Kitabı oku: «Tantra, das Feuer meiner Passion»
Tara Wera Münchberg
TANTRA, DAS FEUER MEINER PASSION
Autobiografie
Engelsdorfer Verlag
Leipzig
2021
Bibliografische Information durch die Deutsche Nationalbibliothek:
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie;
detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über
https://dnb.de abrufbar.
Copyright (2021) Engelsdorfer Verlag Leipzig
Alle Rechte bei der Autorin
Hergestellt in Leipzig, Germany (EU)
www.engelsdorfer-verlag.de
Ich widme dieses Buch jenen Frauen,
die nicht nur träumen wollen, sondern neue Wege suchen …
… und allen, die mich lieben und kennengelernt haben oder
mich noch kennen lernen möchten.
Dies ist eine Biografie, aber doch viel mehr …
… es wird Dich inspirieren, Dich fesseln
… und dann willst Du es auch erleben!
2021 feiere ich mein 25-jähriges Jubiläum

EINLEITUNG
Tara Wera Münchberg in Frankfurt am Main geboren, übte jahrelang ihren erlernen Beruf als Kinderkrankenschwester aus. Sie war gleichzeitig immer auf der Suche nach der absoluten Erfüllung, nach einer Arbeit, die ihre Passion werden sollte. Sie ist eine starke Frau, die ihren Weg mit allen Konsequenzen ging – mutig und diszipliniert für ihre Passion, „eine eigene Praxis für Tantra-Massagen zu eröffnen“.
1996 hat sie ihren Traum erfüllt und eine eigene Tantramassage-Praxis eröffnet.
Heute ist sie die Tantra-Meisterin, die von Gästen aus der ganzen Welt besucht wird.
Ihr Tantra-Refugium setzt ein Zeichen, offener mit der eigenen Sexualität umzugehen, die Selbstliebe zu zelebrieren. Sie beschreibt nicht nur Erlebnisse, sondern möchte auch aufklären, was Tantra bedeutet und weist auf die Bereicherung durch Seminare hin, die dem eigenen Dasein mehr Erfüllung bringen.
Sie gibt auch Tipps insbesondere für Frauen, die sich selbst verwirklichen und befreien wollen oder die sich auch der Tantramassage in Liebe hingeben wollen.
Natürlich kommen auch viele Abenteuer und Erlebnisse mit Gästen oder mit ihrer Weiterentwicklung nicht zu kurz. Denn das Leben ist ein Prozess und es kommen neue Themen hinzu. Sie hat ihr zweites Leben nicht nur der Tantramassage gewidmet und will bis mindestens zum 70. Lebensjahr arbeiten, sofern der Rücken und die Gelenke dann noch mitmachen.
Inhalt
Cover
Titel
Impressum
Einleitung
Tantra kurz erklärt
Einleitung zum Thema Tantra
Mein steiniger Weg
Meine Freiheit
Bodyshaming
Akzeptanz und Selbstliebe
Bodypositivity
Tantra, ein experimenteller Weg der Selbsterfahrung
Du hast mich gefunden!
Das Wahnsinns Erlebnis in einem Tantraseminar:
Beckenbodenübung bei der Tantrameisterin Advaita
Big Draw
Massage erlernen in Seminaren
Rückblick: Weras Kindheit und Jugend
Kinderträume
Jugendträume
Mein Vater - unser Vater
Wera mit 25 Jahren
Berühren, Fühlen und Geborgenheit
Wera auf der Suche nach Erfüllung
Wera, die Kinderkrankenschwester
Die Kur
Erotische Massage
Erotikmassagen und meine Erziehung
Die Ausbildung - Lehrjahre sind keine Herrenjahre?
Erotikmassagen mit meiner Freundin
Das Ende meiner Ehe
Beziehung - Ehe - Trennung - Neues Leben
Trennung
Das Zauberwort heißt loslassen
Swinger-Club
Mit dem Rad durch die Toskana
Wieder in der Erotikmassage
Eine außergewöhnliche Beziehung
Eine Talkshow inspiriert mich und verändert mein Leben
Mein erstes Tantra-Seminar
Meine erste eigene Massagepraxis
Böse Attacken gegen meine erste Praxis
Lebbe geht weider!
Kuba
Mein neues Leben beginnt
Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben,
wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt.
Das Single-Leben macht keinen Spaß
Sterne lügen nicht
„Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben"
„Skandal im Sperrbezirk“
SOS-Rettungsplan für mein Refugium
Tantra Seminar bei Lucian Loosen in Engelskirchen
Das Jahr 2000
Tantra was ist das? Ein kleiner Exkurs
Die Tantra Massage
Das Gütesiegel
Selbständig machen – was ist zu beachten?
Tantramassagen und das Hurengesetz nach §3 ProstSchG
Wie finde ich eine echte Tantramassage?
Eine tiefgreifende Erfahrung
Meine erste Homepage 1999
Unterstützung für die Gründung weiterer Tantrapraxen
Wirtschaftskrise und Stress im Haus
NLP
Vorsicht vor Schutzgelderpressung
Das Fernsehen – erster Teil „Lilo Wanders"
Das Fernsehen – zweiter Teil SAT 1 Akte 03
Meine Meditation, ein Seelenstreichler
Wera der Pionier der Tantramassage
Hilfe, Polizei!
Historie
Das Wochenendhaus
Wera wieder Single und ganz allein
Liebe, Sex und Dein Herz
Sexualität und Fantasien
Wera mal ganz anders
Gelebte Sexualität im Alter
Fastnacht 2003
Frankfurter Museums-Ufer-Fest 2008 und der Rabbi
Weras Flugangst
Tantrische Schwitzhütte … auch ein Erlebnis
Tantra in Berlin
Ingo Ehrhardt Men Tantra in Berlin-Schöneberg
Mein Wunsch ans Universum
Wera in der Presse
Ein ganz besonderes Seminar bei Dr. Joe Dizpenzer 2017 in Bonn und in der Schweiz
Mein Weg
Besondere Erlebnisse mit meinen Gästen
Tantramassage und Hemmschwelle überwinden
Tod und Trauer
Tod meiner Mutter Gisela
Mein Geburtstags – Urlaub im Februar 2020
Trauerbegleitung
Tempel des Lebens, die etwas andere Trauerbegleitung
Meine Arbeit
Das Verhältnis zu meinen Gästen
Tantramassage mit Mitarbeiterinnen
Begegnung mit Michael Cramer
Die Corona Krise
Dankessagung
Für die Zukunft
Später … wann ist das?
Namasté
TANTRA KURZ ERKLÄRT
Was ist Tantra?
Im Sanskrit bedeutet Tantra = Gewebe-Ausdehnung, Erweiterung des gesamten Bewusstseins bis zur Erleuchtung.
Die Wurzeln von Tantra sind in Indien zu finden, ca. 3000 v. Chr. Tantra selbst ist keine Religion, durchdringt aber die beiden entstandenen Religionen Buddhismus und Hinduismus.
Tantra heute, ist das Neo Tantra: Die Wiedergeburt von Tantra im Westen entwickelte sich in den 70er Jahren und wird Neo Tantra genannt. (Osho Poona Ashram in Indien, in Deutschland Andro Rothe und Advaita)
Es entstanden unterschiedliche Tantraschulen, die zu einer echten Bereicherung in unserem Kulturkreis geworden sind.
In unserer zielorientierten Gesellschaft stehen Leistung, Disziplin und „cool sein“ als Werte im Vordergrund. Ebenso die materiellen Dinge, die als Statussymbole gelten. Viele Menschen, die damit im Einklang waren, suchten neue Wege …
Einer der Wege ist Tantra eine ganzheitliche Selbsterfahrung.
Tantra lehrt: Lebe deinen Körper mit all deinen Sehnsüchten, allen Gefühlen in allen Situationen, die das Leben bietet, lass die Masken fallen, überdenke und wandle alte Konditionierungen und alte Glaubenssätze, und du entdeckst dein wahres Selbst!
Du findest einen neuen Weg der Befreiung, der Selbstliebe, den anderen auch so zu lieben, wie er ist = bedingungslose Liebe.
Das Ego auflösen, je mehr es gelingt, umso freier wird der Mensch.
Alte Verletzungen und Blockaden lösen; viele Phasen der inneren Reifung stehen bevor.
Im Loslassen sind die Ziele: Befreiung, Liebe und transformiertes sexuelles Erleben.
Der Weg der ganzheitlichen Selbsterfahrung ist insbesondere unsere Energiequelle zu stärken oder neu zu entdecken und unsere sexuelle Kraft im Leben frei zu erforschen und neu zu erfahren.
Tantra soll zu einer erfüllten Sexualität verhelfen, sie lustvoll und ohne Scham zu genießen und zu leben.
Wer den tantrischen Weg konsequent geht, wird wahres Glück und Erfüllung finden.
Weißes Tantra ist ein strenger von Disziplin geprägter Weg mit ausgleichenden sexuellen Übungen, aber niemals mit dem Vereinigungs-Ritual.
Rotes Tantra nutzt die sexuelle Kraft, es wird auch mit dem Vereinigungs-Ritual, dem Geschlechtsverkehr gelebt. Rotes Tantra steht für die Energiequelle des ganzheitlichen Weges.
Shiva = männliche Kraft shakti = die weibliche Kraft Sanskrit
In Tantra-Studios wird das Vereinigungs-Ritaul nicht ausgeübt.
Die Tantramassage unterstützt die ureigene Kraft und die Liebe zu den Menschen und zum eigenen Körper wieder zu finden, ohne Leistungs- und Erwartungsdruck, die eigene Sinnlichkeit zu genießen.

Der gesamte Körper wird liebevoll und aufmerksam berührt, so kann sich der/die Empfangende neu entdecken und erfahren.
Durch einfühlsame, sanfte und achtsame Berührungen werden körperliche und emotionale Verspannungen gelöst; die Lebensenergie kann wieder ungehindert durch den ganzen Körper fließen.
Der Körper ist in einem geschützten Raum in der Tantramassage, in der auch die sexuelle Energie lustvoll erlebt werden darf.
EINLEITUNG ZUM THEMA TANTRA
Tantra ist eine Lebensphilosophie und bedeutet für mich und meine Arbeit im Tantra Refugium, die Verbindung von Spiritualität, Sinnlichkeit, Sexualität, Achtsamkeit und Respekt vor dem Gegenüber.
Dabei wird auch die sexuelle Natur jedes einzelnen Menschen in seiner vollen Individualität und Gesamtheit angenommen.
Die sexuelle Energie ist die stärkste und ursprünglichste Quelle für Lebensenergie und Kraft, die wir haben.
Jeder Körper ist ein göttlicher Tempel und somit auch ein Spiegelbild der Seele.
In meinem geheimnisvollen Refugium möchte ich: dass du dich wieder spürst, um deinen eigenen Körper wieder neu zu entdecken …
dich in eine wundervolle Sinneszauberreise entführen lässt, die dich dann in deine Herzenergie führt und du den Zugang zur Lebensfreude und Selbstliebe wieder findest.
Du lernst deinen eigenen Körper lustvoll zu erleben und zu genießen …
Nur wer sich selbst liebt,
kann auch andere Menschen in sein Herz lassen und lieben
(Deepak Chopra).
MEIN STEINIGER WEG …
Es war ein langer steiniger Weg vom verklemmten Mauerblümchen, gefangen in alten Strukturen eines konservativen Lebens, bis zu meiner Befreiung, meine Lust zu erkennen und auszuleben und meiner sexuellen Befreiung durch Tantra.
Meinem Ex Mann Tim, den ich mit 14 Jahren durch einen lieben Freund Frank über die Tanzschule Bauer kennenlernte und später mit 28 Jahren heiratete, war meine Idee viele Jahre später mit meiner Tantramassage äußerst suspekt.
Da wir uns in all den Jahren durch die Routine des Alltags auseinandergelebt hatten, war unser Schritt zur Scheidung nicht sehr schmerzvoll und ich konnte mich in mein Abenteuer stürzen.
Leider haben mir auch wichtige Menschen durch meine Entscheidung Tantramassagen zu geben, den Rücken gekehrt. meine jüngere Schwester Katalinka, kann damit gar nichts anfangen und findet es verwerflich, dass ich Menschen sexuell berühre, Frauen wie auch Männer. Sie brach den Kontakt ab, was mich wirklich sehr schmerzte. Es tut mir bis heute sehr weh.
Unser Kontakt besteht nur dann, wenn familiäre Feierlichkeiten wie Hochzeitsfeiern oder Beerdigungen anstehen.
Es ist schwierig für konservative Menschen zu verstehen und zu akzeptieren, dass ich fremde Männer und Frauen tantrisch mit vollem Einsatz und Leidenschaft massiere.
Ich habe nicht nur Freunde dadurch verloren oder jahrelangen Stress mit einer Familie aus dem Haus Weberstraße gehabt, sondern auch Menschen dazu gewonnen, von denen ich es am wenigsten erwartet habe.
So entstand ein neuer interessanter Kreis für mich.
Zu meinem Bruder Boris Alexander (wir sind keine Russen, aber unsere Mutter hatte immer schon ein Faible für russische Schriftsteller, deshalb die russischen Vornamen) habe ich immer schon eine besondere Beziehung gehabt und er war immer da, wenn ich Hilfe benötigte. Er hat kein Problem mit meiner Passion.
Ein neuer Weg bedeutet auch mit allen Konsequenzen leben zu müssen, was ich schmerzlich erfahren sollte.
Aber dazu später mehr …
MEINE FREIHEIT
Heute lebe ich frei, wirklich frei, ich liebe meine Tantra-Massagen, die mein Leben ausfüllen und erfüllen, denn es ist meine Passion.
Seit 1993 gebe ich Massagen und seit 1996 in meiner eigenen Praxis. Mit Liebe und Leidenschaft begleite ich Menschen, damit sie ihren eigenen Körper neu entdecken können.
Es ist meine Bestimmung, mein Leben, meine Leidenschaft, die bis heute niemals langweilig wurde, da jeder Tag ein Abenteuer ist.
Ich weiß nie, wer kommt. Ein Anruf in englisch oder deutscher Sprache, es wird ein Termin ausgemacht und so stelle ich mich ständig auf neue Begegnungen ein. Natürlich auch viele Stammgäste, die schon seit Jahren zu mir kommen.
Menschen, die mein Refugium besuchen, meine Hände, meine Energie und Körper spüren möchten. Ich entführe sie in andere Dimensionen und in eine andere Welt.
Meine Tantra-Sessions sind mehr als nur die gebuchte Zeit für die Massage.
Ich führe immer ein Vorgespräch mit dir und du darfst bestimmen, was du mir erzählen möchtest, was für dich gerade ansteht, ich bin ganz bei dir und höre zu. Denn das größte Problem ist für viele Menschen – „die Einsamkeit“!
Wenn du mir von Problemen erzählen möchtest und mich um Rat fragst, kannst du dir gewiss sein, dass es auch bei mir bleibt.
Oder ich frage dich, ob ich es anonym in mein Buch mit einbringen darf. Ebenso habe ich alle Namen leicht verändert, wegen der Persönlichkeitsrechte.
Ich möchte Raum schaffen, um zu zuhören, ich werte nicht und verurteile nicht und möchte auch nichts einreden oder ausreden.
Ich gebe dann nur Denkanstöße, z. B. „Was wäre wenn?“ oder „Wie würde es sich anfühlen?“.
So kannst du den Weg aus deinem Problem selbst finden.
Ich mache dir auch Mut, auf das eigene Leben zu blicken und nachzuschauen, was veränderungswürdig scheint und was dem Leben mehr Sinn und Erfüllung geben kann. Ich arbeite stets lösungsorientiert und spiegle eher selten.
Danach entscheide ich intuitiv und fühle mich ein, welche Massage du jetzt gerade benötigst, sinnlich-entspannend oder dynamisch-erotisch.
So kannst du mit mir eine außergewöhnlich intensive Erfahrung machen, eins mit deinem Körper sein und mit allen Sinnen fühlen und genießen, den eignen Körper neu entdecken …
Eine Sinneszauberreise zu dir selbst!
BODYSHAMING
Wir leben in einer Gesellschaft, in der immer wieder von Idealmaßen gesprochen wird. Dünn und Schlank zu sein, zeigt den disziplinierten, erfolgreichen Menschen, so wird es uns jedenfalls von den Medien vorgegaukelt. Somit wird man auf das Äußere reduziert und innere Werte haben einen geringeren Stellenwert. Das betrifft Männer wie Frauen! Wer der idealen Norm nicht entspricht – jung, vital, schlank (eigentlich eher „dürrappelig“) und faltenfrei – wird abgewertet, beleidigt und oftmals ausgegrenzt.
