Kitabı oku: «Kalte Kernreaktion»
Inhaltsverzeicnis
Impressum 4
Widmung 5
Vorwort Prof. Dr. Theo Almeida Murphy 7
Vorwort Dipl.-Phys. Dirk Schadach 11
Einleitung 13
Der unwillkommene Segen 20
Der Teufel riecht nach Schwefel und Atome sind gefährlich 30
Atomenergie 34
Annäherung an die Kalte Fusion 44
Heiß – oder Kalt? 52
So fing alles an 54
Gewinninteressen 56
Die Kalte Fusion und die Wissenschaft 66
Kalte Fusion in den USA und anderen Staaten 68
Die Kalte Fusion und das Massachusetts Institute of Technology (MIT) 70
Pamela Mosier-Boss und Lawrence Forsley 83
Dr. Andrea Rossi 86
Das „Lugano-Gutachten“ 92
LENR und Carl Page 108
Rossi und die „Trolle“ 112
Norront-Fusion-Energy 136
Deutungshoheit 142
Die tiefgreifende Krise der Physik 154
Transmutation von Elementen mit LENR 158
Ein Überblick über die LENR-Forschung in den USA 164
Europa und die Kalte Fusion 168
Die besondere Rolle der NASA 184
Airbus und die Kalte Fusion 192
Abgrenzung der Kalten Kernfusion zur sog. „Wasserstoffwirtschaft“ 202
Erhebliche Behinderungen meiner LENR-Aktivitäten 206
Kalte Fusion in Japan und China 214
LENR in China 226
Kalte Kernfusion in Russland 230
Die Kalte Fusion und die Finanzwelt 242
Mini-Reaktoren der Kernspaltung auch in den USA 250
Wikipedia – Lügen mit System 254
Wozu ich beitragen möchte 262
Es ist genug für alle da 266
Glossar 272
Weitere wichtige Links 276
Anhang, verfasst von Dipl. Physiker Dirk Schadach 278
Impressum
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© 2021 novum publishing
ISBN Printausgabe: 978-3-99107-698-8
ISBN e-book: 978-3-99107-699-5
Lektorat: Leon Haußmann
Umschlagfotos: Boonmee Kimhueng, Michael Piepgras | Dreamstime.com
Umschlaggestaltung, Layout & Satz: novum publishing gmbh
www.novumverlag.com
Widmung
Für meine Frau,
fdie mir geduldig zur Seite gestanden hat.
Vorwort
Prof. Dr. Theo Almeida Murphy
Am 23. März 1989 berichtete Martin Fleischmann im Rahmen einer Pressekonferenz, zusammen mit seinem Kollegen und Schüler Stanley Pons, von Experimenten, bei denen eine Kalte Kernfusion beobachtet worden sei. Diese Meldung erreichte mich während meines Studiums der Physik in Marburg, Hessen. Beide Herren hatten sich damit die Finger verbrannt, zu früh wurde der Effekt ohne gesicherte Ergebnisse bekannt gegeben, denn die Ergebnisse ließen sich zunächst nicht replizieren. So erhielt dann die Forschung über die „Kalte Fusion“ den verheerenden Stempel „Junk Science“.
Der Name Cold Fusion wurde jedoch schnell etabliert und immer wieder konnte man über sporadische Entwicklungen in Laboratorien überall in der Welt lesen. Nachdem jedoch viele Forschungsgruppen vergeblich versucht hatten, das Experiment zu reproduzieren, wurde die Hoffnung auf unerschöpfliche saubere Energie schnell zunichte gemacht. Seitdem trauten viele Wissenschaftler sich nicht mehr mit dem Thema zu beschäftigen, da es eine „Kalte“ Kernfusion nicht geben darf. Aber es wurde im Verborgenen weiter geforscht. Insgesamt wurde der Energiegewinn mit Hilfe der Kalten Fusion (oder auch LENR genannt) über 200 Mal nachgewiesen. Fleischmann und Pons hat das jedoch nicht mehr geholfen.
Interessant ist zu lesen, dass der Google Gigant 10 Millionen US-Dollar innerhalb von 4 Jahren für Forschungsaktivitäten der Kalten Fusion ausgegeben hatte. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Nature im Jahr 2019 publiziert. Das ist nicht lange her. Was war das Ergebnis? Es klappte auch dort nicht – so kommentierten die Wissenschaftler: „Um Durchbrüche zu finden, muss man Risiken eingehen, und wir sind der Meinung, dass die Wiederaufnahme der Kalten Fusion ein Risiko ist, das es wert ist, eingegangen zu werden“. Wie ist dieser Widerspruch zwischen nachweisbaren Ergebnissen und wenig erfolgreicher Forschung zu erklären: Die seit Jahrzehnten erzielten Erfolge in Form von Überschuss-Energie waren nicht Ergebnisse der Grundlagenforschung, sondern zum großen Teil zufällige Entdeckungen.
Die Frage ist nicht „existiert die Kalte Fusion“, sondern „wie können wir die Kalten Fusionseffekte stabilisieren und reproduzieren?“ Ein Reaktor in Tischgröße, der Energie ohne Radioaktivität erzeugt – das klingt zu schön, um wahr zu sein, und doch – die Indizien mehren sich.
Eine Kombination aus drei Faktoren: Die Anhäufung glaubwürdiger experimenteller Ergebnisse in den letzten 30 Jahren, die Lösung einiger wichtiger Fragen zur Reproduzierbarkeit und eine sich entwickelnde Technologiebasis wird die Kalte Fusion an die Schwelle des Durchbruchs katapultieren.
Die großen Akteure investieren im Stillen beträchtliche Summen in die Erforschung der Kalten Fusion und positionieren sich damit für das, was sich als ein entscheidender Wendepunkt in der globalen Energieszene herausstellen könnte. Japan und die Vereinigten Staaten sind weit voraus.
Der Autor beschäftigt sich nicht mit den technisch-physikalischen Fortschritten im Detail, sondern dokumentiert die erzielten Ergebnisse, in Form von Patenten, Gutachten und erfolgreichen Versuchen. Vor allen Dingen widmet er sich aber auch den Begleitumständen, die denErfolg der Kalten Fusion bis heute behindert und verhindert haben. Das Buch verfolgt den Zweck, Politik und Öffentlichkeit für diese bahnbrechende Technologie zu interessieren. Denn sie verspricht: Unendliche, saubere und billige Energie.
Vorwort
Dipl.-Phys. Dirk Schadach
Dieses Buch bietet eine sehr spannende und einfühlsam erzählte Geschichte „rund um die Kalte Fusion“. Genauer gesagt berichtet dieses Buch auf eine übersichtliche und leicht nachvollziehbare Weise über drei Ausschnitte aus dem großen Wissenschafts-Drama „Kalte Fusion“. Es gibt noch andere Aspekte, physikalische Zusammenhänge, verleugnete und totgeschwiegene wissenschaftliche Forschungsergebnisse und technische Entwicklungen auf diesem Gebiet.
Das wäre für den Einstieg jedoch zu viel. Daher ist die Fokussierung auf drei wesentliche Ausschnitte „Entdeckung der Kalten Fusion durch Fleischmann und Pons“, „technische Nutzbarmachung mit dem E-Cat von A. Rossi“ und „energietechnische Revolution der schrumpfenden Atome von Blacklight-Power (R. Mills)“ in der ersten Hälfte des Buches überaus sinnvoll. So bleibt die Geschichte „rund um die Kalte Fusion“ für jede Interessierte und jeden Interessierten gut verständlich.
Das ist in dem hier erbrachten Umfang in deutscher Sprache bisher einzigartig und überaus wissenswert.
