Kitabı oku: «Aus Mut gemacht»

Yazı tipi:

In unseren Veröffentlichungen bemühen wir uns, die Inhalte so zu formulieren, dass sie Frauen und Männern gerecht werden, dass sich beide Geschlechter angesprochen fühlen, wo beide gemeint sind, oder dass ein Geschlecht spezifisch genannt wird. Nicht immer gelingt dies auf eine Weise, dass der Text gut lesbar und leicht verständlich bleibt. In diesen Fällen geben wir der Lesbarkeit und Verständlichkeit des Textes den Vorrang. Dies ist ausdrücklich keine Benachteiligung von Frauen oder Männern.

Dieses Buch widmen wir allen Absolventinnen und Absolventen der Internationalen Hochschule Liebenzell, die in den letzten Jahren mit viel Herzblut, Kraft und Energie einen Jungschartag in Bad Liebenzell veranstaltet haben. Ihr seid unsere Helden!

Dieser Titel ist entstanden in Zusammenarbeit mit der Internationalen Hochschule Liebenzell (IHL), www.ihl.eu.


Impressum


© 1. Auflage 2020

buch+musik ejw-service gmbh, Stuttgart 2020

All rights reserved.

ISBN Buch 978-3-86687-270-7

ISBN E-Book 978-3-86687-271-4

Lektorat: buch+musik – Tamara Röse, Stuttgart

Umschlaggestaltung: buch+musik – Daniela Buess, Stuttgart

Satzprogrammierung: X1-Publishing, Stuttgart

Satz Downloads: buch+musik – Daniela Buess, Stuttgart

Bildrechte Umschlag, Inhalt: istock, FrankRamspott, Max2611

Bildrechte Illustrationen: Simone Struve, Grafik + Illustration, Renningen

Bildrechte Autorenfotos: bei den Autoren

www.ejw-buch.de

Vorwort

Liebe Leserin, lieber Leser,

du hältst ein wirklich gutes pädagogisches und praxisorientiertes Buch in den Händen! Das Besondere: Die Erlebnistage, zu denen du hier detaillierte Beschreibungen als Anregung für die eigene Durchführung in der Jungschararbeit oder bei Großevents erhältst, sind alle in der Praxis erprobt! Sie wurden von Studentinnen und Studenten der Internationalen Hochschule Liebenzell (IHL) mit viel Herzblut und Hirnschmalz ausgearbeitet und durchgeführt. Unsere Studentinnen und Studenten haben mehrjährige Erfahrung in der Durchführung und Qualitätssicherung solcher Veranstaltungen für und mit Kindern bei der Liebenzeller Mission (LM) und ich konnte selbst in der Begleitung solcher Tage erleben, was sie für eine Atmosphäre und Stimmung mit sich brachten!

Abgesehen von den vielen praktischen Tipps (auch für einzelne Spiele oder eine Tagesstruktur für Events) besticht dieses Buch durch die Berücksichtigung der organisatorisch-planerischen Ebene von Erlebnistagen für Kinder und natürlich dadurch, dass es Interessierten komplett ausgearbeitete Theaterstücke für drei solcher Events bietet. Das alles ist eine unschätzbar wertvolle Fundgrube für Praktikerinnen und Praktiker in der christlichen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

Erlaube mir an dieser Stelle noch eine kleine systematisch-pädagogische Einschätzung: Der Pädagoge Alfred Petzelt (1886 – 1967) meinte einmal, dass sich das „Geschäft der Pädagogik“ in Wissen und Haltung erschöpfe. Das sollte heißen, dass es pädagogisch tätige Menschen meist mit dem Zeigen auf ein bestimmtes Wissen, aber auch mit der Erzeugung einer bestimmten Haltung bei den Lernenden zu tun haben, denen dieses Wissen nicht gleichgültig bleibt bzw. bleiben soll(te). Erlebnistage, wie sie in diesem Buch vorgestellt werden, wollen genau das. Einerseits vermitteln sie kindgerecht Wissen über den Glauben. Da erfahren Kinder von Jesus, von Gott, der sie liebt, und davon, wie Menschen das in ihrer Situation erfahren haben. Andererseits führen die kreativen Ideen in den Drehbüchern auch dazu, dass man nicht nur etwas lernt, sondern auch innerlich berührt wird, dass es etwas „mit einem macht“. Die hier vorgestellten Programme sind also eine ideale Plattform für Wissen und eigene Aktivierung. Ich bin mir sicher, dass du in dieser „pädagogischen Fundgrube“ wertvolle Anregungen für dein nächstes Projekt finden wirst. Also: Auf ins Stöbern und eigene Planen!

Herzlichst


Daniel Straß

Professor für Pädagogik an der Internationalen Hochschule Liebenzell

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Bevor es losgeht ... Bevor es losgeht – Allgemeine Hinweise

Was ist ein Erlebnistag?

Wie arbeite ich mit diesem Buch?

Vom Flyer zum Pokal – Tipps und Tricks zum Projektmanagement eines Erlebnistags

Aus Mut gemacht: Gideon Ein Erlebnistag rund um Gideon

Thematische Einführung

Das Theaterstück: 300 gegen 135.000

Gruppenstunde zur Nacharbeit

Aus Mut gemacht: Martin Luther Ein Erlebnistag rund um Martin Luther

Thematische Einführung

Das Theaterstück: Das Geheimnis der Wartburg

Gruppenstunde zur Nacharbeit

Aus Mut gemacht: Elisabeth Elliot Ein Erlebnistag rund um Elisabeth Elliot

Thematische Einführung

Das Theaterstück: Dschungelherz

Gruppenstunde zur Nacharbeit

Jetzt aber raus! Die Spielstraße in der Mittagspause

Warum eine Spielstraße?

Die Spiele

Anhang

Der Autor

Die Co-Autorinnen und Co-Autoren

Danke!


Bevor es losgeht ...

Bevor es losgeht – Allgemeine Hinweise
Was ist ein Erlebnistag?

In diesem Buch geht es um Erlebnistage, auch Jungschartage genannt. Jetzt stellt sich die Frage: Was ist ein Erlebnistag? Was läuft denn da? Was soll erlebt werden?

Bei diesen Tagen handelt es sich um ein Event für Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren. Sie sollen diese drei wichtigen Dinge erleben:

1 Im Mittelpunkt steht die gute Botschaft von Jesus Christus. Kinder sollen erleben, dass er lebt. Darum wird an diesen Tagen gesungen, gebetet und es gibt auch eine biblische Botschaft – sei es eine biblische Geschichte wie bei Gideon, eine historische Begebenheit wie das Leben Martin Luthers oder eine Missionsgeschichte wie bei Elisabeth Elliot. Die Kinder sollen von dem Gott hören, der die Menschen liebt und seine Geschichte mit ihnen schreibt. Die Kinder werden eingeladen, Teil dieser Geschichte zu werden.

2 Erlebnistage bedeuten Gemeinschaft. Die Kinder erleben, dass sie nicht allein sind. Egal, welchen familiären oder sozialen Hintergrund sie haben – an diesem Tag sind sie Teil eines Teams, in dem sie angenommen, akzeptiert und geliebt werden. Sie werden nicht anhand ihrer Leistung bewertet, sondern alle gehören dazu. Dieser wichtige Aspekt des Evangeliums wird an den Erlebnistagen erfahren. Gott stiftet Gemeinschaft durch Jesus Christus und alle sind eingeladen, mit anderen dabei zu sein. Darum werden besonders in den Mittagspausen Spiele angeboten, die die Kinder als Team bestreiten.

