Kitabı oku: «Österreich mit dem Wohnmobil»

Torsten Berning
ÖSTERREICH
MIT DEM WOHNMOBIL
Die schönsten Routen von
Oberösterreich bis nach Vorarlberg


Panoramablick über den Faaker See
INHALT
LAND UND LEUTE
DIE ROUTEN
1EIN VERFÜHRERISCHES LAND: SEEN, WEINBERGE UND KONDITOREIEN
Ober- und Niederösterreich prägen den Norden
2MIT WIENER SCHMÄH UND DEM INNIG GELIEBTEN HEURIGEN
Von Wien aus durch das Burgenland
3HIER SCHLÄGT DAS GRÜNE HERZ VON ÖSTERREICH
Die Steiermark mit ihrem Städte-Highlight Graz
4TRAUMHAFTE FAHRT ZWISCHEN BERGEN UND SEEN
Kärnten – die südliche Grenze Österreichs
5ALPENPANORAMA ZUM VERWEILEN – DIE HOHEN TAUERN
Osttirol und das Salzburger Land
6DER WESTEN – EIN SCHÖNER STREIFEN LAND
Tirol und Vorarlberg – zwei Gipfelstürmer
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» LAND UND LEUTE

»Treffen« im Bregenzer Wald

Blick am Badeplatz über den Attersee
Kaum ein Land in Europa kann mit so vielen Gegensätzen aufwarten wie die Alpenrepublik Österreich. Von der alpinen Unzugänglichkeit im Hochgebirge der Hohen Tauern bis hin zum Neusiedler See, dem größten Steppensee Europas, gibt es eine mannigfaltige Natur zu entdecken. Mit Ausnahme kleiner Teile Ober- und Niederösterreichs, des Salzburger Landes, Kärntens und des Burgenlandes durchziehen die Alpen – mit dem Großglocknergipfel auf 3798 Metern als höchstem Punkt – das ganze Land. Wer südwestlich von Wien beginnt und bis Feldkirch in Vorarlberg fährt, könnte mit dem Wohnmobil nahezu 700 Kilometer durch Berglandschaften mit Tälern und Passüberquerungen fahren!
Diese Tatsache sollte man bei der Tourenplanung mit dem Wohnmobil nicht aus dem Auge verlieren. Denn wer z. B. die Berge über Passstraßen queren möchte, um sich mit einem Fahrzeug über 3,5 Tonnen die Nutzung der mautpflichtigen Autobahnen zu ersparen, die mittels GoBox kilometergenau abgerechnet werden (davon kann man oftmals schon die nächste Übernachtungsgebühr auf dem Campingplatz bezahlen!), benötigt schnell mal die drei- oder vierfache Fahrzeit – was bei der Planung der Urlaubstage kalkuliert werden muss. So kann bei einer 80-Kilometer-Strecke mit zwei Besichtigungen oder einer kleinen Wanderung gleich ein ganzer Tag vergehen. Zum Ausgleich wird dem mobilen Reiseteam allerdings auch Natur vom Feinsten geboten, die man auf der Autobahn nicht entdecken würde!
VON NORD NACH SÜD? ODER VON OST NACH WEST?
Bei der Anreise ist es wichtig, von welcher »Seite« man sich Österreich nähert. Während man im westlichen Teil des Vorarlbergs lediglich eine Nord-Süd-Ausdehnung von ungefähr 50 Kilometern hat, können es im östlichen Teil, von der tschechischen Grenze im Norden bis an die südliche Grenze nach Slowenien, fast 400 Kilometer werden. Bei einem Blick in den Atlas sieht man sich im Südwesten einer scheinbar undurchdringlichen Wand von Dreitausendern gegenüber – entsprechend klein sind die Streckenvarianten im Bundesland Vorarlberg.

Einfacher Stellplatz in der Natur der Wachau
Von Feldkirch im östlichsten Bundesland Vorarlberg kommend, kann man sich für die S16 mit dem 14 Kilometer langen Arlbergtunnel oder eine Überfahrt über die B197 mit dem Arlbergpass entscheiden. Einzige Alternative hierzu ist südlich ab Bludenz die Auffahrt durch das Montafon, vorbei am Silvretta-Stausee mit der Abfahrt durch das Paznauntal bis in die Ebene nach Landeck. Für die 90–Kilometer-Silvretta-Hochalpenstraße benötigt man, großzügig gerechnet, zwei Tage, da ein pures Durchfahren viel zu schade wäre – zu viel gibt es dort zu entdecken. Es folgt die Einfahrt nach Tirol mit seiner Landeshauptstadt Innsbruck. Hier entscheidet man sich, seinen Weg entweder nördlich über Salzburg oder südlich durch das Gebirge der Hohen Tauern nach Osttirol (das ans italienische Südtirol und das Bundesland Kärnten grenzt) fortzusetzen.
Der südöstliche Abschnitt mit den Bundesländern Kärnten und der Steiermark gehört zu den landschaftlich reizvollsten Teilen Österreichs mit beeindruckenden Bergen und zahlreichen Seen, etwa dem Millstätter, dem Ossiacher oder dem Wörthersee, um nur die bekanntesten zu nennen. Unterwegs im steirischen Murtal, stößt man auf die Niederen Tauern, deren Straßen (zur Freude aller) immer wieder als Sackgasse in den Bergen enden. Das Bundesland Steiermark, dessen Landeshauptstadt Graz definitiv einen Besuch wert ist, zieht sich bis in die dünn besiedelten Ebenen des Burgenlandes, das schließlich bis an die Grenze zu Ungarn reicht. Während die »grüne Steiermark« mit ihrem dörflichen Charakter und zahlreichen ausgebauten Radwegen entlang der Mur zum Verweilen einlädt, reizt das Burgenland mit seiner wunderbaren Landschaft um den Neusiedler See, an dessen Ufern gut genächtigt werden kann, und natürlich mit der Möglichkeit, einen Abstecher nach Ungarn einzuplanen. Dass außerdem viele Winzer ihre Pforten für Weinproben öffnen und vermehrt Stellplätze für Wohnmobile anbieten, erhöht häufig die Aufenthaltsdauer.
Alle Richtungen sind interessant.

