Kitabı oku: «Marokkanisch-Arabisch - Wort für Wort»

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Inhalt Inhalt des AusspracheTrainers (AT) (separat erhältlich)

Vorwort

Marokko blickt zurück auf eine Vergangenheit, die von tiefen Spuren der Freuden und Leiden gezeichnet ist: Auf eine Epoche brillanter Hochkultur, die in das Abendland mit einem Schwung über Spanien gelangte und das Gesicht Europas durch die Förderung aller Wissenschaften, der Baukunst, Literatur, Dichtkunst und Musik, nachhaltig geprägt hat, folgte eine Zeit des tödlichen Schweigens, der Eroberung und Fremdherrschaft, welche die kulturelle Entfaltung zum Erlöschen brachte und die eigenständige Fortentwicklung des Landes entscheidend verhinderte.

Heute noch sucht Marokko nach Wegen zwischen Selbständigkeit und westlicher Abhängigkeit, zwischen islamischer Tradition und moderner Zivilisation. Und doch wuchs auf den ethnisch und geschichtlich so grundverschiedenen Böden eine einheitliche Kultur von erstaunlicher Geschlossenheit. Die prägende Kraft dieser geistigen Welt ist so stark, dass sie wie kaum eine andere islamische Welt die Überlieferung gepflegt und die traditionelle Eigenständigkeit weitgehend bewahrt hat. Lässt man sich auf die Kultur dieses Landes ein, so wird man tiefe Einsichten über die bunten Formen orientalischen Lebens gewinnen und vielleicht einiges mehr über sich selbst erfahren. Denn Marokko ist eine Märchenwelt voller Größe, Würde und Weisheit, wo alles seinen Widerhall im Mystischen findet.

Der Kauderwelsch-Band „Marokkanisch-Arabisch“ vermittelt in verständlicher Form die wichtigste Grammatik und stellt typische Redewendungen aus der Umgangssprache vor. Vorkenntnisse des Arabischen sind nicht erforderlich. Die Umschrift in lateinischen Buchstaben ermöglicht, sofort mit dem Sprechen zu beginnen. Ziel ist die Kommunikation in wichtigen alltäglichen Situationen.

Viel Spaß beim Lernen und Sprechen!

Wahid Ben Alaya

Hinweise zur Benutzung

Der Kauderwelsch-Band „Marokkanisch-Arabisch“ ist in die Abschnitte „Grammatik“, „Konversation“ und „Wörterliste“ gegliedert:

Die Grammatik beschränkt sich auf das Wesentliche und ist so einfach wie möglich gehalten. Deshalb sind auch nicht sämtliche Ausnahmen und Unregelmäßigkeiten der Sprache erklärt. Wer nach der Lektüre gerne noch tiefer in die Grammatik der arabischen Sprache eindringen möchte, findet im Anhang eine Bücherliste mit weiterführenden Lehrbüchern. Natürlich kann man die Grammatik auch überspringen und sofort mit dem Konversationsteil beginnen. Wenn dann Fragen auftauchen, kann man immer noch in der Grammatik nachsehen.

Konversation: In diesem Teil finden Sie Sätze aus dem Alltagsgespräch, die Ihnen einen ersten Eindruck davon vermitteln sollen, wie Marokkanisch „funktioniert“, und die Sie auf das vorbereiten sollen, was Sie später im äußersten Maghreb hören werden.

Jede Sprache hat ein typisches Satzbaumuster. Um die sich vom Deutschen unterscheidende Wortfolge marokkanischer Sätze zu verstehen, ist die Wort-für-Wort-Übersetzung in kursiver Schrift gedacht. Jedem marokkanischen Wort entspricht ein Wort in der Wort-für-Wort-Übersetzung.

Wird ein marokkanisches Wort im Deutschen durch zwei Wörter übersetzt, werden diese zwei Wörter in der Wort-für-Wort-Übersetzung durch einen Bindestrich verbunden:

nėmshî n-mdîna.

ich-gehe in-Altstadt

Ich gehe in die Altstadt.

Werden in einem Satz mehrere Wörter angegeben, die man untereinander austauschen kann, steht ein Schrägstrich:

na almâni / swîsri. ich Deutscher / Schweizer Ich bin Deutscher / Schweizer.

Unterscheidet sich die männliche und weibliche Form eines Tätigkeitswortes und / oder eines Eigenschaftswortes, sieht das im arabischen Satz und in der Wort-für-Wort-Übersetzung wie im folgenden Beispiel aus:

ėntîna maghrîbi / maghrîbiyya?

du Marokkaner(m/w)

Bist du Marokkaner / Marokkanerin?