3 Spiele sind das Stichwort für das dritte wichtige Element der Erlebnistage: Kinder erleben Action. Kirche, Bibel und Glaube verbinden viele Menschen mit gähnender Langeweile, Stillsitzen und Zuhören. An den Erlebnistagen sollen die Kinder erleben, dass das nicht stimmt, indem ihnen die Botschaft kindgerecht und in Form eines Theaterstückes verkündigt wird. Es wird auch gerannt, gerätselt, gespielt und gelacht. Die Spiele unterstreichen jeweils die Botschaft und haben somit einen Bezug zu dem auf der Bühne Gespielten. Dadurch wird das Gehörte vertieft und es entsteht keine Kluft zwischen Glaube und Spaß. Die Kinder erleben den Glauben als etwas Schönes und verbinden ihn mit etwas Positivem.

Diese Erlebnistage wurden von Studierenden der Internationalen Hochschule Liebenzell (IHL) konzipiert und durchgeführt. Es hat sich folgender Dreiklang bewährt:

Morgenprogramm mit Teil 1 des Theaterstücks, Mittagspause mit Spieleprogramm und Mittagessen, Nachmittagsprogramm mit Teil 2 des Theaterstücks.

Es ist unser Wunsch, dass dieses Buch dazu dient, dass Kinder Jesus, Gemeinschaft und Spaß erleben. So wird es ein Erlebnistag, bei dem sie erleben, dass Jesus lebt.

Wie arbeite ich mit diesem Buch?

Im ersten Teil dieses Buches gibt es viele hilfreiche Tipps für die Planung eines Erlebnistags. Zuerst gibt es das Erlebnistag-ABC, bei dem man alles Wichtige rund um den Erlebnistag nachschlagen kann. Es lohnt sich, in regelmäßigen Abständen das ABC anzuschauen und die angegebenen Hinweise zu berücksichtigen. Im Anschluss findet ihr Tipps, wie man einen Erlebnistag konkret angehen und durchführen kann, einen möglichen Zeitplan mit den Infos, bis wann was erledigt sein sollte, einen möglichen Minutenplan, Infos zur Koordination der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Vorschläge für einen Einsatzplan der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Man spart sich einiges an Arbeit, wenn man diesen Teil vor Beginn der Planungen näher anschaut.

Im zweiten Teil des Buches werden die drei Erlebnistage beschrieben. Zuerst gibt es eine Einführung zum jeweiligen Erlebnistag, die den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erklärt, worum es an dem Tag geht. Danach findet ihr das komplette Theaterstück mit den Texten für das Schauspiel. Dabei bleibt es euch überlassen, ob ihr das Theaterstück am Stück vorspielt oder ob ihr zwischen den Szenen Lieder singt oder kleine Spiele für die Kinder einbaut. Letzteres hat sich bewährt, wenn die Kinder noch recht jung sind oder schnell unruhig werden. Baut in diesen Fällen einfach Spiele eurer Wahl zwischen den Szenen ein, achtet aber darauf, dass es vielen Kindern nach dem Spielen schwerfällt, wieder zur Ruhe zu kommen. Die richtige Mischung muss hier individuell gefunden werden.

Nach dem Theaterstück findet ihr jeweils eine Gruppenstunde zur Nacharbeit des Erlebnistags. Diese Gruppenstunde kann entweder im Anschluss ans Theaterstück durchgeführt werden oder auch dazu dienen, den Erlebnistag in einer kleineren Runde, z. B. in der örtlichen Jungschar, zu vertiefen, sodass er eine nachhaltigere Wirkung für die Kinder bekommt. Die Stunden sind so angelegt, dass sie auch durchgeführt werden können, wenn nicht alle Kinder beim Erlebnistag waren. Die Gruppenstunden wurden jeweils für 10 bis 15 Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren konzipiert und sollen als Hilfestellung dienen. Sie müssen aber je nach Anzahl der Kinder und deren Alter entsprechend angepasst werden. Die Ideen in diesem Buch können auch gern auf mehrere Stunden verteilt werden. Alle Ideen sind Vorschläge und können abgeändert, ausgelassen oder ergänzt werden.

Den Abschluss bildet ein Überblick über Spielmöglichkeiten für die Spielstraße in der Mittagspause. Die Spiele sind für alle drei Erlebnistage anpassbar. Bei der Spielerklärung findet ihr einen Bezug zur jeweiligen Story der drei Erlebnistage, sodass auch in der Spielstraße das Thema des Erlebnistags vertieft wird.

Downloads


Unter www.ejw-verlag.de/download können zusätzliche Vorlagen zu den Materialien im Buch heruntergeladen werden. Der Kauf des Buches berechtigt zum Downloaden, Ausdrucken, Kopieren und Verwenden dieser Daten, sofern sie zur Vorbereitung und Durchführung der Inhalte dieses Buches verwendet werden. Eine Vervielfältigung, Verwendung oder Weitergabe darüber hinaus ist ohne Erlaubnis ausdrücklich nicht gestattet.

Vom Flyer zum Pokal – Tipps und Tricks zum Projektmanagement eines Erlebnistags
Erlebnistag-ABC – Alles bedacht?

Das Erlebnistag-ABC fasst verschiedene Tipps und Tricks zusammen, die euch helfen sollen, alles wichtige Organisatorische für die Gestaltung eines Erlebnistags zu bedenken.

Anmeldung: Ihr solltet euch überlegen, ob eine Anmeldung im Vorfeld Sinn ergibt, um z. B. die Menge des Essens besser kalkulieren zu können. Dazu hat sich eine Anmeldestraße bewährt. An dieser Anmeldestraße wird der Unkostenbeitrag der Kinder und die Unterschrift der Eltern eingesammelt (s. Einverständniserklärung), bei sehr vielen Kindern ggf. Bändchen ausgegeben (um aus Brandschutzgründen die Anzahl der Leute am Veranstaltungsort zu kennen) und evtl. ein Laufzettel für die Spielstraße ausgeteilt.

Band: Überlegt euch, welche Lieder den Kindern bekannt sein könnten. Es schadet auch nicht, Lieder mehrmals am Tag zu spielen, z. B. einmal vormittags und einmal nachmittags. So können die Kinder die Lieder lernen, die sie noch nicht kennen. Außerdem sollte jemand von vorn die Bewegungen für die Kinder mitmachen. Die Lieder könnt ihr völlig frei in euren Erlebnistag einbauen – vielleicht zwischen den einzelnen Szenen des Theaterstücks oder als freiwilliges Angebot in der Mittagspause. Auch in die Gruppenstunde lassen sich Lieder hervorragend einbauen. Tipp: In den Gruppenstunden findet ihr je eine Liste von Liedern, die zum jeweiligen Thema passen.

Beschilderung: Denkt darüber nach, ob eine Beschilderung notwendig ist, z. B. für Anmeldung, Essen, Getränkeverkauf. Macht euch dabei auch gleich darüber Gedanken, wer sich dann konkret um die Beschilderung kümmert.

Brandschutz: In Deutschland gibt es für größere Veranstaltungen strenge Brandschutzregeln. Informiert euch gut darüber, was ihr dürft und was nicht, wie breit die Fluchtwege sein müssen, wie viele Bandschutzordner ihr braucht usw. Bei größeren Veranstaltungen muss z. B. alles aus Papier und Pappe, das sich auf der Bühne und im Raum befindet, mit einer speziellen Lösung bestrichen werden, um die Brennbarkeit zu verringern. Außerdem dürfen keine normalen Stoffe verwendet werden, sondern nur schwer entflammbarer Molton.

