Kitabı oku: «Der Dolch in unseren Herzen»
Titel
Der Dolch in unseren Herzen
Valerie Parker
Impressum
Texte: © Copyright by Valerie Parker
Umschlag: © Copyright by Sabrina Dahlenburg
www.art-for-your-book.weekly.com
Korrektorat: www.epub24.com
Verlag: Valerie Parker
Valerie.parker@outlook.de
Druck: epubli - ein Service der neopubli GmbH Berlin
ISBN 978-3-746737-84-3
Alle Orte und Personen in diesem Werk sind frei erfunden und entspringen ausschließlich der Fantasie der Autorin. Sollte es reale Ähnlichkeiten geben, sind diese rein zufällig und nicht beabsichtigt. Alle Rechte an diesem Werk gehören ausschließlich der Autorin. Nachdruck, auch auszugsweise, oder anderweitige Veröffentlichung nur mit schriftlicher Genehmigung.
Für enthaltende Links und deren Inhalte ist die Autorin nicht verantwortlich.
Widmung
Für Matthias. Meinem Ehemann, Freund und Liebhaber.
Ich liebe Dich.
Inhaltsverzeichnis
Titel
Impressum
Widmung
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
Kapitel 19
Kapitel 20
Kapitel 21
Kapitel 22
Kapitel 23
Kapitel 24
Danke
Leseprobe
Kapitel 1
Kapitel 2
- 1 -
Zufrieden schließt Vivienne ihren Laptop und reibt sich die Augen. Noch ist es hell draußen, und die Frühlingssonne scheint durch die grauen Lamellen vor ihrem Fenster. Das gibt ihrem Büro, das mit hellen Möbeln ausgestattet ist, einen gemütlichen Touch.
Sie ist in einem entscheidenden Fall weitergekommen, was ihre Freude für den heutigen Abend noch mehr steigert. Sie ist Anwältin für Familienrecht. Ihre eigene Familie ist ihr sehr wichtig, und es gibt nichts Schöneres, als auch anderen zu helfen, wieder glücklich zu werden. Armin hatte sich für Strafrecht entschieden und ihr heute eine Nachricht geschrieben, dass er einen bedeutsamen Fall gewonnen habe, für den er sich schon seit Monaten den Arsch aufgerissen hatte. Und das wäre noch ein Grund mehr, um zu feiern, da kann sie ihm nur zustimmen.
Mit einem fetten Grinsen im Gesicht packt sie ihren Laptop in die Aktentasche und verlässt das Büro eine Stunde früher als sonst. In ihrer Etage ist es schon ruhig, da freitags die Kanzlei eher schließt. Trotzdem ist sie wie immer die Letzte, der Fall hat sie nicht losgelassen. Sorgen macht sie sich keine, dass jemand böse auf sie sein könnte, alle wissen, wie zielstrebig sie ist, und sich gern mal in einem Fall verliert. So wie heute, wo eigentlich alle auf sie warten. Ein bisschen ärgert sie sich darüber, wieder die Zeit vergessen zu haben, aber es läuft ja nicht weg.
Selbst ihr Vater, dem die Kanzlei gehört, ist schon gegangen. Wahrscheinlich, um sich vorzubereiten. Armin und Vivis Eltern, Geschwister und Freunde sind am Abend zum Essen eingeladen, denn sie haben etwas zu verkünden, was alle sehr freuen wird.
Mit dem Fahrstuhl fährt sie in die Tiefgarage und denkt darüber nach, was sie für ein Glück hat, Armin während des Studiums kennengelernt zu haben. Er ist ein genauso ehrgeiziger Streber wie sie, weswegen sie auf Anhieb harmoniert haben. Aber nicht nur seine Intelligenz zog sie an. Früher sowie heute ist er ein richtiger Hingucker. Vivienne muss lächeln, denn eigentlich musste sie zu ihm aufschauen …
Völlig gedankenverloren war Vivienne zu ihrer nächsten Vorlesung gegangen und sah im Gehen schon mal ihre Notizen durch, die sie sich beim letzten Mal gemacht hatte. Was eigentlich völlig unnötig war, weil sie alles im Kopf hatte.
Plötzlich lief sie gegen eine Mauer aus Muskeln und prallte zurück. Ihre Unterlagen wären ihr beinahe aus der Hand gefallen. Sie blickte auf und wäre fast noch ein Stück weiter zurückgetaumelt, denn sie blickte in die schönsten Augen, die sie je gesehen hatte. So ein helles Braun war ihr noch nie untergekommen. Das Erste, woran sie dachte, war ein Milchkaffee, dazu diese hellen braunen Haare, die er kurz geschnitten trug. Sie ließ ihren Blick über sein Gesicht wandern, um festzustellen, dass es wunderschön aussah. Obwohl sie ihm natürlich schon öfter über den Weg gelaufen war in Vorlesungen oder auf Partys, hatte sie ihm keine große Beachtung geschenkt, und so nahe war sie ihm da auch nie gewesen.
Der Männerwelt schenkte sie nie große Beachtung, da sie meinte, dafür keine Zeit zu haben. Sie hatte grundsätzlich nichts für die meist faulen Mitstudenten übrig.
Zu diesem Zeitpunkt musste sie jedoch feststellen, wie makellos sein Gesicht war. Ein kantiges Kinn, eine längliche, aber gerade Nase, und seine Augen waren umringt von dichten Wimpern, die die gleiche Farbe wie seine Haare hatten. Dazu seine muskulöse Statur, die er in einem engen schwarzen Shirt und eine enge Jeans verpackte, was ihr das Wasser im Mund zusammenlaufen ließ. Das hatte schon lange kein Mann mehr geschafft.
Unerklärlicherweise begann ihr Herz schneller zu schlagen, und sie tippte von einem Fuß auf den anderen. Ob es daran lag, dass er sie so intensiv musterte, ohne etwas zu sagen? So was mochte sie ja gar nicht leiden. Aber ihr hatte es die Sprache verschlagen, was selten bis gar nicht vorkam. Ein wohliger Schauer war ihr über den Rücken gelaufen, weil sie sich so intensiv in die Augen schauten.
Ihr wurde es zu blöd, nichts zu sagen, deswegen entschlüpfte ihr ein dämliches: „Ähm …“
Das schien ihn aus seiner Starre herauszuholen. Er blinzelte ein paar Mal, und ein unglaubliches Lächeln erschien auf seinem Gesicht. Vivienne krallte die Hände in ihre Unterlagen, aus Angst, er könnte sehen, dass sie auf einmal ganz zittrig wurden.
„Vivienne, richtig?“
Wie eine Bescheuerte nickte sie, denn diese männlich klingende Stimme hinterließ eine Gänsehaut auf ihrem Körper.
„Sorry, ich wollte dich nicht über den Haufen rennen. Ist alles in Ordnung?“
„Ja, na klar, alles gut, nichts passiert. Ich muss dann mal los.“ Schnell hatte sie Armin umrundet und hätte sich über ihr Geplapper die Hand gegen die Stirn knallen können. Er dachte bestimmt, sie hätte nicht mehr alle an der Pfanne.
Zu ihrem Erstaunen war er nicht stehen geblieben, sondern lief neben ihr her. Ihr Herz nahm wieder einen unkontrollierten Rhythmus auf.
„Ich bin übrigens Armin. Ich glaube, wir besuchen jetzt den gleichen Kurs, kann das sein?“
Vivienne schaute zu ihm hoch und erntete wieder dieses strahlende Lächeln. Sie konnte sich nicht zurückhalten und musste ebenfalls lächeln. „Ja, das kann sein. Ich meine, dich schon in diesem gesehen zu haben, auch wenn das nicht besonders oft war.“
Das stimmte, und es hatte sie erstaunt, wie man so oft fehlen konnte, obwohl das Semester noch gar nicht lang lief. Rasch schob sie Armin in die Schublade des faulen Studenten, die nur studierten, weil sie nicht wussten, was sie sonst mit ihrem Leben anfangen sollten.
Armin räusperte sich. „Da hast du mich wohl erwischt.“ Er fuhr sich durch seine wunderschönen Haare und lächelte verschmitzt. Das sah so süß aus, dass Vivienne am liebsten gar nicht mehr weggeschaut hätte. „Ähm, ja, das Lernen fällt mir nicht besonders schwer, und meistens langweile ich mich in den Vorlesungen. Und das soll jetzt bestimmt nicht überheblich klingen.“
Interessiert schaute sie Armin an.
„Die Unterlagen kopiere ich mir von meinem Kumpel Stefan, der jedoch mit einer Grippe flachliegt. Deswegen musste ich heute auflaufen.“
Sofort war sie noch faszinierter von ihm. Er war also auch ein kleiner Streber, der nicht so aussah. Fast augenblicklich war ihr Interesse geweckt. Wann fand man schon mal einen Typen, der gut aussah und dann noch ein schlaues Kerlchen war? Als sie ihn auf den Partys gesehen hatte, wirkte er überhaupt nicht intelligent. Er benahm sich genauso bescheuert wie die anderen männlichen Studenten. Er trank wie ein Loch und machte genauso diese beknackten Saufspielchen mit. Von den Frauen, die er anmachte, ganz zu schweigen. Eigentlich war Vivienne nicht besser, trank auch gern einen über den Durst, nur stand sie nicht darauf, sich irgendwelchen Typen an den Hals zu werfen. Vor allem denen nicht, die nicht ihrem Intellekt entsprachen. Klang eingebildet, war aber so. Sie konnte die Typen einfach nicht ausstehen, die sich durch Schönheit und Muskeln gebärdeten und dazu dummes Zeug quatschen. Über Armin dachte sie tatsächlich genauso, da er sich auch immer bescheuert benahm. Deswegen hatte sie ihm keine besondere Beachtung geschenkt. Ihre Freundinnen Lea und Sarah hatten ihr immer einen Vogel gezeigt, gesagt, dass sie ihr Studentenleben genießen solle, was sie durchaus tat, allerdings hatte sie kein Interesse daran, diese „dummen Kerle“ zu vögeln. Aber auf Partys gehen und etwas trinken, sich zu betrinken, dazu war sie sich nie zu schade. Als Ausgleich zum Studium, was für sie nie besonders anstrengend war, genau das Richtige.