Mit Hilfe der Wort-für-Wort-Übersetzung können Sie bald eigene Sätze bilden. Sie können die Beispielsätze als Fundus von Satzschablonen und -mustern benutzen, die Sie selbst Ihren Bedürfnissen anpassen. Um Ihnen das zu erleichtern, ist ein Teil der Beispielsätze nach allgemeinen Kriterien geordnet (z. B. „begrüßen, verabschieden“, „bitten, danken“ usw.). Mit ein wenig Kreativität und Mut können Sie sich neue Sätze „zusammenbauen“, auch wenn das Ergebnis nicht immer grammatikalisch perfekt ausfällt.

Die Wörterlisten am Ende des Buches helfen Ihnen beim Einsetzen neuer Wörter in einen bereits vorgegebenen Satz. Sie enthalten einen Grundwortschatz von je ca. 1000 Wörtern Deutsch-Marokkanisch und Marokkanisch-Deutsch, mit denen man schon eine ganze Menge anfangen kann.

Die Rubrik Das Wichtigste im Überblick hilft, die wichtigsten Sätze und Formulierungen stets parat zu haben. Hier finden sich schnell die wichtigsten Angaben zur Aussprache und eine kleine Liste der wichtigsten Fragewörter, Richtungs- und Zeitangaben.

Begleitendes Tonmaterial

Zu diesem Buch ist zusätzlich ein AusspracheTrainer als MP3-Download erhältlich unter

https://www.reise-know-how.de/produkte/kauderwelsch-aussprachetrainer-und-audio/aussprachetrainer-marokkanisch-arabisch-mp3-1302

Auch erhältlich auf Audio-CD unter

https://www.reise-know-how.de/produkte/kauderwelsch-aussprachetrainer-und-audio/aussprachetrainer-marokkanisch-arabisch-audio-cd

Der AusspracheTrainer enthält alle Sätze und Redewendungen, die in diesem Buch mit einem markiert sind.

Hörproben: In ausgewählten Kapiteln im Konversationsteil dieses Buches können Sie sich unter den dort angegebenen Links Ausschnitte aus dem AusspracheTrainer anhören.

Bevölkerung & Sprache

Vielseitig wie das Land Marokko ist auch seine Bevölkerung. Man trifft unter den wichtigsten ethnischen Gruppen den Berber, den Araber sowie den Nachfahren der dunkelhäutigen Haratin aus dem Sudan und aus Schwarzafrika. Daneben gibt es auch Juden und Europäer aus Spanien, Italien, Portugal, Frankreich. Dem Besucher aus dem Abendland dürfte es kaum gelingen, einen einheitlichen marokkanischen Typus zu erkennen.

Über den Ursprung jener Bevölkerung Nordafrikas, die den Namen „Berber“ trägt, weiß man nur, dass sie seit vorgeschichtlichen Zeiten im Lande leben. Lange vor der Besiedlung durch Phönizier, Römer und Araber bevölkerten die Berber ein riesiges Gebiet, das von Marokko bis zum Niltal reichte. Obwohl in Marokko die Dynastien der Almoraviden, der Almohaden und der Meriniden berberischen Ursprungs waren, ist ausgerechnet von den Berbern in der Kulturkunde so gut wie nie die Rede. Ihre Geschichte war stets von gesellschaftlicher Deklassierung bestimmt, und ihre Reinkultur wurde allmählich in die Gebirgsregionen abgedrängt. Die Berber selbst nennen sich Imazighen (= freie Menschen, sprich: „Imasiren“). Ihr Freiheitsdrang ist noch heute in ihrer Lebensstruktur spürbar.

Seit dem Vorstoß der Araber nach Marokko im späten 7. Jahrhundert wurden die meisten Städte zu Brennpunkten der arabischen Kultur und Arabisch zur offiziellen Staats- und Schriftsprache. Heute herrscht daneben Französisch als zweite Amts- und Geschäftssprache, in Nordmarokko ist auch Spanisch verbreitet. Berberisch hingegen ist im öffentlichen Leben der Maghreb-Länder kaum vertreten. Viele Berberstämme leben zweisprachig, oder sie haben die ursprüngliche Mundart ganz verloren.

Berberisch

Die Berber unterscheiden drei große Dialektgruppen, von welchen eine jede verschiedene Mundarten umfasst:

• Die Schlöh, die größte Gruppe, sprechen Tachelhait und leben vorwiegend als sesshafte Ackerbauern im westlichen Hohen Atlas und Anti-Atlas, in der Sous-Ebene sowie im Dra- und Dadestal.

• Die Beraber, die sich selbst Imazighen (= freie Menschen) nennen, sprechen Tamazight. Sie wohnen als Halbnomaden mit ihren Schaf- und Ziegenherden im östlichen Hohen und im Mittleren Atlas.

