Kitabı oku: «Sämtliche Werke von Shakespeare in einem Band: Zweisprachige Ausgabe (Deutsch-Englisch)»
William Shakespeare
Sämtliche Werke von Shakespeare in einem Band: Zweisprachige Ausgabe (Deutsch-Englisch)
Tragödien, Komödien, Historiendramen und Versdichtungen Übersetzer: Wolf Graf Baudissin, Friedrich Gundolf, Franz Dingelstedt, Ferdinand Freiligrath, Karl Kraus, Friedrich Gundolf, August Wilhelm von Schlegel, Karl Simrock, Dorothea Tieck, Ludwig Tieck, Christoph Martin Wieland, Max Josef Wolff
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musaicumbooks@okpublishing.info 2017 OK Publishing ISBN 978-80-7583-363-1
Inhaltsverzeichnis - Table of Contents
TITUS ANDRONICUS (german) / TITUS ANDRONICUS (englisch)
ROMEO UND JULIA (german) / ROMEO AND JULIET (englisch)
JULIUS CÄSAR (german) / JULIUS CAESAR (englisch)
HAMLET, PRINZ VON DÄNEMARK (german) / HAMLET, PRINCE OF DENMARK (englisch)
TROILUS UND CRESSIDA (german) / TROILUS AND CRESSIDA (englisch)
OTHELLO, DER MOHR VON VENEDIG (german) / OTHELLO, THE MOOR OF VENICE (englisch)
KÖNIG LEAR (german) / KING LEAR (englisch)
TIMON VON ATHEN (german) / TIMON OF ATHENS (englisch)
MACBETH (german) / MACBETH (englisch)
ANTONIUS UND CLEOPATRA (german) / ANTONY AND CLEOPATRA (englisch)
CORIOLANUS (german) / CORIOLANUS (englisch)
CYMBELINE (german) / CYMBELINE (englisch)
KÖNIG JOHANN (german) / KING JOHN (englisch)
KÖNIG RICHARD II (german) / KING RICHARD II (englisch)
KÖNIG HEINRICH IV (german) / KING HENRY IV (englisch)
DER ERSTE TEIL / FIRST PART
DER ZWEITE TEIL / SECOND PART
KÖNIG HEINRICH V (german) / KING HENRY V (englisch)
KÖNIG HEINRICH VI (german) / KING HENRY VI (englisch)
ERSTER TEIL / PART ONE
ZWEITER TEIL / PART TWO
DRITTER TEIL / PART THREE
RICHARD III (german) / RICHARD III (englisch)
KÖNIG HEINRICH VIII (german) / KING HENRY VIII (englisch)
DIE KOMÖDIE DER IRRUNGEN (german) / THE COMEDY OF ERRORS (englisch)
VERLORENE LIEBESMÜH (german) / LOVE’S LABOUR’S LOST (englisch)
DER WIDERSPENSTIGEN ZÄHMUNG (german) / THE TAMING OF THE SHREW (englisch)
ZWEI HERREN AUS VERONA (german) / THE TWO GENTLEMEN OF VERONA (englisch)
EIN SOMMERNACHTSTRAUM (german) / A MIDSUMMER NIGHT’S DREAM (englisch)
DER KAUFMANN VON VENEDIG (german) / THE MERCHANT OF VENICE (englisch)
VIEL LÄRM UM NICHTS (german) / MUCH ADO ABOUT NOTHING (englisch)
WIE ES EUCH GEFÄLLT (german) / AS YOU LIKE IT (englisch)
DIE LUSTIGEN WEIBER VON WINDSOR (german) / THE MERRY WIVES OF WINDSOR (englisch)
WAS IHR WOLLT (german) / TWELFTH NIGHT OR, WHAT YOU WILL (englisch)
ENDE GUT, ALLES GUT (german) / ALL’S WELL THAT ENDS WELL (englisch)
MASS FÜR MASS (german) / MEASURE FOR MEASURE (englisch)
DAS WINTER-MÄHRCHEN (german) / THE WINTER’S TALE (englisch)
DER STURM (german) / THE TEMPEST (englisch)
VENUS UND ADONIS (german) / VENUS AND ADONIS (englisch)
154 SONETTE (german) / SONNETS (englisch)
SONETTE (german) / SONNETS (englisch)
Englisch
TITUS ANDRONICUS
(german)
Inhaltsverzeichnis
Inhalt
PERSONEN
ERSTER AUFZUG
ERSTE SZENE
ZWEITE SZENE
ZWEITER AUFZUG
ERSTE SZENE
ZWEITE SZENE
DRITTE SZENE
VIERTE SZENE
FÜNFTE SZENE
DRITTER AUFZUG
ERSTE SZENE
ZWEITE SZENE
VIERTER AUFZUG
ERSTE SZENE
ZWEITE SZENE
DRITTE SZENE
VIERTE SZENE
FÜNFTER AUFZUG
ERSTE SZENE
ZWEITE SZENE
DRITTE SZENE
Englisch
PERSONEN
Inhaltsverzeichnis
Saturninus, Sohn des verstorbenen römischen Kaisers, späterhin selbst Kaiser
Bassianus, dessen Bruder, Liebhaber der Lavinia
Titus Andronicus, ein edler Römer und Heerführer wider die Goten
Marcus Andronicus, Volkstribun, des Titus Bruder
Lucius, Quintus, Marcius und Mutius, Söhne des Titus Andronicus
Der jüngere Lucius, Lucius' Sohn, Titus' Enkel
Publius, Sohn des Marcus Andronicus
Ämilius, römischer Patrizier
Alarbus, Chiron und Demetrius, Söhne der Tamora
Aaron, ein Mohr, Tamoras Geliebter
Ein Hauptmann
Ein Tribun
Ein Bote
Ein Bauer
Römer, Goten
Tamora, Königin der Goten
Lavinia, Tochter des Titus Andronicus
Eine Wärterin mit einem Mohrenkind
Senatoren, Tribunen, Verwandte des Titus, Gerichtsdiener, Kriegsleute und andres Gefolge
Die Szene: Rom und die umliegende Gegend
Englisch
ERSTER AUFZUG
Inhaltsverzeichnis
ERSTE SZENE
Inhaltsverzeichnis
Rom. Vor dem Kapitol
Trompetenstoß. Es erscheinen oben auf der Bühne Senatoren und Tribunen, wie zur Versammlung; dann von der einen Seite Saturninus mit seinem Gefolge, von der andern Bassianus mit dem seinigen. Trommeln und Fahnen
Saturninus.
Edle Patrizier, Schirmer meines Rechts,
Verteidigt meinen Anspruch mit dem Schwert;
Und ihr, Mitbürger, Freunde wert und treu,
Werbt mit den Waffen um mein erblich Recht.
Ich bin des' Erstgeborner, den zuletzt
Geschmückt Roms kaiserliches Diadem:
So folge mir des Vaters Würde nach.
Kränkt meinen Vorrang nicht durch diese Schmach.
Bassianus.
Römer, Gefährten, Fördrer meines Rechts!
Wenn je zuvor Bassianus, Cäsars Sohn,
Roms königlichem Auge wohlgefiel,
Besetzt den Zugang hier zum Kapitol
Und duldet nicht, daß Unwert dürfe nahn
Dem Kaisersitz, der Tugend stets geweiht,
Dem Recht, der Mäßigung, dem Edelmut.
Laßt Stimmenmehrheit das Verdienst erhöhn,
Und, Römer, kämpft für Freiheit eurer Wahl! –
Marcus Andronicus oben auf der Bühne, mit der Krone
Marcus.
Ihr Prinzen, die durch Anhang und Partein
Ehrgeizig strebt nach Herrschaft und Gewalt;
Es grüßt das römsche Volk, für das wir stehn
Mit unsern Freunden, durch einmütgen Ruf
Nach seinem Wahlrecht, als des Reiches Fürst
Andronicus, der Fromme zubenamt,
Für sein vielfach und groß Verdienst um Rom. –
Ein beßrer Krieger und ein größter Mann
Lebt nicht zu dieser Stund in unsrer Stadt;
Er ist zurückberufen vom Senat
Aus heißem Kampf mit den barbarschen Goten;
Er mit den Söhnen, unsrer Feinde Schreck,
Bezwang dies starke, kriegsgewohnte Volk.
Zehn Jahre sind es nun, seit er zuerst
Roms Sache führt', und strafte mit dem Schwert
Der Feinde Hochmut; fünfmal kehrt' er heim
Blutig, nach Rom, die tapfern Söhne führend
Auf Bahren aus dem Feld;
Und nun, zuletzt, geschmückt mit Ruhmstrophäen,
Zieht dieser wackre Titus heim gen Rom,
Andronicus, der edle Waffenheld.
Wir bitten euch, bei seines Namens Glanz,
Den ihr für würdig achtet eures Throns,
Und kraft des Kapitols und des Senats,
Den andachtsvoll zu ehren ihr bekennt:
Entfernt euch jetzt, entsagt der Übermacht,
Schickt heim die Freund', und wie's Bewerbern ziemt,
Verfolgt in Fried und Demut eur Gesuch.
Saturninus.
Wie schön spricht, mich zu sänftgen, der Tribun!
Bassianus.
Marcus Andronicus, ich trau so sehr
Auf deinen unbestechbar graden Sinn,
Dich und die Deinen ehr und lieb ich so,
Den edlen Bruder Titus, seine Söhne,
Und sie, der sich mein Sinn in Demut neigt,
Die reizende Lavinia, Zierde Roms
Daß ich heimsende meiner Treuen Schar
Und meinem Glück und unsers Volkes Gunst
Vertraun will zur Entscheidung mein Gesuch.
(Die Soldaten des Bassianus gehn ab.)
Saturninus.
Freunde, die so bereit mein Recht geschirmt,
Ich dank euch all'n, und all entlaß ich euch;
Und meines Vaterlandes Lieb und Gunst
Vertrau ich hier mich selbst und mein Gesuch. –
Rom, sei gerecht, und so gewogen mir,
Als ich mit vollem Zutraun neige dir;
Öffnet das Tor und laßt mich ein!
Bassianus.
Auch mich, Tribunen, mit bescheidnem Flehn!
(Alle gehn in das Senatsgebäude.)
Englisch
ZWEITE SZENE
Inhaltsverzeichnis
Daselbst
Ein Hauptmann tritt auf
Hauptmann.
Römer, macht Platz! Andronicus, der Held,
Der Tugend Schützer, stärkster Kämpfer Roms,
Sieger in allen Schlachten, die er focht,
Ist heimgekehrt, an Glück und Ehre reich
Von wo er unterwarf mit seinem Schwert
Die Feinde Roms und unters Joch sie führte.
Trommeln und Trompeten. Dann treten auf Mutius und Marcus; nach ihnen zwei Männer, die einen schwarzverhängten Sarg tragen; hierauf Quintus und Lucius. Dann folgt Titus Andronicus; nach ihm Tamora mit Alarbus, Chiron, Demetrius und andern gotischen Gefangenen, Soldaten und Gefolge. Der Sarg wird niedergesetzt und Titus spricht.
Titus.
Heil dir, o Rom! Siegprang im Trauerkleid!
Sieh, wie das Schiff, das ablud seine Fracht,
Mit teurer Ladung heim zum Hafen kehrt,
Wo es zuerst die Anker lichtete, –
So kommt Andronicus im Lorbeerkranz;
Mit Tränen grüßt er seine Heimat neu,
Mit Tränen wahrer Lust des Wiedersehns. –
Du großer Schirmherr dieses Kapitols,
Sieh gnädig auf des heilgen Opfers Brauch!
Von fünfundzwanzig tapfern Söhnen, Rom,
Hälfte der Zahl von König Priams Stamm,
Schau hier den armen Rest, lebend und tot! –
Mit Lieb empfange Rom euch Lebende;
Euch Toten, die zur letzten Ruhstatt gehn,
Schenk es ein Grab in ihrer Ahnen Gruft;
Hier gönnt der Got' erst Ruhe meinem Schwert.
Titus, unliebend, sorglos für dein Blut,
Was duldst du, daß noch grablos dein Geschlecht
Umschweben muß des Styx graunvollen Strand?
Geh, bette sie bei ihren Brüdern hin! –
(Das Grab wird geöffnet.)
Dort grüßt euch schweigend, wie's der Toten Brauch;
Schlaft friedlich, die ihr starbt fürs Vaterland!
O meiner Kinder heiliges Gewölb,
Geliebtes Wohnhaus echten Edelsinns,
Wie manchen Sohn hast du mir schon entrafft
Und hältst ihn ewig hier in finstrer Haft! –
Lucius.
Gib der gefangnen Goten stolzesten,
Daß wir, die Glieder stümmelnd, seinen Leib
Ad manes fratrum opfern in der Glut, Vor diesem irdschen Kerker ihres Staubs! – Auf daß nicht ungesühnt ihr Schatten sei, Noch uns bedräu auf Erden ihr Gespenst!
Titus.
Ich geb ihn euch, der Feinde trefflichsten:
Den Erstgebornen dieser Königin. –
Tamora.
Halt, römsche Brüder! Gnadenreicher Held,
Siegreicher Titus, sieh die Tränenflut,
Die einer Mutter Gram dem Sohne weint!
Und waren deine Söhn je teuer dir,
Ach denk, nicht minder seis der meine mir! –
Genügt dirs nicht, daß man nach Rom uns führte,
Als deines Einzugs und Triumphes Schmuck,
Gefangne dir und deinem Römerjoch?
Mußt du den Sohn noch schlachten auf dem Markt,
Weil er fürs Vaterland mit Mut gekämpft?
Oh, dünkt der Streit für König und für Volk
Euch fromme Pflicht, so ist er's diesem auch:
Titus, beflecke nicht dein Grab mit Blut;
Und willst du der Natur der Götter nahn,
Nah ihnen denn, indem du Gnade übst,
Denn Gnädigsein gibt echten Adel kund.
O schone, Titus, meinen ältsten Sohn! –
Titus.
Füg ins Geschick dich, Fürstin, und verzeih. –
Hier stehn die Brüder derer, die dein Volk
Lebend und tot sah; den Erschlagnen heischt
Ein Totenopfer frommes Pflichtgefühl;
Dem ist dein Sohn bestimmt; sein Tod versöhnt
Der heimgegangenen Schatten Klageruf.
Lucius.
Hinweg mit ihm! Ein Feuer zündet schnell;
Auf einem Holzstoß laßt uns mit dem Schwert
Die Glieder ihm zerhaun, bis sie verbrannt.
(Mutius, Marcius, Quintus und Lucius gehn mit Alarbus ab.)
Tamora.
O grausam gottverhaßte Frömmigkeit! –
Chiron.
War Szythien halb so blutig je gesinnt?
Demetrius.
Vergleiche Szythien nicht dem stolzen Rom!
Alarbus geht zur Ruh, wir leben noch
Und zittern vor des Titus zorngem Blick.
So faßt Euch, Mutter, aber hofft zugleich,
Derselbe Gott, der Trojas Königin
Gelegenheit zu bittrer Rache gab,
An Thraziens Wütrich in dem eignen Zelt –
Gönnt Tamora, der Gotenkönigin,
(Wenn Goten Goten, Ihr die Königin! –)
Daß sie die Blutschuld tilgt an ihrem Feind.
Lucius, Quintus, Marcius und Mutius kommen zurück.
Lucius.
Seht, Herr und Vater, treu befolgten wir
Den römschen Brauch; Alarbus ward zerstückt,
Sein Eingeweide nährt die Opferglut,
Daß Dampf, dem Weihrauch gleich, die Luft durchwürzt.
Nun fehlt nur noch, die Brüder zu bestatten,
Und hier in Rom der laute Freundesgruß.
Titus.
Also geschah es, und Andronicus
Sagt ihrem Geist sein letztes Lebewohl.
(Trompetenstoß, die Särge werden in die Gruft gestellt.)
Schlaft, meine Söhne, hier in Fried und Ruhm!
Roms mutigste Verteidger, ruht allhier,
Geschirmt vor Leid und Wechsel dieser Welt!
Hier lauert kein Verrat, hier schwillt kein Neid,
Wächst kein verhaßter Zwist, kein Sturm für euch,
Kein Lärm: nur Schweigen und ein ewger Schlaf;
In Fried und Ruhm liegt, meine Söhne, hier! –
Lavinia tritt auf.
Lavinia.
In Fried und Ruhm, Held, Titus, lebt noch lang!
Mein großer Herr und Vater, lebt geehrt!
An diesem Grab bring ich der Tränen Zoll
Den Brüdern dar als letzte Huldigung,
Und weine kniend dir zu Füßen auch
Der Freude Tränen, weil du heimgekehrt.
O segne mich mit deiner Siegerhand,
Die Besten Roms erfreun sich ihrer Tat.
Titus.
O gütges Rom, das liebreich aufbewahrt
Die Stärkung meines Alters, mir zum Trost!
Lavinia, überleb als Preis der Tugend
Den Vater in des Nachruhms ewger Jugend!
Marcus Andronicus, Saturninus, Bassianus und andre treten auf.
Marcus.
Lang lebe Titus, mein geliebter Bruder,
Als hohen Triumphator grüßt ihn Rom.
Titus.
Dank, mein Tribun, mein edler Bruder Marcus.
Marcus.
Willkommen, Neffen, aus glorreicher Schlacht,
Ihr, die noch lebt, und ihr, die schlaft in Ruhm!
Ihr Tapfern, die für eures Landes Wohl
Das Schwert gezückt – eur Los ist völlig gleich!
Doch sichrern Glanz beut dieser Leichenpomp,
Der das erreicht, was Solon Glück genannt,
Und das Geschick im Bett des Ruhms besiegt. –
Titus Andronicus, das römsche Volk
(Des Freund du warst von je nach strengem Recht)
Schickt dir durch mich, als Anwalt und Tribun,
Dies weiße Kleid von unbeflecktem Glanz,
Und nennt für dieses Reiches Kaiserwahl
Dich nebst den Söhnen unsres letzten Herrn.
Sei Candidatus dann, und leg es an, Und hilf zum Haupte dem hauptlosen Rom.
Titus.
Ein beßres Haupt gebührt so edlem Leib
Als meins, das längst von Schwäch und Alter wankt.
Wie trüg ich dies Gewand euch zur Bescher?
Ihr wähltet heut mit lautem Beifall mich,
Und morgen gäb ich Kron und Leben auf
Und schafft euch allen neue Sorg und Not!
Ich war dein Krieger, Rom, an vierzig Jahr
Und führte meines Volkes Macht mit Glück,
Legt einundzwanzig tapfre Söhn' ins Grab;
Im Kampf erhöht zu Rittern, fielen sie
In tapfrer Feldschlacht für des Landes Wohl.
Gebt einen Ehrenstab mir altem Mann,
Kein Zepter reicht mir, das der Welt gebeut;
Eur letzter Kaiser führt' es grad und fest.
Marcus.
Du wirst die Herrschaft, Titus, haben, fordern! –
Saturninus.
Ehrsüchtiger Tribun, wie weißt du das?
Titus.
Geduld, Prinz Saturnin.
Saturninus.
Rom, schaff mir Recht! –
Patrizier, zieht eur Schwert und steckts nicht ein,
Bis Saturninus Kaiser ward in Rom!
Andronicus, zur Hölle fahre hin,
Eh du des Volkes Herzen mir entziehst!
Lucius.
Du stolzer Saturnin! du störst das Wohl,
Das Titus hochgesinnt dir zugedacht.
Titus.
Sei ruhig, Prinz, dir lenk ich wieder zu
Des Volkes Gunst, daß sie den Willen wandeln.
Bassianus.
Andronicus, nicht schmeichl' ich jemals dir,
Doch ehr ich dich, und will es bis zum Tod.
Stärkst du mit deinen Freunden meine Macht,
Werd ich höchst dankbar sein, und Dank erscheint
Dem edlen Mann als ehrenwerter Lohn.
Titus.
Ihr, Römer, und ihr Volkstribunen hier,
Ich bitt um eure Stimm und gültge Wahl:
Schenkt ihr sie freundlich dem Andronicus?
Marcus.
Dem trefflichen Andronicus zuliebe
Und feiernd seine Heimkehr hier in Rom,
Wird den das Volk annehmen, den er nennt.
Titus.
Habt Dank, Tribunen. So ersuch ich euch,
Daß ihr erwählt des Kaisers ältsten Sohn,
Prinz Saturnin; des Tugend, hoff ich, Rom
Bestrahlen wird, wie Titans Licht die Welt,
Und Recht und Sitte reifen hier im Staat.
Drum, wenn ihr wählen wollt nach meinem Rat,
Krönt ihn und ruft: Lang lebe Saturnin! –
Marcus.
Mit Ruf und Beifallszeichen aller Art,
Patrizier und Plebejer, grüßen wir
Prinz Saturnin als Roms erhabnen Herrn
Und jubeln: Heil dem Kaiser Saturnin! –
(Ein langer Trompetenstoß, während die oben Versammelten herabsteigen.)
Saturninus.
Titus Andronicus, für diese Gunst,
Betreffend unsre Wahl am heutgen Tag,
Erteil ich dir den Dank, den du verdient,
Und will durch Taten lohnen deine Huld.
Und jetzt zum Anfang, Titus, zu erhöhn
Dein ehrenwert Geschlecht und eignen Ruhm:
Nenn ich Lavinia meine Kaiserin,
Roms edle Herrin, Herrin meiner Brust,
Mir anvermählt im heilgen Pantheon.
Nun Titus, sag, gefällt dir dieses Wort?
Titus.
Es freut mich, würdger Fürst, und im Gemahl
Bin ich durch Eure Gnade hoch geehrt.
Und hier, im Auge Roms, dem Saturnin,
Dem König und Gebieter unsers Staats,
Der weiten Welt Regenten, weih ich nun
Schwert, Siegeswagen und Gefangene
Wohl würdge Gaben Roms erhabnem Herrn.
So nimm sie denn als schuldigen Tribut,
Die Ruhmstrophä'n, zu Füßen dir gelegt.
Saturninus.
Dank, edler Titus, Vater meines Glücks. –
Wie stolz ich sei auf dich und dein Geschenk,
Erfahre Rom; und wenn ich je vergaß
So unbegrenzter Dienste kleinsten Teil,
Dann, Rom, vergiß die Treue gegen mich.
Titus (zu Tamora).
Dem Kaiser, Fürstin, seid Ihr jetzt Gefangne,
Der, Eures Rangs und Standes eingedenk,
Euch und den Dienern mild begegnen wird.
Saturninus.
Welch reizend Weib! Ihr kann der Preis nicht fehlen;
Hätt ich zu wählen noch, sie würd ich wählen. –
Verscheucht der Stirne Wolken, schöne Frau;
Warf Kriegesglück auch Euer Glück herab,
Doch kommt Ihr nicht nach Rom zu Spott und Schmach,
Und königlich sollt Ihr gehalten sein.
Traut meinem Wort, laßt nicht Melancholie
Den Mut Euch dämpfen; der Euch tröstet, hebt
Wohl höher Euch als auf den Gotenthron. –
Lavinia, Euch mißfällt nicht, was ich sprach?
Lavinia.
O nein, mein Fürst; dein adliges Gemüte
Bürgt mir für deines Herzens wahre Güte.
Saturninus.
Dank, Jungfrau. Römer, laßt uns also gehn;
Frei ohne Lösung geb ich die Gefangnen. –
Trompet und Trommel künden meine Wahl! –
Bassianus (Lavinien fassend).
Titus, vergönnt, die Jungfrau nenn ich mein!
Titus.
Wie, Prinz? Sprecht Ihr im Ernste dieses Wort?
Bassianus.
Ja, edler Titus, und bin fest gewillt,
Auf meinem Recht und Anspruch zu bestehn.
(Man sieht den Kaiser in stummem Spiel freundlich tun mit Tamora.)
Marcus.
Suum cuique, spricht des Römers Recht, Nach Recht verlangt der Prinz, was ihm gebührt.
Lucius.
Er wirds und solls, solange Lucius lebt!
Titus.
Verräter fort! Wo ist des Kaisers Wacht?
Verrat, mein Fürst; Lavinia wird entführt.
Saturninus.
Entführt? Wer wagt es?
Bassianus.
Der, nach Recht und Fug
Die Braut verteidgend, sie von hinnen trug.
(Marcus und Bassianus mit Lavinien ab.)
Mutius.
Helft ihm, ihr Brüder, ungekränkt entfliehn!
Mit meinem Schwert beschütz ich dieses Tor.
(Lucius, Quintus und Marcius ab.)
Titus.
Folgt nur, mein Fürst, ich führ sie bald zurück.
Mutius.
Halt ein, o Vater!
Titus.
Frecher Knabe, fort!
Sperrst mir in Rom den Weg? (Titus ersticht den Mutius.)
Mutius.
Hilf, Lucius, hilf! –
(Lucius kommt zurück.)
Lucius.
Ihr tut nicht recht, mein Vater; schlimmer noch,
Ihr schlugt den Sohn im ungerechten Streit! –
Titus.
Nein, weder du noch er sind Söhne mir;
Kein Sohn von mir entehrte mich so sehr! –
Verräter, schaff Lavinia deinem Kaiser.
Lucius.
Tot, wenn Ihr wollt, doch nimmer als sein Weib,
Die eines andern längst verlobte Braut! –
Saturninus.
Nein, Titus, nein! der Kaiser braucht sie nicht;
Nicht sie, noch dich, noch einen eures Stamms. –
Dem könnt ich traun, der einmal mich verhöhnt; Dir nicht, noch deinen falschen, stolzen Söhnen; Ihr alle seid im Bunde mir zur Schmach. War keiner sonst in Rom zum Ziel des Spotts, Als Saturnin? Recht wohl, Andronicus, Stimmt dieses Tun zu deinem Prahlerwort, Daß ich von deiner Hand das Reich erfleht! –
Titus.
Entsetzlich! Solchen Vorwurf sprichst du aus?
Saturninus.
Nur zu! Laß dies leichtfertge Weib nur ziehn
Mit jenem, der sein Schwert für sie geschwenkt!
Ein tapfrer Eidam wird dir so zuteil,
Mit deiner Söhne zügellosem Troß
Unfug zu treiben im Gebiet von Rom! –
Titus.
Wie Stacheln trifft dies Wort mein wundes Herz!
Saturninus.
Drum, holde Tamora, der Goten Fürstin,
Die gleich der stolzen Phöbe unter Nymphen
Weit überstrahlt die schönsten Römerfraun: –
Wenn dich so schnell getroffne Wahl vergnügt,
Wähl ich dich, Tamora, als meine Braut
Und grüße dich als Kaiserin von Rom.
Sprich, Gotenfürstin, lobst du meine Wahl?
Dann schwör ich dir, bei allen Göttern Roms,
Weil Priester und geweihtes Wasser nah,
Die Fackel flammt, und jeder heilge Brauch
Für Hymenäus' Feier steht bereit:
Ich will nicht wiedersehn die Straßen Roms
Noch des Palastes Schwelle, führ ich nicht
Als anverlobte Braut dich heim von hier.
Tamora.
Und vor des Himmels Antlitz schwör ich Rom,
Wenn Saturnin die Gotenfürstin krönt,
Dann wird sie seiner Wünsche Sklavin sein
Und seiner Jugend Pflegerin und Mutter.
Saturninus.
Hinauf zum Pantheon, schönes Weib! Ihr Herrn,
Folgt euerm Kaiser und der holden Braut,
Die mir der Himmel selber zugesandt,
Des Ratschluß ihr ein beßres Glück verhängt:
Alldort vollziehn wir der Vermählung Brauch.
(Alle gehn ab, außer Titus.)
Titus (allein).
Mich rief er nicht, zu folgen dieser Braut!
Titus, wann wandeltest du einsam je,
Also entehrt und überhäuft von Schmach? –
Marcus Andronicus, Lucius, Quintus und Marcius treten auf.
Marcus.
O Titus, sieh, o sieh den bösen Lohn!
Um schnöden Zwist schlugst du den edlen Sohn!
Titus.
Nein, törichter Tribun, nicht wars mein Sohn,
Noch du, noch diese Stifter jener Tat,
Die unserm ganzen Stamm zur Schmach gereicht! –
Unwürdger Bruder! Und unwürdge Söhne! –
Lucius.
Doch wolln wir ihn bestatten, wie sichs ziemt;
Laßt Mutius ruhn in seiner Brüder Grab.
Titus.
Verräter, nein! Nicht hier in diesem Grab!
Fünfhundert Jahre stand dies Monument,
Das ich mit reichem Schmuck mir neu erbaut;
Hier ruhn in Ehren tapfre Krieger nur
Und Diener Roms, kein schnöd im Zank Erschlagner.
Begrabt ihn, wo ihr wollt, hier weigr' ichs euch.
Marcus.
Mein Bruder, dies ist gottvergeßner Sinn;
Für meinen Neffen Mutius spricht sein Tun,
Er ruh im Grab mit seinen Brüdern.
Die Söhne des Titus.
Das soll er, oder alle folgen ihm!
Titus.
Er soll? Wer war der Schurke, der so sprach?
Quintus.
Ders allenthalb behauptet, außer hier.
Titus.
Was? willst du ihn bestatten, mir zum Trotz?
Marcus.
Nein, edler Titus, doch von dir erflehn
Verzeihung deinem Mutius und ein Grab! –
Titus.
Marcus, feindselig trafst auch du mein Haupt,
Kränkst meine Ehre gleich den Knaben hier.
Ihr alle habt als Feinde mich verletzt;
Stört mich hinfort nicht mehr, entfernt euch jetzt.
Lucius.
Er ist nicht bei sich selbst, so laßt uns gehn.
Quintus.
Nicht ich, bis Mutius hier bestattet ruht.
(Der Bruder und die Söhne knien.)
Marcus.
Bruder! denn mit dem Namen fleht Natur! –
Quintus.
Vater! auch in dem Namen ruft Natur.
Titus.
Schweig, wenn ich auf die andern hören soll!
Marcus.
Erhabner Held, mehr denn mein halbes Ich...
Lucius.
O Vater! Unser aller Seel und Mark –
Marcus.
Hier in der Tugend Wohnsitz, Bruder, laß
Dem edlen Neffen mich ein Grab erflehn,
Der für die Ehr und für Lavinien starb! –
Du bist ein Römer, sei denn kein Barbar;
Die Griechen, ausgesöhnt, begruben Ajax,
Der sich entleibt; Laertes' kluger Sohn
Sprach mildgesinnt für seine Totenfeier;
Drum weigre Mutius hier den Eintritt nicht
Dem, der dein Liebling war.
Titus.
Marcus, steh auf. –
Das ist der trübste Tag, den ich erlebt,
Entehrt von meinen Söhnen hier in Rom! –
Begrabt ihn denn; der nächste sei ich ihm.
(Sie legen die Leiche in das Grab.)
Lucius.
Hier ruh mit deinen Freunden, süßer Mutius,
Bis wir dein Grab geziert mit Kriegstrophäen!
Alle (kniend). Nicht einer wein um unsern edlen Mutius; Wer für die Tugend starb, der lebt in Ruhm.
Marcus.
Bruder – so trübe Schwermut zu zerstreun –
Wie hat die schlaue Gotenkönigin
So schleunig sich den Weg gebahnt in Rom?
Titus.
Ich weiß nicht, Marcus, weiß nur, daß es ist;
Ob plangemäß, ob nicht, das frag den Himmel.
Doch ist sie nicht verpflichtet jenem Mann,
Der so weit her zum Glück sie hat geführt?
Ja, und sie gibt ihm einst auch edlen Lohn! –
Trompetenstoß. Von der einen Seite kommen der Kaiser, Tamora, Chiron, Demetrius und Aaron, der Mohr; von der andern Bassianus und Lavinia mit Gefolge.
Saturninus.
Bassianus, Ihr gewannt im Spiel den Preis;
Gott schenk Euch Freud an Eurer schmucken Braut!
Bassianus.
Und Euch an Eurer, Herr; mehr sag ich nicht,
Noch wünsch ich minder; und so lebt nun wohl!
Saturninus.
Verräter! Gilt Gesetz, gilt meine Macht,
Du und dein Anhang büßen diesen Raub.
Bassianus.
Raub nennt Ihr, Herr, nahm ich mein Eigentum,
Die mir verlobte Braut, und jetzt mein Weib? –
Doch laßt entscheiden unser römsches Recht;
Besitz ich doch nun schon, was mir gehört.
Saturninus.
Vortrefflich, Herr! Ihr seid sehr kurz mit uns;
Doch, leb ich, sind wir ganz so scharf mit Euch.
Bassianus.
Herr, was ich tat, muß ich, so gut ichs kann,
Vertreten, kostets auch das Leben mir.
Nur dies noch sag ich deiner Majestät –
Bei allen Pflichten für mein Vaterland,
Den würdgen Mann, den edlen Titus hier,
An Ehr und Namen hast du ihn gekränkt!
Denn nur um dir Lavinien zu befrein,
Erschlug er selber ja den jüngsten Sohn
Aus edlem Eifer und von Zorn erfüllt,
Weil Einspruch hemmte, was er frei geschenkt;
Drum nimm ihn auf zu Gnaden, Saturnin,
Der sich in allem Tun durchaus bewährt
Als Freund und Vater gegen dich und Rom.
Titus.
Prinz Bassianus, sei mein Anwalt nicht;
Du bists und jene dort, die mich entehrt; Rom und der ewge Himmel richten mich, Wie treu ich ehrt' und liebte Saturnin!
Tamora.
Mein edler Herr, wenn je dein fürstlich Aug
Mit Wohlgefallen blickt' auf Tamora,
So höre jetzt mein unparteiisch Wort,
Und, Liebster, alles, was geschehn, vergib.
Saturninus.
Was? Offenbar mißhandelt und entehrt,
Soll ich die Kränkung dulden ungerecht?
Tamora.
Nicht also, Herr! Das wolln die Götter nicht,
Daß ich dich zu entehren sollte flehn.
Nein, meine Ehre setz ich dir zum Pfand,
Den wackern Titus find ich ohne Schuld!
Sein unverstellter Zorn spricht seinen Schmerz,
Drum mir zuliebe sieh ihn gnädig an;
Nicht bring ein Wahn dich um den tapfern Freund,
Noch trüb ein finstrer Blick sein edles Herz. –
(Beiseite.) Nimm Rat an, mein Gemahl; gib endlich nach,
Verbirg nur alle Kränkung, allen Gram.
Du bist erst neu gepflanzt auf deinen Thron;
Deshalb, damit nicht Roms Senat und Volk
Nach beßrer Einsicht Titus' Anhang mehrt
Und von dir abfällt deines Undanks halb
(Den Rom als schwere Sünde stets gehaßt),
Gib nach den Bitten, laß die Sorge mir:
Ich will sie all ermorden, find ich Zeit,
Vertilgen ihren Stamm und ganz Geschlecht,
Den wütgen Vater und die falschen Söhne,
Die ich um meines Kindes Leben bat;
Dann sehn sie, was es sei, wenn Königinnen
Im Staube knien und Gnade nicht gewinnen. –
(Laut.) Komm, teurer Kaiser, komm, Andronicus –
Heb auf den guten Greis, tröst ihm sein Herz,
Das hinwelkt in dem Sturme deines Zorns.
Saturninus.
Auf, Titus! Meine Kaisrin hat gesiegt.
Titus.
Dank deiner Hoheit, gnädger Fürst, und ihr.
Dein Wort, dein Blick beleben mich aufs neu.
Tamora.
Titus, ich bin jetzt einverleibt in Rom,
Als Römerin nun glücklich anerkannt,
Und muß dem Kaiser raten für sein Wohl.
Heut sterbe jeder Groll, Andronicus; –
Und sei's mein schönster Ruhm, du tapfrer Held,
Daß ich mit dir die Freunde heut versöhnt. –
Was Euch betrifft, Prinz Bassian, so bürgt
Mein Wort und Pfand dem Kaiser, unserm Herrn,
Daß Ihr, nachgiebig, milder Euch betragt. –
Getrost, ihr Herrn! – Auch Ihr, Lavinia –
Folgt meinem Rat, und reuig auf den Knien
Erfleht Verzeihn von Seiner Majestät.
Lucius.
Wir tuns und schwören hier vor Seiner Hoheit,
Daß wir in guter Absicht nur gestrebt,
Für unsrer Schwester Ehr und unsre Pflicht.
Marcus.
Das gleiche hier verbürg ich auf mein Wort.
Saturninus.
Hinweg und schweigt; belästigt uns nicht mehr.
Tamora.
Nein, gütger Fürst, wir müssen Freunde sein;
Marcus und seine Neffen knien vor dir,
Schlags mir nicht ab; Geliebter, schau dich um.
Saturninus.
Marcus, für deinen Bruder und dich selbst
Und meiner holden Tamora zu Gunst
Verzeih ich dieser jungen Männer Schuld.
Steht auf!
Lavinia, flohst du gleich mich als 'nen Knecht,
Fand ich doch Gunst und schwur den höchsten Eid,
Ich schied als Junggesell nicht vom Altar.
Kommt, hat der Palast für zwei Bräute Raum,
Lavinia, mit den Deinen sei mein Gast. –
Heut sei ein Tag der Liebe, Tamora.
Titus.
Und morgen, wenn es meinem Herrn gefällt,
Mit mir zu jagen Panthertier und Hirsch,
Mit Horn und Hund bring ich den Morgengruß.
Saturninus.
Titus, so sei es, und wir danken dir. (Alle ab.)
Englisch
ZWEITER AUFZUG
Inhaltsverzeichnis
ERSTE SZENE
Inhaltsverzeichnis
Daselbst, vor dem Palast
Aaron tritt auf
Aaron.
Nun, Tamora, ersteigst du den Olymp,
Fortuna unter dir, und thronst erhöht,
Weit überm Donner und der Blitze Glut,
Und außer dem Bereich des blassen Neids.
Wie wenn die goldne Sonne grüßt den Tag,
Ihr Morgenstrahl das Meer mit Licht umglänzt
Und, den Zodiak mit Flammenrädern messend,
Erhabner Berge Gipfel überschaut,
So Tamora.
Der Erde Hoheit beugt sich ihrem Witz,
Vor ihrem Zorn erbebt im Staub die Tugend.
Drum, Aaron, stähl dein Herz und schärf den Geist,
Nachklimmend deiner edlen Kaiserin
Zur steilsten Höh, die du längst im Triumph
Siegreich in Liebesketten hast geführt
Und fester bandst an Aarons Zauberblick,
Als den Prometheus hielt der Kaukasus.
Hinweg mit Sklaventracht und niederm Sinn!
Schmuck will ich prangen, glühn in Perl und Gold,
Zu dienen dieser neuen Kaiserin.
Dienen, sagt ich? nein, schwelgen mit der Buhlin,
Der Zauberin, Semiramis, Sirene,
Der Göttin, die Roms Saturnin umstrickt,
Und ihn zum Schiffbruch lockt, wie seinen Staat.
Ha! welch ein Lärm ist dies?
Es treten auf Chiron und Demetrius, einander drohend.
Demetrius.
Chiron, fürwahr,
Witz mangelt deiner Jugend, Salz dem Witz,
Und Sitte, in mein Werben dich zu drängen,
Wo Liebe mir vielleicht begegnen mag.
Chiron.
Demetrius, dich tört dein eitler Sinn,
Daß du mich willst mit Hoffart überschrein!
's ist nicht der kurze Abstand eines Jahrs,
Der mich zurücksetzt, dich beglückter macht.
Ich bin so rüstig, so geschickt wie du,
Dienend der Liebsten Gunst mir zu verdienen:
Und das beweis ich dir mit meinem Schwert,
Dirs darzutun, was mir Lavinia wert.
Aaron.
He, Knüttel, Knüttel! Zwei Verliebte zanken!
Demetrius.
Was, Knabe? Weil die Mutter unbedacht
Dir an die Seite steckt' ein Tänzerschwert,
Wirst du so wild und drohst dem Bruder? Geh,
Laß deine Latt' in ihre Scheide leimen,
Bis du sie besser erst regieren lernst! –
Chiron.
Nun, Freund, dann soll mein bißchen Fechterkunst
Dich gleich belehren, was mein Mut vermag.
Demetrius.
Was, Knabe, schon so dreist?
(Sie ziehn die Schwerter.)
Aaron.
Ihr Herrn, laßt ab;
So nah des Kaisers Hofburg wollt ihr ziehn
Und solchen Zwist ausfechten vor dem Volk?
Ich weiß recht wohl den Grund zu all dem Hader;
Nicht möcht ich wünschen für 'nen Berg von Gold,
Daß die euch hörten, die's zunächst betrifft;
Noch für weit höhern Preis möcht eure Mutter
Sich so beschimpft sehn an des Kaisers Hof.
Schämt euch! Steckt ein!
Chiron.
Ich nicht, bis ich mein Schwert
Getaucht in seine Brust, noch bis er schlang
Zurück in seinen Hals den schnöden Hohn,
Mit dem sein Mund entehrend mich geschmäht.
Demetrius.
Dazu bin ich gerüstet und bereit. –
Zanksüchtger Feigling, dessen Zunge donnert,
Und der das Eisen nicht zu brauchen wagt!
Aaron.
Fort, sag ich euch! –
Nun, bei dem Gott, zu dem die Goten flehn,
Der kindsche Streit verdirbt uns allzumal.
Was, Herrn, bedünkts euch nicht gefährlich Spiel,
Mit Füßen treten eines Prinzen Recht?
Wie? Ist Lavinia denn so leichter Art,
Und dünkt Bassianus euch so ganz entherzt,
Daß ihre Gunst der Vorwand solches Zanks,
So ohne Scheu vor Rache noch Gesetz? –
Ihr Herrn, bedenkt: erführ die Kaiserin
Des Mißtons Grund, sie zürnte der Musik.
Chiron.
Mir gleich, ob sie's erführ und alle Welt:
Lavinien lieb ich mehr als alle Welt.
Demetrius.
Lern erst bescheidner wählen, junger Bursch;
Lavinia ward des ältern Bruders Ziel.
Aaron.
Was, seid ihr toll? Wißt ihrs denn nicht, in Rom
Wie wild und eifersüchtig Männer sind
Und dulden Mitbewerber nimmermehr?
Ich sag euch, Herrn, ihr schmiedet euern Tod
Durch dies Beginnen.
Chiron.
Aaron, ich wagte tausend Leben dran,
Die Liebste zu besitzen.
Aaron.
Was? besitzen?
Demetrius.
Wie stellst du dich so fremde
Sie ist ein Weib, drum darf man um sie werben;
Sie ist ein Weib, drum kann man sie gewinnen;
Sie ist Lavinia, drum muß man sie lieben.
Ei, Mann, mehr Wasser fließt vorbei der Mühle,
Als es der Müller denkt; und leicht ja stiehlst du
Vom einmal angeschnittnen Brot ein Stück: –
Ist Prinz Bassianus auch des Kaisers Bruder,
Schon Beßre trugen wohl den Schmuck Vulkans.
Aaron.
Ja, (beiseite) und so gute wohl als Saturnin.
Demetrius.
Wie sollte denn verzagen, wers versteht
Mit Wort und Blick und mit Geschenk zu werben?
Wie? traf dein Schuß nicht schon manch fremdes Reh,
Und vor des Försters Nase trugst du's heim?
Aaron.
So scheints, ein listger Streich und rechter Griff
Büßt' eure Lust?
Chiron.
Ja, lustge Buße wärs!
Demetrius.
Aaron, du trafst es.
Aaron.
Triff es auch, du Tor,
So steht uns all der Lärm nicht mehr bevor!
Nun hört nur, hört: seid ihr so kindisch noch,
Euch deshalb zu entzwein? Verdrieße es euch,
Wenn es euch beiden glückt?
Chiron.
Mich nicht, fürwahr.
Demetrius.
Mich auch nicht, wenn ich nur der eine bin.
Aaron.
Seid einig denn, und was euch trennt, versöhn euch.
Mit List und Politik erreicht das Ziel,
Nach dem ihr strebt, und dies sei euer Plan:
Ihr könnt nicht überreden, wie ihrs wünscht,
So nehmt denn mit Gewalt, wie ihrs vermögt. –
Ich sag euch, keuscher war Lucretia nicht
Als jetzt Bassianus' Weib Lavinia.
Wir müssen diesmal schnellern Weg ersehn
Als schmachtend Buhlen, und ich fand den Pfad.
Ihr Herrn, ein stattlich Jagen steht bevor,
Da finden sich zuhauf die Schönen Roms –,
Weit und entlegen dehnt der Wald sich aus
Und beut viel unbetretne Räume dar,
Wie auserwählt für Raub und Freveltat.
Dahin lockt einzeln euer schmuckes Reh
Und fällt es mit Gewalt, wenn nicht mit Gutem;
So könnt ihr Hoffnung hegen, anders nie.
Der Kaiserin und ihrem höllschen Witz,
Der Rach und Frevel stets gebrütet hat,
Laßt uns verkünden, was wir jetzt erdacht;
Und unsre Pfeile schärfe sie mit Rat
Und dulde nicht, daß ihr euch hemmt und kreuzt,
Helf euch vielmehr zu eurer Wünsche Ziel.
Des Kaisers Burg ist gleich der Fama Haus,
Der Palast voller Zungen, Ohren, Augen:
Der Wald ist fühllos, schrecklich, taub und stumm;
Da sprecht und schlagt, ihr Wackern, beid im Glück,
Da büßt die Lust, beschirmt vom dunkeln Wald,
Und schwelget in Laviniens keuschem Schatz.
Chiron.
Dein Anschlag, Bursch, schmeckt, traun, nach keiner Furcht.
Demetrius.
Sit fas aut nefas; bis ich fand den Strom, Der stillt die Glut, den Zauber, der mich kühlt: Per Styga, per manes vehor. –
(Gehn ab.)
Englisch
ZWEITE SZENE
Inhaltsverzeichnis
Wald bei Rom. Man sieht in einiger Entfernung eine Hütte
Es treten auf Titus Andronicus, seine drei Söhne, mit Hunden und Jagdhörnern, und Marcus Andronicus
Titus.
Die Jagd ist auf, der Morgen hell und licht,
Die Fluren duftig und die Wälder grün:
Entkoppelt hier! Der Meute lauter Schall
Wecke den Kaiser und sein schönes Weib.
Den Prinzen ruft, beginnt den Jägergruß,
Daß von dem Klang erdröhne rings im Hof. –
Ihr Söhne, habt mir acht, wie's unser Amt,
Den Kaiser treu zu hüten vor Gefahr.
Ich ward im Schlaf erschreckt durch bösen Traum,
Doch bringt mir neuen Trost der junge Tag.
Lautes Gebell der Meute und Musik von Jagdhörnern.
Darauf erscheinen Saturninus, Tamora, Bassianus, Lavinia, Chiron, Demetrius und Gefolge.
Titus.
Viel guten Morgen deiner Majestät;
Euch Fürsten gleichen Gruß und gleiches Glück!
Ich hatte Jägergruß euch zugesagt.
Saturninus.
Und lustig war das Blasen, werte Herrn,
Nur fast zu früh für neuvermählte Fraun.
Bassianus.
Was sagt Lavinia?
Lavinia.
Ich sage, nein;
Zwei volle Stunden wacht ich schon, und mehr.
Saturninus.
Frisch auf dann; Roß und Wagen holt herbei,
Und hin zum Forst; Herrin, jetzt sollt Ihr sehn
Ein römisch Jagdfest!
Marcus.
Hunde hab ich hier,
Die scheuchen euch den wildsten Panther auf,
Und klimmen zu dem steilsten Vorgebirg.
Titus.
Ich Pferde, die, wohin das Wild sie führt,
Wie Schwalben leicht ihm folgen auf dem Plan.
Demetrius.
Chiron, wir jagen nicht mit Roß und Hund,
Wir fah'n ein schmuckes Reh im finstern Grund.
(Alle ab.)
Englisch
DRITTE SZENE
Inhaltsverzeichnis
Einsamer Platz im Walde
Aaron tritt auf
Aaron.
Wer Witz hat, dächte wohl, er fehle mir,
Weil ich dies Gold hier unterm Baum vergrub,
Von wo mirs niemals wieder aufersteht.
So wisse denn, wer mich so albern wähnt,
Daß dieses Gold mir einen Anschlag münzt,
Der, listig ausgeführt, gebären soll
Ein recht ausbündig wackres Bubenstück:
So ruh hier, Gold, und störe deren Ruhe,
Die Gaben nehmen aus der Kaisrin Truhe.
Tamora kommt.
Tamora.
Mein süßer Aaron, was bekümmert dich,
Wenn alles rings von Fröhlichkeit erklingt?
Die Vögel singen hell aus jedem Busch,
Die Schlange sonnt sich, aufgerollt im Grün,
Das Laub erzittert in der kühlen Luft
Und malet Schattengitter auf den Grund:
In seinem süßen Dunkel laß uns ruhn!
Horch! Widerhalls Geplauder neckt die Hunde,
Dem vollen Horn antwortend hellen Ruf,
Als tönt' ein Doppeljagen uns zugleich. –
Setz dich und horch dem fröhlichen Gebell!
Und nach verliebtem Kampf (des, wie man wähnt,
Der flüchtge Held und Dido einst sich freuten,
Als sie ein glücklicher Orkan gescheucht
Und die verschwiegne Höhl als Vorhang schirmte) –
Laß uns, verschränkt eins in des andern Arm,
Nach unsrer Lust des goldnen Schlafs uns freun,
Weil Hund und Horn und süßer Waldgesang
Uns einlullt wie der Amme Wiegenlied,
Wenn sie ihr holdes Kind in Schlummer singt.
Aaron.
Fürstin, wie Venus deinen Sinn beherrscht,
So ist Saturn des meinigen Monarch.
Was deutet sonst mein tödlich starres Aug,
Mein Schweigen, meiner Stirn Melancholie,
Mein Vlies von krauser Wolle, jetzt entlockt,
Recht wie die Natter, wenn sie sich entrollt
Zu schlimmem Biß und giftgem Überfall?
Nein, Fürstin, das sind Venuszeichen nicht:
Rachsucht erfüllt mein Herz, Tod meine Faust,
Blut und Verderben toben mir im Haupt. –
Hör, Tamora, du Kaisrin meiner Seele,
Die nicht auf andern Himmel hofft als dich,
Heut ist des Bassianus Schicksalstag.
Verstummen muß heut seine Philomele,
Es plündern deine Söhne ihre Keuschheit
Und waschen ihre Hand im Blut Bassians.
Sieh diesen Brief, den nimm zu dir, ich bitt dich,
Gib deinem Herrn dies Blatt voll Todeslist. –
Nun frage mich nicht mehr, man schleicht uns nach,
Hier kommt ein Teil der hoffhungsreichen Beute;
Sie ahnen nicht, wie nah Vernichtung droht! –
Tamora.
Ah, süßer Mohr, mir süßer als der Tag!
Aaron.
Still, große Königin, Bassianus kommt!
Zeig dich erzürnt, die Söhne hol ich her
Zu deinem Beistand, wenn du Streit beginnst. (Ab.)
Bassianus und Lavinia kommen.
Bassianus.
Wer naht uns hier? Roms hohe Kaiserin;
Vom ziemenden Gefolg so weit entfernt?
Wie, oder Diana, so geschmückt wie sie,
Die ihr geheiligt Waldasyl verließ,
Zu schaun die große Jagd in diesem Forst?
Tamora.
Frecher Nachspürer unsrer Einsamkeit,
Hätt ich die Macht, die, sagt man, Dianen ward,
Die Schläfen Augenblicks umpflanzt' ich dir
Mit Hörnern wie Aktäon, und die Hunde
Verfolgten deine neue Hirschgestalt,
Schamloser, der du hier dich eingedrängt! –
Lavinia.
Mit Eurer Gunst, huldreiche Kaiserin!
Man sagt, mit Hörnern wißt Ihr umzugehn;
Und wohl verrät sichs, daß der Mohr und Ihr
Zu solcherlei Versuch euch hier verirrt.
Heut schütze Zeus vor Hunden Euren Gatten,
Denn Unglück wär es, sähn sie ihn als Hirsch!
Bassianus.
Glaubt, Fürstin, dieser nächtliche Kimmerier
Macht Eure Ehre schwarz wie seine Haut,
Befleckt, abscheulich, aller Welt ein Greul.
Was stahlt Ihr heimlich vom Gefolg Euch weg,
Stiegt ab von Eurem schmucken weißen Zelter
Und schlicht hieher an diesen finstern Ort,
Von einem wilden Mohren nur geführt,
Wenn böse Lust Euch nicht verleitete?
Lavinia.
Und weil er Euch gestört in solchem Spiel,
Versteht sichs, müßt Ihr meinen edlen Herrn
Für Frechheit schelten. – Bitt Euch, gehn wir fort.
Gönnt ihr des rabenfarbgen Buhlen Kuß,
Dies Tal ist höchst gelegen solchem Werk.
Bassianus.
Dem Kaiser, meinem Bruder, meld ich dies.
Lavinia.
Ja, solch Entweichen ward schon längst bemerkt;
Wie gröblich täuscht man dich, du guter Fürst! –
Tamora.
Wie hab ich noch Geduld, dies anzuhören? –
Chiron und Demetrius kommen.
Demetrius.
Wie, teure Kaiserin und gnädge Mutter,
Was blickt Eur Hoheit so verstört und bleich?
Tamora.
Was meint ihr, hab ich Grund nicht, bleich zu sehn?
Die zwei verlockten mich in dieses Tal;
Ihr seht den wüsten, grauenhaften Ort,
Die Bäum, obwohl im Sommer, kahl und dürr,
Erstickt von Moos und tückschem Mistelwuchs.
Hier scheint die Sonne nie, hier nistet nichts,
Nachteulen nur und unglückdrohnde Raben.
Und als sie mir gezeigt die grause Schlucht,
Erzählten sie, wie um die Mitternacht
Wohl tausend Geister, tausend Schlangen zischend,
Zehntausend schwellnde Kröten, Molch' und Igel
Erhüben solch ein furchtbar wirres Schrein,
Daß jeden Sterblichen, der dies vernimmt,
Wahnsinn befällt, wenn er nicht plötzlich stirbt.
Drauf, als sie kaum erzählt die Höllenmär,
Alsbald mich festzubinden drohten sie
An eines grausen Eibenbaumes Stamm,
Daß ich so schnödem Tod verfallen sei.
Dann schalten sie mich Ehebrecherin,
Verbuhlte Gotin und die herbsten Worte,
Die je ein Ohr im bittern Schmähn vernahm;
Und kamt ihr durch ein Wunder nicht zum Glück,
Sie hätten diese Rach an mir vollbracht.
Rächt eurer Mutter Leben, liebt ihr mich,
Sonst nenn ich nimmer meine Kinder euch.
Demetrius (ersticht den Bassianus).
Nimm dies zum Zeugnis, daß ich sei dein Sohn! –
Chiron (durchsticht ihn gleichfalls).
Der Stoß für mich, zum Zeichen meiner Kraft! –
Lavinia.
Ja, komm, Semiramis – nein, wilde Tamora!
Kein Name ziemt dir, als der eigne nur! –
Tamora.
Gebt mir den Dolch, laßt eurer Mutter Hand
An ihr vergelten eurer Mutter Schmach.
Demetrius.
Halt, Königin, hier ist noch mehr im Werk;
Erst drescht das Korn, und dann verbrennt das Stroh.
Dies Püppchen rühmte viel von ihrer Zucht,
Von ihrem Ehgelübd und reiner Treu,
So mit geschminkter Tugend trotzt sie Euch:
Und nähme sie das alles mit ins Grab?
Chiron.
Wenn dies geschieht, müßt ich ein Hämling sein.
Schleif ihren Gatten einer Höhle zu,
Sein toter Leib sei Pfühl für unsre Lust.
Tamora.
Doch war der Honig euer, den ihr wünscht,
Laßt nicht die Wesp am Leben, uns zu stechen.
Chiron.
Ich schwör Euch, Fürstin, ruhig sollt Ihr sein. –
Kommt, Dame, jetzt gewaltsam rauben wir,
Was Ihr so spröd und ängstlich habt bewahrt.
Lavinia.
O Tamora, du trägst ein weiblich Antlitz –
Tamora.
Ich will sie nicht mehr hören, führt sie weg!
Lavinia.
O liebe Herrn, ein Wort nur laßt mich sprechen!
Demetrius.
Vernehmt sie, schöne Frau! Sei's Euer Ruhm,
Sie weinen sehn: doch bleib Eur Herz so hart
Wie Kiesel, fühllos bei des Regens Guß.
Lavinia.
Wann lehrte je des Tigers Brut die Mutter?
O lehr sie keinen Grimm, sie lehrt' ihn dich!
Die Milch, die du gesogen, ward zu Marmor;
Schon an der Brust empfingst du Grausamkeit.
(Zu Chiron.) Doch sind nicht jeder Mutter Söhne gleich:
Fleh du zu ihr um Mitleid für ein Weib!
Chiron.
Was! Sollt ich selber mich zum Bastard stempeln?
Lavinia.
's ist wahr, der Rabe brütet Lerchen nicht;
Doch hört ich einst – (o fänd ichs nun bewährt),
Bewegt von Mitleid ließ der Löwe zu,
Daß man die königlichen Klaun ihm stumpfte;
Der Rabe, sagt man, füttre Waisenkindlein,
Derweil im eignen Nest sein Junges darbt.
Oh, sei du mir, sagt auch dein Herz dir nein,
Wenn auch so mild nicht, etwas doch gerührt! –
Tamora.
Ich weiß nicht, was das heißt; hinweg mit ihr!
Lavinia.
Ich lehr es dich: um meines Vaters halb,
Der dir, dem Tod verfallen, Leben schenkte,
Sei nicht verstockt; öffne dein taubes Ohr! –
Tamora.
Und hättst du selber nimmer mich gekränkt,
Um seinetwillen bin ich mitleidlos.
Gedenkt nur, Knaben, wie ich weint umsonst,
Vom Opfer euern Bruder zu befrein;
Doch nimmer gab der grimme Titus nach!
Drum schafft sie fort, verfahrt mit ihr nach Lust;
Je schlimmer, um so besser mir geliebt.
Lavinia.
O Tamora, ich preise deine Huld,
Wenn du mit eigner Hand mich hier erschlägst.
Nicht um mein Leben fleht' ich ja so lang;
Ich Arme starb, als Bassianus fiel.
Tamora.
Was batst du denn? Hinweg, du töricht Weib!
Lavinia.
Den schnellsten Tod erfleh ich, und noch eins,
Was Frauenmund nicht auszusprechen wagt:
Hemm ihre mehr als mörderische Lust! –
Oh, senke mich in eines Sumpfes Pfuhl,
Wo nie ein menschlich Auge mich erspäht;
Das tu, und sei barmherzge Mörderin!
Tamora.
So brächt ich meine Söhn um ihren Ruhm?
Nein, laß sie nehmen, was ihr Eigentum!
Demetrius.
Fort, schon zu lange hieltst du uns zurück.
Lavinia.
Kein Mitleid? Keine Scham? O viehisch Weib!
Feindin und Schmach für unser ganz Geschlecht!
Vernichtung fall –
Chiron (schleppt sie fort).
Dann stopf ich dir den Mund. – Bring du den Gatten;
In diese Höhle hieß ihn Aaron bergen. (Sie gehn ab.)
Tamora.
Geht Söhne, schafft sie mir in Sicherheit.
Und wahrlich, nimmer soll mein Herz sich freun,
Bis Titus' ganzer Stamm hinweggetilgt.
Zu dir nun, liebster Mohr, will ich mich wenden,
Indes die Knaben jene Dirne schänden. (Ab.)
Englisch
VIERTE SZENE
Inhaltsverzeichnis
Daselbst
Es treten auf Aaron, Quintus und Marcius
Aaron.
Kommt, wackre Herrn, folgt mir in schnellster Eil,
Ich bring euch zu der finstern Grube gleich,
Wo ich den Panther fest im Schlafe sah.
Quintus.
Was es auch deute, trübe ward mein Blick.
Marcius.
Und meiner wahrlich auch: schämt ich mich nicht,
Ich ließe gern die Jagd und schliefe hier.
(Marcius fällt in die Grube.)
Quintus.
Was, fielst du? Welche tücksche Gruft ist dies,
Der wild Gesträuch die Mündung ganz bedeckt,
Auf dessen Blättern jüngst vergoßnes Blut
So frisch, wie Morgentau im Blütenkelch?
Mir scheint, voll böser Ahnung ist der Ort! –
Sag, Bruder, fühlst du Schmerz nach deinem Fall?
Marcius.
O Bruder, durch das schrecklichste Gesicht,
Des Anblick je ein Herz zum Jammer zwang.
Aaron (beiseite). Den Kaiser hol ich jetzt, sie hier zu finden,
Daß er nach äußerm Schein vermuten muß,
Sie seiens, die den Bruder ihm erschlagen. (Ab.)
Marcius.
Was tröstest du mich nicht und hilfst mir fort
Aus dieser schnöden, blutbefleckten Gruft?
Quintus.
Ohnmächtig bin ich durch seltsame Furcht,
Die Glieder zittern kalt im Todesschweiß,
Mein Herz argwohnt mehr, als mein Aug erspäht.
Marcius.
Damit du siehst, du habst ein ahnend Herz,
Aaron und du, seht in die Höhl herab
Und schaut ein gräßlich Bild von Blut und Tod.
Quintus.
Aaron ist fort, und mein beängstigt Herz
Gestattet meinem Auge nicht, zu sehn,
Was in der Ahnung ihm entsetzlich dünkt.
O sag mir, was es sei, denn nie zuvor
War ich ein Kind, zu scheun, ich weiß nicht was.
Marcius.
Prinz Bassianus liegt in Blut getaucht
Am Boden da, wie ein geschlachtet Lamm,
In der verfluchten dunkeln Gruft des Mords!
Quintus.
Wenns drin so dunkel, wie erkennst du ihn?
Marcius.
Am blutgen Finger trägt er einen Ring
Von seltnem Preis, der rings die Höhl erhellt,
Wie eine Kerz in dunkler Totengruft
Auf seiner Leiche fahles Antlitz scheint,
Und zeigt der Grube scheußlich Eingeweide.
So bleich auch schien der Mond auf Pyramus,
Als er gebadet lag in Mädchenblut!
O Bruder, hilf mir mit kraftloser Hand
(Wenn Furcht dich kraftlos machte, so wie mich)
Der bösen Mörderhöhle zu entfliehn,
So gräßlich, wie Cocytus' trüber Schlund.
Quintus.
Gib mir die Hand, daß ich dir helf empor;
Und reicht die Kraft nicht aus, dir beizustehn,
Fall ich wohl selbst in dieses tiefen Pfuhls
Verhaßten Schoß, der Bassian verschlang. –
– Ich bin zu schwach, zum Rand dich aufzuziehn!
Marcius.
Und ich erklimm ihn ohne Beistand nie!
Quintus.
Nochmals die Hand: ich laß dich nicht mehr los,
Bis du hinaufsteigst, oder ich hinab:
Du kommst zu mir nicht, so komm ich zu dir!
(Er fällt in die Grube.)
Saturninus und Aaron kommen.
Saturninus.