Ich finde: „Wer morgens mit Falten aufwacht, hat den ganzen Tag Zeit sich zu entfalten!“ – kleiner Scherz!
Ein Gesicht, was Falten hat, spiegelt das gelebte Leben wieder und ist charismatisch. Die plastische Chirurgie glättet, schnippelt, korrigiert, bis man kaum noch Mimik hat und wie eine Maske ausschaut. Nur in seltenen Fällen, bei wirklich guten Ärzten, wie z.B. bei Dr. Radu in Frankfurt, der auch Gesichtskorrekturen, nach Unfällen oder bei Krebspatientinnen, den Brustaufbau durchführt, sieht es gut und echt aus.
Viele Frauen schwören auf diese hässlichen U-Boot-Lippen, die – so glauben sie – noch erotischer wirken lassen.
Es steht als Metapher für die weibliche Vulva.
Ich kenne so viele Männer, die lieber eine natürlich wirkende Frau mögen, als so ein maskenhaftes Puppengesicht und Puppenkörper.
Die Werbe- und Schönheitsindustrie zeigt uns perfekte Schönheitsideale und oftmals bearbeitete Fotos, die niemals durch reale Frauen und Männer erreicht werden können.
Der natürliche Alterungsprozess wird als Makel dargestellt und von Antifaltencremes und Fitnessprodukten lebt eine ganze Industrie.
Durch diesen künstlich erzeugten Zwang der Selbstoptimierung haben wir verlernt uns selbst zu lieben. Wir stehen vor dem Spiegel und sind unzufrieden mit dem eigenen Körperbild.
Hier müssen wir lernen diesem Schönheitswahn zu entkommen und eine bewusste Entscheidung zu treffen, uns so zu zeigen, wie wir sind, statt uns zu verstecken!
AKZEPTANZ UND SELBSTLIEBE
Mein innerster Antrieb ist es dir zu helfen,
- dich zu akzeptieren,
- dich anzunehmen, so wie du bist,
- die Selbstliebe zu zelebrieren,
denn jeder Körper ist heilig und schön!
Ich möchte durch meine tantrischen Massagen, dass du dich wieder spürst, deinen Körper, deine Lust und deine Energie wieder fließen lässt.
- ein Ja zu dir selbst,
- ein Ja zu deiner Erotik,
- ein Ja zu deiner Lust
- ein ganz lautes Ja zu deinem Körper und nicht zu vergessen
- ein noch lauteres Ja, dir zu erlauben, einfach du selbst zu sein.
BODYPOSITIVITY
Wir müssen lernen uns so zu lieben, wie wir sind, das Zauberwort heißt: Selbstliebe!
Leider wird die Selbstliebe durch die tägliche Konfrontation mit den Medien erschwert.
Um diesen Prozess zu begleiten, gibt es viele Tantra Seminare, in denen das weibliche und auch das männliche Körperbewusstsein gestärkt werden.
Der ständige Ruf nach Perfektion macht uns krank, denn das Wichtigste ist doch: sich selbst für eine positive Haltung zu entscheiden.
Jeder Körper ist anders, jeder Körper funktioniert anders, nicht alles passt für jeden und niemand lässt sich zwanghaft in ein Schema aus Normen und Zahlen packen.
Es zählen nicht die Kilos auf der Waage, sondern die wirklich wichtigen Dinge!
Hierzu fällt mir die Geschichte zu meiner Kur ein, lange vor meiner tantrischen Laufbahn, denn da geht es auch um Körpergefühl mit einigen Kilos zu viel; dazu aber später mehr.
Die ersten Schritte fielen mir damals sehr schwer …
Was erwartet Dich?
Liebe Leserinnen und Leser, ich hoffe diese Biografie wird Euch fesseln. Ich schreibe sowohl über mein Leben als auch meine Erfahrungen mit und in Tantraseminaren, damit Ihr einen Einblick bekommt, was euch dort erwartet und über Themen, die die Welt bewegen. Vielleicht auch euch?
Mein Gott, wie die Zeit vergeht und was ich alles erleben durfte, schöne, abenteuerliche, inspirierende, spirituelle, aber auch echt unschöne Momente habe ich durchlebt.
Das Leben besteht nun mal nicht nur aus Zuckerwatte!
Das wäre wohl auch sehr langweilig, ohne Herausforderungen, Rückschläge, Dramen und Highlights, denn das macht ein Leben aus und man kann später auf ein reiches und erfülltes Dasein zurückblicken.
Natürlich möchte ich auch das Thema Selbsterfahrung im Tantra-Seminar aufzeigen, für alle, die jetzt ganz neu dazugestoßen sind, Interesse daran haben oder einfach nur neugierig sind und so einen wirklich guten Einblick erhalten, wie man sich auf den Weg begeben kann.
Du willst vielleicht nur mal reinschnuppern?
Kein Problem, aber es wird dich kaum mehr loslassen und du wirst plötzlich sehen, welche Türen sich öffnen, die dir sonst verschlossen blieben.
TANTRA, EIN EXPERIMENTELLER WEG DER SELBSTERFAHRUNG
Durch Tantra wirst Du ganz neue Dinge erleben, die bisher tief im Unterbewusstsein schlummerten und nun geweckt werden – so zu sein, wie Du eigentlich sein möchtest, Dich aber aus Deinen eigenen und äußeren konditionierten Grenzen selbst gefangen hast.
Indem du deine Grenzen ausweitest, und du dich darin annehmen kannst, wirst du neues Vertrauen in dich und dein Leben erlangen.
Wenn du dann im Einklang mit dir und deinem Leben bist, fügen sich viele Dinge wie von selbst zusammen.
„Die Masken fallen lassen, hier bist du Mensch – hier kannst du sein!“
Denn erst, wenn du dich selbst erkennst, kannst du so leben, wie es dir gut tut.
Das allerwichtigste in Tantra-Seminaren ist die Arbeit mit deiner Körperlichkeit, deiner Sinnlichkeit, deinen Gefühlen und deiner Sexualität und Lust.
Auch die dunklen Seiten werden sich zeigen. Ängste und Traumata sind Themen in den Seminaren und werden von kompetenten Therapeuten bearbeitet, wenn Du es möchtest.
Die Seminare finden immer in wunderschönen Zentren statt, es ist ein geschützter Rahmen in denen sich viele fremde Menschen treffen, die sich noch nie vorher gesehen haben.
Aber schon in kürzester Zeit bist du ein Teil dieser Gemeinschaft, vor der du alle Masken fallen lassen kannst.
Es entwickelt sich eine Gemeinschaft, jeder nimmt jeden an, egal wie er oder sie ist, egal wer du bist und wo du herkommst. Hier kannst du ganz Frau und ebenso ganz Mann sein, mit allem, was Dich ausmacht.
In den Seminaren wird dir aufgezeigt, wie Tantra wirklich jeden Aspekt deines Lebens nachhaltig positiv beeinflussen kann.
Es geht um mehr Achtsamkeit im gesamten Leben, genauer hin zu sehen, wahrzunehmen und wertzuschätzen. Auf der sinnlichen Ebene trainierst du dann die Signale und Wünsche deines Körpers, genauer hinein zu spüren und ein besseres, befreites Körpergefühl zu gewinnen. Dadurch erhöhst du die Kreativität und Lebensfreude.
Tantra zu leben, heißt mit beiden Beinen in der Welt zu stehen und befreit zu sein, sich zu befreien und sich von alten Konditionierungen zu trennen.
Trau dich anders zu sein und gehe deinen Weg!
Es verweben sich Einsichten fernöstlicher und westlicher Medizin, ganzheitliche Lehren mit modernen Erkenntnissen der Psychologie und Sexualwissenschaften.
Mit Tantra wirst du neue Wege beschreiten in Freiheit und im Einklang mit deinen Wünschen und Bedürfnissen zu handeln, ein erfülltes Leben in Freiheit leben zu können. Dieser Prozess wird als persönliches Wachstum bezeichnet und im Tantra bezeichnet man es als einen Teil der Reinigung.
Ich möchte mit diesem Buch allen Mut machen, an sich zu glauben, das Selbstwertgefühl zu stärken, sich so anzunehmen wie man ist.
Das alles macht Tantra aus.
Ich beschreibe meinen Weg, authentisch-spannend, abenteuerlich, erotisch, sinnlich und humorvoll. Auch traurige Momente fehlen nicht, eben alles, was ein Leben im Umbruch ausmacht.
Meine Freunde und Bekannte sehen mich so wie ich heute dastehe, aber kaum einer weiß, wie lange es gedauert hat, bis ich zu der wurde, die ich heute bin.
Tara Wera Angela Münchberg – die Tantra-Massage-Meisterin
Diesen Namen „Tara“ gab mir ein Inder, dem ich in Indien meine Geschichte erzählte, er sagte: du bist eine wahre Tara im hinduistischen „der Stern“ und machte mit roter Farbe einen Punkt auf die Stirn und Verbeugte sich vor mir.
Später googelte ich den Namen und er bedeutet nicht nur „der Stern“, sondern auch „die Retterin“.
Nach den Überlieferungen soll sie aus einer Träne entstanden sein, die aus Mitgefühl mit allen Wesen lebt. Aus dem Grund gilt die Tara bis in den heutigen Glauben hinein, auch als die Essenz des Mitgefühls.
DU HAST MICH GEFUNDEN!
„Hier, mitten in Frankfurt am Main, heiße ich Dich herzlich willkommenin meinem Tantra-Refugium:
Namasté
Ich heiße Tara Wera.
Dieses Refugium habe ich für Dich geschaffen.
Es ist ein Ort für Entspannung, Sinnlichkeit, Ekstase und Heilung.
Wenn Du das Gefühl hast,
- dass die Wünsche Deines Körpers nicht mehr erfüllt werden,
- dass Deine Bedürfnisse nicht mehr gelebt werden, dann ist dies der Ort wo Du Dich wieder finden kannst.
Männer verlieren oft ihr Körpergefühl, weil Beruf und Erfolg wichtiger scheinen und körperliche Sehnsüchte vernachlässigt werden.
Wir Frauen werden oft verunsichert durch Werbung und soziale Medien jeder Art, die uns unrealistische Ideale vorgaukeln.
Wenn wir uns daran messen und in die Falle gehen, passen wir uns einfach nur noch an.
Sinnlichkeit und Lust ersticken unter alltäglichem Stress. Du suchst einen Ausweg, den Ausgleich, die Befreiung? Vielen von uns fällt das sehr schwer.
Erinnere Dich stattdessen an Dich selbst, an das Einzigartige und Wunderbare in Dir. Hier entdeckst Du Dich wieder.
Wir alle – jeder Mann und jede Frau: Wir sind doch lebendig.
Jeder Körper ist einmalig, heilig, schön und voller Energie.
Und wir – alle – sollten unsere Weiblichkeit und Männlichkeit zelebrieren.
Ich möchte Dich begleiten,
- Dich so anzunehmen, wie Du bist,
- Dich wieder zu spüren.
Ich möchte Deine Selbstliebe wecken.
Alles soll erwachen:
- Deine Seele.
- Dein Körper.
- Deine Energie.
- Deine Erotik und Deine Lust.
In langen Beziehungen oder im fortgeschrittenen Alter scheint das Bedürfnis nach Nähe nachzulassen. Alle intimen Wünsche sind natürlich noch da, aber: sie werden nicht erfüllt.
Wie fühlt es sich für Dich an,
- allein zu sein?
- oder in einer Beziehung zweisam, aber doch einsam?
- oder hat man Dich verlassen?
Oder hat der geliebte Mensch an Deiner Seite seine Lust verloren, während Dein Körper sich jeden Tag, jede Nacht nach Liebe und Zärtlichkeit sehnt?
Ob Mann oder Frau – Du möchtest Deine Wünsche erfüllt sehen.
Männer und Frauen sollten Ihren Körper lieben, leben, erleben und zelebrieren.
Wenn Du mich hier in meinem Refugium besuchst, gelangst Du in andere Dimensionen des Fühlens und eine ganz besondere Energie.
Ich werde Dich in Liebe umarmen.
Bilder, Figuren, Düfte und Klänge entführen Dich in eine andere Welt, berühren Dein Herz und schaffen wohlige und vertraute Gefühle.
Wir sprechen über Deine Wünsche in Vertrautheit ohne Grenzen, über das was gerade wichtig ist für Dich.
Was bewegt Dich?
Was macht Dich traurig?
Was ist unerträglich?
In unserer entstehenden Vertrautheit, umgibt Dich dann eine besondere Energie. Anschließend liegt Dein Körper auf meiner Klangliege, Du kommst in einen tranceartigen Zustand und alle Gedanken können entschwinden. Du bist nur noch Körper, Du lässt los.
Im Tempel beginnt anschließend die Massage, bei der Du Dich vertrauensvoll fallen lassen kannst begleitet von einer tiefbewegender Musik.
Du wirst mich am ganzen Körper spüren und all meine Liebe und meine Energie fließen in Dich hinein.
Dies ist ein sehr intimes Ritual, denn während wir ganz bewusst und achtsam im Gleichklang atmen, verschmelzen unsere Körper und es entsteht ein energetischer Kreislauf, der uns beide umschließt und durchdringt.
Die Gedanken schweigen.
Du spürst Deinen Körper so intensiv, denn alles ist im Fluss und Du fühlst Dich eins mit dem Universum.
Meine sanften Hände berühren Deinen Körper und lösen Blockaden.
… und ganz wie von selbst wird sich Dein Körper mit Licht, Liebe und Energie füllen.
Du hast das Gefühl, als würdest Du Dich auflösen und Du bist im Loslassen, von vergangenen Schmerz oder Leiden.
Dabei dürfen auch Tränen fließen.
Gleichzeitig kann sich ein unglaubliches Glücksgefühl ausbreiten.
Vieles, wirklich vieles kann geschehen: Weinen, Lachen, Loslassen, von all dem was Dich hindert, der zu sein, der Du bist.
Das ist Heilung!
Denn ich gebe Dir all meine Liebe und Energie.
Am Ende meiner Tantra-Massagen kann es zu einer großen Gefühlsentladung kommen, dein Körper und deine Seele sind überwältigt und ergriffen. Du schwebst im Zustand grosser Glückseligkeit und ich umarme Dich in Liebe.
Denn Dein Körper ist meine Passion.
Deine Tara Wera“
Das ist die gesprochene Tantra-Meditation von meiner Homepage www.tantra-refugium.de unter der Rubrik „Preise“ zu finden. Sie wurde von mir geschrieben und eingesprochen im März 2020 in einem Tonstudio in Oldenburg (eine Woche vor dem Corona-Lock-down).

DAS WAHNSINNSERLEBNIS IN EINEM TANTRASEMINAR: BECKENBODENÜBUNG BEI DER TANTRAMEISTERIN ADVAITA
Wieder einmal besuchte ich ein Seminar bei Advaita, das alles sprengen sollte, was ich bisher erlebt hatte. Zu dem Zeitpunkt war ich mit mir schon sehr weit gekommen in meiner tantrischen Entwicklung. Wir waren eine sehr homogene Gruppe von ca. 20 Personen im Raum, der wunderschön dekoriert war. Uns umspielte ein zarter Duft von Weihrauch. Jeder sollte sich einen Partner suchen mit dem er dann die Übung machen sollte. Ich legte mich rücklings auf eine Gymnastikmatte und mein Partner setzte sich im Schneidersitz an mein Kopfende und sollte mich bei der Übung begleitend an den Schultern berühren.
Eine wohlklingende Musik mit Trommeln und anderen Instrumenten setze ein, die sich langsam steigerte. Ich bewegte meinen Beckenboden im Rhythmus der Musik.
Die Füße standen fest am Boden und nur das Becken wurde angehoben hoch und runter immer wieder.
Ich achtete konzentriert auf die Atmung – einatmen, anhalten, Fäuste ballen und Beckenbodenmuskulatur anspannen; ausatmen und loslassen der Beckenbodenmuskulatur.
Am Anfang war es anstrengend und ich konzentrierte mich darauf, doch plötzlich nach einer geraumen Zeit verselbständigte sich mein Körper, es wurde leicht und leichter, es entwickelte sich ein Automatismus, ich musste nichts mehr tun, es passierte einfach und das über mindestens 30 Minuten. Doch dann passierte etwas Unglaubliches: mein Körper begann überall zu kribbeln, die Energie schoss ständig durch meinen Körper, ich begann zu zittern, es durchflutete mich förmlich, mir wurde heiß, sehr heiß und ich geriet in einen ekstatischen Zustand. Ich griff irgendwo nach hinten und erwischte die Shorts meines Partners an denen ich mich festklammerte.