Ich bedanke mich bei den Diplom-Physikern Jürgen Axmann und Dirk Schadach für Ihre Korrektur-Lesungen.
Für seine langjährige Vorarbeit und Kooperation bedanke ich mich bei Dr. Reiner Seibt
und für seine Unterstützung bedanke ich mich bei Herrn Patentanwalt Kurt Kappner.
Einleitung
Ich habe als Titel für mein Buch „Kalte Kernreaktion“ gewählt, weil ich über Jahre den Begriff „coldreaction.net“ für meinen Blog verwendet habe. Man weiß nicht, wie man das Phänomen der „Kalten Kernreaktion“ oder „Kalten Kernfusion“, auch genannt „Low Energy Nuclear Reaction“ oder „anomaler Hitzeeffekt“ einheitlich nennen soll, denn die theoretischen Grundlagen sind nicht völlig klar. Der Physiker und Friedensnobelpreisträger Andrej Sacharow prägte den Begriff „Kalte Kernfusion“, der sich weithin als historisch begründeter Arbeitsbegriff eingebürgert hat. Eines steht jedoch seit langem fest: Die verschiedenen Begriffe bezeichnen ein Phänomen, bei dem Geräte sog. „Überschussenergie“ liefern, d. h. sie erzeugen erheblich mehr Energie, als ihnen zugeführt wird.
Dieses Buch ist kein Beitrag zur wissenschaftlichen Diskussion über die sog. „Kalte Fusion“. Es beschäftigt sich vielmehr mit den Chancen dieser Technologie aus der Sicht des Verbrauchers und des Umweltschutzes. So nimmt zwar der physikalisch-technische Aspekt der Kalten Fusion breiten Raum ein, aber gerade so viel wie der Laie für einen Zugang zu dem Thema braucht. Und welche Fragen das sind, habe ich durch meine wenigen Seminare, unzählige Mails und Anrufe gelernt. Auch der Laie benötigt ein Grundverständnis für die Technologie der Kalten Kernreaktion, damit er die Tragweite des Themas für sich selbst und die Gesellschaft erkennt. Nur auf diesem Wege kann sich politischer Druck aufbauen, der letztendlich zu einer sehr viel stärkeren politischen Unterstützung dieser Technologie führt. Deshalb ist es notwendig, nicht nur diese Technologie zu behandeln, sondern auch das politisch-wirtschaftlich-wissenschaftliche Umfeld. Bei dieser Sichtweise stellt sich zwangsläufig die Frage, wie es sein kann, dass die Kalte Fusion in vielen Ländern immer noch behindert wird und manche Wissenschaftler bis heute auf der Position des Herrn Palmström im Gedicht von Christian Morgenstern („Die unmögliche Tatsache“) verharren, den er in der letzten Strophe sagen lässt: „Und er kommt zu dem Ergebnis: Nur ein Traum war das Erlebnis. Weil, so schließt er messerscharf, nicht sein kann, was nicht sein darf“. Was verspricht die Kalte Kernfusion: Saubere, billige, abfallfreie, ressourcenschonende, landschaftsschonende, strahlungsfreie und dezentrale Energie. Was will man mehr.
Das Buch stellt auch die Frage, warum ausgerechnet ein ressourcenarmes Land wie Deutschland in dieser Technologie sich erst jetzt, nachdem die EU ein Forschungsprogramm aufgelegt hat, diesem Gebiet zuwendet. Zur gleichen Zeit ist ein Unternehmen dieser Technologie in den USA bereits in einen Energiekonzern eingegliedert und arbeitet am Markteintritt und in Japan geschieht dies ebenfalls. Die Märkte für die Technologie sind mittlerweile weitgehend geschlossen, weil schon vor Jahren weltweit Patente erteilt wurden. Hier im Buch erwähne ich einige wichtige Patente und Gutachten, die die Diskussion über die Kalte Fusion wesentlich bestimmt haben. Darüber hinaus gibt es allerdings zahlreiche weitere Patente, Gutachten, Replikationen und Demonstrationen der Technologie der „KF“.
Die Versäumnisse von Wissenschaft und Politik in Deutschland sind markant, die sich daraus ergebenden Fragen sind unangenehm. Aber diese Fragen müssen gestellt werden, weil sich sonst kein Gesamtbild der Situation um die Kalte Fusion ergibt. Die Lage um die Kalte Fusion erfordert klare Worte; falsche Rücksichtnahmen, Denk- und Handlungsverbote haben Verbraucher und Umwelt um zwanzig bessere Jahre betrogen. Die aktiven und passiven Verhinderer der Kalten Fusion haben einen riesigen Schaden angerichtet. Oder, wie es der Autor Brian Westenhaus sagt: „Die Wissenschaftler, die sich in Demoralisierung, wegwerfender und charaktervernichtender Art engagiert haben, haben mehr Unheil angerichtet als jede andere Ansammlung von Betrügern sich hätte ausmalen können“. Wie es zu diesem harten Urteil kommt, werden Sie in den nächsten Kapiteln erfahren.
Überall auf der Welt, vielleicht weniger in Japan, ist die Entwicklung der Kalten Fusion behindert worden. Ich stelle Fragen nach dem „warum“ und muss keine Rücksichten nehmen, weil ich weder politisch, wirtschaftlich noch wissenschaftlich einer „Community“ angehöre. Ich fühle mich einzig und allein den Verbrauchern und der Umwelt verpflichtet. Ich bitte um Verständnis, wenn ich immer wieder meine Verärgerung über die herrschenden Zustände in Politik und Wissenschaft erkennen lasse. Die Technologie war seit Jahren da, aber sie wurde als „Phänomen“ behandelt, eben weil man sie nicht verstand oder nicht verstehen wollte. Aber sie hätte schon viel früher genutzt werden können. Nach der Logik mancher Wissenschaftler hätten die frühen Menschen keine Feuer entzünden dürfen, denn sie verstanden ja die komplexen chemisch-physikalischen Zusammenhänge dieses Vorgangs gar nicht. Die Dampfmaschine wurde genutzt, bevor es die Wissenschaft der Thermodynamik überhaupt gab, der Röntgenapparat wurde genutzt, bevor die Wissenschaft ihn wirklich verstanden hatte. Auch die Kalte Fusion hätte schon lange genutzt werden können: Der massive Energiegewinn war unbestritten und ebenso war absolut sicher, dass es keinerlei schädliche Emissionen gab. Aber viele Physiker haben die Erforschung und Nutzung des „Phänomens Kalte Fusion“ verhindert, weil sie es nicht verstanden. Die massiven Vorteile für Verbraucher und Umwelt waren ihnen dabei nicht wichtig genug, viel wichtiger war ihnen der Erhalt ihrer Deutungshoheit. Sie haben damit den Profiteuren der Karbon-Industrie in die Hände gespielt.
In frühen Zeiten der Wissenschaft waren praktisch alle Erfindungen ein Ergebnis von Versuch und Irrtum. Mit zunehmenden technischen, mathematischen und methodischen Fortschritten etablierte sich die sog. „Grundlagenforschung“. Ein wichtiger Fortschritt, der aber gleichzeitig eine Art „Alleinvertretungsanspruch“ bei Erfindungen entstehen ließ und da haben „Phänomene“ keinen Platz. Die Patentämter weltweit folgen diesem Anspruch zum Glück nicht und so kommt es, dass zahlreiche Patente zur Kalten Fusion erteilt wurden. – Was die Physik angeht erlaube ich mir, „ungenau“ zu sein. Es geht mir darum, Nichtfachleuten das Thema „Kalte Fusion“ durch einfache, verständliche Erklärungen näherzubringen. Es ist also völlig egal, ob in einem Anion oder Kation weniger oder mehr Elektronen beheimatet sind. Es geht mir um die Darstellung der Zusammenhänge, um die Einbettung der Kalten Fusion in die Energiepolitik, die Gesellschaft, in die Geopolitik, aber vor allem um die Auswirkungen auf die Privathaushalte und nicht zuletzt den Umweltschutz.