Heran, mir nach: ich will die Höhle sehn
Und wer es war, der eben sprang hinab. –
Sag an, wer bist du, der sich hier verbarg
In diesen gähnend offnen Rachen: spricht –
Marcius.
Des alten Titus jammervoller Sohn,
Zu höchst unselger Stund hieher geführt,
Bassianus, deinen Bruder, tot zu sehn.
Saturninus.
Mein Bruder tot? Ich weiß, es ist nur Scherz:
Er und Lavinia sind im Jagdgezelt,
Im Norden dieses heitern Waldreviers;
Noch keine Stund ists, seit ich dort sie ließ.
Marcius.
Wir wissen nicht, wo Ihr ihn lebend saht,
Doch weh! wir fanden ihn ermordet hier! –
Tamora mit Gefolge, Andronicus und Lucius treten auf.
Tamora.
Wo ist mein Herr, der Kaiser?
Saturninus.
Hier, Tamora, von Todesgram betrübt.
Tamora.
Wo ist dein Bruder Bassian?
Saturninus.
Nun trafst du meiner Wunde tiefsten Grund:
Der arme Bassian liegt hier ermordet.
Tamora.
Dann allzu spät erhältst du dieses Blatt,
Den Plan des übereilten Trauerspiels.
Ich staune, wie ein menschlich Antlitz barg
In sanftem Lächeln solche Gier nach Mord.
(Sie gibt dem Saturninus einen Brief.)
Saturninus (liest).
«Verfehlten wir, nach Wunsch ihm zu begegnen
(Bassianus meinen wir), dann säume nicht,
Sein Grab zu graben, wackrer Jägersmann;
Du weißt, wie wirs gemeint. – Du findst den Sold
Unter den Nesseln am Holunderbaum,
Der jener Grube Mündung überwölbt,
Wo ich Bassianus dich begraben hieß.
Dies tu, und kauf dir unsern ewgen Dank.»
O Tamora! Vernahmst du Gleiches je?
Dies ist die Gruft, dies der Holunderbaum,
Seht, Herrn, ob ihr den Jäger finden mögt,
Der hier Bassianus frech ermordete!
Aaron (bringt den Beutel).
Mein gnädger Fürst, hier ist der Beutel Gold!
Saturninus (zu Titus).
Zwei Hunde deines tückschen, blutgen Stamms,
Sie gaben meinem Bruder hier den Tod.
Fort, zieht sie aus der Gruft mir in den Kerker
Und laßt sie schmachten, bis ich Strafen fand
Von unerhörter, neuer Folterqual.
Tamora.
Was? Sind sie in der Gruft? O wundervoll!
Wie leicht wird jeder Mord doch offenbar!
Titus.
Erhabner Fürst, auf meinem schwachen Knie
Mit Tränen schwer vergossen, fleh ich dich,
Daß meiner frevelhaften Söhne Tat –
Frevelnd – wenn diese Tat erwiesen ward –
Saturninus.
Erwiesen ward? Ihr seht, sie ist gewißt
Wer fand den Brief? Warst du es, Tamora?
Tamora.
Andronicus hob selbst den Zettel auf.
Titus.
Das tat ich, Herr; doch laßt mich Bürge sein;
Ich schwörs bei meiner Väter heilgem Grab,
Auf deiner Hoheit Wink sind sie bereit,
Mit ihrem Blut zu zahlen den Verdacht.
Saturninus.
Du sollst nicht Bürge sein, gleich folge nur.
Ihr nehmt den Toten, ihr die Mörder mit:
Laßt sie nicht reden, ihre Schuld ist klar;
Denn wahrlich, gäb es härtre Straf als Tod,
Die Strafe ließ ich alsobald vollziehn.
Tamora.
Andronicus, ich will um Gnade flehn;
Nicht fürcht um deine Söhn, es wird noch gut.
Titus.
Komm, Lucius, weile nicht, sie anzusprechen! –
(Sie gehn von verschiedenen Seiten ab.)
Englisch
FÜNFTE SZENE
Inhaltsverzeichnis
Daselbst
Demetrius und Chiron kommen mit der geschändeten Lavinia; ihr sind die Hände abgehauen und die Zunge ausgeschnitten
Demetrius.
So melde nun, wenns deine Zunge kann,
Wer dir die Zung ausschnitt und dich entehrt'!
Chiron.
Schreib nieder, was du meinst, und hilf dir so;
Vermögens deine Stumpfen, laß sie schreiben!
Demetrius.
Wie gut sie noch mit Wink und Zeichen grollt!
Chiron.
Geh, fordre frisches Wasser, wasch die Hände!
Demetrius.
Fordr' ohne Zunge, wasch dich ohne Hände;
Und somit wandl' in stiller Einsamkeit! –
Chiron.
Wärs mir geschehn, ich ging und hängte mich.
Demetrius.
Ja, hättst du Hände, dir den Strick zu knüpfen!
(Demetrius und Chiron ab.)
Marcus kommt zu Lavinien.
Marcus.
Wer ists? Die Nichte, die so eilend flieht?
Muhme, ein Wort! Wo ist dein Gatte? Träum ich,
O hülfe all mein Gut mir dann zum Wachen:
Und wach ich, schlüg ein Blitzstrahl auf mich ein,
Daß ich fortschlummern mög in ewgem Schlaf! –
Sag, süßes Kind, wes mitleidlose Hand
Trennt ab und hieb so frech von deinem Stamm
Der beiden Zweige süße Zier, die Laube,
In deren Schatten Kön'ge gern geruht,
Und nimmer ein so reizend Glück erstrebt
Als halb nur deine Gunst! Was sprichst du nicht?
Weh mir! ein Purpurstrom von warmem Blut,
Gleich einem Springquell, den der Wind bewegt,
Hebt sich und fällt dir zwischen rosgen Lippen,
Und kommt und geht mit deinem süßen Hauch.
Gewiß, ach! hat ein Tereus dich entehrt,
Und, Strafe fürchtend, raubt' er deine Zunge.
Ach, wendst du jetzt dein Antlitz weg aus Scham?
Und trotz des vielen Bluts, von dir verströmt
Wie aus dem Brunn, dem mancher Strahl entquillt,
Flammen die Wangen dir, wie Titan glüht,
Wenn er errötend mit den Wolken kämpft?
Soll ich statt deiner reden? Ist es so?
Kennt ich dein Herz! O kennt ich den Verruchten,
Daß ich ihm fluchen könnte, mir zum Trost!
Gehemmter Schmerz; wie ein verstopfter Ofen,
Verbrennt zu Asche die verschloßne Brust.
Verlor doch Philomele nur die Zunge
Und wirkt' in trauriges Geweb ihr Leid;
Doch liebstes Kind, dir ward die Hilf entrissen,
Dein Tereus übte listger seinen Raub:
Er hat die zarten Finger abgehaun,
Die schöner wohl gestickt als Philomele.
Oh, sah der Unhold diese Lilienhand
Wie Espenlaub auf einer Laute zittern,
Daß sie mit Lust die Silbersaiten küßten –
Nicht für sein Leben hätt er sie berührt!
Und hört' er je die Himmelsharmonie,
Die jener süßen Zunge sonst entströmt –
Sein Dolch entfiel' ihm, und er sänk in Schlaf,
Wie Cerberus zu Orpheus' Füßen schlief.
Komm, laß uns gehn; und mach den Vater blind;
Der Anblick muß ein Vaterauge blenden.
In einer Stund ersäuft der Sturm die Matten;
Was bringt ein Jahr von Tränen Vateraugen?
O komm! All unser Schmerz ist dir geweiht,
Könnt unser Schmerz doch mildern soviel Leid! –
(Sie gehn ab.)
Englisch
DRITTER AUFZUG
Inhaltsverzeichnis
ERSTE SZENE
Inhaltsverzeichnis
Rom. Eine Straße
Richter und Senatoren. Marcius und Quintus werden gebunden zum Richtplatz geführt; vor ihnen geht Titus und spricht zu den Richtern
Titus.
Hört, Senatoren! Ihr Tribunen, weilt!
Denkt meines Alters, dessen Jugend schwand
In wildem Krieg, weil ihr in Ruhe schlieft;
Des Bluts, im großen Kampf von mir verströmt,
Der eisgen Nächte, die ich durchgemacht,
Und dieser bittern Tränen, die mir jetzt
Die alten Runzeln meiner Wangen füllen.
Seid meinen Söhnen mild – obzwar verdammt,
Doch frei der Sünd, um die sie angeklagt.
Um zweiundzwanzig Söhne weint ich nie,
Sie schlafen auf des Ruhms erhabnem Bett;
Für diese, diese schreib ich in den Staub
Des Herzens Gram, der Tränen Jammerflut;
Andronicus wirft sich zu Boden; die Richter gehn an ihm vorüber.
Ihr Tränen, löscht der Erde trocknen Durst,
Die scheu im Blut der Söhne würd erröten.
O Staub, mit noch mehr Regen feucht ich dich,
Der aus den beiden alten Höhlen strömt,
Als junger Lenz mit allen seinen Schauern!
In Sommers Dürre netz ich dich mit Tropfen,
Im Winter schmilzt der Schnee dem heißen Tau,
Und ewgen Frühling schaff ich deinem Antlitz,
Wenn du nicht trinkst der teuren Söhne Blut.
(Die Richter sind weggegangen.)
Lucius kommt mit gezogenem Schwert.
O würdige Tribunen! Teure Greise,
Befreit sie, ruft zurück den Todesspruch
Und laßt mich sagen, der noch nie geweint,
Daß meine Tränen gute Redner sind.
Lucius.
O edler Vater, jammre nicht umsonst;
Es hört dich kein Tribun, kein Mensch steht hier,
Und einem Stein erzählst du deinen Gram.
Titus.
Ach Sohn, für deine Brüder red ich hier: –
Weise Tribunen, hört mich noch einmal.
Lucius.
Mein Vater, kein Tribun vernimmt dich mehr!
Titus.
Es ist ja eins, mein Knabe; hörten sie,
Sie würdens nicht beachten; täten sies,
Es wär umsonst, sie blieben ungerührt.
Drum klag ich meinen Gram den Steinen vor,
Die, ob sie gleich bei solchem Jammer stumm,
Mir dennoch lieber als Tribunen sind,
Denn keiner unterbricht die Rede mir;
Und wenn ich weine, mir zu Füßen still
Empfahn sie meine Tränen, weinen mit
Und, hüllten sie sich nur in ernst Gewand,
Rom hätte nicht Tribunen diesen gleich. –
Ein Stein ist weich wie Wachs, Tribunen hart wie Steine;
Ein Stein ist schweigend und betrübt uns nicht.
Tribunenzunge spricht das Leben ab! –
Doch weshalb stehst du mit gezücktem Schwert?
Lucius.
Von ihrem Tod die Brüder zu befrein;
Und den Versuch bestrafte das Gericht,
Indem sein Spruch auf ewig mich verbannt.
Titus.
O Glücklicher! begünstigt wurdest du!
Kurzsichtger Lucius, dünkt dich Rom denn nicht
Wie eine Wüstenei von Tigern voll?
Tiger sind da zum Raub; Rom hat an Raub
Nur mich und euch; wie glücklich bist du dann,
Von den Verschlingenden verbannt zu sein! –
Doch wer naht mit dem Bruder Marcus hier?
Marcus kommt mit Lavinia.
Marcus.
Bereit zu weinen sei dein edles Aug,
Wo nicht, zerspringe dir das edle Herz!
Ich bringe deinem Alter tödlich Leid. –
Titus.
Wird es mich töten? Wohl, so laß michs schaun.
Marcus.
Dies war dein Kind!
Titus.
Und ist es jetzt noch, Marcus!
Lucius.
Weh! Dieser Anblick tötet mich!
Titus.
Schwachherzger Knabe! auf und sieh sie an;
O sag, mein Kind, durch wes verfluchte Hand
Kommst du so handlos vor des Vaters Blick?
Wer ist der Tor, der Wasser trug ins Meer
Und Holz in Trojas hellentflammten Brand?
Mein Gram stand auf dem Gipfel, eh du kamst;
Jetzt, gleich dem Nil, bricht er die Schranken durch.
Ein Schwert! Auch meine Hände hau ich ab!
Sie fochten ja für Rom, und ganz umsonst!
Wenn sie mich nährten, pflegten sie dies Leid;
Vergeblich im Gebet erhob ich sie,
Und ohne Segen hab ich sie gebraucht! –
Nun sei ihr letzter Dienst von mir begehrt,
Daß mir die eine helf abhaun die andre.
's ist gut, Lavinia, daß du ohne Hand;
Denn Rom zu dienen helfen Hände nicht.
Lucius.
Sprich, holde Schwester, wer dich so gemartert?
Marcus.
Ach! Der Gedanken lieblich Instrument,
Das süße Redekunst so hold geplaudert,
Riß man aus seines zarten Käfigs Haft,
Wo's wie ein süß melodscher Vogel sang,
Im Wechselton entzückend jedes Ohr!
Lucius.
Statt ihrer sprich! Wer hat die Tat vollbracht?
Marcus.
So fand ich sie, ach! schweifend in dem Forst,
Besorgt, sich zu verbergen wie ein Reh,
Das eine unheilbare Wund empfing!
Titus.
Sie war mein Reh, und der die Wund ihr schlug,
Tat weher mir, als hätt er mich durchbohrt.
Nun steh ich wie ein Mann auf einem Fels,
Umgeben von der weiten, wüsten See,
Der Wog auf Woge schwellen sieht die Flut,
Und stets erwartet, ob ein neidscher Schwall
In seinen salzgen Tiefen ihn begräbt.
Zum Tod hier gingen meine armen Söhne;
Hier steht mein andrer Sohn, aus Rom verbannt,
Und hier mein Bruder, weinend um mein Weh;
Doch was am schärfsten meine Seele spornt,
Ist mein geliebtes Kind, mein liebstes Herz. –
Und hätt ich nur dein Bildnis so gesehn,
Ich fiel' in Wahnsinn; was denn soll ich tun,
Erblick ich deinen holden Körper so?
Ohn Hände, deine Tränen abzutrocknen,
Noch Zunge, zu erzählen, wer dich quälte.
Tot ist dein Gatte, und um seinen Tod
Verurteilt deine Brüder, jetzt enthauptet.
Sieh, Marcus! ach, Sohn Lucius, sieh sie an!
Als ich die Brüder nannte, netzte gleich
Die Wange frisches Naß, wie Honig taut
Auf die gepflückte, fast gewelkte Lilie!
Marcus.
Vielleicht weint sie, weil jene ihn getötet;
Vielleicht, weil sie die Brüder schuldlos weißt
Titus.
Wenn sie ihn töteten, dann sei vergnügt,
Denn schon zur Strafe zog sie das Gesetz.
Nein, nein! sie übten nicht so arge Tat,
Das zeugt der Gram, der ihre Schwester beugt.
Mein holdes Kind, die Lippen küß ich dir;
Ein Zeichen gib, wie ich dir irgend helfe.
Willst du, daß Lucius und dein guter Ohm
Und du und ich um einen Quell uns setzen
Und, niederschauend, unsre Wangen sehn,
Entstellt und feucht, gleich Wiesen, noch nicht trocken
Vom Schlamm, mit dem die Flut sie überschwemmt?
Und solln wir starren in den Quell so lang,
Bis sich des Wassers süße Klarheit trübt
Und salzig wird durch unsre bittern Tränen?
Solln wir die Hand uns weghaun so wie dir,
Die Zung abbeißen und mit stummen Zeichen
Verhaßter Tage Überrest verbringen?
Was solln wir tun? Laßt uns, die Zungen haben,
Ein Jammerspiel entwerfen fernern Elends,
Daß wir ein Wunder werden künftger Zeit!
Lucius.
Mein Vater, weint nicht mehr; bei Euerm Gram
Seht, wie die arme Schwester schluchzt und stöhnt! –
Marcus.
Still, Nichte! – Titus, trockne dir die Augen!
Titus.
Ah, Marcus, Marcus! Oh, ich weiß, mein Bruder,
Dein Tuch kann keine meiner Tränen fassen,
Du hast es mit den eignen schon ertränkt.
Lucius.
Ach, Schwester, deine Wangen trockn' ich ab!
Titus.
Sieh, Marcus! ihre Zeichen merk ich wohl;
Fehlt' ihr die Zunge nicht, jetzt spräche sie
Zu ihrem Bruder, wie ich sprach zu dir;
Sein Tuch, von frommen Tränen ganz durchnetzt,
Ist ihrer Wange nun zu keinem Dienst.
Wer fühlte Leid und Sorgen je, wie diese?
Von Hilfe fern wie Höll vom Paradiese?
Aaron kommt.
Aaron.
Titus Andronicus, mein Herr, der Kaiser,
Entbeut dir: wenn dir deine Söhne lieb,
Soll Marcus, Lucius, wer es sei von euch,
Oder du, Alter, selbst, abhaun die Hand
Und sie dem König senden; alsobald
Schickt er die Söhne lebend dir zurück;
Das soll die Buße sein für ihre Schuld.
Titus.
O gnädger Kaiser! O huldvoller Mohr!
Sang je ein Rabe so der Lerche gleich,
Die süße Zeitung gibt vom Morgenrot?
Mit Freuden send ich gleich dem Kaiser meine Hand;
Willst du sie abhaun helfen, lieber Mohr?
Lucius.
Halt! Vater, diese edle, tapfre Hand,
Die sonst so manchen Feind zu Boden warf,
Sollst du nicht senden; meine bring ich dar;
Der jüngre mißt wohl eh'r sein Blut als du,
Und deshalb zahl ich für der Brüder Haupt.
Marcus.
Wes Hand von euch hat Rom nicht Schutz verliehn,
Und hoch im Kampf die blutge Axt gezückt,
Vernichtung schreibend auf der Feinde Helm?
O keine, die nicht höchsten Ruhm erfocht,
Und meine war nur müßig; diene sie,
Vom Tod die beiden Neffen zu befrein,
Dann hab ich sie zu würdgem Zweck bewahrt.
Aaron.
Nun, einigt euch, wes Hand soll mit mir gehn,
Daß sie nicht sterben, eh die Rettung kam.
Marcus.
Nehmt meine Hand!
Lucius.
Beim Himmel, deine nicht!
Titus.
Nicht fürder streitet; welkes Kraut, wie dies,
Ist gut, es auszurauben nehmt denn meine!
Lucius.
Mein Vater, wenn dein Sohn ich heißen soll,
Laß mich die Brüder retten von dem Tod.
Marcus.
Um unsres Vaters, unsrer Mutter willen,
Heut laß mich zeigen, wie ein Bruder liebt.
Titus.
So tret ich denn zurück, vereint euch drum.
Lucius.
Ich geh und hol die Axt.
Marcus.
Und ich gebrauche sie. (Lucius und Marcus gehn.)
Titus.
Komm hieher, Mohr, betrügen will ich sie;
Leih mir die Hand, und meine geb ich dir.
Aaron (beiseite).
Wenn das Betrug heißt, will ich ehrlich sein
Und will mein Lebtag keinen so betrügen.
Doch ich betrüg Euch wohl auf andre Art;
In einer halben Stunde sollt Ihrs sehn.
(Er haut Titus' Hand ab.)
Lucius und Marcus kommen zurück.
Titus.
Nun laßt den Streit, was sein muß, ist getan.
Mein guter Mohr, dem Kaiser gib die Hand;
Sag, dies war eine Hand, die ihn geschützt
Manch tausendmal; begraben soll er sie,
Sie hat wohl mehr verdient, dies gönn er ihr.
Und meine Söhne, sag ihm, acht ich nun
Wie Edelsteine, wohlfeil mir erkauft
Und dennoch teu'r, weil ich gekauft, was mein.
Aaron.
Ich geh, Andronicus; für deine Hand
Mach dich bereit, die Söhne bald zu sehn. –
(Beiseite.) Der Buben Häupter mein ich. – Wie der Streich,
Wenn ich dran denke, mich ergötzt und weidet!
Laß Narrn und Weiße fromm um Gnade werben,
Mag Schwarz mir Antlitz so wie Seele färben. (Geht ab.)
Titus.
Hier heb ich auf die eine Hand zum Himmel,
Zur Erde beug ich diese schwachen Trümmer:
Gibts eine Macht, die meine Träne rührt,
Die fleh ich an (zu Lavinia). Was, willst du mit mir knien?
Tu's, liebes Herz; der Himmel muß uns hören! Sonst hauchen wir die Luft mit Seufzern trüb, Die Sonne schwärzend, wie die Wolken tun, Wenn sie in ihrer feuchten Brust sie bergen.
Marcus.
O Bruder, sprich von Möglichkeiten doch,
Und stürz dich nicht in solches Wahnsinns Tiefe!
Titus.
Ist denn mein Gram nicht tief und bodenlos?
So sei die Leidenschaft auch ohne Boden!
Marcus.
Doch laß Vernunft regieren deinen Schmerz!
Titus.
Gäb es vernünftgen Grund für solches Leid,
Dann schlöß ich wohl in Grenzen all dies Weh.
Ersäuft das Feld nicht, wenn der Himmel weint?
Schäumt, wenn der Sturmwind rast, das Meer nicht auf
Und droht dem Firmament mit schwellndem Antlitz?
Und willst du Gründe noch für solche Wut?
Ich bin das Meer; hör ihre Seufzer wehn!
Sie ist die Luft in Tränen, ich das Land;
So schwellen ihre Seufzer denn mein Meer,
Und ihrer Tränen Sündflut überschwemmt
In stetem Regen strömend mein Gefild;
Denn, wie? mein Innres faßt nicht ihren Schmerz,
Und ich, gleich einem Trunknen, spei ihn aus.
Drum laß mich frei; Verlierern steht ja frei,
Sich Luft zu machen durch den bittern Fluch.
Ein Bote kommt und bringt zwei Häupter und eine Hand.
Bote.
Würdger Andronicus, schlimm zahlt man dir
Die gute Hand, die du dem Kaiser gabst.
Sieh hier zwei Häupter deiner edlen Söhne;
Hier deine Hand, zum Hohn zurückgeschickt:
Dein Schmerz ihr Spiel, und dein Entschluß verhöhnt,
So daß mirs weh ist, denk ich deines Wehs,
Mehr, als Erinnrung an des Vaters Tod. (Geht ab.)
Marcus.
Nun werde kalt, Siziliens heißer Ätna
Und sei mein Herz ein glühnder Flammenpfuhl!
Solch Elend ist zuviel für Menschenkraft!
Mitweinen mit den Weinenden ist Trost,
Doch Schmerz, so frech verhöhnt, dreifacher Tod.
Lucius.
Oh, daß der Anblick solche Wunden schlägt
Und schreckt verhaßtes Leben nicht hinweg!
Daß Tod dem Leben seinen Namen leiht,
Wo Leben nur noch Atemholen ist!
(Lavinia küßt ihn.)
Marcus.
Ah, armes Herz, der Kuß ist ohne Trost,
Wie hartes Eis dem frosterstarrten Wurm.
Titus.
Wann endet dieser fürchterliche Schlaf?
Marcus.
Nun, Schmeichelei fahr hin; nun, Titus stirb;
Du schläfst nicht; sieh die Häupter deiner Söhne,
Sieh deine Hand, sieh dein verstümmelt Kind,
Den landverwiesnen Sohn, durch diesen Anblick
Betrübt und bleich; mich, deinen Bruder, sieh,
Wie ein versteinert Bildnis, kalt und starr.
Ach, nimmer recht ich jetzt mit deinem Schmerz!
Rauf nur dein Silberhaar, mit deinen Zähnen
Zerfleisch die andre Hand: dies grause Bild
Sei deiner armen Augen letzte Schau.
Nun ist es Zeit zum Sturm, was schweigst du still?
Titus.
Ha! ha! ha!
Marcus.
Was lachst du? solcher Stunde ziemt es nicht!
Titus.
Nun, blieb mir denn noch eine Träne übrig?
Und dann ist auch dies Weinen selbst mein Feind,
Der mir die feuchten Augen wohl zerstörte,
Bis sie erblindet von der Tränen Zoll;
Wie aber fänd ich dann der Rache Höhle?
Denn diese Häupter reden ja zu mir
Und drohn mir: ewig nicht erlang ich Ruh,
Bis all dies Elend ward zurückgezahlt,
Zurück in deren Schlund, die's ausgesandt.
Still! Laßt mich sehn, was nun mein Tagewerk.
Ihr Volk des Jammers, stellt euch um mich her,
Daß ich zu jeglichem mich wende hin
Und schwör auf meine Seel, ich räch eur Leid.
Ich habs gelobt. – Jetzt, Bruder, faß ein Haupt,
In dieser Hand halt ich das andre fest:
Lavinia, hilf uns auch in diesem Werk,
Mit deinen Zähnen, Kind, halt meine Hand. –
Du, lieber Sohn, entferne dich von hier,
Du bist verbannt und darfst hier nicht verweilen. –
Fleuch zu den Goten, wirb dir dort ein Heer,
Und liebst du mich – ich glaube, daß du's tust –
Küß mich und geh; uns bleibt noch viel zu tun.
(Alle gehn ab bis auf Lucius.)
Lucius.
Leb wohl, Andronicus, mein edler Vater,
Der jammervollste Mann, den Rom gesehn!
Leb wohl, o Rom! bis Lucius wiederkehrt,
Läßt er dir Pfänder, teurer als sein Blut.
Leb wohl, Lavinia, du edle Schwester:
O wärst du wieder, was du warst zuvor!
Denn Lucius und Lavinia leben jetzt
Nur in Vergessenheit, in Gram und Haß.
Wenn Lucius lebt, vergilt er deine Schmach;
Der stolze Saturnin und sein Gemahl
Solln an den Toren betteln wie Tarquin.
Jetzt zieh ich zu den Goten, werb ein Heer
Und räche mich an Rom und Saturnin. (Geht ab.)
Englisch
ZWEITE SZENE
Inhaltsverzeichnis
Zimmer in Titus' Hause
Ein Bankett
Titus, Marcus, Lavinia und der junge Lucius, ein Knabe, treten auf
Titus.
So, so; nun sitzt; gebt acht und eßt nicht mehr,
Als was nur eben uns in Kraft erhält,
Rache zu nehmen für dies bittre Weh.
Marcus, entknüpf den gramgeschlungnen Knoten!
Der Nicht' und mir, uns Ärmsten, fehlen Hände,
Wir können nicht gebärden unsre Qual,
Die Arme kreuzend. Diese schwache Rechte
Blieb mir, tyrannisch meine Brust zu schlagen;
Und wenn mein Herz, von Jammer ganz verwirrt,
An dieses Fleisches hohlen Kerker klopft,
Dann stoß ichs so hinab. –
(Zu Lavinien.) Du Spiegel alles Wehs, in Zeichen redend,
Wenn dir dein Herz mit wildem Pochen stürmt,
Kannst du's durch Streiche nicht beruhigen!
Mit Seufzern triff, mit Ächzen töt es, Kind,
Faß dir ein spitzig Messer mit den Zähnen
Und bohr am Herzen eine Wunde dir,
Daß jede Träne deiner armen Augen
Der Gruft zufließt; und, wenn sichs vollgesaugt,
Im bittern Salz der arme Narr ertrinke!
Marcus.
Pfui, Bruder, pfui! lehr sie gewaltsam nicht
Die Hand anlegen ihrem zarten Leib!
Titus.
Wie, hat dich Kummer schon verrückt gemacht?
Ich, Marcus, darf allein im Wahnsinn sprechen.
Gewaltsam Hand anlegen sollte sie?
Ach, warum nanntest du den Namen Hand?
So mußt Äneas zweimal Rede stehn,
Wie Troja brannt und er ins Elend kam.
Laß nicht von Händen handeln dein Gespräch,
Nicht stets zu mahnen, daß wir keine haben! –
– Pfui! wie im Fieber klingt es, was ich sprach;
Als dächten wir an unsre Hand nicht mehr,
Wenn Marcus unsrer Hände nicht erwähnt! –
Kommt, fangt nun an. Iß dies, mein süßes Mädchen –
Hier fehlt zu trinken. – Hör doch, was sie spricht:
All ihre Marterzeichen merk ich leicht:
Sie sagt, sie kennt nur Tränen als Getränk,
Ihr Becher sei die Wang, ihr Aug die Kelter.
Sprachlose Klag! Ich forsche deinen Sinn,
Dein stummes Reden lern ich so verstehn,
Wie bettelnde Einsiedler ihr Brevier.
Du sollst nicht seufzen, nicht zum Himmel sehn,
Nicht winken, nicken, Zeichen machen, knien,
Daß ich daraus nicht füg ein Alphabet
Und, still mich übend, lerne, was du meinst.
Knabe.
Großvater, laß die Klagen herb und wild,
Erheitre meine Muhme durch ein Märchen.
Marcus.
Der zarte Knabe, ach! bewegt von Mitleid,
Weint, so in Schwermut seinen Ahn zu sehn!
Titus.
Still, zarter Sproß; du bist geformt aus Tränen,
Und Tränen schmelzen bald dein Leben hin!
(Marcus schlägt mit dem Messer auf den Teller.)
Wonach schlugst du mit deinem Messer, Marcus?
Marcus.
Ich traf und schlug sie tot; 'ne Fliege wars.
Titus.
Schäme dich, Mörder; du erschlugst mein Herz;
Mein Aug ist übersatt von Grausamkeit:
Ein Mord, an dem unschuldgen Tier geübt,
Ziemt Titus' Bruder nicht: – steh auf und geh.
Ich seh, du taugst für meinen Umgang nicht.
Marcus.
O Lieber! Eine Flieg erschlug ich nur! –
Titus.
Wenn nun die Fliege Vater hatt' und Mutter,
Wie senkte der die zarten goldnen Schwingen
Und summte Klag und Jammer durch die Luft!
Harmloses, gutes Ding,
Das mit dem hübschen, summenden Gesang
Herflog, uns zu erheitern; und du tötest sie!
Marcus.
Vergib; 'ne schwarze, garstge Fliege wars,
Ganz wie der Kaisrin Mohr; drum schlug ich sie.
Titus.
Oh, oh, oh,
Ja, dann vergib mir, wenn ich dich gescholten,
Denn eine Tat der Gnade übtest du.
Gib mir dein Messer, ich will sie zerhaun,
Mir schmeicheln, diesen Mohren hätt ich hier,
Der eigens herkam, um mir Gift zu streun.
Das nimm für dich! und dies für Tamora!
Ah, Bube!
Ich denke doch, so sind wir nicht herunter,
Daß wir selbander nicht 'ne Flieg erschlugen,
Die kohlschwarz wie ein Mohr sich zu uns drängt!
Marcus.
Ach, armer Mann! Er hält, von Gram zerstört,
Trügliche Schatten für ein wahres Ding! –
Titus.
Kommt, räumt nun auf: Lavinia, geh mit mir,
Ich folg dir in dein Zimmer, lese dir
Leidvolle Märchen vor aus alter Zeit.
Komm, Knabe, folge mir; dein Aug ist jung,
Und du sollst lesen, wenn sich meines trübt.
(Sie gehn ab.)
Englisch
VIERTER AUFZUG
Inhaltsverzeichnis
ERSTE SZENE
Inhaltsverzeichnis
Vor dem Hause des Titus
Der junge Lucius, mit Büchern unterm Arm, läuft vor Lavinien, die ihm nachfolgt. Dann kommen Titus und Marcus
Knabe.
Großvater hilf! Muhme Lavinia
Verfolgt mich allenthalb, weiß nicht, warum.
Sieh, Oheim Marcus, sieh, wie schnell sie kommt!
Ach liebste Muhm, ich weiß nicht, was du willst?
Marcus.
Komm zu mir, Lucius, fürchte nicht die Muhme.
Titus.
Sie liebt dich, Kind, zu sehr, dir Leids zu tun.
Knabe.
O ja, als noch mein Vater war in Rom! –
Marcus.
Was deuten diese Zeichen, teure Nichte?
Titus.
Fürchte nicht, Lucius: etwas meint sie jetzt; –
Sieh, Lucius, sieh, wieviel sie von dir hält;
Sie will, daß du ihr dorthin folgen sollst.
Ah, Kind, Cornelia las mit ihren Söhnen
So eifrig nie, als sie mit dir studiert
Die Poesie und Tullius' Redekunst.
Marcus.
Errätst du nicht, was sie von dir begehrt?
Knabe.
O Herr, ich weiß nicht, noch errat ich es,
Wenn nicht ein schneller Wahnsinn sie ergriff:
Denn oftmals hört ich vom Großvater schon,
Den Geist verwirr' ein Übermaß des Grams;
Und las, wie die trojansche Hekuba
Toll ward durch Kummer: das erschreckte mich,
Obschon ich weiß, die edle Muhme liebt
So zärtlich mich, als meine Mutter tat,
Und nur im Fieber könnte sie mich schrecken.
So warf ich denn die Bücher hin und lief
Vielleicht um nichts: doch, Muhme, seid nicht bös;
Und, Base, wenn mein Oheim Marcus folgt,
Dann will ich mit Euch gehn, wohin es sei.
Marcus.
Das will ich, Lucius.
(Lavinia wendet die Bücher um, die Lucius hat fallen lassen.)
Titus.
Wie nun, Lavinia? Was bedeutet dies?
Hier muß ein Buch sein, das sie wünscht zu sehn:
Von diesen, welches? Knabe, schlag sie auf:
Doch du hast mehr und andre Schrift gelesen;
Komm, wähl in meinem ganzen Büchersaal,
Und so vergiß dein Leid, bis das Geschick
Enthüllt den argen Stifter dieser Tat. –
Was hebt sie wechselnd ihre Arm empor?
Marcus.
Sie meint wohl, denk ich, daß noch mehr als ein
Verschworner mitgewirkt. – Gewiß, so wars. –
Wo nicht, ruft sie des Himmels Zorn herab.
Titus.
Lucius, welch Buch ist das, woran sie stößt?
Knabe.
Herr, des Ovid «Metamorphosen» sinds,
Die Mutter gab sie mir.
Marcus.
Aus Liebe zur Verstorbnen
Wählte sie's aus der Menge wohl hervor.
Titus.
Still, still, wie emsig sie die Blätter dreht!
Helft ihr:
Was sucht sie doch? Lavinia, soll ich lesen?
's ist Philomelens tragische Erzählung,
Des Tereus böse List, Gewalt und Raub;
Und Raub war, fürcht ich, Wurzel deiner Marter.
Marcus.
Sieh, Bruder, merk, wie sie die Blätter prüft.
Titus.
Wardst du so überrascht, mein süßes Kind,
Beraubt, entehrt, wie Philomele ward?
Geschwächt im wüsten, mitleidslosen Wald?
Seht, seht! –
Ja, solch ein Tal ist dort, wo wir gejagt
(O hätten wir doch nie, nie dort gejagt!),
Genau, wie uns der Dichter Kunde gibt,
Zu Mord und Notzucht von Natur geprägt.
Marcus.
Wie schuf so wüsten Talgrund die Natur,
Wenn Götter der Tragödien sich nicht freun?
Titus.
Gib Zeichen, Kind – hier sind ja Freunde nur –
Wer ist der Römer, der die Tat gewagt?
Schlich Saturnin heran, wie einst Tarquin,
Als er vom Heer sich zu Lukretien stahl?
Marcus.
Setz dich, Lavinia; – Bruder, setz dich her.
Apollo, Pallas, Jupiter, Merkur,
Erleuchtet mich, den Täter zu erspähn! –
Bruder, sieh her – geliebte Nichte, sieh:
(Er schreibt seinen Namen mit seinem Stabe, den er mit dem Munde und den Füßen führt.)
Hier auf dem ebnen Sande, wenn du kannst,
Schreib du, wie ich jetzt meinen Namen zog,
Ganz ohne Hilf und Beistand unsrer Hände.
Verfluchtes Herz, das zu dem Spiel uns zwingt!
Schreib, süßes Kind! und zieh ans Licht zuletzt,
Was unsrer Rach entdecken will der Himmel:
Lenk ihre Feder, Gott! ihr Leid zu schreiben,
Tu uns den Frevler und die Wahrheit kund! –
(Sie nimmt den Stab in den Mund, führt ihn mit den verstümmelten Armen und schreibt.)
Titus.
O Bruder! Lies, was sie geschrieben hat!
Stuprum – Chiron – Demetrius.
Marcus.
Was? Tamoras verbuhltes Knabenpaar
Vollbringer dieser blutgen, schwarzen Tat?
Titus.
– Magni dominator poli, Tam lentus audis scelera? tam lentus vides?
Marcus.
O, ruhig, teurer Bruder; schrieb sie gleich
Mehr als zuviel auf diesen Boden hin,
Die Sanftmut selbst zum Aufruhr zu empören
Und Kinder aufzustürmen zum Entschluß. –
Knie mit mir nieder, Bruder, Nichte, knie,
Und Knab, auch du, des römschen Hektors Trost:
Schwört mir (wie dem unselgen Gatten einst
Und Vater der entehrten keuschen Frau
Held Brutus bei Lukretiens Leiche schwur) –
Ausüben wollen wir nach bestem Rat
Tödliche Rach an jenen tückschen Goten,
Sie morden, oder sterben in der Schmach.
Titus.
Recht schön von dir, wenn du nur wüßtest, wie?
Doch triffst du nur die Jungen, dann gib acht,
Du weckst die Alte; wittert sie den Streich,
Ei, mit dem Löwen ist sie eng im Bund
Und wiegt ihn ein, auf ihrem Rücken spielend,
Und schläft er erst, darin tut sie, was sie will.
Du bist zur Jagd noch jung, drum laß es gut sein.
Wart nur! ein Täflein hol ich her von Erz
Und grabe drauf mit scharfem Stahl die Namen,
Und berg es: sonst verweht der tücksche Nord
Wie der Sibylle Blätter diesen Sand,
Und dann, wie ständs um unsre Lektion?
Was sagst du, Knabe?
Knabe.
Ich sage, teurer Herr, wär ich ein Mann,
Nicht ihrer Mutter Schlafgemach beschützte
Dies Knechtsgezücht, das römsche Ketten trug.
Marcus.
Recht, wackrer Knab! Oft tat dein Vater schon
Das gleiche für sein undankbares Volk.
Knabe.
Und leb ich, Oheim, tu ich so wie er.
Titus.
Komm, geh mit mir in meinen Waffensaal.
Lucius wird ausgestattet; und mein Knabe
Soll gleich von mir den Söhnen Tamoras
Geschenke bringen, die ich senden will.
Komm, du bestellst die Botschaft; willst du nicht?
Knabe.
Großvater ja; mein Dolch für ihre Brust!
Titus.
Nein, Kind, nicht so; ich lehr dich andern Weg.
Lavinia, komm; Marcus, geh in mein Haus.
Lucius und ich, wir setzens durch bei Hof,
Ja traun, das tun wir, und wir finden Gunst.
(Sie gehn bis auf Marcus)
Marcus.
Götter! Könnt ihr den Guten weinen sehn
Und lenkt nicht ein und hegt kein Mitgefühl?
Marcus, verlaß ihn nicht in diesem Wahnwitz;
Mehr Narben trägt sein gramverwundet Herz,
Als Feindesscharten sein zerstoßner Schild;
Und doch so treu, daß er nicht Rache sucht;
Rächt Götter denn den Greis Andronicus! (Ab.)
Englisch
ZWEITE SZENE
Inhaltsverzeichnis
Ein Zimmer im kaiserlichen Palast
Von der einen Seite treten auf Aaron, Chiron und Demetrius; von der andern der junge Lucius und ein Diener, der ein Bündel Waffen trägt, um welches Verse geschrieben stehn
Chiron.
Demetrius, hier ist des Lucius Sohn,
Der eine Botschaft uns bestellen soll.
Aaron.
'ne tolle Botschaft wohl vom tollen Alten!
Knabe.
Ihr Herrn, mit aller schulden Demut meld ich
Titus Andronicus' ergebnen Gruß;
(Beiseite.) Und fleh die Götter Roms, euch zu verderben.
Demetrius.
Hab Dank, mein artges Kind! Was Neues gibts?
Knabe (beiseite).
Daß wir euch beid entlarvt, das Neue gibts,
Als räuberische Schurken. – (Laut.) Edle Herrn,
Mit Vorbedacht schickt mein Großvater euch
Die schönsten Klingen seines Waffensaals
Als eurer würdgen Jugend Lust und Schmuck,
Der Hoffnung Roms: denn also sagt' ers mir,
Und so bestell ichs jetzt, und liefr' euch ab
Sein Gastgeschenk: daß, wenn ihrs einst bedürft,
Ihr stattlich seid gerüstet und bewahrt. –
Und somit laß ich euch (beiseite) als blutge Schurken. (Ab.)
Demetrius.
Nun, was ist dies? Ein Blatt rundum beschrieben?
Laßt sehn:
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Chiron.
Der Vers steht im Horaz, ich kenn ihn wohl;
Ich las ihn in der Schul als Knabe schon.
Aaron.
Jawohl, das schreibt Horaz, Ihr traft es gut.
(Beiseite.) Nun sieht man doch, ein Esel hat kein Arg!
Dies ist kein Scherz; der Alte hats entdeckt,
Und schickt mit solcher Aufschrift sein Geschoß,
Die, ohne daß sie's ahnen, trifft ins Herz.
Wär unsre witzge Kaiserin wohlauf,
Sie klatschte Beifall Titus' spitzem Wort:
Doch mag sie ruhn, unruhig wie sie ist.
(Laut.) Nun, junge Herrn, wars nicht ein gut Gestirn,
Das uns als Fremde hergeführt nach Rom,
Ja als Gefangne, zu so hohem Glück?
Es tat mir wohl, als ich am Burgtor trotzte
Im Beisein seines Bruders dem Tribun.
Demetrius.
Und mich ergötzt noch mehr, daß solch ein Held
Uns frönt in Demut und Geschenke beut.
Aaron.
Hatt' ers nicht Ursach, Prinz Demetrius?
Gingt Ihr nicht freundlich mit der Tochter um?
Demetrius.
Ich wollt, wir hätten tausend römsche Fraun,
So in der Eng, uns wechselnd zu erfreun.
Chiron.
Ein liebevoller Wunsch! Ein fromm Gebet!
Aaron.
Wär Eure Mutter hier, sie spräche Amen.
Chiron.
Das täte sie für zwanzigtausend mehr.
Demetrius.
Kommt, gehn wir; und zu allen Göttern fleht
Für unsre Mutter, die in Wehen liegt.
Aaron (beiseite).
Zu Teufeln fleht; kein Gott will von uns wissen.
(Man hört Trompeten im Palast.)
Demetrius.
Was blasen die Trompeten im Palast?
Chiron.
Vielleicht erfreut den Kaiser jetzt ein Sohn.
Demetrius.
Still da! Wer kommt? –
Eine Wärterin kommt mit einem schwarzen Kinde.
Wärterin.
Gott grüß euch, liebe Herrn!
O sagt mir an, wo Aaron ist, der Mohr
Aaron.
Aaron ist hier; was solls mit Aaron sein?
Wärterin.
O lieber Aaron! Alles ist vorbei! –
Nun hilf, sonst komme Fluch auf dich hinab!
Aaron.
Was gibts? Was soll das Zeter, das Geschrei?
Was wickelst und verhüllst du in dein Tuch?
Wärterin.
Oh, was ich vor der Sonne gern versteckt,
Der Kaisrin Schmach, des großen Roms Entehrung;
Sie ist entbunden, Herrn, sie ist entbunden!
Aaron.
Von welchem Eid?
Wärterin.
Sie kam ins Wochenbett.
Aaron.
Nun denn, der Himmel
Geb ihr 'ne gute Nacht! Was schickt' er ihr?
Wärterin.
Einen Teufel.
Aaron.
Eines Teufels Mutter? Welch erwünschter Sproß!
Wärterin.
Verwünschter, schnöder, schwarzer, wüster Sproß!
Hier ist das Kind, so widrig wie ein Molch
Bei weißen Kreaturen unsres Lands.
Dein Siegel, deinen Abdruck schickt sie dir,
Und mit des Dolches Spitze tauf ihn jetzt!
Aaron.
Geh mir, du Hur! Ist Schwarz so schlimme Farbe?
Du Pausback bist 'ne schöne Blüte, gelt?
Demetrius.
Schurk, was hast du gemacht?
Aaron.
Gemacht, was du
Nicht kannst zunichte machen.
Chiron.
Unsre Mutter
Hast du vernichtet!
Aaron.
Nein, verpflichtet, Schurke.
Demetrius.
Und eben dadurch, Höllenhund, vernichtet.
Fluch dieser Tat! Fluch ihrer eklen Wahl!
Verflucht der Sprößling solches schnöden Teufels!
Chiron.
Er soll nicht leben!
Aaron.
Sterben soll er nicht.
Wärterin.
Aaron, er muß, und seine Mutter wills.
Aaron.
Was muß er? Nun, so soll kein Mann als ich
An meinem Fleisch und Blut den Spruch vollziehn.
Demetrius.
Auf meinen Degen spieß ich gleich den Molch:
Gib mir ihn her, so ist es abgetan.
Aaron.
Eh wühlt dies Schwert in Euern Eingeweiden! –
(Nimmt der Wärterin das Kind fort und zieht.)
Halt Mörder! Euern Bruder schont ihr nicht?
Nun, bei dem Sternenglanz des Firmaments,
Der lustig schien, als ich den Schelm gezeugt –
Der stirbt durch meines Säbels scharfen Stahl,
Der meinem ältsten Sohn und Erben naht.
Ich sag euch, Burschen, nicht Enceladus
Mit seiner drohnden Schar aus Typhons Brut,
Noch Herkules, noch selbst der Gott des Kriegs
Raubt diese Beut aus seines Vaters Hand.
Was? Ihr blutdürstgen Buben, schalen Geistes,
Weißkalkge Wände, bunte Bierhauszeichen,
Kohlschwarz gilt mehr als jede andre Farbe;
Denn alle Wasserflut im weiten Meer
Wäscht nicht des Schwanes schwarze Füße weiß,
Obschon er stündlich sie im Meere spült. –
Sag du der Kaisrin, ich sei alt genug,
Was mein, zu schützen; trag sie's, wie sie mag!
Demetrius.
So willst du deine Herrin frech verraten?
Aaron.
Herrin ist meine Herrin; dies ist selbst,
Das Mark und Abbild meiner Jugendkraft;
Dies ist mir teurer als die ganze Welt,
Dies will ich retten trotz der ganzen Welt,
Sonst glaubt noch mancher dran von euch in Rom.
Demetrius.
Dies bringt auf unsre Mutter ewgen Schimpf!
Chiron.
Rom wird ob dieses Fehltritts sie verachten!
Wärterin.
Des Kaisers Wut wird sie dem Tode weihn!
Chiron.
Ich muß erröten, denk ich dieser Schmach! –
Aaron.
Da seht das Vorrecht, das euch Schönheit bringt!
Pfui, feiges Weiß, das durch Erröten meldet,
Was insgeheim das Herz beschließt und fühlt! –
Hier ist ein Bursch, geprägt aus anderm Ton:
Seht, wie der schwarze Schelm anlacht den Vater,
Als wollt er sagen – «Alter, ich bin dein».
Der ist eur Bruder, Prinzen; frisch genährt
Vom selben Blut, das euch das Leben gab;
Aus jenem Schoß, wo ihr gefangen wart,
Ist er entfesselt und ans Licht gebracht;
Eur Bruder von der sichern Seite, traun,
Obgleich sein Antlitz meinen Stempel trägt.
Wärterin.
Aaron, was meld ich nun der Kaiserin?
Demetrius.
Bedenk dich, Aaron, wie zu helfen sei,
Und wir sind alle deinem Rat geneigt;
Rette das Kind, wenn du uns all errettst.
Aaron.
Setzen wir uns und überlegt mit mir.
Mein Sohn und ich, wir sind hier außer'm Schuß.
Bleibt dort; nun, wie's euch gut dünkt, sprecht von Rettung.
(Sie setzen sich auf die Erde nieder.)
Demetrius.
Wie viele Frauen sahn dies Kind von ihm?
Aaron.
Seht, liebe Herrn, wenn wir uns einig sind,
Bin ich ein Lamm: doch bietet Trotz dem Mohren,
Und Aaron stürmt, wie das empörte Meer,
Wie Eber wild und Löwen im Gebirg. –
Nun sag noch einmal, wieviel Frauen sahn's?
Wärterin.
Cornelia, die Hebamme, und ich selbst;
Sonst kein' als die entbundne Kaiserin.
Aaron.
Die Kaisrin – die Hebamme – und du selbst?
Zwei schweigen wohl, ist nur die Dritte fort;
Geh hin zur Kaisrin, sprich, dies sagt ich dir!
(Er ersticht sie.)
Quiek, Quiek! – So schreit das Ferkel, das man spießt.
Demetrius.
Was meinst du, Aaron? Warum tatst du dies?
Aaron.
Nun, meiner Treu, aus weiser Politik;
Ließ' ich sie gehn, verriet' sie unser Spiel,
Die schwatzende Gevattrin! Nein, ihr Herrn;
Und nun erfahrt den Plan, den ich ersann.
Mein Landsmann Muley wohnt nicht weit von hier,
Des Weib erst gestern in die Wochen kam;
Der gleicht das Kind und ist so weiß wie ihr.
Geht, kartet's ab und gebt der Mutter Gold,
Und beiden sagt den Hergang recht genau
Und wie ihr Kind hiedurch zu Ehren kommt
Und als des Kaisers Erbe gelten wird
Und an die Stelle tritt des meinigen,
Den Sturm zu sänftgen, der am Hofe droht.
Der Kaiser mög es herzen dann als seins.
Hört nun: Ihr seht, ich gab ihr Arzenei,
Und ihr müßt jetzt ihr Totengräber sein.
Das Feld ist nah, ihr seid ein rüstig Paar;
Dies wohl besorgt, verliert mir keine Zeit,
Schickt die Hebamme mir im Augenblick.
Hebamm und Wärterin beiseit geschafft,
Dann laßt die Weiber schwatzen, wie's beliebt.
Chiron.
Aaron, ich merke, nicht einmal der Luft
Vertraust du.
Demetrius.
Daß du so der Mutter schonst
Muß sie, wie ihre Söhne, herzlich danken.
(Chiron und Demetrius gehn ab.)
Aaron.
Nun zu den Goten schnell wie Schwalbenflug!
Dort bring ich diesen Schatz in Sicherheit
Und grüß der Kaisrin Freunde insgeheim. –
Komm, du dicklippger Schelm, ich trag dich fort,
Denn du hast uns in all die Not gebracht.
Mit Wurzeln füttr ich dich und wilden Beeren,
Mit Rahm und Molken; Ziegen sollst du saugen,
In Höhlen wohnen; so zieh ich dich auf
Zum tapfern Kriegesmann und General. (Ab.)
Englisch
DRITTE SZENE
Inhaltsverzeichnis
Straße
Titus, der alte Marcus, der Knabe Lucius und andre Verwandte treten auf mit Bogen; Titus trägt die Pfeile, an deren Enden Briefe befestigt sind
Titus.
Komm, Marcus, komm; Vettern, hier ist der Ort.
Nun, Kleiner, zeig mir deine Bogenkunst;
Seht, daß ihr wacker spannt, so treffe ihrs wohl.
Terras Astraea reliquit; – Denk dran, mein Marcus, sie ist fort, entflohn; Du nimm dir dein Gerät; ihr, Vettern, müßt Das Meer ergründen und die Netze werfen, Ihr findet sie vielleicht dann in der See. Doch da wohnt Recht sowenig als am Land! – Nein, Publius und Sempronius, ihr müßts tun; Ihr grabt mir mit dem Spaten, mit dem Karst, Dringt vor bis zu der tiefsten Erde Kern; Dann, wenn ihr kamt in Plutos Region, Ich bitt euch, reicht ihm diese Bittschrift ein; Sagt ihm, Gerechtigkeit und Hilfe fehlen, Und daß euch sandte Greis Andronicus, Von Gram gebeugt im undankbaren Rom. Ah, Rom! Ja, ja, ich führte dich ins Elend, Damals, als ich des Volkes Stimme warb Führ ihn, der jetzt mich heimsucht als Tyrann. Geht, geht! ich bitt euch, habt mir acht und forscht Und laßt mir ja kein Kriegsschiff undurchsucht: – Falls sie der Kaiser über Meer geschafft, Dann, Vettern, pfeift nur nach Gerechtigkeit!
Marcus.
O Publius! Ist das nicht ein Trauerfall,
Den edlen Oheim so im Wahnsinn sehn?
Publius.
Deshalb, o Herr, ist unsre nächste Pflicht,
Ihm Tag und Nacht getreulich nah zu sein
Und seiner Laune freundlich nachzugeben,
Bis Zeit ein heilsam Mittel ihm gewährt. –
Marcus.
Kein heilsam Mittel hilft für solchen Gram!
Stoßt zu den Goten, und ein Rachekrieg
Bringe Ruin dem undankbaren Rom
Und Rache am Verräter Saturnin.
Titus.
Nun, Publius? Nun, liebe Herrn,
Sagt mir, traft ihr sie schon?
Publius.
Nein, teurer Herr! Doch Pluto läßt erwidern,
Wollt Ihr von ihm die Rache, schickt er sie;
Gerechtigkeit sei in Geschäften oben,
Er meint, beim Jupiter – vielleicht woanders –
So daß Ihr Euch durchaus gedulden müßt. –
Titus.
Er kränkt mich, hält er mich mit Zögern hin!
Ich tauche selbst in jenen Flammensee
Und zieh sie bei den Fersen aus dem Styx.
Marcus, wir sind nur Sträuche, Zedern nicht,
Nicht Riesen nach Zyklopenart geformt;
Zwar Erz, mein Marcus, Stahl bis an den Nacken,
Doch leidgebeugt, mehr als der Nacken trägt.
Und weil kein Recht auf Erden, noch im Orkus,
Wolln wir zum Himmel, zu den Göttern flehn,
Uns Recht herabzusenden, uns zum Trost.
Kommt, Hand ans Werk! Hier Marcus, wackrer Schütz,
(Er verteilt die Pfeile.)
Ad Jovem, den nimm du; hier ad Apollinem – Ad Martem, diesen nehm ich selbst. – – Hier, Knab, an Pallas; – der hier an Merkur, Saturn und Coelus! – nicht an Saturnin – Das wär, als schößt Ihr gegen Sturm und Wind! – Nun, Knabe, frisch; sowie ich winke, schießt; Verlaßt euch drauf, ich schrieb es mit Bedacht; – Da ist kein Gott, zu dem ich nicht gefleht.
Marcus.
Vettern, schießt alle Pfeil ihm in den Burghof;
Verwunden laßt uns dieses Kaisers Stolz.
Titus.
Nun zieht die Sehnen. – (Sie schießen.) Wohlgetroffen, Lucius! –
Brav, Knab! In Virgos Schoß: nun hilf Minerva!
Marcus.
O Herr, weit übern Mond schoß ich hinaus,
Eur Brief muß jetzt beim Jupiter schon sein.
Titus.
Ha, Publius, Publius! Was hast du vollbracht?
Sieh, eins von Taurus' Hörnern abgeschossen!
Marcus.
Titus, das war der Spaß: als Publius schoß,
Ward Taurus wild, gab Aries solchen Stoß,
Daß sein Gehörn herabfiel in den Hof;
Wer, meint Ihr, fands, als Tamoras Gesell?
Sie lacht' und rief dem Mohren, Augenblicks
Dem Kaiser es zu bringen als Geschenk.
Titus.
So paßt sichs recht! Gott geb Eur Hoheit Freude!
Ein Bauer tritt auf, der einen Korb mit zwei Tauben trägt.
Nachricht vom Himmel, Marcus! Sieh den Boten!
Was bringst du, Freund? Sind Briefe da für uns?
Erscheint uns Recht? Was sagt der Lenker Zeus?
Bauer. Holla! Was der Henker Neues sagt? Er sagt, er hat den Galgen noch nicht in Ordnung, denn der Mensch soll erst nächste Woche hängen.
Titus.
Still! Was erwidert Zeus, ich frag es nochmals.
Bauer. Ach, Herr, Euern Zeisig kenn ich nicht, mit dem hab ich all meine Lebtage nicht getrunken.
Titus.
Wie! Bist du sein Briefträger nicht, Gesell?
Bauer. Meine Tauben habe ich hergetragen, Herr, sonst nichts.
Titus.
So kommst du nicht vom Himmel?
Bauer. Vom Himmel? Ach, gnädiger Herr, da bin ich nie gewesen; Gott behüte mich, daß ich so dreist sein sollte und mich in meinen jungen Tagen in den Himmel eindrängen. Seht, ich gehe mit meinen Tauben zu dem Tribunalplebs, weil ich einen Zank zwischen meinem Vetter und einem von Seiner Kaiserlichkeit Bedienten schlichten helfen will.
Marcus. Seht, Bruder, das kommt uns so gelegen wie möglich, um Eure Supplik zu unterstützen; laßt ihn dem Kaiser die Tauben in Eurem Namen bringen.
Titus. Sag mir, kannst du dem Kaiser eine Supplik mit einiger Grazie einreichen?
Bauer. Nein, bewahre Gott, Herr, mit dem Gratias habe ich all meine Tage nicht fertig werden können.
Titus.
Freund, komm heran, mach nicht viel Wesens hier;
Gib deine Tauben in des Kaisers Hand,
Ich schaffe dir Gerechtigkeit von ihm;
Wart noch, hier hast du Geld für deine Müh.
Gebt mir Papier und Feder.
Reichst du mir die Supplik mit Grazie ein?
Bauer. Ja, Herr.
Titus. Hier also ist ein Gesuch für dich. Und wenn du vor ihm erscheinst, mußt du beim ersten Eintritt knien, dann ihm die Füße küssen, dann deine Tauben überreichen, dann deinen Lohn erwarten. Ich werde in der Nähe sein, Bursch; sieh zu, daß du deine Sache gut machst.
Bauer. Seid unbesorgt, Herr, laßt mich nur machen.
Titus.
Hast du ein Messer, Bursch? Komm, zeig es mir!
Hör, Marcus, falt es in die Bittschrift ein;
(Du schriebst ja wie ein armer Bittender
Und wenn du sie dem Kaiser überreicht,
Klopf an mein Tor und sag mir, was er sprach.
Bauer. Gott befohlen, Herr, ich wills tun.
Titus.
Komm, Marcus, gehn wir; folg mir, Publius. (Alle ab.)
Englisch
VIERTE SZENE
Inhaltsverzeichnis
Im Palast
Es treten auf der Kaiser, die Kaiserin und ihre Söhne; der Kaiser hält die von Titus abgeschossenen Pfeile in seiner Hand
Saturninus.
Wie dünkt euch solche Kränkung? Bot man je
Roms kaiserlichem Herrscher solchen Trotz,
Belästigt' und erzürnt' ihn, höhnt' ihn so,
Weil er das Recht erfüllt', den Spruch vollzog?
Ihr wißt es, Herrn, gleich den allsehnden Göttern
(Was auch die Störer unsrer Ruh dem Volk
Ins Ohr geraunt –), daß nichts entschieden ward
Wider des alten Titus frechen Stamm
Als nach Gesetz und Recht. Und ob nun auch
Der Kummer seine Sinne so zerstört,
Darf seine Rachgier, Fieberhitz und Zorn
Und seine Bitterkeit uns so bedrohn?
Nun schreibt er an die Götter um Ersatz;
Seht, hier an Jupiter, dies dem Merkur,
Dies an Apollo, dies dem Gott des Kriegs: –
Recht saubre Zettel für den römschen Markt!
Heißt das nicht Lästrung wider den Senat?
Verdammung unsres ungerechten Sinns?
Ein angenehmer Scherz, nicht wahr, ihr Herrn?
Als wollt er sagen, Rom kennt kein Gesetz!
Doch, wenn ich lebe, soll verstellter Wahnsinn
Ihm keinen Schutz für diesen Hohn verleihn;
Er soll erfahren, daß Gerechtigkeit
Noch lebt in Saturnin, die, schläft sie gleich,
Jetzt so erwachen wird, daß ihre Wut
Vernichten soll den stolzesten Verschwörer.
Tamora.
Mein gnädger Fürst, geliebter Saturnin,
Herr meines Lebens, Herrscher meines Sinns,
Sei mild, vergib dem altersschwachen Greis.
Ihn tört der Gram um seine tapfern Söhne,
Der ihm ins Mark dringt und die Brust durchbohrt.
Erleichtre lieber sein unselig Los,
Als daß du strafst den Niedern oder Höchsten
Für solche Kränkung. (Beiseite.) Also, schlau gewandt,
Muß Tamora mit jedem freundlich tun;
Doch Titus, dir verwundet ich das Herz
Und traf dein Leben; ist nur Aaron klug,
Geht alles wohl, im Hafen ankern wir.
Der Bauer kommt.
Was gibts, mein Freund, bringst du uns ein Gesuch?
Bauer. Ja freilich, wenn Euer Wohlgeboren kaiserlich sind.
Tamora.
Ich bin die Kaiserin; dort sitzt der Kaiser.
Bauer. Das ist er? Gott und Sankt Stephan geben Euch einen guten Abend; ich habe Euch einen Brief gebracht und ein paar Tauben.
(Der Kaiser liest den Brief.)
Saturninus.
Führt ihn hinweg und hängt ihn alsogleich.
Bauer. Wieviel Geld krieg ich?
Tamora.
Geh, Freund, du wirst gehängt.
Bauer. Gehängt! Meiner Seel, so nimmt mein Hals ein saubres Ende! (Ab.)
Saturninus.
Schmachvoll und unerträglich! Welcher Hohn!
Schweig ich zu solchem unerhörten Greuel?
Ich weiß, von wem der ganze Einfall stammt;
Ich trag es nicht! Als ob die Frevlerbrut,
Gefällt nach Recht für unsres Bruders Mord,
Von mir geschlachtet wäre wider Recht!
Geht, schleppt den Schurken bei den Haaren her;
Nicht Alter, Würde sei ein Vorrecht ihm.
Für diesen Spott will ich sein Schlächter sein;
Verstellt wahnwitzger Hund! Zur Krone halfst du,
In Hoffnung, über Rom und mich zu herrschen. –
Ämilius tritt auf.
Was gibts, Ämilius?
Ämilius.
Zu den Waffen, Herr! Rom hatte nie mehr Grund:
Die Goten stehen auf; mit einer Macht
Entschloßner Krieger, die nach Beut entflammt,
Ziehn sie heran in schnellem Marsch, geführt
Von Lucius, dem Sohn Andronicus',
Der droht, in seiner Rache zu erfüllen,
Soviel als jemals Coriolan vollbracht.
Saturninus.
Der tapfre Lucius führt das Gotenheer?
Die Nachricht tötet; wie die Blum im Frost,
Wie Gras gepeitscht vom Sturm, häng ich das Haupt.
Ja, nun beginnt die Sorge mir zu nahn;
Er ist es, den der Pöbel stets geliebt;
Ich selber hörte klagen unterm Volk
(Wenn ich umherging wie ein Bürgersmann),
Daß Lucius widerrechtlich sei verbannt,
Und wie sie Lucius sich zum Kaiser wünschten.