Deko/Bühnenbild: Wenn es die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erlaubt, hat es sich bewährt, ein eigenes Team für Deko und Bühnenbild zu bilden. Dieses Team ist für Requisiten und andere sichtbare Elemente auf der Bühne zuständig. Hier muss besonders darauf geachtet werden, welche Materialien ihr für das Bühnenbild usw. verwenden dürft (s. Brandschutz).

Einsatzplan: Welche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen wann welche Aufgabe übernehmen? Zu diesem Zweck kann ein Einsatzplan hilfreich sein. Am besten verschickt man den Einsatzplan im Voraus an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und hängt ihn dann nochmal im Mitarbeitendenbereich auf. Ein Beispiel für einen Einsatzplan und weitere Infos siehe in Kapitel „Einsatzplan – Wer macht was?“.

Eintrittspreis: Überlegt euch, ob ihr für den Erlebnistag einen Eintrittspreis verlangen wollt, um die Unkosten für das Mittagessen usw. zu decken. Der Eintrittspreis sollte auf dem Einladungsflyer vermerkt werden, damit die Eltern darüber Bescheid wissen. Er kann dann an der Anmeldestraße eingesammelt werden.

Einverständniserklärung: Um rechtlich abgesichert zu sein, solltet ihr euch von den Erziehungsberechtigten auf einer Anmeldung unterschreiben lassen, dass das Kind an eurem Erlebnistag teilnehmen darf. Auf dieser Anmeldung könnt ihr auch nach Lebensmittelunverträglichkeiten der Kinder oder sonstigen Besonderheiten fragen (Krankheiten, Medikamenteneinnahme usw.) und euch die Fotoerlaubnis für die Kinder einholen. Wenn zum Erlebnistag externe Gruppen kommen, hat es sich bewährt, dass die Verantwortung bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dieser Gruppen liegt und nicht bei euch. (Wenn ihr euch weiter über das Thema Rechtsfragen informieren wollt, empfehlen wir folgendes Buch: Wilka, Wolfgang / Schmidt, Peter L.: Recht – gut informiert sein. Rechtsfragen in der christlichen Kinder- und Jugendarbeit, buch+musik, Stuttgart 22018.)

Essen: In der Mittagspause soll es für die Kinder natürlich auch etwas zu Essen geben. Heiße Würstchen und Brötchen bieten sich hier z. B. an. Bei großen Erlebnistagen kann es sinnvoll sein, die unterschiedlichen Gruppen an der Anmeldestraße für verschiedene Essenszeiten einzuteilen, z. B. Gruppe 1 und 2 essen um 12:00 Uhr, Gruppe 3 und 4 um 12:15 Uhr. Die anderen Kinder können währenddessen an den Spielstraßenstationen spielen. So verringert sich die Wartezeit für alle.

Finanzen, Werbung und Verwaltung: Dieses Team ist zuständig für die Übersicht über die Finanzen (z. B. Einreichen von Kassenbelegen, Eintrittspreis, Einholen von Fördergeldern/Zuschüssen), für die Werbung (z. B. Flyer, Plakate, Mitarbeitendenbrief) und die Verwaltung der Anmeldungen (im Vorfeld und während des Tages).

Flyer und Mitarbeitendenbrief: Damit auch Kinder zu eurem Erlebnistag kommen, ist natürlich eine gute Werbung notwendig. Überlegt euch, ob es neben Flyern, die den Kindern vorab gegeben werden können, auch sinnvoll wäre, einen Mitarbeitendenbrief an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gruppen und Kreise, die ihr einladen wollt, zu schicken. Hier könnt ihr nochmal detailliertere Informationen zum Ablauf und zu organisatorischen Fragen weitergeben.

Gebetsteam: Denkt darüber nach, ob ihr für das Projekt auch ein Gebetsteam gründen wollt, das die Vorbereitung und die Veranstaltung im Gebet begleitet. Dieses Team kann sich z. B. auch überlegen, ob es sich um fest im Tagesablauf eingeplante Gebete/Gebetszeiten für alle kümmert, die aber nicht während der gemeinsamen Zeit rund um das Theaterstücks stattfinden, sondern zu einem beliebigen anderen Zeitpunkt.

Gesamtleitung: Legt im Vorfeld einen oder zwei Verantwortliche fest, die den Erlebnistag koordinieren. Siehe Kapitel „Mitarbeitendenkoordination – Wer schmeißt das alles?“ für die Aufgaben der Verantwortlichen.

Minutenprogramm: Im Minutenprogramm könnt ihr die Abläufe von Moderation, Musik, kleinen Auflockerungsspielen, Theater, Mittagspause usw. festhalten. Siehe Kapitel „Minutenplan – Braucht man das?“ für einen konkreten Vorschlag dazu.

Mittagspause: In der Mittagspause findet die Spielstraße statt. Im letzten Teil des Buches findet ihr viele Spiele für die Spielstraße und Ideen, wie ihr sie dem Inhalt des Theaters anpassen könnt (s. Kapitel „Die Spiele“). Gleichzeitig gibt es auch Mittagessen (s. Essen).

Sanitäter: Bei so vielen Kindern kann es schnell auch mal zu kleineren oder größeren Verletzungen kommen. Überlegt euch, wer für die Erste Hilfe zuständig ist und kümmert euch darum, dass genug Erste-Hilfe-Materialien vorhanden sind. Informiert euch vorab, ab welcher Anzahl von Kindern ihr einen professionellen Sanitätsdienst für die Dauer eurer Erlebnistage einladen müsst und bestimmt eine Person, die sich um die Organisation des Sanitätsdienstes kümmert.

Teams: Es ist sinnvoll, für den Erlebnistag die Aufgaben der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in verschiedenen Teams zu organisieren. Folgende Teams haben sich als sinnvoll erwiesen: Band und Moderation; Gesamtleitung; Finanzen; Verwaltung und Werbung; Verpflegung; Spielstraße; Theater; Deko und Requisiten. Zu den einigen verschiedenen Teams und ihren Aufgaben findet ihr hier im Erlebnistag-ABC noch weitere Informationen.

Zeit für dich: Dieses Team kann während der Mittagspause für (seelsorgerliche) Fragen der Kinder zu Verfügung stehen. Am besten ist es, wenn in der Ecke / dem Raum, in der/dem sich dieses Team befindet, noch eine kleine Bastelaktion, etwas zu Essen oder Ähnliches zu finden sind. So wird die Hemmschwelle für die Kinder, zum „Zeit für dich-Raum“ zu gehen, gesenkt.

Rund um den Erlebnistag – An vorher und nachher gedacht?

Zunächst ist es wichtig, ein oder zwei Verantwortliche festzulegen, die den Erlebnistag leiten und bei denen alle Informationen und die einzelnen Bausteine zusammengeführt werden. Danach geht es daran, ein Team aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu bilden und einzuteilen, wer in welchem Team für welche Aufgaben zuständig ist. Nun sollte analysiert werden, wie die Situation und die örtlichen Gegebenheiten sind. Wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben wir? Welche Räume haben wir zur Verfügung? Wen und wie wollen wir einladen?