Diese Energie schüttelt mich völlig durch, ich merkte wie meine Yoni zuckte und zuckte und ich feucht wurde. Plötzlich war es wie viele Stromstöße, aber nicht schmerzhaft, sondern sehr, sehr geil, ich war wie in einem orgastischen Kokon, dieses Gefühl wollte nicht aufhören, es war eine orgastische Dauerschleife, ich war Orgasmus pur. Wow und dann strömte es aus meiner Yoni die Wirbelsäule empor bis zur Schädelplatte, da wo einst als Baby die Fontanelle war, öffnete sich diese und es strömte jetzt der orgastische Energiestrom aus meinem Kopf heraus.
So fühlte es sich jedenfalls an.
Mein Kopf war heiß, sehr heiß, wie kurz vorm Platzen. Mein gesamter Körper war in absoluter Ekstase, ich riss an der Hose meines Partners wie wild und wand mich in diesem Wahnsinnszustand hin und her. Ich hatte das Gefühl, mit dem austretenden Energiestrom meinen Körper zu verlassen.
Ein Gefühl, als löse ich mich in einer Ganzkörper-orgastischen Welle auf. Ich sah nun all das, was nun passierte – dissoziiert, also von Außen, als wäre ich Zuschauer des Geschehens. Ich schwebte quasi über mir und sah die hektischen Betreuer und Advaita zu mir rennen. Alle versuchten mich zu beruhigen, einer wollte sogar einen Arzt rufen.
Da kam ich langsam wieder zu mir und ich rutschte in meinen Körper zurück, es fühlte sich an, als wären Stunden vergangen, in Wirklichkeit, so sagte man mir später, waren es nur Minuten.
Ich lag da, völlig erschöpft, noch halb benommen, in einem wundervollen Zustand. Als ich die Augen öffnete, standen viele um mich herum mit angstvollen Blicken und mein Partner saß etwas geschockt mit zerrissenen Shorts und halb nackig da. Oh mein Gott, in der Ekstase habe ich ihm den Stoff der Shorts richtig zerrissen, sie hing rechts und links zerfetzt an ihm runter. Das habe ich angestellt? Wow was ein ergreifendes Ganzkörper-Erlebnis.
Ich war nur geflasht und saß fast apathisch da.
Man gab mir Wasser zu Trinken und ich setzte mich für den Rest der Übungszeit in eine Ecke und beobachtete die Anderen, die wohl nicht das Gleiche erleben durften, wie ich. Was mit mir hier geschah, erzählte ich nur meinem Seminarpartner, dem ich die Shorts zerriss, alle Anderen liess ich in dem Glauben, ich hätte hyperventiliert.
Heute nennt man diesen Zustand Big Draw.
BIG DRAW
Den Big Draw kann man während einer sehr energetischen Massage mit Atemübungen und immer währenden Unterbrechungen bei der Lingammassage oder Beckenbodenübungen mit extremen Atemübungen erleben.
Er wird jedoch nur bei Männern beschrieben, aber auch Frauen können ihn erleben, so wie ich es beschrieben habe.
Der normale Orgasmus beim Geschlechtsverkehr beschränkt sich nur auf den Genitalbereich, beim sogenannten Big Draw geht es darum: das sexuelle Potential auszuschöpfen, das intensive Gefühl auszuhalten und die Spannung zu genießen und nicht gleich loszulassen. Die gesamte erotische und sexuelle Energie im ganzen Körper zu verteilen. Im Zusammenspiel mit der Beckenbodenübung: Anspannung, Entspannung und halten.
Es kann zu dem Ganzkörperorgasmus in jeder erdenklichen Form kommen. Diese sexuelle Energie wird so in alle Sinnesorgane geleitet. Die gesamte Energie rast durch den Körper und am Ende fühlt man einen leichten Schmerz oder Stechen an der Schädeldecke.
Er ist in vielen Tantra Praxen zum Hype geworden und wird oft wie in einer Speisekarte zur Auswahl der verschiedenen Tantrasessions angeboten.
Den Big Draw kann man nicht anpreisen, denn es ist ein Glücksfall, wenn man ihn erleben darf, es kommt eher sehr selten vor.
Von daher kann man niemals versprechen, es in der Praxis xy zu erleben!
Es hat wirklich nichts mit einer entspannenden, sensitiven Tantramassage zu tun. Es ist sehr anstrengend und energetisch und garantiert deshalb noch lange nicht, dieses Erlebnis zu erfahren.
Das Fatale ist, dass es wirklich nicht jeder erleben kann, auch wenn derjenige bei der geführten Session alles gibt. Es ist verwerflich, unprofessionell und medizinisch fragwürdig, es zu verkaufen oder sogar auch als Geschenk anzubieten.
Der Big Draw kann aber auch gefahren mitbringen bei Gesunden, wie auch bei Menschen mit Vorerkrankungen, denn durch den erzeugten Druck können Blutgefäße im Gehirn platzen.
Zu mir kommen sehr viele Klienten, die echt gestresst sind oder kurz vor einem Burnout stehen, diese Menschen brauchen alles anderes als Anspannung. Wer einmal bei mir war, weiß, dass er tiefenentspannt und oft verzückt meine Praxis verlässt und die Wirkung der Tantramassage noch lange anhält.
MASSAGE ERLERNEN IN SEMINAREN
Hier wirst Du auch in die Kunst der sinnlich-erotischen Tantramassage eingeführt.
Es werden Techniken der sinnlichen Körperreise aufgezeigt.
Das Wichtigste jedoch bist Du selbst mit deiner Energie, Hingabe und Achtsamkeit als Gebende in der Session.
Es kommt alles in Bewegung und im Fluss deiner Liebe kannst Du sehen, wie die/der Empfangende sich tief und vertrauensvoll fallen lassen kann. Der gesamte Körper kommt in einen tranceartigen Zustand, kein Gedanke schlängelt sich mehr durch die Ventrikel, man spürt nur noch sich, man schwebt – löst sich auf … und ist eins mit dem Universum.
Massagen haben mich schon immer fasziniert – ja schon als Kind – und da wären wir auch schon bei meinem ersten Rückblick.
RÜCKBLICK: WERAS KINDHEIT UND JUGEND
Als ich zwei Jahre alt war, achtete meine Mutter immer sehr darauf, dass meine Fantasie und Kreativität gestärkt werden. Sie schenkte mir Märchenschallplatten, die wundervoll vorgetragen wurden. Es war eine weiche, warme Männerstimme und so entwickelte sich mein Gehör für hauptsächlich sonore Stimmen. Ich wurde fast zur Stimmenfetischistin, bis heute.
Durch die vorgetragenen Märchen entwickelte ich die Gabe, mir in meiner Fantasie alles so vorzustellen, wie ich es hörte. Ich tauchte jedes Mal emotional so tief in die Geschichte ein, als würde ich sie selber erleben. Später ging es mir bei Büchern genauso. Was auch immer der beschriebenen Person in einem Roman passierte, ich fühlte mich intensiv in deren Emotionen ein. Ich erlebte es förmlich mit. Seit dieser Zeit schmolz ich bei sonoren Stimmen nur so dahin.
Ich konnte noch nicht lesen, gerade mal eine Buchseite umblättern, und hatte trotzdem schon ein Arsenal an Kinderbüchern. Mein erstes Buch war „Elli Kari“, Geschichte eines Lappenmädchens von Anna Riwkin-Brick. Ein Fotobuch eines 4-jährigen Mädchens, in dem das arme und entbehrungsreiche Leben in Lappland beschrieben wurde. So begriff ich schnell, wie gut es mir in Deutschland ging und erwarb so eine ganz andere Wertschätzung für mein Spielzeug oder andere Dinge, die bei uns selbstverständlich waren.
Später als Kind hörte ich mit meinem Transistorradio nach 20 Uhr unter der Bettdecke im Hessischen Rundfunk heimlich das Wunschkonzert mit dem legendären Elmar Gunsch. Seine Stimme war zum Zerfließen. Ich habe die Sendung nur wegen seiner sonoren, göttlichen Stimme angestellt. Im Jahre 2009 erlebte ich dann eine wirklich schöne Überraschung. Es war bei der legendären Faschingsdienstags-Party im Weinkeller Fidelio an der alten Oper. Dort feierte ich seit 20 Jahren immer diese Party. Ich stand am Tresen und wollte mir gerade einen Wein bestellen, da spricht mich eine wundervolle Stimme an: „Darf ich Sie zu diesem Wein einladen?“ Mir war sofort klar, es konnte sich nur um Einen handeln: Elmar Gunsch. Ohne mich umzudrehen, rief ich spontan „Ja!“ Und als ich mich kurz darauf zu ihm wand, sah ich einen großen weißhaarigen Mann mit sehr gepflegtem Bart und gekleidet wie Johannes Heesters. Es war tatsächlich Elmar, der Wahnsinn. Wir stießen mit unseren Weingläsern an und lächelten. Er bat mich zum Walzer. Ein absoluter Gentleman, wow. Beim Tanzen erzählte ich ihm aus meiner Kindheit, dass ich ihn heimlich im Radio gehört habe.
Das hätte ich mir damals nie erträumen lassen, einmal mit Elmar Gunsch Walzer zu tanzen.
Als ich so ca. 8 Jahre alt war, bekam ich 50 Pfennig Taschengeld, dass reichte natürlich nie für meine Kinobesuche jeden Sonntag 1,50 DM im Bürgerhaus gegenüber.
Da ich in der Schule im Malkurs immer die Note eins erhielt und ich im Fernsehen einen Maler sah, der ganz viel Geld mit seinen Bildern verdiente, versuchte ich es auch. Wir wohnten im Nord West Zentrum, einem Einkaufszentrum und ich freundete mich mit einer Verkäuferin eines kleines Geschäfts an, die alles Mögliche an Geschenkartikeln verkaufte. Sie erlaubte mir meine Bilder vor dem Geschäft auszulegen und ich bot ihr eine Gewinnbeteiligung an, die sie aber ablehnte. Es war eine Win-Win Gemeinschaft, sie hatte mit mir Unterhaltung, da sie immer alleine war und nur wenige Kunden zu ihr gingen und ich war jeden Tag nach den Schulaufgaben bei ihr. So verkaufte ich wirklich täglich mindestens 5 Bilder á eine Mark. Ich hatte ein Schild aufgestellt, dass die Einnahmen der Bilder einem guten Zweck zukommen.
„Mein Name ist Wera und ich bekomme nur 50 Pfennig Taschengeld die Woche und möchte gerne sonntags ins Kino gehen.“ Es waren hauptsächlich Mütter, ob sie die Bilder aus Mitleid oder weil sie diese schön fanden, kauften, war mir egal, denn ich hatte mehr als nur mein Kinogeld.
Jahre Später schrieb ich in Schönschrift auf sehr ausgefallenem Papier Weihnachtsgedichte ab. Die ich von Haustür zu Haustüre verkaufte, bis ich an der Türe von Bruni klingelte, die beste Freundin meiner Mutter. Die staunte nicht schlecht und ich erst, oh Schreck, damit flog meine kleines Geheimnis auf und musste beendet werden. Allerdings freute sich meine Mutter, dass ich doch so schön schreiben konnte, wenn ich nur wollte.
Tja der Motor braucht nur Öl, dann läuft er auch!
Eines Tages sollte ich für meinen Pfeifenrauchenden Vater ein Päckchen Rum Marple Tabak kaufen, der ein wundervolles Aroma hatte. Ich wusste immer, wenn ich den Geruch vernahm, dass er gerade hier gewesen sein musste. Als ich im Tabak-Geschäft Otto Bönecke ankam, räumte der Besitzer alles vor die Tür zum Entsorgen, da er sein Geschäft aufgab. Ich fragte ihn, ob ich all die schönen Streichhölzer in wunderschönen Verpackungen von klein bis riesengroß, auch für den Kamin mitnehmen dürfte. Er schenkte sie mir alle und es waren 2 Einkaufswagen voll. Ich rief meinen Freund Christian an und wir zwei liefen durch das Einkaufszentrum und verkauften am selbigen Tag alles für eine bis fünf Mark, je nach Größe. Danach waren wir ziemlich reich und ich teilte alles gerecht mit ihm.
KINDERTRÄUME
Als Kind hatte ich viele Träume: einer davon war, Schauspielerin zu werden: Ich setzte also alles daran, Schauspielerin werden zu können. Im Frankfurter Nordwest-Zentrum gab es ein Kinder- und Jugendtheater. Ich stellte mich kurzerhand der Leiterin Frau Backhaus vor und bat um eine Chance, mitspielen zu dürfen. Es stünde ein großes unentdecktes Talent vor ihr, sagte ich übermütig und glaubte auch daran, deshalb müsse sie mich unbedingt fördern.
Tatsächlich bekam ich für die Theatersaison eine kleine Komparsenrolle in Pipi Langstrumpf. Ich fühlte mich wie ein Star im Rampenlicht. Erstmals auf der Bühne hatte ich schon drei Jahre zuvor gestanden, in der Rolle der jüngsten Tochter des Milchmanns Tewje aus Anatevka. Damals suchte das Ensemble dringend ein kleines Mädchen für die Rolle ohne Text, da ihre Statistin krank geworden war. Die Theaterluft war sehr beeindruckend, der Saal voller Menschen, die Scheinwerfer und der Applaus, welch schöne Atmosphäre und Energie. Ich konnte nicht genug davon bekommen, obwohl ich nur einen kurzen Auftritt hatte, war es für mich die Welt!
Als ich 11 Jahre alt war, wurde im Nordwest-Zentrum ein Tatort gedreht. Ich war natürlich dabei. Jeden Tag nach den Schulaufgaben stand ich am Drehort und suchte den Regisseur. Als ich ihn ausfindig gemacht hatte, erzählte ich ihm von meinen Auftritten, dass ich schon recht erfahren sei und unbedingt in dem Krimi mitspielen wollte. Ich bekam auch hier eine Rolle, wenn auch nur eine ganz kleine Mini-Komparsenrolle. Aber ich war glücklich. Alle 10 Jahre wird dieser alte Tatort wiederholt. Ich sehe ihn mir immer an und muss schmunzeln.
Meine Eltern gehörten nicht zum Mittelstand oder dem höheren Management an, meine Mutter war Kinderkrankenschwester, hatte nach der Geburt des zweiten Kindes den Beruf an den Nagel gehängt. Als Hausfrau und Mutter später von drei wilden Kindern hatte sie dann genug zu tun. Mein Vater war Handwerker und so konnten wir nicht alles haben, was andere Kids hatten. In der Schule orientierten sich aber alle Kinder an den schönen Dingen der Anderen, die man dann auch haben wollte, was aber für uns nicht möglich war.
So wurde ich kreativ!
JUGENDTRÄUME
Mit 14 Jahren wollte ich unbedingt eine tolle Wrangler-Jeans haben, die zur damaligen Zeit exorbitant teuer war. Bei drei Kindern musste meine Mutter schon abwägen, was wirklich wichtig war und da war diese teure Jeans nicht akzeptabel. Alle Kids trugen entweder Wrangler oder Levis und ich stand da als Außenseiter mit Jerseyhosen. Als ich herausgewachsen war, zu lange Beine hatte, nähte mir meine Mutter immer wieder einen Blümchenbund an. Das muss man sich mal vorstellen! Ich war dem Schmäh der Klassenkameraden ausgesetzt. Das hat wirklich keinen Spaß gemacht. Heute nennt man es Mobbing.
So ging ich in den Sommerferien los und suchte mir einen Job. Die meisten Firmen sagten: „Werde noch ein paar Jahre älter, dann kannste wieder kommen.“
In Praunheim bei der Metzgerei Melchior wurde ich angenommen, erst mal für eine paar Tage, versuchsweise an der Wurstmaschine. Der Darm wurde über eine Öffnung eines Rohres gezogen und die Fleischmasse wurde in den Darm gefüllt. Meine Aufgabe war es, dann mit Schwung einmal zu drehen, sodass es eine Wurst wurde. Nach einem gewissen Abstand musste ich wieder den Darm drehen und so weiter. Es wurde mir schnell langweilig, den ganzen Tag Wurstdarm drehen, macht rammdösig, aber ich war jung und brauchte das Geld. Nach einigen Tagen kam die Verkäuferin vom Verkaufsladen nach hinten in die Fleischerei und war in Panik, da eine Verkäuferin kurzfristig ausfiel. Das war meine Chance. Ich fragte, ob ich helfen darf, und so kam ich in den Verkaufsraum, was viel interessanter war. Ich musste nur noch die Preise lernen für die Produkte und los ging es. Ich verkaufte so gut, dass ich dort bleiben durfte. Man lobte mich, denn ich hatte wohl die Gabe, den Leuten mehr zu verkaufen, als sie eigentlich wollten und die dann oft das Doppelte ausgaben, als geplant.