Tamora.
Was fürchtet Ihr? Ist unsre Stadt nicht fest?
Saturninus.
Ja, doch die Bürger sind dem Lucius hold
Und fallen ab von uns, ihm beizustehn.
Tamora.
Sei wie dein Name kaiserlich gesinnt!
Verfinstert denn die Sonn ein Mückenschwarm?
Der Adler duldet kleiner Vögel Sang,
Ganz unbekümmert, was ihr Zwitschern meint;
Er weiß, wie mit dem Schatten seiner Flügel
Er nach Gefallen sie zum Schweigen bringt;
So kannst auch du die Schwindelköpfe Roms.
Drum Mut gefaßt! Denn wisse, mein Gemahl,
Ich will bezaubern den Andronicus
Mit Worten, süßer und gefährlicher,
Als Wurm dem Fisch und Honigklee dem Schaf,
Da jenem mit dem Wurm der Hamen droht
Und diesem Krankheit bringt die süße Kost.
Saturninus.
Doch nimmer bittet er für uns den Sohn!
Tamora.
Wenn Tamora ihn bittet, wird ers tun;
Denn schmeicheln kann ich und sein Ohr erfüllen
Mit goldner Hoffnung, daß, wär auch sein Herz
Fast unangreifbar, taub sein altes Ohr,
Doch meine Zung ihm Herz und Ohr besiegt.
(Zu Ämilius.) Geh du voran, sei Abgesandter uns,
Sag, daß der Kaiser ein Gespräch begehrt
Vom tapfern Lucius, und als Ort bestimme
Das Haus des Titus, seines alten Vaters.
Saturninus.
Ämilius, führ die Botschaft würdig aus,
Und wünscht er Geiseln ihm zur Sicherheit,
So nenn er selbst, welch Unterpfand er heischt.
Ämilius.
Den Auftrag werd ich alsobald vollziehn. (Ab.)
Tamora.
Jetzt eil ich zu dem Greis Andronicus,
Mit allen meinen Künsten lenk ich ihn,
Daß er den Lucius abruft von dem Heer.
Nun, teurer Kaiser, sei vergnügten Muts
Und alle Furcht begrab in meiner List.
Saturninus.
So gehe denn mit Glück und wirb um ihn.
(Sie gehn ab.)
Englisch
FÜNFTER AUFZUG
Inhaltsverzeichnis
ERSTE SZENE
Inhaltsverzeichnis
Lucius tritt auf mit gotischen Hauptleuten. Trommeln
Lucius.
Bewährte Krieger, Freunde, treu erprobt,
Botschaft erhielt ich aus dem großen Rom,
Wie sehr dem Volk der Kaiser jetzt verhaßt,
Und wie's in Sehnsucht unsrer Ankunft harrt.
Drum, edle Herrn, seid, wie ihr Anspruch habt,
Kräftig im Zorn, unduldsam jener Schmach.
Und wie euch damals Rom erniedrigte,
So nehmt euch jetzt dreifältigen Ersatz.
Gote.
Du tapfrer Zweig von Titus' großem Stamm,
Des Ruhm einst unser Schreck, jetzt unser Trost,
Des hohe Taten und erhabnen Glanz
Herzlos mit Hohn und Undank Rom vergilt –
Vertrau auf uns, wir folgen, wo du führst,
Wie Bienen stechend, wenn der Weiser sie
Am heißen Mittag ruft ins Blumenfeld,
Und züchtgen die verhaßte Tamora.
Alle.
Und wie er sprach, so spricht das ganze Heer.
Lucius.
Ich dank ihm ehrfurchtsvoll; euch allen Dank! –
Wer naht, geführt von einem rüstgen Goten?
Ein Gote führt den Aaron, der sein Kind auf dem Arm trägt.
Gote.
Ruhmvoller Lucius, ich ging ab vom Heer,
Ein wüst verfallnes Kloster zu betrachten;
Und als ich aufmerksam den Blick gewandt
Auf die zerstörten Mauern; plötzlich, Herr,
Hört ich ein Kind im Steingewölbe schrein.
Ich ging dem Laute nach, da hört ich bald
Den schrei'nden Wurm gestillt mit dieser Rede:
«Schweig, brauner Schelm! halb ich, halb deine Mutter!
Wenn nicht die Farbe spräch, wes Brut du seist,
Gäb dir Natur nur deiner Mutter Weiß,
So könntst du Schurke wohl ein Kaiser werden.
Allein wo Stier und Kuh milchweiß von Farbe,
Da zeugten sie noch nie ein schwarzes Kalb.
Still, still, du Schelm (so schalt er jetzt das Kind),
Zu einem wackern Goten bring ich dich,
Der, wenn er weiß, du seist der Kaisrin Blut,
Dich wert wird halten deiner Mutter halb.»
Drauf mit gezücktem Schwert sprang ich heran,
Ergriff ihn Augenblicks und schleppt ihn her,
Daß du mit ihm verfährst, wie dirs bedünkt.
Lucius.
O Freund, dies ist der eingefleischte Teufel,
Der Titus seiner tapfern Hand beraubt,
Die Perle, die der Kaisrin Aug ergötzt;
Dies seiner schnöden Lust verdammte Frucht.
Glasäugiger Sklav, wem wolltest du vertraun
Dies künftge Abbild deiner Mißgestalt?
Wie, sprichst du nicht? Was, taub? Nein, nicht ein Wort;
Ein Strick, Soldaten; hier am Baum geschwind
Hängt ihn mir auf mit seinem Bastardkind.
Aaron.
Rührt nicht das Kind! Es ist aus Königsblut!
Lucius.
Dem Vater allzu gleich, drum nimmer gut;
Erst hängt den Sohn; er mag ihn zappeln sehn,
So sterb er hin in Vaterschmerz und Wehn.
Schafft eine Leiter! –
Aaron.
Lucius, laß das Kind
Und send es an die Kaiserin von mir.
Ich melde Wunderdinge, wenn du's tust,
Die dir zu wissen höchsten Vorteil bringt.
Willst du es nicht, wohlan, mir gilt es gleich,
Ich schweige jetzt, doch Pest und Fluch auf euch!
Lucius.
So sprich denn, und gefällt mir, was du sagst,
So lebt dein Kind, ich laß es auferziehn.
Aaron.
Wenn dirs gefällt? Nein, das beteur' ich, Lucius,
Es wird dein Herz zerreißen, was du hörst.
Ich muß von Totschlag reden, Mord und Raub,
Von nächtgen Taten und verruchtem Greul,
Verrat, fluchwürdgem Anschlag, Missetat,
Betrübt zu hören, mitleidlos verübt;
Und dies begräbt auf ewig dir mein Tod,
Wenn du nicht schwörst, du rettest mir mein Kind.
Lucius.
Sprich, was du weißt, ich sag dir, es soll leben.
Aaron.
Das schwöre mir, und gleich beginn ich dann.
Lucius.
Schwören? Bei wem? Du glaubst an keinen Gott;
Ist das, wie kannst du glauben einem Eid?
Aaron.
Und wenn ichs nie getan? Ich tu's auch nicht! –
Doch weil ich weiß, du hältst auf Religion,
Glaubst an das Ding, das man Gewissen nennt,
Und an der Pfaffen Brauch und Observanz,
Die ich dich sorgsam hab erfüllen sehn –
Deshalb fordr' ich den Eid von dir. Ich weiß,
Ein Dummkopf hält 'nen Schellenstab für Gott
Und ehrt den Eid, den er dem Gotte schwur;
Drum fordr' ich ihn. Deshalb gelobe mir
Bei jenem Gott – gleichviel, was für ein Gott –
Zu dem du betest und den du verehrst –
Mein Kind zu schonen und es zu erziehn;
Und weigerst du mir das, entdeck ich nichts.
Lucius.
Bei meinem Gotte schwör ich dir, ich wills.
Aaron.
Erst wiss', ich zeugt es mit der Kaiserin.
Lucius.
O unersättliches, verbuhltes Weib!
Aaron.
Pah, Lucius, das war nur ein Liebeswerk,
Mit dem verglichen, was du hören sollst. –
Ihre zwei Söhn ermordeten Bassianus;
Sie schändeten Lavinien, schnitten ihr
Die Zung und ihre beiden Hände ab
Und schmückten sie heraus, wie du's gesehn.
Lucius.
Das nennst du schmücken, giftger Bösewicht?
Aaron.
Gewaschen, zugestutzt und aufgeschmückt,
Ein schmuckes Spaß zugleich für alle drei!
Lucius.
O wilde, viehische Buben, wie du selbst!
Aaron.
Nun ja, ich war der Lehrer zu der Tat.
Die hitzge Ader stammt von ihrer Mutter,
So wahr 'ne Karte je den Satz gewann;
Die blutge Neigung lernten sie von mir,
So wahr ein Bullenbeißer packt von vorn. –
Nun zeuge meine Tat von meinem Wert.
Ich lockte deine Brüder in die Gruft,
Wo des Bassian erschlagner Körper lag.
Ich schrieb den Brief, den drauf dein Vater fand,
Und barg das Gold, das jener Brief erwähnt,
Im Bund mit Tamora und ihren Söhnen.
Und was ist je geschehn, das dich verletzt,
Wo ich zum Unheil nicht die Hand geboten?
Ich spielte falsch um deines Vaters Hand,
Und als ich ihn betört, trat ich beiseit,
Erstickend fast vor unerhörtem Lachen.
Ich duckte mich an einer Mauer Spalt,
Als er die Hand gab für der Söhne Häupter;
Sah, wie er weint', und lachte dann so herzlich,
Daß mir die Augen tränten so wie ihm,
Und als ich Tamora den Spaß beschrieb,
Erstarb sie fast, so lieb war ihr die Mär,
Und gab mir zwanzig Küsse für die Zeitung.
Gote.
Das alles sprichst du, und errötest nicht?
Aaron.
Ja, wie ein schwarzer Hund, so heißt das Sprichwort.
Lucius.
Und reun dich diese Freveltaten nie?
Aaron.
Ja, daß ich nicht noch tausend mehr verübt –
Noch fluch ich jedem Tag – (und glaube doch,
Nicht viele stehn in dieses Fluchs Bereich),
Wo ich besondre Bosheit nicht beging,
Jemand erschlug, wo nicht, die Anstalt traf;
'ne Dirn entehrt, wo nicht, den Plan geschmiedet;
Unschuldige verklagt auf falschen Eid;
Todfeindschaft unter Freunden angeschürt;
Den Herden armer Leute brach den Hals;
In Scheun und Schober Kohlen warf bei Nacht
Und rief dem Eigner: «Löscht den Brand mit Tränen!» –
Oft grub ich tote Körper aus dem Grab
Und stellte sie vor lieber Freunde Tür,
Recht wenn ihr Kummer fast vergessen war;
Und wie auf Baumesrind in ihre Haut
Ritzt ich mit meinem Dolch in römscher Schrift:
«Eur Kummer lebe fort, obgleich ich starb.»
Pah, tausend Greuel hab ich ausgeübt,
So leichten Sinns, als einer Fliegen fängt;
Und nichts, in Wahrheit, geht mir so zu Herzen,
Als daß mir nicht zehntausend noch gelingen.
Lucius.
Den Teufel fort! Sein Tod muß sich verlängen,
Zu kurze Qual wär ihm ein schnelles Hängen.
Aaron.
Wenns Teufel gibt, möcht ich ein Teufel sein,
In ewgem Feur zu leben und zu brennen,
Hätt ich dich zur Gesellschaft all die Zeit,
Dich stets zu martern mit der bittern Zunge.
Lucius.
Hör auf mit Lästern, stopft ihm seinen Mund.
Ein Gote tritt auf.
Gote.
Feldherr, es ist ein Bote hier aus Rom,
Der fragt, ob er vor dir erscheinen dürfe.
Lucius.
Führt ihn herein. –
Ämilius wird hereingeführt.
Willkomm, Ämilius! Sag, wie stehts in Rom?
Ämilius.
Glorreicher Lucius, und ihr Gotenfürsten,
Der römsche Kaiser grüßet euch durch mich;
Und weil er hört, Ihr steht in Waffen hier,
Wünscht er Gespräch in Eures Vaters Haus;
Und fordert Ihr, daß er Euch Geiseln stellt,
Dann augenblicklich sendet er sie her.
Gote.
Was sagt mein Feldherr?
Lucius.
Ämilius, Geiseln stelle Saturnin
An meinen Vater wie an meinen Ohm,
So kommen wir. – Zieht weiter! (Alle ab.)
Englisch
ZWEITE SZENE
Inhaltsverzeichnis
Rom. Vor Titus' Haus
Tamora, Demetrius und Chiron treten verkleidet auf
Tamora.
So nun, in dieser fremden, düstern Tracht
Will ich begegnen dem Andronicus;
Die Rache nenn ich mich, der Höll entsandt,
Mit ihm vereint sein schrecklich Leid zu schlichten.
Klopf an die Zelle, wo er weilen soll,
Entwürfe seltsam wilder Rache brütend;
Sag, Rache sei gekommen, ihm vereint
Zu wirken seiner Feinde Untergang.
Sie klopfen unten; Titus öffnet sein Studierzimmer und spricht von oben.
Titus.
Wer stört mich hier in meinem ernsten Werk?
Ists eure List, daß ich auftu die Tür,
Damit die finstern Pläne weg mir fliegen
Und all mein Sinnen ohne Wirkung sei?
Ihr irrt euch; denn was ich zu tun beschloß,
Seht her, in blutgen Zeilen schrieb ichs hin,
Und was ich aufgezeichnet, soll geschehn.
Tamora.
Titus, mit dir zu reden kam ich her.
Titus.
Nein, nicht ein Wort. Kann ich mit Anmut reden,
Da eine Hand mir zur Gebärdung fehlt?
Du bist zu sehr im Vorteil, drum laß ab.
Tamora.
Wenn du mich kenntest, sprächest du mit mir.
Titus.
Ich bin nicht toll; dich kenn ich nur zu gut;
Bezeugs der arme Stumpf, die Purpurschrift,
Bezeugs dies Antlitz, tief von Gram gefurcht,
Bezeugs der müde Tag, die lange Nacht,
Bezeug es alles Weh, ich kenne dich
Als unsre stolze Kaisrin Tamora.
Nicht wahr, du kommst um meine zweite Hand?
Tamora.
Unselger, wiß, ich bin nicht Tamora,
Sie haßt dich, ich bin freundlich dir gesinnt,
Ich bin die Rach, entsandt dem Höllenreich, Dein Herz zu heilen von des Geiers Biß, Durch blutige Vergeltung an dem Feind. – Komm und begrüß mich auf der Oberwelt, Zieh mich zu Rat nun über Tod und Mord. Denn keine Höhle gibt es, kein Versteck, Kein ödes Dunkel, kein umnebelt Tal, Wo Raub und Schandtat und verruchter Mord Sich scheu verbergen, dennoch find ich sie Und nenne meinen grausen Namen Rache, Der die verworfnen Sünder zittern macht.
Titus.
So bist du Rache? Bist mir zugesandt,
Um allen meinen Feinden Qual zu sein?
Tamora.
Ich bins; drum komm herab, begrüße mich.
Titus.
Tu einen Dienst mir, eh ich dir vertrau –
Sieh, dir zur Seite seh ich Raub und Mord,
Nun gib Beweis, daß du die Rache bist;
Erstich sie, schleif sie an des Wagens Rädern,
Dann will ich kommen und dein Fuhrmann sein
Und rasch mit dir hinbrausen um die Welt.
Schaff dir zwei wackre Renner, schwarz wie Nacht,
Dein rächend Fuhrwerk fortzuziehn im Sturm;
Such Mörder auf in ihrer schuldgen Schlucht;
Und ist dein Karrn von ihren Häuptern voll,
Dann steig ich ab und trab am Wagenrad
Gleich einem Knecht zu Fuß den ganzen Tag,
Früh von Hyperions Aufgang dort im Ost,
Bis wo er abends spät sich taucht ins Meer.
Und Tag für Tag tu ich dies schwere Werk,
Wenn du mir Raub und Mord allhier vertilgst.
Tamora.
Sie sind mir Diener und begleiten mich.
Titus.
Die beiden dienen dir? Wie nennst du sie?
Tamora.
Sie heißen Raub und Mord, also genannt,
Weil sie heimsuchen solche Missetat.
Titus.
O Gott! wie gleichen sie der Kaisrin Söhnen!
Und du der Kaisrin! – Doch wir irdschen Menschen
Sehn mit armselgen, blöden, falschen Augen.
O süße Rache, nun komm ich zu dir,
Und wenn dir eines Arms Umfah'n genügt,
Schließ ich dich an die Brust im Augenblick.
(Titus kommt von oben herab.)
Tamora.
Ihm so sich fügen, paßt für seine Tollheit!
Was ich ersann, zu nähren diesen Wahn,
Das stärkt und unterstützt durch euer Wort.
Jetzt glaubt er fest, ich sei die Rache selbst,
Und wie er gläubig solchem Traumbild folgt,
Soll er zu Lucius senden, seinem Sohn,
Und während ich beim Schmaus ihn selber halte,
Ersinn ich einen listgen Anschlag wohl,
Die leicht betörten Goten zu zerstreun,
Wo nicht, sie mindstens feindlich ihm zu stimmen.
Sieh da, er kommt; nun spiel ich meine Rolle.
Titus tritt auf.
Titus.
Lang war ich weit, weit weg; und nur nach dir.
Willkommen, Furie, in mein Haus des Wehs!
Ihr, Raub und Mord, seid gleichfalls mir willkommen!
Wie gleicht ihr Tamora und ihren Söhnen!
Ihr wärt vollkommen, fehlt euch nicht ein Mohr;
Gabs nicht im ganzen Abgrund solchen Teufel?
Wahrlich, nie schweift die Kaiserin umher,
Daß nicht ein Mohr in ihrer Nähe sei;
Und wollt ihr recht der Kön'gin Bild uns stellen,
So wär es gut, ihr hättet solchen Teufel. –
Doch, wie ihr seid, willkommen! – Was zu tun?
Tamora.
Was solln wir für dich tun, Andronicus?
Demetrius.
Zeig mir 'nen Mörder, und ich greif ihn an.
Chiron.
Zeig mir 'nen Buben, der ein Weib entehrt,
Ich bin gesandt, um Rach an ihm zu üben.
Tamora.
Zeig tausend mir, durch die dein Recht gekränkt,
An ihnen allen will ich Rache üben.
Titus.
Durchsuch die frevelhaften Straßen Roms,
Und findst du einen Menschen, der dir gleicht,
Den töte, guter Mord, er ist ein Mörder.
Geh du mit ihm, und wenns auch dir gelingt, 'nen andern aufzufinden, der dir gleicht, Den töte, Raub, er ist ein Weiberschänder. Geh du mit ihnen; an des Kaisers Hof Lebt eine Kön'gin, und mit ihr ein Mohr, Die magst du, als dein Abbild, leicht erkennen, Denn ganz, von Kopf zu Füßen, gleicht sie dir. Ich bitt dich, diesen gib grausamen Tod, Sie waren grausam meinem Stamm und mir.
Tamora.
Du hast uns wohl belehrt, wir wollens tun.
Doch nun ersuch ich dich, Andronicus,
Sende zu Lucius, deinem tapfern Sohn,
Der jetzt auf Rom mit mutgen Goten zieht;
Zu einem Schmause lad ihn in dein Haus,
Und wenn er hier ist, recht zu deinem Fest,
Bring ich die Kaisrin dir und ihre Söhne,
Den Kaiser selbst und alle, die dir feind;
Und dir zu Füßen solln sie kniend flehn,
Und deines Herzens Ingrimm treffe sie.
Was sagt Andronicus zu diesem Plan?
Titus.
Marcus, heraus! der traurige Titus ruft.
Marcus kommt.
Geh, Marcus, geh zu deinem Neffen Lucius,
Im Gotenheere sollst du ihn erfragen;
Sag, daß er zu mir kommt und mit sich bringt
Noch einige der tapfern Gotenfürsten.
Heiß ihn die Krieger lagern, wo sie stehn;
Sag ihm, den Kaiser und die Kaiserin
Erwart ich hier zum Fest, und so auch ihn.
Dies tu zuliebe mir, er tu es auch,
So wert ihm ist des alten Vaters Leben.
Marcus.
Das tu ich gleich, und kehre schnell zurück. (Ab.)
Tamora.
Nun geh ich Augenblicks an mein Geschäft
Und nehme meine Diener mit hinweg.
Titus.
Nein, nein, laß Raub und Mord doch hier bei mir,
Sonst ruf ich meinen Bruder wieder heim
Und halte mich allein an Lucius' Rache.
Tamora (zu ihren Söhnen).
Was sagt ihr, Söhne? Bleibt ihr wohl mit ihm,
Bis ich dem Kaiser, meinem Herrn, erzählt,
Wie uns der wohlerdachte Scherz gelang?
Folgt seiner Laune, sprecht ihm freundlich zu
Und weilt mit ihm, bis ich zurückgekehrt.
Titus (beiseite).
Ich kenn euch all, obschon ihr toll mich wähnt,
Und fang euch in dem selbstgestellten Garn,
Euch junge Höllenbrut samt eurer Mutter.
Demetrius (beiseite).
Geht nach Gefallen, Fürstin, laßt uns hier.
Tamora.
Titus, leb wohl; die Rache geht zu Taten,
Dir alle deine Feinde zu verraten.
Titus.
Das hoff ich, teure Rache; leb denn wohl!
(Tamora geht ab.)
Chiron.
Nun, Alter, sprich, was gibst du uns zu tun?
Titus.
O still! Ich schaff euch Arbeit übergnug,
Auf, Cajus! Publius und Valentin!
Publius und Diener kommen.
Publius.
Was wollt Ihr?
Titus.
Kennst du die zwei?
Publius.
Die Söhne, denk ich, sinds
Der Kaisrin, Chiron und Demetrius.
Titus.
Pfui, Publius, wie gröblich du dich irrst!
Der ein ist Mord, des andern Nam ist Raub. Drum binde sie mir fest, mein Publius; Cajus und Valentin, legt Hand an sie. Oft hab ich diese Stunde mir gewünscht; Nun fand ich sie: drum bindet sie recht fest, Stopft ihnen auch den Mund, sobald sie schrein. (Ab.)
Chiron.
Schurken, laßt ab! Wir sind der Kaisrin Söhne!
Publius.
Und deshalb tun wir, was uns auferlegt. –
Stopft ihren Mund, gönnt ihnen nicht ein Wort;
Ward er auch festgebunden? Schließt sie gut.
Titus kommt zurück mit einem Messer, und Lavinia mit einem Becken.
Titus.
Lavinia, komm, die Feinde sind im Netz!
Stopft ihren Mund, kein Wort gestatt ich mehr.
Doch laßt sie hören meinen grimmen Spruch:
O Schurken, Chiron und Demetrius!
Hier ist der Quell, den ihr getrübt mit Schlamm,
Der holde Lenz, durch euern Frost erstarrt.
Ihr schlugt ihr den Gemahl, für diesen Greul
Sind ihrer Brüder zwei zum Tod verdammt.
Mir ward die Hand geraubt zu frechem Spott,
Ihr Händ und Zunge, ja was teurer ist
Als Zung und Hand – die unbefleckte Keuschheit,
Herzlose Buben! raubtet ihr mit Zwang. –
Was sprächt ihr jetzt, wenn ich euch reden ließ'? –
Ihr dürftet nicht aus Scham um Mitleid flehn.
Hört, Buben, welche Qual ich euch ersann:
Die Hand blieb, euch die Gurgel durchzuschneiden, Indes Lavinia mit den Stümpfen hält Dies Becken, das eur schuldig Blut empfängt. Die Kaisrin, wißt ihr, will zum Schmaus mir kommen Und nennt sich Rache, wähnt, ich sei verrückt. – Nun hört mich! Eur Gebein reib ich zu Staub Und knet es ein zu Teig mit euerm Blut; Und aus dem Teige bild ich eine Rinde, Drin einzubacken eure Schurkenhäupter; Dann soll die Metze, eure hündsche Mutter, Der Erde gleich die eigne Brut verschlingen; Dies ist das Mahl, zu dem ich sie beschied, Und dies der Schmaus, an dem sie schwelgen soll. Denn mehr als Philomel' erlitt mein Kind, Und mehr als Prokne nehm ich Rach an euch. Jetzt reicht die Gurgeln her. – Lavinia, komm, Fang auf den Strahl; und wenn ich sie entseelt, Zerstampf ich ihr Gebein in feinen Staub Und feucht es an mit dem verhaßten Blut, Die Häupter einzubacken in den Teig. Kommt, seid mir alle jetzt zur Hand, dies Mahl Zu rüsten, das viel grimmer werden soll Und blutiger als der Kentauren Schmaus. So!
(Er durchschneidet ihre Kehlen.)
Nun tragt sie hin, ich mache selbst den Koch,
Sie anzurichten, bis die Mutter kommt. (Alle gehn ab.)
Englisch
DRITTE SZENE
Inhaltsverzeichnis
Ein Gezelt mit Tischen und andern Sachen
Lucius und Marcus treten auf, Goten führen den Aaron als Gefangenen
Lucius.
Wohl, Oheim Marcus, da mein Vater heischt,
Daß ich gen Rom mich wende, folg ich dir.
Gote.
Wir stehn dir bei, es gehe, wie es will.
Lucius.
Oheim, verwahrt mir den grausamen Mohren,
Den wütgen Tiger, den verfluchten Teufel;
Laßt ihm nicht Nahrung reichen, fesselt ihn,
Bis er der Kaisrin gegenübersteht
Als Zeugnis ihres höchst verworfnen Wandels.
Dann sorgt, daß stark sei unser Hinterhalt;
Der Kaiser, fürcht ich, ist uns schlimm gesinnt.
Aaron.
Ein Teufel flüstre Flüche mir ins Ohr
Und helfe meiner Zung, hervorzusprühn
Die giftge Wut, die mir im Herzen schwillt. –
Lucius.
Hinweg, verruchter Hund! Ungläubger Sklav!
Ihr Herrn, helft unserm Ohm, ihn zu geleiten;
(Aaron wird von den Goten weggeführt. Man hört Trompeten blasen.)
Trompeten melden, daß der Kaiser naht.
Saturninus, Tamora, Tribunen und Gefolge treten auf.
Saturninus.
Was? Hat der Himmel mehr als eine Sonne?
Lucius.
Was frommt es dir, daß du dich Sonne nennst?
Marcus.
Roms Kaiser und du, Neffe, brecht nun ab;
In Ruhe muß der Streit verhandelt sein.
Das Mahl ist fertig, welches Titus sorglich
Geordnet hat zu ehrenwertem Zweck,
Für Frieden, Lieb und Bündnis, Rom zum Heil!
So tretet denn heran und nehmet Platz.
Saturninus.
So sei es, Marcus.
Hoboen. Eine Tafel wird gebracht; Titus, als Koch gekleidet, stellt die Speisen auf den Tisch; Lavinia folgt ihm verschleiert, und andre.
Titus.
Willkommen Herr! Willkommen Kaiserin! –
Willkommen tapfre Goten; willkommen Lucius!
Willkommen all! Ist gleich das Mahl gering,
Doch wirds den Hunger stillen. Wollt ihr essen?
Saturninus.
Weshalb in dieser Tracht, Andronicus?
Titus.
Um recht gewiß zu sein, daß nichts mißlang,
Eur Hoheit und die Kaisrin zu bewirten.
Tamora.
Wir sind Euch hoch verpflichtet, wackrer Titus.
Titus.
Kennt' Eure Majestät mein Herz, Ihr wärt's. –
Mein gnädger Kaiser, löst die Frage mir: –
Wars recht getan vom heftigen Virginius,
Sein Kind zu töten mit der eignen Hand,
Weil sie befleckt, entehrt, geschändet ward?
Saturninus.
Das wars, Andronicus.
Titus.
Eur Grund, erhabner Kaiser?
Saturninus.
Weil das Mädchen
Nicht überleben durfte solche Schmach
Und seinen Gram erneun durch ihre Nähe.
Titus.
Ein Grund, nachdrücklich, streng und voll Gehalt,
Ein Vorgang, Mahnung und gewichtge Bürgschaft
Für mich Unselgen, gleiche Tat zu tun:
Stirb, stirb, mein Kind, und deine Schmach mit dir,
Und mit der Schmach auch deines Vaters Gram!
(Er ersticht Lavinien.)
Saturninus.
Was tatst du, unnatürlicher Barbar?
Titus.
Ich schlug, um die mein Aug erblindet war.
Ich bin so leidvoll als Virginius einst
Und habe tausendmal mehr Grund als er
Zu solchem Mord; – und jetzt ist es vollbracht.
Saturninus.
Ward sie entehrt? Wer hat die Tat verübt?
Titus.
Wie, eßt Ihr nicht? Nehmt, Hoheit, wenns beliebt.
Tamora.
Wie kams, daß Vaterhand sie morden muß?
Titus.
Ich tat es nicht, es waren deine Söhne,
Die sie entehrt, die Zung ihr ausgeschnitten,
Durch die sie all dies bittre Leid erlitten.
Saturninus.
Vor uns erscheinen sollen sie sogleich!
Titus.
Nun wohl! hier sind sie schon, zerhackt zu Teig,
Von dem die Mutter lüstern hat genossen,
Verzehrend, was dem eignen Blut entsprossen.
's ist wahr! 's ist wahr! Bezeugs mein scharfer Dolch!
(Er ersticht Tamora.)
Saturninus.
Wahnwitzger, stirb! Nimm das für deinen Hohn!
(Ersticht den Titus)
Lucius.
Des Vaters blutig Ende rächt der Sohn;
Hier Lohn um Lohn, Mord für des Mörders Hohn! –
(Ersticht den Saturninus.)
Marcus (oben auf der Bühne).
Leidvolle Männer, Volk und Söhne Roms,
Getrennt durch Aufruhr, wie ein Vogelschwarm
Zerstreut durch Sturm und starken Wetterschlag,
O hört, wie ihr von neuem binden mögt
In eine Garbe dies zerstreute Korn, In einen Körper die zerstückten Glieder, Daß Rom sich nicht am eignen Gift vernichte, Das Reich, dem mächtge Zepter sich geneigt, – Ehrlosen ausgestoßnen Sündern gleich – Nicht Mord, verzweifelnd, an sich selbst vollziehe! Wenn meine Furchen, meines Alters Schnee (Ehrwürdge Bürgen reifer Urteilskraft), Euch nicht bewegen, meinem Wort zu traun, Sprich du, Roms teurer Freund (gleich unserm Ahn, Als er in Feierworten Kunde gab Der liebekranken, leidgebeugten Dido Vom Schicksal jener wilden Flammennacht, Als Priams Troja sank durch Griechentrug) Sag, welch ein Sinon unser Ohr berückt, Wer uns das böse Werkzeug hergeführt, Das unserm Troja, unserm hehren Rom Die Bürgerwunde schlägt? – Mein Herz ist nicht von Kiesel oder Stahl, Noch find ich Worte für so bittern Gram, Daß nicht in Tränen meine Red erstickt, Und mir die Stimm bricht, wenn sie zumeist Euch rühren sollt und euer Ohr gewinnen Und eure Hilf und liebreich Mitgefühl. – Hier ist ein Feldherr, ders erzählen mag, Eur Herz wird weinen, hört ihr seine Rede.
Lucius.
Dann, meine edlen Hörer, sei euch kund:
Der schnöde Chiron und Demetrius,
Sie warens, die Bassianus mordeten,
Sie warens, die Lavinien frech entehrt;
Für ihre Tat fiel unsrer Brüder Haupt,
Ward Titus' Gram verhöhnt, ihm frech entwandt
Die gute Hand, die oft den Streit für Rom
Ausfocht und ihre Feinde sandt ins Grab;
Zuletzt ward ich im Zorn verbannt, man schloß
Die Tore mir und stieß mich weinend aus,
Mitleid zu suchen bei den Feinden Roms;
Mit meinen Tränen löscht ich ihren Haß,
In ihren offnen Armen fand ich Trost.
Und ich, den Rom verstieß, das sei euch kund,
Mit meinem Blut hab ich sein Wohl erkauft,
Von seinem Haupt gewandt der Feinde Schwert,
Auffangend ihren Stahl in meine Brust.
Ihr alle wißt, ich bin kein Prahler; nein,
Bezeugts, ihr Narben (ob ihr stumm auch seid),
Daß mein Bericht getreu und ohne Falsch.
Doch halt! Mich dünkt, ich schweifte schon vom Ziel,
Anpreisend mein geringes Tun; verzeiht,
Man rühmt sich selber, ist kein Freund uns nah.
Marcus.
Nun ists an mir, zu reden. Seht dies Kind,
Dies wars, das Tamora zur Welt gebracht;
Sein Vater jener gottvergeßne Mohr,
Hauptstifter und Begründer unsers Wehs.
Der Schurk ist lebend noch in Titus' Haus,
(Obgleich verdammt) zum Zeugnis, dies sei wahr.
Nun sprecht, ob Titus Grund zur Rache hatte
Für solche Kränkung, unaussprechlich, herb,
Weit mehr, als irgend wohl ein Mensch ertrüge!
Jetzt, da ihr alles wißt, was sagt ihr, Römer?
Ist hier zuviel geschehen, dann zeigt, worin,
Und von dem Platz, auf dem wir vor euch stehn,
Wolln wir, des Titus armer Überrest,
Häuptlings hinab uns werfen, Hand in Hand,
Am scharfen Stein zerschmetternd unser Hirn,
Und so vereint austilgen unsern Stamm.
Sprecht, Römer, sprecht: sagt ihr, es soll geschehn,
So sollt ihr Hand in Hand uns stürzen sehn.
Ämilius.
Komm, komm, du ehrenwerter Römergreis,
Führ unsern Kaiser freundlich bei der Hand,
Lucius, den Kaiser: denn mit Zuversicht
Erwart ich, was des Volkes Stimme spricht.
Alle.
Lucius, Glück auf, Roms kaiserlicher Herr!
Marcus.
Geh in des alten Titus leidvoll Haus
Und den ungläubgen Mohren schlepp hieher;
Ihm werd ein grauser, blutger Tod erkannt,
Als Strafe für sein höchst gottloses Tun.
Römer (verschiedene Stimmen).
Lucius. Glück auf. huldreicher Herrscher Roms! –
Lucius.
Dank, edle Römer! Meiner Herrschaft Streben
Sei, Rom nach soviel Leiden Trost zu geben.
Doch, werte Freund, ein Weilchen gönnt mir noch,
Denn schwere Pflicht erheischt Natur von mir.
Steht alle fern. – Du, Oheim, komm herab;
Laß uns dem Toten fromme Tränen weihn; –
Den kalten Lippen diesen heißen Kuß (küßt den Titus),
Dem blutgen Antlitz diesen Tau des Grams,
Des treuen Sohnes letzte Huldigung! –
Marcus.
Ja, Trän um Trän, und Liebeskuß für Kuß
Beut hier dein Bruder Marcus deinem Mund!
Und wär die Summe, die ich zahlen soll,
Unendlich, namenlos, doch zahlt ich sie.
Lucius.
Komm, Knabe, komm! komm her, wir lehren dich
In Tau zerschmelzen. Ach, er liebte dich!
Wie oft ließ er dich tanzen auf dem Knie,
Sang dich in Schlaf, sein liebend Herz dein Pfühl!
Wieviel Geschichten hat er dir erzählt,
Für deine Kindheit sinnreich ausgewählt!
Des sei gedenk, und als ein liebreich Kind
Geuß ein'ge Tropfen auch aus zartem Auge.
Mitleidig gab Natur uns dies Gebot,
Der Freund soll weinen um des Freundes Not!
Sag ihm Lebwohl, geleit ihn an sein Grab,
Tu ihm die Lieb, und scheide dann von ihm.
Knabe.
Großvater! ach, Großvater! Möcht ich doch
Für dich gestorben sein, und du noch lebend!
O Gott, vor Weinen kann ich ihm nichts sagen!
Ich stick in Tränen, öffn' ich meinen Mund. –
Aaron wird von einigen Römern hereingeführt.
Römer.
Traurige Androniker, hemmt euern Gram,
Sprecht diesem giftgen Bösewicht sein Recht,
Der jener schwarzen Frevel Stifter war.
Lucius.
Begrabt ihn bis zur Brust, daß er verhungre,
Da steh er dann und wüt und schrei um Brot;
Wer irgend Beistand ihm und Mitleid schenkt,
Der stirbt für solche Tat; dies unser Spruch.
Geht ihr, sorgt, daß er eingegraben werde.
Aaron.
Wut, warum schweigst du? Zorn, was bist du stumm?
Ich bin kein feiges Kind, noch mit Gebet
Bereu ich die Verbrechen, die ich tat;
Zehntausend, schlimmer noch, als ich vollbracht,
Möcht ich begehn, hätt ich die Freiheit nur;
Und tat ich je ein einzig gutes Werk,
Von ganzem Herzen wünsch ichs ungeschehn.
Lucius.
Tragt ein'ge jetzt den Kaiser mir hinweg
Und senkt ihn ein in seines Vaters Gruft.
Mein Vater und Lavinia solln demnächst
In unserm Monument bestattet ruhn.
Doch jener grimmen Wölfin Tamora
Gönnt keinen Grabbrauch, keinen Trauerflor,
Kein frommes Läuten, keinen Leichenzug,
Den Vögeln werft sie hin, dem Raubgetier.
Ihr Lebenslauf war viehisch, ohne Mitleid,
Und eben deshalb find auch sie kein Mitleid.
Vollzieht den Spruch an dem verdammten Mohren,
Dem frechen Stifter unsrer schweren Trübsal;
Mit Weisheit ordnen so den Staat wir dann,
Daß gleich Geschick ihn nimmer treffen kann.
(Alle gehn ab.)
German
TITUS ANDRONICUS
(englisch)
Table of Contents
Contents
PERSONS REPRESENTED
ACT I
SCENE I
SCENE II
ACT II
SCENE I
SCENE II
SCENE III
SCENE IV
SCENE V
ACT III
SCENE I
SCENE II
ACT IV.
SCENE I
SCENE II
SCENE III
SCENE IV
ACT V
SCENE I
SCENE II
SCENE III
German
PERSONS REPRESENTED
Table of Contents
SATURNINUS, Son to the late Emperor of Rome, afterwards declared Emperor.
BASSIANUS, Brother to Saturninus, in love with Lavinia.
TITUS ANDRONICUS, a noble Roman, General against the Goths.
MARCUS ANDRONICUS, Tribune of the People, and Brother to Titus.
LUCIUS, Son to Titus Andronicus.
QUINTUS, Son to Titus Andronicus.
MARTIUS, Son to Titus Andronicus.
MUTIUS, Son to Titus Andronicus.
YOUNG LUCIUS, a Boy, Son to Lucius.
PUBLIUS, Son to Marcus the Tribune.
AEMILIUS, a noble Roman.
ALARBUS, Son to Tamora.
DEMETRIUS, Son to Tamora.
CHIRON, Son to Tamora.
AARON, a Moor, beloved by Tamora
A Captain, Tribune, Messenger,and Clown—Romans
Goths and Romans.
TAMORA, Queen of the Goths
LAVINIA, Daughter to Titus Andronicus
A NURSE, and a black CHILD.
Kinsmen to Titus, Senators, Tribunes, Officers, Soldiers, and
Attendants.
SCENE: Rome, and the Country near it.
German
ACT I
Table of Contents
SCENE I
Table of Contents
Rome. Before the Capitol.
[The Tomb of Andronic appearing; the Tribunes and Senators aloft. Enter, below, SATURNINUS and his Followers on one side, and BASSIANUS and his Followers at the other, with drums and colours.]
SATURNINUS.
Noble patricians, patrons of my right,
Defend the justice of my cause with arms;
And, countrymen, my loving followers,
Plead my successive title with your swords:
I am his first born son that was the last
That wore the imperial diadem of Rome:
Then let my father’s honours live in me,
Nor wrong mine age with this indignity.
BASSIANUS.
Romans,—friends, followers, favourers of my right,—
If ever Bassianus, Caesar’s son,
Were gracious in the eyes of royal Rome,
Keep then this passage to the Capitol;
And suffer not dishonour to approach
The imperial seat, to virtue consecrate,
To justice, continence, and nobility:
But let desert in pure election shine;
And, Romans, fight for freedom in your choice.
[Enter MARCUS ANDRONICUS aloft, with the crown.]
MARCUS.
Princes,—that strive by factions and by friends
Ambitiously for rule and empery,—
Know that the people of Rome, for whom we stand
A special party, have by common voice,
In election for the Roman empery
Chosen Andronicus, surnamed Pius
For many good and great deserts to Rome:
A nobler man, a braver warrior,
Lives not this day within the city walls.:
He by the senate is accited home
From weary wars against the barbarous Goths;
That with his sons, a terror to our foes,
Hath yok’d a nation strong, train’d up in arms.
Ten years are spent since first he undertook
This cause of Rome, and chastised with arms
Our enemies’ pride: five times he hath return’d
Bleeding to Rome, bearing his valiant sons
In coffins from the field;
And now at last, laden with honour’s spoils,
Returns the good Andronicus to Rome,
Renowned Titus, flourishing in arms.
Let us entreat,—by honour of his name
Whom worthily you would have now succeed,
And in the Capitol and senate’s right,
Whom you pretend to honour and adore,—
That you withdraw you and abate your strength;
Dismiss your followers, and, as suitors should,
Plead your deserts in peace and humbleness.
SATURNINUS.
How fair the tribune speaks to calm my thoughts!
BASSIANUS.
Marcus Andronicus, so I do affy
In thy uprightness and integrity,
And so I love and honour thee and thine,
Thy noble brother Titus and his sons,
And her to whom my thoughts are humbled all,
Gracious Lavinia, Rome’s rich ornament,
That I will here dismiss my loving friends;
And to my fortunes and the people’s favour
Commit my cause in balance to be weigh’d.
[Exeunt the Followers of BASSIANUS.]
SATURNINUS.
Friends, that have been thus forward in my right,
I thank you all and here dismiss you all;
And to the love and favour of my country
Commit myself, my person, and the cause.
[Exeunt the Followers of SATURNINUS.]
Rome, be as just and gracious unto me
As I am confident and kind to thee.—
Open the gates, tribunes, and let me in.
BASSIANUS.
Tribunes, and me, a poor competitor.
[Flourish. Exeunt; SATURNINUS and BASSIANUS go up into the Capitol.]
German
SCENE II
Table of Contents
Rome
[Enter a Captain.]
CAPTAIN.
Romans, make way. The good Andronicus,
Patron of virtue, Rome’s best champion,
Successful in the battles that he fights,
With honour and with fortune is return’d
From where he circumscribed with his sword
And brought to yoke the enemies of Rome.
[Flourish of trumpets, &c. Enter MARTIUS and MUTIUS; after them two Men bearing a coffin covered with black; then LUCIUS and QUINTUS. After them TITUS ANDRONICUS; and then TAMORA, with ALARBUS, DEMETRIUS, CHIRON, AARON, and other Goths, prisoners; soldiers and People following. The bearers set down the coffin, and TITUS speaks.]
TITUS.
Hail, Rome, victorious in thy mourning weeds!
Lo, as the bark that hath discharg’d her fraught
Returns with precious lading to the bay
From whence at first she weigh’d her anchorage,
Cometh Andronicus, bound with laurel boughs,
To re-salute his country with his tears,—
Tears of true joy for his return to Rome.—
Thou great defender of this Capitol,
Stand gracious to the rites that we intend!—
Romans, of five and twenty valiant sons,
Half of the number that King Priam had,
Behold the poor remains, alive and dead!
These that survive let Rome reward with love;
These that I bring unto their latest home,
With burial amongst their ancestors;
Here Goths have given me leave to sheathe my sword.
Titus, unkind, and careless of thine own,
Why suffer’st thou thy sons, unburied yet,
To hover on the dreadful shore of Styx?—
Make way to lay them by their brethren.—
[The tomb is opened.]
There greet in silence, as the dead are wont,
And sleep in peace, slain in your country’s wars!
O sacred receptacle of my joys,
Sweet cell of virtue and nobility,
How many sons of mine hast thou in store,
That thou wilt never render to me more!
LUCIUS.
Give us the proudest prisoner of the Goths,
That we may hew his limbs, and on a pile
Ad manes fratrum sacrifice his flesh
Before this earthy prison of their bones;
That so the shadows be not unappeas’d,
Nor we disturb’d with prodigies on earth.
TITUS.
I give him you,—the noblest that survives,
The eldest son of this distressed queen.
TAMORA.
Stay, Roman brethen!—Gracious conqueror,
Victorious Titus, rue the tears I shed,
A mother’s tears in passion for her son:
And if thy sons were ever dear to thee,
O, think my son to be as dear to me!
Sufficeth not that we are brought to Rome,
To beautify thy triumphs and return,
Captive to thee and to thy Roman yoke;
But must my sons be slaughter’d in the streets
For valiant doings in their country’s cause?
O, if to fight for king and common weal
Were piety in thine, it is in these.
Andronicus, stain not thy tomb with blood:
Wilt thou draw near the nature of the gods?
Draw near them, then, in being merciful:
Sweet mercy is nobility’s true badge:
Thrice-noble Titus, spare my first-born son.
TITUS.
Patient yourself, madam, and pardon me.
These are their brethren, whom your Goths beheld
Alive and dead; and for their brethren slain
Religiously they ask a sacrifice:
To this your son is mark’d; and die he must,
To appease their groaning shadows that are gone.
LUCIUS.
Away with him! and make a fire straight;
And with our swords, upon a pile of wood,
Let’s hew his limbs till they be clean consum’d.
[Exeunt LUCIUS, QUINTUS, MARTIUS, and MUTIUS with ALARBUS.]
TAMORA.
O cruel, irreligious piety!
CHIRON.
Was ever Scythia half so barbarous!
DEMETRIUS.
Oppose not Scythia to ambitious Rome.
Alarbus goes to rest; and we survive
To tremble under Titus’ threatening look.
Then, madam, stand resolv’d; but hope withal
The selfsame gods that arm’d the Queen of Troy
With opportunity of sharp revenge
Upon the Thracian tyrant in his tent,
May favour Tamora, the queen of Goths,—
When Goths were Goths and Tamora was queen,—
To quit the bloody wrongs upon her foes.
[Re-enter LUCIUS, QUINTUS, MARTIUS,and MUTIUS, with their swords bloody.]
LUCIUS.
See, lord and father, how we have perform’d
Our Roman rites: Alarbus’ limbs are lopp’d,
And entrails feed the sacrificing fire,
Whose smoke like incense doth perfume the sky.
Remaineth naught but to inter our brethren,
And with loud ‘larums welcome them to Rome.
TITUS.
Let it be so, and let Andronicus
Make this his latest farewell to their souls.
[Trumpets sounded and the coffin laid in the tomb.]
In peace and honour rest you here, my sons;
Rome’s readiest champions, repose you here in rest,
Secure from worldly chances and mishaps!
Here lurks no treason, here no envy swells,
Here grow no damned grudges; here are no storms,
No noise, but silence and eternal sleep:
[Enter LAVINIA.]
In peace and honour rest you here, my sons!
LAVINIA.
In peace and honour live Lord Titus long;
My noble lord and father, live in fame!
Lo, at this tomb my tributary tears
I render for my brethren’s obsequies;
And at thy feet I kneel, with tears of joy
Shed on this earth for thy return to Rome;
O, bless me here with thy victorious hand,
Whose fortunes Rome’s best citizens applaud!
TITUS.
Kind Rome, that hast thus lovingly reserv’d
The cordial of mine age to glad my heart!—
Lavinia, live; outlive thy father’s days,
And fame’s eternal date, for virtue’s praise!
[Enter, below, MARCUS ANDRONICUS and Tribunes; re-enter SATURNINUS, BASSIANUS, and Attendants.]
MARCUS.
Long live Lord Titus, my beloved brother,
Gracious triumpher in the eyes of Rome!
TITUS.
Thanks, gentle tribune, noble brother Marcus.
MARCUS.
And welcome, nephews, from successful wars,
You that survive and you that sleep in fame!
Fair lords, your fortunes are alike in all,
That in your country’s service drew your swords:
But safer triumph is this funeral pomp
That hath aspir’d to Solon’s happiness
And triumphs over chance in honour’s bed.—
Titus Andronicus, the people of Rome,
Whose friend in justice thou hast ever been,
Send thee by me, their tribune and their trust,
This palliament of white and spotless hue;
And name thee in election for the empire
With these our late-deceased emperor’s sons:
Be candidatus then, and put it on,
And help to set a head on headless Rome.
TITUS.
A better head her glorious body fits
Than his that shakes for age and feebleness:
What, should I don this robe and trouble you?
Be chosen with proclamations to-day,
Tomorrow yield up rule, resign my life,
And set abroach new business for you all?
Rome, I have been thy soldier forty years,
And led my country’s strength successfully,
And buried one-and-twenty valiant sons,
Knighted in field, slain manfully in arms,
In right and service of their noble country:
Give me a staff of honour for mine age,
But not a sceptre to control the world;
Upright he held it, lords, that held it last.
MARCUS.
Titus, thou shalt obtain and ask the empery.
SATURNINUS.
Proud and ambitious tribune, canst thou tell?
TITUS.
Patience, Prince Saturninus.
SATURNINUS.
Romans, do me right;—
Patricians, draw your swords, and sheathe them not
Till Saturninus be Rome’s Emperor.—
Andronicus, would thou were shipp’d to hell
Rather than rob me of the people’s hearts!
LUCIUS.
Proud Saturnine, interrupter of the good
That noble-minded Titus means to thee!
TITUS.
Content thee, prince; I will restore to thee
The people’s hearts, and wean them from themselves.
BASSIANUS.
Andronicus, I do not flatter thee,
But honour thee, and will do till I die.
My faction if thou strengthen with thy friends,
I will most thankful be; and thanks to men
Of noble minds is honourable meed.
TITUS.
People of Rome, and people’s tribunes here,
I ask your voices and your suffrages:
Will you bestow them friendly on Andronicus?
TRIBUNES.
To gratify the good Andronicus,
And gratulate his safe return to Rome,
The people will accept whom he admits.
TITUS.
Tribunes, I thank you: and this suit I make,
That you create your emperor’s eldest son,
Lord Saturnine; whose virtues will, I hope,
Reflect on Rome as Titan’s rays on earth,
And ripen justice in this commonweal:
Then, if you will elect by my advice,
Crown him, and say ‘Long live our Emperor!’
MARCUS.
With voices and applause of every sort,
Patricians and plebeians, we create
Lord Saturninus Rome’s great emperor;
And say ‘Long live our Emperor Saturnine!’
[A long flourish.]
SATURNINUS.
Titus Andronicus, for thy favours done
To us in our election this day
I give thee thanks in part of thy deserts,
And will with deeds requite thy gentleness;
And for an onset, Titus, to advance
Thy name and honourable family,
Lavinia will I make my empress,
Rome’s royal mistress, mistress of my heart,
And in the sacred Pantheon her espouse:
Tell me, Andronicus, doth this motion please thee?
TITUS.
It doth, my worthy lord; and in this match
I hold me highly honoured of your grace:
And here in sight of Rome, to Saturnine,—
King and commander of our commonweal,
The wide world’s emperor,—do I consecrate
My sword, my chariot, and my prisoners;
Presents well worthy Rome’s imperious lord:
Receive them then, the tribute that I owe,
Mine honour’s ensigns humbled at thy feet.
SATURNINUS.
Thanks, noble Titus, father of my life!
How proud I am of thee and of thy gifts
Rome shall record; and when I do forget
The least of these unspeakable deserts,
Romans, forget your fealty to me.
TITUS.
[To TAMORA.] Now, madam, are you prisoner to an emperor;
To him that for your honour and your state
Will use you nobly and your followers.
SATURNINUS.
A goodly lady, trust me; of the hue
That I would choose, were I to choose anew.—
Clear up, fair queen, that cloudy countenance:
Though chance of war hath wrought this change of cheer,
Thou com’st not to be made a scorn in Rome:
Princely shall be thy usage every way.
Rest on my word, and let not discontent
Daunt all your hopes: madam, he comforts you
Can make you greater than the Queen of Goths.—
Lavinia, you are not displeas’d with this?
LAVINIA.
Not I, my lord, sith true nobility
Warrants these words in princely courtesy.
SATURNINUS.
Thanks, sweet Lavinia.—Romans, let us go:
Ransomless here we set our prisoners free:
Proclaim our honours, lords, with trump and drum.
[Flourish. SATURNINUS courts TAMORA in dumb show.]
BASSIANUS.
Lord Titus, by your leave, this maid is mine.
[Seizing LAVINIA.]
TITUS.
How, sir! are you in earnest then, my lord?
BASSIANUS.
Ay, noble Titus; and resolv’d withal
To do myself this reason and this right.
MARCUS.
Suum cuique is our Roman justice:
This prince in justice seizeth but his own.
LUCIUS.
And that he will and shall, if Lucius live.
TITUS.
Traitors, avaunt!—Where is the emperor’s guard?—
Treason, my lord,—Lavinia is surpris’d!
SATURNINUS.
Surpris’d! by whom?
BASSIANUS.
By him that justly may
Bear his betroth’d from all the world away.
[Exeunt BASSIANUS and MARCUS with LAVINIA.]
MUTIUS.
Brothers, help to convey her hence away,
And with my sword I’ll keep this door safe.
[Exeunt LUCIUS, QUINTUS, and MARTIUS.]
TITUS.
Follow, my lord, and I’ll soon bring her back.
MUTIUS.
My lord, you pass not here.
TITUS.
What, villain boy!
Barr’st me my way in Rome?
[Stabbing MUTIUS.]
MUTIUS.
Help, Lucius, help!
[Dies.]
[Re-enter Lucius.]
LUCIUS.
My lord, you are unjust; and more than so:
In wrongful quarrel you have slain your son.
TITUS.
Nor thou nor he are any sons of mine;
My sons would never so dishonour me.
Traitor, restore Lavinia to the Emperor.
LUCIUS.
Dead, if you will; but not to be his wife,
That is another’s lawful promis’d love.
[Exit.]
SATURNINUS.
No, Titus, no; the emperor needs her not,
Nor her, nor thee, nor any of thy stock:
I’ll trust by leisure him that mocks me once;
Thee never, nor thy traitorous haughty sons,
Confederates all thus to dishonour me.
Was there none else in Rome to make a stale
But Saturnine? Full well, Andronicus,
Agree these deeds with that proud brag of thine
That said’st I begg’d the empire at thy hands.
TITUS.
O monstrous! what reproachful words are these?
SATURNINUS.
But go thy ways; go, give that changing piece
To him that flourish’d for her with his sword;
A valiant son-in-law thou shalt enjoy;
One fit to bandy with thy lawless sons,
To ruffle in the commonwealth of Rome.
TITUS.
These words are razors to my wounded heart.
SATURNINUS.
And therefore, lovely Tamora, Queen of Goths,—
That, like the stately Phoebe ‘mongst her nymphs,
Dost overshine the gallant’st dames of Rome,—
If thou be pleas’d with this my sudden choice,
Behold, I choose thee, Tamora, for my bride
And will create thee empress of Rome.
Speak, Queen of Goths, dost thou applaud my choice?
And here I swear by all the Roman gods,—
Sith priest and holy water are so near,
And tapers burn so bright, and everything
In readiness for Hymenaeus stand,—
I will not re-salute the streets of Rome,
Or climb my palace, till from forth this place
I lead espous’d my bride along with me.
TAMORA.
And here in sight of heaven to Rome I swear,
If Saturnine advance the Queen of Goths,
She will a handmaid be to his desires,
A loving nurse, a mother to his youth.
SATURNINUS.
Ascend, fair queen, Pantheon.—Lords, accompany
Your noble emperor and his lovely bride,
Sent by the heavens for Prince Saturnine,
Whose wisdom hath her fortune conquered:
There shall we consummate our spousal rites.
[Exeunt SATURNINUS and his Followers; TAMORA and her Sons; AARON and Goths.]
TITUS.
I am not bid to wait upon this bride.—
Titus, when wert thou wont to walk alone,
Dishonour’d thus, and challenged of wrongs?
[Re-enter MARCUS, LUCIUS, QUINTUS, and MARTIUS.]
MARCUS.
O Titus, see, O, see what thou hast done!
In a bad quarrel slain a virtuous son.
TITUS.
No, foolish tribune, no; no son of mine,—
Nor thou, nor these, confederates in the deed
That hath dishonoured all our family;
Unworthy brother and unworthy sons!
LUCIUS.
But let us give him burial, as becomes;
Give Mutius burial with our bretheren.
TITUS.
Traitors, away! He rests not in this tomb:—
This monument five hundred years hath stood,
Which I have sumptuously re-edified:
Here none but soldiers and Rome’s servitors
Repose in fame; none basely slain in brawls:—
Bury him where you can, he comes not here.
MARCUS.
My lord, this is impiety in you:
My nephew Mutius’ deeds do plead for him;
He must be buried with his bretheren.
QUINTUS & MARTIUS.
And shall, or him we will accompany.
TITUS.
And shall! What villain was it spake that word?
QUINTUS.
He that would vouch it in any place but here.
TITUS.
What, would you bury him in my despite?
MARCUS.
No, noble Titus; but entreat of thee
To pardon Mutius, and to bury him.
TITUS.
Marcus, even thou hast struck upon my crest,
And with these boys mine honour thou hast wounded:
My foes I do repute you every one;
So trouble me no more, but get you gone.
MARTIUS.
He is not with himself; let us withdraw.
QUINTUS.
Not I, till Mutius’ bones be buried.
[MARCUS and the Sons of TITUS kneel.]
MARCUS.
Brother, for in that name doth nature plead,—
QUINTUS.
Father, and in that name doth nature speak,—
TITUS.
Speak thou no more, if all the rest will speed.
MARCUS.
Renowned Titus, more than half my soul,—
LUCIUS.
Dear father, soul and substance of us all,—
MARCUS.
Suffer thy brother Marcus to inter
His noble nephew here in virtue’s nest,
That died in honour and Lavinia’s cause:
Thou art a Roman,—be not barbarous.
The Greeks upon advice did bury Ajax,
That slew himself; and wise Laertes’ son
Did graciously plead for his funerals:
Let not young Mutius, then, that was thy joy,
Be barr’d his entrance here.
TITUS.
Rise, Marcus, rise:
The dismall’st day is this that e’er I saw,
To be dishonour’d by my sons in Rome!—
Well, bury him, and bury me the next.
[MUTIUS is put into the tomb.]
LUCIUS.
There lie thy bones, sweet Mutius, with thy friends,
Till we with trophies do adorn thy tomb.
ALL.
[Kneeling.] No man shed tears for noble Mutius;
He lives in fame that died in virtue’s cause.
MARCUS.
My lord,—to step out of these dreary dumps,—
How comes it that the subtle Queen of Goths
Is of a sudden thus advanc’d in Rome?
TITUS.
I know not, Marcus, but I know it is,—
Whether by device or no, the heavens can tell:
Is she not, then, beholding to the man
That brought her for this high good turn so far?
MARCUS.
Yes, and will nobly him remunerate.
[Flourish. Re-enter, at one side, SATURNINUS, attended; TAMORA DEMETRIUS, CHIRON, and AARON; at the other, BASSIANUS, LAVINIA, and others.]
SATURNINUS.
So, Bassianus, you have play’d your prize:
God give you joy, sir, of your gallant bride!
BASSIANUS.
And you of yours, my lord! I say no more,
Nor wish no less; and so I take my leave.
SATURNINUS.
Traitor, if Rome have law or we have power,
Thou and thy faction shall repent this rape.
BASSIANUS.
Rape, call you it, my lord, to seize my own,
My true betrothed love, and now my wife?
But let the laws of Rome determine all;
Meanwhile am I possess’d of that is mine.
SATURNINUS.
‘Tis good, sir. You are very short with us;
But if we live we’ll be as sharp with you.
BASSIANUS.
My lord, what I have done, as best I may,
Answer I must, and shall do with my life.
Only thus much I give your grace to know,—
By all the duties that I owe to Rome,
This noble gentleman, Lord Titus here,
Is in opinion and in honour wrong’d,
That, in the rescue of Lavinia,
With his own hand did slay his youngest son,
In zeal to you, and highly mov’d to wrath
To be controll’d in that he frankly gave:
Receive him then to favour, Saturnine,
That hath express’d himself in all his deeds
A father and a friend to thee and Rome.
TITUS.
Prince Bassianus, leave to plead my deeds:
‘Tis thou and those that have dishonour’d me.
Rome and the righteous heavens be my judge
How I have lov’d and honour’d Saturnine!
TAMORA.
My worthy lord, if ever Tamora
Were gracious in those princely eyes of thine,
Then hear me speak indifferently for all;
And at my suit, sweet, pardon what is past.
SATURNINUS.
What, madam! be dishonoured openly,
And basely put it up without revenge?
TAMORA.
Not so, my lord; the gods of Rome forfend
I should be author to dishonour you!
But on mine honour dare I undertake
For good Lord Titus’ innocence in all,
Whose fury not dissembled speaks his griefs:
Then at my suit look graciously on him;
Lose not so noble a friend on vain suppose,
Nor with sour looks afflict his gentle heart.—
[Aside.] My lord, be rul’d by me, be won at last;
Dissemble all your griefs and discontents:
You are but newly planted in your throne;
Lest, then, the people, and patricians too,
Upon a just survey take Titus’ part,
And so supplant you for ingratitude,—
Which Rome reputes to be a heinous sin,—
Yield at entreats; and then let me alone:
I’ll find a day to massacre them all,
And raze their faction and their family,
The cruel father and his traitorous sons,
To whom I sued for my dear son’s life;
And make them know what ‘tis to let a queen
Kneel in the streets and beg for grace in vain.—
Come, come, sweet emperor,—come, Andronicus,—
Take up this good old man, and cheer the heart
That dies in tempest of thy angry frown.
SATURNINUS.
Rise, Titus, rise; my empress hath prevail’d.
TITUS.
I thank your majesty and her, my lord:
These words, these looks, infuse new life in me.
TAMORA.
Titus, I am incorporate in Rome,
A Roman now adopted happily,
And must advise the emperor for his good.
This day all quarrels die, Andronicus;—
And let it be mine honour, good my lord,
That I have reconcil’d your friends and you. —
For you, Prince Bassianus, I have pass’d
My word and promise to the emperor
That you will be more mild and tractable.—
And fear not, lords,—and you, Lavinia,—
By my advice, all humbled on your knees,
You shall ask pardon of his majesty.
LUCIUS.
We do; and vow to heaven and to his highness
That what we did was mildly as we might,
Tendering our sister’s honour and our own.
MARCUS.
That on mine honour here do I protest.
SATURNINUS.
Away, and talk not; trouble us no more.
TAMORA.
Nay, nay, sweet emperor, we must all be friends:
The tribune and his nephews kneel for grace;
I will not be denied: sweet heart, look back.
SATURNINUS.
Marcus, for thy sake, and thy brother’s here,
And at my lovely Tamora’s entreats,
I do remit these young men’s heinous faults:
Stand up.—
Lavinia, though you left me like a churl,
I found a friend; and sure as death I swore
I would not part a bachelor from the priest.