Als Nächstes geht es an die konkrete Planung des Projekts. Dabei werden die gesamten Vorbereitungen in einzelne Aufgaben aufgeteilt, für die jeweils ein Team mit einer verantwortlichen Person beauftragt wird. Zudem werden der Zeitrahmen und das Budget für diese Aufgaben festgelegt.

Der Weg bis zum Erlebnistag wird von den Verantwortlichen in Meilensteine gegliedert. Dies sind wichtige Termine, bis zu denen ein bestimmtes Ziel erreicht sein muss (z. B. bis zum Tag x müssen die Flyer gedruckt sein). Dadurch kann jederzeit überprüft werden, wie viel Zeit noch bis zu welchem Abgabetermin/Meilenstein vorhanden ist und ob die einzelnen Teams ihre Aufgaben rechtzeitig erledigt haben. Hilfreich ist es, die Teams einige Zeit vor dem Abgabetermin noch einmal an diesen zu erinnern. (Wichtig: Es geht dabei nicht darum, die anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu kontrollieren, sondern darum, die Vorbereitungen ohne Verzögerungen oder Probleme erledigen zu können!)

Dann werden die geplanten Kosten ermittelt. Dazu werden alle anfallenden Kosten aufgeschrieben. Nun muss geklärt werden, wer diese Kosten übernimmt. Gibt es einen Unkostenbeitrag für die Kinder oder übernimmt eine Gemeinde oder ein Bezirk die Kosten? Wenn es einen Teilnehmendenbeitrag gibt: Wie hoch muss dieser sein, um die Kosten zu decken? In regelmäßigen Besprechungen mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterinnen oder nur mit den einzelnen Teamleiterinnen und Teamleitern werden der aktuelle Stand der einzelnen Teams und Aufgabenbereiche abgefragt, Probleme geklärt und wichtige Informationen kommuniziert.

Nach der Durchführung wird der Erlebnistag ausgewertet. Hilfreich kann hier ein Fragebogen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder eine abschließende Besprechung sein. Was war gut? Was hat nicht so gut geklappt? Welches Feedback kam von den Kindern? Was müsste sich ändern, wenn wir noch einmal einen Erlebnistag durchführen wollen? Wollen wir nächstes Jahr wieder einen Erlebnistag durchführen? Besonders nett ist ein kleines Dankeschön für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um ihre Arbeit wertzuschätzen.

Terminkalender/Meilensteine – Wann machen wir was?

Der Begriff „Meilenstein“ stammt aus dem Bereich des Projektmanagements. Damit werden Unterziele bezeichnet, die wichtig sind, damit am Ende das große Projekt erfolgreich durchgeführt werden kann. Sie helfen außerdem dabei, in der Vorbereitungsphase den Überblick zu behalten. Für jeden Meilenstein sind andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verantwortlich. Es ist gut, wenn die Gesamtleitung immer wieder danach schaut, ob die einzelnen Meilensteine auch erreicht wurden.

Im Folgenden findet ihr einen groben Überblick über einzelne Meilensteine. Dieser soll helfen, die Zeit vor dem Erlebnistag zu strukturieren. Dabei wurde großzügig genügend Puffer eingeplant, damit die Vorbereitungsteams auch wirklich genügend Zeit haben und nicht in unnötigen Stress geraten.

Zu alledem ist es absolute Priorität, dass alle Meilensteine im Gebet begleitet werden. Das wird nicht jedes Mal besonders erwähnt, sondern vorausgesetzt. Seid Betende! Holt euch dazu gern auch Unterstützung von eurem Gebetsteam. Sagt ihm, was euch gerade beschäftigt, welche Meilensteine euch Probleme bereiten oder wofür ihr dankbar seid und welche Meilensteine ihr problemlos erreicht habt. Wenn die Vorbereitungen turbulent werden, hilft es, im Gebet Ruhe zu finden und neue Kraft zu tanken für den Weg zum nächsten Meilenstein.

6 Monate vor dem geplanten Termin des Erlebnistags

 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter suchen und motivieren. Schwärmt ihnen vor, warum es wichtig und gut ist, dass sie den Erlebnistag unterstützen. Der Erlebnistag ist eine gute Chance, auch junge und noch unerfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzubinden.

 E-Mail an alle potenziellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verschicken, um einen Termin innerhalb der nächsten vier Wochen zu finden, an dem alle können.

 Welche weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden benötigt? Diese bis zum ersten Treffen ansprechen.

5 Monate vor dem geplanten Termin des Erlebnistags

Gemeinsames Treffen mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Folgende Themen werden dabei besprochen:

 Es ist euer Erlebnistag: Ihr sollt nicht nur mitarbeiten, sondern den Tag mit euren Ideen gestalten.

 Verantwortungsbereiche (Deko, Anspiel, Spielstraße, Moderation, Essen, Musik usw.) und jeweilige Ansprechpersonen werden festgelegt. Je nach Mitarbeiterzahl schon Teams bilden, die einzelne Bereiche verantworten. Hier schon Verantwortung auf möglichst viele Schultern verteilen.

 Thema des Erlebnistags festlegen.

 Location abklären – wo soll der Erlebnistag stattfinden?

 Das erste Team, das dann in Aktion treten muss, ist das Team für die Werbung, da es einige Zeit kostet, die Flyer zu gestalten und zu drucken.

3 Monate vor dem geplanten Termin des Erlebnistags

 Beginn mit den Proben für das Theaterstück. Mit einzelnen Szenen beginnen, die sich langsam zu einem Ganzen zusammenfügen. Auch wenn es Zeit kostet, hat es sich bewährt, mehr Zeit für das Proben des Theaterstücks einzuplanen.

 Abgleichen der Spielstationen mit dem Theaterstück.

 Anmeldungen und Informationsbriefe an die einzelnen Kreise und Gemeinden verschicken und mit der Werbung für den Erlebnistag beginnen.

In der Zwischenzeit

 Zwei bis drei Treffen mit den Ansprechpersonen der Verantwortungsbereiche für einen gemeinsamen Austausch und Abgleich. Klare Kommunikation der Verantwortlichen mit den Ansprechpersonen der Verantwortungsbereiche ist ein Schlüssel zu einem gelungenen Erlebnistag.

 Beginn der Bandproben für die Musik (2 – 3 Wochen vor dem Erlebnistag).

In der Woche vor dem Erlebnistag

 Besichtigung der Location – ist alles vorhanden?

 Material für die Spielstraße wird gesammelt.

Ein paar Tage vor dem Erlebnistag

 Proben des gesamten Theaterstücks inklusive integrierter Andacht.

Ein Tag vor dem Erlebnistag

 Generalprobe des kompletten Programms.

 Das Material für die Spielstraße muss komplett vorhanden sein.

 Dekoration ist angebracht.

Am Erlebnistag selbst

 Zwei Stunden vor Beginn treffen sich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und sprechen das Programm noch einmal durch.

 Die Band probt noch einmal alle Lieder durch.

 Dreißig Minuten vor Beginn ist Einlass für die einzelnen Gruppen und Kinder.

Minutenplan – Braucht man das?

