Kitabı oku: «Bruckmann Wohnmobil-Guide: Ostseeküste mit dem Wohnmobil. Routen in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.»

Yazı tipi:


Blick vom Stellplatz Walkyrien

Torsten Berning

OSTSEEKÜSTE
MIT DEM WOHNMOBIL

Die schönsten Routen von Schleswig-Holstein bis Mecklenburg-Vorpommern



Strand Sellin

INHALT

FASZINATION OSTSEEKÜSTE

DIE ROUTEN

1FISCH AM HAKEN IM VIELFÄLTIGEN LAND DER ANGELN

Von der Flensburger zur Kieler Förde

2VON BRASILIEN ÜBER KALIFORNIEN DURCH DIE SCHWEIZ

Holsteinische Schweiz und Urlaubsinsel Fehmarn

3HERRLICH IDYLLISCH: MECKPOMM – WIR KOMMEN!

Von Boltenhagen bis Ahrenshoop

4NATÜRLICH SCHÖN: DIE GRÖSSTE DEUTSCHE INSEL

Über den Darß zur Inselrunde auf Rügen

5DAS BLAUE WUNDER, DIE WEISSE DÜNE UND DER FLUGPIONIER

Von Greifswald über Usedom nach Anklam

REISEINFORMATIONEN VON A BIS Z

REGISTER

P. S.

STRASSENATLAS

IMPRESSUM

» FASZINATION OSTSEEKÜSTE


Camping Darßer Ort


Stellplatz Camping Walkyrien Bliesdorf

Obwohl beide Bundesländer an der gleichen Küste liegen, kann die Ausprägung Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns in unseren Köpfen gar nicht unterschiedlicher sein. Gehörte doch der eine Teil mehr als vierzig Jahre nicht so wirklich in unser »Urlaubsportfolio«, während der andere, kleinere Teil schon immer eine feste Größe in unserer Planung war: Kieler Woche, Lübeck mit seinem Marzipan, die Strände von Damp oder die Ferieninsel Fehmarn … Dann erweiterte sich 1990 der Horizont für uns um so klangvolle Namen wie Wismar und Stralsund. Auch die Inseln Rügen und Usedom waren plötzlich zum Greifen nahe, wollten erobert werden!

Selbst wenn wir nur an den Anfang des neuen Jahrtausends zurückdenken, war der Wohnmobiltourismus damals noch etwas ganz Besonderes, manchmal auch etwas Vergessenes. Doch während im Westen die Campingplätze schon ihre Standards hatten und sich die Wohnmobilstellplatz-Kultur entwickelte, wurde im Osten vielerorts erst die Klärung der Besitzverhältnisse abgeschlossen. Mittlerweile hat sich auch dort einiges getan, viel Mühe und Geld wurde investiert in die Infrastruktur. Und alle wollen gute Gastgeber sein. So mancher Stellplatz ist zwar nicht perfekt, aber das wird mit viel Liebe und Einsatz wettgemacht, um dem Wohnmobiltouristen ein schönes Plätzchen für die Nacht oder länger zu bieten. Für beide Bundesländer gilt: Ein freundliches »Moin, Moin« kommt überall gut an und öffnet so manche Schranke! Da alle Besonderheiten schwer über einen Kamm zu scheren sind, stellen wir im Folgenden zunächst Schleswig-Holstein und im Anschluss Mecklenburg-Vorpommern vor.

DIE OSTSEEKÜSTE SCHLESWIG-HOLSTEINS

600 lange Ostseeküstenkilometer nennt Schleswig-Holstein sein Eigen, und es ist die Region der sich anziehenden Gegensätze. Da sind zum einen belebte Badestrände und zum anderen beinahe menschenleere Küstenabschnitte, prall gefüllte Seebäder und Hafenstädte, aber auch beschauliche kleine Fischerdörfer, 5-Sterne-Camping in Damp und der einsame Stellplatz am Bauernhof. Kaum eine Küste zeigt sich so vielfältig wie diese. In der Gunst der Urlauber spiegelt sich das klar wider, haben sie doch Schleswig-Holstein zu einem der Top-Plätze in der Bundesliga deutscher Urlaubsregionen verholfen. Ob gemütlicher Bummel in maritimer Atmosphäre oder Party auf der Kieler Woche, Kunst und Kultur im Museum oder Wildpark für Kinder, zahlreiche Festivals, dazu verlockende Wellnessangebote oder Segeln und Windsurfing, was das Zeug hält – hier findet jeder Gast tolle Bedingungen für einen gelungenen Urlaub.


Hafen Travemünde

Familien mit Kindern lieben den sanft ins Ostseewasser übergehenden Strand, an dem nicht Ebbe und Flut das Badevergnügen bestimmen, sondern die Urlauber selbst. Dabei beschränkt sich der Bade- und Wellnessspaß längst nicht mehr nur auf die Ostseefluten: Viele Campingplätze in der Region machen den Urlaubern inzwischen Angebote, die über den Standard weit hinausgehen und für Anregung und Entspannung zugleich sorgen.

Nicht nur die Anhänger von Trendsportarten wie Kiten oder Stand-up-Paddling fühlen sich hier wohl, ganz im Gegenteil. Erholsame Spaziergänge entlang der Steilküsten mit grandiosen Blicken über die Ostsee sind weiterhin »voll in«. Wanderer wie Radfahrer schätzen ausgedehnte Touren durch das sanft hügelige Hinterland, genauso die unzähligen Feld- und Waldwege entlang der Küste. Für den Naturschutz wurden viele Strand- und Seeufer unter besonderen Schutz gestellt. Dadurch hat sich besonders die Tierwelt erholt, die wir nun vermehrt zu Gesicht bekommen.

»… man hat Ruhe und frische Luft, und diese beiden Dinge wirken Wunder und erfüllen Nerven, Blut und Lungen mit einer stillen Wonne.« So kann es nur ein Schriftsteller wie Theodor Fontane ausdrücken. Im Jahre 1863 schrieb er diese Zeilen seiner Familie und empfahl eine Reise an die Ostsee. Wer will, taucht in Travemündes kleinem und feinem Museum in die frühe Zeit des Bäderbetriebes ein. Bereits 1802 kamen nach Travemünde die ersten Badegäste. Es war der Startschuss für den Tourismus und Zug um Zug entwickelten sich die Traditionsbäder an der Lübecker Bucht, in denen auch heute noch am meisten los ist. Der Fremdenverkehr wurde für die Einheimischen schnell zu einer wichtigen Einnahmequelle.


Tagesgruß an der Küste

Die Badeorte liegen hier in kurzen Abständen aneinander aufgereiht. Richtung Norden zur Flensburger Förde hin ändert sich dieses Bild. In Angeln findet man weitläufige Strände mit einsamen Buchten und Wäldern, dahinter kleine Dörfer mit fruchtbaren Bauernlandschaften, Felder, Knicks und die dazugehörigen Mühlen. Hier biegt die Schlei ein und schlängelt sich durch eine liebliche Landschaft, die in unzähligen Bildern von Malern bis heute festgehalten werden. Kühe stehen bis ans Wasser im sattem Grün der Wiesen und die Fischerboote in den kleinen Häfen wie Arnis glänzen in der Abendsonne wie funkelnde Diamanten.


An der Schlei

Auf der angrenzenden Halbinsel Schwansen erleben Sie das reiche Schleswig-Holstein mit seinen riesigen Guts- und Herrenhäusern, die sich zum Teil zu kleinen Ortschaften ausbilden. Die Halbinsel zwischen der Eckernförder Bucht und Kiel ist der Dänische Wohld – unberührte Natur mit einer 15 Kilometer langen Steilküste, die ungewöhnlich dicht bewaldet ist. Kiel selbst liegt eingebettet in seiner Förde, bis heute Deutschlands größter Passagierhafen und Standort für Schiffsbau. Ein großer Teil des Bauernlandes an der östlichen Kieler Bucht gehörte einst zum Kloster Preetz. Preetz liegt südlich in der seenreichen Holsteinischen Schweiz, in die wir auch eintauchen werden. Das facettenreiche Hinterland mit seinen Backsteinkirchen, malerischen Dörfern und Bauernhöfen sollten Sie auf keinen Fall verpassen. Es bietet mit prächtigen Alleen einen echten Kontrast, den man so nicht erwarten würde. Goldgelbe Rapsfelder prägen die Landschaft zur Blütezeit im Mai, braune Stoppelfelder im Spätsommer, dazu die bunten Blumen in den Gärten, ein echter Genuss!

Kein Wunder, dass sich bereits 8000 v. Chr. die ersten Menschen im heutigen Schleswig-Holstein ansiedelten und sich das fruchtbare Land untertan machten. Dabei war die weitere geschichtliche Entwicklung sehr verworren. Prägend waren, heute kaum vorstellbar, die deutsch-dänischen Auseinandersetzungen. Mit den Herzögen von Gottorf und der dänischen Krone wechselten in schöner Gleichmäßigkeit die Machtverhältnisse von der einen zur anderen Seite. Schließlich wurde das Gebiet 1460 im Ripener Freiheitsbrief vom dänischen König Christian I. und dem holsteinischen Grafen Gerhard VI. auf Schleswig und Holstein getauft, denn es sollte »ungeteilt« bleiben. Bis es allerdings im Jahr 1866 als Schleswig-Holstein zur preußischen Provinz wurde, setzten sich die Zwistigkeiten fort, denn die Ewigkeit hielt nie lange.


Restaurant Cavallino, Kappeln an der Schlei

Mittels einer Volksabstimmung wurde 1920 eine neue Grenze zwischen den Ländern vereinbart. So gibt es bis heute im dänischen Nordschleswig eine deutsche Volksgruppe mit eigenen Schulen und südlich dieser Grenze lebt die dänische Minderheit, die sogar im Landtag des heutigen Bundeslandes Schleswig-Holstein vertreten ist.