Zusammen betraten Armin und sie den Vorleseraum, und zu ihrem Erstaunen setzte er sich nicht in die hinterste Reihe, sondern mit ihr zusammen in die fast vordere. Ihre Freundinnen waren nicht anwesend, da sie es auf der gestrigen Party mal wieder übertreiben mussten. Vivienne ließ sich überreden, auf jeden Fall in die heutige Vorlesung zu gehen.
Über die ganze Stunde war sie sich über Armins Nähe nur allzu sehr bewusst gewesen. Die Wärme, die er ausstrahlte, und sein natürlich frischer Geruch. Zudem hatte er sie immer ganz zufällig mit seinem Oberarm gestreift, was ihr wohlige Schauer über den Rücken jagen ließ. Verwirrt von ihrer körperlichen Reaktion, versuchte sie, sich ganz darauf zu konzentrieren, was der Dozent zu berichten wusste. Aus den Augenwinkeln beobachtete sie, wie Armin sauber und ordentlich seine Notizen machte.
Nach der Vorlesung begaben sie sich zusammen zum Ausgang, und Vivienne entgingen die giftigen Blicke der anderen Mädchen nicht. Verständlich, denn Armin war schon eine Augenweide. Bis zur nächsten Vorlesung war noch eine Stunde Zeit, die sie mit einem Kaffee bei dem schönen Wetter unter einem Baum verbringen und ein bisschen auf ihrem E-Reader lesen wollte.
„Und, wie vertreibst du dir jetzt die Zeit bis zur nächsten Vorlesung?“ Armins warme Stimme holte sie aus ihren Gedanken.
„Ich wollte mit einem Kaffee ein wenig an die frische Luft.“
„Gute Idee. Was hältst du davon, wenn ich den Kaffee besorge und wir uns draußen treffen?“, fragte er freudestrahlend und sah sie an.
Überrumpelt von seiner Idee konnte sie nur nicken und beobachten, wie er sich von ihr entfernte und Richtung Cafeteria ging.
Sie suchte ein nettes Plätzchen unter einem Baum, und es dauerte nicht lange, bis Armin mit zwei dampfenden Bechern zurückkam. Er setzte sich neben sie, sodass sich ihre Körper berührten und es verdächtig an den Stellen bei ihr kribbelte. Es dauerte nicht lange, und sie kamen ins Gespräch, unterhielten sich über das Studium, die Partys und generell über ihr Leben. Was sie gern machten und mochten, über ihre Hobbys halt. Natürlich reichte die Zeit bis zum Anfang des nächsten Kurses nicht aus. Vivienne fand das schade, weil es sehr angenehm war, mit Armin zu reden. Deshalb übernahm sie die Initiative und fragte ihn, ob er Lust hätte, mit ihr abends was trinken zu gehen. Zu ihrer großen Freude sagte er direkt zu.
Als Vivienne in ihre Straße einbiegt und auf das Haus zufährt, in dem sie mit Armin wohnt, durchfährt sie ein warmes Gefühl. Lange haben sie nach einer passenden Wohnung oder einem Haus gesucht. In der Zwischenzeit wohnten sie noch in ihrer Wohnung, die sie sich zusammen noch während des Studiums genommen hatten. Bis sie vor zwei Jahren die Dachgeschosswohnung in einem umgebauten Lagerhaus fanden, mit einer dreißig Quadratmeter großen Dachterrasse, was den Ausschlag gab, sich sofort in die Wohnung zu verlieben. Die fünf Zimmer, zwei Bäder und ein Gäste-WC konnten sie sich so einrichten, wie sie es sich immer vorgestellt hatten.
Heute wollen sie den nächsten Schritt in ihrem Leben bekannt geben. Vivienne möchte endlich vom Partyleben Abschied nehmen, denn das zelebrieren sie neben dem vielen Arbeiten immer noch sehr oft. Ganz an den Nagel hängen will sie es nicht, und sie hat auch immer noch Spaß daran, aber sie möchte endlich eine Familie gründen und Kinder haben. Das Partyleben zurückstellen. Sie sind beide dreißig Jahre alt, und Vivienne findet, dass es das perfekte Alter ist. Armin ist jedoch der Meinung, sie könnten noch ein wenig warten, so fünf Jahre, aber damit ist Vivienne nicht einverstanden. Sie haben deswegen oft gestritten.
Vorgestern hat Armin ihr dann beim Abendessen einen Heiratsantrag gemacht. Total überrascht, überwältigt und mit Tränen in den Augen, sagte sie Ja. Aus diesem Grund haben sie die Familie und engste Freunde eingeladen, um ihnen beim Abendessen mitzuteilen, was sie vorhaben.
Während sie in die Tiefgarage fährt, streicht sie liebevoll mit dem Daumen über den schlichten Verlobungsring, der mit einem kleinen Brillanten verziert ist. Sie mag es schlicht, und so hat es Armin auch gehalten.
Freudig parkt sie ihren Wagen, nimmt ihre Sachen und steigt aus. Schnellen Ganges geht sie zum Fahrstuhl. Wahrscheinlich sind schon alle Gäste eingetroffen. Ihre Eltern, Armins Eltern, ihre zwei Schwestern und ihr Bruder. Armin hat ebenfalls einen Bruder. Dazu hat sie noch ihre zwei besten Freundinnen Lea und Sarah eingeladen und Armin seinen besten Kumpel Stefan. Klingt ziemlich voll, aber ihr Wohnzimmer misst fünfzig Quadratmeter, und sie haben einen Esstisch darin stehen, der so groß ist wie ein Konferenztisch für zwanzig Personen. Sie haben extra einen solchen gewählt, weil sie gern Leute einladen und Partys feiern.
Mit einem Pling öffnen sich die Fahrstuhltüren, und Vivienne steigt ein, drückt den Knopf für die achte Etage und beäugt sich im Spiegel der Kabine. Ihre langen schwarzen Haare umrahmen ihr Gesicht, was ihre grauen Augen zum Strahlen bringt. Die Haare hat sie heute offen gelassen, sodass sie ihr glatt über den Rücken und Schultern fallen. Sie pustet sich ihren Pony nach oben, schüttelt ihre gestuften Haare noch einmal aus und betrachtet ihr Gesicht, ob ihre Schminke nicht verschmiert ist. Aber alles ist noch in Ordnung. Keine verschmierte Wimperntusche, und den Lidschatten sieht man auch noch genug. Lippenstift trägt sie selten. Ihr dunkelgrauer Anzug, der über ihrer zierlichen Figur steckt, sieht auch noch ganz passabel aus.
Als sich die Fahrstuhltüren öffnen, hüpft sie fast zu ihrer Wohnungstür, so sehr freut sie sich. Vor allem hat sie tierischen Hunger. Armin wollte Chili machen, kochen tut er gern und auch ziemlich gut.
Sie steckt den Schlüssel ins Schloss und öffnet die Tür. Lautes Stimmengewirr kommt ihr entgegen, was nicht nur nach den Leuten, die sie eingeladen haben, klingt, sondern nach viel mehr. Es riecht auch nicht nach Chili, sondern Pizza.
Vivienne stellt ihre Aktentasche neben der Garderobe ab, geht über den hellen Parkettboden an den vielen weißen Türen vorbei und bleibt wie angewurzelt im Durchgang zum Wohnzimmer stehen. Der Raum ist nicht nur von Familienmitgliedern und Freunden befüllt, sondern auch die halbe Belegschaft von Armins Kanzlei ist anwesend.
Eine unerwartete spontane Party. Wunderbar!
Und das an diesem bedeutungsvollen Tag. Das meinte Armin also damit, dass es noch einen Grund zum Feiern gibt. Vor Wut beginnt sie zu kochen.
Links in der Ecke, wo ihre riesengroße braune Sofalandschaft steht, hat sich ihre Familie versammelt. Rechts, wo der große braune Esstisch steht, stehen die Kollegen von Armin. Aber nicht nur am Tisch, sondern sie lehnen auch am Tresen, der das Wohnzimmer von der Küche trennt.
Natürlich haben sich ihr Bruder Julian und ihre zwei Freundinnen daruntergemischt. Alle lachen ausgelassen, haben schon ein Bier oder Whiskey in der Hand. Armin kann sie nicht entdecken, er ist wahrscheinlich in der um die Ecke liegenden Küche. Auf dem Esszimmertisch türmen sich Pizzakartons, was dann wohl auch den Geruch erklärt.
Bisher hat sie noch keiner bemerkt, und sie verschränkt die Arme unter der Brust. Ihr Blick fällt auf den Couchtisch, auf dem ein Sektkühler mit einer teuren Champagnerflasche steht. Diese hatte sie gestern zum Anstoßen extra noch besorgt.
Jetzt haben jeweils ihre Mutter, Armins Mutter und ihre Schwestern eine Flöte in der Hand. Ihr Vater und Schwiegervater in spe jeweils einen Whiskey. Marie, Julians Frau, kann sie nicht entdecken. Auch nicht Armins Bruder Max, der überhaupt nicht auf Partys steht. Ihn hat er wohl erst gar nicht eingeladen, oder wieder ausgeladen.