Come, if the emperor’s court can feast two brides,
You are my guest, Lavinia, and your friends.
This day shall be a love-day, Tamora.
TITUS.
Tomorrow, an it please your majesty
To hunt the panther and the hart with me,
With horn and hound we’ll give your grace bonjour.
SATURNINUS.
Be it so, Titus, and gramercy too.
[Exeunt.]
German
ACT II
Table of Contents
SCENE I
Table of Contents
Rome. Before the palace.
[Enter AARON.]
AARON.
Now climbeth Tamora Olympus’ top,
Safe out of fortune’s shot; and sits aloft,
Secure of thunder’s crack or lightning’s flash;
Advanc’d above pale envy’s threatening reach.
As when the golden sun salutes the morn,
And, having gilt the ocean with his beams,
Gallops the zodiac in his glistening coach,
And overlooks the highest-peering hill;
So Tamora:
Upon her wit doth earthly honour wait,
And virtue stoops and trembles at her frown.
Then, Aaron, arm thy heart and fit thy thoughts
To mount aloft with thy imperial mistress,
And mount her pitch, whom thou in triumph long
Hast prisoner held, fett’red in amorous chains,
And faster bound to Aaron’s charming eyes
Than is Prometheus tied to Caucasus.
Away with slavish weeds and servile thoughts!
I will be bright, and shine in pearl and gold,
To wait upon this new-made empress.
To wait, said I? to wanton with this queen,
This goddess, this Semiramis, this nymph,
This siren, that will charm Rome’s Saturnine,
And see his shipwreck and his commonweal’s.—
Holla! what storm is this?
[Enter DEMETRIUS and CHIRON braving.]
DEMETRIUS.
Chiron, thy years wants wit, thy wit wants edge
And manners, to intrude where I am grac’d;
And may, for aught thou know’st, affected be.
CHIRON.
Demetrius, thou dost overween in all;
And so in this, to bear me down with braves.
‘Tis not the difference of a year or two
Makes me less gracious or thee more fortunate:
I am as able and as fit as thou
To serve and to deserve my mistress’ grace;
And that my sword upon thee shall approve,
And plead my passions for Lavinia’s love.
AARON.
[Aside.] Clubs, clubs! These lovers will not keep the peace.
DEMETRIUS.
Why, boy, although our mother, unadvis’d,
Gave you a dancing-rapier by your side,
Are you so desperate grown to threat your friends?
Go to; have your lath glu’d within your sheath
Till you know better how to handle it.
CHIRON.
Meanwhile, sir, with the little skill I have,
Full well shalt thou perceive how much I dare.
DEMETRIUS.
Ay, boy, grow ye so brave?
[They draw.]
AARON.
[Coming forward.] Why, how now, lords!
So near the emperor’s palace dare ye draw,
And maintain such a quarrel openly?
Full well I wot the ground of all this grudge:
I would not for a million of gold
The cause were known to them it most concerns;
Nor would your noble mother for much more
Be so dishonour’d in the court of Rome.
For shame, put up.
DEMETRIUS.
Not I, till I have sheath’d
My rapier in his bosom, and withal
Thrust those reproachful speeches down his throat
That he hath breath’d in my dishonour here.
CHIRON.
For that I am prepar’d and full resolv’d,—
Foul-spoken coward, that thunder’st with thy tongue,
And with thy weapon nothing dar’st perform.
AARON.
Away, I say!—
Now, by the gods that warlike Goths adore,
This pretty brabble will undo us all.—
Why, lords, and think you not how dangerous
It is to jet upon a prince’s right?
What, is Lavinia then become so loose,
Or Bassianus so degenerate,
That for her love such quarrels may be broach’d
Without controlment, justice, or revenge?
Young lords, beware! and should the empress know
This discord’s ground, the music would not please.
CHIRON.
I care not, I, knew she and all the world:
I love Lavinia more than all the world.
DEMETRIUS.
Youngling, learn thou to make some meaner choice:
Lavina is thine elder brother’s hope.
AARON.
Why, are ye mad? or know ye not in Rome
How furious and impatient they be,
And cannot brook competitors in love?
I tell you, lords, you do but plot your deaths
By this device.
CHIRON.
Aaron, a thousand deaths
Would I propose to achieve her whom I love.
AARON.
To achieve her!—How?
DEMETRIUS.
Why mak’st thou it so strange?
She is a woman, therefore may be woo’d;
She is a woman, therefore may be won;
She is Lavinia, therefore must be lov’d.
What, man! more water glideth by the mill
Than wots the miller of; and easy it is
Of a cut loaf to steal a shive, we know:
Though Bassianus be the emperor’s brother,
Better than he have worn Vulcan’s badge.
AARON.
[Aside.] Ay, and as good as Saturninus may.
DEMETRIUS.
Then why should he despair that knows to court it
With words, fair looks, and liberality?
What, hast not thou full often struck a doe,
And borne her cleanly by the keeper’s nose?
AARON.
Why, then, it seems some certain snatch or so
Would serve your turns.
CHIRON.
Ay, so the turn were serv’d.
DEMETRIUS.
Aaron, thou hast hit it.
AARON.
Would you had hit it too!
Then should not we be tir’d with this ado.
Why, hark ye, hark ye,—and are you such fools
To square for this? Would it offend you, then,
That both should speed?
CHIRON.
Faith, not me.
DEMETRIUS.
Nor me, so I were one.
AARON.
For shame, be friends, and join for that you jar:
‘Tis policy and stratagem must do
That you affect; and so must you resolve
That what you cannot as you would achieve,
You must perforce accomplish as you may.
Take this of me,—Lucrece was not more chaste
Than this Lavinia, Bassianus’ love.
A speedier course than lingering languishment
Must we pursue, and I have found the path.
My lords, a solemn hunting is in hand;
There will the lovely Roman ladies troop:
The forest walks are wide and spacious;
And many unfrequented plots there are
Fitted by kind for rape and villainy:
Single you thither, then, this dainty doe,
And strike her home by force if not by words:
This way, or not at all, stand you in hope.
Come, come, our empress, with her sacred wit
To villainy and vengeance consecrate,
Will we acquaint with all what we intend;
And she shall file our engines with advice
That will not suffer you to square yourselves,
But to your wishes’ height advance you both.
The emperor’s court is like the house of fame,
The palace full of tongues, of eyes, and ears:
The woods are ruthless, dreadful, deaf, and dull;
There speak and strike, brave boys, and take your turns;
There serve your lust, shadowed from heaven’s eye,
And revel in Lavinia’s treasury.
CHIRON.
Thy counsel, lad, smells of no cowardice.
DEMETRIUS.
Sit fas aut nefas, till I find the stream
To cool this heat, a charm to calm these fits,
Per Styga, per manes vehor.
[Exeunt.]
German
SCENE II
Table of Contents
A Forest near Rome; a Lodge seen at a distance. Horns and cry of hounds heard.
[Enter TITUS ANDRONICUS, with hunters, &c., MARCUS, LUCIUS, QUINTUS, and MARTIUS.]
TITUS.
The hunt is up, the morn is bright and gay,
The fields are fragrant, and the woods are green.
Uncouple here, and let us make a bay,
And wake the emperor and his lovely bride,
And rouse the prince, and ring a hunter’s peal,
That all the court may echo with the noise.
Sons, let it be your charge, as it is ours,
To attend the emperor’s person carefully:
I have been troubled in my sleep this night,
But dawning day new comfort hath inspir’d.
[Horns in a peal. Enter SATURNINUS, TAMORA, BASSIANUS, LAVINIA,
DEMETRIUS, CHIRON, and Attendants.]
Many good morrows to your majesty:—
Madam, to you as many and as good:—
I promised your grace a hunter’s peal.
SATURNINUS.
And you have rung it lustily, my lord;
Somewhat too early for new-married ladies.
BASSIANUS.
Lavinia, how say you?
LAVINIA.
I say no; I have been broad awake two hours and more.
SATURNINUS.
Come on then, horse and chariots let us have,
And to our sport.—[To TAMORA.] Madam, now shall ye see
Our Roman hunting.
MARCUS.
I have dogs, my lord,
Will rouse the proudest panther in the chase,
And climb the highest promontory top.
TITUS.
And I have horse will follow where the game
Makes way, and run like swallows o’er the plain.
DEMETRIUS.
Chiron, we hunt not, we, with horse nor hound,
But hope to pluck a dainty doe to ground.
[Exeunt.]
German
SCENE III
Table of Contents
A lonely part of the Forest.
[Enter AARON with a bag of gold.]
AARON.
He that had wit would think that I had none,
To bury so much gold under a tree,
And never after to inherit it.
Let him that thinks of me so abjectly
Know that this gold must coin a stratagem,
Which, cunningly effected, will beget
A very excellent piece of villainy:
And so repose, sweet gold, for their unrest
[Hides the gold.]
That have their alms out of the empress’ chest.
[Enter TAMORA.]
TAMORA.
My lovely Aaron, wherefore look’st thou sad
When everything does make a gleeful boast?
The birds chant melody on every bush;
The snakes lie rolled in the cheerful sun;
The green leaves quiver with the cooling wind,
And make a chequer’d shadow on the ground:
Under their sweet shade, Aaron, let us sit,
And whilst the babbling echo mocks the hounds,
Replying shrilly to the well-tun’d horns,
As if a double hunt were heard at once,
Let us sit down and mark their yelping noise;
And,—after conflict such as was suppos’d
The wandering prince and Dido once enjoy’d,
When with a happy storm they were surpris’d,
And curtain’d with a counsel-keeping cave,—
We may, each wreathed in the other’s arms,
Our pastimes done, possess a golden slumber;
Whiles hounds and horns and sweet melodious birds
Be unto us as is a nurse’s song
Of lullaby to bring her babe asleep.
AARON.
Madam, though Venus govern your desires,
Saturn is dominator over mine:
What signifies my deadly-standing eye,
My silence and my cloudy melancholy,
My fleece of woolly hair that now uncurls
Even as an adder when she doth unroll
To do some fatal execution?
No, madam, these are no venereal signs,
Vengeance is in my heart, death in my hand,
Blood and revenge are hammering in my head.
Hark, Tamora,—the empress of my soul,
Which never hopes more heaven than rests in thee,—
This is the day of doom for Bassianus;
His Philomel must lose her tongue to-day,
Thy sons make pillage of her chastity,
And wash their hands in Bassianus’ blood.
Seest thou this letter? take it up, I pray thee,
And give the king this fatal-plotted scroll.—
Now question me no more,—we are espied;
Here comes a parcel of our hopeful booty,
Which dreads not yet their lives’ destruction.
TAMORA.
Ah, my sweet Moor, sweeter to me than life!
AARON.
No more, great empress: Bassianus comes:
Be cross with him; and I’ll go fetch thy sons
To back thy quarrels, whatsoe’er they be.
[Exit.]
[Enter BASSIANUS and LAVINIA.]
BASSIANUS.
Who have we here? Rome’s royal empress,
Unfurnish’d of her well-beseeming troop?
Or is it Dian, habited like her,
Who hath abandoned her holy groves
To see the general hunting in this forest?
TAMORA.
Saucy controller of my private steps!
Had I the power that some say Dian had,
Thy temples should be planted presently
With horns, as was Actaeon’s; and the hounds
Should drive upon thy new-transformed limbs,
Unmannerly intruder as thou art!
LAVINIA.
Under your patience, gentle empress,
‘Tis thought you have a goodly gift in horning;
And to be doubted that your Moor and you
Are singled forth to try experiments;
Jove shield your husband from his hounds to-day!
‘Tis pity they should take him for a stag.
BASSIANUS.
Believe me, queen, your swarth Cimmerian
Doth make your honour of his body’s hue,
Spotted, detested, and abominable.
Why are you sequester’d from all your train,
Dismounted from your snow-white goodly steed,
And wander’d hither to an obscure plot,
Accompanied but with a barbarous Moor,
If foul desire had not conducted you?
LAVINIA.
And, being intercepted in your sport,
Great reason that my noble lord be rated
For sauciness.—I pray you let us hence,
And let her joy her raven-coloured love;
This valley fits the purpose passing well.
BASSIANUS.
The king my brother shall have notice of this.
LAVINIA.
Ay, for these slips have made him noted long:
Good king, to be so mightily abus’d!
TAMORA.
Why have I patience to endure all this?
[Enter DEMETRIUS and CHIRON.]
DEMETRIUS.
How now, dear sovereign, and our gracious mother!
Why doth your highness look so pale and wan?
TAMORA.
Have I not reason, think you, to look pale?
These two have ‘ticed me hither to this place:—
A barren detested vale you see it is:
The trees, though summer, yet forlorn and lean,
O’ercome with moss and baleful mistletoe:
Here never shines the sun; here nothing breeds,
Unless the nightly owl or fatal raven:—
And when they show’d me this abhorred pit,
They told me, here, at dead time of the night,
A thousand fiends, a thousand hissing snakes,
Ten thousand swelling toads, as many urchins,
Would make such fearful and confused cries
As any mortal body hearing it
Should straight fall mad or else die suddenly.
No sooner had they told this hellish tale
But straight they told me they would bind me here
Unto the body of a dismal yew,
And leave me to this miserable death:
And then they call’d me foul adulteress,
Lascivious Goth, and all the bitterest terms
That ever ear did hear to such effect:
And had you not by wondrous fortune come,
This vengeance on me had they executed.
Revenge it, as you love your mother’s life,
Or be ye not henceforth call’d my children.
DEMETRIUS.
This is a witness that I am thy son.
[Stabs BASSIANUS.]
CHIRON.
And this for me, struck home to show my strength.
[Also stabs BASSIANUS, who dies.]
LAVINIA.
Ay, come, Semiramis,—nay, barbarous Tamora,
For no name fits thy nature but thy own!
TAMORA.
Give me thy poniard;—you shall know, my boys,
Your mother’s hand shall right your mother’s wrong.
DEMETRIUS.
Stay, madam; here is more belongs to her;
First thrash the corn, then after burn the straw:
This minion stood upon her chastity,
Upon her nuptial vow, her loyalty,
And with that painted hope braves your mightiness:
And shall she carry this unto her grave?
CHIRON.
An if she do, I would I were an eunuch.
Drag hence her husband to some secret hole,
And make his dead trunk pillow to our lust.
TAMORA.
But when ye have the honey we desire,
Let not this wasp outlive, us both to sting.
CHIRON.
I warrant you, madam, we will make that sure.—
Come, mistress, now perforce we will enjoy
That nice-preserved honesty of yours.
LAVINIA.
O Tamora! thou bear’st a woman’s face,—
TAMORA.
I will not hear her speak; away with her!
LAVINIA.
Sweet lords, entreat her hear me but a word.
DEMETRIUS.
Listen, fair madam: let it be your glory
To see her tears; but be your heart to them
As unrelenting flint to drops of rain.
LAVINIA.
When did the tiger’s young ones teach the dam?
O, do not learn her wrath,—she taught it thee;
The milk thou suck’dst from her did turn to marble;
Even at thy teat thou hadst thy tyranny.—
Yet every mother breeds not sons alike:
[To CHIRON.] Do thou entreat her show a woman’s pity.
CHIRON.
What, wouldst thou have me prove myself a bastard?
LAVINIA.
‘Tis true, the raven doth not hatch a lark:
Yet have I heard,—O, could I find it now!—
The lion, mov’d with pity, did endure
To have his princely paws par’d all away.
Some say that ravens foster forlorn children,
The whilst their own birds famish in their nests:
O, be to me, though thy hard heart say no,
Nothing so kind, but something pitiful!
TAMORA.
I know not what it means:—away with her!
LAVINIA.
O, let me teach thee! for my father’s sake,
That gave thee life, when well he might have slain thee,
Be not obdurate, open thy deaf ears.
TAMORA.
Hadst thou in person ne’er offended me,
Even for his sake am I pitiless.—
Remember, boys, I pour’d forth tears in vain
To save your brother from the sacrifice;
But fierce Andronicus would not relent:
Therefore away with her, and use her as you will;
The worse to her the better lov’d of me.
LAVINIA.
O Tamora, be call’d a gentle queen,
And with thine own hands kill me in this place!
For ‘tis not life that I have begg’d so long;
Poor I was slain when Bassianus died.
TAMORA.
What begg’st thou, then? fond woman, let me go.
LAVINIA.
‘Tis present death I beg; and one thing more,
That womanhood denies my tongue to tell:
O, keep me from their worse than killing lust,
And tumble me into some loathsome pit,
Where never man’s eye may behold my body:
Do this, and be a charitable murderer.
TAMORA.
So should I rob my sweet sons of their fee:
No, let them satisfy their lust on thee.
DEMETRIUS.
Away! for thou hast stay’d us here too long.
LAVINIA.
No grace? no womanhood? Ah, beastly creature!
The blot and enemy to our general name!
Confusion fall,—
CHIRON.
Nay, then I’ll stop your mouth:—bring thou her husband.
This is the hole where Aaron bid us hide him.
[DEMETRIUS throws BASSIANUS’S body into the pit; then exit with CHIRON, dragging off LAVINIA.]
TAMORA.
Farewell, my sons: see that you make her sure:—
Ne’er let my heart know merry cheer indeed
Till all the Andronici be made away.
Now will I hence to seek my lovely Moor,
And let my spleenful sons this trull deflower.
[Exit.]
German
SCENE IV
Table of Contents
Forest
[Re-enter AARON, with QUINTUS and MARTIUS.]
AARON.
Come on, my lords, the better foot before:
Straight will I bring you to the loathsome pit
Where I espied the panther fast asleep.
QUINTUS.
My sight is very dull, whate’er it bodes.
MARTIUS.
And mine, I promise you; were’t not for shame,
Well could I leave our sport to sleep awhile.
[Falls into the pit.]
QUINTUS.
What, art thou fallen?—What subtle hole is this,
Whose mouth is cover’d with rude-growing briers,
Upon whose leaves are drops of new-shed blood
As fresh as morning dew distill’d on flowers?
A very fatal place it seems to me.—
Speak, brother, hast thou hurt thee with the fall?
MARTIUS.
O brother, with the dismallest object hurt
That ever eye with sight made heart lament!
AARON.
[Aside] Now will I fetch the king to find them here,
That he thereby may have a likely guess
How these were they that made away his brother.
[Exit.]
MARTIUS.
Why dost not comfort me, and help me out
From this unhallow’d and blood-stained hole?
QUINTUS.
I am surprised with an uncouth fear;
A chilling sweat o’er-runs my trembling joints;
My heart suspects more than mine eye can see.
MARTIUS.
To prove thou hast a true divining heart,
Aaron and thou look down into this den,
And see a fearful sight of blood and death.
QUINTUS.
Aaron is gone; and my compassionate heart
Will not permit mine eyes once to behold
The thing whereat it trembles by surmise:
O, tell me who it is; for ne’er till now
Was I a child to fear I know not what.
MARTIUS.
Lord Bassianus lies embrewed here,
All on a heap, like to a slaughter’d lamb,
In this detested, dark, blood-drinking pit.
QUINTUS.
If it be dark, how dost thou know ‘tis he?
MARTIUS.
Upon his bloody finger he doth wear
A precious ring that lightens all the hole,
Which, like a taper in some monument,
Doth shine upon the dead man’s earthy cheeks,
And shows the ragged entrails of the pit:
So pale did shine the moon on Pyramus
When he by night lay bath’d in maiden blood.
O brother, help me with thy fainting hand,—
If fear hath made thee faint, as me it hath,—
Out of this fell devouring receptacle,
As hateful as Cocytus’ misty mouth.
QUINTUS.
Reach me thy hand, that I may help thee out;
Or, wanting strength to do thee so much good,
I may be pluck’d into the swallowing womb
Of this deep pit, poor Bassianus’ grave.
I have no strength to pluck thee to the brink.
MARTIUS.
Nor I no strength to climb without thy help.
QUINTUS.
Thy hand once more; I will not lose again,
Till thou art here aloft, or I below:
Thou canst not come to me,—I come to thee.
[Falls in.]
[Enter SATURNINUS with AARON.]
SATURNINUS.
Along with me: I’ll see what hole is here,
And what he is that now is leap’d into it.—
Say, who art thou that lately didst descend
Into this gaping hollow of the earth?
MARTIUS.
The unhappy sons of old Andronicus,
Brought hither in a most unlucky hour,
To find thy brother Bassianus dead.
SATURNINUS.
My brother dead! I know thou dost but jest:
He and his lady both are at the lodge
Upon the north side of this pleasant chase;
‘Tis not an hour since I left them there.
MARTIUS.
We know not where you left them all alive;
But, out, alas! here have we found him dead.
[Re-enter TAMORA, with Attendants; TITUS ANDRONICUS and LUCIUS.]
TAMORA.
Where is my lord the king?
SATURNINUS.
Here, Tamora; though griev’d with killing grief.
TAMORA.
Where is thy brother Bassianus?
SATURNINUS.
Now to the bottom dost thou search my wound;
Poor Bassianus here lies murdered.
TAMORA.
Then all too late I bring this fatal writ,
[Giving a letter.]
The complot of this timeless tragedy;
And wonder greatly that man’s face can fold
In pleasing smiles such murderous tyranny.
SATURNINUS.
[Reads] ‘An if we miss to meet him handsomely,—
Sweet huntsman, Bassianus ‘tis we mean,—
Do thou so much as dig the grave for him:
Thou know’st our meaning. Look for thy reward
Among the nettles at the elder-tree
Which overshades the mouth of that same pit
Where we decreed to bury Bassianus.
Do this, and purchase us thy lasting friends.’
O Tamora! was ever heard the like?—
This is the pit and this the elder-tree:—
Look, sirs, if you can find the huntsman out
That should have murder’d Bassianus here.
AARON.
My gracious lord, here is the bag of gold.
[Showing it.]
SATURNINUS.
[To TITUS] Two of thy whelps, fell curs of bloody kind,
Have here bereft my brother of his life.—
Sirs, drag them from the pit unto the prison:
There let them bide until we have devis’d
Some never-heard-of torturing pain for them.
TAMORA.
What, are they in this pit? O wondrous thing!
How easily murder is discovered!
TITUS.
High emperor, upon my feeble knee
I beg this boon, with tears not lightly shed,
That this fell fault of my accursed sons,—
Accursed if the fault be prov’d in them,—
SATURNINUS.
If it be prov’d! You see it is apparent.—
Who found this letter? Tamora, was it you?
TAMORA.
Andronicus himself did take it up.
TITUS.
I did, my lord: yet let me be their bail;
For, by my fathers’ reverend tomb, I vow
They shall be ready at your highness’ will
To answer their suspicion with their lives.
SATURNINUS.
Thou shalt not bail them: see thou follow me.—
Some bring the murder’d body, some the murderers:
Let them not speak a word,—the guilt is plain;
For, by my soul, were there worse end than death,
That end upon them should be executed.
TAMORA.
Andronicus, I will entreat the king:
Fear not thy sons; they shall do well enough.
TITUS.
Come, Lucius, come; stay not to talk with them.
[Exeunt severally. Attendants bearing the body.]
German
SCENE V
Table of Contents
Another part of the Forest.
[Enter DEMETRIUS and CHIRON, with LAVINIA, ravished; her hands cut off, and her tongue cut out.]
DEMETRIUS.
So, now go tell, an if thy tongue can speak,
Who ‘twas that cut thy tongue and ravish’d thee.
CHIRON.
Write down thy mind, bewray thy meaning so,
An if thy stumps will let thee play the scribe.
DEMETRIUS.
See how with signs and tokens she can scrowl.
CHIRON.
Go home, call for sweet water, wash thy hands.
DEMETRIUS.
She hath no tongue to call, nor hands to wash;
And so let’s leave her to her silent walks.
CHIRON.
An ‘twere my case, I should go hang myself.
DEMETRIUS.
If thou hadst hands to help thee knit the cord.
[Exeunt DEMETRIUS and CHIRON.]
[Enter MARCUS.]
MARCUS.
Who is this?—my niece,—that flies away so fast?
Cousin, a word; where is your husband?—
If I do dream, would all my wealth would wake me!
If I do wake, some planet strike me down,
That I may slumber an eternal sleep!—
Speak, gentle niece,—what stern ungentle hands
Hath lopp’d, and hew’d, and made thy body bare
Of her two branches,—those sweet ornaments
Whose circling shadows kings have sought to sleep in,
And might not gain so great a happiness
As half thy love? Why dost not speak to me?—
Alas, a crimson river of warm blood,
Like to a bubbling fountain stirr’d with wind,
Doth rise and fall between thy rosed lips,
Coming and going with thy honey breath.
But sure some Tereus hath deflowered thee,
And, lest thou shouldst detect him, cut thy tongue.
Ah, now thou turn’st away thy face for shame:
And notwithstanding all this loss of blood,—
As from a conduit with three issuing spouts,—
Yet do thy cheeks look red as Titan’s face
Blushing to be encounter’d with a cloud.
Shall I speak for thee? shall I say ‘tis so?
O, that I knew thy heart, and knew the beast,
That I might rail at him, to ease my mind!
Sorrow concealed, like an oven stopp’d,
Doth burn the heart to cinders where it is.
Fair Philomela, why she but lost her tongue,
And in a tedious sampler sew’d her mind;
But, lovely niece, that mean is cut from thee;
A craftier Tereus, cousin, hast thou met,
And he hath cut those pretty fingers off
That could have better sew’d than Philomel.
O, had the monster seen those lily hands
Tremble, like aspen leaves, upon a lute,
And make the silken strings delight to kiss them,
He would not then have touch’d them for his life!
Or had he heard the heavenly harmony
Which that sweet tongue hath made,
He would have dropp’d his knife, and fell asleep,
As Cerberus at the Thracian poet’s feet.
Come, let us go, and make thy father blind;
For such a sight will blind a father’s eye:
One hour’s storm will drown the fragrant meads;
What will whole months of tears thy father’s eyes?
Do not draw back, for we will mourn with thee:
O, could our mourning case thy misery!
[Exeunt.]
German
ACT III
Table of Contents
SCENE I
Table of Contents
Rome. A street.
[Enter Senators, Tribunes, and Officers of Justice, with MARTIUS and QUINTUS bound, passing on to the place of execution; TITUS going before, pleading.]
TITUS.
Hear me, grave fathers! noble tribunes, stay!
For pity of mine age, whose youth was spent
In dangerous wars whilst you securely slept;
For all my blood in Rome’s great quarrel shed;
For all the frosty nights that I have watch’d;
And for these bitter tears, which now you see
Filling the aged wrinkles in my cheeks;
Be pitiful to my condemned sons,
Whose souls are not corrupted as ‘tis thought.
For two and twenty sons I never wept,
Because they died in honour’s lofty bed.
[Throwing himself on the ground.]
For these, tribunes, in the dust I write
My heart’s deep languor and my soul’s sad tears:
Let my tears stanch the earth’s dry appetite;
My sons’ sweet blood will make it shame and blush.
[Exeunt Senators, Tribunes, &c., with the prisoners.]
O earth, I will befriend thee more with rain
That shall distil from these two ancient urns,
Than youthful April shall with all his showers:
In summer’s drought I’ll drop upon thee still;
In winter with warm tears I’ll melt the snow,
And keep eternal springtime on thy face,
So thou refuse to drink my dear sons’ blood.
[Enter Lucius with his sword drawn.]
O reverend tribunes! O gentle aged men!
Unbind my sons, reverse the doom of death;
And let me say, that never wept before,
My tears are now prevailing orators.
LUCIUS.
O noble father, you lament in vain:
The tribunes hear you not, no man is by;
And you recount your sorrows to a stone.
TITUS.
Ah, Lucius, for thy brothers let me plead.—
Grave tribunes, once more I entreat of you.
LUCIUS.
My gracious lord, no tribune hears you speak.
TITUS.
Why, ‘tis no matter, man: if they did hear,
They would not mark me; if they did mark,
They would not pity me; yet plead I must,
And bootless unto them.
Therefore I tell my sorrows to the stones;
Who, though they cannot answer my distress,
Yet in some sort they are better than the tribunes,
For that they will not intercept my tale:
When I do weep they humbly at my feet
Receive my tears, and seem to weep with me;
And were they but attired in grave weeds,
Rome could afford no tribunes like to these.
A stone is soft as wax, tribunes more hard than stones;
A stone is silent, and offendeth not,—
And tribunes with their tongues doom men to death.
[Rises.]
But wherefore stand’st thou with thy weapon drawn?
LUCIUS.
To rescue my two brothers from their death:
For which attempt the judges have pronounc’d
My everlasting doom of banishment.
TITUS.
O happy man! they have befriended thee.
Why, foolish Lucius, dost thou not perceive
That Rome is but a wilderness of tigers?
Tigers must prey; and Rome affords no prey
But me and mine: how happy art thou, then,
From these devourers to be banished!—
But who comes with our brother Marcus here?
[Enter MARCUS and LAVINIA.]
MARCUS.
Titus, prepare thy aged eyes to weep;
Or if not so, thy noble heart to break:
I bring consuming sorrow to thine age.
TITUS.
Will it consume me? let me see it then.
MARCUS.
This was thy daughter.
TITUS.
Why, Marcus, so she is.
LUCIUS.
Ay me! this object kills me!
TITUS.
Fainthearted boy, arise, and look upon her.—
Speak, my Lavinia, what accursed hand
Hath made thee handless in thy father’s sight?
What fool hath added water to the sea,
Or brought a fagot to bright-burning Troy?
My grief was at the height before thou cam’st;
And now, like Nilus, it disdaineth bounds.
Give me a sword, I’ll chop off my hands too;
For they have fought for Rome, and all in vain;
And they have nurs’d this woe in feeding life;
In bootless prayer have they been held up,
And they have serv’d me to effectless use:
Now all the service I require of them
Is that the one will help to cut the other.—
‘Tis well, Lavinia, that thou hast no hands;
For hands to do Rome service, are but vain.
LUCIUS.
Speak, gentle sister, who hath martyr’d thee?
MARCUS.
O, that delightful engine of her thoughts,
That blabb’d them with such pleasing eloquence,
Is torn from forth that pretty hollow cage,
Where, like a sweet melodious bird, it sung
Sweet varied notes, enchanting every ear!
LUCIUS.
O, say thou for her, who hath done this deed?
MARCUS.
O, thus I found her straying in the park,
Seeking to hide herself, as doth the deer
That hath receiv’d some unrecuring wound.
TITUS.
It was my deer; and he that wounded her
Hath hurt me more than had he kill’d me dead:
For now I stand as one upon a rock,
Environ’d with a wilderness of sea;
Who marks the waxing tide grow wave by wave,
Expecting ever when some envious surge
Will in his brinish bowels swallow him.
This way to death my wretched sons are gone;
Here stands my other son, a banish’d man;
And here my brother, weeping at my woes:
But that which gives my soul the greatest spurn
Is dear Lavinia, dearer than my soul.—
Had I but seen thy picture in this plight
It would have madded me: what shall I do
Now I behold thy lively body so?
Thou hast no hands to wipe away thy tears,
Nor tongue to tell me who hath martyr’d thee:
Thy husband he is dead; and for his death
Thy brothers are condemn’d, and dead by this.—
Look, Marcus!—ah, son Lucius, look on her!
When I did name her brothers, then fresh tears
Stood on her cheeks, as doth the honey dew
Upon a gather’d lily almost wither’d.
MARCUS.
Perchance she weeps because they kill’d her husband:
Perchance because she knows them innocent.
TITUS.
If they did kill thy husband, then be joyful,
Because the law hath ta’en revenge on them.—
No, no, they would not do so foul a deed;
Witness the sorrow that their sister makes.—
Gentle Lavinia, let me kiss thy lips;
Or make some sign how I may do thee ease:
Shall thy good uncle, and thy brother Lucius,
And thou, and I, sit round about some fountain,
Looking all downwards, to behold our cheeks
How they are stain’d, like meadows yet not dry,
With miry slime left on them by a flood?
And in the fountain shall we gaze so long,
Till the fresh taste be taken from that clearness,
And made a brine-pit with our bitter tears?
Or shall we cut away our hands like thine?
Or shall we bite our tongues, and in dumb shows
Pass the remainder of our hateful days?
What shall we do? let us, that have our tongues,
Plot some device of further misery,
To make us wonder’d at in time to come.
LUCIUS.
Sweet father, cease your tears; for at your grief
See how my wretched sister sobs and weeps.
MARCUS.
Patience, dear niece.—Good Titus, dry thine eyes.
TITUS.
Ah, Marcus, Marcus! brother, well I wot
Thy napkin cannot drink a tear of mine,
For thou, poor man, hast drown’d it with thine own.
LUCIUS.
Ah, my Lavinia, I will wipe thy cheeks.
TITUS.
Mark, Marcus, mark! I understand her signs:
Had she a tongue to speak, now would she say
That to her brother which I said to thee:
His napkin, with his true tears all bewet,
Can do no service on her sorrowful cheeks.
O, what a sympathy of woe is this,—
As far from help as limbo is from bliss!
[Enter AARON.]
AARON.
Titus Andronicus, my lord the emperor
Sends thee this word,—that, if thou love thy sons,
Let Marcus, Lucius, or thyself, old Titus,
Or any one of you, chop off your hand
And send it to the king: he for the same
Will send thee hither both thy sons alive:
And that shall be the ransom for their fault.
TITUS.
O gracious emperor! O gentle Aaron!
Did ever raven sing so like a lark
That gives sweet tidings of the sun’s uprise?
With all my heart I’ll send the emperor
My hand:
Good Aaron, wilt thou help to chop it off?
LUCIUS.
Stay, father! for that noble hand of thine,
That hath thrown down so many enemies,
Shall not be sent: my hand will serve the turn:
My youth can better spare my blood than you;
And therefore mine shall save my brothers’ lives.
MARCUS.
Which of your hands hath not defended Rome,
And rear’d aloft the bloody battle-axe,
Writing destruction on the enemy’s castle?
O, none of both but are of high desert:
My hand hath been but idle; let it serve
To ransom my two nephews from their death;
Then have I kept it to a worthy end.
AARON.
Nay, come, agree whose hand shall go along,
For fear they die before their pardon come.
MARCUS.
My hand shall go.
LUCIUS.
By heaven, it shall not go!
TITUS.
Sirs, strive no more: such wither’d herbs as these
Are meet for plucking up, and therefore mine.
LUCIUS.
Sweet father, if I shall be thought thy son,
Let me redeem my brothers both from death.
MARCUS.
And for our father’s sake and mother’s care,
Now let me show a brother’s love to thee.
TITUS.
Agree between you; I will spare my hand.
LUCIUS.
Then I’ll go fetch an axe.
MARCUS.
But I will use the axe.
[Exeunt LUCIUS and MARCUS.]
TITUS.
Come hither, Aaron; I’ll deceive them both:
Lend me thy hand, and I will give thee mine.
AARON.
[Aside.] If that be call’d deceit, I will be honest,
And never whilst I live deceive men so:—
But I’ll deceive you in another sort,
And that you’ll say ere half an hour pass.
[He cuts off TITUS’S hand.]
[Re-enter LUCIUS and MARCUS.]
TITUS.
Now stay your strife: what shall be is despatch’d.—
Good Aaron, give his majesty my hand:
Tell him it was a hand that warded him
From thousand dangers; bid him bury it;
More hath it merited,—that let it have.
As for my sons, say I account of them
As jewels purchas’d at an easy price;
And yet dear too, because I bought mine own.
AARON.
I go, Andronicus: and for thy hand
Look by and by to have thy sons with thee:—
[Aside] Their heads I mean. O, how this villainy
Doth fat me with the very thoughts of it!
Let fools do good, and fair men call for grace:
Aaron will have his soul black like his face.
[Exit.]
TITUS.
O, here I lift this one hand up to heaven,
And bow this feeble ruin to the earth:
If any power pities wretched tears,
To that I call!—[To LAVINIA.] What, wilt thou kneel with me?
Do, then, dear heart; for heaven shall hear our prayers;
Or with our sighs we’ll breathe the welkin dim,
And stain the sun with fog, as sometime clouds
When they do hug him in their melting bosoms.
MARCUS.
O brother, speak with possibilities,
And do not break into these deep extremes.
TITUS.
Is not my sorrow deep, having no bottom?
Then be my passions bottomless with them.
MARCUS.
But yet let reason govern thy lament.
TITUS.
If there were reason for these miseries,
Then into limits could I bind my woes:
When heaven doth weep, doth not the earth o’erflow?
If the winds rage, doth not the sea wax mad,
Threatening the welkin with his big-swol’n face?
And wilt thou have a reason for this coil?
I am the sea; hark, how her sighs do flow!
She is the weeping welkin, I the earth:
Then must my sea be moved with her sighs;
Then must my earth with her continual tears
Become a deluge, overflow’d and drown’d;
For why my bowels cannot hide her woes,
But like a drunkard must I vomit them.
Then give me leave; for losers will have leave
To ease their stomachs with their bitter tongues.
[Enter a Messenger, with two heads and a hand.]
MESSENGER.
Worthy Andronicus, ill art thou repaid
For that good hand thou sent’st the emperor.
Here are the heads of thy two noble sons;
And here’s thy hand, in scorn to thee sent back,—
Thy grief their sports, thy resolution mock’d:
That woe is me to think upon thy woes,
More than remembrance of my father’s death.
[Exit.]
MARCUS.
Now let hot Aetna cool in Sicily,
And be my heart an ever-burning hell!
These miseries are more than may be borne.
To weep with them that weep doth ease some deal;
But sorrow flouted at is double death.
LUCIUS.
Ah, that this sight should make so deep a wound,
And yet detested life not shrink thereat!
That ever death should let life bear his name,
Where life hath no more interest but to breathe!
[LAVINIA kisses him.]
MARCUS.
Alas, poor heart, that kiss is comfortless
As frozen water to a starved snake.
TITUS.
When will this fearful slumber have an end?
MARCUS.
Now farewell, flattery; die, Andronicus;
Thou dost not slumber: see thy two sons’ heads,
Thy warlike hand, thy mangled daughter here;
Thy other banish’d son with this dear sight
Struck pale and bloodless; and thy brother, I,
Even like a stony image, cold and numb.
Ah! now no more will I control thy griefs:
Rent off thy silver hair, thy other hand
Gnawing with thy teeth; and be this dismal sight
The closing up of our most wretched eyes:
Now is a time to storm; why art thou still?
TITUS.
Ha, ha, ha!
MARCUS.
Why dost thou laugh? it fits not with this hour.
TITUS.
Why, I have not another tear to shed:
Besides, this sorrow is an enemy,
And would usurp upon my watery eyes,
And make them blind with tributary tears:
Then which way shall I find revenge’s cave?
For these two heads do seem to speak to me,
And threat me I shall never come to bliss
Till all these mischiefs be return’d again
Even in their throats that have committed them.
Come, let me see what task I have to do.—
You heavy people circle me about,
That I may turn me to each one of you,
And swear unto my soul to right your wrongs.—
The vow is made.—Come, brother, take a head;
And in this hand the other will I bear.
And, Lavinia, thou shalt be employ’d in these things;
Bear thou my hand, sweet wench, between thy teeth.
As for thee, boy, go, get thee from my sight;
Thou art an exile, and thou must not stay:
Hie to the Goths, and raise an army there:
And if you love me, as I think you do,
Let’s kiss and part, for we have much to do.
[Exeunt TITUS, MARCUS, and LAVINIA.]
LUCIUS.
Farewell, Andronicus, my noble father,—
The woefull’st man that ever liv’d in Rome:
Farewell, proud Rome; till Lucius come again,
He leaves his pledges dearer than his life:
Farewell, Lavinia, my noble sister;
O, would thou wert as thou ‘tofore hast been!
But now nor Lucius nor Lavinia lives
But in oblivion and hateful griefs.
If Lucius live, he will requite your wrongs,
And make proud Saturnine and his empress
Beg at the gates, like Tarquin and his queen.
Now will I to the Goths, and raise a power
To be reveng’d on Rome and Saturnine.
[Exit.]
German
SCENE II
Table of Contents
Rome. A Room in TITUS’S House. A banquet set out.
[Enter TITUS, MARCUS, LAVINIA, and YOUNG LUCIUS, a boy.]
TITUS.
So so, now sit: and look you eat no more
Than will preserve just so much strength in us
As will revenge these bitter woes of ours.
Marcus, unknit that sorrow-wreathen knot:
Thy niece and I, poor creatures, want our hands,
And cannot passionate our tenfold grief
With folded arms. This poor right hand of mine
Is left to tyrannize upon my breast;
And, when my heart, all mad with misery,
Beats in this hollow prison of my flesh,
Then thus I thump it down.—
[To LAVINIA] Thou map of woe, that thus dost talk in signs!
When thy poor heart beats with outrageous beating,
Thou canst not strike it thus to make it still.
Wound it with sighing, girl; kill it with groans;
Or get some little knife between thy teeth,
And just against thy heart make thou a hole,
That all the tears that thy poor eyes let fall
May run into that sink, and, soaking in,
Drown the lamenting fool in sea-salt tears.
MARCUS.
Fie, brother, fie! teach her not thus to lay
Such violent hands upon her tender life.
TITUS.
How now! has sorrow made thee dote already?
Why, Marcus, no man should be mad but I.
What violent hands can she lay on her life?
Ah, wherefore dost thou urge the name of hands;—
To bid Aeneas tell the tale twice o’er
How Troy was burnt and he made miserable?
O, handle not the theme, to talk of hands,
Lest we remember still that we have none.—
Fie, fie, how frantically I square my talk,—
As if we should forget we had no hands,
If Marcus did not name the word of hands!—
Come, let’s fall to; and, gentle girl, eat this.—
Here is no drink! Hark, Marcus, what she says;—
I can interpret all her martyr’d signs;—
She says she drinks no other drink but tears,
Brew’d with her sorrow, mesh’d upon her cheeks:—
Speechless complainer, I will learn thy thought;
In thy dumb action will I be as perfect
As begging hermits in their holy prayers:
Thou shalt not sigh, nor hold thy stumps to heaven,
Nor wink, nor nod, nor kneel, nor make a sign,
But I of these will wrest an alphabet,
And by still practice learn to know thy meaning.
BOY.
Good grandsire, leave these bitter deep laments:
Make my aunt merry with some pleasing tale.
MARCUS.
Alas, the tender boy, in passion mov’d,
Doth weep to see his grandsire’s heaviness.
TITUS.
Peace, tender sapling; thou art made of tears,
And tears will quickly melt thy life away.—
[MARCUS strikes the dish with a knife.]
What dost thou strike at, Marcus, with thy knife?
MARCUS.
At that that I have kill’d, my lord,—a fly.
TITUS.
Out on thee, murderer! thou kill’st my heart;
Mine eyes are cloy’d with view of tyranny:
A deed of death done on the innocent
Becomes not Titus’ brother: get thee gone;
I see thou art not for my company.
MARCUS.
Alas, my lord, I have but kill’d a fly.
TITUS.
But how if that fly had a father and mother?
How would he hang his slender gilded wings
And buzz lamenting doings in the air!
Poor harmless fly,
That with his pretty buzzing melody
Came here to make us merry! and thou hast kill’d him.
MARCUS.
Pardon me, sir; ‘twas a black ill-favour’d fly,
Like to the empress’ Moor; therefore I kill’d him.
TITUS.
O, O, O!
Then pardon me for reprehending thee,
For thou hast done a charitable deed.
Give me thy knife, I will insult on him,
Flattering myself as if it were the Moor
Come hither purposely to poison me.—
There’s for thyself, and that’s for Tamora.—
Ah, sirrah!
Yet, I think, we are not brought so low
But that between us we can kill a fly
That comes in likeness of a coalblack Moor.
MARCUS.
Alas, poor man! grief has so wrought on him,
He takes false shadows for true substances.
TITUS.
Come, take away.—Lavinia, go with me;
I’ll to thy closet; and go read with thee
Sad stories chanced in the times of old.—
Come, boy, and go with me: thy sight is young,
And thou shalt read when mine begin to dazzle.
[Exeunt.]
German
ACT IV
Table of Contents
SCENE I
Table of Contents
Rome. Before TITUS’S House.
[Enter TITUS and MARCUS. Then enter YOUNG LUCIUS running, with books under his arm, and LAVINIA running after him.]
YOUNG LUCIUS.
Help, grandsire, help! my aunt Lavinia
Follows me everywhere, I know not why.—
Good uncle Marcus, see how swift she comes!
Alas, sweet aunt, I know not what you mean.
MARCUS.
Stand by me, Lucius: do not fear thine aunt.
TITUS.
She loves thee, boy, too well to do thee harm.
YOUNG LUCIUS
Ay, when my father was in Rome she did.
MARCUS.
What means my niece Lavinia by these signs?
TITUS.
Fear her not, Lucius: somewhat doth she mean:—
See, Lucius, see how much she makes of thee:
Somewhither would she have thee go with her.
Ah, boy, Cornelia never with more care
Read to her sons than she hath read to thee
Sweet poetry and Tully’s Orator.
MARCUS.
Canst thou not guess wherefore she plies thee thus?
YOUNG LUCIUS.
My lord, I know not, I, nor can I guess,
Unless some fit or frenzy do possess her:
For I have heard my grandsire say full oft
Extremity of griefs would make men mad;
And I have read that Hecuba of Troy
Ran mad for sorrow: that made me to fear;
Although, my lord, I know my noble aunt
Loves me as dear as e’er my mother did,
And would not, but in fury, fright my youth:
Which made me down to throw my books, and fly,—
Causeless, perhaps: but pardon me, sweet aunt:
And, madam, if my uncle Marcus go,
I will most willingly attend your ladyship.
MARCUS.
Lucius, I will.
[LAVINIA turns over with her stumps the books which Lucius has let fall.]
TITUS.
How now, Lavinia!—Marcus, what means this?
Some book there is that she desires to see.
Which is it, girl, of these?—Open them, boy.—
But thou art deeper read and better skill’d:
Come and take choice of all my library,
And so beguile thy sorrow, till the heavens
Reveal the damn’d contriver of this deed.—
Why lifts she up her arms in sequence thus?
MARCUS.
I think she means that there were more than one
Confederate in the fact;—ay, more there was,
Or else to heaven she heaves them for revenge.
TITUS.
Lucius, what book is that she tosseth so?
YOUNG LUCIUS.
Grandsire, ‘tis Ovid’s Metamorphosis;
My mother gave it me.
MARCUS.
For love of her that’s gone,
Perhaps she cull’d it from among the rest.
TITUS.
Soft! So busily she turns the leaves! Help her:
What would she find?—Lavinia, shall I read?
This is the tragic tale of Philomel,
And treats of Tereus’ treason and his rape;
And rape, I fear, was root of thy annoy.
MARCUS.
See, brother, see; note how she quotes the leaves.
TITUS.
Lavinia, wert thou thus surpris’d, sweet girl,
Ravish’d, and wrong’d, as Philomela was,
Forc’d in the ruthless, vast, and gloomy woods?—
See, see!—
Ay, such a place there is where we did hunt.—
O, had we never, never hunted there!—
Pattern’d by that the poet here describes,
By nature made for murders and for rapes.
MARCUS.
O, why should nature build so foul a den,
Unless the gods delight in tragedies?
TITUS.
Give signs, sweet girl,—for here are none but friends,—
What Roman lord it was durst do the deed:
Or slunk not Saturnine, as Tarquin erst,
That left the camp to sin in Lucrece’ bed?
MARCUS.
Sit down, sweet niece:—brother, sit down by me.—
Apollo, Pallas, Jove, or Mercury,
Inspire me, that I may this treason find!—
My lord, look here:—look here, Lavinia:
This sandy plot is plain; guide, if thou canst,
This after me, when I have writ my name
Without the help of any hand at all.
[He writes his name with his staff, guiding it with feet and mouth.]
Curs’d be that heart that forc’d us to this shift!—
Write thou, good niece; and here display at last
What God will have discover’d for revenge:
Heaven guide thy pen to print thy sorrows plain,
That we may know the traitors and the truth!
[She takes the staff in her mouth, guides it with her stumps, and writes.]
TITUS.
O, do ye read, my lord, what she hath writ?
‘Stuprum—Chiron—Demetrius.’
MARCUS.
What, what!—the lustful sons of Tamora
Performers of this heinous bloody deed?
TITUS.
Magni Dominator poli,
Tam lentus audis scelera? tam lentus vides?
MARCUS.
O, calm thee, gentle lord; although I know
There is enough written upon this earth
To stir a mutiny in the mildest thoughts,
And arm the minds of infants to exclaims,
My lord, kneel down with me; Lavinia, kneel;
And kneel, sweet boy, the Roman Hector’s hope;
And swear with me,—as, with the woeful fere
And father of that chaste dishonour’d dame,
Lord Junius Brutus sware for Lucrece’ rape,—
That we will prosecute, by good advice,
Mortal revenge upon these traitorous Goths,
And see their blood, or die with this reproach.
TITUS.
‘Tis sure enough, an you knew how.
But if you hunt these bear-whelps, then beware:
The dam will wake; and if she wind you once,
She’s with the lion deeply still in league,
And lulls him whilst she playeth on her back,
And when he sleeps will she do what she list.
You are a young huntsman, Marcus; let alone;
And, come, I will go get a leaf of brass,
And with a gad of steel will write these words,
And lay it by: the angry northern wind
Will blow these sands like Sibyl’s leaves, abroad,
And where’s our lesson, then?—Boy, what say you?
YOUNG LUCIUS.
I say, my lord, that if I were a man,
Their mother’s bedchamber should not be safe
For these bad-bondmen to the yoke of Rome.
MARCUS.
Ay, that’s my boy! thy father hath full oft
For his ungrateful country done the like.
YOUNG LUCIUS.
And, uncle, so will I, an if I live.
TITUS.
Come, go with me into mine armoury;
Lucius, I’ll fit thee; and withal, my boy,
Shall carry from me to the empress’ sons
Presents that I intend to send them both:
Come, come; thou’lt do my message, wilt thou not?
YOUNG LUCIUS.
Ay, with my dagger in their bosoms, grandsire.
TITUS.
No, boy, not so; I’ll teach thee another course.—
Lavinia, come.—Marcus, look to my house:
Lucius and I’ll go brave it at the court;
Ay, marry, will we, sir: and we’ll be waited on.
[Exeunt TITUS, LAVINIA, and YOUNG LUCIUS.]
MARCUS.
O heavens, can you hear a good man groan,
And not relent, or not compassion him?
Marcus, attend him in his ecstasy,
That hath more scars of sorrow in his heart
Than foemen’s marks upon his batter’d shield;
But yet so just that he will not revenge:—
Revenge, ye heavens, for old Andronicus!
[Exit.]
German
SCENE II
Table of Contents
Rome. A Room in the Palace.
[Enter AARON, DEMETRIUS and CHIRON, at one door; at another door, YOUNG LUCIUS and an Attendant, with a bundle of weapons, and verses writ upon them.]
CHIRON.
Demetrius, here’s the son of Lucius;
He hath some message to deliver us.
AARON.
Ay, some mad message from his mad grandfather.
YOUNG LUCIUS.
My lords, with all the humbleness I may,
I greet your honours from Andronicus,—
[Aside.] And pray the Roman gods confound you both!
DEMETRIUS.
Gramercy, lovely Lucius: what’s the news?
YOUNG LUCIUS.
[Aside] That you are both decipher’d, that’s the news,
For villains mark’d with rape.—May it please you,
My grandsire, well advis’d, hath sent by me
The goodliest weapons of his armoury
To gratify your honourable youth,
The hope of Rome; for so he bid me say;
And so I do, and with his gifts present
Your lordships, that, whenever you have need,
You may be armed and appointed well:
And so I leave you both—[aside] like bloody villains.
[Exeunt YOUNG LUCIUS and Attendant.]
DEMETRIUS.
What’s here? A scroll; and written round about?
Let’s see:
[Reads.] ‘Integer vitae, scelerisque purus,
Non eget Mauri jaculis, nec arcu.’
CHIRON.
O, ‘tis a verse in Horace, I know it well:
I read it in the grammar long ago.
AARON.
Ay, just,—a verse in Horace;—right, you have it.—
[Aside] Now, what a thing it is to be an ass!
Here’s no sound jest! the old man hath found their guilt;
And sends them weapons wrapp’d about with lines,
That wound, beyond their feeling, to the quick.
But were our witty empress well afoot,
She would applaud Andronicus’ conceit.
But let her rest in her unrest awhile.—
And now, young lords, was’t not a happy star
Led us to Rome, strangers, and more than so,
Captives, to be advanced to this height?
It did me good before the palace gate
To brave the tribune in his brother’s hearing.
DEMETRIUS.
But me more good to see so great a lord
Basely insinuate and send us gifts.
AARON.
Had he not reason, Lord Demetrius?
Did you not use his daughter very friendly?
DEMETRIUS.
I would we had a thousand Roman dames
At such a bay, by turn to serve our lust.
CHIRON.
A charitable wish, and full of love.
AARON.
Here lacks but your mother for to say amen.
CHIRON.
And that would she for twenty thousand more.
DEMETRIUS.
Come, let us go; and pray to all the gods
For our beloved mother in her pains.
AARON.
[Aside.] Pray to the devils; the gods have given us over.
[Flourish within.]
DEMETRIUS.
Why do the emperor’s trumpets flourish thus?
CHIRON.
Belike, for joy the emperor hath a son.
DEMETRIUS.
Soft! who comes here?
[Enter a NURSE, with a blackamoor CHILD in her arms.]
NURSE.
Good morrow, lords:
O, tell me, did you see Aaron the Moor?
AARON.
Well, more or less, or ne’er a whit at all,
Here Aaron is; and what with Aaron now?
NURSE.
O gentle Aaron, we are all undone!
Now help, or woe betide thee evermore!
AARON.
Why, what a caterwauling dost thou keep!
What dost thou wrap and fumble in thy arms?
NURSE.
O, that which I would hide from heaven’s eye,
Our empress’ shame and stately Rome’s disgrace!—
She is deliver’d, lords,—she is deliver’d.
AARON.
To whom?
NURSE.
I mean, she’s brought a-bed.
AARON.
Well, God give her good rest! What hath he sent her?
NURSE.
A devil.
AARON.
Why, then she is the devil’s dam; a joyful issue.
NURSE.
A joyless, dismal, black, and sorrowful issue:
Here is the babe, as loathsome as a toad
Amongst the fairest breeders of our clime:
The empress sends it thee, thy stamp, thy seal,
And bids thee christen it with thy dagger’s point.
AARON.
Zounds, ye whore! is black so base a hue?—
Sweet blowse, you are a beauteous blossom sure.
DEMETRIUS.
Villain, what hast thou done?
AARON.
That which thou canst not undo.
CHIRON.
Thou hast undone our mother.
AARON.
Villain, I have done thy mother.
DEMETRIUS.
And therein, hellish dog, thou hast undone.
Woe to her chance, and damn’d her loathed choice!
Accurs’d the offspring of so foul a fiend!
CHIRON.
It shall not live.
AARON.
It shall not die.
NURSE.
Aaron, it must; the mother wills it so.
AARON.
What, must it, nurse? then let no man but I
Do execution on my flesh and blood.
DEMETRIUS.
I’ll broach the tadpole on my rapier’s point:—
Nurse, give it me; my sword shall soon despatch it.
AARON.
Sooner this sword shall plough thy bowels up.
[Takes the CHILD from the NURSE, and draws.]
Stay, murderous villains, will you kill your brother?
Now, by the burning tapers of the sky,
That shone so brightly when this boy was got,
He dies upon my scimitar’s sharp point
That touches this my first-born son and heir!
I tell you, younglings, not Enceladus,
With all his threatening band of Typhon’s brood,
Nor great Alcides, nor the god of war,
Shall seize this prey out of his father’s hands.
What, what, ye sanguine, shallow-hearted boys!
Ye white-lim’d walls! ye alehouse-painted signs!
Coalblack is better than another hue,
In that it scorns to bear another hue;
For all the water in the ocean
Can never turn the swan’s black legs to white,
Although she lave them hourly in the flood.
Tell the empress from me I am of age
To keep mine own,—excuse it how she can.
DEMETRIUS.
Wilt thou betray thy noble mistress thus?
AARON.
My mistress is my mistress: this my self,—
The vigour and the picture of my youth:
This before all the world do I prefer;
This maugre all the world will I keep safe,
Or some of you shall smoke for it in Rome.
DEMETRIUS.
By this our mother is for ever sham’d.
CHIRON.
Rome will despise her for this foul escape.
NURSE.
The emperor, in his rage, will doom her death.
CHIRON.
I blush to think upon this ignomy.
AARON.
Why, there’s the privilege your beauty bears:
Fie, treacherous hue, that will betray with blushing
The close enacts and counsels of thy heart!
Here’s a young lad fram’d of another leer:
Look how the black slave smiles upon the father,
As who should say ‘Old lad, I am thine own.’
He is your brother, lords; sensibly fed
Of that self-blood that first gave life to you;
And from your womb where you imprison’d were
He is enfranchised and come to light:
Nay, he is your brother by the surer side,
Although my seal be stamped in his face.
NURSE.
Aaron, what shall I say unto the empress?
DEMETRIUS.
Advise thee, Aaron, what is to be done,
And we will all subscribe to thy advice:
Save thou the child, so we may all be safe.
AARON.
Then sit we down and let us all consult.
My son and I will have the wind of you:
Keep there: now talk at pleasure of your safety.
[They sit.]
DEMETRIUS.
How many women saw this child of his?
AARON.
Why, so, brave lords! when we join in league
I am a lamb: but if you brave the Moor,
The chafed boar, the mountain lioness,
The ocean swells not so as Aaron storms.—
But say, again, how many saw the child?
NURSE.
Cornelia the midwife and myself;
And no one else but the deliver’d empress.
AARON.
The empress, the midwife, and yourself:
Two may keep counsel when the third’s away:
Go to the empress, tell her this I said:—
[Stabs her, and she dies.]
Weke, weke!—so cries a pig prepar’d to the spit.
DEMETRIUS.
What mean’st thou, Aaron? Wherefore didst thou this?
AARON.
O Lord, sir, ‘tis a deed of policy:
Shall she live to betray this guilt of ours,—
A long-tongu’d babbling gossip? no, lords, no:
And now be it known to you my full intent.
Not far, one Muliteus lives, my countryman;
His wife but yesternight was brought to bed;
His child is like to her, fair as you are:
Go pack with him, and give the mother gold,
And tell them both the circumstance of all;
And how by this their child shall be advanc’d,
And be received for the emperor’s heir,
And substituted in the place of mine,
To calm this tempest whirling in the court;
And let the emperor dandle him for his own.
Hark ye, lords; ye see I have given her physic.
[Pointing to the NURSE.]
And you must needs bestow her funeral;
The fields are near, and you are gallant grooms:
This done, see that you take no longer days,
But send the midwife presently to me.
The midwife and the nurse well made away,
Then let the ladies tattle what they please.
CHIRON.
Aaron, I see thou wilt not trust the air
With secrets.
DEMETRIUS.
For this care of Tamora,
Herself and hers are highly bound to thee.
[Exeunt DEMETRIUS and CHIRON, bearing off the dead NURSE.]
AARON.
Now to the Goths, as swift as swallow flies;
There to dispose this treasure in mine arms,
And secretly to greet the empress’ friends.—
Come on, you thick-lipp’d slave, I’ll bear you hence;
For it is you that puts us to our shifts:
I’ll make you feed on berries and on roots,
And feed on curds and whey, and suck the goat,
And cabin in a cave, and bring you up
To be a warrior and command a camp.
[Exit.]
German
SCENE III
Table of Contents
Rome. A public Place.
[Enter TITUS, bearing arrows with letters at the ends of them; with him MARCUS, YOUNG LUCIUS, and other gentlemen, with bows.]
TITUS.
Come, Marcus, come:—kinsmen, this is the way.—
Sir boy, let me see your archery;
Look ye draw home enough, and ‘tis there straight.—
Terras Astrea reliquit:
Be you remember’d, Marcus; she’s gone, she’s fled.
Sirs, take you to your tools. You, cousins, shall
Go sound the ocean and cast your nets;
Happily you may catch her in the sea;
Yet there’s as little justice as at land.—
No; Publius and Sempronius, you must do it;
‘Tis you must dig with mattock and with spade,
And pierce the inmost centre of the earth:
Then, when you come to Pluto’s region,
I pray you deliver him this petition;
Tell him it is for justice and for aid,
And that it comes from old Andronicus,
Shaken with sorrows in ungrateful Rome.—
Ah, Rome!—Well, well; I made thee miserable
What time I threw the people’s suffrages
On him that thus doth tyrannize o’er me.—
Go, get you gone; and pray be careful all,
And leave you not a man-of-war unsearch’d:
This wicked emperor may have shipp’d her hence;
And, kinsmen, then we may go pipe for justice.
MARCUS.
O Publius, is not this a heavy case,
To see thy noble uncle thus distract?
PUBLIUS.
Therefore, my lords, it highly us concerns
By day and night to attend him carefully,
And feed his humour kindly as we may,
Till time beget some careful remedy.
MARCUS.
Kinsmen, his sorrows are past remedy.
Join with the Goths; and with revengeful war
Take wreak on Rome for this ingratitude,
And vengeance on the traitor Saturnine.
TITUS.
Publius, how now! how now, my masters!
What, have you met with her?
PUBLIUS.
No, my good lord; but Pluto sends you word,
If you will have Revenge from hell, you shall:
Marry, for Justice, she is so employ’d,
He thinks, with Jove in heaven, or somewhere else,
So that perforce you must needs stay a time.
TITUS.
He doth me wrong to feed me with delays.
I’ll dive into the burning lake below,
And pull her out of Acheron by the heels.—
Marcus, we are but shrubs, no cedars we,
No big-bon’d men, fram’d of the Cyclops’ size;
But metal, Marcus, steel to the very back,
Yet wrung with wrongs more than our backs can bear:
And, sith there’s no justice in earth nor hell,
We will solicit heaven, and move the gods
To send down Justice for to wreak our wrongs.—
Come, to this gear.—You are a good archer, Marcus.
[He gives them the arrows.]
‘Ad Jovem’ that’s for you; here, ‘Ad Apollinem’:—
‘Ad Martem’ that’s for myself:—
Here, boy, to Pallas:—here, tTo Mercury:—
To Saturn, Caius, not to Saturnine;
You were as good to shoot against the wind.—
To it, boy.—Marcus, loose when I bid.—
Of my word, I have written to effect;
There’s not a god left unsolicited.
MARCUS.
Kinsmen, shoot all your shafts into the court:
We will afflict the emperor in his pride.
TITUS.
Now, masters, draw. [They shoot.] O, well said, Lucius!
Good boy, in Virgo’s lap; give it Pallas.
MARCUS.
My lord, I aim a mile beyond the moon:
Your letter is with Jupiter by this.
TITUS.
Ha! ha!
Publius, Publius, hast thou done?
See, see, thou hast shot off one of Taurus’ horns.
MARCUS.
This was the sport, my lord: when Publius shot,
The Bull, being gall’d, gave Aries such a knock
That down fell both the Ram’s horns in the court;
And who should find them but the empress’ villain?
