Kitabı oku: «Parkinson mein Untermieter»
Inhaltsverzeichnis
Impressum 3
Teil 2 - Mein Patiententagebuch 4
Naturheilkunde 4
Doppelbilder durch Schlaganfall? 17
Wieder zuhause 44
Doppelbilder durch Herzinfarkt? 81
Doppelbilder durch DBS? 84
Wieder zuhause 98
Nebenwirkungen und Zweifel 123
Ernährungsberatung 152
Schmerztherapie 168
Abszess am Zeh 181
Spitalsaufenthalt in Be. 254
Wieder zuhause 282
Wird Parkinson heilbar? 324
Zum Augenarzt 333
Eine enttäuschende Aussprache 350
Noch eine DBS? 367
Zum Orthoptisten 391
Ferien in Nepal 410
Weiter in der Pandemie 412
Neue Studien 435
Weitere Untersuchungen 447
Fragebogen 454
Wieder zuhause 474
Eine weitere Studie 501
Gemeinsam 531
Schlusswort 534
Anamnese 535
Meine Operationen 535
Meine Magen- Darmprobleme 536
Virenerkrankungen 537
Gesundheitliche Problemeseit 1966 538
Index 546
Impressum
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:
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© 2021 novum publishing
ISBN Printausgabe: 978-3-99107-379-6
ISBN e-book: 978-3-99107-380-2
Lektorat: H. Schwinger
Umschlagfoto: www.pixabay.com
Umschlaggestaltung, Layout & Satz: novum publishing gmbh
Innenabbildungen: Walter Schaub-Chan
www.novumverlag.com
Teil 2 - Mein Patiententagebuch
Naturheilkunde
03.05.2019
Am Nachmittag spritze ich mir Metoject 15,5 mg gegen meine Polyarthritis.
Wie jeden Tag nehme ich durch den Tag meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
09.05.2019
Heute habe ich um 14:30 Uhr den siebzehnten Termin in der Physiotherapie. Ich erzähle meiner Therapeutin, dass ich gewaltige Probleme habe beim Gehen. Da ich das Gefühl habe, dass ich in den Unterschenkeln keine Kraft habe, massiert sie mir beide Unterschenkel. Nach der Behandlung geht es etwas besser, aber immer noch nicht so, wie ich es mir wünsche. Während der Behandlung erzählen wir uns gegenseitig aus unseren Osterferien.
Ich gehe zur Apotheke, um die für mich hergestellte Hautcreme zu holen. Leider ist sie noch nicht da. Sie erklären mir, dass sie mich anrufen werden.
10.05.2019
Am Nachmittag spritze ich mir Metoject 15,5 mg gegen meine Polyarthritis.
Wie jeden Tag nehme ich durch den Tag meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
14.05.2019
Ich rufe die Naturheilerin aus R. an. Sie gibt mir einen Termin für Freitag den 17.05.2019 um 10:30 Uhr.
Wie jeden Tag nehme ich durch den Tag meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
16.05.2019
Ich rufe in der Stadtapotheke wegen einem Fußpflege- und Fußreflexzonentermin an und bekomme für heute Abend um 17:30 Uhr einen Termin.
Heute habe ich den ersten Fußpflege- und Fußreflexzonentermin. Dort nehme ich vorweg ein Fußbad. Anschließend schneidet mir die Fußpflegerin zuerst die Fußnägel und anschließend befreit und reinigt sie die Füße von Hornhaut an den Rändern unter den Nägeln. An den Fersen habe ich zum Glück keine Hornhaut. Sie benützt dazu diverse Instrumente, wie einen Kopfschneider, verschiedene Nagelzangen und Nagelschleifgeräte.
Nach der Fußpflege macht sie wie vereinbart noch eine Fußreflexzonenmassage. Dabei fängt sie mit dem rechten Fuß an. Sie streicht mit dem Daumen über diverse Stellen am Fuß und den einzelnen Zehen. Dabei kommt sie auch auf schmerzhafte Punkte. Sie fährt immer und immer wieder darüber, bis der Schmerz weg ist. Zum Schluss streicht sie die Füße mit einer wohltuenden Fußcreme ein.
Wie jeden Tag nehme ich durch den Tag meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
17.05.2019
Die Fußpflegerin von der Stadtapotheke ruft mich an wegen weiteren Terminen für Fußpflege und Fußreflexzonenmassage. Ich erkläre ihr, dass ich eigentlich die nächsten Wochen nur Fußreflexzonenmassage möchte und dann nach etwa zwei Monaten wieder Fußpflege, da meine Zehennägel eher langsam wachsen. Sie gibt mir folgende Termine.
Freitag den 24.05.2019 um 17:30 Uhr
Freitag den 31.05.2019 um 17:30 Uhr
Freitag den 07.06.2019 um 17:30 Uhr
Freitag den 14.06.2019 um 17:30 Uhr
Donnerstag den 27.06.2019 um 17:30 Uhr
Donnerstag den 04.07.2019 um 17:30 Uhr
Weitere Termine können wir dann immer noch abmachen.
Ich habe heute um 10:15 Uhr einen Termin bei der Heilpraktikerin aus R. Als ich durch die Stadt fahre, bin ich plötzlich nicht mehr sicher, ob ich auf dem richtigen Weg bin. Als ich am Ende einer kleinen Gasse bin, frage ich eine ältere Frau, die gerade ihren Hausplatz putzt, wo hier eine Heilpraktikerin wohne. Sie ist sehr freundlich und erklärt mir den Weg. Ich parke das Auto in etwas unterhalb vom Haus der Naturheilerin. Bald darauf lässt sie mich in ihr Haus und bittet mich freundlich, im Gang Platz zu nehmen.
Kurz darauf verabschiedet sie sich von der vorhergehenden Kundin und bittet mich in ihr Behandlungszimmer.
Sie meint, dass man mir das Parkinson gar nicht ansehe. Als ich ihr erzähle, dass ich vor einem Jahr noch in ganz anderer Verfassung gewesen sei, dass man mir aber am Ende des letzten Jahres eine Hirnstimulation gemacht hätte und ich seither lebe, wie wenn ich keinen Parkinson hätte, meinte sie, dass dies ja wunderbar sei. Sie ist ehrlich erstaunt über meinen Parkinsonzustand.
Sie hat die Unterlagen von mir vor sich und meint, dass wir 2003 die Helicobacter pylori-Bakterien vollständig eliminiert hätten. Ich übergebe ihr den Artikel von der Parkinsonzeitschrift, in dem steht, dass Parkinsonpatienten ohne den Magenkeim Helicobacter pylori besser leben, da bei ihnen bedeutend geringere motorische Symptome und eine verbesserte Aufnahme von Levodopa festgestellt wurden.
Darauf startet die Heilpraktikerin mit der kinesiologischen Befragung, wobei sie zuerst den Muskeltest macht. Der Muskeltest ist das zentrale Arbeitsinstrument der Kinesiologie. Mit ihm werden Schlüsse auf den körperlichen und gefühlsmäßigen Zustand einer Person gezogen. Wir können bestimmen, was ein Organ oder einen Gefühlszustand wieder zurück ins Gleichgewicht bringt.
Zuerst eicht sie sich und prüft, wie viel Kraft sie benötigt, um meinen Arm bei bestimmten Fragen nach unten zu drücken. Ich muss den rechten Arm seitlich waagrecht austrecken. Nun muss ich „Nein“ sagen. Die Heilpraktikerin drückt nun meinen Arm ohne Probleme nach unten. Nun muss ich den rechten Arm noch einmal seitlich waagrecht austrecken und „Ja“ sagen. Sie hat nun Mühe, meinen Arm nach unten zu drücken.
Sie stellt nun z. B. die Frage: „Sind Sie eine Frau?“. Bei negativer Antwort gibt der Muskel deutlich nach, d. h. der Arm lässt sich leichter nach unten drücken. Wenn Sie die Frage stellt, „Sind sie ein Mann?“, kann sie den Arm nicht hinunter drücken.
Sie macht nun verschiedene kinesiologische Tests und stellt dabei fest, dass meine Aura Löcher hat und deshalb gestört ist, was sich dadurch äußert, dass ich keine Energie hätte und immer müde sei, was auch stimmt, da ich in letzter Zeit ständig schlafen könnte. Sie fragt nun meinen Körper „Wieviel Energie fehlt denn? Sind es 80, 60, 70, 60 oder 50 %?“. Mein Körper zeigt 50 % an. Sie nimmt nun ein Gerät in ihre Hand und tippt auf der Tastatur „Fehlende Energie“ ein. Anschließend hält sie das Gerät, für einen kurzen Moment an meine linke Hand und meint, dass meine Energie wieder voll aufgeladen sei.
Sie checkt nun auf diese Art meinen ganzen Körper durch. Auch meinen Magen-Darmbereich oder die Lunge. Als sie z. B. meinen Körper fragt „Sind noch Helicobacter pylori Bakterien vorhanden?“, antwortet dieser mit „Ja“. „Kann ich es mit NaCl 0.9 % behandeln? „Ja“ „Wie viele Einheiten brauche ich?“ 10, 9, 8, 7, „7“ Das heißt also sieben Spritzen NaCl 0.9 %.
Als sie meinen Körper fragt, ob ich unter Sodbrennen leiden würde, antwortet dieser mit „Ja“, was auch stimmt, denn seit ca. zwei Wochen leide ich darunter. Sie möchte nun den Grund dieses Sodbrennens erfahren und findet heraus, dass kürzlich etwas mit meinem Darm passiert sein müsse, was auch stimmt, denn im März hatte ich eine Darmoperation. Es klingt wie Hokuspokus, aber irgendwie funktioniert es doch.
Die Heilpraktikerin macht noch diverse andere kinesiologische Tests und quetscht meinen Körper richtig aus. Sie versucht dann, meinen Körper von negativen Einflüssen zu befreien, indem sie immer wieder dieses Gerät benützt.
Da bei 90 % ihrer Parkinsonpatienten ein Schock oder ein besonderes Ereignis das Parkinson ausgelöst hat, möchte sie wissen, was bei mir die Ursache war. Sie findet dabei heraus, dass es, im Unterbewusstsein, die Kündigung gewesen sein muss, was stimmen könnte, denn ich denke manchmal noch heute an die Art und Weise, wie diese Kündigung erfolgt ist.
Sie meint dann, dass sie das nächste Mal gerne meine Arthritis untersuchen möchte. Zum Schluss macht sie mir die erste der sieben Spritzen gegen Helicobacter pylori Bakterien und zeigt mir, wie ich diese zu Hause verabreichen muss. Sie macht mich dabei mehrmals darauf aufmerksam, die Spritze im Obrschenkel und nicht im Bauch zu machen. Dann übergibt sie mir die restlichen sechs Spritzen, welche ich jeweils am Dienstag- und Freitagmorgen spritzen soll. Wir machen noch den nächsten Termin für den 12.06.2019 um 10:45 Uhr ab. Als es ans Bezahlen geht, muss ich mit Schrecken feststellen, dass ich vergessen habe, Euro zu holen. Die Naturheilerin zeigt sich kooperativ und meint, dass ich in diesem Fall das nächste Mal bezahlen könne.
Am Nachmittag spritze ich mir Metoject 15,5 mg gegen meine Polyarthritis.
Wie jeden Tag nehme ich durch den Tag meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
21.05.2019
Am Morgen spritze ich mir die erste der sechs Spritzen Na Cl 0.9 %, welche ich von der Heilpraktikerin bekommen habe. Dabei muss ich wie folgt vorgehen.
Na Cl 0.9 % selber spritzen:
Die Glasampulle mit dem Na Cl 0.9 % klopfen, damit die Flüssigkeit nach unten geht.
Dann das obere Ende der Glasampulle aufbrechen. Dabei den einen Daumen auf den weißen Punkt der Ampulle legen und mit den Fingern der anderen Hand den oberen Teil abbrechen. Ich benutze dabei einen Tupfer, um die Finger vor Glasscherben zu schützen.
Mit der Spritze (ohne Nadel) den Inhalt der Ampulle in die Spritze ziehen.
Die dünne Nadel auf die Spritze setzen.
Mit dem Stempel die Luft aus der Spritze drücken, bis sich die Flüssigkeit im durchsichtigen Bereich der Nadel zeigt.
Mit dem Daumen und Zeigefinger einer Hand eine Falte fassen und mit der anderen Hand die Hautstelle desinfizieren.
Die Nadel bis zum Anschlag in den Oberschenkel stossen.
Dann mit dem Daumen und Zeigefinger bei der Einstechstelle und immer noch mit einer leichten Falte, die Nadel halten.
Mit dem Stempel Na Cl 0.9 % langsam den Spritzeninhalt in den Oberschenkel spritzen.
Spritze herausziehen und Kappe drauf.
Spritze und Ampulle entsorgen.
Heute haben meine Frau und ich um 08:30 Uhr einen weiteren Termin bei unserer Hausärztin. Beim Eingang kommt mir meine Physiotherapeutin entgegen und meint, dass es gerade gut sei, dass sie mich sehe. Sie fragt mich, ob ich am Nachmittag eine Stunde später kommen könne, also um 15:30 Uhr anstatt um 14:30 Uhr. Da es für mich kein Problem ist, ist sie froh, denn sie hätte sonst ein Terminproblem bekommen.
Anschließend überreicht uns die Praxisassistentin einen allgemeinen Fragebogen mit Fragen zu den Ärzten, zur Praxis und zur Behandlung im Allgemeinen. Sie begleitet uns ins Besprechungszimmer. Kurz darauf kommt die Ärztin wie immer lachend herein.
Nachdem meine Frau dran gewesen ist, überreiche ich ihr eine Liste mit folgenden Feststellungen und Fragen.
Ich habe oft geschwollene Füße.
Seit zwei Wochen habe ich ein Brennen im Hals mit saurem Aufstoßen.
Beim Stuhlen brennt der After.
Ich habe Mühe beim Treppensteigen und Gehen.
Ich habe keine Energie mehr und bin ständig müde.
Ich habe stark an Gewicht zugenommen.
Zeckenimpfung
Bericht vom Labor (Stuhl).
Arztbericht vom Neurologen.
Arztbericht vom Dermatologen.
Sie nimmt sich richtig Zeit und geht auf meine Anliegen ein. Sie schaut sich meine Füße an und meint, dass es im Moment nicht so schlimm sei und, wenn es schlimmer werde, sei das Einzige, was ich machen könne, Stützstrümpfe tragen. Ich muss mich auf das Bett legen und sie kontrolliert am Hals meine Lymphknoten und schaut gleichzeitig, ob der Bauch voll Wasser ist und sich dementsprechend bewegt. Sie kann nichts finden, was gefährlich sein könnte.
Wegen dem Brennen im Hals und dem sauren Aufstoßen möchte sie zuerst wissen, was wir essen. Sie schlägt mir vor, dass ich, wenn das Brennen wiederkomme, für ca. einen Monat Pantoprazole Sandoz 40, einen Magensäure-, oder Protonenpumpenhemmer einnehmen solle.
Das Brennen im After hat seine Ursache meistens beim Essen und kann mit entsprechenden Salben behandelt werden. Ich erkläre ihr dann, dass ich meistens Sulgan, eine Hämoroidensalbe einstreiche, was sie als gute Idee erachtet.
Was die Mühe beim Treppensteigen und Gehen angeht, meint sie, wie mein Neurologe, dass es Auswirkungen vom Parkinson sein könnten. Zudem sei es schon etwas komisch, dass es nach einer Physiotherapie immer etwas besser sei.
Die Ärztin rät mir, doch mehr spazieren zu gehen. Wir reden dann noch kurz darüber, ob ich eventuell einen Rollator brauchen würde. Ich habe auch schon daran gedacht, möchte es aber zuerst mit den Walkingstöcken probieren. Zudem solle ich doch meine Knie wieder tapen. Auch die Faszien-Behandlung mit den Igelrollen soll ich nicht vergessen.
Die Energielosigkeit kommt wahrscheinlich von meinen Krankheiten wie Parkinson, Polyneuropathie oder der rheumatoiden Arthritis und den damit verbundenen Medikamenten.
Das Gleiche gilt für die Gewichtszuname. Als ich auf der Waage stehe, zeigt diese zu meinem Schrecken 94.5 kg an, also 10 kg mehr als noch vor einem Jahr. Was meine Größe angeht, so habe ich von 173 cm auf 168 cm abgenommen, was für mein Alter normal sei.
Wegen der Zeckenimpfung fragt sie mich, wieso ich diese möchte. Als ich ihr erkläre, dass ich im Jahr 2000 schon einmal Probleme gehabt hätte mit einem Zeckenbiss und ich zudem manchmal in Waldnähe spaziere, ist sie einverstanden, mir eine solche Impfung zu machen, wobei es zwei Impfungen im Abstand von einem Monat sind. Die dritte Impfung wird dann erst in zwölf Monaten gemacht.
Beim Stuhl-Bericht vom Labor sind keine Helicobacter pylori-Bakterien nachgewiesen worden, im Gegensatz zur Heilpraktikerin. Die Arztberichte vom Neurologen und vom Dermatologen hat sie noch nicht bekommen.
Meine Hausärztin will dann noch wissen, wie es bei dem Hautarzt gegangen sei. Ich erkläre ihr, dass ich, als ich bei ihm war, keinen Ausschlag mehr hatte und ich ihm deshalb die Fotos gezeigt habe. Anhand von diesen meinte er, dass es in die Richtung von der Röschenflechte gehe. Er hat mir dann ein Rezept für Antidry Calm Lotion und Carbamid Creme gegeben. Zusätzlich müssen sie eine spezielle Creme für mich herstellen. Zudem forderte er mich auf, das nächste Mal am Morgen um 07:00 Uhr anzurufen und zu sagen, dass es ein Notfall sei, dann bekäme ich sofort einen Termin und die Krankenkasse würde die Kosten übernehmen.
Nachdem mir die Praxisassistentin eine erste Zeckenimpfung gemacht hat und die Ordinationshilfe Pantoprazol Sandoz 40, sowie den nächsten Termin für den 26.06.2019 um 09:00 Uhr gegeben hat, verabschieden wir uns von der Ärztin und dem Personal.
Heute habe ich um 15:30 Uhr den achtzehnten und letzten Termin bei der Physio. Sie sieht, dass ich ein wenig Wasser in den Beinen habe und macht deshalb Lymphdrainagen an meinen beiden Unterschenkeln. Anschließend massiert sie mein rechtes Knie und den rechten Oberschenkel. Dabei kommt sie wieder auf diverse Punkte, welche recht schmerzhaft sind. Zum Glück kann sie einiges lösen, denn als sie fertig ist, habe ich fast keine Schmerzen und kann besser die Treppe hochsteigen. Eigentlich wollte ich ihr noch eines meiner Bücher als Abschiedsgeschenk bringen, habe aber ganz vergessen, dass ich heute das letzte Mal Physio habe. Bei meinem Buch handelt es sich um einen Reisebericht mit der Besteigung des Kilimandscharo, dem höchten Berg in Afrika. Beim Abschied wünschen wir uns gegenseitig alles Gute.
Wie jeden Tag nehme ich durch den Tag meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
24.05.2019
Am Morgen spritze ich mir Na Cl 0.9 %.
Am Abend habe ich um 17:30 Uhr einen Fußpflegetermin in der Apotheke.
Vorher gehe ich noch zum Sporthändler und hole mir ein Theraband und ein Dehnband.
Als ich bei der Fußpflegerin bin, möchte sie zuerst wissen, wie es mir geht. Als ich ihr erkläre, dass ich große Mühe gehabt hätte von der Tramstation bis hierher zu laufen, hat sie keine Idee, was es sein könnte. Die Fußreflex-Zonenmassage tut mir gut. Als ich sie frage, woher ihr Name komme, meint sie aus der Türkei. Sie kam mit neun nach Deutschland, hat früh geheiratet, zwei Mädchen bekommen und erst später die Ausbildung zur Fußpflege gemacht.
Wie jeden Tag nehme ich durch den Tag meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
25.05.2019
Am Morgen spritze ich mir Metoject 15,5 mg gegen meine Polyarthritis und Na Cl 0.9.
Da ich bis heute noch keinen Anruf von der Apotheke bekommen habe, wegen der speziell für mich hergestellten Hautcreme, rufe ich dort an. Man erklärt mir, dass sie leider vergessen hätten, mich anzurufen, dass ich diese Hautcreme aber abholen könne.
Wie jeden Tag nehme ich durch den Tag meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
28.05.2019
Am Morgen spritze ich mir Na Cl 0.9 %.
Durch den Tag nehme ich, wie immer, meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
29.05.2019
Am Morgen spritze ich mir Na Cl 0.9 %.
Kurz danach bekomme ich ein E-Mail von der Zahnarztpraxis, in dem ich daran erinnert werde, dass ich heute um 13:00 Uhr einen Termin habe.
Ich gehe also mit dem 12:17 Uhr-Bus nach S. und nehme dort den Bummler. Ich komme mir irgendwie blöd vor, da ich im Zug der Einzige bin, der nicht an einem Handy herumspielt.
Bevor die Zahnhygienikerin meine Zähne reinigt, macht sie eine gründliche Kontrolle und meint, dass ich meine Zähne gut pflege, denn es sehe sehr gut aus. Sie muss auch nicht viel Zahnstein entfernen. Nach der Zahnreinigung holt sie den Zahnarzt, welchen ich schon lange nicht mehr gesehen habe. Wie immer begrüßt er mich in seiner ruhigen Art. Er kontrolliert meine Zähne und meint zufrieden, dass alles gut aussehe.
Anschließend fahre ich mit dem Tram von P. nach B. Dort gehe ich in die Apotheke, um die extra für mich hergestellte Hautcreme „Antidry Calm Lotion“ zu holen.
Durch den Tag nehme ich wie immer meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
31.05.2019
Am Morgen spritze ich mir die vierte Spritze Na Cl 0.9 %.
Am Nachmittag spritze ich mir Metoject 15,5 mg gegen meine Polyarthritis.
Am Abend habe ich um 17:30 Uhr einen Fußmassagetermin.
Durch den Tag nehme ich wie immer meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
Doppelbilder durch Schlaganfall?
01.06.2019
Am Abend, bevor ich ins Bett gehe, sehe ich plötzlich alles verschwommen und zum Teil doppelt. Ich gehe ins Bett und denke mir nichts Besonderes dabei, sondern denke, ja am Sonntagmorgen wird es dann schon wieder gut sein.
Durch den Tag nehme ich wie immer meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
02.06.2019
Als ich am Sonntagmorgen aufstehe, sehe ich immer noch alles verschwommen. Die Zahlen auf dem Handy erkenne ich gar nicht mehr. Als ich am Computer nach der Telefonnummer vom Augenarzt schauen möchte, sehe ich die Buchstaben auf der Tastatur nur verschwommen und zum Teil doppelt. Ich rufe dann zuerst im Augenzentrum B. an, welche mich aber an die Augenklinik des Universitätsspitals B. verweisen. Ich rufe dann trotzdem noch in der Praxis von meinem Augenarzt, im Augenzentrum S. an. Auch dort werde ich an den Notfall der Augenklinik des Universitätsspitals B. verwiesen.
Da wir mit einer Freundin von uns abgemacht haben, um mit ihr nach R. zu gehen, informiere ich sie per WhatsApp, dass es bei uns nicht geht und schildere ihr kurz warum.
Meine Frau will mich begleiten. Wir fahren zusammen um 09:10 Uhr, mit dem Auto, nach S. Da ich nicht damit rechne, dass die mich in B. behalten werden, parke ich beim Kino in der blauen Zone. Bald darauf sitzen wir im Schnellzug nach B. und im Tram zur Klinik.
In der Augenklinik kann ich schnell zur Vorkontrolle, aber nachher müssen wir ca. eineinhalb Stunden warten, bis ich an die Reihe komme. Ich frage mich, wieso dies so lange dauert. Schließlich werde ich von einer Ärztin aufgerufen. Sie kontrolliert beide Augen gründlich und nimmt sich Zeit. Nun verstehe ich auch, wieso ich so lange warten musste. Nach ca. einer Stunde meint sie, dass sie nichts finden könne, dass sie mich aber zur näheren Kontrolle in die Neurologie des Universitätsspitals B. senden möchte, um das Ganze auch neurologisch abzuklären. Sie bittet mich, draußen im Gang kurz zu warten, man werde mir einen Taxigutschein geben, welcher mich zum Notfall des Universitätsspitals fahren werde. Ich suche zuerst meine Frau, kann sie aber im ersten Moment nicht finden. Plötzlich kommt sie vom Eingang her mit unserer Freundin, mit der wir verabredet waren. Kurz darauf sitzen wir im Kleintaxi, welches uns zum Notfall des Universitätsspitals fährt, wo wir um ca. 12:15 Uhr eintreffen. Dort wissen sie schon Bescheid. Nach einer kurzen Vorbesprechung mit einem Arzt, muss ich zur Anmeldung, wo die Personalien noch einmal kontrolliert werden. Nach kurzem Warten werde ich abgeholt und in eine der zahllosen Kabinen begleitet. Dort werden mir wie meistens, wenn man in ein Spital kommt, die verschiedenen Anschlüsse für Narkose usw., oder die Blutdruck- und Pulsmessung angeschlossen, d. h. es erfolgt das Einrichten der Überwachungsgeräte der Anästhesie.
Kurz darauf untersucht mich ein junger Arzt und macht verschiedene Tests, z. B. fährt er mit dem Finger vor meinem Gesicht hin und her, auf und ab, nah und fern. Meistens sehe ich seine Finger doppelt, vor allem wenn er mit ihnen näherkommt. Er macht dann noch andere Tests, wie ich sie von diversen neurologischen Untersuchungen her schon kenne.
Neurologische Untersuchung
Welches Datum haben wir heute? den 02.06.2019
In welcher Stadt sind wir hier? In B.
Wo sind wir hier? Im Universitätsspital B.
Ich muss mich aufs Bett setzen.