Den Wind im Gesicht, eine Prise Salz in der Luft, das ist Urlaub an der Ostseeküste. Das Zusammenspiel von Wasser, Landschaft und Himmel macht Schleswig-Holstein zu etwas ganz Besonderem. Die Natur und das Meer haben den Charakter der Menschen geprägt. Sie leben bis heute vom Fischfang, der Landwirtschaft und der Seefahrt, doch ist der Tourismus zum wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden. Zuverlässig, hilfsbereit und vor allem gastfreundlich ist der früher so verschlossene »Einheimische«. Sicherlich gehört ein überschwänglicher Redeschwall immer noch nicht zu seinen Spezialitäten. Doch dieses Raue hat einen weichen Kern, den es unter der Schale einfach nur zu entdecken gilt.

DIE OSTSEEKÜSTE MECKLENBURG-VORPOMMERNS

Weißer Strand und blaues Meer, das sind Attribute, die den geneigten Wohnmobilfahrer gemeinhin in Gedanken an das Mittelmeer entführen. Aber falsch, traditionsreiche Seebäder mit Seebrücken, die so manches englische Seebad vor Neid erblassen lassen, alte Hansestädte und Biosphärenreservate, dies alles finden wir an der Ostseeküste von Mecklenburg-Vorpommern, kurz Meckpomm genannt. Inzwischen lockt es alljährlich Hunderttausende Urlauber in den Nordosten der Republik. Nichts mehr zu spüren von dem Mief vergangener Zeiten, stattdessen prunkvolle Bauten, die nach ihrer Restaurierung wiederauferstanden sind.

Die oftmals unbeachtete Seite dieses Küstenstrichs, die zu entdecken sich lohnt, ist das Hinterland der Halbinseln und Inseln mit ihren Boddenlandschaften. Hier schlendern Sie an Rapsfeldern entlang und erfreuen sich später im Jahr an Mohn- und Kornblumen. Stundenlang können Sie hier zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sein – vor allem im Frühjahr und Herbst –, ohne einem Menschen zu begegnen.


Kühlungsborn

Verträumte und abgeschiedene Ecken auf Rügen und Usedom. Der Darß, den Wind und Wellen immer weiter angreifen und dem sie unaufhörlich Land abnagen, um es an der Nordspitze wieder anzulanden. Fisch- und Seeadler haben sich diese Regionen als ihr Zuhause gewählt und zuvor niemals gesehene Hinweisschilder am Straßenrand machen auf den Fischotter aufmerksam. Zehntausende von Kranichen kommen jeden Herbst in die flachen Gewässer zwischen Zingst und Rügen geflogen. Die untergehende Sonne verdunkelt sich, wenn sie in den Abendstunden der Spätsommer- und Herbsttage von ihren Futterplätzen mit trompetenhaften Rufen in die Nachtquartiere einschweben, bevor es weitergeht auf die lange Reise in den Süden.

Ebenso beeindruckend, wenn auch nicht so unberührt und alles andere als unbekannt, sind die kreideweißen Felsen auf Rügen, die aus den dunklen Buchenwäldern leuchten. Sie machen 20 Prozent der Landesfläche aus und stehen unter besonderem Schutz: An der Küste gibt es zwei Nationalparks, einen Naturpark und ein Biosphärenreservat, um das größte Potenzial des Landstrichs, die Naturschönheiten, zu bewahren.

Den Großteil der Bäderarchitektur konnte man nach der Wende mit viel Aufwand und vor allen Dingen mit viel Geld retten. Denn in der DDR fiel leider vieles, vor allem in den 1970er-Jahren, der Abrissbirne zum Opfer und wurde durch Zweckbauten ersetzt. Wenn Sie heute durch die Seebäder Boltenhagen, Ahlbeck, Kühlungsborn oder Binz flanieren, werden Sie bestimmt das Gefühl haben, in einem Freilichtmuseum zu sein. Prächtige Villen mit Türmchen, verzierten Balkonen und Erkern schmücken die Straßen. Vor allem Schlösser und Herrenhäuser wurden durch die Umnutzung zu Hotels vor dem Untergang gerettet.

Auch die Einheimischen haben schnell die magnetische Wirkung ihrer Schätze auf Touristen zur Kenntnis genommen. Darum wurde das Angebot zügig ausgebaut, es entstanden Yachthäfen, Freizeitbäder, Golfplätze und vor allen Dingen Seebrücken, die einen über den Ostseewellen schweben lassen.

Ein weiteres Utensil lässt sich von der Küste nicht wegdenken – der Strandkorb! Tausende dieser Exemplare hievt der Sommer Jahr für Jahr an den Strand. Schließlich meint der Mecklenburger, nicht nur den »aufrecht stehenden Wäschekorb«, sondern auch den Badeurlaub an der Ostsee erfunden zu haben. Denn als Großherzog Friedrich Franz I. von seinem Leibarzt den Rat bekam, im Meer zu baden, blickte Seine Hoheit sich um und der Heilige Damm gefiel ihm besonders. Also entstand hier 1793 das erste Seebad Deutschlands – das heutige Heiligendamm. In Doberan ließ Friedrich Franz I. dazu noch die passende Sommerresidenz entstehen. Aus verschlafenen Fischerdörfern entwickelten sich so bald elegante Seebäder, in denen Badekuren rasch in Mode kamen. Waren es am Anfang nur die Reichen, gesellte sich schnell der normale Bürger hinzu, um seinen Strandurlaub mit den Kindern auch hier zu verbringen.

Doch die Zeiten, in denen die Urlauber sich von früh bis spät in der Sonne aalten und mit dem alleinigen Badevergnügen ausgelastet waren, sind vorbei. Mecklenburg-Vorpommern gilt inzwischen als Gesundheitsland Nummer eins in Deutschland. Wellness, Thalasso und Kurlaub sind die Zauberworte, die Geld in die Kassen spülen. Kinder und J ugendliche wollen ihre Grenzen ausloten und schwingen sich wie Tarzan in Hochseilgärten von einem Baum zum anderen oder reiten mit bis zu 45 Stundenkilometern durch die Wellen. Die Mecklenburger Bucht und die Gewässer um Rügen gehören zu den beliebtesten Surfrevieren. Der Wohnmobilfahrer entdeckt als Radler gern das Hinterland mit seinen stillen Dörfern, reetgedeckten Häusern und uralten, backsteinernen Kirchen. Dorthin führen nicht immer asphaltierte Wege, oft sind es Alleen, bedeckt mit gnadenlosem Kopfsteinpflaster, auf dem sich vermutlich schon so mancher »Trabbi« einen Achsenbruch geholt hat.


Am Strand Wackerballig


Hügelgrab Karlsminde

Ein besonderes Herz hat man in Meckpomm für die Erhaltung der beiden alten Schmalspurbahnen entwickelt und wenn man die Fahrgastzahlen sieht, wohl zu Recht. Von Kühlungsborn bis Bad Doberan schnaufen die Dampflokomotiven der »Molli« und auf Rügen zieht der »Rasende Roland« seine Bahnen. Pustend und pfeifend zuckeln sie mitten durch die Landschaft. Bad Doberan bietet sogar das Erlebnis, damit mitten durch die Stadt zu fahren, da ist es gut, dass es hier keine Umweltzone gibt.

Wismar und Stralsund gehören zu den Städtehighlights. Nach einem Bummel versteht man schnell, warum die Zentren der beiden Städte Weltkulturerbe geworden sind. Beide bieten dem Wohnmobilfahrer einen Stellplatz, der fußläufig zur Innenstadt liegt. In beiden Touristeninformationen gibt es kostenlose Kurz-Reiseführer, die Sie fachkundig durch die Stadt begleiten.


Lemkenhafen auf Fehmarn

Auch für die Camper und Wohnmobilfahrer wurde zwar viel getan, aber ich würde sagen, noch lange nicht alles. Denn der Wohnmobiltourist nimmt natürlich gern die infrastrukturellen Entwicklungen in Anspruch. In puncto sportliche Ausrüstung liegt er dank der vielseitigen Zuladungsmöglichkeiten gegenüber herkömmlichen Urlaubern ganz weit vorn.


Stellplatz Bülker Leuchtturm

Die vielen Erlebnisse machen nicht nur müde, sondern auch hungrig. Gasthäuser mit langer Tradition haben ihre Pforten wieder geöffnet und laden zu einem meist zünftigen Mahl ein. Doch auch der Feinschmecker kommt nicht zu kurz, denn inzwischen arbeiten in Meckpomm die meisten Sterneköche. Diskotheken und Musikkneipen, wo man bis in die frühen Morgenstunden »abtanzen« kann, sind leider selten. Darum entsteht auf den Wohnmobil- und Campingplätzen oft eine ganz besondere Geselligkeit. Für jugendliche Campinggäste ist dann auch ein Feuer am Strand ein toller Event – und Musik gibt es auch dazu. Doch damit kein falscher Eindruck entsteht: Bei aller Bedächtigkeit und Zurückhaltung sind die Mecklenburger und Vorpommern gastfreundlich und immer am Überlegen, was sie für die Gäste noch tun könnten. Fröhliche Feste und Events, Traumstrände, romantische Städte und eine urwüchsige Landschaft – nicht zuletzt ist es dieser Mix aus Kunst, Kultur und Natur, der die Ostseeküste von Mecklenburg-Vorpommern wieder zu einer der beliebtesten Feriendestinationen in Deutschland gemacht hat – entdecken Sie sie!

DIE KÜCHE

Im Norden wird bodenständig gekocht, und das zu einem überwiegend guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Es gibt Eintöpfe aller Art, wie zum Beispiel Labskaus oder Birnen, Bohnen und Speck, im Herbst und Winter traditionell Grünkohl in allen Variationen. Fischgerichte ergänzen natürlich die Speisekarte und auch der Imbiss in Form von Backfisch oder frischen Fischbrötchen ist nicht zu verachten. Es kommt fast ausschließlich regionaler Fang auf den Teller, und das schmeckt man. Doch ebenso schön ist es, den Fisch direkt vom Kutter im Hafen zu kaufen und am Wohnmobil zu grillen – herrlich.


