Kitabı oku: «Investieren in Edelsteine», sayfa 2
RUBIN
Die rote Varietät des Korunds ist der über lange Zeit (mehr als 5.000 Jahre) meist begehrte Edelstein der Erde. Steht er doch seit alter Zeit für Macht, Durchsetzungskraft und Ausstrahlung. In alter Zeit, in etwa bis zum Jahr 1400, konnte Diamant nicht facettiert werden, hatte also noch nicht den Rang inne, den er heute hat. Ganz anders beim Rubin. Er ist weicher als der Diamant und konnte damit bearbeitet werden.
Welche Rubine sind geeignet für ein Investment? In erster Linie jene Steine mit einem Gewicht über 1 ct., besser über 2 ct. Aber auch lebhaft rote, funkelnde Steine mit wenigen Einschlüssen. Bei den Farbsteinen sind kleine Einschlüsse erlaubt, diese erhöhen sogar die Attraktivität eines Steines. Die genannten Eigenschaften sollen nur in Rubinen vorkommen, die unbehandelt sind (Schleifen gilt nicht als Behandlung!). Keine Hitzebehandlung, keine Rissfüllung, keine Färbung des Steins durch den Menschen! Das alles ist von einem internationalen gemmologischen6 Labor in einem Zertifikat zu bestätigen.

Rubin
4,092 ct., Mosambik Pigeon Blood, Naturfarbe, unbehandelt
Zertifikat: GRS, GLA
Foto: © The Natural Gem
WAS SPRICHT FÜR RUBINE ALS INVESTMENT:
Große Tradition, weltweit beliebt
Extrem seltener Edelstein, auch immer seltener werdend
Große Wertsteigerung in den letzten Jahren (8–10 Prozent pro Jahr über die letzten 25 Jahre)
Die Minen in Burma sind, wie es scheint, am Ende ihres Lebenszyklus angekommen
WAS SPRICHT GEGEN RUBINE ALS INVESTMENT:
Keine international standardisierte Reihe von Farbschattierungen

Stufe mit Rubin auf Muttergestein
Foto: © The Natural Gem
SAPHIR
Dieser Sammelbegriff umfasst alle Farben des Korunds, solange diese nicht Rot sind. Für ein Investment wird zuerst die Farbe Blau in Frage kommen, sie ist die weltweit am meisten gefragte. Die Anmerkungen, welche Steine sich für ein Investment eignen, sind die gleichen wie bei einem Rubin, mit einer Ausnahme: Da gefundene Saphir-Rohsteine meist größer sind als jene von Rubinen, geht die Empfehlung beim Saphir dahin, Investmentsteine erst ab einem Gewicht von 2 ct. zu kaufen, mit Ausnahme höchstqualitativer Steine aus dem Kaschmir-Gebiet und aus Burma, hier beginnt die Investmentqualität bei einem Gewicht von 1 ct.

Blausaphir
5,435 ct., Burma Royal Blue, Naturfarbe, unbehandelt
Zertifikat: GRS, GLA
Foto: © The Natural Gem
WAS SPRICHT FÜR SAPHIRE ALS INVESTMENT:
Große Tradition, weltweit beliebt
Seltener Edelstein, auch immer seltener werdend
Wertsteigerung in den letzten Jahren (6 Prozent pro Jahr über die letzten 25 Jahre)
Die Minen in Burma sind, wie es scheint, am Ende ihres Lebenszyklus angekommen
WAS SPRICHT GEGEN SAPHIRE ALS INVESTMENT:
Nicht international standardisiert, Reihe von Farbschattierungen
SMARAGD
Bei diesem Edelstein handelt sich um die grüne Varietät des Berylls. Andere Farben des Berylls umfassen unter anderem Aquamarin (hellblau bis mittelblau), Heliodor (gelb) oder Morganit (lachsfarben).
Anders als beim Rubin oder beim Saphir bringt ein Erhitzen des Steines keine Qualitätsverbesserung. Das wichtigste Merkmal hinsichtlich eines Investments in Smaragd ist, neben seinem Gewicht und seiner möglichst intensiven, grünen Farbe, die Homogenität des Edelsteins. Anders ausgedrückt: Smaragd ist ein sehr spröder Stein, der sehr oft noch in der Mine behandelt wird. Die Behandlung bestand früher im Einbringen von Zedern-Öl in den Stein, um Risse unsichtbar zu machen. Heute wird dazu häufig Kunstharz verwendet. Für ein Investment eignen sich vor allem Steine, die im Zertifikat bei der Behandlung zumindest »no oil«, »insignificant oil« oder »minor oil« angeführt haben.
Am höchsten bewertet werden Smaragde aus Kolumbien7, gefolgt von jenen aus Sambia, Brasilien und Russland.