Ich muss die Finger auf und zu spreizen.
Ich muss die Arme hochheben.
Die Hände mit der Innenfläche nach oben nach vorne ausstrecken.
Die ausgestreckten Hände drehen und zurück.
Hände auf meine Oberschenkel legen.
Den rechten Zeigefinger und den rechten Daumen abwechselnd, so schnell als möglich, zusammenbringen und wieder auseinanderspreizen.
Die gleiche Übung mit dem linken Zeigefinger und Daumen.
Ich muss mit den rechten Fuß auf den Boden stampfen.
Anschließend mit dem linken Fuß.
Ich muss meinen Kopf ein paar Mal nach links und dann nach rechts drehen.
Ich muss meinen Kopf ein paar Mal nach vorne und dann nach hinten bewegen.
Ich muss die Hände nach vorne ausstrecken, wobei der junge Arzt Gegendruck gibt.
Ich muss das linke Bein nach oben drücken, während er Gegendruck gibt.
Ich muss das rechte Bein nach oben drücken, während er Gegendruck gibt.
Der Arzt streicht nun mit seinen Händen den Beinen entlang vom Oberschenkel bis zu den Knöcheln.
Mit seinem medizinischen Hämmerchen klopft er nun auf meine Knie.
Mit der Stimmgabel berührt er zuerst mein rechtes, anschließend mein linkes Knie, wobei ich beide Male etwas spüre.
Mit der Stimmgabel berührt er zuerst meinen rechten, anschließend meinen linken Knöchel, wobei ich links nichts spüre.
Ich muss mich nun auf den Rücken legen.
Zuerst das rechte Bein in die Höhe strecken, anschließend das linke Bein.
Dann das linke Bein anwinkeln und mit der rechten Ferse zum linken Knie, sowie dem linken Bein entlang nach unten bis zum Knöchel.
Die gleiche Übung umgekehrt.
Nach diesen Tests schlägt der Arzt vor, dass man zuerst ein EKG und anschließend ein CT von meinem Kopf machen sollte.
Ich erkläre ihm, dass er, wenn er ein EKG machen möchte, jemanden holen müsse, welcher meinen Hirnstimulator ausschaltet, weil er sonst kein EKG machen könne. Er weiß es anscheinend besser und gibt der Schwester den Auftrag, es trotzdem zu versuchen. Sie bringt zuerst sechs Elektroden auf der Brust an. Als sie diese am Gerät angeschlossen hat und es einschaltet, zeigt dieses nur eine verschwommene Kurve an: „Herr Schaub, Sie haben Recht, es geht wirklich nicht.“ Auch der junge Arzt sieht nun ein, dass es wirklich nicht geht und meint: „Nun habe ich wieder etwas gelernt.“
Schräg gegenüber liegt ein Mann, welcher einen Schwimmunfall hatte. Er war beim Schwimmen, als ihn plötzlich die Kräfte verließen und er kurz vor dem rettenden Rand absackte. Zum Glück hat ein Bademeister dies gesehen und konnte ihn aus dem Wasser ziehen und in Sicherheit bringen. Anschließend hat der Bademeister die Ambulanz kommen lassen und nun ist mein Zimmerkollege hier und hat gewisse Gedächtnislücken.
Neben ihm liegt eine Frau, welche das gleiche Schicksal hat wie ich. Sie war im Garten und hat plötzlich alles doppelt gesehen. Im Gegensatz zu mir wurde es ihr aber schwindlig, was bei mir nicht der Fall war. Zudem hatte sie Kopfschmerzen, ich hingegen nicht. Bei ihr diagnostizierten die Ärzte einen Schlaganfall.
Später werde ich abgeholt und in den CT-Raum gebracht, wo ich mich auf einen fahrbaren Untersuchungstisch legen muss. Wie am 12.02.2019 in der Radiologie in L. wird nun das CT gemacht. Allerdings wird mir dieses Mal kein Kontrastmittel in die Vene verabreicht.
Der Untersuchungstisch wird nun langsam in die kreisförmige Öffnung des Ringes des Computertomographen bis auf Höhe der zu untersuchenden Körperregion gefahren. Die Messungen werden nachträglich vom Computer zu einem Schnittbild oder zu dreidimensionalen Bildern weiterverarbeitet.
Anschließend werde ich wieder in meine Untersuchungskabine gefahren. Die CT-Untersuchung ergab nichts Nennenswertes. Man hat zwar in der Nähe des Hirnstammes einen kleinen Schatten gesehen, was darauf hindeutet, dass ich unter Schluckstörungen leiden müsse, was auch stimmt. Man kann aber nicht genau sagen, was passiert ist, dass ich plötzlich alles verschwommen gesehen habe. Der Arzt meint dann, dass sie am Anfang immer vom Schlimmsten ausgehen, was bei mir auf einen leichten Schlaganfall hindeutet.
Etwa um 15:30 Uhr fragt mich die Schwester, ob draußen jemand auf mich warten würde. Als ich ihr erzähle, dass meine Frau und eine Freundin draußen warten würden, holt sie sie herein. Ich überrede dann die beiden, dass sie doch zu diesem Multikulti-Fest nach R. gehen sollen, da sie ja hier sowieso nichts machen können und ich sowieso zur Überwachung hierbleiben müsse.
Um ca. 16:00 Uhr werde ich von einem Spitalangestellten abgeholt und in die Stroke Unit im 4. Stock gefahren.
Die Intermediate Care (IMC) Stroke Unit ist eine Abteilung der Neurologischen Klinik, welche auf die notfallmäßige Abklärung und Behandlung von Patientinnen und Patienten mit akuten cerebrovaskulären Erkrankungen (Hirnschlag und Hirnstreifung) spezialisiert ist.
Das Universitätsspital B. wurde als eines von acht Zentren (Comprehensive Stroke Center) in der Schweiz mit der Umsetzung der hochspezialisierten Maßnahmen der Hirnschlagtherapie beauftragt.
„Time is brain.“ Diesen Ausdruck hört man im englischen Sprachraum sehr oft in Zusammenhang mit Hirnschlag: „Zeit ist Hirn.“ Bei der notfallmäßigen Behandlung eines Hirnschlages geht es genau darum: Wenige Minuten entscheiden darüber, ob Gehirnzellen, deren Durchblutung unterbrochen wurde, absterben oder nicht. Dadurch sind Hirnschläge die häufigste Ursache bleibender Behinderung bei Erwachsenen.
Eine hübsche Philippinerin und ihre Kollegin begrüßen mich und bringen mir kurz danach etwas Leichtes zum Nachtessen.
Ein Pfleger möchte anschließend ein EKG machen. Wie schon im Notfall erwähne ich, dass ihm dies nicht gelingen werde, ohne dass jemand die Hirnstimulation ausschaltet, worauf er meint, dass wir es probieren. Als ich ihm erkläre, dass dies nichts bringe, glaubt er es nicht und macht weiter. Am Schluss muss auch er einsehen, dass es wirklich nicht geht, ohne die Hirnstimulation auszuschalten.
Nach dem Nachtessen bekomme ich noch Waschzeug, eine Zahnbürste und Zahnpasta, um mich etwas frisch zu machen. Etwa zweieinhalb Stunden nach dem Nachtessen wird wie jeden Abend der Blutdruck, der Puls, die Temperatur und der Sauerstoffgehalt im Blut bestimmt.
Ein, leider für mich nicht so erfolgreicher, schöner Sommertag geht zu Ende. Draußen übernimmt die Nacht das Zepter über einen sonnigen, wolkenlosen Tag. Da wir im 4. Stock sind, sind wir gerade über den Dächern B.s. Überall fangen die Lichter der Stadt an zu leuchten. Während es über der Stadt schon langsam dunkler wird, bescheint die Sonne noch den oberen Teil des Hochhauses eines bekannten Pharmakonzerns.
Durch den Tag nehme ich wie immer meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
03.06.2019
Ich habe sehr gut geschlafen und erwache um 06:00 Uhr. Da ich immer noch an Flaschen hänge, verlange ich von der Schwester eine Urinflasche, um mein „Bissi“ zu machen. Sie bringt mir auch noch Waschzeug, Zahnbürste und Zahnpasta. Um ca. 08:10 Uhr bringen sie das Frühstück, welches ich gestern Abend noch bestellt habe. Das Gipfeli und das Schwöbli haben mir schon lange nicht mehr so geschmeckt, vor allem weil, ich seit gestern Morgen nicht mehr richtig gegessen habe, außer das leichte Nachtessen von gestern Abend.
Ich frage den zuständigen Pfleger nach der Internetverbindung im Spital. Er sagt mir, wie ich vorgehen muss, was dann auch klappt.
Da wir morgen nach Lugano fahren wollten, storniere ich die Hotelbuchung. Die Hopp on, Hopp off-Buchung in Mailand vergesse ich vorerst zu stornieren.
Später rufe ich meine Frau an und bitte sie, mir die Medikamentenbox, die beiden Ladegeräte für meine Telefone und etwas Unterwäsche zu bringen.
Im Laufe des Morgens kommen dann eine Logopädin und ein Ergotherapeut vorbei.
Die Logopädin, eine ältere, aber gutaussehende Lady will wissen, wie es mit meinem Sprech- und Stimmverhalten steht und ob eine Hörbeeinträchtigung besteht. Nach einem ausführlichen Gespräch, bei dem es vor allem um meine gesundheitliche Situation geht, meint sie, dass sie aus unserem Gespräch schließe, dass ich sie im Moment nicht brauche. Sie kommt dann später noch einmal vorbei, als ich beim Essen bin, um zu schauen, wie es mit meinem Schluckverhalten steht.
Der Ergotherapeut will wissen, ob bei mir eine Behinderung, eine Störung, eine psychische oder physische Krankheit oder eine andere Einschränkung vorhanden ist, oder ob meine Selbständigkeit gefährdet ist. Auch er meint, dass ich ihn, im Moment, nicht brauchen würde.
Um ca. 10:00 Uhr kommen dann noch zwei Ärzte, die ich schon von meiner zweiten DBS-Operation kenne, und ein Arzt in Ausbildung.
Auch sie machen, wie gestern der junge Arzt im Notfall, verschiedene Tests, z. B. fährt einer der Ärzte mit dem Finger vor meinem Gesicht hin und her, auf und ab, nah und fern. Meistens sehe ich seine Finger doppelt, vor allem wenn er mit ihnen näherkommt. Er macht dann noch andere Tests, wie ich sie von diversen neurologischen Untersuchungen her schon kenne. Eigentlich machen sie dasselbe wie gestern in der Notfallstation. Am Schluss schlägt einer der Ärzte vor, dass man noch ein MRI von meinem Kopf machen sollte, um mehr Sicherheit zu haben, ob es nicht doch ein Schlaganfall gewesen ist. Im Moment vermuten sie eher nicht.
Am späten Nachmittag werde ich dann von einem Spitalangestellten abgeholt und im Rollstuhl ins erste Untergeschoss gefahren, wo mich eine hübsche junge Frau in Empfang nimmt. Bevor ich mich, auch hier, auf einen fahrbaren Untersuchungstisch lege, kommt noch einer der Ärzte vorbei und schaltet den Hirnschrittmacher aus. Kurz danach fangen zuerst mein rechtes Bein und dann mein linker Arm wahnsinnig an zu zittern. Erst jetzt sehe ich, wie hilfreich die Hirnstimulation ist.
Bevor ich in den Magnetresonanztomographen geschoben werde, wird mein Kopf noch fixiert und ein großes Kissen unter meine Kniekehlen geschoben. Zudem wird mir über die Kanüle ein Kontrastmittel injiziert. Während der Injektion des Kontrastmittels verspüre ich für eine kurze Zeit ein wohliges Wärmegefühl.
Bei der Magnetresonanztomographie (MRI, MRT) handelt es sich um ein bildgebendes Verfahren, welches mittels eines starken Magnetfelds und Radiowellen Schichtbilder des Körpers erzeugen kann. Die hochmodernen MRI-Geräte erlauben eine klare und genaue Darstellung von Organen, wie beispielsweise des Gehirns, der Wirbelsäule sowie des ganzen Bewegungsapparates. Bei dieser Untersuchungsmethode werden keine Röntgenstrahlen verwendet, das verwendete Magnetfeld ist gesundheitlich unbedenklich.
Kurz nach der Tomographie kommt der Arzt wieder vorbei, um den Hirnschrittmacher wieder einzuschalten. Beim Einschalten verzieht es mir kurz den Mund und ich verspüre ein kurzes Zucken im linken Arm und Auge, wie wenn man mir einen Stromstoß verabreicht hätte. Allerdings sei dies laut Arzt normal. Er stellt dieses Mal aber etwas weniger ein, um zu schauen, ob es etwas bewirkt.
Kaum im Zimmer möchte der Pfleger noch einmal probieren, ein EKG zu machen. Anscheinend glaubt er es immer noch nicht, dass dies nicht geht. Am Schluss muss auch er einsehen, dass es wirklich nicht geht, ohne die Hirnstimulation auszuschalten.
Am Nachmittag möchte ich meine Frau anrufen. Da ich sie weder auf dem Handy noch zu Hause erreiche, mache ich mir etwas Sorgen, ob etwas passiert sei. Ich rufe deshalb die Freundin an, mit der sie sich getroffen hat und welche sich spontan bereit erklärt, nach Z. zu fahren und nachzuschauen. In diesem Moment kommt meine Frau vorbei, um zu schauen, wie es mir geht. Wir gehen zusammen ins Kaffee.
Anschließend kommt eine gutaussehende, freundliche und aufgestellte Physiotherapeutin vorbei. Wir gehen zusammen in den Gang, wo ich mich bei den Übungen, bei Bedarf, an den Stangen an den Wänden, hätte festhalten können.
Zuerst muss ich einfach, mit den Füßen zusammen, normal stehen.
Dann muss ich den rechten Fuß vor den linken Fuß stellen und versuchen, das Gleichgewicht zu halten.
Dann die gleiche Übung umgekehrt, also den linken Fuß vor den rechten Fuß.
Dann muss ich vorwärtslaufen und dabei abwechselnd den linken vor den rechten und den rechten vor den linken Fuß setzen. Dabei muss ich immer versuchen, das Gleichgewicht zu halten.
So muss ich den Gang hinunter und zurück laufen, was mich richtig zum Schwitzen bringt.
Nach einer halben Stunde werde ich, schweißgebadet, wieder in mein Zimmer entlassen. Schräg gegenüber mir liegt eine Frau, welche wirklich einen Hirnschlag hatte. Nebenbei leidet sie auch noch unter Osteoporose, also unter Knochenschwund, was die Knochen auch brüchiger macht. Ihr Sohn ist unzufrieden mit den Ärzten und dem Spitalpersonal: „Ich habe ein Recht, zu wissen, was mit meiner Mutter los ist, und was man weiter mit ihr vorhat. Wissen Sie, ich bin Apotheker und meine Frau ist auch Ärztin. Wir kennen unsere Rechte.“ Die diensthabende Pflegefachfrau versucht, ihn zu beruhigen: „Ich verstehe Ihre Argumente, aber wir versuchen wirklich alles, um ihrer Mutter die bestmögliche Behandlung zu geben. Dazu müssen wir aber noch diverse Tests und Abklärungen machen.“ Kurz danach verlässt der Sohn das Spital. Er scheint hässig und unzufrieden zu sein. Kurz darauf erscheint die Tochter, welche viel angenehmer scheint. Da sie und ihre Mutter miteinander reden, entschuldigt sie sich für die Störung, dabei reden sie ja so leise, dass man fast nichts hört.
Etwas später verspüre ich einen leichten Druck auf meiner linken Brust, was ich sofort der Pflegefachfrau mitteile. Aber sie meint, dass wir noch eine halbe Stunde warten sollten.
Etwa eine Stunde später, die Tochter von der älteren Frau, ist schon gegangen, kommt einer der Pfleger und spricht die Frau an: „Ich hatte soeben Ihren Sohn am Telefon und er hat mich verbal angegriffen und sich so danebenbenommen, was natürlich nicht geht. Wissen Sie, wir versuchen wirklich alles, damit Sie so wenig Schaden wie möglich davontragen. Sie hatten leider einen Hirnschlag, was mir auch leidtut, wir müssen nun aber versuchen, den Schaden in Grenzen zu halten. Aber es geht nicht, dass Ihr Sohn uns angreift und uns so quasi zusammenscheißt.“ Die Frau versucht den Schaden zu begrenzen und sagt, dass ihr Sohn manchmal etwas zu impulsiv sei, und sie würde sich dafür entschuldigen.
Um 17:30 Uhr werde ich in mein Zimmer verlegt. Ich begrüße die beiden schon anwesenden Herren. Während der Herr zu meiner Linken wegen einem Herzinfarkt hier ist und eher der ruhige Typ ist und nicht viel redet, ist der Herr schräg visavis der offenere. Wir kommen sofort ins Gespräch. Er hat ähnliches erlebt wie ich, nämlich verschwommene Bilder, kein Schwindel und auch keine Schmerzen. Aber, im Gegensatz zu mir, haben sie bei ihm eine Streifung festgestellt. Der Mann neben mir hatte, wie schon erwähnt, einen Herzinfarkt und kann deswegen nicht mehr richtig reden. Er lispelt vor sich hin und man hat Mühe, ihn zu verstehen. Aber irgendwie geht es immer.
Kurz danach ruft mich mein Cousin an. Er wollte mich zuerst zu Hause erreichen, wo ihm meine Frau mitteilte, dass ich im Unispital liege. Ich muss ihm kurz schildern, was passiert ist. Er ist froh, dass bei ihm noch alles in Ordnung ist. Er macht schon wieder sechsstündige Wanderungen, obwohl er erst letztes Jahr an seiner Hüfte operiert wurde. Er erzählt mir dann, dass seine Schwester übernächste Woche am rechten Knie operiert werde. Er wollte mich nur informieren, dass sein Hometrainer unterwegs ist. Am Schluss wünschen wir uns gegenseitig alles Gute.
Während dem Nachtessen sitzen wir zu dritt am Tisch und kommen uns etwas näher. Nach dem Nachtessen kommt eine herzige Pflegefachfrau, welche ins dritte Lehrjahr kommt. Sie hat ganz rote Backen, weshalb ich sie nur „Rotbäcklein“ nenne. Sie hat ein richtig herzliches Lachen. Sie kontrolliert bei jedem den Blutdruck, den Puls, die Temperatur und den Sauerstoffgehalt im Blut. Bei mir ist alles Gut. Als sie etwas näherkommt, schaue ich auf ihr Namensschild, worauf sie sich spontan mit Vornamen vorstellt. Sie strahlt eine gewisse Natürlichkeit aus und lacht einem mit einem Strahlen im Gesicht an. Sie befreit mich von meinen Flaschen, was mir erlaubt, wieder frei zu sein und mich für die Nacht bereit zu machen. Als ich ihr sage, dass die Tochter von einem Freund genau wie sie heiße, meint sie, dass es aber nicht so viele mit diesem Namen gebe.
Durch den Tag nehme ich, wie immer, meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
04.06.2019
Ich habe sehr gut geschlafen. Um 06:30 Uhr stehe ich auf, gehe Zähne putzen und mich waschen. Bei der morgendlichen Visite des Pflegepersonals, zeigt sich ein neues Gesicht, welche den Blutdruck, den Puls, die Temperatur und den Sauerstoffgehalt im Blut misst. Sie ist ebenso hübsch wie „Rotbäcklein“. Mit ihrer Ponyfrisur sieht sie aus wie die Tennisspielerin Timea Bacsinszky. Bei ihrem herzzerreißenden Lachen schmilzt jedes Männerherz dahin. Später, als wir irgendwie ins Gespräch kommen, meint sie, dass sie ein Mama-Kind und gerne zu Hause sei. Als ich sie frage, ob sie ein Familienmensch sei, meint sie: Ja. Mein Zimmernachbar hat all dies gehört und meint dann, dass die Zeit schon noch kommen werde, wo sie sich gerne in ihre eignen vier Wände zurückziehen möchte. „Timea“ winkt aber ab und meint, dass sie wirklich ein Mama-Kind sei. Ich finde dies so herzig, dass ein junger Mensch sich in der heutigen Zeit so äußern kann. Sie scheint wirklich ein Familienmensch zu sein.
Im Laufe des Morgens kommen, für mich unerwartet, der Leiter der Neurologie, ein habilitierter Professor und Parkinsonspezialist sowie der für mich zuständige Neurologe meiner DBS-Operation vorbei. Sie begrüßen mich wie einen alten Bekannten. Sie wollen wissen, was mit mir passiert sei. Der Professor hofft nur, dass es nicht die Hirnstimulation gewesen ist, welche meine jetzigen Probleme verursacht hat. Es komme manchmal vor, dass bei gewissen Patienten, bei denen zu viel Strom angewendet wurde, so etwas passieren könne. Er hoffe aber, dass dies bei mir nicht der Fall ist. Sie machen dann ähnliche Tests wie schon gestern die anderen Ärzte und meinen auch, dass ich keinen Schlaganfall gehabt hätte und man der Ursache noch mehr auf den Grund gehen sollte. Dies bedeute, dass man noch ein paar andere Tests machen müsse. Nachdem sie sich verabschiedet haben, verabschiedete sich auch unser Zimmernachbar visavis und wünscht meinem Nachbarn zur Linken und mir alles Gute, was wir natürlich auch ihm wünschen.
Anschließend informiere ich meine Tante. Als ich ihr erkläre, dass im Moment immer noch ein Schlaganfall zur Diskussion stehe, erschrickt sie. Wie meistens erzählt sie dann von ihren gesundheitlichen Problemen. Später rufe ich dann noch zwei Freunde und mein Göttikind an. Dem Götti meiner Tochter schreibe ich eine WhatsApp.
Kurz danach kommt die Frau meines Zimmerkollegen, eine aufgestellte und starke Frau, welche anscheinend das Schicksal ihres Mannes angenommen hat und eine natürliche Wärme ausstrahlt.
Nachdem mich meine Frau kurz besucht hat, meldet sich wieder die Physiotherapeutin.
Wir gehen zusammen wieder in den Gang. Zuerst machen wir eine Wanderung durch die Gänge des 4. Stocks. Anschließend machen wir im langen Gang die gleichen Übungen wie gestern. Zusätzlich muss ich aber noch retour und seitwärts laufen. Irgendwie kommen wir dann auf Leki-Wanderstöcke zu reden. Die Therapeutin holt nun solche und zusammen wandern wir wieder durch die Gänge des 4. Stocks. „Rotbäcklein“ sieht mich schwankend dem Geländer nachschleichen und lacht aus vollem Herzen. Sie beobachtet mich hinter der Türe hervor. Als ich ihr zurufe, mich nicht auszulachen, meint die Therapeutin, dass ich nicht aus-, sondern angelacht werde, weil hier alle lachen würden.
Als ich wieder im Zimmer bin, ist „Timea“ mit meinem Zimmerkollegen beschäftigt. Plötzlich fängt sie laut an zu lachen. „Rotbäcklein“ steht auch dabei und lacht ebenso. Ich schau hinüber und mache die Bemerkung: „Ich möchte auch lachen.“ Nun lachen sie noch mehr. „Timea“ klärt mich dann auf, wieso sie plötzlich lachen mussten. Ein Arbeitskollege und sie waren am Diskutieren, als sie etwas falsch verstand. Anstatt „Dies ist ein feiner Doktor“ verstand sie „Schweinedoktor“, weshalb sie lachen mussten.
Zum Znacht sind wir heute nur zu zweit. Nach dem Abendessen kommt eine Inderin, deren Namen ich vergessen habe, weil er zu kompliziert war, um den Blutdruck, den Puls, die Temperatur und den Sauerstoffgehalt im Blut zu messen. Wie immer fragt sie, ob man Schmerzen hätte oder ob man noch etwas brauche.
Durch den Tag nehme ich, wie immer, meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
05.06.2019
Heute ist schon Mittwoch. Heute bin ich schon den vierten Tag hier. Wahrscheinlich habe ich gestern zu viel geschlafen, denn diese Nacht kann ich von 04:00 Uhr an nicht mehr schlafen. Ich stehe deshalb schon um 06:00 Uhr auf und gehe mich duschen. Draußen scheint es heute, einen warmen Tag zu geben. Über 30 Grad hat er gemeldet. Ich lasse deshalb schon früh die Storen herunter und öffne noch das Fenster, um die kühle Luft der Nacht herein zu lassen.
Vor dem Frühstück kommt noch „Timea“, um den Blutdruck, den Puls, die Temperatur und den Sauerstoffgehalt im Blut zu messen. Ich begrüße sie mit „Hallo Prinzessin“, wobei sie wieder ihr herzhaftes Lachen aufsetzt und meint „Das isch aber e herzlichi Begruessig.“ Wie immer sind Blutdruck, Puls und Sauerstoffgehalt im Blut in Ordnung. Allerdings heute sind meine Augen wieder schlechter. Ich kann keine Telefonnummer einstellen, da ich die Zahlen nicht sehe. Sogar das Hochhaus sehe ich zeitweise doppelt, obwohl dieses doch weit weg steht. Allerdings der Anblick von „Timeas“ Lachen stellt mich wieder auf und lässt mich mein Problem vergessen. Ich frage sie dann noch, wieso ich vor dem Einschlafen keine Thrombosespritze bekomme, denn bei früheren Spital-aufenthalten hätte ich immer eine bekommen. Sie verspricht mir, sich darum zu kümmern.
Um 10:00 Uhr kommen bei der Arztvisite drei Ärzte und ein Pfleger vorbei. Neben den normalen neurologischen Tests testet der Professor mit seinen Händen mein Gespür in den Armen, Beinen und Füßen. Mit einem medizinischen Reflexhammer prüft er meine Ellbogen-, Knie- und Fußgelenke. Zudem prüft er mit einer medizinischen Stimmgabel gewisse Nervenreflexe. Er berührt z. B. mein rechtes, anschließend mein linkes Knie, wobei ich beide Male etwas spüre. Als er mit der Stimmgabel zuerst meinen rechten, anschließend meinen linken Knöchel berührt, spüre ich links nichts, was ihn ein wenig überrascht.