• Die Rifkabylen sprechen Tarifi. Sie besiedeln, als vorwiegend sesshafte Bauern oder Viehzüchter, das Rif-Gebirge im Norden Marokkos.

Das Berberische ist immer noch keine Schriftsprache im eigentlichen Sinne, obwohl es über Jahrhunderte ein eigenes, heute leider so gut wie vergessenes Schriftsystem (Tifinagh) hat, das von den Tuareg benutzt wird.

Nicht gering zu schätzen jedoch ist auch der Einfluss der Berbersprachen auf das Marokkanische: Die Marokkaner sprechen folgerichtig ein maghrebinisches Arabisch, das sich von anderen Mundarten, wie z. B. dem Syrischen oder Ägyptischen, durch eine gewisse Härte und Rauheit unterscheidet. Auch die Berberdialekte zeichnen sich durch die Häufigkeit von Reib- und Zischlauten sowie die Dominanz von Mitlauten aus.


Aussprache & Umschrift

Der Kauderwelsch-Band „Marokkanisch-Arabisch“ verwendet nicht das arabische Alphabet. Stattdessen wird eine Umschrift in lateinischen Buchstaben benutzt, die dem Leser ein zügiges Erlernen der Sprache ermöglicht und ihm dabei hilft, Schwierigkeiten der Aussprache leicht zu bewältigen. In der nachfolgenden Tabelle steht neben der Umschrift auch der Name des Buchstaben in arabischer Schrift, damit man ihn sich von einem Araber vorsprechen lassen kann.

Selbstlaute (Vokale)

Die Aussprache der Selbstlaute (a, ä, e, i, o, u) ebenso wie die der Doppellaute (au, ai usw.) bereitet keine Schwierigkeit. Sie unterscheiden sich nicht vom Deutschen. Lange Selbstlaute werden durch das französische Dehnungszeichen gekennzeichnet: â, , ê, î, ô, û. Die Länge eines Buchstaben ist von großer Bedeutung:


djme* Moschee
jwme* Moscheen

Zu beachten ist noch der sehr kurze Selbstlaut ė. Er entspricht in etwa dem auslautenden „e“ wie im deutschen Wort „Ende“. Dieses ė wird nur sehr schwach betont und ist daher kaum hörbar: ėl-weld (der Junge) hört sich fast wie l-weld an.

Mitlaute (Konsonanten)

Mit Ausnahme einiger besonderer Laute des Arabischen werden die Mitlaute im Prinzip wie im Deutschen ausgesprochen.

hämza: ’

= bezeichnet einen Stimmabsatz wie etwa in „Ab’art“. Die Stimme setzt neu an, um die nächste Silbe auszusprechen. Beispiel: mes’ûl (verantwortlich)

b: b

= wie das deutsche „b“. Beispiel: bank (Bank)

t: t

= ein helles „t“ wie in „Tier“. Beispiel: Tûnes (Tunesien)

jîm: j

= wie „dj“ wie im Wort „Dschungel“ ausgesprochen, bisweilen auch wie in „Journal“ (nicht „j“ wie in „Jäger“!). Beispiel: djensiyya (Nationalität)

h: h

= ein aus dem Kehlkopf stark gehauchtes, heiseres „h“. Dieser Laut ist ungewöhnlich für deutsche Ohren. Man sollte die Silbe „ha“ möglichst laut hauchen. Beispiel: harf (Buchstabe)

châ: ch

= wie das deutsche „ch“ in „Dach“. Beispiel: chrîf (Herbst)

dâl: d

= wie das deutsche „d“. Beispiel: dîn (Religion)

râ: r

= wie das Zungen-r im Italienischen. Beispiel: râs (Kopf)

zy: z

= stimmhaftes „s“ wie in „Rose“. Beispiel: zarbiyya (Teppich)

sîn: s

= stimmloses „s“ wie in Bus“. Beispiel: siysa (Politik)

shîn: sh

= stimmloses „sch“ wie in „scharf“. Beispiel: shems (Sonne)

sâd: s

= dumpfes, stimmloses „s“. Beispiel: sâbûn (Seife)

tâ: t

= dumpfes (velarisiertes) „t“ wie etwa in „Tau“. Beispiel: tabla (Tisch)

