Kitabı oku: «Heilen mit dem Zeolith-Mineral Klinoptilolith - eBook»


Werner Kühni
Heilen mit dem
Zeolith-Mineral

Ein praktischer Ratgeber

Inhalt
Vorwort
Erfahrungen mit Klinoptilolith
Was ist Klinoptilolith?
Zeolithgrundlage
Struktur
Mineralogie des Klinoptiloliths
Synthetischer Klinoptilolith
Entstehung
Andere Zeolithe
Paragenese
Vorkommen
Produktion
Verwendung des Klinoptiloliths
Klinoptilolith und dessen rechtliche Situation in der EU und den USA
Medizinische Verwendung
Bioverfügbarkeit von Silizium
Physiologie des Siliziums
Silizium-Mangelerscheinungen
Theoretischer Einsatz des Siliziums in der Medizin
Wege der Ausscheidung des Siliziums
Physiologie des Klinoptiloliths
Erklärungsmodelle der Wirkung
Migulation als physiologischer Effekt
Zeolithe neutralisieren freie Radikale
Das körpereigene Enzymsystem
Adaptogene Wirkung des Klinoptiloliths
Klinoptilolith-Patente für medizinische Anwendungen
Klinoptilolith als Steuerelement der Symbioselenkung
Klinoptilolith als radioaktiver Entgifter
Wechselwirkungen zwischen Klinoptilolith und Medikamenten
Nebenwirkung des Klinoptiloliths
Verwendung in der Tierheilkunde
Verwendung in der Tierhaltung, Tierzucht und Landwirtschaft
Technische Verwendung
Synthetische Zeolithe und chemisch veränderter Klinoptilolith
Verwendung im Hoch- und Tiefbau
Vergleich mit anderen Steinmehlen
Vergleich mit Tonmineralen (Tonsteine)
Anwendungserfahrungen mit Klinoptilolith
Fallbeispiele
Fallbeispiele aus der Tierwelt
Anwendung und Einnahme
Anwendungsarten
Einnahmeempfehlung
Einnahmeempfehlung für Tiere
Nebenwirkungen
Kontraindikationen
Toxikologie
Erkrankungsausschluss
Erfahrungen liegen bei folgenden Erkrankungen vor
Krankheitsbilder
Krankheitsbilder, bei denen eine Klinoptilolith-Anwendung sinnvoll erscheint
Autoimmun- und Immunkomplexerkrankungen
Allergien
Hauterkrankungen, Verbrennungen, Überempfindlichkeit
Knochenerkrankungen und Brüche
Schlafstörungen und depressive Verstimmungen
Geriatrische Erkrankungen
Hormonelle Erkrankungen
Tumorerkrankungen und begleitende Krebstherapie
Neuroimmunologische und psychiatrische Erkrankungen
Bluterkrankungen und Durchblutungsstörungen
Bronchialerkrankungen
Magen-Darm- und Verdauungsstörungen
Blasen- und Nierenerkrankungen
Stoffwechselstörungen
Rheumatische Erkrankungen
Infektionserkrankungen und gestörte Infektabwehr
Chemische Belastungserkrankungen
Zahnfleischerkrankungen
Kinderkrankheiten
Nervenerkrankungen
Schmerzzustände
Krankheitsbilder bei Tieren
Tumorerkrankungen bei Hunden
Praxis
Ergänzungstherapie bei Borreliose-Erkrankung
Klinoptilolith mit anderen Verfahren
Kombination mit kolloidalen Edelmetallen
Kolloidales Silber
Kombination mit ätherischen Ölen
Kombinatione mit Heilpflanzenauszügen
Kombination mit Borax
Kombination mit Entgiftungsmaßnahmen
Gifte und Schadstoffe ausleiten
Aluminium, ein bedenklich »unbedenkliches« Metall
Schwermetalle und Radionuklide
Tschernobyl
Anwendungen in den USA
Fukushima
Alternative Testmethoden zur Wirkung von Klinoptilolith
Alternative Diagnoseverfahren
Wissenschaftskritik und industrielle Politik
Wissenschaftskritik
Ärzte verschreiben regelmäßig gefährliche Pillen
Charakter oder Wesensbild
Feinstoffliche Wirkung von Klinoptilolith
Klinoptilolith nach der mineralogischen Steinheilkunde
Testungsergebnisse des Forschungsprojekts SHK
Testungsergebnisse des Forschungsprojekts Lavandinum
Das homöopathische Arzneimittelbild von Klinoptilolith
Das homöopathische Arzneimittelbild von Silicea
Die homöopathische resonante Verreibung
Frequenzmessungen an Klinoptilolith nach Pelz
Das Oberon-Diagnosesystem
Anhang
Geschichte der Zeolith-Anwendungen
Mineralogische Entstehung (erweiterte Fassung)
Fremdmineralien als Bestandteil des Klinoptiloliths
Weltweite Fundstellen vergleichbarer Tonminerale
Blei als problematisches Fremdmineral
Metallwirkungen des Siliziums
Mengenelemente des Körpers
Umweltgifte und gesundheitliches Risiko
Umweltbelastungen
Autoimmunerkrankungen
Das Mikrobiom
Mikrobiom bei Schlaganfall und Pneumonie
Psychische Wirkung des Mikrobioms
Demenz und das Mikrobiom
Allergien und Allergene
Medikamentenwirkungen und deren Interaktion
Impfungen und Impffolgen
Kinderkrankheiten als Entwicklungsfaktor
Verarbeitung des Klinoptiloliths
Klinische Studien
Irrtümer, die im Internet verbreitet werden
Verwendete Literatur
Weiterführende Literatur
Adressen und Bezugsquellen
Danksagung
Über den Autor
Stichwortverzeichnis
Vorwort
In den letzten Jahren hat sich in meiner Forschung über die Mineralgruppe der Zeolithe der Klinoptilolith als ein Stoff herauskristallisiert, der sich neben seinen vielfältigen Heilwirkungen auch bei Erkrankungen bewährt hat, bei denen es bislang wenige therapeutische Ansätze gab. Andere Zeolithe, wie etwa der chemisch sehr nahe verwandte Heulandit, oder verschiedene Tonerdeverbindungen weisen prinzipiell ähnliche therapeutische Möglichkeiten auf, bieten jedoch nicht die gleiche Sicherheit des therapeutischen Erfolgs.
Ich habe verschiedene Zeolithe getestet und möchte diese Mineralien in der täglichen Praxis nicht mehr missen. Anfänglich setzte ich Zeolithe nur eingelegt in Wasser ein, das getrunken wurde. Mittlerweile jedoch hat es sich als viel sinnvoller erwiesen, Zeolithe sehr fein verrieben, in Wasser eingerührt, innerlich einzunehmen. Der Grad der Verreibung erschien mitverantwortlich für die enorme Wirkung der Zeolithe. Insbesondere bei Klinoptilolith zeigte sich anfänglich, dass dessen hauptsächliche Wirkung erst mit zunehmender feinerer Zermahlung auftritt. Je länger die Forschung andauerte, desto klarer wurde, dass ein gewisser Verreibungsgrad entscheidend ist, nicht jedoch die extrem feinste Verreibung1.
Heute setze ich Zeolithe, auch Klinoptilolith, nicht als alleinige Medikation ein – auch wenn dies in manchen Fällen ausreichend wäre. Meist kombiniere ich Klinoptilolith mit kolloidalem Silber, Kardentinktur, Koriandertinktur, Indischen Flohsamen, Muskatellersalbeiöl oder einem Muskelrelaxöl und Indischem Weihrauch (Gugul = Boswellia serata). Es hat sich herauskristallisiert, dass Klinoptilolith ein wichtiger Träger anderer Stoffe ist (vor allem von Pflanzenauszügen und ätherischen Ölen). Diese adaptogene Wirkung hilft einerseits, Medikamente einzusparen, andererseits kann die Wirkung von Medikamenten dadurch auch verstärkt werden. Der Klinoptilolith ist eine sichere Bereicherung in der Praxis, und er hilft, die Therapieerfolge anderer Mittel, selbst die des kolloidalen Silbers, zu stabilisieren.
Einzig der Einsatz der Heilsteine nach den Kriterien der mineralogischen oder der analytischen Steinheilkunde setzt dem Einsatz von Klinoptilolith enge Grenzen. Meiner Beobachtung nach schwächt Klinoptilolith die Wirkung der Heilsteine ab. Eine Erklärung dazu konnte ich bisher noch nicht finden.
Klinoptilolith, äußerlich getragen oder als homöopathische Verreibung hergestellt, hat einen vollkommen anderen Ansatz. Ich bin der Meinung, dass diese zwei Methoden nicht mit der inneren Einnahme des Klinoptiloliths kombiniert werden sollten.
Die medizinischen Anwendungen von Klinoptilolith haben sich in den letzten 6 Jahren, nach Erscheinen der ersten Ausgabe dieses Buches, vervielfacht, denn durch das Buch war es erstmals möglich, das Zeolith-Mineral Klinoptilolith gezielt einzusetzen.
Mithilfe der Facebook-Gruppe »Klinoptilolith – das Vulkanmineral« konnten zahlreiche Informationen zur Anwendung von Klinoptilolith gesammelt werden. Inzwischen liegen mehrere Tausend Erfahrungsberichte vor. Diese verwende ich als Ersatz für fehlende klinische Erfahrungen. Wissenschaft und Schulmedizin arbeiten nicht mit Klinoptilolith, klinische Studien in Krankenhäusern werden kaum gemacht. Die wenigen vorhandenen Studien zu diesem Thema basieren auf der Verwendung synthetisch hergestellten Zeoliths. Das Sintermaterial ist im Gegensatz zu den natürlichen Zeolithen chemisch instabil und hat dadurch andere Eigenschaften.
Zur Recherche
Diesem Buch liegen neben eigenen Erfahrungen und Erfahrungen, die aus dem Meinungsaustausch mit Kollegen stammen, sowie Recherchen in Bibliotheken und Fachliteratur auch viele im Internet veröffentlichte Berichte zugrunde. Das Internet mit seiner Informationsbreite ist trotz all seiner Schwächen ein Informationsmedium, das immer wieder neue Ansätze liefert, sich mit dem ganzen Spektrum der Klinoptilolith-Anwendung auseinanderzusetzen, und auch der Bestätigung eigener Erfahrungen dienen kann.
Da das Internet ein sehr bewegliches Medium ist und sich die Erstellung dieses Buches über einen Zeitraum von über drei Jahren erstreckte, können einzelne Seiten, auf die ich in den vergangenen Jahren zurückgegriffen habe, heute andere Informationen enthalten.
Abbau von Klinoptilolith im Tagebau.
Eine Suche im Internet nach dem Stichwort »Klinoptilolith« ergibt eine Unmenge an Informationen, die sich etwa ab der dritten Seite jedoch fast alle als inhaltsgleich erweisen. Auf den meisten Seiten werden die Fehler und Unzulänglichkeiten der vorherigen Internetseiten wiederholt, wobei die Basisinformationen schon älter sind.
Der Seitenaufruf unter Google führte zu folgenden Ergebnissen:
| September 2011 | Januar 2020 | |
| Klinoptilolith | 28 000 Ergebnisse | 86 800 Ergebnisse |
| Zeolith-Klinoptilolith | 312 000 Ergebnisse | 59 400 Ergebnisse |
| Zeolith Radioaktivität | 119 000 Ergebnisse | 53 500 Ergebnisse |
| Zeolith Entgiftung | 14 900 Ergebnisse | 345 000 Ergebnisse |
| Klinoptilolith Chemotherapie | 680 Ergebnisse | 7960 Ergebnisse |
Interessanterweise ergab die Eingabe der gleichen Begriffe in Englisch eine erheblich höhere Trefferzahl.
Erfahrungen mit Klinoptilolith
Im Laufe der letzten Jahre hat sich das Zeolithmineral Klinoptilolith als ein wirksames Medikament in der Naturheilpraxis erwiesen. Diese Erfahrung wird mir immer wieder von Kollegen bestätigt.
Seit über zwanzig Jahren findet Klinoptilolith vor allem in Osteuropa Anwendung. Das vulkanische Mineral wurde dort in extrem fein gepulverter Form hergestellt und bei verschiedenen Erkrankungen eingesetzt. Um das Jahr 2000 wurde Klinoptilolith von Professor Hecht in Deutschland eingeführt und anfangs hauptsächlich wegen dessen unspezifischer Immunmodulation eingesetzt.
Die Wirkung des Klinoptiloliths konnte jedoch nur teilweise, widersprüchlich und oft weitgehend spekulativ erklärt werden. Die meisten Ärzte gehen selbst heute immer noch davon aus, dass Klinoptilolith nicht ins Blut aufgenommen und verstoffwechselt wird, es angeblich den Körper »nur« passiert. Dass dies als Erklärung seiner breiten therapeutischen Wirkung nicht hinreichend ist, war mir bald klar, doch gestaltete sich die Forschung über den Wirkungsmechanismus als sehr schwierig.
In meiner Praxis setze ich nun seit Jahren Klinoptilolith regelmäßig ein. In den ersten Monaten teilte ich die Patienten in zwei Gruppen, vollkommen unabhängig vom Beschwerdebild bzw. der Erkrankung. Eine Gruppe bekam kein Klinoptilolith, die zweite Gruppe bekam prinzipiell Klinoptilolith, zusätzlich zu der sonstigen Medikation.