Marktplatz St. Johann in Tirol
Mit dem Gebiet um Wiener Neustadt taucht man in den nördlichen Teil Österreichs ein und nähert sich dem unbestrittenen Highlight: der Hauptstadt Wien. Seine vielgerühmte Kunst und Kultur und seine besondere Lebensfreude machen die Metropole zu einer der schönsten Städte Europas. Zudem laden viele Camping- und Wohnmobilstellplätze dazu ein, mindestens zwei bis drei Tage (gerne auch mehr) hier zu verbringen.
Von Wien aus lässt sich anschließend Niederösterreich erkunden, das Bundesland, das für seine Wachau berühmt ist. Eine Fahrt durch das liebliche Donautal zwischen Krems und dem Kloster Melk sollten Sie unbedingt einplanen. Im Norden Richtung tschechischer Grenze lohnt sich das Kennenlernen des niederösterreichischen Waldviertels und, daran anschließend, des oberösterreichischen Mühlviertels – mit dem nächsten Städte-Highlight Linz, der Landeshauptstadt Oberösterreichs. Sowohl im Wald- als auch im Mühlviertel spürt man als Gast die Gelassenheit und Gastfreundschaft seiner Einwohner und sollte keinesfalls auf das eine oder andere Glaserl Wein oder Stück Linzer Torte verzichten.
Etwas weiter südlich beginnt die abwechslungsreiche Landschaft des Salzkammergutes. Die Vielzahl der Gewässer – Traunsee, Attersee, Mondsee oder Wolfgangsee sind nur die größten – garantiert einen hohen Freizeitwert. Auf Wohnmobilisten ist man hier bestens eingestellt – vom einfachen Stellplatz am Traunsee bis zum Camping am Bauernhof mit allem Komfort kommt hier jeder auf seine Kosten. Malerische Wiesen schmiegen sich sanft an die Hügel, und über die Seen hat man eine tolle Fernsicht auf die Berge, wenn sie nicht ohnehin direkt von den Ufern in die Höhe ragen. Nicht versäumen sollte man die historische Altstadt der Mozartstadt Salzburg, die in der Welterbe-Liste der UNESCO geführt wird. Übrigens steht hier das Wohnmobil sehr komfortabel am Stadtrand, während ein Bus, der direkt davor startet, seine Insassen in zehn Minuten ins Herz der Stadt bringt.
Da jede der im Folgenden beschriebenen Routen für sich alleinstehen kann, haben Sie die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, von wo Sie Ihre Reise beginnen wollen. Damit können Sie flexibel und individuell auf Ihre Anreise, aber auch auf das Wetter und andere Gegebenheiten reagieren. Jeder Abschnitt bietet ein ausgewogenes Programm aus Natur, Stadtbesichtigungen und Kultur. Außerdem kommen Ausflugsziele, sportliche Aktivitäten und kulinarische Genüsse nicht zu kurz. Und natürlich ist auch für alle Altersklassen das Richtige im Angebot. Ein ganzes Land in einem Urlaub zu erobern, ist kein leichtes Unterfangen, deshalb sollte man sich gut überlegen, wie groß die »Portion Tourenerlebnis« jeweils sein soll oder darf. Unsere Zeitempfehlungen und Kilometerleisten geben Ihnen eine optimale Planungshilfe.

Kaffeehaustradition in Gars am Kamp

Ein Herz für Wohnmobilisten am Wegesrand

Das älteste Gasthaus der Steiermark in St. Georgen am Kreischberg
LAND UND LEUTE
Das deutsche und das österreichische Volk haben eine gemeinsame Geschichte – das lässt sich bis in die heutige Zeit nicht verleugnen. Dass man die gleiche Sprache spricht, verbindet und macht den Kontakt unkompliziert. Rasch ist man bei einem Gläschen im Gespräch. Natürlich gibt es regionale Unterschiede – wie in Deutschland auch, wo nicht jeder Ostfriese einen Niederbayern versteht oder umgekehrt –, doch die meisten alten Vorurteile sind in den letzten Jahrzehnten verschwunden. Vielmehr erlebt man als Tourist in Österreich Menschen, die hilfsbereit und Touristen gegenüber sehr aufgeschlossen sind. Die jüngeren Generationen beider Nationen sind ohnehin in ihrem Freizeitverhalten sehr ähnlich – Hauptsache, es wird etwas geboten, schon ist man dabei. In den letzten 20 Jahren sind deshalb auch unzählige Touristenattraktionen entstanden!
In Österreich wird bodenständig und frisch gekocht – und es gibt definitiv mehr Köstlichkeiten als Wiener Schnitzel (das Sie auf keinen Fall versäumen sollten!) oder Kaiserschmarrn. Besonders an den Grenzen zu Tschechien oder Ungarn spürt man die Einflüsse der böhmischen und ungarischen Küche. Fleischgerichte wie Rouladen oder Gulasch kommen hier genauso auf den Teller wie gegrillte oder gebackene Hendl. Zudem zeichnet die Küche ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aus – dass man hungrig vom Tisch aufsteht, kommt eigentlich nirgends vor.
In den großen Städten ist inzwischen die kulinarische Vielfalt so ausgeprägt wie fast überall in Europa. Niemand muss auf asiatische Küche, Hamburger oder eine Pizza verzichten. Und auch beim Einkauf bleiben keine Wünsche offen – selbst deutsche Discounter wird man sichten. Sehr empfehlenswert sind die regionalen Märkte, die gerne für frische Einkäufe besucht werden. In den letzten Jahren hat außerdem die direkte Vermarktung ab Hof stark zugenommen – folgen Sie also getrost unterwegs mal einem der Schilder an der Landstraße, die Sie zu frischen Eiern, Käse oder anderen Köstlichkeiten lotsen.
Rafting an der Ybbs
Und natürlich sollten Sie, so oft es geht, in einem Kaffeehaus einkehren, denn Kaffeehäuser (allen voran in Wien) und großartige Konditoreien haben in Österreich eine lange Tradition, die auch heute noch geliebt und gepflegt wird.
KLIMA UND REISEZEIT
Da die Anzahl an Wintercampern stetig zunimmt, kann man Österreich getrost als Ganzjahresziel bezeichnen. Als beste Reisezeit sind aber sicherlich die Monate Mai bis Okt. zu nennen, denn gerade auf den alpinen Straßen bestehen die Sperren für Passstrecken teilweise bis weit in den Mai hinein, je nach Intensität des Winters. Das Klima ist mit dem Süden Bayerns vergleichbar und liegt in den Übergangsbereichen vom ozeanischen zum kontinentalen Klima. Besonders der nördliche Teil mit Wald- und Weinviertel wird mit bis zu 2100 Sonnenstunden im Jahr verwöhnt, während in den Grenzregionen nach Süden, z. B. in den Karnischen Alpen und den Karawanken, von April bis Sept. ergiebige Regenmengen fallen. Besonders der Okt. ist aber sehr regenarm und bei Temperaturen von 20 Grad sehr angenehm.
Beliebte Winterreiseziele wie die Kitzbüheler Alpen sollte man bereits Ende des Sommers reserviert haben. Mit wenig Schnee ist vor allem im Südosten, in den Gegenden von Steiermark und Burgenland, sowie in Oberösterreich zu rechnen, während in den Gebieten von Lech, Warth oder dem Montafon zur Schweiz hin mit frühen Wintern und hohen Schneemengen kalkuliert werden muss. Grundsätzlich sollte Österreich von November bis April nicht ohne Winterbereifung befahren werden.
AKTIVITÄTEN UND AUSRÜSTUNG
So vielfältig wie seine Natur und die Landschaften, so vielfältig und attraktiv sind die Freizeitmöglichkeiten. Österreich ist sehr kinderfreundlich und bietet zahlreiche Aktivitäten für jedes Alter. Ob Tier- und Kletterparks, Erlebniswege in Naturschutzgebieten oder der Surfkurs am See … hier findet jeder das Richtige.
Geschafft! Der Ausblick ist gigantisch!
Natürlich beherrschen die hohen Berge die Szenerie. Wem deren Besteigung vom Tal aus zu viel sportliche Herausforderung ist, kann auf technische Hilfsmittel wie eine Bergbahn zurückgreifen und muss so nicht auf das eine oder andere Abenteuer – auch für die ganze Familie – verzichten: mit der Seilbahn auf den Gipfel und zu Fuß wieder hinunterwandern, die Passhöhe mit dem Bus erklimmen und zurück die Abfahrt bequem mit dem Fahrrad genießen … Es gibt wunderschöne Radwege entlang von Flussläufen wie Donau oder Mur. Oder Sie wählen gleich den Weg auf dem Wasser, etwa beim Rafting mit einem Boot die wilde Salzach hinab!
Bei allem, was Sie planen, sollten Sie daran denken, dass in alpinen Bergregionen jederzeit das Wetter gefährlich umschlagen kann. Ein Rucksack mit allen notwendigen Utensilien – Regenjacke, ausreichend Getränke, Obst oder andere Snacks, Erste-Hilfe-Paket und (bei einer nicht ausgeschilderten Strecke) eine Karte oder ein GPS-Gerät zur Orientierung, denn nicht immer ist ein störungsfreier Empfang des Smartphones gewährleistet – sollte deshalb unbedingt dabei sein.