*eyn: *

= Jede Erklärung für diesen Kehllaut wäre ungenügend. Man erhält ihn annähernd durch ein starkes Zusammenpressen des Kehlkopfes, etwa wie nach einem angedeuteten Rülpser; der anschließende Buchstabe breit und kräftig ausgesprochen. Beispiel: *di (normal)

gheyn: gh

= ein Kehlraum-r, klingt ähnlich wie „g“ im norddeutschen „Burg“. Denken Sie bei der Aussprache des gh ans Gurgeln! Beispiel: ghâli (teuer)

f: f

= wie das deutsche „f“. Beispiel: flûs (Geld)

qâf: q

= klingt ähnlich wie ein aus dem Kehlkopf gesprochenes „k“; dabei färbt sich der nachfolgende Selbstlaut dunkler. Beduinen sprechen das q ohne Ausnahme wie „g“ in „Gang“. Beispiel: qahwa (Kaffee)

kf: k

= wie das deutsche „k“. Beispiel: kfi (genug)

lm: l

= wie das deutsche „l“. Beispiel: lîl (Nacht)

mîm: m

= wie das deutsche „m“. Beispiel: mdîna (Altstadt)

nûn: n

= wie das deutsche „n“. Beispiel: mendar (Ausblick)

h: h

= wie das deutsche „h“ in „Hof“. Es muss immer gesprochen werden. Beispiel: hnya (hier)

wâw: w

= Halblaut zwischen „u“und „w“ wie im englischen „water“. Beispiel: weld (Junge)

y: y

= wie „j“ in „Jäger“. Beispiel: hdiyya (Geschenk)

Die Laute s und t sind eine Besonderheit des Arabischen. Sie werden als „emphatisch“ bzw. „velarisiert“ bezeichnet. Bei der Aussprache muss der hintere Zungenbereich gegen den Gaumen angehoben werden. Der nachfolgende Selbstlaut wird dadurch dunkler gefärbt.

Betonung

Die Betonung liegt generell auf den lang gesprochenen, gedehnten Selbstlauten und auf Doppelmitlauten. Wenn kein langer Selbstlaut im Wort vorhanden ist, liegt die Betonung meist auf der ersten Silbe.

Wörter, die weiterhelfen

Oftmals genügen schon kleine „Schlüsselwörter“ und Sätze, um sich im fremden Land erstmals zu orientieren.

smähli!

erlaub!-mir

Bitte! / Entschuldigung!

shokran! / bârak-allâhu-fîk!

danke / segne-Gott-in-dich

Danke!

kyen-shi ... ? „Gibt es ... ?“

kyen-shi l-pûsta? es-gibt-FRAGE die-Post Gibt es eine Post?

kyen-shi l-bank? es-gibt-FRAGE die-Bank Gibt es eine Bank?

n*am, temmâ! ja, es-gibt Ja, es gibt (eine)!

l, mä-temmâ-shi! nein, nicht-es-gibt-nicht Nein, gibt es nicht!

feyn temmâ ... ? „Wo gibt es / ist ... ?“

feyn temmâ l-’otêl?

wo es-gibt das-Hotel

Wo ist ein Hotel?

feyn temmâ ės-sôq?

wo es-gibt der-Markt

Wo ist ein Markt?


l-îsâr (nach) links
twêl geradeaus
hn hier
temma dort
daura Abbiegung
l-hn hierher
men-dîk ėj-jîha aus jener Richtung (von-jene(w) die-Richtung)
l-îmîn (nach) rechts
ėrja*! geh zurück! (zurückgeh!)
ė*mel daura! bieg ab! (mach! Abbiegung)
men-hn von hier

Die Wendungen für „gibt es ...?“, „wo gibt es ...?“ sowie „ich suche nach ...!“ kann man mit jedem Wort aus der folgenden Wörterliste und natürlich auch mit sinnvollen Wörtern aus der Wörterliste im Anhang kombinieren.

na kä-nfättesh *äl ... ! „Ich suche nach ... !“

na kä-nfättesh *äl-ės-sîfâra! ich soeben-ich-suche auf-die-Botschaft Ich suche die Botschaft!

kä-nfättesh *äl-ėl-mdîna!

soeben-ich-suche auf-die-Altstadt

Ich suche die Altstadt!


farmâsiya Apotheke
tbêb Arzt
bank Bank
sîfâra Botschaft
tranbiyya Bus
mâtâr Flughafen
’otêl Hotel
restôrôn Restaurant
spîtâr Spital
taksi Taxi
knîf Toilette
bît Zimmer

na nėbghî ... ! / na nhebb ... ! „Ich will / möchte / brauche ... !“

na nebghî qahwa! ich ich-möchte Kaffee Ich möchte einen Kaffee!

na nhebb ty ich ich-liebe Tee Ich möchte einen Tee!

na nhebb bedeutet ursprünglich „ich liebe“, man verwendet es aber auch im Sinne von ich möchte“, „ich will“ oder „ich brauche“.

Zum Schluss noch einen Fragesatz, den man häufig anwenden kann:

shennû hda? was dieses(m) Was ist das?

