Kitabı oku: «Alle Tiere kommen in den Himmel»
Das Buch
Der Tod eines Lieblingstieres ist oft schmerzhaft, manchmal herzzerreißend. Doch was wie ein Märchen klingt, ist schlicht Tatsache: Das Tier bleibt auch nach seinem Tod eng mit uns verbunden, wie die renommierte Seelenforscherin Sylvia Browne eindrucksvoll belegt. In Hunderten von geprüften Ereignissen - das Ergebnis 40-jähriger Forschung - dokumentiert die New-York-Times-Bestseller-Autorin, wie die Tierseele weiterlebt, wie ihre Gegenwart uns beschützt - und wie wir Kontakt zu ihr aufnehmen und pflegen können. Ein kostbarer Trost für alle, die nach dem Weggang ihres Tiergefährten seine Liebe, Loyalität und einzigartige Persönlichkeit vermissen. Denn seine unsterbliche Seele begleitet weiterhin unser Leben. Auf Schritt und Tritt.
Die Autorin
Sylvia Browne ist die versierte Autorin von 46 Büchern, zwanzig davon sind New York Times Bestseller. Als gefeiertes Medium wird Browne von der Polizei und dem FBI konsultiert, um Fälle vermisster Personen oder andere Fälle großer öffentlicher Anteilnahme zu lösen. Zusätzlich bietet Brown private Wahrsagungen an.
Browne hat zudem vor über zwanzig Jahren ihre eigene Kirche gegründet, die „Society of Novus Spiritus“. Siebzehn Jahre lang trat sie regelmäßig in der Montel Williams Show auf. Sie ist ein häufiger Gast in der Sendung Larry King Live und veranstaltet ihre eigene Live Show im Excalibur in Las Vegas. Ihr Sohn, Chris Dufresne, ist ebenfalls ein Medium. Browne und ihre Familie leben in Kalifornien.
Sylvia Browne
Alle Tiere kommen in den Himmel
Das spirituelle Leben unserer Tiergefährten
Aus dem Amerikanischen von Brigitte van Hattem

Inhaltsverzeichnis
Umschlag
Das Buch / Die Autorin
Titel
Inhaltsverzeichnis
Widmung
Danksagung
1 Tiere in unserem Leben
Wenn wir ein Tier verlieren
Wenn Tiere außergewöhnliche Dinge tun
Unsere geliebten Tiere achten
2 Tiere im Altertum
Wie sich Haustiere entwickelten
Tierverehrung im alten Ägypten
Tierverehrung im alten Griechenland und in Rom
Tierverehrung im alten Nord-, Mittel- und Südamerika
Tiere in den Religionen von heute
3 Das Tier als Totem
Tiere als Totem
4 Tiere im Jenseits
Tiere im Jenseits
Die Geschichte von der Regenbogen-Brücke
Ich bin noch da
5 Tiere und ihre spirituellen Fähigkeiten
Tiere wissen, wann wir sie brauchen
Tiere spüren Gefahr
Tiere sind intuitiv
Tiere können heilen
6 Der Kummer mit Tieren - ihr Kummer mit uns
Tiere trauern
Tiere trösten uns
Wir trauern um unsere Tiere
7 Tierischer Mut und Schutz
Tiere sind tapfer
Tiere sind empfindsam
8 Liebe und Verständnis von Tieren
Tiere teilen sich durch ihre Handlungen mit
Tiere kommunizieren spirituell
Tiere senden Botschaften aus dem Jenseits
Vierbeinige Engel
9 Respekt für die Tiere, die wir lieben
Unsere eigenen Haustiere beschützen
Alle Tiere schützen
Was jeder von uns tun kann
Zum Abschluss
Schlusswort
Die zehn Gebote der amerikanischen Ureinwohner
Überliefert von der Weißen Büffelfrau
Anmerkungen
Impressum
Meinen derzeitigen, kostbaren Lieblingen gewidmet: Balooga, Biscuit, Troy, Sasha und Soldier weil sie mich ständig an Gottes bedingungslose Liebe und seinen Segen erinnern und die mir dabei helfen, jeden Tag mit einem Lächeln zu starten. Und meinen ehemaligen geliebten Haustieren Kristen, Misty, Chewy, Mitzy, Jolie, Thor, Crystal, Flower und vielen anderen aus diesem und aus meinen vielen früheren Leben gewidmet. Ich freue mich darauf, wieder mit ihnen vereint zu sein, sobald meine Zeit kommt, heimzukehren.
Danksagung An alle, die ihre Tiere geliebt und verloren haben und einen besonderen Dank all jenen, die freundlicherweise ihre zutiefst beeindruckenden Geschichten mit mir teilten.
1
Tiere in unserem Leben
„Wir werden immer an den Fußspuren erkennbar sein, die wir hinterlassen.“
Sprichwort der Dakota Indianer
Während meiner gesamten Karriere als professionelles Medium sind Menschen zu mir gekommen, die mir Fragen zu allem in ihrem Leben stellten: zu ihrer Arbeit, ihren Familien, ihren Beziehungen und ihrer Zukunft. Dabei wurde eine Frage immer und immer wieder gestellt: Was geschieht mit meinem geliebten Tier, wenn es stirbt. Die Menschen wollen sicher sein, dass ihr Hund, ihre Katze, ihr Vogel oder ihr Pferd - Geschöpfe, die sie ebenso sehr lieben wie manchen Menschen in ihrem Leben - auch nach diesem Leben einen Platz haben.
Ich bin hier, um Ihnen mitzuteilen, dass alle Haustiere in den Himmel kommen. Ich werde Ihnen auch die außergewöhnlichen Talente und Fähigkeiten aufzeigen, die Haustiere hier auf Erden haben, von denen wir jetzt erst beginnen, sie zu bemerken und zu verstehen. Diese Fähigkeiten führen uns zu erstaunlichen Geschichten über die Bande zwischen Menschen und ihren geliebten Tieren. Sie führen uns zu Erfahrungen mit Tieren sowohl im Diesseits als auch im Jenseits, die bestätigen, dass wir wirklich eine bemerkenswerte Beziehung zu unseren Tieren haben.
Schon bevor es erste geschichtliche Aufzeichnungen gab, hatten die Menschen diese Beziehung zu Tieren, egal, ob sie sie zu ihrem Lebensunterhalt, zu ihrem Schutz oder zu ihren Diensten hielten - oder um sie anzubeten. Allmählich wurden viele dieser den Menschen nahestehenden Tiere domestiziert. Sie bilden seither als Haustiere mit uns eine liebevolle Gemeinschaft oder sie stehen uns bei der Arbeit bei. Manche sind uns als Nahrungsquelle zu Diensten. Werden Tiere mit in Altersheime genommen, dann können wir feststellen, wie der Blutdruck dieser alten Menschen sinkt und ihre Depressionen verschwinden.
Ich bin überzeugt davon, dass Tiere negative Energie neutralisieren können, ohne sie in sich aufzunehmen, wie wir das tun. Das ist der Grund, warum ich immer wieder behaupte, dass sie eine Form von Schutzengeln auf unserem Planeten sind.
Die Geschichten, die nun folgen, zeigen die verschiedensten Facetten der Dinge auf, die Tiere tun oder tun können und wie empfindungsfähig sie sind. Egal, ob es sich dabei um unser geliebtes Haustier und Schutzbefohlenes handelt oder um unser Totem (zu dem wir später kommen): Wir werden sehen, wie Tiere Leben gerettet und sogar Dinge gesehen oder gefühlt haben, die wir weder sehen noch fühlen konnten, wie beispielsweise Geister, oder wie sie uns vor Feuer oder gar Erdbeben gewarnt haben, lange bevor wir ihrer gewahr wurden. Die Menschheit hat gerade erst begonnen, die Oberfläche der unglaublichen Intelligenz anzukratzen, die Tiere auszeichnet und hoffentlich werden wir einmal einen tieferen Einblick in den manchmal komplizierten Geist unserer geliebten Freunde aus dem Königreich der Tiere gewinnen können. Dieses Buch zeigt Ihnen mit Hilfe von Forschungsergebnissen und mit persönlichen Geschichten, wie viel Hilfe, Mut, Liebe und Loyalität uns diese wundersamen Geschöpfe schenken.
Die sind nicht tot, die in den Herzen
ihrer Hinterbliebenen weiterleben.
Tuscaora
Wenn wir ein Tier verlieren
Die meisten Tierliebhaber haben ein Haustier, und diese Haustiere werden schnell zu einem Teil der Familie. Wenn dieses geliebte Tier stirbt, klafft eine tiefe Lücke in der Familie, von der Lücke im Herzen ganz zu schweigen. Es macht mich wütend, wenn jemand den Verlust seines Tieres beklagt und dann den Satz hören muss: „Aber es war doch nur ein Tier!“ Wenn diese Worte mir gegenüber geäußert werden, versuche ich, einfach wegzugehen, um nicht vor Wut zu schäumen. Je älter ich werde, desto mehr versuche ich, toleranter zu sein und sage mir, dass diese Menschen einfach nichts wissen, oder dass sie schlicht und ergreifend blind gegenüber der Liebe und der Fülle sind, die Haustiere unserem Leben verleihen.
Wir werden uns später noch mit dem Verlust eines Haustiers ausführlich beschäftigen, aber zunächst einmal möchte ich Ihnen etwas über meine Jolie erzählen. Jolie war ein West-Highland-Terrier und der aktivste, lustigste und fürsorglichste Hund, den ich jemals kannte. Sie war einer von meinen liebsten Haustieren und ich hatte sie neun wundervolle Jahre lang. Eines Tages wurde ich im Geschäft angerufen und man teilte mir mit, dass sie umgefallen und nicht ansprechbar wäre. Mein jüngster, hellsichtig veranlagter Sohn Chris rannte zu ihr und versuchte, sie durch eine Herzdruckmassage wiederzubeleben und bis ich nach Hause kam, saß Jolie bereits aufrecht, hatte aber einen glasigen Blick. Ich erkannte sofort, dass sie extrem aufgebläht war und wir brachten sie schleunigst zum Tierarzt. Nach einer Unzahl an medizinischen Tests teilte er mir mit, dass er keine guten Nachrichten für mich hätte. Jolie litt an einem ernsthaften Herzfehler. Er erklärte, dass die Symptome denen von Menschen ähnelten, die Herzinfarkte oder Schlaganfälle erlitten hatten. In Jolie, sagte er, hätte sich so schnell so viel Wasser angesammelt, dass sie darin ertrinken würde. Ich müsse sie einschläfern lassen. Er schlug vor, dass ich den Raum verlasse, aber das tat ich nicht - ich wollte, dass meine Augen das letzte sind, was Jolie sieht.