Inzwischen haben sie einen neuen Patienten ins Zimmer gefahren. Dieser ist Italiener und sehr nervös. Er räumt seine Kleider sicher fünf oder sechs Mal von seinem Koffer in den Kasten und vom Kasten wieder in den Koffer. Als „Timea“ ihn fragt, ob er noch etwas brauche, meint er, dass er morgens um 06:00 Uhr duschen möchte, er sei dies so gewöhnt. Als sie ihm erklärt, dass dies nicht möglich sei, da er auf Hilfe angewiesen sei und um diese Zeit noch zu wenig Personal hier sei, einigen sie sich, dass er jeweils nach dem Frühstück duschen könne.
Später will er mit seiner Frau telefonieren. Leider gelingt ihm dies nicht, weshalb er sehr nervös vor sich hin flucht. Als ich ihn frage, ob ich ihm helfen solle, merke ich, dass er nur wenig Deutsch spricht oder versteht. Ich erkläre ihm mühsam, dass er, wenn er nach draußen telefonieren möchte, zuerst die 0 wählen müsse. Als es immer noch nicht geht und er den Hörer auf die Gabel knallt und vor sich hin flucht, frage ich ihn, wo denn seine Frau sei. Es stellt sich heraus, dass seine Frau in Italien ist, da sie auch krank ist, nicht Deutsch kann und deshalb nicht in ein Schweizer Spital wollte. Nun habe ich die größte Mühe, meinen neuen Zimmerkollegen davon zu überzeugen, dass er in diesem Fall neben der 0 auch noch die Vorwahl für Italien einstellen müsse. Ich gehe kurz ins Büro und frage nach der Vorwahl für Italien. Ich erkläre ihm nun, dass er zuerst die 0, dann die Vorwahl 0039 für Italien und dann die Telefonnummer ohne die 0 einstellen müsse. Nachdem es anfangs nicht klappte, hat er es dann irgendwie hinbekommen. Später sitzt er am Tisch und schreibt Nummern auf, allerdings weiß ich nicht für welche und was sie bedeuten. Meistens ist er mühsam mit dem Rollstuhl unterwegs. Wenn er aber läuft, so ist er ganz langsam und sehr unsicher unterwegs. Er „täppelet“ in kurzen unsicheren Schritten dahin. Tapp, tapp, tapp. Später erzählt er mir, dass auch er unter Parkinson leide. Im Inneren hoffe ich nur, dass ich nie in eine solche Lage komme und so hilflos werde wie er. Ich habe im Moment schon etwas Schwierigkeiten beim Laufen, hoffe aber immer noch auf den Herrgott, dass er dies wieder korrigieren wird, wie er schon vieles in meinem Leben korrigiert hat.
Mein Zimmernachbar links schüttelt ein paar Mal den Kopf, wenn ich zu ihm schaue. Auch er kann nicht verstehen, wieso man so nervös herumschwirren kann wie unser italienischer Kollege.
Gegen 09:00 Uhr schließe ich das Fenster, da nun schon langsam warme Luft von draußen hereinzukommen versucht. Dafür öffne ich die Zimmertüre.
Später, als „Timea“ eine kurze Pause hat, kommt sie zu mir und klagt, dass sie ein Beißen in den Augen hätte. Als sie mir erzählt, dass sie Kontaktlinsen trage, frage ich sie, ob sie noch nie daran gedacht hätte, ihre Augen lasern zu lassen. Ich erzähle ihr dann von unserer Tochter und zeige ihr auch ein Foto von ihr, als sie den Verband auf ihren Augen hatte. „Timea“ meint noch, dass wir eine hübsche Tochter hätten und dass sie etwas Asiatisches hätte. Als ich ihr erzähle, dass meine Frau aus China komme, meint sie nur: „Ah, deswegen diese hübsche Tochter.“ Als ich ihr erzähle, dass die Augen lasern rund 10.000 CHF kosten würden, erschrickt sie. Ich sage ihr, wenn sie es machen wolle, müsse sie halt anfangen zu sparen.
Am Nachmittag kommen meine Frau und unsere Freundin vorbei, um zu schauen, wie es mir geht. Wir gehen zusammen ins Kaffee. Meine Frau ist traurig, weil sie ihren blauen Hut, welcher so gut zu ihr gepasst hat und welchen sie gerne anhatte, anscheinend verloren hat.
Meine Frau bringt mir noch den Arztbericht von der Augenklinik.
Anschließend meldet sich wieder die Physiotherapeutin. Wir gehen zusammen wieder in den Gang. Zuerst machen wir mit den Leki-Wanderstöcken eine Wanderung durch die Gänge des 4. Stocks. Anschließend machen wir im langen Gang die gleichen Übungen wie vorgestern und gestern. Die Therapeutin geht kurz zu ihren Geräteraum und holt eine medizinische Fußmatte.
Ich stehe mit beiden Füßen auf der Matte. Beim Ausbalancieren kann ich mich an der Seitenstange halten.
Ich muss nun mit dem rechten Fuß auf die Matte stehen dann wieder zurück.
Diese Übung muss ich zehn Mal wiederholen.
Anschließend die gleiche Übung mit dem linken Fuß.
Ich stehe mit beiden Füßen auf der Matte. Nun muss ich mit dem rechten Fuß kurz den Boden antippen und versuchen, das Gleichgewicht zu halten.
Die gleiche Übung, aber mit dem linken Fuß kurz den Boden antippen.
Gegen Abend kommt ein neuer Patient. Dieser hatte eine kurze Streifung, allerdings konnte man bei ihm den Ursprung rasch finden und gezielte Maßnahmen ergreifen. Als ich ihn frage, wie er dies gemerkt hätte, erzählt er mir, dass sie am Bauen seien. Er sei dann kurz auf den Bauplatz gegangen. Als er auf dem Baugerüst stand, wurde es ihm plötzlich schwindlig. Er fuhr dann nach Hause und legte sich etwas hin. Etwa um 22:00 Uhr wurde es aber so schlimm, dass ihn seine Frau in den Notfall bringen musste. Dort haben sie dann schnell festgestellt, dass seine Halsschlagader auf der rechten Seite verschlossen war. Dank seiner schnellen Reaktion konnten sie die Blockade lösen, so dass er anschließend wieder ein normales Leben führen kann.
Nach dem Abendessen, kommt wieder die Inderin, um den Blutdruck, den Puls, die Temperatur und den Sauerstoffgehalt im Blut zu messen. Heute bekomme ich dann die erste Thrombosespritze, also hat es „Timea“ doch weitergeleitet.
Ich rufe kurz meine Cousine an, weil ich vernommen habe, dass sie übernächste Woche am rechten Knie operiert werde. Sie ist überrascht, dass ich aus dem Spital anrufe. Ich schildere auch ihr kurz, was mit mir passiert ist. Wir reden dann noch über dies und jenes. Sie wird mich nächste Woche wegen einem Termin anrufen, weil sie mir noch einen Hometrainer von meinem Cousin bringen wollen.
06.06.2019
Schon wieder Donnerstag. Ich stehe wieder früh auf und gehe nach dem Zähneputzen zum Duschen. Kurz vor dem Frühstück kommt die „Prinzessin“ vorbei, um den Blutdruck, den Puls und den Sauerstoffgehalt im Blut zu messen.
Ich rufe in der Stadtapotheke an wegen meinem Termin für die Fußreflexmassage, den ich absagen muss.
Beim Frühstück reden mein neuer Zimmernachbar und ich über unsere Krankheiten und über diverse andere Dinge. Da seine Mutter aus Bari in Italien kommt, erzähle ich ihm von unserer Schiffsreise und dass wir angenehm überrascht waren, wie sauber Bari ist. Er meint dann, dass er schon lange nicht mehr dort gewesen sei, dass er aber wieder einmal dorthin gehen werde. Da er auch ein wenig Italienisch versteht und spricht, redet er ein bisschen mit unserem anderen Zimmerkollegen, welcher so richtig in einen Redeschwall kommt. Es macht den Anschein, dass er Gefallen daran hat, jemanden gefunden zu haben, der ihm zuhört. Unser neuer Zimmerkollege versucht ab und zu, etwas zu übersetzen.
Etwa um 10:00 Uhr kommt der junge, zukünftige Arzt vorbei und möchte noch einen Test machen.
Dabei muss ich eine Minute nach oben schauen. Anschließend macht er ein Foto von meinem Gesicht, wobei ich die Augen offenhalten muss. Dann legt er eine Kühlkompresse auf meine geschlossenen Augen. Ich muss diese dabei fest in die Augen drücken. Anschließend wird wieder ein Foto gemacht. Da bei mir kein Unterschied feststellbar ist, schließen die Ärzte daraus, dass es bei mir nichts Schlimmes ist, also kein Schlaganfall.
Kurz nach 11:00 Uhr kreuzen plötzlich zwei Ärzte auf, die ich von der Parkinsonstudie und von der Hirnstimulation her kenne. Die Ärztin ist überrascht, dass ich ihren Namen noch weiß. Sie will natürlich wissen, wieso ich hier bin. Eigentlich wollten sie zu meinem Zimmerkollegen, welcher aber im Moment nicht hier ist. Allerdings finden sie ihn später und können ihre psychologischen Tests mit ihm durchführen.
Mein Zimmernachbar zur Linken muss heute innert kurzer Zeit viel trinken, da sie bei ihm eine Magen-Darm-Spiegelung vornehmen wollen. Das Personal stellt ihm ein mobiles WC neben das Bett, sodass er schneller sein Geschäft erledigen könnte. Trotzdem reicht es ihm einmal nicht ganz und er scheißt sein Bett voll. Mit bewundernswerter Ruhe putzt das Personal dies aber weg und zieht sein Bett neu an. Man merkt, dass er leidet.
Nach dem Mittagessen verlässt uns der neue Zimmerkollege wieder. Er ist froh, dass er wieder nach Hause kann. Anschließend gehe ich einen kurzen Moment mit den Leki-Wanderstöcken auf Wanderschaft. Zwischendurch versuche ich, die eine Übung zu machen, wo ich einen Fuß vor den Andern stellen muss. «Rotbäcklein» sieht mich von weitem, wieder schwankend dem Geländer nachschleichen und lacht aus vollem Herzen. „Lachst Du mich wieder aus?“, rufe ich ihr zu. „Nein, nein, es ist gut“, kommt es zurück.
Später kommt dann meine Frau noch kurz vorbei und bringt mir den roten, kleinen Koffer.
Zwischendurch informiert mich „Timea“, dass ich im Laufe des Nachmittags abgeholt werde für einen Termin beim Augenarzt. Morgen werde dann noch ein letzter Test gemacht und anschließend könne ich dann nach Hause, allerdings wäre sie wegen dem Care-Management froh, wenn ich vor 13:30 Uhr das Zimmer verlassen könnte. „Timea“ fragt mich dann noch, ob sie meine Frau anrufen solle, dass sie mich abholen könne. Ich rufe sie dann aber selber an und bitte sie, zwischen 13:30 Uhr und 14:00 Uhr, hier zu sein.
Anschließend kommt die Physiotherapeutin. Wir machen die gleichen Übungen wie gestern. Allerdings holt sie heute eine andere Fußmatte. Nach der halben Stunde bin ich richtig ausgelaugt. Ich schwitze richtig und bin froh, es hinter mir zu haben und mich hinlegen und ausruhen zu können.
Gegen 17:30 Uhr werde ich von einem Spitalangestellten abgeholt. Er fährt mich mit dem Rollstuhl ins Erdgeschoss. Dann geht es durch einen langen Gang ins Klinikum 1, mit dem Lift in den 2. Stock, den langen Gang entlang Richtung Ausgang, bis er vor der ersten Türe auf der linken Seite, wo eine Tafel mit der Aufschrift „Augenarzt“ angebracht ist, anhält. Der Rollstuhlstoßer klopft an der Türe. Der Arzt begrüßt mich freundlich und möchte kurz wissen, was passiert ist. Er prüft beide Augen recht gründlich und nimmt sich auch Zeit dafür. Er kann aber nichts Außergewöhnliches feststellen. Er meint, dass es eventuell an einer Hornhautverkrümmung liegen könne, zudem seien die Augen zu trocken. Allerdings könne es auch sein, dass im Laufe der Nacht meine Augen zu feucht werden und dann am Morgen ein Schleier meine Sehschärfe trübe. In diesem Fall könne ich versuchen, am Morgen, mit einem Föhn dem entgegen zu wirken. Er gibt mir dann Tropfen, welche meine Pupillen vergrößern. Ich muss dann ca. 20 Minuten draußen im Gang warten, in denen er einen anderen Patienten besucht.
Anschließend untersucht er meine Augen noch einmal. Auch dies Mal kann er nichts finden. Er gibt mir eine kleine Tube Lacrinorm-Augengel mit, welches ich nun drei bis vier Mal am Tag je einen Tropfen in jedes Auge tröpfeln muss. Er wird zudem einen Termin für nächste Woche in der Augenklinik arrangieren. Bevor ein anderer Spitalangestellte mich ins Zimmer zurückbringt, wünschen wir uns gegenseitig alles Gute.
Gegen 18:30 Uhr bin ich wieder im Zimmer, wo schon mein Nachtessen auf mich wartet. Meine Zimmergenossen haben schon gegessen.
Nach dem Abendessen kommt zum letzten Mal die Inderin, um den Blutdruck, den Puls, die Temperatur und den Sauerstoffgehalt im Blut zu messen. Heute bekomme ich dann die zweite Thrombosespritze.
Durch den Tag nehme ich, wie immer, meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
07.06.2019
Kurz nach 06:00 Uhr erwache ich, weil ich auf die Toilette muss. Ich habe wieder gut geschlafen. Nach der Morgentoilette und dem Duschen gehe ich mit meinen Stöcken auf Wanderschaft.
Inzwischen haben wir einen neuen Patienten bekommen, nämlich einen lustigen aufgestellten Malermeister. Als ich ihn frage, wieso er hier sei, meint er, dass er eine Streifung gehabt hätte, oder einen Warnschuss, wie er es nennt. Er war mit seinem Motorrad unterwegs nach S. Plötzlich konnte er nicht mehr richtig lenken und dachte zuerst, dass am Lenker etwas nicht stimme. Anschließend ging er in sein Büro zurück und wollte etwas schreiben, aber es ging nicht. Da realisierte er, dass es nicht an seinem Motorradlenker liegen konnte, sondern dass er seinen Arm nicht mehr richtig bewegen konnte. Er setzte sich dann auf sein Motorrad und fuhr direkt in den Notfall. Und nun ist er eben hier. Als der Arzt in fragte, ob er rauche, meinte er: Ja. Als der Arzt in fragte, ob er Alkohol trinke, meinte er: Gelegentlich. Als der Arzt ihm sagte, dass er eigentlich beides aufgeben sollte, oder zumindest das eine, entschied er sich für das Rauchen. Das war am Montag, und heute haben wir Donnerstag, also hat er doch schon vier Tage durchgehalten.
Kurz nach dem Morgenessen kommt „Timea“ vorbei. Sie erklärt mir, dass sie heute unter Beobachtung stehe und bewertet werde. In diesem Moment kommt diejenige Person, welche sie bewertet vorbei. Ich erzähle ihr: „Wissen Sie, Timea ist eine so aufgestellte Person und hat ein so herziges Lachen, dass die Patienten schneller gesund werden.“ Darauf meint die Beobachterin, dass sie dies, wenn dies so sei, in ihrem Bericht erwähnen müsse.
Anschließend reden „Timea“ und ich über verschiedene Dinge. Sie möchte wissen, wo ich wohne. Als ich ihr sage in Z., weiß sie nicht, wo das ist. Ich kläre sie dann auf, dass es bei S. sei.
Schließlich frage ich sie, ob sie gerne lese. Als sie meint, dass sie gerne lese, aber auch gerne schreibe, erzähle ich ihr, dass ich einmal ein Buch geschrieben hätte. Zudem würde ich seit über zehn Jahren ein medizinisches Tagebuch schreiben und sie werde ich darin sicher auch erwähnen. Als sie mich fragt, ob man mein Buch irgendwo kaufen könne, erzähle ich ihr, dass sie es nicht kaufen müsse, ich würde ihr eines schenken. Ich würde nächste Woche einmal vorbeikommen und es vorbeibringen. „Das isch den aber lieb. Do freue ich mi aber druf.“ Ich weiß nicht warum, aber irgendwie mag ich diese „Timea“ und ihre Kollegin, obwohl sie über 50 Jahre jünger sind als ich. Ich war in den letzten Jahren doch einige Wochen in einem Spital oder einer Reha, aber bis jetzt habe ich noch nie so viel für jemanden empfunden wie für meine beiden Engel.
Ich bin aber auch ein wenig stolz, denn wenn ich sie, unsere Tochter und ihren Freund oder die zwei Freundinnen meiner Tochter anschaue, macht mich dies glücklich, weil es zeigt, dass nicht alle Jungen so schlecht sind, wie sie manchmal von älteren Leuten dargestellt werden.
Kurz nach dem Morgenessen kommt der junge, zukünftige Arzt vorbei und macht noch einmal den gleichen Test wie gestern. Dabei muss ich wieder eine Minute nach oben schauen. Anschließend macht er ein Foto von meinem Gesicht, wobei ich die Augen offenhalten musste. Dann legt er eine Kühlkompresse auf meine geschlossenen Augen. Nun musst ich diese fest in die Augen drücken. Dann wird wieder ein Foto gemacht.
Kurz vor dem Mittagessen, werde ich von einem Spitalmitarbeiter abgeholt und im Rollstuhl in den ersten Stock gebracht, und zwar an den Ort, wo ich mich bei der Parkinsonstudie immer zuerst anmelden musste. Kurz danach werde ich von einer medizinischen Mitarbeiterin in ein Zimmer gebeten. Ich muss mich auf ein Bett legen und einen Moment warten. Kurz darnach kommen der Arzt und seine Kollegin.
Sie führen nun eine RNS, also ein Repetitive-Nerven-Stimulation durch. Es ist eine nützliche Technik für die Bewertung der neuromuskulären Übertragung. Dabei wird je eine Sonde an den Nasenflügeln angebracht. Die Kollegin drückt eine andere Sonde in die Einbuchtung unter dem linken Ohr. Zuerst will es nicht so richtig funktionieren. Schließlich merkt der Arzt, dass meine Haut etwas zu fettig ist und somit die Übertragung nicht besonders gut ist. Er reinigt also zuerst meine Haut im Gesicht. Nun scheint es zu funktionieren. Es wird ein paar Mal innerhalb von zehn Sekunden X-Mal ein elektrischer Impuls abgegeben, was bei schnellem Rhythmus etwas schmerzhaft, aber gerade noch zum Aushalten ist. Dabei muss ich möglichst ruhig sein. Der Arzt ist zufrieden und meint ein paar Mal, dass ich gut mitgemacht hätte und man klare, aber auch unauffällige Bilder bekommen hätte.
Kurz darnach kommen mein Neurochirurg und der Neurologe. Mein Chirurg hat eigentlich Ferien, kam aber trotzdem schnell vorbei. Sie besprechen kurz meinen Fall. Der Neurologe meint dann noch, dass ich nächste oder übernächste Woche Aufgebote bekommen werde, einerseits von der Augenklinik, andererseits von ihm, wegen einer neurologischen Untersuchung. Nach der Untersuchung verabschieden wir uns und wünschen uns gegenseitig alles Gute. Als ich im Gang draußen einen kurzen Moment warten muss, sehe ich die Notiz an der gegenüberliegenden Türe wieder verschwommen. Kurz darauf werde ich wieder abgeholt und ins Zimmer geschoben, wo schon das Mittagessen bereitsteht.
Anschließend packe ich meine wenigen Sachen zusammen. Zum Glück hat mir meine Frau gestern den roten Koffer gebracht. „Timea“, welche gerade vor mir steht, fragt mich, ob sie etwas helfen könne. Da ich aber nur wenige Dinge habe, habe ich schnell gepackt.
Kurz vor 13:30 Uhr kommt gerade rechtzeitig meine Frau. Ich verabschiede mich von meinen Zimmernachbarn, wobei unser Neuzugang meint: „Schade, dass der beste Zimmergenosse uns verlässt.“ Ich wünsche allen nur das Beste.
Als „Timea“ mein Montenegro-Käppi sieht, fragt sie mich, ob ich schon einmal dort gewesen sei. Ich erzähle ihr dann kurz über unsere Schiffsreise von Venedig, Bari, Korfu, Piräus, Kotor, Dubrovnik wieder zurück nach Venedig. Sie meint dann noch, dass es in Montenegro sehr schön sei.
Da ich noch auf den Arztbericht, die Medikamentenliste und das Arztzeugnis warten muss, gehen meine Frau und ich in den Gang hinaus und warten weiter vorne bei der Sitzgruppe. Zudem wollen wir „Timea“ keine Probleme machen, weil sie immer noch von ihrer Beobachterin beurteilt wird und um 13:30 Uhr mein Bettplatz wieder frei sein muss.
Nachdem mich der Arzt in ein Nebenzimmer gebeten hat, um mit mir die erforderlichen Dokumente durchzuschauen, verabschieden wir uns und wünschen uns gegenseitige alles Gute.
Während meine Frau noch bei der Sitzgruppe wartet, gehe ich noch einmal zurück, um mich von „Timea“ und „Rotbäckchen“ zu verabschieden. Leider finde ich „Rotbäckchen“ nicht. Als ich mich von „Timea“ verabschieden möchte, kreuzt auch ihre Beobachterin auf. Eigentlich wollte ich mich von „Timea“ herzlicher verabschieden, will sie aber vor ihrer Betreuerin nicht in Verlegenheit oder in eine heikle Situation bringen, man weiß ja nie, wie diese es aufgefasst hätte, wenn ich „Timea“ in die Arme genommen hätte. Also wünsche ich ihr einfach alles Gute. Das Gleiche wünschte ich auch ihrer Betreuerin. Obwohl ich meine Frau gerne habe und sie auch liebe, so habe ich in der vergangenen Woche auch meine Prinzessin „Timea“ und ihre Kollegin ins Herz geschlossen und werde die beiden sicher nicht so schnell vergessen. Vor allem erfüllt es mich, wie schon erwähnt, mit Stolz, dass es doch noch junge Menschen gibt, an welchen man mit Freude in die Zukunft blicken kann.
Schnell sind meine Frau und ich bei der Tramstation, wo uns der die beiden Trams bis zum Bahnhof bringt. Kurz darauf sitzen wir im Zug nach S. und anschließend im Bus nach Z.
Am Abend spritze ich mir, die fünfte Spritze Na Cl 0.9 %, welche ich von der Heilpraktikerin bekommen habe.
Durch den Tag nehme ich, wie immer, meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
Wieder zuhause
08.06.2019
Am Nachmittag gehe ich nach B. in die Apotheke. Leider sind in der Innenstadt Demonstrationen, so dass ich ziemlich lang laufen muss. Ich habe richtig Mühe, denn meine Beine wollen nicht mehr. Ich gehe zuerst ins Restaurant im Supermarkt, um mich bei einem Gingerdrink und zwei belegten Brötchen etwas auszuruhen. In der Apotheke haben sie leider nicht alle Medikamente. Metoject-Spritzen und Mestinon haben sie nicht. Zudem bekomme ich noch Calcimagon-D3 als Ersatz für Calcium D3 Sandoz, allerdings soll es den gleichen Wirkstoff enthalten. Zudem muss ich Carbidopa/Levodopa CR 25/100 nun vier Mal nehmen anstatt drei Mal. Ich hoffe nur, dass dies etwas bewirkt, vor allem was mein Laufen angeht.
Ich schreibe die Begleitbriefe für meine Bücher, welche ich „Timea“, meiner Prinzessin, dem „Rotbäcklein“ und meiner Physiotherapeutin schenken möchte.
Juni 2019
Liebe Prinzessin,
Als kleines Dankeschön für Deine herzliche und einfühlsame Patientenarbeit, möchte ich Dir dieses Buch überreichen. Es war schön, Dich kennen zu lernen und Dich als Pflegerin zu haben. Mit Deinem von Herzen kommenden Lachen und Deinem natürlichen Auftreten hast Du nicht nur mir geholfen, schneller gesund zu werden. Alle im Zimmer haben Dich und Deine Arbeit schätzen gelernt. Auch ich habe immer versucht eine lockere Stimmung in unser Zimmer zu bringen, was mir, glaube ich, nicht schlecht gelungen ist, denn bei meinem Abschied meinte mein neuer Zimmerkollege: „Schade, dass der beste Zimmergenosse uns verlässt.“
Liebe „Timea“, bleibe so, wie Du bist, und, wenn Du weiterhin so gut und hilfsbereit zu Deinen Patienten schaust, zweifle ich nicht daran, dass Du es in Deinem, doch nicht immer so leichten Beruf, schaffen wirst.
Ich wünsche Dir auf jeden Fall alles Gute auf Deinem weiteren Lebensweg und wünsche Dir, dass Du Deine Ziele erreichst.
Übrigens hast Du gewusst, dass Dein Name, obwohl ich ihn schön finde, in der Schweiz erst an 1145. Stelle steht und es in unserem Land 124 Personen gibt, die diesen Namen tragen?
Wenn Du einmal traurig bist, so vergiss den Schweinedoktor nicht, denn er hilft Dir, Dein Lachen wieder zu erlangen und zu behalten.
Liebe Grüße und viel Spaß beim Lesen.
Dein Patient Walter Schaub-Chan
PS: Da mein Parkinson es mir nicht mehr erlaubt, von Hand zu schreiben, schreibe ich eben am Computer.