Hauptwörter

Die arabische Sprache kennt nur zwei grammatische Geschlechter: weiblich und männlich (abgekürzt: „w“ und „m“).

Geschlecht

Weiblich sind alle Wörter, die auf -a enden, und solche, die ein weibliches Lebewesen bezeichnen:


djumla Satz
kelma Wort
wlida Mutter
bent Mädchen

Wörter, die ein Land oder eine Stadt bezeichnen, sind in der Regel ebenfalls weiblich:


I-Jaz’er Algerien
Almâniya Deutschland
l-’Ordon Jordanien
l-Maghrib Marokko
ėn-Nemsa Österreich
Falastîn Palästina
ės-Sä*ûdiya Saudi-Arabien
Swîsra Schweiz
Espâniya Spanien
Tûnes Tunesien

Alle anderen Wörter, die nicht unter diese Kategorien fallen, sind männlich. Männliche Hauptwörter (vor allem Nationalitäten, Berufe sowie einige Tiernamen) lassen sich in der Regel durch Anhängen von -a in ein weibliches umformen. Bei männlichen Wörtern, die auf einem Selbstlaut (z. B. -i) enden, wird statt -a bei der Umformung in ein weibliches Wort -ya angehängt.


mûdîr Direktor
mûdîra Direktorin
kelb Hund
kelba Hündin
almâni Deutscher
almâniya Deutsche

Einen unbestimmten Artikel (ein, eine) gibt es im Arabischen nicht. Steht ein arabisches Wort ohne Artikel, ist es immer unbestimmt, z. B.: bnîta („ein Mädchen“, oder einfach: „Mädchen“). Sehr häufig übernimmt jedoch das Zahlwort whed (eins) die Funktion eines unbestimmten Artikels, und zwar für männliche wie für weibliche Hauptwörter. Das Hauptwort steht dann allerdings dennoch mit dem bestimmten Artikel:

whed ėl-berrâni eins der-Ausländer ein Ausländer

whed ėl-baqra eins die-Kuh eine Kuh

Die Hauptwörter im Marokkanischen werden fast immer vom bestimmten Artikel ėl begleitet, selbst dann, wenn dabei eigentlich die unbestimmte Form des Wortes gemeint ist!

Mehrzahl (Plural)

Es gibt im Marokkanischen zwei regelmäßige Mehrzahlformen (abgekürzt: Mz) für Hauptwörter. Für die Mehrzahl männlich wird -în an das Wortende gehängt, für die Mehrzahl weiblich steht -t / -ât anstelle von -a.

männliche Hauptwörter


chaddm > chaddmîn Arbeiter (Mz)
mwaddaf > mwaddafîn Angestellte
berrâni > berrânîn Ausländer (Mz)
mughanni > mughannîn Sänger (Mz)
*inwn > *änwîn Adressen

weibliche Hauptwörter

Die regelmäßige Mehrzahlform gilt vor allem für Berufsbezeichnungen und Nationalitäten:


mûdîra > mûdîrt Direktorinnen
bnîta > bnîtt Mädchen (Mz)
*’ila > *’ilt Familien
seyyâra > seyyârât Autos
hja > hjt Sachen
fikra > fikrt Ideen
djumla > djumlt Sätze

Daneben gibt es eine Menge unregelmäßiger Mehrzahlformen. Es empfiehlt sich daher, sich gleich die dazugehörige Mehrzahlform einzuprägen:


râjul > rjl Männer
weld > wld Jungen
mrâ > ns Frauen
kelb > klb Hunde
baqra > bqarr Kühe
dâr > diyûr Häuser

Viele männliche Hauptwörter, vor allem die meisten Fremdwörter, übernehmen in der Mehrzahl die weibliche Mehrzahlendung:


tshîk > tshîkt Schecks
tômôbîl > tômôbîlt Autos
häyäwn > häyäwnt Tiere

Die unregelmäßige Mehrzahlform kann man zur Not mit einer Behelfsform umgehen, indem man das Wort bezzf (viel, sehr) vor die Einzahlform setzt; und jeder wird lächelnd verstanden:


mrâ Frau
nsâ Frauen
bezzf mrâ „viel Frau“ (= Frauen)

Zweizahl (Dual)

Die Zweizahl verliert im modernen Umgangsarabisch immer mehr an Bedeutung und wird hauptsächlich für doppelte Körperteile (z. B.: Arme, Beine, Ohren), Gewichte oder Zeiteinheiten verwendet. Die Zweizahlform wird gebildet, indem man an die Einzahlform des Hauptwortes die Endung -eyn anfügt:


yedd Hand
yeddeyn zwei Hände
ks Glas
kseyn zwei Gläser
*m Jahr
*meyn zwei Jahre

Bei Wörtern, die auf -a enden, wird zusätzlich ein -t- eingeschoben:


nuwwâra Blume
nuwwârateyn zwei Blumen
s*a Stunde
s*ateyn zwei Stunden
kelma Wort
jûj kelmt zwei Wörter
djumla Satz
jûj djumlt zwei Sätze

Die geläufige Zweizahlform wird sonst mit dem Wort jûj (zwei) gebildet, das vor dem Hauptwort in der Mehrzahl stehen muss. Selbst wenn das Hauptwort bzw. das Eigenschaftswort in der Einzahl steht, dann würde jeder verstehen, was Sie meinen.