Die Spritze war bereits gerichtet und ich hatte ehrlich das Gefühl, als würde sie sagen: „Es ist in Ordnung, Mutti, wir werden uns wiedersehen. Ich liebe dich.“ „Ich liebe dich auch, Jolie“, schluchzte ich, „warte auf mich!“ Ich wusste, dass sie das tun würde, denn Tiere kommen nicht zweimal auf die Welt - sie müssen nicht reinkarnieren. Sie müssen in diesem Leben keine Lektionen lernen wie wir. Sie sind einfach reine Wesen, die uns Gott geschickt hat. Ich beobachtete, wie ein weißer, rauchähnlicher Kondensstreifen ihren Körper verließ und zielstrebig durch den Raum wandelte. Die Seelen der Tiere müssen nicht in die Höhe fliegen, denn der Himmel (oder das Jenseits) ist auf dieser Höhe, wenn auch in einer anderen Dimension. Er hat die gleiche Topographie, wie wir sie haben, wenn man davon absieht, dass uns die wundervollen Gärten, Wiesen und Tempel fehlen (wir werden später in diesem Buch ausführlicher über das Jenseits sprechen). In meiner übersinnlichen Wahrnehmung sah ich Jolie, wie sie durch einen Garten mit Narzissen tollte und dort Hunde traf, die vor ihr gegangen waren, und mit ihnen spielte. Das gab mir ein wenig Frieden, aber bei meinem tiefen Schmerz fühlte ich mich auch betrogen. Ich war froh, dass sie glücklich war, aber aus Egoismus wollte ich sie lieber bei mir haben. Noch heute weiß ich, dass sie glücklich ist, und ich weiß auch, dass ich sie irgendwann wiedersehen werde.
Unser erster Lehrer ist das eigene Herz.
Cheyenne
Die Lücke, die unsere Tiere hinterlassen, wenn sie sterben, ist unermesslich. Obwohl das Leben danach weitergeht, erinnern uns viele Dinge an sie - genauso, wie wenn uns ein geliebter Mensch verlassen hätte. Keiner erwartet Sie an der Haustür, das Spielzeug liegt noch herum und auch die leeren Futternäpfe erinnern an den verlorenen Freund. Als Jolie damals von uns gegangen ist, zog ich es vor, zunächst einmal alles so zu belassen, wie es war, denn ehrlich gesagt hielt ich es ohne diese Überbleibsel ihrer Existenz nicht aus. Ja, ich fühlte sogar, wie sie in meinem Bett herumtollte und meine Beine streifte. Einige Male sah ich tatsächlich einen kleinen weißen Schatten durch den Hinterhof huschen, den ich als meine Jolie erkannte. Aber ihr Verlust traf mich ganz besonders hart und ich wäre am liebsten den ganzen Tag im Bett geblieben.
Natürlich tut man das nicht. Man steht auf, lebt sein Leben und nach einiger Zeit nehmen andere Hunde oder andere Tiere den Platz des geliebten Schatzes ein. Unabhängig davon, wie viel Zeit vergeht, wird dieses Tier immer einen ganz besonderen Platz in Ihrem Herzen haben. Später werde ich noch mehr meiner Erlebnisse mit lieben Tieren und ihrem Verlust mit Ihnen teilen, und Sie werden hier auch bemerkenswerte Geschichten anderer Menschen lesen können, die Wundersames über ihre geliebten Tiere erzählen können. Einige Geschichten sind ergreifend und traurig, einige begeistern durch Tapferkeit, einige weitere erstaunliche Erzählungen handeln von Kommunikation und Liebe, aber alle diese Geschichten sind wirklich bewegend und wundersam.
Wenn Tiere außergewöhnliche Dinge tun
Im Moment habe ich vier Hunde, aber als ich jünger war, hielt ich mir Katzen. Beide Tierarten haben unterschiedliche Persönlichkeiten und ich liebe jede von ihnen auf eine ganz besondere Weise. Ich hatte mittlerweile so viele Hunde in meinem 72 Jahre alten Leben, dass es schon schwierig ist, sich an die einzelnen Rassen zu erinnern: Deutsche Schäferhunde, Teckel, West Highland Terrier, Rhodesian Ridgebacks, Deutsche Doggen, Lhaso Apsos, Shar-Peis, Labradore, Golden Retriever, Bijon Frises, Shih Tzus, Englische Bulldoggen, Königspudel, Yorkshire Terrier und nicht zu vergessen viele, geliebte Mischlinge - jeder besetzt einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen und jeder hatte einen ganz eigenen Charakter. Noch habe ich einige meiner geliebten Hunde, aber über die ganzen Jahre hinweg habe ich viele Tiere verloren, die mir lieb und teuer waren. Um ehrlich zu sein, habe ich meine Tiere mehr geliebt als manche Menschen in meinem Leben! Die Loyalität eines Tieres ist nicht zu brechen und einem Tier ist es egal, wie man aussieht oder in welcher Stimmung man gerade ist. Sie lieben bedingungslos, was wir tatsächlich alle von ihnen lernen könnten!
Meine geliebte Großmutter (die ebenfalls ein bekanntes Medium und in Kansas City, Missouri sehr bekannt war) pflegte zu sagen: „Wenn Du jemanden kennenlernst, der keine Tiere, Kinder oder Musik mag, dann lauf!“ Während meines ganzen Lebens habe ich erlebt, dass dies normalerweise stimmt, insbesondere bei Menschen, die keine Tiere mögen.
Meine Großmutter erzählte auch eine erstaunliche Geschichte, von der ihre Familie Zeuge und die zu einer Legende in der kleinen Dorfgemeinschaft wurde. Meine Großmutter wurde in Deutschland geboren, aber ihre Familie wanderte in die Vereinigten Staaten aus, als sie noch sehr jung war. Zunächst gingen sie nach Texas, dann nach Springfield, Missouri, wo die Winter entsetzlich sind. Als ich als kleines Mädchen dort lebte, waren wir tagelang von heftigsten Winterstürmen eingeschneit, die nicht vergleichbar sind mit den milden Wintern, die es derzeit in diesem Teil der Welt gibt, was übrigens die Treibhaustheorie bestätigt.
Neben der Familie meiner Großmutter lebte eine weitere Familie, die nur mal eben kurz hinausging, um an einem kalten Wintertag Lebensmittel zu besorgen. Sie ließ ihr schlafendes Baby bei ihrem Deutschen Schäferhund, der das Kind stets besonders aufmerksam umsorgte. Eigentlich wollte die Familie nur wenige Minuten wegbleiben, aber plötzlich kam ein schrecklicher Schneesturm auf. Es war die Art von Sturm, die Meteorologen „Weißblendung“ nennen - man konnte tatsächlich die sprichwörtliche Hand nicht vor den eigenen Augen sehen. Erst nach vielen Stunden schaffte es die Familie, wieder nach Hause zu kommen, und als sie zur Tür hereinkamen, sahen sie, dass die Wiege des Kindes leer war. Das Haus war eiskalt, denn während ihrer Abwesenheit war die Wärme verflogen. Der Schäferhund winselte und wimmerte unter dem Bett. Der Hausherr und seine Frau befürchteten in diesem Moment, dass der Hund dem Kind etwas getan hätte - vielleicht aus Hunger oder aus Angst, verlassen zu sein. Außer sich vor Sorge griff der Mann nach seinem Gewehr und zielte auf den Kopf des Hundes. Genau in dem Moment, als er auf den Abzug drücken wollte, hörten sie einen schwachen Schrei. Sie sahen unter das Bett, wo das Baby sich an den Hund schmiegte, um sich warm zu halten. Der Hund hatte die Gefahr bemerkt, dass das Kind erfrieren könnte, hatte es aufgenommen, unter das Bett gelegt und seinen warmen Körper darauf gelegt, um es vor der Kälte zu schützen. Meine Großmutter sagte, dass die Frau niemals müde wurde zu erzählen, wie furchtbar es gewesen wäre, wenn sie den Hund getötet hätten, der ihr Baby vor der Kälte geschützt hatte.
Nun kann man natürlich behaupten, dass die Eltern des Kindes sehr nachlässig gehandelt hatten, als sie ihr Baby unter der Aufsicht eines Hundes zurückließen, aber damals waren die Zeiten anders und viel härter und der plötzliche Sturm traf sie unerwartet. Aber wenn wir all das weglassen, dann achten Sie doch einmal darauf, wie logisch dieses wundervolle Tier gedacht hat. Dieses fabelhafte Geschöpf wusste entweder instinktiv oder intellektuell, wie man ein menschliches Wesen rettet, das erfrieren würde, wenn man es in dem kalten Raum ließe.
Aus diesem Grund weiß ich, dass Hunde und andere Tiere nicht einfach nur „blöde Viecher“ sind. Sie denken, fühlen und spüren. Aber werden sie von einer „höheren Macht“ geleitet, wie manche sagen würden? Ich glaube daran, dass dies in der gleichen Weise geschieht, wie auch unsere Entscheidungen geleitet oder von Gott beeinflusst sein können, um jemandem zu helfen oder zu retten. So können auch die Handlungen von Tieren zum Guten hin gerichtet sein. Wir alle sind die Gefäße Gottes, gefüllt mit seinen Informationen, wenn wir ihnen nur zuhören, aber das Gehirn eines Tieres hat nicht die Komplexität wie unseres. Tiere sind einfache, reine, unkomplizierte Gebilde aus Gottes Schöpfung. Sie leben wie die Massai in Kenya - sie leben jeden Tag, als ob es ihr letzter wäre und leben im Jetzt. Sie können sich über ihre Tiere ärgern und mit ihnen schimpfen - aber innerhalb von wenigen Minuten lecken sie wieder liebevoll Ihre Hand. Tiere haben keine Rachegefühle und sie hegen keinen Groll. Sie sind einfach nur loyale, liebevolle Geschöpfe.
Ich glaube nicht, dass viele Menschen sich darüber im Klaren sind, wie empfindsam Tiere sind. Sie können beispielsweise Krankheiten erkennen. Meine Freundin hatte einen schwarzen Labrador-Retriever und immer, wenn sie zu ihm ging versuchte er tatsächlich, seine Nase in ihr rechtes Auge zu stecken und auszulecken. Ich beobachtete das ein paar Mal und sagte dann: „Susan, warum zum Teufel gehst Du nicht zum Arzt und lässt einen Kernspin durchführen, das ist doch kein normales Verhalten!“ Schließlich ließ Susan sich untersuchen und der Arzt fand einen Tumor direkt hinter ihrem rechten Auge. Gott sei Dank wurde er noch rechtzeitig entdeckt, aber der Arzt sagte, er hätte gefährlich werden und streuen können. Wissenschaftler finden derzeit gerade heraus, dass viele Hunde nicht nur Drogen, sondern auch Krankheiten schnüffeln können, insbesondere Krebs und Tumore.