Museumshof Lensahn

KLIMA UND REISEZEIT

Für die gesamte Küste gelten als beste Reisezeit die Monate April bis Ende Oktober. Die regenreichsten Monate sind Juni, Juli und August mit 60 Millimetern Niederschlag, gleichzeitig sind es aber auch die Monate mit der längsten Sonnenscheindauer von acht bis neun Stunden. Die wärmsten sind sie mit einer durchschnittlichen Temperatur von 20 bis 22 Grad ebenfalls. In dieser Zeit sind auch die Wassertemperaturen mit 16 bis 19 Grad am angenehmsten, also ideal für den Badeurlaub mit Kindern.

Viele kennen natürlich die Reize von Frühjahrs- und Herbststürmen und genießen in der kühleren Jahreszeit dann vor allen Dingen die weniger gefüllten Städte und Strände. Unübersehbar ist auch, dass die Camper, speziell die Wohnmobiltouristen, schon längst die Zeit um Weihnachten und Silvester für sich entdeckt haben. Da die Winter nicht mehr so streng und die Wohnmobile immer besser isoliert und beheizt sind, sollten Sie diese Reisezeit vielleicht auch einmal ins Auge fassen.

AKTIVITÄTEN UND AUSRÜSTUNG

So vielfältig wie die Küsten der beiden Bundesländer Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, so vielfältig sind auch die Freizeitmöglichkeiten. Die gesamte Ostseeküste ist beispielsweise ein Paradies für Radfahrer. Radwege sind zum Großteil vorhanden und gut ausgebaut, die meisten Strecken weitestgehend ohne nennenswerte Steigungen und auch für kleinere Kinder gut geeignet. Da die Natur zum Teil aber sehr einsam sein kann, sollten Sie auf keinen Fall ein kleines Werkzeug-Set bzw. das Flickzeug vergessen. In vielen Regionen gibt es übrigens das Angebot Bus & Bike, wo ein an den Linienbussen angebrachter spezieller Fahrradträger für den Transport der Fahrräder sorgt. So kann man auch gut längere Touren planen und sich dann bequem zurück zum Ausgangspunkt fahren lassen. Die Busfahrpläne weisen diesen gesonderten Service extra aus, die Gebühren belaufen sich meist auf nur ein bis zwei Euro je Bike. Und denken Sie bei jedem Ausflug daran: Wir sind an der Küste, eine Windjacke ist da immer sehr hilfreich.


Hafenmole Warnemünde

Wer lieber zu Fuß unterwegs ist, dem sei gesagt: Die Wanderwege durch das hügelige Hinterland sind hervorragend ausgeschildert. Die meisten Strecken sind sehr gut mit leichtem Schuhwerk zu begehen, für Küsten- oder Steilrouten ist es jedoch ratsam, geeignete Wanderschuhe zu tragen. Besonders die Touristeninformationen halten eine Vielzahl zum Teil kostenloser Wanderkarten für Sie bereit. Für GPS-Fans bietet sich natürlich auch immer eine Runde Geocaching an. Auf www.geocaching.de finden Sie eine schier unendliche Auswahl lohnender Ziele. Gerade Kinder und Jugendliche lassen sich für diese Art des Wanderns sehr schnell begeistern. Die Handhabung der Geräte ist kinderleicht und Einstiegsmodelle sind bereits unter 100 Euro erhältlich.

Was aber wäre eine Küste ohne Badespaß und Wassersport in allen Facetten! Ob Surfen, Kiten, Kajakfahren oder Tauchen – all das ist an der gesamten Ostsee nahezu uneingeschränkt möglich. Auf Campingplätzen und an den Stränden werden natürlich ganz oft Schnupper- oder Intensivkurse für die verschiedensten Sportarten angeboten. Für die weniger Sportlichen gibt es in vielen Häfen die Gelegenheit, eine Schiffstour zu unternehmen. Hier haben Sie die Qual der Wahl zwischen Ausflugsdampfer, Segelschiff oder etwa einem Kutter, auf dem Sie mit den Fischern auf Fang gehen.

Zum Schluss noch einige Worte zum liebsten Begleiter vieler Wohnmobilisten, dem Hund. Nahezu 50 Prozent der Wohnmobile haben inzwischen einen vierbeinigen Begleiter an Bord, Tendenz steigend. Auch unser Reiseteam besitzt einen und daher können Sie davon ausgehen, dass an allen Zielen unserer Touren Hunde willkommen sind. Sollte dies einmal nicht der Fall sein, erwähnen wir es extra. Andersherum gibt es ja durchaus Menschen, die mit dieser Spezies nichts anfangen können und froh sind, keine Hunde vorzufinden. Trotzdem noch ein Bitte in eigener Sache: Liebe Hundehalter, denken Sie immer daran, besonders auf Stellplätzen und Campinganlagen die Hinterlassenschaften Ihrer Fellnase zu entsorgen. Außerdem gehört der Hund bis zum Verlassen der Anlagen an eine Leine und sollte nach Möglichkeit so gut erzogen sein, dass er nicht zu ständigem Dauerbellen neigt. Jeder kennt seinen Hund am besten und ein entspannter Urlaub ist ja eine gute Gelegenheit, bestimmte Dinge zu üben.


Pferdekoppel bei Bliesdorf

NAVIGATION

Sicherlich sind die meisten von Ihnen mit Navigationsgeräten, Tablets oder Smartphones bestens ausgerüstet. Für den Fall des Ausfalls oder schlechter Verbindungen empfehlen wir aber, immer eine detailgenaue Straßenkarte an Bord zu haben. Wir haben neben unserem ADAC Autoatlas Europa (dieser ist immer gut, egal, wo man ist) die Kümmerly+Frey Karte 2 »Deutsche Ostseeküste von Hamburg bis Berlin«, Maßstab 1:275 000, ISBN 978-3-259-01461-5, dabeigehabt. Damit ist auch für Abstecher hinter die Küstenlinie gut vorgesorgt. Für eine ausführliche oder längere Stadtbesichtigung empfehlen wir z. B. ein Buch aus der Reihe »Zeit für das Beste«, die vom Bruckmann Verlag herausgegeben wird. Oftmals sind aber auch Touristeninformationen mit zum Teil kostenlosen Angeboten zu ihrer Stadt ausgerüstet, das schont dann zusätzlich Ihre Reisekasse.


Wellenbrecher in der Ostsee

GRENZLOSE ARCHITEKTUR


Kaffetrinken beim »Landarzt«


Brauhaus Wismar


Altstadt Kappeln an der Schlei


Jugendstilvilla Ahlbeck


ohne Worte – Kneipe in Wismar


Altstadt Travemünde

» DIE ROUTEN


Alte Doppelbrücke an der Schlei

1 FISCH AM HAKEN IM VIELFÄLTIGEN LAND DER ANGELN
Von der Flensburger zur Kieler Förde


START- UND ENDPUNKT

Flensburg und Kiel

STRECKEN

überwiegend Land- und Kreisstraßen

STRECKENLÄNGE

ca. 160 Kilometer

FAHRZEIT

4 bis 6 Tage

BESTE JAHRESZEIT

April bis Oktober

Ab dem 5. Jahrhundert machten sich die »Angeln«, aus Britannien kommend, das Land zwischen den Förden untertan und kultivierten es. Hier, zwischen Flensburg und Kiel, kann man noch recht menschenleere Küstenabschnitte mit kleinen traditionellen Fischerdörfern entdecken. Auch die dänische Minderheit hat hier im hohen Norden ihre Heimat gefunden. Der nördlichste Abschnitt der deutschen Ostseeküste zeigt sich sehr abwechslungsreich und einen Abstecher von Kappeln die Schlei entlang darf man in keinem Fall versäumen! Fisch am Haken ist wohl eher Fischers Fang im Netz, und der findet allerorts frisch zubereitet den Weg auf den Teller des Gastes.


Blick vom Flensburger Innenhafen in die Altstadt


Wir starten unsere Tour in Richtung Kiel im historischen Innenhafen von Flensburg. Sogleich umgibt uns mediterranes Flair und ein Hauch von Seeluft. Bei schönem Wetter kann man bereits hier, im Liegestuhl oder Strandkorb sitzend, einen Schluck aus der bekannten Flasche mit dem »Plop« genießen, dazu empfehlen wir ein frisch zubereitetes Matjesbrötchen.

FLENSBURG

Die kreisfreie Stadt im Norden Schleswig-Holsteins ist nach Kiel und Lübeck die drittgrößte Stadt des Landes, gleichzeitig die nördlichste kreisfreie Stadt Deutschlands. Sie liegt an der Flensburger Förde und an der nördlichen Grenze der Halbinsel Angeln. Als Zentrum der dänischen Minderheit in Südschleswig nahm Flensburg nach der Volksabstimmung in Schleswig 1920 und den Bonn-Kopenhagener-Erklärungen von 1955 eine Vorreiterrolle bezüglich der Anerkennung nationaler Minderheiten ein, abgedeckt durch eine Vielzahl dänischer Institutionen. Von einem nicht geringen Teil der nach eigenen Angaben rund 93 200 Einwohner (Stand: Mai 2016) werden außer Deutsch und Dänisch noch Plattdeutsch und Petuh gesprochen.

Bundesweite Bekanntheit erlangte die Stadt durch die vom Kraftfahrt-Bundesamt gespeicherten »Punkte in Flensburg«, den Erotikversandhandel von Beate Uhse, das Flensburger Bier und den Handballverein SG Flensburg-Handewitt. Und sogar internationale Aufmerksamkeit durch den Sitz der letzten Reichsregierung 1945 unter der Leitung von Karl Dönitz im Stadtteil Mürwik.