In ihrem Magen fängt es vor Verärgerung mächtig an zu brodeln. So hatte sie sich den Abend ganz sicher nicht vorgestellt. Ganz entspannt wollte sie mit ihren Familienmitgliedern und Freunden mit dem Champagner auf ihre Verlobung anstoßen. Was hat sich Armin nur dabei gedacht? Sicher er hat einen wichtigen Fall gewonnen, der der Kanzlei seines Vaters einen enormen Aufschwung gibt, aber musste er gleich eine Riesenparty veranstalten? An diesem wichtigen Tag?
Vivienne beißt die Zähne aufeinander. Die Verlobung bekannt zu geben, danach ist ihr überhaupt nicht mehr. Und wie soll sie der Familie erklären, dass sie heute aufkreuzen sollten? Da immer noch keiner von ihr Notiz nimmt, stülpt sie ihren Verlobungsring von ihrem Finger und steckt ihn in ihre Hosentasche. Die Blöße muss sie sich jetzt nicht geben, und die Freude darüber würde eh untergehen, da zumindest seine Kollegen nicht mehr ganz nüchtern aussehen. Sie ist froh, dass sie allen erst heute Bescheid gegeben hat, so nehmen alle an, dass sie hier sind, um den Erfolg ihres Verlobten, haha, zu feiern.
Seufzend betritt sie den Raum und geht zu ihren Eltern, die sich angeregt mit Armins unterhalten. Beide Männer tragen Anzüge, für ihr Alter von Ende fünfzig und Anfang sechzig sind sie noch sehr attraktiv, obwohl sich in den Haaren schon etliche graue Strähnen befinden. Ihr Vater hat braune Haare, ihre schwarzen hat sie von ihrer Mutter geerbt, genauso wie ihre Geschwister. Auch die zierliche Figur haben sie von ihr übernommen.
Graue Haare sieht man bei ihrer Mutter noch nicht, da sie ihren Bobschnitt immer schwarz färbt. Sie trägt eine Chinohose und eine geblümte weiße Bluse. Auch sie ist noch sehr attraktiv für ihr Alter. Seit sie das erst mal schwanger geworden ist, ist sie nicht mehr arbeiten gewesen. Sie hat zwar selbst Jura studiert, das Studium aber abgebrochen. Als ihre Geschwister und sie älter wurden, hat sie sich um gemeinnützige Vereine gekümmert. Vivienne kann sich wirklich nicht beklagen, sie ist wohlbehütet und geborgen aufgewachsen.
Armins Mutter hat ebenfalls keine grauen Haare, sie färbt ihre natürlichen Locken blond. Sie ist im Gegensatz zu ihrer Mutter ein bisschen rundlicher, was ihr aber gut steht und sie hinter einem schwarzen eleganten Kleid verbirgt. Sie hat noch nie was mit Jura am Hut gehabt, sondern betreibt einen Friseursalon, der sehr angesehen ist, sie kann sich über Kundschaft nicht beklagen.
„Guten Abend zusammen.“ Viviennes Stimme klingt wie immer ruhig und gelassen, auch wenn sie sich im Moment nicht so fühlt.
„Schatz, da bist du ja endlich.“ Ihre Mutter kommt auf sie zu, um sie zu umarmen und sie auf die Wange zu küssen. „Ist es nicht toll, was Armin geschafft hat? Wir sind alle so stolz auf ihn.“
Es war ja nicht anders zu erwarten, dass jetzt alle denken, deswegen hier zu sein. Na ja, was soll’s, lässt sie diesen Abend halt über sich ergehen, denkt sich Vivienne genervt.
„Hallo Mama. Ja, ich freue mich sehr.“ Sie drückt sich ein gezwungenes Lächeln auf die Lippen, was ihre Mutter mit einer hochgezogenen Augenbraue quittiert. Ihrer Mutter konnte sie noch nie etwas vormachen.
Da sie jetzt keine Lust hat, Erklärungen abzugeben und es im Moment auch ungünstig wäre, weicht sie ihrer Mutter aus, um ihren Vater auf die Wange zu küssen. „Hallo Papa.“
Er nimmt sie kurz in den Arm, und Vivienne genießt den typischen Duft seines Aftershaves, das er schon immer benutzt und sie ein wenig tröstet.
„Hallo Liebes, ich bin sehr stolz auf deinen Freund. Besser geht es nicht. Ein wundervoller Grund, ein bisschen zu feiern.“
Ach ja … Auch ihn lächelt sie gezwungen an. Gleich danach reicht sie Armins Eltern die Hand, um sie zu schütteln. „Verena, Günter, schön, dass ihr hier seid.“
Verena lächelt sie strahlend an, sichtlich stolz auf ihren Sohn, wobei Günter nur ein kühles Nicken übrig hat. Dieser hatte es noch nie drauf, seine Gefühle zu zeigen, und ist mehr ein herrischer Typ.
„Das lassen wir uns doch nicht entgehen, auch wenn wir jetzt gehen und das Feiern lieber der jungen Generation überlassen. Wir haben nur noch auf dich gewartet“. Verena lächelt sie freundlich an.
„Okay, das verstehe ich. Wenn Armin gleich die Musik aufdreht, kann man sich eh nicht mehr unterhalten, ihr kennt ihn ja.“ Vivienne lächelt entschuldigend in die Runde. „Wo ist er überhaupt?“
„Er wollte noch was zu trinken holen. Er meinte, auf die spontane Party nicht vorbereitet gewesen zu sein. Stefan hat er mitgenommen.“ Prüfend schaut ihre Mutter ihr in die Augen.
Vivi schaut weg, mag sich jetzt nicht mit ihrer Mutter auseinandersetzen.
Ah ja, was für ein Blödsinn. Ihre Kammer ist für solche spontanen Anlässe immer gefüllt, das können die anderen ja nicht wissen. Jetzt wird Armin richtig auf die Pauke hauen und feiern, wobei ihm ein weißes Pulver sicherlich behilflich sein soll. Unter normalen Umständen würde sie es ihm auch von Herzen gönnen. Würde sich nicht scheuen, bis zum Abwinken mitzumachen. Zwischendurch, seit sie das erste Mal während des Studiums mit Kokain in Kontakt gekommen sind, gönnen sie sich mal was. Aber heute ist ihr nicht danach. Sie ist froh, dass ihre Eltern jetzt gehen.
„Wir werden uns dann anschließen. Hätte ich gewusst, dass es um so eine Feier geht, wäre ich nicht gekommen. Nicht falsch verstehen, Schwesterchen, ich gönne es deinem Macker, aber meine Welt ist das hier nicht, das weißt du ja. Ich hatte irgendwie was anderes erwartet, als ich deine Nachricht gelesen habe.“
Vivienne dreht sich zu ihrer jüngsten Schwester Amelia um und muss ihr recht geben. Man sieht ihr deutlich an, dass sie sich unter den ganzen Anwälten nicht wohlfühlt. Sie hat noch nie viel dafür übrig gehabt. Sie studiert Medizin und sieht auch aus wie eine Studentin. Ihre schulterlangen schwarzen Haare hat sie zu einem losen Pferdeschwanz zusammengefasst. Sie trägt einen weißen Longsleeve und schwarze zerrissene Jeans, dazu weiße Sneakers. Amelia ist noch kleiner und dünner als Vivienne, die mit ihren 1,65 Metern schon klein ist. Aber Vivi hat wenigstens eine sportliche Figur, wobei Amelia schon knochig wirkt. Aber ihre grauen Augen strahlen immer Lebensfreude aus, was bei ihr das einzig Attraktive ist, was sie ihr aber natürlich nie sagen würde.
„Nicht böse sein, Süße. Aber ich habe auch noch was anderen vor.“
Jetzt dreht sie sich zu Hannah um, ihrer zweitjüngsten Schwester. Sie studiert Design und fühlt sich zwischen Anzugträgern ebenfalls unwohl. Sie umarmt Hannah ebenfalls. „Kein Problem, aber schön, dass du trotzdem gekommen bist.“ Sie schaut ihre Schwester an. Ihre schwarzen Haare trägt sie kurz und stoppelig, was ihr bei dem hübschen Gesicht auch sehr gut steht. Hannah hat eine ähnliche Figur wie sie, schlank und sportlich. Sie trägt eine helle Jeans mit einem rot-schwarzen Karohemd darüber. Ihre Füße hat sie in schwarze Boots gesteckt.
Auch Hannah schaut sie an, als ob sie heute etwas anderes erwartet hat. Kein Wunder, denn wenn es nur um den gewonnenen Fall gegangen wäre, hätte sie ihre Schwestern nie eingeladen.
Unbehagen steigt in ihr auf, was ihre Mutter sofort bemerkt. Sie hatte schon immer ein gutes Gespür dafür, wie es ihren Töchtern geht. „Dann bring uns doch noch zur Tür, Liebes. Ich denke nicht, dass wir noch auf Armin warten müssen, oder?“ Sie blickt zu seinen Eltern, die bestätigend die Köpfe schütteln.
Ihre Mutter geht voraus, und Vivienne bildet das Schlusslicht. Gerade will sie ihrer Mutter die Haustür öffnen, als diese von außen geöffnet wird und Armin und Stefan eintreten, jeder mit einem Kasten Bier bepackt.
„Ach, mein Junge, dann können wir uns ja doch noch von dir verabschieden. Wir wollen das Feiern lieber euch jungen Leuten überlassen. Noch mal herzlichen Glückwunsch.“ Liebevoll umarmt Angelika Armin, und er erwidert diese Geste auf die gleiche Weise, wenn nicht sogar noch inniger. Woran Vivienne erkennt, dass er die eine oder andere Nase schon gezogen hat. Arschloch!