Das Thema Kalte Fusion muss neben den spezialisierten Foren, Fachzeitschriften und Fachkongressen endlich in die Öffentlichkeit gelangen. Das Thema gehört in die Umweltverbände, die Parteien, die „grünen“ Bewegungen. Und um das zu erreichen, muss die Sprache zur Kalten Fusion verständlicher werden. Aber ich bin dabei guten Mutes. Auch die Elektrizität wird von den meisten Menschen nicht völlig verstanden – genutzt wird sie aber ganz selbstverständlich. Die Erklärung der KF ist ein fast unmögliches Unterfangen, weil die Zusammenhänge kompliziert sind. Die größte Hürde ist dabei klarzumachen, dass Masse und Energie zwei Seiten derselben Medaille sind. Um am Ende die Überzeugung zu erlangen, dass „Kalte Kernfusion eine gute Sache ist“, muss man diesen schwer nachvollziehbaren Weg gehen. Es kann und darf nicht sein, dass sich einer der größten technologischen Durchbrüche abzeichnet, den die Welt je gesehen hat, dass aber neben der breiten Öffentlichkeit auch fast alle Politiker, Verbände und Organisationen aller Art noch nie etwas davon gehört haben. Diese Information ist auch notwendig, damit die „üblichen Verdächtigen“ der „Bereicherungsindustrie“ das Geschäft nicht weiter unter sich ausmachen. Die Mechanismen zu dieser Bereicherung heißen künstliche Verknappung und Zentralisierung. Verknappung ist bei der Kalten Fusion eigentlich unmöglich, denn die verwendeten Ressourcen sind zum einen reichlich vorhanden, zum anderen wird so gut wie nichts verbraucht. Man könnte aber versuchen, eine Verknappung über staatliche Regulierung oder über Rohstoffkartelle zu erreichen. – Zum anderen wird man versuchen, die dezentrale Energie der Kalten Fusion zu zentralisieren, indem man sie zu Kraftwerken bündelt. Nur so kann man in großen Stil von der Verteilung der Energie profitieren. Um diesen Entwicklungen Einhalt zu gebieten, ist Wachsamkeit vonnöten. Und um wachsam sein zu können, braucht man Wissen.
Der unwillkommene Segen
Die Kalte Kernfusion ist ein umstrittenes Thema, und wenn es nach manchen Widersachern dieser Technologie ginge, wäre „umstritten“ gleichbedeutend mit „nicht erwiesen“ oder „falsch“. Dies ist aber beileibe nicht der Fall, denn der Weg dieser Technologie ist gepflastert mit erteilten Patenten, positiven sog. „peer-reviewed“ Gutachten (also Gutachten anerkannter Wissenschaftler), erfolgreicher Demonstrationen usw. Dazu später mehr. In Patentschriften, Gutachten und anderswo wird der Begriff „Kalte Fusion“ verwendet, vielfach aber auch der „Ersatztitel“ LENR = Low Energy Nuclear Reactions. Ich verwende beide. Ob in den kleinen Reaktoren, um die es bei der Kalten Fusion geht, tatsächlich eine Fusion von Atomkernen stattfindet oder ob sich die erzielte Überschussenergie auf andere Weise ergibt, sei dahingestellt. Wichtig ist, dass tatsächlich und erwiesenermaßen Überschussenergie auf nicht-chemische Weise erzeugt werden kann. Überschussenergie heißt: Es wird von einem Gerät mehr Energie erzeugt, als ihm vorher zugeführt wurde, und zwar erheblich mehr. Ich bleibe hier im Buch bei dem Begriff „Kalte Fusion“ oder LENR, obwohl mir klar ist, dass nach einem endgültigen Verständnis der Vorgänge es vielleicht noch zu einem Wechsel der Bezeichnung kommen kann. Es ist auch nicht ganz unwahrscheinlich, dass für verschiedene Systeme des „AHE“ (Anomaler Hitze Effekt) auch in Zukunft verschiedene Bezeichnungen verwendet werden. Die Systeme der Leonardo Corporation, von Brilliant-Light Power und Norront-Fusion sind sehr verschieden. Sie erzeugen alle Überschussenergie in kühlschrankgroßen Reaktoren, aber nur Holmlid nennt sein System „Fusion“. Dazu später mehr. Allerdings ist es schade, dass seit Jahrzehnten so viel „Diskussions-Energie“ in diese Namensgebung gesteckt wird. Richtig unfair wird die Diskussion, wenn der Eindruck erweckt wird, durch den fehlenden Beweis der Fusion sei auch der Gewinn an Überschussenergie nicht erwiesen. Diese Behauptung ist böswillig. Denn die Überschussenergie ist hundertfach gemessen worden, mit vielen verschiedenen, wissenschaftlich anerkannten Messmethoden.
Bevor ich mich den Details widme, will ich mich zunächst vorstellen und erklären, weshalb ich mich überhaupt für das Thema „Kalte Fusion“ interessiere und warum ich mich seit Jahren dafür engagiere. Ich bin Jahrgang 1946, also lange nicht mehr im aktiven Berufsleben. Dieses Berufsleben war sehr unruhig, weil ich mich „on the job“ von „ganz unten“ nach „ziemlich weit oben“ gearbeitet habe. Dieses Arbeiten und Lernen „on the job“ ist mir zur zweiten Natur geworden und hat mir bei der Erschließung des Themas „Kalte Kernfusion“ entscheidend geholfen. Ich habe keinerlei technische Ausbildung, aber doch ein ganz ausgeprägt technisches Verständnis. Diese Art von „Vorbildung“ befähigt beim Thema „Kalte Kernfusion“ eigentlich zu nichts. Nur, wenn man auf diese Art und Weise an ein Thema herangeht, ist der Misserfolg sicher. Fortschritte gehen oft mit Grenzüberschreitungen bei der Vorgehensweise einher und deswegen habe ich keinen Moment gezögert, mich des Themas anzunehmen.
Ich habe 2013/2014 einen Internet-Blog gegründet, der zunächst „fehnblog“ hieß und den ich dann in „coldreaction.net“ umbenannte. Die Anregung dazu fand ich in dem Blog (seibt-bautzen) von Dr. Reiner Seibt, den er bis heute trotz seines hohen Alters weiterhin betreibt. – Bis Oktober 2020 habe ich meinen Blog betrieben und parallel auch einige Seminare über die Kalte Fusion veranstaltet. Im Oktober habe ich mich dann mit folgenden Worten in meinem Blog verabschiedet:
Die Zukunft für die Kalte Fusion sieht gut aus, aber „coldreaction.net“ geht vom Netz.
Liebe Freundinnen und Freunde der Kalten Kernfusion, nach fast sieben Jahren und insgesamt 1 408 143 Seitenaufrufen will ich „coldreaction.net“ beenden. Die Gründe sind vielfältig: Durch ständig neues Material wird die Seite unübersichtlicher und ich müsste sie eigentlich komplett überarbeiten. Dazu fehlt mir aber die Zeit und zudem habe ich Probleme mit meiner Sehkraft. Ich werde daher den Blog Ende dieses Jahres aus dem Netz nehmen. Es besteht damit noch reichlich Zeit, den Inhalt zu kopieren. Übrigens werde ich das „Gästebuch“ schon vorher schließen, weil es mir täglich komplett „zugespamt“ wird. Ich will mich nicht verabschieden, ohne einige grundsätzliche Anmerkungen zu machen.