Smaragd
7,951 ct., Sambia Vivid Green, Naturfarbe, unbehandelt
Zertifikat: Gübelin, GII, GLA
Foto: © The Natural Gem
WAS SPRICHT FÜR SMARAGDE ALS INVESTMENT:
Große Tradition, weltweit beliebt
Seltener Edelstein, auch immer seltener werdend
Wertsteigerung in den letzten Jahren (4–5 Prozent pro Jahr über die letzten 25 Jahre)
Die Minen in Kolumbien sind, wie es scheint, am Ende ihres Lebenszyklus angekommen. Sambia liefert weiterhin gute Qualität.
WAS SPRICHT GEGEN SMARAGDE ALS INVESTMENT:
Nicht international standardisiert, Reihe von Farbschattierungen. Viele stark behandelte Steine am Markt.

Stufe mit Smaragd im Muttergestein
Foto: © The Natural Gem
DIAMANT
Diamanten werden im Edelsteinhandel als »weiße« Ware bezeichnet. Warum »weiß« unter Anführungszeichen? Weil weiß nicht gleich weiß ist. Es geht gemäß internationalem Handelsbrauch in der Farbfeststellung von reinem blauweiß bis hin zu getöntem weiß.
Daneben gibt es die »Farbdiamanten« oder »Fancy Diamonds« in Farben von gelb über orange, pink, grün, blau hin zu rot. Diese Steine stellen ein Sondergebiet dar. Auf der einen Seite erzielen Farbdiamanten bei Auktionen regelmäßig die höchsten Carat-Preise aller Edelsteine (mit Ausnahme des Rubins), andererseits sind diese Steine für viele Käufer nicht mehr erschwinglich, sobald sie ein Gewicht von zumindest einem halben Carat haben, farbintensiv und möglichst rein sind. Ein Preisbeispiel: Ein Halb-Caräter in Bestqualität (D IF GIA 3ex non), also feinstem blau-weiß, lupenrein, GIA-Zertifikat, mit dreimal exzellentem Schliff, ohne Fluoreszenz, mag rund 4.000 Euro (pro Stein, nicht per ct.) kosten, ein intensiv rosa Diamant mit gleichem Gewicht und sehr kleinen Einschlüssen kann einen Preis von 60.000–90.000 Euro erreichen.
Diamanten sind weltbekannt, können also überall verkauft werden, wenn man das möchte. Sehr viele Existenzen wurden, zum Beispiel nach der Flucht vor den Nationalsozialisten, auf dieser Form des Kohlenstoffs aufgebaut.
Für ein Investment gibt es zwei Möglichkeiten: Man investiert in höchste Qualität oder man kauft Schmuckqualität, also zum Beispiel Farbe H mit Reinheit SI1, da sich diese leichter verkaufen lässt. Ein Beispiel dazu: ein Halb-Caräter in Schmuckqualität mit exzellentem Schliff und GIA-Zertifikat kostet 2021 ca. zwanzig Prozent mehr als eine Feinunze Gold, damit das 1,2-fache einer Philharmoniker-Münze und lässt sich so im Notfall auch gut im alltäglichen Leben einsetzen und eintauschen.
Nur eines muss dem Käufer bewusst sein. In den letzten zehn Jahren sind weiße Diamanten nicht im Wert gestiegen, langfristig gelten sie als wertstabil. Sie eignen sich zur Wertkonzentration mit Werterhalt auf engstem Raum.