„Danke Mutter, und kommt gut nach Hause.“ Armin nickt seinem Vater und ihren Eltern zu und schenkt ihren Schwestern zum Abschied ein Zwinkern. „Kommt alle gut nach Hause. Ich gehe mich mal wieder um meine Gäste kümmern.“
Und schwups ist er auch schon weg. Als ob seine Verlobte Luft für ihn wäre. Für Vivi ist es nur ein Zeichen, dass er genau weiß, was er verbrochen hat.
Zum Abschied umarmt sie alle noch mal, außer Armins Vater, da er Körperkontakt meidet. Hannah flüstert ihr ins Ohr, dass sie sie morgen anruft.
Seufzend schließt sie die Tür. Selbst Stefan, Armins bester Freund, hat sich schon aus dem Staub gemacht.
Bevor sie sich wieder in die Höhle des Löwen begibt, muss sie zur Toilette. Wobei sie eigentlich keine Lust hat, noch mal ins Wohnzimmer zu gehen, um zumindest ihre Freundinnen und ihren Bruder zu begrüßen.
- 2 -
Nachdem sie länger als nötig im Bad gewesen ist, um ihre brodelnde Wut zu beruhigen, steht sie wieder im Wohnbereich und schüttet sich ein Glas Champagner ein. Sie prostet sich selbst zu. Auf ihre Verlobung, haha. In einem Zug trinkt sie das Glas aus und stellt es wieder auf den Tisch.
Der Ring brennt sich durch ihre Hose an ihr Bein. Mittlerweile hat Armin Musik angemacht, und das Stimmengewirr ist lauter geworden. Das Gelache und Gegröle geht ihr tierisch auf die Nerven, und sie ist eigentlich ganz froh, dass sie auch jetzt noch niemand bemerkt hat. Ein bisschen ist sie enttäuscht, denn keine ihrer Freundinnen hält es für nötig, mal zu ihr zu kommen. Auch wenn Vivi sie eigentlich begrüßen wollte, genauso wie ihren Bruder, nur kann sie sich im Moment nicht dazu durchringen.
Aber wenn es ums Partymachen geht, sind die beiden nicht zu halten. Wahrscheinlich haben sie auch schon von dem weißen Zeug gekostet. Dann vergessen sie eh alles um sich herum. Verübeln tut sie es ihnen nicht, sie macht es selbst oft genug, um den Alltag mal hinter sich zu lassen.
Vivienne braucht dringend eine Zigarette und geht an ihrem Flachbildschirm vorbei, um auf die große Dachterrasse zu treten. Sie raucht nur selten, meistens am Abend, und das auch nicht immer. Aber jetzt braucht sie ganz dringend eine.
Sie geht zu der Ecke der Terrasse, die sie mit einem rot-weißen Strandkorb ausgestattet und davor ein kleines Tischchen gestellt hat. Hier sitzt sie am liebsten. Ihre Terrasse ist von außen nicht einzusehen, da sie erstens höher liegt als alle anderen Häuser und zweitens von einer hüfthohen Steinmauer umgeben ist. Davor hat Vivi Blumenkübel bepflanzt. Eine Aufgabe, die sie nach der Arbeit beruhigt. Neben dem Strandkorb stehen zwei Liegen zum Sonnen. Auf der anderen Seite der Terrasse steht ein großer grauer Gartentisch mit Stühlen.
Nach ihren Zigaretten greifend setzt sie sich in den Korb. Sie hofft, dass sie noch länger allein ist, wobei der ein oder andere zum Rauchen schon hier draußen war, was sie an den vielen Kippen im Aschenbecher erkennt.
Tief inhaliert sie den Qualm, um ihn gleich darauf geräuschvoll wieder auszupusten.
Immer noch kann sie kaum begreifen, was Armin heute abgezogen hat. Und sie dann auch noch zu ignorieren, ist ja wohl die Höhe. Die Wut kocht wieder hoch, sie würde am liebsten zu ihm reingehen und ihm eine klatschen.
Zu ihrer Schande muss sie gestehen, dass sie schon immer gern zugeschlagen hat, dass sie, obwohl sie eine einfühlsame Familienanwältin ist, auch sehr temperamentvoll sein kann. Sie neigt tendenziell zwar nicht dazu, zuzuschlagen, aber Armin hat sie einmal so sehr zur Weißglut getrieben, da hat sie das erste Mal die Hand gegen ihn erhoben …
Sie waren auf einer Party gewesen, wie so oft am Wochenende, und hatten sich ordentlich abgeschossen. Zu diesem Zeitpunkt waren sie zwei Monate zusammen. Armin war schon immer ein Womanizer und hatte ein nettes, aufgeschlossenes Wesen. Er meinte zwar immer, nicht mit den jungen Frauen zu flirten, was sich für Vivienne aber immer so anfühlte.
Sie stand mit ihren Freundinnen rauchend auf der Terrasse und beobachtete Armin, wie er mitten im Wohnzimmer zwischen den anderen tanzte und dabei immer wieder einer Blondine zuzwinkerte, die dann mit wackelnden Hüften auf ihn zugeschlendert kam.
Strahlend hatte er sie angelächelt und ihr seine Hände auf die Hüften gelegt, die weit ausgeprägter waren als ihre eigenen. Hinzu kam, dass sie auch noch zehn Zentimeter größer war als Vivi. Die Blondine, die Vivienne nicht mit Namen kannte, hatte sie schon öfter gesehen, wie sie auf Partys ein Auge auf Armin warf.
Wenn sich Vivienne auch sonst nicht für Typen auf Partys interessierte, hatte sie sich für den einen entschieden und sich auch noch so schrecklich in ihn verliebt, dass sie schnell besitzergreifend und eifersüchtig wurde. Mit Haut und Haaren war sie ihm verfallen. Keine Tussi durfte ihren Armin angraben und in diesem Fall auch noch antatschen. Denn genau das tat dieses Mädchen. Und Armin? Genoss diese Scheiße auch noch! Drückte seine Lenden an ihre und vergrub sein Gesicht in ihrer Halsbeuge. Eng umschlungen bewegten sie sich zum Takt der Musik.
Die Schickse trug ein rotes eng anliegendes Minikleid, was ihre Kurven deutlich hervorhob. Seine Finger krallte er genau in diese hinein.
Eifersucht brannte sich wie Säure durch ihren Körper. Sie war so wütend geworden und wollte gerade auf die beiden losstürmen und auf sie losgehen, um sie auseinanderzuziehen und der Tussi ordentlich eine reinzuhauen, da wurde sie an ihrem Oberarm festgehalten.
„Nicht, Vivi. Du würdest dich nur lächerlich machen. Zudem ist Armin total voll.“ Durch einen Schleier hörte sie ihre Freundin Lea.
Miss Rotkleids Hände wanderten zu Armins Po, um sie hineinzukrallen und ihn noch näher an sich zu ziehen.
Vivienne begann vor Wut zu zittern und wollte sich von Lea losreißen. So bloßgestellt hatte sie noch niemand. Was fiel diesem Arsch eigentlich ein? Sie auf dieser Party so vorzuführen, wo doch jeder wusste, dass sie zusammen waren. Fehlte nur noch, dass er diese Schlampe küsste!
Bevor sie sich von Lea losreißen konnte, wurde sie auch am anderen Arm von Sarah festgehalten. „Lass es, Vivi. Du bist viel zu wütend, um jetzt da reinzugehen. Beruhige dich erst mal.“
Sie sollte sich beruhigen? Wie denn? Wenn sie mit ansehen musste, wie ihr Freund eng umschlungen mit diesem Mädchen tanzte und seine Nase gar nicht mehr aus ihrer Halsbeuge nehmen wollte.
„Besser ist, wir gehen. Der Typ ist es nicht wert, sich hier zum Affen zu machen, wovon morgen die ganze Uni erzählen wird“. Sarah zog bestimmend an ihrem Arm.
Sarah hatte recht. Die halbe Uni wüsste morgen, was Armin tat, und die Studierenden würden sich über sie kaputtlachen, dass sie sich von ihm hatte vorführen lassen.
So ein Arschloch! Hatte sie sich so in ihm getäuscht und blenden lassen? Vivienne dachte ehrlich, sie wären auf einer Wellenlänge, gerade auch, was ihre Gefühle füreinander betraf. Gerade deswegen konnte sie diese Demütigung nicht auf sich sitzen lassen.
„Ihr habt recht, wir gehen. Soll er doch mit der Schlampe machen, was er will.“
Sobald sich Vivienne mit ihren Freundinnen umdrehte und diese ihre Arme freiließen, war sie durch die Terrassentür gerannt.
Ohne auf die Leute zu achten, die sie vielleicht anrempelte, stürmte sie auf die beiden Tanzenden zu. Noch wütender als zuvor, da sie das Ausmaß direkt vor Augen hatte, schubste sie Armin kräftig gegen den Arm. Erschrocken fuhr er mit dem Kopf hoch. Als er sie erblickte, riss er die Augen auf und ließ viel zu langsam die Hände von der Kuh gleiten.
„Du Penner!“, schrie sie ihn an und schubste ihn gleich noch einmal.
Armin schwankte, weil er so dicht war, dass er sich kaum auf den Beinen halten konnte. Eine Falte bildete sich zwischen seinen Augen, und ungläubig schaute er der Blondine hinterher, wie sie abdampfte, als könnte er selbst kaum glauben, mit dieser getanzt zu haben. Beschwichtigend hob er die Arme. „Hey Vivi.“
Aber das interessierte sie nicht die Bohne. Es war ihr auch egal, dass sie von allen Leuten angestarrt wurden.