Mein Geheimnis, ohne es bewusst zu machen, war einfach nett zu sein und freundlich, immer eine Probe von meiner Lieblingswurst und anderen Dingen zum Verkosten anzubieten. Die Kunden fanden mich so süß, dass sie bereit waren, mehr einzukaufen.
Nach einer Woche wurde ich in die Hauptzentrale im BFG Bankhaus am heutigen Willy-Brandt-Platz in die Einkaufspassage mit der Metzgerei-Zweigstelle versetzt. Jetzt musste ich leider auch noch U-Bahn fahren, das hieß 40 Minuten früher aufstehen und das in den Sommerferien, aber die Jeans kam immer näher.
Da ich vor den Sommerferien in der Schule Spanisch für Anfänger hatte, wollte ich auch meine wenigen Kenntnisse schon mal anbringen. So sagte ich stolz zu einem spanischen Touristen, (ob er noch etwas Nudeln zu der Frikadelle haben möchte): „Todavia quieres algo Pene?“ Denn ich hatte gerade einen tollen Nudelsalat fertiggestellt. Er schaute mich erschrocken an und bekam einen hochroten Kopf. Ich wiederholte meinen Satz und er schüttelte nur verschämt den Kopf, wollte nur schnell zahlen und floh aus dem Geschäft. Erst zu Hause, als ich in meinem Wörterbuch nachschaute, wurde mir alles klar, oh Gott, im Nachhinein wurde mir ganz schlecht …
Ich hatte gedacht, Pene stehe für Nudeln. Es lag in der Übersetzung schon recht nahe, mit Nudel hatte es im weitesten Sinne auch etwas zu tun. Nur hatte ich es falsch ausgesprochen. Ich hatte in Deutsch gesagt: „Möchten sie noch etwas Penis?“ Ich hatte den italienischen Begriff „penne“ gemeint und hätte die Betonung auf „nn“ also Penne Alla irgendwas legen müssen, ich dachte, die verstehen es auch, da es ja romanische Sprachen sind. Hallo dicker Fettnapf, zum Glück hat es ja sonst niemand der anderen Verkäufer dank der fehlenden Fremdsprachen-Kenntnisse mitbekommen.
Nach 6 Wochen bot man mir sogar einen Ausbildungsplatz an, wenn ich mit der Schule fertig sei. Mein Berufsbild war jedoch weit weg von einer Fleischfachverkäuferin, ich wollte Kinderkrankenschwester werden und wurde es später auch.
Ich wollte nur meine Jeans und konnte mir noch eine passende Jacke dazu kaufen, den Rest habe ich gespart. Meine ersten 1.000 DM, ich fühlte mich wie ein Millionär, da ich zu dieser Zeit ein Monatstaschengeld von 20 DM erhielt.
Endlich war ich in der Schule eine von ihnen, der Wrangler-Gemeinschaft zugehörig und keiner frotzelte mehr über mich, denn ich hatte ja auch noch eine passende Jacke, das hatten die anderen nicht.
Mit 14 Jahren drehte ich Würstchen in einer Metzgerei für eine Jeans. Jahre später war mein Traum ein Mountainbike, das ich mir in einer erotischen Massagepraxis verdiente … mit ähnlicher Arbeit!
MEIN VATER – UNSER VATER
Mein Vater war schon immer ein unkonventioneller Typ, für alles offen und oft sehr spektakulär. In seiner Jugend war er bei den Segelfliegern und hatte alle wichtigen Scheine absolviert.
Fliegen war sein Leben. Durch den Krieg, die Gefangenschaft in Frankreich, den späteren Aufbau Deutschlands, die Gründung seiner Familie kam er viele Jahre nicht mehr dazu.
Er war zweimal verheiratet. Ich stamme aus der zweiten Ehe.
In den 70er Jahren entdeckte er das Drachenfliegen für sich und war auf der Wasserkuppe in der Rhön ein bekannter Flieger.
Wir zwei fuhren oft zusammen in die Rhön zum Fliegen und ich durfte ihm beim Aufbau des Drachens helfen und seinen alten R4 fahren (ohne Führerschein natürlich). Wenn er unterhalb des Pferdskopfes gelandet war, um ihn einzusammeln und wieder hochzufahren. In den Alpen flog er auch oft und fast so hoch, wie die Flugzeuge. Zu dem Zeitpunkt war er schon einer der ältesten Drachenflieger Deutschlands und sorgte so oft für Schlagzeilen.
Ich war ein Teenie und bewunderte meinen super Vater. Da war ich jedoch nicht die Einzige. Er hatte vorzugsweise weibliche Fans, was mir als Tochter ein Dorn im Auge war. Ich versuchte oft aus Eifersucht, diese Frauen von meinem Vater fernzuhalten.
Weitere Verehrerinnen hatte er in der Nord-West-Stadt im benachbarten Studentenwohnheim aus allen Ländern der Erde. Seine Fangemeinde war riesengroß, als Mann und als Sportler. Er war ein richtiger Womanizer.
Am Wochenende hatte meine Mutter eher selten etwas von meinem Vater, da er am Samstagmorgen immer auf dem Balkon stand und den Finger in die Luft hielt. Wenn er Südwestwind feststellte, war er nicht mehr zu halten. Er packte den Drachen ein und los ging’s zum Fliegen.
Einmal im Hintertaunus flog er und trieb ab in eine riesenhohe Tanne. Es krachte nur noch und ein Schrei von Horst, meinem Vater war zu hören. Ich war so erschrocken und dachte, nun sei es um ihn geschehen, da er keinen Laut mehr von sich gab. Ich sah mich und meine Geschwister schon als Halbwaisen, da hörte ich lautes Fluchen und Schimpfen von oben. Er lebte also, schimpfte aber nicht über seine Verletzungen, sondern darüber, dass das Trapez des Drachens hinüber war. Seine Wunden waren sekundär und wir verheimlichten sie immer vor meiner Mutter, sonst machte sie sich immer zu viele Sorgen.
Sie ermahnte meinen Vater jedes Mal vor der Abreise in die Rhön: „Wehe, Horst, du lässt die Wera nur einmal mit dem Drachen fliegen. Dann gibt’s echten Ärger!“ Ihre Worte habe ich heute noch im Ohr.
Oh ja, Wera wollte so gerne einmal in der Rhön fliegen, was wir natürlich auch heimlich taten. Die Theorie hatte ich immer mitbekommen, wenn er zu Hause für die Flug-Scheine lernte und ich ihn abgefragte. Die Praxis habe ich fast jedes Wochenende erleben dürfen.
Eines Tages war es soweit, auf der Wasserkuppe/Rhön mein Vater befestigte den Drachen an eine sehr lange Schnur. Ich sprang und hob ab. Dieses Schweben in der Luft war ein unbeschreibliches Gefühl von Freiheit und Glück. Es waren nur wenige Minuten, die sich aber wie Stunden anfühlten. Ich bekam so schnell Aufwind, dass mein Vater das Seil verlor und ich nun ganz allein war. Ein mulmiges Gefühl machte sich breit. Ich zog das Trapez langsam an mich heran und leitete dadurch den Sinkflug ein. Vielleicht einen Tick zu schnell, denn ich stürzte senkrecht ab und verfehlte knapp einen Felsen. Ich blieb liegen, ohne mich zur rühren und hoffte nur, dass ich nichts kaputt gemacht hatte.
Aus der Ferne hörte ich meinen Vater wild schreien. Er kam hektisch winkend zu mir gerannt. Jetzt bewegte ich mich, erhob mich schwerfällig und sah meinen Vater an, der sichtlich erleichtert war, dass es mir einigermaßen gut ging. Sein Drachen war ihm in diesem Moment auch egal. Von dieser Aktion haben wir Mutter erst einige Jahre später erzählt. Und ein einziges Foto gibt es auch davon. Es sieht schon sehr komisch aus.
Einmal war er verbotener Weise in der Einflugschneise des Frankfurter Flughafens mit seinem Drachen geflogen. Gesprungen war er vom Monte Scherbelino, einem Berg im Frankfurter Stadtwald. Ich glaube, er bekam eine Strafe und es stand am nächsten Tag in der Bildzeitung.
So einen Vater hat nicht jedes Kind. Ich war mächtig stolz auf ihn.
Mein Vater kannte auch viele Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben, wie unseren Ex-Bundeskanzler Schröder oder Fritz Rau, den Konzertmanager. Der einen Probesaal für Udo Lindenberg suchte, um seinem bevorstehenden Konzert in der Festhalle Frankfurt, üben zu können. So habe ich ihn kennenlernen dürfen, ein schönes Erlebnis.
Mein Vater verstand sich mit Udo auf Anhieb. Sie blödelten herum und kamen dabei auf die Wettidee, 50 Liegestütze zu machen. Wer näher ran kommt hätte gewonnen.
Udo war locker 24 Jahre jünger, mein Vater dagegen sehr sportlich. Sie schnauften und gaben beide alles, während Udos Band und wir die beiden anfeuerten. Udo schaffte 35 Liegestütze und machte dann schlapp. Mein Vater machte die 50 voll.
Tja, mein Vater eben. Wenn die gewusst hätten, was er noch so drauf hat. Bei Events wie Hochzeiten oder Tanzveranstaltungen tanzte er bis zu einer halben Stunde auf den Händen und schmiss so jede Party. Udo lud uns, meinem Bruder und mich ein, während des Konzerts als Statisten mit auf die Bühne zu kommen. Ein echtes Highlight. Die Festhalle kochte. Udo sprang wild auf der Bühne herum, der Boden bebte und wir waren mitten drin. Welch eine Show.
Mit unseren Vater konnten wir viele aufregende Sachen erleben. Ich erinnere mich als er sich zu seinem 50. Geburtstag eine Reise zur Drachenflugweltmeisterschaft nach Hawaii schenkte. Beim Zwischenstopp in LA wollte er einen seiner Träume erfüllen: einmal verbotenerweise mit seinem Drachen über die Golden Gate Bridge zu fliegen. Er war eben ein Abenteurer. Am Landeplatz warteten die Freunde, packten Horst und Drachen ins Auto und nix wie weg – da hörten sie schon die Sirenen der Polizei. Dann gewann er auch noch die Weltmeisterschaft in Hawaii, na ja da war er auch der einzige in seiner Altersklasse! Alle anderen Teilnehmer waren locker 20-30 Jahre jünger.
Das schönste Erlebnis mit meinem Vater war im Skiurlaub in der Nähe vom Schloss Neuschwanstein. Ich war dort mit einer internationalen Austauschgruppe mit ca. 25 Leuten aus ganz Europa zum Skifahren. Tagsüber Skifahren und abends Party. Eines Abends, ich saß in der Runde und war am flirten mit einem Holländer, als ein Fremder in den Partyraum eintrat.
Alle schauten zu ihm, er nahm mich an der Hand und forderte mich zum Tanz auf. Ich war so sprachlos und alle schauten uns zu. Ich wusste nicht, ob ich lachen oder schimpfen sollte, denn der Fremde war mein Vater. Einmal ohne Eltern Urlaub machen und er hatte richtig Spaß daran, so zu tun, als wäre er mein Freund. Man konnte es auch glauben, denn er sah super gut aus für sein Alter und wirkte locker 15 Jahre jünger, er war zu der Zeit 55 Jahre alt. Als ich mich wieder zu meinen Freunden setzte und sie aufklärte, waren sie erstaunt, dass ich so einen tollen Vater habe. Wir feierten alle bis in die tiefe Nacht hinein.
Am nächsten Morgen fuhren wir alle Ski und hatten eine tolle Aussicht auf das Schloss Neuschwanstein. Als wir wieder auf dem Berg waren, stand da plötzlich mein Vater mit Ski und seinem Drachen. Er wollte doch tatsächlich hier fliegen und auf den Ski landen. Er hatte nur kurz zuvor den Schneepflug gelernt, also er war totaler Anfänger im Skifahren. Was war das für ein wundervoller Anblick, mein Vater in der Luft Richtung Schloss Neuschwanstein, dass er umflog und unten auf einem Platz landete, wo wir uns danach alle trafen.
Später, als ich während meiner Ausbildung meinen ersten Urlaub in Tunesien verbrachte, las ich in der Bildzeitung, dass ein deutscher Drachenflieger namens Horst Sauer in Österreich in den Alpen abgestürzt sei. Es klang so dramatisch, dass ich annahm, das er tot sei. Ich rief sofort zu Hause an, aber er lag zum Glück nur mit gebrochenem Bein im Krankenhaus. Dieser Verrückte!
Inzwischen hatte sich meine Mutter von ihm getrennt und war in ihre Heimatstadt Berlin zurückgekehrt. Dort lebte auch ihre beste Freundin Christin, die sie seit 1975 kannte und die sich im evangelischen Feriendorf Mauloff im Hintertaunus kennengelernt hatten. Beide ließen sich auf eine Warteliste setzen, viele Jahre vor ihrer Rente für das Seniorenheim Johannis Stift im Spandauer Wald. Die Liste war lang und sehr begehrt, denn das Stift hat eine besondere Lage mitten im Wald, eine Oase in Berlin-Spandau. Beide hatten später auch noch das Glück, dass sie nur wenige Meter auseinander in den Wohneinheiten leben durften, bis heute. Mein Vater zog meine noch minderjährigen Geschwister auf. Ich hatte meine Ausbildung beendet, machte meinen Führerschein und fuhr oft nach Hause, um mich auch um meinen Bruder und meine Schwester zu kümmern.
Jahre später, nach dem Mauerfall, Deutschland war vereint und mein Vater war gerade Rentner geworden. War er einer der Ersten, die rübergingen, während die meisten ehemaligen DDR-Bürger zu uns in den Westen kamen. Er zog nach Laucha bei Naumburg, um sich den Traum einer Drachenflugschule zu erfüllen. Er lernte in kürzester Zeit die Menschen aus der Umgebung kennen und die ihn und waren begeistert von der Idee. Er organisierte viele Veranstaltungen rund ums Fliegen und es kamen Begeisterte aus ganz Deutschland dort hin. Bei Laucha fand er einen stillgelegten Flughafen der FDJ (davor der HJ). Dort entstand, Dank meines Vaters, ein Drachenflug-Domizil und Treffpunkt vieler Flieger. Er lernte auch eine neue Frau kennen. Ich war damals so empört, da sie 28 Jahre alt war und er 65 Jahre.
Und kurz darauf sollten wir ein neues Geschwisterchen bekommen. Meine, unsere Halbschwester Mandy, ist heute erwachsen und hat inzwischen auch schon eine eigene Familie.
Mein Vater erreichte im Bezirk Naumburg in kürzester Zeit einen gewissen Bekanntheitsgrad, da er den Menschen half mit den Anträgen und dem Formularwahnsinn zurechtzukommen. Er organisierte einen Malkreis in seinem Haus, wofür er eigens eine Galerie geschaffen hatte.
Seine Bilder wurden sogar in der Bank von Naumburg ausgestellt. Dort veranstaltete er auch Vernissagen für den Malkreis. Seine Frau trennte sich vor einigen Jahren von ihm und er flog seitdem immer weiter. Bis vor 12 Jahren, als er mehrmals und recht kurz hintereinander abstürzte.
Er sah und hörte zunehmend schlechter, rauchte aber in der Luft noch sein geliebtes Pfeifchen und einen Getränkehalter hatte er auch am Trapez angebracht. Er hatte an seinem Trapez, die soggenante Lenkstange des Drachens, sich eine echte Luxus Komfort Zone eingerichtet. Einen Dosenhalter und einen Halter für seine Pfeife und für alle wichtigen Utensilien, um die auch in höheren Gefilden zu stopfen und zu rauchen, so kannte man ihn.
Es sollte ihm in der Luft an nichts fehlen.
Er flog bis ins hohe Alter, ich meine wirklich hohes Alter. Die Rettungsleute kannten ihn längst, ebenso die umliegenden Krankenhäuser.
Mit 83 hatte er im Flug über seinen Lieblingsberg einen Herzinfarkt, er kam ins Krankenhaus und kurz darauf war er wieder am Himmel zu sehen. Nach dem 2. Herzanfall entzog man ihm dann die Fluglizenz, was ihn aber nicht abhielt, weiter zu fliegen.
Vom Verein der Flieger erhielt er nun Flugverbot. Aber wer kann einem Abenteurer, wie meinem Vater das Fliegen verbieten? Er flog heimlich weiter, bis er ein letztes Mal abstürzte und sein Drachen das Zeitliche segnete. Er war völlig kaputt.