Faktoren wie der Rumhandel und militärische Einrichtungen, etwa der Marinestützpunkt Flensburg-Mürwik, die das Wachstum der Stadt im 19. und 20. Jahrhundert begünstigten, spielen heute nur noch eine unwesentliche Rolle. Von größerer Bedeutung für das Oberzentrum sind der ausgeprägte Grenztourismus, der Flensburger Hafen mit dem historischen Hafen und der Werft der FSG sowie mit rund 9000 Studierenden die Europa-Universität Flensburg.

Wer einen Abend in der Stadt verbringen möchte, findet auf der Ostseite des Flensburger Hafens im ehemaligen Industriehafen einen nett gelegenen, kostenlosen Wohnmobilstellplatz. Der Weg dahin ist überall im Innenstadtbereich ausgeschildert (Adresse: Am Industriehafen). Der Platz hat allerdings weder Strom- noch Wasseranschluss. Er liegt etwa 1,5 Kilometer von der Innenstadt entfernt, sodass man sogar zu Fuß am Ufer entlang in die Stadt gehen kann. Platz finden zwanzig Wohnmobile, teilweise mit Blick auf die Förde.

ÜBER GLÜCKSBURG NACH LANGBALLIGAU

Wir verabschieden uns aus Flensburg und nehmen für elf Kilometer die L 249. Bald erreichen wir das Glücksburger Schloss. Glücksburg ist die nördlichste Stadt, die über ihr liegende Halbinsel Holnis der nördlichste Festlandpunkt Deutschlands.

Schloss Glücksburg gehört zu den wichtigsten Residenzschlössern Norddeutschlands. Es wurde geprägt von der europäischen Geschichte und bekannt als Sitz der Herzöge des Hauses Schleswig-Holstein, zeitweise auch als Regierungssitz der dänischen Könige – beide dem alten Stammhaus Oldenburg zugehörig. Von 1583 bis 1587 erbaut, wird es heute als Stiftung unter der Vorstandschaft von Christoph Prinz zu Schleswig-Holstein geführt. Das Schloss lädt zu einer Besichtigung und der wunderschöne Park mit dem alten Baumbestand zu einem Spaziergang ein. Für das leibliche Wohl sorgt das Café-Restaurant und die Kinder haben ihren Spaß auf dem Spielplatz. Parkmöglichkeiten vor dem Schloss gibt es für Wohnmobile jeder Größe.


Schloss Glücksburg


Flensburger Original

Über die Kreisstraßen K 93 und K 97 sind es nur zehn Kilometer bis zum Campingplatz Langballigau. Gegen eine Parkgebühr von zwei Euro kann man den Tag direkt an einem Wiesenstreifen oberhalb des Strands verbringen. Hier lässt es sich nach Herzenslust Rad fahren, wandern oder im Sand spielen und natürlich baden. Das Tolle ist, dass Sie auch Ihre vierbeinigen Freunde mitnehmen dürfen! Alternativ können Sie hier auch eine ruhige Nacht verbringen, denn der Campingplatz bietet eigene Wohnmobilstellplätze und Blick auf die Ostsee. Die Stellplatzgebühr beträgt nur zehn Euro und für einen Euro pro Person können Sie auch die Sanitäranlagen des Campingplatzes mitbenutzen.

WILDNIS ZWISCHEN MEER UND AUEN

Sie haben sich für die Übernachtung entschieden und hängen noch einen Tag dran? Dann haben wir einen ultimativen Wandertipp für Sie: einen 15 Kilometer langen Rundwanderweg durch die typisch schleswig-holsteinische Küstenlandschaft mit Start unmittelbar vor dem Campingplatz. Der Weg hat nur einen Höhenunterschied von 30 Metern und hält viele attraktive Zwischenziele bereit. Auf alle Fälle ist er einen Ausflug wert, denn die buchenbewaldete Küste zwischen Bockholmwik und Langballigau an der Flensburger Außenförde, das Tal der Langballigau, birgt landschaftlich besonders schöne Abschnitte der schleswig-holsteinischen Ostküste.

Die Wanderung führt durch das Tal der mäandernden Langballigau, ein großartiges, unter Naturschutz gestelltes Feuchtbiotop, entlang der Küste, schließlich auf immer reizvollen Wegen in den Ort Unewatt mit seiner schönen Windmühle, dem Museumsdorf, an der Au mit Resten einer Wassermühle.


Küstenstreifen bei Langballigau

WANDERROUTE

Vom Campingplatz aus gehen wir links, überqueren die K 97 und folgen der Straße »Am Hafen«. Von hier führt links ein als Wanderweg gekennzeichneter Aufstieg auf die Steilküste. Diese Gegend war Obstkammer Angelns, wovon beim Aufstieg alte, mächtige Äpfelbäume noch Zeugnis ablegen. Der Weg aufwärts bietet einen ausgezeichneten Ausblick auf die Flensburger Außenförde und die Halbinsel Broager auf dänischer Seite. Dieser Ausguck wurde, wie ein Gedenkstein ausweist, auch schon während der Napoleonischen Kriege genutzt, um feindliche Schiffe auszumachen.

Auf der Höhe wenden wir uns rechts in Richtung Hohenau, nehmen vor einem Hof den ausgewiesenen Wanderweg und laufen dann direkt auf den Wald zu in westlicher Richtung. Im Wald nehmen wir die Wege links ab, die uns in Nähe des südlichen Waldrandes halten. Wir gelangen dann auf den Weg in Richtung Siegumlund, durchqueren den Wald geradeaus, bis wir an eine Lichtung kommen, durch die ein Wiesenweg auf die wenigen Häuser von Siegumlund zuläuft. An den hübschen Häusern vorbei führt unmittelbar nach einer Linkskurve der Ortsstraße der Weg wieder in den Wald hinein. Wir folgen ihm, um schließlich in nördlicher Richtung nahe am Waldrand durch ein Feuchtgebiet das Ufer der Förde bei Bockholmwik zu erreichen.

Hier nehmen wir den Weg nach rechts, wohl auch auf einem Nehrungshaken, der die ehemalige Steilküste von der Ostsee abgetrennt hat. Der Weg führt schließlich durch die Dünen am Strand, bis es bergauf auf eine ausgebaute Treppe zum Weg nach Hohenau geht. Von Hohenau wandern wir auf der bereits bekannten Strecke zurück nach Langballigau, überqueren wieder die K 97 und nehmen den Pfad hinein in das Tal der Langballigau.

Die Brücke über die Au überschreiten wir nicht, sondern wandern geradeaus am Fuß des nicht mehr aktiven Kliffs. Ein herrlicher, schattenreicher Waldweg mit Blick auf die dicht bewachsene, nicht mehr wie früher entwässerte und beweidete Talaue nimmt uns auf. An der nächsten Kreuzung schwenken wir rechts nach Unewatt und erleben einen ursprünglichen, wildnisreichen Abschnitt des Tales. In Unewatt lädt der schön angelegte Biergarten des Landhauses Unewatt zu einer erfrischenden Rast. Von hier sind es nur noch wenige Meter zum Parkplatz des Museumsdorfes Unewatt oder der Mühle »Fortuna«.


Kiten im Ostseewind

Diese Mühle in Unewatt hat eine interessante Geschichte. Hervorgegangen aus einer Mühle von 1780, wurde sie nach Aufhebung des »Mühlenzwangs« lukrativ und so wurde 1878 ein kompletter Mühlenneubau erstellt. Dieser wurde in den folgenden Jahren noch weiter ausgestattet, erhielt 1922 einen Elektromotor, um auch unabhängig von Wind arbeiten zu können. Aber das Aufkommen von Industriemühlen, Veränderungen in der Landwirtschaft zwangen schließlich zur Aufgabe. Die Unewatter Mühle war die letzte betriebsgängige Mühle im ehemaligen Kreis Flensburg. Heute ist sie als Museum ein interessantes, funktionsfähiges Objekt eines alten Traditionshandwerks.


Das Acapulco der Ostsee

Beeindruckt, auch von den zahlreichen Legenden und Märchen über Müller, wandern wir auf dem Mühlenweg bergab, denn Mühlen stehen immer an exponierten Orten, in Richtung Ortsmitte zum Landhaus Unewatt, hier aber zunächst vorbei. Wir überqueren die Langballigau, erfahren, dass die Au bis zur Mündung etwa vier Kilometer zurücklegt. Auch die Wasserkraft der Auen wurde mit einer Kornwassermühle und einer Buttermühle einst genutzt. Wir schlagen den ausgewiesenen Weg in Richtung Knös ein und lassen dabei die rechts abführenden Wege links liegen.

Bei dem Ortsteil Knös gelangen wir in den vorwiegend von Buchen bestandenen Wald. Wir folgen diesem Waldweg am Hang eines Tales, durch das ein Nebenfließ der Langballigau plätschert. Große Bestände des Riesenschachtelhalms, mit bis zu zwei Meter Höhe die größte heimische Art, beeindrukken. Schließlich führt der Weg aus dem Wald heraus auf eine Lichtung zu, die von Robustrindern beweidet wird. Wir queren den Talboden, finden am Ufer der Langballigau Wasserminze und nehmen die Brücke über die Au, um am Steilhang rechts wieder zur K 97 geführt zu werden. Noch wenige Schritte und wir haben unser Ziel erreicht. Jetzt kann sich jeder mit einer Erfrischung seiner Wahl belohnen!

GELTINGER BUCHT UND LEUCHTTURM FALSHÖFT

Ein besonders gutes Revier für Kite-Surfer ist die Geltinger Bucht. Hier ist unser nächster Stopp in Wackerballig, scherzhaft gern auch »Wackerpulco« genannt. Bei klarem Wetter ist der Blick frei bis an die dänische Küste. Wohnmobilstellplatz, Surfen, breiter Hundestrand und mit dem »Strandhuis« das bekannteste Fischrestaurant der Gegend – was will man mehr? Als Besonderheit ist der in das Wasser vorgebaute Sportboot- und Seglerhafen zu erwähnen.