Es stellte sich schon nach sechs Monaten heraus, dass bei allen Patienten, die Klinoptilolith als zusätzliche Medikation bekamen, sich die Symptome schneller und grundlegender besserten, als in der Vergleichsgruppe, die kein Klinoptilolith einnahm. Nach dieser Übergangszeit bekamen prinzipiell alle meine Patienten, von wenigen Ausnahmen abgesehen, das gemahlene Klinoptilolith. Bei der Anwendung eines homöopathischen Mittels repertorisiert2 nach den klassischen Regeln der Homöopathie ist die zusätzliche Medikation von Klinoptilolith jedoch nicht angezeigt.
Da viele Patienten – für mich überraschend – mit einer Veränderung der Stuhlgangsituation reagierten, war eine Übergangszeit von sechs Monaten notwendig, um die sichere Einnahme von Klinoptilolith in den Griff zu bekommen. Abhängig vom Patienten ergab sich eine Dosierung von 3–8 g.3
Sehr früh zeigte sich, dass bei Patienten mit Diabetes Typ II der Blutzucker mithilfe des Vulkan-Minerals stabiler einzustellen gelang. Heute gehört für mich bei jedem Diabetes-Typus Klinoptilolith zur Standardtherapie. Speziell bei Altersdiabetes (Typ II) ist der Einsatz von Klinoptilolith das Mittel – neben der Stabilisierung des Zuckers –, das viele sekundäre Erscheinungen dieses Krankheitsbilds bessert und bis dahin noch nicht aufgetretene langfristige Folgeschäden mindern oder vermeiden hilft.
Im Laufe der letzten Jahre wurden eine Vielzahl Borreliose-Patienten mit kolloidalem Silber und unserer speziellen Entgiftungstherapie behandelt.4 Auch hier erweist sich inzwischen Klinoptilolith als hervorragende Therapieergänzung mit vollkommen neuem Ansatz. Alle Borreliose-Patienten waren mit einer bis sechs Antibiotika-Therapien vorbehandelt und erlebten erst durch die Kombinationsbehandlung kolloidales Silber/Klinoptilolith eine erhebliche Besserung.
Gute Erfahrungen liegen inzwischen bei verschiedenen Immunstörungen, Autoimmunerkrankungen am Skelett und der Lunge, Lebererkrankungen, Osteoporose, Atrophien und Schmerzzuständen vor sowie bei schwierigen Hauterkrankungen, speziell Neurodermitis und Psoriasis (Schuppenflechte).
Nachdem die Dosierungsfrage gelöst war, wurde das Pulver Leistungssportlern, Schwangeren und älteren Menschen empfohlen und festgestellt, dass aufgrund der guten Verträglichkeit auch Gesunde davon profitieren können: Gesteigerte Leistungsfähigkeit, bessere Konzentration, erholsamerer Schlaf und eine allgemein bessere Regeneration sind zu beobachten; ebenso eine Verbesserung des Hautbilds, des Haarwachstums und eine auffällig verringerte Infektanfälligkeit.
In diesem Buch werden eingehend Erfahrungen zu verschiedenen Erkrankungen sowie der therapeutische Ansatz und die theoretische Überlegung dazu beschrieben. Zudem werden Klinoptilolithbehandlungen mit Tieren vorgestellt. Meine Forschungen gehen weiter: Nach wie vor sammle ich Patientenberichte, um den Einsatz von Klinoptilolith auch für therapeutische Bereiche zu sichern, bei denen das Mineral bisher noch nicht angewandt oder nur unzureichend beschrieben wurde.
Zur Anwendung von Klinoptilolith bei radioaktiv verstrahlten Patienten konnte ich bisher selbst noch keine Erfahrungen machen, weder durch direkte Beobachtung noch durch den Erfahrungsaustausch im Kollegenkreis. Da Klinoptilolith aber einer der wenigen Stoffe ist, die radioaktives Caesium oder Strontium aufnehmen und binden können, dürfte es jedoch nur noch eine Frage der Zeit sein, bis eine fundiertere Auseinandersetzung mit diesem Thema möglich ist.
1 Ist die Zermahlung zu fein, wird die Kristallstruktur aufgebrochen, so weit, dass nur noch reine Tetraeder zurückbleiben; dadurch geht die Molekularsiebwirkung verloren (nach Dr. Schmitt, Greifswald).
2 Ein Repertorium ist ein Nachschlagewerk, welches aus der homöopathischen Arzneimittellehre extrahiert wird und der Ermittlung eines geeigneten Mittels dienen soll. In einem Repertorium sind die verschiedenen Symptome nach homöopathischen Kategorien in Rubriken mit ausführlichen gestaffelten Angaben aufgelistet und dazu alle passenden Mittel, bei deren Anwendung diese Symptome beschrieben wurden (gekürzt aus Wikipedia).
3 Siehe hierzu auch das Kapitel »Nebenwirkungen«, Seite 75.
4 Siehe Kühni/von Holst, Naturheilverfahren bei Borreliose, 2011.

Zeolithgrundlage
Zeolithe sind natürliche, hydratisierte Alumo-Gerüstsilikate. Sie besitzen aufgrund ihrer Hohlraumstruktur mit zahlreichen Poren und Kanälen eine große innere Oberfläche, die eine außergewöhnlich hohe Adsorptionsfähigkeit für Schwermetalle und andere Schadstoffe bewirkt.
Zeolithe: Entdeckt und benannt wurde diese Silikatgruppe 1756 durch den schwedischen Mineralogen Cronstedt. Er beobachtet, dass Zeolithe beim Erhitzen Wasser abgeben, sodass sie scheinbar sieden und schließlich zu einer weißen Glasperle schmelzen. Die ersten entdeckten Kristalle waren Stilbit und Levyn. Heute gibt es mittlerweile über 140 verschiedene Zeolitharten mit unterschiedlicher Gerüststruktur, wobei davon 60 natürlich und 9 in abbauwürdigen Lagerstätten in Australien, China, Japan, Kroatien, in der Türkei, Ukraine und den USA vorkommen.
Im Jahre 1920 ließ sich mithilfe der Röntgendiffraktion zum ersten Mal die interne Struktur der Zeolithe entschlüsseln. Kurz danach wurde das erste Mal ein Zeolith erfolgreich zum Ionenaustausch eingesetzt.
Zeolithe sind kristalline Na-, K- oder Ca-Alumosilikate5, deren Struktur durch ein Kristallgitter aus miteinander verbundenen Tetraedern charakterisiert wird. Zeolithe können farblos bis weiß oder hellrot bis grünlich gefärbt sein. Weitere Verfärbungen sind durch Verunreinigungen und/oder zusätzliche Mineralien möglich. Durch ihre Struktur können Zeolithe Wasser speichern, das beim Erhitzen wieder abgegeben wird. Ein Zeolith kann das Wasser auch wieder aufnehmen, ohne dass seine Struktur zerstört wird.
Zeolithe sind eine eigenständige Mineralgruppe, die aus 72 eigenständigen Mineralien besteht. Im deutschsprachigen Raum, insbesondere im Verkauf, wird Klinoptilolith immer wieder als Zeolith bezeichnet. Allgemein wird auch von einer Zeolith-Anwendung gesprochen. Diese Gleichsetzung ist jedoch falsch.
Leider setzt sich diese Verwirrung auch im wissenschaftlichen und medizinischen Bereich fort. Der Begriff Zeolith umfasst hier einerseits den natürlichen, andererseits auch die synthetischen Zeolithe. Deswegen ist bei allen wissenschaftlichen oder klinischen Arbeiten genau zu prüfen, ob sie sich mit natürlichen oder synthetischen Zeolithen befassen. Beide Stoffgruppen sind nicht miteinander vergleichbar, da sie auf unterschiedliche Weise entstehen und auch andere physikalische Eigenschaften besitzen.
Struktur
Klinoptilolith besteht aus einer mikroporösen Gerüststruktur von AlO4- und SiO4-Tetraedern. Dabei sind die Aluminium- und Siliziumatome untereinander durch Sauerstoffatome verbunden. Dieses Kristallgitter enthält offene Hohlräume in Form von Käfigen und Kanälen. Die Käfige können Stoffe adsorbieren. In der Natur ist dort in der Regel Wasser adsorbiert, das durch Erhitzen aus den Poren entfernt werden kann, ohne dass sich die Zeolithstruktur ändert.
Da nur solche Moleküle in den Poren adsorbiert werden, welche einen kleineren kinetischen Durchmesser besitzen als die Porenöffnungen der Zeolithstruktur, gehört Klinoptilolith daher auch in die Gruppe der Molekularsiebe. Die Hohlräume entstehen durch die Ringbildung des Grundbausteines (Al, Si), sie können bis zu 50 Prozent seines Volumens ausmachen.
Die einfachste Form ist hierbei ein Kanal, ein theoretisch sich unendlich in eine Richtung fortsetzender Hohlraum. Teile des Zeolithkristallgitters enthalten nicht geschlossene Hohlräume, sogenannte Käfige, welche an die Kanäle angeschlossen sind: Die Käfige sind so groß, dass zusätzliche Atome oder Moleküle in das Kristallgitter mit aufgenommen werden können. Dadurch eignen sie sich für technische Anwendungen, etwa als Katalysatoren für zahlreiche Prozesse der chemischen Industrie, als Materialien zur Trennung von chemischen Substanzen oder als Wasserenthärter. Auf die Adsorptionskraft ist die medizinisch unverzichtbare entgiftende Wirkung zurückzuführen.

Hohlraum im Klinoptilolith-Kristallgitter
Durch Aluminiumatome hat Klinoptilolith eine anionische Gerüstladung. An der inneren und äußeren Oberfläche befinden sich daher bei aluminiumhaltigen Zeolithen Kationen, das heißt bewegliche negativ geladene Elektronen. In Klinoptilolith liegen diese Kationen häufig in gelöster Form in dem Kanalsystem der Zeolithe vor, sind also relativ leicht zugänglich und damit austauschbar. Übliche Kationen sind Na+, K+, Ca2+ und Mg2+. Diese wichtigen Mineralstoffe können somit vom Körper leicht aufgenommen werden.
Nicht austauschbar sind die Aluminiumatome, die fest in das Gitter eingebaut sind und sich chemisch wie Siliziumatome verhalten. Daher ist die oft geäußerte Sorge, seinen Körper bei der Einnahme von Klinoptilolith mit Aluminium zu belasten, völlig unbegründet.
Mineralogie des Klinoptiloliths
Klinoptilolith ist ein wasserhaltiges Alumo-Gerüstsilikat der Gruppe der Blätterzeolithe und der Barrerit-Stilbit-Gruppe. Die Bezeichnung wird normalerweise dann verwendet, wenn mangels Analyse das dominante Kation unbekannt ist und es deshalb nicht einem der anerkannten Minerale der Gruppe exakt zugeordnet werden kann: Klinoptilolith-Ca, Klinoptilolith-K und Klinoptilolith-Na. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden alle drei Minerale zusammen als Klinoptilolith verwendet.
Je nach Vorkommen besteht das Mineral aus 82–97 Prozent Klinoptilolith. Es kommt in der Natur nie rein vor, sondern immer zusammen mit Cristobalit, Feldspat, Illit, Quarz und Karbonatmineralien. Der meiste im Handel befindliche Klinoptilolith enthält 84–95 Prozent Klinoptilolith, Cristobalit 9 Prozent, Feldspat 5–8 Prozent und Glimmer 2–3 Prozent, dazu Quarz in Spuren.
Empirische Formel: (Na2,K2,Ca,Mg)4Al8Si40O96·24 H2O. In geringen Mengen kann Eisen (bis 1,5 %), Titan (bis 0,05 %), Mangan (bis 0,04 %), Blei (0,017‰), Arsen, Zink, Quecksilber und Cadmium enthalten sein. Chemische Zusammensetzung: SiO2 64,18–75,50 %; Al2O3 10,93–14,80 %; MgO 0,29–1,43 %; K2O 1,24–4,24 %; Fe2O3 0,12–2,45 %; CaO 1,43–11,68 %; Na2O 0,1–2,97 %.

Röntgenstrukturanalyse von Klinoptilolith-Na.
Klinoptilolith kann seine freien Kationen (Na+, K+, Ca2+, Mg2+) gegen andere Metallionen (Ag+, Ba2+, Cd2+, Co3+, Cr3+, Cs+, Cu2+, Fe2+, Hg2+, Li+, Pb2+, Rb, Sr2+, Zn) austauschen, wofür eine größere Selektivität (Cs+ >NH4+ >Pb2+ >K+ >Na+ >Ca2+ >Mg2+ >Ba2+ >Cu2+ >Zn2+) besteht.6 Kristallsystem: monoklin; Härte nach Mohs: 2–3; Dichte: 2,2–2,5; Porosität: 32–40 %; effektiver Porendurchschnitt: 0,4 nm; Wasseraufnahmefähigkeit: 39 %; Farbe: Klinoptilolith ist farblos, kann aber durch Fremdbeimischungen auch braun, rot, dunkel- oder hellgrün sein. Makroskopischer Klinoptilolith ist ein kompaktes Gestein von hellgrüner Farbe (feucht) und mit muschelartigem Schnitt. Das Trockenmaterial ist hellgrau-grün. Klinoptilolith ist stabil gegenüber Säuren und Laugen, thermisch stabil bis 450 °C und nicht wasserlöslich.