She laugh’d, and told the Moor he should not choose
But give them to his master for a present.
TITUS.
Why, there it goes: God give his lordship joy!
[Enter a CLOWN, with a basket and two pigeons in it.]
News, news from heaven! Marcus, the post is come.
Sirrah, what tidings? have you any letters?
Shall I have justice? what says Jupiter?
CLOWN.
Ho, the gibbet-maker? he says that he hath taken them down again, for the man must not be hanged till the next week.
TITUS.
But what says Jupiter, I ask thee?
CLOWN.
Alas, sir, I know not Jupiter; I never drank with him in all my life.
TITUS.
Why, villain, art not thou the carrier?
CLOWN.
Ay, of my pigeons, sir; nothing else.
TITUS.
Why, didst thou not come from heaven?
CLOWN.
From heaven! alas, sir, I never came there: God forbid I should be so bold to press to heaven in my young days. Why, I am going with my pigeons to the tribunal plebs, to take up a matter of brawl betwixt my uncle and one of the imperial’s men.
MARCUS.
Why, sir, that is as fit as can be to serve for your oration; and let him deliver the pigeons to the emperor from you.
TITUS.
Tell me, can you deliver an oration to the emperor with a grace?
CLOWN.
Nay, truly, sir, I could never say grace in all my life.
TITUS.
Sirrah, come hither: make no more ado,
But give your pigeons to the emperor:
By me thou shalt have justice at his hands.
Hold, hold; meanwhile here’s money for thy charges.—
Give me pen and ink.—
Sirrah, can you with a grace deliver up a supplication?
CLOWN.
Ay, sir.
TITUS.
Then here is a supplication for you. And when you come to him, at the first approach you must kneel; then kiss his foot; then deliver up your pigeons; and then look for your reward. I’ll be at hand, sir; see you do it bravely.
CLOWN.
I warrant you, sir; let me alone.
TITUS.
Sirrah, hast thou a knife? Come let me see it.
Here, Marcus, fold it in the oration;
For thou hast made it like a humble suppliant.:—
And when thou hast given it to the emperor,
Knock at my door, and tell me what he says.
CLOWN.
God be with you, sir; I will.
TITUS.
Come, Marcus, let us go.—Publius, follow me.
[Exeunt.]
German
SCENE IV
Table of Contents
Rome. Before the Palace.
[Enter SATURNINUS, TAMORA, DEMETRIUS, CHIRON; Lords, and others; SATURNINUS with the arrows in his hand that TITUS shot.]
SATURNINUS.
Why, lords, what wrongs are these! was ever seen
An emperor in Rome thus overborne,
Troubled, confronted thus; and, for the extent
Of legal justice, us’d in such contempt?
My lords, you know, as know the mightful gods,
However these disturbers of our peace
Buzz in the people’s ears, there naught hath pass’d
But even with law, against the wilful sons
Of old Andronicus. And what an if
His sorrows have so overwhelm’d his wits,
Shall we be thus afflicted in his freaks,
His fits, his frenzy, and his bitterness?
And now he writes to heaven for his redress:
See, here’s to Jove, and this to Mercury;
This to Apollo; this to the God of War;—
Sweet scrolls to fly about the streets of Rome!
What’s this but libelling against the senate,
And blazoning our injustice everywhere?
A goodly humour, is it not, my lords?
As who would say, in Rome no justice were.
But if I live, his feigned ecstasies
Shall be no shelter to these outrages:
But he and his shall know that justice lives
In Saturninus’ health; whom, if she sleep,
He’ll so awake as he in fury shall
Cut off the proud’st conspirator that lives.
TAMORA.
My gracious lord, my lovely Saturnine,
Lord of my life, commander of my thoughts,
Calm thee, and bear the faults of Titus’ age,
The effects of sorrow for his valiant sons,
Whose loss hath pierc’d him deep, and scarr’d his heart;
And rather comfort his distressed plight
Than prosecute the meanest or the best
For these contempts.—[Aside] Why, thus it shall become
High-witted Tamora to gloze with all:
But, Titus, I have touch’d thee to the quick,
Thy life-blood on’t; if Aaron now be wise,
Then is all safe, the anchor in the port.—
[Enter CLOWN.]
How now, good fellow! wouldst thou speak with us?
CLOWN.
Yes, forsooth, an your mistership be imperial.
TAMORA.
Empress I am, but yonder sits the emperor.
CLOWN.
‘Tis he.—God and Saint Stephen give you good-den; I have brought you a letter and a couple of pigeons here.
[SATURNINUS reads the letter.]
SATURNINUS.
Go take him away, and hang him presently.
CLOWN.
How much money must I have?
TAMORA.
Come, sirrah, you must be hang’d.
CLOWN.
Hang’d! by’r lady, then I have brought up a neck to a fair end.
[Exit guarded.]
SATURNINUS.
Despiteful and intolerable wrongs!
Shall I endure this monstrous villainy?
I know from whence this same device proceeds:
May this be borne,—as if his traitorous sons,
That died by law for murder of our brother,
Have by my means been butchered wrongfully?—
Go, drag the villain hither by the hair;
Nor age nor honour shall shape privilege.—
For this proud mock I’ll be thy slaughter-man;
Sly frantic wretch, that holp’st to make me great,
In hope thyself should govern Rome and me.
[Enter AEMILIUS.]
What news with thee, Aemilius?
AEMILIUS.
Arm, my lord! Rome never had more cause!
The Goths have gather’d head; and with a power
Of high resolved men, bent to the spoil,
They hither march amain, under conduct
Of Lucius, son to old Andronicus;
Who threats, in course of this revenge, to do
As much as ever Coriolanus did.
SATURNINUS.
Is warlike Lucius general of the Goths?
These tidings nip me; and I hang the head
As flowers with frost, or grass beat down with storms:
Ay, now begins our sorrows to approach:
‘Tis he the common people love so much;
Myself hath often overheard them say,—
When I have walked like a private man,—
That Lucius’ banishment was wrongfully,
And they have wish’d that Lucius were their emperor.
TAMORA.
Why should you fear? is not your city strong?
SATURNINUS.
Ay, but the citizens favour Lucius,
And will revolt from me to succour him.
TAMORA.
King, be thy thoughts imperious like thy name.
Is the sun dimm’d, that gnats do fly in it?
The eagle suffers little birds to sing,
And is not careful what they mean thereby,
Knowing that with the shadow of his wing
He can at pleasure stint their melody;
Even so mayest thou the giddy men of Rome.
Then cheer thy spirit: for know, thou emperor,
I will enchant the old Andronicus
With words more sweet, and yet more dangerous,
Than baits to fish or honey-stalks to sheep,
Whenas the one is wounded with the bait,
The other rotted with delicious feed.
SATURNINUS.
But he will not entreat his son for us.
TAMORA.
If Tamora entreat him, then he will:
For I can smooth and fill his aged ear
With golden promises that, were his heart
Almost impregnable, his old ears deaf,
Yet should both ear and heart obey my tongue.—
Go thou before [to AEMILIUS]; be our ambassador:
Say that the emperor requests a parley
Of warlike Lucius, and appoint the meeting
Even at his father’s house, the old Andronicus.
SATURNINUS.
Aemilius, do this message honourably:
And if he stand on hostage for his safety,
Bid him demand what pledge will please him best.
AEMILIUS.
Your bidding shall I do effectually.
[Exit.]
TAMORA.
Now will I to that old Andronicus,
And temper him with all the art I have,
To pluck proud Lucius from the warlike Goths.
And now, sweet emperor, be blithe again,
And bury all thy fear in my devices.
SATURNINUS.
Then go successantly, and plead to him.
[Exeunt.]
German
ACT V
Table of Contents
SCENE I
Table of Contents
Plains near Rome.
[Enter LUCIUS with GOTHS, with drum and colours.]
LUCIUS.
Approved warriors and my faithful friends,
I have received letters from great Rome,
Which signifies what hate they bear their emperor,
And how desirous of our sight they are.
Therefore, great lords, be, as your titles witness,
Imperious and impatient of your wrongs;
And wherein Rome hath done you any scath
Let him make treble satisfaction.
FIRST GOTH.
Brave slip, sprung from the great Andronicus,
Whose name was once our terror, now our comfort;
Whose high exploits and honourable deeds
Ingrateful Rome requites with foul contempt,
Be bold in us: we’ll follow where thou lead’st,—
Like stinging bees in hottest summer’s day,
Led by their master to the flowered fields,—
And be aveng’d on cursed Tamora.
GOTHS.
And as he saith, so say we all with him.
LUCIUS.
I humbly thank him, and I thank you all.
But who comes here, led by a lusty Goth?
[Enter a GOTH, leading AARON with his CHILD in his arms.]
SECOND GOTH.
Renowned Lucius, from our troops I stray’d
To gaze upon a ruinous monastery;
And as I earnestly did fix mine eye
Upon the wasted building, suddenly
I heard a child cry underneath a wall.
I made unto the noise; when soon I heard
The crying babe controll’d with this discourse:—
‘Peace, tawny slave, half me and half thy dam!
Did not thy hue bewray whose brat thou art,
Had nature lent thee but thy mother’s look,
Villain, thou mightst have been an emperor:
But where the bull and cow are both milk-white,
They never do beget a coalblack calf.
Peace, villain, peace!’—even thus he rates the babe,—
‘For I must bear thee to a trusty Goth;
Who, when he knows thou art the empress’ babe,
Will hold thee dearly for thy mother’s sake.’
With this, my weapon drawn, I rush’d upon him,
Surpris’d him suddenly, and brought him hither,
To use as you think needful of the man.
LUCIUS.
O worthy Goth, this is the incarnate devil
That robb’d Andronicus of his good hand;
This is the pearl that pleas’d your empress’ eye;
And here’s the base fruit of his burning lust.—
Say, wall-ey’d slave, whither wouldst thou convey
This growing image of thy fiend-like face?
Why dost not speak? what, deaf? No; not a word?—
A halter, soldiers; hang him on this tree,
And by his side his fruit of bastardy.
AARON.
Touch not the boy,—he is of royal blood.
LUCIUS.
Too like the sire for ever being good.—
First hang the child, that he may see it sprawl,—
A sight to vex the father’s soul withal.
Get me a ladder.
[A ladder brought, which AARON is obliged to ascend.]
AARON.
Lucius, save the child,
And bear it from me to the empress.
If thou do this, I’ll show thee wondrous things
That highly may advantage thee to hear:
If thou wilt not, befall what may befall,
I’ll speak no more,—but vengeance rot you all!
LUCIUS.
Say on: an if it please me which thou speak’st,
Thy child shall live, and I will see it nourish’d.
AARON.
An if it please thee! why, assure thee, Lucius,
‘Twill vex thy soul to hear what I shall speak;
For I must talk of murders, rapes, and massacres,
Acts of black night, abominable deeds,
Complots of mischief, treason, villainies,
Ruthful to hear, yet piteously perform’d:
And this shall all be buried in my death,
Unless thou swear to me my child shall live.
LUCIUS.
Tell on thy mind; I say thy child shall live.
AARON.
Swear that he shall, and then I will begin.
LUCIUS.
Who should I swear by? thou believ’st no god;:
That granted, how canst thou believe an oath?
AARON.
What if I do not? as indeed I do not;
Yet, for I know thou art religious,
And hast a thing within thee called conscience,
With twenty popish tricks and ceremonies
Which I have seen thee careful to observe,
Therefore I urge thy oath;—for that I know
An idiot holds his bauble for a god,
And keeps the oath which by that god he swears;
To that I’ll urge him:—therefore thou shalt vow
By that same god,—what god soe’er it be
That thou ador’st and hast in reverence,—
To save my boy, to nourish and bring him up;
Or else I will discover naught to thee.
LUCIUS.
Even by my god I swear to thee I will.
AARON.
First know thou, I begot him on the empress.
LUCIUS.
O most insatiate and luxurious woman!
AARON.
Tut, Lucius, this was but a deed of charity
To that which thou shalt hear of me anon.
‘Twas her two sons that murder’d Bassianus;
They cut thy sister’s tongue, and ravish’d her,
And cut her hands, and trimm’d her as thou saw’st.
LUCIUS.
O detestable villain! call’st thou that trimming?
AARON.
Why, she was wash’d, and cut, and trimm’d; and ‘twas
Trim sport for them which had the doing of it.
LUCIUS.
O barbarous, beastly villains, like thyself!
AARON.
Indeed, I was their tutor to instruct them:
That codding spirit had they from their mother,
As sure a card as ever won the set;
That bloody mind, I think, they learn’d of me,
As true a dog as ever fought at head.
Well, let my deeds be witness of my worth.
I train’d thy brethren to that guileful hole
Where the dead corpse of Bassianus lay:
I wrote the letter that thy father found,
And hid the gold within that letter mention’d,
Confederate with the queen and her two sons:
And what not done, that thou hast cause to rue,
Wherein I had no stroke of mischief in’t?
I play’d the cheater for thy father’s hand;
And, when I had it, drew myself apart,
And almost broke my heart with extreme laughter:
I pry’d me through the crevice of a wall
When, for his hand, he had his two sons’ heads;
Beheld his tears, and laugh’d so heartily
That both mine eyes were rainy like to his:
And when I told the empress of this sport,
She swooned almost at my pleasing tale,
And for my tidings gave me twenty kisses.
GOTH.
What, canst thou say all this and never blush?
AARON.
Ay, like a black dog, as the saying is.
LUCIUS.
Art thou not sorry for these heinous deeds?
AARON.
Ay, that I had not done a thousand more.
Even now I curse the day,—and yet, I think,
Few come within the compass of my curse,—
Wherein I did not some notorious ill:
As, kill a man, or else devise his death;
Ravish a maid, or plot the way to do it;
Accuse some innocent, and forswear myself;
Set deadly enmity between two friends;
Make poor men’s cattle stray and break their necks;
Set fire on barns and hay-stacks in the night,
And bid the owners quench them with their tears.
Oft have I digg’d up dead men from their graves,
And set them upright at their dear friends’ doors,
Even when their sorrows almost were forgot;
And on their skins, as on the bark of trees,
Have with my knife carved in Roman letters,
‘Let not your sorrow die, though I am dead.’
Tut, I have done a thousand dreadful things
As willingly as one would kill a fly;
And nothing grieves me heartily indeed
But that I cannot do ten thousand more.
LUCIUS.
Bring down the devil; for he must not die
So sweet a death as hanging presently.
AARON.
If there be devils, would I were a devil,
To live and burn in everlasting fire,
So I might have your company in hell
But to torment you with my bitter tongue!
LUCIUS.
Sirs, stop his mouth, and let him speak no more.
[Enter a GOTH.}
THIRD GOTH.
My lord, there is a messenger from Rome
Desires to be admitted to your presence.
LUCIUS.
Let him come near.
[Enter AEMILIUS.]
Welcome, Aemilius. What’s the news from Rome?
AEMILIUS.
Lord Lucius, and you princes of the Goths,
The Roman emperor greets you all by me;
And, for he understands you are in arms,
He craves a parley at your father’s house,
Willing you to demand your hostages,
And they shall be immediately deliver’d.
FIRST GOTH.
What says our general?
LUCIUS.
Aemilius, let the emperor give his pledges
Unto my father and my uncle Marcus.
And we will come.—March away.
[Exeunt.]
German
SCENE II
Table of Contents
Rome. Before TITUS’S House.
[Enter TAMORA, DEMETRIUS and CHIRON, disguised.]
TAMORA.
Thus, in this strange and sad habiliment,
I will encounter with Andronicus,
And say I am Revenge, sent from below
To join with him and right his heinous wrongs.
Knock at his study, where they say he keeps
To ruminate strange plots of dire revenge;
Tell him Revenge is come to join with him,
And work confusion on his enemies.
[They knock.]
[Enter TITUS, above.]
TITUS.
Who doth molest my contemplation?
Is it your trick to make me ope the door,
That so my sad decrees may fly away
And all my study be to no effect?
You are deceiv’d: for what I mean to do
See here in bloody lines I have set down;
And what is written shall be executed.
TAMORA.
Titus, I am come to talk with thee.
TITUS.
No, not a word: how can I grace my talk,
Wanting a hand to give it action?
Thou hast the odds of me; therefore no more.
TAMORA.
If thou didst know me, thou wouldst talk with me.
TITUS.
I am not mad; I know thee well enough:
Witness this wretched stump, witness these crimson lines;
Witness these trenches made by grief and care;
Witness the tiring day and heavy night;
Witness all sorrow, that I know thee well
For our proud empress, mighty Tamora:
Is not thy coming for my other hand?
TAMORA.
Know thou, sad man, I am not Tamora;
She is thy enemy and I thy friend:
I am Revenge; sent from the infernal kingdom
To ease the gnawing vulture of thy mind
By working wreakful vengeance on thy foes.
Come down and welcome me to this world’s light;
Confer with me of murder and of death:
There’s not a hollow cave or lurking-place,
No vast obscurity or misty vale,
Where bloody murder or detested rape
Can couch for fear but I will find them out;
And in their ears tell them my dreadful name,—
Revenge, which makes the foul offender quake.
TITUS.
Art thou Revenge? and art thou sent to me
To be a torment to mine enemies?
TAMORA.
I am; therefore come down and welcome me.
TITUS.
Do me some service ere I come to thee.
Lo, by thy side where Rape and Murder stands;
Now give some surance that thou art Revenge,—
Stab them, or tear them on thy chariot wheels;
And then I’ll come and be thy waggoner,
And whirl along with thee about the globe.
Provide thee two proper palfreys, black as jet,
To hale thy vengeful waggon swift away,
And find out murderers in their guilty caves:
And when thy car is loaden with their heads
I will dismount, and by the waggon-wheel
Trot, like a servile footman, all day long,
Even from Hyperion’s rising in the east
Until his very downfall in the sea:
And day by day I’ll do this heavy task,
So thou destroy Rapine and Murder there.
TAMORA.
These are my ministers, and come with me.
TITUS.
Are they thy ministers? what are they call’d?
TAMORA.
Rapine and Murder; therefore called so
‘Cause they take vengeance of such kind of men.
TITUS.
Good Lord, how like the empress’ sons they are!
And you the empress! But we worldly men
Have miserable, mad, mistaking eyes.
O sweet Revenge, now do I come to thee;
And, if one arm’s embracement will content thee,
I will embrace thee in it by and by.
[Exit from above.]
TAMORA.
This closing with him fits his lunacy:
Whate’er I forge to feed his brainsick fiits,
Do you uphold and maintain in your speeches,
For now he firmly takes me for Revenge;
And, being credulous in this mad thought,
I’ll make him send for Lucius his son;
And whilst I at a banquet hold him sure,
I’ll find some cunning practice out of hand
To scatter and disperse the giddy Goths,
Or, at the least, make them his enemies.
See, here he comes, and I must ply my theme.
[Enter TITUS.]
TITUS.
Long have I been forlorn, and all for thee:
Welcome, dread fury, to my woeful house;—
Rapine and Murder, you are welcome too:—
How like the empress and her sons you are!
Well are you fitted, had you but a Moor:
Could not all hell afford you such a devil?—
For well I wot the empress never wags
But in her company there is a Moor;
And, would you represent our queen aright,
It were convenient you had such a devil:
But welcome as you are. What shall we do?
TAMORA.
What wouldst thou have us do, Andronicus?
DEMETRIUS.
Show me a murderer, I’ll deal with him.
CHIRON.
Show me a villain that hath done a rape,
And I am sent to be reveng’d on him.
TAMORA.
Show me a thousand that hath done thee wrong,
And I will be revenged on them all.
TITUS.
Look round about the wicked streets of Rome,
And when thou find’st a man that’s like thyself,
Good Murder, stab him; he’s a murderer.—
Go thou with him; and when it is thy hap
To find another that is like to thee,
Good Rapine, stab him; he is a ravisher.—
Go thou with them; and in the emperor’s court
There is a queen, attended by a Moor;
Well mayst thou know her by thine own proportion,
For up and down she doth resemble thee;
I pray thee, do on them some violent death;
They have been violent to me and mine.
TAMORA.
Well hast thou lesson’d us; this shall we do.
But would it please thee, good Andronicus,
To send for Lucius, thy thrice-valiant son,
Who leads towards Rome a band of warlike Goths,
And bid him come and banquet at thy house;
When he is here, even at thy solemn feast,
I will bring in the empress and her sons,
The emperor himself, and all thy foes;
And at thy mercy shall they stoop and kneel,
And on them shalt thou ease thy angry heart.
What says Andronicus to this device?
TITUS.
Marcus, my brother!—‘tis sad Titus calls.
[Enter MARCUS.]
Go, gentle Marcus, to thy nephew Lucius;
Thou shalt inquire him out among the Goths:
Bid him repair to me, and bring with him
Some of the chiefest princes of the Goths;
Bid him encamp his soldiers where they are:
Tell him the emperor and the empress too
Feast at my house, and he shall feast with them.
This do thou for my love; and so let him,
As he regards his aged father’s life.
MARCUS.
This will I do, and soon return again.
[Exit.]
TAMORA.
Now will I hence about thy business,
And take my ministers along with me.
TITUS.
Nay, nay, let Rape and Murder stay with me,
Or else I’ll call my brother back again,
And cleave to no revenge but Lucius.
TAMORA.
[Aside to them.] What say you, boys? will you abide with him,
Whiles I go tell my lord the emperor
How I have govern’d our determin’d jest?
Yield to his humour, smooth and speak him fair,
And tarry with him till I come again.
TITUS.
[Aside.] I knew them all, though they suppose me mad,
And will o’er reach them in their own devices,—
A pair of cursed hellhounds and their dam.
DEMETRIUS.
Madam, depart at pleasure; leave us here.
TAMORA.
Farewell, Andronicus: Revenge now goes
To lay a complot to betray thy foes.
TITUS.
I know thou dost; and, sweet Revenge, farewell!
[Exit TAMORA.]
CHIRON.
Tell us, old man, how shall we be employ’d?
TITUS.
Tut, I have work enough for you to do.—
Publius, come hither, Caius, and Valentine.
[Enter PUBLIUS and others.]
PUBLIUS.
What is your will?
TITUS.
Know you these two?
PUBLIUS.
The empress’ sons, I take them: Chiron, Demetrius.
TITUS.
Fie, Publius, fie! thou art too much deceiv’d,—
The one is Murder, Rape is the other’s name;
And therefore bind them, gentle Publius:—
Caius and Valentine, lay hands on them:—
Oft have you heard me wish for such an hour,
And now I find it; therefore bind them sure;
And stop their mouths if they begin to cry.
[Exit. PUBLIUS &c., lay hands on CHIRON and DEMETRIUS.]
CHIRON.
Villains, forbear! we are the empress’ sons.
PUBLIUS.
And therefore do we what we are commanded.—
Stop close their mouths, let them not speak a word.
Is he sure bound? look that you bind them fast.
[Re-enter TITUS ANDRONICUS, with LAVINIA; he bearing a knife and she a basin.]
TITUS.
Come, come, Lavinia; look, thy foes are bound.—
Sirs, stop their mouths, let them not speak to me;
But let them hear what fearful words I utter.—
O villains, Chiron and Demetrius!
Here stands the spring whom you have stain’d with mud;
This goodly summer with your winter mix’d.
You kill’d her husband; and for that vile fault
Two of her brothers were condemn’d to death,
My hand cut off and made a merry jest;
Both her sweet hands, her tongue, and that, more dear
Than hands or tongue, her spotless chastity,
Inhuman traitors, you constrain’d and forc’d.
What would you say, if I should let you speak?
Villains, for shame you could not beg for grace.
Hark, wretches! how I mean to martyr you.
This one hand yet is left to cut your throats,
Whiles that Lavinia ‘tween her stumps doth hold
The basin that receives your guilty blood.
You know your mother means to feast with me,
And calls herself Revenge, and thinks me mad:—
Hark, villains! I will grind your bones to dust,
And with your blood and it I’ll make a paste;
And of the paste a coffin I will rear,
And make two pasties of your shameful heads;
And bid that strumpet, your unhallow’d dam,
Like to the earth, swallow her own increase.
This is the feast that I have bid her to,
And this the banquet she shall surfeit on;
For worse than Philomel you us’d my daughter,
And worse than Progne I will be reveng’d:
And now prepare your throats. Lavinia, come
[He cuts their throats.]
Receive the blood: and when that they are dead,
Let me go grind their bones to powder small,
And with this hateful liquor temper it;
And in that paste let their vile heads be bak’d.
Come, come, be every one officious
To make this banquet; which I wish may prove
More stern and bloody than the Centaurs’ feast.
So, now bring them in, for I will play the cook,
And see them ready against their mother comes.
[Exeunt, bearing the dead bodies.]
German
SCENE III
Table of Contents
Rome. A Pavilion in TITUS’S Gardens, with tables, &c.
[Enter LUCIUS, MARCUS, and GOTHS, with AARON prisoner.]
LUCIUS.
Uncle Marcus, since ‘tis my father’s mind
That I repair to Rome, I am content.
FIRST GOTH.
And ours with thine, befall what fortune will.
LUCIUS.
Good uncle, take you in this barbarous Moor,
This ravenous tiger, this accursed devil;
Let him receive no sustenance, fetter him,
Till he be brought unto the empress’ face
For testimony of her foul proceedings:
And see the ambush of our friends be strong;
I fear the emperor means no good to us.
AARON.
Some devil whisper curses in my ear,
And prompt me that my tongue may utter forth
The venomous malice of my swelling heart!
LUCIUS.
Away, inhuman dog, unhallowed slave!—
Sirs, help our uncle to convey him in.—
[Exeunt GOTHS with AARON. Flourish within. The trumpets show the emperor is at hand.]
[Enter SATURNINUS and TAMORA, with AEMILIUS, Tribunes, Senators, and others.]
SATURNINUS.
What, hath the firmament more suns than one?
LUCIUS.
What boots it thee to call thyself the sun?
MARCUS.
Rome’s emperor, and nephew, break the parle;
These quarrels must be quietly debated.
The feast is ready, which the careful Titus
Hath ordain’d to an honourable end,
For peace, for love, for league, and good to Rome:
Please you, therefore, draw nigh and take your places.
SATURNINUS.
Marcus, we will.
[Hautboys sound. The company sit at table.]
[Enter TITUS, dressed like a cook,LAVINIA, valed,YOUNG LUCIUS, and others. TITUS places the dishes on the table.]
TITUS.
Welcome, my lord; welcome, dread queen;
Welcome, ye warlike Goths; welcome, Lucius;
And welcome all: although the cheer be poor,
‘Twill fill your stomachs; please you eat of it.
SATURNINUS.
Why art thou thus attir’d, Andronicus?
TITUS.
Because I would be sure to have all well
To entertain your highness and your empress.
TAMORA.
We are beholden to you, good Andronicus.
TITUS.
An if your highness knew my heart, you were.
My lord the emperor, resolve me this:
Was it well done of rash Virginius
To slay his daughter with his own right hand,
Because she was enforc’d, stain’d, and deflower’d?
SATURNINUS.
It was, Andronicus.
TITUS.
Your reason, mighty lord.
SATURNINUS.
Because the girl should not survive her shame,
And by her presence still renew his sorrows.
TITUS.
A reason mighty, strong, and effectual;
A pattern, precedent, and lively warrant
For me, most wretched, to perform the like:—
Die, die, Lavinia, and thy shame with thee;
[Kills LAVINIA.]
And with thy shame thy father’s sorrow die!
SATURNINUS.
What hast thou done, unnatural and unkind?
TITUS.
Kill’d her for whom my tears have made me blind.
I am as woeful as Virginius was,
And have a thousand times more cause than he
To do this outrage;—and it now is done.
SATURNINUS.
What, was she ravish’d? tell who did the deed.
TITUS.
Will’t please you eat? will’t please your highness feed?
TAMORA.
Why hast thou slain thine only daughter thus?
TITUS.
Not I; ‘twas Chiron and Demetrius:
They ravish’d her, and cut away her tongue;
And they, ‘twas they, that did her all this wrong.
SATURNINUS.
Go, fetch them hither to us presently.
TITUS.
Why, there they are, both baked in that pie,
Whereof their mother daintily hath fed,
Eating the flesh that she herself hath bred.
‘Tis true, ‘tis true; witness my knife’s sharp point.
[Kills Tamora.]
SATURNINUS.
Die, frantic wretch, for this accursed deed!
[Kills TITUS.]
LUCIUS.
Can the son’s eye behold his father bleed?
There’s meed for meed, death for a deadly deed.
[Kills SATURNINUS. A great tumult. LUCIUS, MARCUS, and their partisans, ascend the steps before TITUS’S house.]
MARCUS.
You sad-fac’d men, people and sons of Rome,
By uproar sever’d, as a flight of fowl
Scatter’d by winds and high tempestuous gusts,
O, let me teach you how to knit again
This scattered corn into one mutual sheaf,
These broken limbs again into one body:
Lest Rome herself be bane unto herself,
And she whom mighty kingdoms court’sy to,
Like a forlorn and desperate castaway,
Do shameful execution on herself.
But if my frosty signs and chaps of age,
Grave witnesses of true experience,
Cannot induce you to attend my words,—
Speak, Rome’s dear friend,[ to Lucius]: as erst our ancestor,
When with his solemn tongue he did discourse
To lovesick Dido’s sad attending ear
The story of that baleful burning night,
When subtle Greeks surpris’d King Priam’s Troy,—
Tell us what Sinon hath bewitch’d our ears,
Or who hath brought the fatal engine in
That gives our Troy, our Rome, the civil wound.
My heart is not compact of flint nor steel;
Nor can I utter all our bitter grief,
But floods of tears will drown my oratory
And break my very utterance, even in the time
When it should move you to attend me most,
Lending your kind commiseration.
Here is a captain, let him tell the tale;
Your hearts will throb and weep to hear him speak.
LUCIUS.
Then, noble auditory, be it known to you
That cursed Chiron and Demetrius
Were they that murdered our emperor’s brother;
And they it were that ravished our sister:
For their fell faults our brothers were beheaded;
Our father’s tears despis’d, and basely cozen’d
Of that true hand that fought Rome’s quarrel out
And sent her enemies unto the grave.
Lastly, myself unkindly banished,
The gates shut on me, and turn’d weeping out,
To beg relief among Rome’s enemies;
Who drown’d their enmity in my true tears,
And op’d their arms to embrace me as a friend:
I am the turned-forth, be it known to you,
That have preserv’d her welfare in my blood;
And from her bosom took the enemy’s point,
Sheathing the steel in my adventurous body.
Alas! you know I am no vaunter, I;
My scars can witness, dumb although they are,
That my report is just and full of truth.
But, soft! methinks I do digress too much,
Citing my worthless praise: O, pardon me;
For when no friends are by, men praise themselves.
MARCUS.
Now is my turn to speak. Behold the child.
[Pointing to the CHILD in an Attendant’s arms.]
Of this was Tamora delivered;
The issue of an irreligious Moor,
Chief architect and plotter of these woes:
The villain is alive in Titus’ house,
Damn’d as he is, to witness this is true.
Now judge what cause had Titus to revenge
These wrongs unspeakable, past patience,
Or more than any living man could bear.
Now have you heard the truth, what say you, Romans?
Have we done aught amiss,—show us wherein,
And, from the place where you behold us now,
The poor remainder of Andronici
Will, hand in hand, all headlong cast us down,
And on the ragged stones beat forth our brains,
And make a mutual closure of our house.
Speak, Romans, speak; and if you say we shall,
Lo, hand in hand, Lucius and I will fall.
AEMILIUS.
Come, come, thou reverend man of Rome,
And bring our emperor gently in thy hand,
Lucius our emperor; for well I know
The common voice do cry it shall be so.
ROMANS.
[Several speak.] Lucius, all hail, Rome’s royal emperor!
MARCUS.
Go, go into old Titus’ sorrowful house,
[To attendants, who go into the house.]
And hither hale that misbelieving Moor
To be adjudg’d some direful slaughtering death,
As punishment for his most wicked life.
[LUCIUS, MARCUS, &c. descend.]
ROMANS.
[Several speak.] Lucius, all hail, Rome’s gracious governor!
LUCIUS.
Thanks, gentle Romans: may I govern so
To heal Rome’s harms and wipe away her woe!
But, gentle people, give me aim awhile,—
For nature puts me to a heavy task:—
Stand all aloof;—but, uncle, draw you near,
To shed obsequious tears upon this trunk.—
O, take this warm kiss on thy pale cold lips.
[Kisses TITUS.]
These sorrowful drops upon thy blood-stain’d face,
The last true duties of thy noble son!
MARCUS.
Tear for tear and loving kiss for kiss
Thy brother Marcus tenders on thy lips:
O, were the sum of these that I should pay
Countless and infinite, yet would I pay them!
LUCIUS.
Come hither, boy; come, come, and learn of us
To melt in showers: thy grandsire lov’d thee well:
Many a time he danc’d thee on his knee,
Sung thee asleep, his loving breast thy pillow;
Many a matter hath he told to thee,
Meet and agreeing with thine infancy;
In that respect, then, like a loving child,
Shed yet some small drops from thy tender spring,
Because kind nature doth require it so:
Friends should associate friends in grief and woe:
Bid him farewell; commit him to the grave;
Do him that kindness, and take leave of him.
YOUNG LUCIUS.
O grandsire, grandsire! even with all my heart
Would I were dead, so you did live again!—
O Lord, I cannot speak to him for weeping;
My tears will choke me, if I ope my mouth.
[Re-enter attendants with AARON.]
AEMILIUS.
You sad Andronici, have done with woes:
Give sentence on the execrable wretch,
That hath been breeder of these dire events.
LUCIUS.
Set him breast-deep in earth, and famish him;
There let him stand and rave and cry for food:
If any one relieves or pities him,
For the offence he dies. This is our doom:
Some stay to see him fasten’d in the earth.
AARON.
Ah, why should wrath be mute and fury dumb?
I am no baby, I, that with base prayers
I should repent the evils I have done:
Ten thousand worse than ever yet I did
Would I perform, if I might have my will:
If one good deed in all my life I did,
I do repent it from my very soul.
LUCIUS.
Some loving friends convey the emperor hence,
And give him burial in his father’s grave:
My father and Lavinia shall forthwith
Be closed in our household’s monument.
As for that ravenous tiger, Tamora,
No funeral rite, nor man in mournful weeds,
No mournful bell shall ring her burial;
But throw her forth to beasts and birds of prey:
Her life was beast-like and devoid of pity;
And, being so, shall have like want of pity.
See justice done on Aaron, that damn’d Moor,
By whom our heavy haps had their beginning:
Then, afterwards, to order well the state,
That like events may ne’er it ruinate.
[Exeunt.]
THE END
Englisch
ROMEO UND JULIA
(german)
Inhaltsverzeichnis
Inhalt
PERSONEN
PROLOG
ERSTER AKT
ERSTE SZENE
ZWEITE SZENE
DRITTE SZENE
VIERTE SZENE
FÜNFTE SZENE
ZWEITER AKT
ERSTE SZENE
ZWEITE SZENE
DRITTE SZENE
VIERTE SZENE
FÜNFTE SZENE
SECHSTE SZENE
DRITTER AKT
ERSTE SZENE
ZWEITE SZENE
DRITTE SZENE
VIERTE SZENE
FÜNFTE SZENE
VIERTER AKT
ERSTE SZENE
ZWEITE SZENE
DRITTE SZENE
VIERTE SZENE
FÜNFTE SZENE
FÜNFTER AKT
ERSTE SZENE
ZWEITE SZENE
DRITTE SZENE
Englisch
PERSONEN
Inhaltsverzeichnis
ESCALUS, Prinz von Verona
[GRAF ] PARIS, ein junger Edelmann, Verwandter des Prinzen
MONTAGUE, CAPULET Häupter zweier Häuser, welche in Zwist miteinander sind
[Ein andrer CAPULET, des Vorigen Verwandter ] Ein alter Mann, ein Onkel von Capulet
ROMEO, Montagues Sohn
MERCUTIO, Verwandter des Prinzen und Romeos Freund
BENVOLIO, Montagues Neffe und Romeos Freund
TYBALT, Neffe der Gräfin Capulet
Bruder LORENZO, ein Franziskaner
Bruder MARKUS, von demselben Orden
ABRAHAM, Diener im Hause Montague
BALTHASAR, Romeos Diener
[SIMSON, GREGORIO, PETER und andere DIENER im Hause Capulet ]
SIMSON, Diener des Capulet
GREGORIO, Diener des Capulet
PETER, Diener von Julias Amme
Drei MUSIKANTEN
Ein PAGE des Paris ; ein weiterer Page
Ein APOTHEKER
CHORUS
Ein Offizier
Gräfin MONTAGUE , Ehefrau des Montague
Gräfin CAPULET , Ehefrau des Capulet
JULIA, Capulets Tochter
[WÄRTERIN, früher ] Juliens Amme
Bürger von Verona. Verschiedene Männer und Frauen, Verwandte beider Häuser. Masken, Garde, Wächter, Gefolge
Die Szene ist den größten Teil des Stücks hindurch in Verona; zu Anfange des fünften Aktes in Mantua
Englisch
PROLOG
Inhaltsverzeichnis
Der Chorus tritt auf.
CHORUS
Zwei Häuser waren - gleich an Würdigkeit -
Hier in Verona, wo die Handlung steckt,
Durch alten Groll zu neuem Kampf bereit,
Wo Bürgerblut die Bürgerhand befleckt.
Aus dieser Feinde unheilvollem Schoß
Das Leben zweier Liebender entsprang,
Die durch ihr unglückselges Ende bloß
Im Tod begraben elterlichen Zank.
Der Hergang ihrer todgeweihten Lieb
Und der Verlauf der elterlichen Wut,
Die nur der Kinder Tod von dannen trieb,
Ist nun zwei Stunden lang der Bühne Gut;
Was dran noch fehlt, hört mit geduldgem Ohr,
Bringt hoffentlich nun unsre Müh hervor.
Englisch
ERSTER AKT
Inhaltsverzeichnis
ERSTE SZENE
Inhaltsverzeichnis
Ein öffentlicher Platz
Simson und Gregorio, [zwei Bediente Capulets,] treten bewaffnet mit Schwertern und Schilden auf.
SIMSON
Auf mein Wort, Gregorio, wir wollen nichts in die Tasche stecken.
GREGORIO
Freilich nicht, sonst wären wir Taschenspieler.
SIMSON
Ich meine, ich werde den Koller kriegen und vom Leder ziehn.
GREGORIO
Ne, Freund, deinen ledernen Koller mußt du bei Leibe nicht ausziehen.
SIMSON
Ich schlage geschwind zu, wenn ich aufgebracht bin.
GREGORIO
Aber du wirst nicht geschwind aufgebracht.
SIMSON
Ein Hund aus Montagues Hause bringt mich schon auf.
GREGORIO
Einen aufbringen heißt: ihn von der Stelle schaffen. Um tapfer zu sein, muß man standhalten. Wenn du dich also aufbringen läßt, so läufst du davon.
SIMSON
Ein Hund aus dem Hause bringt mich zum Standhalten. [Mit jedem Bedienten und jedem Mädchen Montagues will ich es aufnehmen.] Ich habe bei jedem Bedienten und Mädchen der Montagues den Vorrang und nehme also die Mauerseite ein, [so daß ich nicht auf die schmutzige Straßenmitte treten muß.]
GREGORIO
Daran sieht man, daß du ein schwacher Sklave bist; denn der schwächste geht gegen die Mauer.
SIMSON
Das ist wahr; und daher werden die Weiber, da sie die schwächeren sind, immer gegen die Mauer gedrückt: folglich werde ich Montagues Bediente von der Mauer wegstoßen und seine Mädchen gegen die Mauer drücken.
GREGORIO
Der Streit ist nur zwischen unseren Herrschaften und uns, ihren Bedienten. [Es mit den Mädchen aufnehmen? Pfui doch! Du solltest dich lieber von ihnen aufnehmen lassen.]
SIMSON
Einerlei! Ich will barbarisch zu Werke gehn. Hab ichs mit den Bedienten erst ausgefochten, so will ich mir die Mädchen unterwerfen. [Sie sollen die Spitze meines Degens fühlen, bis er stumpf wird.] Ich werde sie ihrer jungfräulichen Häupter berauben.
GREGORIO
Die Jungfrauen enthaupten?
SIMSON
Jawohl, die Jungfrauen enthaupten oder ihnen die Jungfräulichkeit nehmen, nimm es in dem einen oder anderen Sinn, ganz wie du willt.
GREGORIO
Sie werden es sinngemäß aufnehmen müssen, die es zu spüren bekommen.
SIMSON
Mich sollen sie zu spüren bekommen, solange ich noch standhalten kann: und es ist bekannt, daß ich ein hübsches Stück Fleisches bin.
GREGORIO
Nur gut, daß du nicht Fisch bist, sonst wärst du ein ärmlicher Dörr-Hering. - Zieh nur gleich vom Leder: Da kommen zwei aus dem Hause der Montagues.
[Abraham und Balthasar treten auf.]
SIMSON
Hier, meine Waffe ist blank. Fang nur Händel an, ich will den Rücken decken.
GREGORIO
Den Rücken? Willst du Reißaus nehmen?
SIMSON
Fürchte nichts von mir!
GREGORIO
Ne, wahrhaftig! Ich dich fürchten?
SIMSON
Laß uns das Recht auf unsrer Seite behalten, laß sie anfangen!
GREGORIO
Ich will ihnen im Vorbeigehn ein Gesicht ziehen, sie mögens nehmen, wie sie wollen.
SIMSON
Wie sie wagen, lieber. Ich will ihnen einen Esel bohren; wenn sie es einstecken, so haben sie den Schimpf.
Abraham und Balthasar treten auf.
ABRAHAM
Bohrt Ihr uns einen Esel, mein Herr?
SIMSON
Ich bohre einen Esel, mein Herr.
ABRAHAM
Bohrt Ihr uns einen Esel, mein Herr?
SIMSON
Ist das Recht auf unsrer Seite, wenn ich ja sage?
GREGORIO
Nein.
SIMSON
Nein, mein Herr! Ich bohre Euch keinen Esel, mein Herr. Aber ich bohre einen Esel, mein Herr.
GREGORIO
Sucht Ihr Händel, mein Herr?
ABRAHAM
Händel, Herr? Nein, mein Herr.
SIMSON
Wenn Ihr sonst Händel sucht, mein Herr: ich steh zu Diensten. Ich bediene einen ebenso guten Herrn wie Ihr.
ABRAHAM
Keinen bessern.
SIMSON
Sehr wohl, mein Herr!
[Benvolio tritt auf.]
GREGORIO
Sag: einen bessern; hier kommt ein Vetter meiner Herrschaft.
SIMSON
Ja doch, einen bessern, mein Herr.
ABRAHAM
Ihr lügt!
SIMSON
Zieht, falls ihr Kerls seid! Frisch, Gregorio! denk mir an deinen Schwadronierhieb.
Sie fechten. Benvolio tritt auf.
BENVOLIO
Ihr Narren, fort! Steckt eure Schwerter ein;
Ihr wißt nicht, was ihr tut.
Er schlägt ihre Schwerter nieder. Tybalt tritt auf.
TYBALT
Was? Ziehst du unter den verzagten Knechten?
Hieher, Benvolio! Biet die Stirn dem Tode!
BENVOLIO
Ich stifte Frieden, steck dein Schwert nur ein!
Wo nicht, so führ es, diese hier zu trennen!
TYBALT
Was? Ziehn und Friede rufen? Wie die Hölle
Haß ich das Wort, wie alle Montagues
Und dich! Wehr dich, du Memme!
Sie fechten. Verschiedene Anhänger beider Häuser kommen und mischen sich in den Streit; dann Bürger mit Knütteln.
ERSTER BÜRGER
He! Spieß' und Stangen her! - Schlagt auf sie los!
Weg mit den Capulets! - Weg mit den Montagues!
Capulet im Schlafrock und Gräfin Capulet.
CAPULET
Was für ein Lärm? - Holla, mein langes Schwert!
GRÄFIN CAPULET
Nein, Krücken, Krücken! Wozu soll ein Schwert!
CAPULET
Mein Schwert, sag ich! Der alte Montague
Kommt dort und schwingt die Klinge mir zum Hohn.
Montague und Gräfin Montague.
MONTAGUE
Du Schurke Capulet! - Laßt los, laßt mich gewähren!
GRÄFIN MONTAGUE
Du sollst dich keinen Schritt dem Feinde nähern.
Der Prinz mit Gefolge.
PRINZ
Aufrührische Vasallen, Friedensfeinde,
Die ihr den Stahl mit Nachbarblut entweiht!
Wollt ihr nicht hören? Männer, wilde Tiere,
Die ihr die Flammen eurer schnöden Wut
Im Purpurquell aus euren Adern löscht!
Zu Boden werft, bei Buß an Leib und Leben,
Die mißgestählte Wehr aus blutger Hand! -
Hört eures ungehaltnen Fürsten Spruch!
Drei Bürgerzwiste haben dreimal nun,
Aus einem luftgen Wort von euch erzeugt,
Du alter Capulet und Montague,
Den Frieden unsrer Straßen schon gebrochen.
Veronas graue Bürger mußten sich
Entladen ihres ehrenfesten Schmucks
Und alte Speer in alten Händen schwingen,
Woran der Rost des langen Friedens nagte,
Dem Hasse, der euch nagt, zu widerstehn.
Verstört ihr jemals wieder unsre Stadt,
So zahl eur Leben mir den Friedensbruch.
Für jetzt begebt euch, all ihr andern, weg!
Ihr aber, Capulet, sollt mich begleiten.
Ihr, Montague, kommt diesen Nachmittag
Zur alten Burg, dem Richtplatz unsers Banns,
Und hört, was hierin fürder mir beliebt.
Bei Todesstrafe sag ich: alle fort!
Der Prinz, sein Gefolge, Capulet, Gräfin Capulet, Tybalt, die Bürger und Diener gehen ab.
MONTAGUE
Wer bracht aufs neu den alten Zwist in Gang?
Sagt, Neffe, wart Ihr da, wie er begann?
BENVOLIO
Die Diener Eures Gegners fochten hier
Erhitzt mit Euren schon, eh ich mich nahte;
Ich zog, um sie zu trennen. Plötzlich kam
Der wilde Tybalt mit gezücktem Schwert
Und schwang, indem er schnaubend Kampf mir bot,
Es um sein Haupt und hieb damit die Winde,
Die, unverwundet, zischend ihn verhöhnten.
Derweil wir Hieb' und Stöße wechseln, kamen
Stets mehr und mehr und fochten miteinander;
Dann kam der Fürst und schied sie voneinander.
GRÄFIN MONTAGUE
Ach, wo ist Romeo? Saht Ihr ihn heut?
Wie froh bin ich! Er war nicht bei dem Streit.
BENVOLIO
Schon eine Stunde, Gräfin, eh im Ost
Die heilge Sonn aus goldnem Fenster schaute,
Trieb mich ein irrer Sinn ins Feld hinaus.
Dort, in dem Schatten des Kastanienhains,
Der vor der Stadt gen Westen sich verbreitet,
Sah ich, so früh schon wandelnd, Euren Sohn.
Ich wollt ihm nahn, er aber nahm mich wahr
Und stahl sich tiefer in des Waldes Dickicht.
Ich maß sein Innres nach dem meinen ab,
Das in der Einsamkeit am regsten lebt,
Ging meiner Laune nach, ließ seine gehn,
Und gern vermied ich ihn, der gern mich floh.
MONTAGUE
Schon manchen Morgen ward er dort gesehn,
Wie er den frischen Tau durch Tränen mehrte
Und, tief erseufzend, Wolk an Wolke drängte.
Allein sobald im fernsten Ost die Sonne,
Die allerfreunde, von Auroras Bett
Den Schattenvorhang wegzuziehn beginnt,
Stiehlt vor dem Licht mein finstrer Sohn sich heim
Und sperrt sich einsam in sein Kämmerlein,
Verschließt dem schönen Tageslicht die Fenster
Und schaffet künstlich Nacht um sich herum.
In schwarzes Mißgeschick wird er sich träumen,
Weiß guter Rat den Grund nicht wegzuräumen.
BENVOLIO
Mein edler Oheim, wisset Ihr den Grund?
MONTAGUE
Ich weiß ihn nicht und kann ihn nicht erforschen.
BENVOLIO
Lagt Ihr ihm jemals schon deswegen an?
MONTAGUE
Ich selbst sowohl als mancher andre Freund.
Doch er, der eignen Neigungen Vertrauter,
Ist gegen sich, wie treu, will ich nicht sagen,
Doch so geheim und in sich selbst gekehrt,
So unergründlich forschendem Bemühn
Wie eine Knospe, die ein Wurm zernagt,
Eh sie der Luft ihr zartes Laub entfalten
Und ihren Reiz der Sonne weihen kann.
Erführen wir, woher sein Leid entsteht,
Wir heilten es so gern, als wirs erspäht.
[Romeo erscheint in einiger Entfernung.]
BENVOLIO
Da kommt er, seht! Geruht, uns zu verlassen;
Galt ich ihm je was, will ich schon ihn fassen.
MONTAGUE
O beichtet' er für dein Verweilen dir
Die Wahrheit doch! - Kommt, Gräfin, gehen wir!
Montague und Gräfin Montague gehen ab. Romeo tritt auf.
BENVOLIO
Ha, guten Morgen, Vetter!
ROMEO
Erst so weit?
BENVOLIO
Kaum schlug es neun.
ROMEO
Weh mir. Gram dehnt die Zeit.
War das mein Vater, der so eilig ging?
BENVOLIO
Er wars. Und welcher Gram dehnt Euch die Stunden?
ROMEO
Daß ich entbehren muß, was sie verkürzt.
BENVOLIO
Entbehrt Ihr Liebe?
ROMEO
Nein.
BENVOLIO
So ward sie Euch zuteil?
ROMEO
Nein, Lieb entbehr ich, wo ich lieben muß.
BENVOLIO
Ach, daß der Liebesgott, so mild im Scheine,
So grausam in der Prob erfunden wird!
ROMEO
Ach, daß der Liebesgott, trotz seinen Binden,
Zu seinem Ziel stets Pfade weiß zu finden!
Wo speisen wir? - Ach, welch ein Streit war hier?
Doch sagt mirs nicht, ich hört es alles schon:
Haß gibt hier viel zu schaffen, Liebe mehr.
Nun denn: Liebreicher Haß! Streitsüchtge Liebe!
Du Alles, aus dem Nichts zuerst erschaffen!
Schwermütger Leichtsinn! Ernste Tändelei!
Entstelltes Chaos glänzender Gestalten!
Bleischwinge! Lichter Rauch und kalte Glut!
Stets wacher Schlaf, dein eignes Widerspiel!
So fühl ich Lieb und hasse, was ich fühl!
Du lachst nicht?
BENVOLIO
Nein, das Weinen ist mir näher.
ROMEO
Warum, mein Herz?
BENVOLIO
Um deines Herzens Qual.
ROMEO
Das ist der Liebe Unbill nun einmal.
Schon eignes Leid will mir die Brust zerpressen,
Dein Gram um mich wird voll das Maß mir messen.
Die Freundschaft, die du zeigst, mehrt meinen Schmerz;
Denn, wie sich selbst, so quält auch dich mein Herz.
Lieb ist ein Rauch, den Seufzerdämpf erzeugten,
Geschürt, ein Feur, von dem die Augen leuchten,
Gequält, ein Meer, von Tränen angeschwellt;
Was ist sie sonst? Verständge Raserei
Und ekle Gall und süße Spezerei.
Lebt wohl, mein Freund!
Im Gehen.
BENVOLIO
Sacht! Ich will mit Euch gehen;
Ihr tut mir Unglimpf, laßt Ihr so mich stehen.
ROMEO
Ach, ich verlor mich selbst; ich bin nicht Romeo.
Der ist nicht hier: er ist - ich weiß nicht, wo.
BENVOLIO
Entdeckt mir ohne Mutwill, wen Ihr liebt.
ROMEO
Bin ich nicht ohne Mut und ohne Willen?
BENVOLIO
Nein, sagt mirs ernsthaft doch!
ROMEO
Bitt einen ernsthaft um sein Testament,
Den Kranken quälts, wenn man das Wort ihm nennt!
Hört, Vetter, denn im Ernst: Ich lieb ein Weib.
BENVOLIO
Ich trafs doch gut, daß ich verliebt Euch glaubte.
ROMEO
Ein wackrer Schütz! - Und die ich lieb, ist schön.
BENVOLIO
Ein glänzend Ziel kann man am ersten treffen.
ROMEO
Dies Treffen traf dir fehl, mein guter Schütz;
Sie weicht dem Pfeil aus, sie hat Dianens Witz
Umsonst hat ihren Panzer keuscher Sitten
Der Liebe kindisches Geschoß bestritten.
Sie wehrt den Sturm der Liebesbitten ab,
Steht nicht dem Angriff kecker Augen, öffnet
Nicht ihren Schoß dem Gold, das Heilge lockt.
O sie ist reich an Schönheit; arm allein,
Weil, wenn sie stirbt, ihr Reichtum hin wird sein.
BENVOLIO
Beschwor sie der Enthaltsamkeit Gesetze?
ROMEO
Sie tats, und dieser Geiz vergeudet Schätze.
Denn Schönheit, die der Lust sich streng enthält,
Bringt um ihr Erb die ungeborne Welt.
Sie ist zu schön und weis', um Heil zu erben,
Weil sie, mit Weisheit schön, mich zwingt zu sterben.
Sie schwor zu lieben ab, und dies Gelübd
Ist Tod für den, der lebt, nur weil er liebt.
BENVOLIO
Folg meinem Rat, vergiß an sie zu denken!
ROMEO
So lehre mich, das Denken zu vergessen.
BENVOLIO
Gib deinen Augen Freiheit, lenke sie
Auf andre Reize hin.
ROMEO
Das ist der Weg,
Mir ihren Reiz in vollem Licht zu zeigen.
Die Schwärze jener neidenswerten Larven,
Die schöner Frauen Stirne küssen, bringt
Uns in den Sinn, daß sie das Schöne bergen.
Der, welchen Blindheit schlug, kann nie das Kleinod
Des eingebüßten Augenlichts vergessen.
Zeigt mir ein Weib, unübertroffen schön:
Mir gilt ihr Reiz wie eine Weisung nur,
Worin ich lese, wer sie übertrifft.
Leb wohl! Vergessen lehrest du mich nie.
BENVOLIO
Dein Schuldner sterb ich, glückt mir nicht die Müh.
Beide ab.
Englisch
ZWEITE SZENE
Inhaltsverzeichnis
Eine Straße
Capulet, Paris und ein Diener kommen.
CAPULET
Und Montague ist mit derselben Buße
Wie ich bedroht? Für Greise, wie wir sind,
Ist Frieden halten, denk ich, nicht so schwer.
PARIS
Ihr geltet beid als ehrenwerte Männer,
Und Jammer ists um Euren langen Zwiespalt.
Doch, edler Graf, wie dünkt Euch mein Gesuch?
CAPULET
Es dünkt mich so, wie ich vorhin gesagt.
Mein Kind ist noch ein Fremdling in der Welt,
Sie hat kaum vierzehn Jahre wechseln sehn.
Laßt noch zwei Sommer prangen und verschwinden,
Eh wir sie reif, um Braut zu werden, finden.
PARIS
Noch jüngre wurden oft beglückte Mütter.
CAPULET
Wer vor der Zeit beginnt, der endigt früh.
All meine Hoffnungen verschlang die Erde;
Mir blieb nur dieses hoffnungsvolle Kind.
Doch werbt nur, lieber Graf! Sucht Euer Heil!
Mein Will ist von dem ihren nur ein Teil.
Wenn sie aus Wahl in Eure Bitten willigt,
So hab ich im voraus ihr Wort gebilligt,
Ich gebe heut ein Fest, von alters hergebracht,
Und lud darauf der Gäste viel zu Nacht,
Was meine Freunde sind: Ihr, der dazu gehöret,
Sollt hoch willkommen sein, wenn Ihr die Zahl vermehret.
In meinem armen Haus sollt Ihr des Himmels Glanz
Heut nacht verdunkelt sehn durch irdscher Sterne Tanz.
Wie muntre Jünglinge mit neuem Mut sich freuen,
Wenn auf die Fersen nun der Fuß des holden Maien
Dem lahmen Winter tritt: die Lust steht Euch bevor,
Wann Euch in meinem Haus ein frischer Mädchenflor
Von jeder Seit umgibt. Ihr hört, Ihr seht sie alle,
Daß, die am schönsten prangt, am meisten Euch gefalle.
Dann mögt Ihr in der Zahl auch meine Tochter sehn,
Sie zählt für eine mit, gilt sie schon nicht für schön.
Kommt, geht mit mir! - Du, Bursch, nimm das Papier mit Namen,
Trab in der Stadt herum, such alle Herrn und Damen,
So hier geschrieben stehn,
übergibt ein Papier und sag mit Höflichkeit: Mein Haus und mein Empfang steh ihrem Dienst bereit. Capulet und Paris gehen ab.
DIENER
Die Leute soll ich suchen, wovon die Namen hier geschrieben stehn? Es steht geschrieben, der Schuster soll sich um seine Elle kümmern, der Schneider um seinen Leisten, der Fischer um seinen Pinsel, der Maler um seine Netze. Aber mich schicken sie, um die Leute ausfindig zu machen, wovon die Namen hier geschrieben stehn, und ich kann doch gar nicht ausfindig machen, was für Namen der Schreiber hier aufgeschrieben hat.
Ich muß zu den Gelahrten! - Ah, gut Glück!
Benvolio und Romeo kommen.
BENVOLIO
Pah, Freund! Ein Feuer brennt das andre nieder;
Ein Schmerz kann eines andern Qualen mindern.
Dreh dich in Schwindel, hilf durch Drehn dir wieder!
Fühl andres Leid, das wird dein Leiden lindern!
Saug in dein Auge neuen Zaubersaft,
So wird das Gift des alten fortgeschafft.
ROMEO
Ein Blatt vom Wegrich dient dazu vortrefflich.
BENVOLIO
Ei sag, wozu?
ROMEO
Für dein zerschlagnes Bein.
BENVOLIO
Was, Romeo, bist du toll?
ROMEO
Nicht toll, doch mehr gebunden wie ein Toller,
Gesperrt in einen Kerker, ausgehungert,
Gegeißelt und geplagt, und -
[zu dem Diener] Guten Abend, Freund!
DIENER
Gott grüß Euch, Herr! Ich bitt Euch, könnt Ihr lesen?
ROMEO
Jawohl, in meinem Elend mein Geschick.
DIENER
Vielleicht habt Ihr das auswendig gelernt. Aber sagt, könnt Ihr alles vom Blatte weglesen?
ROMEO
Ja freilich, wenn ich Schrift und Sprache kenne.
DIENER
Ihr redet ehrlich. Gehabt Euch wohl!
ROMEO
Wart! Ich kann lesen, Bursch.
Er liest [das Verzeichnis]. Signor Martino und seine Frau und Töchter; Graf Anselm und seine reizenden Schwestern; die verwitwete Freifrau von Vitruvio; Signor Placentio und seine artigen Nichten; Mercutio und sein Bruder Valentin; mein Oheim Capulet, seine Frau und Töchter; meine schöne Nichte Rosalinde; Livia; Signor Valentio und sein Vetter Tybalt; Lucio und die muntre Helena. [Gibt das Papier zurück.] Ein schöner Haufe! Gibt das Papier zurück. Wohin lädst du sie?
DIENER
Hinauf.
ROMEO
Wohin?
DIENER
Zum Abendessen in unser Haus.
ROMEO
Wessen Haus?
DIENER
Meines Herrn.
ROMEO
Das hätt ich freilich eher fragen sollen.
DIENER
Nun will ichs Euch ohne Fragen erklären. Meine Herrschaft ist der große, reiche Capulet, und wenn Ihr nicht vom Hause der Montagues seid, so bitt ich Euch, kommt, stecht eine Flasche Wein mit aus. Gehabt Euch wohl!
Geht ab.
BENVOLIO
Auf diesem hergebrachten Gastgebot
Der Capulets speist deine Rosalinde
Mit allen Schönen, die Verona preist.
Geh hin, vergleich mit unbefangnem Auge
Die andern, die du sehen sollst, mit ihr;
Was gilts? Dein Schwan dünkt eine Krähe dir.
ROMEO
Höhnt meiner Augen frommer Glaube je
Die Wahrheit so, dann, Tränen, werdet Flammen!
Und ihr, umsonst ertränkt in manchem See,
Mag eure Lüg als Ketzer euch verdammen!
Ein schönres Weib als sie? Seit Welten stehn,
Hat die allsehnde Sonn es nicht gesehn.
BENVOLIO
Ja, ja, du sahst sie schön, doch in Gesellschaft nie,
Du wogst nur mit sich selbst in jedem Auge sie;
Doch leg einmal zugleich in die kristallnen Schalen
Der Jugendreize Bild, wovon auch andre strahlen,
Die ich dir zeigen will bei diesem Fest vereint;
Kaum leidlich scheint dir dann, was jetzt ein Wunder scheint.
ROMEO
Gut, ich begleite dich. Nicht um des Schauspiels Freuden:
An meiner Göttin Glanz will ich allein mich weiden.
Beide ab.
Englisch
DRITTE SZENE
Inhaltsverzeichnis
Ein Zimmer in Capulets Hause
Gräfin Capulet und die Wärterin.
GRÄFIN CAPULET
Ruft meine Tochter her; wo ist sie, Amme?
WÄRTERIN
Bei meiner Jungfernschaft im zwölften Jahr,
Ich rief sie schon. - He, Lämmchen! zartes Täubchen -
Daß Gott! wo ist das Kind? He, Juliette!
Julia kommt.
JULIA
Was ist? Wer ruft mich?
WÄRTERIN
Eure Mutter.
JULIA
Hier bin ich, gnädge Mutter! Was beliebt?
GRÄFIN CAPULET
Die Sach ist diese! - Amme, geh beiseit,
Wir müssen heimlich sprechen. - Amme, komm
Nur wieder her, ich habe mich besonnen,
Ich will dich mit zur Überlegung ziehn.
Du weißt, mein Kind hat schon ein hübsches Alter.
WÄRTERIN
Das zähl ich, meiner Treu, am Finger her.
GRÄFIN CAPULET
Sie ist nicht vierzehn Jahre.
WÄRTERIN
Ich wette vierzehn meiner Zähne drauf -
Zwar hab ich nur vier Zahn, ich arme Frau -,
Sie ist noch nicht vierzehn. Wie lang ists bis Johannis?
GRÄFIN CAPULET
Ein vierzehn Tag und drüber.
WÄRTERIN
Nun, drüber oder drunter. Just den Tag,
Johannistag zu Abend, wird sie vierzehn.
Suschen und sie - Gott gebe jedem Christen
Das ewge Leben! - waren eines Alters.
Nun, Suschen ist bei Gott;
Sie war zu gut für mich. Doch wie ich sagte,
Johannistag zu Abend wird sie vierzehn.
Das wird sie, meiner Treu; ich weiß recht gut.