Ring mit einem Diamanten im Brillantschliff
0,53 ct., Qualität H/SI1 Schliff 3x »exzellent« keine Fluoreszenz gefasst in 750-Palladium-Weißgold
Zertifikat: GIA
Goldschmied: Norbert Graf
Foto: © The Natural Gem
WAS SPRICHT FÜR WEISSE DIAMANTEN ALS INVESTMENT:
Weltweit bekannt und gehandelt
Standardisiert und leicht beschreibbar
Minenertrag geht zurück, man geht immer tiefer und komplexer vor, um an die Rohsteine zu gelangen; daher ist eine Preissteigerung mittelfristig zu erwarten
Diamanten sind in Röntgengeräten durch den Umstand, dass sie aus Kohlenstoff bestehen, unsichtbar
WAS SPRICHT GEGEN WEISSE DIAMANTEN ALS INVESTMENT:
Nicht so selten wie in der Öffentlichkeit propagiert
Der Markt und damit der Preis wird noch immer von wenigen sehr großen Spielern beeinflusst, Stichwort De Beers
Diamanten sind in den letzten zwölf Jahren im Preis gefallen; langfristig (zwanzig-25 Jahre) gelten sie als wertstabil
ANDERE EDELSTEINE ALS INVESTMENT
Andere Edelsteine wie Alexandrit, Tsavorit, Tansanit, Aquamarin, Turmalin oder Spinell können als Investment gut geeignet sein, wenn man:
Rubin, Saphir und Smaragd schon besitzt und/oder
sich mit Edelsteinen schon länger beschäftigt hat.
Aus Sicht des Autors ist es nicht empfehlenswert, ein Investment mit derartigen Raritäten, bei denen man auch mit großer Marktenge rechnen muss, zu beginnen. Hat man jedoch schon eine gute Basis aus Rubin, Saphir und Smaragd geschaffen, kann ein Beimischen Sinn machen.

Spinell rot
3,258 ct., Burma Naturfarbe, unbehandelt
Zertifikat: Lotus, GLA
Foto: © The Natural Gem

Tsavorit
3,621 ct., unbek. Herkunft1 Naturfarbe, unbehandelt Zertifikat: GII, GLA Foto: © The Natural Gem
1 »unbekannte Herkunft«: Aufgrund der Mineralogie ist das Edelsteinlabor nicht in der Lage, den Herkunftsort mit Sicherheit festzustellen.