Obwohl Zeolithe als Alumo-Schichtsilikate mit den Feldspäten eng verwandt sind, sind die physikalischen Eigenschaften deutlich niedriger ausgeprägt: Zeolithe haben eine Härte von 3,5–5,5; Feldspäte von 6–6,5. Die Dichte der Zeolithe beträgt etwa 2,0–2,4 g/cm3, die der Feldspäte 2,5–2,8 g/cm3.
Vergleichbare Schichtsilikate der 9 EC 40 Montmorillonit-Gruppe sind: Beidellit (Schichtsilikat), Hectorit, Montmorillonit, Nontrolith, Saponit, Swinefordit oder Volkonskoit. Ihr Aufbau ist ähnlich, mit sehr ähnlicher Wirkung.
Schichtsilikate sind Silikate, deren Silikatanionen aus Schichten eckenverknüpfter SiO4-Tetraeder bestehen. Zu dieser Abteilung der Silikate zählen bedeutende Gruppen gesteinsbildender Minerale wie beispielsweise die Glimmer-, Chlorit-, Kaolin- und Serpentingruppe. Die in bindigen Böden allgegenwärtigen und in Sedimentgesteinen verbreiteten Tonminerale sind ebenfalls Schichtsilikate, die auch technisch und alternativmedizinisch wichtig sind. Schichtsilikate sind oft quellfähig und mit ihrer Kationenaustauschkapazität wichtig für die Fruchtbarkeit von Böden.
Schichtsilikate sind die Mineralien der Gruppen 9 EA 05 bis 9 EJ 15 in der Systematik der Mineralien nach Strunz. Die 9 EC Gruppe bilden die Schichtsilikate mit Glimmertafeln, die 9 AC 40 Gruppe ist die Montmorillonitgruppe.
Das wichtigste Mineral der 9 EC 40 Gruppe ist das Montmorillonit, ein Tonmineral und wesentlichster Bestandteil (60–80 Prozent) von Bentonit. Im medizinischen und tiermedizinischen Bereich wird Montmorillonit als Inhaltsstoff für Antidiarrhoika verwendet.
Synthetischer Klinoptilolith
Synthetische Zeolithe kommen unter der Bezeichnung »metallorganische Gerüstverbindungen« (engl. Metal Organic Frameworks = MOF) in den Handel. Das hochporöse Mineral kann mehr als das 1,3-fache seines Gewichtes an Wasser aufnehmen und eignet sich dadurch für thermische Wärmepumpen.
Die ersten synthetischen Zeolithe wurden 1956 in Japan hergestellt. Durch ihren Nutzen für die Industrie wuchs die Anzahl der neuen synthetischen Zeolithe auf über 100 an.
Die jährliche Produktion der Zeolithe soll bei etwa 1 Million Tonnen liegen, die der synthetischen Zeolithe bei 300 000 Tonnen.7
Die Synthese von Klinoptilolith kann – wie bei anderen Zeolithen auch – aus einer Mischung aus Aluminium- und Silizium-Hydroxiden in Natronlauge bei Temperaturen zwischen 50 und 90 Grad Celsius durchgeführt werden. Die Hydroxide können mit Natronlauge frisch aus Aluminiumpulver und Tetraethylorthosilikat getrennt hergestellt und dann vermischt werden. Vorteilhaft ist ein Überschuss von Aluminium.
Die etwa 120 synthetisch hydralisierten Alumosilikate8 gelten jedoch nicht als Minerale.
Die Strukturkommission der IZA ordnet die Zeolithe in Gruppen mit gleichem Bauplan des Alumosilikatgerüstes. Aktuell sind 231 solche Strukturtypen beschrieben worden, von denen jedoch viele nur bei synthetischen Zeolithen gefunden wurden. Für jeden Strukturtyp führen sie ein Kürzel aus drei Buchstaben ein, das sich aus dem Namen des Typminerals ergibt. Strukturtypen, in denen gerüstunterbrechende Anionen wie (OH)-Gruppen auftreten, sind durch ein vorangestelltes »-« gekennzeichnet.
Entstehung
Klinoptilolith kann auf zwölf verschiedene mineralogische Weisen entstehen,9 doch ist hauptsächlich das aus terrestrisch10 abgelagerten vulkanischen Aschen und Tuffen im Handel erhältlich.
Aus diesem Grund wird Klinoptilolith auch verallgemeinert als »vulkanisches Gestein« bezeichnet. Leider wird dies auf vielen Internetseiten vollkommen falsch dargestellt, da die nachträgliche chemische Veränderung nicht berücksichtigt wird.
Klinoptilolith in abgelagerten vulkanischen Aschen und Tuffen
Explosive vulkanische Ereignisse produzieren große Mengen Asche und Tuffe. Die über Land abgelagerten Gesteine werden im Laufe der Zeit durch Witterungseinflüsse verändert. Niederschlagswässer und Grundwasser durchdringen die vulkanischen Ablagerungen. Eindringendes Oberflächenwasser sickert durch die Tuffe und reichert sie mit Natrium, Kalium und Calcium an. Die Sickerwässer lösen die Glasbestandteile in den vulkanischen Aschen auf und schaffen Hohlräume für die Auskristallisation von Zeolithen, wenn die Mächtigkeit der Schichten mehr als 500 Meter beträgt. Im oberen Bereich entsteht Klinoptilolith.
Andere Zeolithe
Obwohl der chemische Aufbau aller Zeolithe sehr ähnlich ist, kommt von den natürlichen Zeolithen nur Klinoptilolith in die allgemeine Verwendung. Das liegt vermutlich daran, dass Zeolithe meist primär entstanden, immer nur in kleineren Vorkommen, oft in Basalt eingelagert, vorliegen und es sich nicht lohnt, diese abzubauen, da der anschließende Trennungs- und Reinigungsvorgang viel zu aufwendig ist.
Der sekundär entstandene und sedimentär abgelagerte Klinoptilolith dagegen kann Hunderte von Metern dick sein und muss in vielen Fundbereichen nur noch gemahlen werden. Ein weiterer Trennungsgang ist oft nicht notwendig.
Andere Zeolithe wie etwa Analcim, Faujasit, Heulandit, Mesolith, Natrolith, Skolezit, Stilbit und Thomsonit sind als Kristallstufen auf Mineralienbörsen erhältlich und werden zwar in der Steinheilkunde eingesetzt, nicht jedoch zur inneren Anwendung.
Paragenese
Aufgrund der pyroklastischen sedimentären Entstehung des Klinoptiloliths kommt er in größeren Schichten meist relativ rein (um 90 Prozent) vor, und diese sedimentäre Entstehung lässt auch kaum eine größere Kristallisation zu.
Anders ist es bei den primären Entstehungsformen, bei denen das Mineral auskristallisiert, oft in Kombination mit Heulandit. In solchen Fällen liegen mehrere kristalline Paragenese-Mineralien mit vor.
Klinoptilolith kann als sekundäres Vulkan-Mineral zusammen mit anderen Blätterzeolithen wie Barrerit, Brewsterit, Epistilbit, Heulandit11, Stellerit und Stilbit vorkommen. In der Natur tritt Klinoptilolith meist zusammen mit Cristobalit, Feldspat, Celadonit12 und Muskovit, teilweise auch Montmorillonit auf. Über eine andere Entstehung kann Klinoptilolith zusammen mit Calcit, Gaylussit, Halit, Hectorit, Opal oder Thennardit vorkommen. Bisher sind keine speziellen Paragenese-Mineralien dieser Entstehungen bekannt, die über die genaue Herkunft des Klinoptiloliths eine Aussage machen können.
Vorkommen
Klinoptilolith ist aus nahezu allen Vulkangebieten der Erde bekannt. Deshalb wird er auch generalisiert als vulkanisches Mineral bezeichnet. Weltweit gibt es über 180 große, bekannte Vorkommen von riesigem Ausmaß, davon alleine über 100 Vorkommen in 21 chinesischen Provinzen. Die bedeutendsten Vorkommen sind in der folgenden Aufzählung aufgeführt.
Argentinien: Chubut; Armenien: Idschewanskoe; Aserbaidschan: Aydag; Äthiopien: Nazret und Boru; Australien: Werris Creeke/New South Wales; Brasilien: Rio Grande del Sul; Bulgarien: Beli Plast; China: Jin-Yun/Zhejiang, Dushijou und Hai-Ling/Heilongjiang; Dänemark: Färöer; Deutschland: Klotzsche/Dresden, Maroldsweisach, Ortenberg, Reichweiler, Römbach, Rühmbach, Saldenburg-Matzersdorf, St. Andreasberg, Vogelsberg Weitendorf, Windischeschenbach; Frankreich: Nantes; Georgien: Dzegvi; Griechenland: Avdella, Kimolos, Poliegos und Samos; Großbritannien: Botallack, Cornwall; Indien: Pashan Hills; Indonesien: Sumatra: Nusa Tenggara, Maluku; West Java: Bogor, Gunung Kidul; Cikembar und Sakabumi; Iran: Eshloghchai/ Miyaneh, Elbrus und Yzad; Island: Moeraki; Italien: Schio; Japan: Chichi-jima, Kamaishi, Kuruma Pass; Kanada: Bay of Fundy, Kamloops Mining District, Mont Saint-Hilaire; Kuba: Castilla, Tasajeras, Las Pulgas und Caimanes; Mexiko: Yucatan; Neuseeland: Moeraki, Whitianga; Nordkorea: Han Zin und Pho Ha; Norwegen: Narvik; Österreich: Bad Gleichenberg, Ybbs a. d. Donau, Kapfenberg, Leibnitz, Weitendorf; Philippinen: Mangatarem; Polen: Dynow; Rumänien: Chilioara; Russland: Kaukasus, Sibirien; Schweiz: Gibelsbach; Slowenien: Zaloska Gorica; Slowakei: Nižný Hrabovec; Spanien: Las Negras, Nijar; Südafrika: Heidelberg-Riversdale/Cape Province und Hluhluwe/KwaZulu-Natal; Südkorea: Guryongpo; Tschechien: Honcova hurca, Skotnice; Türkei: Emet, Kestelek, Manisa Gördes; Turkmenistan: Aydak, Bad Khyz; Ukraine: Sokirnitsa; Ungarn: Nyiri, Ratka; USA: Kalifornien (Boron, Owl Canyon), Nevada (Antelope Springs Distrikt), Neu-Mexiko (Winston), Oregon (Cape Madras, Cape Lookout, Durkee, Swayze Creek), South Dakota, Utah (Thomas Range), Washington (Altoona, Rock Island Dam), Wyoming (Hoodoo Mt., Yellowstone National Park); Zypern: Troulli.
Produktion
Der Abbau von natürlichen Zeolithen verlief in den letzten dreißig Jahren mehr oder weniger langsam. Mitte der 1970er Jahre lag die weltweite Produktion bei nur einigen Hundert Tonnen pro Jahr. Mitte der 1980er Jahre überschritt die Produktion die 10 000-Tonnen-Grenze. Durch eine neue Anwendung als Tierstreu konnte die Fördermenge bis 1993 auf 46 100 Tonnen erhöht werden. Das wichtigste Wachstumssegment wird in Zukunft der Waschmittelmarkt und die Bauindustrie im asiatisch-pazifischen Raum sein. Die aktuelle jährliche Produktion von natürlichen Zeolithen liegt bei ca. 4 000 000 Tonnen.13
Die Gesamtmenge der jährlich abgebauten Menge an Klinoptilolith betrug 3 400 000 Tonnen14; davon in
| China: | 2 500 000 t | Ungarn: | 15 000 t |
| Kuba: | 550 000 t | Slowenien: | 12 000 t |
| Japan: | 150 000t | Südafrika: | 10 000 t |
| Bulgarien: | 45 000 t | Italien: | 4000 t |
| USA: | 40 000 t | Georgien: | 4000 t |
| Türkei: | 40 000 t | Kanada: | 4000 t |
5 Sammelbezeichnungen für Minerale aus der Gruppe der Silikate, die sich aus den Grundbausteinen SiO4-Tetraeder und AlO4-Tetraeder aufbauen. Aluminium kann sich hier chemisch ähnlich verhalten wie Silizium.
6 Miles hat in einer weitergehenden Untersuchung zur Kationenaustauschkapazität von Zeolithen folgende Selektivitätsreihe für Klinoptilolith festgestellt: Cs >Rb >NH4 >Sr >Na >Ca >Fe >Al >Mg >Li.
7 Öko-Invest, Nr. 571/15, 2015.
8 Alumosilikate sind Minerale und chemische Verbindungen aus der Gruppe der Silikate, deren Grundgerüst aus Silizium- und Aluminiumatomen besteht.
9 Mehr dazu im Anhang, Seite 173f.
10 = an Land; Gegensatz: submarin = unter Wasser.