Neugieriger Besuch am Gasthof Friedburg
» DIE ROUTEN

Auf der Fahrt durch Tirol
1 EIN VERFÜHRERISCHES LAND: SEEN, WEINBERGE UND KONDITOREIEN
Ober- und Niederösterreich prägen den Norden

START- UND ENDPUNKT
Schärding und St. Pölten/Krems an der Donau
STRECKEN
überwiegend Land- und Kreisstraßen
STRECKENLÄNGE
ca. 508 Kilometer
FAHRZEIT
8 bis 14 Tage
BESTE JAHRESZEIT
März bis Oktober
Die beiden nördlichen Bundesländer bieten dem Wohnmobil-Touristen eine reichhaltige Auswahl unterschiedlicher Landschaften, ohne dafür auf hohe Berge »kraxeln« zu müssen. Ein Blick auf die Karte zeigt, dass die Region von »Vierteln« geprägt ist: Innviertel, Mühlviertel, Wald- und Weinviertel machen den Großteil dieser Route aus. Oberösterreich trumpft hier mit einer wunderschönen Seenvielfalt auf, doch man sollte auch die Donau nicht vergessen, die einen flussauf durch die weltberühmte Wachau bis vor die Tore Wiens begleitet. Die beiden Landeshauptstädte Linz und St. Pölten sind dabei mehr als einen Abstecher wert.

Blick auf den Hauptplatz von Ried im Innkreis

Niederösterreich – das flächenmäßig größte Bundesland – wurde 996 n. Chr. erstmals als Ostarrîchi erwähnt und erlangte als Erzherzogtum Österreich unter der Enns seine heutige Ausdehnung. Seit 1920 ist es Bundesland, hat die zweithöchste Einwohnerzahl der Alpenrepublik und vermittelt zudem viele Eindrücke unberührter Natur, besonders im nordöstlichen Teil, Richtung tschechische Grenze.
Wir starten die Route mit dem Grenzübertritt nach Oberösterreich bei Schärding, südlich von Passau, vorbei an Ried im Innkreis und weiter in Richtung Salzkammergut. Heutiges Ziel ist das mit 46 Quadratkilometern größte zusammenhängende Gewässer Österreichs, der Attersee. Die B151, die am See entlangführt, geht südlich von Nußdorf links ab zum Bauernhofcamping der Familie Bruckbacher. Sehr schön am Waldrand gelegen, verfügt er als Besonderheit über eine eigene Wiese direkt am See. Hier kann man wunderbar den ganzen Tag beim Baden verbringen, picknicken, ein Sonnenbad nehmen oder mit den Kindern Ball spielen. Praktisch sind die kleinen Sitzecken, sodass man nicht seinen Tisch zur 200 Meter entfernten Seestelle mitnehmen muss.
Dem Verlauf der B151 folgend, biegt man in Unterach auf die B152 ab, um bei Seefeld zur »Salzkammergut Seerundfahrt« zu gelangen. Die kleine Landstraße L544 führt oberhalb des Höllengebirges in eine wundervolle und ruhige Landschaft mit Blick auf den 1862 Meter hohen Höllkogel als höchsten Gipfel. Schon Kaiserin Sisi und ihr Gemahl Kaiser Franz Josef genossen im Jagdschloss am Langbathsee die einmalige Lage zur Erholung. Die Seerundfahrt ist gleichzeitig die Verbindung zum Traunsee, dem nächsten Zielpunkt der Route. Allerdings sollte man diesen nicht ansteuern, bevor man nicht eine erholsame Tour durch die Berge mit ihrer Tierwelt unternommen hat.