Ein Erlebnistag ist eine Veranstaltung für Kinder. Dabei müssen die Verantwortlichen das Gesamtbild im Blick behalten. Natürlich könnten die einzelnen Programmteile einfach nacheinander gesetzt werden. Dann könnten sich die Verantwortlichen die Mühe sparen, schon im Voraus einen genauen Zeitplan zu schreiben. Andererseits besteht dabei die Gefahr, dass ein Erlebnistag zu einem Chaostag wird. Da weiß dann die Küche nicht mehr, wann die Würstchen heiß gemacht werden müssen, Eltern stehen 30 Minuten vor der Tür und wollen ihre Kinder abholen und weitere Probleme können auftreten. Das Ergebnis sind frustrierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Darum gilt die Grundregel: Je mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Erlebnistag involviert sind, desto genauer muss ein Zeitplan gestaltet sein und umso wichtiger ist es auch, die Verzögerungen zu kommunizieren. Dadurch entsteht ein Informationsfluss, der einer Mitarbeitendenfrustration vorbeugt. Darum: Je klarer die Absprachen und zeitlichen Planungen im Vorfeld laufen, umso einfacher ist dann auch die Durchführung.

Ein Zeitplan hilft, dass Dinge nicht spontan gemacht, sondern durchgeplant werden. Durch einen Minutenplan kann ein Mitarbeitendenteam im Vorfeld manche Elemente schon durchsprechen und hat dann noch Konzentration und Motivation für die Elemente, die unvorhergesehen kommen. Dafür ist dann noch immer Spontaneität und Improvisationsvermögen von Nöten. Hier ein Vorschlag für einen vorläufigen Minutenplan:


ZeitProgrammVerantwortliche Person
08:30 UhrAufbau
09:30 UhrEinlass
09:55 UhrJingle/CountdownTechnikteam
10:00 UhrBegrüßungModerationsteam
10:05 UhrLiedBand
10:08 UhrTheaterstück, Szene 1Schauspielteam
10:19 UhrWarm-Up-SpielModerationsteam
10:24 UhrTheaterstück, Szene 2Schauspielteam
usw.usw.usw.
11:23 UhrErklärung zu Mittagessen und SpielstraßeModerationsteam
11:30 UhrMittagspause mit Essen und SpielstraßeEssensteam, Spielstraßenteam
13:55 UhrJingle/CountdownTechnikteam
14:00 UhrLiedBand
14:03 UhrBegrüßung „Welcome back – Wie war die Pause?“Moderationsteam
14:05 UhrTheaterstück, Szene 6Schauspielteam
usw.usw.usw.
15:00 UhrActionspiel zum AuflockernModerationsteam
15:15 UhrSiegerehrung SpielstraßeModerationsteam, Spielstraßenteam
15:30 UhrEnde

Mitarbeitendenkoordination – Wer schmeißt das alles?

Ohne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lässt sich keiner der vorgestellten Erlebnistage durchführen. Grundsätzlich sind wir davon überzeugt, dass alle, die das Anliegen dieser Tage teilen, mitarbeiten können. Es geht darum, dass Kinder von Jesus erfahren. Das ist unsere Motivation, warum wir dieses Buch veröffentlichen und Erlebnistage durchführen. Alle, die diesem Ziel zustimmen, sind qualifiziert, mitzuhelfen! Wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Interessen und Gaben entsprechend eingesetzt werden, erleben wir immer wieder, dass sie selbst einen großartigen Tag erleben und für die wöchentlichen Gruppenstunden neu motiviert werden. Erlebnistage für Kinder haben so eine Strahlkraft über den einzelnen Tag hinaus. Als Autorinnen und Autoren ist uns sehr wohl bewusst, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der christlichen Kinder- und Jugendarbeit Mangelware sind. Darum haben wir versucht, die vorgestellten Programme so zu konzipieren, dass diese auch mit weniger Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durchführbar sind. Hier nun einige Aspekte, die uns bei der Mitarbeitendenkoordination wichtig sind. Manche dieser angesprochenen Punkte helfen, den Tag besser zu gestalten. Andere zeigen, dass diese Erlebnistage auch Auswirkungen für die Arbeit mit Kindern über diesen einen Tag hinaus haben können.

Kernteams bilden: Zeit ist ein wichtiges Gut und nicht jede/jeder muss bei allem dabei sein. Es hat sich bewährt, bei mehreren Mitarbeitenden einzelne Teams zu bilden, die für einen speziellen Bereich die Verantwortung tragen. Entsprechend gibt es z. B. das Schauspiel-, Spielstraßen- und Versorgungsteam. Wichtig ist, dass es ein oder zwei Hauptverantwortliche gibt, die diese Untergruppen im Gesamten koordinieren und für einen reibungslosen Kommunikationsverlauf verantwortlich sind.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können doppelt eingesetzt werden: Bei Mitarbeitendenmangel empfiehlt es sich zum Beispiel, den Schauspielerinnen und Schauspielern auch in der Mittagspause eine Aufgabe anzuvertrauen. Bei der Betreuung einer Spielstation können sie diese sogar mit den Charaktereigenschaften füllen, die sie auch im Theaterstück verkörpern. Das erhöht den Spaßfaktor für die Kinder und vertieft das Erlebte, weil das Theaterstück und die Spielstraße nicht als zwei unterschiedliche Elemente wahrgenommen werden, sondern eine Einheit bilden. Die Theaterstücke in diesem Buch wurden bewusst so geschrieben und konzipiert, dass einzelne Schauspielerinnen und Schauspieler zwei Rollen besetzen können. Dies ist vor allem für Gruppen mit weniger Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wichtig. Zu Beginn jedes Theaterstücks wird aufgeführt, welche Rollen doppelt besetzt werden können.

Erlebnistage sind „Übungstage“ für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Der Fokus der Tage liegt auf den Kindern. Sie sollen einen Tag erleben, an dem sie Jesus begegnen. Gleichzeitig eignen sich diese Veranstaltungen wunderbar, um jüngere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit hineinzunehmen. Sie können entsprechend ihrer Gaben im Musik- oder Schauspielteam, in der Spielstraße oder in der Begleitung der Kinder eingesetzt werden. Dabei machen sie erste Schritte in der Mitarbeit. Bevor sich neue Mitarbeitende festlegen, Woche für Woche in einer Gruppenstunde verbindlich Verantwortung zu übernehmen, hilft es ihnen, sich vorher einmal auszuprobieren.

Ältere leiten Jüngere an: Wenn junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wissen, was und wie sie mitarbeiten können, werden sie selbst motiviert und erleben anstatt einer Überforderung Erfüllung und Freude an der Mitarbeit. Wenn es möglich ist, können Einsteigerinnen und Einsteiger in der Mitarbeit mit erfahrenen „alten Hasen“ mitlaufen. Dabei entsteht der Effekt eines „Ein-Tages-Mentorings“. Der oder die Jüngere sieht am Beispiel der oder des Älteren, wie Einsatz für Jesus aussieht. Darum ist bei der Einteilung der Mitarbeitenden darauf zu achten, dass, sofern es die Anzahl zulässt, immer Teams von Novizinnen/Novizen und Erfahrenen gebildet werden. Der Überblick, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bekommen, schafft eine große Motivation. Gerade junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter machen die Erfahrung, dass sie an etwas Großem teilhaben.

Gemeinden können „angezapft“ werden: Natürlich sind die ersten Ansprechpersonen für die Mitarbeit bei einem Erlebnistag die Leiterinnen und Leiter der einzelnen Kreise und Gruppenstunden für Kinder. Aber was, wenn diese nicht ausreichen? Anders als bei den regelmäßigen Gruppenstunden können bei den Erlebnistagen auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit eingesetzt werden, die sonst mit Kindern „nicht so können“. Für die Essensausgabe, die Musik oder die Verwaltung von Anmeldungen braucht es keine besondere Gabe im Umgang mit Kindern. Wenn die einzelnen Leute das Anliegen mittragen, lohnt es sich, Gemeinden anzufragen, ob sich Leute für dieses Projekt Zeit nehmen und dabei sein wollen. So kann die Verantwortung für den Erlebnistag auf viele Schultern verteilt werden. Vielleicht merkt die/der eine oder andere Mitarbeiterin/Mitarbeiter dann ja auch, dass sie/er ja doch „mit Kindern kann“.