Drohend hielt sie ihm den Zeigefinger unter die Nase. „Ich will nichts mehr mit dir zu tun haben, verstanden! Mit so einem Wichser wie dir muss ich mich nicht abgeben. Ich habe Besseres verdient!“ Am ganzen Körper bebend drehte sie sich um und wollte gehen, wurde aber von Armin am Arm festgehalten.
Er drehte sie zu sich um. „Bist du bescheuert? Wir haben doch nur getanzt!“ Armin lallte so stark, dass sie ihn kaum verstehen konnte. Er schaute sie zu seinen Worten auch noch unschuldig an. „Stell dich doch nicht so an!“
Ihre Sicherungen brannten durch. Was dachte sich dieser Kerl eigentlich? Sie holte aus und verpasste ihm eine so saftige Ohrfeige, dass sie das Kribbeln tief in ihrer Hand spürte. „Verpiss dich!“, spie sie ihm entgegen, drehte sich um und verließ mit ihren dämlich dreinschauenden Freundinnen die Party.
Vivienne drückt die Zigarette im Aschenbecher aus und erhebt sich. Bringt ja nichts, in der Vergangenheit festzuhängen. Dank der Kippe hat sich ihre Wut ein wenig gelegt. Bittere Enttäuschung macht sich breit, und sie würde am liebsten losheulen. Aber sicher nicht hier, wo jeden Moment jemand auf die Terrasse kommen kann. Schnell verlässt sie diese. Im Wohnbereich hält sie sich nicht auf, sondern geht an der feiernden Meute vorbei ins Schlafzimmer.
Sie lehnt sich seufzend gegen die geschlossene Tür, und die Tränen, die sich in ihren Augen angesammelt haben, laufen über ihre Wangen. Kummervoll schaut sie ins dunkle Schlafzimmer, was nur von den Lichtern der entfernten Laternen erhellt wird, auf ihr gemeinsames Bett. Es ist ein schwarzes zwei mal zwei Meter großes Boxspringbett, da sie beide es gern groß und kuschlig haben und es zudem gern wild in allen möglichen Stellungen treiben. Ein großes Bett hat da schon seine Vorteile. Auch wenn sie es natürlich nicht nur im Bett treiben. Es gibt keinen Platz in der Wohnung, der nicht eingeweiht wurde.
Vivienne wird das Herz schwer. Gedämpft nimmt sie die fröhliche Stimmung aus dem Wohnzimmer wahr. Leider ist es keine Freude darüber, dass Armin und sie sich verlobt haben.
Sie geht zum Bett und holt den Ring aus ihrer Hosentasche. Auf Armins Bettseite fällt sie auf den Rücken und hält den Ring fest in der Hand geschlossen. Nach dem Antrag war sie der festen Überzeugung, er hätte den Dreh gekriegt. Würde sich ihrem Wunsch wenigstens ein bisschen beugen, endlich etwas kürzerzutreten.
Aber selbst das, eine einfache Verlobung bekannt zu geben und sein Partyleben mal hintenanzustellen, hat er nicht auf die Reihe bekommen. Sie hätten doch nach der Verkündung noch genug Zeit gehabt, seinen gewonnenen Fall zu feiern. Musste er denn direkt seine halbe Belegschaft anschleppen? Die wären auch nachträglich noch willkommen gewesen.
Das Steinchen vom Ring bohrt sich in ihre Handfläche und hinterlässt einen leichten Schmerz, genau wie in ihrem Herzen. Am liebsten würde sie den Ring vor die Wand schmeißen.
Aber das tut sie nicht. Kann es nicht. Sie liebt diesen lang erhofften Ring. Genauso wie sie Armin über alles liebt, auch wenn er sich zu einem arroganten Kerl entwickelt hat. Zumindest in der Kanzlei und vor Gericht, ihr gegenüber aber niemals. Er ist eigentlich eine sehr fürsorgliche und auch eine genauso besitzergreifende Person wie sie. Wobei sie immer noch temperamentvoller ist.
Jetzt glaubt sie jedoch, dass er noch nicht so weit ist, sich zu verloben, oder es je sein wird. Immer sind sie gut zurechtgekommen, haben die gleichen Ziele und Vorstellungen, was ihren Beruf angeht. Sie interessieren sich für dieselben Hobbys, haben immer Verständnis für den anderen. Wenn es beruflich viel zu tun gibt, und sie sich deswegen mal weniger sehen können. Es hat nie ein Problem dargestellt, wenn sie sich getrennt voneinander mit Freunden treffen. Zusammen harmonieren sie einfach super, sind sich oft wortlos einig und kennen sich einfach in- und auswendig.
Oft planen sie Partys gemeinsam. Es ist aber schon öfter vorgekommen, dass jeder schon selbst spontan eine auf die Beine gestellt hat oder es sich einfach plötzlich ergeben hat.
Alles kein Problem in der heutigen Zeit der Kommunikation. Ein kurzer Anruf oder eine SMS genügten. Hauptsache, der eine weiß, was der andere macht oder plant. Das ist ihnen beiden schon immer wichtig gewesen.
Nur heute scheint Armin das alles vergessen zu haben. Das macht Vivienne unendlich traurig, denn hier gehen ihre Gemeinsamkeiten auseinander. Sie möchte endlich heiraten, was ihr bisheriges Leben in keinster Weise beeinflussen würde. Armin denkt das aber, und sie kann sich nicht erklären, warum. Das ist bisher ihr andauernder Streitpunkt.
Sie ist jetzt dreißig Jahre alt und fühlt sich mehr als bereit, sich mit Armin als Familie zusammenzutun. Richtig eins zu werden. Mit Kindern. Nicht sofort, aber allzu lange wollte sie darauf auch nicht warten. Armin ist genauso alt wie sie. Kann man dann nicht erwarten, das Leben endlich mal ruhiger zu gestalten? Nicht jedes Wochenende eine Party zu planen oder auf eine zu gehen, sondern sich der Familie zu widmen? Mit den Kindern rausgehen und etwas Schönes unternehmen. Was ist so verwerflich daran? Vivi versteht es einfach nicht.
Mittlerweile ist sie nach seinem Auftritt heute der Meinung, dass er es gar nicht ernst meint mit dem Antrag. Aber warum zum Teufel hat er sie denn gefragt? Es fällt ihr sehr schwer, sich einen Reim darauf zu machen.
Als er sie jedoch endlich gefragt hatte, er endlich vor ihr auf die Knie gegangen war, hätte sie vor Freude Luftsprünge machen können …
Ein wenig später als sonst kam Vivienne von der Arbeit nach Hause, da sie noch ein intensives Gespräch mit einer Mandantin geführt hatte. Müde schloss sie die Haustür auf und freute sich auf einen gemütlichen Abend mit einem Glas Rotwein auf dem Sofa.
Was sich ihr zeigte, als sie die Tür öffnete, konnte sie kaum glauben: Auf dem Boden lagen Rosenblätter, und an den Wänden entlang waren bis zum Wohnzimmer brennende Teelichter aufgestellt.
Viviennes Herz begann kräftig zu schlagen, ihr Mund wurde ganz trocken. Trotzdem schlich sich ein fettes Grinsen in ihr Gesicht, denn sie wusste, das konnte nur eins bedeuten: Armin fragte sie endlich!
Sie stellte ihre Aktentasche auf den Boden, ihre Schlüssel hängte sie an den silbernen Schlüsselkasten neben der Tür. Ihr schwarzes Nadelstreifenkostüm strich sie noch mal glatt und ging auf das Wohnzimmer zu. Es roch nach leckerem Essen, und sanfte Musik war zu hören.
Vivienne betrat das Wohnzimmer und entdeckte Armin an der Ecke des Küchentresens. Er hatte sich mit den Armen abgestützt, sein Kinn lag in einer Hand. Auf dem Granit des Tresens brannten Kerzen, es war gedeckt und bestelltes Essen stand daneben.
Mit seinem charmantesten Lächeln lächelte er ihr zu. Wie immer, wenn er das tat, denn für sie sah er immer noch so gut aus wie beim ersten Mal, als sie ihn sah, setzte ihr Herz einen Schlag aus. Sie genoss seinen Anblick und stellte fest, dass er beim Frisör gewesen war. Seine Seiten waren frisch rasiert und die Haare oben ordentlich gestylt. Seine hellen braunen Augen, die sie immer noch an Milchkaffee erinnerten, strahlten sie an. Sein muskulöser Oberkörper steckte in einem weißen Hemd, das ein bisschen an den Oberarmen spannte. Die obersten Knöpfe hatte er geöffnet, womit sie einen guten Blick auf seine behaarte Brust genießen konnte. Seine Beine steckten in einer schwarzen Anzughose, die seine sexy Muskeln und wahrscheinlich auch seinen Hintern betonten. Und er war barfuß, sehr verführerisch.
Zwischen ihren Beinen begann es zu ziehen, so anziehend wirke er auf sie.
„Komm her, meine Schöne“, sagte er einladend und streckte ihr einen Arm entgegen.
Wie wild klopfte ihr Herz und sie ging zu ihm. Er kam um den Tresen herum, um sie in die Arme zu schließen. Eng schmiegte sie sich an ihn und atmete seinen Duft ein. An diesem Tag trug er kein Parfüm, sie hatte nur den Duft seines Duschgels in der Nase.
„Wie war dein Tag?“, fragte er und gab ihr einen Kuss auf den Scheitel, hielt sie ein wenig auf Abstand, um ihr ins Gesicht sehen zu können.
„Gut.“ Lächelnd schaute sie zu ihm hoch. Konnte gar nicht viel sprechen, weil sie aufgeregt und gespannt war wie ein Flitzebogen.