Herrliche Aussicht vom Stellplatz direkt am Traunsee
Jetzt sind es nur noch wenige Kilometer an das Ufer des Traunsees, der gleich mehrere Möglichkeiten für eine Übernachtung bietet – zum einen den einfachen Stellplatz nahe dem Anleger der Traunseeschifffahrt, welche mit fünf Zwischenstationen alle Orte am See anläuft und dabei wunderschöne Blicke in die umliegende Bergregion ermöglicht. Die Plätze ohne erkennbare Parzellierung sind vor allem sehr gut für große und schwere Wohnmobile geeignet. Von hier aus ist man in fünf Minuten zu Fuß im kleinen Zentrum von Ebensee, wo es alle Einkaufsmöglichkeiten, eine gute Gastronomie und eine Touristinformation gibt. Mit dem Fahrrad ist man direkt am Seeradweg oder in zehn Minuten an der Talstation der Feuerkogelseilbahn im Ortsteil Oberlangbath.
Wer über die Brücke der B145 fährt, gelangt entlang der Rindbachstraße zum ausgeschilderten Strandbad Rindbach im gleichnamigen Ortsteil, um dort einen weiteren Wohnmobil-Stellplatz für 30 Fahrzeuge in Augenschein zu nehmen. Bei gutem Wetter kann man es in der tollen Lage mit Seeblick durchaus ein paar Tage aushalten. Das Freizeitangebot – Wassersport, Museen, Wandern und Radfahren – ist für alle Altersklassen recht üppig. Wenn Sie bislang den neuen Trend Stand-up-Paddling (SUP) noch nicht ausprobiert haben – hier können Sie ein Board testen. Der Sport wird bei Wohnmobilisten nicht umsonst immer beliebter, schließlich lässt sich das aufblasbare Gerät zusammengefaltet platzsparend verstauen, bevor es am nächsten Einsatzort einfach wieder aufgepumpt wird!
AUSFLUG
WANDERN UND WOHLFÜHLEN
Auf halber Strecke der »Salzkammergut Seeüberfahrt« bietet sich für einen kurzen Ausflug der kleine »Wohlfühlwanderweg« um den Taferlklaussee an. Der 45-Minuten-Spaziergang ist eine wundervolle Einstimmung in die Natur der Bergwelt und eine erste Gelegenheit, langsam in den Entspannungsmodus zu kommen – denn auch das will gelernt sein! Die kleine Runde um den See auf der Anhöhe zwischen Traun- und Attersee bietet eine herrliche Sicht auf die umliegenden Berge. Parken ist selbst für große Wohnmobile gut möglich, der Weg gut befestigt und breit angelegt. Zwischendurch gibt es am See sogar einige Bänke, um einen Augenblick zu verweilen – ein wenig wie Yoga, nur ohne sich verbiegen zu müssen.
So leer ist es in der Altstadt von Linz selten.
SEHENSWERTE LANDESHAUPTSTADT

Entlang der Seeuferstraße geht es durch Gmunden und nördlich über die B144 zur Auffahrt auf die A1 in Richtung unseres nächsten Ziels, der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz. Die Stadt hat leider keinen Wohnmobil-Stellplatz, deshalb empfiehlt es sich, südlich vorbei bis zur Abfahrt St. Florian zu fahren. Von dort ist der Campingplatz Pichlinger See ausgeschildert. Im südöstlichen Stadtteil Ebelsberg gelegen, kann man im für die Einheimischen künstlich angelegten Naherholungsgebiet trotz verkehrsgünstiger Anbindung ein schönes Plätzchen mitten in der Natur finden. Schwimmen, Radfahren, mit dem Hund Gassi gehen oder gastronomische Angebote, hier ist (fast) alles möglich. Selbst in der Hauptsaison sind die netten Betreiber immer bemüht, jeden mobilen Touristen aufzunehmen.
Die Bushaltestelle der Linie 19 ist nur 300 Meter von der Rezeption entfernt, sodass man in gerade mal 20 Minuten im Herzen von Linz ist. Als erste Anlaufstelle empfehlen wir die toll ausgestattete Touristinformation im alten Rathaus. Für Kinder und Jugendliche gibt es hier z. B. die Visit Linz App, die einen spielerisch durch die Stadt und zu den Sehenswürdigkeiten leitet. Dabei kann man noch Punkte sammeln und verschiedene Vergünstigungen genießen! Hauptplatz und Linzer Altstadt kann man dabei gar nicht verpassen; zu den weiteren Top-Sehenswürdigkeiten gehören auch das Schlossmuseum, das Ars Electronica Center, der Neue Mariendom, das Lentosmuseum und der Mural Harbour, das Oberösterreichische Kulturquartier und die Erlebniswelt Pöstlingberg.
Natürlich bietet Linz darüber hinaus auch zahlreiche Möglichkeiten zum Shoppen, und die kulinarische Vielfalt ist hier so groß wie in anderen Metropolen auch, sodass man nicht unbedingt der österreichischen Küche frönen muss – aber durchaus kann!

Die Pfarrkirche aus dem 12. Jahrhundert in Königswiesen
DAS LIEBLICHE NAARNTAL
Die nächste Etappe führt an der Enns vorbei auf der B1 und B3 bis zum Abzweig Richtung Perg. Hier biegt man in das Naarntal ab und folgt dem Verlauf der sanften Kurven in wundervoller Naturkulisse zwischen der österreichischen Gotik- und Romantikstraße. In einem Umkreis von wenigen Quadratkilometern befinden sich nicht weniger als ein gutes Dutzend Schlösser, Burgen und Ruinen.
SPECIAL
ALTWIENER KAFFEEHAUS
Das Café Traxlmayr an der Promenade im Altstadtviertel ist ein Altwiener Kaffeehaus in bester Tradition, wurde bereits 1847 gegründet und befindet sich bis heute in Familienbesitz. Es verwöhnt die Sinne und Gaumen unter anderem mit der weltberühmten Linzer Torte mit dem dekorativen Teiggitter obenauf oder einem Kaiserschmarrn mit Zwetschgenkompott (auf den man allerdings, da er frisch zubereitet wird, ganze 20 Minuten warten muss!), den man aufgrund der Portionsgröße besser zu zweit genießen sollte! Eine Kinderspielecke sorgt dafür, dass die Eltern auch mal etwas länger verweilen können (Promenade 16, 4020 Linz, Tel. +43 732 77 33 53, www.cafe-traxlmayr.at, geöffnet tägl. 7.30–22 Uhr, So 9–20 Uhr).
Entsprechend der Beschilderung geht es weiter bis zum kleinen Ort Rechberg, wo einen ein idyllisches Minicamping am Badesee empfängt. Der erste Eindruck ist eindeutig: Hier möchten das Wohnmobil und seine Besatzung bleiben! Kinder und Hunde sind herzlich willkommen. Der Herr am Empfang hat für jeden ein nettes Wort oder einen Tipp und hilft bei der Auswahl einer schönen Stellfläche – ein familiärer und gemütlicher Platz!
MYSTISCHES MÜHLVIERTEL