Ich bin mit vielen solcher Geschichten vertraut und in diesem Buch werde ich Ihnen von Tieren erzählen, die über sich hinaus wuchsen, um ihre geliebten Menschen zu retten oder zu schützen - Geschichten mitten aus dem Leben mit diesen sehr spirituellen Geschöpfen, die wir Haustiere nennen.
Unsere geliebten Tiere achten
Es gibt keinen Zweifel daran, dass Tiere uns gut tun, aber manchmal müssen wir daran erinnert werden, wie wir sie behandeln sollten. Dr. Donald Coggans, der frühere Erzbischof von Canterbury, sagte: „Tiere haben als Teil von Gottes Schöpfung Rechte, die respektiert werden müssen. Es geziemt sich für uns, stets sensibel auf ihre Bedürfnisse einzugehen und ihr Leid zu erkennen.“ Der bedeutende Philosoph und Mathematiker Pythagoras führte aus: „So lange die Menschheit nicht aufhört, rücksichtslos niedrigere Lebewesen zu zerstören, wird sie weder Gesundheit noch Frieden kennen. So lange, wie die Menschen sinnlose Massaker an Tieren verüben, so lange werden sie sich gegenseitig umbringen. Denn jemand, der die Saat von Mord und Schmerz sät, kann niemals Freude und Liebe ernten.“
Nach der Bibel wurde dem Menschen die Macht über alles Leben gegeben. Ich glaube, am Ende wird die Menschheit ihren Missbrauch nicht nur an den Tieren, sondern am ganzen Planeten bereuen. Es ist übrigens auch interessant, wenn man bedenkt, dass jede große Religion in irgendeiner Weise Wert darauf legt, dass Tiere geliebt und beschützt werden sollten - obwohl wir Tierliebhaber noch immer erschrecken, wenn wir sehen müssen, wie grausam mit ihnen umgegangen wird.
Tiere inszenieren keine Kriege und wilde Tiere töten nur, um zu überleben. Speziell wilde Tiere kennen keine Habsucht und keine Rachsucht und selbst die, von denen ich gesehen habe, dass sie scheinbar „verrückt geworden“ waren, wurden durch Umstände dazu gezwungen. Entweder, weil Menschen in ihr Territorium eingedrungen sind oder sie in einer brutalen Art und Weise behandelten. Sie sind auf keine Art rachsüchtig, sie wollen einfach nur überleben und sowohl ihre Jungen als auch ihr Territorium schützen. Wie oft haben Sie schon im Fernsehen die schrecklichen Folgen gesehen, die der menschliche Eingriff in den Lebensraum von freilebenden Tieren hat? Die Tiere reagieren nur auf eine ganz natürliche Weise, um ihr Überleben zu sichern. Wenn wir ihnen ihre natürliche Beute wegnehmen, weil wir uns auf ihrem Land ausbreiten, dann müssen sie im Gegenzug unsere Haustiere reißen, um zu überleben. Oder sie suchen in menschlichen Ansiedlungen nach Futter, was natürlich bedeutet, dass sie gejagt und getötet werden, weil man sie als Gefahr oder Belästigung ansieht. Sie versuchen nur, zu überleben, aber die Menschheit wird wie immer damit weitermachen, sie zu töten um sich auszubreiten und so wird sie eine Tierart nach der anderen ausrotten.
Am Ende dieses Buches werden wir nach Wegen suchen, wie wir die Tiere, die wir lieben, beschützen können - sowohl die Tiere, die wir als Haustiere halten als auch die majestätischen Tiere der Wildnis - und wie jeder von uns den Tieren, die er am meisten liebt, ein Vertrauter und Freund werden kann.
Einige Menschen finden es anstößig, wenn ich sage, dass ich meine Lieblinge manchen Menschen vorziehe, denen ich begegnet bin. Aber die Wahrheit ist, Tiere sind größtenteils liebevoller, loyaler, leidenschaftlicher und, ja, in manchen Bereichen sogar klüger! Aber, wie ich schon in anderen Büchern geschrieben habe: Nehmen Sie nur das für sich mit, was Sie wollen und lassen sie den Rest stehen. Ich bin mir sicher, dass Gott die Tiere nicht nur erschaffen hat, damit wir Nahrung und Kleidung haben, sondern auch, damit wir liebevoll von Gefährten begleitet werden, die uns trösten, beschützen, warnen und besser verstehen, als wir denken.
Tiere beeinflussen unser Leben unabhängig davon, ob wir ein eigenes Tier haben oder nicht. Das Leben von Tierhaltern wird natürlich in weit größerem Ausmaß von ihnen beeinflusst. Nicht nur, weil sie uns ernähren und kleiden. Wenn Tiere in unserer Familie und von uns abhängig sind, kann unsere Beziehung zu ihnen so eng werden wie zu jedem anderen menschlichen Wesen - oder sogar noch enger. In diesem Buch werden wir uns die besonderen Bindungen von Menschen und Tieren ansehen. Aber es ist wichtig, sich dabei immer klar zu machen, dass diese enge Verbindungen kein neuartiges Phänomen sind! Menschen verehren Tiere seit Jahrhunderten. Bevor wir uns also moderne Geschichten über tierisch-menschliche Gemeinschaften und gegenseitigen Respekt anschauen, sollten wir erst einmal die bedeutende Rolle betrachten, die Tiere im Leben der Menschheit seit Tausenden von Jahren spielen.
Betrachte den Himmel als Deinen Vater, die Erde als Deine Mutter
und alle Dinge darauf als Deine Brüder und Schwestern.
Herkunft unbekannt
2
Tiere im Altertum
Die Gesetze der Menschen ändern sich mit der Menschheit.
Nur die Gesetze der Seele bleiben gleich.
Sprichwort der Crow Indianer
Heute können wir gut erkennen, welch bedeutungsvolle Rolle Tiere in unserem Leben spielen. Tatsächlich würden viele Leute sagen, sie „verehren“ ihre Tiere regelrecht und würden alles dafür tun, um sie zu schützen. Und es ist auch wahr, dass die Menschen heutzutage mehr Geld und wirtschaftliche Möglichkeiten haben, für ihr Tier aufzukommen, als jemals zuvor. Aber Sie werden in diesem Kapitel auch sehen, dass Tiere schon immer eine bedeutungsvolle Stellung im Leben der Menschen inne hatten, die sie liebten. Unsere Verehrung für Tiere ist nichts neues, und wir haben immer die besonderen spirituellen Eigenschaften der Tiere erkannt, die uns nahe waren.
Allein in den Vereinigten Staaten gibt es nach letzten Zählungen 160 Millionen Haustiere. Das sind etwas mehr als ein Tier auf zwei Personen. 2007 wurden allein für den Tierarzt 24 Milliarden Dollar ausgegeben. Dazu kamen noch einmal 47 Milliarden für weitere tierärztliche Hilfe und Medikamente - und das alles für unsere Lieblinge!
Eine kürzlich abgeschlossene Befragung der amerikanischen Tierärztlichen Vereinigung kam zu dem Ergebnis, dass etwa 60 Prozent aller amerikanischen Familien und Singles Haustiere halten. Zwei Drittel dieser Haushalte haben mehr als ein Tier, und zwanzig Prozent halten sogar mindestens fünf! In Deutschland hält sich statistisch gesehen jeder 2. Haushalt ein Tier.
Es ist daher unnötig zu betonen, dass Haustiere eine wichtige Rolle im Leben vieler Amerikaner spielen und ich bin sicher, dass dies mehr oder weniger auch weltweit gilt.
Dass heute mehr Geld für die Versorgung der Haustiere ausgegeben wird, führte dazu, dass sie auch länger leben. Bei der oben bereits erwähnten Befragung wurde festgestellt, dass 44 Prozent aller Hunde 2007 mehr als sechs Jahre alt wurden, während 1987 nur 32 Prozent so alt wurden. Das gleiche gilt auch für Katzen. 2007 wurden auch hier 44 Prozent mehr als sechs Jahre alt, 1987 waren es nur 28 Prozent.
Auch in Deutschland stieg das Durchschnittsalter von Haustieren. So wurden zum Beispiel 1982 Hunde 9,5 Jahre alt. 2005 erhöhte sich ihr Lebensalter auf 11,5 Jahre.1 Auch Katzen wurden älter. Tierärzte sagen, das läge größtenteils daran, dass die Besitzer bei gesundheitlichen Problemen ihrer Tiere mehr Geld ausgeben und Krankheiten wir Krebs, Diabetes und Herzerkrankungen eher behandeln (mittlerweile gibt es sogar schon Herzschrittmacher für Tiere), als dass sie die Tiere einschläfern lassen. Es scheint so, als wären heute die Tierbesitzer gefühlsmäßig enger mit ihren Lieblingen verbunden und tatsächlich betrachten 48,7 Prozent von ihnen ihr Tier als „Familienmitglied“, wie eine kürzlich durchgeführte Befragung des U.S. Consumer Bureau ergab.
Erzähle es mir und ich werde es vergessen.
Zeige es mir und ich werde mich vielleicht nicht erinnern, aber beziehe mich mit ein, dann werde ich verstehen.
Unbekannter Ursprung
Die zunehmende Aufmerksamkeit Haustierbesitzer gegenüber ihren Haustiere ist jedoch nicht unumstritten. Viele Menschen, die keine Tiere halten oder diese enge, emotionale Verbundenheit nicht erleben, betonen, dass das für Tiere verwendete Geld lieber für Arme verwendet werden sollte, die Essen, Kleidung, ärztliche Versorgung, eine Behausung und vieles andere brauchen. Sie argumentieren hauptsächlich damit, dass menschliche Wesen wichtiger seien als Tiere - eine Debatte, von der ich annehme, dass wir sie bis zum jüngsten Gericht führen könnten. Jemand, der Tiere liebt, kann einfach damit argumentieren, dass mehr Geld für Luxus ausgegeben wird als für Tiere, nämlich für große Autos, Boote, Flugzeuge oder Villen und dass man dieses Geld genauso gut für Wohltätigkeitsorganisationen spenden könnte, die sich wiederum um menschliche Wesen kümmern können.
Diejenigen unter uns, die Tiere im Allgemeinen aber in unterschiedlichem Maß lieben, haben auch auf unterschiedliche Weise acht auf sie. Im Wesentlichen kann man Tierbesitzer in vier Kategorien voneinander unterscheiden - ausgezeichnete, gute, faire oder schlechte, misshandelnde.
Der ausgezeichnete Tierbesitzer liebt sein Tier, betet es an und würde alles dafür tun. Dieser Tierbesitzer hat sich mit Tieren bedingungslos verbunden, was oft menschliche Beziehungen überflüssig macht. Diese Kategorie von Tierbesitzern können ihre Tiere wie menschliche Wesen behandeln und betrachten sie im Allgemeinen als Teil der Familie, und weil sie Tiere lieben, haben sie meist mehr als eins. Sie tendieren dazu, viel Geld für ihre Tiere und deren Gesundheit auszugeben.