Tansanit-Paar
ges. 23.809 ct., Tansania erhitzt (handelsübliches Verfahren)
Zertifikat: GII, GLA
Foto: © The Natural Gem
FÜR WEN EIGNEN SICH EDELSTEINE ALS INVESTMENT
Für Menschen, die bereits andere Anlageformen besitzen.
Für Menschen, die an langfristigem Kapitalaufbau interessiert sind.
Für Menschen, die etwas besitzen wollen, das seit Jahrtausenden ohne Unterbrechung weltweit geschätzt wird.
Für Menschen, die etwas besitzen wollen, das leicht transportabel ist und ganz einfach weitergegeben werden kann, gerade auch von Generation zu Generation.
Für Menschen, die ein (komplementäres) Investmentprodukt suchen, das keine Aufmerksamkeit benötigt: keine speziellen klimatischen Bedingungen wie Gemälde, keine Instandhaltungskosten wie Oldtimer und keine speziellen Lagerbedingungen wie Wein.
Für Menschen, die ihr Investment möglicherweise auch gerne als Schmuck tragen möchten.
Etwas Wichtiges noch vorweg: Auch wenn es immer wieder schnelle Gewinnmöglichkeiten bei einzelnen Edelsteinen gibt, um die ein Hype entsteht, sind diese Naturprodukte als langfristiges Investment mit einem Anlagehorizont von zumindest fünf bis zehn Jahren zu sehen. Als Spekulationsobjekt eignen sie sich nicht.
EDELSTEINE ALS ALTERNATIVE INVESTMENTS
Würde jemand all sein Geld beispielsweise in nur einen Aktientitel investieren, so hätte er sowohl ein hohes Gewinn- als auch Verlustrisiko. Steigt der Aktienkurs, verdient der Anleger gutes Geld, fällt der Kurs der Aktie, geht damit auch viel von seinem Geld verloren.
Um ein »Einzelrisiko« zu vermeiden, diversifizieren Anleger, das heißt, sie verteilen ihre Mittel auf verschiedene Anlagemöglichkeiten oder -klassen. Was bedeutet das? Die erste Möglichkeit wäre, sein Geld nicht nur in die Aktie eines Unternehmens zu investieren, sondern in Aktien verschiedener Firmen. Hier steht nun die Frage an, wie stark sich die Aktien verschiedener Unternehmen bei einem Börsenanstieg oder -fall in die gleiche oder in die gegensätzliche Richtung bewegen. Üblicherweise wird man davon ausgehen können, dass zum Beispiel Aktien der Nahrungsmittelindustrie sich gemeinsam in eine Richtung bewegen. Man spricht dann davon, dass die Aktien »korreliert« seien.
Etwas weniger Korrelation wird vorliegen, wenn jemand zum Beispiel in Aktien der Nahrungsmittelindustrie und jene der Pharma- oder Automobilindustrie investiert. Eines ist in diesem Zusammenhang festzustellen. Wird in mehrere Anlageprodukte oder -klassen investiert, wird Risiko reduziert. Gleichzeitig wird auch die Gewinnmöglichkeit innerhalb einer bestimmten Bandbreite festgemacht. Der Grund dafür ist, dass wenn Anlageprodukte wenig korreliert sind, sich also in verschiedene Richtungen bei einer bestimmten Wirtschaftssituation bewegen, eines oder mehrere der Anlageprodukte im Wert fallen werden, während andere aufgrund der geringen Korrelation steigen. Es kommt also nicht nur zu einer »Risikoausgleichssituation«, sondern auch zu einer »Gewinnausgleichssituation«.
Verschiedene Anlagemöglichkeiten werden in unterschiedliche Anlageklassen zusammengefasst. Die bekanntesten sind:
Bargeld
Spareinlagen und Sparbücher aller Art
Wertpapiere (Aktien) und Verzinsliche Wertpapiere (Anleihen)
Immobilien
Alternative Investments
Rohstoffe mit den Unterklassen:
Gold und andere Edelmetalle
Seltene Erden
Öl
Technologie- und sonstige Metalle
Edelsteine (in diesem Buch behandelt)
Hedge-Fonds und Wertpapierderivate
Private Equity (Veranlagung in Form von Eigenkapital in KMUs)
Kunst
Oldtimer
Wein
Uhren
ALTERNATIVE INVESTMENTS IM WIRTSCHAFTLICHEN UMFELD
Die Finanzkrise und das wirtschaftliche Umfeld der letzten Jahre haben allerdings dazu geführt, dass vor allem Immobilien und alternative Investments, wie eben Edelsteine, immer stärker in das Interesse der Anleger gerückt sind.
Die mit dem Fall der US-amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers einsetzende Finanz- und Wirtschaftskrise (Oktober 2008) stellte Sparer vor Herausforderungen. Die entscheidenden Fragestellungen einer erfolgreichen Veranlagung – Ertrag und Sicherheit – ließen sich immer weniger miteinander vereinbaren, zumindest im Bereich bewährter Sparformen. Am deutlichsten wird dies anhand einer Übersicht über die Veränderung der Leitzinssätze der vergangenen zwanzig Jahre sichtbar:

Quelle: Österreichische Nationalbank, Stand: 27.11.2020
(https://www.oenb.at/isaweb/report.do?lang=DE&report=10.4)
Die Grafik zeigt sehr anschaulich, dass herkömmliches Sparen infolge der Finanzkrise keine Erträge abwirft.
Die Niedrigzinsen führten etwa in Deutschland oder der Schweiz zur grotesken Situation, dass Sparer teilweise dafür zahlen müssen, dass sie Geld bei Banken einlegen (Negativzinsen). Eine ähnliche Entwicklung konnte auch bei Anleihen beobachtet werden. Bei Anleihen »sicherer« Emittenten akzeptieren Anleger ebenfalls Negativzinsen oder einen Nullzins.
Nur risikoreiche Anleihen von schlechter beurteilten Staaten oder Unternehmen liefern noch eine attraktive Verzinsung.
Dazu kommen Themen wie hohe Staatsverschuldung, in manchen Staaten seit Ausbruch der Finanz- und der COVID-Krise stark gestiegene Arbeitslosigkeit, lange Zeit schwaches Wirtschaftswachstum und eine rasche Erhöhung der Geldmenge.
Um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln, griffen die Federal Reserve Bank (FED) in den USA und die Europäische Zentralbank (EZB) neben dem Herabsetzen der Zinssätze auf ein weiteres geldpolitisches Maßnahmenpaket zurück: die Ausweitung der Geldmenge. Dahinter steht der wirtschaftliche Glaube, dass die Konsumenten und die Sparer auf die Ausweitung der Geldmenge mit Konsum und Geldausgabe, also allgemein positiv, reagieren und das so das Wirtschaftswachstum angekurbelt wird.
Als der Autor dieses Buches noch an der Wirtschaftsuniversität Wien studierte, wurde von den Lehrenden darauf hingewiesen, dass ein solches Vorgehen allerdings zu zwei negativen Auswirkungen führen kann: zu einer Destabilisierung der Wirtschaft und mittel- bis langfristig zur Inflation. Die Gefahr solcher Auswirkungen scheint heute vergessen zu sein.
Gemessen wird das Geldmengenwachstum an der sogenannten »Geldmenge M3«: Diese beinhaltet vereinfacht ausgedrückt alles Geld in der europäischen Volkswirtschaft; also Bargeld, Einlagen von Privaten, Einlagen von Banken und so weiter.
Nachstehend eine Übersicht des Wachstums der Geldmenge M3 im Euro Raum seit dem Jahr 2000:
ÜBERSICHT DES WACHSTUMS DER GELDMENGE M 3 IM EURO-RAUM VON 2000 BIS 2021

Quelle: Geldmenge M3 und Gegenposten im Euroraum;
(https://www.oenb.at/isaweb/report.do?report=1.3.1; Abfrage 25.03.2021, eigene Berechnung)
Treffen mehrere der beschriebenen Faktoren wie hohe Staatsverschuldung oder starkes Geldmengenwachstum zusammen, zeigt sich eine Erhöhung der Nachfrage nach Investments abseits der »klassischen Pfade«, nach »alternativen« oder »komplementären« Investments.
FLUCHTWÄHRUNG
Einen Vorteil haben Edelsteine im Lauf der Geschichte eindeutig bewiesen: Wenn Märkte zusammenbrechen und/oder wenn Menschen fliehen müssen gibt es außer Bargeld wohl keine andere Währung, die so einfach mitzunehmen ist, wie Edelsteine. Außerdem bekommt der Edelstein überall auf der Welt Anerkennung als wertvolles Objekt, sei es in Wien, Mumbai, New York oder Peking.
Ein Kilogramm Feingold hat zur Zeit der Entstehung dieses Buches8 einen Wert von rund 50.000 Euro. Ein Rubin von der Größe des kleinen Fingernagels kann leicht den doppelten Wert speichern. Gold ist zudem einfach zu finden (schwer an Gewicht, im Röntgen oder durch Metalldetektoren sofort aufspürbar).
Die Besonderheit bei Edelsteinen: Solange nicht in Schmuck gefasst, sind sie nahezu unsichtbar und innerhalb der Europäischen Union unterliegen sie keiner Anonymitätsgrenze (bei Gold in Österreich EUR 10.000, in Deutschland EUR 2.000) und keiner Deklarationspflicht. Deutschland hat, bisher als einziges Land der Europäischen Union, Edelsteine als »alternatives Zahlungsmittel« eingestuft.
DEMONETARISIERUNG INDIENS
Am 8. November 2016 tritt um 20.00 Uhr Ortszeit der Premierminister Indiens, Narendra Modi, vor die Kameras und verkündet, dass ab dieser Nacht alle 500- und 1.000-Rupien-Banknoten der indischen Währung ihre Gültigkeit verlieren. Außerdem werden Abhebungen vom Bankomaten auf ein Minimum herabgesetzt und die Banken werden für zwei Tage geschlossen.
Die Begründung des Premierministers: Er will Schwarzgeld aus dem Markt nehmen und höhere Steuereinnahmen erzielen. Die Aktion ist hinsichtlich der Geheimhaltung gut geplant und gut durchgeführt: Rund 1,3 Mrd. Menschen werden davon völlig überrascht.
Von der Durchführungsseite muss dann fast der Notstand ausgerufen werden: Zu jener Zeit sind die 500- und die 1.000-Rupien-Banknoten die Banknoten mit höchstem Wert und gleichzeitig sind zu wenige 50- und 1009-Rupien-Noten verfügbar. Da die Banken geschlossen wurden und die Geldautomaten nur Kleinmengen Geld herausgeben, muss die Regierung innerhalb kürzester Zeit sogar Lebensmittelkarten verteilen, um die Bevölkerung versorgen zu können. Das Ergebnis ist Chaos und Lähmung der indischen Wirtschaft für fast zwei Wochen.
Die Folge: Sofort schießen die Preise für Gold und Edelsteine bis Mitternacht des gleichen Tages um dreißig Prozent nach oben, da die Menschen versuchen, auf »Notwährungen« umzusteigen.