Es braucht Beterinnen und Beter: Dieses Buch beschäftigt sich hauptsächlich mit sichtbaren Elementen der Erlebnistage. Es geht um Theaterstücke, Spielstraßen und wie das Essen organisiert werden kann. Klar, dafür braucht es helfende Hände. Aber Christinnen und Christen ist bewusst, dass Gott handelt, wenn wir beten. Darum braucht es ebenso gefaltete Hände. Es braucht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Gemeinden, Kreisen und Gruppen, die den Erlebnistag im Gebet vor Gott bringen und darum bitten, dass an diesem Tag Kinder Jesus kennenlernen. Das im Blick zu haben, lohnt sich. Dazu ist jede Christin / jeder Christ berufen, egal wie alt er ist und welche Begabung sie oder er hat. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass das Gebet bei allen organisatorischen Fragen schnell vergessen wurde und wir uns bewusst daran erinnern mussten. Es ist wichtig, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich immer wieder im Gebet vor Gott stellen und ihn darum bitten, diese Tage zu gebrauchen. Gleichzeitig lohnt es sich, Gebetskreise in Gemeinden zu mobilisieren, die für den Erlebnistag beten. Damit werden diese zu wichtigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Einsatzplan – Wer macht was?

Häufig setzt sich ein Mitarbeitendenteam eines Erlebnistags zusammen aus Vorbereitenden, die schon lange Zeit im Voraus aktiv an der Vorbereitung beteiligt sind, und Mitarbeitenden, die erst am Erlebnistag selbst dazukommen und bei der Durchführung helfen. Beide sind für einen erfolgreichen Erlebnistag sehr wichtig. Trotzdem bringt das auch die Schwierigkeit mit sich, dass es einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gibt, die über die Aufgaben und Abläufe sehr genau Bescheid wissen und andere, die zwar keinen Überblick haben, aber trotzdem überall zur Verfügung stehen sollten, wo eine helfende Hand benötigt wird. Um diesem Problem zu begegnen, eignet sich ein Einsatzplan hervorragend. Hier werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingetragen und können jederzeit selbstständig nachschauen, wann wer welche Aufgabe hat. Wo nötig, enthält der Einsatzplan eine grobe Aufgabenbeschreibung oder eine Ansprechperson, die über die Aufgabe Bescheid weiß. Es bietet sich außerdem an, wichtige Telefonnummern und Informationen (z. B. Erste Hilfe) dort mit abzudrucken, sodass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diese Dinge immer sofort parat haben. (Achtung: Beachtet die Datenschutzrichtlinien, vor allem wenn ihr auch die persönlichen Daten eurer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf diese Liste schreibt!)

Ein weiterer Vorteil eines solchen Einsatzplans ist, dass er den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich gut auskennen, den Rücken freihält und dass ihnen viele unnötige Fragen erspart bleiben. Trotzdem wissen auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die nur am Erlebnistag selbst helfen, jederzeit Bescheid, welche Aufgabe sie wann und wo machen müssen – oder an wen sie sich wenden müssen. Für die Organisatorinnen und Organisatoren des Erlebnistags bzw. die Kernteams bietet der Einsatzplan auch schon im Vorab einen guten Überblick darüber, wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter benötigt werden und zu welcher Zeit z. B. noch Ressourcen zur Verfügung stehen. Umgekehrt fällt durch die Erstellung des Einsatzplans auch rechtzeitig auf, wann und bei welchen Aufgaben es zu personellen Engpässen kommen könnte. Während ein Einsatzplan für große Erlebnistage mit vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern also unverzichtbar ist, bietet er auch für einen kleinen Erlebnistag mit wenigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern viele Vorteile. Ein Beispiel für einen solchen Einsatzplan findet ihr im Downloadbereich.

So, nun aber genug der Vorrede. Wir stellen euch jetzt drei praxiserprobte Erlebnistage vor. Viel Spaß beim Lesen und vor allem viel Spaß beim Umsetzen!


Aus Mut gemacht: Gideon

Ein Erlebnistag rund um Gideon

Leitvers: Gott ist mit dir, du tapferer Held (Ri 6,12 ELB)!

Thematische Einführung

300 gegen 135.000 – ein Häuflein Israeliten gegen eine absolute Übermacht. Wer bekommt es da nicht mit der Angst zu tun? Obwohl die Geschichte von Gideon schon mehr als 3.000 Jahre alt ist, ist sie für Kinder immer noch hochaktuell. Den Kindern geht es nicht selten wie Gideon, wenn sie einer Armee von Problemen und Schwierigkeiten in der Schule oder in der Familie gegenüberstehen. Dieser Erlebnistag lädt die Kinder ein, Gott zu vertrauen und mit ihm diesen Problemen entgegenzutreten. Dabei werden die Kinder nicht unter Druck gesetzt, selbst Leistung zu bringen. Im Gegenteil: Gott wollte genau das von Gideon nicht! Es geht im Glauben nicht darum, stark zu sein, sondern Gott kämpfen zu lassen. Bei Gott dürfen die Kinder schwach sein. Dann werden Siege errungen, die im wahrsten Sinne göttlich sind.

Bei diesem Erlebnistag werden auch Kinder angesprochen, die keinen christlichen Hintergrund haben. Es ist ein Erlebnistag, der nicht viel Basiswissen erfordert, sondern dieses schafft. Die Kinder können sich zum einen mit den Hauptakteuren des Theaterstücks, den Kindern Anni, Theo und Lotte, identifizieren und erfahren so Neues über Gott und die Bibel. Zum anderen spricht die Geschichte die Kinder in ihrer Lebenswelt an, in der sie immer wieder mit Angst und Problemen zu kämpfen haben. Durch Gideon können sie lernen, dass Gott sie, wie auch Gideon, als tapferer Held anspricht, ganz egal, wie stark oder schwach sie sich fühlen. Es ist Gott, der sie in ihrem Alltag mutig machen möchte. Wenn die Kinder dies verstanden haben, können sie mutig wieder nach Hause gehen. Dann heißt es nicht 300 gegen 135.000, sondern Gott gegen 135.000 und das ändert die Situation von Grund auf!

Das Theaterstück: 300 gegen 135.000

Hauptrollen: Prof. Waldemar, Anni, Lotte, Theo, Gideon Nebenrollen: Reporterin, Engel, Gott (aus dem Off), Kameramann, Wache 1, Wache 2, Wache 3, Wache 4, Hauptmann, Diener Pura, Off-Stimme

Bei wenigen Mitarbeitenden: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die die Rollen der Kinder (Theo, Anni, Lotte) oder die des Professors spielen, können noch eine weitere Rolle übernehmen. Auch die Reporterin, der Kameramann und der Engel können zusätzlich noch andere Rollen übernehmen. Weiterhin können die Rollen der midianitischen Wachen auf drei reduziert werden, sodass das Stück mit insgesamt acht Schauspielerinnen und Schauspielern aufgeführt werden kann. Dafür ist es ratsam, zwischen den einzelnen Szenen immer wieder Lieder zu singen, damit sich die Schauspielerinnen und Schauspieler umziehen können. Eine weitere Person kann eingespart werden, indem eine der Nebenrollen die Stimme Gottes aus dem Off spricht, anstatt dafür eine eigene Schauspielerin / einen eigenen Schauspieler zu haben. Zwei weitere Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter kann man einsparen, indem man Szene 12 streicht und dadurch nur noch zwei Wachen benötigt. Szene 13 muss inhaltlich dann aber angepasst werden. Bei vielen Mitarbeitenden: In der Kampfszene (Szene 13) können israelische und midianitische Soldaten eingesetzt werden.