11 Viele der aus Indien stammenden Heulandite sind Mischungen aus Heulandit und Klinoptilolith.
12 Seladonit K(Mg, Fe2+)(Fe3+, Al)[(OH)2 | Si4O10] findet sich oft innig verwachsen mit Heulandit, Klinoptilolith oder Stilbit und sorgt bei diesen normalerweise farblosen Mineralen für eine meergrüne Färbung.
13 www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Mineralienportrait/Zeolithe/Lagerst%E4tten__und__Bergbau
14 1988: 1 000 000 Tonnen (Newsam).


Klinoptilolith und dessen rechtliche Situation in der EU und den USA
In den USA findet man in den Prospekten der Klinoptilolith-Produkte oder auf der Verpackung aufgedruckt die Aussage: »Zeolith ist in den USA von der FDA nicht für die Behandlung von Erkrankungen oder gar Krebs zugelassen. Außerdem wurden keine der oben genannten Erklärungen durch die FDA geprüft.«
In Deutschland ist an den entsprechenden Stellen zu lesen: »Klinoptilolith ist innerhalb der EU im rechtlichen Sinn kein Arzneimittel, kein Nahrungsergänzungsmittel, kein Lebensmittel, kein Medizinprodukt und auch kein Medikament.«
Klinoptilolith kann in der EU unter bestimmten Bedingungen als Medizinprodukt zugelassen werden, ist damit aber immer noch kein Medikament. Die Zulassung als Medizinprodukt ist eine verfahrenstechnische Zulassung, die nichts über die medizinische Qualität des Produktes aussagt.
Mit der Zulassung als »Medizinprodukt« werden nur formale Herstellungs- und Verarbeitungskriterien festgelegt. Diese formalen Kriterien beziehen sich z. B. auf die gleichmäßige Vermahlungsgröße der Partikel. Zur Wirksamkeit gibt es keine Aussagen, sonst wäre es ein »Medikament«.
Wird Klinoptilolith nur als »Futtermittelzusatz« für Tierfutter angeboten, ist diese Zulassung nicht notwendig.
Als Zusatzstoff E567 und E568 bezeichnet und registriert, wurde Klinoptilolith durch die Europäische Kommission als unbedenklich für die Gesundheit von Mensch und Tier eingestuft. Damit wird belegt, dass Klinoptilolith, der als Antioxidans in Verpackungen eingesetzt wird, nicht auf das darin verpackte Lebensmittel übergeht. Zweitens, dass keine Gefahr für Menschen besteht, die das Fleisch eines Tieres konsumieren. Folgerichtig wurde Klinoptilolith 2013 für alle Tierarten freigegeben, nachdem er bis dahin nur für die Mast von Schweinen, Hühnern, Truthähnen, Rindern und Lachsen zugelassen war.
Als Nahrungsergänzungsmittel ist Klinoptilolith aufgrund der Novel Food-Verordnung nicht zugelassen. Er wurde daher im Dezember 2011 vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) als nicht zugelassene neuartige Lebensmittelzutat in Nahrungsergänzungsmitteln erfasst.
Medizinische Verwendung
Klinoptilolith hat sich in den letzten 25 Jahren in der medizinischen Anwendung bei vielen Erkrankungen bewährt. In Deutschland sowie im gesamten westeuropäischen Teil der EU jedoch konnte es sich bisher nicht gegen die von Pharmainteressen orientierte »wissenschaftliche« Schulmedizin durchsetzen. Hier führt es noch ein Schattendasein im alternativen Bereich, anders dagegen in vielen osteuropäischen Ländern.
Von dort kommen auch die meisten medizinischen Berichte und Untersuchungen, meist aus Privatkliniken. Prof. Hecht führt in seinem Buch weitgehend nur russische Quellen auf.
Im Internet findet man inzwischen verschiedene medizinische Anwendungen des Klinoptiloliths in Osteuropa, Asien und Südamerika. Alle diese Anwendungen befinden sich jedoch noch in experimentellen Stadien und werden meist von alternativen Ärzten durchgeführt.
Der wichtigste und wirksamste Inhaltsstoff des Klinoptiloliths ist das Silizium. Durch seine Struktur ist Klinoptilolith als sinnvoller Siliziumträger geeignet.
Bioverfügbarkeit von Silizium
Klinoptilolith wird hauptsächlich als Silikat – und damit als Siliziumträger – angesehen. Deshalb wird er auch in erster Linie unter diesem Aspekt betrachtet.
Silizium wird als mineralisches Silizium (zum Beispiel in Klinoptilolith) zu 1–2 Prozent, als kolloidales Silizium zu 15 Prozent und als organisches Silizium (zum Beispiel Ackerschachtelhalm) zu 70 Prozent im Körper aufgenommen. Das heißt, bei einer Tagesdosis von 3 g Klinoptilolith nimmt der Körper 30–60 mg (je nach Körpergewicht) auf, das er auch verstoffwechseln kann.
In einer mit Si32 (mit ß-Strahler zur Markierung) durchgeführten Bioverfügbarkeitsstudie wurden innerhalb von 48 Stunden 36 Prozent der applizierten Dosis im Urin wiedergefunden.
Physiologie des Siliziums
Für die Struktur verschiedener niederer Lebewesen wie Kieselalgen (Diatomeen), Strahlentierchen (Radiolarien) und einiger Schwämme (Spongien) ist Silizium lebenswichtig (essenziell). Über die exakte physiologische Wirkung von Silizium und deren Verlauf im Körper des Menschen ist in keinem pharmakologischen Lehrbuch etwas zu finden. Alle Angaben dazu sind spekulativ und physiologisch kaum begründet. Der Weg des Siliziums im Stoffwechsel ist vollständig unbekannt. Bisher liegen nur Untersuchungen zu Wachstumsstörungen von Hühnern vor.15
Silizium wird im Körper vor allem im Bindegewebe und den Knochen eingelagert und kann zu deren Aufbau und Stabilität beitragen. Der menschliche Organismus enthält etwa 1–1,5 g Silizium. Silizium liegt im Körper mit 15 µg/100 ml Körperflüssigkeit vor, das 0,15 ppm entspricht.
Der tägliche Bedarf an Silizium wird auf 20–30 mg geschätzt; eine genauere Angabe ist unbekannt. Eine Empfehlung gibt es bisher nicht. Auch die genaue Aufnahmemenge ist unbekannt. In der Regel deckt ein Erwachsener diesen geschätzten Bedarf ab, da Silizium in allen pflanzlichen Lebensmitteln enthalten ist. In Pflanzen liegt Silizium jedoch nicht frei vor. Es ist meist an Pektin oder Stärke gebunden.
Tierische Produkte enthalten weniger Silizium, auch hier liegen kaum Untersuchungen vor. Es wird jedoch vermutet, dass das dort enthaltene Silizium vom Körper etwas besser aufgenommen werden kann.16
Anorganisches Silizium (als Kieselsäure oder Silikat) in Form monomerer Kieselsäuremoleküle (SiO4–4) wird vermutlich vom Körper besser absorbiert als organisch gebundenes Silizium. Vor allem, wenn es in extrem fein zermahlener Form vorliegt. Einmal resorbiert, liegt Silizium im Blut überwiegend in Form nicht protein-gebundener, das heißt freier und monomerer Kieselsäure vor. Bei gesunden Personen wurde eine mittlere Silizium-Serum-Konzentration von 21 µmol pro Liter, bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz von 46 µmol pro Liter gemessen.
Wachstumsstörungen bei siliziumfrei ernährten Hühnern.
Silizium findet sich fast überall im Körper, sowohl im Blut (ca. 10 mg pro Liter, was ein Zehntel des Calciums entspricht) als auch in Organen, im Bindegewebe, in Knochen, in den Gefäßwänden, in Milz, Sehnen, Muskeln, Leber, Bauchspeicheldrüse, Nieren, Herz, im Endokrinsystem, in den Augen, Haut und den Hautanhangsorganen.
Ein siliziumspezifisches Transportsystem in der intestinalen Membran ist nicht bekannt.
Silizium fördert die Bildung aller Gewebe im Körper und aktiviert vermutlich den Zellstoffwechsel und den Zellaufbau.
Silizium ist in verschiedenen Zellen des Körpers in unterschiedlichen Konzentrationen enthalten. Bindegewebe macht den Großteil des Körpers aus und benötigt das meiste Silizium. Dr. Edith Muriel Carlisle fand, dass die niedrigen Konzentrationen von Silizium auch in den meisten Organen, mit Ausnahme der Lungen, zu Lebzeiten nicht wesentlich variieren. Daraus folgerte sie, dass Organe ihre zahllosen Funktionen nur dann vollbringen können, wenn ihnen tägliche Mengen von 20–30 mg Siliziumsäure verabreicht werden.
Beim Fötus ist die Siliziummenge sehr groß, beim erwachsenen Menschen sinkt sie, zumindest was ihr Vorkommen außerhalb der Zellen betrifft, und im Alter ist sie um 80 Prozent gesunken.17
Silizium-Mangelerscheinungen
Silizium-Mangelerscheinungen konnten bisher nur in Tierversuchen experimentell nachgewiesen (erzeugt) werden. Es wurden dabei Veränderungen von Knorpel und Knochen festgestellt. Ein Siliziummangel beim Menschen kann möglicherweise zu Wachstumsstörungen und einer Reihe von Hauterkrankungen wie chronischem Ausschlag (Ekzem) und Juckreiz (Pruritus) führen. Dies konnte bisher jedoch noch nicht sicher belegt werden.
Theoretischer Einsatz des Siliziums in der Medizin
Da keine exakten Untersuchungen vorliegen, kann nur durch Beobachtung und logische Schlüsse der Einsatz des Siliziums in der Medizin begründet werden.
Es ist anzunehmen, dass Silizium sich auswirkt auf:
– Aktivierung des Zellaufbaus und des Zellstoffwechsels,
– Aufbau der Stabilität der Zellmembran,
– Erhaltung der elektrischen Leitfähigkeit des Gewebes,
– Stimulierung des Immunsystems,
– Regulierung der Darmperistaltik,
– Entlastung der Leber in ihrer Entgiftungsfunktion,
– Erhaltung des Knorpels und der Gelenkfunktion,
– Verbesserung der Knochenbildung durch Calciumaufnahme,
– Verbesserung der Elastizität des Arteriengewebes,
– Verbesserung der arteriellen und venösen Mikrozirkulation,
– Verbesserung des Wuchses von Haaren und Nägeln,
– Remineralisierung von Gewebe und Serum,
– Regulierung des Calcium- und Magnesiumstoffwechsels,
– Regenerierung des Bindegewebes der Haut,
– Hinauszögerung von Alterserscheinungen.
Es scheint ebenso mitverantwortlich zu sein für:
– ein gutes Funktionieren des Immunsystems,
– die Restrukturierung der Kollagenfasern,
– die Beschleunigung normaler Wundheilungsprozesse.
Wege der Ausscheidung des Siliziums
Silizium wird sowohl über den Darm als auch den Urin ausgeschieden. Wie weit es über den Hautschweiß ausgeschieden wird, ist nicht bekannt. Mit dem Urin wird im Durchschnitt 40 Prozent des aufgenommenen Siliziums wieder ausgeschieden. Nach einer Einnahme von Klinoptilolith beobachtet man in den meisten Fällen eine vermehrte Urinausscheidung, wobei die Menge, aber auch die Farbe und der Geruch des Urins sich auffällig verändern. Dies kann bis zu 3 Wochen anhalten, danach normalisiert sich die Urinausscheidung wieder. Die Ausscheidung über den Darm hängt nach Untersuchungen von Dr. Edith Muriel Carlisle von der Nahrungsaufnahme ab. Bei faserarmer Nahrung ist die Verdauungsausscheidung von Silizium niedriger (20–40 Prozent) als bei faserreicher Nahrung.
Physiologie des Klinoptiloliths
Auf den meisten Internetseiten mit Informationen über Klinoptilolith ist zu lesen, dass das Vulkan-Mineral nicht im Darm resorbiert wird, sondern den Verdauungstrakt nur durchwandert. Dies erscheint anhand der Wirkungen des Minerals nur eine rein theoretisch angenommene Aussage. Die Aufnahme liegt vermutlich nur im unteren Milligrammbereich, aber ohne eine Aufnahme des Klinoptiloliths sind viele seiner physiologischen Wirkungen nicht erklärbar.
Das den Verdauungstrakt durchwandernde Klinoptilolith wirkt wie ein Ballaststoff mit starker resorbierender Oberflächenwirkung, unter Abgabe verschiedener Mineralstoffe und Spurenelemente, und regt damit die Darmbewegung (Peristaltik) zusätzlich an.
In Studien18 anhand von Gewebekulturen erweist sich Klinoptilolith als Immunmodulator mit der Fähigkeit, relativ große Teile der T-Zell-Population zu aktivieren. Es kommt dabei zu Interaktionen von SAg mit den Vß-Domainen und den T-Zell-Rezeptoren.