Liebes Rotbäcklein,
auch Dir möchte ich als kleines Dankeschön für Deine herzliche Arbeit, dieses Buch überreichen. Wie „Timea“, hast auch Du mit Deinem Lachen und Deinem Markenzeichen, den strahlend roten Pfusibacken, dazu beigetragen, dass wir im Zimmer schneller gesunden durften.
Bleibe so, wie Du bist und ich zweifle nicht daran, dass auch Du es schaffen wirst.
Ich wünsche auf jeden Fall auch Dir alles Gute auf Deinem weiteren Lebensweg und wünsche Dir, dass Du Deine Ziele erreichst.
Liebe Grüße und viel Spaß beim Lesen.
Dein Patient Walter Schaub-Chan
PS: Da mein Parkinson es mir nicht mehr erlaubt, von Hand zu schreiben, schreibe ich eben am Computer.
Liebe Frau V.
Leider haben wir uns am Freitag nicht mehr gesehen. Als Dank für Deine herzliche und geduldige Art, welche Du mit mir hattest, möchte ich Dir dieses Buch überreichen. Obwohl ich, vor allem beim Laufen meine Mühe habe, haben mir Deine Gleichgewichtsübungen schon einiges geholfen. Ich habe sie nun in mein morgendliches Trainingsprogramm einfließen lassen.
Gleichzeitig möchte ich Dir eine Seite im Anhang empfehlen. Schaue mal hinein, vielleicht wäre dies etwas für Dich.
Leider sind die Kurse etwas teuer, aber sie sind wirklich gut. Vielleicht könnte das Spital einen Teil der Kosten übernehmen.
Ich wünsche Dir weiterhin alles Gute. Möge Deine Arbeit mit Deinen Patienten von Erfolg gekrönt sein.
Liebe Grüße und viel Spaß beim Lesen.
Dein Patient Walter Schaub-Chan
PS: Da mein Parkinson es mir nicht mehr erlaubt, von Hand zu schreiben, schreibe ich eben am Computer.
Im Weiteren schreibe ich ein kleines Märchen über die beiden Pflegerinnen.
Das Märchen vom Rotbäcklein und dem Schweinedoktor
Es gibt doch das Märchen vom Rotkäppchen. Es gibt aber ein noch viel schöneres Märchen, nämlich „Das Märchen vom Rotbäcklein und dem Schweinedoktor.“
Es gab einmal ein hübsches Mädchen, welches als Krankenschwester, oder besser gesagt als Pflegefachfrau in einem berühmten Spital arbeitete. Da sie immer knallrote Pfusibacken hatte, wurde sie „Rotbäcklein“ genannt.
Rotbäcklein war bekannt für ihr herzliches Lachen und ihre ruhige Art und deshalb bei den Patienten auch beliebt.
In der gleichen Abteilung arbeitete auch eine Prinzessin. „Timea Schweinedoktor“ war wie ihre Berufskollegin sehr hübsch und ebenfalls hilfsbereit. Auch sie konnte einem mit ihrem Lachen verzaubern. Der Name „Schweinedoktor“ kommt übrigens davon, dass sie nicht nur ein Herz für normale Patienten hatte, sondern auch für die armen Schweine, also solche, welche auf der Schattenseite des Lebens stehen.
Obwohl beide noch in der Lehre waren, machten sie einen guten Job und trugen mit ihrer Herzlichkeit und ihrem von Herzen kommendem Lachen dazu bei, dass die Leute schneller gesund wurden. Mit ihrem Lachen konnten sie so manches Männerherz zum Schmelzen bringen. Obwohl viele Verehrer hatten, hatten sie nur ein Ziel, ihren Patienten zu helfen, möglichst schnell wieder gesund zu werden.
Die Geschäftsleitung vom Spital hat schon mit dem Gedanken gespielt, die Abteilung zu schließen, da die Patienten zu rasch wieder gesund wurden und die Ärzte zu wenig zu tun hatten. Zum Glück haben sie es sich doch noch anders überlegt, sonst hätten unsere beiden Engel ihre Stelle und die Patienten und das Spital ihre besten Pflegerinnen verloren.
Und wenn die Patienten nicht gestorben sind, dann leben sie dank „Rotbäcklein und dem Schweinedoktor“ immer noch.
WS
Durch den Tag nehme ich, wie immer, meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
11.06.2019
Am Vormittag spritze ich mir die sechste und letzte Spritze Na Cl 0.9 %.
Durch den Tag nehme ich, wie immer, meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
12.06.2019
Ich habe heute um 10:45 Uhr den zweiten Termin bei Frau Z der Naturheilerin aus R. Irgendwie habe ich aber ein Durcheinander mit der Zeit, denn ich bin eine Stunde zu früh bei ihr. Bei meinem Eintreffen meint sie, dass mich der Himmel geschickt hat, denn sie und eine Kundin haben die Toilettentüre, welche am Boden gekratzt hat, ausgehängt und können sie nicht mehr einhängen. Ich helfe ihnen, diese wieder einzuhängen.
Da ich, wie gesagt, zu früh bin, schaue ich mir eine der aufgelegten medizinischen Fachmagazine an. „ Co.Med“ heißt eine Zeitschrift für Komplementärmedizin. In einem der zahllosen Artikel wird unter dem Titel „Fitness für Gehirn, Nerven und Psyche“ von der Erfahrung mit Stammzellen berichtet. Dabei wurde unter anderem Parkinsonpatienten FGF, ein Signal-Protein, verabreicht, wobei die Forscher merkten, dass die Medikamente länger wirkten. Gleiche Erfolge wurden bei Depressionen und Burnout, ADHS und Autismus, Alzheimer und Demenz, MS und Epilepsie oder Schlafstörungen festgestellt. FGF steht dabei für Fibroblast Growth Factor 2 und gehört zu einer großen Familie von Proteinen, die Heparin und Heparansulfat binden und die Funktion einer Vielzahl von Zelltypen modulieren.
Ich frage die Naturheilerin, ob ich dieses Fachmagazin nach Hause nehmen könne, da es sehr interessante Beiträge drin hat, welche ich gerne lesen würde. Kein Problem.
Sie erzählt mir dann von einem Patienten, welcher auch Parkinson hat und dem sie von meiner Hirnstimulation erzählt hat. Sie fragt mich, ob ich einverstanden sei, wenn sie diesen Herrn anrufe, damit dieser mit mir darüber reden könne. Eine Viertelstunde später kommt er dann. Dieser Patient ist gleich alt wie ich und hat seit zehn Jahren Parkinson. Allerdings zittert er nicht so stark wie ich vor meiner Hirnstimulation. Ich erzähle ihm dann, wie es bei mir abgelaufen ist, von der Anmeldung durch meinem Neurologen über die diversen psychologischen und neurologischen Voruntersuchungen, Tests und Gespräche bis zur Operation und der Reha in R. Er macht sich seine Notizen. Er ist so erstaunt über meine Schilderungen, dass er fest entschlossen ist, sich von seinem Neurologen eine Überweisung an das Universitätsspital F. schreiben zu lassen, um zu schauen, ob die etwas machen können.
Anschließend kann ich zu meiner Heilpraktikerin. Die kinesiologische Überprüfung ergibt, dass ich keine Helicobacter-pylori-Bakterien mehr habe. Sie testet anschließend diverse andere gesundheitliche Probleme aus, z. B. wieso ich keine Kraft mehr in den Beinen habe. Sie stellt fest, dass ich nur noch rund 50 % Kraft in meinen Beinen habe. Als ich wissen will, woher das kommt, meint sie, dass es von einer Frau kommen müsse. Von meiner Frau? – Nein. Schließlich meint sie, dass es von meiner ehemaligen Hausärztin kommen könnte, welche sich einmal sehr negativ über ihren Mann und Berufskollegen geäußert hat, was mir doch zu denken gegeben und mich in meinem Unterbewusstsein beschäftigt hätte. Ich habe mir schon damals die Frage gestellt: Wie kann eine Frau so über ihren Mann oder Berufskollegen reden? (siehe 03.06.2015, 03.10.2016, 08.02.2017 oder 16.08.2017)
Die Heilpraktikerin will dann noch wissen, wieso ich in den letzten drei Monaten so viel, nämlich vierzehn Kilo, zugenommen habe. Sie meint dann, dass es einerseits daran liege, dass ich zu viel Weizenprodukte und Zucker zu mir genommen hätte, andererseits hänge auch dies mit dem Verhalten der ehemaligen Hausärztin zusammen. Zwischendurch merkt sie, dass mein rechtes Bein ein wenig zittert. Ich erwähne dann, dass ich dies schon wisse, dass dies aber nicht so schlimm sei für mich.
Sie leitet dann noch andere gesundheitliche Probleme aus, darunter auch meine Probleme mit meinen Füßen, welche manchmal gefühlslos sind. Anschließend macht sie noch eine Spritze in mein Gesäß und gibt mir noch Globuli für die Seele und für die Entgiftung mit. Für die Seele muss ich zweimal täglich (am Morgen und am Abend) je fünf Globuli und zum Entgiften einmal täglich (am Morgen) vier Globuli einnehmen.
Als ich sie nach dem Dunkelfeldapparat frage, mit dem sie vor fünfzehn Jahren mein Blut untersucht hat, meint sie, dass sie dieses Gerät ihrer Tochter gegeben habe, welche auch Naturheilerin sei. Als ich sie frage, ob diese auch hier in der Nähe praktiziere, meint sie, leider nicht, denn sie lebe in Bonn. Die Heilerin meinte dann noch, dass sie mich sonst zu ihr geschickt hätte. Am Schluss bekomme ich noch den nächsten Termin für den 14.08.2019 um 09:30 Uhr.
Am Nachmittag fahre ich mit dem Bus nach S., mit dem Zug nach B. und mit dem Tram bis zum Universitätsspital. Im 4. Stock treffe ich zuerst niemanden an, also gehe ich in „mein Zimmer“. Mein neuester Zimmerkollege erkennt mich sofort wieder und freut sich “Was machsch denn du do, hesch langi Zit gha nach eus?“ „Ich ha no öpis ztu und ha no öpis, woni minere Prinzessin versproche ha.“ Er kann morgen nach Hause. Auch der Zimmernachbar, der links von mir lag, freut sich, mich zu sehen. Er hatte heute Morgen eine zweite Darmspiegelung und kann morgen in die Reha, worauf er sich freut.
Der dritte, der Italiener, ist gerade beschäftigt, d. h. eine Schwester ist mit ihm beschäftigt. Als sie den neuen Patienten hereinfahren, erwähnt mein Zimmerkollege, dass ich sein Vorgänger gewesen sei. Zu mir sagt er „Gsesch, das isch di Nachfolger, är isch eigentlich ganz in Ordnig, au wenn är e Düdsche isch.“ Dabei lacht er so spitzbübisch.
Zur Schwester, welche gerade mit unserem italienischen Kollegen beschäftigt ist, meint er „Sie sin au in Ordnig“ „Ich bin au ä Düdschi us Berlin.“ „Was, wieso rede sie den Schwyzerdütsch?“ „Will ich scho lang do bi, aber ufgwachse bin ich in Berlin.“
Ja diese Abteilung ist wirklich einmalig. Inzwischen ist „Timea“ hereingekommen. Wie immer lacht sie. Als ich sie mit „A d’Prinzesssin isch doch do“ begrüße und mit „Ah, du seischere Prinzessin, für eus isch sie dr Sunneschin.“ Mit einem Strahlen im Gesicht meint sie dann zu mir gewandt „Ich ha denn e 5,5 becho an dr Beurteilig.“ Ich freue mich für sie und gratuliere ihr zu diesem Erfolg. Super.
Ich übergebe ihr die drei Bücher und bitte sie, die anderen an ihre Kollegin „Rotbäcklein“ und an meine Physiotherapeutin zu verteilen. Als sie das Couvert sieht, meint sie „Au sogar mi Name isch richtig gschriebe.“ „Timea“ fragt mich dann, ob meine Frau einen blauen jeansfarbigen Sonnenhut vermisse. Die Frau von meinem Nachfolger habe ihn am Boden hinter der Sitzbank gefunden. Sie geht schnell hinaus, um den Hut zu holen.
In diesem Moment kommt die Physiotherapeutin herein, weil sie einen meiner ehemaligen Zimmerkollegen abholen möchte. „Timea“ gibt ihr das Couvert mit dem Buch. Auch die Therapeutin strahlt nun ihre ganze Natürlichkeit aus und bedankt sich. Sie geht nun mit dem Patienten hinaus. Als ich auf das Namensschild von „Timea“ schaue, meint sie, dass ihr ihr slawischer Nachname nicht gefalle. Als ich sie frage, ob sie aus Kroatien komme, meint sie, nein aus Serbien. Irgendwie benimmt sie sich aber mehr als Schweizerin als als Serbin.
Wir kommen dann noch kurz auf ihre Augenoperation zu sprechen. Ich erzähle ihr dann, dass wir damals, als sie ca. drei Jahre alt war, für unsere Tochter eine Lebensversicherung abgeschlossen haben, und sie mit 18 etwa 15.000 CHF bekommen habe. Zudem hat unsere Tochter einen wirklich guten Götti, welcher ihr am Geburtstag und an Weihnachten immer größere Beträge gegeben habe, welche sie immer gespart habe.
„Ja, das ist mein Problem, ich sollte lernen etwas zu sparen.“
Nachdem ich allen alles Gute gewünscht habe, verabschiede ich mich von „meinen Zimmergenossen.“ „Timea“ begleitet mich noch bis zum Lift. Unterwegs zeige ich ihr zwei lustige Videos. Das erste Video handelt von einem kleinen Jungen, wo sein Vater ihm zuruft: „Mirell, komm, es gibt Bier!“ Der Junge kommt daher gerannt, als sein Vater sagt:„ Aber es gibt nur Alkoholfreies.“ Worauf der Junge gerade wieder umkehrt. Das zweite Video handelt von einem Mann, der eine Bierflasche in seiner Hand hält und herzzerreißend lacht wie ein Baby. Dann kommt eine andere Hand ins Bild und will ihm die Flasche wegnehmen, worauf der Mann immer sagt „No, no.“ Und dabei die Hand weg weist. Dies passiert ein paar Mal und jedes Mal lacht der Man mit seiner Babystimme und sagt „No.“ Natürlich entlocke ich „Timea“ mit diesen lustigen Videos vielleicht zum letzten Mal wieder ihr herzzerreißendes Lachen.
Nun heißt es endgültig Abschied nehmen von meiner Prinzessin. Nachdem ich ihr alles Gute und Liebe gewünscht habe, mache ich das, was ich schon am letzten Freitag tun wollte, ich umarme sie und gebe ihr die, in der Schweiz, obligatorischen drei Küsse. Sie wünscht mir ebenfalls alles Gute und viele liebe Grüße an meine Frau.
Anschließend fahre ich mit dem Tram bis zur Apotheke, um die noch fehlenden Medikamente Metoject-Spritzen und Mestinon zu holen.
Als ich zu Hause bin und meine Frau, welche sich freut, dass ich wieder zu Hause bin, mit ihrem Sommerhut überrasche, meint sie spontan, dass wir „Timea“ als Dank eine Schachtel Pralinen vorbeibringen sollten.
13.06.2019
Am Morgen nach dem Frühstück nehme ich die Globuli für die Seele und für die Entgiftung.
Meine Cousine und ihr Mann kommen vorbei und bringen mir den Hometrainer von meinem Cousin, welcher ihn nicht mehr haben wollte, weil er nur im Weg stehe, wie er gemeint hat.
Ich bekomme einen Anruf von der Augenklinik des Universitätsspitals.Man gibt mir einen Termin für nächsten Montag den 17. Juli 2019 um 08:00 Uhr.
Am Morgen holen wir eine Schachtel Pralinen. Am Nachmittag gehen wir mit Bus, Zug und Tram zur Uniklinik. Im 4. Stock treffen wir nur die Physiotherapeutin an. Sie sieht gut aus und fragt mich, ob ich Heimweh hätte nach dieser Abteilung. Ich erkläre ihr, wieso wir hier sind. Sie schaut dann kurz nach, aber „Timea“ ist an einer Besprechung. Meine Frau übergibt ihr die Schachtel Pralinen und bittet sie, sie „Timea“ zu geben. Die Therapeutin dankt mir noch für das Buch und vor allem für die Widmung, welche sie sehr berührt habe.
Anschließend fahren meine Frau und ich mit dem Tram bis nach W. fahren. Wir steigen beim Kaufmarkt aus, wo ich Latschenkiefer kaufe, um zukünftig meine Beine einreiben zu können. Ich erhoffe mir mit den Maßnahmen von der Heilpraktikerin und Latschenkiefer eine Erleichterung beim Gehen, denn ich fühle mich noch zu jung, um im Rollator oder gar im Rollstuhl herumzufahren.
Am Abend schreibe ich an meinem medizinischen Tagebuch. Dabei habe ich wieder das Problem mit dem unscharfen Sehen. Ich sehe die Buchstaben am Bildschirm wieder verschwommen. Wenn ich aus dem Fenster schaue, habe ich keine Probleme, aber zwischen 10 cm und ca. 1 m habe ich einfach wieder Probleme.
Nach dem Nachtessen nehme ich noch die Globuli für die Seele.
Durch den Tag nehme ich, wie immer, meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
14.06.2019
Wie jeden Morgen starte ich den Tag mit gewissen Übungen und einer Viertelstunde Velo fahren und der Einnahme meiner Medikamente.
Am Morgen nach dem Frühstück nehme ich die Globuli für die Seele und für die Entgiftung.
Am Nachmittag spritze ich mir Metoject 15,5 mg gegen meine Polyarthritis.
Am Abend habe ich um 17:30 Uhr einen Fußmassagetermin. Da heute, in der Schweiz, der nationale Frauenstreiktag ist, rechne ich damit, dass die Innenstadt von B. wieder gesperrt ist. Auf dem Hinweg habe ich zwar keine Probleme und bin somit zwei Stunden zu früh in W. Zuerst gehe ich zum Sporthandel, um eine Balance Mat zu holen, da ich überzeugt bin, dass die Übungen, welche mir die Therapeutin in der Physiotherapie gezeigt hat, hilfreich sind. Anschließend gehe ich in ein Kaffee und bestelle einen Smoothie und einen Coup und lasse es mir schmecken. Anschließend spaziere ich noch ein wenig durch W. und mache Windowshopping. In einem Buchladen sehe ich ein Buch mit 1.460 Sudoku, d. h. vier pro Tag für ein ganzes Jahr. Da meine Frau dies gerne macht, gebe ich die fünf Euro gerne aus, damit sie ihren Spaß daran hat. Pünktlich bin ich dann bei der Fußpflegerin, welche mich freundlich begrüßt und natürlich wissen möchte, was letzte Woche passiert ist. Auch sie ist erfreut, dass es am Schluss dann doch gut heraus-gekommen ist. Zuerst macht sie mir ein Fußbad mit Massage. Anschließend massiert sie meine Füße wie die letzten paar Mal.
Nächste Woche macht sie Ferien in der Türkei. Der nächste Termin ist dann erst wieder am 04.07.2019 um 17.30 Uhr.
Beim Rückweg steige ich bei der Station an der Grenze aus, um die Ausfuhr- und Abnahmebescheinigung am Zoll abstempeln zu lassen, denn 7,18 Euro Mehrwertsteuer zurück zu bekommen ist immerhin dies.
Ich nehme dann das nächste Tram, welches schon nach vier Minuten kommt. Nach einigen Sationen teilt uns der Tramführer per Lautsprecher mit, dass er heute nicht gerade aus, sondern nach links abbiege und eine andere Strecke zum Bahnhof fahre. Grund ist, die Innenstadt ist wegen dem nationalen Frauenstreiktag gesperrt. Ein paar Mal wollen Passagiere vom Tramführer wissen, wo dieses Tram hinfahre, da auf der elektronischen Anzeigetafel nichts steht. Eine jüngere Frau, welche zur Zeit der Information schon im Tram war und diese Info eigentlich hätte hören müssen, geht auch nach vorne und möchte wissen, wo dieses Tram hinfährt. Sie regt sich maßlos auf und meint, dass man nicht informiert werde. Ein älterer Mann entgegnet ihr, dass sie halt ihre Ohren öffnen solle, dann hätte sie es mitbekommen, dass die Innenstadt wegen dem Frauenstreik gesperrt sei: „Ihr Frauen habt ja diesen Umstand selber verursacht.“ „Sie sind ein Rassist“, entgegnet ihm die Frau. „Hören Sie auf, mit einem solchen Blödsinn, Sie müssen sich halt vorher informieren, man musste ja mit dem rechnen.“ „Wie konnte man mit dem rechnen?“ „Ihr Jungen braucht für jeden Scheißdreck euer Handy und wollt immer auf dem Laufenden sein, aber hier seid ihr nicht informiert.“ Ich musste diesem Mann eigentlich Recht geben. Ich bin auch mit der Erwartung gekommen, dass die Innenstadt gesperrt sein wird. Allerdings habe ich schon auf dem Hinweg nach W. damit gerechnet. Bei der nächsten Station steigt die junge Frau aus. Noch während dem Austeigen ist sie wütend und brummt etwas vor sich hin.
Schnell bin ich im Zug nach S., von wo ich leider keinen Bus nach Z. habe, oder erst in 14 Minuten, also einer Zeit, wo ich auch schon bald zu Hause bin. Ich laufe also, wenn auch etwas mühsam, nach Hause.
Nach dem Nachtessen nehme ich noch die Globuli für die Seele.
16.06.2019
Am Morgen nach dem Frühstück nehme ich die Globuli für die Seele und für die Entgiftung.
Am Sonntagnachmittag schreibe ich wieder an meinem medizinischen Tagebuch. Dabei sehe ich die Buchstaben am Bildschirm wieder verschwommen. Wenn ich aus dem Fenster schaue, sehe ich wieder alles klar.
Heute zittert, zum ersten Mal, mein rechter Fuß ein wenig.
Nach dem Nachtessen nehme ich noch die Globuli für die Seele.
Durch den Tag nehme ich, wie immer, meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
17.06.2019
Am Morgen nach dem Frühstück nehme ich die Globuli für die Seele und für die Entgiftung, welche ich von der Heilpraktikerin bekommen habe.
Heute habe ich einen Termin in der Augenklink des Universitätsspitals B. Wie immer bedeutet dies Bus, Schnellzug, Tram und eine kurze Distanz laufen.
Bei der Anmeldung erklärt man mir, der blauen Linie zu folgen und dort zu warten. Kurz darauf werde ich in den Untersuchungsraum gebeten, wo man meine Augen mit dem Autorefraktometer untersucht. Das Kinn liegt auf einer Stütze, die Stirn lehnt gegen eine Halterung.
Beim Blick in das Gerät – zunächst mit dem einen, dann mit dem anderen Auge – ist ein Bild wie beispielsweise ein Fesselballon am Ende einer Landstraße zu sehen. Erst ist das Bild leicht verschwommen, dann schön scharf. Der Brechwert der Augen wird automatisch über Infrarotstrahlen gemessen. Das Ergebnis gibt der Augenoptikerin eine erste Auskunft über die Sehfähigkeit der Augen.
Da eine Messung mit dem Autorefraktometers keine ordentliche Sehstärkenbestimmung ist, wird noch eine Messung zur sogenannten „subjektiven Brillenglasbestimmung“ folgen. Dieser Sehstärkentest geschieht mit dem Phoropter. Erst jetzt kommen die Fragen „Was erkennen Sie? Lesen Sie bitte die untere Zahlenreihe.“
Anschließend gibt mir die Augenoptikerin eine Mappe mit meinen Unterlagen und bittet mich, in den 2. Stock zu gehen und dort zu warten.
Kurz darauf kommt eine Angestellte und bittet mich, mit ihr in den 1. Stock zu kommen, wo ich wieder in einem Apparat mein Kinn auf eine Stütze legen und die Stirn gegen eine Halterung lehnen muss. Nun werden von meiner Hornhaut Bilder gemacht.
Anschließend muss ich im Orthoptik Wartezimmer im 2. Stock warten, bis ich von den beiden Orthoptistinnen abgeholt werde.
Die Orthoptik ist ein Spezialgebiet der Augenheilkunde. Orthoptist/innen HF beschäftigen sich mit Sehstörungen wie Schielen, Schwachsichtigkeit und Funktionsstörungen der Augenmuskeln. Im Auftrag der Augenärztin nehmen die beiden Orthoptistinnen die medizinische Vorgeschichte auf und führen selbstständig diverse Untersuchungen durch. Aufgrund der Untersuchungsergebnisse stellen sie die orthoptische Diagnose, planen nach Rücksprache mit der Ärztin die passende Therapie und führen diese durch.
Es spielt sich eigentlich ähnlich ab wie bei einer normalen Augenuntersuchung, also Zahlen erkennen, ein Auge abgedeckt, dann das andere Auge abgedeckt, mit den Augen der Bleistiftspitze folgen ohne den Kopf zu bewegen und zwar nach links, nach rechts, nach oben und nach unten. Dann untersuchen die beiden Orthoptistinnen die Augen von außen, betrachten sie mithilfe einer Spaltlampe noch etwas genauer. Dann wird noch der Augeninnendruck gemessen.
Mittels Spaltlampe untersucht die Orthoptistin jedes Auge. Eine Spaltlampe ist ein auf einem Tisch montiertes Binokular-Mikroskop, das ein Lichtbündel ins Auge schickt und es der Orthoptistin ermöglicht, das Auge bei starker Vergrößerung zu untersuchen. Die Spaltlampe hat bessere optische Eigenschaften als das Ophthalmoskop; sie vergrößert und ermöglicht eine dreidimensionale, räumliche Sicht, die ausführliche Vermessungen erlaubt. Es ist das beste Gerät für eine Untersuchung der Augenlider, der Hornhaut, der Linse, des Glaskörpers, der Netzhaut, des Sehnervs und der Venen und Arterien der Netzhaut. Dabei muss ich geradeaus schauen, während sie den Lichtstrahl direkt ins Auge leuchtet.