Kalte Fusion und Umweltpolitik
Es wird mir ein ewiges Rätsel bleiben, weshalb sich Politik und Umweltverbände nicht viel intensiver mit sauberer Kernkraft beschäftigen. Es ist der Gipfel der Dummheit, wenn man gelegentlich hört, „von Atom haben wir erstmal die Nase voll“, und sich jeglicher vernünftigen Diskussion verweigert. Die Effizienz von Kernkraft ist derart hoch, dass alle schmutzigen und sauberen Energien dagegen auf abstruse Weise ineffizient sind. Die Kalte Fusion ist zudem abfall- und strahlungsfrei. Die Forschungen zur Kernkraft sind weltweit vielfältig und beschränken sich beileibe nicht nur auf die bekannte (und gefährliche) Kernspaltung und auf die Kernfusion, sondern auch auf viele andere Varianten. Allen ist gemein, dass sie wenig bis gar keinen Rohstoffbedarf haben, sondern nur die sog. „Bindungsenergie“ verbrauchen, wie sie z. B. bei einer Fusion von Wasserstoffatomen „übrigbleibt“, wenn diese zu einem Heliumatom fusionieren. Diese kleine übrig gebliebene Bindungsenergie wird dabei zu einem „Energieriesen“, weil sie nach der Einstein-Formel E=MC2 mit der Lichtgeschwindigkeit zum Quadrat multipliziert wird. Fossile Energien und erneuerbare Energien sind im Vergleich dazu winzige Energiezwerge, die zudem nachteilige Auswirkungen auf die Umwelt haben, mal mehr, mal weniger.
Andererseits sieht es gut aus für die Kalte Fusion und das ist auch der Grund, weshalb ich meine Seite guten Gewissens aufgeben kann. Die EU-Kommission hat kürzlich eigene Forschungsprogramme gestartet, Google engagiert sich nachhaltig für die Kalte Fusion (wovon ich mir noch am meisten verspreche, denn Google hat entscheidende Vorteile: Geld und kurze Entscheidungswege). Die US-Navy ist auf dem Gebiet der Kalten Fusion schon ein Veteran und die NASA ebenfalls. Airbus ist im Rennen, auch japanische, russische und chinesische Forschungseinrichtungen und Firmen. Bei den ersten kommerziellen Anwendungen scheinen zwei Einzelkämpfer die „Nase vorn“ zu haben: Dr. Andrea Rossi und Dr. Randell Mills, dessen Firma mittlerweile zu einem der größten US-Atomkonzerne gehört. Mindestens zwanzig weitere Firmen wären noch zu nennen.
Die Kalte Fusion und die Physik
Zunächst einmal hat die Physik ein Problem mit sich selbst, denn anerkannterweise passen die beiden großen Erklärungsmodelle der Physik, das sog. „Standard-Modell der Teilchenphysik“ und die Quantenphysik, nicht zusammen, d. h. die Physik verfügt nicht über ein einheitliches Erklärungsmodell für physikalische Vorgänge. Dies braucht man aber, um zuverlässig über eine Sache urteilen zu können. Genau dies hat man wider alle Vernunft beim Thema „Kalte Fusion“ aber seit über 30 Jahren getan, obwohl Fakten für die Existenz dieses „Phänomens“ sprachen. Man zog es vor, die Protagonisten der Kalten Fusion zu denunzieren, zu beschimpfen, kaltzustellen oder mit anderen Mitteln zu drangsalieren, ganz im Stile der Inquisition gegenüber Galileo Galilei. Eine beschämende Vorgehensweise, die teilweise bis heute anhält.
Die Kalte Fusion und die Energiekonzerne
Mit Energiekonzernen meine ich in erster Linie die halbstaatlichen Stromkonzerne, die für die Verteilung der elektrischen Energie zuständig sind. Ohne diese Firmen hätte es nie die wirtschaftliche Entwicklung und den privaten Komfort gegeben, wie wir ihn heute ganz selbstverständlich kennen und in Anspruch nehmen. Andererseits hat derjenige, der dieses Versorgungsmonopol sein Eigen nennt, auch die Macht über die Preise. Genau hier entsteht Widerstand gegen die Kalte Fusion. Die Konzerne kommen mit jeglicher Energie zurecht: mit fossilen Energien, mit erneuerbaren Energien und mit neuartigen Energien jeglicher Art – solange diese auf das Verteilernetz angewiesen sind, um zum Endverbraucher zu gelangen. Einzig die Kalte Fusion benötigt in letzter Konsequenz keine Überlandleitungen. Sie kann stationär versorgen, sie kann mobile Einrichtungen versorgen und sie kann letztendlich sogar in Verbrauchsgeräte integriert werden. Für die genannten Konzerne ist die Kalte Fusion letztlich eine Existenzbedrohung.
Die Kalte Fusion und die Geopolitik
Kein Produkt hat die Welt so verändert wie das Erdöl. Anders als die Kohle ist es leichter transportierbar und einfacher in der technischen Anwendung. Das Erdöl hat die Machtverteilung in der Welt neu geformt und Imperien geschaffen, die nur auf ihm beruhen. Erneuerbare Energien und vor allem die Kernkraft beginnen diese Imperien zu erschüttern, abzulesen an der Entwicklung der Rohölpreise, die es seit längerem nicht mehr erlauben, die Staatshaushalte dieser Länder auszugleichen. Es geht auch hier, wie bei den Energiekonzernen, um die Existenz. Dies betrifft gleichermaßen die erdölverarbeitende Industrie. Kohle und Erdöl haben den industriellen Aufschwung erst ermöglicht, sind aber gleichzeitig die größten Feinde der Menschheit. Sie verschulden den Klimawandel und verschmutzen durch den Plastikmüll die Umwelt und die Weltmeere. Neben den erneuerbaren Energien und der modernen Kernkraft kann die Kalte Fusion den entscheidenden Schritt in eine sorgenfreie Energiezukunft bereiten. Den Zeithorizont für eine Einführung der Technologie sehe ich zwischen „übermorgen“ bis in zehn Jahren.
Es gibt aber noch eine gute Nachricht: Ich werde ein Buch herausbringen, der Arbeitstitel lautet: „Kalte Kernreaktion“. Es wird wahrscheinlich im Frühjahr 2021 erscheinen. – Das Erscheinen werde ich hier und auch in einem Newsletter bekanntgeben.
Herzlichst
Ihr
W. Meinders
Ein Hinweis zu Quellenangaben: Die Quellen entstammen ausschließlich dem Internet. Es wäre für die Leser zu mühsam, die im Buch gezeigten Internet-Links in einen Browser zu übertragen. Deshalb habe ich eine Webseite (https://kaltekernfusion.hpage.com/) nur für dieses Buch angelegt, in welchem eine Linkliste gezeigt wird, von der aus die im Buchtext gezeigten Links und PDF-Dateien direkt anwählbar sind. Dazu ist anzumerken: Diese Links anzusehen, ist zum Verständnis des Buches nicht zwingend erforderlich. Wer sich aber tiefer informieren möchte, kann das dort tun. Die weit überwiegende Zahl der angebotenen Texte sind in englischer Sprache verfasst. Ich weise auch darauf hin, das Internet-Links „altern“ können, also nicht mehr erreichbar sind. – Einige zitierte Textpassagen entstammen eigenen Notizen, gelegentlich habe ich Hervorhebungen eingefügt, die ursprünglich nicht vorhanden waren. – Zur Erläuterung von Fachbegriffen habe ich ein „Glossar“ angefügt.