Oberösterreich hat auch seine geheimnisvollen Seiten. Tief eingeschnittene, dicht bewaldete Täler und Hügel, oft nebelverhangen, prägen das Mystische dieser Landschaft. Wahre Schätze spätmittelalterlicher Sakralkunst sind das Aushängeschild der Mühlviertler Gotikstraße. Denn während in Österreich viele gotische Kunstwerke den Türkenkriegen zum Opfer fielen, blieb im Mühlviertel so manches erhalten – ein Beispiel dafür ist der weltberühmte Flügelaltar von Kefermarkt. Obwohl der Künstler bis heute unbekannt ist, zählt die dreiteilige Altarskulptur aus Lindenholz zu den herausragendsten Holzschnitzkünsten aus dieser Epoche. Mehr als 30 faszinierende Bauwerke, darunter die Wallfahrtskirche St. Leonhard aus dem 12. Jahrhundert oder der Pranger von Hellmonsödt von 1566, erwarten den Besucher auf dieser rund 110 Kilometer langen Strecke rund um Freistadt.
Die Runde führt auch nach Königswiesen, wo man mit dem Wohnmobil einen wunderbaren und kostengünstigen Übernachtungsstopp am Schwimmbad einlegen kann. Auf der geraden und asphaltierten Fläche ist Platz für drei bis fünf Wohnmobile. Am Abend ist es hier am Ortsrand sehr ruhig, und am Morgen kann man den Tag mit einer Runde schwimmen beginnen. Zugegeben, der Aufstieg zu Fuß zum Ortskern ist nicht ganz ohne, aber wirklich lohnenswert. Königswiesen gehört bestimmt zu den oftmals verkannten Orten am Rande einer Route, die es verdient haben, dass man ihnen ein paar Stunden seiner Zeit schenkt. Viele authentische Gebäude zieren das Straßenbild, es gibt zwei schöne Cafés und drei Gasthäuser, sodass man bei einem Bummel ganz nach Lust und Laune seine Wahl treffen kann. Werfen Sie unbedingt auch einen Blick in die gotische Pfarrkirche Maria Himmelfahrt, eine echte Perle am Markt. Bereits im Jahr 1156 wurde sie erstmalig erwähnt; und der Taufstein von 1574 gehört sicherlich zu den Prunkstücken des 2006 innen vollständig renovierten Gotteshauses. Und auch die Madonna mit dem Kind in einer Nische im oberen Teil des Altars von 1520 verdient Beachtung.
Camping am Badesee in Rechberg
Wer sein Fahrrad in Betrieb nehmen und vielleicht gar nicht der Gotikstraße folgen möchte, dem sei das sieben Kilometer entfernte Unterweißenbach empfohlen. Hier befindet sich das Zentrum der Mühlviertler Alm. Es repräsentiert die Naturverbundenheit und das Lebensgefühl der Menschen dieser Region. Es gibt viele ganzjährige Angebote, denn auch der Winter ist hier kein schwarzes Loch.
Ausflug
NATURPARK MÜHLVIERTEL
Die Ausflugsziele in dieser Region beschränken sich auf das, was der Naturpark Mühlviertel bietet – nicht mehr, aber auch nicht weniger, denn für Wanderer, Radfahrer, Badeliebhaber und Spielplatzfans inkl. Sandburgenbauer ist hier das Paradies! Da man sich in einem Talkessel befindet, auf immerhin mehr als 500 Metern Höhe, geht es zunächst immer erst mal ein wenig bergauf, egal, welche Freizeitbeschäftigung es nun letztendlich sein darf. Das im Ort gelegene Naturparkbüro versorgt einen dazu hervorragend mit Tipps und kostenlosem Kartenmaterial. DAS Wahrzeichen von Rechberg ist natürlich der »Schwammerling«, ein Wackelstein, wie es sie vielfach in dieser Region gibt. Ein ausgeschilderter Weg führt zu gleich mehreren dieser erstaunlichen Granitfelsen, auch wenn einen beim »Schwammerling« schon ein wenig das Gefühl beschleicht, dass hier jemand mit einem Kran nachgeholfen hat. An einigen Tagen gibt es sogar kleine Busausflüge für vier Euro pro Person, die einen zu mehreren Zielen bringen.
Auf dem Marktplatz von Zwettl
ENTSPANNUNG PUR IM WALDVIERTEL