Klinoptilolith:
– greift in den Regulationsmechanismus der Zellen des Immunsystems ein,
– hemmt Proteinkinase B (PKBa/ß/y) mit der Übertragung einer Phosphatgruppe auf andere Proteine,
– ruft die Expression von p21WAF1/CiP1- und p27KlP1-Tumorunterdrückungs-Proteine hervor,
– blockiert das Zellwachstum mehrerer Krebszell-Linien,
– adsorbiert Mycotoxine (Pilzgifte),
– lässt die Werte der Erythrozyten und des Blutfarbstoffes Hämoglobin im Blut ansteigen,
– resorbiert Ammoniak im Darm und entlastet die Leber in ihrer Entgiftungsfunktion,
– verbessert die Bioverfügbarkeit des Eisens,
– greift extra- und intrazellulär in die Regulation des Säure-Basen-Haushalts ein,
– reguliert den gestörten Lipid-, Eiweiß- und Kohlenhydratstoffwechsel,
– greift über den Mineralhaushalt in den Elektrolyt- und Wasserhaushalt ein,
– stellt Silizium für physiologische Prozesse zur Verfügung,
– schützt den Organismus vor der Wirkung freier Radikale,
– wird vollkommen wieder aus dem Körper ausgeschieden.
Erklärungsmodelle der Wirkung
Die »wissenschaftliche« Unterstellung, Klinoptilolith habe keine biochemischen, sondern nur eine biophysikalische Wirkung, teile ich persönlich nicht. Viele der zu beobachtenden Wirkungen des Klinoptiloliths können damit nicht erklärt werden; weder die Aktivierung des Knochenwachstums noch die Beeinflussung des Insulinhaushalts oder gar die psychische Wirkung.
Der wichtigste Inhaltsstoff des Klinoptiloliths ist Silizium, obwohl Silizium hier als Alumosilikat vorliegt. Es ist für dessen physiologische Wirkung hauptsächlich verantwortlich. In Alumosilikaten (wie zum Beispiel Klinoptilolith) verhält sich Aluminium chemisch ohnehin stets wie Silizium, obwohl dazu bisher noch keine wissenschaftlichen Untersuchungen vorliegen.19
Biophysikalische Wirkung
Die biophysikalische Wirkung beschreibt die physikalische Wirkung des Klinoptiloliths im Körper, wobei keine chemische Änderung des Stoffes durchgeführt wird.
Klinoptilolith:
– fördert durch Volumenquellung die mechanische Darm-Peristaltik und regt damit die schnellere Ausscheidung über den Dickdarm an,
– entlastet durch Adsorption die Verminderung der Rückresorption von Giftstoffen in Dickdarm und Leber. Dadurch schützt es den Organismus vor Umweltschadstoffen, indem es Chemikalien (zum Beispiel DDT, Farbstoffe, Konservierungsmittel, Pestizide, Schwermetalle usw.), Medikamente und Stoffwechselendprodukte (zum Beispiel Ammoniak) an sich bindet und diese ausscheidet, und ist dadurch bei Hepatitis und Morbus Meulengracht einsetzbar,
– reguliert durch Bindung überschüssiger Säuren aus Eiweiß- und Stickstoffverbindungen den (extra- und intrazellulären) Säure-Basen-Haushalt und reguliert damit den Wasserhaushalt,
– leitet durch Adsorption gebundene Stoffwechselendprodukte von Medikamenten und Radionukliden über den Darm aus dem Körper aus,
– verbessert durch Adsorption und dessen Vektorfunktion die Bioverfügbarkeit von Enzymen, Mineralstoffen, Spurenelementen oder Vitaminen aus dem Darm. Es reguliert dadurch den Mineral- und Elektrolytenhaushalt sowie dessen bioelektrische Funktionen, besonders den Silizium-, Calcium-, Kalium- und Magnesiumstoffwechsel, und unterstützt dabei die Mineralhomöostase20 bei beginnenden Mangelerscheinungen,
– schwächt durch Adsorption die Nebenwirkungen von chemischen Pharmazeutika, auch Chemotherapeutika, ab, kann die Wirkung der Pharmazeutika jedoch im Einzelfall auch verstärken,
– bindet durch Adsorption Metalle und Metallionen, aber auch Anionen wie Bromide, Nitrate oder Phosphate, und scheidet diese aus,
– bindet Radionuklide aus dem menschlichen Körper und entfernt diese und deren Strahlenbelastung (vor allem Caesium137 und Strontium90).
– Ungeklärt jedoch ist die Wirkung des Klinoptiloliths bzw. des Siliziums auf den Wasserhaushalt, zum Beispiel bei Dehydrierung, die nur unzulänglich mit Adsorption erklärbar ist.
Biochemisch-physiologische Wirkung
Die biochemische Wirkung beschreibt die chemisch-physiologische Wirkung des Klinoptiloliths im Körper und damit die Funktion der Lebensvorgänge. Obwohl keine exakten Untersuchungen vorliegen, kann auf folgende Wirkungen des Klinoptiloliths geschlossen werden:
Klinoptilolith:
– reguliert die Funktion des Kreislaufs, des Nervensystems, des Verdauungssystems, der Nieren und der Reproduktionsorgane,
– beeinflusst den Aufbau von Knochen, Knorpel und hemmt die Abnutzung der Gelenkknorpel,
– beeinflusst den Aufbau von Nägeln, Haaren und wirkt so gegen brüchige Fingernägel und Haarausfall,
– entlastet das Bindegewebe und erhöht dessen Elastizität,
– verbessert die Elastizität der Blutgefäße, hemmt deren Kalzifizierung und beugt damit Arteriosklerose vor,
– verlangsamt die Alterungsprozesse und bessert die Hautelastizität,
– erhöht die unspezifischen und spezifischen Immunreaktionen, moduliert die Abwehrzellen und vermindert Infektanfälligkeit durch die Beeinflussung der Immunmodulation der B-Lymphozyten, der T-Lymphozyten und der natürlichen Killer-Zellen,
– reguliert die Zusammensetzung und Verteilung der Blutkörperchen und die Blutgerinnungsfunktion,
– stabilisiert den Blutzuckerspiegel auf eine gleichmäßige Höhe und mindert deren Blutzucker-Spitzen,
– bessert den psychischen Status durch Aufhellung der Stimmung,
– steigert die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit,
– greift in den Zellstoffwechsel ein und stabilisiert die Zellmembran.
Migulation als physiologischer Effekt
Migulatoren21 sind mineralische Stoffe, die durch ihre kristalline Gerüststruktur biologische Prozesse selbst regulieren und für human- und veterinärmedizinische Bereiche erzeugt werden. Eine bioregulative Funktion liegt dann vor, wenn eine gezielte Regulation biologischer Systeme erfolgt und eine rückkoppelnde Wechselwirkung hat. Dies geschieht zum Beispiel über Aufnahme oder Abgabe von Hormonen, Signalstoffen, Spurenelementen oder durch Stabilisierung des pH-Wertes.
Ähnlich der Migulatorenwirkung des Klinoptiloliths ist die Vektorwirkung der ätherischen Öle, mit der es beispielsweise möglich ist, Stoffe durch eine intakte Haut zu schleusen, die dafür normalerweise nicht durchgängig ist. Wichtiger Ansatz – und wichtig zum Verständnis der Wirkung.
Diese Migulationseigenschaften hängen von den verwendeten Ausgangsstoffen, zum Beispiel Klinoptilolith, Bentonit oder Montmorillonit, und deren Bearbeitung ab. Durch eine »mechanische Aktivierung« können Oberflächeneigenschaften zusätzlich für die jeweilige Anwendung angepasst, durch Dotierung22 mit speziellen Begleitmaterialien die Eigenschaften zusätzlich angepasst werden.
Zeolithe neutralisieren freie Radikale
Die Oberfläche zerkleinerter Zeolithkristalle ist mit negativen Teilchen (Ionen) besetzt. Diese Ionen neutralisieren die positiven Ladungen der sogenannten freien Radikalen. Nach heutigen Erkenntnissen spielen freie Radikale eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Krebserkrankungen und dem menschlichen Alterungsprozess.
Als gesichert gilt heute die Beteiligung der freien Radikalen bei chronischen Krankheiten wie Arteriosklerose, grauer Star, Rheuma (besonders chronische Polyarthritis), Durchblutungsstörungen und bei verschiedenen Krebserkrankungen.
Freie Radikale werden von Klinoptilolith in dessen Hohlräumen gebunden und neutralisiert. Die Entartung von Zellen wird dadurch vermindert bzw. gestoppt. Die Neutralisation der freien Radikalen ist ein weiterer wichtiger Effekt des Klinoptiloliths und eine weitere Erklärung für dessen Wirksamkeit bei verschiedenen Erkrankungen.
Das körpereigene Enzymsystem
Jeder einzelne Körperprozess wird durch ein speziell dafür vom Körper selbst hergestelltes Enzym23 gesteuert, wobei Enzyme übergreifend arbeiten. Aktiviert sich ein Enzym, wird augenblicklich eine ganze Kaskade an Enzymen, oft mit gegensätzlicher Wirkung, in Bereitschaft gestellt. Einige der Enzyme, die der Körper braucht, werden durch Bakterien des Darm-Mikrobioms gebildet. Kommen diese Bakterien durch äußere Reaktionen oder Medikamente durcheinander, kann die Enzymkaskade gestört werden. Das ist mit ein Grund, warum bei vielen Erkrankungen die Verbesserung der Darmflora zu einer Besserung führt. Um optimal arbeiten zu können, benötigen manche Enzyme in ihrer unmittelbaren Umgebung einen bestimmten (hohen) pH-Wert, der ebenfalls enzymatisch gesteuert wird. Krankheiten werden dadurch oft auch als eine Störung des harmonischen Zusammenwirkens der Enzyme aufgefasst, die durch Enzymausgleich gebessert werden können.
Eine naturbelassene Kost sorgt normalerweise für die Zufuhr der notwendigen Enzymbestandteile, und ein Enzymmangel wirkt sich immer dramatisch auf eine Körperfunktion aus. Die Gründe für einen Enzymmangel sind einerseits unzureichende Lebensmittel durch Frühernten, lange Lagerzeiten und die weitere Verarbeitung der Nahrung in den heutigen Lebensmittelfabriken mit Bestrahlen, Erhitzen, Färben, Konservieren, Sterilisieren und »Veredlen«. Andererseits entsteht eine Störung durch Umweltbelastungen und Umweltgifte. Beides bedingt einen Verlust an lebenswichtigen Enzymen und anderen Aktivstoffen. Um gesund zu bleiben, wäre es wichtig, das körpereigene Enzymdepot aufrechtzuerhalten. Klinoptilolith kann dabei helfen.
Körpereigene Enzyme regeln:
– Biosynthese der Eiweiße,
– Bindung und den Abtransport aller Gifte und freien Radikalen im Blut,
– arteriosklerotische Ablagerungen an den Gefäßwänden,
– Fließeigenschaft des Blutes,
– Freischaltung blockierter Nervenleitungen,
– Wundheilung und Schmerzlinderung,
– Nierenausscheidungsfunktion,
– hormonell gesteuerte Systeme,
– Fehlsteuerungen, die Autoimmunkrankheiten auslösen,
– Fieber- und Heilungsprozesse bei Infektionskrankheiten,
– Erkennung und Vernichtung entarteter Zellen und die Verzögerung und Hemmung des biologischen Alterungsprozesses.
Laut Untersuchungen leiden über 80 Prozent der Bevölkerung in Deutschland an Vitalstoff- bzw. Enzymmangel. Die ersten Symptome dafür sind Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Infektanfälligkeit, Hautprobleme, allgemeine Unlust und Verdauungsstörungen. In diesem Stadium kann es schon zu Zell- und Gewebeschäden kommen, die in späteren Jahren zwangsläufig zu schweren Zivilisationserkrankungen führen.
Je mehr Giftstoffe im Vorfeld des Verdauungstrakts neutralisiert werden, desto weniger Enzyme werden dann zerstört. Klinoptilolith wirkt also über die Entlastung des Verdauungstrakts indirekt auf die Enzymbildung ein – und verbessert damit langfristig den Gesundheitszustand.
Adaptogene Wirkung des Klinoptiloliths
»Adaptogen« ist einerseits eine alternativmedizinische Bezeichnung für pflanzliche Zubereitungen und Drogen, die einen positiven Effekt bei stressinduzierten Krankheiten ausüben. Andererseits ist »adaptogen« die alternative Bezeichnung, die der Vektorwirkung ätherischer Öle entspricht. Das bedeutet: Klinoptilolith hilft, Pflanzenstoffe in den Körper besser einzuschleusen. Ein weiteres Beispiel der adaptogenen Wirkung ist die Dotierung des Klinoptiloliths mit Glaubersalz, um Klinoptilolith als wirksames Enteisungsmittel (Europa-Patent: EP0210972 A1) einzusetzen.
Klinoptilolith hat eine hohe Affinität zu Schwermetallen und radioaktiven Kationen. Vitamine, Aminosäuren und polyungesättigte Fettsäuren werden dagegen nach einer Untersuchung von Papaioannou nicht aus dem Körper ausgeführt. In einer kontrollierten Untersuchung wurden bei 24 Schweinen die Effekte bei langfristiger 2-prozentiger Klinoptilolith-Beigabe zum Futter die Konzentrationen von Vitamin A, Vitamin E, Kalium, Natrium, Phosphor, Calcium, Magnesium, Kupfer und Zink im Blut bestimmt. Sowohl im Blut als auch im Leber- und Nierengewebe wurden keine auffallenden Veränderungen der Vitamin- und Mineralkonzentrationen festgestellt.