Leuchturm Falshöft

Gegenüber der Geltinger Bucht geht es über Pommerby in die Sackgasse bis an den Leuchtturm von Falshöft. Am Ende, nur 300 Meter weiter den schmalen Deichweg entlang, erwartet uns mit dem Campingplatz Ostseesonne ein echter Geheimtipp. Der familiär geführte Platz hat keine 100 Stellplätze und wirklich schön sind die in erster Reihe reservierten Wohnmobilstellplätze. Sie bieten etwas ganz besonders Seltenes: freien Blick vom Deichstellplatz auf die Ostsee! Sicherlich pfeift die Brise auch mal ganz ordentlich, aber für uns »Landratten« ist das doch eher ein Erlebnis. Im Restaurant verwöhnt Sie das junge Gastronomenehepaar mit frischen Fischspezialitäten, aber auch Hamburger & Co. kommen nicht zu kurz. Sehr zu empfehlen ist das »Deichfrühstück Ostseesonne« für sieben Euro je Person. Wenn Sie Natur, Ruhe und Nähe zum Wasser suchen, lässt sich dieses Angebot nur schwer toppen.

Nur sieben Kilometer weiter geht es in Hüsfeld zum Hofladen der Spanierin Rosalia Altes. Alle Waren, ob handgemachte Keramik, Olivenöle, Weine oder Honig, sind exklusive Importe aus dem spanischen Katalonien. Der alte Hof aus den 1920er-Jahren ist liebevoll gestaltet. Auf ihrem schönen Grundstück lädt Rosalia Wohnmobilfahrer auch zum Übernachten ein. Eine Ver- und Entsorgung sowie Strom ist verfügbar und für uns ist es eine willkommene Gelegenheit, abseits großer Straßen in typischer Hecken- und Knicklandschaft eine Nacht zu verbringen.

AN DER SCHLEI


Wieder auf der B 199, sind es nur elf Kilometer bis in den Hafen von Kappeln an der Schlei. Mehr als 40 Kilometer dringt die Schlei als malerisch schöner Ostseefjord landeinwärts und schlängelt sich durch die Wiesen, vorbei an kleinen Häfen und Badebuchten. Winzige Orte mit reetgedeckten Häusern bilden das Panorama an dem ehemaligen Schifffahrtsweg der alten Wikinger. Der alte Fischereihafen mit seinen zahlreichen, zum Teil sehr urigen Lokalitäten, den vertäuten Fischerbooten und Ausflugsschiffen ist ein wahrer Touristenmagnet. Gut, dass fußläufig in einer hafennahen Werftanlage ein großer Wohnmobilstellplatz zur Verfügung steht.


Kirchplatz in der Altstadt von Kappeln


Campingplatz Thiessow, Ansicht vom Bodden

So kann man sich bedenkenlos den irdischen Genüssen hingeben, die einen in den kleinen Gassen anlocken. Wir empfehlen beispielsweise das Mittagsmenü im »Cameo« mit Blick von der Terrasse auf den Schleianleger. Frische Fischfilets und Scholle inklusive Getränken schlugen bei uns lediglich mit 22 Euro für zwei Personen zu Buche. Fans der ZDF-Serie »Der Landarzt« werden es sich natürlich nicht nehmen lassen, an den Original-Drehorten rund um die St.-Nikolai-Kirche ihren Kaffee einzunehmen! Ebenfalls direkt im Hafenbecken, am besten mit Blick von der Schleibrücke, können Sie den letzten der 38 Heringszäune aus dem 16. Jahrhundert entdecken. Bis heute verirren sich, um die Osterzeit, die Heringe in den fest verankerten Reusen aus Buschwerk und können dann leicht gefangen werden.

Für uns geht es ein Stück weiter die Schlei entlang in das fünf Kilometer entfernte Arnis. Mit 350 Einwohnern erhielt die kleinste Stadt Deutschlands 1934 Stadtrecht. Viele der kleinen Häuser stehen in dem malerischen Ort unter Denkmalschutz. Mit einer kleinen Fähre könnte man im Yachthafen sogar mit dem Wohnmobil (bis 5 t) übersetzen Richtung Brodersby. Doch wir genießen lieber den Bummel durch die kleine Stadt und bewundern die liebevoll gestalteten Gärten, bevor wir die B203 ansteuern und über die Landstraße wieder an die Küste gelangen.

SPECIAL

HEIRATEN IM LEUCHTTURM

Für alle, die sich noch nicht »getraut haben« und vielleicht noch auf der Suche nach dem Besonderen sind, ist das Trauzimmer im Leuchtturm Falshöft ein Geheimtipp. Der Falshöft leuchtet den Seeleuten seit 1920 heim und jetzt gibt Ihnen das Standesamt Geltinger Bucht von April bis Oktober die Gelegenheit, sich in dieser einmaligen Location das Jawort zu geben. Am besten, Sie laden die ganze Hochzeitsgesellschaft zur Feier und Übernachtung in die Ostseesonne ein. Anmeldung und nähere Informationen von Montag bis Freitag zwischen 8 und 12 Uhr direkt beim Standesamt, Tel. 04643/18 32 15.

GUTSHOF KARLSMINDE


Unsere weitere Fahrt bringt uns in Richtung Gutshof Karlsminde. Eingebettet in eine Hügellandschaft, taucht er bald zwischen den Bäumen auf. In Sichtweite machen wir einen Stopp an einem der zahlreichen Hügelgräber, die in ganz Schleswig immer wieder ausgeschildert sind. Die dortige Stille der Natur lässt diesen Ort zweifellos auch heute noch mystisch erscheinen.

Wir nehmen nun noch einige Kurven durch die Felder und schon sind wir am bewirtschafteten Gutshof. Es gibt einen kleinen Hofladen mit Gemüse, Eiern, Kartoffeln und etlichem mehr, doch uns interessiert natürlich vor allem die am Hof befindliche Campinganlage, die ebenfalls von den Gutsbesitzern betrieben wird. Gleich linker Hand ist eine große Stellfläche für Wohnmobile, leider aber mehr als 400 Meter von der Ostsee entfernt. Die gesamte Infrastruktur ist etwas in die Jahre gekommen.


Blick zum Gut Karlsminde


4500 Jahre altes Hügelgrab bei Karlsminde

Besonders beliebt ist der Platz bei Hundehaltern, gibt es doch eine riesige Freilauffläche mit einem Schwimmteich für die Vierbeiner. Der gesamte Campingplatz ist umgeben von Wäldern, die zu einem Spaziergang einladen, ebenso wie die Radwege, die an den gut beschilderten Ostsee-Radwanderweg führen. Da es vom Campingplatz aus fünf Kilometer zum nächsten größeren Einkauf sind, sollte man gut versorgt hier eintreffen. Etwas überrascht sind wir, dass trotz Vorsaison die Plätze gut belegt sind.


Stadtstrand Eckernförde

KULTUR

HÜGELGRAB BEI KARLSMINDE

Bei der Anlage nahe des Gutshofes Karlsminde handelt es sich um eine Grabanlage aus der jüngeren Steinzeit um 2500 v. Chr. Sie besteht aus drei Grabkammern, die in einem steingefassten Erdbett liegen und zum Teil begehbar sind. Das »Riesenbett« hat eine Länge von 60 Metern, ist fünf Meter breit und ca. 2,5 Meter hoch. Die Kammern dienten als Grüfte für wiederholte Bestattungen. Die Toten erhielten seinerzeit Grabbeigaben in Form von Gerät, Schmuck und Tongeschirr. Urnengräber aus der Eisenzeit in dem Hügelmantel belegen außerdem die Nutzung dieser Grabstätte bis in die Jahrhunderte nach Christi Geburt.

ECKERNFÖRDE

Der L26 folgend Richtung Eckernförde, kommt nach rund sieben Kilometern das Hinweisschild »Camping Hemmelmark«. Wir befahren eine ca. 3,5 Kilometer lange »Schotterpiste« mit Schlaglöchern und enden in der Sackgasse vor der Schranke. Wir könnten nun auf einer abseits vom Wasser liegenden Wiese für 19 Euro ohne Strom stehen. »Das ist so vorgesehen für die Wohnmobile!«, belehrt man uns. Dankend lehnen wir ab und entscheiden uns dafür, unser Geld lieber andernorts auszugeben. Die Rüttelplatte zur Straße zurück bleibt uns damit allerdings nicht erspart.

Da wir die letzten Tage sowieso viel in der Natur verbracht haben, entschließen wir uns gleich zur Erkundung der Stadt an der Ekkernförder Bucht und nehmen zunächst den neuen Stellplatz, der sehr citynah von den Stadtwerken für 50 Wohnmobile angelegt wurde, unter die Lupe. Die Einfahrt erfolgt nach Einbuchung im vollautomatischen Kassensystem. Bei 17 Euro Gebühr pro Wohnmobil müssen wir erst einmal schlucken. Das Schlucken weicht dann, bei genauem Betrachten, einem breiten Grinsen. Die Gebühr ist inklusive WLAN, Nutzung der Sanitäranlagen, Kurabgabe für zwei Erwachsene, Nutzung des Servicebereiches mit Küche (Herd, Backofen & Geschirrspüler gegen Gebühr), Hundedusche (!) und Entsorgung. Die Stellplätze sind mit 5x10 Metern so groß, dass man bequem Markise, Tisch und Stühle nutzen kann und darf. Der Platz ist ganzjährig nutzbar und dank des hervorragenden Untergrunds auch für schwere Wohnmobile bei jeder Witterung befahrbar. Die Innenstadt Eckenfördes, Hafen und Promenade mit Stadtstrand erreichen wir zu Fuß in zehn Minuten. Dieser Komfort und der ausgezeichnete Gesamteindruck ersetzen hier einen Campingplatz.