Mit ca. 85 Jahren hörte er auf und kam ins nahegelegene Seniorenheim mit Blick auf seinen Flugplatz. Sein kleines Haus in Laucha musste er aufgeben, da wir ihn leider im nahegelegenen Seniorenheim unterbringen mussten. Er nannte es sein Luxusgefängnis. Zum Glück hatte er von dort aus einen guten Blick auf seinen geliebten Flugberg.
Erst vor kurzen erfuhren mein Bruder und ich, dass Horst mit 88 Jahren heimlich das Seniorenheim verließ und ein guter Freund ihn mit seinem motorbetriebenen Drachen für eine letzte Runde fliegen ließ. Horst flog bis er den letzen Tropfen Benzin verbraucht hatte und musste dann eine Notlandung irgendwo im Feld durchführen. Die Polizei brachte ihn dann zum Startplatz zurück, wo sein Freund auf ihn wartete. Diese Story erfuhren wir erst jetzt 2020.
Horst verstarb mit 91 Jahren am 22.12.2016.
Dass ich so ausführlich über meinen Vater schreibe, ist wichtig, um zu verstehen, wie ich, seine Tochter von ihm profitiert habe.
WERA MIT 25 JAHREN
Ich war seit der Pubertät sehr verklemmt. Je freier meine Eltern sich in den späten 70er Jahren nackt bewegten, umso mehr wurde ich zugeschnürter und verklemmter. In der Schule wurde ich wegen meines bis zum Kinn zugeknöpften Kleides oder Blusen, als „Nonnenfotz“ bezeichnet. Tja ich arme Socke war echt gefangen mit meiner Körperlichkeit. Sogar in der Sauna saß ich mit Badeanzug und zog mehr Blicke auf mich, als wenn ich nackt da gesessen hätte.
Eines Tages waren meine Freundinnen Petra und Gabi und ich in der Klapper 33 in Frankfurt Sachsenhausen, der historischen Altstadt, damals ein Touristen Hotspot. Dort versackten wir bis in die späte Nacht. Die Stimmung war so ausgelassen, dass wir und mit 3 Männern wir auf die Verrücktheit kamen, noch an die Sehring-Kiesgrube zum Schwimmen zu fahren. Tolle Idee, aber ich hatte keinen Badeanzug dabei. Ich nötigte alle, erst zu mir nach Hause zu fahren, um meinen Badeanzug zu holen. Wir haben einen Umweg von ca. 15 km in Kauf genommen, extra für die verklemmte Wera. Es war toll bei 27 Grad nachts zu schwimmen. Dann aber zog ein Gewitter auf und so jung und leichtsinnig wir waren, blieben wir trotzdem im Wasser. Erst als die Blitze mehrmals in unserer Nähe einschlugen, packten wir panisch die Sachen und fuhren nach Hause.
Diese verklemmte Wera hat sich erst viele Jahre später durch Tantra befreit. Na ja nicht so ganz, denn ich hatte bis 2002 trotz befreiender Tantra-Ausbildung immer noch eine Schamgrenze. Ich arbeitete damals nur Topless und hatte noch einen Lunghi (indisches Tuch) an.
Erst nach einem erneuten Tantraseminar war ich soweit, nackt zu arbeiten, 6 Jahre nach Eröffnung meines Refugiums, dass muss man sich mal vorstellen. Das Leben ist eben ein Prozess!
Ich wechselte alle Massagebänke gegen auf dem Boden liegende Matratzen aus. Es war für alle Mitarbeiterinnen eine riesengroße Umstellung, denn am Boden ist die Massage doppelt so anstrengend. Das Jammern nahm kein Ende, alle hatten Muskelkater am Po und in den Oberschenkeln. Aber auch daran gewöhnten sich die Mitarbeiterinnen mit der Zeit und fanden es am Ende doch toll, so zu massieren.
Es gibt wesentlich mehr Freiraum beim Massieren und es ist schon ein Unterschied, ob auf einer Massagebank-Fläche von 75 x 200 oder 140 x 200 cm am Boden gearbeitet wird.
BERÜHREN, FÜHLEN UND GEBORGENHEIT
Schon als kleines Kind musste ich alles berühren, was mir interessant erschien, ich war ein echt haptischer Typ. Ich wollte wissen, wie sich bestimmte Gegenstände oder Tiere oder Menschen anfühlen und ihre Konsistenz erforschen. Am Liebsten streichelte ich die Nüstern eines Pferdes, sie waren so unglaublich zart und weich, wie Samt und Seide. Jemanden zu berühren und zu sehen, wie die Reaktion ist oder selbst berührt zu werden, fand ich damals äußerst spannend und entspannend.
Mein Vater kraulte mich damals immer in den Schlaf und erzählte dabei wunderschöne selbst ausgedachte Märchen, das hat mich wohl geprägt.
Ich wollte auch anderen dieses schöne Gefühl von Geborgenheit und Wärme und dieses Lustgefühl vermitteln. Das waren damals natürlich noch keine erotischen Lustgefühle, sondern ein wohliges Lustgefühl.
Im Kindergarten und später in der Schule krabbelte ich in den Pausen meine Freunde, die es immer sehr genossen.
In meiner Jugend so ab dem 15. Lebensjahr leitete ich Kinder- und Jugendfreizeiten mit Studenten zusammen. Die ersten Jahre waren wir im Familienferiendorf Mauloff der evangelischen Kirche im Hintertaunus. Dort hielt ich sogar Gottesdienste ab. Hier kamen Familien aus ganz Deutschland zusammen. Die Eltern konnten sich endlich mal erholen, da tagsüber die Kleinen im Kinderclub und die Jugendlichen im Jugendclub waren. Am Abend gab es dann den Elternclub mit verschiedenen Veranstaltungen, wie Folklore mit Tänzen aus der ganzen Welt, die ich mit einer Erzieherin leitete. Damals war ich gerade mal 14 Jahre alt. An diesen Abenden mit meinem Lieblingspfarrer, lernten meine Eltern zwei Jahre zuvor eine nette Familie (Christin und ihren Mann) auch mit drei Kindern aus Berlin kennen und eine Frau aus Frankfurt, mit der sie bis ins hohe Alter befreundet sein sollten.
Jahre später arbeitete ich in den Sommerferien bei der Stadt Frankfurt, Bad Homburg oder Wiesbaden als ehrenamtlicher Jugendbetreuer, insgesamt 15 Jahre als Kinder und Jugendbetreuer, neben meinem Krankenhausjob.
Einige Jugendfreizeiten machte ich auch mit meinem Bruder zusammen und wir und die Kids hatten immer viel Spaß.
All die Jahre als Kinder- und Jugendbetreuer brachte ich den Kids bei, wie man selbstgemachte Kosmetik anfertigt und sie anwendet, unter anderem auch Massageöle, die wir dann auch praktisch anwendeten. Das kam sehr gut an, sie spürten sich und machten neue Erfahrungen im Wahrnehmen des eigenen Körpers. Dabei bemerkte ich leider auch, dass viele Kinder oder Jugendliche nicht genug Zärtlichkeit von ihren Eltern erhielten, da sie extrem nach Berührung lechzten.
In der Zeit, während ich als Kinderkrankenschwester gearbeitet habe, konnte ich meine Leidenschaft zu berühren ständig mit einbringen, was den kleinen Patienten immer sehr gut tat.
Später arbeitete ich in der allgemeinen Pflege, aber auch da waren die Menschen jeden Alters dankbar für jegliche Art der Berührung.
Berührung, Streicheln oder liebevolle Massagen stärken das Immunsystem. Es kommt zu einer Reduktion der Stresshormone wie Cortisol, Noradrenalin und Adrenalin. Dadurch kommt es zur Ausschüttung von Endorphinen und Serotonin-Glückshormonen und Oxitocin dem Kuschelhormon. Es fördert die allgemeine Zufriedenheit und Ausgeglichenheit. Manche große wie auch kleine Patienten verzehrten sich gerade zu, von mir berührt zu werden und freuten sich, wenn ich wieder Dienst hatte. Berührung ist so wichtig und etwas Essentielles im Leben, was so viele leider vermissen, weil sie alleine leben oder gemeinsam aber einsam sind, da man sich oft auch auseinander gelebt hat.
WERA AUF DER SUCHE NACH ERFÜLLUNG
Im Laufe der Jahre finanzierte ich mir viele Fortbildungen u.a. Rhetorikseminare/Ausbildungen, die ich für die Krankenhausarbeit nicht zwingend brauchte. Im Krankenhaus waren die Zuwendung und Pflege sehr eingeschränkt, einerseits bedingt durch Personalmangel und andererseits oft durch Überbelegung der Patienten, ein echter Horror. Damals wusste ich bereits, dass ich eines Tages irgendetwas im selbstständigen Bereich machen möchte und zwar intensiver mit Menschen als Begleiter. Ich wollte eine Aufgabe, die mich so erfüllt, dass es sich nicht wie Arbeit anfühlen sollte, sondern die totale Erfüllung – eine Passion – werden sollte.
Ich hatte ein Ziel, aber noch nicht den Weg …
Die Schichtdienstarbeit und die große Verantwortung, die man jeden Tag hatte und dann noch für einen Hungerlohn, konnte nicht meine Lebenserfüllung sein.
Eines ist für mich tödlich, die Routine, jeden Tag dasselbe tun zu müssen, dieselben Abläufe, nur mit anderen Patienten. Immer, wenn mich dann so eine gewisse Traurigkeit überkam, das kann doch nicht alles gewesen sein, ich will das nicht bis zur Rente machen, brauchte ich einen Kick, vielleicht einen netten Nebenjob.
So wurde ich wieder kreativ, ich habe mir oft die Frankfurter Rundschau gekauft und in den Jobangeboten gesucht, was mir Spaß machen könnte, was es so an neuen Herausforderungen gab. Es gibt viele Menschen, die brauchen die Routine, sie gibt ein Stück Sicherheit!
Meine Kollegin und auch Andere haben mir im Laufe meines Berufslebens gesagt, dass sie niemals wechseln wollen, man müsste sich ja komplett umstellen und noch mal alles über das neue Fachgebiet lernen. Dann die neuen Kollegen, sich in ein neues Team integrieren, da muss man dann erst hineinwachsen und was erwartet mich da. So weiß ich, was ich habe und dass reicht mir. Es ist so angstbesetzt, etwas Neues anzufangen, dass viele Menschen bis zur Rente an einem Platz bleiben. Ich möchte hier niemanden zu nahe treten, jeder muss das tun, was sich richtig und gut anfühlt. Ich war schon immer neugierig in verschiedene Berufsgruppen/Fachgebiete hinein zu schnuppern zu wollen. So habe ich in vielen verschiedenen Unternehmen als Aushilfe gearbeitet und bekam interessante Einblicke in andere berufliche fremde Welten.
Schon in meiner Kindheit und auch Jugend war ich neugierig und wollte alles wissen und viel erleben.
WERA, DIE KINDERKRANKENSCHWESTER
Die schönsten 5 Jahre waren kurz nach der Ausbildung in der Augenklinik der Johann Wolfgang Goethe Uni-Klinik Frankfurt. Ich arbeitete in der Kinder- und Frauenabteilung Station 8-3. So gestaltete sich die Arbeit richtig abwechslungsreich mit den Kleinen und den Erwachsenen. Am Ende des Flures war die Frauenstation, die mit der Kinderstation zusammengelegt war. Jede Woche wurde gewechselt.
Wie sich die Kids freuten, wenn ich wieder die Woche bei ihnen war, freuten sich auch die Frauen auf der anderen Seite der Station, wenn ich wieder Dienst bei ihnen hatte. Ich war immer für Unsinn und Blödeleien bereit, um damit die kleinen und großen Patienten aufzumuntern.
Einmal hatten wir eine Nonne als Patientin auf Station. Als sie im Operationssaal lag, war ich sicher, dass sie sobald nicht auftauchen wird. Ich zog ihr Nonnengewand an und sprach alle Patienten selig und wir alle hatten einen Riesenspaß.
Ich mochte meinen Professor Stärker, der für die Strabismus-Kids (Schieler) zuständig war, genauso wie den gefürchteten Professor Doden, den Schreck aller Famulanten, da er sie gerne intellektuell auflaufen ließ, wenn er ihre Wissensschwächen aufdeckte.
Gleich an meinem ersten Arbeitstag, der noch nicht mal begonnen hatte, hatte ich mich in ein dickes Fettnäpfchen gesetzt. Im Fahrstuhl zum 3. Stock der Kinderstation stand ein älterer Mann und sah mich an, da stand ich schüchtern drein blickend im weißen Schwesternkittel. Er fragte sehr nett und höflich, wie es mir hier gefällt, darauf konnte ich ihm nicht viel sagen, da ich ja den ersten Tag heute erst haben sollte, so erzählte ich ihm: „Mein Eindruck beim Vorstellungsgespräch mit dem Team war sehr positiv.“
Er fragte: „Was erzählt man sich denn so über den Chef-Professor Dodens, haben Sie da schon Infos bekommen?“
„Ja, ja er soll ein recht strenger Griesgram sein, der die Studenten drangsaliert und gerne vor den Patienten auflaufen lässt, so sagte man mir!“
Er: „Soso, na dann wünsche ich Ihnen hier eine gute Zeit. Darf ich mich vorstellen, mein Name ist Professor Dr. Dodens“!
Beim Aussteigen wäre ich gerne in den Erdboden verschwunden, aber jetzt begann mein erster Arbeitstag. Das sprach sich natürlich wie ein Lauffeuer in der Klinik herum und schon war ich bekannt wie ein bunter Hund.
„Ach du bist die Schwester Wera aha-hihihi!“
Immer, wenn er mich bei der Frauenvisite sah, grüßte er mich freundlich mit einem Lächeln.
Einer unserer Kinderstationsärzte war Dr. Hohlfelder aus dem Schwabenland, er war immer tiefenentspannt und super schelmisch-witzisch und wir hatten eine sehr gute Zeit zusammen. Er hatte viele Schwesternschülerinnen, die ihn verehrten, (es wurde mir immer vertrauensvoll zugetragen) ja er war schon außergewöhnlich! Ich habe den jungen Frauen dann aber all ihre Hoffnungen genommen, und erzählt, dass er verheiratet sei auch zwei kleine Kids hatte. Sie sollten sich lieber auf ihr Examen konzentrieren.
Dr. Kucks, ein anderer Stationsarzt brachte mir Blutabnehmen sogar an seinem Arm bei und ich war stolz, dass es gleich beim ersten Mal klappte. Ab da war er entlastet, denn nun war es morgens meine Arbeit und er konnte sich anderen Dingen widmen. Obwohl es nicht zu meinem Aufgabenbereich gehörte, war ich stolz, dass ich es machen durfte.
In der Zeit jobbte ich nebenher in einem 5-Sterne-Restaurant & Squash Center in Niederrad als Servicekraft, um meinen Führerschein zu finanzieren und anschließend ein gebrauchtes Auto zu kaufen.
Leider habe ich nur dieses S/W-Foto aus einer Werbeanzeige einer Frankfurter Zeitung.
Es hat mir sehr viel Freude gemacht die Kunden zu beraten, Weine zu empfehlen oder bei der Menüwahl behilflich zu sein. Wir waren immer top gestylt, weiße Bluse mit roter Fliege, schwarze Hose oder Rock mit roter Schürze.
Oft arbeitete ich 3- bis 4-mal in der Woche jeweils nach dem Schichtdienst bis spät in die Nacht. Morgens um 5 Uhr musste ich wieder aus dem Bett zum Frühdienst. Die wenige Freizeit, die mir neben den Jobs noch blieb, verbrachte ich mit meiner Freundin in Sachsenhausen zum Feiern. Zusätzlich arbeitete ich immer, wenn Frankfurter Messe war, als Security Woman mit einer schicken Uniform nachmittags nach dem Frühdienst..
Ein weiterer Job war auf Abruf für das Nord-West-Krankenhaus als Sitzwache, immer nachts, sodass ich morgens an der Krankenhauskasse meinen Obolus mitnahm und schnell zum Frühdienst in die Uniklinik fuhr. Hier wurde ich eines Tages gebeten bei einer prominenten Dame Lia W. Sitzwache zu machen. Sie lag im Sterben und ich war bei ihr, hielt und streichelte ihre Hand und versorgte sie die ganze Nacht.
Am nächsten Morgen erzählte ich meinem Mann von der Dame. Er zeigte mir auf, dass sie einst eine Berühmtheit in Frankfurt war und zusammen mit Heinz Schenk den Blauen Bock im Fernsehen moderierte. Sie war auch die Produzentin des HR für viele Unterhaltungssendungen im Fernsehen. Und so geht ein Leben einsam zu Ende, darüber machte ich mir viele Gedanken.