Artikel

Der bestimmte Artikel (der, die) lautet unabhängig von Geschlecht und Zahl eines Wortes ėl. Er verschmilzt mit dem Wort und wird mit diesem zusammen als Einheit gesprochen:


wlida (eine) Mutter
ėl-wlida die Mutter
mdîna (eine) Stadt
ėl-mdîna die Stadt
bnîtt Mädchen (Mz)
ėl-bnîtt die Mädch.
l-*’ila die Familie
l-wlidîn die Eltern
l-mrâ die Frau
l-weld der Junge

Oftmals hört man statt ėl einfach nur l.

Beginnt ein Hauptwort mit einem der folgenden Buchstaben, die „Sonnenbuchstaben“ genannt werden, wird das -l des Artikels durch den jeweiligen Anfangsbuchstaben des Wortes ersetzt. Die Sonnenbuchstaben sind: d, d, l, n, r, s, s, sh, t, t, th, th, z. Der Mitlaut wird dabei kräftiger ausgesprochen (das gilt auch für j).


râjul (ein) Mann
ėr-râjul der Mann
daif (ein) Gast
ėd-daif der Gast
nhâr (ein) Tag
ėn-nhâr der Tag

zusammengesetzte Hauptwörter

Zusammengesetzte Wörter wie „Zahnarzt“ sind solche, in denen ein Hauptwort durch ein anderes näher bestimmt wird. Im Arabischen werden sie nicht wie im Deutschen aneinandergefügt, sondern durch das Verhältniswort dyl (von) verbunden:

jâkêt dyl ėd-drri Jacke von die-Kinder Kinderjacke

keswa dyl-*rôsa Kleid von die-Braut Brautkleid

Bezeichnet das bestimmende Wort eine Sache (also keine Person oder Tier), kann statt des Verhältniswortes dyl die Kurzorm d- stehen:

bît d-ėl-*ämäliyya

Zimmer von-die-Operation

Operationssaal

bb d-ėd-dâr Tür von-das-Haus Haustür

tbêb d-ės-snn Arzt von-die-Zähne Zahnarzt

Endet das erste Hauptwort auf -a, so wird diese Endung zu -et.

seyyâra (Wagen) + i*na (Hilfe):

seyyâret ėl-i*na Wagen der Hilfe Rettungswagen

teyyâra (Flugzeug) + Muhämmed (Mohammed):

teyyâret Muhämmed

Mohammeds Flugzeug

Eigenschaftswörter

Das Eigenschaftswort steht immer nach seinem Bezugswort.

Geschlecht

Es nimmt dasselbe grammatische Geschlecht (männlich, weiblich) an wie das Hauptwort, das es näher beschreibt. Die Grundform des Eigenschaftswortes ist männlich; die weibliche Form erhält man (wie bei Hauptwörtern) durch Anhängen der Endung -a:

râjul mezyn Mann hübsch ein hübscher Mann

mrâ mezyna Frau hübsche(w) eine hübsche Frau

Soll das Hauptwort mit dem bestimmten Artikel stehen, so erhält das Eigenschaftswort auch den Artikel ėl:

l-weld ės-sghêr

der-Junge der-klein

der kleine Junge

l-bnîta ėl-kbîra

das-Mädchen das-groß(w)

das große Mädchen

Endet ein männliches Eigenschaftswort auf -i, wird bei der weiblichen Form -ya statt -a angehängt:


ghâli teuer
ghâliya teuer (w)

Mehrzahl (Plural)

Die regelmäßigen Mehrzahlformen des Eigenschafswortes sind mit denen des Hauptwortes identisch. Für die Mehrzahl männlich wird -în an das Wortende gehängt, für die Mehrzahl weiblich steht -t anstelle von -a.

Steht das Hauptwort in der Mehrzahl, muss das mit ihm verbundene Eigenschaftswort ebenfalls in der Mehrzahl stehen. Für die Mehrzahlform der Eigenschaftswörter kann man grundsätzlich aber auch die weibliche Einzahlendung -a verwenden. Die Marokkaner selber drücken sich gerne in diesem Stil aus.