„Ich habe uns Essen bestellt und schon mal eine Flasche Wein geöffnet.“ Armin umschloss ihr Gesicht mit seinen Händen und drückte seinen Mund sanft auf ihren. Er wirkte nicht nervös, eher so souverän wie immer. Als ob er sich seiner Sache ziemlich sicher wäre.
Vivienne überlegte, es ihm schwer zu machen, konnte es aber nicht, da sie es sich schon so lange wünschte, dass Armin diesen Schritt machte.
„Aber bevor wir essen …“
Voller Erwartung sah sie ihn an.
Tief atmete er ein und sank vor ihr auf die Knie. „… muss ich dir was sagen.“ Er nahm ihre Hände in seine, und Viviennes Augen füllten sich mit Tränen.
Armin blickte zu ihr hoch und fixierte ihre Augen. „Meine bezaubernde Vivi, seit zehn Jahren sind wir jetzt zusammen. Haben in dieser Zeit einige Hürden nehmen müssen, aber die guten Seiten haben zum Glück überwogen. Ich bin sehr glücklich mit dir und will es den Rest unseres Lebens sein. Möchtest du mich heiraten?“
„Ja.“ Ohne Verzögerung hatte sie das eine Wort ausgesprochen, das sie schon so lange auf diese Frage sagen wollte. Die Tränen begannen über ihre Wangen zu laufen.
Armin stand auf und wischte sie mit seinem Daumen fort. „Hey, nicht weinen, das ist ein Grund zum Feiern“, sagte er grinsend.
Viviennes Emotionen sprudelten über, und sie musste sie unbedingt loswerden. Sie packte ihn im Nacken, zog ihn zu sich herunter und küsste ihn stürmisch auf den Mund. Armin reagierte sofort und packte ihren Hintern, grub seine Hände kräftig hinein. Gierig duellierten ihre Zungen miteinander.
Zwischen Viviennes Beinen wurde es heiß, und sie begann, sich an Armins Schritt zu reiben. Zufrieden stellte sie fest, dass es ihm genauso erging, denn sie fühlte schon eine heftige Erektion.
Ein Knurren kam aus seiner Kehle, und er dirigierte sie zum Esstisch, bis sie mit ihrem Po dagegenstieß und sich daraufsetzte. Mit zittrigen Fingern öffnete sie die Knöpfe an seinem Hemd, um es ihm von den Schultern zu schieben. Achtlos fiel es auf den Boden.
Währenddessen hatte Armin ihren Rock hoch- und ihren Slip von den Beinen geschoben. Vivienne nestelte an seinem Hosenknopf, spürte, wie er einen Finger in sie hineinschob.
Sie stöhnte.
„So feucht für mich. Ich liebe dich, Baby“, flüsterte er ihr ins Ohr.
Immer fester fingerte er sie, und sobald sie seinen harten Schwanz befreit hatte, legte sie sich auf den Tisch und öffnete weit die Beine. Armin ließ sich nicht lange bitten, nahm ihre Oberschenkel, spreizte sie noch weiter und drang mit einem einzigen Stoß in sie hinein.
Beide stöhnten auf.
Sie genoss das Gefühl, wie Armins Schwanz immer wieder an ihren Schamlippen entlangglitt und ihr Innerstes massierte. Ihre Augen auf halbmast beobachtete sie ihn, wie er sich immer wieder vorwärts und rückwärts trieb, seine Muskeln sich anspannten.
„Gefällt dir, was du siehst, du geiles Stück? Ich liebe es, dich zu ficken, werde es immer lieben.“
Sie sahen sich in die Augen, gaben sich so noch mal das Versprechen, für immer zusammenzubleiben.
Armin wurde schneller und massierte mit dem Daumen ihre Klitoris. Es dauerte nicht lange, bis der Höhepunkt über sie hinwegrollte und Armin mit ihr zusammen kam. Er stieß langsam weiter in sie hinein, beugte sich zu ihr herunter, um sie zu küssen. Vivienne kam ihm entgegen, und sie schoben sich gemächlich die Zungen in den Mund.
Als ihre Orgasmen abgeklungen waren, schmiegte Armin seine Stirn gegen ihre. „Ich liebe dich über alles, meine Schöne.“
Lächelnd legte sie ihre Hände an seine Wangen. „Und ich liebe dich. Ich bin noch ganz überwältigt. Du hast mich heute sehr glücklich gemacht. Habe gar nicht damit gerechnet. Danke.“
Er grinste. „Dafür nicht. Ich bin gerade selbst der glücklichste Mann auf Erden. Komm, wir gehen uns frisch machen, und dann essen wir.“
Seufzend erhebt sich Vivienne und legt den Ring auf Armins Nachtschrank. Während sie gegessen hatten, hatte er ihn auf ihren Ringfinger geschoben. Ihr Herz war übergequollen vor Liebe. Jetzt ist es ein Trümmerhaufen.
Sie geht zum Schrank und holt sich Shorts und Tanktop zum Schlafen heraus. Schnell huscht sie ins Bad, ignoriert weiter die feiernde Meute. Müde geht sie auf die Toilette, putzt sich die Zähne und schminkt sich ab. Dann huscht sie ins Gästezimmer und schließt die Tür ab. Was sie sonst nicht tun würde, aber sie möchte nicht, dass Armin oder ein Gast, der hier übernachten möchte, in ihr Zimmer kommt.
Sie haben hier ein eins vierzig mal zwei Meter großes Bett, und an den Wänden sind Schränke und Regale aufgestellt. Dort bewahren sie allen möglichen Krempel auf. In den Regalen türmen sich fachliche Bücher und jede Menge Romane.
Vivienne zieht sich um, hängt ihre Sachen auf einen Bügel und legt sich ins Bett. Wieder treten ihr Tränen in die Augen. Sie lässt sie laufen, muss ihren Kummer hinauslassen. Ewig hört sie noch das Gemurmel der Feiernden und schläft irgendwann ein.
- 3 -
Noch benebelt vom Koks und Alkohol liegt Armin im Bett und dreht den Verlobungsring zwischen den Fingern hin und her. Als er seine Augen aufgeschlagen und gegen die Sonne angeblinzelt hatte, hatte er ihn auf dem Nachtschrank entdeckt.
Nachdem er seinen letzten Arbeitskollegen rausgeschmissen hatte, war er auf die Suche nach Vivienne gegangen. Im Schlafzimmer war sie nicht, also konnte sie nur im Gästezimmer sein, wo er nicht reinkam, da abgeschlossen war. Daraus hat er den Schluss gezogen, dass sie ziemlich sauer sein muss. Er weiß, dass er großen Mist gebaut hat, und wollte sich bei ihr entschuldigen. Den ganzen Abend hatte er sie nicht gesehen, von daher fiel es ihm nicht besonders schwer, die Verlobung und Vivienne zu verdrängen.
Aber verdammt, er hatte diesen Fall gewonnen, und Stefan hatte ihm noch in der Kanzlei das weiße Pulver unter die Nase gehalten. Es war ihm nicht mehr so wichtig, gerade an diesem Abend ihre Verlobung zu verkünden.
Eigentlich versteht er sowieso nicht, warum es ihr so wichtig ist, so ein Trara darum zu machen. Es nach und nach allen mitzuteilen, wäre doch auch ausreichend gewesen.
Sie verstehen sich so gut, nur in dieser einen Sache gehen ihre Meinungen auseinander, haben deswegen schon oft gestritten. Ihm ist es nicht so wichtig, unbedingt zu heiraten, zumindest noch nicht jetzt. Er weiß, dass er immer mit Vivienne zusammen sein will. Sie ist sein Leben, schon immer gewesen. Schon als er sie das erste Mal sah, wollte er sie haben. Als sich herausgestellt hat, wie gleich sie sich sind, ist er ihr verfallen.
Im Moment ist ihre Stimmung aber immer wieder getrübt. Immer wieder fängt sie mit dem Thema Heiraten an. Sie möchte Kinder, sich noch mehr mit ihm verbunden fühlen. Für ihn geht mehr Verbundenheit gar nicht. Kinder will er auch noch keine. Eigentlich gar nicht. Armin hat sich nur noch nicht getraut, ihr das zu sagen. Er ist total besitzergreifend und kann sich nicht vorstellen, Vivienne zu teilen, auch nicht mit seinem Fleisch und Blut. Zudem hatte er selbst keine schöne Kindheit und glaubt nicht, es bei seinen besser machen zu können.
Sie denkt, er würde lieber Party machen, könnte mit diesem Leben nicht abschließen, aber das stimmt nicht. Sicher macht er es weiterhin gern. Er liebt es, mit Freunden abzuhängen, Alkohol zu trinken und ab und zu mal zu koksen. Würde Vivienne allerdings sagen, sie möchte nicht mehr weitermachen wollen, wobei er weiß, dass sie es auch gern macht, sie ticken einfach gleich, würde er sofort damit aufhören. Er sieht aber nicht ein, dass man dafür heiraten und Kinder kriegen muss.
Ihm ist bewusst, was für ein Arsch er ist, ihr nichts von seinen Gedanken preiszugeben, und fühlt sich deshalb schlecht. Armin weiß, wie sehr sie es sich wünscht. Würde er ihr jetzt erzählen, dass er keine Kinder möchte – mit dem Heiraten kann er sich ja noch arrangieren, sonst hätte er ihr keinen Antrag gemacht –, würde sie ihn verlassen. Die Angst davor ist riesengroß, und er würde es nicht überleben. Vivienne ist sein Herz, sein Leben, sein temperamentvolles Miststück. Wenn er nur daran denkt, sie nicht mehr bei sich zu haben, zieht sich sein Herz schmerzhaft zusammen.