Elf Jahr ists her, seit wir 's Erdbeben hatten;
Und ich entwöhnte sie - mein Leben lang
Vergeß ichs nicht - just auf denselben Tag.
Ich hatte Wermut auf die Brust gelegt
Und saß am Taubenschlage in der Sonne;
Die gnädge Herrschaft war zu Mantua.
Ja, ja! Ich habe Grütz im Kopf! Nun, wie ich sagte:
Als es den Wermut auf der Warze schmeckte
Und fand ihn bitter - närrsches, kleines Ding -,
Wie's böse ward und zog der Brust ein Gsicht!
Krach! sagt' der Taubenschlag; und ich, fürwahr,
Ich wußte nicht, wie ich mich tummeln sollte,
Und seit der Zeit ists nun elf Jahre her.
Denn damals stand sie schon allein; mein Treu,
Sie lief und watschelt' Euch schon flink herum.
Denn tags zuvor fiel sie die Stirn entzwei,
Und da hob sie mein Mann - Gott hab ihn selig!
Er war ein lustger Mann - vom Boden auf.
Ei, sagt' er, fällst du so auf dein Gesicht?
Wirst rücklings fallen, wenn du klüger bist,
Nicht wahr, mein Kind? Und liebe, heilge Frau!
Das Mädchen schrie nicht mehr und sagte: Ja.
Da seh man, wie so 'n Spaß zum Vorschein kommt!
Und lebt ich tausend Jahre lang, ich wette,
Daß ich es nie vergaß. Nicht wahr, mein Kind? sagt' er;
Und 's liebe Närrchen ward still und sagte: Ja.
GRÄFIN CAPULET
Genug davon, ich bitte, halt dich ruhig.
WÄRTERIN
Ja, gnädge Frau. Doch lächerts mich noch immer,
Wie 's Kind sein Schreien ließ und sagte: Ja,
Und saß ihm, meiner Treu, doch eine Beule,
So dick wie 'n Hühnerei, auf seiner Stirn,
Recht gfährlich dick, und es schrie bitterlich.
Mein Mann, der sagte: Ei, fällst aufs Gesicht?
Wirst rücklings fallen, wenn du älter bist.
Nicht wahr, mein Kind? Still wards und sagte: Ja.
JULIA
Ich bitt dich, Amme, sei doch auch nur still.
WÄRTERIN
Gut, ich bin fertig. Gott behüte dich!
Du warst das feinste Püppchen, das ich säugte.
Erleb ich deine Hochzeit noch einmal,
So wünsch ich weiter nichts.
GRÄFIN CAPULET
Die Hochzeit, ja, das ist der Punkt, von dem
Ich sprechen wollte. Sag mir, liebe Tochter,
Wie stehts mit deiner Lust, dich zu vermählen?
JULIA
Ich träumte nie von dieser Ehre noch.
WÄRTERIN
Ein Ehre! Hättst du eine andre Amme
Als mich gehabt, so wollt ich sagen: Kind,
Du habest Weisheit mit der Milch gesogen.
GRÄFIN CAPULET
Gut, denke jetzt dran; jünger noch als du
Sind angesehne Fraun hier in Verona
Schon Mütter worden. Ist mir recht, so war
Ich deine Mutter in demselben Alter,
Wo du noch Mädchen bist. Mit einem Wort:
Der brave Paris wirbt um deine Hand.
WÄRTERIN
Das ist ein Mann, mein Fräulein! Solch ein Mann,
Als alle Welt - ein wahrer Zuckermann!
GRÄFIN CAPULET
Die schönste Blume von Veronas Flor.
WÄRTERIN
Ach ja, 'ne Blume! Gelt, 'ne rechte Blume!
GRÄFIN CAPULET
Was sagst du? Wie gefällt dir dieser Mann?
Heut abend siehst du ihn bei unserm Fest.
Dann lies im Buche seines Angesichts,
In das der Schönheit Griffel Wonne schrieb,
Betrachte seiner Züge Lieblichkeit,
Wie jeglicher dem andern Zierde leiht.
Was dunkel in dem holden Buch geblieben,
Das lies in seinem Aug am Rand geschrieben.
Und dieses Freiers ungebundner Stand,
Dies Buch der Liebe braucht nur einen Band.
Der Fisch lebt in der See, und doppelt teuer
Wird äußres Schön' als innrer Schönheit Schleier.
Das Buch glänzt allermeist im Aug der Welt,
Das goldne Lehr in goldnen Spangen hält.
So wirst du alles, was er hat, genießen,
Wenn du ihn hast, ohn etwas einzubüßen.
WÄRTERIN
Einbüßen? Nein, zunehmen wird sie eher;
Die Weiber nehmen oft durch Männer zu.
GRÄFIN CAPULET
Sag kurz, fühlst du dem Grafen dich geneigt?
JULIA
Gern will ich sehn, ob Sehen Neigung zeugt;
Doch weiter soll mein Blick den Flug nicht wagen,
Als ihn die Schwingen Eures Beifalls tragen.
Ein Diener kommt.
DIENER
Gnädige Frau, die Gäste sind da, das Abendessen auf dem Tisch; Ihr werdet gerufen, das Fräulein gesucht, die Amme in der Speisekammer zum Henker gewünscht, und alles geht drunter und drüber. Ich muß fort, aufwarten; ich bitte Euch, kommt unverzüglich!
GRÄFIN CAPULET
Gleich! -
Der Diener geht ab. Paris wartet; Julia, komm geschwind!
WÄRTERIN
Such frohe Nacht auf frohe Tage, Kind!
Alle ab.
Englisch
VIERTE SZENE
Inhaltsverzeichnis
Eine Straße
Romeo, Mercutio, Benvolio mit fünf oder sechs Masken, Fackelträgern und anderen.
ROMEO
Soll diese Red uns zur Entschuldgung dienen?
Wie? Oder treten wir nur grad hinein?
BENVOLIO
Umschweife solcher Art sind nicht mehr Sitte.
Wir wollen keinen Amor, mit der Schärpe
Geblendet, der den bunt bemalten Bogen
Wie ein Tatar geschnitzt aus Latten trägt
Und wie 'ne Vogelscheuch die Frauen schreckt;
Auch keinen hergebeteten Prolog,
Wobei viel zugeblasen wird, zum Eintritt.
Laßt sie uns nur, wofür sie wollen, nehmen,
Wir nehmen ein paar Tänze mit und gehn.
ROMEO
Ich mag nicht springen; gebt mir eine Fackel!
Da ich so finster bin, so will ich leuchten.
MERCUTIO
Nein, du mußt tanzen, lieber Romeo.
ROMEO
Ich wahrlich nicht! Ihr seid so leicht von Sinn
Als leicht beschuht; mich drückt ein Herz von Blei
Zu Boden, daß ich kaum mich regen kann.
MERCUTIO
Ihr seid ein Liebender; borgt Amors Flügel
und schwebet frei in ungewohnten Höhn.
ROMEO
Ich bin zu tief von seinem Pfeil durchbohrt,
Auf seinen leichten Schwingen hoch zu schweben.
Gewohnte Fesseln lassen mich nicht frei;
Ich sinke unter schwerer Liebeslast.
MERCUTIO
Und wolltet Ihr denn in die Liebe sinken?
Ihr seid zu schwer für ein so zartes Ding.
ROMEO
Ist Lieb ein zartes Ding? Sie ist zu rauh,
Zu wild, zu tobend; und sie sticht wie Dorn.
MERCUTIO
Begegnet Lieb Euch rauh, so tut desgleichen!
Stecht Liebe, wenn sie sticht; das schlägt sie nieder.
[Zu einem andern aus dem Gefolge.] Gebt ein Gehäuse für mein Antlitz mir: Eine Maske aufsetzend. 'ne Larve für 'ne Larve! [Bindet die Maske vor.] Nun erspähe Die Neugier Mißgestalt: was kümmerts mich? Erröten wird für mich dies Wachsgesicht.
BENVOLIO
Fort! Klopft, und dann hinein! Und sind wir drinnen,
So rühre gleich ein jeder flink die Beine!
ROMEO
Mir eine Fackel! Leichtgeherzte Buben,
Die laßt das Estrich mit den Sohlen kitzeln.
Ich habe mich verbrämt mit einem alten
Großvaterspruch: Wer 's Licht hält, schauet zu!
Nie war das Spiel so schön; doch ich bin matt.
MERCUTIO
Jawohl, zu matt, dich aus dem Schlamme - nein,
Der Liebe wollt ich sagen - dich zu ziehn,
Worin du leider steckst bis an die Ohren.
Macht fort, wir leuchten ja dem Tage hier.
ROMEO
Das tun wir nicht.
MERCUTIO
Ich meine, wir verscherzen,
Wie Licht bei Tag, durch Zögern unsre Kerzen.
Nehmt meine Meinung nach dem guten Sinn
Und sucht nicht Spiele des Verstandes drin.
ROMEO
Wir meinens gut, da wir zum Balle gehen;
Doch es ist Unverstand.
MERCUTIO
Wie? Laßt doch sehen!
ROMEO
Ich hatte diese Nacht 'nen Traum.
MERCUTIO
Auch ich.
ROMEO
Was war der Eure?
MERCUTIO
Daß auf Träume sich
Nichts bauen läßt, daß Träume öfters lügen.
ROMEO
Sie träumen Wahres, weil sie schlafend liegen.
MERCUTIO
Nun seh ich wohl, Frau Mab hat Euch besucht.
[ROMEO
Frau Mab, wer ist sie?
MERCUTIO]
Sie ist der Feenwelt Entbinderin.
Sie kommt, nicht größer als der Edelstein
Am Zeigefinger eines Aldermanns,
Und fährt mit 'nem Gespann von Sonnenstäubchen
Den Schlafenden quer auf der Nase hin.
Die Speichen sind gemacht aus Spinnenbeinen,
Des Wagens Deck aus eines Heupferds Flügeln,
Aus feinem Spinngewebe das Geschirr,
Die Zügel aus des Mondes feuchtem Strahl;
Aus Heimchenknochen ist der Peitsche Griff,
Die Schnur aus Fasern; eine kleine Mücke
Im grauen Mantel sitzt als Fuhrmann vorn,
Nicht halb so groß als wie ein kleines Würmchen,
Das in des Mädchens müßgem Finger nistet.
Die Kutsch ist eine hohle Haselnuß,
Vom Tischler Eichhorn oder Meister Wurm
Zurechtgemacht, die seit uralten Zeiten
Der Feen Wagner sind. In diesem Staat
Trabt sie dann Nacht für Nacht; befährt das Hirn
Verliebter, und sie träumen dann von Liebe,
Des Schranzen Knie, der schnell von Reverenzen,
Des Anwalts Finger, der von Sporteln gleich,
Der Schönen Lippen, die von Küssen träumen;
Oft plagt die böse Mab mit Bläschen diese,
Weil ihren Odem Näscherei verdarb.
Bald trabt sie über eines Hofmanns Nase,
Dann wittert er im Traum sich Ämter aus,
Bald kitzelt sie mit eines Zinshahns Federn
Des Pfarrers Nase, wenn er schlafend liegt,
Von einer bessern Pfründe träumt ihm dann;
Bald fährt sie über des Soldaten Nacken,
Der träumt sofort von Niedersäbeln, träumt
Von Breschen, Hinterhalten, Damaszenern,
Von manchem klaftertiefen Ehrentrunk;
Nun trommelts ihm ins Ohr: da fährt er auf
Und flucht in seinem Schreck ein paar Gebete
Und schläft von neuem. Eben diese Mab
Verwirrt der Pferde Mähnen in der Nacht
Und flicht in struppges Haar die Weichselzöpfe,
Die, wiederum entwirrt, auf Unglück deuten.
Dies ist die Hexe, welche Mädchen drückt,
Die auf dem Rücken ruhn, und die sie lehrt,
Als Weiber einst die Männer zu ertragen.
Dies ist sie -
ROMEO
Still, o still, Mercutio!
Du sprichst von einem Nichts.
MERCUTIO
Wohl wahr, ich rede
Von Träumen, Kindern eines müßgen Hirns,
Von nichts als eitler Phantasie erzeugt,
Die aus so dünnem Stoff als Luft besteht
Und flüchtger wechselt als der Wind, der bald
Um die erfrorne Brust des Nordens buhlt
Und, schnell erzürnt, hinweg von dannen schnaubend,
Die Stirn zum taubeträuften Süden kehrt.
BENVOLIO
Der Wind, von dem Ihr sprecht, entführt uns selbst.
Man hat gespeist; wir kamen schon zu spät.
ROMEO
Zu früh, befürcht ich; denn mein Herz erbangt
Und ahnet ein Verhängnis, welches, noch
Verborgen in den Sternen, heute nacht
Bei dieser Lustbarkeit den furchtbarn Zeitlauf
Beginnen und das Ziel des lästgen Lebens,
Das meine Brust verschließt, mir kürzen wird
Durch einen schnöd verwirkten frühen Tod.
Doch er, der mir zur Fahrt das Steuer lenkt,
Richt auch mein Segel! - Auf, ihr lustgen Freunde!
BENVOLIO
Rührt Trommeln!
Alle ab.
Englisch
FÜNFTE SZENE
Inhaltsverzeichnis
Ein Saal in Capulets Hause
Musikanten warten. Diener kommen.
ERSTER DIENER
Wo ist Schmorpfanne, daß er nicht abräumen hilft? Der wird Teller wechseln, Teller scheuern!
ZWEITER DIENER
Wenn die gute Lebensart in eines oder zweier Menschen Händen sein soll, die noch obendrein ungewaschen sind: 's ist ein unsaubrer Handel.
ERSTER DIENER
Die Klappstühle fort! Rückt den Schenktisch beiseit! Seht nach dem Silberzeuge! Kamerad, heb mir ein Stück Marzipan auf, und wo du mich liebhast, sag dem Pförtner, daß er Suse Mühlstein und Lene hereinläßt. Anton! Schmorpfanne!
[Andre Diener kommen.]
ZWEITER DIENER
Hier, Bursch, wir sind parat.
ERSTER DIENER
Im großen Saale verlangt man euch, vermißt man euch, sucht man euch.
ZWEITER DIENER
Wir können nicht zugleich hier und dort sein. - Lustig, Kerle, haltet euch brav; wer am längsten lebt, kriegt den ganzen Bettel.
Sie ziehen sich in den Hintergrund zurück. Capulet etc. [und die Seinen] mit den Gästen und Masken [und Dienerschaft].
CAPULET
Willkommen, meine Herrn! Wenn Eure Füße
Kein Leichdorn plagt. Ihr Damen, flink ans Werk!
He, he. Ihr schönen Fraun, wer von Euch allen
Schlägts nun wohl ab zu tanzen? Ziert sich eine,
Ich wette, die hat Hühneraugen. Nun,
Hab ichs Euch nah gelegt? Ihr Herrn, willkommen!
Ich weiß die Zeit, da ich 'ne Larve trug
Und einer Schönen eine Weis' ins Ohr
Zu flüstern wußte, die ihr wohlgefiel.
Das ist vorbei, vorbei! Willkommen, Herren!
Kommt, Musikanten, spielt! Macht Platz da, Platz!
Ihr Mädchen, frisch gesprungen!
Musik und Tanz. [- Zu den Dienern:] Mehr Licht, ihr Burschen, und beiseit die Tische! Das Feuer weg! Das Zimmer ist zu heiß. - Ha, recht gelegen kommt der unverhoffte Spaß. Na, setzt Euch, setzt Euch, Vetter Capulet! Wir beide sind ja übers Tanzen hin. Wie lang ists jetzo, seit wir uns zuletzt In Larven steckten?
ZWEITER CAPULET
Dreißig Jahr, mein Seel.
CAPULET
Wie, Schatz? So lang noch nicht, so lang noch nicht.
Denn seit der Hochzeit des Lucentio
Ists etwa fünfundzwanzig Jahr, sobald
Wir Pfingsten haben; und da tanzten wir.
ZWEITER CAPULET
's ist mehr, 's ist mehr! Sein Sohn ist älter, Herr,
Sein Sohn ist dreißig.
CAPULET
Sagt mir das doch nicht!
Sein Sohn war noch nicht mündig vor zwei Jahren.
ROMEO
[zu einem Diener aus seinem Gefolge.] Wer ist das Fräulein, welche dort den Ritter Mit ihrer Hand beehrt?
DER DIENER
Ich weiß nicht, Herr.
ROMEO
Oh, sie nur lehrt die Kerzen, hell zu glühn!
Wie in dem Ohr des Mohren ein Rubin,
So hängt der Holden Schönheit an den Wangen
Der Nacht; zu hoch, zu himmlisch dem Verlangen.
Sie stellt sich unter den Gespielen dar
Als weiße Taub in einer Krähenschar.
Schließt sich der Tanz, so nah ich ihr: ein Drücken
Der zarten Hand soll meine Hand beglücken.
Liebt ich wohl je? Nein, schwör es ab, Gesicht!
Du sahst bis jetzt noch wahre Schönheit nicht.
TYBALT
Nach seiner Stimm ist dies ein Montague.
[Zu einem Diener.] Hol meinen Degen, Bursch! - Was? Wagt der Schurk, Vermummt in eine Fratze, herzukommen Zu Hohn und Schimpfe gegen unser Fest? Fürwahr, bei meines Stammes Ruhm und Adel, Wer tot ihn schlüg, verdiente keinen Tadel!
CAPULET
Was habt Ihr, Vetter? Welch ein Sturm? Wozu?
TYBALT
Seht, Oheim, der da ist ein Montague!
Der Schurke drängt sich unter Eure Gäste
Und macht sich einen Spott an diesem Feste.
CAPULET
Ist es der junge Romeo?
TYBALT
Der Schurke Romeo!
CAPULET
Seid ruhig, Herzensvetter! Laßt ihn gehn!
Er hält sich wie ein wackrer Edelmann;
Und in der Tat, Verona preiset ihn
Als einen sittgen, tugendsamen Jüngling.
Ich möchte nicht für alles Gut der Stadt
In meinem Haus ihm einen Unglimpf tun.
Drum seid geduldig; merket nicht auf ihn.
Das ist mein Will, und wenn du diesen ehrst,
So zeig dich freundlich, streif die Runzeln weg,
Die übel sich bei einem Feste ziemen.
TYBALT
Kommt solch ein Schurk als Gast, so stehn sie wohl.
Ich leid ihn nicht.
CAPULET
Er soll gelitten werden,
Er soll! - Herr Junge, hört Er das? Nur zu!
Wer ist hier Herr? Er oder ich? Nur zu!
So, will Er ihn nicht leiden? - Helf mir Gott! -
Will Hader unter meinen Gästen stiften?
Will sich als starken Mann hier wichtig machen?
TYBALT
Ists nicht 'ne Schande, Oheim?
CAPULET
Zu! Nur zu!
Ihr seid ein kecker Bursch. Ei, seht mir doch!
Der Streich mag Euch gereun; ich weiß schon was.
Ihr macht mirs bunt! Ja, das käm eben recht! -
Brav, Herzenskinder! - Geht, vorwitzig seid Ihr!
Seid ruhig, sonst - Mehr Licht, mehr Licht, zum Kuckuck! -
Will ich zur Ruh Euch bringen! - Lustig, Kinder!
TYBALT
Mir kämpft Geduld aus Zwang mit willger Wut
Im Innern und empört mein siedend Blut.
Ich gehe. - Doch so frech sich aufzudringen!
Was Lust ihm macht, soll bittern Lohn ihm bringen!
Geht ab.
ROMEO
[tritt] zu Julien. Entweihet meine Hand verwegen dich, O Heilgenbild, so will ichs lieblich büßen. Zwei Pilger neigen meine Lippen sich, Den herben Druck im Kusse zu versüßen.
JULIA
Nein, Pilger, lege nichts der Hand zuschulden
Für ihren sittsam-andachtvollen Gruß.
Der Heilgen Rechte darf Berührung dulden,
Und Hand in Hand ist frommer Waller Kuß.
ROMEO
Haben nicht Heilge Lippen wie die Waller?
JULIA
Ja, doch Gebet ist die Bestimmung aller.
ROMEO
O so vergönne, teure Heilge nun,
Daß auch die Lippen wie die Hände tun.
Voll Inbrunst beten sie zu dir: erhöre,
Daß Glaube nicht sich in Verzweiflung kehre!
JULIA
Du weißt, ein Heilger pflegt sich nicht zu regen,
Auch wenn er eine Bitte zugesteht.
ROMEO
So reg dich, Holde, nicht, wie Heilge pflegen,
Derweil mein Mund dir nimmt, was er erfleht.
Er küßt sie. Nun hat dein Mund ihn aller Sünd entbunden.
JULIA
So hat mein Mund zum Lohn Sünd für die Gunst?
ROMEO
Zum Lohn die Sünd? O Vorwurf, süß erfunden!
Gebt sie zurück!
[Küßt sie wieder.]
JULIA
Ihr küßt recht nach der Kunst.
WÄRTERIN
[tritt heran.] Mama will Euch ein Wörtchen sagen, Fräulein.
ROMEO
Wer ist des Fräuleins Mutter?
WÄRTERIN
Ei nun, Junker,
Das ist die gnädge Frau vom Hause hier,
Gar eine wackre Frau und klug und ehrsam.
Die Tochter, die Ihr spracht, hab ich gesäugt.
Ich sag Euch, wer ihr' habhaft werden kann,
Ist wohl gebettet.
ROMEO
Sie eine Capulet? O teurer Preis! Mein Leben
Ist meinem Feind als Schuld dahingegeben!
BENVOLIO
Fort, laßt uns gehn; die Lust ist bald dahin.
ROMEO
Ach, leider wohl! Das ängstet meinen Sinn.
CAPULET
Nein, liebe Herrn, denkt noch ans Weggehn nicht!
Ein kleines, schlichtes Mahl ist schon bereitet. -
Muß es denn sein? Nun wohl, ich dank Euch allen;
Ich dank Euch, edle Herren: Gute Nacht! -
Mehr Fackeln her! - Kommt nun, bringt mich zu Bett.
Zum zweiten Capulet. Wahrhaftig, es wird spät, ich will zur Ruh. Alle ab, außer Julia und Wärterin.
JULIA
Komm zu mir, Amme; wer ist dort der Herr?
WÄRTERIN
Tiberios, des alten, Sohn und Erbe.
JULIA
Wer ists, der eben aus der Türe geht?
WÄRTERIN
Das, denk ich, ist der junge [Marcellin] Petruchio.
JULIA
Wer folgt ihm da, der gar nicht tanzen wollte?
WÄRTERIN
Ich weiß nicht.
JULIA
Geh, frage, wie er heißt! - Ist er vermählt,
So ist das Grab zum Brautbett mir erwählt.
WÄRTERIN
[kommt zurück.] Sein Nam ist Romeo, ein Montague Und Eures großen Feindes einzger Sohn.
JULIA
So einzge Lieb aus großem Haß entbrannt!
Ich sah zu früh, den ich zu spät erkannt.
O Wunderwerk: ich fühle mich getrieben,
Den ärgsten Feind aufs zärtlichste zu lieben.
WÄRTERIN
Wieso, wieso?
JULIA
Es ist ein Reim, den ich von einem Tänzer
Soeben lernte.
Man ruft drinnen: Julia!
WÄRTERIN
Gleich, wir kommen ja!
Kommt, laßt uns gehn; kein Fremder ist mehr da.
Ab. Der Chorus tritt auf.
CHORUS
Die alte Liebe stirbt in ihm dahin,
Und junge Zuneigung beerbt sie da;
Die Schöne, nach der schmachtend stand sein Sinn,
Scheint nicht mehr schön nun neben Julia.
Er wird geliebt und liebt nun auch zum Schluß,
Ein Zauberblick kann beiderseits nicht fehln,
Doch scheint als Feind sie, der ers klagen muß,
Und seiner Falle Köder muß sie stehln.
Als Feind gesehn, darf er nicht zu ihr her,
Zu schwörn, wie wirs sonst bei Verliebten sehn;
Auch sie liebt ihn, doch kann noch weniger
Zum neu geliebten irgendwohin gehn:
Doch Zeit schafft Rat, Verlangen leiht die Kraft
Und lindert Leid durch süße Leidenschaft.
Geht ab.
Englisch
ZWEITER AKT
Inhaltsverzeichnis
ERSTE SZENE
Inhaltsverzeichnis
Ein offner Platz, der an Capulets Garten stößt
Romeo tritt auf.
ROMEO
Kann ich von hinnen, da mein Herz hier bleibt?
Geh, frostge Erde, suche deine Sonne!
Er ersteigt die Mauer und springt hinunter. Benvolio und Mercutio treten auf.
BENVOLIO
He, Romeo, he, Vetter!
MERCUTIO
Er ist klug
Und hat, mein Seel, sich heim ins Bett gestohlen.
BENVOLIO
Er lief hieher und sprang die Gartenmauer
Hinüber. Ruf ihn, Freund Mercutio!
MERCUTIO
Ja, auch beschwören will ich. Romeo!
Was? Grillen! Toller! Leidenschaft! Verliebter!
Erscheine du, gestaltet wie ein Seufzer;
Sprich nur ein Reimchen, so genügt mirs schon;
Ein Ach nur jammre, paare Lieb und Triebe;
Gib der Gevattrin Venus ein gut Wort, Schimpf eins auf ihren blinden Sohn und Erben, Held Amor, der so flink gezielt, als König Kophetua das Bettlermädchen liebte. Er höret nicht, er regt sich nicht, er rührt sich nicht. Der Aff ist tot; ich muß ihn wohl beschwören. Nun wohl: Bei Rosalindens hellem Auge, Bei ihrer Purpurlipp und hohen Stirn, Bei ihrem zarten Fuß, dem schlanken Bein, Den üppgen Hüften und der Region, Die ihnen nahe liegt, beschwör ich dich, Daß du in eigner Bildung uns erscheinest.
BENVOLIO
Wenn er dich hört, so wird er zornig werden.
MERCUTIO
Hierüber kann ers nicht; er hätte Grund,
Bannt ich hinauf in seiner Dame Kreis
Ihm einen Geist von seltsam eigner Art
Und ließe den da stehn, bis sie den Trotz
Gezähmt und nieder ihn beschworen hätte.
Das wär Beschimpfung! Meine Anrufung
Ist gut und ehrlich; mit der Liebsten Namen
Beschwör ich ihn, bloß um ihn aufzurichten.
BENVOLIO
Komm! Er verbarg sich unter jenen Bäumen
Und pflegt des Umgangs mit der feuchten Nacht.
Die Lieb ist blind, das Dunkel ist ihr recht.
MERCUTIO
Ist Liebe blind, so zielt sie freilich schlecht.
Nun sitzt er wohl an einen Baum gelehnt
Und wünscht, sein Liebchen wär die reife Frucht
Und fiel ihm in den Schoß. Doch, gute Nacht,
Freund Romeo! Ich will ins Federbett;
Das Feldbett ist zum Schlafen mir zu kalt.
Komm, gehn wir?
BENVOLIO
Ja, es ist vergeblich, ihn
Zu suchen, der nicht will gefunden sein.
Beide ab.
Englisch
ZWEITE SZENE
Inhaltsverzeichnis
Capulets Garten
Romeo kommt.
ROMEO
Der Narben lacht, wer Wunden nie gefühlt.
Julia erscheint oben an einem Fenster. Doch still, was schimmert durch das Fenster dort? Es ist der Ost, und Julia die Sonne! - Geh auf, du holde Sonn! Ertöte Lunen, Die neidisch ist und schon vor Grame bleich, Daß du viel schöner bist, obwohl ihr dienend. O da sie neidisch ist, so dien ihr nicht! Nur Toren gehn in ihrer blassen, kranken Vestalentracht einher; wirf du sie ab! Sie ist es, meine Göttin, meine Liebe! O wüßte sie, daß sie es ist! - Sie spricht, doch sagt sie nichts: was schadet das? Ihr Auge redt, ich will ihm Antwort geben. - Ich bin zu kühn, es redet nicht zu mir. Ein Paar der schönsten Stern am ganzen Himmel Wird ausgesandt und bittet Juliens Augen, In ihren Kreisen unterdes zu funkeln. Doch wären ihre Augen dort, die Sterne In ihrem Antlitz? Würde nicht der Glanz Von ihren Wangen jene so beschämen Wie Sonnenlicht die Lampe? Würd ihr Aug Aus luftgen Höhn sich nicht so hell ergießen, Daß Vögel sängen, froh den Tag zu grüßen? O wie sie auf die Hand die Wange lehnt! Wär ich der Handschuh doch auf dieser Hand Und küßte diese Wange!
JULIA
Weh mir!
ROMEO
Horch!
Sie spricht. O sprich noch einmal, holder Engel!
Denn über meinem Haupt erscheinest du
Der Nacht so glorreich, wie ein Flügelbote
Des Himmels dem erstaunten, über sich
Gekehrten Aug der Menschensöhne, die
Sich rücklings werfen, um ihm nachzuschaun,
Wenn er dahin fährt auf den trägen Wolken
Und auf der Luft gewölbtem Busen schwebt.
JULIA
O Romeo! Warum denn Romeo?
Verleugne deinen Vater, deinen Namen!
Willst du das nicht, schwör dich zu meinem Liebsten,
Und ich bin länger keine Capulet!
ROMEO
für sich. Hör ich noch länger, oder soll ich reden?
JULIA
Dein Nam ist nur mein Feind. Du bliebst du selbst,
Und wärst du auch kein Montague. Was ist
Denn Montague? Es ist nicht Hand, nicht Fuß,
Nicht Arm noch Antlitz, noch ein andrer Teil
Von einem Menschen. Sei ein andrer Name!
Was ist ein Name? Was uns Rose heißt,
Wie es auch hieße, würde lieblich duften;
So Romeo, wenn er auch anders hieße,
Er würde doch den köstlichen Gehalt
Bewahren, welcher sein ist ohne Titel.
O Romeo, leg deinen Namen ab,
Und für den Namen, der dein Selbst nicht ist,
Nimm meines ganz!
ROMEO
[indem er näher hinzutritt.] Ich nehme dich beim Wort. Nenn Liebster mich, so bin ich neu getauft Und will hinfort nicht Romeo mehr sein.
JULIA
Wer bist du, der du, von der Nacht beschirmt,
Dich drängst in meines Herzens Rat?
ROMEO
Mit Namen
Weiß ich dir nicht zu sagen, wer ich bin.
Mein eigner Name, teure Heilge, wird,
Weil er dein Feind ist, von mir selbst gehaßt;
Hätt ich ihn schriftlich, so zerriss' ich ihn.
JULIA
Mein Ohr trank keine hundert Worte noch
Von diesen Lippen, doch es kennt den Ton.
Bist du nicht Romeo, ein Montague?
ROMEO
Nein, Holde; keines, wenn dir eins mißfällt.
JULIA
Wie kamst du her? O sag mir, und warum?
Die Gartenmaur ist hoch, schwer zu erklimmen;
Die Stätt ist Tod - bedenk nur, wer du bist -,
Wenn einer meiner Vettern dich hier findet.
ROMEO
Der Liebe leichte Schwingen trugen mich,
Kein steinern Bollwerk kann der Liebe wehren;
Und Liebe wagt, was irgend Liebe kann,
Drum hielten deine Vettern mich nicht auf.
JULIA
Wenn sie dich sehn, sie werden dich ermorden.
ROMEO
Ach, deine Augen drohn mir mehr Gefahr
Als zwanzig ihrer Schwerter; blick du freundlich,
So bin ich gegen ihren Haß gestählt.
JULIA
Ich wollt um alles nicht, daß sie dich sähn.
ROMEO
Vor ihnen hüllt mich Nacht in ihren Mantel.
Liebst du mich nicht, so laß sie nur mich finden;
Durch ihren Haß zu sterben wär mir besser
Als ohne deine Liebe Lebensfrist.
JULIA
Wer zeigte dir den Weg zu diesem Ort?
ROMEO
Die Liebe, die zuerst mich forschen hieß;
Sie lieh mir Rat, ich lieh ihr meine Augen.
Ich bin kein Steuermann, doch wärst du fern
Wie Ufer, von dem fernsten Meer bespült,
Ich wagte mich nach solchem Kleinod hin.
JULIA
Du weißt, die Nacht verschleiert mein Gesicht,
Sonst färbte Mädchenröte meine Wangen
Um das, was du vorhin mich sagen hörtest.
Gern hielt ich streng auf Sitte, möchte gern
Verleugnen, was ich sprach; doch weg mit Form!
Sag, liebst du mich? Ich weiß, du wirsts bejahn,
Und will dem Worte traun; doch wenn du schwörst,
So kannst du treulos werden; wie sie sagen,
Lacht Jupiter des Meineids der Verliebten.
O holder Romeo, wenn du mich liebst:
Sags ohne Falsch! Doch dächtest du, ich sei
Zu schnell besiegt, so will ich finster blicken,
Will widerspenstig sein und Nein dir sagen,
So du dann werben willst; sonst nicht um alles.
Gewiß, mein Montague, ich bin zu herzlich,
Du könntest denken, ich sei leichten Sinns.
Ich glaube, Mann, ich werde treuer sein
Als sie, die fremd zu tun geschickter sind.
Auch ich, bekenn ich, hätte fremd getan,
Wär ich von dir, eh ichs gewahrte, nicht
Belauscht in Liebesklagen. Drum vergib!
Schilt diese Hingebung nicht Flatterliebe,
Die so die stille Nacht verraten hat.
ROMEO
Ich schwöre, Fräulein, bei dem heilgen Mond,
Der silbern dieser Bäume Wipfel säumt -
JULIA
O schwöre nicht beim Mond, dem wandelbaren,
Der immerfort in seiner Scheibe wechselt,
Damit nicht wandelbar dein Lieben sei!
ROMEO
Wobei denn soll ich schwören?
JULIA
Laß es ganz!
Doch willst du, schwör bei deinem edlen Selbst,
Dem Götterbilde meiner Anbetung;
So will ich glauben.
ROMEO
Wenn die Herzensliebe -
JULIA
Gut, schwöre nicht! Obwohl ich dein mich freue,
Freu ich mich nicht des Bundes dieser Nacht.
Er ist zu rasch, zu unbedacht, zu plötzlich,
Gleicht allzusehr dem Blitz, der nicht mehr ist,
Noch eh man sagen kann: es blitzt. - Schlaf süß!
Des Sommers warmer Hauch kann diese Knospe
Der Liebe wohl zur schönen Blum entfalten,
Bis wir das nächste Mal uns wiedersehn.
Nun gute Nacht! So süße Ruh und Frieden,
Als mir im Busen wohnt, sei dir beschieden.
ROMEO
Ach, willst du lassen mich so ungetröstet?
JULIA
Welch Tröstung kannst du diese Nacht begehren?
ROMEO
Gib deinen treuen Liebesschwur für meinen!
JULIA
Ich gab ihn dir, eh du darum gefleht;
Und doch, ich wollt, er stünde noch zu geben.
ROMEO
Wolltst du mir ihn entziehn? Wozu das, Liebe?
JULIA
Um unverstellt ihn dir zurückzugeben.
Allein ich wünsche, was ich habe, nur.
So grenzenlos ist meine Huld, die Liebe
So tief ja wie das Meer. Je mehr ich gebe,
Je mehr auch hab ich: beides ist unendlich.
Ich hör im Haus Geräusch; leb wohl. Geliebter!
Die Wärterin ruft hinter der Szene. Gleich, Amme! Holder Montague, sei treu! Wart einen Augenblick; ich komme wieder! Sie geht zurück.
ROMEO
O selge, selge Nacht! Nur fürcht ich, weil
Mich Nacht umgibt, dies alles sei nur Traum,
Zu schmeichelnd süß, um wirklich zu bestehn.
Julia erscheint wieder am Fenster.
JULIA
Drei Worte, Romeo, dann gute Nacht!
Wenn deine Liebe tugendsam gesinnt
Vermählung wünscht, so laß mich morgen wissen
Durch jemand, den ich zu dir senden will,
Wo du und wann die Trauung willst vollziehn.
Dann leg ich dir mein ganzes Glück zu Füßen
Und folge durch die Welt dir, meinem Herrn.
Die Wärterin hinter der Szene: Fräulein! Ich komme, gleich! - Doch meinst du es nicht gut, So bitt ich dich - Die Wärterin hinter der Szene: Fräulein! Im Augenblick, ich komme! - Hör auf zu werben, laß mich meinem Gram! Ich sende morgen früh.
ROMEO
Beim ewgen Heil!
JULIA
Nun tausend gute Nacht!
Geht zurück.
ROMEO
Raubst du dein Licht ihr, wird sie bang durchwacht.
Wie Knaben aus der Schul eilt Liebe hin zum Lieben,
Wie Knaben an ihr Buch wird sie hinweggetrieben.
Er entfernt sich langsam. Julia erscheint wieder am Fenster.
JULIA
St! Romeo, st! O eines Jägers Stimme,
Den edlen Falken wieder herzulocken!
Abhängigkeit ist heiser, wagt nicht laut
Zu reden, sonst zersprengt ich Echos Kluft
Und machte heisrer ihre luftge Kehle
Als meine mit dem Namen Romeo.
ROMEO
[umkehrend.] Mein Leben ists, das meinen Namen ruft. Wie silbersüß tönt bei der Nacht die Stimme Der Liebenden, gleich lieblicher Musik Dem Ohr des Lauschers!
JULIA
Romeo!
ROMEO
Mein Fräulein!
JULIA
Um welche Stunde soll ich morgen schicken?
ROMEO
Um neun.
JULIA
Ich will nicht säumen; zwanzig Jahre
Sinds bis dahin. Doch ich vergaß, warum
Ich dich zurückgerufen.
ROMEO
Laß hier mich stehn, derweil du dich bedenkst.
JULIA
Auf daß du stets hier weilst, werd ich vergessen,
Bedenkend, wie mir deine Näh so lieb.
ROMEO
Auf daß du stets vergessest, werd ich weilen,
Vergessend, daß ich irgend sonst daheim.
JULIA
Es tagt beinah, ich wollte nun, du gingst;
Doch weiter nicht, als wie ein tändelnd Mädchen
Ihr Vögelchen der Hand entschlüpfen läßt,
Gleich einem Armen in der Banden Druck,
Und dann zurück ihn zieht am seidnen Faden;
So liebevoll mißgönnt sie ihm die Freiheit.
ROMEO
War ich dein Vögelchen!
JULIA
Ach wärst du's. Lieber!
Doch hegt und pflegt ich dich gewiß zu Tod.
Nun gute Nacht! So süß ist Trennungswehe,
Ich rief wohl gute Nacht, bis ich den Morgen sähe.
Sie geht zurück.
ROMEO
Schlaf wohn auf deinem Aug, Fried in der Brust!
O wär ich Fried und Schlaf und ruht in solcher Lust!
Ich will zur Zell des frommen Vaters gehen,
Mein Glück ihm sagen und um Hülf ihn flehen.
Ab.
Englisch
DRITTE SZENE
Inhaltsverzeichnis
[Ein Klostergarten] Bruder Lorenzos Zelle
Bruder Lorenzo mit einem Körbchen.
LORENZO
Der Morgen lächelt froh der Nacht ins Angesicht
Und säumet das Gewölk im Ost mit Streifen Licht.
Die matte Finsternis flieht wankend, wie betrunken,
Von Titans Pfad, besprüht von seiner Rosse Funken.
Eh höher nun die Sonn ihr glühend Aug erhebt,
Den Tau der Nacht verzehrt und neu die Welt belebt,
Muß ich dies Körbchen hier voll Kraut und Blumen lesen,
Voll Pflanzen giftger Art und diensam zum Genesen.
Die Mutter der Natur, die Erd, ist auch ihr Grab,
Und was ihr Schoß gebar, sinkt tot in ihn hinab,
Und Kinder mannigfalt, so all ihr Schoß empfangen,
Sehn wir, gesäugt von ihr, an ihren Brüsten hangen.
An vielen Tugenden sind viele drunter reich,
Ganz ohne Wert nicht eins, doch keins dem andern gleich.
Oh, große Kräfte sinds, weiß man sie recht zu pflegen,
Die Pflanzen, Kräuter, Stein in ihrem Innern hegen;
Was nur auf Erden lebt, da ist auch nichts so schlecht,
Daß es der Erde nicht besondern Nutzen brächt.
Doch ist auch nichts so gut, das, diesem Ziel entwendet,
Abtrünnig seiner Art, sich nicht durch Mißbrauch schändet.
In Laster wandelt sich selbst Tugend, falsch geübt,
Wie Ausführung auch wohl dem Laster Würde gibt.
Die kleine Blume hier beherbergt giftge Säfte
In ihrer zarten Hüll und milde Heilungskräfte!
Sie labet den Geruch und dadurch jeden Sinn;
Gekostet, dringt sie gleich zum Herzen tötend hin.
Zwei Feinde lagern so im menschlichen Gemüte
Sich immerdar im Kampf: verderbter Will und Güte,
Und wo das Schlechtre herrscht mit siegender Gewalt,
Dergleichen Pflanze frißt des Todes Wurm gar bald.
Romeo tritt auf.
ROMEO
Mein Vater, guten Morgen!
LORENZO
Sei der Herr gesegnet!
Wes ist der frühe Gruß, der freundlich mir begegnet?
Mein junger Sohn, es zeigt, daß wildes Blut dich plagt,
Daß du dem Bett so früh schon Lebewohl gesagt.
Die wache Sorge lauscht im Auge jedes Alten,
Und Schlummer bettet nie sich da, wo Sorgen walten;
Doch da wohnt goldner Schlaf, wo mit gesundem Blut
Und grillenfreiem Hirn die frische Jugend ruht.
Drum läßt mich sicherlich dein frühes Kommen wissen,
Daß innre Unordnung vom Lager dich gerissen.
Wie? Oder hätte gar mein Romeo die Nacht
- Nun rat ichs besser - nicht im Bette hingebracht?
ROMEO
So ists, ich wußte mir viel süßre Ruh zu finden.
LORENZO
Verzeih die Sünde Gott! Warst du bei Rosalinden?
ROMEO
Bei Rosalinden, ich? Ehrwürdger Vater, nein!
Vergessen ist der Nam und dieses Namens Pein.
LORENZO
Das ist mein wackrer Sohn! Allein wo warst du? Sage!
ROMEO
So hör; ich sparte gern dir eine zweite Frage.
Ich war bei meinem Feind auf einem Freudenmahl,
Und da verwundete mich jemand auf einmal.
Desgleichen tat ich ihm, und für die beiden Wunden
Wird heilge Arzenei bei deinem Amt gefunden.
Ich hege keinen Groll, mein frommer, alter Freund,
Denn sieh, zustatten kommt die Bitt auch meinem Feind.
LORENZO
Einfältig, lieber Sohn! Nicht Silben fein gestochen!
Wer Rätsel beichtet, wird in Rätseln losgesprochen.
ROMEO
So wiss' einfältiglich: Ich wandte Seel und Sinn
In Lieb auf Capulets holdselge Tochter hin.
Sie gab ihr ganzes Herz zurück mir für das meine,
Und uns Vereinten fehlt zum innigsten Vereine
Die heilge Trauung nur; doch wie und wo und wann
Wir uns gesehn, erklärt und Schwur um Schwur getan,
Das alles will ich dir auf unserm Weg erzählen;
Nur bitt ich, willge drein, noch heut uns zu vermählen!
LORENZO
O heiliger Sankt Franz! Was für ein Unbestand!
Ist Rosalinde schon aus deiner Brust verbannt,
Die du so heiß geliebt? Liegt junger Männer Liebe
Denn in den Augen nur, nicht in des Herzens Triebe?
O heiliger Sankt Franz! Wie wusch ein salzig Naß
Um Rosalinden dir so oft die Wangen blaß!
Und löschen konnten doch so viele Tränenfluten
Die Liebe nimmer dir; sie schürten ihre Gluten.
Noch schwebt der Sonn ein Dunst von deinen Seufzern vor,
Dein altes Stöhnen summt mir noch im alten Ohr,
Sieh, auf der Wange hier ist noch die Spur zu sehen
Von einer alten Trän, die noch nicht will vergehen.
Und warst du je du selbst und diese Schmerzen dein,
So war der Schmerz und du für Rosalind allein.
Und so verwandelt nun? Dann leide, daß ich spreche:
Ein Weib darf fallen, wohnt in Männern solche Schwäche.
ROMEO
Oft schmältest du mit mir um Rosalinden schon.
LORENZO
Weil sie dein Abgott war, nicht weil du liebtest, Sohn.
ROMEO
Und mahntest oft mich an, die Liebe zu besiegen.
LORENZO
Nicht um in deinem Sieg der zweiten zu erliegen.
ROMEO
Ich bitt dich, schmäl nicht! Sie, der jetzt mein Herz gehört,
Hat Lieb um Liebe mir und Gunst um Gunst gewährt.
Das tat die andre nie.
LORENZO
Sie wußte wohl, dein Lieben
Sei zwar ein köstlich Wort, doch nur in Sand geschrieben.
Komm, junger Flattergeist! Komm nur, wir wollen gehn;
Ich bin aus einem Grund geneigt, dir beizustehn:
Vielleicht, daß dieser Bund zu großem Glück sich wendet
Und eurer Häuser Groll durch ihn in Freundschaft endet.
ROMEO
O laß uns fort von hier! Ich bin in großer Eil.
LORENZO
Wer hastig läuft, der fällt; drum eile nur mit Weil.
Beide ab.
Englisch
VIERTE SZENE
Inhaltsverzeichnis
Eine Straße
Benvolio und Mercutio kommen.
MERCUTIO
Wo, Teufel, kann der Romeo stecken? Kam er heute nacht nicht nach Hause?
BENVOLIO
Nach seines Vaters Hause nicht; ich sprach seinen Diener.
MERCUTIO
Ja, dies hartherzge Frauenbild, die Rosalinde,
Sie quält ihn so, er wird gewiß verrückt.
BENVOLIO
Tybalt, des alten Capulet Verwandter,
Hat dort ins Haus ihm einen Brief geschickt.
MERCUTIO
Eine Ausforderung, so wahr ich lebe!
BENVOLIO
Romeo wird ihm die Antwort nicht schuldig bleiben.
MERCUTIO
Auf einen Brief kann ein jeder antworten, wenn er schreiben kann.
BENVOLIO
Nein, ich meine, er wird dem Briefsteller zeigen, daß er Mut hat, wenn man ihm so was zumutet.
MERCUTIO
Ach, der arme Romeo; er ist ja schon tot! Durchbohrt von einer weißen Dirne schwarzem Auge; durchs Ohr geschossen mit einem Liebesliedchen; seine Herzensscheibe durch den Pfeil des kleinen blinden Schützen mitten entzweigespalten. Ist er der Mann darnach, es mit dem Tybalt aufzunehmen?
BENVOLIO
Nun, was ist Tybalt denn Großes?
MERCUTIO
Kein papierner Held, das kann ich dir sagen! Oh, er ist ein beherzter Zeremonienmeister der Ehre. Er ficht, wie Ihr ein Liedlein singt, hält Takt und Maß und Ton. Er beobachtet seine Pausen; eins - zwei - drei; dann sitzt Euch der Stoß in der Brust! Er bringt Euch einen seidnen Knopf unfehlbar ums Leben. Ein Raufer, ein Raufer! Ein Ritter vom ersten Range, der Euch alle Gründe eines Ehrenstreits an den Fingern herzuzählen weiß. Ach die göttliche Passade! Die doppelte Finte! Der!
BENVOLIO
Der - was?
MERCUTIO
Der Henker hole diese phantastischen, gezierten, lispelnden Eisenfresser! Was sie für neue Töne anstimmen! - »Eine sehr gute Klinge« - »Ein sehr wohlgewachsener Mann!« - »Eine sehr gute Hure!« - Ist das nicht ein Elend, Urältervater! daß wir mit diesen ausländischen Schmetterlingen heimgesucht werden, mit diesen Modenarren, diesen Pardonnez-moi, die so stark auf neue Weise halten, ohne jemals weise zu werden?
[Romeo tritt auf.]
BENVOLIO
Da kommt Romeo, da kommt er!
MERCUTIO
Ohne seinen Rogen, wie ein gedörrter Hering. O Fleisch, Fleisch, wie bist du verfischt worden! Nun liebt er die Melodien, in denen sich Petrarca ergoß; gegen sein Fräulein ist Laura nur eine Küchenmagd - Wetter, sie hatte doch einen bessern Liebhaber, um sie zu bereimen! -, Dido eine Trutschel, Kleopatra eine Zigeunerin, Helena und Hero Metzen und lose Dirnen, Thisbe ein artiges Blauauge oder sonst so was, will aber nichts vorstellen.
Romeo tritt auf. Signor Romeo, bonjour! Da habt Ihr einen französischen Gruß für Eure französischen Pumphosen! Ihr spieltet uns diese Nacht einen schönen Streich.
ROMEO
Guten Morgen, meine Freunde! Was für einen Streich?
MERCUTIO
Einen Diebesstreich. Ihr stahlt Euch unversehens davon.
ROMEO
Verzeihung, guter Mercutio. Ich hatte etwas Wichtiges vor, und in einem solchen Falle tut man wohl einmal der Höflichkeit Gewalt an.
MERCUTIO
Das soll wohl heißen, daß in einem solchen Falle ein Mann dazu vergewaltigt wird, sich in den Schenkeln zu verbeugen.
ROMEO
Das bedeutet, einen höflichen Knicks zu machen.
MERCUTIO
Du hast es allergnädigst erfaßt.
ROMEO
Eine äußerst höfliche Auslegung.
MERCUTIO
Ich bringe die Höflichkeit zur höchsten Blüte.
ROMEO
Blüte steht für Blume.
MERCUTIO
Richtig.
ROMEO
Nun, dann ist mein Tanzschuh gut geblümt.
MERCUTIO
Gut gesagt: spinne mir nun diesen Scherz weiter, bis du deinen Tanzschuh abgenutzt hast; so daß, wenn seine einzige Sohle abgenutzt ist, der Scherz solo und einzigartig hernach übrig bleibe.
ROMEO
Oh einfachbesohlter Scherz, einfach einzigartig in seiner Einfalt!
MERCUTIO
Tritt zwischen uns, guter Benvolio; mein Witz schwindet mir.
ROMEO
Dann gib ihm Peitsche und Sporen, Peitsche und Sporen; oder ich rufe mich zum Sieger aus.
MERCUTIO
Nein, wenn dein Witz ebenso ziellos herumgaloppiert wie bei einer Wildgansjagd[Wildgansjagd (wild-goose chase): Ein Wettrennen zu Pferde, bei dem der führende Reiter die Strecke bestimmt. Im übertragenen Sinn: ein sehr wenig erfolgversprechendes Unternehmen.] , bin ich fertig; denn du hast mehr von einer schnatternden Wildgans in einem deiner Sinne, da bin ich mir sicher, als ich in meinen ganzen fünfen: bin ich Euch mit der Schnatterei zu nahe getreten?
ROMEO
Du bist nie nahe zu mir getreten, außer mit Schnatterei.
MERCUTIO
Für diesen Scherz werde ich dir am Ohr knabbern.
ROMEO
Nein, guter Gänserich, beiß mich nicht.
MERCUTIO
Dein Witz ist wie ein sehr bitterer Süßapfel; er ist eine äußerst scharfe Soße.
ROMEO
Und ist er dann nicht genau die richtige Beilage zu einer süßen Gans?
MERCUTIO
Oh, das ist ein Witz aus Glacéleder, der sich von einem kleinen Zoll auf eine große Elle dehnen läßt!
ROMEO
Ich werde ihn durch das Wort »groß« ausdehnen, welches, wenn es der Gans hinzugefügt wird, dich weit und breit als eine große Schnattergans dastehen läßt.
MERCUTIO
Wie nun? [Du sprichst ja ganz menschlich. Wie kommt es, daß du auf einmal deine aufgeweckte Zunge und deine muntern Augen wiedergefunden hast? So hab ich dich gern.] Ist das nicht besser als das ewige Liebesgekrächze? Jetzt bist du umgänglich, jetzt bist du Romeo; jetzt bist du was du bist, in deiner Kunst ebenso wie in deiner Natur, denn dieser faselnde Amor ist wie ein großer Einfaltspinsel, der lächsend auf und ab rennt, um sein Stöckchen in einem Loch zu verstecken.
BENVOLIO
Halt ein, halt ein.
MERCUTIO
Du wünschst, daß ich meine Ergüße unzeitig beende.
BENVOLIO
Ansonsten wäre es dir zu lang geworden.
MERCUTIO
O, du irrst dich; es wäre sogleich wieder kurz geworden, denn ich bin bereits in die volle Tiefe vorgedrungen und beabsichtigte in der Tat, auf dem Fall nicht länger herumzureiten.
ROMEO
Seht den prächtigen Aufzug!
Die Wärterin und Peter hinter ihr.
MERCUTIO
Was kommt da angesegelt?
BENVOLIO
Zwei, zwei: ein Männerhemd und ein Unterrock.
WÄRTERIN
Peter!
PETER
Was beliebt?
WÄRTERIN
Meinen Fächer, Peter!
MERCUTIO
Gib ihn ihr, guter Peter, um ihr Gesicht zu verstecken. Ihr Fächer ist viel hübscher wie ihr Gesicht.
WÄRTERIN
Schönen guten Morgen, Ihr Herren!
MERCUTIO
Schönen guten Abend, schöne Dame!
WÄRTERIN
Warum guten Abend?
MERCUTIO
Euer Brusttuch deutet auf Sonnenuntergang.
WÄRTERIN
Pfui, was ist das für ein Mensch?
ROMEO
Einer, Verehrte, den Gott geschaffen hat, daß er sich selbst verderbe.
WÄRTERIN
Schön gesagt, bei meiner Seele! Daß er sich selbst verderbe! Ganz recht! Aber, Ihr Herren, kann mir keiner von Euch sagen, wo ich den jungen Romeo finde?
ROMEO
Ich kanns Euch sagen; aber der junge Romeo wird älter sein, wenn Ihr ihn gefunden habt, als er war, da Ihr ihn suchtet. Ich bin der Jüngste, der den Namen führt, weil kein schlechterer da war.
WÄRTERIN
Gut gegeben.
MERCUTIO
So? Ist das Schlechteste gut gegeben? Nun wahrhaftig: gut begriffen! Sehr vernünftig!
WÄRTERIN
Wenn Ihr Romeo seid, mein Herr, so wünsche ich Euch insgeheim zu sprechen.
BENVOLIO
Sie wird ihn irgendwohin auf den Abend bitten.
MERCUTIO
Eine Kupplerin, eine Kupplerin! Ho, ho!
BENVOLIO
Was witterst du?
MERCUTIO
[Neue Jagd, neue Jagd! -] Kein Häschen, mein Herr; außer vielleicht einer Häsin, mein Herr, in einer Fastenspeise, die schon etwas schal und schimmelig-grau geworden ist, bevor sie vernascht wurde.
Singt.
Ein Has', ergraut[Es ist sicher kein Zufall, daß das Wort »hoar« (ergraut) genauso klingt wie »whore« (Hure) und daß die sprichwörtliche Vermehrungsfreudigkeit der Hasen auch eine Interpretation von »hare« (Hase) als Hure nahelegt. So lautet die erste Zeile wörtlich »Ein alter Hase, (der) ergraut (ist)«, doch der Zuhörer versteht »Eine alte Hure«.] ,
Und ein Has', ergraut,
Welch sehr gute Fastenspeis';
Doch ein Has', der ergraut,
Ist zu viel zugetraut,
Wenns ergraut eh' ichs verspeis.
Romeo, kommt nach Eures Vaters Hause, wir wollen zu Mittag da essen.
ROMEO
Ich komme euch nach.
MERCUTIO
Lebt wohl, alte Schöne! Lebt wohl,
Singt. o Schöne - Schöne - Schöne! Benvolio und Mercutio gehen ab.
WÄRTERIN
Sagt mir doch, was war das für ein unverschämter Gesell, der nichts als Schelmstücke im Kopfe hatte?
ROMEO
Jemand, der sich selbst gern reden hört, meine gute Frau, und der in einer Minute mehr spricht, als er in einem Monate verantworten kann.
WÄRTERIN
Ja, und wenn er auf mich was zu sagen hat, so will ich ihn bei den Ohren kriegen, und wäre er auch noch vierschrötiger, als er ist, und zwanzig solcher Hasenfüße obendrein; und kann ichs nicht, so könnens andre. So 'n Lausekerl! Ich bin keine von seinen Kreaturen, ich bin keine von seinen Karnuten.
[Zu Peter.] Und du mußt auch dabeistehen und leiden, daß jeder Schuft sich nach Belieben über mich hermacht!
PETER
Ich habe nicht gesehn, daß sich jemand über Euch hergemacht hätte, sonst hätte ich geschwind vom Leder gezogen, das könnt Ihr glauben. Ich kann so gut ausziehen wie ein andrer, wo es einen ehrlichen Zank gibt und das Recht auf meiner Seite ist.
WÄRTERIN
Nu, weiß Gott, ich habe mich so geärgert, daß ich am ganzen Leibe zittre. So 'n Lausekerl! - Seid so gütig, mein Herr, auf ein Wort! Und was ich Euch sagte: Mein junges Fräulein befahl mir. Euch zu suchen. Was sie mir befahl. Euch zu sagen, das will ich für mich behalten; aber erst laßt mich Euch sagen, wenn Ihr sie wolltet bei der Nase herumführen, sozusagen, das wäre eine unartige Aufführung, sozusagen. Denn seht, das Fräulein ist jung, und also, wenn Ihr falsch gegen sie zu Werke gingt, das würde sich gar nicht gegen ein Fräulein schicken und wäre ein recht nichtsnutziger Handel.
ROMEO
Empfiehl mich deinem Fräulein! Ich beteure dir -
WÄRTERIN
Du meine Zeit! Gewiß und wahrhaftig, das will ich ihr wiedersagen. O jemine, sie wird sich vor Freude nicht zu lassen wissen!
ROMEO
Was willst du ihr sagen, gute Frau? Du gibst nicht Achtung.
WÄRTERIN
Ich will ihr sagen, daß Ihr beteuert, und ich meine, das ist recht wie ein Kavalier gesprochen.
ROMEO
Sag ihr, sie mög ein Mittel doch ersinnen,
Zur Beichte diesen Nachmittag zu gehn.
Dort in Lorenzos Zelle soll alsdann,
Wenn sie gebeichtet, unsre Trauung sein.
Hier ist für deine Müh.
WÄRTERIN
Nein, wahrhaftig, Herr, keinen Pfennig!
ROMEO
Nimm, sag ich dir; du mußt!
WÄRTERIN
Heut nachmittag? Nun gut, sie wird Euch treffen.
ROMEO
Du, gute Frau, wart hinter der Abtei,
Mein Diener soll dir diese Stunde noch,
Geknüpft aus Seilen, eine Leiter bringen,
Die zu dem Gipfel meiner Freuden ich
Hinan will klimmen in geheimer Nacht.
Leb wohl! Sei treu, so lohn ich deine Müh.
Leb wohl! Empfiehl mich deinem Fräulein!
WÄRTERIN
Nun, Gott der Herr gesegn es! - Hört, noch eins!
ROMEO
Was willst du, gute Frau?
WÄRTERIN
Schweigt Euer Diener? Habt Ihr nie vernommen:
Wo zwei zu Rate gehn, laßt keinen dritten kommen?
ROMEO
Verlaß dich drauf, der Mensch ist treu wie Gold.
WÄRTERIN
Nun gut, Herr, meine Herrschaft ist ein allerliebstes Fräulein. O jemine, als sie noch so ein kleines Dingelchen war - Oh, da ist ein Edelmann in der Stadt, einer, der Paris heißt, der gern einhaken möchte; aber das gute Herz mag ebenso lieb eine Kröte sehn, eine rechte Kröte, als ihn. - Ich ärgre sie zuweilen und sag ihr: Paris wär doch der hübscheste; aber Ihr könnt mirs glauben, wenn ich das sage, so wird sie so blaß wie ein Tischtuch. Fängt nicht Rosmarin und Romeo mit demselben Buchstaben an?
ROMEO
Ja, gute Frau; beide mit einem R.
WÄRTERIN
Ach, Spaßvogel, warum nicht gar? Das schnurrt ja wie 'n Spinnrad. Nein, ich weiß wohl, es fängt mit einem andern Buchstaben an, und sie hat die prächtigsten Reime und Sprichwörter darauf, daß Euch das Herz im Leibe lachen tät, wenn Ihrs hörtet.
ROMEO
Empfiehl mich deinem Fräulein!
[Ab.]
WÄRTERIN
Jawohl, viel tausendmal!
Romeo geht ab. - Peter!
PETER
Was beliebt?
WÄRTERIN
Peter, nimm meinen Fächer und geh vorauf!
Beide ab.
Englisch
FÜNFTE SZENE
Inhaltsverzeichnis
Capulets Garten
Julia tritt auf.
JULIA
Neun schlug die Glock, als ich die Amme sandte.
In einer halben Stunde wollte sie
Schon wieder hier sein. Kann sie ihn vielleicht
Nicht treffen? Nein, das nicht. Oh, sie ist lahm!
Zu Liebesboten taugen nur Gedanken,
Die zehnmal schneller fliehn als Sonnenstrahlen,
Wenn sie die Nacht von finstern Hügeln scheuchen.
Deswegen ziehn ja leichtbeschwingte Tauben
Der Liebe Wagen, und Cupido hat
Windschnelle Flügel. Auf der steilsten Höhe
Der Tagereise steht die Sonne jetzt;
Von neun bis zwölf, drei lange Stunden sinds,
Und dennoch bleibt sie aus. O hätte sie
Ein Herz und warmes, jugendliches Blut,
Sie würde wie ein Ball behende fliegen,
Es schnellte sie mein Wort dem Trauten zu
Und seines mir.
Doch Alte tun, als lebten sie nicht mehr,
Träg, unbehülflich, und wie Blei so schwer.
[Die Wärterin und Peter kommen.] O Gott, sie kommt! Die Amme und Peter treten auf. Was bringst du, goldne Amme? Trafst du ihn an? Schick deinen Diener weg!
WÄRTERIN
Wart vor der Türe, Peter!
Peter ab.
JULIA
Nun, Mütterchen? Gott, warum blickst du traurig?
Ist dein Bericht schon traurig, gib ihn fröhlich,
Und klingt er gut, verdirb die Weise nicht,
Indem du sie mit saurer Miene spielst.
WÄRTERIN
Ich bin ermattet; laßt ein Weilchen mich!
Das war 'ne Jagd! Das reißt in Gliedern mir!
JULIA
Ich wollt, ich hätte deine Neuigkeit,
Du meine Glieder. Nun, so sprich geschwind!
Ich bitt dich, liebe, liebe Amme, sprich!
WÄRTERIN
Was für 'ne Hast! Könnt Ihr kein Weilchen warten?
Seht Ihr nicht, daß ich außer Atem bin?
JULIA
Wie außer Atem, wenn du Atem hast,
Um mir zu sagen, daß du keinen hast?
Der Vorwand deines Zögerns währt ja länger
Als der Bericht, den du dadurch verzögerst.
Gib Antwort: Bringst du Gutes oder Böses!