ėl-’ensn l-m’äddeb der-Mensch der-erzogene der erzogene Mensch

ėn-ns l-m’äddebîn die-Leute die-erzogenen(m Mz) die erzogenen Leute

ėl-bent ėl-qâfza

das-Mädchen das-flotte(w)

das flotte Mädchen

ėl-bent ėl-qâfzt die-Mädchen die-flotten(w Mz) die flotten Mädchen

Bei Hauptwörtern in der Mehrzahl, die einen Gegenstand oder ein Tier bezeichnen, erhält das Eigenschaftswort die weibliche Einzahlendung -a, und nicht die Mehrzahlendung -t.

ės-seyyâra ėj-jdîda

das-Auto das-neue(w)

das neue Auto

ės-seyyârât ėj-jdîda

die-Autos die-neue(w)

die neuen Autos

ėl-hja ėl-ghâliya die-Sache die-teure(w) die teure Sache

ėl-hjt ėl-ghâliya die-Sachen die-teure(w) die teuren Sachen

ėl-kelb ėl-mrêd

der-Hund der-krank

der kranke Hund

ėl-klb ėl-mrêda die-Hunde die-kranke(w) die kranken Hunde

Sätze ohne Verben (Nominalsätze)

Das Hilfsverb „sein“ als Bindeglied zwischen Haupt- und Eigenschaftswort gibt es im Arabischen für die Gegenwart nicht. Um einen Satz (in der Gegenwart) mit „sein“ zu bilden, kombiniert man das Hauptwort (mit dem Artikel ėl) mit einem Eigenschaftswort, allerdings ohne Artikel.

ėl-mdîna qrêba.

die-Altstadt nahe(w)

Die Altstadt ist nah.

ėl-bent mezyna. das-Mädchen hübsche(w) Das Mädchen ist hübsch.

ės-sôq ėj-jdîd mdachcham.

der-Markt der-neu prächtig

Der neue Markt ist prächtig.

ėl-bent l-mezyna meskîna das-Mädchen das-schöne(w) arme(w) Das hübsche Mädchen ist arm.

Liste wichtiger Eigenschaftswörter


mählûl offen
mäshdûd geschlossen
nqî sauber
mwussäch schmutzig
wse* breit
dayyeq schmal
qrêb nah
b*îd weit
shêh richtig
ghâlat falsch
tqêl schwer
chfîf leicht
meskîn arm
ghânî reich
rchês billig
ghâli teuer
kbîr alt; groß
sghêr klein
qdîm gebraucht
jdîd neu
qbêh hässlich
mezyn schön
mqawwed schlecht
mlêh, drêf gut; nett
schôn heiß
bred kalt
ktîr viel
qlîl wenig
twêl lang
qsêr kurz
farhân fröhlich
ghadbân traurig
*li hoch
hni niedrig
batî’ langsam
särî* schnell
bekrî früh
met’achcher spät
merth ausgeruht
*äyyn müde
mrêd krank
m*fi gesund
s*êb schwierig
shel einfach
hârr scharf
hlôw süß
mtuwwar klug
niyyâ dumm
bâtall kostenlos
muhêm wichtig
bezzf sehr; viel
shweyya wenig
wachcha einverstanden
sâfi einverstanden

Farben

In der linken Spalte stehen die männlichen Formen, in der zweiten Spalte die weiblichen und gleichzeitig Mehrzahlformen.


byadd beyda weiß
zraqq zarqa blau
chdarr chadra grün
hmarr hamra rot
sfarr safra gelb
qahwi qahwiya braun
khll kähla schwarz
mluwwen mluwwna farbig
mdähheb mdähhba golden
noqri noqriya silbern

Dieses & Jenes

Die hinweisenden Fürwörter „dieser“ und „jener“ werden dem Hauptwort, auf das sie sich beziehen, vorangestellt. Das Hauptwort steht außerdem mit dem Artikel ėl. Mit diesen hinweisenden Fürwörtern weist man auf etwas hin, was sich nah beim Sprecher befindet.


hda oder: hd dieser (hier) (m Ez)
hdi diese (hier) (w Ez)
hdu diese (hier) (m/w Mz)

hda l-ktb muhêm bezzf! dieses(m) das-Buch interessant sehr Dieses Buch ist sehr interessant!

Hiermit weist der Sprecher auf etwas hin, was relativ weit von ihm entfernt ist.


hdk oder dk dieser dort, jener (m Ez)
hdîk oder dîk diese dort, jene (w Ez)
hdûk oder dûk diese dort, jene (m/w Mz)

hda ėn-nhâr ghzl! dieser(m) der-Tag Gazellen Dieser Tag ist wunderschön!

dk byadd wu dîk chadra! jener(m) weiß und jene(w) grün(w) Das dort ist weiß und jenes ist grün!

hdi ėz-zarbiyya mlêha! dieser(w) der-Teppich gut Dieser Teppich ist gut!

dûk ėj-jwme* jdîda! jene(Mz) die-Moscheen neue(w) Jene Moscheen sind neu!