Wer weiß, wie einsam dieser Mensch dann gestorben ist und ich bewarb mich für eine Vollzeitstelle als Sterbebegleitung im Christophorus Haus für ambulante Pflege in der Palliativ-Medizin.
Hier sah ich eine echte Aufgabe und hatte nicht den Krankenhausstress. Hier hatte man maximal 4 Patienten mit viel Zeit zur Pflege und Beistand, um eine würdige Sterbebegleitung gewährleisten zu können..
Diese Arbeit konnte ich leider nur 1 Jahr lang machen, da es mir leider viel zu nah ging. Wenn ein mir anvertrauter Patient diesen Planeten verlassen hat, hat es mich auch sehr schmerzlich getroffen und belastet.
Danach war ich auf einer Neugeborenenstation im Bürgerhospital. Nach der Arbeit mit dem Tod neues Leben zu begrüßen war wesentlich erfreulicher und die Kleinen sind so knuddelig und riechen so gut. Ich hätte am liebsten eines mitgenommen, da mein eigener Kinderwunsch nicht erfüllt wurde.
Immer wieder jobbte ich neben dem Krankenhaus in berufsfremden Arbeitsgebieten wie z. B. in einer Partnervermittlung nach dem Schichtdienst. Dort arbeitete ich als Außendienstmitarbeiterin. Hier bekam ich eine echt gute Schulung, wie man Menschen überzeugt, über diesen Weg eine Partnerin zu finden, was jedoch für meine Begriffe total überteuert und damit sittenwidrig war. Eigentlich kauften die Männer ein Produkt – angeboten wurden nur attraktive polnische, deutsch-sprechende, nicht emanzipierte Frauen, die gewohnt waren, dem Mann alle Wünsche zu erfüllen: im Haushalt und … Sorry! Ich war jung und brauchte das Geld! Aus heutiger Sicht würde ich niemals solch einen Job annehmen. Ich wurde die beste Außendienstmitarbeiterin und verdiente so gut, dass ich im Krankenhaus kündigte. Mein damals zukünftiger Mann, der gerade im Referendariat zum Juristen war, gab zu bedenken, dass es in der Partnervermittlung nicht mit rechten Dingen zuging. Leider hatte er recht und ich beendete den Job. Ich wurde in einem Verfahren gegen diese Firma als Zeugin geladen und habe bei der Gelegenheit erfahren, dass der Chef dieser Firma sogar über Weihnachten in Untersuchungshaft saß.
Es ergab sich dann eine Job-Möglichkeit in einer Immobilienfirma, die mir neue Welten aufzeigte, so erlangte ich einiges an Wissen über Immobilen und deren Verkauf.
Im Laufe der Jahre habe ich so in viele Berufsgruppen hinein schnuppern können und einige sehr gute und spannende Erfahrungen machen dürfen.
Mein Mann hat nach dem Jura-Examen in einer Leasing-Bank angefangen und dann fing mein Dilemma an. Er war oft so gestresst, dass er immer spät und müde von der Firma nach Hause kam. Ab da teilte ich wohl das Schicksal vieler Frauen, deren Männern die Karriereleiter um jeden Preis wichtiger war als alles andere.
Viele Jahre später, als ich in den Städtischen Offenbacher Kliniken in der Psychiatrie arbeitete, bis zum tantrischen Erwachen, war ich in einem leicht deprimierten Zustand. Meine innere Uhr tickte, ich wollte so gerne Mutter werden, aber es klappte nicht.
Leider auch, weil mein Mann bedingt durch seine Arbeit mit mir nicht so oft zusammenkam. Was mich außer dem Kinderwunsch traurig stimmte, war auch die erheblich eingeschränkte Zuwendung in Form von Zärtlichkeit. Dieses Defizit machte mich immer trauriger und mein Körper schrie nach Liebe.
Mein Kinderwunsch war trotzdem nie in den Hintergrund gerutscht, er war immer da und ich schaute oft traurig zu jungen Müttern mit ihren Kinderwagen und dem seligen Lächeln im Gesicht. Ich konnte meinen Mann zur Knaus Ogino Methode (also nicht zur Verhütung, sondern das Gegenteil) überreden, wenigsten zu diesem Zeitpunkt musste er stramm stehen.
„Hey, ja mein Ei ist am wandern, Tom komm!“
Er war über ein halbes Jahr echt im Stress, ich auch, denn die Schwangerschaftstests wurden dann auch zu teuer, da ich es nie abwarten konnte, ich kaufte sie schon, wenn ich nur einige Tage drüber war.
So kam ich auf die Idee die Tests auf Station über eine Patientin laufen zu lassen. Ich klebte ihren Patientencode auf meine Urinprobe und ab damit ins Labor. Eines Tages kam ich zum Spätdienst und alle, die auf Station tätig waren, die Schwestern, der Oberarzt, Stationsärztin, Psychologin und Sozialarbeiter waren anwesend.
Die Übergabe begann bei der Patientin Fr. R. und es wurde plötzlich still und alle schauten sich ungläubig an.
Oberarzt: „Frau R: hatte wohl einen HCG-Test, der aber nie von irgendeinem Arzt angeordnet wurde, wie kann das sein? Und jetzt der Hammer, sie ist schwanger, aber dass kann eigentlich auch nicht sein, da sie sterilisiert ist“
Stille …
Alles schaute auf mich, dann folgte großes Gelächter und Gratulationen für mich, da alle vermuteten, dass ich es war, tja und da lagen sie wohl richtig. Ich werde Mutter, jipijajeh ich war wie benebelt vor Freude und kaufte gleich Schwangihosen und Kinderkleidung.
Doch leider musste ich nach einigen Monaten ins Krankenhaus, Diagnose: „Fehlgeburt“ und es wären Zwillinge geworden, wow, die aber leider nicht den Planeten betreten sollten.
Nach einigen Tagen verließ ich sehr deprimiert das Krankenhaus, aber das Leben musste irgendwie weitergehen. In der Zeit kompensierte ich mit Süßigkeiten und nahm ganz schön zu, was auch meine Kollegen bemerkten. Mein Mann unterstütze mich in der Zeit nach der Fehlgeburt kaum, da er mit der Situation nicht umgehen konnte. Das Zärtlichkeitsdefizit mangels Berührungen und Zuneigung meines Mannes führte mich noch tiefer in die Depression. Der Traum vom Kinderwunsch sollte sich für mich nie mehr erfüllen.
Zu der Zeit war ich auch sehr unkonzentriert auf der Station und stand oft neben mir, aber mein Team hat alles aufgefangen. Danke an dieser Stelle an mein Ex-Team der Station 740.
Später suchte ich mir zusätzlich Ablenkung durch Töpferarbeit und Seidenmalerei, um den Schmerz zu verdrängen, denn die Psychologin, die mich für ein Jahr begleitete, war ohne positive Relevanz für mich.
Ich sollte in jeder Sitzung Bilder malen, aber ich bekam kein Feedback dazu. Sie gab mir eigentlich auch nach den Gesprächen nie ein Feedback, sie ließ mich im Regen stehen. Das Einzige, was sie mir anbot, war in ihre Gruppe für autogenes Training zu gehen. Die brachte mir aber auch nichts, außer einer saftigen Rechnung.
DIE KUR
Ich beantragte eine Kur und musste dafür durch viele Instanzen. Ich musste auch eine von der Krankenkasse bestimmte Vertrauensärztin aufsuchen, bevor die Kur genehmigt wurde. Durch die jahrelange, oft körperlich anstrengende und harte Arbeit im Krankenhaus schlichen sich bei mir schwerwiegende Rückenprobleme ein, die teilweise auch psychosomatisch waren und zunächst einige Jahre lang konservativ behandelt wurden. Das brachte aber keine wesentlichen Fortschritte, also stellte ich einen Kurantrag, nicht zuletzt auch, weil ich so depressiv wurde, bedingt auch durch die Fehlgeburt. Der Antrag wurde bewilligt und im Sommer, an einem schönen Junimorgen fuhr ich mit meinem alten roten Polo nach Bad Oeynhausen in eine onkologische und orthopädische Klinik. Eine wunderschöne Kurklinik. Die „Klinik am Baum“ erwartete mich. Sie glich eher einem Hotel und lag direkt neben einem großen schönen Park.
Die Eingangsuntersuchungen wurden abgeschlossen und ein Gespräch mit dem Chefarzt stand an. Er war ein sehr netter Mann mittleren Alters, der meine Akte genau studierte, in der alles über mich stand, was meine Ärzte und die Krankenkasse festgestellt hatten. Mitleidig blickte er auf. „Seit 2 Jahren sind Sie schon in diesem Leidenszustand. Na, dann hoffe ich mal, dass Ihnen diese Kur helfen wird.“
Ich fragte nach. „Was steht denn sonst noch in der Akte?“
Er sah mich an:„Wollen Sie das wirklich wissen?“
„Na klar!“ Ich war schon neugierig.
„Tja“, sagte er leicht seufzend.
„Hier steht: Frau Münchberg ist eine leicht adipöse und depressiv verstimmte Patientin. Danach folgt die Diagnose Ihres Rückens.“
In diesem Moment fiel mir alles aus dem Gesicht. Ich war wirklich geschockt. Adipös und depressiv? So habe ich also auf diese blöde Vertrauensärztin der Krankenkasse gewirkt. Na ja, im Vergleich zu diesem Hungerhaken von Ärztin war ich kräftiger gebaut, aber doch nicht adipös.
Ich fühlte mich gekränkt. Und depressiv? Na ja stimmt schon irgendwie. Dabei hatte ich doch bei der Untersuchung versucht mich als fröhlicher Mensch zu zeigen, also die schauspielerischen Fähigkeiten hatten dort wohl voll versagt.
Aber die beiden Worte „depressiv und adipös“ ließen mich nicht mehr in Ruhe und verfolgten mich. Ich musste ununterbrochen daran denken und gestand mir ein, dass ich eine ganze Zeit wie in Trance und in tiefem seelischen Schmerz lebte.
Am Abend betrat ich erstmals den Speisesaal. Schreck lass nach! Ich war mit Abstand der jüngste Kurgast. Die meisten Kurgäste waren weit über 50 Jahre. Ein Altersheim, (sorry, aber damals empfand ich es so, heute bin ich wohl für die Jüngeren auch eine ältere Dame) na, das konnte ja heiter werden. Ich schaute einmal kurz durch den Saal und entdeckte eine nicht ganz so alte Frau, die ich auf 36 bis 39 Jahre schätzte, und setzte mich zur ihr. Sie war gestern erst angekommen und hieß Barbara. Wir waren ab dem Abend unzertrennlich, Dank der guten Chemie zwischen uns. Barbara kam aus Bad Vilbel aus der Nähe von Frankfurt, war verheiratet und hatte drei große Kinder.
Ich bekam einen Kuranwendungsplan und so war ich ganz schnell im Routineablauf der Klinik gefangen. Morgens ging ich zu den Anwendungen und nachmittags in die Therme zur Wassergymnastik, anschließend schwamm ich im großen Außenbecken, das für alle zugänglich war.
Eines Tages bemerkte ich dort die Blicke eines sehr gut aussehenden Mannes, der mich ständig im Visier hatte. Abends ging ich mit Barbara in ein Kurtanzlokal, das etwa zehn Minuten zu Fuß von der Klinik entfernt lag. Wir trafen auf weitere lustige Kurgäste aus nahegelegenen Krankenhäusern, denn halb Bad Oeynhausen war ein Kurkrankenhaus.
Es gab allerdings strenge Auflagen. Punkt 22 Uhr musste jeder Kurgast wieder in seinem Luxusgefängnis sein. Nicht anders als damals zu Hause bei Mutti. Schon bei drei Verstößen wurde es der Krankenkasse gemeldet und man durfte die Rückreise antreten und bekam womöglich nie wieder eine Kur finanziert.
So kam es zu tumultartigen Szenen. Denn nach dem Tanzen rannten alle wie die Wiesel in ihre Krankenhäuser. Das sah schon lustig aus, wie die Kurgäste in Strömen die Straße entlang hetzten. An einem der ersten Tage rief ich meinen Mann an und fragte ihn, ob er mich an den Wochenenden mit Barbaras Ehemann besuchen kommen würde, schließlich wohnten beide nicht weit voneinander entfernt. Doch mein Göttergatte meinte, die lange Fahrt wäre ihm zu aufwändig. Ich war es ihm also nicht wert? Im umgekehrten Fall hätte ich jede Strecke auf mich genommen, da war ich mir sicher. Na gut, das merkte ich mir.
Einen Tag später kam der schöne Mann – 1,80m groß und ein echter Adonis – im Solebad auf mich zu und sprach mich an. Ob ich Kurgast sei und was ich heute Abend vorhätte. Er wolle mich zum Tanzen einladen. Ich willigte ein und sagte Barbara ab. Natürlich hatte sie Verständnis für meine Situation. Es war ein toller Abend, der leider um 21.45 Uhr abgebrochen werden musste. Ich rannte schnell zurück in die Klinik.
Am nächsten Abend war auch Barbara mit dabei und lernte den Adonis kennen, ja er war schon eine Augenweide. Ich genoss die Abende mit Barbara, dem schönen Mann und wir hatten viel Spaß zusammen. Es kam auch vor, dass wir am frühen Nachmittag mit den Anwendungen fertig waren und so bummelten wir zwei Frauen durch die Altstadt von Bad Oeynhausen.
Die 22-Uhr-Sperrstunde der Klinik empfand ich als persönliche Lebens-Qualitätseinschränkung, die fast einer Freiheitsberaubung glich. Sie gefiel mir überhaupt nicht und ich überlegte mir eine Strategie.
Am folgenden Abend öffnete ich vor dem Tanzen das Fenster im ersten Stock zu meinem Treppenhaus, legte Turnschuhe in mein Auto und eine Jogginghose. Als alle anderen Kurgäste um 21.45 Uhr Richtung Klinik rannten, tanzten wir ca. bis zwei Uhr in die tiefe Nacht.
Es war für mich ein sehr prickelndes Gefühl, von solch einem Mann begehrt zu werden. Ich fühlte mich wieder als Frau, obwohl ich laut Krankenakte als adipös abgestempelt worden war. Er schmiegte sich beim Tanzen an meinen weiblichen Körper und gestand mir, dass er Frauen dieses Formates liebte. Ich verliebte mich in ihn und erfuhr, dass er Arzt in einer anderen Klinik war.
Fortan war ich die gesamte Kurzeit am Schweben. Er stammte gebürtig aus Russland und sagte oft ‚ja lüblü tebja’ – ‚ich liebe dich’. Seine Küsse waren heiß und innig.
Er brachte mich zum Auto, schaute mir verdutzt zu, wie ich mein Tanzkleid und die High Heels gegen Turnschuhe und Jogginghose tauschte, mich von ihm verabschiedete, die Regenrinne wie ein Äffchen hochkrabbelte, in das noch offene Fenster stieg und leise im Zimmer verschwand. Einige Abende später schleuste ich ihn unauffällig in mein Zimmer und wir hatten unglaublich schönen Sex.
Am Morgen gegen 7 Uhr wachten wir auf und es fing von neuem an. Leider waren wir dabei nicht gerade leise und das Bett stieß bei jeder Bewegung an die Wand, die zum Flur lag. Als ich ihn verabschiedete und kurz darauf auch das Zimmer verließ, saßen drei Neuankömmlinge direkt neben meinem Zimmer und warteten auf die Krankenschwester, die sie gleich einzeln zur Blutentnahme ins Schwesternzimmer aufrufen würde. Sie schauten mich an und lächelten.
Einer konnte sich einen Kommentar nicht verkneifen. „Tolle Klinik! So möchte ich meinen Kuraufenthalt auch gestalten, gibt es das alles auch auf Krankenschein?“
An einigen Abenden hatte mein russischer Adonis Dienst und ich ging mit Barbara zum Tanzen. Dabei lernte ich den Kurgast Paul aus Karlsruhe kennen, der sehr gut tanzen konnte. Man muss mich schon gut führen können, sonst tanze ich aus der Reihe.
Paul lud mich auf eine Radtour im Teutoburger Wald ein, der in unmittelbarer Nähe von Bad Oeynhausen lag. Ich lieh mir nach den Anwendungen ein Damenrad. Es ging los und wir hatten einen Heidenspaß.
Die nächsten Tage legte ich meine Anwendungen so, dass ich am frühen Nachmittag fertig war und mit Paul Fahrrad fahren konnte. Ich entwickelte so viel Enthusiasmus, dass unsere Touren über viele Kilometer und einem wesentlich größeren Radius um Bad Oeyhausen führten. Paul bescheinigte mir echtes Talent und so kaufte ich mir kurzerhand ein preiswertes Mountainbike.