Nur das, so wart ich auf das Nähere gern.
Beruhge mich! Ists Gutes oder Böses?
WÄRTERIN
Ei, Ihr habt mir eine recht einfältige Wahl getroffen; Ihr versteht auch einen Mann auszulosen! Romeo - ja, das ist der rechte! - Er hat zwar ein hübscher Gesicht wie andre Leute; aber seine Beine gehen über alle Beine, und Hand und Fuß und die ganze Positur - es läßt sich eben nicht viel davon sagen, aber man kann sie mit nichts vergleichen. Er ist kein Ausbund von feinen Manieren, doch wett ich drauf, wie ein Lamm so sanft. - Treibs nur so fort, Kind, und fürchte Gott! - Habt Ihr diesen Mittag zu Hause gegessen?
JULIA
Nein, nein! Doch all dies wußt ich schon zuvor.
Was sagt er von der Trauung? Hurtig: was?
WÄRTERIN
O je, wie schmerzt der Kopf mir! Welch ein Kopf!
Er schlägt, als wollt er gleich in Stücke springen.
Da hier mein Rücken, o mein armer Rücken!
Gott sei Euch gnädig, daß Ihr hin und her
So viel mich schickt, mich bald zu Tode hetzt.
JULIA
Im Ernst, daß du nicht wohl bist, tut mir leid.
Doch, beste, beste Amme, sage mir:
Was macht mein Liebster?
WÄRTERIN
Eur Liebster sagt, so wie ein wackrer Herr - und ein artiger und ein freundlicher und ein hübscher Herr und, auf mein Wort, ein tugendsamer Herr. - Wo ist denn Eure Mutter?
JULIA
Wo meine Mutter ist? Nun, sie ist drinnen;
Wo wär sie sonst? Wie seltsam du erwiderst:
Eur Liebster sagt, so wie ein wackrer Herr -
Wo ist denn Eure Mutter?
WÄRTERIN
Jemine!
Seid Ihr so hitzig? Seht doch! Kommt mir nur!
Ist das die Bähung für mein Gliederweh?
Geht künftig selbst, wenn Ihr 'ne Botschaft habt.
JULIA
Das ist 'ne Not! Was sagt er? Bitte, sprich!
WÄRTERIN
Habt Ihr Erlaubnis, heut zu beichten?
JULIA
Ja.
WÄRTERIN
So macht Euch auf zu Eures Paters Zelle,
Da harrt ein Mann, um Euch zur Frau zu machen.
Nun steigt das lose Blut Euch in die Wangen,
Gleich sind sie Scharlach, wenns was Neues gibt.
Eilt Ihr ins Kloster; ich muß sonst wohin,
Die Leiter holen, die der Liebste bald
Zum Nest hinan, wenns Nacht wird, klimmen soll.
Ich bin das Lasttier, muß für Euch mich plagen,
Doch Ihr sollt Eure Last zur Nacht schon tragen.
Ich will zur Mahlzeit erst; eilt Ihr zur Zelle hin!
JULIA
Zu hohem Glücke, treue Pflegerin!
Beide ab.
Englisch
SECHSTE SZENE
Inhaltsverzeichnis
Bruder Lorenzos Zelle
Lorenzo und Romeo.
LORENZO
Der Himmel lächle so dem heilgen Bund,
Daß künftge Tag' uns nicht durch Kummer schelten!
ROMEO
Amen! So sei's! Doch laß den Kummer kommen,
So sehr er mag; wiegt er die Freuden auf,
Die mir in ihrem Anblick eine flüchtge
Minute gibt? Füg unsre Hände nur
Durch deinen Segensspruch in eins, dann tue
Sein Äußerstes der Liebeswürger Tod;
Genug, daß ich nur mein sie nennen darf.
LORENZO
So wilde Freude nimmt ein wildes Ende
Und stirbt im höchsten Sieg, wie Feur und Pulver
Im Kusse sich verzehrt. Die Süßigkeit
Des Honigs widert durch ihr Übermaß,
Und im Geschmack erstickt sie unsre Lust.
Drum liebe mäßig; solche Lieb ist stet;
Zu hastig und zu träge kommt gleich spät.
[Julia tritt auf.] Hier kommt das Fräulein, sieh, Mit leichtem Tritt, der keine Blume biegt. Sieh, wie die Macht der Lieb und Wonne siegt! Julia tritt auf.
JULIA
Ehrwürdger Herr, ich sag Euch guten Abend.
LORENZO
Für mich und sich dankt Romeo, mein Kind.
JULIA
Es gilt ihm mit, sonst wär sein Dank zuviel.
ROMEO
Ach Julia! Ist deiner Freude Maß
Gehäuft wie meins und weißt du mehr die Kunst,
Ihr Schmuck zu leihn, so würze rings die Luft
Durch deinen Hauch; laß des Gesanges Mund
Die Seligkeit verkünden, die wir beide
Bei dieser teuern Näh im andern finden.
JULIA
Gefühl, an Inhalt reicher als an Worten,
Ist stolz auf seinen Wert und nicht auf Schmuck.
Nur Bettler wissen ihres Guts Betrag;
Doch meine treue Liebe stieg so hoch,
Daß keine Schätzung ihre Schätz erreicht.
LORENZO
Kommt, kommt mit mir, wir schreiten gleich zur Sache.
Ich leide nicht, daß ihr allein mir bleibt,
Bis euch die Kirch einander einverleibt.
Alle ab.
Englisch
DRITTER AKT
Inhaltsverzeichnis
ERSTE SZENE
Inhaltsverzeichnis
Ein öffentlicher Platz
Mercutio, Benvolio, Page und Diener.
BENVOLIO
Ich bitt dich, Freund, laß uns nach Hause gehn!
Der Tag ist heiß, die Capulets sind draußen,
Und treffen wir, so gibt es sicher Zank:
Denn bei der Hitze tobt das tolle Blut.
MERCUTIO
Du bist mir so ein Zeisig, der, sobald er die Schwelle eines Wirtshauses betritt, mit dem Degen auf den Tisch schlägt und ausruft: Gebe Gott, daß ich dich nicht nötig habe! - und wenn ihm das zweite Glas im Kopfe spukt, so zieht er gegen den Kellner, wo er es freilich nicht nötig hätte.
BENVOLIO
Bin ich so ein Zeisig?
MERCUTIO
Ja, ja! Du bist in deinem Zorn ein so hitziger Bursch als einer in ganz Italien; ebenso ungestüm in deinem Zorn und ebenso zornig in deinem Ungestüm.
BENVOLIO
Nun, was weiter?
MERCUTIO
Ei, wenn es euer zwei gäbe, so hätten wir bald gar keinen, sie brächten sich untereinander um. Du! Wahrhaftig, du zankst mit einem, weil er ein Haar mehr oder weniger im Barte hat wie du. Du zankst mit einem, der Nüsse knackt, aus keinem andern Grunde, als weil du nußbraune Augen hast. Welches Auge sonst würde solchen Anlaß zum Streit ausspähen? Dein Kopf ist so voll Zänkereien wie ein Ei voll Dotter, und doch ist dir der Kopf für dein Zanken schon dotterweich geschlagen. Du hast mit einem angebunden, der auf der Straße hustete, weil er deinen Hund aufgeweckt, der in der Sonne schlief. Hast du nicht mit einem Schneider Händel gehabt, weil er sein neues Wams vor Ostern trug? Mit einem andern, weil er neue Schuhe mit einem alten Bande zuschnürte? Und doch willst du mich über Zänkereien hofmeistern!
BENVOLIO
Ja, wenn ich so leicht zankte wie du, so würde niemand eine Leibrente auf meinen Kopf nur für anderthalb Stunden kaufen wollen.
MERCUTIO
Auf deinen Kopf? O Tropf!
[Tybalt und andre kommen.]
BENVOLIO
Bei meinem Kopf! Da kommen die Capulets.
MERCUTIO
Bei meiner Sohle! Mich kümmerts nicht.
Tybalt und andre kommen.
TYBALT
[zu seinen Leuten.] Schließt euch mir an, ich will mit ihnen reden. - Guten Tag, Ihr Herrn! Ein Wort mit Euer einem!
MERCUTIO
Nur ein Wort mit einem von uns? Gebt noch was zu, laßt es ein Wort und einen Schlag sein!
TYBALT
Dazu werdet Ihr mich bereit genug finden, wenn Ihr mir Anlaß gebt.
MERCUTIO
Könntet Ihr ihn nicht nehmen, ohne daß wir ihn gäben?
TYBALT
Mercutio, du harmonierst mit Romeo.
MERCUTIO
Harmonierst? Was? Machst du uns zu Musikanten? Wenn du uns zu Musikanten machen willst, so sollst du auch nichts als Dissonanzen zu hören kriegen. Hier ist mein Fiedelbogen, wart, der soll Euch tanzen lehren! Alle Wetter! Über das Harmonieren!
BENVOLIO
Wir reden hier auf öffentlichem Markt;
Entweder sucht Euch einen stillern Ort,
Wo nicht, besprecht Euch kühl von Eurem Zwist.
Sonst geht! Hier gafft ein jedes Aug auf uns.
MERCUTIO
Zum Gaffen hat das Volk die Augen; laß sie!
Ich weich und wank um keines willen, ich!
[Romeo tritt auf.]
TYBALT
Herr, zieht in Frieden! Hier kommt mein Gesell.
Romeo tritt auf.
MERCUTIO
Ich will gehängt sein, Herr, wenn Ihr sein Meister seid.
Doch stellt Euch nur, er wird sich zu Euch halten;
In dem Sinn mögen Eure Gnaden wohl
Gesell ihn nennen.
TYBALT
Hör, Romeo! Der Haß, den ich dir schwur,
Gönnt diesen Gruß dir nur: Du bist ein Schurke!
ROMEO
Tybalt, die Ursach, die ich habe, dich
Zu lieben, mildert sehr die Wut, die sonst
Auf diesen Gruß sich ziemt. Ich bin kein Schurke,
Drum lebe wohl! Ich seh, du kennst mich nicht.
TYBALT
Nein, Knabe, dies entschuldigt nicht den Hohn,
Den du mir angetan; kehr um und zieh!
ROMEO
Ich schwöre dir, nie tat ich Hohn dir an.
Ich liebe mehr dich, als du denken kannst,
Bis du die Ursach meiner Liebe weißt.
Drum, guter Capulet, ein Name, den
Ich wert wie meinen halte, sei zufrieden!
MERCUTIO
O zahme, schimpfliche, verhaßte Demut!
Die Kunst des Raufers trägt den Sieg davon. -
Er zieht. Tybalt, du Ratzenfänger, willst du dran?
TYBALT
Was willst du denn von mir?
MERCUTIO
Mein guter Katzenkönig, nichts als eins von Euern neun Leben; damit will ich mich nebenbei lustig machen, und wenn Ihr mir wieder über den Weg lauft, auch die andern acht ausklopfen. Wollt Ihr bald Euren Degen bei den Ohren aus der Scheide ziehn? Macht zu, sonst habt Ihr meinen um die Ohren, eh er heraus ist.
TYBALT
Ich steh zu Dienst.
Er zieht.
ROMEO
Lieber Mercutio, steck den Degen ein!
MERCUTIO
Kommt, Herr! Laßt Eure Finten sehn!
Sie fechten.
ROMEO
Zieh, Benvolio!
Schlag zwischen ihre Degen! Schämt euch doch
Und haltet ein mit Wüten! Tybalt! Mercutio!
Der Prinz verbot ausdrücklich solchen Aufruhr
In Veronas Gassen. Halt, Tybalt! Freund Mercutio!
Tybalt entfernt sich mit seinen Anhängern.
MERCUTIO
Ich bin verwundet. -
Zum Teufel beider Sippschaft! Ich bin hin.
Und ist er fort? Und hat nichts abgekriegt?
BENVOLIO
Bist du verwundet, wie?
MERCUTIO
Ja, ja, geritzt, geritzt! - Wetter, 's ist genug. -
Wo ist mein Page? - Bursch, hol einen Wundarzt!
Der Page geht ab.
ROMEO
Sei guten Muts, Freund! Die Wunde kann nicht beträchtlich sein.
MERCUTIO
Nein, nicht so tief wie ein Brunnen noch so weit wie eine Kirchtüre; aber es reicht eben hin. Fragt morgen nach mir, und Ihr werdet einen stillen Mann an mir finden. Für diese Welt, glaubts nur, ist mir der Spaß versalzen. - Hol der Henker eure beiden Häuser! - Was? Von einem Hund, einer Maus, einer Ratze, einer Katze zu Tode gekratzt zu werden! Von so einem Prahler, einem Schuft, der nach dem Rechenbuche ficht! - Warum zum Teufel kamt Ihr zwischen uns? Unter Eurem Arm wurde ich verwundet.
ROMEO
Ich dacht es gut zu machen.
MERCUTIO
O hilf mir in ein Haus hinein, Benvolio.
Sonst sink ich hin. - Zum Teufel eure Häuser!
Sie haben Würmerspeis aus mir gemacht.
Ich hab es tüchtig weg; verdammte Sippschaft!
Mercutio und Benvolio ab.
ROMEO
Um meinetwillen wurde dieser Ritter,
Dem Prinzen nah verwandt, mein eigner Freund,
Verwundet auf den Tod; mein Ruf befleckt
Durch Tybalts Lästerungen, Tybalts, der
Seit einer Stunde mir verschwägert war.
O süße Julia, deine Schönheit hat
So weibisch mich gemacht; sie hat den Stahl
Der Tapferkeit in meiner Brust erweicht.
Benvolio kommt zurück.
BENVOLIO
O Romeo, der wackre Freund ist tot,
Sein edler Geist schwang in die Wolken sich,
Der allzu früh der Erde Staub verschmäht.
ROMEO
Nichts kann den Unstern dieses Tages wenden;
Er hebt das Weh an, andre müssens enden.
[Tybalt kommt zurück.]
BENVOLIO
Da kommt der grimmige Tybalt wieder her.
ROMEO
Am Leben! Siegreich! Und mein Freund erschlagen!
Nun flieh gen Himmel, schonungsreiche Milde!
Entflammte Wut, sei meine Führerin!
Tybalt kommt zurück. Nun, Tybalt, nimm den Schurken wieder, den du Mir eben gabst! Der Geist Mercutios Schwebt nah noch über unsern Häuptern hin Und harrt, daß deiner sich ihm zugeselle. Du oder ich! sonst folgen wir ihm beide.
TYBALT
Elendes Kind, hier hieltest du's mit ihm
Und sollst mit ihm von hinnen.
ROMEO
Dies entscheide!
Sie fechten; Tybalt fällt.
BENVOLIO
Flieh, Romeo, die Bürger sind in Wehr
Und Tybalt tot. Steh so versteinert nicht!
Flieh, flieh, der Prinz verdammt zum Tode dich,
Wenn sie dich greifen. Fort, nur fort mit dir!
ROMEO
Weh mir, ich Narr des Glücks!
BENVOLIO
Was weilst du noch?
Romeo ab. Bürger treten auf.
EIN BÜRGER
Wo lief er hin, der den Mercutio totschlug?
Der Mörder Tybalts? Hat ihn wer gesehn?
BENVOLIO
Da liegt der Tybalt.
EIN BÜRGER
Auf, Herr, geht mit mir!
Gehorcht! Ich mahn Euch von des Fürsten wegen.
Der Prinz mit Gefolge, Montague, Capulet, ihre Gemahlinnen und andre.
PRINZ
Wer durfte freventlich hier Streit erregen?
BENVOLIO
O edler Fürst, ich kann verkünden recht
Nach seinem Hergang dies unselige Gefecht.
Der deinen wackren Freund Mercutio
Erschlagen, liegt hier tot, entleibt vom Romeo.
GRÄFIN CAPULET
Mein Vetter! Tybalt! Meines Bruders Kind!
O Fürst! O mein Gemahl! O seht, noch rinnt
Das teure Blut! Mein Fürst, bei Ehr und Huld,
Im Blut der Montagues tilg ihre Schuld! -
O Vetter, Vetter!
PRINZ
Benvolio, sprich, wer hat den Streit erregt?
BENVOLIO
Der tot hier liegt, von Romeo erlegt.
Viel gute Worte gab ihm Romeo,
Hieß ihn bedenken, wie gering der Anlaß,
Wie sehr zu fürchten Euer höchster Zorn.
Dies alles, vorgebracht mit sanftem Ton,
Gelaßnem Blick, bescheidner Stellung, konnte
Nicht Tybalts ungezähmte Wut entwaffnen.
Dem Frieden taub, berennt mit scharfem Stahl
Er die entschloßne Brust Mercutios;
Der kehrt gleich rasch ihm Spitze gegen Spitze
Und wehrt mit Kämpfertrotz mit einer Hand
Den kalten Tod ab, schickt ihn mit der andern
Dem Gegner wieder, des Behendigkeit
Zurück ihn schleudert. Romeo ruft laut:
Halt, Freunde, auseinander! Und geschwinder
Als seine Zunge schlägt sein rüstger Arm,
Dazwischen stürzend, beider Mordstahl nieder.
Recht unter diesem Arm traf des Mercutio Leben
Ein falscher Stoß vom Tybalt. Der entfloh,
Kam aber gleich zum Romeo zurück,
Der eben erst der Rache Raum gegeben.
Nun fallen sie mit Blitzeseil sich an,
Denn eh ich ziehen konnt, um sie zu trennen,
War der beherzte Tybalt umgebracht.
Er fiel, und Romeo, bestürzt, entwich.
Ich rede wahr, sonst führt zum Tode mich.
GRÄFIN CAPULET
Er ist verwandt mit Montagues Geschlecht,
Aus Freundschaft spricht er falsch, verletzt das Recht.
Die Fehd erhoben sie zu ganzen Horden,
Und alle konnten nur ein Leben morden. Ich fleh um Recht; Fürst, weise mich nicht ab: Gib Romeo, was er dem Tybalt gab!
PRINZ
Er hat Mercutio, ihn Romeo erschlagen;
Wer soll die Schuld des teuren Blutes tragen?
GRÄFIN MONTAGUE
Fürst, nicht mein Sohn, der Freund Mercutios;
Was dem Gesetz doch heimfiel, nahm er bloß:
Das Leben Tybalts.
PRINZ
Weil er das verbrochen,
Sei über ihn sofort der Bann gesprochen.
Mich selber trifft der Ausbruch eurer Wut,
Um euren Zwiespalt fließt mein eignes Blut;
Allein ich will dafür so streng euch büßen,
Daß mein Verlust euch ewig soll verdrießen.
Taub bin ich jeglicher Beschönigung,
Kein Flehn, kein Weinen kauft Begnadigung;
Drum spart sie. Romeo flieh schnell von hinnen!
Greift man ihn, soll er nicht dem Tod entrinnen.
Tragt diese Leiche weg! Vernehmt mein Wort!
Wenn Gnade Mörder schont, verübt sie Mord!
Alle ab.
Englisch
ZWEITE SZENE
Inhaltsverzeichnis
Ein Zimmer in Capulets Hause
Julia tritt auf.
JULIA
Hinab, du flammenhufiges Gespann,
Zu Phöbus' Wohnung! Solch ein Wagenlenker
Wie Phaethon jagt' euch gen Westen wohl
Und brächte schnell die wolkige Nacht herauf.
Verbreite deinen dichten Vorhang, Nacht,
Du Liebespflegerin, damit das Auge
Der Neubegier sich schließ und Romeo
Mir unbelauscht in diese Arme schlüpfe.
Verliebten gnügt zu der geheimen Weihe
Das Licht der eignen Schönheit, oder wenn
Die Liebe blind ist, stimmt sie wohl zur Nacht.
Komm, ernste Nacht, du züchtig stille Frau,
Ganz angetan mit Schwarz, und lehre mich
Ein Spiel, wo jedes reiner Jugend Blüte
Zum Pfände setzt, gewinnend zu verlieren!
Verhülle mit dem schwarzen Mantel mir
Das wilde Blut, das in den Wangen flattert,
Bis scheue Liebe kühner wird und nichts
Als Unschuld sieht in innger Liebe Tun.
Komm, Nacht! Komm, Romeo, du Tag in Nacht,
Denn du wirst ruhn auf Fittichen der Nacht
Wie frischer Schnee auf eines Raben Rücken.
Komm, milde, liebevolle Nacht! Komm, gib
Mir meinen Romeo! Und stirbt er einst,
Nimm ihn, zerteil in kleine Sterne ihn:
Er wird des Himmels Antlitz so verschönen,
Daß alle Welt sich in die Nacht verliebt
Und niemand mehr der eitlen Sonne huldigt. -
Ich habe Lieb erworben wie ein Haus,
Und durfte noch nicht einziehn; bin verkauft,
Doch noch nicht übergeben. Dieser Tag
Währt so verdrießlich lang mir wie die Nacht
Vor einem Fest dem ungeduldgen Kinde,
Das noch sein neues Kleid nicht tragen durfte.
[Die Wärterin mit einer Strickleiter.] Da kommt die Amme ja, die bringt Bericht, Und jede Zunge, die nur Romeo Beim Namen nennt, spricht so beredt wie Engel. Die Amme tritt auf mit einer Strickleiter. Nun, Amme? Sag, was gibts, was hast du da? Die Stricke, die dich Romeo hieß holen?
WÄRTERIN
Ja, ja, die Stricke!
Sie wirft sie auf die Erde.
JULIA
Weh mir! Was gibts? Was ringst du so die Hände?
WÄRTERIN
Daß Gott erbarm! Er ist tot, er ist tot, er ist tot!
Wir sind verloren, Fräulein, sind verloren!
O weh uns! Er ist hin! Ermordet! Tot!
JULIA
So neidisch kann der Himmel sein?
WÄRTERIN
Ja, das kann Romeo; der Himmel nicht.
O Romeo, wer hätt es je gedacht?
O Romeo, Romeo!
JULIA
Welch Teufel bist du, daß du so mich folterst?
Die grause Hölle nur brüllt solche Qual.
Hat Romeo sich selbst ermordet? Sprich!
Und sagt du »Ja«, vergiftet dieser Laut
Mehr als des Basilisks todbringend »Aug«.[Ein Wortspiel mit den Wörtern »aye« (ja), »I« (ich) und »eye« (Auge), die alle gleich ausgesprochen werden.]
Ich bin nicht »ich«, wenns gibt ein solches »Ja«,
Dies Auge zu, das dich zwingt zu dem »Ja«.
Ist er entleibt, sag ja, wo nicht, sag nein!
Ein kurzer Laut entscheidet Wonn und Pein.
WÄRTERIN
Ich sah die Wunde, meine Augen sahn sie
- Behüte Gott! - auf seiner tapfern Brust;
Die blutge Leiche, jämmerlich und blutig,
Bleich, bleich wie Asche, ganz mit Blut besudelt,
Ganz starres Blut - weg schwiemt ich, da ichs sah.
JULIA
O brich, mein Herz, verarmt auf einmal, brich!
Ihr Augen, ins Gefängnis! Blicket nie
Zur Freiheit wieder auf! Elende Erde, kehre
Zur Erde wieder! Pulsschlag, hemme dich!
Ein Sarg empfange Romeo und mich!
WÄRTERIN
O Tybalt, Tybalt! O mein bester Freund!
Leutselger Tybalt, wohlgesinnter Herr!
So mußt ich leben, um dich tot zu sehn?
JULIA
Was für ein Sturm tobt so von jeder Seite?
Ist Romeo erschlagen? Tybalt tot?
Mein teurer Vetter? Teuerster Gemahl?
Dann töne nur des Weltgerichts Posaune!
Wer lebt noch, wenn dahin die beiden sind?
WÄRTERIN
Dahin ist Tybalt, Romeo verbannt;
Verbannt ist Romeo, der ihn erschlug.
JULIA
Gott! Seine Hand, vergoß sie Tybalts Blut?
WÄRTERIN
Sie tats, sie tats! O weh uns, weh, sie tats!
JULIA
O Schlangenherz, von Blumen überdeckt!
Wohnt' in so schöner Höhl ein Drache je?
Holdselger Wütrich! Engelgleicher Unhold!
Ergrimmte Taube! Lamm mit Wolfesgier!
Verworfne Art in göttlichster Gestalt!
Das rechte Gegenteil des, was mit Recht
Du scheinest: ein verdammter Heiliger,
Ein ehrenwerter Schurke! - O Natur!
Was hattest du zu schaffen in der Hölle,
Als du des holden Leibes Paradies
Zum Lustsitz einem Teufel übergabst?
War je ein Buch, so arger Dinge voll,
So schön gebunden? Oh, daß Falschheit doch
Solch herrlichen Palast bewohnen kann!
WÄRTERIN
Kein Glaube, keine Treu noch Redlichkeit
Ist unter Männern mehr. Sie sind meineidig,
Falsch sind sie, lauter Schelme, lauter Heuchler! -
Wo ist mein Diener? Gebt mir Aquavit!
Die Not, die Angst, der Jammer macht mich alt.
Zu Schanden werde Romeo!
JULIA
Die Zunge
Erkranke dir für einen solchen Wunsch!
Er war zur Schande nicht geboren; Schande
Weilt mit Beschämung nur auf seiner Stirn.
Sie ist ein Thron, wo man die Ehre mag
Als Allbeherrscherin der Erde krönen.
O wie unmenschlich war ich, ihn zu schelten!
WÄRTERIN
Von Eures Vetters Mörder sprecht Ihr Gutes?
JULIA
Soll ich von meinem Gatten Übles reden?
Ach, armer Gatte! Welche Zunge wird
Wohl deinem Namen Liebes tun, wenn ich,
Dein Weib von wenig Stunden, ihn zerrissen?
Doch, Arger, was erschlugst du meinen Vetter?
Der Arge wollte den Gemahl erschlagen.
Zurück zu eurem Quell, verkehrte Tränen!
Dem Schmerz gebühret eurer Tropfen Zoll,
Ihr bringt aus Irrtum ihn der Freude dar.
Mein Gatte lebt, den Tybalt fast getötet,
Und tot ist Tybalt, der ihn töten wollte.
Dies alles ist ja Trost: was wein ich denn?
Ich hört ein schlimmres Wort als Tybalts Tod,
Das mich erwürgte; ich vergäß es gern!
Doch ach, es drückt auf mein Gedächtnis schwer
Wie Freveltaten auf des Sünders Seele.
Tybalt ist tot und Romeo verbannt!
O dies »Verbannt«, dies eine Wort »Verbannt«
Erschlug zehntausend Tybalts. Tybalts Tod
War gnug des Wehes, hätt es da geendet!
Und liebt das Leid Gefährten, reiht durchaus
An andre Leiden sich, warum denn folgte
Auf ihre Botschaft: tot ist Tybalt, nicht:
Dein Vater, deine Mutter, oder beide?
Das hätte sanftre Klage wohl erregt.
Allein dies Wort: verbannt ist Romeo,
Aus jenes Todes Hinterhalt gesprochen,
Bringt Vater, Mutter, Tybalt, Romeo
Und Julien um! Verbannt ist Romeo!
Nicht Maß noch Ziel kennt dieses Wortes Tod,
Und keine Zung erschöpfet meine Not. -
Wo mag mein Vater, meine Mutter sein?
WÄRTERIN
Bei Tybalts Leiche heulen sie und schrein.
Wollt Ihr zu ihnen gehn? Ich bring Euch hin.
JULIA
So waschen sie die Wunden ihm mit Tränen?
Ich spare meine für ein bängres Sehnen.
Nimm diese Seile auf. - Ach, armer Strick,
Getäuscht wie ich! Wer bringt ihn uns zurück?
Zum Steg der Liebe knüpft' er deine Bande,
Ich aber sterb als Braut im Witwenstande.
Komm, Amme, komm! Ich will ins Brautbett! Fort!
Nicht Romeo, den Tod umarm ich dort.
WÄRTERIN
Geht nur ins Schlafgemach! Zum Troste find ich
Euch Romeo: ich weiß wohl, wo er steckt.
Hört, Romeo soll Euch zur Nacht erfreuen;
Ich geh zu ihm; beim Pater wartet er.
JULIA
O such ihn auf! Gib diesen Ring dem Treuen;
Bescheid aufs letzte Lebewohl ihn her!
Beide ab.
Englisch
DRITTE SZENE
Inhaltsverzeichnis
Bruder Lorenzos Zelle
[Lorenzo und Romeo kommen.] Bruder Lorenzo tritt auf.
LORENZO
Komm, Romeo! Hervor, du Mann der Furcht!
Bekümmernis hängt sich mit Lieb an dich,
Und mit dem Mißgeschick bist du vermählt.
Romeo tritt auf.
ROMEO
Vater, was gibts? Wie heißt des Prinzen Spruch?
Wie heißt der Kummer, der sich zu mir drängt
Und noch mir fremd ist?
LORENZO
Zu vertraut, mein Sohn,
Bist du mit solchen widrigen Gefährten.
Ich bring dir Nachricht von des Prinzen Spruch.
ROMEO
Und hat sein Spruch mir nicht den Stab gebrochen?
LORENZO
Ein mildres Urteil floß von seinen Lippen:
Nicht Leibes Tod, nur leibliche Verbannung.
ROMEO
Verbannung? Sei barmherzig! Sage: Tod!
Verbannung trägt der Schrecken mehr im Blick,
Weit mehr als Tod! - O sage nicht Verbannung!
LORENZO
Hier aus Verona bist du nur verbannt;
Sei ruhig, denn die Welt ist groß und weit.
ROMEO
Die Welt ist nirgends außer diesen Mauern;
Nur Fegefeuer, Qual, die Hölle selbst.
Von hier verbannt ist aus der Welt verbannt,
Und solcher Bann ist Tod. Drum gibst du ihm
Den falschen Namen. - Nennst du Tod Verbannung,
Enthauptest du mit goldnem Beile mich
Und lächelst zu dem Streich, der mich ermordet.
LORENZO
O schwere Sünd, o undankbarer Trotz!
Dein Fehltritt heißt nach unsrer Satzung Tod;
Doch dir zulieb hat sie der gütge Fürst
Beiseit gestoßen und Verbannung nur
Statt jenes schwarzen Wortes ausgesprochen.
Und diese teure Gnad erkennst du nicht?
ROMEO
Nein, Folter; Gnade nicht! Hier ist der Himmel,
Wo Julia lebt, und jeder Hund und Katze
Und kleine Maus, das schlechteste Geschöpf,
Lebt hier im Himmel, darf ihr Antlitz sehn;
Doch Romeo darf nicht. Mehr Würdigkeit,
Mehr Ansehn, mehr gefällge Sitte lebt
In Fliegen als in Romeo. Sie dürfen
Das Wunderwerk der weißen Hand berühren
Und Himmelswonne rauben ihren Lippen,
Die sittsam in Vestalenunschuld stets
Erröten, gleich als wäre Sünd ihr Kuß.
Dies dürfen Fliegen tun, ich muß entfliehn;
Sie sind ein freies Volk, ich bin verbannt.
Und sagst du noch, Verbannung sei nicht Tod?
So hattest du kein Gift gemischt, kein Messer
Geschärft, kein schmählich Mittel schnellen Todes,
Als dies »Verbannt«, zu töten mich? Verbannt!
O Mönch! Verdammte sprechen in der Hölle
Dies Wort mit Heulen aus; hast du das Herz,
Da du ein heilger Mann, ein Beichtiger bist,
Ein Sündenlöser, mein erklärter Freund,
Mich zu zermalmen mit dem Wort Verbannung?
LORENZO
Du kindisch blöder Mann, hör doch ein Wort!
ROMEO
O du willst wieder von Verbannung sprechen!
LORENZO
Ich will dir eine Wehr dagegen leihn,
Der Trübsal süße Milch, Philosophie,
Um dich zu trösten, bist du gleich verbannt.
ROMEO
Und noch verbannt? Hängt die Philosophie!
Kann sie nicht schaffen eine Julia,
Aufheben eines Fürsten Urteilspruch,
Verpflanzen eine Stadt, so hilft sie nicht,
So taugt sie nicht, so rede länger nicht!
LORENZO
Nun seh ich wohl. Wahnsinnige sind taub.
ROMEO
Wärs anders möglich? Sind doch Weise blind.
LORENZO
Laß über deinen Fall mit dir mich rechten!
ROMEO
Du kannst von dem, was du nicht fühlst, nicht reden.
Wärst du so jung wie ich und Julia dein,
Vermählt seit einer Stund, erschlagen Tybalt,
Wie ich von Lieb entglüht, wie ich verbannt,
Dann möchtest du nur reden, möchtest nur
Das Haar dir raufen, dich zu Boden werfen
Wie ich und so dein künftges Grab dir messen.
[Er wirft sich an den Boden.] Man klopft draußen.
LORENZO
Steh auf, man klopft; verbirg dich, lieber Freund!
ROMEO
O nein, wo nicht des bangen Stöhnens Hauch
Gleich Nebeln mich vor Späheraugen schirmt.
Man klopft.
LORENZO
Horch, wie man klopft! - Wer da? - Fort, Romeo!
Man wird dich fangen. - Wartet doch ein Weilchen! -
Steh auf
Man klopft. und rett ins Lesezimmer dich! - [Man klopft.] Ja, ja! im Augenblick! - Gerechter Gott, Was für ein starrer Sinn! - Ich komm, ich komme: Man klopft. Wer klopft so stark? Wo kommt Ihr her? Was wollt Ihr?
WÄRTERIN
draußen. Laßt mich hinein, so sag ich Euch die Botschaft. Das Fräulein Julia schickt mich.
LORENZO
Seid willkommen!
Die Wärterin tritt herein.
WÄRTERIN
O heilger Herr, o sag mir, heilger Herr:
Des Fräuleins Liebster, Romeo, wo ist er?
LORENZO
Am Boden dort, von eignen Tränen trunken.
WÄRTERIN
Oh, es ergeht wie meiner Herrschaft ihm,
Ganz so wie ihr!
LORENZO
O Sympathie des Wehs!
Bedrängter Zustand!
WÄRTERIN
Gerade so liegt sie,
Winselnd und wehklagend, wehklagend und winselnd.
Steht auf, steht auf! Wenn Ihr ein Mann seid, steht!
Um Juliens willen, ihr zulieb, steht auf!
Wer wollte so sich niederwerfen lassen?
ROMEO
Gute Frau!
WÄRTERIN
Ach Herr, ach Herr! Im Tod ist alles aus.
ROMEO
Sprachst du von Julien? Wie stehts mit ihr?
Hält sie mich nicht für einen alten Mörder,
Da ich mit Blut, dem ihrigen so nah,
Die Kindheit unsrer Wonne schon befleckt?
Wo ist sie? Und was macht sie? Und was sagt
Von dem zerstörten Bund die kaum Verbundne?
WÄRTERIN
Ach Herr, sie sagt kein Wort, sie weint und weint.
Bald fällt sie auf ihr Bett, dann fährt sie auf,
Ruft: Tybalt! aus, schreit dann nach Romeo
Und fällt dann wieder hin.
ROMEO
Als ob der Name,
Aus tödlichem Geschütz auf sie gefeuert,
Sie mordete, wie sein unselger Arm
Den Vetter ihr gemordet. Sag mir, Mönch,
O sage mir: in welchem schnöden Teil
Beherbergt dies Gerippe meinen Namen?
Sag, daß ich den verhaßten Sitz verwüste.
Er zieht den Degen.
LORENZO
Halt ein die tolle Hand! Bist du ein Mann?
Dein Äußres ruft, du seist es, deine Tränen
Sind weibisch, deine wilden Taten zeugen
Von eines Tieres unvernünftger Wut.
Entartet Weib in äußrer Mannesart!
Entstelltes Tier, in beide nur verstellt!
Ich staun ob dir; bei meinem heilgen Orden,
Ich glaubte, dein Gemüt sei bessern Stoffs!
Erschlugst du Tybalt? Willst dich selbst erschlagen?
Auch deine Gattin, die in dir nur lebt,
Durch so verruchten Haß, an dir verübt?
Was schiltst du auf Geburt, auf Erd und Himmel?
In dir begegnen sie sich alle drei,
Die du auf einmal von dir schleudern willst.
Du schändest deine Bildung, deine Liebe
Und deinen Witz. O pfui! Gleich einem Wuchrer
Hast du an allem Überfluß und brauchst
Doch nichts davon zu seinem echten Zweck,
Der Bildung, Liebe, Witz erst zieren sollte.
Ein Wachsgepräg ist deine edle Bildung,
Wenn sie der Kraft des Manns abtrünnig wird,
Dein teurer Liebesschwur ein hohler Meineid,
Wenn du die tötest, der du Treu gelobt,
Dein Witz, die Zier der Bildung und der Liebe,
Doch zum Gebrauche beider mißgeartet,
Fängt Feuer durch dein eignes Ungeschick
Wie Pulver in nachläßger Krieger Flasche,
Und was dich schirmen soll, zerstückt dich.
Auf, sei ein Mann, denn deine Julia lebt,
Sie, der zulieb du eben tot hier lagst;
Das ist ein Glück. Dich wollte Tybalt töten,
Doch du erschlugst ihn; das ist wieder Glück.
Dein Freund wird das Gesetz, das Tod dir drohte,
Und mildert ihn in Bann; auch das ist Glück.
Auf deine Schultern läßt sich eine Last
Von Segen nieder, und es wirbt um dich
Glückseligkeit in ihrem besten Schmuck,
Doch wie ein ungezognes, launsches Mädchen
Schmollst du mit deinem Glück und deiner Liebe.
O hüte dich, denn solche sterben elend.
Geh hin zur Liebsten, wie's beschlossen war,
Ersteig ihr Schlafgemach; fort, tröste sie!
Nur weile nicht, bis man die Wachen stellt,
Sonst kommst du nicht mehr durch nach Mantua.
Dort lebst du dann, bis wir die Zeit ersehn,
Die Freunde zu versöhnen, euren Bund
Zu offenbaren, von dem Fürsten Gnade
Für dich zu flehn und dich zurückzurufen
Mit zwanzighunderttausendmal mehr Freude,
Als du mit Jammer jetzt von hinnen ziehst.
Geh, Wärterin, voraus, grüß mir dein Fräulein;
Heiß sie das ganze Haus zu Bette treiben,
Wohin der schwere Gram von selbst sie treibt;
Denn Romeo soll kommen.
WÄRTERIN
O je, ich blieb hier gern die ganze Nacht
Und hörte gute Lehr. Da sieht man doch,
Was die Gelahrtheit ist! - Nun, gnädger Herr,
Ich will dem Fräulein sagen, daß Ihr kommt.
ROMEO
Tu das und sag der Holden, daß sie sich
Bereite, mich zu schelten.
WÄRTERIN
Gnädger Herr,
Hier ist ein Ring, den sie für Euch mir gab.
Eilt Euch, macht fort, sonst wird es gar zu spät.
Ab.
ROMEO
Wie ist mein Mut nun wieder neu belebt!
LORENZO
Geh! Gute Nacht! Und hieran hängt dein Los:
Entweder geh, bevor man Wachen stellt,
Wo nicht, verkleidet in der Frühe fort.
Verweil in Mantua; ich forsch indessen
Nach deinem Diener, und er meldet dir
Von Zeit zu Zeit ein jedes gute Glück,
Das hier begegnet. Gib mir deine Hand!
Es ist schon spät. Fahr wohl denn! Gute Nacht!
ROMEO
Mich rufen Freuden über alle Freuden,
Sonst wärs ein Leid, von dir so schnell zu scheiden.
Leb wohl!
Beide ab.
Englisch
VIERTE SZENE
Inhaltsverzeichnis
Ein Zimmer in Capulets Hause
Capulet, Gräfin Capulet, Paris.
CAPULET
Es ist so schlimm ergangen, Graf, daß wir
Nicht Zeit gehabt, die Tochter anzumahnen.
Denn seht, sie liebte herzlich ihren Vetter.
Das tat ich auch; nun, einmal stirbt man doch. -
Es ist schon spät, sie kommt nicht mehr herunter,
Ich sag Euch, wärs nicht der Gesellschaft wegen,
Seit einer Stunde läg ich schon im Bett.
PARIS
So trübe Zeit gewährt nicht Zeit zum Frein;
Gräfin, schlaft wohl, empfehlt mich Eurer Tochter!
GRÄFIN CAPULET
Ich tu's und forsche morgen früh sie aus.
Heut nacht verschloß sie sich mit ihrem Gram.
CAPULET
Graf Paris, ich vermesse mich zu stehn
Für meines Kindes Lieb; ich denke wohl,
Sie wird von mir in allen Stücken sich
Bedeuten lassen, ja ich zweifle nicht. -
Frau, geh noch zu ihr, eh du schlafen gehst,
Tu meines Sohnes Paris Lieb ihr kund
Und sag ihr, merk es wohl: auf nächsten Mittwoch!
Still, was ist heute?
PARIS
Montag, edler Herr.
CAPULET
Montag? So, so! Gut, Mittwoch ist zu früh.
Sei's Donnerstag! - Sag ihr: am Donnerstag
Wird sie vermählt mit diesem edlen Grafen.
Wollt Ihr bereit sein? Liebt Ihr diese Eil?
Wir tuns im stillen ab: nur ein paar Freunde;
Denn seht, weil Tybalt erst erschlagen ist,
So dächte man, er läg uns nicht am Herzen,
Als unser Blutsfreund, schwärmten wir zu viel.
Drum laßt uns ein halb Dutzend Freunde laden
Und damit gut. Wie dünkt Euch Donnerstag?
PARIS
Mein Graf, ich wollte, Donnerstag wär morgen.
CAPULET
Gut, geht nur heim! Sei's denn am Donnerstag. -
Geh, Frau, zu Julien, eh du schlafen gehst,
Bereite sie auf diesen Hochzeittag. -
Lebt wohl, mein Graf!
[Paris ab.] He! Licht auf meine Kammer! Nach meiner Weise ists so spät, daß wir Bald früh es nennen können. Gute Nacht! [Capulet und die Gräfin ab.] Alle ab.
Englisch
FÜNFTE SZENE
Inhaltsverzeichnis
Eine offene Galerie vor Juliens Zimmer mit Blick auf den Garten
Romeo und Julia.
JULIA
Willst du schon gehn? Der Tag ist ja noch fern.
Es war die Nachtigall und nicht die Lerche,
Die eben jetzt dein banges Ohr durchdrang;
Sie singt des Nachts auf dem Granatbaum dort.
Glaub, Lieber, mir: es war die Nachtigall.
ROMEO
Die Lerche wars, die Tagverkünderin,
Nicht Philomele; sieh den neidschen Streif,
Der dort im Ost der Frühe Wolken säumt.
Die Nacht hat ihre Kerzen ausgebrannt,
Der muntre Tag erklimmt die dunstgen Höhn;
Nur Eile rettet mich, Verzug ist Tod.
JULIA
Trau mir, das Licht ist nicht des Tages Licht,
Die Sonne hauchte dieses Luftbild aus,
Dein Fackelträger diese Nacht zu sein,
Dir auf dem Weg nach Mantua zu leuchten.
Drum bleibe noch; zu gehn ist noch nicht not.
ROMEO
Laß sie mich greifen, ja, laß sie mich töten!
Ich gebe gern mich drein, wenn du es willst.
Nein, jenes Grau ist nicht des Morgens Auge,
Der bleiche Abglanz nur von Cynthias Stirn.
Das ist auch nicht die Lerche, deren Schlag
Hoch über uns des Himmels Wölbung trifft.
Ich bleibe gern; zum Gehn bin ich verdrossen.
Willkommen, Tod, hat Julia dich beschlossen! -
Nun, Herz? Noch tagt es nicht, noch plaudern wir.
JULIA
Es tagt, es tagt! Auf, eile, fort von hier!
Es ist die Lerche, die so heiser singt
Und falsche Weisen, rauhen Mißton gurgelt.
Man sagt, der Lerche Harmonie sei süß;
Nicht diese: sie zerreißt die unsre ja.
Die Lerche, sagt man, wechselt mit der Kröte
Die Augen; möchte sie doch auch die Stimme!
Die Stimm ists ja, die Arm aus Arm uns schreckt, Dich von mir jagt, da sie den Tag erweckt. Stets hell und heller wirds: wir müssen scheiden.
ROMEO
Hell? Dunkler stets und dunkler unsre Leiden!
Die Wärterin kommt herein.
WÄRTERIN
Fräulein!
JULIA
Amme?
WÄRTERIN
Die gnädge Gräfin kommt in Eure Kammer;
Seid auf der Hut; schon regt man sich im Haus.
Wärterin ab.
JULIA
[das Fenster öffnend.] Tag, schein herein, und Leben, flieh hinaus!
ROMEO
Ich steig hinab; laß dich noch einmal küssen!
Er steigt [aus dem Fenster] herab.
JULIA
[aus dem Fenster ihm nachsehend.] Freund! Gatte! Trauter! Bist du mir entrissen? Gib Nachricht jeden Tag, zu jeder Stunde; Schon die Minut enthält der Tage viel. Ach, so zu rechnen bin ich hoch in Jahren, Eh meinen Romeo ich wiederseh.
ROMEO
[außerhalb.] Leb wohl! Kein Mittel laß ich aus den Händen, Um dir, du Liebe, meinen Gruß zu senden.
JULIA
O denkst du, daß wir je uns wiedersehn?
ROMEO
Ich zweifle nicht, und all dies Leiden dient
In Zukunft uns zu süßerem Geschwätz.
JULIA
O Gott, ich hab ein Unglück ahnend Herz,
Mir deucht, ich säh dich, da du unten bist,
Als lägst du tot in eines Grabes Tiefe.
Mein Auge trügt mich, oder du bist bleich.
ROMEO
So, Liebe, scheinst du meinen Augen auch.
Der Schmerz trinkt unser Blut. Leb wohl, leb wohl!
Ab.
JULIA
O Glück, ein jeder nennt dich unbeständig;
Wenn du es bist: was tust du mit dem Treuen?
Sei unbeständig. Glück! Dann hältst du ihn
Nicht lange, hoff ich, sendest ihn zurück.
GRÄFIN CAPULET
hinter der Szene. He, Tochter, bist du auf?
JULIA
Wer ruft mich? Ist es meine gnädge Mutter?
Wacht sie so spät noch, oder schon so früh?
Welch ungewohnter Anlaß bringt sie her?
Gräfin Capulet kommt herein.
GRÄFIN CAPULET
Nun, Julia, wie gehts?
JULIA
Mir ist nicht gut.
GRÄFIN CAPULET
Noch immer weinend um des Vetters Tod?
Willst du mit Tränen aus der Gruft ihn waschen?
Und könntest du's, das rief' ihn nicht ins Leben;
Drum laß das! Trauern zeugt von vieler Liebe,
Doch zu viel trauern zeugt von wenig Witz.
JULIA
Um einen Schlag, der so empfindlich traf,
Erlaubt zu weinen mir!
GRÄFIN CAPULET
So trifft er dich;
Der Freund empfindet nichts, den du beweinst.
JULIA
Doch ich empfind und muß den Freund beweinen.
GRÄFIN CAPULET
Mein Kind, nicht seinen Tod so sehr beweinst du,
Als daß der Schurke lebt, der ihn erschlug.
JULIA
Was für ein Schurke?
GRÄFIN CAPULET
Nun, der Romeo.
JULIA
[beiseit.] Er und ein Schurk sind himmelweit entfernt. - [Laut.] Vergeb ihm Gott! Ich tu's von ganzem Herzen; Und dennoch kränkt kein Mann, wie er, mein Herz.
GRÄFIN CAPULET
Ja freilich, weil der Meuchelmörder lebt.
JULIA
Ja, wo ihn diese Hände nicht erreichen! -
O rächte niemand doch als ich den Vetter!
GRÄFIN CAPULET
Wir wollen Rache nehmen, sorge nicht;
Drum weine du nicht mehr. Ich send an jemand
Zu Mantua, wo der Verlaufne lebt,
Der soll ein kräftig Tränkchen ihm bereiten,
Das bald ihn zum Gefährten Tybalts macht.
Dann wirst du hoffentlich zufrieden sein.
JULIA
Fürwahr, ich werde nie mit Romeo
Zufrieden sein, erblick ich ihn nicht - tot -,
Wenn so mein Herz um einen Blutsfreund leidet.
Ach, fändet Ihr nur jemand, der ein Gift
Ihm reichte, gnädge Frau; ich wollt es mischen,
Daß Romeo, wenn ers genommen, bald
In Ruhe schliefe. - Wie mein Herz es haßt,
Ihn nennen hören - und nicht zu ihm können,
Die Liebe, die ich zu dem Vetter trug,
An dem, der ihn erschlagen hat, zu büßen!
GRÄFIN CAPULET
Findst du das Mittel, find ich wohl den Mann.
Doch bring ich jetzt dir frohe Zeitung, Mädchen.
JULIA
In so bedrängter Zeit kommt Freude recht.
Wie lautet sie, ich bitt Euch, gnädge Mutter?
GRÄFIN CAPULET
Nun Kind, du hast 'nen aufmerksamen Vater:
Um dich von deinem Trübsinn abzubringen,
Ersann er dir ein plötzlich Freudenfest,
Des ich so wenig mich versah wie du.
JULIA
Ei, wie erwünscht! Was wär das, gnädge Mutter?
GRÄFIN CAPULET
Ja, denk dir, Kind, am Donnerstag frühmorgens
Soll der hochedle, wackre junge Herr,
Graf Paris, in Sankt Peters Kirche dich
Als frohe Braut an den Altar geleiten.
JULIA
Nun, bei Sankt Peters Kirch und Petrus selbst,
Er soll mich nicht als frohe Braut geleiten!
Mich wundert diese Eil, daß ich vermählt
Muß werden, eh mein Freier kommt zu werben.
Ich bitt Euch, gnädge Frau, sagt meinem Vater
Und Herrn, ich wollte noch mich nicht vermählen,
Und wenn ichs tue, schwör ich: Romeo,
Von dem Ihr wißt, ich haß ihn, soll es lieber
Als Paris sein. - Fürwahr, das ist wohl Zeitung!
GRÄFIN CAPULET
Da kommt dein Vater, sag du selbst ihm das,
Sieh, wie er sichs von dir gefallen läßt.
Capulet und die Wärterin kommen.
CAPULET
Die Luft sprüht Tau beim Sonnenuntergang,
Doch bei dem Untergange meines Neffen,
Da gießt der Regen recht.
Was? Eine Traufe, Mädchen? Stets in Tränen?
Stets Regenschauer? In so kleinem Körper
Spielst du auf einmal See und Wind und Kahn,
Denn deine Augen ebben stets und fluten
Von Tränen wie die See; dein Körper ist der Kahn,
Der diese salzge Flut befährt; die Seufzer
Sind Winde, die, mit deinen Tränen tobend,
Wie die mit ihnen, wenn nicht Stille plötzlich
Erfolgt, den hin und her geworfnen Körper
Zertrümmern werden. - Nun, wie steht es, Frau?
Hast du ihr unsern Ratschluß hinterbracht?
GRÄFIN CAPULET
Ja, doch sie will es nicht, sie dankt Euch sehr.
Wär doch die Törin ihrem Grab vermählt!
CAPULET
Sacht, rede deutlich, rede deutlich, Frau!
Was? Will sie nicht? Weiß sie uns keinen Dank?
Ist sie nicht stolz? Schätzt sie sich nicht beglückt,
Daß wir solch einen würdgen Herrn vermocht,
Trotz ihrem Unwert, ihr Gemahl zu sein?
JULIA
Nicht stolz darauf, doch dankbar, daß Ihrs tatet.
Stolz kann ich nie auf das sein, was ich hasse,
Doch dankbar selbst für Haß, gemeint wie Liebe.
CAPULET
Ei seht mir, seht mir! Kramst du Weisheit aus?
Stolz - und ich dank Euch - und ich dank Euch nicht -
Und doch nicht stolz! Hör, Fräulein Zierlich du,
Nichts da gedankt von Dank, stolziert von Stolz!
Rück nur auf Donnerstag dein zart Gestell zurecht,
Mit Paris nach Sankt Peters Kirch zu gehn,
Sonst schlepp ich dich auf einer Schleife hin.
Pfui, du bleichsüchtges Ding, du lose Dirne!
Du Talggesicht!
GRÄFIN CAPULET
O pfui! Seid Ihr von Sinnen?
JULIA
Ich fleh Euch auf den Knien, mein guter Vater,
Hört mit Geduld ein einzig Wort nur an!
CAPULET
Geh mir zum Henker, widerspenstge Dirne!
Ich sage dirs: zur Kirch auf Donnerstag,
Sonst komm mir niemals wieder vors Gesicht.
Sprich nicht! Erwidre nicht! Gib keine Antwort!
Die Finger jucken mir. O Weib, wir glaubten
Uns kaum genug gesegnet, weil uns Gott
Dies eine Kind nur sandte; doch nun seh ich,
Dies eine war um eines schon zuviel,
Und nur ein Fluch ward uns in ihr beschert.
Du Hexe!
WÄRTERIN
Gott im Himmel segne sie!
Eur Gnaden tun nicht wohl, sie so zu schelten.
CAPULET
Warum, Frau Weisheit? Haltet Euern Mund,
Prophetin! Schnattert mit Gevatterinnen!
WÄRTERIN
Ich sage keine Schelmstück!
CAPULET
Geht mit Gott!
WÄRTERIN
Darf man nicht sprechen?
CAPULET
Still doch, altes Waschmaul!
Spart Eure Predigt zum Gevatterschmaus;
Hier brauchen wir sie nicht.
GRÄFIN CAPULET
Ihr seid zu hitzig!
CAPULET
Gotts Sakrament, es macht mich toll! Bei Tag,
Bei Nacht, spät, früh, allein und in Gesellschaft,
Zu Hause, draußen, wachend und im Schlaf,
War meine Sorge stets, sie zu vermählen.
Nun, da ich einen Herrn ihr ausgemittelt,
Von fürstlicher Verwandtschaft, schönen Gütern,
Jung, edel auferzogen, ausstaffiert,
Wie man wohl sagt, mit ritterlichen Gaben,
Kurz, wie man einen Mann sich wünschen möchte,
Und dann ein albern, winselndes Geschöpf,
Ein weinerliches Püppchen da zu haben,
Die, wenn ihr Glück erscheint, zur Antwort gibt:
Heiraten will ich nicht, ich kann nicht lieben,
Ich bin zu jung, ich bitt, entschuldigt mich. -
Gut, willst du nicht, du sollst entschuldigt sein;
Gras', wo du willst, du sollst bei mir nicht hausen.
Sieh zu! Bedenk! Ich pflege nicht zu spaßen.
Der Donnerstag ist nah: die Hand aufs Herz!
Und bist du mein, so soll mein Freund dich haben;
Wo nicht, geh, bettle, hungre, stirb am Wege!
Denn nie, bei meiner Seel, erkenn ich dich,
Und nichts, was mein, soll dir zugute kommen.
Bedenk dich! Glaub, ich halte, was ich schwur!
Ab.
JULIA
Und wohnt kein Mitleid droben in den Wolken,
Das in die Tiefe meines Jammers schaut?
O süße Mutter, stoß mich doch nicht weg!
Nur einen Monat, eine Woche Frist!
Wo nicht, bereite mir das Hochzeitsbette
In jener düstern Gruft, wo Tybalt liegt!
GRÄFIN CAPULET
Sprich nicht zu mir, ich sage nicht ein Wort.
Tu, was du willst, denn ich bin mit dir fertig.
Ab.
JULIA
O Gott! Wie ist dem vorzubeugen, Amme?
Mein Gatt auf Erden, meine Treu im Himmel -
Wie soll die Treu zur Erde wiederkehren,
Wenn sie der Gatte nicht, der Erd entweichend,
Vom Himmel sendet? Tröste, rate, hilf!
Weh, weh mir, daß der Himmel solche Tücken
An einem sanften Wesen übt wie mir!
Was sagst du? Hast du kein erfreuend Wort,
Kein Wort des Trostes?
WÄRTERIN
Meiner Seel, hier ists:
Er ist verbannt, und tausend gegen eins,
Daß er sich nimmer wieder her getraut,
Euch anzusprechen; oder tät ers doch,
So müßt es schlechterdings verstohlen sein.
Nun, weil denn so die Sachen stehn, so denk ich,
Das beste wär, daß Ihr den Grafen nähmt.
Ach, er ist solch ein allerliebster Herr!
Ein Lump ist Romeo nur gegen ihn.
Ein Adlersauge, Fräulein, ist so grell,
So schön, so feurig nicht, wie Paris seins.
Ich will verwünscht sein, ist die zweite Heirat
Nicht wahres Glück für Euch; weit vorzuziehn
Ist sie der ersten. Oder wär sie's nicht?
Der erste Mann ist tot, so gut als tot;
Denn lebt er schon, habt Ihr doch nichts von ihm.
JULIA
Sprichst du von Herzen?
WÄRTERIN
Und von ganzer Seele,
Sonst möge Gott mich strafen!
JULIA
Amen!
WÄRTERIN
Was?
JULIA
Nun ja, du hast mich wunderbar getröstet.
Geh, sag der Mutter, weil ich meinen Vater
Erzürnt, so woll ich nach Lorenzos Zelle,
Zu beichten und Vergebung zu empfangen.
WÄRTERIN
Gewiß, das will ich; Ihr tut weislich dran.
Ab.
JULIA
O alter Erzfeind, höllischer Versucher!
Ists ärgre Sünde, so zum Meineid mich
Verleiten, oder meinen Gatten schmähn
Mit eben dieser Zunge, die zuvor
Viel tausendmal ihn ohne Maß und Ziel
Gepriesen hat? - Hinweg, Ratgeberin!
Du und mein Busen sind sich künftig fremd. -
Ich will zum Mönch, ob er nicht Hülfe schafft.
Schlägt alles fehl, hab ich zum Sterben Kraft.
Ab.
Englisch
VIERTER AKT
Inhaltsverzeichnis
ERSTE SZENE
Inhaltsverzeichnis
Bruder Lorenzos Zelle
Lorenzo und Paris.
LORENZO
Auf Donnerstag? Die Frist ist kurz, mein Graf.
PARIS
Mein Vater Capulet verlangt es so,
Und meine Säumnis soll die Eil nicht hemmen.
LORENZO
Ihr sagt. Ihr kennt noch nicht des Fräuleins Sinn;
Das ist nicht grade Bahn; so lieb ichs nicht.
PARIS
Unmäßig weint sie über Tybalts Tod,
Und darum sprach ich wenig noch von Liebe;
Im Haus der Tränen lächelt Venus nicht.
Nun hälts ihr Vater, würdger Herr, gefährlich,
Daß sie dem Grame so viel Herrschaft gibt,
Und treibt in weiser Vorsicht auf die Heirat,
Um ihrer Tränen Ströme zu vertrocknen.
Gesellschaft nimmt vielleicht den Schmerz von ihr,
In den sie sich, allein, zu sehr vertieft.
Jetzt wißt Ihr um die Ursach dieser Eil.
LORENZO
beiseit. Wüßt ich nur nicht, was ihr im Wege steht. Laut. Seht, Graf, das Fräulein kommt in meine Zelle. Julia tritt auf.
PARIS
Oh, schön getroffen, meine liebe Braut!
JULIA
Das werd ich dann erst sein, wenn man uns traut!
PARIS
Man wird, man soll uns Donnerstag vermählen.
JULIA
Was sein soll, wird geschehn.
LORENZO
Das kann nicht fehlen.
PARIS
Kommt Ihr, die Beicht dem Vater abzulegen?
JULIA
Gäb ich Euch Antwort, legt ich Euch sie ab.
PARIS
Verleugnet es ihm nicht, daß Ihr mich liebt.
JULIA
Bekennen will ich Euch, ich liebe ihn.
PARIS
Gewiß bekennt Ihr auch. Ihr liebet mich.
JULIA
Tu ichs, so hat es, hinter Eurem Rücken
Gesprochen, höhern Wert als ins Gesicht.
PARIS
Du Arme, dein Gesicht litt sehr von Tränen.
JULIA
Die Tränen dürfen sich des Siegs nicht rühmen;
Es taugte wenig, eh sie's angefochten.
PARIS
Dies Wort tut, mehr als Tränen, ihm zu nah.
JULIA
Doch kann die Wahrheit nicht Verleumdung sein;
Was ich gesagt, sagt ich mir ins Gesicht.
PARIS
Doch mein ist das Gesicht, das du verleumdest.
JULIA
Das mag wohl sein, denn es ist nicht mein eigen. -
Ehrwürdger Vater, habt Ihr Muße jetzt?
Wie, oder soll ich um die Vesper kommen?
LORENZO
Jetzt hab ich Muße, meine ernste Tochter. -
Vergönnt Ihr uns, allein zu bleiben, Graf?
PARIS
Verhüte Gott, daß ich die Andacht störe! -
Früh Donnerstags will ich Euch wecken, Fräulein;
So lang lebt wohl! Nehmt diesen heilgen Kuß!
Ab.
JULIA
O schließ die Tür, und wenn du das getan,
Komm, wein mit mir; Trost, Hoffnung, Hülf ist hin.
LORENZO
Ach Julia, ich kenne schon dein Leid,
Es drängt aus allen Sinnen mich heraus.
Du mußt, und nichts, so hör ich, kanns verzögern,
Am Donnerstag dem Grafen dich vermählen.
JULIA
Sag mir nicht, Vater, daß du das gehört,
Wofern du nicht auch sagst, wie ichs verhindre.
Kann deine Weisheit keine Hülfe leihn,
So nenne weise meinen Vorsatz nur,
Und dieses Messer hilft mir auf der Stelle.
Gott fügt' in eins mein Herz und Romeos,
Die Hände du; und ehe diese Hand,
Die du dem Romeo versiegelt, dient
Zur Urkund eines andern Bundes oder
Mein treues Herz von ihm zu einem andern
Verrätrisch abfällt, soll dies beide töten.
Drum gib aus der Erfahrung langer Zeiten
Mir augenblicklich Rat; wo nicht, so sieh,
Wie dieses blutge Messer zwischen mir
Und meiner Drangsal richtet, das entscheidend,
Was deiner Jahr und deiner Kunst Gewicht
Zum Ausgang nicht mit Ehren bringen konnte.
O zaudre nicht so lang! Den Tod verlang ich,
Wenn deine Antwort nicht zur Hülfe spricht.
LORENZO
Halt, Tochter, ich erspähe was wie Hoffnung!
Allein es auszuführen heischt Entschluß,
Verzweifelt wie das Übel, das wir fliehn.
Hast du die Willensstärke, dich zu töten,
Eh du dem Grafen Paris dich vermählst,
Dann zweifl ich nicht, du unternimmst auch wohl
Ein Ding wie Tod, die Schmach hinwegzutreiben,
Der zu entgehn du selbst den Tod umarmst;
Und wenn du's wagst, so biet ich Hülfe dir.
JULIA
Oh, lieber, als dem Grafen mich vermählen,
Heiß von der Zinne jenes Turms mich springen,
Da gehn, wo Räuber streifen, Schlangen lauern,
Und kette mich an wilde Bären fest;
Birg bei der Nacht mich in ein Totenhaus
Voll rasselnder Gerippe, Moderknochen
Und gelber Schädel mit entzahnten Kiefern,
Heiß in ein frisch gemachtes Grab mich gehn
Und mich ins Leichentuch des Toten hüllen.