Unter die Kategorie der guten Tierbesitzer fallen vermutlich die meisten. Sie behandeln ihre Tiere freundlich und schenken ihnen unterschiedlich viel Aufmerksamkeit und Liebe. Sie können ihre Tiere als Familienmitglieder betrachten, müssen das aber nicht unbedingt. In diese Kategorie Tierbesitzer fällt die Mehrzahl der Familien, die Kinder haben. Üblicherweise bekommen die Tiere von guten Tierbesitzern nicht die Aufmerksamkeit und Zuwendung wie von ausgezeichneten Tierbesitzern, weil die guten Kinder haben, die ebenfalls Aufmerksamkeit brauchen und jeder seinen gerechten Anteil bekommt.
Der faire Tierbesitzer ist im Allgemeinen jemand, der seinen Tieren nicht notwendigerweise viel Beachtung oder gar Zuneigung schenkt. Aber er achtet darauf, dass sie ordentlich gefüttert und betreut werden. Diese Sorte Tierbesitzer hat meistens sowohl Nutz- als auch Haustiere. Die Tiere arbeiten sozusagen für Unterkunft und Verpflegung. Meistens kann man beobachten, dass diese Besitzer ein so bewegtes Leben führen, dass sie wenig Zeit übrig haben, um ihren Tieren mehr Beachtung zu schenken und meistens leben die Haustiere auch nicht ausschließlich im Haus. Diese Tierbesitzer mögen Tiere, sind aber nicht notwendigerweise große Tierliebhaber. Dieser Besitzer würde sein Tier jederzeit hergeben oder auch zum Schlachter bringen, wenn es ihm in seinem Leben zu unbequem wird. Ganz allgemein kann man sagen, dass dieser Tierbesitzer keine Haustiere halten sollte, weil er ihnen nicht die Liebe und Aufmerksamkeit geben kann, die sie brauchen. Das einzige, was ihn von einem schlechten Tierbesitzer unterscheidet ist die Tatsache, dass er seine Tiere füttert und minimal versorgt.
Der schlechte Haustierbesitzer ist nicht nur ein schlechter Besitzer, sondern auch ein schlechter Mensch. Diese Besitzer schenken ihren Tieren weder Aufmerksamkeit noch Liebe, sondern werden sie in vielen Fällen auch schlagen und unbarmherzig misshandeln. Dieser Typ von Besitzer trägt diese Misshandlung auch in sein eigenes Leben und oft gehört auch Alkohol- und Drogenmissbrauch dazu, Kriminalität, möglicherweise misshandelt er auch seine Frau oder die Kinder. Dieser Besitzer missachtet seine Tiere und lässt sie hungern, oder er bildet sie aus Profitgründen oder zu seinem Vergnügen zu Kampftieren aus.
Wenn Sie im Fernsehen Filme über misshandelte Tiere sehen, dann war dieser Typ Mensch ihr Besitzer. Wenn Sie jemals Zeuge einer solchen Greueltat an Tieren werden, informieren Sie bitte die Polizei. Wenn es jemand ist, den Sie kennen, können Sie das auch anonym tun.
Geben und Teilen sind die zwei Seiten von Gott.
Sauk
Da Tiere einen großen Teil des Lebens der meisten Menschen einnehmen, ist es nur natürlich, dass wir mehr über sie wissen möchten. Das ist auch der Grund, warum so viele Fernsehstationen Tierfilme zeigen und sogar ganze Fernsehsender, wie beispielsweise Animal Planet (in Deutschland Tier TV u.a., Anm. der Übers.) sich ausschließlich Tieren widmen. Aber dieser enge Zusammenhalt zwischen Tieren und Menschen ist kein neues Phänomen. Menschen hatten schon seit dem Altertum stets eine enge Beziehung zu den Tieren, die sie liebten. Erst jetzt sind wir dabei, die Ursprünge dieses speziellen Bandes zwischen Menschen Tieren zu ergründen.
Wie sich Haustiere entwickelten
Die Spezies Hund soll laut Wissenschaft vom Wolf abstammen. Tiere wurden wie auch Pflanzen über lange Zeitspannen domestiziert. Die meisten Wissenschaftler glauben, dass Hunde die ersten Tiere waren, die wir domestiziert haben und datieren diesen Prozess auf 15.000 Jahre vor Christus zurück. Die Wissenschaftler behaupten, dass alles mit einer natürlichen Auslese oder mit einer ausgewählten Zucht begann - die Debatte darüber dauert noch bis heute an. Bei einer natürlichen Auslese mutieren wilde Tiere außerhalb der menschlichen Kontrolle zu einer Spezies, die sich einer menschlichen Domestizierung besser unterwerfen kann. Als Beispiel könnte man sich Wölfe vorstellen, die immer näher an die Menschen herankamen und sich von ihren Abfällen ernährten. Über Generationen hinweg wurden sie immer kleiner und durch den Kontakt zum Menschen immer zahmer. Sie jagten weniger und plünderten mehr.
Dahingegen hätte unser Vorfahre bei einer ausgewählten Zucht Tiere (in unserem Beispiel Wölfe) gefangen genommen, die ihm am ungefährlichsten vorkamen und hätte sie gezüchtet. Nach einiger Zeit wären die Nachkömmlinge vom Wesen her viel zahmer. Tatsächlich vermuten die Wissenschaftler, in Wirklichkeit wäre es eine Mischung aus diesen beiden Möglichkeiten gewesen, die für unsere Haustiere sorgte. Aber unabhängig davon, welcher Entwicklungsprozess zur Anwendung kam, die Folge ist, dass unsere Vorfahren über die Jahrhunderte aus Wölfen Haustiere machten, die wir als Hunde kennen.
Der russische Wissenschaftler Dimitri Belyaev experimentierte in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts mit Silberfüchsen, um herauszufinden, ob das gezielte Züchten eine geeignete Möglichkeit zur Domestizierung wäre. Sein Wissenschafts-Team züchtete über eine ganze Anzahl von Jahren in Gefangenschaft gehaltene, wilde Silberfüchse. Sie wählten nur die Füchse aus, die wenig Furcht vor Menschen zeigten und aus denen wählten sie diejenigen aus, die mit Menschen besser auszukommen schienen als andere. Die Ergebnisse nach verschiedenen Zuchtgenerationen waren erstaunlich. Die Füchse sahen nicht nur anders aus: Ihre Schwänze ringelten sich, sie bekamen schmälere Köpfe und Schlappohren, was heutzutage übliche Merkmale bei Hunden sind. Dafür veränderte sich ihr Verhalten dramatisch. Sie zeigten keine Angst mehr vor Menschen, wedelten oft mit dem Schwanz, leckten ihren Betreuer ab und zeigten ihm ihre Zuneigung.
Viele der ersten domestizierten Hunde wurden von Wissenschaftlern „Protohunde“ genannt. Man fand viele von ihnen in alten Grabstätten, wo sie mit ihren Menschen beigesetzt wurden. Viele Höhlenzeichnungen zeigen Hunde, wie sie den Menschen bei der Jagd halfen. Weil sie viel besser hören und riechen können als Menschen und weil sie bei Gefahr anschlagen, wurden Hunde in den verschiedensten Behausungen auch als Beschützer gehalten, die vor gefährlichen Eindringlingen warnen.
Wenn man sich den Kopf und den Körper des Deutschen Schäferhundes ansieht, kann man die deutliche Ähnlichkeit mit seinen wölfischen Vorfahren erkennen. Wissenschaftler glauben, dass die früheren Hunde über die Jahrtausende sich nicht nur durch ihre Gefangenschaft verändert haben, sondern auch weil sie wegen bestimmter Eigenschaften gezüchtet wurden. Das führte dazu, dass wir heute viele verschiedene Hunderassen haben. Beispielsweise wurden der Malamut und der Husky dazu gezüchtet, beladene Schlitten in Klimazonen mit Schnee und Eis zu ziehen. Ihre dicken Felle schützen sie vor den eiskalten Temperaturen. Im Gegenzug dazu sind Lhasa Apsos kleine Hunde, die mehr wegen ihres niedlichen Aussehens gezüchtet wurden, obwohl sie, wie auch die Shiatsus, chinesische Tempel und Paläste bewachen sollten. Sie mögen sich vielleicht fragen, wie so kleine Hunde zum Wachhund taugen, aber schon ihre ausgeprägten Sinne und ihre Fähigkeit, zu bellen, macht jeden Hund zum Wachhund. Es hat sich gezeigt, dass ein bellender Hund Eindringlinge mehr abschreckt als irgendein Schutz- oder Alarmsystem. Wissenschaftler gehen davon aus, dass sie uns so beschützen, weil sie sehr standortbezogen sind, was sich über die Jahrhunderte, in denen sie uns beschützt haben, immer weiter ausgeprägt hat. Das soll jedoch ihre Fähigkeiten, besser zu fühlen, zu hören und zu riechen als wir, nicht in Abrede stellen.
Im alten Ägypten wurden Hunde und Katzen in den Särgen ihrer Besitzer mitbestattet. Katzen waren damals ganz besonders beliebt, denn sie bekämpften Ratten und Mäuse und waren zudem Schmusetiere. Hunde hingegen wurden zum Schutz gebraucht. Sie wurden im alten Ägypten ebenfalls zu Haustieren, aber nicht in dem Ausmaß wie Katzen. Daher wurden Katzen auch eher mit in den Sarg gegeben, schließlich beteten die alten Ägypter auch die Katzengöttin Bastet an. Hunde wurden ebenfalls als Haustiere mumifiziert und in Särgen bestattet, aber mehr, weil sie den Geist ihrer Besitzer leiten und beschützen sollten vor den Gefahren auf der Reise ins Jenseits.
Nach Meinung der Wissenschaftler hatte die geographische Lage sowie die Umgebung ebenfalls einen großen Einfluss darauf, wie sich Wölfe zu domestizierten Hunden entwickeln konnten. Unterschiedliche Wolfsarten sind in diversen Gebieten heimisch und je härter das Klima oder die Umgebung, desto stärker wurde die Wolfslinie. Die Natur hat ihren eigenen Weg, um sicherzugehen, dass nur die Stärksten und Härtesten überleben. Wissenschaftler haben heutzutage Zugriff zu einer erstaunlichen Datenbank und können die Entwicklung der Tiere auf jedem Platz dieser Welt genauso gut verfolgen wie die menschliche Entwicklung. Sie fanden heraus, dass verschiedene Tiere in verschiedenen Klimazonen besser überlebten als andere - und das war ganz besonders bei Hunden so. In dem Moment, in dem die Menschen begannen, fortzuziehen und auszuwandern, begann gleichzeitig die Entwicklung der verschiedenen Hunderassen.