Im nördlichen Niederösterreich, an der Grenze zur Tschechischen Republik, liegt das Waldviertel. Das Städtchen Zwettl bildet das Zentrum und wird in Nord-Süd-Richtung von der B36 und in Ost-West-Richtung von der B38 gekreuzt. Da es anschließend fernab von Ortschaften weitergeht, ist Zwettl ein willkommener Stopp für die Versorgung mit Lebensmitteln und allem, was noch fehlt. Gegenüber der Altstadt, an der B36, befindet sich bei der Feuerwehr ein Busparkplatz, der auch Wohnmobile aufnimmt. Von dort sind es fünf Minuten Fußweg ins Zentrum.
SPECIAL
EINKEHRTIPP
Wer gerne mal die Küche im Wohnmobil kalt lassen möchte, ist auf der gegenüberliegenden Seeseite bestens aufgehoben. Familie Haunschmid-Fuchs bietet in ihrem Gasthof »Zum gschort’n Wirt« eine reiche Auswahl an Speisen, und das schon ab 8 Uhr mit dem Frühstück! Eine Spezialität sind die frischen Grillhendl, aber auch die Forelle aus dem Naturpark ist empfehlenswert. Ein Abend auf der Terrasse ist einfach klasse, um den Tag ausklingen zu lassen! (Rechberg 15, 4324 Rechberg, Tel. +43 7264 46 13, www.gasthof-haunschmid.at, geöffnet tägl. 8–24 Uhr, warme Speisen von 11–20 Uhr, ab 4 €)
Die kleine Altstadt verfügt über Geschäfte jeglicher Art, am Brunnenplatz etwa eine sehr gute Metzgerei, die neben einem Mittagstisch auch schmackhafte Grillspezialitäten anbietet. Zur Stadt gehört seit 1708 auch die Privatbrauerei Zwettl. Sie liegt gut ausgeschildert nahe der Innenstadt. Mit dem Wohnmobil kann man in der gegenüberliegenden Straße parken, um anschließend an einer der regelmäßigen Führungen teilzunehmen. Der Shop am Foyer hält einiges für Souvenirjäger bereit – wer sich hier mit Bier versorgt, kann am Stellplatz nachher also einen Zwettl-Grillabend veranstalten (Syrnauer Str. 22–25, 3910 Zwettl, Tel. +43 2822 50 00–0, www.zwettler.at, Brauereishop Mo–Fr 10–16 Uhr, Führungen ganzjährig Di 16 Uhr, März–Okt. auch Mi 16 Uhr, Juni–Aug. Mi auch 13.30 Uhr)!
Da es in Zwettl selbst keinen Stellplatz gibt, geht es einige Kilometer weiter zum Wohnmobil-Stellplatz der Familie Mayrhofer. Zur Anfahrt die neue Zwettler Umfahrung bei der Ausfahrt Zwettl-Nord verlassen und dann auf der B68 Richtung Gmünd weiterfahren, bevor es links auf die L68 und kurz danach wieder links nach Teichhäuser geht. Mit einem Wirtshaus, der Minidampfbahn, Streichelzoo, Spielplatz und vielem mehr haben die Betreiber hier einen Stellplatz aufgebaut, der auch bei vielen Einheimischen bekannt ist und gerne weiterempfohlen wird. Die Wohnmobile sind im hinteren, ruhigen Teil auf einer schönen ebenen Wiese platziert. Mit teils 100 Quadratmetern sind die Stellflächen riesig, man kann es sich wunderbar bequem machen. Von hieraus führen Wander- und Radwege in die Umgebung, man kann aber auch einfach vor Ort bleiben und auf der benachbarten Spielfläche ein Fußballspiel für die Kinder organisieren! Und wer keine Lust auf Kochen hat, wird im Gasthaus mit guten Speisen zu vernünftigen Preisen versorgt. Besonders bei schönem Wetter ist der Biergarten zu empfehlen – zum eigenen Bett ist es dann schließlich nicht mehr weit.
Traditionelles Brauen trifft moderne Architektur.
Alternativ kann man 20 Kilometer Fahrstrecke investieren und der B38 zum Dobra-Stausee folgen. Um dorthin zu gelangen, müssen Sie in Rastenfeld dem Straßenverlauf nach Norden folgen und bei der Ortschaft Franzen, am Rand des Truppenübungsplatzes des österreichischen Bundesheeres, rechts einbiegen. Zum Beginn handelt es sich um eine sehr gut befestigte Panzerstraße, die dann zu einem abenteuerlich anmutenden Waldweg wird. Es geht weiter bergab, und wenn man das Gefühl hat, dass es nicht mehr weiter geht, öffnet sich der Wald und mitten im Nichts steht man am See. Mit der Burgruine im Hintergrund, die sich im Wasser spiegelt, fühlt man sich inmitten einer Kulisse für einen Abenteuerfilm.
Ausflug
HOLZSCHWEMME KLAMMLEITEN
Der spektakulärste Wanderweg führt durch das Klammleitental und kann wohl als romantischer Erlebnisweg bezeichnet werde, denn er vereint tosendes Wasserrauschen, klappernde Mühlräder, ein singendes Eichelhäher-Pärchen … Der 5,5 Kilometer lange Weg beginnt nördlich von Königswiesen, kann auch verkürzt werden und bietet zur Stärkung das Gasthaus Gusenleitner. Besonders sehenswert ist ein Nachbau der alten »Holzschwemme«, über die von 1755 bis 1937 Rundstämme in einer Rinne zu Tal befördert wurden. Der Klammleiten-Prospekt ist kostenlos im Infobüro von Königswiesen erhältlich.
Aufgrund der Schrägen sind die Stellflächen für Wohnmobile zwar begrenzt, allerdings gibt es oberhalb im Wald, an der Zufahrt, noch zwei Ausweichflächen. Hat man seinen Platz eingenommen, wird man außer dem eigenen Atem und der Natur nichts mehr hören. An den beiden Ausweichflächen sind auch Hunde erlaubt, am Campingplatz unten leider nicht. Für Wassersportler und Taucher ist es hier paradiesisch. Wer möchte, kann sich ein SUP ausleihen. Auf keinen Fall sollte man es versäumen, die Burgruine auf der gegenüberliegenden Seite zu erkunden. Während der kurzen Sommersaison gibt es sogar einen Jugendzeltplatz – sicherlich ein Naturerlebnis der ganzen besonderen Art, das einen wieder einmal bewusst macht, warum man mit dem Wohnmobil unterwegs ist. Die Jugendlichen, mit denen ich sprechen konnte, waren jedenfalls sehr begeistert!

Blick zur Ruine am Dobra-Stausee
EROBERUNG DES KAMPTALS

Die Fortsetzung der Route in den Naturpark Kamptal steht diesem außergewöhnlichen Übernachtungsort in Nichts nach! Kleine Weiler oder Bauernhöfe bestimmen das Landschaftsbild, ebenso fast ein Dutzend Burgruinen, die in diesem Gebiet der Stille irgendwie von der Zeit vergessen wurden. Das Kamptal erstreckt sich auf knapp 40 Kilometern entlang der B34 zwischen Horn im Norden und Langenlois im Süden. In sanften Kurven gleiten wir durch diese Flusslandschaft. Wer diese näher erkunden und seine Eindrücke vertiefen möchte, sollte eine Übernachtung am Erlebnisbad in Gars am Kamp ins Auge fassen. Der einfache Wohnmobil-Stellplatz bietet alles, was man benötigt: Ver- und Entsorgung, eine Lage nahe am Zentrum mit Blick auf Burg Rosenburg und für Wasserratten ein schönes Freizeitbad, das Erfrischung garantiert. Für Kinder und Jugendliche gibt es am Ufer der Kamp zudem einen schönen Spielplatz und einen Skatepark.
Für alle Naturfreunde gibt es darüber hinaus mit der Burgruine Schimmelsprung ein lohnendes Ziel. Mitten im Wald, 100 Meter oberhalb des rechten Kampufers, erstreckt sich die Anlage mit ihren steil abfallenden Mauern. Die erste urkundliche Erwähnung als Burg Thunau gab es bereits im Jahr 1196. Ihren heutigen Namen erhielt sie nach der Legende um den letzten Burgherrn, der als Tempel-, von anderen eher als Raubritter bezeichnet wurde. Brutal und herrschsüchtig soll er gewesen sein, sodass die unterdrückten Bauern seine Burg schließlich belagerten und stürmten. Daraufhin gab er seinem Schimmel die Sporen und stürzte sich über die Felswand zu Tode. All das geschah am Ende des 14. Jahrhunderts. Seit dieser Zeit verfällt die Burg. Sie wurde nie wieder hergerichtet, was sie heute vor allem für große und kleine Abenteurer zu einem ganz besonderen Ziel macht. Denn wer weiß, worauf man beim Herumstöbern in mehr als 700 Jahre alten Burgruinen so alles stoßen kann? Nur so viel sei Freunden der elektronischen Schatzsuche verraten: Zwei »Schätze« sind hier auf jeden Fall versteckt. Die GPS-Koordinaten lauten: 48° 35’ 7” N; 15° 38’ 49” O. Ein Pfad bringt jeden Abenteurer wieder hinab, wo man den Rückweg entlang des Flussufers antreten kann. Überhaupt ist der Verlauf der Kamp eine gute Orientierungshilfe, wenn man unterwegs ist; selbst die Bahnlinie folgt dieser Spur.

