lieber nicht beim Verkaufsleiter. Sonst denkt er, Du willst das Auto misshandeln. Schau lieber auf der Zubehörliste nach.

Sportfahrwerk

Was es ist oder soll: Etwas, was teure Autos unkomfortabel macht. Es sei denn, Du fährst wie eine gesengte Sau.

Wofür Du es brauchst: Für Probefahrttouristen reizvoll, für Käufer eher weniger, von Influenza mal abgesehen…

Spurhalteassistent

Was es ist oder soll: Rettet Pistensäue sowohl vor dem Einschlafen als auch vor dem Crash, brauchst Du als Probefahrttourist nicht.

Wofür Du es brauchst: s.u. LED-Scheinwerfern. So müde kannst Du während einer Probefahrt gar nicht sein…

Traktionskontrolle

Was es ist oder soll: Siehe unter ASR.

Wofür Du es brauchst: ABSCHALTEN!!! (Während der Probefahrt…).

Turbolader

Was es ist oder soll: Benutzt das Abgas, um zusätzlichen Hubraum vorzutäuschen. Ist ebenfalls eine Art der Atemspende für den Motor. Siehe unter Kompressor, Aufladung.

Wofür Du es brauchst: Standard. Es gibt kaum noch einen Wagen ohne. Neuwagen, die keinen haben, sind Hybride, Basis-Microcars oder Elektrofahrzeuge und als solche strikt zu meiden – es sei denn, Du bist neugierig auf den Bums von einem Tesla.

Übersteuern

Was es ist oder soll: Das Heck bricht aus, wenn Du zu viel Gas gibst. Unbedingt ausprobieren!

Wofür Du es brauchst: Funktioniert legal nur mit Hinterrad-, Heck- sowie hecklastigem Allradantrieb. Für alles andere musst Du während der Fahrt die Handbremse reißen!

Untersteuern

Was es ist oder soll: Du lenkst, und das Fahrzeug fährt irgendwie geradeaus weiter. So „interessant“ wie Sozialkunde in der 11, es sei denn, Du (unter)steuerst mit Tempo 120 direkt auf die 400-Jährige Eiche zu.

Wofür Du es brauchst: Solltest Du während der Probefahrt unterlassen: es macht keinen Spaß, kann aber dennoch Folgekosten nach sich ziehen!

Verdeckmechanik

Was es ist oder soll: Auch das solltest Du als Probefahrttourist ausprobieren. Daher: Probefahrttermine grundsätzlich nur bei schönem Wetter!

Wofür Du es brauchst: Gratuliere! Du bist in der Spaßklasse angekommen!

V-Motor

Was es ist oder soll: Ab sechs Zylinder aufwärts der Standard im Motorenbau. Das „V“ in der Zylinderbank ist an sich uninteressant. Nur die unvermeidbare Kombination mit vielen Zylindern, Hubraum und Drehmoment zählt!

Wofür Du es brauchst: Die Frage: „ist das ein Reihen- oder V-Motor“ gilt unter Probefahrttouristen inzwischen als veraltet.

Wandlerautomatik

Was es ist oder soll: Dein Auto schaltet für Dich. Gechillt. Falls Du so wie ich auf Arbeitsvermeidung stehen solltest.

Wofür Du es brauchst: Achte beim Probefahrzeug auf Schaltwippen (s. dort).

Wankelmotor

Was es ist oder soll: Seltenes, wie eine Hornisse brummendes Mini-Motörchen mit maximalem Leistungsoutput und apokalyptischem Schmiermittelverbrauch.

Wofür Du es brauchst: Gibt’s nur bei Mazda – gebraucht. Alle anderen Autos mit Wankel sind schon im Rosthimmel angekommen.

Xenonscheinwerfer

Was es ist oder soll: Kombination aus blau & blend.

Wofür Du es brauchst: War in den 90ern neu und nervig, vor allen Dingen für entgegenkommende Fahrzeuge. Heute ein alter Hut.

Zylinder

Was es ist oder soll: Je mehr, umso besser. Wirklich lohnen tut sich Probefahrttourismus erst bei fünf Zylindern aufwärts.

Wofür Du es brauchst: Sag ich doch immer!

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