Wie sich die einzelnen Rassen nun entwickelten, hing sowohl davon ab, in welchem Klima oder in welcher Region sie gelandet sind, als auch von der Art Arbeit, die ihnen die Menschen übertrugen. Was würden die Inuit (Eskimos) ohne ihre Schlittenhunde tun und was die Schafhirten ohne ihre Hütehunde?
Bemerkenswerterweise waren auch Schafe und Ziegen mit dem Schwein und der Katze die nächsten Tiere, die domestiziert wurden. Das war vermutlich zwischen 11.000 und 9.000 vor Christus - damit schlägt der Hund diese Tiere in Sachen Domestizierung um ungefähr 4.000 Jahre!
Unsere Vorfahren veränderten sich.Waren sie vormals ausschließliche Jäger, orientierten sie sich jetzt mehr und mehr landwirtschaftlich. Deshalb wurden auch immer mehr Tiere domestiziert. Sie wurden als Nahrungs- und Bekleidungsquelle, aber auch als Arbeitskraft gebraucht. Schafe, Schweine und Ziegen wurden als erstes als Nahrungs- und Bekleidungsquelle gezüchtet. Dann kam die Kuh, die in Indien, Afrika und im Nahen Osten um 8.000 vor Christus domestiziert wurde. Zwei Tausend Jahre später wurde das Huhn in Indien und Südostasien domestiziert. Über die nächsten Tausende von Jahren wurden weitere Tiere in unseren Dienst gestellt wie der Esel (Ägypten, 5.000 v. Chr.), Wasserbüffel (Indien, 4.000 v. Chr.), Kamel (Arabien, 4.000 v. Chr.), Pferd (Zentralasien, 4.000 v. Chr.) und Lama (Peru, 3.500 v. Chr.). Diese Tiere halfen nicht nur dabei, die Ernte einzubringen, sondern auch zahlreiche Handelsstraßen des Altertums anzulegen. Es ist wirklich wahr, dass Gott uns diese unterschiedlichen Tiere schenkte, damit sie uns in unserer Entwicklung und in unserem täglichen Leben helfen.
Verschiedene Eingeborenenstämme liebten Tiere und schätzten sie dafür, dass sie durch sie Nahrung und Kleidung erhielten und meine Geistführerin Francine sagt, sie hätten auch immer Hunde um ihre Wohnlager gehabt. Ihre Aufgaben waren zum einen, vor Gefahr wie Plünderern zu warnen, aber auch, ihnen Gesellschaft zu leisten.
Als ich in Kenya war, hatten auch die Kikuyu, Massai und Sumburu Hunde, die bei wilden Tieren anschlugen. Auch der Rhodesian Ridgeback kommt ursprünglich aus Südamerika, wo die Niederländer ihre Hunde mit den halbwilden Jagdhunden der Khosians kreuzten, die von den niederländischen Siedlern und Kolonisten als Hottentotten bezeichnet wurden. Die Rhodesian Ridgebacks sind dafür bekannt, dass sie auf ihrem Rücken einen Strang Fell haben, der in die entgegengesetzte Richtung wächst. Sie werden wegen ihrer Fähigkeit, Löwen aufzuspüren und in Schach zu halten, bis ihre Halter dazukommen, auch Afrikanische Löwenhunde oder Afrikanische Jagdhunde genannt. Ich hatte selbst ein Pärchen Rhodesian Ridgebacks, weshalb ich diese Hunderasse überhaupt erwähne. Das Männchen nannte ich Bär und das Weibchen Simba. Kurz danach war ich mit neun Welpen gesegnet (zumindest sehe ich das so), und sie waren ziemlich anstrengend, bis ich sie verkaufen oder weggeben konnte. Aber im Gegensatz zu ihrem Ruf als Löwenjäger und als Hunde, die nur von erfahrenen Hundehaltern geführt werden können, fand ich sie ausgesprochen liebenswürdig gegenüber meiner Familie und meinen Kindern. Sie neigen allerdings dazu, Fremden gegenüber reserviert zu bleiben. Die Treue und Zuneigung der meisten Hunden ist unermesslich, doch die Rhodesians schienen noch sehr viel anhänglicher als alle Hunde zu sein, die ich jemals hatte. Wenn sie meine Aufmerksamkeit wollten, legten sie ihre Pfoten auf meine Füße als wollten sie sagen: „Beachte mich!“
Als ich noch klein war, hatten wir zuhause Katzen, die ich liebte. Ich mag ihre Wärme, dass sie sich auf meinen Schoß setzen oder legen und ich mag das Geräusch, wenn sie schnurren - aber ich ziehe Hunde vor. Ein Grund, warum im Mittelalter Katzen als Begleiter von Hexen angesehen wurden, ist, dass man glaubte, die Hexe könne sich in eine Katze verwandeln oder eine Katze dazu bringen, ihre Befehle auszuführen. Natürlich sind das Legenden, aber Katzen sind noch immer mehr für ihre Unabhängigkeit, Durchtriebenheit und ihre leisen Sohlen bekannt - wie auch ihre Verwandten, die Wildkatzen. Domestizierte Katzen sind heutzutage vollwertige Haustiere, selbst wenn sie nur gelegentlich die eine oder andere Maus oder Ratte fangen. In früheren Zeiten hingegen brauchte man sie dringend, damit sie dem Schädlingsproblem Herr werden, was wir ein wenig später noch genauer betrachten wollen.
Interessanterweise werden Katzen anscheinend lieber von Frauen als von Männern gehalten. Umgekehrt scheinen Hunde von mehr Männern als Frauen bevorzugt, obwohl es natürlich viele Ausnahmen von dieser Regel gibt. Es kann schon sein, dass Katzen schon immer mehr mit dem Weiblichen assoziiert waren, wie bei der Katzengöttin Bastet, bei Hexen oder in der Gesellschaft allgemein. Wenn wir über jemanden sagen, er sei katzenhaft, denken wir sofort an eine Frau. Andererseits scheinen Katzen viel sauberer zu sein als Hunde, weil sie sich ständig putzen und ins Badezimmer auf ihre Katzentoilette gehen, während man mit Hunden nach draußen Gassi gehen muss. Hunde wurden immer mit „draußen“ assoziiert, was auch einmal die Domäne des Mannes war. Katzen sind die Haustiere für drinnen, ein Gebiet, das man immer den Frauen zudachte. Katzen sind ebenfalls ausgezeichnete Haustiere für begrenzte Räume wie beispielsweise Appartements, während Hunde es lieben, auf größeren Flächen umherzustreifen. Sowohl Katzen als auch Hunde sind heutzutage beliebte Haustiere.Viele Familien halten beide Tiere und sie kommen wie alle anderen Familienmitglieder auch miteinander aus.
Wer die Erde berühren will, muss in Harmonie mit der Natur sein.
Oglala Sioux
Nach dem, was Historiker und Wissenschaftler berichten, stammen unsere ersten Götter aus der Natur und damit sind auch die Tiere gemeint. Tatsächlich sind sich die meisten Wissenschaftler darüber einig, dass neben der Sonne, dem Mond, den Sternen, dem Wind, dem Regen, dem Feuer und vielem anderen die ersten Gottheiten die Formen der Tiere annahmen. Sie und auch ich nehmen an, dass die ersten Menschen Tiere verehrten, weil sie kräftiger, stärker und schneller waren als sie selbst. Vermutlich wurden viele Menschen damals von einigen Tierarten verletzt oder getötet. Damit gewannen die Tiere nicht nur den Respekt der Menschen, sondern wurden wegen ihrer Stärke gefürchtet oder sogar verehrt. Prähistorische Höhlenzeichnungen zeigen mehr Tiere als Menschen und einige dieser Höhlen wurden zu Schreinen der Verehrung.
Eine der frühesten war der Schrein, der dem Bär in der Drachenloch-Höhle in den Schweizer Alpen geweiht war. Diese spezielle Höhle liegt etwa 8.000 Meter über dem Meeresspiegel und wurde vom Deutschen Archäologen Emil Bachler entdeckt und von 1917 bis 1923 freigelegt. Seine Rückschlüsse waren, dass diese Anlage zwischen 75.000 und 80.000 Jahre alt sei und von den frühesten Neandertalern bewohnt wurde, die zu diesem Zeitpunkt bekannt waren. Die Höhle war ziemlich groß und im Eingangsbereich gab es umfangreiche Beweise dafür, dass sie einmal von Neandertalern bewohnt war. Weiter hinten in der Höhle entdeckten sie einen primitiven Altar mit etwa einem halben Dutzend Bärenschädeln, die alle zum Eingang hinzeigten als sollten sie Schutz und Hilfe leisten. Noch weiter hinten fanden die Forscher weitere ungefähr zwanzig Bärenschädel jeweils einzeln in Nischen der Höhlenwand. Diese Entdeckung war eine der ersten, die auf die Anbetung eines Tieres hinwies.
Eine weitere interessante Tatsache ist, dass Tiere in Sagen und Mythen, die über die Generationen von unseren Vorfahren weitergegeben wurden, zu dominieren scheinen. Das tun sie übrigens in den Märchen der Eingeborenen Amerikas noch immer: Deren Helden sind niemals Menschen, sondern Tiere oder Sterne. Göttliche Tierwesen beherrschen die frühere Welt der Menschen. Zu ganz frühen Zeiten, als die Umgebung sich veränderte und Tiere wie das Mammut oder der Säbelzahntiger ausstarben, erinnerten unsere Vorfahren noch immer an diese kräftigen Tiere in ihren mündlichen Überlieferungen. Je mehr Zeit verging, desto mehr gerieten diese Tiere in Vergessenheit, wofür jedoch andere, neue Tierarten verehrt wurden. Sobald ein göttliches Tierwesen ausstarb, wurde ein anderes Tier verehrt und nach und nach wurden diese Tiere mit immer mehr Attributen ausgestattet.
Unsere Vorfahren beobachteten, was um sie herum vor sich ging, waren aber Sklaven ihrer Sinne. Blitze und Vulkane sorgten für Feuer, Seen, Flüsse, Bäche und Regen versorgten mit Wasser, von verschiedenen Tieren stammte die Bekleidung und der Schutz und all diese Umstände führten im Zeitablauf zu pantheistischen Religionen.