Ring mit Turmalin
ca. 20 ct., Madagaskar verarbeitet mit Diamanten in zwei Brauntönen und Rhodolith Ring in 750-Gelbgold
Foto: © The Natural Gem
Ältere Kunden erzählen immer wieder, dass die Nationalsozialisten, als die Ausreise aus Deutschland für Menschen jüdischen Glaubens noch möglich war, einen »Halb-Caräter« Diamanten pro Kopf für einen Reisepass als »nicht offizielle Bezahlung« verlangten.
Danach wurde das neue Leben, zum Beispiel in den USA, sehr oft mit Haib- und Ein-Carätern begonnen, die vor der Flucht einzeln in den Mantelsaum am unteren Ende des Mantels eingenäht wurden. Auch das Einschmelzen von Diamanten in das Wachs von Opferkerzen war aufgrund der Ähnlichkeit des Materials (Kohlenstoff im Wachs, Kohlenstoff in Diamanten) eine Methode der Wahl.
Der gesamte Diamantendistrikt in New York verdankt seine Existenz der Wanderbewegung dieser Diamanten.
EDELSTEINE – BZW. WAS IST EIN EDELSTEIN?
Was wird von Menschen als wertvoll angesehen? Etwas, das
selten,
schön und
von vielen begehrt ist.
Alle Begriffe treffen auf Edelsteine zu. Aus werttechnischer Sicht könnte man dann noch die Frage stellen: »Wo ist die Abgrenzung zu den Mineralien? Warum ist zum Beispiel Ametrin10 kein Edelstein?«
Die Antwort ist einfach: Weil beim Edelstein zusätzlich zur Seltenheit noch die Härte (Ametrin hat Härte 7) dazu kommt. Üblicherweise werden Edelsteine erst ab Härte 8 (also ab Smaragd und Topas) auch als Edelsteine geschätzt. Wobei sich in der jüngeren Vergangenheit hier auch Ausnahmen herauskristallisiert haben: Turmalin, beispielsweise. Paraiba-Turmalin11 (Härte 7–7,5), Tsavorit12 (Härte 6,5–7) und Tansanit13 (Härte 6,5–7). Ametrin zählt zu den Schmucksteinen.
Warum spielt die Härte eine Rolle? Weil »harte« Edelsteine auch gut in Schmuck tragbar sind. Über die Jahrhunderte wurde die »Anlageform Edelstein« gerne am Finger, am Ohr, an der Hand oder am Hals getragen. Daher spielen die Härte und »Unzerstörbarkeit« eine große Rolle.
Ein weiterer Grund, weshalb die Härte des Edelsteins wichtig ist: Je härter ein Stein ist, desto besser lässt er sich polieren und umso mehr funkelt er.