Beschaulich – der Stellplatz beim Erlebnisbad in Gars am Kamp
Der Naturpark Kamptal hat sein Info-Zentrum in Schönberg in der Alten Schmiede. Es lässt sich in 30 bis 40 Minuten auf dem gut ausgebauten Kampradweg erreichen. Wer es gemütlicher mag, nimmt die Kamptalbahn. Sie verkehrt alle 30 Minuten und bietet auch Familien- oder Kleingruppenkarten ab vier Personen an. Die Stärke des Naturparks sind seine von Hinweistafeln geführten Mottowege. Ob Wein-, Fluss- oder Waldlehrpfad, alle Mottowege lotsen den Interessierten mit viel Wissenswertem durch die Region, sodass die Zeit – im Schnitt zwischen zwei und drei Stunden – wie im Flug vergeht. Die meisten Angebote sind kostenlos bzw. von der Preisgestaltung her sehr familienfreundlich. Ein wahrer Eyecatcher ist die Location Alte Schmiede, ein wunderschöner Gewölbekeller mit stylischer Vinothek und der Ort, an dem der Schmiedehammer fällt. Natürlich ist auch ein zünftiger Heuriger mit kleinen Speisen im Programm, und ein Rundgang durch den Ort bietet weitere Alternativen. Kurz: ein schöner Lebensraum, der mit Weingärten, Magerwiesen und Auwäldern wirklich viel für einen längeren Aufenthalt zu bieten hat.
DURCH DAS DONAUTAL IN DIE WACHAU


Von Gars am Kamp folgt man einfach dem Flusslauf und der kurvigen Route der B34 in südlicher Richtung bis Krems an der Donau. Von dort beträgt die Entfernung nach Melk noch 40 Kilometer – und genau in diesem Abschnitt befindet sich auch die weltberühmte Wachau mit ihren schönen Weingärten in den sanft aufsteigenden Hängen auf beiden Seiten des Donauufers. Sie trägt seit dem Jahr 2000 auch den Titel UNESCO-Welterbe-Kulturlandschaft. Die Anfahrt kann sowohl von Krems als auch von Melk erfolgen – die westliche Uferstraße ist die B3, die östliche die B33. Beide Uferseiten haben ihren Reiz, und die Perspektiven sind definitiv völlig unterschiedlich, weshalb es gar nicht so leicht ist, die »richtige« Wahl zu treffen. Im Folgenden beschreiben wir beide Möglichkeiten – zunächst das Westufer von Krems nach Melk, dann zurück am Ostufer von Melk nach Krems. Wenn Sie mehr als einen Tag investieren können, sollte Sie das tun – es lohnt sich.
Herbstliche Weinberge in der Wachau
Wer von Krems der B3 folgt, kann bereits nach wenigen Kilometern bei Oberloiben einen schönen Parkplatz direkt am Donauufer ansteuern. Einige Wohnmobile scheinen hier auch die Nacht zu verbringen, was in der Nebensaison wohl geduldet wird, ein offizieller Übernachtungsplatz ist es aber nicht. Über dem Ort wacht die Ruine Dürnstein, die man vom Parkplatz aus über einen Fußweg durch die Weinberge erreichen kann. Im weiteren Streckenverlauf durchfährt man die Orte St. Michael und Spitz, bevor man Aggsbach am Markt erreicht. Am Ortseingang fällt einem sofort der direkt an der Donau platzierte Wohnmobil-Stellplatz der Gemeinde ins Auge. Die 36 ebenen Stellflächen haben einen festen Untergrund aus Schotter oder Asphalt und nehmen Wohnmobile jeder Größe auf. Übrigens ist die Nutzung der B3-Uferstraße für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen eigentlich nicht erlaubt. Dass hier in der Regel dennoch mindestens zehn Wohnmobile mit diesem Gewicht stehen, wird laut Ortspolizei toleriert, da man mit diesem Verbot vor allem den Schwerlast-Transportverkehr fernhalten möchte.
Unmittelbar am Stellplatz findet man eine große Liegewiese zum Chillen, einen Spielplatz und sogar ein Beachvolleyball-Feld. Im Sommer, wenn der Pegel der Donau sinkt, bildet sich ein wunderbarer Badestrand, der bei Touristen und Einheimischen gleichermaßen beliebt ist. Otti’s Donaustüberl kümmert sich um den Stellplatz sowie um das leibliche Wohl der Gäste und kassiert auch die Übernachtungsgebühren.