Die Folge meines Programms war, dass ich in kürzester Zeit fünf Kilo verloren hatte und es ging weiter bergab, also mit meinen Kilos natürlich. Kein Wunder! Anwendungen, Fahrradfahren, abends zum Tanzen und das auf 800 Kalorien reduzierte Essen wegen meiner Adipositas.
Nicht zu vergessen meine heißen Liebesnächte.
Durch einen dummen Zufall bekam Paul dieses Verhältnis mit. Ich sagte für eine Radtour am kommenden Tag ab mit der Begründung, dass ich zu meiner Oma nach Hannover-Garbsen fahren wollte. Am nächsten Tag bummelte ich Hand in Hand mit dem schönen Mann über das Stadtfest. Plötzlich stand Paul mit großen Augen vor mir und meine Augen wurden noch größer, meine Beine immer kürzer und meine Nase immer länger.
„Hast du deine Oma aus Garbsen auf das Stadtfest gebracht – so sieht sie also aus“ … Er missbilligte mein Verhältnis sehr, da ich doch verheiratet sei. So etwas tue man nicht, meinte er, dazu lächelte ich nur verschmitzt. Er wollte nur das Beste für mich.
Die ersten beiden Wochen vergingen wie im Flug. Die Kur war auf vier Wochen anberaumt. Da ich so gerne länger bleiben wollte, ging ich zum Chefarzt und bat um Verlängerung, ich erfuhr jedoch, dass nur onkologische Patienten einen Anspruch darauf hatten.
So bot ich ihm einen Deal an. Sollte ich nach der vierten Woche zehn Kilo abgenommen haben und ihm eine Luftaufnahme seiner Klinik schenken, die er sich seit langem wünschte, das hatte ich heraus bekommen, müsste er meine Kur verlängern. Er schaute mich an. „Ich kenne Ihr Geheimnis“, sagte er. „Es tut Ihnen ausgesprochen gut, denn von den Depressionen sehe ich hier nichts mehr, es scheint eine wirklich gute, selbstausgesuchte, alternative Therapie zu sein, die allerdings weit weg von unserem Konzept ist. Das war wohl auch der Grund, dass wir letzte Woche das offene Fenster im ersten Stock schließen mussten.
Wie haben Sie eigentlich die Nacht verbracht? Im Park?“
„Nö“, sagte ich ehrlich und fühlte mich ertappt. „Im Auto.“
Zum Glück zog es keine Konsequenzen nach sich und der Deal stand trotzdem. Ich wollte zehn Kilo abnehmen mit viel Sex und Mountainbike fahren. Und der Chefarzt sollte die Luftaufnahme seiner Klinik bekommen. Denn ich hatte am Anfang der Kur einen Piloten in der Therme kennengelernt, der mich unbedingt zu einem Flug einladen wollte.
Zuerst wollte ich nicht, aber jetzt kontaktierte ich ihn wieder. Natürlich nur für die Luftaufnahme.
Barbara lud ich auch dazu ein, ich versprach ihr eine tolle Überraschung, denn alleine wollte ich nicht mit ihm in die Luft gehen. … und sie war echt überrascht … damit hatte sie nicht gerechnet. Es war eine tolle Aktion. Ein schöner Sommertag, an dem wir den Rundflug starteten.
Der Arme dachte wirklich, dass ich mich abends mit ihm zum Essen treffen würde. Doch da war ich leider verhindert.
„Mein Gott, was war ich für ein Schluri! Böses Mädchen!“
Natürlich gab mir der Chefarzt zwei Wochen Kurverlängerung, denn er bekam seine Luftaufnahme in einem wunderschönen Bilderrahmen und den Beweis auf der Waage.
Ich hatte tatsächlich zehn Kilo abgenommen. Barbara reiste nach der vierten Woche leider ab, (heute 1/2021habe ich nach 28 Jahren wieder den Kontakt über Facebook aufgenommen und 30 Minuten später telefonierten wir miteinander und es war so vertraut, wie damals, wir haben uns riesig gefreut und wollen uns nach Corona unbedingt treffen).
Die weiteren Nachmittage verbrachte ich mit Paul zum Biken und abends und nachts mit dem Adonis. Eine wunderschöne, wilde und aufregende Zeit.
Heiß, es war sehr heiß und prickelnd grhmmmm …!
Die letzten zwei Wochen verliefen genauso spannend. Hin und wieder übernachtete ich im Auto, da das Fenster im ersten Stock geschlossen wurde oder der russische Arzt übernachtete bei mir im Zimmer. Es wurde inzwischen vom Personal stillschweigend geduldet. Ich war ja auch ein außergewöhnlicher, liebenswerter und herzerfrischender Kurgast, sagten jedenfalls der Chefarzt und das Personal.
Ich durfte sogar mein neues und heiliges Mountainbike mit auf mein Zimmer nehmen. Irgendwie hatte schon Narrenfreiheit.
So eine Patientin hätten sie noch nie erlebt. Ich bekam meine Verlängerung und hatte noch sehr viel Spaß und zum Schluss 15 kg weniger.
Die Kur war zu Ende und ich verabschiedete mich vom gesamten Personal, das mich mit all meinen wilden Eskapaden geduldet hatte. Auf der Heimreise kullerten mir die Tränen herunter, es war eine wundervolle Kur, an die ich noch viele Jahre denken musste.
Am darauffolgenden Montag befand ich mich sofort wieder in der Routine der Arbeit. Meine Kollegen bemerkten im Krankenhaus alle den unglaublichen Wandel der Schwester Wera. Eine neue Frau stand plötzlich da. Wieder mitten im Leben und immer fröhlich und vor allem von Größe L jetzt in Größe S. Ich fühlte mich wie ein Topmodell.
Abends hörte ich noch lange russische Musik als Erinnerung an den Arzt und die schöne Zeit. Nicht selten standen mir dabei Tränen in den Augen. Mit Paul habe ich bis zum heutigen Tag Kontakt. Einmal im Jahr rufen wir uns zum Geburtstag an.
Damals, nach der Kur, fing ich an, extrem viel Rad zu fahren. Es war wie ein Rausch. Ich trainierte die Woche bis zu vier Mal, jeweils zwischen 50 und 80 Kilometer am Nachmittag nach meinem Job im Krankenhaus.
Die Stationspsychologen fragten mich, warum ich so extrem viel bike, das es nicht nur aus Spaß an der Freud sein kann. Ich sagte nur, dass es nun meine neue Passion sei, in Wirklichkeit kompensierte ich natürlich meine Einsamkeit.
Einige Zeit später war ich zu Besuch in Karlsruhe. Pauls Verein nahm mich sehr nett auf. Ein reiner Männer-Mountainbike-Verein. Ich sollte als einzige Frau die anstehende Toskanatour im Frühjahr des nächsten Jahres mitfahren. Es war eine Ehre für mich, in diese Männerdomäne einzubrechen. Das hatte noch keine andere Frau geschafft.
Natürlich kochte die Gerüchteküche:
Wo hat Paul diese Frau kennengelernt?
Aha, in der Kur!
Und sie kommt extra aus Frankfurt nach Karlsruhe?
Da muss doch mehr dahinter stecken.
Bei einem Vereinstreffen, an dem auch die Ehefrauen und Freundinnen der Männer anwesend waren, wurde ich begutachtet. Das Eis brach jedoch sehr schnell und ich wurde liebevoll integriert. Ich nahm sogar einmal im Winter mit meinem Ehemann an der Skifreizeit des Vereins am Pitztal-Gletscher teil.
Für die Toskanatour war eine Woche anberaumt. Es galt jeden Tag 100 bis 150 Kilometer zu fahren. Dafür musste ich hart trainieren. Vorab waren wir mit dem Verein in Frankreich. Zwanzig Männer und einige wenige Frauen. Wir fuhren die Route de Crètes am Grand Ballon. Bei dieser Tour geschah jedoch ein Unglück. Ein Biker verstarb am Berg an einem Herzinfarkt. Die Stimmung war auf dem Nullpunkt und alle beschlossen aus Anstand, die Tour abzubrechen.
Eine Erklärung gab es auch für den Todesfall. Der Biker hatte das ganze Jahr kaum trainiert, wollte aber unbedingt dabei sein. Alles für das liebe Ego.Dafür war er gestorben.
Ich jedenfalls schaffte die Berge, die wirklich knackig waren, und durfte mit in die Toskana. Aber dazu später mehr.
Nun war mein großes Ziel, auch so ein tolles Bike zu haben wie die Männer es hatten. Aber es war eine echte Investition. Ich benötigte mal wieder einen guten Nebenjob. Also kaufte ich mir die FR und las die Stellenanzeigen durch und wurde fündig: gesucht wird eine Masseurin, auch ohne Massage-Examen, sie sollte gute Umgangsformen haben und Spaß am massieren haben. Diese Anzeige war wie für mich gemacht und ich rief gleich an und schon am nächsten Tag war das Vorstellungsgespräch.
EROTISCHE MASSAGE
Bei dem Vorstellungsgespräch erfuhr ich vom Chef, dass ich flexible Arbeitszeiten haben kann, was durch den Schichtdienst im Krankenhaus von Vorteil war. Der Hammer war die Provision: pro Massage 40 DM für eine Stunde, dass war so ungefähr mein Nachtdienstzuschlag für eine ganze Woche. Ich war völlig geflasht und nahm den Job an und konnte auch gleich anfangen, da wohl eine Masseurin aufgehört hatte. Allerdings musste ich von dem ersten Gast erfahren, dass ich in einer Erotikmassage gelandet bin, oh Schreck, aber so sah es hier nicht aus, also davon hatte ich zum Einen noch nie etwas gehört und zum Anderen hätte ich es mir dann wirklich verruchter vom Ambiente her vorgestellt. Aber hier war nur eine Massageliege, ein Schrank mit Handtüchern und ein Bild an der Wand und es war viel zu hell im Raum, also überhaupt keine Atmosphäre, die so etwas vermuten ließ.
Die gerade eingestellte Telefonistin, die für meine Terminierung zuständig war, war völlig überfordert, sie erzählte von Klienten, die bei der Massage eine sogenannte Handentspannung wollten, (Was ist das?) … und das Telefon stand nicht still.
Mein erster Klient, er hieß Rolf, Geschäftsmann, groß, schlank, mit Nickelbrille. Nachdem ich den gesamten Rücken und Beinbereich massiert hatte, sollte er sich umdrehen, was er auch mit einem süffisanten Lächeln tat. Bei diesem Anblick wurde ich knallrot vor Scham und mir rutschte es einfach so heraus: „mein Gott, was eine Latte“ so etwas hatte ich noch nie gesehen und er lachte sich kaputt über mich.
Das Lachen sollte ihm aber schnell vergehen, ich legte ein Handtuch über sein standhaftes Riesen-Glied (auch Dödel von mir genannt) und nun sah es wie eine Pyramide aus.
So weit war es also gekommen: Dödeln für ein Mountainbike! Aber ich hatte schon immer einen eisernen Willen und ich musste eben Opfer bringen, um mein Ziel zu erreichen.
Nach einigen Tagen in der Erotikmassage wurde ich sicherer im Auftreten. Freundlich, aber bestimmt und streng. Ich sah aus wie eine Lehrerin im Schwesternkittel, der bis zum letzten Knopf zugeknöpft war, trug schulterlange, leicht gelockte Haare und eine runde Nickelbrille auf der Nase.
Es kamen täglich viele Gäste und ich hatte alle Hände voll zu tun, im wahrsten Sinne des Wortes. Mein erster Gast, der liebe Rolf war ganz entzückt, dass ich weiterarbeitete.
„Na, Wera. Geht doch! Ist doch gar nicht so schlimm, oder?“ Er war es, der mir erzählte, wie die anderen Damen vor mir hier massierten und ich ihm sagte, dann höre ich lieber auf, ich bin eine ehrbare Frau. Doch er bat mich zu bleiben und wollte meine Intension für den Job wissen. Er und der Chef, der im zehnten Stock saß, prophezeiten mir, dass ich mein Mountainbike bald kaufen könne, wenn ich hier gut und fleißig arbeiten würde und er hätte ein sehr gutes Gefühl mit mir. Ich schämte mich jedes Mal in Grund und Boden am Ende einer jeden Massage bei der sogenannten Handentspannung. Doch irgendwann begann ich sogar Spaß daran zu finden und experimentierte, was welchem Mann am Besten gefiel oder wie ich den Männern zu einem längeren Genuss verhelfen konnte.
Intuitiv ließ ich die Kunden dabei auch in die Atmung gehen, langsam und tief in den Bauch und Stimme dazugeben, genau das, was man zu Hause oft unterdrückt. So kann die Energie besser fließen.
Das war damals schon die Einleitung von der tantrischen Atmung zum tantrischen Orgasmus, ohne jemals vorher das Wort Tantra vernommen zu haben, arbeitete ich hier intuitiv so.
Ich hörte mir auch die Sorgen und Nöte der Männer an. Das war ich ohnehin von meiner Krankenhaustätigkeit in der Psychiatrie Offenbach Station 740 und meiner Arbeit mit depressiven Patienten gewohnt. So konnte ich eine adäquate Gesprächsführung führen, was meine Gäste sehr zu schätzen wussten und mir bald sehr intime Dinge anvertrauten. So eine nette und liebenswerte Erotikmasseurin hatten sie noch nie bescheinigten mir viele Klienten.
Die meisten Damen gingen nach dem Orgasmus des Gastes sofort raus. Fertig! Der Nächste bitte!
Ich peppte auch die unpersönlichen und kalten Praxisräume auf, brachte schöne Dekoration mit, legte andere Musik ein und zündete Kerzen an. Das alles hat jedoch die Atmosphäre nicht wesentlich zum Besseren verändert, da es in dem Raum taghell war. So konnte keine Stimmung aufkommen. Ich stellte mir vor, selbst eine solche Massagepraxis zu haben.
Ich wollte sie mit ganz viel Liebe einrichten und das Konzept ändern. Nicht der Orgasmus würde im Vordergrund stehen, sondern der Mensch, der sich fallen lassen sollte, sich wieder spüren, den Stress des Alltags hinter sich lasen., einfach abschalten und mit neuer Energie wieder in die Welt gehen. Es kamen so viele Männer, die ein wenig Wärme suchten, weil sie zu Hause weder Liebe noch körperliche Zuwendung erfuhren. Warum auch immer, die Meisten waren ausgebrannt, lechzten nach Berührung, Zärtlichkeit und Gesprächen.
Es war erschreckend festzustellen, dass andere auch leiden, vor allem, weil es mir in meiner Ehe nicht anders erging. Auch viele Frauen, die sich mir anvertrauten, erlebten das Gleiche. Männer wie Frauen leiden, weil ein Teil in der Beziehung sich körperlich – und auch oft mental – vom Partner zurückgezogen hatten. Der Leidensdruck wird so immer stärker und wenn der Betroffene keinen Ausweg mehr sieht, kann es zu Depressionen führen oder sogar zu psychosomatischen Krankheiten. Diesen Personenkreis sah ich jeden Tag im Krankenhaus.
Ich fing an, die Patienten zu befragen, wie es um ihr Intimleben stünde, und ich erkannte, wie unvorstellbar hoch die Zahl der Menschen mit Zärtlichkeitsdefizit war.
Ich begann damit, mir vor dem Nachtdienst auf der Station bergeweise Bücher von Freud, Alexander Lowen, Jung, Virginia Johnson und William Mastersund anderen Sexualwissenschaftlern zu holen, die ich in den Arbeitspausen las. Meine Kollegen machten sich schon Gedanken, was mit Schwester Wera los war. Aber ich ging nie darauf ein.
In der Massagepraxis stellte ich mich von da an nicht mehr als Erotikmasseurin vor, sondern erfand einen neuen Begriff:
Wellfit-Bioenergetic-Masseurin.
Das klang niveauvoller.
Ich las Bücher von Wilhelm Reich und Alexander Lowen, die mich tief beeindruckten und das Thema Sexualität in den Mittelpunkt meines Lebens rückten.
Im Laufe der Zeit machte mir die Arbeit in der Hanauer Landstraße im 8. Stock richtig Spaß und ich merkte, dass die Massagen, die ich gab, mir selbst gut taten. Auch wenn ich nur berührte, bekam ich viel Energie zurück. Ich fühlte mich nie ausgelaugt, trotz der zwei Jobs, sondern ich konnte bei den Massagen alles geben. Meine ganze Liebe, Achtsamkeit und Respekt für den Empfangenden. Ich arbeitete mittlerweile mit großer Hingabe und fühlte mich geerdet.