Am Schluss kommt noch der Test mit dem Coolpack, ähnlich wie letzte Woche im Spital.
Anschließend gehen wir in einen anderen Raum, wo ich vor einer großen Wand mit einem Fadenkreuz Platz nehmen muss. Die Orthoptistin gibt mir eine Stablampe und ein Gerät, mit dem ich Linien korrigieren kann. Es wird nun das rechte Auge abgedeckt, ich muss geradeaus schauen. Sie leuchtet nun ihrerseits mit einem roten Punkt auf die Tafel und meine Aufgabe ist, mit der Stablampe den Punkt anzugeben, wo sie hin leuchtet. Zudem muss ich sagen, ob die grüne Linie, in deren Mitte der Punkt ist, horizontal ist oder nicht. Wenn die Linie nicht horizontal ist, muss ich sie mit dem Gerät korrigieren, bis sie horizontal ist. So muss ich mehrere Linien und Punkte unten, oben, rechts und links auf dieser großen Tafel erkennen und korrigieren. Dann kommt das Gleiche mit dem anderen Auge.
Anschließend heißt es, noch einmal, im Wartezimmer warten, bis ich von der Ärztin, einer sehr attraktiven Französin, mit kurzem Rock, welcher den Blick auf ihre schönen Beine freigibt, aufgerufen werde. Wenn sie Deutsch spricht mit französischem Akzent, klingt dies so „sexy.“ Auch die Art, wie sie sich bewegt, könnte manchen Mann erweichen.
Sie macht eigentlich viele und ähnliche Untersuchungen, wie es die beiden Orthoptistinnen vorher und die anderen Augenärzte schon gemacht haben. Sie fragt mich noch, ob die Mestinon-Tabletten etwas gebracht haben. Als ich verneine, meint sie, dass ich sie noch eine Woche nehmen solle und dann könne ich sie absetzen, wenn ich immer noch das Gefühl hätte, dass es nichts bringt.
Am Ende bekomme ich Augentropfen, um die Pupillen zu erweitern und werde gebeten im Wartezimmer zu warten. Nach ca. 20 Minuten werde ich von der Ärztin noch einmal untersucht. Dieses Mal macht sie eine Optometrische Augenuntersuchung, welche folgende Leistungen beinhaltet.
Ausführliche Anamnese
Prüfung der Augenstellungen
Motilitätsprüfung und Kontrolle der gleitenden Augenbewegungen
Exakte Messung der Sehleistung – mit und ohne Brille
Konfrontationstest
Augendruckmessung
Reflexe der Pupillen
Analyse des Augenhintergrunds in Bezug auf:
Sehnerv
Makulatur
Arterien und Venen
Peripherie der Netzhaut
Glaskörper
Objektive und subjektive Refraktion (Augentest)
Im Moment kann auch sie nichts finden, meint aber, dass sie mich für eine Nachkontrolle in drei Monaten wiedersehen möchte. Als ich sie frage, ob sie mir auch einen Arztbericht senden könne, fragt sie mich, wer mein Augenarzt sei, und meint dann, dass ich die Nachkontrolle auch bei diesem machen könne. Sie wird ihm einen Bericht schreiben und ihn auffordern mich in drei Monaten aufzubieten. Wir wünschen uns gegenseitig alles Gute: „Auf Wiedeeerschauen Er Schaub, allllles Gute.“
Nach dem Nachtessen nehme ich noch die Globuli für die Seele.
Durch den Tag nehme ich, wie immer, meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
18.06.2019 bis 20.06.2019
Wir sind in Locarno und Mailand unterwegs. Als wir nach Hause kommen, liegt eine Einladung zur neurologischen Kontrolluntersuchung für den 21.06.2019 um 14:00 Uhr, im Briefkasten.
Auch heute nehme ich am Morgen und Abend die Globuli von meiner Heilpraktikerin.
21.06.2019
Am Morgen nach dem Frühstück nehme ich die Globuli für die Seele und für die Entgiftung, sowie die anderen Medikamente.
Am Morgen bekomme ich Post von meinen beiden Engeln „Rotbäcklein“ und „Timea“.

Heute habe ich um 14:00 Uhr einen Termin für eine neurologische Kontrolluntersuchung bei dem Neurologen im Krankenhaus. Ich nehme den 12:47 Bus nach S. und den anschließenden Schnellzug nach B. Mit dem Tram habe ich auch gerade Glück, sodass ich eine halbe Stunde vor meinem Termin um 14:00 Uhr schon dort bin. Nach der Toilette gehe ich direkt zur EMG-Anmeldung im ersten Stock. Eine ältere Frau erkennt mich und fordert mich auf, mit ihr zu gehen. In einem Untersuchungszimmer muss ich auf den Neurologen warten. Er kommt dann mit einem weiteren Arzt, welcher mich nur kurz begrüßen wollte. Er grinst vor sich hin, als er mich fragt, wie das Mittel „Mestinon“ wirke und ich erkläre, dass ich nichts spüre, außer, dass ich nun im rechten Bein zittere.
Als mich der Neurologe begrüßt, übergebe ich ihm zuerst den Artikel „Fitness für Gehirn, Nerven und Psyche“ aus der medizinischen Fachmagazine „Co.Med.“ Er meint, dass er immer etwas skeptisch sei gegenüber solchen Artikeln und vor allem gegen Mittel, welche bei verschiedenen Krankheiten helfen sollen. Er gibt mir zuerst den Artikel zurück und nimmt ihn erst, als ich ihn frage, ob er ihn nicht wolle, um ihn wenigstens einmal durchzulesen. Er legt ihn in seine Mappe. Ich bin überzeugt, dass er ihn nicht liest.
Anschließend möchte er wissen, wie es mit dem verschwommenen Sehen oder den Doppelbildern ist. Ich erkläre ihm, dass ich es letzten Samstag- und Sonntagnachmittag für je ca. eine Stunde wieder hatte.
Er macht dann die üblichen neurologischen Tests und macht sich dabei seine Notizen. Er sieht auch, dass vor allem mein rechter Fuß zittert und möchte wissen, wie lange ich dies schon hätte. Als ich ihm erkläre, dass ich dies erst seit zwei oder drei Tagen hätte, meint er, dass wir vielleicht die Stimulationswerte rechts etwas erhöhen sollten. Links sind wir schon am Limit, aber rechts haben wir schon noch Potenzial. Er meint auch, dass ich Mestinon in Zukunft weglassen könne.
Beim anschließenden Hin- und Herlaufen sieht er, dass mein linker Fuß bei jedem zehnten oder fünfzehnten Schritt einen Schwenker nach außen macht. Er möchte auch hier wissen, wie lange ich dies schon hätte, worauf er etwas erstaunt ist, als ich ihm sage, dass ich dies auch schon etwa fünf Monate, nur nicht so ausgeprägt, hätte.
Der Arzt fragt mich, ob er dies filmen dürfe, da er sich als Neurologe sehr für solch außergewöhnliche Bewegungen interessiere. Er vermutet, dass es auch mit der Hirnstimulation zusammenhängen könne. Ich muss also ein paar Mal hin- und herlaufen, während er mich dabei filmt.
Nach ein paar spezifischen Fragen erkläre ich ihm, dass ich in den letzten drei, vier Monaten rund fünfzehn Kilo zugenommen hätte, obwohl ich eher weniger esse. Er fragt mich dann, ob ich oft geschwollene Beine hätte. Als ich ihm diese Frage bejahe und ihm auch erzähle, dass ich ab und zu einen Druck auf der linken Brustseite verspüre, meint er, dass ich dies unbedingt beim Hausarzt abklären lassen sollte, denn es sei möglich, dass mit meinem Herzen etwas nicht stimme.
Was das neurologische Problem angehe, meint der Arzt, dass ich das nächste Mal das „DBS-Patienten-Programmiergerät“ mitbringen solle. Sie würden mich dann instruieren, gewisse Einstellungen selbst zu machen, damit ich nicht jede Woche in die Uniklinik kommen müsse.
Am Nachmittag spritze ich mir das Metoject 15,5 mg gegen meine Polyarthritis.
Auch heute habe ich wieder Probleme mit meinem rechten Bein, welches stark zittert. Zudem fängt gegen Abend auch die linke Seite an zu zittern. Ich fluche vor mich hin und schimpfe mit dem Herrgott. „Vater, warum hast Du mich verlassen. Warum habe ich diese verdammten Knieschmerzen. Wieso werde ich mit Parkinson, Polyneuropathie und Rheumatoider Arthritis bestraft. Ich bin nicht perfekt und mache auch meine Fehler, aber ich habe es nicht verdient, so bestraft zu werden. Nimm diese verdammten Schmerzen endlich von mir.“ Ich bin richtig frustriert und wütend.
Nach dem Nachtessen nehme ich noch die Globuli für die Seele.
Durch den Tag nehme ich, wie immer, meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
22.06.2019
Heute habe ich wieder Probleme mit meinem rechten Bein, welches stark zittert.
Am Morgen nach dem Frühstück nehme ich die Globuli für die Seele und für die Entgiftung, welche ich von meiner Heilpraktikerin bekommen habe und wie jeden Morgen die anderen Medikamente.
Ich lasse, wie von den Ärzten zuletzt empfohlen, die Mestinon -Tabletten weg, d. h. ich nehme sie nicht mehr. Zudem steht in der Gebrauchsanweisung von Mestinon, dass bei Parkinson Vorsicht angesagt ist.
Am Morgen bekomme ich vom Universitätsspital B. per Post eine „Information zu möglichem Kontakt mit Vancomycin resistenten Enterokokken“ (VRE).
Am heutigen Darmtag öffnet das Kantonsspital in L. seine Türen für die Bevölkerung. Man hat dabei die Möglichkeit, vieles über Darmgesundheit zu lernen, sich aber auch kompetent über Vorsorge, Erkrankungen und viele weitere Themen rund um dieses spannende Organ zu informieren.
Ich komme gerade rechtzeitig zum Vortrag des Arztes, der mich wegen meiner Diverticulitis operiert hatte, in dem er über die „Moderne Darmchirurgie, sowie über die optimale Behandlung vor und nach der Operation“ berichtet. Dabei zeigt der Chirurg auch diverse Bilder und einen kurzen Film über eine Darmoperation.
Anschließend referiert die Leitende Ärztin. Sie scheint sehr nervös zu sein, denn sie hält den Vortrag mit zittriger Stimme. Beide Vorträge sind sehr eindrücklich und informativ.
Im Anschluss gehe ich nach unten, wo beim Eingangsbereich diverse Informationsstände über Anästhesie, Berufsbildung, Chirurgie, Darmkrebszentrum, Ernährungsberatung, Gastroenterologie, Gastronomie, Onkologie, Pathologie, Physiotherapie, Psychoonkologie, Pflege, Radiologie, Schmerztherapie, Spitalexterne Onkologie-pflege, Spitalhygiene, Spitalseelsorge, Stomaberatung, Wundberatung informieren.
Als ich bei den Ständen bin, begrüße ich meinen ehemaligen Chirurgen. Er kennt mich zwar noch, aber nicht meinen Namen. Als ich ihm sage, dass mein Name Schaub ist, erinnert er sich und meint, dass er mir immer noch eine Antwort auf meine komplizierte Frage schuldig sei. Er entschuldigt sich, dass er mir bis heute keine Antwort gegeben hätte, es sei sonst nicht seine Art, denn normalerweise antworte er auf jede Frage, aber meine Frage sei sehr kompliziert und er wollte sie mit seiner Frau, welche Neurologin sei, besprechen. Ich erkläre ihm, dass ich ihn begreife, denn ich bin ja nicht sein einziger Patient. Wir verabschieden uns und wünschen uns gegenseitig alles Gute.
An einem Stand kann man sich anmelden für die Besichtigung des Da-Vinci-Operationsroboters, zu welchem ich erst in eineinhalb Stunden gehen kann.
Um die Zeit herum zu schlagen, gehe ich zuerst ins Kaffee und gönne mir ein Cola und ein Stück Schwedenkuchen. Anschließend gehe ich durch eine der Hauptattraktionen an diesem Darmtag, nämlich durch das größte, begehbare Darmmodell Europas. Auf der Wiese vor dem Haupteingang wird im zwanzig Meter langen Modell auf anschauliche Weise die Funktion des Darmes erklärt und die Entstehung von Darmkrebs aufgezeigt.
Beim Warten für die Besichtigung des Da-Vinci-Operationsroboters sehe ich kurz meine ehemalige Hausärztin, welche, wie ich erst später herausfinde, einen Vortrag über „Der Darm und seine Untermieter. Statt Bakterien in Beuteln und Kapseln – ist Stuhltransplantation der neueste Hype?“ hatte. Mein erster Gedanke ist, dass sie dies nur tut, um ihr Ego zu befriedigen. Schon als ich noch bei ihrem Mann und ihr in Behandlung war, war sie immer eine Frau, welche dominant war und gerne den Ton angab. Sie läuft an mir vorbei. Im Schlepptau hatte sie ihre Arztgehilfin und ihre Stieftochter.
Um 14:45 Uhr werden wir durch eine Spitalangestellte in den Operationstrakt im Untergeschoss geführt. Zuerst werden wir in einen Vorbereitungsraum gebracht, wo die Patienten mittels Anästhesie auf eine Operation vorbereitet werden. Zwei Anästhesistinnen klären uns an einem Modell über ihre Arbeit auf. Zur Vorbereitung gehören die kontinuierliche Herz-, Sauerstoff- und Blutdrucküberwachung sowie eine Infusion am Arm oder am Handrücken.
Anschließend werden wir in einen Operationsraum geführt, wo uns zwei Chirurgen erklären und zeigen, wie man auf bisherige Art operierte. Da war der Chirurg, welcher die Operation durchführte und seine Kollegin, welche genau wusste, welches der Hunderten von Instrumenten er gerade benötigt, und ihm überreichte. Es war sehr unterhaltsam und informativ.
Zum Schluss kam der Höhepunkt, nämlich der „Da-Vinci-Operationsroboter.“ Anders als bei herkömmlichen Operationen, bei denen die Chirurgen den Eingriff selbst direkt am Körper des Patienten vornehmen, steuern sie bei einer Operation mit Da Vinci aus der Ferne den Roboter mittels einer Konsole und eines 3D-Bildschirms.
Der Begriff Roboter ist nicht ganz richtig, denn Da Vinci arbeitet nicht selbstständig, respektive vorprogrammiert wie ein Roboter. Er wird von einem erfahrenen Chirurgen bedient. Die richtige Bezeichnung für den Da Vinci wäre „Roboter-Assistiertes Operationssystem.“
Da Vinci ist dreiteilig: Der Operationsroboter steht direkt am Operationstisch beim Patienten, daneben etwas abseits der Computer mit zusätzlichem Monitor. In unmittelbarer Nähe steht die Konsole, an der der Operateur sitzt und den Da Vinci bedient. Das 3D-Bild liefert dem Chirurgen eine stark vergrößerte und hochaufgelöste Darstellung des zu operierenden Areals. Selbst feinste Strukturen wie Nerven und Gefäße sind gut zu erkennen.
Jeder Besucher hat die Möglichkeit, wenn er will, Operateur zu spielen und den Da-Vinci zu bedienen. Mit steuerbaren Zangen kann man Gummiringe packen und an einem anderen Ort ablegen. Der ganze Roboter ist im Moment noch ein riesiges Monstrum und das Ziel ist, in naher Zukunft diesen so klein als möglich zu bauen, ähnlich, wie bei den Handys, welche am Anfang auch unmögliche Möbel waren und heute so klein, dass man sie in die Hemdenbrusttasche stecken kann.
Obwohl ich es gerne gehabt hätte, wenn meine Frau mich begleitet hätte, hat es sich für mich gelohnt, denn der ganze Anlass war sehr informativ und gut gemacht.
Nach dem Nachtessen nehme ich noch die Globuli für die Seele.
Durch den Tag nehme ich, wie immer, meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
23.06.2019
Nach dem Aufstehen mache ich, wie jeden Morgen meine LSVT-Übungen und steige eine Viertelstunde auf meinen Hometrainer und nehme meine Parkinson-Medikamente, sowie nach dem Frühstück die Globuli für die Seele und für die Entgiftung.
Auch heute habe ich wieder Probleme mit meinem rechten Bein, welches stark zittert.
Nach dem Nachtessen nehme ich noch die Globuli für die Seele.
Durch den Tag nehme ich, wie immer, meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
24.06.2019
Nach dem Aufstehen mache ich, wie jeden Morgen meine LSVT-Übungen und steige eine Viertelstunde auf meinen Hometrainer und nehme meine Parkinson-Medikamente, sowie nach dem Frühstück die Globuli für die Seele und für die Entgiftung.
Auch heute habe ich wieder, sehr oft, dieses Zittern in meinem rechten Bein.
Ich bekomme per Post den ersten Arztbericht von der Augenklinik der Universität B. Darin steht als mögliche Diagnose eine Trochlearisparese. Das heißt, es besteht ein Funktionsverlust des betroffenen Muskels mit entsprechender Schielstellung. Entsprechend treten Doppelbilder auf, die analog der Abweichung horizontal, vertikal und verkippt wahrgenommen werden. Zudem ist auch eine leichte Hornhautverkrümmung, sowie eine Altersweitsichtigkeit zu erkennen, d. h. ein fortschreitender, altersbedingter Verlust der Nahanpassungsfähigkeit des Auges, also eine Presbyopie. Im Weiteren besteht ein leichter Grauer Star.
Ich rufe im Universitätsspital an wegen den VRE-Bakterien. Man erklärt mir noch einmal, um was es geht. Am Schluss meint sie, dass sie mir in acht Wochen ein Röhrchen senden würden, in das ich dann meinen Stuhl einsenden könne.
Ich sende „ Rotbäcklein“ und „Timea“ mein medizinisches Tagebuch für die Zeit, in der ich im Spital war.
Nach dem Nachtessen nehme ich noch die Globuli für die Seele.
Durch den Tag nehme ich, wie immer, meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
25.06.2019
Heute habe ich weniger Schmerzen, aber stark geschwollene Beine. Vieleicht hat die Absetzung von Mestinon doch einen Einfluss auf das Zittern und die Schmerzen.
Am Morgen nach dem Frühstück nehme ich die Globuli für die Seele und für die Entgiftung.
Nach dem Nachtessen nehme ich noch die Globuli für die Seele.
Durch den Tag nehme ich, wie immer, meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
26.06.2019
Meine Frau und ich haben einen Termin bei unserer Hausärztin. Bei unserem Eintreffen verlangt die Praxisassistentin meinen Impfausweis. Wir machen ab, dass ich nach meinem Besuch bei der Ärztin zu ihr gehen werde wegen meiner zweiten Zeckenimpfung. Als die Ärztin ins Besprechungszimmer kommt, besprechen wir zuerst die Probleme meiner Frau, wobei bei ihr alles gut ist.
Dann erklärt sie mir, dass sie inzwischen den Arztbericht von meinem Dermatologen bekommen hätte und er auch schreibe, dass meine Haut zu trocken sei. Sie druckt mir dann diesen Bericht aus. Sie spricht mich auch noch auf die Information vom Unispital an, wegen den Vancomycin-resistenten Enterokokken“ (VRE). Ich erzähle ihr, dass ich dort angerufen hätte und wir nun abgemacht haben, dass sie mir in acht Wochen ein Röhrchen senden würden, in dem ich meinen Stuhl einsenden könne.
Ich erzähle ihr dann von meinem Aufenthalt in der Uniklinik und von meinem Besuch von letzter Woche bei dem Neurologen des Krankenhauses und dass dieser mir, wegen den geschwollenen Beinen und dem zeitweiligen Druck auf meiner linken Brustseite, geraten hat, einmal mein Herz zu untersuchen. Die Ärztin schaut sich meine Beine an und sieht nun auch, dass sie stark geschwollen sind. Sie fragt mich, ob ich schon einmal eine Herzuntersuchung gehabt hätte. Als ich ihr erkläre, dass ich einmal in L. bei einem Internisten gewesen sei, meint sie, dass dieser nicht mehr sei, dass aber ein anderer Arzt die Praxis übernommen hätte. Wir machen also ab, dass sie mich in die Praxis von diesem Arzt zu einer Herzuntersuchung schicken werde. Was mein Gewicht angeht, ist sie überrascht, dass ich innert kurzer Zeit fünfzehn Kilo zugenommen habe. Sie meint, dass mir nur möglichst viel Bewegung und gesundes Essen helfen können. Leider ist das mit der Bewegung so eine Sache, denn ich kann nicht mehr lange laufen wegen meinen schwachen Beinen und meinen Knieschmerzen. Was das Essen angeht, so esse ich ja gar nicht mehr so viel. Sie meint dann, dass mir eventuell auch eine Ernährungsberatung helfen könne. Da ich schon einmal mit meiner Frau darüber geredet und gemerkt habe, dass sie darüber nicht so begeistert ist, erkläre ich ihr, dass ich es noch einmal ohne versuchen wolle.
Nach meinem Besuch bei der Ärztin kann ich zur Praxisassistentin, welche mir die zweite Zeckenimpfung in den linken Oberarm macht. Sie sticht dabei so gut, dass ich gar nichts spüre. Für die nächste Impfung in einem Jahr, werde ich dann aufgeboten. Im Moment sei ich nun geschützt und wenn ich in einem Jahr die dritte Spritze bekomme, sei ich zehn Jahre geschützt. Meine Hausärztin kommt noch schnell vorbei und verabschiedet sich.
Die Lehrtochter ruft dann noch in der Praxis des Herzspezialisten an, wegen einem Termin. Ich kann am Freitag den 12.07.2019 um 08:00 Uhr zu ihm gehen. Der nächste Termin bei meiner Hausärztin habe ich dann am Mittwoch den 17.07.2019 ebenfalls um 08:00 Uhr.
Leider vergesse ich am Schluss den Arztbericht von meinem Hautarzt.
Am Morgen nach dem Frühstück nehme ich die Globuli für die Seele und für die Entgiftung.
Nach dem Nachtessen nehme ich noch die Globuli für die Seele.
Durch den Tag nehme ich, wie immer, meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
27.06.2019
Am Morgen nach dem Frühstück nehme ich meine Medikamente und die Globuli für die Seele und für die Entgiftung.
Heute Donnerstagabend habe ich um 17:30 Uhr einen Fußpflege- und Fußmassagetermin. Meine Frau kommt mit mir und möchte noch einkaufen.
Als wir auf den Bahnsteig 2 in S. kommen, um mit dem Schnellzug um 15:55 Uhr von S. nach B. zu fahren, kommt im Lautsprecher die Durchsage, dass der Regionalzug um 16:03 Uhr in Richtung B. auf Geleise 1 bereitstehe. Kurz danach erlischt die Anzeige für den Schnellzug mit Abfahrt um 15:55 Uhr. Ich sagte noch zu meiner Frau, dass es mich nicht wundern würde, wenn unser Zug ausfallen würde, was dann kurz danach auch durch die Lautsprecherdurchsage bestätigt wird. Wir müssen uns also zum Bahnsteig 1 begeben, um den Regionalzug zu nehmen. Leider gibt es aber immer noch Leute, welche später ankommen und die Durchsage nicht gehört haben. Was uns nun ärgert, ist, dass man die Lautsprecherdurchsage nicht öfters macht und der Ausfall des Schnellzugs in der Anzeige nicht angezeigt wird, vor allem für solche, die später kommen.
Mit dem Tram fahren wir dann nach W., wo meine Frau früher aussteigt, während ich bis zur Endstation fahre. Bevor ich zu der Fußmassage gehe, hole ich mir in der Apotheke noch Antistax für meine geschwollenen Beine, sowie Formoline-Sättigungskapseln und Diasporal-Magnesium-Direktgranulat, gegen meine nächtlichen Beinverhärtungen und Schmerzen.
Als ich bei der Fußpflege bin, spreche ich sie auf ihre Ferien in der Türkei an. Sie erklärt mir, dass sie als erstes ihre Familie besucht habe. Während sie schnell raus muss, nehme ich vorweg ein Fußbad. Da wir zeitlich etwas spät dran sind, macht sie heute nur Fußpflege, d. h. sie schneidet mir zuerst die Fußnägel. Dann reinigt sie die Ränder und unter den Nägeln. Sie benützt dazu diverse Instrumente, wie einen Kopfschneider, verschiedene Nagelzangen und Nagelschleifgeräte.
Anschließend gehen meine Frau und ich ins Chinesenrestaurant. Die Heimfahrt mit dem Tram und dem Zug ist dann wie immer problemlos.
Per Post bekomme ich den Arztbericht von der Augenärztin der Klinik.
Nach dem Nachtessen nehme ich noch die Globuli für die Seele.
Durch den Tag nehme ich, wie immer, meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
28.06.2019
Auch heute nehme ich am Morgen nach dem Frühstück meine Medikamente und die Globuli für die Seele und für die Entgiftung.
Am Nachmittag spritze ich mir Metoject 15,5 mg gegen meine Polyarthritis.
Nach dem Nachtessen nehme ich noch die Globuli für die Seele.
Durch den Tag nehme ich, wie immer, meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
29.06.2019
Am Morgen nach dem Frühstück nehme ich die Globuli für die Seele und für die Entgiftung. Zudem nehme ich noch meine Parkinsonmittel.
Nach dem Nachtessen nehme ich noch die Globuli für die Seele.
Durch den Tag nehme ich, wie immer, meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
30.06.2019
Am Morgen nach dem Frühstück nehme ich die Globuli für die Seele und für die Entgiftung.
Im Internet sehe ich einen Vortrag von Herrn Eckehard K. Fisseler, welcher in seinem Buch „Arthrose, der Weg zur Heilung“ berichtet, wie er durch eine Ernährungsumstellung seine Krankheit besiegt hat. Er hatte, wie ich Probleme mit seinen Knien und konnte auch nicht mehr richtig Treppen steigen.