Der Teufel riecht nach Schwefel und Atome sind gefährlich
Warum ist die Kalte Kernfusion so interessant? Sie vereinigt alle Eigenschaften, die man sich von einer optimalen Energieversorgung wünscht: sie ist unglaublich billig, sie hat keine Emissionen (weder Abfall noch Strahlung), sie hat praktisch keinen Ressourcenverbrauch, sie hat praktisch keinen Landschaftsverbrauch und sie erfordert keine zentrale Erzeugung, d. h. sie benötigt in der Endkonsequenz auch kein Verteilernetz. An dieser Stelle fangen fast alle Menschen an zu zweifeln, denn man ist es gewöhnt, dass eine schlechte Nachricht die andere jagt. „Bad news are good news“ – schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten … weil sie die Auflagen der Presseorgane steigern. Wie hängt das zusammen? Eine gute Nachricht kann man ruhig einmal übersehen, das tut im Zweifel nicht weh. Eine schlechte Nachricht darf man nicht übersehen, weil sie Gefahren ankündigt. Schlechte Nachrichten haben daher die zuverlässigste Aufmerksamkeit. Wir haben uns daran gewöhnt, ständig vor irgendetwas Angst zu haben. Mal zu Recht, mal zu Unrecht. Aber woher soll man das wissen. Auf der anderen Seite hat sich eine gute Nachricht oft genug als „Fake“ herausgestellt, man denke nur an „Wahlversprechen“, die sich hinterher in Luft auflösten. So haben also auch gute Nachrichten mit der Zeit vielfach einen schlechten Ruf erlangt. Wenn man deshalb von der guten Nachricht der Kalten Fusion hört, dann ist die Reaktion fast immer: „Das wird nie etwas, wir wissen doch, wie so etwas läuft“. Die „Kalte Fusion“ (auch LENR = Low Energy Nuclear Reaction genannt) ist eine überragend gute Nachricht. Aber da geht es schon wieder los mit der Angst. Das Wort „nuklear“ lässt den Alarmpegel ins Unermessliche steigen. Diese Nuklearangst ist mittlerweile wohl in die Genetik eingegangen, ähnlich wie der Geruch von Schwefel. Wenn in kleinen Räumen ein übler Geruch herrscht, kann es nützen, ein oder mehrere Streichhölzer anzuzünden, damit sich der Geruch von Schwefel verbreitet (Ein „Trick“ aus der Seefahrt.) Dieser Geruch versetzt das Gehirn sofort in einen Alarmzustand, der alle anderen Gerüche ausblendet. Schwefel bedeutet „Blitzeinschlag“ und ist der Vorbote von Feuer. (Was so nicht ganz stimmt: Gewitter riechen nicht nach Schwefel, sondern nach Ozon und diesen Geruch hat man damals Schwefel zugeordnet. Man war ja auch fest der Meinung, dass der Teufel nach Schwefel riecht.) Derartige Ängste löst man auch mit dem Wort „nuklear“ aus. Zu viele einschneidende Vorkommnisse sind damit verbunden: Atombomben, Three Mile Island, Tschernobyl und Fukushima, Abfälle mit gefährlicher Strahlung. Solche Dinge sind so lebensbedrohlich wie ein Blitzschlag, eher schlimmer. Das Wort „Nuklearmedizin“ relativiert das ein bisschen, wird aber auch damit assoziiert, dass man derartige Bestrahlungen erst erhält, wenn sich eine Krebserkrankung schon ausbreitet. Also ist auch sie für den Ruf der Atomkraft nicht unbedingt eine Hilfe. Es hat sich der Eindruck festgesetzt, dass „Atomkraft“ gefährlich ist und diese böse Erfahrung verstellt zugleich den Gesamtblick auf „die Atomkraft“. Vielleicht lässt sich die Angst ein bisschen durch die Erkenntnis verdrängen, dass der verängstigte Mensch, wie jegliche Materie überhaupt, zu 100 % aus Atomen besteht. Mit der allgemeinen Gefährlichkeit von Atomen kann es also nicht weit her sein. Eine andere Sichtweise öffnet vielleicht auch einen anderen Horizont: Was man dem Atom unbedingt nachsagen kann, ist die ungeheure Energie, die es in sich trägt. Wie man diese Energie gefahrlos nutzen kann, darum geht es in diesem Buch. Wir könnten jenen paradiesischen Zustand zurückerlangen, wie wir ihn vom ursprünglichen Lagerfeuer her kennen: Rings herum Wald, also kein Mangel an Brennstoff und ein Feuer, dessen Wärme umsonst ist und ganz alleine mir gehört. – So funktionierte das noch vor einigen tausend Jahren, als von Überbevölkerung noch nicht die Rede war und auch kein Adliger den Wald für sich beanspruchte. Die Zeit können wir nicht zurückdrehen, aber die damals gelebte Energieautarkie könnten wir mit der Kalten Kernfusion zurückerlangen.
Atomenergie
Die Kalte Kernfusion wird von den Menschen ebenso wenig verstanden wie die sog. „Heiße Fusion“ oder die Kernspaltung, also dem, was wir heute mit „Atomkraft“ verbinden. Zunächst zur Kernspaltung. Warum ist sie gefährlich und was ist überhaupt Radioaktivität? Wie fast alle Menschen wissen, bestehen Atome aus Protonen (positiv geladen) Neutronen (ungeladen) und Elektronen (negativ geladen). Entscheidend für die Identifizierung von Atomen ist die Anzahl der Protonen. Das kleinste Atom, der Wasserstoff, enthält nur eines. Eisen enthält z. B. 26, Blei sogar 82 und Uran 92 Protonen. Deshalb kann man mit einem Uran-Geschoss ohne Probleme eine Panzerung aus Eisen (26 Protonen) durchschlagen, ganz ohne Sprengstoff. Das Blei mit seinen 82 Protonen ist das letzte Element, das seine Bestandteile alleine zusammenhalten kann. Uran mit seinen 92 Protonen dagegen ist instabil, d. h. im Laufe der Zeit verliert es immer mehr Protonen, „magert“ über mehrere Stufen immer mehr ab und wird, wie alle anderen instabilen Elemente, irgendwann zu Blei. Dort erreicht es endlich seinen stabilen Zustand. Dieser Verlust von Materie (im Falle von Uran zu Blei also die Reduzierung von 92 auf 82 Protonen) ist die Radioaktivität. Es sind also winzige atomare Teilchen auf ihrem Wege von der Instabilität zu einem stabilen Zustand. Diese Transformation vollzieht sich, je nach Element, über Jahrtausende oder sogar Jahrmillionen. Wie kommt es aber nun zu der gefährlichen Radioaktivität bei einer Kernspaltung? Bei der Kernspaltung wird ein geeignetes Uran-Atom künstlich und schlagartig in einen derart instabilen Zustand versetzt, dass es sich in zwei andere Elemente aufspaltet. Dabei wird der von mir beschriebene „Abmagerungsprozess“ entscheidend beschleunigt, er überspringt quasi mehrere Stufen. Mit diesem Überspringen steigt auch die Zahl der freiwerdenden Teilchen schlagartig an, was eine markant verstärkte Radioaktivität zur Folge hat. (Gleichzeitig wird eine große Menge an verwertbarer Energie freigesetzt). Die Teilchen durchschlagen jegliche Materie, Pflanzen, Tiere und Menschen. Dieses Durchschlagen des Körpers verursacht tausendfach kleine Wunden, welche der Körper zumeist selbst heilen kann – nicht aber, wenn es zu viele werden. Deshalb versucht man, die Zeit, in welcher Menschen dieser Radioaktivität ausgesetzt sind, soweit wie möglich zu verkürzen. Diese nicht verheilten Wunden verursachen oft lebensgefährlichen Krebs. Ich kommentiere die