Szene 1: Die Ausgrabungsstätte

Rollen: Prof. Waldemar, Anni, Lotte, Theo, Reporterin, Kameramann Bühnenbild: Ausgrabungsstätte Requisiten: Kamera, Mikrofon, Tonscherbe, Pfeilspitze, Schokoladentafel, Bibel

Prof. Waldemar, Anni, Lotte und Theo arbeiten (in kurzer Kleidung, weil es Sommer ist) im abgesperrten Bereich der Ausgrabungsstätte. Anni und Lotte suchen in der Erde und reden miteinander, Theo hantiert mit der Schaufel und Prof. Waldemar begutachtet einen ausgegrabenen Gegenstand. Dann kommen der Kameramann und die Reporterin vom hinteren Teil des Raumes vor zur Bühne. Die Reporterin fängt hier schon an zu reden und zu berichten.


Reporterin(spricht in die Kamera, während sie nach vorn zur Bühne läuft) Auch von meiner Seite aus wünsche ich Ihnen einen schönen Tag, meine sehr verehrten Damen und Herren. Ich begrüße Sie zu den heutigen Nachrichten. Ich heiße Corinna Schmidt und befinde mich gerade in Israel. Im Moment laufe ich zu einem bedeutenden Ort, bei dem interessante Entdeckungen gemacht wurden. Ein Mann aus Deutschland hat die Leitung der Ausgrabungen inne. Während seiner Forschungen ist er auf Gegenstände gestoßen, die hier vor Tausenden von Jahren liegen gelassen wurden. Ich bin gespannt auf die Begegnung mit den Forschern und will unbedingt mehr über diese Funde wissen! (läuft zum abgesperrten Bereich, möchte mit Prof. Waldemar reden) Guten Tag! Ich bin Frau Schmidt, Auslandsreporterin von der Tagesschau. Ich würde Ihnen gern ein paar Fragen zu Ihren Entdeckungen stellen.
Prof. Waldemar(bemerkt die Reporterin nicht, ist ganz versunken im Betrachten einer Tonscherbe und murmelt vor sich hin) Hmm, interessant, interessant ... Die Musterung der Tonscherbe ist einfach einzigartig. Aus welcher Zeit sie wohl stammt? Hmm ...
Anni(läuft zu Waldemar, leise) Hey, Onkel Waldemar, da will jemand mit dir reden. (zeigt auf die Reporterin)
Prof. Waldemar(schreckt auf, leicht verärgert) Hast du mich erschreckt! Wer stört mich denn bei meiner Arbeit? Oh, ... (freut sich jetzt) Das Fernsehen ist da!
ReporterinGuten Tag! Corinna Schmidt, ich bin Auslandsreporterin der Tagesschau. Ich interessiere mich für Ihre Ausgrabungen. Könnten Sie sich bitte für unsere Zuschauer kurz vorstellen?
Prof. Waldemar(freut sich immer noch) Ach ja, schön, dass Sie hier sind. (etwas verwirrt) Muss ich hier stehen, dass die Kamera mich sieht, oder lieber hier? (läuft hin und her und legt die Tonscherbe weg)
KameramannGanz ruhig, Sie brauchen nicht aufgeregt zu sein. Ich filme Sie genau da, wo Sie stehen!
Prof. WaldemarAch ja, ok. Und was war nochmal Ihre Frage, Frau Schmidt?
ReporterinAlso ich wollte von Ihnen erst einmal wissen, wer Sie sind.
Prof. WaldemarAch so. Ja, guten Tag, liebes Publikum! Ich heiße Prof. Dr. Waldemar und komme aus Deutschland. (denkt nach) Hm, tja, was könnte ich noch zu meiner Person sagen? Ach ja: Was ich sehr gern mag, ist Schokolade! Ach, und ich bin 50 Jahre alt und das hier (zeigt auf Anni) ist meine Nichte Anni und das hier (zeigt auf Lotte und Theo) sind ihre Freunde Lotte und Theo.
ReporterinWelche Entdeckungen haben Sie denn hier gemacht?
Prof. WaldemarIch bin etwas verwirrt, denn ich fand hier folgende Tonscherben. (sucht die Tonscherben in seiner Tasche, zieht aus seiner Hosentasche Schokolade heraus) Hmm, nein, das ist es nicht, wobei es witzig wäre, wenn es Tonscherben aus Schokolade geben würde. (lacht dabei; ruft) Anni, bringst du mir mal die Tonscherbe, die ich vorher gefunden habe?
AnniMeinst du diese Scherbe?
Prof. Waldemar(etwas durcheinander) Ja, ja … (Anni bringt sie ihm) Danke. Also diese Tonscherbe hat eine Musterung, die ich sonst noch nirgends auf der Welt gefunden habe. Äußerst interessant! Aber verblüffender ist, dass ich hier auch einige Gegenstände aus einem Krieg gefunden habe, wie diese Speerspitze. (sucht die Speerspitze in seiner Hosentasche, zieht stattdessen Schokolade heraus) Ach nein, die Schokolade habe ich doch vorher schon in der Hand gehabt. (ruft) Anni, bringst du mir mal die Speerspitze, die ich gestern gefunden habe?
Anni(bringt ihm die Speerspitze) Hier, Onkel!
Prof. WaldemarDanke. Es ist mir noch unerklärlich, wie Tonscherben und Kriegsgerät zusammenpassen. Wenn hier gekämpft wurde, warum sind hier so viele Tonscherben? Die Tonscherben kommen vermutlich von Gefäßen, in denen Essen aufbewahrt wurde. Die Krieger nahmen aber keine Tongefäße mit in den Krieg, weil diese viel zu schwer waren. Es ist also bisher unerklärlich für mich. Ich habe zwar schon einen Verdacht, aber ich werde noch weitersuchen und vielleicht kann ich dann bald klären, was hier vor langer Zeit passiert ist. Und nun entschuldigen Sie mich bitte, ich muss weiterforschen. (geht wieder in den abgesperrten Bereich)
Reporterin(ruft hinterher) Danke für das Gespräch Prof. Dr. Waldemar! (wieder zur Kamera) Verehrtes Publikum, Sie sehen, dass es hier um eine aufregende Entdeckung geht. Ich bin gespannt, was wir hier erleben werden. Eins bleibt jedoch merkwürdig: Warum hat Herr Prof. Waldemar Kinder als Assistenten? (zum Kameramann) Komm, lass uns die Kinder interviewen! (gehen zu den Kindern, skeptisch) Hallo liebe Kinder, wer seid ihr denn?
Lotte(läuft schnell zur Reporterin, sehr aufgedreht) Hallo! (winkt freundlich in die Kamera) Also, ich bin die Lotte und die Freundin von Anni. (zeigt auf Anni, ruft) Komm mal her, Anni! (Anni kommt langsam und schüchtern zu Lotte) Und das hier (zeigt auf Theo) ist mein Bruder Theo. (ruft) Komm mal her, Theo!
TheoOch nö, hab kein‘ Bock, mich bei der Hitze zu bewegen!
Lotte(wendet sich an Theo, zischt leise) Theo, Mann! Da ist das Fernsehen! Komm jetzt her und reiß dich zusammen!Theo kommt sichtlich verärgert zu Lotte.