In einem anderen Film wurde ein Vortrag von der jungen Ärztin Giulia Enders gezeigt, welche mit ihrem Buch „Darm mit Charme“ auf eindrückliche und natürliche Art informiert.
Ich mache mir schon meine Gedanken und rede mit meiner Frau darüber, Ich beschließe, dass ich bei meinem nächsten Besuch bei unserer Hausärztin diese darauf anspreche, mich bei der Ernährungsberatung anzumelden. Wenn es so verlaufen sollte wie bei Herrn Eckehard K. Fisseler, mache ich mir große Hoffnung, einen großen Teil meiner gesundheitlichen Probleme lösen zu können.
Ich beschließe auch, dass ich, wenn ich nächsten Donnerstag zur Fußpflege gehe, die beiden Bücher „Arthrose, der Weg zur Heilung“ und „Darm mit Charme“ kaufen werde. Ich bin fest entschlossen meine Gesundheit nun mehr in den Griff zu bekommen.
Nach dem Nachtessen nehme ich noch die Globuli für die Seele.
Durch den Tag nehme ich, wie immer, meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
01.07.2019
Am Morgen nach dem Frühstück nehme ich die Globuli für die Seele und für die Entgiftung.
Heute sind meine Frau und ich in Montreux und auf dem Rochers de Naye unterwegs. Anschließend von Montreux mit dem Golden Express nach Zweisimmen, Spiez, Thun, Bern usw. Den ganzen Tag habe ich keine Schmerzen, allerdings hatte ich gewaltige Probleme beim Laufen.
Nach dem Nachtessen nehme ich noch die Globuli.
Durch den Tag nehme ich, wie immer, meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
02.07.2019
Am Morgen nach dem Frühstück nehme ich die Globuli für die Seele und für die Entgiftung.
Heute geht es mir nicht so schlecht. Knieschmerzen habe ich keine. Nur beim Treppensteigen habe ich ein wenig Probleme.
Per Post bekomme ich den Arztbericht von der Augenärztin und von der Orthoptistin von der Augenklinik. Da im Bericht steht, dass ich seit zehn Tagen Distigmin nehmen würde, rufe ich in der Augenklinik an, denn das Mittel, das ich einnehme, heißt Mestinon 60 mg. Nach längerem hin und her, verbindet man mich mit der Ärztin. Diese erklärt mir, dass Distigmin der Überbegriff von Mestinon 60 mg sei, dass also beides dem Gleichen entspreche.
Im Weiteren bekomme ich per Post noch zwei Fragebogen vom Qualitätsmanagement des Universitätsspitals B. Beim einen muss ich die Leistungen des Augenspitales und beim anderen diejenigen von der Neurologischen Abteilung beurteilen.
Nach dem Nachtessen nehme ich noch die Globuli für die Seele.
03.07.2019
Am Morgen nach dem Frühstück nehme ich die Globuli für die Seele und für die Entgiftung.
Ich fülle die beiden Fragebogen aus und bringe sie zur Post.
Nach dem Nachtessen nehme ich noch die Globuli für die Seele.
Etwa um 21:30 Uhr sehe ich wieder alles verschwommen, ähnlich wie am 01. Und 02.06.2019.
Durch den Tag nehme ich, wie immer, meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
04.07.2019
Beim Aufstehen habe ich immer noch so Doppelbilder. In die Ferne, so ab 80 cm ist gut, aber in der Nähe sehe ich alles verschwommen. Auf dem Bildschirm sehe ich es noch gut, aber die Tastatur, sehe ich unklar.
Ich rufe im Augenzentrum S. an. Eine Mitarbeiterin nimmt ab und meint, dass sie mein Problem mit dem Arzt besprechen möchte. Sie ruft mich später an und erklärt mir, dass der Arzt geraten hat, dass ich in die Seeschule gehen sollte. Termin am Montag den 08.07.2019 um 17:10 Uhr.
Nach dem Frühstück nehme ich die Globuli für die Seele und für die Entgiftung. Zudem nehme ich noch meine anderen Medikamente.
Da es mit dem Sehen aber immer schlechter wird, rufe ich in der Praxis meiner Hausärztin an und schildere meinen Fall. Die Praxisassistentin gibt mir einen Termin für heute Morgen um 11:00 Uhr.
Meine Ärztin macht diverse Bewegungstests und fragt mich immer wieder, wann es mir schwindlig wird, oder wann ich Doppelbilder sehe. Wenn ich z. B. das linke Auge abdecke oder schließe, sehe ich besser. Ich kann allerdings nicht mehr ein Buch lesen, weil ich alles verschwommen sehe. Allerdings, wenn ich das linke Auge schließe oder die Augenklappe anhabe, sehe ich es klarer.
Ich spreche sie noch auf meine Gewichtsprobleme an und erzähle ihr von Eckehard K. Fisseler, diesem Mann im Internet, welcher ähnliche gesundheitliche Probleme hatte wie ich und mit einer Ernährungsumstellung seine Gesundheit gewaltig verbessern konnte. Ich spreche sie deshalb auf die Ernährungsberatung an, welche sie das letzte Mal erwähnt hatte.
Ich übergebe ihr dann noch die beiden Artikel aus dem medizinischen Fachmagazin für Komplementärmedizin von der Heilpraktikerin. Im Artikel „Brainfood“ wird vor allem auch erwähnt, was die verschiedenen Vitamine für einen Einfluss haben können auf die Gesundheit. Darum kam ich eigentlich darauf, bei meiner Frau einmal B12 zu testen. Beim Artikel „Fitness für Gehirn, Nerven und Psyche“ wird von den Erfahrungen aus der Stammzellenforschung berichtet und was ein Signalprotein für einen Einfluss auf verschiedene Nervenkrankheiten haben kann. Die Ärztin ist sehr interessiert und dankt mir für die beiden Artikel.
Im Anschluss gibt sie mir noch den Arztbericht von meinem Hautarzt.
Am Schluss gibt mir die Praxisassistentin noch den Termin für die Ernährungsberatung am 19.08.2019 um 14:00 Uhr.
Am Abend habe ich um 17:30 Uhr einen Fußmassagetermin. Davor gehe ich noch in den Buchladen, um die beiden Bücher „Arthrose, der Weg zur Heilung“ von Eckehard K. Fisseler und „Darm mit Charme“ von der jungen Ärztin Giulia Enders zu bestellen. Während sie das Buch von Eckehard K. Fisseler bestellen muss, haben sie das andere von Giulia Enders auf Lager.
Nach der Fußmassage steige ich auf dem Rückweg bei der Station an der Grenze aus, um die Ausfuhr- und Abnahmebescheinigung am Zoll abstempeln zu lassen. Mit dem nächsten Tram bin ich dann schnell beim Bahnhof, wo ich noch den Schnellzug nach S. erwische. Auch mit dem Busanschluss funktioniert es anschließend bestens.
Nach dem Nachtessen nehme ich noch die Globuli für die Seele.
Durch den Tag nehme ich, wie immer, meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
05.07.2019
Am Morgen nach dem Frühstück nehme ich meine Medis und die Globuli für die Seele und für die Entgiftung.
Da ich immer noch Probleme habe mit dem Sehen, rufe ich noch einmal im Augenzentrum S. an. Die Orthoptistin bespricht sich mit der anwesenden Augenärztin und meint, dass ich, wenn es schlechter werde, in den Notfall der Augenklinik des Universitätsspitals B. gehen solle.
Am Nachmittag spritze ich mir Metoject15,5 mg gegen meine Polyarthritis.
Nach dem Nachtessen nehme ich noch die Globuli für die Seele.
Durch den Tag nehme ich, wie immer, meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
Ich sitze im Sofa und schaue fern. Leider habe ich immer noch diese Sehstörungen. Plötzlich kann ich meinen linken Arm nicht mehr hochheben. Ich erschrecke und denke zuerst an einen Herzinfarkt. Ich überlege mir zuerst noch, ob ich in den Notfall des Kantonsspitals nach L. gehen soll. Das Ganze dauert etwa 10 oder 20 Sekunden. Nach diesem Vorfall sehe ich plötzlich wieder normal. Ich weiß nicht, was passiert ist.
Doppelbilder durch Herzinfarkt?
06.07.2019
Am Morgen nach dem Frühstück nehme ich die Globuli für die Seele und für die Entgiftung.
Nach dem Nachtessen nehme ich noch die Globuli für die Seele.
Es ist heute der ganze Tag gut. Ich habe keine Probleme. Meine Sehstörungen sind weg. Ich sehe wieder normal. Allerdings nur bis am Abend. Als ich beim Fernsehen bin, sehe ich ca. um 18:45 Uhr plötzlich wieder alles doppelt. Zudem wird es mir schwindlig, es verzieht meinen Mund nach links und meinen linken Arm kann ich nicht mehr bewegen. Ich habe Angst, dass ich einen Herzinfarkt habe. Ich rufe meine Frau und bitte sie, zu unserem Nachbarn zu gehen und ihn zu fragen, ob er mich in den Notfall bringen könne. Seine Freundin rät meiner Frau, doch 144, also den Notfall, anzurufen. Eigentlich hat sie Recht. Ich rufe dort an und schildere dem Mann, was passiert ist. Er schickt sofort einen Krankenwagen los, welcher zehn Minuten später bei uns ist. Eine nette Krankenschwester kümmert sich vorbildlich um mich. Nach der Schilderung, was passiert ist, stellt sie mir ein paar allgemeine Fragen. Ich muss mit den Händen und Armen ein paar Bewegungen machen. Während ihr Kollege, der Fahrer, und meine Frau sich um meine Medikamentenliste kümmern, lege ich mich auf die Trage und mache es mir so weit als möglich bequem. Während die Krankenschwester mir am rechten Arm eine Infusion anbringt und mich an den Überwachungsgeräten anschließt, stellt sie mir noch ein paar weitere Fragen. Übrigens sind die Abmessungen und die Ausstattungsmerkmale von Notfallkrankenwagen europaweit genormt. Im Wesentlichen besteht die konkrete Mindestausstattung aus Trage, einer Sauerstoffanlage, Absaugpumpe, einer tragbaren Notfallausrüstung inklusive EKG-Monitor sowie Verbandmaterial.
Während meine Frau vorne beim Fahrer Platz nimmt, studiert seine Kollegin meine Unterlagen und ist erstaunt darüber, wie ich meine Krankengeschichte dokumentiere. In raschem Tempo und zeitweise mit Tüdädo, tüdädo, geht es nach B. ins Universitätsspital. Obwohl ich festgebunden bin, habe ich von Zeit zu Zeit das Gefühl, nächstens aus meiner Trage zu fallen, vor allem, wenn er um eine Kurve fährt. Von Zeit zu Zeit erkundigt sich die Begleiterin nach meinem Befinden.
Etwas nach 20:00 Uhr treffen wir im Notfall des Universitätsspitals B. ein. Die Fahrtrage wird aus dem Sanitätsauto gezogen und in den Warteraum geschoben. Nach kurzem Warten werde ich in den Untersuchungsraum Nr.12 geschoben. Nach diversen Fragen durch den zuständigen Notfallarzt werden noch ein paar neurologische Tests gemacht, welche sie schon X-mal gemacht haben. Es ist immer das Gleiche. Es wird ein MRI angeordnet und ich werde vor den MRI-Raum geschoben. Plötzlich heißt es Stopp und ich werde wieder ins Untersuchungszimmer zurückgeschoben, mit der Begründung, dass mein Fall etwas kompliziert sei und mich zuerst ein Spezialist untersuchen sollte. Inzwischen haben sie meine Frau hereingeholt. Nach längerem Warten kommt dann der Leitende Arzt und Chefarzt-Stellvertreter Neurologie. Er macht die gleichen neurologischen Untersuchungen wie der Notfallarzt vorher. Er meint, dass es sich um eine Durchblutungsstörung im Gehirn handeln könnte. Sicher ist aber auch er nicht ganz. Nachdem er und ein paar andere Ärzte sich verabschiedet haben, heißt es wieder einen Moment warten. Kurz darauf kommt der Notfallarzt zurück und erklärt uns auf Englisch, dass sie mir empfehlen, zusätzlich zu den bisherigen Medikamenten noch jeden Morgen ein Aspirin Cardio 100 mg zu nehmen. Nun ist der Fall für ihn abgeschlossen und meine Frau und ich können wieder nach Hause, obwohl ich immer noch diese Doppelbilder habe. Mit dem Tram fahren wir zum Bahnhof. Schnell sind wir in S., wo wir zu dieser Zeit zu lange auf den Bus hätten warten müssen, also spazieren wir gemütlich nach Hause, wo wir kurz vor 23:00 Uhr eintreffen.
Durch den Tag nehme ich, wie immer, meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
Doppelbilder durch DBS?
07.07.2019
Am Morgen nach dem Frühstück und am Abend nehme ich die Globuli für die Seele und für die Entgiftung.
Als ich am Abend beim Fernsehschauen bin, sehe ich ca. um 19:00 Uhr plötzlich wieder alles doppelt. Zudem wird es mir wieder schwindlig und es verzieht meinen Mund nach links und meine ganze linke Seite ist für ca. eine Minute wie blockiert. Ich kann den Arm und mein Bein nicht mehr bewegen. Ich habe das Gefühl, dass mein linkes Auge aus dem Kopf springt. Alles ist viel schlimmer als gestern. Ich habe das Gefühl, dass Ameisen in meinem linken Arm und meinem linken Bein herumspazieren. Allerdings bin ich mir dieses Mal sicher, dass es von der Hirnstimulation kommen muss, denn es sind die gleichen Symptome, welche ich beim ersten Einschalten des Geräts hatte und auch, als sie das letzte Mal ein MRI gemacht haben und der Neurologe das Gerät ausgeschaltet und später wieder eingeschaltet hat. Ich bin dieses Mal etwas ruhiger und gehe ins Bett, nehme mir aber vor, morgen den zuständigen Ärzten je ein E-Mail zu schreiben und ihnen meinen neuen Vorfall zu schildern.
Durch den Tag nehme ich, wie immer, meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
08.07.2019
Nachdem ich um 05:45 Uhr erwache, stehe ich auf und nehme eine Dusche. Meine Sehprobleme von gestern Abend sind dieses Mal immer noch vorhanden. Mit großer Mühe und immer ein Auge zugekniffen, schreibe ich die E-Mails an die verschiedenen Ärzte, an den Leiter der Neurologie, den Neurochirurgen, den Chefarzt-Stellvertreter vom Notfall neulich sowie an den zuständigen Neurologen der mich sowohl im Rahmen der DBS-OP als auch bei meinem letzten Spitalsaufenthalt betreute. Gleichzeitig sende ich allen noch den Artikel „Fitness für Gehirn Nerven und Psyche“, in dem von den Erfahrungen aus der Stammzellenforschung berichtet wird und was ein Signalprotein für einen Einfluss auf verschiedene Nervenkrankheiten haben kann. Während meine Hausärztin sehr interessiert war, zeigen die Ärzte vom Unispital kein Interesse.
Sehr geehrte Herren!
Wie Sie sich vielleicht erinnern können, war ich vom 02.06.2019 bis 07.06-2019 wegen Doppelbildern in der Universitätsklinik B.
Leider hat man dabei nichts Konkretes feststellen können.
Am Mittwoch- und Freitagabend den 03.07.2019 und 05.07.2019 konnte ich dann plötzlich für etwa 20 Sekunden meinen linken Arm nicht mehr bewegen und mein Mund verzog sich nach links. Zudem wurde mit schwindlig und ich sah wieder alles doppelt. Ich ging dann jeweils ins Bett und hoffte, dass es am andern Morgen vorbei ist, was dann auch der Fall war.
Am Samstag den 06.07.2019 hatte ich dann wieder das gleiche Problem. Dieses Mal war es aber viel stärker, weshalb ich die 144, also die Ambulanz, anrief. Man fuhr mich dann als Notfall in die Universitätsklinik B. Ohne nähere Abklärungen hieß es nach einigem Hin und Her einfach, dass ich keinen Herzinfarkt gehabt hätte. Mit der Aufforderung, zusätzlich zu meinen Medikamenten, noch Aspirin Cardio 100 mg einzunehmen, wurde ich, trotz Doppelbilder, nach Hause entlassen.
Gestern Sonntag, den 07.07. 2019 hatte ich dann die nächste Attacke. Dieses Mal war die ganze linke Seite betroffen. Mein Fuß, mein Bein, die Hand und der Arm waren ganz steif. Ich konnte nichts mehr bewegen. Dieses Mal war es recht heftig und dauerte etwa eine Minute. Seither habe ich aber ein komisches Gefühl in meinem Arm und der Hand. Zudem ist mein linker Fuß wie gefühlslos. Die Doppelbilder habe ich immer noch. Ich kann deshalb keine Zeitung oder ein Buch mehr lesen. Diesen Brief konnte ich nur mühsam schreiben, weil ich ein Auge abgedeckt hatte. Von Hand schreiben geht nicht mehr.
Seit diesem Vorfall von gestern bin ich überzeugt, dass die ganze Problematik von der Hirnstimulation kommt. Es ist, wie wenn sich der Hirnstimulator selbständig gemacht hätte. Auf jeden Fall habe ich die gleichen Symptome wie damals, als man die Stimulation eingeschalten hat. Ich sehe wieder alles doppelt, manchmal übereinander, manchmal nebeneinander.
Übrigens, als man während meines Besuchs bei Euch ein MRI machte und Sie den Stimulator ausschalteten, hatte ich beim Einschalten die gleichen Symptome.
Im Weiteren bin ich überzeugt, dass dieser Druck auf meiner linken Brustseite auch von der Stimulation kommt und nicht vom Herz, wie der Neurologe im Spital vermutet hat.
Im Anhang sehen Sie noch einen interessanten Artikel.
Freundliche Grüße,
Ihr Patient Walter Schaub
Etwa eine Viertelstunde später ruft mich der Oberarzt der Neurologie an und fordert mich auf noch einmal in den Notfall zu kommen. Er werde alles veranlassen, damit man Bescheid wüsste. Ich solle das E-Mail, das ich ihm gesendet habe, ausdrucken und mitnehmen und bei der Anmeldung vorweisen.
Bevor ich mich umziehe, dusche ich mich noch und rufe im Augenzentrum S. an, um den Termin von heute Nachmittag um 17:10 Uhr abzusagen. Die Mitarbeiterin dort zeigt Verständnis und meint, dass ich mich einfach wieder melden solle.
Ich bekomme ein E-Mail von meinem Neurochirurgen.
Sehr geehrter Herr Schaub
Danke für die Information. Im Austrittsbericht schrieben die Neurologen: „Möglich erschien uns in Folge auch ein Zusammenhang der Doppelbilder mit der Tiefenhirnstimulation. Während einer kurzzeitigen kompletten Pausierung der Stimulation (während der MRI-Untersuchung) und auch während längerfristiger Reduktion der Stimulationsintensität über einen Tag war jedoch keine signifikante Änderung der Symptomatik zu beobachten.“ Es blieb also einigermaßen unklar, weshalb Sie doppelt sahen. Hoffentlich wird der Grund klarer nach weiterer Beobachtung. Als Neurochirurg kann ich leider wenig zur Lösung des Problems beitragen.
Freundliche Grüße,
.
Für mich ist nun klar: Keiner will schuld sein an meinem Problem. Niemand will zugeben, dass es an der Hirnstimulation liegen könnte.
Meine Frau begleitet mich zur Notfallstation des Universitätsspitals B., wo wir etwa um 10:00 Uhr eintreffen. Ich melde mich bei der Anmeldung an und zeige ihr den Ausdruck des E-Mails, welches ich dem Oberarzt der Neurologie gesandt habe. Sie liest es kurz durch und meint, dass ich es sehr gut beschrieben hätte. Da sie den Oberarzt nicht kennt, ruft sie in der Neurologie an. Dort wissen sie noch nicht, ob ich nach oben gehen soll, oder ob der Oberarzt nach unten in den Notfall kommt. Kurz darauf heißt es, wir sollen Platz nehmen, es werde bald jemand kommen. Anschließend werde ich ins Zimmer C14 gefahren. Da ich, wegen möglichem Kontakt mit Vancomycin resistenten Enterokokken als Hochrisikopatient gelte, muss jeder, der zu mir will, einen Schurz, einen Mundschutz und Handschuhe anziehen. Enterokokken sind grampositive Streptokokken, die unter anderem den menschlichen Darm besiedeln. Diese wurden ein paar Tage nach meinem letzten Spitalaufenthalt in der Neurologie entdeckt, weshalb jeder, der in der fraglichen Zeit in dieser Abteilung war, als Risikopatient angesehen wird.
Meine Frau ist inzwischen auch gekommen. Wegen dem Umziehen macht sie sich viel zu viel Sorgen und meint, dass ich wegen dem meine Probleme hatte. Als der Oberarzt verkleidet ins Zimmer kommt, frage ich ihn, wieso man am gestrigen Abend nicht solche Sicherheitsmaßnahmen gemacht hätte, meint er spaßeshalber nur, dass die Bakterien gestern Samstag frei hatten oder am „Zürifest“ gewesen seien. Der Oberarzt macht nur kurz ein paar neurologische Tests. Er glaubt immer noch nicht ganz, dass das ganze Problem von der Hirnstimulation kommt. Er meint aber auch, dass es gut gewesen sei, dass ich vorbeigekommen sei. Er werde schauen, dass der Neurochirurg schnell hereinschauen könne. Man merkt, dass er das Problem ernst nimmt und auch eine Lösung anstrebt. Zwischendurch muss ich Wasser lösen, was mit der Flasche nicht so einfach ist.
Meine Frau ist inzwischen ins Restaurant im Supermarkt gegangen, um etwas zu Mittag zu essen. Als sie zurückkommt, bin ich immer noch am Warten. Ich weiß nicht, wie es weiter gehen soll. Nun kommt eine für mich unverständliche Warterei. Vom 11:30 Uhr bis um 18:30 Uhr passiert nichts. Zwischendurch kommt eine Schwester und meint, dass im Hintergrund sehr viel ablaufe, denn im Moment würden diverse Neurologen, Neurochirurgen und Psychologen meinen Fall diskutieren. Um 18:30 Uhr möchte ich von der Schwester wissen, ob ich hierbleiben müsse, was sie bejaht. Endlich weiß auch meine Frau, welche die ganze Zeit ausgeharrt und gewartet hat, woran sie ist und geht nach Hause. Bevor sie geht, bedanke ich mich, dass sie so lange gewartet hat, worauf sie meint, dass ich dasselbe für sie getan hätte, was auch wieder stimmt. Ich muss dann immer noch bis um 19:00 Uhr warten, bis mich ein Angestellter zuerst in den 5. Stock fährt, wo man ihm sagt, er solle in den 4. Stock hinunter. Dort werden wir von einer hübschen Schwarzen empfangen, welche uns ins Zimmer führt. Bei der Türe ist ein Schild angebracht, auf dem steht, Risikozone, Besucher sollen sich beim Personal melden.
Ich bin allein im Zimmer und mache es mir gemütlich. Endlich kann ich allein auf die Toilette. Es ist ein schönes, neu eingerichtetes Zimmer mit WC und Dusche.
Kurz darnach kommt junge, hübsche, Ruhe ausstrahlende Schwester. Als erstes bindet sie mir ein Plastikband um mein rechtes Handgelenk, auf dem meine Daten gespeichert sind. Sie bestellt per Telefon mein Nachtessen und bringt mir noch rutschfeste Noppensocken. Sie misst meinen Blutdruck, den Puls und die Temperatur. Ich frage sie dann noch, ob sie „Timea“ und „Rotbäcklein“ kenne, was sie bejaht. Ich bitte sie dann, dass sie den beiden einen schönen Gruß sagen solle, was sie mir auch verspricht. Sie fragt mich dann noch kurz, ob ich derjenige sei, der ihnen ein Buch geschenkt hätte. Ich erkläre ihr, dass ich ihr auch eines schenken könne, was sie mit einem Lächeln quittiert.
Nach dem Nachtessen, einem guten Wurst-Käse-Salat, einer heißen Schokolade und einer Gasparini-Glace, mache ich mich um 20:00 Uhr für die Nacht bereit. Ein schöner Sonntag mit viel Warten geht vorbei. Vorher telefoniere ich noch mit meiner Frau und erinnere sie daran, mir den roten Koffer, den schwarzen Stecker zum Aufladen der Telefone und die Medikamentenbox mitzubringen. Ich habe die größte Mühe, ihr am Telefon zu erklären, wo sie was findet, dabei ist es gar nicht so kompliziert.
Durch den Tag nehme ich, wie immer, meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
09.07.2019
Ich habe sehr gut geschlafen und erwache um 06:00 Uhr. Nach der Morgentoilette kommt um 08:00 Uhr die Pflegefachfrau und misst mir den Blutdruck, den Puls und die Temperatur. Ich höre kurz „Timea“, wie sie kurz „Ajaa“ sagt, als die Pflegefachfrau sie etwas fragt.
Anschließend rufe ich noch in der Praxis meines Rheumatologen an um den Termin von morgen den 10.07.2019 um 11:00 Uhr abzusagen.
Um 11:00 Uhr besuchen mich zwei junge Ärzte. Einer von ihnen, der Oberarzt, ist dann der erste Arzt, welcher die Möglichkeit in Betracht zieht, dass die Hirnstimulation an meinem gesundheitlichen Problem schuld sein könnte. Er meint dann noch, dass dies vielleicht der Preis ist, den ich für die Hirnstimulation bezahlen müsse. Es könne auch sein, dass ich nachher meine Brillengläser anpassen müsse. Er informiert mich, dass der Neurologe noch ein paar Tests durchführen würde.