Obwohl er eigentlich nicht heiraten will, hat er sie gefragt, und es tut ihm verdammt weh, den Ring in den Händen zu halten. Er ist sich unschlüssig, wie er ihr in die Augen schauen soll, denn sie ist bestimmt mächtig wütend. Er mag es ja eigentlich, wenn sie wütend ist, wenn ihre grauen Augen Funken sprühen und sie ihn schubst oder ihm eine knallt. Sein Schwanz richtet sich immer sofort auf. Ihrer temperamentvollen Ader ist er einfach verfallen. Seit er das weiß, reizt er sie gern und hofft, von ihr attackiert zu werden. Total krank!
Er erinnert sich noch, als er das erste Mal Mist baute und er im dichten Kopf dachte, er würde mir ihr auf einer Party tanzen, und sie ihm dann vor versammelter Mannschaft eine knallte …
Völlig verdattert schaute er ihr hinterher. Ihrer schlanken, kleinen und bezaubernden Gestalt. Ihr schwarzes Haar flatterte, und ihr Hintern schwang in der engen Jeans hin und her.
Sein Schwanz drückte hart gegen seine Hose, und mit einem Schlag wurde er nüchtern.
„Hey Mann, was war das denn für eine Aktion?“ Sein Kumpel Stefan schlug ihm mit der Hand auf die Schulter.
Scheiße, was hatte er getan? Er fuhr sich mit beiden Händen durch die Haare. „Ich weiß es nicht. Ich dachte, ich tanze mit Vivi.“
„Alter, zwischen den beiden Frauen ist aber ein himmelgroßer Unterschied. Schau dir die Blondine mal an.“ Stefan zeigte auf eine große und sehr kurvige Blondine. Jasmin, auch bekannt als die Schlampe vom Campus. Sie hatte ihn schon öfter angemacht, doch er ließ sie immer abblitzen.
Am liebsten wäre er zu ihr gegangen, um ihr eine reinzuhauen, da sie so ein ätzendes Grinsen im Gesicht trug. Schnell wandte er seinen Blick ab. „Ich muss zu Vivi.“
„Mach das. Und lass dir eine gute Ausrede einfallen.“
Armin nickte, denn das musste er wirklich.
Mit dem Taxi war er zu ihrer Wohnung gefahren. Sie wollten diesen Abend bei ihr übernachten. Leider war sie noch nicht da gewesen, und er hatte keinen Schlüssel. Also setzte er sich auf die Treppe und wartete.
Wie lange, konnte er nicht sagen, aber irgendwann kam auch sie mit dem Taxi an. Schon, als sie ihn vom Taxi aus auf der Treppe sitzen sah, funkelte sie ihn an. Nachdem sie bezahlt hatte und ausgestiegen war, wollte sie, ohne ihn zu beachten, an ihm vorbeigehen. Armin hielt sie am Handgelenk fest. „Warte, Vivi.“
„Verpiss dich, das sagte ich doch schon. Ich weiß gar nicht, was du hier noch willst.“ Ihre Augen sprühten Funken.
„Mit dir reden. Lass mich mit hochkommen, bitte.“ Flehentlich schaute er sie an.
„Nein.“ Sie riss sich los und ging weiter.
Er rappelte sich auf und sprintete ihr hinterher, sein Herz klopfte stark.
Vivi wollte ihm die Tür vor der Nase zuschlagen, doch er drückte dagegen. Da sie viel schmächtiger und kleiner war als er, hatte sie keine Chance.
Von innen schloss er die Tür, und Vivi stand schnaubend vor Wut vor ihm.
Armin hob seine Arme und wollte ihr Gesicht in beide Hände nehmen. Sachte ging er auf sie zu, er konnte nicht anders, da sie so wütend einfach bezaubernd aussah.
Sie wich jedoch böse schauend zurück. „Fass mich nicht an. Du hast kein Recht mehr dazu. Geh wieder zu der Blondine und fick sie. Ist mir egal!“ Sie schrie so laut, es hätte ihn nicht gewundert, wenn die Nachbarn aus den Türen geschaut hätten.
„Bitte, Vivi, lass uns hochgehen. Ich möchte es dir erklären. Aber nicht hier im Hausflur.“
Prüfend blickte sie in seine Augen. Immer noch war in ihren ein wütendes Funkeln zu sehen. Das machte ihn unheimlich an.
„Du bist echt ein Wichser.“ Vivienne drehte sich um und stapfte die Stufen zu ihrer Wohnung hoch.
Armin folgte ihr. An ihrer Wohnungstür angekommen, rammte sie ihren Schlüssel ins Schlüsselloch. Sein Schwanz wurde hart.
Temperamentvoll, wie sie nun mal war, riss sie mit Schmackes die Tür auf und betrat die Wohnung. Er folgte ihr sofort, damit sie ihm nicht die Tür vor der Nase zuknallen konnte.
Vivienne machte das Licht in ihrem kleinen Flur an, und sie beiden kniffen wegen der Helligkeit die Augen zusammen.
Die Arme unter der Brust verschränkt, stand sie vor ihm, die Wut war noch immer nicht aus ihren Augen verschwunden. „Also sag, was du zu sagen hast, und dann verschwinde.“
Armin starte sie an. Ihre defensive Haltung und ihre Wut machten ihn so sehr an. Deswegen wollte er sie noch mehr reizen.
„Starr mich nicht so an. Rede!“, zischte sie.
„Sollen wir nicht ins Wohnzimmer gehen?“, fragte er unschuldig.
„Nein“, giftete sie zurück.
Armin lief ein Schauer über den Rücken, er trat näher an sie heran. „Ich wollte mal wieder etwas Kurviges in den Händen halten. Einen dicken Arsch kneten …“
Weiter kam er nicht, da hatte Vivienne ihm schon eine geknallt, schon wieder. Es störte ihn nicht, es törnte ihn nur noch mehr an.
Vivienne atmete heftig, schaute ihn mit großen Augen an. „Verschwinde sofort aus meiner Wohnung!“
„Nein.“ Armin grinste sie an. Freute sich darüber, wie eifersüchtig sie war. Nicht nur, dass ihn ihr Verhalten total geil machte, es zeigte ihm auch, wie viel er ihr bedeutete.
Plötzlich schubste sie ihn an den Schultern zurück. „Ich sagte, dass du dich aus meiner Wohnung verpissen sollst. Geh zu der fetten Blonden. Und grins verdammt noch mal nicht so dämlich. Was bist du für ein Schwein? Gefällt es dir so sehr, mich zu verletzen?“ Ihr Gesicht verzog sich vor Wut noch mehr, und sie schubste ihn gleich noch einmal.
Ihr letzter Satz wischte ihm das Grinsen aus dem Gesicht. Er war wirklich ein Arschloch. Er geilte sich an ihrer Aggressivität auf und hatte nicht darüber nachgedacht, wie sehr er sie damit verletzte. Mit seinem Körper drückte er sie gegen die Wand. Sie zitterte immer noch vor Wut und versuchte, ihn an den Schultern wegzuschieben.
„Hör zu, Vivi. Ich wollte dich nicht verletzen. Es tut mir leid. Ich war auf der Party so dicht, ich dachte, ich würde mit dir tanzen. Das tut mir so leid. Ich verspreche dir, dass es nicht wieder vorkommen wird.“
Der Druck an seinen Schultern ließ ein wenig nach.
„Warum sagst du dann solche Sachen zu mir? Dass ich so wütend werde und dich schlage?“, fragte sie bissig.
„Weil es mich geil gemacht hat.“ Um seinen Worten mehr Nachdruck zu verleihen, drückte er seinen harten Schwanz gegen ihren Bauch.
Ungläubig schaute sie ihn an. „Was?“, wisperte sie.
„Es macht mich geil, wenn du sauer auf mich bist und mich schlägst. Ich kann es selbst kaum glauben, aber ich bin kurz davor, zu platzen. Ich will dich unbedingt jetzt gleich hier gegen die Wand vögeln“, knurrte er erregt.
Einen Moment sahen sie sich in die Augen. Vivis blickten abschätzend, bis sie plötzlich sagte: „Dann tu es.“
Das ließ er sich nicht zweimal sagen. Er beugte sich zu ihr hinunter, sie kam ihm entgegen, und sie küssten sich stürmisch. Ihre Zungen umspielten sich schnell. Beide fummelten sie an ihren Hosen herum, um sie schnell loszuwerden. Schnell schlüpften sie aus ihren Schuhen und streiften sich die Hosen und Slips von den Beinen.
Vivienne griff nach seinem Schwanz, um ihn kräftig und gierig zu reiben. Immer wieder strich sie mit dem Daumen über seine Eichel, verteile die ersten Lusttropfen darauf. Armin stand schon kurz vor dem Höhepunkt.
Deshalb entzog er sich ihr stöhnend und hob sie an ihren Oberschenkeln nach oben. Automatisch hielt sie sich an seinen Schultern fest. Er ging in die Knie und legte ihre Beine auf seine Schultern. So hatte er direkt ihr nasses, rasiertes Zentrum vor Augen.
Armin wartete nicht lang und drückte seinen Mund darauf, fuhr mit der Zunge durch ihre Falten. Das entlockte ihr ein entzückendes Stöhnen. Hart griff sie in seine Haare und zog daran. Er dachte jedoch nicht im Traum daran, von dieser Köstlichkeit abzulassen. Er vertiefte seine Zungenschläge noch, zwirbelte sie an ihrem Eingang.
Vivienne stöhnte laut und lang. „O Gott, Armin, ich komme gleich!“
Das wollte er aber nicht. Er wollte mit ihr zusammen in ihr kommen. Ein paar Mal ließ er noch seine Zunge über ihre Klitoris schnellen. Vivis Körper erzitterte.