Reporterin(skeptisch) Nun frage ich mich aber, warum ihr Kinder hier dabei seid?
LotteNaja, das ist ganz einfach, denn der Onkel von Anni, also Prof. Waldemar, der ist ja Ärchagoge, äh, Archamone, äh ...
Anni(kommt Lotte zu Hilfe, schüchtern) Du meinst Archäologe! Das ist jemand, der nach Spuren und Gegenständen aus vergangenen Zeiten sucht. Dadurch will ein Archäologe herausfinden, wie die Menschen damals gelebt haben.
LotteJa genau, das macht Prof. Waldemar. Und er hat Anni gefragt, ob sie nicht mit ihm mitgehen will. Stimmt‘s, Anni?
AnniGenau. Mein Onkel wünschte sich, dass ich mitkomme, und weil ich Geschichte liebe, habe ich sofort Ja gesagt. Und dann habe ich Lotte gefragt, ob sie mitgehen will, denn ohne meine Freundin wäre es total langweilig geworden!
LotteUnd meine Eltern wollten, dass mein großer Bruder auch mitkommt und auf mich aufpasst. Prof. Waldemar hat es mir und Theo dann auch erlaubt, mitzukommen und deswegen sind wir zusammen mit Anni hier. Eine Reise nach Israel wollten wir uns nicht entgehen lassen, stimmt‘s, Theo?
TheoAchja, das Fliegen mit dem Flugzeug war cool, aber hier ist es so heiß! Ach, übrigens habe ich schon so richtig viel getrunken! Ich wette, so viel könnt ihr nie im Leben trinken!
LotteAch, Theo, immer du mit deinem Trinken! Das interessiert uns gar nicht, wie viel du trinkst!
TheoIst ja gut, mein kleines Schwesterlein!
Lotte(von Theo genervt) Naja, Prof. Waldemar hat uns auf jeden Fall gesagt, dass wir ihm eine große Hilfe sind!
ReporterinOk, danke für eure Antworten und viel Erfolg bei euren weiteren Arbeiten.Reporterin und Kameramann drehen sich um und laufen wieder weg von der Bühne. Kinder gehen in den abgesperrten Bereich zurück und arbeiten weiter, im Weglaufen drehen sie weiter.Meine sehr verehrten Damen und Herren, das waren die Interviews mit dem Ausgrabungschef und seinen jungen Assistentinnen und dem jungen Assistenten. Sie sehen, es ist eine außerordentliche Tatsache, dass ein Forscher mit Kindern zusammenarbeitet. Ehrlich gesagt, scheint das Ausgrabungsteam sehr unprofessionell zu sein. Ein Professor mit Kindern als Assistentinnen und Assistenten ist mir noch nie begegnet. Es handelt sich hier wohl um ein merkwürdiges Exemplar der Wissenschaft. Wenn Sie mich fragen, verehrtes Publikum, dann zweifle ich daran, dass das was werden kann! Naja, wir werden schon sehen.Das war der erste Bericht aus Israel von Corinna Schmidt. Und nun gebe ich wieder zurück an das Studio in Deutschland. Einen guten Abend wünsche ich Ihnen! (geht weg, skeptisch zum Kameramann) Na, ob das was wird? Kann ich mir nicht vorstellen.Prof. Waldemar, Anni, Lotte und Theo stehen zusammen.
Lotte(freut sich sehr, macht Freudensprünge) Juhu! Wir kommen ins Fernsehen! Ich war noch nie im Fernsehen!
Theo(zynisch) Ja, Schwesterherz, du hast recht. Echt genial. Unsere Eltern in Deutschland sehen uns bestimmt, wie wir hier arbeiten und schwitzen.
Anni(verunsichert) Hm, Lotte, war das eigentlich ok, was ich gesagt habe? Wenn ich daran denke, dass vielleicht meine Klassenkameradinnen und Klassenkameraden oder sogar meine Lehrerinnen und Lehrer das Interview im Fernsehen sehen, dann habe ich Angst, dass ich vielleicht etwas Dummes gesagt habe. Ich wünschte, ich könnte vor der Kamera so frei reden wie du, Lotte!
LotteAch nein, Anni, du hast das echt super erklärt! Außerdem weißt du voll viel, das habe ich dir doch schon oft gesagt!
Prof. Waldemar(kommt völlig begeistert mit den Tonscherben zu den Kindern) Ach, Kinder, es ist eine kleine Sensation, was ich soeben entdeckt habe! Einfach phälomental!
TheoHä? Phälomental?
AnniAch, Onkel, du meinst vielleicht phä-no-me-nal!
Prof. WaldemarAch ja, das meinte ich! Jedenfalls habe ich wirklich etwas Großartiges entdeckt. Denn während ihr mit der Reporterin geredet habt, habe ich herausgefunden, aus welcher Zeit die Tonscherben mit den unbekannten Musterungen stammen. Jetzt weiß ich, was hier vor Tausenden von Jahren passiert ist.
Anni(begeistert) Wow, Onkel, ich wusste doch, dass du ein Genie bist! Erzähl!
Prof. WaldemarEs ist faszinierend! Da ich ja Speerspitzen gefunden habe, muss hier gekämpft worden sein. Es musste ein Kampf mit sehr, sehr vielen Männern gewesen sein. Und die Tonscherben stammen aus der Zeit der biblischen Richter.
LotteHä, was sind denn Richter und wo kommen die denn in der Bibel vor? Und wenn hier wirklich gekämpft wurde, warum liegen hier dann so viele Tonscherben herum? Das passt doch nicht zusammen!
TheoIch check‘ auch gar nichts.
Prof. WaldemarIst ja gut, Kinder. Ich werde euch alles der Reihe nach erzählen. Also, Richter waren in der Bibel die Anführer vom Volk Israel, als das Volk noch keinen König hatte. Gott redete mit den Richtern und diese gaben das an das Volk weiter. Das war 1.100 Jahre vor Christus, also vor über 3.000 Jahren! Ich habe das erst kürzlich in meiner Bibel gelesen, dass es in dieser Richterzeit nur eine Geschichte von einem Kampf mit Tonkrügen gibt. Aber jetzt ist Schluss mit dem Geplauder und ran die Arbeit! Ich spüre, dass wir hier auf eine Sensation gestoßen sind!
AnniAch ne, Onkel, bitte, bitte erzähl uns die Geschichte!
LotteGenau! Wir wollen doch wissen, was hier passiert ist!
TheoAlso ich finde Geschichten langweilig – oder gibt es da etwa einen coolen Helden in der Geschichte?
Prof. WaldemarJa, Theo, in der Geschichte geht es um einen Helden. Also, Kinder, wollt ihr lieber die Geschichte hören oder arbeiten?
Anni, Lotte und Theo(rufen begeistert) Geschichte hör‘n! Geschichte hör‘n!
Prof. WaldemarIst ja gut, Kinder. Ich werde sie euch erzählen. (zieht seine Bibel aus der Tasche, blättert herum) Ah, hier. Also: Vor langer Zeit lebte hier in Israel ein junger Mann mit Namen Gideon.

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