Als sich unsere Vorfahren weiterentwickelten und von Jägern zu Bauern wurden, entwickelten sich auch die göttlichen Tierwesen weiter. Wenn eine spezielle Kultur sich mehr an der Jagd orientierte, blieben die tierischen Gottheiten stark. Wenn eine Kultur sich jedoch mehr der Landwirtschaft zuwandte, wurden die Gottheiten immer menschenähnlicher oder die Gottheiten zeigten mehr menschliche Züge. Wie ich bereits in meinem Buch „Mother God“ (Mutter Erde) ausführte, entstand zunächst eine Göttin, bevor es in den meisten Kulturen mit Beginn der Landwirtschaft ihre männliche Entsprechung gab. Die Frau steht bei den Menschen für diejenige, die Kinder austrägt und gebiert, daher wurde sie zum Symbol der Fruchtbarkeit. Jetzt wurden tierische Gottheiten immer seltener und über die Jahrhunderte wurden die Wesenszüge der Tiere auf die menschliche Göttin oder auf Gott übertragen. So wurden die Tiergottheiten von den menschlich aussehenden Göttern integriert.
Eines der ersten Beispiele für diesen Prozess wurde auf einem meiner Lieblingsplätze gefunden, nämlich in Anatolien, einer Region in der Türkei. Ausgrabungen in der neolithischen Stadt Catal Huyuk zeigten, dass die ältesten Schreine Tieren galten - in diesem Fall Stieren. Dann fanden sich die ersten Schreine, die eine Göttin verehrten. Sie datierten von ungefähr 6.200 vor Christus und spiegeln die Entwicklung eines jagenden Volkes zu einer landwirtschaftlichen Gesellschaft wieder. Gleichzeitig zeigen die Schreine, mit welcher Hochachtung damals Frauen betrachtet wurden. Die meisten Wissenschaftler denken, dass die Weiche von der Göttin zu einem männlichen Gott mit der städtebaulichen Weiterentwicklung der Gesellschaft gestellt wurde. Als Städte entstanden und sich mehr Menschen auf einem Fleck versammelten, wurde dem männlichen Gott der Vorrang eingeräumt und er bekam immer mehr Macht.
Die Tiergottheiten starben einen langsamen Tod, aber nach wie vor hatten viele Götter früherer Zivilisationen auch animalische Eigenschaften. Athena und die Eule, Zeus und sein Adler und Aphrodite mit der weißen Taube sind nur einige wenige Beispiele davon, wie lange Tiere in den Religionen präsent waren. Tiergottheiten gingen entweder in die neuen Religionen mit ein oder es gab sie nebeneinander. Selbst in den heutigen Religionen spüren wir noch immer den Einfluss, den die animalischen Götter haben. Denken Sie an die Hindus. Ihr Gott der Weisheit, Ganesha, trägt einen Elefantenkopf. Die Buddhisten haben Wu-Kung, einen Affen, der Erleuchtung erlangte und die Taube repräsentiert im Christentum den Heiligen Geist. Alle Hauptreligionen enthalten viele animalische Symbole.
Die früheren Religionen erzählen Geschichten über Götter, die sich der Tiere bedienen oder die Gestalt eines Tieres annahmen wie die Sage von Zeus, der verschiedene Frauen in Gestalt eines Schwanes oder eines Stieres verführte (was in letzterem Fall sicherlich sehr schmerzhaft für die Damen war). Viele Helden von damals hatten entweder Tiere als Gehilfen oder nahmen die Form eines Tieres an, um diverse Monster zu bezwingen oder Prinzessinnen zu retten. Märchen und Sagen sind voll von Tieren, die sprechen, helfen oder weise Ratschläge geben - wie es auch früher die animalischen Götter taten. Seit Ägypten, Griechenland, Rom und Amerika existieren, spielten Tiere eine entscheidende Rolle im Leben der Menschen. Lassen Sie uns die Rolle betrachten, die Tiere in unserem Leben seit Anbeginn der Geschichte eingenommen haben, damit wir das Seelenleben unserer heute so geliebten Tiere besser verstehen können.
Was ist Leben? Es ist der Schein eines Glühwürmchens in der Nacht. Es ist der Atem eines Büffels im Winter.
Es ist der kleine Schatten, der quer über das Gras wandert und sich bei Dämmerung verliert.
Schwarzfuß-Indianer
Tierverehrung im alten Ägypten
Ganz im Gegensatz zu dem, was die meisten Menschen annehmen, war die Religion im alten Ägypten nicht sehr einheitlich und bestand auch nicht nur aus der Verehrung des Pharaos wie einen Gott. Tatsächlich gab es ein ganzes Sammelsurium ungeordneter Glaubensrichtungen und -praktiken, die nach Region oder auch sozialer Zugehörigkeit variieren konnten. Je nach Ort und Zeitpunkt konnten die Tiere die Eigenschaften der Götter aufzeigen, wie bei Horus, der seinen Falkenkopf trug, weil man ihm falkenähnliche Eigenschaften zusprach. Oder die Göttin Bastet, die als Katze dargestellt wurde und damit Fruchtbarkeit und die Aufzucht von Kindern symbolisierte. Thoth ist in der ägyptischen Mythologie der Gott des Mondes, der Magie, der Wissenschaft, der Weisheit und des Kalenders. Er hat den Kopf eines Ibis. Anubis, der altägyptische Gott der Totenriten wie Einbalsamieren und Mumifizieren, hat den Kopf eines Schakals. Die Göttin Maat trug eine Straußenfeder als Emblem. Diese Feder wurde beim Totengericht gegen das Herz des Verstorbenen aufgewogen (so wurde das Gewicht der Sünden festgestellt, Anm. d. Übers). Hathor, die allumfassende Göttin der Mutterschaft, Fruchtbarkeit und Liebe wurde entweder mit einem Kuhkopf oder mit Kuhhörnern und einer Sonnenscheibe auf dem Kopf dargestellt.
Die hier genannten Gottheiten waren wohl die wichtigsten Götter neben Isis, Osiris, Ptah und dem großen Sonnengott Re (auch Ra genannt), aber es gab noch viele andere Göttinnen und Götter, die entweder eine kleinere Rolle spielten oder nur in bestimmten Regionen Ägyptens überliefert waren.
Da gab es zum Beispiel eine ganze Menge Hausgötter, die über das Haus und die Familie wachten. Sie waren hauptsächlich für die Unterschicht zuständig, während der Pharao und die reiche Oberschicht die großen Gottheiten feierten. Ihnen war sogar mindestens ein nationaler Feiertag im Jahr gewidmet! So ziemlich alle Götter, unabhängig vom Status ihrer Anhänger, hatten animalische Attribute.
Als sich die ägyptische Bevölkerung weiterentwickelte, gingen einige dieser Göttinnen und Götter in etwas über, was wir als Tierkult bezeichnen würden. Das vorher mit der Gottheit assoziierte Tier wurde zum eigentlichen Objekt der Verehrung. Einer dieser von den Ägyptern verehrten Gottheit war der Apis, der heilige Stier von Memphis, der als Verkörperung des Gottes Ptah verehrt wurde. Ptah wiederum war nicht nur der Gott der Handwerker und Kunsthandwerker, sondern soll auch die Welt erschaffen haben. Es gab immer nur einen heiligen Stier zur jeweiligen Zeit, der als Apis verehrt wurde und er hatte vermutlich verschiedene Merkmale, an denen man ihn als heiliges Gefäß des Gottes Ptah erkennen konnte. Dieser lebendige Stier wurde wie einen Gott behandelt, er hatte einen eigenen Stamm Priester und bewohnte den Tempel von Ptah in Memphis. Der ranghöchste Priester des Tempels soll in der Lage gewesen sein, die verschiedenen Bewegungen und Taten des Stieres zu deuten und konnte so die Zukunft voraussehen und die Fragen der verschiedenen Anbeter beantworten. Die weniger bedeutsamen Priester waren damit beauftragt, den Stier zu hegen und zu pflegen und ihm die Geschenke der Anhänger zu überbringen. Wenn ein Apis-Bulle starb, wurde sofort ein anderer Stier gesucht, der die nötigen heiligen Kennzeichen trug und der tote Stier wurde mumifiziert und bei einer großen Feierlichkeit in einem eigenen Grab bestattet.
Obwohl der Kult um den Stier Apis eine große Anhängerschar hatte, ist er nicht mit dem großen Zuspruch vergleichbar, den die Göttin Bastet hatte. Bastet wurde, wie schon zuvor erwähnt, von einer Katze repräsentiert. Sie war die Göttin der Fruchtbarkeit und der Aufzucht von Kindern. Entweder trug sie einen Katzenkopf oder sie wurde ganz als Katze dargestellt. Der Kult um die Göttin Bastet erlangte seinen Höhepunkt vor etwa 2000 oder 3000 Jahren und begründete die hohe Stellung der Katze in der ägyptischen Gesellschaft.
Die Ägypter waren gut darin, Tiere zu domestizieren, insbesondere die Wildkatze. Es gab im alten Ägypten zwei einheimische Katzenarten: die wilde Dschungelkatze und die Afrikanische Wildkatze. Sie waren größer als die heutigen Katzen durchschnittlich sind und viel gefährlicher. Sie konnten problemlos giftige Schlangen, ja sogar Kobras töten und - was weitaus wichtiger war - sie vertilgten auch Mäuse, Ratten und anderes Getier, das es auf die Ernte in der königlichen Kornkammer abgesehen hatte. Die Afrikanische Wildkatze hatte ein angenehmeres Temperament und die meisten Katzen, die allmählich domestiziert wurden, stammen von dieser Art ab. Über die Jahrhunderte entwickelten sie sich zu der Katze, die wir heute als Ägyptische Mau kennen.
Ihre Eigenschaft, Schädlinge zu vertilgen, machte die Katze wertvoll. Daher wurde sie schnell domestiziert und in fast jedem Tempel und mit Sicherheit in jeder Kornkammer wurden mehrere Katzen gehalten, die das Ungeziefer dezimierten. In den Tempeln der Göttin Bastet kümmerten sich die Priester mindestens um ein paar Dutzend, wenn nicht sogar um Hunderte von Katzen. Weil sie sich schnell vermehren, wurden Katzen zum festen Bestandteil in fast jedem Dorf, jeder Stadt und jedem Land Ägyptens. Viele wurden Hauskatzen, viele lebten in Tempeln und viele wandelten einfach auf der Straße.
Je beliebter die Katze wurde, desto heiliger wurde sie auch für die alten Ägypter. Sie sorgte nicht nur dafür, dass die Schädlinge nicht überhand nahmen, sondern versorgte den Haushalt auch mit hübschen Haustieren. Mit der Beliebtheit der Katze wuchs auch die Beliebtheit der Göttin Bastet und bald bewirkten die Katzen einen weiteren Nebeneffekt und wurden zur wachsenden Einnahmequelle. Die Mumifizierung von Katzen wurde immer beliebter, weil viele mumifizierte Katzen der Göttin Bastet zusammen mit Geld und Lebensmitteln geopfert wurden. Wissenschaftler berichten, dass das Mumifizieren von Tieren zu einem guten Geschäft wurde und die verschiedensten Tiere wurden aus hauptsächlich drei Gründen derart haltbar gemacht: Um Göttern geopfert zu werden, als Nahrungsmittel für einen ebenfalls mumifizierten Menschen, das er auf seiner Reise ins Jenseits verzehren konnte oder weil es geliebte Haustiere waren und ihr Eigentümer hoffte, sie so mit in das Leben nach dem Tod mitnehmen zu können.