Natürlich kam es zu dem Punkt, an dem ich feststellte, dass mir der Sex fehlte.
Mein Mann war permanent müde von seiner Arbeit. Und ich lag mit meiner Lust und meinem Frust neben meinem schlafenden Mann.
Bei einem Arztbesuch vertraute ich mich meinem Gynäkologen an. „Ich sterbe bald“, sagte ich, „wenn sich nichts ändert in meiner eingeschlafenen Ehe. Ich will Sex mit meinem Mann, den ich liebe, der sich aber verweigert, er ist ständig müde.“
Mein Gynäkologe schaute mich ruhig an. „Sie haben ein Recht auf Liebe“, sagte er dann. „Sonst verkümmern Sie und werden wieder depressiv.“
„Ja, ja“, antwortete ich resigniert. „Weiß ich alles, lieber Doc, aber was soll ich tun?“
„Suchen Sie sich einen Geliebten!“
Hoppla! Was hatte er gerade gesagt? Hatte ich mich verhört oder meinte er das ernst? Ich war unsicher und versuchte, das Ganze ins Lächerliche zu ziehen: „Bekomme ich den auf Rezept?“
„Nein. Sie müssen sich einen suchen. Mehr kann ich Ihnen nicht raten. Machen Sie es!“
Na, wenn mir schon mein Arzt das Fremdgehen legitimiert, warum nicht? Okay. Nur: Woher bekomme ich auf die Schnelle einen Geliebten? Na klar! Über die Zeitung, denn Internet und Google gab es ja noch nicht.
Ich gab ein Inserat auf mit der Überschrift: „Vernachlässigte Ehefrau sucht Zärtlichkeit“.
Es war unfassbar, wie viele Briefe ich auf Chiffre erhielt, weit über 120 Zuschriften.
Meinen Bruder Boris weihte ich ein. Wir trafen uns zu einer Flasche Wein und wir lasen die Briefe zusammen. Wir sortierten die Briefe nach eventuellen Kandidaten aus. Die Dödelfotos sortierten wir gleich aus, nur Portraits mit niveauvollen Zeilen kamen in die engere Wahl. Davon waren nicht viele dabei. Ich entschied mich für den Studenten Mike aus Offenbach. Ich traf mich mit ihm in einer Pizzeria zum Bewerbungsgespräch. Er bekam die Stelle, was sich als wahrer Glücksgriff herausstellen sollte. Er war ein super lieber junger Mann, 20 Jahre alt. Ich war damals 31. Da fällt mir wieder das Lied von Peter Maffey ein: „… und es war Sommer“. Er hatte das gleiche Problem wie ich. Seine zwanzigjährige Freundin hatte keine Lust auf Sex. Es war für sie eher eine Pflichtübung.
Wie schrecklich, aber er liebte sie nun einmal, genau wie ich meinen Mann. Immer wenn ich Spätdienst hatte ab 13.30 Uhr, trafen wir uns vormittags, denn nach dem Frühdienst ging ich regelmäßig bis spät abends massieren.
Für die Zeit, in der ich nicht massieren konnte, stellte Herr Kunz eine neue Masseurin ein, die ich anlernen durfte, natürlich nach meiner persönlichen Arbeitsphilosophie.
Wieder zurück zu meinem ärztlich verordneten Geliebten, ohne Rezept. Mike, der Student war ein lieber, superzärtlicher und vor allem gutgebauter und potenter junger Mann, wir haben uns sofort verstanden, in allen Lebenslagen sozusagen..
Von seinem Zimmer aus konnte ich genau ins Schwesternzimmer des gegenüberliegenden Krankenhauses schauen. Wie witzig. Er wohnte direkt gegenüber, eine Straßenbreite von meiner Station entfernt. Dadurch kam es zu skurrilen Situationen. Oft hatten wir Sex und dabei konnte ich meine Kollegen beobachten, wie sie schon die Patientenakten auf den Tisch legten, den Kaffee für die Übergabe kochten und nach und nach der Spätdienst eintraf.
Nur Wera kam nicht. Jedenfalls oft mit Verspätung und fadenscheinigen Ausreden. Einmal waren wir so wild, dass wir die Zeit vergaßen, ich zum ersten Mal mehrere Orgasmen erlebte und nur noch am Fliegen war. In diesem Zustand des Schwebens betrat ich 15 Minuten später die Station und erntete böse Blicke. „Schon wieder zu spät, das reißt langsam ein!“, rief mir ein Kollege entgegen.
Da war Karl, ein ganz lieber Krankenpfleger, der einst ein katholischer Pfarrer war, der das Zölibat brach und noch ab dem 40. Lebensjahr eine Krankenpfleger-Ausbildung antrat. Er reichte mir die Kaffeetasse und nahm mein Zittern wahr, das noch so stark war, dass ich beinahe den Kaffee verschüttete. Er grinste nur und flüsterte mir zu: „Dir geht’s super, dass ist schön.“
Es war eine wundervolle Zeit mit Mike, die aber leider ein Ende fand, als sich Mike von seiner Freundin trennte und sich neu verliebte. Ich wünsche ihm alles Gute und Liebe dieser Welt.
Während eines erneuten Termins beim Gynäkologen erzählte ich von meinem Lover und dass es eine tolle Zeit war. Kurz darauf erhielt ich die rote Karte von meinem Arzt. Ich möchte ihn bitte dringend aufsuchen.
Oh je, die Ergebnisse einer Gewebeprobe vom Gebärmuttermund waren wohl eingetroffen. Ich fuhr in die Gyn-Praxis und bekam meine Diagnose zu hören.
„Gebärmutterhalskrebs PAP 4“, sagte er und ich hing an seinen Lippen und ich war wie benebelt, ich konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen.
Nein!
Das war so niederschmetternd, wie nichts zuvor in meinem Leben. Ich fiel in ein tiefes Loch der Traurigkeit und natürlich auch die Angst vor dem Tod.
Der OP-Termin stand kurze Zeit später an und es wurde eine Konisation durchgeführt, der Muttermundhals wurde großflächig entfernt. Zum Glück stellte sich meine Prognose dann als relativ gut heraus.
Bis heute ist nichts mehr passiert.
Ich sollte eine Woche in meinem Krankenhaus auf der Gynstation bleiben, aber genau in dieser Zeit fiel die Kollegin in der Massage aus.
Kurz nach der Visite fuhr ich in die Hanauer Landstraße. Gewappnet mit starken Schmerzmitteln massierte ich und kein Gast hat auch nur im Ansatz gespürt, dass ich mich innerlich vor Schmerzen gekrümmt habe.
Abends war ich pünktlich als Patientin wieder zum Abendessen auf der Station und lag im Bett. Natürlich wurde ich vermisst. Ich hätte meine Kollegen auf Station besucht, sagte ich. Nichts konnte mich damals von meinem Ziel abhalten. Mein 8 kg leichtes Gary-Fisher-Carbon-Bike rückte immer näher.
EROTIKMASSAGEN UND MEINE ERZIEHUNG
Nachdem ich wieder genesen war, offenbarte ich mein Massagegeheimnis meiner besten Freundin Clarissa, die ich nach meinem Examen in der Augenstation 8-3 für Kinder und Frauen der Uniklinik kennengelernt hatte. Wir waren seit dieser Zeit unzertrennlich. Ich hatte Angst, dass sie mich abstempelt oder verachtet für das, was ich nebenbei arbeitete, aber das Gegenteil war der Fall.
„Wo ist das?“, fragte Clarissa. „Haben die noch eine Stelle frei?“
Ujujui, so locker hätte ich sie nicht eingeschätzt, da sie aus einem ebenso konservativen Elternhaus stammte wie ich. Die konservative und superstrenge Erziehung war bei mir allerdings nur in der Kindheit sehr ausgeprägt. Später wurden meine Eltern super locker und tiefenentspannt. Die Emanzipationswelle, die meine Mutter auch ergriff und unter dem Einfluss der guten Freundin Bruni wechselte sie vom konservativen-strengen Leben zu einer echt revolutionär- entspannten extrem offenen Mutter. Sie wollte uns auch aufzeigen, wie schön es sei, im Sommer nackt durch die Wohnung zu laufen.
Ich konnte mit dieser Freizügigkeit nicht umgehen und wurde immer verschlossener. Sie war sogar für mich einen Tick zu entspannt, da sie oft nackig in der Wohnung herumlief und auch so an die Tür ging, wenn es klingelte. Oh mein Gott, was habe ich mich geschämt und rannte meiner Mutter oft mit einer Kittelschütze hinterher, die sich doch schnell noch überziehen sollte, da meine Freundinnen oder der Postbote vor der Tür standen. Je entspannter meiner Eltern waren, umso verklemmter wurde ich in jener Zeit. Im Gegensatz zu ihrem lockeren Verhalten, wurde sie ab meinem 14. Lebensjahr sehr streng mit mir, was das Ausgehen mit meinem Freund und Partys anbelangte. Ich musste immer um 20 Uhr zu Hause sein, was echt nervte. Sie holte mich sogar von einer Party um 21 Uhr ab, die gerade erst anfingen, dass war mehr als peinlich, da stand sie mitten im Partykeller und nahm mich einfach mit.
So viel mir die Entscheidung nicht schwer mich für den Beruf der Kinderkrankenschwester zu entscheiden, da ich hier die Chance hatte, auf ein Zimmer im Schwesternwohnheim, dass hieß Freiheit, unendliche Freiheit.
DIE AUSBILDUNG – LEHRJAHRE SIND KEINE HERRENJAHRE?
Als ich auszog und sozusagen in die Freiheit entlassen wurde, um Kinderkrankenschwester zu lernen, war ich ein schüchternes Mauerblümchen und ziemlich verklemmt.
Während der dreijährigen Ausbildung im Schwesternheim erlebte ich die große Freiheit schlechthin. Nur Party! Alter Schwede, war dass eine tolle Zeit. Alles machen zu können, was sonst verboten war. Kneipen und Feten mit Wildfremden bis früh in den Morgen. Danach kurz geduscht und ab in den Frühdienst um 6 Uhr, ohne Schlaf, bis um 14 Uhr Dienst geschoben, den Nachmittag verschlafen und abends wieder die Nacht zum Tag werden lassen. Drei Jahre lang.
Nebenbei habe ich auch für Prüfungen gelernt, aber eher halbherzig. Die anderen Klassenkameraden fingen ein halbes Jahr vor dem Examen an zu lernen, ich fuhr sogar ein Wochenende vor dem Examen mit einem Freund nach Paris.
Mein Freund war ein toller Masseur. Von seiner Arbeit konnte ich für mein späteres Leben profitieren. Er zeigte mir sehr viele Griffe und Praktiken aus der Physiotherapie.
Während der Ausbildung im Krankenhaus war ich mit einer Schwesternschülerin Dagmar befreundet, wir waren damals ständig unterwegs, so auch einmal auf einer Messe in Frankfurt. Die Füße schmerzten und wir waren ziemlich erschöpft nach vier Stunden rumlaufen. Wir hatten vorher noch im Frühdienst 6:00 bis 14:00 gearbeitet. Da kamen wir an einen koreanischen Stand und der Mann erzählte uns von der Wunderkraft der Ginseng Wurzel. Er schenkte uns jeweils einen kleinen Tee ein mit einem schwarzen Konzentrat in heißem Wasser aufgelöst.
… und das Wunder begann, ja tatsächlich, plötzlich fühlten wir uns so wundersam leicht und langsam wieder voller Energie, als wären wir gerade aufgestanden. Wir erzählten ihm von dem bevorstehenden Examen und er versprach „das Wunder“ mit diesem Ginseng, was wir auch gleich kauften. Erst eine Woche vor dem Examen lernte ich Tag und Nacht, ich bin hauptsächlich ein Nachtlerner.
Die praktische Prüfung stand an und ich mixte mir den Zaubertrank mit der doppelten Menge, ich dachte „viel hilft viel“. Ich stand in der Box, so nannte man die kleinen Behandlungszimmer, in denen ca. 3 bis 4 Neugeborene lagen und wartete, spannende Minuten bis das Prüfungskomitee kam. Es bestand aus unserer Lehrerin, die uns die letzten zwei Jahre unterrichtete und eine echt tolle Schulschwester war und weiteren Prüfern. Sie ließ uns viele Freiheiten, aber war auch, wenn es darauf ankam, recht streng und forderte schulischen Einsatz von uns.
Ich hatte eine kleine Glasflasche mit der Mixtur, die ich 10 Minuten vor dem Prüfungstermin schluckte. Plötzlich, nach einigen Minuten, schlug mein Herz wahnsinnig schnell, ich atmete schneller und mir wurde sehr merkwürdig, man nennt es auch hyperventilieren. So ein Mist, da kam schon das Prüfungskomitee, ich konnte sie alle durch die Glasscheiben sehen … schnauf … schnauf mir wurde nicht besser, eher noch schlimmer und schlechter. Oh mein Gott, ich dachte jeden Moment umfallen zu müssen, aber ich riss mich zusammen und versuchte mir nichts anmerken zu lassen. Da standen sie nun alle in höchster Erwartung und ich stand ganz schön belämmert da, aber sie merkten nichts.
Ich führte die Grundpflege bei dem Baby vor, so wie wir es gelernt hatten. Dann richtete ich die Mini-Infusion für den Perfusor und Medikamente. Soweit verlief alles ganz gut, obgleich ich innerlich fast zerplatzte.
Plötzlich kam ich in einen leicht schwebenden Zustand, mein Gehirn ratterte, ich konnte die Gedanken auch nicht mehr kontrollieren. Es lief alles wie in Zeitlupe ab und ich hoffte nur, dass ich jetzt nichts Falsches sagen würde, dass mir meine Zunge gehorcht.
Was Ginseng aus einem Menschen machen kann!
Nachdem sie dann alle gegangen waren, musste ich die Schicht auch noch fertig arbeiten, aber ich war erleichtert, dass es niemand gemerkt hatte.
Da fällt mir noch eine Situation während des Examens ein. Viele erleiden während des Prüfungs-Stress aus Angst den sogenannten Black out – den Quasi-Hirntot. Es wurde jedes Fach geprüft und nun war die Anatomieprüfung dran.
Da stand ich nun, ich armer Tropf, vor einem Gremium an Lehrern und Prüfern, die erwartungsvoll alle an einem Tisch saßen und mich anglotzen. Ich zog ein Los aus dem Riesenglas mit meiner Examensfrage, öffnete diese und just in diesem Moment wurde mir kalt und heiß und es durchströmte mich eine merkwürdige Energie.
Ich nahm die Kreide, da ich an der Tafel mit Zeichnungen besser erklären kann. Ich hielt mich fest an der Kreide, oder hielt die Kreide gerade mich fest? Das Blut sackte mir in die Beine, ich fühlte nur noch eine gähnende Leere im Hirn, bin ich jetzt hirntot? Ja, ich glaube jetzt sterbe ich gerade, so fühlte es sich an. Und was dann passierte ist ein unglaubliches Körperphänomen, was auch unsere Bundeskanzlerin Frau Merkel erleben musste in einer totalen Stresssituation 2019. Sie zitterte am gesamten Körper und konnte es nicht mehr steuern und war ein gefundenes Fressen für die Presse.
Ich stand also mit dem Rücken zum Gremium und mein Po fing an zu zittern, ja meine Pobacken zitterten und man konnte es wohl auch sehen, da ich eine enge Stoffhose anhatte. Ich fühlte unauffällig und es war wie Stromstöße, unglaublich. Dann brach ich zusammen und bekam einen Heulkrampf. Der Körper kompensiert Stress auf merkwürdige Weise.
So etwas sollte mir nie mehr passieren.
Ich wurde dann erst mal in die Psychologieprüfung geschickt, damit ich mich beruhigte. Ich hatte mich beruhigt und kam mit der Note 1 aus dieser Prüfung und dann noch mal in die Anatomie, die ich dann aber schaffte.
Insgesamt war ich eigentlich eine faule Socke und frönte lieber dem schönen Leben und der Freiheit.
Viele Jahre danach, wenn Prüfungen für Fortbildungen anstanden, lernte ich aber wirklich ganz fleißig, Dieses Kinderkrankenschwestern-Examen, die praktische und theoretische Prüfung verfolgten mich noch ca. 30 Jahre oft im Traum. Es waren echte Albträume und wenn ich aufwachte, lag ich da voll im Angstschweiß und interessanterweise hatte ich nach dem Aufwachen dieselben Symptome. Ich war wohl examens-traumatisiert …
Beste Therapie: einfach lernen, wenn es ansteht!
… und nun zurück zur Erotikmassage:
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