Nach dem Mittagessen, zwischen 13:00 Uhr und 13:45 Uhr kommt meine Prinzessin. Ich freue mich, sie zu sehen. Mein Gruß wurde ihr noch nicht ausgerichtet. Als ich sie frage, wieso sie gewusst hätte, dass ich hier bin, meint sie nur, dass sie es gelesen hätte. Sie erzählt mir, dass sie die nächsten zwei Wochen Ferien hätte. Die erste Woche, also die nächste, würde sie nach Mallorca gehen, um ein wenig Sonne zu tanken. Sie sei in letzter Zeit immer so müde und energielos. Ich erzähle ihr dann, dass ich vorgestern Ferien nach Nepal gebucht hätte, worauf sie mich ganz verwundert fragt, wo denn dies sei. Als ich ihr sage, dass es beim Himalaja sei, dem höchsten Berg auf der Welt, meint sie nur: „Au großartig, das kostet sicher viel.“ Als ich ihr sage, dass es pro Person nur 1.500 CHF koste für fünfzehn Tage, meint aber auch sie, dass dies günstig sei. Als ich ihr erzähle, dass man am letzten Tag noch die Möglichkeit hätte, mit einem kleinen Flugzeug einen Rundflug ins Himalaja-Gebiet zu machen, fragt sie mich: „Und, machst du es?“ Ich erkläre ihr dann, dass ich es im Moment noch nicht wisse, da meine Frau eben Herzprobleme hätte. Sie meint dann, dass sie dies machen würde. Wir reden dann über das Deltasegeln, welches sie gerne einmal probieren würde. Ich sage ihr, dass sie doch einmal nach Interlaken gehen solle, wo sie einen Tandemflug mit Gleitschirmen machen könne. Ich erzähle ihr dann, dass ich Bungeejumping nicht machen würde, alles andere würde ich
gerne probieren.
Als ich sie frage, ob sie noch Geschwister hat, meint sie, dass sie noch einen älteren Bruder hätte, welcher aber eher der ruhige Typ sei, während sie eher schwatzhaft sei. Dann hätte sie noch eine jüngere Schwester.
Wir reden dann über diverse Themen, unter anderem auch über die Frauen-Fußballweltmeisterschaft und über die Schweizer Fußballerin Florijana Ismaili, welche im Comersee auf tragische Weise beim Baden ertrunken ist. Wir reden auch über Frauen in der Politik. Als ich ihr sage, dass es diverse Jobs gebe, in welchen die Frauen einfach besser sind als die Männer, wundert sie sich und meint: „Und das sagt ein Mann!“ Ich zähle dann ein paar Beispiele auf, z. B. im Finanzwesen, wo viele Frauen einfach besser sind. „Timea“ dankt mir dann noch für die Pralinen, über welche sie sich gefreut hätte. Als ich ihr erzähle, dass meine Frau sich wahnsinnig gefreut hätte und spontan gemeint hat, dass wir ihr ein Geschenk bringen sollten, meint sie: „Oh so lieb.“
Um 14:00 Uhr kommt der Neurologe und macht verschiedene neurologische Tests, welche er auch noch filmt. Er stellt den Stimulator für die linke Seite auf die Hälfte. Sofort fange ich an zu zittern, aber nicht für lange. Die Doppelbilder sind verschwunden und den Schwenker mit meinem linken Fuß habe ich nicht mehr beim Gehen. Leider kommt das Zittern links wieder zurück.
Meine Frau bringt mir den roten Koffer, den schwarzen Stecker und die Medikamentenbox. Als ich sie bitte, mir eine Telefonkarte zu holen oder mit einer Zahlungsaufforderung, welche auf dem Bürotisch liegt, zur Bank zu gehen, flippt sie fast aus. Auch als ich sie bitte, mir morgen die blaue Box mit dem DBS-Stimuliergerät mitzubringen, regt sie sich fürchterlich auf und weiß nicht, was sie machen muss. Sie ist völlig überfordert.
Während meine Frau hier ist, kommt „Timea“ kurz herein, um mir mitzuteilen, dass sie bei Sinemet einen Engpass hätten und es im Moment nicht bekommen würden, zudem der Arzt um 16:00 Uhr noch einmal komme, um ein EEG zu machen, und dass in dieser Zeit keine anderen Personen im Zimmer sein dürfen. Ich stelle „Timea“ schnell meiner Frau vor: „This is the girl, which was keeping your cap.“ Meine Frau dankt ihr noch einmal und sagt, dass dies ihre Lieblingshut sei und sie sich richtig gefreut hätte. Ich erzähle dann meiner Frau noch, dass „Timea“ meine Lieblingskrankenschwester sei, was „Timea“ mit einem herzlichen Lachen quittiert.
Um 16:00 Uhr kommt der Arzt mit zwei jungen Frauen, welche ein EEG durchführen sollen. Dabei werden mir auf dem Kopf und zum Teil im Gesicht 27 Elektroden angebracht. Meine Augen muss ich geschlossen halten. Während dem Prozess werde ich X-mal aufgefordert, meine Augen zu öffnen und wieder zu schließen.
Die Elektroenzephalografie (EEG) ist eine Methode der medizinischen Diagnostik und der Forschung zur Messung der summierten elektrischen Aktivität des Gehirns durch Aufzeichnung der neurologischen Spannungsschwankungen an der Kopfoberfläche. Es zeigt die grafische Darstellung dieser Schwankungen. Das EEG ist neben der Elektroneurografie (ENG) und der Elektromyografie (EMG) eine standardmäßige Untersuchungsmethode in der Neurologie.
Da die auf der Kopfhaut zu messenden Signalen in der Größenordnung von 5 bis 100 µV (1 Mikrovolt = 1 Millionstel Volt) liegen, wird ein empfindlicher Messverstärker benötigt. Zur Unterdrückung des allgegenwärtigen Netzbrummens und anderer Störungen wird ein Differenzverstärker mit hoher Gleichtakt-Unterdrückung benutzt. Aus Gründen der Patientensicherheit ist dieses Medizingerät bei zugelassenen Elektroenzephalographen als Isolationsverstärker implementiert, wodurch gleichzeitig aber auch die Gleichtaktunterdrückung erhöht wird.
Die vor dem Einsatz von Computern benutzten Geräte leiteten den Ausgang der Differenzverstärker auf einen Messschreiber. Das Elektroenzephalogramm wurde auf Endlospapier geschrieben. Die Papiermenge entsprach dabei etwa 120 Blättern für eine Standarduntersuchung von 20 Minuten.
Beim papierlosen oder Computer-EEG wird das Signal digitalisiert und auf Festplatte oder optischen Medien festgehalten und das EEG vom Neurologen oder Psychiater meist am Bildschirm ausgewertet.
Später telefoniere ich noch mit meiner Frau und erinnere sie daran, mir die blaue Box mit dem DBS-Stimuliergerät mitzubringen. Die Telefonkarten und Zahlungsaufforderung erwähne ich gar nicht mehr, denn das würde sie zu viel belasten und aufregen, was für sie, mit ihrem schwachen Herzen, nicht gerade gut wäre. Sie hat dabei die größte Mühe, die blaue Box zu finden, obwohl man diese nicht übersehen kann. Zudem ist sie deutlich angeschrieben.
Durch den Tag nehme ich, wie immer, meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
Nach dem Nachtessen und der Nachttoilette schlafe ich auch bald ein.
10.07.2019
Bis um 03:00 Uhr habe ich ausgezeichnet geschlafen. Nach der Toilette habe ich aber Mühe wieder einzuschlafen. Um 06:00 Uhr stehe ich dann auf, mache die Morgentoilette und nehme eine Dusche. Ich fühle mich nachher wie neu geboren.
Um 08:00 Uhr bringen sie das Frühstück, wobei sie dieses Mal die Butter und die Marmelade sowie eine Tasse Milch vergessen.
Die Pflegefachfrau kommt kurz vorbei, um den Blutdruck, den Puls und die Temperatur zu messen. Links zittere ich wieder mehr, aber die Doppelbilder und der Druck auf der Brust sind weg.
Um 11:00 Uhr kommen wie jeden Tag die Putzfrauen. Später kommt noch ein Elektrokontrolleur, um alle Steckdosen zu überprüfen.
Um 11:30 Uhr kommen die beiden Ärzte.
Der eine meint, dass der Neurologe später noch einmal vorbeikommen werde, um den Stimulator etwas anders einzustellen. So wie er dies sehe, könne ich dann morgen nach Hause.
Trotzdem rufe ich in der Stadtapotheke an, und sage meinem Termin für die Fußreflexmassage morgen ab.
Kurz vor 12:00 Uhr kommt der Neurologe mit seiner Assistentin, einer jungen hübschen Tessinerin, vorbei. Sie hatte bisher in Freiburg Medizin studiert und ist nun nach B. gekommen, um ihren Abschluss zu machen. Als ich sie frage, wie es ihr in B. gefalle, meint sie, dass ihr die Stadt gefalle, und sie eigentlich nach B. gekommen sei, weil hier mehr sonniges Wetter sei als in Freiburg. Allerdings gefällt ihr das Studium hier nicht so speziell, da alles ein wenig chaotisch sei. Während der Neurologe Einstellungen ausprobiert, ruft mich meine Cousine an. Ich erkläre ihr, dass sie gerade neue Einstellungen ausprobieren und ich sie später zurückrufen werde. Die Assistentin schaut interessiert zu wie der Neurologe neue Einstellungen ausprobiert.
Nachdem die beiden gegangen sind, rufe ich meine Cousine an und erzähle ihr, was mit mir passiert ist und was sie nun noch vorhaben.
Nach dem Mittagessen kommt meine Frau. Da sie das DBS-Stimulierungsgerät vergessen hat, geht sie gleich wieder, um es zu holen. Ich hätte wetten können, dass sie es vergisst, sage aber nichts.
Um 17:00 Uhr kommen der habilitierte Parkinsonspezialist und der Neurologe, welcher dem Professor die neuen Einstellungen erklärt. Als wir auf mein Gerät zu sprechen kommen, meint der Professor, dass er davon abraten würde, dass ich die Einstellungen selbst mache. Wenn es wieder schlimmer werde, solle ich mich wieder melden.
Eine Viertelstunde später kommt meine Frau und bringt mir das Stimulierungsgerät, welches ich eigentlich gar nicht mehr brauche, da, wie schon erwähnt, der Professor davon abgeraten hat. Es scheint, als ob meine Frau hässig ist, denn sie geht gerade wieder.
Durch den Tag nehme ich, wie immer, meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
Als ich mein Göttikind anrufe, erschrickt sie, als sie die Telefonnummer vom Spital sieht. Sie ist aber glücklich, als ich ihr mitteile, dass es mir sonst eigentlich gut geht.
Nach dem Nachtessen mache ich mich für die letzte Nacht bereit. Um 20:45 Uhr kommt eine Pflegefachfrau und misst den Blutdruck, den Puls und die Temperatur.
11.07.2019
Ich habe wieder gut geschlafen und erwache um 05:45 Uhr. Nach der Morgentoilette und dem Duschen packe ich meine Sachen zusammen. Ein Pfleger kommt vorbei und misst den Blutdruck, den Puls und die Temperatur. Nach dem Frühstück schaut „Timea“ noch einmal kurz herein, muss aber gleich wieder gehen, da sie gebraucht wird. Sie meint, dass sie später noch einmal hereinschaue.
Der Assistenzarzt kommt kurz mit der jungen Ärztin aus dem Tessin vorbei, um sich zu verabschieden und mir alles Gute zu wünschen.
Ich rufe kurz meine Frau an. Als sie mir sagt, dass es ihr nicht so gut gehe, erkläre ich ihr, dass sie zu Hause bleiben solle, ich würde allein nach Hause kommen.
Der Pfleger vom Morgen meint, dass ich nun gehen könne. Er fragt mich noch, ob er mir ein Taxi organisieren müsse. Ich möchte aber noch auf „Timea“ warten und nicht gehen, bevor ich sie noch ein letztes Mal gesehen habe. Nach ca. einer Stunde kommt sie. Sie hatte schon Angst, dass ich weg bin, ohne ihr Auf Wiedersehen zu sagen. Nachdem sie mir erzählt hatte, dass sie gestern Abend wieder shoppen gegangen sei und zu viel gebraucht hätte, frage ich sie, wie das Budget für ihre Augen-Operation aussehe, worauf sie meint, nicht so gut. Ich erzähle ihr dann von meiner Tochter, welche ein separates Konto eingerichtet habe, auf welches jeden Monat 1000 CHF fließen. Natürlich ist meine Tochter ausgelernt und hat einen guten Lohn, aber wenn sie auch so ein Konto einrichten und am Anfang, während der Lehre nur 50 CHF darauf überweise, komme so auch etwas zusammen. Später wenn sie dann mehr verdiene könne sie dann auch 500.00 oder gar 1000.00 CHF darauf überweisen lassen. Sie schaut mich etwas ungläubig an und meint, dass dies eine gute Idee sei und sie vielleicht wirklich so etwas machen sollte.
Als sie mich fragt, wann ich gehen müsse und ob ich abgeholt werde, erkläre ich ihr, dass ich eigentlich schon vor einer Stunde hätte gehen können, dass ich aber nicht gehen wollte, ohne sie noch einmal gesehen zu haben und nein, ich werde nicht abgeholt und gehe allein nach Hause. „Jö, das isch aber lieb, aber söll ich nid es Taxi bschtelle.“ Sie begleitet mich noch bis zum Lift, wo ich mich von meiner Prinzessin verabschiede. Zum letzten Mal nehme ich sie in meine Arme und gebe ihr die drei obligatorischen Küsse. By, by Prinzessin, alles Gute und „heb Sorg zueder“. Eigentlich wollte ich sie noch fragen, wie lange sie noch auf dieser Abteilung ist.
Schnell bin ich beim Bahnhof. Auch die Verbindungen nach S. und Z. funktionieren einwandfrei.
Wieder zuhause
12.07.2019
Nach dem Aufstehen mache ich, wie jeden Morgen meine LSVT-Übungen und steige eine Viertelstunde auf meinen Hometrainer und nehme meine Parkinsonmittel Carbidopa/Levodopa.
Heute habe ich um 08:00 Uhr einen ersten Termin bei dem Herzspezialisten in L. Zuerst werde ich von einer Praxisassistentin herzlich begrüßt. Sie fragt mich als erstes, ob sie die Rechnung direkt der Krankenkasse senden sollen und ob ich auch eine Kopie brauche. Für mich ist es besser, dass die Rechnung direkt an die Krankenkasse geht und eine Kopie brauche ich nicht. Sie füllt für mich ein Formular aus, welches ich nur noch unterschreiben muss. Nachdem sie meine Krankenkassenkarte registriert hat, muss ich einen Moment Platz nehmen, bis der Arzt, ein aufgestellter Typ, mich zu sich ruft. Zuerst möchte er wissen, wieso ich bei ihm bin. Ich erzähle ihm vom zeitweiligen Druck auf der Brust und den geschwollenen Beinen und Knöchel, und dass der Neurologe vom Unispital B. gemeint hat, dass ich mein Herz einmal untersuchen lassen sollte. Ich erzähle ihm aber auch von meinen Problemen in der vergangenen Woche und dass es seit der Umstellung des Hirnschrittmachers eher besser geworden ist. Der Arzt stellt mir dann diverse Fragen zu meiner Gesundheit. Ich übergebe ihm meine Krankengeschichte, welche er für sich einscannen möchte. Anschließend bittet er mich in den Untersuchungsraum, wo neben dem obligatorischen Bett noch diverse Untersuchungsgeräte herumstehen. Er bittet die Praxisassistentin, ein EKG zu machen. Als ich ihm sage, dass dies nicht gehe, ohne meinen Schrittmacher auszuschalten, sagt er nur, dass er es trotzdem probieren wolle. Ich muss mich oben frei machen und aufs Bett legen. Die Praxisassistentin bringt also am Körper je eine Elektrode am linken und am rechten Arm, am linken und am rechten Bein sowie sechs Elektroden auf der Brust an. Nach kurzer Zeit ruft sie den Arzt und meint, dass es nicht gehen würde. Da er glaubt, das System austricksen zu können probiert er noch Diverses aus, bis auch er einsehen muss, dass es nicht geht. Es zeigt die Herzströme nicht richtig an und sie können es nicht abspeichern. Der Arzt meint dann, dass er eigentlich so ein Gerät hätte, um den Hirnstimulator auszuschalten, da er dieses aber schon lange nicht mehr gebraucht habe darauf verzichten, wolle. Er meint dann noch, dass sein Gerät etwas älter sei, was laut seinen Arztkollegen aber immer noch besser sei als die neuen Geräte. Als ich ihm erzähle, dass auch die Ärzte an der Uni das Gleiche sagen würden, lächelt er nur.
Ich muss mich nun auf die Seite drehen und der Arzt schaut sich mit dem Ultraschall meine Herzgegend an. Man sieht dabei, wie das Herz schlägt und wie die Herzklappen auf und zu gehen. Er meint, dass die eine Klappe nicht ganz abdichte, aber dies sei ganz minim und habe keinen Einfluss. Von ihm aus ist alles im guten Bereich. Er meint, dass man keine weiteren Abklärungen mehr machen müsse.
Als ich ihn frage, ob der Mann in einem Buch im Wartezimmer, welcher den gleichen Namen hat wie er, mit ihm verwandt sei, meint er nur: „Leider nein.“ Ich spreche ihn dann noch kurz auf seine beiden Kinder an, welche er in seiner Homepage als „Lausbub“ und „Lausmädchen“ beschreibt. Nun muss er herzhaft lachen und meint, dass beide einem ganz schön stressen können.
Als ich ihn bitte, dass er mir, wenn er den Arztbericht schreibe, auch einen senden solle, meint er, dass er einen an die Hausärztin senden werde, welche diesen nächste Woche bekommen würde. Der für mich werde wahrscheinlich länger dauern. Wir verabschieden uns gegenseitig und wünschen uns alles Gute. Draußen verabschiede ich mich noch von der Praxisassistentin und wünsche auch ihr alles Gute.
Als ich wieder zu Hause bin schreibe ich den Begleitbrief für die freundliche Pflegefachfrau im Krankenhaus.
Liebes Goldhändchen,
Als kleines Dankeschön für Deine herzliche und einfühlsame Arbeit, möchte ich auch Dir eines meiner Bücher überreichen.
Ich habe Dich als hübsche, ruhige Pflegerin kennen gelernt. Mit Deinem von Herzen kommenden Lachen und Deinem natürlichen, Ruhe austrahlenden Auftreten hast auch Du dazu beigetragen, dass ich schneller gesund werden konnte. Es war schön, Dich kennen zu lernen und Dich als Pflegerin zu haben.
Ich wünsche Dir alles Gute auf Deinem weiteren Lebensweg und, dass Du Deine Ziele erreichen wirst.
Liebe Grüße und viel Spaß beim Lesen.
Dein Patient Walter Schaub-Chan
PS: Da mein Parkinson es mir nicht mehr erlaubt, von Hand zu schreiben, schreibe ich eben am Computer.
Am Nachmittag spritze ich mir Metoject 15,5 mg gegen meine Polyarthritis.
Nach dem Nachtessen nehme ich noch die Globuli für die Seele, welche ich von der Heilpraktikerin bekommen habe.
Durch den Tag nehme ich, wie immer, meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
13.07.2019
Nach dem Aufstehen mache ich wie jeden Morgen meine LSVT-Übungen,steige eine Viertelstunde auf meinen Hometrainer, nehme meine Parkinsonmittel Carbidopa/Levodopa. Anschließend nehme ich die Globuli für die Seele und für die Entgiftung.
Am Morgen ist schon der Arztbericht von dem Herzspezialisten im Briefkasten.
Ich gehe noch nach B. zur Apotheke, um die Medikamente zu holen. (Aspirin Cardio 100, Metoject 15 mg, Calcimagon D3, Acidum folicum Streuli 5 mg.) Carbidopa/Levodopa Sandoz CR 25/100 mussten sie bestellen.
Ich schreibe meinem Neurologen folgendes E-Mail und hoffe, dass er anders reagiert auf den Artikel „Fitness für Gehirn Nerven u Psyche“ als die Ärzte im Universitätsspital B., allerdings mache ich mir keine Hoffnungen.
Sehr geehrter Herr Doktor,
Vom 02.06.2019 bis 07.06-2019 war ich wegen Doppelbilder in der Universitätsklinik B. Leider hat man dabei, nach diversen Untersuchungen, nichts Konkretes feststellen können.
Am Mittwoch- und Freitagabend den 03.07.2019 und 05.07.2019 konnte ich dann plötzlich für etwa 20 Sekunden meinen linken Arm nicht mehr bewegen und mein Mund verzog sich nach links. Zudem wurde mir schwindlig und ich sah wieder alles doppelt. Ich ging dann jeweils ins Bett und hoffte, dass es am andern Morgen vorbei ist, was dann auch der Fall war.
Am Samstag den 06.07.2019 hatte ich dann wieder das gleiche Problem. Dieses Mal war es aber viel stärker, weshalb ich die 144, also die Ambulanz, anrief. Man fuhr mich dann als Notfall in die Universitätsklinik B. Ohne nähere Abklärungen hieß es nach einigem Hin und Her einfach, dass ich keinen Herzinfarkt gehabt hätte. Mit der Aufforderung, zusätzlich zu meinen Medikamenten, noch Aspirin Cardio 100 mg einzunehmen, wurde ich, trotz Doppelbildern, nach Hause entlassen.
Am Sonntag den 07.07. 2019, also nur einen Tag später, hatte ich dann die nächste Attacke. Dieses Mal war die ganze linker Seite betroffen. Mein Fuß, mein Bein, die Hand und der Arm, waren ganz steif. Ich konnte nichts mehr bewegen. Ich hatte auch das Gefühl, dass mein linkes Auge aus dem Kopf hinauswollte. Dieses Mal war es recht heftig und dauerte etwa eine Minute. Seither habe ich aber ein komisches Gefühl in meinem linken Arm und der linken Hand. Zudem ist mein linker Fuß wie gefühlslos. Die Doppelbilder habe ich immer noch. Ich konnte deshalb keine Zeitung oder ein Buch mehr lesen.
Seit diesem Vorfall vom Sonntag den 07.07.2019, bin ich überzeugt, dass die ganze Problematik von der Hirnstimulation kommen muss. Es ist, wie wenn sich der Hirnstimulator selbständig gemacht hätte. Auf jeden Fall hatte ich die gleichen Symptome wie damals, als man die Stimulation eingeschalten hat. Ich sah wieder alles doppelt, manchmal übereinander, manchmal nebeneinander. Übrigens, als man, während meines Besuchs im Unispital, ein MRI machte und sie den Stimulator ausschalteten, hatte ich beim Einschalten die gleichen Symptome. Im Weiteren war ich überzeugt, dass dieser Druck auf meiner linken Brustseite, welchen ich von Zeit zu Zeit verspürte, auch von der Stimulation kam und nicht vom Herz, wie der Neurologe vom Unispital vermutet hatte.
Am Montagmorgen den 08.07.2019 schrieb ich all dies in einem E-Mail an den Prodessor der Neurologie, der mich sofort anrief und mich aufforderte sofort ins Unispital zu kommen. Das E-Mail konnte ich nur mühsam schreiben, weil ich ein Auge abgedeckt hatte. Von Hand schreiben ging nicht mehr.
Ich fuhr dann mit dem öffentlichen Verkehrsmittel nach B., wobei mich meine Frau begleitete. Dieses Mal behielt man mich vom 08.07.2019 bis am 11.07.2019 im Spital und machte noch einmal diverse Untersuchungen, darunter auch ein EEG. Am Schluss stellte man dann fest, dass es eben doch an der Stimulation gelegen hatte, obwohl man dies anfangs nicht wahrhaben wollte. Der Neurologe stellte dann den Hirnstimulator neu ein, mit dem Resultat, dass die Doppelbilder zwar weg sind, aber der Tremor links wieder leicht vorhanden ist.
Im Anhang sehen sie noch einen interessanten Artikel „Fitness für Gehirn Nerven u Psyche.“ Was meinen Sie dazu? Wäre dies etwas, was man bei mir ausprobieren könnte?
Freundliche Grüße,
Ihr Patient Walter Schaub
Nach dem Nachtessen nehme ich noch die Globuli für die Seele.
Heute hatte ich keine größeren Probleme, außer, dass mein Tremor links stärker ist als vorher, ähnlich wie vor der zweiten Operation.
Durch den Tag nehme ich, wie immer, meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
15.07.2019
Ich erwache mit starkem Tremor am linken Arm und der linken Hand. Später spüre ich auch mein rechtes Bein. Es ist wie damals, als ich nach der ersten Hirnstimulation aufgewacht bin und enttäuscht war, weil ich links immer noch zitterte.
Anschließend mache ich wie jeden Morgen meine LSVT-Übungen und steige eine Viertelstunde auf meinen Hometrainer, nehme meine Parkinsonmittel Carbidopa/Levodopa.
Am Morgen nehme ich meine Tabletten und die Globuli für die Seele und für die Entgiftung.
Mein Neurologe sendet mir eine E-Mail. Wie erwartet, geht er gar nicht groß auf den Artikel über Stammzellen ein.
Sehr geehrter Herr Schaub
Danke sehr für Ihren ausführlichen Bericht. Ich habe bereits den Bericht vom USB erhalten. Ich wäre auch von einem Effekt der Tiefenhirnstimulation ausgegangen.
Zu Ihrem Artikel: Interessant, wie immer sowohl die Stammzellen als auch Botenstoffe. Es bleibt nur abzuwarten, bis wirklich dieser Ansatz Reife bekommt.
Gute Besserung Ihnen!
Freundliche Grüße
…
Ich fahre dann mit dem 10:47 Uhr Bus nach S. und anschließend nach B. Bis L. begleiten mich meine Frau eine Freundin von uns. In B. gehe ich zur Uniklinik in den 4. Stock um für die Pflegefachfrau das Buch abzugeben, welches ich ihr versprochen habe. Sie selbst sehe ich leider nicht mehr.
Anschließend gehe ich in die Apotheke, um die noch fehlenden Carbidopa/Levodopa Sandoz CR 25/100 zu holen.
Nach dem Nachtessen nehme ich noch die Globuli für die Seele.