Dieses Ergebnis bestätigte sich in einer weiteren Studie an Kühen: Katsoulos hatte die langfristigen Auswirkungen der Futterbeimischung bei gesunden Milchkühen auf die Blutwerte (Hämatokrit, Hämoglobin, Leukozytenzahl) gemessen. Alle Messergebnisse zeigten, dass ein Zusatz von Klinoptilolith von 1,25–2,5 Prozent zum Futter keine Auswirkungen auf die gemessenen Blutwerte hat.
Ich setze seit einigen Jahren Klinoptilolith ein, um beispielsweise bei Borreliose eine effektivere Wirkung mit Heilpflanzenauszügen – insbesondere der Karde- und Koriandertinktur – zu erzielen.
Klinoptilolith-Patente für medizinische Anwendungen
Zwischen 1986 und 2002 wurden weltweit 39 Patente von Klinoptilolith für medizinische Anwendungen vergeben; davon 13 in Japan, 11 in Russland, 7 in den USA, 3 in der Ukraine, 2 in Großbritannien und 2 in Deutschland. Weitere Patente sind in Vorbereitung, wobei einige der neuen Patente von den parallel laufenden klinischen Studien abhängen.
Zumal natürlicher Klinoptilolith nicht wie ein total neuer synthetischer Stoff patentrechtlich abschirmbar ist, hat die industrielle Pharmaindustrie kein Interesse, dieses Mittel klinisch zu testen und patentrechtlich auszubeuten. Die Wirkung ist zu gut, die Kosten zu hoch, der Profit zu gering.
Klinoptilolith als Steuerelement der Symbioselenkung
Die Gesamtheit der Lebewesen im Darm wird als Darmflora bezeichnet. Diese Lebewesen haben sich im Laufe der menschlichen Entwicklung als Gemeinschaften herausgebildet, die sich selbst in Grenzen halten. Ihr gemeinsames Ziel ist es, das Leben des Menschen zu sichern. Es handelt sich um Bakterien und Einzeller, aber auch Pilze und Viren. Daneben gehören auch Würmer und andere Großlebewesen zu dieser Gemeinschaft, die bisher kaum erforscht ist.
Die Mitglieder dieser Gemeinschaft verwenden unterschiedliche Kampf- und Überlebensstrategien. Insgesamt sind an diesem Kampfgeschehen im Laufe des Lebens etwa 800 bis 1600 verschiedene Lebewesen beteiligt. Wenn ein Mensch geboren wird, sind noch keine dieser Lebewesen vorhanden, aber mit jedem Tag des weiteren Lebens kommen neue dazu.24 Ihre Aufgabe ist es, den Speisebrei vollständig aufzuschließen und auszunutzen sowie dabei Stoffe herzustellen, die der Körper und die Psyche unbedingt brauchen. Gleichzeitig bekämpfen sich diese Lebewesen gegenseitig, um den eigenen Lebensraum zu sichern. Dabei haben sie Methoden entwickelt, deren Ergebnis wir die »Immun-Antwort« nennen. So gesehen ist der wichtigste Teil der menschlichen Immunabwehr das Zufallsprodukt dieses Existenzkampfes der Darmlebewesen. Verglichen mit einem historischen Bild besteht die Immun-Antwort aus herumliegenden Überbleibseln auf einem Schlachtfeld, auf dem mehrere Heere mit gänzlich unterschiedlichen Waffen gekämpft haben. Der sie wegspülende Regen besteht aus dem Blutkreislauf und dem Lymphsystem – und überall dort, wo diese Reste angespült werden, können sie wiederverwendet werden. Sie stehen dem Menschen als Immunabwehr zur Verfügung. Je mehr verschiedene Lebewesen im Laufe des Lebens an dieser Auseinandersetzung beteiligt sind, desto umfangreicher ist das dadurch entstandene Abwehrsystem.
Die Kampfstrategie der einzelnen Stämme zeigt sich in einem sich ständig verändernden Fließgleichgewicht. Die Anzahl der daran beteiligten Individuen ändert sich ständig. Je ausgewogener dieses Gleichgewicht ist, desto gesünder erscheint der Gesamtorganismus. Überwiegen einzelne dieser Gruppen massiv, kommt es zu Störungen, entwickeln sich Krankheiten und Symptome wie Temperaturerhöhung, Durchfall oder Verstopfung, Krämpfe oder Schmerzen, Schwächezustände, Schweißprozesse oder Zittern.
Kommen diese Lebewesen, die man gesamthaft als Symbionten bezeichnet, mit ungewohnten Stoffen in Kontakt, die ihren Stoffwechsel stören, reagieren sie mit einer Veränderung oder sterben ab. Ein veränderter Symbiont kann nicht mehr die ihm zugedachte Aufgabe durchführen. Damit verändert sich auch das System der Abwehr. Diese Veränderung kann sich noch viel weitschichtiger auswirken. Es können vollständig neue Restteile entstehen, deren Auswirkungen dann vollständig anders in den Abwehrprozess eingreifen.
Ein abgestorbener Symbiont bringt ebenfalls Probleme mit sich. Dem Prozess der Abwehr stehen diese abgestorbenen Symbionten nicht mehr zur Verfügung, womit die Abwehr insgesamt geschwächt wird. Dieses Phänomen ist zum Beispiel das größte Problem der Nebenwirkungen von oral eingenommenen Antibiotika.
Die Idee, nach einer Antibiotikabehandlung prosymbiotische Bakterien zuzusetzen, entstand aus der Überlegung, dass abgetötete aber wichtige Bakterien schnell wieder aufgebaut werden sollten. An sich ein guter Gedanke, aber der Zusatz von wenigen (bis zu 10) Stämmen kann das Problem nicht lösen. Sinnvoller ist es, soviel neue Symbionten wie möglich zuzufügen, und das kann nur auf natürliche Weise geschehen.
Die Idee war, dem Darm eine große Leermasse zuzufügen, in der sich dann neue Lebewesen (nicht ausschließlich Bakterienstämme) einnisten können. Indischer Flohsamen zeigte sich dabei als Quellmittel, das die Voraussetzungen am besten erfüllt. Er ist relativ nährstoffarm und bildet, im Wasser vorgequollen, im Darm ein großes, leeres Volumen. Größeren Lebewesen, wie etwa Würmern, bietet es keine Lebensgrundlage. Je größer das angebotene Volumen, desto größer ist die Veränderung des symbiotischen Raumes. Wie lange dieser Neuaufbau einer Darmsymbiose jedoch dauert, ist nicht vorherzusagen. Das hängt von der Ernährung und der zusätzlichen Medikation ab, aber auch von der vorliegenden krankhaften Störung der noch vorhandenen Symbionten. Auch die Restgiftlager im Körper und die Gifte, die weiterhin über die Nahrung oder die Umwelt zugeführt werden, spielen eine Rolle.
Eine Menge von 2–3 Teelöffeln Flohsamen, in etwa 200–300 ml Wasser zum Vorquellen eingelegt und mehrfach umgerührt, bietet oft schon eine neue Grundlage, um die Symbioselenkung zu beeinflussen. Je größer die Beeinflussung der Symbiose werden soll, desto mehr gequollener Indischer Flohsamen muss eingenommen werden. Die Samen müssen ganz und vorgequollen sein; Flohsamenschalen alleine oder der Versuch ohne Vorquellen funktionieren nicht. Auch funktioniert es nicht mit anderen Samen, deren Nährstoffgehalt weit über dem der Indischen Flohsamen liegt.
Zeitgleich mit der Veränderung der Symbiose verändern sich auch die Unverträglichkeitsreaktionen oder die Allergiebereitschaft bezüglich verschiedener Stoffe, die ansonsten im Körper unerwünschte Reaktionen auslösen würden. Aus der Erfahrung der letzten 15 Jahre zeigt sich, dass damit nicht nur Allergie- und Unverträglichkeitsreaktionen, sondern auch Autoimmunreaktionen beeinflussbar sind. Der Einsatz von Klinoptilolith beeinflusst diese Reaktionen zusätzlich. Was genau dabei abläuft, ist meines Erachtens noch reine Spekulation, aber das langfristige Ergebnis ist hervorragend. Klinoptilolith wird ansteigend von 1-mal 3 g pro Tag eingesetzt. Die Steigerung ist abhängig von der Art der Unverträglichkeiten oder der Autoimmunerkrankung. Diese Steigerung kann bis auf maximal 2-mal 6 g pro Tag stattfinden.
Beeinflussbar sind mit dieser Art der Symbioselenkung Allergie-Erkrankungen wie etwa allergisches Asthma, Unverträglichkeiten wie Histamin-Intoleranz oder Zöliakie und Autoimmunerkrankungen wie Colitis ulcerosa, Diabetes Typ II, Hashimoto-Thyreoiditis, Lupus erythematodes, Morbus Crohn, Sarkoidose oder Sklerodermie. Die Erfahrungen damit reichen noch nicht aus, um eine Therapie exakt zu planen, aber sie zeigen, dass über die Symbioselenkung ein sinnvoller Ansatz gegeben ist.
Die Erfahrungen zeigen ebenfalls, dass schwierig zu behandelnde chronische bakterielle Erkrankungen (zu denen auch die Borreliose gehört) erst nach einer Symbioselenkung beherrschbar sind.
Ohne Klinoptilolith ist eine Symbioselenkung nicht möglich. Klinoptilolith nimmt in dieser Mischung die Abwehrstoffe der Bakterien auf, die diese einsetzen, um ihren Lebensraum gegen andere (auch neu eintreffende) Bakterien zu verteidigen. Dadurch nimmt er in einem gestörten Darmbiom die vielen überschüssigen Stoffe auf, die sonst den Körper angreifen würden. Das heißt, er greift hier direkt in das überschießende Immunsystem ein (daher auch seine Wirkung auf Autoimmunerkrankungen). Es ist zu beobachten, dass die Unverträglichkeitsreaktionen auf Gluten bei der Zöliakie oder dem Histamin bei der Histamin-Intoleranz und vielen anderen Reaktionen im Laufe der Symbioselenkung abnimmt. Diese Umstellung dauert lange, kann aber oft schon nach wenigen Monaten in Ansätzen beobachtet werden. Insgesamt jedoch dauert dieser Prozess viele Monate bis zu drei Jahre.
Im Beobachtungszeitraum der letzten zehn Jahre konnte ich diesen Prozess oft beobachten, und in den sozialen Medien wurden zahlreiche Fälle veröffentlicht. Dort wird von Betroffenen berichtet, wie sich ihre Unverträglichkeiten oder Intoleranzen (gegen Gluten, Histamin, Milchzucker usw.) besserten oder sogar ganz auflösten.
Klinoptilolith als radioaktiver Entgifter
Klinoptilolith kann bedingt durch seine Molekularsiebstruktur radioaktive Nuklide wie Strontium90, Rubidium103, Caesium134+137, Jod131 und weitere radioaktive Isotope wie Kobalt60 absorbieren und diese in seine dreidimensionale Kristallstruktur einschließen. Nach der Selektivitätsreihe werden diese bevorzugt aufgenommen. Dadurch kann Klinoptilolith als radioaktiver Entgifter zur Dekontamination eingesetzt werden.
Angeblich wurde Klinoptilolith erstmals 1949 nach den Atombombenabwürfen in Hiroshima und Nagasaki von japanischen Ärzten zur radioaktiven Dekontamination eingesetzt.25
Das größte technische Einsatzgebiet von Zeolithen in Europa bestand bisher in der Einkapselung radioaktiven Abfalls nach der Zerstörung eines Reaktorkerns in Tschernobyl im Jahre 1986. Dabei wurden nach Tomlinson 2001 über eine Million Tonnen Zeolithe für den Ionenaustausch von Caesium137 verwendet.26
Erfahrungen über Wasserfilterungen bzw. medizinische Therapien mit Klinoptilolith liegen vor von dem Reaktorunfall 1986 in Tschernobyl. Dutzende von Arbeiten russischer Forscher wurden dazu veröffentlicht. Weiter wurde Klinoptilolith bei verschiedenen amerikanischen Atomunfällen sowie in Japan 2011 nach dem schweren Atomunfall im Kernkraftwerk Fukushima eingesetzt.27
Wechselwirkungen zwischen Klinoptilolith und Medikamenten
Die Frage nach einer Wechselwirkung zwischen Klinoptilolith und einem gleichzeitig angesetzten Medikament wird oft gestellt. Die meisten Menschen gehen davon aus, dass Klinoptilolith in seiner Entgiftungsfunktion grundsätzlich jedes Gift in sich aufnehmen kann. Da Medikamente für mehr oder weniger giftig gehalten werden, stellt sich die Frage, ob die Medikamente durch den Klinoptilolith aufgenommen werden, das heißt, ob es zu einer Wechselwirkung zwischen Medikament und Mineral kommt.
»Wechselwirkung« heißt, dass die erwünschte pharmakologische Wirkung eines Wirkstoffs verstärkt, abgeschwächt oder aufgehoben werden kann. Zusätzlich können unerwünschte Arzneimittelwirkungen, also Nebenwirkungen, auftreten.