Brücke am alten Fischereihafen Eckernförde


Fischerhäuser in der Altstadt


Wohnmobilstellplatz Eckernförde

Eckernförde zählt heute rund 22 000 Einwohner und ist eine Stadt, die sich ihre norddeutsche Lebensart erhalten hat. Der Weg vom Stellplatz führt direkt an die Promenade und den Strand. Der Weg endet im Fischereihafen und am Zugang zur Fußgängerzone in die wunderschöne Altstadt. An den Wochenenden finden hier regelmäßig Flohmärkte statt und an den Fischkuttern kann man zu günstigen Preisen den frischen Fang des Tages erwerben, z. B. kleine Schollen zu je 1,50 Euro das Stück. Selbst wenn das Wetter mal nicht so mitspielt, braucht Ihnen nicht bange zu sein. Dann lädt im alten Rathaus, dessen Kernbau bereits im Jahr 1420 errichtet wurde, das Museum für Fischerei und Stadtgeschichte ein. Ob gutes oder schlechtes Wetter, das Kaffeehaus & Konditorei Heldt sollten Sie auf keinen Fall verpassen. Das älteste Café Schleswig-Holsteins bietet eine Auswahl an 120 Sorten Gebäck, Kuchen, Torten und Marzipanspezialitäten.

KULTUR

ZUR GESCHICHTE ECKERNFÖRDES

Gegen Ende des 12. Jahrhunderts ließ der dänische König zum Schutz des in nord-südlicher Richtung über den schmalen Durchlass zwischen Noor und offener Bucht verlaufenden Handelsweges eine Burg errichten, quasi Urzelle der späteren Stadt. Sie wird 1231 als »Ykernaeburgh« erwähnt. In einer Urkunde von 1302 wird Eckernförde dann zweifelsfrei als Stadt bezeichnet. Im 15. und 16. Jahrhundert steigt Eckernförde auf zur Hafenstadt mit privilegiertem Zwischenhandel. Durch die Ausweitung des Seehandels kommt es nun auch zu eigenem Schiffsbau. Daneben spielen bis ins 17. Jahrhundert hinein der Fischfang und das Brauwesen eine bedeutende Rolle. In der wechselvollen Geschichte erlebt die Stadt um die Mitte des 18. Jahrhunderts eine große wirtschaftliche Blütezeit. Eckernförder Kaufleute betätigen sich überwiegend als Reeder. Die Familie Otte nimmt eine herausragende Stellung ein; von den im Jahre 1758 in Eckernförde beheimateten 36 sogenannten Kauffahrteischiffen nennt sie ganze 17 ihr Eigen.

SPECIAL

GRAF VON SAINT GERMAIN

Eine mysteriöse Figur der Eckernförder Geschichte ist der Graf von Saint Germain, der ab 1780 gemeinsam mit dem dänischen Stadthalter, Landgraf Carl von Hessen, im sogenannten Alchemistenturm auf Louisenlund experimentierte. Er stellte goldähnliches Metall her und arbeitete an der Entwicklung von Farben, die jedoch die angestrebte Haltbarkeit nicht erreichten. Der sagenumwobene Graf starb am 27. Februar 1784 in Eckernförde und wurde im Grab Nr. 1 in der St.-Nikolai-Kirche beigesetzt.

DIE LETZTE ETAPPE BIS KIEL


Die Landspitze zwischen Eckernförder Bucht und Kieler Förde ist das Schwedeneck, das auch einen Stellplatz sein Eigen nennt. Wir empfehlen, die Schleife zum Bülker Leuchtturm und an der nordwestlichen Spitze die Einfahrt zur Kieler Förde zu nehmen. Bei klarem Wetter reicht der Blick bis zum Marine-Ehrenmal in Laboe auf der anderen Uferseite. Gegen frühen Abend werden die Tagestouristen weniger und man kann versuchen, einen der zehn Wohnmobilstellplätze zu ergattern. Die kostenlosen Plätze haben keinerlei Versorgung, bieten aber einen perfekten Blick über das Wasser in die untergehende Abendsonne.


Blick über die Börde bis nach Laboe

Mit »Schwedeneck« wird eine der wohl schönsten Gemeinden der Ostseeküste bezeichnet, die Familien und Naturliebhaber gleichermaßen begeistert. Einen eigenen Ort Schwedeneck gibt es allerdings nicht. Denn nach der Gebietsreform 1927 wurden die alten Gutsbezirke Dänisch Nienhof, Hohenhain, Grönwohld und Birkenmoor zu einer politischen Landgemeinde zum sogenannten Schwedeneck zusammengeschlossen.

Die prachtvollen Gutshäuser machen noch heute einen Teil des Reizes dieser Gemeinde aus. Doch damit nicht genug: Kinder können am 16 Kilometer langen Strand nach Herzenslust im Sand oder im Wasser spielen, denn an den meisten Stränden ist das Wasser flach. Erst nach vielen Metern vertieft es sich zum eigentlichen Meer, auf dem in der Ferne die Boote vorüberziehen. Im Norden und Osten von der Eckernförder Bucht und der Kieler Förde umrahmt, ahnt der Strand- und Steilküstenwanderer die Weite der Ostsee und die Schönheit Schleswig-Holsteins, wenn er auf einer Bank ausruhend das in der Ferne gegenüberliegende Ufer oder einfach nur das offene Meer betrachtet und hinter sich die traumhafte Landschaft Schwedenecks weiß. »Wir Schwedenecker garantieren, dass die klassischen Tugenden Schleswig-Holsteins wie Ruhe und Naturnähe, gute und reine Luft und sauberes Wasser, vertraute Heimatlichkeit und gutes Essen bei uns noch vorhanden sind«, bringt es ein Infoschreiben der Kurverwaltung Schwedeneck von 1997 auf den Punkt.

Mit Kiel als Ziel vor Augen, folgen wir nun der Beschilderung Richtung Olympiastützpunkt der Segler in Schilksee, wo 1972 auch die Olympischen Segelwettbewerbe ausgetragen wurden. Jetzt sind es noch 13 Kilometer bis zum Wohnmobilstellplatz in Kiel-Wik. Er liegt direkt an der Einfahrt zum Nord-Ostsee-Kanal, der meist befahrenen künstlichen Wasserstraße der Welt. Für uns sind die Stellplätze viel zu eng, die Lage schäbig und die Gebühr von 15 Euro eher unangemessen. Sicherlich ist der Anblick der großen Schiffe beeindruckend, doch gibt es im Verlauf des Kanals weitaus schönere Flecken, die zum Übernachten einladen.

Kiel hat heute 246.000 Einwohner, gehört zu den 30 größten Städten Deutschlands und ist Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt. Sie wurde im 13. Jahrhundert gegründet und als Holstenstadt tom Kyle erstmals erwähnt. 1900 überschritt sie erstmals die Marke von 100.000 Bürgern und wurde damit zur nördlichsten Großstadt Deutschlands. Sie ist der Endpunkt der meistbefahrenen Wasserstraße der Welt, dem »Kiel Canal«, zu Deutsch Nord-Ostsee-Kanal. Von hier geht es für die Schiffe über die Kieler Förde weiter über die Meere der Welt. Kiel ist traditionell ein bedeutender Stützpunkt der Deutschen Marine und Heimat des erfolgreichsten deutschen Handballvereins, dem THW Kiel. Der bekannteste kulinarische Verkaufsschlager ist die »Kieler Sprotte«. Von wirtschaftlicher Bedeutung sind neben dem Dienstleistungssektor die größte deutsche Werft ThyssenKrupp Marine Systems, ehemals Howaldtswerke-Deutsche Werft, und der Kieler Ostseehafen mit den Fähren nach Skandinavien und ins Baltikum.


Bülker Leuchtturm mit Stellplatz

Das größte Ereignis in der Region ist und bleibt aber die Kieler Woche. Diese jährlich stattfindende Segelregatta wird seit Ende des 19. Jahrhunderts in Kiel ausgetragen und gilt als die größte Segelsportveranstaltung der Welt. Auch für die Wohnmobiltouristen eine große Herausforderung! Denn wer nicht schon ein Jahr zuvor auf einem der umliegenden Campingplätze gebucht hat, wird wohl buchstäblich »in die Röhre« schauen. Die Stadt bemüht sich allerdings, in dieser Zeit Zusatzparkplätze für Wohnmobile bereitzustellen. Zu erwähnen ist besonders der Bereich Kiel-Holtenau im hinteren Bereich der Ruder- und Seglervereine. Hier gilt: Wer zuerst kommt, hat einen Platz, allerdings ohne jegliche Versorgung. Entsorgung und Wasser gibt es am Clubhaus des Rudervereins. An der Promenade entlang sind es dann ca. 1,5 Kilometer zur Vergnügungsmeile und einem Teil der Anleger der historischen Windjammer.

Die Kieler Woche findet immer in der letzten vollständigen Juni-Woche statt, genauer: Sie endet stets am letzten Sonntag im Juni. Am Samstagabend acht Tage zuvor wird sie mit dem sogenannten Glasen, dem Typhon-Signal »Leinen los« und dem daran anschließenden Holstenbummel offiziell eröffnet. Inoffizieller Beginn des Volksfestes ist jedoch bereits am Freitagabend mit dem Soundcheck auf den Bühnen in der Kieler Innenstadt. Damit sind es insgesamt zehn Festtage, die mit einem 20-minütigen Feuerwerk über der Kieler Innenförde festlich enden.