Heute hatte ich keine größeren Probleme, außer, dass mein Tremor links stärker ist als vorher, ähnlich wie vor der zweiten Operation.
Durch den Tag nehme ich, wie immer, meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
16.07.2019
Nach dem Aufstehen mache ich wie jeden Morgen meine LSVT-Übungen, steige eine Viertelstunde auf meinen Hometrainer und nehme meine Parkinsonmittel Carbidopa/Levodopa. Dann nehme ich noch die Globuli für die Seele und für die Entgiftung.
Ich schreibe meiner Hausärztin ein E-Mail und informiere sie über meine Attacken und meine Aufenthalte in der Universitätsklink B.
Liebe Frau Doktor,
Da ich am Donnerstag den 18:07.2019 bei Dir einen Termin habe wollte ich Dich im Vorfeld über das bisher Geschehene informieren.
Wie Du vielleicht weißt, war ich vom 02.06.2019 bis 07.06-2019 wegen Doppelbilder in der Universitätsklinik B. Leider hat man dabei, nach diversen Untersuchungen, nichts Konkretes feststellen können.
Am Mittwoch- und Freitagabend den 03.07.2019 und 05.07.2019 konnte ich dann plötzlich für etwa 20 Sekunden meinen linken Arm nicht mehr bewegen und mein Mund verzog sich nach links. Zudem wurde mir schwindlig und ich sah wieder alles doppelt. Ich ging dann jeweils ins Bett und hoffte, dass es am andern Morgen vorbei ist, was dann auch der Fall war.
Am Samstag den 06.07.2019 hatte ich dann wieder das gleiche Problem. Dieses Mal war es aber viel stärker, weshalb ich die 144, also die Ambulanz, anrief. Man fuhr mich dann als Notfall in die Universitätsklinik B. Ohne nähere Abklärungen hieß es nach einigem Hin undHher einfach, dass ich keinen Herzinfarkt gehabt hätte. Mit der Aufforderung, zusätzlich zu meinen Medikamenten, noch Aspirin Cardio 100 mg einzunehmen, wurde ich, trotz Doppelbilder, nach Hause entlassen.
Am Sonntag den 07.07. 2019, also nur einen Tag später, hatte ich dann die nächste Attacke. Dieses Mal war die ganze linke Seite betroffen. Mein Fuß, mein Bein, die Hand und der Arm, waren ganz steif. Ich konnte nichts mehr bewegen. Ich hatte auch das Gefühl, wie wenn mein linkes Auge aus dem Kopf hinauswollte. Dieses Mal war es recht heftig und dauerte etwa eine Minute. Ich hatte dann ein komisches Gefühl in meinem linken Arm und der linken Hand. Zudem ist mein linker Fuß seither wie gefühlslos. Die Doppelbilder hatte ich immer noch. Ich konnte deshalb keine Zeitung oder ein Buch lesen.
Seit diesem Vorfall vom Sonntag den 07.07.2019, war ich überzeugt, dass die ganze Problematik von der Hirnstimulation kommen musste. Es ist, wie wenn sich der Hirnstimulator selbständig gemacht hätte. Auf jeden Fall hatte ich die gleichen Symptome, wie damals, als man die Stimulation eingeschalten hat. Ich sah wieder alles doppelt, manchmal übereinander, manchmal nebeneinander. Übrigens, als man, während meines Besuchs im Unispital, ein MRI machte und sie den Stimulator ausschalteten, hatte ich beim Einschalten die gleichen Symptome. Im Weiteren war ich überzeugt, dass dieser Druck auf meiner linken Brustseite, welchen ich von Zeit zu Zeit verspürte, auch von der Stimulation kam und nicht vom Herz, wie der Neurologe im Spital vermutet hatte.
Am Montagmorgen den 08.07.2019 schrieb ich all dies in einem E-Mail an den habilitierten Parkinsonspezialisten der Neurologie und an andere involvierte Ärzte. Der Professor rief mich darauf an und forderte mich auf, sofort ins Unispital zu kommen. Das E-Mail konnte ich nur mühsam schreiben, weil ich ein Auge abgedeckt hatte. Von Hand schreiben ging nicht mehr.
Ich fuhr dann mit dem öffentlichen Verkehrsmittel nach B., wobei mich meine Frau begleitete. Dieses Mal behielt man mich vom 08.07.2019 bis am 11.07.2019 im Spital und machte noch einmal diverse Untersuchungen, darunter auch ein EEG. Am Schluss stellte man dann fest, dass es eben doch an der Stimulation gelegen hatte, obwohl man dies anfangs nicht wahrhaben wollten. Der Neurologe stellte dann den Hirnstimulator neu ein, mit dem Resultat, dass die Doppelbilder und der Druck auf der Brust zwar weg waren, aber der Tremor links wieder leicht vorhanden war. Aspirin, welches sie mir am Samstag verordnet hatten, haben sie wieder abgesetzt. Inzwischen ist der Tremor aber wieder stärker geworden. Im Prinzip habe ich nun wieder den Stand erreicht, welchen ich nach der ersten DBS-Operation, also noch vor der zweiten OP, hatte. Manchmal habe ich Angst, dass die rechte Sonde, welche ja für die linke Seite verantwortlich ist, wieder in die alte, falsche, Position gerutscht ist.
Was den Artikel „Fitness für Gehirn Nerven u Psyche“ angeht, bei welchem es um Stammzellen geht und welchen ich Dir letztes Mal abgegeben habe, habe ich diesen auch den Ärzten in B. abgegeben. Außer einem kurzen Kommentar:
„Interessant, wie immer sowohl die Stammzellen als auch Botenstoffe. Es bleibt nur abzuwarten, bis wirklich dieser Ansatz Reife bekommt.“
hatten sie nichts zu sagen, weshalb ich ein wenig enttäuscht bin, obwohl ich eigentlich nichts anderes erwartet habe.
Freundliche Grüße,
Dein Patient Walter Schaub
Anhang: „Fitness für Gehirn Nerven u Psyche“
Per Post bekomme ich einen Arztbericht von meinem Neurologen aus L.
Nach dem Nachtessen nehme ich noch die Globuli für die Seele.
Heute plagte mich der Tremor links wieder stärker.
Durch den Tag nehme ich, wie immer, meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
17.07.2019
Nach dem Aufstehen mache ich wie jeden Morgen meine LSVT-Übungen und steige eine Viertelstunde auf meinen Hometrainer, bevor ich meine Medikamente und die Globuli für die Seele und für die Entgiftung nehme.
Nach dem Nachtessen nehme ich noch die Globuli für die Seele.
Auch heute plagt mich der Tremor links wieder stärker.
Durch den Tag nehme ich, wie immer, meine Parkinson- und Rheumamittel laut Medikamentenliste.
18.07.2019
Nach dem Aufstehen mache ich wie jeden Morgen meine LSVT-Übungen, steige eine Viertelstunde auf meinen Hometrainer und nehme meine Parkinsonmittel Carbidopa/Levodopa. Dann nehme ich die Globuli für die Seele und für die Entgiftung.
Heute habe ich um 10:30 Uhr einen weiteren Termin bei meiner Hausärztin. Wie immer, wenn sie reinkommt, lacht sie. Sie dankt mir als erstes für den guten und ausführlichen Bericht, welchen ich ihr gesandt habe. Als ich ihr erzähle, wie es an diesem Samstag abgelaufen sei, meint sie auch, dass wir richtig gehandelt hätten, denn es hätte ja wirklich ein Herzinfarkt sein. Sie kopiert mir auch noch den Arztbericht auf meinen Stick. Was die Herzuntersuchung angeht, ist sie auch froh, dass nichts Gravierendes herausgekommen ist. Nun wissen wir aber, dass von dieser Seite alles in Ordnung ist, was auch beruhigend ist.
Die Ärztin sieht, dass ich, vor allem links, wieder stark zittere und fragt mich, ob mich dies stark belaste. Als ich ihr sage, dass es einfach lästig sei, dass es mich aber noch nicht belaste, ist sie beruhigt. Sie meint aber, dass ich mich, wenn es mich psychisch belaste, melden solle.
Ich schreibe meinem amerikanischen Freund in Huston.
Bevor ich um 17:30 Uhr zur Fußpflege gehe, hole ich mir in der Buchhandlung noch das bestellte Buch „Arthrose, der Weg zur Heilung“ von Eckehard K. Fisseler. In der Apotheke hole ich mir noch Antistax-Venentabletten und zum Einreiben.
Als ich der Fußpflegerin von diesem Wochenende, dem 06. und 07.07.2019 erzähle, ist sie im Moment etwas geschockt. Wir reden dann noch davon, dass man sich die Gesundheit nicht kaufen könne, auch wenn man noch so reich ist.
Sie erzählt mir dann die Geschichte von einem reichen Mann, welcher von einer Minute zur andern plötzlich erblindete. Er redete dann mit einem weisen Mann, welcher ihm sagte, dass er einen Menschen suchen müsse, welcher keine Sorgen und Probleme hätte. Er müsse dann von diesem Menschen das Hemd nehmen und sich damit die Augen reiben, dann werde er wieder sehen. Nun fing er an zu suchen, aber überall fand er nur Menschen mit Sorgen. Schließlich sagte ihm jemand, dass in den Bergen ein Schäfer wohne, welcher keine Sorgen und Probleme hätte. Er machte sich also auf, um diesen Schäfer zu suchen, welcher zusammen mit seinen Schafen auf einer Alp lebte. Er ging zu ihm und fragte ihn, ob er Sorgen hätte. Als dieser ihm entgegnete, dass er glücklich sei und keine Sorgen hätte, fragte ihn der reiche, blinde Mann, ob er sein Hemd haben könne, um sich die Augen zu reiben. Da sagte der Mann ohne Sorgen „Es tut mir leid, aber ich habe kein Hemd.“ Und so kommt es, dass der reiche Mann blind blieb bis an sein Lebensende.
Eine wirklich schöne, aber am Ende traurige Geschichte. Ich erzählte ihr dann die Geschichte vom Fischer.
Ein Europäer ging nach Afrika in die Ferien. Am Strand sah er einen Fischer auf seinem Boot liegen. Er fragte ihn: „Wieso gehst du nicht aufs Meer hinaus, um zu fischen? “ Der Fischer fragte ihn: „Wieso?“ „Dann kannst du die Fische verkaufen.“ „Wieso, warum?“ „Dann kannst du dir später ein zweites Boot kaufen.“ „Wieso, warum?“ „Dann kannst du dir später ein drittes Boot kaufen.“ „Wieso, warum?“ „Später arbeiten dann andere für dich und du kannst dich zur Ruhe setzen.“ „Ja, aber das mache ich ja jetzt schon.“
Die Zeit vergeht schnell. Anschließend fahre ich mit dem Tram, bis nach W., um noch Franzbrandwein zu kaufen, welcher mir guttut, wenn ich die Beine einstreiche.
Nach dem Nachtessen nehme ich noch die Globuli für die Seele.
Durch den Tag nehme ich, wie immer, meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
19.07.2019
Am Morgen nehme ich die Globuli für die Seele und für die Entgiftung.
Ich schreibe dem Professor der Neurologie und dem Neurochirurgen ein E-Mail.
Sehr geehrter Herr Doktor
Nachdem ich schon vom 02.06.2019 bis 07.06-2019 wegen Doppelbilder, und am 06.07.2019 notfallmäßig bei Euch war, war ich dann vom 08.07.2019 bis am 11.07.2019 wieder bei Euch hospitalisiert. Der Neurologe hat in dieser Zeit diverse neue Einstellungen ausprobiert. Er stellte dabei den Hirnstimulator neu ein, mit dem Resultat, dass die Doppelbilder und der Druck auf der Brust, sowie die Fußschwenker beim Laufen zwar weg, aber der Tremor links wieder leicht vorhanden war. Allerdings war dies für mich das kleinere Übel. Anfangs konnte ich auch noch gut schlafen, trotz Tremor.
Inzwischen ist der Tremor aber wieder einiges stärker geworden. Im Prinzip habe ich nun wieder den Stand erreicht, welchen ich nach der ersten DBS-Operation, also noch vor der zweiten OP, hatte. Das Einschlafen macht mir inzwischen wieder große Mühe. Manchmal habe ich Angst, dass die rechte Sonde, welche ja für die linke Seite verantwortlich ist, wieder in die alte, falsche, Position gerutscht ist. Nach der zweiten Operation hat alles so gut ausgesehen und ich habe mich richtig gefreut über meine neue Lebensqualität. Aber jetzt ist die Situation für mich enttäuschend und alles andere als befriedigend. Übrigens das Aspirin, welches mir am Samstag verordnet wurde, wurde vom Notfallarzt später als nicht nötig erachtet.
Ich werde nun bei der Neurologie einen Termin abmachen, damit der Neurologe vielleicht die Einstellung des Stimulators optimieren kann.
Was das Echo über den Artikel „Fitness für Gehirn Nerven u Psyche“ angeht, bei welchem es um Stammzellen geht, bin ich eigentlich enttäuscht. Vor allem, dass man nicht einmal den geringsten Versuch in Betracht gezogen hat. Als unsere Tochter klein war, haben wir sie so erzogen, dass wenn sie etwa gemacht hat, alles einen Grund haben musste. Leider habe ich aber von niemandem einen Grund bekommen, wieso man nicht in diese Richtung forscht, oder etwas unternimmt. Das Universitätsspital B. ist doch bekannt für innovative Ideen. Nun eigentlich sollte ich gar nicht enttäuscht sein, denn ich habe nichts anderes erwartet.
Freundliche Grüße,
Ihr Patient Walter Schaub
Am Nachmittag rufe ich in der Neurologie des Universitätsspitals B. an und möchte einen Termin bei dem Neurologen vereinbaren. Da dieser bis am 06.08.2019 in den Ferien ist, will man mir einem Termin bei einem anderen Arzt geben. Ich erwähne dann, dass ich auch schon beim Leitenden Arzt der Abteilung gewesen sei, worauf sie versucht, mich mit ihm zu verbinden. Nachdem die erste Verbindung nicht funktioniert, versuchte ich um 16:15 Uhr noch einmal anzurufen. Leider ist aber die Anmeldung nur bis 16:00 Uhr besetzt. Trotzdem bemühte sich die Dame, mit der ich zuvor telefoniert hatte, um meinen Fall und ruft mich um 17:30 Uhr an und erklärte mir, dass ich am Montag den 22.07.2019 um 14:00 Uhr zu dem Oberarzt gehen könne. Wirklich vorbildlich, sonst hätte ich bis Montag warten müssen.
Durch den Tag nehme ich, wie immer, meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
Nach dem Nachtessen nehme ich noch die Globuli für die Seele.
Zudem spritze ich mir Metoject15,5 mg gegen meine Polyarthritis.
20.07.2019
Nach dem Aufstehen mache ich, wie jeden Morgen meine LSVT-Übungen,steige eine Viertelstunde auf meinen Hometrainer und nehme meine Parkinsonmittel Carbidopa/Levodopa. Zudem nehme ich neben meinen Medikamenten auch die Globuli für die Seele und für die Entgiftung.
Ich schreibe dem Oberarzt von der Neurologie des Universitätsspitals B. ein E-Mail und informiere ihn zum Voraus über mein Anliegen.
Sehr geehrter Herr Doktor
Nachdem ich gestern in der Neurologie einen Termin mit meinem behandelnden Neurologen vereinbaren wollte, erklärte man mir, dass dieser bis am 06.Augut 2019 in den Ferien sei. Als Ihre Kollegin erklärte, dass sie einen anderen Arzt suchen, werde, habe ich mir erlaubt, Sie zu erwähnen. Nachdem die erste Verbindung nicht geklappt hatte, rief sie mich an und erklärte mir, dass ich am Montag den 22.07.2019 um 14:00 Uhr zu Ihnen gehen könne. Ich wollte sie deshalb im Vorfeld, über meinen jetzigen Zustand informieren.
Nachdem ich schon vom 02.06.2019 bis 07.06-2019 wegen Doppelbilder, und am 06.07.2019 notfallmäßig bei Euch war, war ich dann vom 08.07.2019 bis am 11.07.2019 wieder bei Euch hospitalisiert. Der behandelnde Neurologe hat in dieser Zeit diverse neue Einstellungen ausprobiert. Er stellte dabei den Hirnstimulator neu ein, mit dem Resultat, dass die Doppelbilder und der Druck auf der Brust, sowie die Fußschwenker beim Laufen, zwar weg, aber der Tremor links wieder leicht vorhanden war. Allerdings war dies für mich das kleinere Übel und konnte es auch akzeptieren. Anfangs konnte ich auch noch gut schlafen, trotz Tremor.
Inzwischen ist der Tremor aber wieder einiges stärker geworden. Im Prinzip habe ich nun wieder den Stand erreicht, welchen ich nach der ersten DBS-Operation, also noch vor der zweiten OP, hatte. Das Einschlafen macht mir inzwischen wieder große Mühe. Manchmal habe ich Angst, dass die rechte Sonde, welche ja für die linke Seite verantwortlich ist, wieder in die alte, falsche, Position gerutscht ist. Nach der zweiten Operation hat alles so gut ausgesehen und ich habe mich richtig gefreut über meine neue Lebensqualität. Aber jetzt ist die Situation für mich enttäuschend und alles andere als befriedigend. Es ist zwar nicht so schlimm, dass ich psychische Hilfe benötigen würde, aber doch irgendwie störend. Übrigens das Aspirin, welches mir am Samstag den 06.07.2019 verordnet wurde, wurde vom Notfallarzt später als nicht nötig erachtet.
Was das Echo über den Artikel „Fitness für Gehirn Nerven u Psyche“ angeht, bei welchem es über Stammzellen geht, bin ich eigentlich enttäuscht. Vor allem, dass man nicht einmal den geringsten Versuch in Betracht gezogen hat. Als unsere Tochter klein war, haben wir sie so erzogen, dass wenn sie etwa gemacht hat, alles einen Grund haben musste. Leider habe ich aber von niemandem einen Grund bekommen, wieso man nicht in diese Richtung forscht, oder etwas unternimmt. Das Universitätsspital B. ist doch bekannt für innovative Ideen.
Nun eigentlich sollte ich gar nicht enttäuscht sein, denn ich habe nichts anderes erwartet.
Freundliche Grüße
Ihr Patient Walter Schaub
Im Verteiler schicke ich das E-Mail auch an den Professor der Neurologie und meinen Neurochirurgen.
Nach dem Nachtessen nehme ich noch die Globuli für die Seele.
Heute war der ganze Tag nicht gut, da mich der Tremor linksseitig plagte.
Auch heute nehme ich wie jeden Tag meine Parkinsonmittel.
22.07.2019
Ich erwache mit einem starken Tremor, welcher mich heute den ganzen Tag plagen wird. Nach dem Aufstehen mache ich, wie jeden Morgen meine LSVT-Übungen und steige eine Viertelstunde auf meinen Hometrainer, nehme meine Parkinsonmittel Carbidopa/Levodopa und die Globuli für die Seele und für die Entgiftung. Zudem nehme ich auch noch die Parkinsonmittel.
Auch heute lebe ich, wie die vergangenen zehn Tage nach der Intervalldiät, also 16 Stunden nichts essen und dann 8 Stunden essen.
Am Nachmittag habe ich um 14:00 Uhr einen Termin bei dem Oberarzt der Neurologie. Nachdem ich noch auf der Toilette war, melde ich mich pünktlich um 13:55 Uhr bei der Anmeldung der Neurologie. Ich nehme im Wartesektor Platz. Kurz danach spaziert der Oberarzt vorbei und meint, dass er bald komme. Um 14:10 Uhr werde ich von der zuständigen Schwester aufgerufen. In einem Zimmer muss ich nicht lange warten und der Oberarzt sowie sein Assistent begrüßen mich. Der Oberarzt stellt mich seinem Kollegen vor und meint: „Das isch dr Herr Schaub. Dr Herr Schaub het e langi Liedensgschicht hinter sich.“ Er erzählt ihm dann kurz von meinen beiden Operationen und den Geschichten mit den Doppelbildern.
Der Oberarzt möchte nun wissen, was mein jetziges Problem ist, was mir zeigt, dass er mein E-Mail nicht gelesen hat. Ich erkläre ihm deshalb kurz, dass mein Tremor links zurzeit gleich sei wie nach der ersten Operation. Als der behandelnde Neurologe vergangene Woche den Stimulator eingestellt hätte, sei es im Moment gut gewesen, ich hätte zwar links ein wenig gezittert, dafür hätte ich aber keine Doppelbilder mehr gehabt. Aber inzwischen sei der Tremor wieder zurückgekehrt, und zwar stärker als vor der Operation. Der Oberarzt holt das neuste Gerät, welches aussieht wie ein iPad. Er meint, dass er mit diesem dem anderen Arzt besser zeigen könne, was er mache. Mit einem Klebstreifen fixiert er das Übertagungsgerät auf meinem Schrittmacher. Es zeigt ihm die verschiedenen Einstellungen an, welche der behandelnde Neurologe schon gemacht hat. Er meint, dass dieser doch einiges ausprobiert hätte. Er beginnt nun mit der Einstellung für die linke Seite und geht mit dem Strom etwas nach oben. Er kommt dabei wieder an einen Punkt, wo es meine Sehschärfe wieder etwas trübt, kurz vor den Doppelbildern. Im Moment bin ich eher ruhig, aber als ich dann hin- und herlaufen muss, kommt der Tremor wieder zurück. Der Arzt macht dann wieder andere Einstellungen und wieder muss ich hin- und herlaufen. Nach ein paar Mal meint er, dass ich einen Kaffee trinken gehen solle, er müsse schnell zu einem anderen Patienten. Ich gehe also ins Kaffee und lasse mir einen Kaffee heraus. Anschließend muss ich von 15:00 Uhr bis um 16:30 Uhr warten und in dieser Zeit zwei Mal umziehen. Immer heißt es, der Arzt kommt bald. Das ist das große Problem im Universitätsspital, dass die Wartezeiten viel zu lange sind.
Schließlich kommt der Oberarzt und probiert wieder andere Einstellungen, allerdings ohne Erfolg. Schlussendlich meint er, dass wir hier abbrechen müssen, er brauche einfach mehr Zeit für mich. Er ruft eine Angestellten und bittet sie, mir für Donnerstagmorgen einen Termin zu geben. Ich muss also am Donnerstag am 25.07.2019 um 09:00 Uhr wieder hier sein. Zum einen bin ich enttäuscht, ohne wesentliche Verbesserung wieder nach Hause geschickt zu werden, zum anderen, habe ich eigentlich nichts anderes erwartet. Irgendwie sind die Ärzte im Universitätsspital B. nicht fähig, mein Problem zu lösen. Ich bin auch enttäuscht, dass sich der Neurochirurg, welcher mich operiert hat, in den vergangenen Wochen nie persönlich gemeldet hat. Ich erwarte auch für Donnerstag keine Verbesserung.
Bald bin ich im Tram zum Bahnhof, sowie im Regionalzug nach S. und im Bus nach Z. Unsere Nachbarn, welchen ich erzählen muss, wie es ergangen ist, regen sich mehr auf über den Misserfolg als ich.
Nach dem Nachtessen nehme ich noch die Globuli für die Seele.
Auch heute habe ich den ganzen Tag Probleme mit meiner linken Seite. Der Tremor ist manchmal recht heftig.
Durch den Tag nehme ich, wie immer, meine Parkinson- und Rheumamittel nach der Medikamentenliste.
3.07.2019
Nach dem Aufstehen mache ich wie jeden Morgen meine LSVT-Übungen, steige eine Viertelstunde auf meinen Hometrainer und nehme meine Parkinsonmittel Carbidopa/Levodopa. Auch die Medikamente und die Globuli für die Seele und für die Entgiftung nehme ich ein.
Per Post bekomme ich die Laborwerte. Sowie den Arztbericht von meinem letzten Spitalsaufenthalt.
Ich schreibe an, zwei Leidensgenossen. die ich bei der Parkinsonstudie bzw. später auf der Reha kennengelernt habe.
Ich habe den ganzen Tag Probleme mit meinem Tremor.
Nach dem Nachtessen nehme ich neben den Parkinsonmitteln noch die Globuli für die Seele.
24.07.2019
Am Morgen nehme ich zuerst meine Medikamente und die Globuli für die Seele und für die Entgiftung.
Ich habe den ganzen Tag Probleme mit meinem Tremor, welcher mich manchmal richtig durchschüttelt.
Nach dem Nachtessen nehme ich noch die Globuli für die Seele.
Auch heute nehme ich wie jeden Tag meine Parkinsonmittel.
25.07.2019
Am Morgen nehme ich, wie immer in den vergangenen Tagen, die Globuli für die Seele und für die Entgiftung.
Ich habe um 09:00 Uhr einen Termin beim Oberarzt der Neurologie. Um 08:55 Uhr melde ich mich bei der Anmeldung. Um 09:12 werde ich von einer hübschen Arztgehilfin abgeholt und in das gleiche Zimmer wie schon am Montag gebracht. Nun fängt die große Warterei an. Der Oberarzt erscheint erst um 10:10 Uhr. Ich muss mich aufs Bett legen und den linken Arm etwas nach oben halten. Zuerst schaltet er die Hirnstimulation komplett ab und fährt sie in langsamen Schritten wieder hoch. Zwischendurch kommt er wieder an den Punkt, wo es mir schwindlig wird. Zeitweise schüttelt es mich richtig durch. Der Tremor plagt mich gewaltig. Die rechte Seite ist immer ruhig, aber links einfach enttäuschend. Schließlich kommt er an einen Punkt, wo er meint, dass wir es sein lassen sollten. Für einen kurzen Moment ist es ruhig, kein Tremor, also kein Zittern. Da der Oberarzt schnell zu einem anderen Patienten muss, meint er, dass wir schauen sollten, wie es mit der jetzigen Einstellung geht. Wir machen ab, dass wir uns um 11:30 Uhr, also in einer Stunde wieder treffen.
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