Zu Wechselwirkungen zwischen Klinoptilolith und Medikamenten liegen bisher noch keine verlässlichen Informationen vor. Es kursiert eine ganze Menge an Spekulationen im Internet, die besonders von Klinoptilolith-Verkäufern verbreitet werden.
Dass die Wirkung von anderen Medikamenten abgeschwächt oder aufgehoben wird, würde bedeuten, dass diese Medikamente in das Kristallgitter von Klinoptilolith eingebaut würden. Dazu sind jedoch die Molekulargrößen der allermeisten schulmedizinischen Medikamente zu groß.
Gerade von Krebspatienten höre ich immer wieder, dass deren Ärzte davor warnen, Klinoptilolith während der Chemotherapie einzunehmen. Es würde die Wirkung der Chemotherapie mindern oder diese gar aufheben. Das kann ich nicht bestätigen. Ich habe oft erlebt, dass Patienten, die während einer Chemotherapie auch Klinoptilolith zu sich nahmen, erheblich schwächere oder keine Nebenwirkungen hatten.28
Bei kleinmolekularen Terpenen jedoch, wie sie etwa in ätherischen Ölen vorkommen, könnte es theoretisch Wechselwirkungen geben; das wurde von mir jedoch in den letzten 12 Jahren noch nicht beobachtet. Ich setze oft ätherische Öle zusammen mit Klinoptilolith ein – ein Wirkungsverlust oder gar eine Wirkungsaufhebung dieser ätherischen Öle habe ich bisher nicht festgestellt.
Das Problem der möglichen Wechselwirkungen von Klinoptilolith sollte dringend besser erforscht werden, um genaue Beobachtungswerte zu erhalten und Spekulationen vorzubeugen.
Nebenwirkung des Klinoptiloliths
Klinoptilolith ist ein natürliches Mineralprodukt und damit garantiert frei von Aromastoffen, Emulgatoren, Farbstoffen, Geschmackstoffen, Gluten, aktiver Hefe, Konservierungsmitteln, Milchprodukten (Laktose), Stärke, Süßstoffen und Zucker. Es ist nicht notwendig, eines dieser »medizinischen Zusatzprodukte« Klinoptilolith zuzumischen.
Nebenwirkungen mit Klinoptilolith haben wir im Laufe der letzten Jahre selten festgestellt.29 In der Literatur30 und im Internet wird Klinoptilolith als absolut nebenwirkungsfrei beschrieben, was wir so nicht stehen lassen können. Da sich alle Internetseiten weitgehend auf Angaben von Prof. Hecht stützen, gehen diese natürlich auch von einem absolut nebenwirkungsfreien Produkt aus. Das ist bequem, aber nicht korrekt.
Als einzige Nebenwirkung konnte ich in seltenen Fällen eine kurzzeitige Stuhlverstopfung oder auch kurzzeitig Durchfall beobachten, die sich bisher immer nach kurzer Zeit von alleine regelten. Diese Wirkung auf den Stuhlgang muss jedoch bei Therapiebeginn zur Dosisbestimmung mit berücksichtigt werden.
Eine Stuhlverstopfung kann vermieden werden, wenn in den ersten 2 Wochen der Klinoptilolith-Einnahme gleichzeitig Indische Flohsamen, und zwar ganze Körner, die mindestens 1 Stunde in Wasser quellen müssen, eingenommen werden. Dadurch wird der Darm angeregt, aber auch gleichzeitig eine gestörte Darmflora behandelt.
Oft wird zu Beginn der Einnahme vermehrt (meist dunkler) Urin ausgeschieden, teils auch nächtlich und in großen Mengen. Messungen haben ergeben, dass die Menge der damit ausgeschwemmten harnpflichtigen Stoffe weit über der Norm lag.
Verwendung in der Tierheilkunde
Der Einsatz von Klinoptilolith in der Tierheilkunde hat ähnliche Voraussetzungen wie in der Humanmedizin. Erfahrungen mit Klinoptilolith liegen bisher bei der Behandlung von kranken Hühnern und Enten, Katzen, Hunden, Schafen, Ferkeln, Schweinen, Kälbern, Milchkühen, Rennpferden, Rehen und Damwild, aber auch exotischen Echsen, Vögeln, Fischen und Pelztieren, vor allem Frettchen, vor.
Klinoptilolith unterstützt dabei deren Immunsystem und hilft Haustieren, mit Stresssituationen besser fertig zu werden. Diese liegen zum Beispiel vor bei Trächtigkeit, Aufzucht der Jungtiere, Zahnwechsel, Haarwechsel, bei psychischem Stress und Stoffwechselentgleisung sowie bei Entzündungen, Infekten, Verletzungen und Verdauungsstörungen.
Auch bei der Behandlung von Pferden liegen inzwischen Erfahrungen vor. Mit Klinoptilolith wurden beispielsweise Bindehautentzündung, Druse, Hautpilz, Hufrehe, Mauke, Mondblindheit, Pferdegrippe, Rotz und Strahlfäule behandelt.
Als Pflanzenfresser haben Pferde einen verhältnismäßig langen Darm. Im Gegensatz zu Wiederkäuern, die bereits im Pansen zahlreiche Symbiosen zur Verdauung von Zellulose besitzen, findet deren Aufspaltung bei Pferden erst im Blind- und Dickdarm statt. Die Mikroorganismen im Dickdarm schlüsseln die komplexen Kohlenhydrate auf und verwerten sie.
Pferde reagieren empfindlich auf Futterumstellungen oder nicht optimale Fütterungsbedingungen. Stress, zu hohe Kraftfuttergaben, Heu von minderer Qualität, häufige Fütterung von Heulage oder gesundheitliche Probleme können zu Übersäuerung im Dünndarm, Fehlgärungen, Verdauungsproblemen, Durchfall und zu Koliken führen. Hier kann die Zugabe von Klinoptilolith zum Futter einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der Darmflora leisten.
In der Nutztierhaltung wird Klinoptilolith zur Behandlung von Erkrankungen des Verdauungs- und Atmungstrakts verwendet. Durch die Regulierung des Mineralhaushalts und eine bessere Verwertung von Kalzium- und Eiweißfutter konnte das Auftreten von Infektions- und Stoffwechselerkrankungen eingeschränkt werden.
Auch über das Grünfutter oder auf der Weide aufgenommene Schadstoffe können mit Hilfe von Klinoptilolith aus dem Körper ausgeleitet werden.
Ferner verläuft auch der Fellwechsel für den Körper der Tiere weniger belastend, zudem konnte öfters eine Verbesserung der Fellqualität beobachtet werden.
In den letzten Jahren wurden öfter Schimmelpilze und Pilzgifte (Aflatoxine) in Futtermitteln wie Getreide, Mais, Heu und Stroh nachgewiesen. Aflatoxine haben lebertoxische Wirkungen, die schon bei geringen Dosen eintreten können; sie schwächen das Immunsystem und können eine karzinogene Wirkungen entfalten. Auch hier bewährt sich die Behandlung mit Klinoptilolith.
Zu den Anwendungsmöglichkeiten zählt auch die Verbesserung der Luftverhältnisse in Ställen durch Zugabe von großkörnigem Klinoptilolith zur Einstreu. Dies kann für Pferde mit Allergien oder Atemwegserkrankungen wie zum Beispiel der Lungenkrankheit COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease) eine große Erleichterung darstellen.
Eigene Erfahrungen bei kranken Tieren konnte ich bisher nur bei Hunden und Katzen machen, wobei jedes Mal Klinoptilolith ins Nassfutter untergemischt wurde. Bei einer Euterentzündung einer Milchkuh, die ich beobachtete, wurde Klinoptilolith mit warmem Wasser als Brei auf das Euter aufgetragen; nach dem Eintrocknen wurde das Mineral wieder abgewaschen. Diese Prozedur musste einige Male wiederholt werden, linderte jedoch die Schmerzen schon nach der ersten Anwendung.
Erfahrungsberichte in der Tierbehandlung sammle ich seit 2011, demnach liegen erst wenige Forschungsergebnisse vor. Meine Fallsammlungen und Internetrecherchen zu Tiererkrankungen wurden jedoch ab Anfang 2012 intensiviert.31
Aus Internetaufzeichnungen geht hervor, dass Klinoptilolith in Futter untergemischt als Ballaststoff im Verdauungstrakt wirkt und den Harnstoffgehalt im Blut um ca. 10 Prozent senkt.
In verschiedenen Facebook-Gruppen wurden in den letzten Jahren immer mehr Fälle von privaten Anwendern beschrieben, die Klinoptilolith bei ihren Pferden oder Haustieren eingesetzt haben, teilweise sehr ausführliche Berichte, die oft mit Bildern unterstützt wurden.
Verwendung in der Tierhaltung, Tierzucht und Landwirtschaft
Klinoptilolith wird in der Landwirtschaft vor allem wegen seiner Ionenaustauschkapazität und Adsorptionskraft eingesetzt. Die Fähigkeit, Schwefelwasserstoff, Nitrite, Ammoniak und Mykotoxine aufzunehmen, wird genutzt, indem Klinoptilolith dem Futter oder Einstreu in Ställen untergemischt wird. Damit verbessert sich das Stallklima. Die Tiere werden dadurch weniger krankheitsanfällig, behalten eine höhere Widerstandskraft und es spart Antibiotika ein. Weiter wird Klinoptilolith als Abwasserklärmittel, Katzenstreu und Filtermittel für Aquakulturen und Fischteiche eingesetzt.
Klinoptilolith verbessert den Futterverbrauch und die Futterverwertung von Schweinen, sorgt für einen gesteigerten Tageszuwachs von Ferkeln, Schweinen und Kälbern, einer geringeren Mastdauer sowie einer verminderten Ausfallquote. Es steigt auch die Milchproduktion sowie die Milchqualität (gemessen an Fett- und Eiweißgehalt) und führt zu einer Verminderung der Futtermittelschädlinge in der Tierzucht (Damwild, Milchkühe, Rehe) sowie zu geringerer Anfälligkeit für Huf- und Klauenentzündung (Rinder, Schafe).
Die mit Klinoptilolith gefütterten Tiere werden ausgeglichener, vitaler, stressresistenter (Schweine) und fühlen sich dabei sichtbar wohl. Klinoptilolith dämmt die Aggressivität (der Schweine) und reduziert damit deren Verletzungen sowie Verluste während der Tiertransporte (Schweine und Kälber); das Mineral beugt Magen-Darm-Erkrankungen vor (Milchkühe und Schweine). Klinoptilolith reduziert das Ammoniakniveau im Pansen, hemmt Gärungs- und Fäulnisprozesse, stabilisiert den Magensaft und reguliert das Wasser-Salzregime im Magen. Darüber hinaus beugt es Erkrankungen wie Kalzämie/Milchfieber bei laktierenden Milchkühen vor. In fein gemahlener Form als Puder oder mit Wasser als Paste angerührt, kann Klinoptilolith mit Erfolg gegen Ekzeme und Hautreizungen der Tiere (ähnlich wie beim Menschen) auch äußerlich angewendet werden.
Klinoptilolith hat eine positive Auswirkung auf die Fleischqualität von Rindern und Schweinen. Es wird mehr Muskelfleisch und Eiweiß gebildet und der Wassergehalt im Fleisch sinkt. Zudem steigert es die Eierproduktion und stärkt die Eischalenstärke von Legehennen. Die Tiere zeigen eine stärkere Widerstandsfähigkeit, eine höhere Vitalität sowie ein gesundes Aussehen dank dichterem und glänzenderem Haar- oder Federkleid.
Klinoptilolith dient allgemein der Verbesserung der Stallhygiene und des Stallklimas in der industriellen Landwirtschaft, wenn er als mineralischer Zuschlagstoff für konventionelle Einstreu verwendet wird. Dank der spezifischen Eigenschaften von Klinoptilolith werden Gerüche und schädliche Gase reduziert, die Umwelt weniger belastet und das Wohlbefinden der Tiere erhöht.
Klinoptilolith in der Einstreu:
– stabilisiert die Darmflora und fördert die Darmgesundheit,
– stärkt das Immunsystem der Tiere und vermindert deren Infektanfälligkeit,
– verbessert die Mineralisierung von Knochen und Zähnen,
– erhöht die Aufnahmekapazität der Einstreu von Wasser, Ammoniak und anderen Störgasen,
– bindet Wasser und beugt so Keimwachstum vor,
– reduziert die Luftfeuchtigkeit,
– verbessert die Konsistenz und erhöht die Trockensubstanz in der Einstreu,
– verbessert die Futterverwertung,
– aktiviert den Aufbau von Muskelmasse,
– trägt zur Widerstandsfähigkeit der Sehnen bei, reduziert Muskel- und Skeletterkrankungen,
– unterstützt den Fellwechsel,
– sorgt für glänzendes Fell oder Federkleid,
– stimuliert den Laktationsprozess,
– unterstützt die Wundheilung,
– wirkt Gewebeübersäuerung entgegen,
– bewirkt bei neugeborenen Ferkeln schnelleres Wachstum und gute Gesundheit während der Aufzucht,
– beschäftigt Hühner durch die Möglichkeit zu scharren und führt somit zu einer artgerechteren Haltung.