Kernspaltung hier so ausführlich, um zu zeigen welche Folgen sie hat und gleichzeitig zu sagen: sie ist ein gefährlicher Sonderfall der Kernenergie und hat mit den beiden Arten der Kernfusion, der „Heißen“ wie der „Kalten“, wenig zu tun. An dieser Stelle will ich ausdrücklich betonen: Atome sind natürlich, genauso wie die Sonne Natur ist. Niedrigenergie-Kernumwandlungsvorgänge sind auch natürlich. Nur die künstliche Hochenergie-Kernspaltung von Uran und Thorium sollten wir vermeiden, weil sie Gesundheitsschäden und Umweltvergiftungen verursacht. Insbesondere die Brennstoffgewinnung für die Kernspaltung aus den Uran-Thorium-Erzen belastet die Umwelt massiv (vgl. Yellow-Cake-Problematik). Natürliche Energie gibt es in Hülle und Fülle, auch ohne Emissionen oder Abfall. Mit den sogenannten „erneuerbaren“ Energien ist man auf dem richtigen Wege – nur: Er ist viel zu umständlich und ineffizient. Die Natur kann wesentlich mehr und das wissen wir nicht erst seit Einsteins Formel E=mc2. Wieso kann die Sonne über Jahrmilliarden „brennen“, ohne zu „verbrennen“? Wir kennen das doch von einem Stück Brikett oder Holz – man zündet es an und irgendwann bleibt Asche übrig. Die Lösung dieses Rätsels ist überraschend: Die Sonne verbrennt sich gar nicht selbst, sondern die sichtbar freiwerdende Energie ist die sogenannte „Bindungsenergie“ und möglichweise andere Formen von Kernenergie, die wir gegenwärtig gerade entdecken (sh. Anhang von Dipl. Physiker Dirk Schadach). Damit verhält es sich wie folgt: Der riesige Energiegewinn der Sonne entsteht durch die Fusion zweier Wasserstoffatome zu einem Heliumatom. Das Wasserstoffatom hat ein Proton, das Heliumatom zwei. Jedes Atom hat nun eine Art „Netz“, welches das Atom, bestehend aus Protonen, Neutronen und Elektronen zusammenhält. Dieses Netz ist die sogenannte Bindungsenergie. Eine einfache Rechnung: Zwei Wasserstoffatome haben zwei Netze, ein Heliumatom hat nur eines. Wenn also zwei Wasserstoffatome zu einem Heliumatom fusionieren, bleibt ein Netz (eine „Portion“ Bindungsenergie) über. „Über“ heißt: sie ist frei nutzbar. Die Bindungsenergie macht unter einem Prozent der Gesamtenergie des Atoms aus. Um eines dabei richtigzustellen: Die Sonne verbrennt also doch irgendwann, weil die Bindungsenergie verbraucht wird, aber doch sehr, sehr langsam. Es handelt sich eben nicht um einen chemischen Verbrennungsprozess, sondern um eine nukleare (Kern-) Reaktion. – Eine Kernreaktion ist ein physikalischer Prozess, bei dem ein Atomkern durch den Zusammenstoß mit einem anderen Atomkern oder Teilchen seinen Zustand oder seine Zusammensetzung ändert. Leider ist eine Kernfusion nicht so einfach zu erreichen, wie es sich zunächst anhört. Um sie zu bewerkstelligen, müssen die beiden einzelnen Protonen aus zwei Wasserstoffatomen dazu veranlasst werden, sich zu vereinigen. Wenn sie das getan haben, sind sie nicht mehr Wasserstoff, sondern Helium, das zweitkleinste Atom welches zwei Protonen enthält. Das geht aber nicht so einfach, denn dazwischen liegt die sog. Coulomb-Barriere, eine Kraft, die verhindert, dass Protonen fusionieren. Wir kennen dieses Verhalten von Magneten: Will man zwei Pluspole von Magneten zusammendrücken, dann gelingt das nur höchst widerwillig. (Und wie bekannt: Protonen sind positiv geladen.) Diese Coulomb-Kraft ist unabdingbar, denn gäbe es sie nicht oder wäre sie schwächer, könnte jeder Schlag mit einem Hammer auf einen Amboss eine Kernfusion auslösen. Es braucht Riesenkräfte, um diese Coulomb-Barriere zu überwinden, um eine Kernfusion zu ermöglichen. Auf der Sonne sind dies 15 Millionen Grad Celsius und der gewaltige Druck der riesigen Sonnenmasse. – Die Kalte Kernfusion benötigt diese Millionengrade und diesen Druck nicht, sie erreicht dies auf andere, nur ansatzmäßig erforschte Weise. Wenn also nur diese winzige Menge an Bindungsenergie frei wird, wie kommt es dann zu dem riesigen Energiegewinn? Das sagt uns Einstein mit seiner Formel: E (Energie) = (ist gleich) M (Materie) multipliziert mit C2 (der Lichtgeschwindigkeit im Quadrat). Und so wirkt sich das aus: Hätten wir 1 kg Bindungsenergie zur Verfügung und würden sie dann mit der Lichtgeschwindigkeit zum Quadrat multiplizieren, ergäbe sich eine Energie, die ausreichen würde, 9 Kubikkilometer Wasser um einen Meter anzuheben. Wieso ist das so? Materie trägt diese Menge an Energie in sich. Und Materie und Energie sind ineinander umwandelbar – man kann also nicht nur aus Materie Energie machen, sondern auch aus Energie Materie. Zwei Beispiele dazu: Die Lichtgeschwindigkeit ist eine Naturkonstante, es gibt keine höhere Geschwindigkeit als die des Lichtes. Würde man einen Gegenstand bis hin zur Lichtgeschwindigkeit beschleunigen und ihm dann weitere Energie zuführen, um die Beschleunigung weiter zu erhöhen, würde der Gegenstand nicht schneller, sondern schwerer. Weil die Lichtgeschwindigkeit absolut ist, bleibt für die zusätzliche Energie nur der Weg sich zu Materie zu wandeln. – Ein anderes Beispiel: Der Teilchenbeschleuniger (Large Hadron Collider) am CERN in Genf beschleunigt Teilchen auf nahezu Lichtgeschwindigkeit. Wenn solch beschleunigte Teilchen kollidieren, müsste sich die Lichtgeschwindigkeit quasi addieren tut sie aber nicht, weil es oberhalb der Lichtgeschwindigkeit nichts gibt. Und was passiert: die überschüssige Energie wird zu Materie. Wenn also die Teilchen kollidieren, entstehen nicht etwa „Teilchensplitter“, sondern neue Materie. Man muss sich mit dem Gedanken anfreunden, dass Materie und Energie zwei Seiten derselben Medaille sind. Der Physiker und Nobelpreisträger Max Planck sagte es überdeutlich: „Als Physiker, der sein ganzes Leben der nüchternen Wissenschaft, der Erforschung der Materie widmete, bin ich sicher von dem Verdacht frei, für einen Schwarmgeist gehalten zu werden. Und so sage ich nach meinen Erforschungen des Atoms dieses: Es gibt keine Materie an sich. Alle Materie entsteht und besteht nur durch eine Kraft, welche die Atomteilchen in Schwingung bringt und sie zum winzigsten Sonnensystem des Alls zusammenhält“. Und noch einmal zum besseren Verständnis: Der Atomkern besteht aus Protonen und Neutronen. Diese werden von Elektronen „umkreist“. Jetzt könnte man meinen, Protonen, Neutronen und Elektronen seien zusammen in irgendeiner Weise kompakt. (So wie es das „Atomium“ in Brüssel suggeriert.) Das sind sie aber nicht. Hätte der Atomkern die Größe einer Apfelsine, würden die Elektronen ihn in einer Entfernung von rund dreißig Kilometern umkreisen. Sieht man sich also das Atom an, besteht es zu nahezu hundert Prozent aus „Zwischenraum“. Kein Experiment zeigt die Dualität (Zweiheit) von Masse und Energie plastischer als das sog. Doppelspalt-Experiment. Ich gebe hier keinen Link an, weil es im Internet zahlreiche Beschreibungen und Videoclips davon gibt. Es wird dabei gezeigt, wie beispielsweise Elektronen auf eine Fläche „geschossen“ werden, die einen Spalt aufweist. Steht hinter dieser Fläche eine Projektionswand oder ähnliches, zeigt sich darauf nach diesem Beschuss ein „Einschlagsmuster“, das ziemlich genau die Form des Spalts abbildet. Nimmt man nun eine andere Fläche und fügt zwei Spalten ein, kann zweierlei passieren: Entweder gibt es auf der dahinter liegenden Projektionswand die Abbilder der beiden Spalten (dann haben sich die Elektronen wie Teilchen/Materie verhalten) oder aber, auf der Projektionswand zeigt sich ein sog. Interferenzmuster, welches entsteht, wenn zwei Wellen sich gegenseitig beeinflussen. Diese Überlagerung von Wellen kann man selbst leicht erzeugen, wenn man zwei Steinchen gleichzeitig in einem gewissen Abstand ins Wasser wirft. Im Ergebnis ist es so, dass die Elektronen sich bei einem Doppelspalt nicht entscheiden können: bin ich nun Teilchen (Masse) oder bin ich Welle (Energie). – Die Elektronen scheinen sich also genau in dem Grenzbereich der Atome zu befinden, wo sich Energie und Materie treffen. Das Wissen über Energie ist auf groteske Weise lückenhaft, wenn man diese Zusammenhänge nicht kennt, weil genau die hier beschriebene Energie die billigste und sauberste überhaupt ist. Mir ist kürzlich ein Ingenieur begegnet, der meinte, oberhalb des sog. Energieerhaltungssatzes (also des Grundsatzes, dass man aus einer Apparatur nie mehr Energie gewinnen kann als man zuvor hineingesteckt hat) gäbe es nichts, denn sonst gäbe es ja auch das Perpetuum mobile. Er meinte, deshalb könnte es auch die Kalte Fusion nicht geben. Im Prinzip hatte er recht, ich fürchte nur, er wusste nicht warum: Auch für die Energie, die aus Kernreaktionen gewonnen wird, gilt der Energieerhaltungssatz, aber in der Weise, dass die Energie in Form der verwendeten Materie bereits vorhanden ist. Und hier ist nun der große Bruch gegenüber konventioneller (chemisch erzeugter) Energie: Diese Materie ist bei einer Kernreaktion mit der Lichtgeschwindigkeit im Quadrat zu multiplizieren, wodurch sich eine Vervielfachung der Energie ergibt. Weil es so enorm wichtig ist, wiederhole ich es noch einmal: Der Energiegewinn aus einer Kernreaktion ist ein natürlicher Vorgang, wie er sich seit Jahrmilliarden auf der Sonne abspielt. Die Formel E=MC2 gibt es seit über hundert Jahren und sie wurde unzählige Male als richtig anerkannt. – Die Nutzung der Kernenergie ist durch die Kernspaltung in Verruf geraten. Aber wir sehen doch, was Kernenergie leisten kann: Kraftwerke, U-Boote, Eisbrecher usw. Dabei müssen wir endlich zur Kenntnis nehmen, dass Kernkraft eben nicht nur Kernspaltung und Hochenergie-Heißfusion ist. Die Kalte Kernfusion eröffnet alle Möglichkeiten der Kernkraft, aber ohne die Nachteile der Kernspaltung – wie Strahlung, Brennstoffgewinnung, Abfallproblematik und dergleichen.
Annäherung an die Kalte Fusion
Lassen wir diese Vorbemerkungen hinter uns und wenden uns der Kernfusion zu – der Heißen wie der Kalten. Zunächst zur sog. „Heißen“ Kernfusion. Diesen Begriff hätte ich vor ein paar Jahren noch nicht verwendet, denn, weil es nach Meinung vieler Physiker eine „Kalte“ Fusion nicht gibt, gibt es auch keine „Heiße“ Fusion, sondern einfach nur Kernfusion. Dabei übersehen diese Wissenschaftler, dass der Begriff „Kalte Fusion“ bereits 1948 von dem Physiker und Nobelpreisträger Andrej Sacharov geprägt wurde. Die Heiße Kernfusion versucht, die Verhältnisse auf der Sonne zu simulieren. Dort herrscht eine Temperatur von rund 15 Millionen Grad Celsius. Hinzu kommt der enorme Druck, der durch die pure Masse der Sonne entsteht. Unsere Erdanziehung entsteht aus der Masse der Erde. Kleine Gegenstände werden von großen Gegenständen angezogen. (Übrigens mit Hausmitteln ganz leicht zu beweisen: Legen Sie abends ein Styropor-Kügelchen in die Mitte eines gefüllten Waschbeckens – am anderen Morgen ist es am Rand.) Würden wir uns auf einem Himmelskörper von der Größe der Sonne befinden, würde sich unser Körpergewicht so sehr steigern, dass wir unweigerlich auf eine sehr handliche Größe schrumpfen würden. So ergeht es auch den Atomen: Die ungeheuer hohe Temperatur und der ungeheure Druck zwingen die Wasserstoffatome zur Fusion und setzen die Bindungsenergie frei, welche die Sonne erstrahlen lässt. So weit so gut. 15 Millionen Grad auf der Erde herzustellen ist wohl schon schwierig genug, aber woher soll der Druck kommen? Die Sonne ist schließlich so groß, dass, wenn sie auf der Position unseres Mondes stünde, sie unsere Erde weit überdecken würde. – Die Physiker haben sich zu helfen gewusst: „Wenn wir den Druck nicht haben, müssen wir eben die Temperatur erhöhen“. Man entschied sich bei der Versuchsreaktoren also stattdessen für 150 Mio. Grad. – Wie nun soll diese Temperatur beherrscht werden, denn man will ja irgendwann Energie daraus gewinnen? Ein noch so solider Wärmetauscher, egal aus welchem Material, würde sofort verdampfen. Ebenso würde Beton verdampfen und jedes x-beliebige Material auch. Also kam man auf die Idee, den Fusionsprozess freischwebend zwischen riesigen Magneten stattfinden zu lassen. Man darf getrost davon ausgehen, dass diese Magnete sehr viel Energie verbrauchen. Die für die Fusion erforderliche Hitze wird dabei z. B. mit extrem starken Lasern erzeugt. Das Problem der Nutzbarmachung bleibt dabei ungelöst. Das hört sich alles sehr schwierig an und das ist es auch. Die Erfolgsaussichten waren schon immer schlecht und sie sind es bis heute. Man spricht bei der Heißen Kernfusion von der „Energie der Zukunft“, das Problem ist dabei, dass man dies schon seit Jahrzehnten sagt. Und auch jetzt veröffentlichte „ITER“ (der im Bau befindliche Reaktor in Frankreich), dass man damit rechne, in 30 Jahren „weiter“ zu sein. Neuere Versuchsreaktoren in China oder Großbritannien „verkürzen“ diese Frist auf 20 Jahre. Diese Fristen würden sich wahrscheinlich erheblich verlängern, wenn man das „Funktionieren“ der Reaktoren so definieren würde: „Die Anlagen liefern Elektrizität zu marktüblichen, günstigen Preisen, ohne dass sie mit Steuermitteln subventioniert werden müssen“. Tatsache ist und bleibt, dass noch keiner der bisher gebauten Reaktoren weltweit auch nur ein Kilowatt nutzbarer Energie erzeugt hat. Es wurde auch nie so viel Energie erzeugt, um die Anlage damit selbst versorgen zu können. Die bisherigen Fusionsanlagen haben also bisher nur Energie verbraucht, aber nie welche erzeugt.