Die Mumifizierung der Toten war im Alten Ägypten bereits ein gutes Geschäft, aber mit der zunehmenden Beliebtheit der Einbalsamierung von Tieren wurde es noch größer. Priester und andere begannen damit, nur deshalb Tiere - vorzugsweise Katzen - aufzuziehen, um sie zu töten, auszustopfen und sie Menschen zu verkaufen, die sie wiederum den verschiedensten Göttern andienten. Dazu kam, dass die Handwerker mehr Statuen von diesen Göttern herstellen mussten, insbesondere Statuen, die die Göttin Bastet darstellten. Dies begründete eine Vielzahl von Wirtschaftszweigen, die alle auf die Gottesanbetung zurückzuführen sind und die für den Pharao ständig steigende Einnahmequellen waren.
Je heiliger die Tiere wurden, desto mehr Gesetze wurden zu ihrem Schutz in Kraft gesetzt. Der griechische Historiker Herodotus behauptet sogar, dass jemand, der absichtlich ein heiliges Tier tötete, hingerichtet wurde. Diodorus, ein weiterer griechischer Historiker, sagte, dass selbst jemand, der aus Versehen eine Katze überfuhr, vom ägyptischen Mob gelyncht wurde, selbst wenn der Pharao versuchte, zu intervenieren.
Die Mumifizierung von Tieren zeigt die hohe Achtung, die ihnen im frühen Ägypten entgegengebracht wurde und obwohl einbalsamierte Tiere in den verschiedensten menschlichen Särgen gefunden wurden, gab es die meisten mumifizierten Tiere in den großen Grabstätten der Gegenden um BuBastetis, Sakkara, Theben und Beni Hasan. In diesen riesigen örtlichen Gruften waren die mumifizierten Tiere meist Katzen. Allein das Grabmal außerhalb von Beni Hasan enthielt mehr als 19 Tonnen einbalsamierter Tiergebeine.
Der Kult um die Göttin Bastet lief aus, als er per kaiserlichem Dekret im Jahr 390 vor Christus verboten wurde. Unter der Regierung des alten Roms nahm der Glaube an die früheren Gottheiten drastisch ab und wurde völlig ausgemerzt. Heutzutage werden in Ägypten noch immer Katzen toleriert oder auch als Haustier gehalten, aber sie haben keinerlei religiöse Bedeutung mehr.
Tierverehrung im alten Griechenland und in Rom
Die älteste Religion im alten Rom war der Ahnenkult, aber je mehr Macht Rom bekam, desto vielseitiger wurde es. Das ist nirgendwo so deutlich zu sehen wie in der römischen Literatur, in der die Römer die griechischen Götter zu ihren eigenen machten. Die Römer gaben dem Großteil der griechischen Götter einfach neue Namen. Aus Zeus wurde Jupiter, aus Hera Juno, Poseidon wurde zu Neptun und so weiter. Von einigen Ausnahmen abgesehen, übernahmen die Römer alles aus der griechischen Mythologie.
Die alten griechischen Götter sind möglicherweise die faszinierendsten Gottheiten der früheren Zivilisationen, denn ihre Sagenwelt beeinflusst uns noch heute. Es ist dabei nicht so, dass ihre Götter mächtiger wären, aber sie sind in ihrer Art facettenreicher und haben viele menschliche Attribute. Zudem haben sie menschliche Schwächen und Gefühle wie Wut, Liebe, Rachsucht und viele andere. Vermutlich konnten deshalb die Geschichten über diese Götter die Jahrtausende überstehen und blieben der Menschheit über alle Generationen hinweg im Gedächtnis. Alle Menschen schätzen eine gute Geschichte oder eine Heldendichtung und die Griechen hatten Göttergeschichten in Hülle und Fülle - von den vielen Geschichten über Zeus, wie er die verschiedensten Frauen in den unterschiedlichsten Tier- oder Menschenkörpern verführte bis hin zu den fantastischen Heldentaten und Abenteuern des starken Helden Herkules. Wenn wir dies bedenken, spielten dann Tiere irgendeine ernst zu nehmende Rolle in der altgriechischen Religion?
Ganz wie in der ägyptischen Religion wurden bestimmte griechische Gottheiten mit bestimmten Tieren oder ihren Eigenschaften assoziiert. Denken Sie an Zeus als Adler (Kraft), an Athene und die Eule (Weisheit), an Hermes mit den Flügeln (Geschwindigkeit). Aber abgesehen vom griechischen Gott Dionysios (von dem viele glauben, er hätte die Form einer Ziege angenommen) oder Poseidon (der halb Mann, halb Fisch war) beziehen sich die Griechen in ihrer Religion hauptsächlich bei mythologischen Kreaturen auf Tiere. Entweder war so eine Kreatur ein gefürchteter Feind eines Helden wie beispielsweise Medusa, die Zyklopen oder der kretische Stier, oder ein hilfreiches Tier wie Pegasus für Perseus. So spielten Tiere eine erhebliche Rolle in der griechischen Mythologie.
Einer der wenigen griechischen Kulte, von denen man weiß, dass sie existiert haben, ist der vom Schlangengott Glycon. Dieser Kult wurde vermutlich vom griechischen Propheten Alexander von Abonutichus gegründet und hat möglicherweise seinen Ursprung in Mazedonien, wo es bereits seit Jahrhunderten kleinere Schlangenkulte gab. Die Griechen glaubten damals, dass Schlangen magische Kräfte in Bezug auf die Zeugungsfähigkeit hätten. Die griechische Mythologie ist reich an Geschichten, die von Schlangen handeln und das Paradebeispiel dafür gilt die Geschichte von Zeus, wie er als Schlange getarnt Olympia schwängert. Unter Umständen galt der Glycon-Kult auch einer existierenden Schlange, die wiederum möglicherweise als Reinkarnation des Gottes Äskulap angesehen wurde, dem griechischen Gott für Medizin und Heilung. Alexander hatte nachgewiesenermaßen vorausgesagt, dass Äskulap in einer anderen Verkörperung wiederkehren würde und zum vereinbarten Zeitpunkt zog er ein Schlangenei aus der Tasche und schnitt es auf.
Die Legende berichtet, dass die Schlange innerhalb von einer Woche zur Größe eines Mannes heranwuchs und menschenähnliche Gesichtszüge sowie langes blondes Haar hatte. Historiker glauben, dass wann immer Gott Glycon in einem Tempel auftauchte, es sich um eine Puppe handelte oder um eine dressierte Schlange, auf die ein Puppenkopf angebracht wurde, der wie ein menschliches Gesicht aussah. Obwohl Glycon hauptsächlich bei Unfruchtbarkeit angebetet wurde (Frauen brachten ihre Gaben in der Hoffnung, sie bekämen dann ein Kind), war er auch der Schutzpatron gegen die Pest.
Einer der interessanteren Charaktere der griechischen Mythologie war der Zentaur, insbesondere der Zentaur namens Chiron. Zentauren waren halb Mensch, halb Pferd und standen in dem Ruf standen, sich ständig zu betrinken und dann aggressiv zu werden. Alles in allem galten sie als unzivilisiert. Nur Chiron - obwohl ebenfalls ein Zentaur - war ganz anders als seine Artgenossen. Zudem hieß es, er wäre unsterblich, weil er aus der Vereinigung des Titan Cronus mit der Nymphe Phillyra stammte. Cronus hatte die Gestalt eines Pferdes angenommen, um sie zu verführen. Chiron war intelligent, freundlich, weise und ein großer Lehrer der heilenden Künste und der Lyra. Er zog Achilles und Jason auf, die berühmte griechische Helden wurden. Chiron wurde auch der Mentor von Äskulap, den er die heilenden Künste lehrte und von Thesus, einem anderen Helden, der den Minotaurus tötete und die Gefangenen in dessen Labyrinth befreite. Chiron wurde aus Versehen von Herkules mit einem vergifteten Pfeil getroffen. Weil er so große Schmerzen litt, gab Chiron den Bitten von Herkules nach und gab seine Unsterblichkeit auf. Er gab sie weiter an Prometheus, nachdem Herkules ihn aus der Gefangenschaft von Zeus befreit hatte.
Wir sehen also, dass die Religion der Griechen nicht nur eine Fülle von Göttern aufwies, sondern auch von Monstern, mythologischen Biestern und Tieren. Als das Römische Reich seine Blüte erreichte, waren die griechischen Götter bereits integriert. Die Römer hatten sich die Göttin Isis genauso einverleibt wie den Gott Mithras aus anderen alten Religionen. Mit Kaiser Konstantin, der das Christentum zur alleinigen römischen Religion machte, wurden alle diese Götter jedoch abgeschafft.
Druck, ganz egal, wie versteckt er ausgeübt wird, erzeugt Gegendruck.
Lakota
Tierverehrung im
alten Nord-, Mittel- und Südamerika
Um die Vergangenheit der Menschheit aufzudecken, hat sich am meisten die Archäologie verdient gemacht. Wie bei allen anderen Wissenschaften auch, ändern sich ihre Überzeugungen immer wieder, denn ständig werden neue Informationen oder Ausgrabungsstätten gefunden, die das in Frage stellen, was zuvor noch als richtig galt. Wir können mit Fug und Recht behaupten, dass die Wissenschaft auf ihre eigene Art immer von Natur aus gnostisch ist, denn sie sucht andauernd und ständig die Wahrheit in neuen Theorien, Gedanken und Ideen. Sie ist manchmal ihr ureigener schlimmster Feind, weil sie durch neue Theorien oder Glaubensrichtungen immer wieder herausgefordert wird. Aber ganz anders als die Religion ändert die Wissenschaft ihre Glaubensbekenntnisse, sobald sich die Wahrheit findet. Sie bleibt nicht in langjährigen Traditionen stecken wie die Religion. Natürlich stimmt auch, dass sich selbst in der Wissenschaft nur langsam etwas ändert, aber immerhin ändert sich etwas, was die etablierten Religionen nicht von sich behaupten können.
Kürzlich haben archäologische Ausgrabungen in Peru die wohl älteste „Kultur“, die es je in Amerika gab, freigelegt. Sie wird Caral Supe Zivilisation genannt. Die Meldung über diesen Fund kam im Jahr 2001 und mit der Radiokarbonmethode wurde das Alter der dort gefundenen archäologischen Stücke auf ungefähr 2.600 vor Christus geschätzt. Das mag sich in der nächsten Zukunft noch ändern, denn die Archäologen haben bislang die ältesten Orte dort noch nicht untersucht. Zudem gibt es einen anderen Fundort abseits dieses Areals, von dem man sagt, dass er angelegte Kanäle enthält, die noch früher datieren als Caral Supe. Ich bin mir sicher, dass es in den nächsten Jahren weitere Informationen zu diesen Ausgrabungsstätten geben wird.