Als er nach oben kam, blickte er in ihre vor Lust verhangenen Augen. Ihre Beine waren bis zu seiner Taille gewandert, fest umklammerten sie diese.
„Soll ich dich ficken, Vivi, willst du das?“
„Ja, verdammt! Und zwar jetzt!“ Ihre zickige Stimme jagte ihm schon wieder über den Rücken. Ihre Arme hatte sie um seinen Nacken geschlungen. Schwer atmend lehnte sie mit dem Rücken an der Wand, bewegte ihr Becken ungeduldig hin und her.
„Halt still“, befahl er und hielt ihr Becken sicher in den Händen.
Keine Sekunde später schob er seinen Schwanz in sie hinein. Ein Stück nach dem anderen, bis er bis zum Anschlag in ihr war.
Gemeinsam stöhnten sie auf. Für einen Moment genoss er das Gefühl ihrer warmen Scheidenwände um seinen Schwanz, bevor er begann, sie zu ficken. Erst langsam, dann immer schneller. Ihre Krallen zogen seinen Rücken hinunter, was ihn zusätzlich anspornte, ihn noch schneller machte.
Sie begann zu zittern, stöhnte noch lauter, und genau dann ließ auch er los, und der Höhepunkt überrollte ihn.
Mit langsamen Stößen übergab er sie beiden den letzten Zuckungen, und er vergrub seinen Kopf in ihrer Halsbeuge. Beide atmeten schwer.
„Ich liebe dich. Ich weiß, ich habe heute Scheiße gebaut. Ich hoffe, du kannst mir verzeihen. Ich verspreche dir, es wird nicht noch mal passieren.“
Lange sagte sie nichts, kraulte nur seinen Nacken, was er aber sehr beruhigend fand.
„Ich liebe dich auch.“ Das war alles, was sie sagte.
Trotzdem fiel ihm ein Stein vom Herzen, denn das reichte ihm.
Armin hört die Haustür zuschlagen. Panik steigt in ihm auf, und sein Herz beginnt zu rasen. Was, wenn sie weg ist? Ungelenk springt er aus dem Bett. Leicht wankend und nur in seinen Shorts bekleidet, sprintet er aus dem Schlafzimmer.
Im Wohnbereich schaut er sich hektisch um. Es sieht immer noch genauso verwüstet aus, wie er es am Morgen verlassen hat. Sein Herz schlägt polternd gegen seinen Brustkorb, da er sie nicht vorfindet. Dann aber hört er, wie in der Küche der Kühlschrank geöffnet wird.
Armin fährt durch seine Haare und atmet noch mal kräftig durch. Cool bleiben, jetzt bloß nicht die Nerven verlieren, sagt er sich.
Er geht zum Tresen und sieht Vivienne am offenen Kühlschrank stehen, wie sie direkt aus der Flasche Wasser trinkt. Armin bleibt stehen, blendet die noch vorhandene Unordnung in ihrer grauen Hochglanzküche aus und betrachtet sie.
Sie ist wohl eine Runde um den See, wo sie wohnen, laufen gegangen, denn ihr schmaler, durchtrainierter Körper steckt in engen schwarzen Laufklamotten. Die Haare hat sie zu einem Pferdeschwanz gebunden. Ihr Körper ist nass vom Schweiß, was man gut an ihrem am Rücken überkreuzten Oberteil erkennt. Sein Schwanz regt sich, er würde ihr jetzt gern die Schweißtropfen ablecken.
Schnellen Schrittes geht er auf sie zu und bleibt hinter ihr stehen. Seine Hände legt er auf ihre Hüften und will gerade anfangen, ihren leckeren nassen Hals zu küssen. Allerdings hat sich Vivienne total versteift, normalerweise würde sie sich an ihn lehnen und sogar ihren Kopf drehen, damit er besser an ihren Hals kommt.
Wieder wird er leicht panisch, denn egal, wie oft sie gestritten haben, wenn jemand Körperkontakt sucht, hat er den auch bekommen.
Aber so darf es nicht zwischen ihnen sein. Frustriert schlingt er seine Arme um sie und vergräbt seine Nase in ihrem Nacken.
Vivienne nimmt von ihm keine Notiz, was einem Dolchstoß in sein Herzen gleichkommt. Ihn ignorierend stellt sie die Flasche zurück in den Kühlschrank und macht ihn zu.
Kein Schnurren, kein Anschmiegen. Vivienne ist wirklich sauer. Scheiße!
„Es tut mir wirklich, wirklich leid. Bitte verzeih mir.“
Immer noch steif in seinen Armen holt sie einmal tief Luft. „Diesmal ist es mit einer einfachen Entschuldigung leider nicht getan, Armin. Du hättest mir mit deinem Verhalten nicht besser zeigen können, wie egal ich dir bin. Wie egal dir unsere Verlobung ist. Lass mich bitte los.“
Ihre kalte Stimme geht ihm durch Mark und Bein. Und er wird den Teufel tun und sie jetzt loslassen. Nicht, wenn sie so abweisend ist.
„Niemals, Vivi. Ich werde dich niemals loslassen. Ich liebe dich so sehr. Sag mir, dass du mir verzeihst.“
„Niemals, Armin. Das werde ich dir niemals verzeihen.“
Ihre Worte tun ihm in der Seele weh. Es wird noch schlimmer, als sie seine Arme nimmt und auseinanderzieht. Er ist so verdattert, dass er es geschehen lässt. Noch nie hat sie sich seinen Zärtlichkeiten entzogen. Ohne sich noch mal umzudrehen, geht sie aus der Küche.
Wie ein begossener Pudel steht er hier. Er hat noch gar nicht richtig realisiert, was soeben passiert ist. Schnell geht er ihr hinterher und trifft sie im Schlafzimmer an.
Vivi steht vor dem großen weißen Schrank und sucht sich was zum Anziehen heraus.
„Babe, bitte rede mit mir. Ich komme gerade überhaupt nicht klar.“
Stille umfängt ihn. Das macht ihn total fertig. Armin geht wieder auf sie zu, muss sie berühren.
Da dreht sie sich plötzlich um und funkelt ihn, mit Klamotten im Arm, wütend an. „Wage es nicht, mich noch mal anzufassen. Das ist das Letzte, worauf ich im Moment Lust habe.“
„Sag so etwas nicht, bitte. Du weißt selbst, dass du es nicht so meinst.“ Er hofft es zumindest, so sehr.
„Doch, Armin. Genauso meine ich es. Und jetzt lass mich in Ruhe.“ Vivienne geht an ihm vorbei, und automatisch hält er sie am Oberarm fest und sieht ihr in die Augen. Er wäre fast zurückgeschreckt, denn von ihrer herzlichen Wärme, wie sie ihn sonst immer anschaut, ist nichts vorhanden. Er wäre tot, wenn die Giftpfeile, die sie daraus abschießt, echt wären.
„Vivi, wir müssen darüber reden. Ich habe Mist gebaut, dass weiß ich, aber dass wir uns jetzt anschweigen, hilft doch keinem.“ Mit Absicht legt er seinen Hundeblick auf, der hat schon immer gezogen.
Doch wieder verhält sie sich nicht so, wie er angenommen hat, und wie er sie kennt. Anschmiegsam und verständnisvoll.
Sie reißt sich von ihm los. Die Giftpfeile prasseln weiterhin auf ihn ein. „Es gibt nichts zu reden. Richtig, du hast Mist gebaut, und ich habe keine Lust, mich damit auseinanderzusetzen. Nicht jetzt und vielleicht auch gar nicht mehr.“
Ihre Worte hinterlassen ein unangenehmes Ziehen in seinem Bauch. Er hebt seine Hand, um ihre Wange zu berühren, lässt sie aufgrund ihres Blickes aber wieder sinken. „Vivi“, wispert er, schafft es nicht, den Schmerz aus seiner Stimme herauszuhalten. Hoffnung keimt auf, denn er glaubt, diesen Schmerz auch kurz in ihren Augen zu sehen. Wieder hebt er seinen Arm, um ihre Wange zu berühren.
Zu seiner Enttäuschung geht sie einen Schritt zurück und wirft wieder Giftpfeile auf ihn ab. Die Hoffnung zerbröselt zu seinen Füßen. Ohne noch etwas zu sagen, dreht sie sich um und verlässt das Schlafzimmer.
Da er nicht weiß, wo er mit seinen schmerzenden Gefühlen hinsoll, haut er seine Faust mit einem lauten „Scheiße“ gegen die weiße Wand. Die Bilder ihrer Urlaubsreisen wackeln, und eins fällt sogar herunter. Das ist ihm gerade scheißegal. Egal ist ihm auch, dass die Wand jetzt eine Delle hat.
Er senkt seinen Kopf, öffnet und schließt immer wieder seine schmerzende Faust. Er weiß überhaupt nicht, was er jetzt machen soll. So eine Situation hat er mit Vivienne noch nicht nach einem Streit gehabt. Sie vertragen sich sonst immer sehr schnell und haben explosiven Sex.
Auch nach den endlosen Diskussionen und Streitereien wegen einer Heirat und Kinder, immer sind sie danach versöhnlich aufeinander zugegangen.
Armin muss das geradebiegen. Der erste Schritt dazu ist, dass sie den Ring wieder trägt und er ihr vorschlägt, ihre Eltern und Geschwister morgen zum Essen auszuführen. Um ihnen dann die freudige Mitteilung ihrer Verlobung bekannt zu geben.
Ja, das ist ein guter Plan. Zufrieden mit sich zieht er sich schnell Jogginghose und Shirt über. Danach macht er sich auf ins Wohnzimmer, um ein bisschen aufzuräumen und Vivienne Frühstück zu machen.
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