UNESCO-Welterbe Kloster Melk
Unterhalb des Platzes beginnt der asphaltierte »Treppelweg«, der als Radweg entlang der Donau bis nach Melk führt. Aggsbach selbst liegt direkt am Naturpark Jauerling, der sich durch seine Rundwanderwege auszeichnet. Zum Marktplatz sind es nur einige Hundert Meter; hier beginnt der fünf Kilometer lange Edelberg-Rundweg. Zu Beginn geht es durch ausgedehnte Wälder auf den Edel- und Glatzberg. Wenn die leichte Höhe erreicht ist, unbedingt den kleinen markierten Abstecher zur Formation der »Fensterfelsen« unternehmen. Von hier hat man einen einzigartigen Blick über Aggsbach und das Donautal. Ab hier folgt man dem idyllischen Trail entlang des naturbelassenen Endlingbachs, der zurück ins Tal führt. Am Ende der etwa zweistündigen, familientauglichen Tour sollte man noch einen Blick in die spätromanische Pfeilerbasilika Mariä Himmelfahrt aus dem 13. Jahrhundert werfen. Und wer noch eine regionale Spezialität am Stellplatz genießen möchte, dem empfehlen wir im Ortszentrum das Naturparkregal im »Nah und Frisch«-Markt. Von Melk kommend, führt die B33 am Ostufer der Donau Richtung Norden entlang des Dunkelsteinerwaldes, einem der größten geschlossenen Waldgebiete Mitteleuropas, zurück nach Krems. Unser erster Stopp, den wir auf keinen Fall versäumen wollen, ist Maria Langegg. Das ruhige Dorf im Herzen des Dunkelsteinerwaldes ist mit seiner wunderschönen Kirche nicht nur Wallfahrtsort, sondern auch Ausgangsort für tolle Wanderungen. Denn hier kreuzen sich Jacobsweg, Alpe-Adria Weitwanderweg, Welterbesteig und Donaurundweg. Hinter Aggsbach-Dorf (nicht zu verwechseln mit Aggsbach Markt auf der anderen Uferseite) geht es rechts steil bergauf, bis man den großzügigen Parkplatz des 70-Seelen-Dorfes erreicht.
Ausflug
STIFT MELK
Wenn das Wetter mitspielt, sollte man mit dem Fahrrad einen Ausflug auf dem Donauradweg zum Stift Melk unternehmen. Die Tour lässt sich bequem in 45 Minuten erfahren. Das Benediktinerkloster ist als UNESCO-Welterbe eines der Wahrzeichen der Wachau. Das 1702 bis 1746 erbaute Stift gilt als eines der »sinnbildlichsten und dominantesten Barockgebäude« Österreichs. Neben der Stiftskirche ist vor allem die Bibliothek mit den riesigen Deckenfresken, bemalt von Paul Troger, ein wahrer Höhepunkt. Knapp 100 000 Bände beherbergt die Sammlung, darunter 1800 Handschriften, die bis ins 9. Jahrhundert zurückgehen. Nach so viel geistigem Genuss sollte man vor der Rückfahrt das Stiftsrestaurant besuchen. Besonders zu empfehlen sind die Wildspezialitäten aus dem eigenen Forst.
Aggsbach auf der anderen Seite der Donau
Von hier geht es wieder auf die B33 Richtung Krems bis Rossatz, wo man nach dem Ort in der ersten Kurve links auf den Wohnmobil-Stellplatz Artner einbiegen kann. Ein örtlicher Bauunternehmer, selbst Wohnmobil-Enthusiast, wollte durchfahrenden Gästen eine Übernachtungsmöglichkeit bieten und ließ auf seinem Grundstück in Ufernähe 18 gut befestigte Stellplätze errichten. Dazu entstanden eine Entsorgungsstation und ein Servicegebäude mit Terrasse sowie Sanitäranlagen. Eine Information versorgt die Gäste mit Wissenswertem rund um die Wachau, sodass man sich die Suche nach einem Touristenbüro ersparen kann. Auch hier sind Hunde willkommen, und direkt vom Platz führt ein Weg entlang der Donau. Sehr schön ist außerdem die dazugehörige Grünfläche, wo man es sich mit Blick auf den Fluss bequem machen kann. Die Stellplätze selbst haben keinen Wasserblick, sondern liegen nahe der oberhalb vorbeiführenden Hauptstraße – der Verkehr hält sich des Nachts zwar in Grenzen, aber er ist natürlich hörbar.
Eine Alternative zu diesem Stellplatz ist der Campingplatz Rossatz am Ufer der Donau. Die ausgeschilderte Zufahrt in der Ortsmitte scheint zwar etwas eng zu sein, man kann den Platz aber auch mit großen Wohnmobilen befahren. Auch in der zweiten Reihe hat man hier einen guten Blick, aber natürlich wäre ein Uferstellplatz erstrebenswert! Die Größe der Plätze ist gut, um Campingmöbel und Markise einzusetzen, und auch der Fernsehempfang funktioniert störungsfrei, was in der Regel für einen entspannten Aufenthalt sorgt. Unmittelbar vor dem Camping lädt das Wirtshaus Alte Schiffstation mit seiner schönen überdachten Terrasse zum Mahl ein. Das nette Team um Wirt Markus Roller verwöhnt mit bodenständigen Gerichten, die bereits bei sieben Euro starten. Kleiner Tipp: Wer hier nach der Campingsaison einkehrt, kann auf Nachfrage mit seinem Wohnmobil auch hier nächtigen.
Ausflug
RUINE AGGSTEIN
Unser Wandertipp ist der abgeschiedene Weg zur mittelalterlichen Ruine Aggstein mit einem der spektakulärsten Blicke über die Wachau. Nicht umsonst ist sie die bekannteste Burgruine Österreichs. Hin und zurück benötigt man ungefähr 90 Minuten, von denen sich jede einzelne lohnt. Neben der kurzweiligen Besichtigung der Burganlage gibt es für Kinder z. B. eine Schatzsuche. Auch Hunde sind hier erlaubt. Für eine stilvolle Stärkung sorgt ab 9 Uhr morgens die geöffnete Burgtaverne, deren Spezialität – Spareribs – allerdings erst ab 11.30 Uhr serviert wird. Doch auch der Apfelstrudel im Burg-Café ist nicht zu verachten. Mit Familie kann man hier ohne Weiteres gut einen halben Tag verbringen. (Übrigens: Wer kein Wanderfreund ist, kann in der Ortschaft Aggstein auch dem Hinweisschild zum Parkplatz der Burg folgen!)
Blick auf Krems an der Donau
Nur noch zehn Kilometer sind es auf dem Donauradweg von hier nach Stein und Krems. Nein, das ist kein Druckfehler – die Städte Stein und Krems liegen direkt nebeneinander, nur mit dem Kloster als Bindeglied dazwischen. Stein lädt mit alten Wohn- und Handelshäusern und wunderschönen Arkaden in den Innenhöfen zum Bummeln ein. In der Altstadt beginnt die Kunstmeile, die bis in den Stadtkern von Krems reicht, wo hochkarätige Kunst- und Kulturangebote wie das Karikaturmuseum sowie die Kunsthalle locken. Der Reichtum der ehemaligen Zentren des Wein- und Salzhandels spiegelt sich bis heute in den mittelalterlichen, reich verzierten Bürgerhäusern wider. Sehr schön sind die vielen kleinen Gassen von Krems, in denen es noch echte »Lädchen« zum Stöbern und Entdecken gibt. Auch einen Besuch wert ist die Vinothek im Kloster. In der Sommersaison, sprich von April bis Okt., gibt es übrigens die Möglichkeit, die Heimreise auf einem Donauschiff bis Rossatz anzutreten.
Je nachdem, wie man sich entscheidet, kann diese Route in St. Pölten beim Camping am See oder am Donaupark Camping in Krems ausklingen. Beide haben städtebaulich viel zu bieten – St. Pölten, seit 1986 die Landeshauptstadt von Niederösterreich, ist aber natürlich mit 55 000 Einwohnern deutlich größer als Krems. Während man die Höhepunkte von Krems in gut drei Stunden bequem zu Fuß erkunden kann, ist man in St. Pölten damit schon gut einen Tag beschäftigt. Allein im Museum Niederösterreich können Kulturfans einen ganzen Tag verbringen. Es sticht besonders durch seine moderne Architektur hervor und bietet ein breit gefächertes Programm an interaktiven Möglichkeiten, die zum Mitmachen anregen. Lokale Historie wird hier gerne auch aus globaler Perspektive betrachtet.
PRAKTISCHE HINWEISE
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