Rund 5000 Segler aus über 50 Nationen bestreiten mit etwa 2000 Booten die Wettbewerbe. Die meisten Segelwettfahrten beginnen in Schilksee (Olympiazentrum Schilksee), dort liegt zum großen Teil das sportliche Zentrum der Kieler Woche. Aber auch an der Kiellinie entlang der Kieler Förde kann man vor allem vom Westufer aus weitere, kleinere Sportaktivitäten verfolgen wie Marinekutterregatten, Optimistensegeln, Kanupolo oder klassisches Kutterpullen. Ferner liefern sich stets am Mittwoch der Kieler Woche die großen Kieler Ruderclubs – EKRC, Germania, die Rudersportgruppe der Uni, der Akademische Ruderverein und die Schülerruderclubs – das Stadtachter-Rennen von der Blücherbrücke zum Schülerrudersteg. Die bereits 1893 ins Leben gerufene »Aalregatta« ist seit 1906 Teil der Kieler Woche und mittlerweile ihre traditionelle Eröffnungsregatta. Gesegelt wird die Strecke Kiel-Eckernförde-Kiel.

Zur Kieler Woche kommen jedes Jahr über drei Millionen Besucher in die Stadt. Dann bieten sich auch tolle Gelegenheiten, einmal mit einem der großen Windjammer mitzusegeln oder diese wenigstens ausgiebig zu besichtigen. Die großen Segelschiffe bieten zur Deckung ihrer Kosten mehrstündige Ausfahrten oder Regattabegleittouren an. Außerdem funktionieren sie in dieser Zeit einen Teil ihrer Messen (Speisesäle) zu Cafés um.

Für uns geht es nach fast einer Woche weiter nach Laboe, auf den zweiten Strekkenabschnitt entlang der Ostsee.


Wohnmobilstellplatz Kiel Wiek

PRAKTISCHE HINWEISE

KARTE

Kümmerly+Frey, Karte 2 »Deutsche Ostseeküste«,

Maßstab 1:275 000, ISBN 978-3-259-01461-5

TOURISTINFORMATIONEN

Touristinformation Flensburg

Rote Str. 15-17, 24937 Flensburg, Tel. 0461/909 09 20, www.flensburger-foerde.de

Touristinformation Kappeln an der Schlei

Schleswiger Str. 1, 24376 Kappeln, Tel. 04642/40 27, www.touristikverein-kappeln.de

Touristinformation Eckernförde

Am Exer 1, 24340 Eckernförde, Tel. 04351/71 79 28, www.ostseebad-eckernfoerde.de

Touristinformation Kiel

Andreas-Gayk-Str. 31, 24103 Kiel, Tel. 0431/67 91 00, www.kiel-sailing-city.de

CAMPING- UND STELLPLÄTZE

S 100 Wohnmobilstellplatz Flensburg (S. 165 E3)

Am Industriehafen, 24937 Flensburg, Tel. 0461/909 09 20, www.flensburger-foerde.de

GPS-Daten: N 54°47‘56“ / E 09°26‘15“

Einfacher Stellplatz für zehn Wohnmobile, kostenlos, kein Strom und Wasser, Entsorgung am Klärwerk, Kielseng 17. Teilweise Blick auf die Hafeneinfahrt, 1,5 Kilometer zur Innenstadt.

S 101 Wohnmobilstellplatz Langballigau (S. 165 F2)

Strandweg 3, 24977 Langballig, Tel. 04636/308, www.campingplatz-langballigau.de

GPS-Daten: N 54°49‘17.37“ / E 9°39‘31.45“

55 Stellplätze in verschiedenen Bereichen, sehr schön direkt am Deich gelegen, tolle Rad- und Wanderwege, kleiner Hafen und Gastronomie vor Ort.

C 102 Campingplatz Ostseesonne (S. 165 H3)

Gammeldamm 6, 24395 Pommerby, Tel. 04643/22 23, www.camping-ostseesonne.de

GPS-Daten: N 54°45‘48“ / E 09°58‘15“

30 Stellplätze für Wohnmobile mit Ostseeblick reserviert, weitere möglich. Näher an die Ostsee geht nicht! Blick über Deich, Wasserentfernung 50 Meter.


Küstenweg am Campingplatz Ostseesonne


Der Hüsfeld-Hof

S 103 Wohnmobilstellplatz Wackerballig (S. 165 G3)

Strandweg 2a, 24395 Gelting, Tel. 04643/18 32 21, www.ferienlandostsee.de

GPS-Daten: N 54°45‘21‘‘ / E 09°52‘41‘‘

15 Stellplätze für Wohnmobile auf ehemaligem Parkplatz, 10€ inkl. Ver- und Entsorgung sowie Strom, duschen möglich für 1 €/Person. 100 Meter vom Yachthafen entfernt, toller Surfer-Strand, Restaurant Strandhuis.

S 104 Wohnmobilstellplatz Kappeln (S. 165 H4)

Am Hafen 23B, 24376 Kappeln, Tel. 04642/15 63, www.ancker-yachting.de

GPS-Daten: N 54°39‘59.84“ / E 9°56‘12.87“

50 Stellplätze für Wohnmobile am Ende des Nordhafens, 12 € inkl. Ver- und Entsorgung, Strom 0,50 €/kWh. Idyllisch an der Schlei gelegen, Einkauf 100 Meter, Altstadt und Hafen nur fünf Minuten zu Fuß.

C 105 Ostseecamping Karlsminde (S. 165 H6)

24369 Gut Karlsminde, Tel. 04358/344, www.karlsminde.de

GPS-Daten: N 54°29‘46.88 / E 9°56‘14.01“

Reservierte Bereiche für Wohnmobile im hinteren Teil des Platzes, einige Plätze in erster Reihe am Strand, sehr hundefreundlich mit extra Wiese und Badesee. Einkaufsmöglichkeit vor Ort am Gutshof, Gastronomie am Platz, direkter Einstieg zum Ostseeradwanderweg. Etwas in die Jahre gekommen, aber für Kinder sehr schön mit großen Spielflächen.

S 106 Wohnmobilstellplatz Eckernförde (S. 165 G6)

Kakabellenweg, 24340 Eckernförde, Tel. 04351/90 50, www.stadtwerke-eckernförde.de

GPS-Daten: N 54°27‘34‘‘ / E 09°51‘00‘‘

50 Stellplätze mit 50 Quadratmetern Fläche, die tolle Ausstattung (inkl. WLAN) des gesamten Platzes lässt die 17 € verschmerzen. Einkaufsmöglichkeit 200 Meter entfernt, Fußweg zur Innenstadt, Hafen und Fördepromenade nur zehn Minuten, sehr stadtnah und doch sehr grün. Sanitärgebäude für einen Stellplatz außergewöhnlich, Markise, Tisch und Stühle erlaubt.

S 107 Wohnmobilstellplatz Bülker Leuchtturm (S. 166 B4)

Bülker Weg, 24229 Strande

GPS-Daten: N 54°27‘15“ / E 10°11‘48“

Zehn Stellplätze für Wohnmobile bis 7,50 m Länge, kostenlos, ohne Versorgung und Strom. Direkt am Wasser, am Abend ruhig und bei klarem Wetter toller Blick bis nach Laboe.

C 108 Campingplatz Möltenort Kiel (S. 166 B5)

Uferweg 24, 24226 Heikendorf, Tel. 0431/239 45 29, www.campingplatz-möltenort.de

GPS-Daten: N 54°23‘3.09“ / E 10°12‘18.04“

Schöne Wiese für Wohnmobile jeder Größe, beste Lage zur Stadt mit Busverbindung und Radweg. Dies ist die Alternative zum Kieler Stellplatz in Wik, den wir für inakzeptabel und zu teuer halten.

2 VON BRASILIEN ÜBER KALIFORNIEN DURCH DIE SCHWEIZ
Holsteinische Schweiz und Urlaubsinsel Fehmarn


START- UND ENDPUNKT

Laboe und Travemünde

STRECKEN

überwiegend Land- und Kreisstraßen

STRECKENLÄNGE

ca. 280 Kilometer

FAHRZEIT

4 bis 14 Tage

BESTE JAHRESZEIT

April bis Oktober

Mit wenigen Sätzen lässt sich die Vielfalt dieser grandiosen Tour gar nicht beschreiben. Wir starten in Laboe entlang der breiten Strände Brasiliens und Kaliforniens, ohne dafür ein Flugzeug besteigen zu müssen! Dann durchstreifen wir die Holsteinische Schweiz, die sich mit einer wunderbaren Seen- und Hügellandschaft präsentiert. Anschließend fahren wir über den Sund auf eine der beliebtesten deutschen Urlaubsinseln – Fehmarn. Bevor wir in Travemünde schließlich vor Anker gehen, vergehen abwechslungsreiche Tage. Einen ganzen Urlaub kann man bequem auf dieser Route verbringen.


Die Krokauer Mühle


Von Kiel kommend, erreichen wir am frühen Nachmittag den einfachen Stellplatz von Laboe. Er liegt direkt oberhalb der Promenade mit einem weithin sichtbaren 85 Meter hohen Marine-Ehrenmal. Hier sind auf Erinnerungstafeln alle U-Boot-Besatzungen aufgeführt, die im Zweiten Weltkrieg mit ihren Booten für immer im Meer versunken sind. Außerdem hat man am Strand die Gelegenheit, eines der letzten U-Boote, die U995, zu besichtigen. Viele Besucher werden dabei bestimmt an den berühmten deutschen Film »Das Boot« erinnert. Aber Vorsicht: Ein U-Boot ist nichts für Menschen mit Platzangst!

Einen Besuch wert ist auch die Meeresbiologische Station, wo in 30 Aquarien gefleckte Katzenhaie, rote Knurrhähne, seltene Seehasen und andere Meerestiere leben. Besonders zu erwähnen, dass im Eintrittspreis von fünf Euro eine Führung beinhaltet ist. Wem nach so viel geistiger Nahrung nach Nahrungsaufnahme ist, dem empfehlen wir direkt am Stellplatz einen frisch zubereiteten Backfisch mit Pommes frites und Getränk für nur sieben Euro.