Persönliche Fürwörter

Die persönlichen Fürwörter müssen im Arabischen nicht so konsequent wie im Deutschen verwendet werden. Es empfiehlt sich jedoch, diese stets zu nennen, um Missverständnisse auszuschließen. Wichtig ist, dass man im südlichen Teil Marokkos zwischen persönlichen Fürwörtern für Männer und Frauen unterscheidet!


f-ėl-jänûb(im Süden) f-ėsh-shml (im Norden)
ich na na
du (m/w) ėnta/ėntî ėntîna
er huwwa huwwa
sie (Ez) hiyya hiyya
wir hnya, hn hnya, hn
ihr (m/w) ėntûm/ėntûma ėntûm
sie (m/w) hûm/hûma hûma

ėnta almâni?

du(m) Deutscher(m)

Bist du Deutscher?

ėntî almâniya drêfa!

du(w) Deutsche(w) nette(w)

Du bist eine nette Deutsche!

ėntîna maghrîbi / maghrîbiya.

du Marokkaner(m/w)

Du bist Marokkaner / Marokkanerin.

Persönliche Fürwörter können mit der unveränderlichen Partikel râ betont werden.

râ-hnya meselmîn! !-wir Muslime Wir sind Muslime! (nicht ihr!)

râ-huwwa kbîr bezzf! !-er groß sehr Er ist sehr groß! (nicht ich!)

Besitzanzeigende Fürwörter

Im Arabischen steht das besitzanzeigende Fürwort nicht vor dem Hauptwort wie im Deutschen. Stattdessen werden besitzanzeigende Endungen an das Hauptwort angehängt. „Mein Haus“ z. B. wird mit „Haus-mein“ umschrieben. Es macht es keinen Unterschied, ob das Hauptwort in der Ein- oder Mehrzahl steht, wohl aber, ob es auf einem Mitlaut oder Selbstlaut endet.


steht nach ... Mitlaut Selbstlaut
mein; mich -i; -ni -yi
dein (dich) -ek -k
sein (ihn) -u -h
ihr (sie) -ha -ha
unser (uns) -na -na
euer (euch) -kum -kum
ihr (sie) -hum -hum
dâr Haus
dâri mein Haus (Haus-mein)
dârek dein Haus (Haus-dein)
dâru sein Haus (Haus-sein)
bb Vater
bbyi mein Vater (Vater-mein)
bbk dein Vater (Vater-dein)
bbh sein Vater (Vater-sein)

Bei Wörtern, die auf -a enden, entfällt das -a, und ein -ėt- tritt an seine Stelle. Da diese Wörter nach dieser Änderung auf einem Mitlaut enden, bekommen sie natürlich die Endungen aus der linken Spalte angehängt.


brayya Brief Brief
brayyėti Brief-mein mein Brief
brayyėtek Brief-dein dein Brief
brayyėtkum Brief-euer euer Brief

Da die besitzanzeigenden Endungen noch an anderen Stellen bedeutsam sind (bei Tätigkeits- bzw. Verhältniswörtern usw.), sollte man sie sich jetzt schon gut einprägen. In Marokko wird das Besitzverhältnis jedoch häufiger durch das Verhältniswort dyl (von) ausgedrückt, das dem Hauptwort unmittelbar folgt. Eine zweite Variante ist die Umschreibung mit dem Verhältniswort mt* (von). An beide Verhältniswörter werden die besitzanzeigenden Endungen angehängt; dabei macht es keinen Unterschied, ob das Hauptwort in der Ein- oder Mehrzahl steht.


dyli mein
dylek dein
dylu sein
dylha ihr (Ez)
dylna unser
dylkum euer
dylhum ihr (Mz)

l-fikrt dylkum mlêha. die-Ideen von-euch gute(w) Eure Ideen sind gut.

ėn-nuzl dylna b*îd. das Hotel von-uns weit Unser Hotel ist weit.

hdi ėl-lûgha mt*kum mshi shla! diese(w) die-Sprache von-euch nicht leicht(w) Eure Sprache ist nicht leicht!

Oft wird das Besitzverhältnis betont, indem das entsprechende persönliche Fürwort wiederholt wird. Das ist eine sehr geläufige und beliebte Spielart der Umgangssprache.

l-wlida dylna hnya mshi hôn! die-Mutter von-uns wir nicht hier Unsere Mutter ist nicht da!

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