Klinoptilolith ist als idealer Tierfutterzusatzstoff, als Fließhilfsstoff, Bindemittel und Gerinnungshilfsstoff (E 567 und 568) zugelassen, sofern dessen Klinoptilolithgehalt nachweislich mindestens 80 Prozent beträgt (L 291/9 der Verordnung [EG] Nr. 1810/2005).
Dosierung in der Tierhaltung
Besonders bei Futtermitteln für Großtiere kann ein geringerer Vermahlungsgrad als üblich sinnvoll sein. In polnischen Gestüten hat sich die Vermahlung von 100 µm oder grober (bis zu 200 µm) als zweckmäßiger erwiesen als die Feinvermahlung von unter 50 µm, die für Anwendungen bei Menschen gebräuchlich ist. Das hat vermutlich einerseits mit der veränderten anatomischen Beschaffenheit des Verdauungstraktes von Großtieren zu tun, andererseits aber auch mit der erheblich größeren Menge an Klinoptilolith, die bei Großtieren eingesetzt wird.
Klinoptilolith wird der täglichen Tierfutterration32 in größeren Mengen – abhängig von Futterqualität und Gesundheitszustand der Tiere – zugefügt, zum Beispiel für Milchkühe, Pferde, Schafe, Schweine (2–5 Prozent führen zu 10 Prozent Zunahme), Ferkel33; für Rehe und Hirsche34 3 Prozent; für Geflügel und Strauße35 2 Prozent.
Dosierungsangaben in der Fischzucht (Kois) liegen mir persönlich nicht vor. Als Fischzusatzfutter für Lachse wird 2 Prozent Klinoptilolithzusatz angegeben, zur Algenreinigung in Teichen 5 kg/m3.36
Klinoptilolith nimmt Giftstoffe auf, welche durch Schimmelpilze37 auf dem Futtermittel erzeugt werden, oder es neutralisiert diese Gifte erst im Magen-Darm-Trakt. Klinoptilolith verbessert die Gewichtszunahme und die körperliche Entwicklung der Tiere, erleichtert die Mineralzufuhr; verhindert oder kuriert bakteriell- und giftstoffbedingte Durchfälle und vermindert bakterienbedingte Magen-Darm-Erkrankungen, senkt die Sterblichkeitsrate (vor allem bei Ferkeln und Hühnern) und steigert die Geburtenrate.
Zusatzstoff für Dünger, Bodenverbesserer
Klinoptilolith hat durch seine eigene Mineralarmut keine Düngerwirkung. Eine Bodenverbesserung mit Langzeitdüngerwirkung erhält man jedoch, indem Klinoptilolith mit den Metallen, welche dem Boden fehlen, beladen und dann unter die Erde gemischt wird. Klinoptilolith gibt das eingebaute Düngemittel dann sehr langsam an die Erde ab. Stickstoff und Kalium werden aufgrund der negativen Gerüstladung des Klinoptiloliths aufgefangen und bei Bedarf abgegeben. Gleichzeitig wird der Boden aufgelockert und damit die Lebensgrundlage der Mikroorganismen verbessert.
Ich habe gute Erfahrungen mit der Zugabe von Klinoptilolith zu Gartenerde gemacht. Die lehmige Erde unseres Gartens war die ersten Jahre sehr ertragsarm, und trotz jährlichen Düngens verbesserte sich der Boden nicht, bis ich größere Mengen Klinoptilolith in die Erde mischte. Zufälligerweise rissen 22 Säcke mit Klinoptilolith während des Transports auf, und ich musste sie irgendwie verwenden. So verteilte ich 550 Kilogramm gleichmäßig über den gesamten Garten und hob diese unter. Ab dieser Zeit explodierte der Ertrag, die Pflanzen wurden gesünder.
Ich wusste, dass man die Bodenqualität mit »Schindele’s Mineralien«, einem nährstoffreichen Paragneis, deutlich verbessern kann. Dass der nährstoffarme Klinoptilolith eine ähnliche Wirkung hat, habe ich dank dieser Erfahrung in unserem Garten gelernt.
Technische Verwendung
Die Einsatzmöglichkeiten von Klinoptilolith sind vielseitig, vor allem im chemischen und technischen Bereich. Klinoptilolith eignet sich infolge der großen inneren Oberfläche für vielfältige technische Anwendungen, etwa als Katalysator für zahlreiche chemische Industrieprozesse. Zum Beispiel zur Trennung von chemischen Substanzen oder als Wasserenthärter; zur Wasserreinigung und Entgiftung von Ammoniak und Schwefelwasserstoff, Eisen, Mangan und giftigen Schwermetallen aus Abwässern; zur Reinigung und Trocknung von Gasen in Biogas- und Kompostanlagen; als Geruchsentferner und bei der Rauchgasreinigung zur Reduzierung von Quecksilber und Dioxinen; zur Entgiftung durch extensive Landwirtschaft sowie durch chemische und radioaktive Unfälle verseuchter Böden.
Klinoptilolith wird als Ionenaustauscher zur Wasserenthärtung, als Chelatbildner, als EDTA-Ersatzstoff und als Trockenmittel verwendet. Des Weiteren wird das Vulkan-Mineral zur großtechnischen Herstellung von Waschmitteln in der Industrie benötigt. Zeolithe finden aber auch in industriellen Katalysatoren Verwendung.
Die Ionenaustauschfähigkeit des Klinoptiloliths hat eine spezifische Selektivität, das heißt, es gibt eine Reihenfolge, nach der die Metalle bevorzugt aufgenommen werden. Diese Reihe verläuft nach folgendem Schema:
Selektivitätsreihe für Klinoptilolith
– NH4>K+>H+>Na+>Sr2+>Ca2+>Mg2+>Li+ (nach Goto, 1983)
– Cs+>Rb+>K+>NH4+>Pb>Ag>Ba2+>Na+>Sr2+>Ca2+>Li+>Cd2+>Cu2+>Zn2+ (nach Tschelischew, 1988)
Dadurch ist erklärbar, warum Caesium und Strontium leicht aufgenommen werden können und gegen Natrium oder Kalium ausgetauscht werden.
Zeolithe, die in ihrer Funktion als Molekularsiebe Wasserdampf aufgenommen haben, lassen sich entweder über hohe Temperaturen über 300 °C oder über Reduktion des Druckes regenerieren. Zentrifugieren nützt nichts, die Verbindung ist zu stark, die Kapillar- oder Bindungskraft zu groß.
Synthetische Zeolithe und chemisch veränderter Klinoptilolith
Für den technisch-chemischen Anwendungsbereich werden zunehmend mehr synthetische Zeolithe entwickelt und Klinoptilolith chemisch verändert. Diese Entwicklung wird mit der spezifischen Funktion dieser »neuen Stoffe« begründet, hat aber auch einen rein kommerziellen Hintergrund.
Inzwischen gibt es über 100 synthetische Zeolithe, die industriell hergestellt werden. Die synthetische Herstellung hat den Vorteil, dass die Größe der Aufnahmekammern variiert und das ganze Produkt patentiert werden kann. Das erleichtert auch die Durchführung klinischer Studien.
Die chemische Nomenklatur bezeichnet synthetische Zeolithe als zeolithische Natrium-Alumosilikate oder Kalium-Alumosilikate der Molekularsiebtypen A, X, Y oder P.
Während des Atomunfalls in Tschernobyl wurde zur Eliminierung der radioaktiven Isotope von Strontium und Cäsium noch natürlicher Klinoptilolith verwendet. Nach dem Atomunfall in Fukushima wurde dieser Klinoptilolith durch ein synthetisch hergestelltes Geopolymer auf Klinoptilolithbasis ersetzt, um durch einen Ionenaustausch die radioaktiven Alkali- und Erdalkali-Metalle in ihrem Kristallgitter zu binden.
Synthetische Zeolithe haben langfristig den Vorteil, dass durch Anpassung der Gittergröße Moleküle einer spezifischen Größe filtriert werden können. Damit wäre es beispielsweise möglich, Rückstände einer Chemotherapie sicher herauszufiltern und diese so verträglicher zu machen. Bisher konnte Klinoptilolith bei Krebserkrankungen nur unspezifisch in der Begleittherapie einer Chemotherapie eingesetzt werden. Mit dem Einsatz spezieller synthetischer Zeolithe könnte es möglich werden, gezielter auf einzelne Atome und Moleküle einzuwirken.
Die Synthese eines Zeoliths kann aus einer Mischung aus Aluminium- und Siliziumhydroxiden in Natronlauge bei Temperaturen zwischen 50 und 90 Grad Celsius durchgeführt werden. Die Hydroxide können mit Natronlauge frisch aus Aluminiumpulver und Tetraethylorthosilikat einzeln hergestellt und dann vermischt werden. Vorteilhaft ist ein Überschuss von Aluminium. Da dieser Prozess im Gegensatz zur natürlichen Entstehung eines Zeoliths in sehr kurzer Zeit abläuft, sind synthetische Zeolithe auch nicht stabil. Deshalb ist es einfach, das Aluminium herauszulösen, was bei den stabilen natürlichen Zeolithen nicht gelingt. Experimente, die mit synthetischen Zeolithen durchgeführt werden, können deswegen mit natürlichen Zeolithen nicht wiederholt werden.
Verwendung im Hoch- und Tiefbau
Die weltweit größte Menge an Klinoptilolith wird für den Hoch- und Tiefbau verwendet. China produziert jährlich 2 500 000 Tonnen Klinoptilolith, das zu 99 Prozent in die Baubranche geht.38
Klinoptilolith verbessert die Isolationsfähigkeit von Beton und Zementmischungen und wird im Straßenbau zur Herstellung von Niedrigtemperaturasphalt eingesetzt. Dadurch mindert sich die Giftbelastung der Straßenbauarbeiter bei gleichzeitiger Beschleunigung des Straßenbaus.
Vergleich mit anderen Steinmehlen
Neben dem »Schindele’s Mineral«39 (einem Paragneis), dem »Schweizer alpinen Steinpulver«, dem »DiaBas-Urgesteinmehl« und dem »Mafang-Stein« (Mongolischer Medizinstein) sind noch verschiedene andere Gesteinspulver in der medizinischen Verwendung, zum Beispiel »Eifelgold-Basalt-Steinmehl«, »Neudorff-Basalt-Steinmehl« usw. Das »Schindele’s Mineral« und den »Mafang-Stein« habe ich in den letzten Jahren öfter mit Erfolg eingesetzt. Inzwischen ziehe ich Klinoptilolith vor. Alle diese erwähnten Gesteinspulver haben zwar medizinische Eigenschaften, die auch von Klinoptilolith erreicht werden, weichen jedoch in zweierlei Hinsicht von diesem ab. Sie sind alle nicht so fein verrieben40 wie das medizinisch verwendete Klinoptilolith und haben damit keine Molekularsiebwirkung; und sie bestehen oft aus einem viel größeren Spektrum an Mineralstoffen, speziell an Spurenelementen.
Robert Schindele gibt in seinem Buch Schindele’s Mineralien einige Dutzend Beispielfälle, in denen das Mineralpulver bei kranken Menschen und Haustieren mit Erfolg eingesetzt wurde. Viele der aufgelisteten Therapieerfolge hätte man meines Erachtens ebenso mit Klinoptilolith erzielen können. Ich denke, dass das fein verriebene Klinoptilolith therapeutisch noch sicherer ist.
Die Fallbeispiele (oft mit Namen, Geschlecht und immer mit Alter) beziehen sich auf folgende Wirkungen: senkt Fieber, bessert Eisenmangel, bessert Durchblutungsstörungen, senkt zu hohen Blutdruck, vermindert Arthritis- und Arthroseschmerzen, bessert Bandscheiben-, Gelenk- Hüft-, Muskel- und Rückenschmerzen, mindert Schwellungen der Hände und Füße, verbessert Alkoholverträglichkeit, normalisiert Darmträgheit, Verdauung und Stuhlgang, heilt chronischen Durchfall, lässt Blähungen verschwinden, senkt den Cholesteringehalt des Blutes, bessert die Leberwerte im Blut, vermindert das übermäßige Körpergewicht, bessert Neurodermitis und lindert Juckreiz, bessert den Hautzustand und die Wundheilung, stabilisiert den Blutzucker, verkleinert eine Prostatavergrößerung, bessert Nervenleiden, bessert Tinnitus und Schwindel, bessert die Konzentrationsfähigkeit, vertreibt Müdigkeit, mindert depressive Zustände und verbessert die Lebensqualität.
Dazu wurde es unterstützend bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn sowie im Bereich der Tiermedizin eingesetzt.
Vergleich mit Tonmineralen (Tonsteine)
Neben den Gesteinsmehlen haben auch die relativ ähnlichen Tonminerale vergleichbare therapeutische Eigenschaften. Als Tonminerale bezeichnet man einerseits Minerale, die überwiegend feinstkörnig (Korngröße < 2 µm) vorkommen; andererseits heißen auch (Alumo-)Schichtsilikate, die nach ihrer schichtartigen Kristallstruktur benannt sind, Tonminerale. Die zwei Definitionen sind nicht deckungsgleich. Tonminerale bezeichnen daher in der Regel solche Minerale, die beide Kriterien erfüllen.41 Medizinisch werden meist Tonminerale der Smektit- oder der Vermiculit-Gruppe verwendet.
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