UNTERWEGS ÜBER LAND

Auch wenn wir uns keinesfalls auf einer kulinarischen Rundreise befinden: Unterwegs über Land mit dem Wohnmobil ist es immer ein guter Tipp, an einem Gasthaus mit schönem Parkplatz zu nächtigen. Bei Einkehr und einer freundlichen Nachfrage wurden wir noch nie abgewiesen. Auch wächst die Anzahl von Wohnmobilstellplätzen, die von Gastwirten angeboten werden, stetig. Nimmt man die gastronomischen Leistungen nicht in Anspruch, wird meist eine kleine Gebühr zwischen fünf und acht Euro fällig.

Für uns geht es unterdessen die B 502 entlang, hinein in die Landschaft der Probstei, die sich durch besonders saftige Wiesen mit darauf grasenden schwarzbunten Holsteiner Kühen auszeichnet. Bei Wisch rechts entdecken wir die Krokauer Mühle und direkt an der Mühle das italienische Restaurant »La Casereccia«, womit wir wieder beim Thema wären: Der dazugehörige Stellplatz auf der Wiese lädt geradezu zwingend zu einem guten Mahl und einer Übernachtung ein.


Das Eisenbahnmuseum in Schönberg

Die Krokauer Mühle ist die älteste noch erhaltene Mühle im Kreis Plön. Erbaut im Jahre 1829 als »Erdholländer« (die im Jahre 1590 gebaute Bockmühle wurde dadurch ersetzt), befindet sie sich seit 1893 in Privatbesitz, nachdem das Kloster Preetz die Eigenbewirtschaftung aufgab. Bis 1951 nutzte man für den Betrieb der Mühle noch die Windkraft. 1980 wurde sie unter Denkmalschutz gestellt. Bis 1983 restaurierte man Rumpf, Flügel, Kappe und Windrose und bewahrte so das Gebäude vor dem Verfall. Leider kann die Schönberger Mühle nur sonntags von 14 bis 17 Uhr besichtigt werden, allerdings sind Sonderführungen nach Vereinbarung (Tel. 04344/63 51) möglich.

Nach diesem schönen Abstecher, wo wir unseren Blick abseits der geplanten Strecken wandern lassen konnten, setzen wir unseren Weg Richtung Schönberg fort.

SPECIAL

FISCH – IMMER GERN UND ÜBERALL

Fischliebhaber kommen an der gesamten Ostsee voll auf ihre Kosten. Angeboten wird überwiegend regionaler Fang, Modefische wie Pangasius oder Red Snapper sucht man hier vergeblich. Vom frisch zubereiteten Matjesbrötchen über den berühmten Backfisch bis hin zum Fischmenü im Restaurant findet wirklich jeder das Richtige für sich. Und besonders zum Lunch gibt es nahezu überall günstige Angebote, oft sogar unter zehn Euro. Bei gemischten Fischfilet-Tellern ist es durchaus legitim, kurz nachzufragen, um welche Arten es sich handelt und ob diese frisch zubereitet sind oder tiefgefroren waren. Eine besondere Spezialität an der gesamten Küste ist die »Kutterscholle«, sozusagen der Rolls-Royce unter den Schollen. In Hamburg zum Beispiel schlägt solch ein Essen gern schon mal mit weit über 20 Euro zu Buche, während es vor allem in Mecklenburg-Vorpommern im Schnitt für 14 Euro auf der Karte erscheint.

KULTUR

SCHÖNBERGER EISENBAHNMUSEUM

Der Museumsbahnhof Schönberger Strand ist bundesweit einzigartig, denn neben historischen Eisenbahnen mit Dampf- und Dieselbetrieb beherbergt der Bahnhof die einzige noch in Betrieb befindliche historische Straßenbahnstrecke auf dem Gelände. Uralte Triebwagen verkehren hier auf einer reizvollen Kleinbahnstrecke zwischen dem Hauptort Schönberg und dem Schönberger Strand, darüber hinaus durch die Landschaft der Probstei. Im Bahnhofsgebäude werden am alten Schalter Fahrkarten verkauft, mit denen man für ein paar Runden in die Vergangenheit fahren kann. Das Museum bietet auch Sonderfahrten an. Besonders gut gefielen uns die Fahrten mit der alten Straßenbahn über das Museumsgelände. Wohnmobile können übrigens direkt am Museumsbahnhof parken.

Info: Museumsbahnen Schönberger Strand, Am Schierbek 1, 24217 Schönberger Strand, Tel. 04344/23 23, www.vvm-museumsbahn.de.

ORIGINELLE NAMENSGEBUNG

Einer der vielen Reize des Ostseebadeortes Schönberg ist, dass man zu Fuß in nur fünf Minuten von Brasilien nach Kalifornien gehen kann! Denn Schönberg umfasst auch den Ortsteil Neuschönberg sowie die Strandabschnitte Schönberger Strand, Kalifornien und Brasilien. Wie es zu diesen Namensgebungen der beiden Letztgenannten kam, ist eine kurze Erklärung wert.


In der Holsteinischen Schweiz

Einst fand ein Fischer am Strand nahe seiner Hütte eine alte morsche Schiffsplanke, auf der »California« stand. Wohl in einem Anflug von Fernweh nagelte er das Holzscheit an seine Haustür. Wenige Zeit später entdeckte ein zweiter Fischer, der etwas östlicher am Strand wohnte, das neue Türschild seines Nachbarn. Inspiriert und kurz entschlossen suchte er sich ein passendes Stück Holz, pinselte das Wort »Brasilien« darauf und nagelte es ebenfalls an die Tür seines Hauses. Letztlich wurden aus diesen exotischen Türschildern offizielle Ortsteilbezeichnungen. Der Abschnitt Kalifornien zählt übrigens zurzeit 426 Einwohner, Brasilien hingegen nur 19.

Das Besondere an Brasilien ist der dahinter gelegene »Grünstreifen«, der sich bis zum Schönberger Strand fortsetzt. Hier tummeln sich die »Nicht-Sandliebhaber«, Kinder, die ihren Drachen steigen lassen, viele Fahrradfahrer sowie Skater, die den herrlich ausgebauten Ostseeradwanderweg nutzen. Unser Augenmerk gilt aber vor allem dem direkt im Anschluss angelegten Wohnmobilstellplatz. Früher teilte man sich diesen Platz noch mit parkenden Autos, heute bietet er 80 Wohnmobilen eine Stellfläche. Etwas außerhalb am Mittelstrand gelegen, sind es ca. vier Kilometer bis Schönberg. In dem kleinen Städtchen kann man gemütlich einkaufen oder essen gehen.

HOLSTEINISCHE SCHWEIZ

Nur 21 Kilometer südlich von Schönberg erreichen wir Preetz und befinden uns damit in der Holsteinischen Schweiz. Das hübsche Preetz, unter anderem bekannt durch seine Holzschuhmacher-Tradition, ist ein Abstecher, den Sie sich in keinem Fall entgehen lassen sollten. Wenn Sie einen Abend hier verbringen möchten, empfehlen wir den kleinen Campingplatz am See, der zum Kanuclub gehört. Die Zufahrt sieht etwas eng und steil aus, lässt sich aber gut meistern. Wenn Sie sich trotzdem nicht sicher fühlen, sollten Sie kurz aussteigen und die Strecke zu Fuß abgehen – ein Tipp, den Sie sich sowieso immer mal wieder zu Herzen nehmen sollten.


Der Ostseeradweg bei Brasilien


Campingplatz am Kanuclub Preetz

Als Holsteinische Schweiz wird das östliche Hügelland Holsteins bezeichnet, eine Region, die in der letzten Eiszeit geformt wurde. Die geografisch nicht genau begrenzte Kulturlandschaft beinhaltet unter anderem den Naturpark Holsteinische Schweiz und zählt zu den wichtigsten Tourismusregionen in Norddeutschland. Sie erstreckt sich weitgehend in den Kreisen Ostholstein und Plön, ungefähr zwischen den Städten Lübeck und Kiel und reicht bis an die Ostseeküste. Größere Orte sind unter anderem Bad Malente, Lütjenburg, Oldenburg in Holstein, Preetz und die alten Residenzstädte Eutin und Plön.


Naturcamping an den Plöner Seen

Der Name »Holsteinische Schweiz« geht auf das 19. Jahrhundert zurück, in dem bei entsprechend Begüterten Reisen in die Schweiz beliebt waren, weshalb sich auch andere Regionen gern den Namenszusatz »Schweiz« gaben. Am 20. Mai 1885 eröffnete Johannes Janus am Kellersee in Malente das Hotel »Holsteinische Schweiz«, das sich großer Beliebtheit erfreute. Der Name des Hotels wurde zunächst auf den Bahnhof Holsteinische Schweiz übertragen und später auf die gesamte Gegend.

Der Reiz dieser besonderen Region erklärt sich aus der vielgestaltigen und malerischen Landschaft. Kleinere Waldgebiete wechseln mit durch Knicks gegliederten Ackerflächen ab, dann wieder bestimmen niedrige Hügel das Bild, zwischen denen sich eine Vielzahl von Seen befindet. Zu ihnen gehören unter anderem der Große Plöner See, der Dieksee oder der Kellersee. Flüsse und Auen durchziehen die herrliche Gegend und durchfließen manche Seen. Die Kossau beispielsweise fließt durch den Tresdorfer See, um dann im Großen Binnensee zu enden. Die Schwentine mit Einmündung in die Kieler Förde ist mit 62 Kilometern einer der längsten Flüsse Schleswig-Holsteins. Höchster Punkt der Holsteinischen Schweiz ist der immerhin 168 Meter hohe Bungsberg bei Schönwalde, die höchste Erhebung in Schleswig-Holstein überhaupt.


Das Plöner Schloss

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09 kasım 2024
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9783734319723
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