Kommen wir nun zur Kalten Kernfusion. Zum Jahresende 2019 hat die amerikanische physikalische Gesellschaft (die nach westlichen Maßstäben wohl höchste Instanz der Physik) einen Aufsatz veröffentlicht, der folgenden Titel trug: (Link 1)
„Accepted Paper – Nuclear fusion reactions in deuterated metals“, was so viel heißt wie: „Akzeptierte Veröffentlichung – Nukleare Fusionsreaktionen in mit Wasserstoff angereicherten Metallen“. Das sagt dem Nichtfachmann zunächst einmal überhaupt nichts. In Wirklichkeit steckt diese Formulierung jedoch voller Brisanz. Wir nehmen diesen Titel, um uns in die Welt der Kalten Kernfusion vorzuarbeiten. Zunächst: „Accepted Paper“ heißt: Es besteht in den Gremien der APS (American Physical Society) Konsens über die Richtigkeit dieser Aussage. Diese Kernfusion findet in mit Wasserstoff bzw. Deuterium angereicherten Metallen statt. Was heißt das? Wenn wir uns ein Atom ansehen, dann finden wir in seinem Inneren die positiv geladenen Protonen und die mindestens gleiche Zahl ungeladener Neutronen. (Mit einer Ausnahme: Das Wasserstoffatom hat nur ein Proton und kein Neutron.) Umkreist wird dieser Kern von so vielen Elektronen (negativ geladen), wie sie der Zahl der Protonen entspricht. Es handelt sich also um eine Kreisbahn, ähnlich wie im Verhältnis Erde Mond, oder Sonne Erde. Daraus folgt, dass jegliche Materie, die ja aus Atomen besteht, nicht kompakt sein kann. Denn wenn man Kugeln stapelt bleiben bekanntermaßen erhebliche Zwischenräume. Nehmen wir nun ein Metall wie Palladium (es findet in der chemischen- oder der Schmuckindustrie Verwendung) mit seinen 46 Protonen, dann ist dieses Atom wesentlich größer als ein Wasserstoffatom, das nur ein einziges Proton beherbergt. Das heißt, man kann in die Zwischenräume der Palladium-Atome riesige Mengen an Wasserstoffatomen einleiten. Und nun beginnt das Entscheidende: Wenn man die Wasserstoffatome, die ja nun in die „Gitterstruktur“ der Metallatome dichtgedrängt eingeschlossen sind, unter Stress setzt, können sie einander nicht mehr ausweichen und sie beginnen zu fusionieren. – Wie setzt man sie unter Stress? Nun, die kleinen Behälter, in denen sich das Palladium und der Wasserstoff befinden, werden kräftig geschüttelt und mit Vibrationen und Resonanzen drangsaliert. Zusätzlich wird dann die Einfüllöffnung verschlossen und der Behälter erhitzt, womit sich im Behälter (Reaktor) ein Druck aufbaut. Ich beschreibe hiermit (grob) die gängigste Methode der Kalten Fusion/LENR, die mittlerweile anstatt Palladium Nickel verwendet. Neu ist diese Erkenntnis keineswegs. Der Effekt wurde schon 1989 durch die beiden Elektrochemiker Fleischmann und Pons beobachtet. Ich komme darauf noch ausführlich zu sprechen. Diese Einwirkungen reichen aus, um in den kleinen Reaktoren Nuklearreaktionen auszulösen, welche Bindungsenergie freisetzen. Das heißt: diese kleinen Reaktoren erzeugen erheblich mehr Energie als man ihnen zuführt. Was ich bisher aus der Veröffentlichung der APS noch nicht erklärt habe, ist der Begriff „deuterated“. Dieser Begriff ergibt sich aus dem Isotop Deuterium. Der Reihe nach: Ich hatte gesagt, dass jedem Proton in der Regel ein Neutron zugeordnet ist. Übersteigt die Zahl der Neutronen die Anzahl der Protonen, redet man von Isotopen. Um es noch ein bisschen komplizierter zu machen: Das Wasserstoffatom hat nur ein Proton und wird schon durch das Hinzufügen eines Neutrons zum Isotop Deuterium. Fügt man ein weiteres Neutron hinzu, wird es zum Isotop Tritium. Alle drei Wasserstoffformen – der atomare Wasserstoff und die Isotope Deuterium und Tritium spielen bei der Befüllung der Metallgitter eine Rolle. Übrigens wird Deuterium auch „schweres Wasser“ genannt. Es ist durch das zusätzliche Neutron tatsächlich ein bisschen schwerer und dickflüssiger und ist z. B. für die pflanzliche Osmose nicht mehr geeignet. Schon 2012 schrieb die Europäische Kommission:
„Der Fleischmann und Pons Effekt (FPE) ist die Produktion großer Mengen von Wärme, die nicht auf chemische Reaktionen zurückzuführen ist. Dies geschieht durch elektrochemische Beladung von Palladiumkathoden mit Deuterium. Die gemessenen Energiedichten waren zehn-, hundert- und sogar tausendfach größer als in bekannten chemischen Prozessen. Auf der Grundlage des aktuellen Wissens kann es sich nur um nukleare Vorgänge handeln. Der Vorgang spielt sich mit Deuterium in einem Palladium-Gitter ab.
Das faszinierendste Merkmal des Phänomens ist der erhebliche Mangel an erwarteten nuklearen Emissionen, die mit dem Überschuss an Energie verbunden sind.“
Im September 2017 gab es einen schönen Artikel der Drexel-Universität über das Verhalten der Wasserstoffatome im Metallgitter. (Link 33) Ich übersetze einige Auszüge aus dem Artikel teilweise sinngemäß:
„Es scheint so, dass, wenn der Raum eng wird, Ionen – wie Menschen – einen Weg finden, doch irgendwie durchzukommen, auch wenn das bedeutet, dass sie dabei die Normen der Natur außer Acht lassen.“ Dies publizierte jedenfalls kürzlich ein internationales Team von Wissenschaftlern an der Drexel Universität unter der Leitung von Yury Gogotsi. Sie zeigten, dass geladene Partikel ihre „Abstoßungsneigung vergessen“ (diese Erscheinung nennt man auch die Coulomb-Ordnung), wenn sie in winzige Räume von Nanomaterial gezwängt werden. Diese Entdeckung könnte der entscheidende Durchbruch sein, wenn es um Energiespeicherung und alternative Energieproduktionstechniken geht, die allesamt mit dem „Packen“ von Ionen in nanoporöse Materialien zu tun haben.
Gogotsi sagt, „es sei zum ersten Mal gelungen, die Coulomb-Ordnung zu durchbrechen und dies in Subnanometerporen überzeugend nachzuweisen“.
An den Untersuchungen haben Wissenschaftler der Sinshu Universität von Japan, der Loughborough Universität des Vereinigten Königreichs, der Universität von Adelaide aus Australien, des französischen Forschungs-Netzwerks für elektrochemische Energie-Speicher und der Paul Sabatier Universität in Frankreich teilgenommen.
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