Ich erwähne das, weil Wissenschaftler viele Jahre lang annahmen, dass die Wiege der Zivilisation entweder in Afrika oder in der Region von Mesopotamien stand. Doch die kürzlich gemachten Funde in Südamerika lassen den Schluss zu, dass die amerikanische Kultur zeitlich nahe an den frühen Kulturen Mesopotamiens liegt. Die früheste bekannte Besiedlung in Amerika ist Valdivia an der Küste von Ecuador, die auf 3.500 vor Christus datiert wird.
Das Problem war immer das der Definition. Welche Attribute und Eigenschaften mussten vorliegen, damit bestimmte Menschen als zur „Zivilisation“ gehörig galten? Was unterscheidet unzivilisierte „Wilde“ von den Menschen, von denen es heißt, sie wären zivilisiert? Wissenschaftler sehen den Unterschied in der Art der sozialen Strukturen, Regierungen und öffentlichen Bauten, aber diese Definition wird wohl immer diskutiert werden. Ich persönlich meine, abgesehen von Atlantis und Lemuria waren die ersten „Zivilisationen“ möglicherweise in Indien und wahrscheinlich in China. Kürzlich gemachte archäologische Funde in Indien wurden auf 9.500 vor Christus datiert und viele denken, dass sie möglicherweise auch sehr viel älter sein könnten.
Nun, was hat das mit den frühen Gottheiten in Nord-, Mittel- und Südamerika zu tun? Indien und China sind vielleicht die am höchsten entwickelten Kulturen der heutigen Welt, die an den Animismus glauben. Diese Weltanschauung steckt in allen heutigen Religionen in den verschiedensten Formen, aber im Grunde genommen handelt es sich dabei um den Glauben an die Seele. Der Animismus meint jedoch, dass die Seele nicht nur in menschlichen Körpern steckt, sondern auch in anderen Geschöpfen wie in Tieren, Pflanzen und sogar in leblosen Gegenständen wie beispielsweise in einem Berg. Obwohl die Hauptreligionen Christentum, Judentum und Islam nur an eine Seele im menschlichen Wesen glauben, praktizieren sie doch eine Form des Animismus. Die meisten Menschen gestehen ohnehin nicht nur den Menschen eine Seele zu, sondern auch anderen Wesen und leblosen Gegenständen, ganz wie es der Animismus definiert. In den frühen Kulturen und Zivilisationen Nord-, Mittel- und Südamerikas wurde gänzlich an den Animismus geglaubt.
Die älteste in Amerika bekannte Gottheit wird einfach „Stabgott“ genannt und obwohl sie je nach Kultur andere Namen hatte, stellten alle wichtigen Zivilisationen diese Gottheit bildlich mit einem menschlichen Körper, Reißzähnen und Klauen statt Händen und Füßen dar. In jeder Klaue hielt sie einen Stab (obwohl es auch bildliche Darstellungen von Händen gab, die als Schlange endeten).
Der Stabgott gehörte zu Südamerika, Mexiko und der Yukatan Halbinsel und war eine Gottheit für alle wichtigen Zivilisationen dieser Gegend, also auch für die Olmeken, Tolteken, Mayas, Azteken, Inkas und sogar bei der erst vor kurzem gefundenen Zivilisation von Caral. Diese Gottheit hatte sowohl menschliche als auch animalische Eigenschaften, was in vielen Kulturen nicht unüblich ist.
Das am meisten von oben genannten Religionen bewunderte Tier war der Jaguar. Das ist nicht außergewöhnlich, denn die meisten animalischen Gottheiten, die verehrt wurden, waren die, mit denen die Menschen tagtäglich zu tun hatten. Der Jaguar lebte in Mexiko, Yukatan und Südamerika und wurde wegen seiner Kraft, List und Tapferkeit bei der Jagd verehrt. Einen Jaguar zu töten bedeutete in einigen Kulturen die Todesstrafe, während in anderen Kulturen das Fell des Tieres nur von Königen oder hochgeachteten Menschen getragen werden durfte. Schlangen und Vögel wurden ebenfalls geschätzt und verehrt. Die Azteken beteten drei Götter an. Einer von ihnen war der gefiederte Schlangengott Quetzalcoatl.
In Nordamerika wurde der Animismus ziemlich allgemein von den verschiedenen amerikanischen Ureinwohnerstämmen praktiziert, beginnend bei den Inuit (Eskimos) in Alaska über die Navajo und Hopi des Südwestens über die Irokesen im Nordosten zu den Cherokees und Seminolen im Südosten. Es würde Bücher füllen, die Unterschiede der Religionen dieser verschiedenen Stämme aufzuzählen, aber alle praktizierten Animismus in der einen oder anderen Form. Im Gegensatz zu dem, was allgemein bekannt ist, hatten fast alle Volksstämme einen monotheistischen Gott oder eine göttliche Zweiheit. Die Irokesen hatten vermutlich den monotheistischsten Gott überhaupt und glaubten an den Großen Geist. Historiker meinen, sie wären auch diejenigen gewesen, bei denen es am einfachsten war, sie in die christliche Glaubensgemeinschaft des frühen Amerika zu integrieren. Das lag möglicherweise an der Tendenz zum Allmächtigkeitsglauben, der ja auch im Christentum gefordert wird.
Die meisten Religionen der Eingeborenenstämme Amerikas sind direkt mit ihrem Respekt vor der Natur verbunden und versuchen, sie im Gleichgewicht zu halten. Die Ureinwohner Amerikas lebten entweder von der Jagd oder von der Landwirtschaft. Diese zwei Arten des Fortbestandes spiegeln sich in den individuellen Glaubensrichtung ihrer Religionen wieder. Die Präriestämme verehrten und glaubten an den Büffel. Sie waren Nomaden, weil sie den Büffeln folgten, die für sie Nahrung und Bekleidung bedeuteten. Andere jagende Stämme wie die Inuit und die Apachen hatten es wegen der Extreme ihrer Lebensumstände schwerer damit, ihr Essen zu erjagen. Es war kalt und eisig in Alaska und Kanada, die Wüsten in Arizona und im Norden Mexikos dürr und ausgetrocknet. Einige Stämme, wie die der Irokesen, hatten von allem das Beste. Sie hatten Ländereien mit Wild und Fisch im Überfluss, die sich auch als Anbauflächen eigneten. Das gab den einzelnen Stammesmitgliedern mehr Möglichkeiten.
Das Gleichgewicht der Natur zu erhalten, war ein Hauptanliegen der amerikanischen Ureinwohner, denn schließlich wurden sie von der Natur ernährt. Nicht nur die Jäger huldigten der Seele eines erlegten Tieres mit einem Ritual, damit dessen Seele andere Seelen ermutigt, sich bei Bedarf töten zu lassen. Auch die Bauern tanzten, schlugen heilige Trommeln und sangen ihre Choräle und baten damit um Regen oder eine ergiebige Ernte. Die Ureinwohner Amerikas haben die Natur nicht nur respektiert, sondern ihrer gehuldigt, weil sie von ihr mit Nahrung versorgt wurden und so ihr Überleben sicherte.
Nahezu alle Eingeborenenstämme Amerikas bezogen den Animismus in ihre religiösen Riten mit ein. Tiere hatten Seelen und einen Geist, genau wie Regen, Stürme, Donner, Blitze, Sonne, Mond und Sterne. Bestimmte Plätze wurden als heilig betrachtet wie bestimmte Berge, Täler, Flüsse oder Seen. Die Schöpfungsgeschichten und andere Mythologien der verschiedenen Stämme wurden von den Alten, den Medizinmännern oder den Schamanen von Generation zu Generation mündlich überliefert. Die Ureinwohner sahen die Welt als unveränderlich an, weshalb sie respektiert und im Gleichgewicht gehalten werden musste, oder sie dachten sich die Welt als eine Einheit mit überirdischen Geistwelten, weshalb sie die Harmonie zwischen beiden aufrecht erhalten wollten. Vielleicht ist dieser Glaube an eine Einheit, die im Gleichgewicht und in Harmonie gehalten werden soll, der Grund, der mich glauben lässt, dass die Kultur der amerikanischen Ureinwohner noch heute eine der spirituellsten Kulturen ist.
Tiere und die Kräfte der Natur wurden anerkannt, respektiert und manchmal sogar angebetet, weil sie in unserem täglichen Leben so wichtig sind. Die spirituelle Welt wurde respektiert und als existent anerkannt. Sie sollte den Menschen entweder helfen oder sie an etwas hindern, je nachdem, was der Einzelne oder der Stamm vorhatte. Viele Stämme legten großen Wert darauf, dass ihre Mitglieder spirituelle Erfahrungen machten, weil ihnen das half, ihren Platz im Leben zu finden. Viele Stämme hatten Rituale, um diese spirituellen Erlebnisse zu forcieren - nicht unbedingt, um dem Individuum zu helfen, sondern um dem Stamm im Allgemeinen zu helfen und ihn zu führen.
Vieles von dem, was wir über die amerikanischen Ureinwohner wissen, wurde vom weißen Mann dargelegt. Wie ich schon immer gesagt habe: Die Geschichte wird von den Gewinnern geschrieben. Wir verloren viel von der ursprünglichen Kultur der amerikanischen Ureinwohner, weil es an schriftlichen Überlieferungen fehlte. Ihre Kultur wurde über Jahrhunderte mündlich weitergegeben, lange bevor der weiße Mann ihre Küsten überfiel. Im Verlauf von dreihundert bis vierhundert Jahren war die Kultur und die Bevölkerung der amerikanischen Ureinwohner fast komplett vom Erdboden gelöscht. Im Namen des Fortschritts und der Weiterentwicklung wurden sie aus ihren Ländern verjagt und müssen bis heute in ausgewiesenen Reservaten leben. Ihre menschlichen Rechte werden von unserer Regierung noch immer missachtet, indem sie beispielsweise heilige Plätze entweiht. Es ist traurig, wie die sogenannte „Zivilisation“ so viele Kulturen buchstäblich ausgelöscht hat, nur weil sie für „heidnisch“ und „wild“ gehalten wurden. Dabei waren die meisten sehr viel spiritueller als unsere eigene. Die Weisheiten und Sprichwörter der amerikanischen Ureinwohner zeigen ihre große Spiritualität, weshalb ich einige von ihnen in dieses Buch gestreut habe. Ihre Kultur spiegelt möglicherweise mehr als andere ihre Liebe und ihren Respekt vor Tieren.
Wir sind alle ein einziges Kind,
das im Himmel tanzt
Shawanos
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