Sprach man sonst solche Dinge, bebt ich schon,
Doch tu ich ohne Furcht und Zweifel sie,
Des süßen Gatten reines Weib zu bleiben.
LORENZO
Wohl denn! Geh heim, sei fröhlich, willge drein,
Dich zu vermählen. Morgen ist es Mittwoch;
Sieh, wie du morgen nacht allein magst ruhn,
Laß nicht die Amm in deiner Kammer schlafen.
Nimm dieses Fläschchen dann mit dir zu Bett
Und trink den Kräutergeist, den es verwahrt.
Dann rinnt alsbald ein kalter matter Schauer
Durch deine Adern und bemeistert sich
Der Lebensgeister, den gewohnten Gang
Hemmt jeder Puls und hört zu schlagen auf;
Kein Atem, keine Wärme zeugt von Leben,
Der Lippen und der Wangen Rosen schwinden
Zu bleicher Asche, deiner Augen Vorhang
Fällt, wie wenn Tod des Lebens Tag verschließt;
Ein jedes Glied, gelenker Kraft beraubt,
Soll steif und starr und kalt wie Tod erscheinen.
Als solch ein Ebenbild des dürren Todes
Sollst du verharren zweiundvierzig Stunden
Und dann erwachen wie von süßem Schlaf.
Wenn nun der Bräutigam am Morgen kommt
Und dich vom Lager ruft, da liegst du tot;
Dann, wie die Sitte unsres Landes ist,
Trägt man auf einer Bahr in Feierkleidern
Dich unbedeckt in die gewölbte Gruft,
Wo alle Capulets von alters ruhn.
Zur selben Zeit, wenn du erwachen wirst,
Soll Romeo aus meinen Briefen wissen,
Was wir erdacht, und sich hieher begeben.
Wir wollen beid auf dein Erwachen harren,
Und in derselben Nacht soll Romeo
Dich fort von hier nach Mantua geleiten.
Das rettet dich von dieser drohnden Schmach,
Wenn schwacher Unbestand und weibsche Furcht
Dir in der Ausführung den Mut nicht dämpft.
JULIA
Gib mir, o gib mir; rede nicht von Furcht!
LORENZO
Nimm, geh mit Gott, halt fest an dem Entschluß!
Ich send indes mit Briefen einen Bruder
In Eil nach Mantua zu deinem Treuen.
JULIA
Gib, Liebe, Kraft mir! Kraft wird Hülfe leihen.
Lebt wohl, mein teurer Vater!
Beide ab.
Englisch
ZWEITE SZENE
Inhaltsverzeichnis
Ein [Zimmer] Saal in Capulets Hause
Capulet, Gräfin Capulet, Wärterin, Diener.
CAPULET
So viele Gäste lad, als hier geschrieben!
Ein Diener ab. Du, Bursch, geh, miet mir zwanzig tüchtge Köche!
ZWEITER DIENER
Ihr sollt gewiß keine schlechten kriegen, gnädger Herr; denn ich will erst zusehn, ob sie sich die Finger ablecken können.
CAPULET
Was soll das für eine Probe sein?
ZWEITER DIENER
Ei, gnädiger Herr, das wäre ein schlechter Koch, der seine eignen Finger nicht ablecken könnte. Drum, wer das nicht kann, der paßt mir nicht.
CAPULET
Geh, mach fort!
Zweiter Diener ab. Die Zeit ist kurz, es wird an manchem fehlen. - Wie ists, ging meine Tochter hin zum Pater?
WÄRTERIN
Ja, wahrhaftig!
CAPULET
Wohl! Gutes stiftet er vielleicht bei ihr;
Sie ist ein albern, eigensinnig Ding.
[Julia tritt auf.]
WÄRTERIN
Seht, wie sie fröhlich aus der Beichte kommt!
Julia tritt auf.
CAPULET
Nun, Starrkopf? Sag, wo bist herumgeschwärmt?
JULIA
Wo ich gelernt, die Sünde zu bereun
Hartnäckgen Ungehorsams gegen Euch
Und Eur Gebot, und wo der heilge Mann
Mir auferlegt, vor Euch mich hinzuwerfen,
Vergebung zu erflehn. - Vergebt, ich bitt Euch!
Von nun an will ich stets Euch folgsam sein.
CAPULET
Schickt nach dem Grafen, geht und sagt ihm dies.
Gleich morgen früh will ich dies Band geknüpft sehn.
JULIA
Ich traf den jungen Grafen bei Lorenzo,
Und alle Huld und Lieb erwies ich ihm,
So das Gesetz der Zucht nicht übertritt.
CAPULET
Nun wohl, das freut mich, das ist gut. - Steh auf!
So ist es recht. - Laßt mich den Grafen sehn.
Potztausend, geht, sag ich, und holt ihn her! -
So wahr Gott lebt, der würdge fromme Pater,
Von unsrer ganzen Stadt verdient er Dank.
JULIA
Kommt, Amme, wollt Ihr mit mir auf mein Zimmer?
Mir helfen Putz erlesen, wie Ihr glaubt,
Daß mir geziemt, ihn morgen anzulegen?
GRÄFIN CAPULET
Nein, nicht vor Donnerstag; es hat noch Zeit.
CAPULET
Geh mit ihr, Amme, morgen gehts zur Kirche.
Julia und die Wärterin ab.
GRÄFIN CAPULET
Die Zeit wird kurz zu unsrer Anstalt fallen;
Es ist fast Nacht.
CAPULET
Blitz! Ich will frisch mich rühren,
Und alles soll schon gehn, Frau, dafür steh ich.
Geh du zu Julien, hilf an ihrem Putz.
Ich gehe nicht zu Bett; laß mich gewähren,
Ich will die Hausfrau diesmal machen. - Heda! -
Kein Mensch zur Hand? - Gut, ich will selber gehn
Zum Grafen Paris, um ihn anzutreiben
Auf morgen früh; mein Herz ist mächtig leicht,
Seit dies verkehrte Mädchen sich besonnen.
Capulet und die Gräfin ab.
Englisch
DRITTE SZENE
Inhaltsverzeichnis
Juliens Kammer
Julia und die Wärterin.
JULIA
Ja, dieser Anzug ist der beste. - Doch
Ich bitt dich, liebe Amme, laß mich nun
Für diese Nacht allein; denn viel Gebete
Tun not mir, um den Himmel zu bewegen,
Daß er auf meinen Zustand gnädig lächle,
Der, wie du weißt, verderbt und sündlich ist.
Gräfin Capulet kommt.
GRÄFIN CAPULET
Seid ihr geschäftig? Braucht ihr meine Hülfe?
JULIA
Nein, gnädge Mutter, wir erwählten schon
Zur Tracht für morgen alles Zubehör.
Gefällt es Euch, so laßt mich jetzt allein
Und laßt zu Nacht die Amme mit Euch wachen,
Denn sicher habt Ihr alle Hände voll
Bei dieser eilgen Anstalt.
GRÄFIN CAPULET
Gute Nacht!
Geh nun zu Bett und ruh; du hast es nötig.
Gräfin Capulet und die Wärterin ab.
JULIA
Lebt wohl! - Gott weiß, wann wir uns wiedersehn.
Kalt rieselt matter Schau'r durch meine Adern,
Der fast die Lebenswärm erstarren macht.
Ich will zurück sie rufen mir zum Trost.
Amme! - Doch was soll sie hier?
Mein düstres Spiel muß ich allein vollenden.
Komm du, mein Kelch! -
Doch wie, wenn dieser Trank nun gar nichts wirkte,
Wird man dem Grafen mit Gewalt mich geben?
Nein, nein! Dies solls verwehren. Lieg du hier! -
Sie legt einen Dolch neben sich. Wie? Wär es Gift, das mir mit schlauer Kunst Der Mönch bereitet, mir den Tod zu bringen, Auf daß ihn diese Heirat nicht entehre, Weil er zuvor mich Romeo vermählt? So, fürcht ich, ists! - Doch dünkt mich, kanns nicht sein, Denn er ward stets ein frommer Mann erfunden. Ich will nicht Raum so bösem Argwohn geben. Wie aber, wenn ich, in die Gruft gelegt, Erwache vor der Zeit, da Romeo Mich zu erlösen kommt? Furchtbarer Fall! Werd ich dann nicht in dem Gewölb ersticken, Des giftger Mund nie reine Lüfte einhaucht, Und so erwürgt da liegen, wann er kommt? Und leb ich auch, könnt es nicht leicht geschehn, Daß mich das grause Bild von Tod und Nacht Zusammen mit den Schrecken jenes Ortes Dort im Gewölb in alter Katakombe, Wo die Gebeine aller meiner Ahnen Seit vielen hundert Jahren aufgehäuft, Wo frisch beerdigt erst der blutge Tybalt Im Leichentuch verwest; wo, wie man sagt, In mitternächtger Stunde Geister hausen - Weh, weh! - könnt es nicht leicht geschehn, daß ich, Zu früh erwachend - und nun ekler Dunst, Gekreisch wie von Alraunen, die man aufwühlt, Das Sterbliche, die's hören, sinnlos macht - Oh, wach ich auf, werd ich nicht rasend werden, Umringt von all den greuelvollen Schrecken, Und toll mit meiner Väter Gliedern spielen? Und Tybalt aus dem Leichentuche zerren? Und in der Wut mit irgendeines Ahnherrn Gebein zerschlagen mein zerrüttet Hirn? O da! Mich dünkt, ich sehe Tybalts Geist! Er späht nach Romeo, der seinen Leib Auf einen Degen spießte. - Tybalt, halt! - Ich komme, Romeo! Dies trink ich dir! [Sie trinkt und] wirft sich auf das Bett.
Englisch
VIERTE SZENE
Inhaltsverzeichnis
Ein Saal in Capulets Hause
Gräfin Capulet und die Wärterin.
GRÄFIN CAPULET
Da, nehmt die Schlüssel, holt noch mehr Gewürz!
WÄRTERIN
Sie wollen Quitten und Orangen haben
Für ihre Bäckerei.
Capulet kommt.
CAPULET
Auf, rührt euch, frisch! Schon kräht der zweite Hahn,
Die Morgenglocke läutet; 's ist drei Uhr.
Sieh nach dem Backwerk, Frau Angelika,
Spar nichts daran!
WÄRTERIN
Topfgucker! Geht nur, geht!
Macht Euch zu Bett! Ja, Ihr seid morgen krank,
Wenn Ihr die ganze Nacht nicht schlaf!
CAPULET
Kein bißchen! Was! Ich hab um Kleiners wohl
Die Nächte durchgewacht und war nie krank.
GRÄFIN CAPULET
Ja, ja! Ihr wart ein feiner Vogelsteller
Zu Eurer Zeit! Nun aber will ich Euch
Vor solchem Wachen schon bewachen.
Gräfin und Wärterin ab.
CAPULET
O Ehestand, o Wehestand! Nun, Kerle!
Diener mit Bratspießen, Scheiten und Körben treten auf. Was bringt ihr da! [Diener mit Bratspießen, Scheiten und Körben gehn über die Bühne.]
ERSTER DIENER
's ist für den Koch, Herr; was, das weiß ich nicht.
CAPULET
Macht zu, macht zu!
Erster Diener ab. Hol trockne Klötze, Bursch! Ruf Petern, denn der weiß es, wo sie sind.
ZWEITER DIENER
Braucht Ihr 'nen Klotz, Herr, bin ich selber da
Und hab nicht nötig, Petern anzugehn.
Ab.
CAPULET
Blitz! Gut gesagt! Ein lustger Teufel! ha,
Du sollst das Haupt der Klötze sein. - Wahrhaftig,
's ist Tag; der Graf wird mit Musik gleich kommen.
Das woll er, sagt' er ja; ich hör ihn schon.
Musik hinter der Szene. Frau! Wärterin! He, sag ich, Wärterin! Die Wärterin kommt. Weckt Julien auf! Geht, putzt sie mir heraus! Ich geh indes und plaudre mit dem Grafen. Eilt Euch, macht fort! Der Bräutgam ist schon da. Fort, sag ich Euch. Beide ab.
Englisch
FÜNFTE SZENE
Inhaltsverzeichnis
Juliens Kammer
Julia auf dem Bett. Die Wärterin kommt.
WÄRTERIN
Fräulein! - Nun, Fräulein! Julia! - Nun, das schläft!
He, Lamm! He, Fräulein! Pfui, Langschläferin!
Mein Schätzchen, sag ich! Süßes Herz! Mein Bräutchen!
Was, nicht ein Laut? Ihr nehmt Eur Teil voraus,
Schlaft für 'ne Woche; denn ich steh dafür,
Auf nächste Nacht hat seine Ruh Graf Paris
Daran gesetzt, daß wenig Ruh Ihr habt!
Behüt der Herr sie! Wie gesund sie schläft!
Ich muß sie aber wecken. - Fräulein! Fräulein!
Laßt Euch den Grafen nur im Bett ertappen,
Der wird Euch schon ermuntern; meint Ihr nicht? -
Was, schon in vollen Kleidern? Und so wieder
Sich hingelegt? Ich muß durchaus Euch wecken.
He, Fräulein! Fräulein! Fräulein! -
Daß Gott, daß Gott! Zu Hülfe! Sie ist tot!
Ach, liebe Zeit! Daß ich je ward geboren!
Bringt Weingeist, he! He, gnädger Herr! Frau Gräfin!
Grafin Capulet kommt.
GRÄFIN CAPULET
Was ist das für ein Lärm?
WÄRTERIN
O Unglückstag!
GRÄFIN CAPULET
Was gibts?
WÄRTERIN
Seht, seht nur! O betrübter Tag!
GRÄFIN CAPULET
O weh, o weh! Mein Kind, mein einzig Leben!
Erwach, leb auf, ich sterbe sonst mit dir!
O Hülfe, Hülfe! Ruft doch Hülfe!
Capulet kommt.
CAPULET
Schämt euch! Bringt Julien her! Der Graf ist da.
WÄRTERIN
Ach sie ist tot, verblichen, tot! O wehe!
GRÄFIN CAPULET
O wehe, wehe, sie ist tot, tot, tot!
CAPULET
Laßt mich sie sehn! - Gott helf uns! Sie ist kalt,
Ihr Blut steht still, die Glieder sind ganz starr,
Von diesen Lippen schied das Leben längst,
Der Tod liegt auf ihr, wie ein Maienfrost
Auf des Gefildes schönster Blume liegt.
Fluch dieser Stund! Ich armer alter Mann!
WÄRTERIN
O Unglückstag!
GRÄFIN CAPULET
O jammervolle Stunde!
CAPULET
Der Tod, der mir sie nahm, mir Klagen auszupressen,
Er bindet meine Zung und macht sie stumm.
Bruder Lorenzo, Graf Paris und Musikanten treten auf.
LORENZO
Kommt! Ist die Braut bereit zur Kirch zu gehn?
CAPULET
Bereit zu gehn, um nie zurückzukehren. -
O Sohn, die Nacht vor deiner Hochzeit buhlte
Der Tod mit deiner Braut. Sieh, wie sie liegt,
Die Blume, die in seinem Arm verblühte.
Mein Eidam ist der Tod, der Tod mein Erbe;
Er freite meine Tochter. Ich will sterben,
Ihm alles lassen; wer das Leben läßt,
Der läßt dem Tode alles.
PARIS
Hab ich nach dieses Morgens Licht geschmachtet,
Und bietet es mir solchen Anblick dar?
GRÄFIN CAPULET
Unseliger, verhaßter, schwarzer Tag!
Der Stunden jammervollste, so die Zeit
Seit ihrer langen Pilgerschaft gesehn.
Nur eins, ein einzig armes, liebes Kind,
Ein Wesen nur, mich dran zu freun, zu laben -
Und grausam riß es nun der Tod mir weg!
WÄRTERIN
O Weh! O Jammer - Jammer - Jammertag!
Höchst unglückselger Tag, betrübter Tag!
Wie ich noch nimmer, nimmer einen sah,
O Tag, o Tag, o Tag, verhaßter Tag!
Solch schwarzen Tag wie diesen gab es nie.
O Jammertag, o Jammertag!
PARIS
Berückt, geschieden, schwer gekränkt, erschlagen!
Fluchwürdger, arger Tod, durch dich berückt!
Durch dich so grausam, grausam hingestürzt!
O Lieb, o Leben! Nein, nur Lieb im Tode!
CAPULET
Verhöhnt, bedrängt, gehaßt, zermalmt, getötet!
Trostlose Zeit, deswegen kamst du jetzt,
Zu morden, morden unser Freudenfest! -
O Kind, Kind! Meine Seel und nicht mein Kind!
Tot bist du? Wehe mir, mein Kind ist tot,
Und mit dem Kinde starben meine Freuden.
LORENZO
Still! Hegt doch Scham! Solch Stürmen stillet nicht
Des Leidens Sturm. Ihr teiltet mit dem Himmel
Dies schöne Mädchen, nun hat er sie ganz,
Und um so besser ist es für das Mädchen.
Ihr konntet euer Teil nicht vor dem Tod
Bewahren; seins bewahrt im ewgen Leben
Der Himmel. Sie erhöhn war euer Ziel,
Eur Himmel wars, wenn sie erhoben würde;
Und weint ihr nun, erhoben sie zu sehn
Hoch über Wolken, wie der Himmel hoch?
O wie verkehrt doch euer Lieben ist!
Verzweifelt ihr, weil ihr sie glücklich wißt?
Die lang vermählt lebt, ist nicht wohl vermählt;
Wohl ist vermählt, die früh der Himmel wählt.
Hemmt eure Tränen, streuet Rosmarin
Auf diese schöne Leich, und nach der Sitte
Tragt sie zur Kirch in ihrem besten Staat.
Denn heischt gleich die Natur ein schmerzlich Sehnen,
So lacht doch die Vernunft bei ihren Tränen.
CAPULET
Was wir nur irgend festlich angestellt,
Kehrt sich von seinem Dienst zu schwarzer Trauer.
Das Spiel der Saiten wird zum Grabgeläut,
Die Hochzeitlust zum ernsten Leichenmahl,
Aus Feierliedern werden Totenmessen,
Der Brautkranz dient zum Schmucke für die Bahre
Und alles wandelt sich ins Gegenteil.
LORENZO
Verlaßt sie, Herr; geht mit ihm, gnädge Frau;
Auch Ihr, Graf Paris: macht euch alle fertig,
Der schönen Leiche hin zur Gruft zu folgen.
Der Himmel zürnt mit euch um sündge Tat;
Reizt ihn nicht mehr, gehorcht dem hohen Rat.
Capulet, Gräfin Capulet, Paris und Lorenzo ab.
ERSTER MUSIKANT
Mein Seel, wir können unsre Pfeifen auch nur einstecken und uns packen.
WÄRTERIN
Ihr guten Leute, ja, steckt ein, steckt ein!
Die Sachen hier sehn gar erbärmlich aus.
Ab.
[ZWEITER] ERSTER MUSIKANT
[zeigt auf sein Instrument.] Ja, meiner Treu, die Sachen hier könnten wohl besser aussehen, aber sie klingen doch gut. [Im Original bezieht der Musiker den Ausspruch der Amme aufgrund der Doppeldeutigkeit des Wortes »case« (Sache, Kasten) auf den Kasten für sein Instrument: »Ja, bei meiner Treu, den Kasten kann man doch ausbessern.«]
PETER
O Musikanten, Musikanten, spielt:
»Frisch auf, mein Herz! Frisch auf, mein Herz, und singe!«
O spielt, wenn euch mein Leben lieb ist, spielt:
»Frisch auf, mein Herz!«
ERSTER MUSIKANT
Warum: »Frisch auf, mein Herz?«
PETER
O Musikanten, weil mein Herz selber spielt: »Mein Herz voll Angst und Nöten.« O spielt mir eine lustige Litanei, um mich aufzurichten.
[ZWEITER] ERSTER MUSIKANT
Nichts da von Litanei! Es ist jetzt nicht Spielens Zeit.
PETER
Ihr wollt es also nicht?
[MUSIKANTEN] ERSTER MUSIKANT
Nein.
PETER
Nun, so will ich es euch schon [eintränken] gründlich geben.
ERSTER MUSIKANT
Was wollt Ihr uns [eintränken] geben?
PETER
[Keinen Wein] Kein Geld, wahrhaftig; sondern Spott, - ich werde es euch geben, indem ich euch als Spielmänner beschimpfe.
ERSTER MUSIKANT
Dann werde ich Euch eine Dienstboten-Kreatur nennen.
PETER
Dann wird Euer Schädel den Dolch dieser Dienstboten-Kreatur zu spüren bekommen. Ich dulde solche Töne nicht: [ich will euch eure Instrumente um den Kopf schlagen.] Ich will euch befa-sol-laen. Das notiert euch!
ERSTER MUSIKANT
Wenn Ihr uns befa-sol-laet, so notiert Ihr uns.
ZWEITER MUSIKANT
Bitte steckt Euren Dolch ein und zieht Euren Witz hervor.
PETER
Dann legt euch mit meinem Witz an! Ich werde euch mit eisernem Witz verbleuen und meinen eisernen Dolch einstecken. - [Hört, spannt mir einmal eure Schafsköpfe wie die Schafsdärme an euren Geigen.] Antwortet verständlich:
Wenn in der Leiden hartem Drang
Das bange Herze will erliegen,
Musik mit ihrem Silberklang -
Warum »Silberklang«? warum »Musik mit ihrem Silberklang«? Was sagt Ihr, Hans Kolophonium?
ERSTER MUSIKANT
Ei nun, Musje, weil Silber einen feinen Klang hat.
PETER
Recht artig! Was sagt Ihr, Michel Hackebrett?
ZWEITER MUSIKANT
Ich sage »Silberklang«, weil Musik nur für Silber klingt.
PETER
Auch recht artig! Was sagt Ihr, Jakob Gellohr?
DRITTER MUSIKANT
Mein Seel, ich weiß nicht, was ich sagen soll.
PETER
Oh, ich bitt Euch um Vergebung! Ihr seid der Sänger, Ihr singt nur; so will ich es denn für Euch sagen. Es heißt »Musik mit ihrem Silberklang«, weil solche Kerle wie Ihr kein Gold fürs Spielen kriegen!
Musik mit ihrem Silberklang
Weiß hülfreich ihnen obzusiegen.
Geht [singend ] ab.
ERSTER MUSIKANT
Was für ein Pestkerl ist das?
ZWEITER MUSIKANT
Hol ihn der Henker! Kommt, wir wollen hier hineingehn, auf die Trauerleute warten und sehen, ob es nichts zu essen gibt.
Alle ab.
Englisch
FÜNFTER AKT
Inhaltsverzeichnis
ERSTE SZENE
Inhaltsverzeichnis
Mantua. Eine Straße
Romeo tritt auf.
ROMEO
Darf ich dem Schmeichelblick des Schlafes traun,
So deuten meine Träum ein nahes Glück.
Leicht auf dem Thron sitzt meiner Brust Gebieter;
Mich hebt ein ungewohnter Geist mit frohen
Gedanken diesen ganzen Tag empor.
Mein Mädchen, träumt ich, kam und fand mich tot
- Seltsamer Traum, der Tote denken läßt! -
Und hauchte mir solch Leben ein mit Küssen,
Daß ich vom Tod erstand und Kaiser war.
Ach Herz! Wie süß ist Liebe selbst begabt,
Da schon so reich an Freud ihr Schatten ist!
Balthasar tritt auf. Ha, Neues von Verona! Sag, wie stehts? Bringst du vom Pater keine Briefe mit? Was macht mein teures Weib? Wie lebt mein Vater? Ist meine Julie wohl? Das frag ich wieder, Denn nichts kann übel stehn, gehts ihr nur wohl.
BALTHASAR
Nun, ihr gehts wohl, und nichts kann übel stehn.
Ihr Körper schläft in Capulets Begräbnis,
Und ihr unsterblich Teil lebt bei den Engeln.
Ich sah sie senken in der Väter Gruft
Und ritt in Eil hieher, es Euch zu melden.
O Herr, verzeiht die schlimme Botschaft mir,
Weil Ihr dazu den Auftrag selbst mir gabt!
ROMEO
Ist es denn so? Ich biet euch Trotz, ihr Sterne! -
Du kennst mein Haus, hol mir Papier und Tinte
Und miete Pferde; ich will fort zu Nacht.
BALTHASAR
Verzeiht, ich darf Euch so nicht lassen, Herr!
Ihr seht so blaß und wild, und Eure Blicke
Weissagen Unglück.
ROMEO
Nicht doch, du betrügst dich.
Laß mich und tu, was ich dich heiße tun.
Hast du für mich vom Pater keine Briefe?
BALTHASAR
Nein, bester Herr.
ROMEO
Es tut nichts; mach dich auf
Und miete Pferd', ich komme gleich nach Haus.
Balthasar ab. Wohl, Julia, heute nacht ruh ich bei dir. Ich muß auf Mittel sinnen. - O wie schnell Drängt Unheil sich in der Verzweiflung Rat! Mir fällt ein Apotheker ein; er wohnt Hier irgendwo herum. - Ich sah ihn neulich, Zerlumpt, die Augenbrauen überhangend; Er suchte Kräuter aus; hohl war sein Blick, Ihn hatte herbes Elend ausgemergelt. Ein Schildpatt hing in seinem dürftgen Laden, Ein ausgestopftes Krokodil und Häute Von mißgestalten Fischen; auf dem Sims Ein bettelhafter Prunk von leeren Büchsen Und grüne Töpfe, Blasen, muffger Samen, Bindfaden-Endchen, alte Rosenkuchen, Das alles dünn verteilt, zur Schau zu dienen. Betrachtend diesen Mangel, sagt ich mir: Bedürfte jemand Gift hier, des Verkauf In Mantua sogleich zum Tode führt, Da lebt ein armer Schelm, ders ihm verkaufte. Oh, der Gedanke zielt' auf mein Bedürfnis, Und dieser dürftge Mann muß mirs verkaufen. Soviel ich mich entsinn, ist dies das Haus. Weils Festtag ist, schloß seinen Kram der Bettler. Hei Holla! Apotheker! Der Apotheker kommt heraus.
APOTHEKER
Wer ruft so laut?
ROMEO
Mann, komm hieher! - Ich sehe, du bist arm.
Nimm, hier sind vierzig Stück Dukaten: gib
Mir eine Dose Gift, solch scharfen Stoff,
Der schnell durch alle Adern sich verteilt,
Daß tot der lebensmüde Trinker hinfällt,
Und daß die Brust den Atem von sich stößt,
So ungestüm, wie schnell entzündet Pulver
Aus der Kanone furchtbarm Schlunde blitzt.
APOTHEKER
So tödliche Arzneien hab ich wohl;
Doch Mantuas Gesetz ist Tod für jeden,
Der feil sie gibt.
ROMEO
Bist du so nackt und bloß,
Von Plagen so bedrückt, und scheust den Tod?
Der Hunger sitzt in deinen hohlen Backen,
Not und Bedrängnis darbt in deinem Blick,
Auf deinem Rücken hängt zerlumptes Elend,
Die Welt ist nicht dein Freund, noch ihr Gesetz;
Die Welt hat kein Gesetz, dich reich zu machen;
Drum sei nicht arm, brich das Gesetz und nimm!
APOTHEKER
Nur meine Armut, nicht mein Wille weicht.
ROMEO
Nicht deinem Willen, deiner Armut zahl ich.
APOTHEKER
Tut dies in welche Flüssigkeit Ihr wollt
Und trinkt es aus; und hättet Ihr die Stärke
Von Zwanzigen, es hülf Euch gleich davon.
ROMEO
Da ist dein Gold, ein schlimmres Gift den Seelen
Der Menschen, das in dieser eklen Welt
Mehr Mord verübt als diese armen Tränkchen,
Die zu verkaufen dir verboten ist.
Ich gebe Gift dir; du verkaufst mir keins.
Leb wohl, kauf Speis und füttre dich heraus! -
Komm, Stärkungstrank, nicht Gift! Begleite mich
Zu Juliens Grab, denn dort bedarf ich dich.
Ab.
Englisch
ZWEITE SZENE
Inhaltsverzeichnis
Lorenzos Zelle
Bruder Markus kommt.
MARKUS
Ehrwürdger Bruder Franziskaner, he!
Bruder Lorenzo kommt.
LORENZO
Das ist ja wohl des Bruders Markus Stimme -
Willkommen mir von Mantua! Was sagt
Denn Romeo? Faßt' er es schriftlich ab,
So gib den Brief.
MARKUS
Ich ging, um einen Bruder
Barfüßer unsers Ordens, der den Kranken
In dieser Stadt hier zuspricht, zum Geleit
Mir aufzusuchen; und da ich ihn fand,
Argwöhnten die dazu bestellten Späher,
Wir wären beid in einem Haus, in welchem
Die böse Seuche herrschte, siegelten.
Die Türe zu und ließen uns nicht gehn.
Dies hielt mich ab, nach Mantua zu eilen.
LORENZO
Wer trug denn meinen Brief zum Romeo?
MARKUS
Da hast du ihn, ich konnt ihn nicht bestellen;
Ihn dir zu bringen, fand kein Bote sich,
So bange waren sie vor Ansteckung.
LORENZO
Unselges Mißgeschick! Bei meinem Orden,
Nicht eitel war der Brief; sein Inhalt war
Von teuren Dingen, und die Säumnis kann
Gefährlich werden. Bruder Markus, geh,
Hol ein Brecheisen mir und brings sogleich
In meine Zell.
MARKUS
Ich geh und bring dirs, Bruder.
Ab.
LORENZO
Ich muß allein zur Gruft nun. Innerhalb
Drei Stunden wird das schöne Kind erwachen;
Verwünschen wird sie mich, weil Romeo
Vom ganzen Vorgang nichts erfahren hat.
Doch schreib ich gleich aufs neu nach Mantua
Und berge sie so lang in meiner Zell,
Bis ihr Geliebter kommt. Die arme Seele!
Lebendge Leich in dumpfer Grabeshöhle!
Ab.
Englisch
DRITTE SZENE
Inhaltsverzeichnis
Ein Kirchhof; auf demselben das Familienbegräbnis der Capulets
Paris und sein Page, mit Blumen und einer Fackel, treten auf.
PARIS
Gib mir die Fackel, Bursch, und halt dich fern! -
Nein, lösch sie aus! Man soll mich hier nicht sehn.
Dort unter jenen Eiben streck dich hin
Und leg dein Ohr dicht an den hohlen Grund,
So kann kein Fuß auf diesen Kirchhof treten,
Der locker aufgewühlt von vielen Gräbern,
Daß du's nicht hörtest; pfeife dann mir zu,
Zum Zeichen, daß du etwas nahen hörst.
Gib mir die Blumen, tu, wie ich dir sagte!
PAGE
beiseit. Fast grauet mir, so auf dem Kirchhof hier Allein zu bleiben, doch ich will es wagen. Entfernt sich.
PARIS
Süße Blume, mit Blumen dein Brautbett ich bestreu.
O weh, dein Baldachin ist Staub und Stein!
Mit süßem Wasser nächtlich will ichs tauen,
Und fehlts daran, mit schmerzzerpreßten Tränen.
Die Totenfeier, nächtlich dir zu weihn:
Dein Grab bestreun und weinen soll es sein.
Der Knabe pfeift. Der Bube gibt ein Zeichen; jemand naht. Welch ein verdammter Fuß kommt dieses Wegs, Und stört die Leichenfeier frommer Liebe? Mit einer Fackel? Wie? Verhülle, Nacht, Ein Weilchen mich. Er tritt beiseite. Romeo und Balthasar, mit einer Fackel, Haue usw.
ROMEO
Gib mir das Eisen und die Haue her!
Nimm diesen Brief; frühmorgens siehe zu,
Daß du ihn meinem Vater überreichst.
Gib mir das Licht; aufs Leben bind ichs dir,
Was du auch hörst und siehst, bleib in der Ferne
Und unterbrich mich nicht in meinem Tun.
Ich steig in dieses Totenbett hinab,
Teils meiner Gattin Angesicht zu sehn,
Vornehmlich aber einen kostbarn Ring
Von ihrem toten Finger abzuziehn,
Den ich zu einem wichtgen Werk bedarf.
Drum auf und geh! Und kehrest du zurück,
Vorwitzig meiner Absicht nachzuspähn,
Bei Gott, so reiß ich dich in Stücke, säe
Auf diesen giergen Boden deine Glieder.
Die Nacht und mein Gemüt sind wütend wild,
Viel grimmer und viel unerbittlicher
Als durstge Tiger und die wüste See.
BALTHASAR
So will ich weggehn, Herr, und Euch nicht stören.
ROMEO
Dann tust du als mein Freund. Nimm, guter Mensch!
Leb und sei glücklich und gehab dich wohl!
BALTHASAR
[für sich.] Trotz allem dem will ich mich hier verstecken; Ich trau ihm nicht, sein Blick erregt mir Schrecken. Entfernt sich.
ROMEO
O du verhaßter Schlund, du Bauch des Todes,
Der du der Erde Köstlichstes verschlangst,
So brech ich deine morschen Kiefer auf
Er bricht die Tür des Grabmals auf. Und will, zum Trotz, noch mehr dich überfüllen. [Er bricht die Tür des Gewölbes auf.]
PARIS
Ha, der verbannte, stolze Montague,
Der Juliens Vetter mordete; man glaubt,
An diesem Grame starb das holde Wesen.
Hier kommt er jetzt, um niederträchtgen Schimpf
Den Leichen anzutun; ich will ihn greifen!
Tritt hervor. Laß dein verruchtes Werk, du Montague! Wird Rache übern Tod hinaus verfolgt? Verdammter Bube, ich verhafte dich; Gehorch und folge mir, denn du mußt sterben.
ROMEO
Fürwahr, das muß ich; darum kam ich her.
Versuch nicht, guter Jüngling, den Verzweifelnden!
Entflieh und laß mich; denke dieser Toten!
Laß sie dich schrecken! - Ich beschwör dich, Jüngling,
Lad auf mein Haupt nicht eine neue Sünde,
Wenn du zur Wut mich reizest; geh, o geh,
Bei Gott, ich liebe mehr dich wie mich selbst,
Denn gegen mich gewaffnet komm ich her.
Fort, eile, leb und nenn barmherzig ihn,
Den Rasenden, der dir gebot zu fliehn!
PARIS
Ich kümmre mich um dein Beschwören nicht
Und greife dich als Missetäter hier.
ROMEO
Willst du mich zwingen? Knabe, sieh dich vor!
Sie fechten.
PAGE
Sie fechten! Gott, ich will die Wache rufen.
PARIS
O ich bin hin! -
Fällt. Hast du Erbarmen, öffne Die Gruft und lege mich zu Julien. Er stirbt.
ROMEO
Auf Ehr, ich wills. - Laßt sein Gesicht mich schaun.
Mercutios edler Vetter ists, Graf Paris.
Was sagte doch mein Diener, weil wir ritten,
Als die bestürmte Seel es nicht vernahm?
Ich glaube, Julia habe sich mit Paris
Vermählen sollen: sagt' er mir nicht so?
Wie, oder träumt ichs? Oder bild ichs mir
Im Wahnsinn ein, weil er von Julien sprach?
O gib mir deine Hand, du, so wie ich,
Ins Buch des herben Unglücks eingezeichnet!
Ich bette dich in eine stolze Gruft.
Doch Gruft? Nein, helle Wölbung, Jungerschlagner!
Denn hier liegt Julia: ihre Schönheit macht
Dies Grab zur Feierhalle voll von Licht.
Toter, lieg da, von totem Mann begraben!
Er legt Paris in das Begräbnis. Wie oft sind Menschen, schon des Todes Raub, Noch fröhlich worden! Ihre Wärter nennens Den letzten Lebensblitz. Wohl mag nun dies Ein Blitz mir heißen. - O mein Herz! Mein Weib! Der Tod, der deines Odems Balsam sog, Hat über deine Schönheit nichts vermocht. Noch bist du nicht besiegt; der Schönheit Fahne Weht purpurn noch auf Lipp und Wange dir; Hier pflanzte nicht der Tod sein bleiches Banner. - Liegst du da, Tybalt, in dem blutgen Tuch? O welchen größern Dienst kann ich dir tun, Als mit der Hand, die deine Jugend fällte, Des Jugend, der dein Feind war, zu zerreißen? Vergib mir, Vetter! - Liebe Julia, Warum bist du so schön noch? Soll ich glauben, Der körperlose Tod entbrenn in Lieb Und der verhaßte, hagre Unhold halte Als seine Buhle hier im Dunkeln dich? Aus Furcht davor will ich dich nie verlassen Und will aus diesem Palast dichter Nacht Nie wieder weichen. Hier, hier will ich bleiben Mit Würmern, so dir Dienerinnen sind. O hier bau ich die ewge Ruhstatt mir Und schüttle von dem lebensmüden Leibe Das Joch feindseliger Gestirne. - Augen, Blickt euer Letztes! Arme, nehmt die letzte Umarmung! Und, o Lippen, ihr, die Tore Des Odems, siegelt mit rechtmäßgem Kusse Den ewigen Vertrag dem Wuchrer Tod. Komm, bittrer Führer, widriger Gefährt, Verzweifelter Pilot! Nun treib auf einmal Dein sturmerkranktes Schiff in Felsenbrandung! Dies auf dein Wohl, wo du auch stranden magst! Dies meiner Lieben! - Er trinkt. O wackrer Apotheker, Dein Trank wirkt schnell. - Und so im Kusse sterb ich. Er stirbt, Bruder Lorenzo kommt vom andern Ende des Kirchhofes mit Laterne Brecheisen und Spaten.
LORENZO
Helf mir Sankt Franz! Wie oft sind über Gräber
Nicht meine alten Füße heut gestolpert.
Wer ist da?
Wer ists, der noch so spät zu Toten geht?[»Who is it that consorts, so late, the dead?« Dieser Vers findet sich in der Fassung des »Project Gutenberg Shakespeare Team's«, fehlt aber in allen anderen mir bekannten Ausgaben.]
BALTHASAR
Ein Freund, und einer, dem Ihr wohl bekannt.
LORENZO
Gott segne dich! Sag mir, mein guter Freund,
Welch eine Fackel ists, die dort ihr Licht
Umsonst den Würmern leiht und blinden Schädeln?
Mir scheint, sie brennt in Capulets Begräbnis.
BALTHASAR
Ja, würdger Pater, und mein Herr ist dort,
Ein Freund von Euch.
LORENZO
Wer ist es?
BALTHASAR
Romeo.
LORENZO
Wie lange schon?
BALTHASAR
Voll eine halbe Stunde.
LORENZO
Geh mit mir zu der Gruft!
BALTHASAR
Ich darf nicht, Herr.
Mein Herr weiß anders nicht, als ich sei fort,
Und drohte furchtbarlich den Tod mir an,
Blieb ich, um seinen Vorsatz auszuspähn.
LORENZO
So bleib, ich geh allein. - Ein Graun befällt mich;
Oh, ich befürchte sehr ein schlimmes Unglück!
BALTHASAR
Derweil ich unter dieser Eibe schlief,
Träumt ich, mein Herr und noch ein andrer föchten,
Und er erschlüge jenen.
LORENZO
Romeo?
Er geht weiter nach vorn. O wehe, weh mir! Was für Blut befleckt Die Steine hier an dieses Grabmals Schwelle? Was wollen diese herrenlosen Schwerter, Daß sie verfärbt hier liegen an der Stätte Des Friedens? Er geht in das Begräbnis. Romeo? - Ach, bleich! - Wer sonst? Wie? Paris auch? Und in sein Blut getaucht? O welche unmitleidge Stund ist schuld An dieser kläglichen Begebenheit? - Das Fräulein regt sich.
JULIA
erwachend. O Trostesbringer! Wo ist mein Gemahl? Ich weiß recht gut noch, wo ich sollte sein; Da bin ich auch. Wo ist mein Romeo? Geräusch von Kommenden.
LORENZO
Ich höre Lärm. - Kommt, Fräulein, flieht die Grube
Des Tods, der Seuchen, des erzwungnen Schlafs;
Denn eine Macht, zu hoch dem Widerspruch,
Hat unsern Rat vereitelt. Komm, o komm!
Dein Gatte liegt an deinem Busen tot,
Und Paris auch; komm, ich versorge dich
Bei einer Schwesternschaft von heilgen Nonnen.
Verweil mit Fragen nicht; die Wache kommt.
Geh, gutes Kind!
Geräusch hinter der Szene. Ich darf nicht länger bleiben. [Ab.]
JULIA
Geh nur, entweich, denn ich will nicht von hinnen. -
Bruder Lorenzo geht ab. Was ist das hier? Ein Becher, festgeklemmt In meines Trauten Hand? - Gift, seh ich, war Sein Ende vor der Zeit. - O Böser! Alles Zu trinken, keinen gütgen Tropfen mir Zu gönnen, der mich zu dir brächt? - Ich will Dir deine Lippen küssen. Ach, vielleicht Hängt noch ein wenig Gift daran und läßt mich An einer Labung sterben. Sie küßt ihn. Deine Lippen Sind warm.
ERSTER WÄCHTER
hinter der Szene. Wo ist es, Knabe? Führ uns!
JULIA
Wie? Lärm? - Dann schnell nur!
[Sie ergreift Romeos Dolch.] O willkommner Dolch! Sie ergreift Romeos Dolch. Dies werde deine Scheide. Ersticht sich. Roste da Und laß mich sterben! Sie fällt auf Romeos Leiche und stirbt. Wächter mit dem Pagen des Paris.
PAGE
Dies ist der Ort, da, wo die Fackel brennt.
ERSTER WÄCHTER
Der Boden ist voll Blut; durchsucht den Kirchhof,
Ein paar von euch; geht, greifet, wen ihr trefft.
Einige von der Wache ab. Betrübt zu sehn! Hier liegt der Graf erschlagen, Und Julia blutend, warm und kaum verschieden, Die schon zwei Tage hier begraben lag. - Geht, sagts dem Fürsten! Weckt die Capulets! Lauft zu den Montagues! Ihr andern sucht! Andre Wächter ab. Wir sehn den Grund, der diesen Jammer trägt; Allein den wahren Grund des bittern Jammers Erfahren wir durch näh're Kundschaft nur. Einige von der Wache kommen mit Balthasar zurück.
ZWEITER WÄCHTER
Hier ist der Diener Romeos; wir fanden
Ihn auf dem Kirchhof.
ERSTER WÄCHTER
Bewahrt ihn sicher, bis der Fürst erscheint!
[Ein andrer] Andere Wächter kommen zurück mit Lorenzo.
DRITTER WÄCHTER
Hier ist ein Mönch, der zittert, weint und ächzt;
Wir nahmen ihm den Spaten und die Haue,
Als er von jener Seit des Kirchhofs kam.
ERSTER WÄCHTER
Verdächtges Zeichen! Haltet auch den Mönch!
Der Prinz und sein Gefolge.
PRINZ
Was für ein Unglück ist so früh schon wach,
Das Uns aus Unsrer Morgenruhe stört?
Capulet, Gräfin Capulet und andre kommen.
CAPULET
Was ists, daß draußen so die Leute schrein?
GRÄFIN CAPULET
Das Volk ruft auf den Straßen: »Romeo«
Und »Julia« und »Paris«; alles rennt
Mit lautem Ausruf unserm Grabmal zu.
PRINZ
Welch Schrecken ists, das Unser Ohr betäubt?
ERSTER WÄCHTER
Durchlauchtger Herr, entleibt liegt hier Graf Paris;
Tot Romeo; und Julia, tot zuvor,
Noch warm und erst getötet.
PRINZ
Sucht, späht, erforscht die Täter dieser Greuel!
ERSTER WÄCHTER
Hier ist ein Mönch und Romeos Bedienter;
Man fand Gerät bei ihnen, das die Gräber
Der Toten aufzubrechen dient.
CAPULET
O Himmel!
O Weib! Sieh hier, wie unsre Tochter blutet.
Der Dolch hat sich verirrt; sieh seine Scheide
Liegt ledig auf dem Rücken Montagues,
Er selbst steckt fehl in unsrer Tochter Busen.
GRÄFIN CAPULET
O weh mir! Dieser Todesanblick mahnt
Wie Grabgeläut mein Alter an die Grube.
Montague und andre kommen.
PRINZ
Komm, Montague! Früh hast du dich erhoben,
Um früh gefallen deinen Sohn zu sehn.
MONTAGUE
Ach, gnädger Fürst, mein Weib starb diese Nacht;
Gram um des Sohnes Bann entseelte sie.
Welch neues Leid bricht auf mein Alter ein?
PRINZ
Schau hin, und du wirst sehn.
MONTAGUE
O Ungeratner! Was ist das für Sitte,
Vor deinem Vater dich ins Grab zu drängen?
PRINZ
Versiegelt noch den Mund des Ungestüms,
Bis wir die Dunkelheiten aufgehellt
Und ihren Quell und wahren Ursprung wissen.
Dann will ich Eurer Leiden Hauptmann sein
Und selbst zum Tod Euch führen. - Still indes!
Das Mißgeschick sei Sklave der Geduld. -
Führt die verdächtigen Personen vor!
LORENZO
Mich trifft, obschon den Unvermögendsten,
Am meisten der Verdacht des grausen Mordes,
Weil Zeit und Ort sich gegen mich erklärt.
Hier steh ich, mich verdammend und verteidgend,
Der Kläger und der Anwalt meiner selbst.
PRINZ
So sag ohn Umschweif, was du hievon weißt!
LORENZO
Kurz will ich sein, denn kurze Frist des Atems
Versagt gedehnte Reden. Romeo,
Der tot hier liegt, war dieser Julia Gatte,
Und sie, die tot hier liegt, sein treues Weib.
Ich traute heimlich sie, ihr Hochzeittag
War Tybalts letzter, des unzeitger Tod
Den jungen Gatten aus der Stadt verbannte;
Und Julia weint' um ihn, nicht um den Vetter.
Ihr, um den Gram aus ihrer Brust zu treiben,
Verspracht und wolltet sie dem Grafen Paris
Vermählen mit Gewalt. Da kommt sie zu mir
Mit wildem Blick, heißt mich auf Mittel sinnen,
Um dieser zweiten Heirat zu entgehn,
Sonst wollt in meiner Zelle sie sich töten.
Da gab ich, so belehrt durch meine Kunst,
Ihr einen Schlaftrunk; er bewies sich wirksam
Nach meiner Absicht, denn er goß den Schein
Des Todes über sie. Indessen schrieb ich
An Romeo, daß er sich herbegäbe
Und hülf aus dem erborgten Grab sie holen
In dieser Schreckensnacht, als um die Zeit,
Wo jenes Trankes Kraft erlösche. Doch
Den Träger meines Briefs, den Bruder Markus,
Hielt Zufall auf, und gestern abend bracht er
Ihn mir zurück. Nun ging ich ganz allein
Um die bestimmte Stunde des Erwachens,
Sie zu befrein aus ihrer Ahnen Gruft,
Und dacht in meiner Zelle sie zu bergen,
Bis ich es Romeo berichten könnte.
Doch wie ich kam, Minuten früher nur,
Eh sie erwacht', fand ich hier tot zu früh
Den treuen Romeo, den edlen Paris.
Jetzt wacht' sie auf; ich bat sie, fortzugehn
Und mit Geduld des Himmels Hand zu tragen;
Doch da verscheucht' ein Lärm mich aus der Gruft.
Sie, in Verzweiflung, wollte mir nicht folgen
Und tat, so scheints, sich selbst ein Leides an.
Dies weiß ich nur; und ihre Heirat war
Der Wärterin vertraut. Ist etwas hier
Durch mich verschuldet, laßt mein altes Leben,
Nur wenig Stunden vor der Zeit, der Härte
Des strengsten Richterspruchs geopfert werden.
PRINZ
Wir kennen dich als einen heilgen Mann. -
Wo ist der Diener Romeos? Was sagt er?
BALTHASAR
Ich brachte meinem Herrn von Juliens Tod
Die Zeitung, und er ritt von Mantua
In Eil zu diesem Platz, zu diesem Grabmal.
Den Brief hier gab er mir für seinen Vater,
Und drohte Tod mir, als er in die Gruft ging,
Wo ich mich nicht entfernt und dort ihn ließe.
PRINZ
Gib mir den Brief; ich will ihn überlesen. -
Wo ist der Bub des Grafen, der die Wache
Geholt? - Sag, Bursch, was machte hier dein Herr?
PAGE
Er kam, um Blumen seiner Braut aufs Grab
Zu streun, und hieß mich fern stehn, und das tat ich.
Drauf naht' sich wer mit Licht, das Grab zu öffnen,
Und gleich zog gegen ihn mein Herr den Degen;
Alsbald lief ich davon und holte Wache.
PRINZ
Hier dieser Brief bewährt das Wort des Mönchs,
Den Liebesbund, die Zeitung ihres Todes;
Auch schreibt er, daß ein armer Apotheker
Ihm Gift verkauft, womit er gehen wolle
Zu Juliens Gruft, um neben ihr zu sterben. -
Wo sind sie, diese Feinde? - Capulet, Montague!
Seht, welch ein Fluch auf eurem Hasse ruht,
Daß Liebe eure Freuden töten muß!
Und ich, weil ich dem Zwiespalt nachgesehn,
Verlor auch zwei Verwandte. Alle büßen.
CAPULET
O Bruder Montague, gib mir die Hand!
Das ist das Leibgedinge meiner Tochter,
Denn mehr kann ich nicht fordern.
MONTAGUE
Aber ich
Vermag dir mehr zu geben; denn ich will
Aus klarem Gold ihr Bildnis fertgen lassen.
Solang Verona seinen Namen trägt,
Komm nie ein Bild an Wert dem Bilde nah
Der treuen, liebevollen Julia.
CAPULET
So reich will ich es Romeo bereiten.
O arme Opfer unsrer Zwistigkeiten!
PRINZ
Nur düstern Frieden bringt uns dieser Morgen;
Die Sonne scheint, verhüllt vor Weh, zu weilen.
Kommt, offenbart mir ferner, was verborgen,
Ich will dann strafen oder Gnad erteilen,
Denn nie verdarben Liebende noch so
Wie diese: Julia und ihr Romeo.
Alle ab.
German
ROMEO AND JULIET
(englisch)
Table of Contents
Contents
PERSONS REPRESENTED
THE PROLOGUE
ACT I
SCENE I
SCENE II
SCENE III
SCENE IV
SCENE V
ACT II
SCENE I
SCENE II
SCENE III
SCENE IV
SCENE V
SCENE VI
ACT III
SCENE I
SCENE II
SCENE III
SCENE IV
SCENE V
ACT IV
SCENE I
SCENE II
SCENE III
SCENE IV
SCENE V
ACT V
SCENE I
SCENE II
SCENE III
German
PERSONS REPRESENTED
Table of Contents
ESCALUS, Prince of Verona.
PARIS, a young Nobleman, kinsman to the PRINCE.
MONTAGUE, CAPULET, Heads of two Houses at variance with each other.
AN OLD MAN, Uncle to CAPULET.
ROMEO, Son to MONTAGUE.
MERCUTIO, Kinsman to the Prince, and Friend to ROMEO.
BENVOLIO, Nephew to Montague, and Friend to ROMEO.
TYBALT, Nephew to Lady CAPULET.
FRIAR LAWRENCE, a Franciscan.
FRIAR JOHN, of the same Order.
BALTHASAR, Servant to ROMEO.
SAMPSON, Servant to CAPULET.
GREGORY, Servant to CAPULET.
PETER, Servant to Juliet’s Nurse.
ABRAHAM, Servant to MONTAGUE.
An Apothecary.
Three Musicians.
Chorus.
Page to Paris; another Page.
An Officer.
LADY MONTAGUE, Wife to MONTAGUE.
LADY CAPULET, Wife to CAPULET.
JULIET, Daughter to CAPULET.
Nurse to Juliet.
Citizens of Verona; several Men and Women, relations to both houses; Maskers, Guards, Watchmen, and Attendants.
SCENE.—During the greater part of the Play in Verona; once, in the Fifth Act, at Mantua.
German
THE PROLOGUE
Table of Contents
[Enter Chorus.]
CHOR.
Two households, both alike in dignity,
In fair Verona, where we lay our scene,
From ancient grudge break to new mutiny,
Where civil blood makes civil hands unclean.
From forth the fatal loins of these two foes
A pair of star-cross’d lovers take their life;
Whose misadventur’d piteous overthrows
Doth with their death bury their parents’ strife.
The fearful passage of their death-mark’d love,
And the continuance of their parents’ rage,
Which but their children’s end naught could remove,
Is now the two hours’ traffic of our stage;
The which, if you with patient ears attend,
What here shall miss, our toil shall strive to mend.
German
ACT I
Table of Contents
SCENE I
Table of Contents
A public place.
[Enter Sampson and Gregory armed with swords and bucklers.]
SAMPSON.
Gregory, o’ my word, we’ll not carry coals.
GREGORY.
No, for then we should be colliers.
SAMPSON.
I mean, an we be in choler we’ll draw.
GREGORY.
Ay, while you live, draw your neck out o’ the collar.
SAMPSON.
I strike quickly, being moved.
GREGORY.
But thou art not quickly moved to strike.
SAMPSON.
A dog of the house of Montague moves me.
GREGORY.
To move is to stir; and to be valiant is to stand: therefore, if thou art moved, thou runn’st away.
SAMPSON.
A dog of that house shall move me to stand:
I will take the wall of any man or maid of Montague’s.
GREGORY.
That shows thee a weak slave; for the weakest goes to the wall.
Sampson. True; and therefore women, being the weaker vessels, are ever thrust to the wall: therefore I will push Montague’s men from the wall and thrust his maids to the wall.
GREGORY.
The quarrel is between our masters and us their men.
SAMPSON.
‘Tis all one, I will show myself a tyrant:
when I have fought with the men I will be cruel with the maids,
I will cut off their heads.
GREGORY.
The heads of the maids?
SAMPSON.
Ay, the heads of the maids, or their maidenheads; take it in what sense thou wilt.
GREGORY.
They must take it in sense that feel it.
SAMPSON.
Me they shall feel while I am able to stand: and ‘tis known I am a pretty piece of flesh.
GREGORY.
‘Tis well thou art not fish; if thou hadst,
thou hadst been poor-John.—Draw thy tool;
Here comes two of the house of Montagues.
SAMPSON.
My naked weapon is out: quarrel! I will back thee.
GREGORY.
How! turn thy back and run?
SAMPSON.
Fear me not.
GREGORY.
No, marry; I fear thee!
SAMPSON.
Let us take the law of our sides; let them begin.
GREGORY.
I will frown as I pass by; and let them take it as they list.
SAMPSON.
Nay, as they dare. I will bite my thumb at them; which is disgrace to them if they bear it.
[Enter Abraham and Balthasar.]
Abraham.
Do you bite your thumb at us, sir?
SAMPSON.
I do bite my thumb, sir.
Abraham.
Do you bite your thumb at us, sir?
SAMPSON.
Is the law of our side if I say ay?
GREGORY.
No.
SAMPSON.
No, sir, I do not bite my thumb at you, sir; but I bite my thumb, sir.
GREGORY.
Do you quarrel, sir?
Abraham.
Quarrel, sir! no, sir.
SAMPSON.
But if you do, sir, am for you: I serve as good a man as you.
Abraham.
No better.
SAMPSON.
Well, sir.
GREGORY.
Say better; here comes one of my master’s kinsmen.
SAMPSON.
Yes, better, sir.
Abraham.
You lie.
SAMPSON.
Draw, if you be men.—Gregory, remember thy swashing blow.
[They fight.]
[Enter Benvolio.]
BENVOLIO.
Part, fools! put up your swords; you know not what you do.
[Beats down their swords.]
[Enter Tybalt.]
TYBALT.
What, art thou drawn among these heartless hinds?
Turn thee Benvolio, look upon thy death.
BENVOLIO.
I do but keep the peace: put up thy sword,
Or manage it to part these men with me.
TYBALT.
What, drawn, and talk of peace! I hate the word
As I hate hell, all Montagues, and thee:
Have at thee, coward!
[They fight.]
[Enter several of both Houses, who join the fray; then enter Citizens with clubs.]
1 CITIZEN.
Clubs, bills, and partisans! strike! beat them down!
Down with the Capulets! Down with the Montagues!
[Enter Capulet in his gown, and Lady Capulet.]
CAPULET.
What noise is this?—Give me my long sword, ho!
Lady CAPULET.
A crutch, a crutch!—Why call you for a sword?
CAPULET.
My sword, I say!—Old Montague is come,
And flourishes his blade in spite of me.
[Enter Montague and his Lady Montague.]
MONTAGUE.
Thou villain Capulet!— Hold me not, let me go.
Lady MONTAGUE.
Thou shalt not stir one foot to seek a foe.
[Enter Prince, with Attendants.]
PRINCE.
Rebellious subjects, enemies to peace,
Profaners of this neighbour-stained steel,—
Will they not hear?—What, ho! you men, you beasts,
That quench the fire of your pernicious rage
With purple fountains issuing from your veins,—
On pain of torture, from those bloody hands
Throw your mistemper’d weapons to the ground
And hear the sentence of your moved prince.—
Three civil brawls, bred of an airy word,
By thee, old Capulet, and Montague,
Have thrice disturb’d the quiet of our streets;
And made Verona’s ancient citizens
Cast by their grave beseeming ornaments,
To wield old partisans, in hands as old,
Canker’d with peace, to part your canker’d hate:
If ever you disturb our streets again,
Your lives shall pay the forfeit of the peace.
For this time, all the rest depart away:—
You, Capulet, shall go along with me;—
And, Montague, come you this afternoon,
To know our farther pleasure in this case,
To old Free-town, our common judgment-place.—
Once more, on pain of death, all men depart.
[Exeunt Prince and Attendants; Capulet, Lady Capulet, Tybalt, Citizens, and Servants.]
MONTAGUE.
Who set this ancient quarrel new abroach?—
Speak, nephew, were you by when it began?
BENVOLIO.
Here were the servants of your adversary
And yours, close fighting ere I did approach:
I drew to part them: in the instant came
The fiery Tybalt, with his sword prepar’d;
Which, as he breath’d defiance to my ears,
He swung about his head, and cut the winds,
Who, nothing hurt withal, hiss’d him in scorn:
While we were interchanging thrusts and blows,
Came more and more, and fought on part and part,
Till the prince came, who parted either part.
Lady MONTAGUE.
O, where is Romeo?—saw you him to-day?—
Right glad I am he was not at this fray.
BENVOLIO.
Madam, an hour before the worshipp’d sun
Peer’d forth the golden window of the east,
A troubled mind drave me to walk abroad;
Where,—underneath the grove of sycamore
That westward rooteth from the city’s side,—
So early walking did I see your son:
Towards him I made; but he was ware of me,
And stole into the covert of the wood:
I, measuring his affections by my own,—
That most are busied when they’re most alone,—
Pursu’d my humour, not pursuing his,
And gladly shunn’d who gladly fled from me.
MONTAGUE.
Many a morning hath he there been seen,
With tears augmenting the fresh morning’s dew,
Adding to clouds more clouds with his deep sighs:
But all so soon as the all-cheering sun
Should in the farthest east begin to draw
The shady curtains from Aurora’s bed,
Away from light steals home my heavy son,
And private in his chamber pens himself;
Shuts up his windows, locks fair daylight out
And makes himself an artificial night:
Black and portentous must this humour prove,
Unless good counsel may the cause remove.
BENVOLIO.
My noble uncle, do you know the cause?
MONTAGUE.
I neither know it nor can learn of him.
BENVOLIO.
Have you importun’d him by any means?
MONTAGUE.
Both by myself and many other friends;
But he, his own affections’ counsellor,
Is to himself,—I will not say how true,—
But to himself so secret and so close,
So far from sounding and discovery,
As is the bud bit with an envious worm
Ere he can spread his sweet leaves to the air,
Or dedicate his beauty to the sun.
Could we but learn from whence his sorrows grow,
We would as willingly give cure as know.
BENVOLIO.
See, where he comes: so please you step aside;
I’ll know his grievance or be much denied.
MONTAGUE.
I would thou wert so happy by thy stay
To hear true shrift.—Come, madam, let’s away,
[Exeunt Montague and Lady.]
[Enter Romeo.]
BENVOLIO.
Good morrow, cousin.
ROMEO.
Is the day so young?
BENVOLIO.
But new struck nine.
ROMEO.
Ay me! sad hours seem long.
Was that my father that went hence so fast?
BENVOLIO.
It was.—What sadness lengthens Romeo’s hours?
ROMEO.
Not having that which, having, makes them short.
BENVOLIO.
In love?
ROMEO.
Out,—
BENVOLIO.
Of love?
ROMEO.
Out of her favour where I am in love.
BENVOLIO.
Alas, that love, so gentle in his view,
Should be so tyrannous and rough in proof!
ROMEO.
Alas that love, whose view is muffled still,
Should, without eyes, see pathways to his will!—
Where shall we dine?—O me!—What fray was here?
Yet tell me not, for I have heard it all.
Here’s much to do with hate, but more with love:—
Why, then, O brawling love! O loving hate!
O anything, of nothing first create!
O heavy lightness! serious vanity!
Misshapen chaos of well-seeming forms!
Feather of lead, bright smoke, cold fire, sick health!
Still-waking sleep, that is not what it is!—
This love feel I, that feel no love in this.
Dost thou not laugh?
BENVOLIO.
No, coz, I rather weep.
ROMEO.
Good heart, at what?
BENVOLIO.
At thy good heart’s oppression.
ROMEO.
Why, such is love’s transgression.—
Griefs of mine own lie heavy in my breast;
Which thou wilt propagate, to have it prest
With more of thine: this love that thou hast shown
Doth add more grief to too much of mine own.
Love is a smoke rais’d with the fume of sighs;
Being purg’d, a fire sparkling in lovers’ eyes;
Being vex’d, a sea nourish’d with lovers’ tears:
What is it else? a madness most discreet,
A choking gall, and a preserving sweet.—
Farewell, my coz.
[Going.]
BENVOLIO.
Soft! I will go along:
An if you leave me so, you do me wrong.
ROMEO.
Tut! I have lost myself; I am not here:
This is not Romeo, he’s some other where.
BENVOLIO.
Tell me in sadness who is that you love?
ROMEO.
What, shall I groan and tell thee?
BENVOLIO.
Groan! why, no;
But sadly tell me who.
ROMEO.
Bid a sick man in sadness make his will,—
Ah, word ill urg’d to one that is so ill!—
In sadness, cousin, I do love a woman.
BENVOLIO.
I aim’d so near when I suppos’d you lov’d.
ROMEO.
A right good markman!—And she’s fair I love.
BENVOLIO.
A right fair mark, fair coz, is soonest hit.
ROMEO.
Well, in that hit you miss: she’ll not be hit
With Cupid’s arrow,—she hath Dian’s wit;
And, in strong proof of chastity well arm’d,
From love’s weak childish bow she lives unharm’d.
She will not stay the siege of loving terms
Nor bide th’ encounter of assailing eyes,
Nor ope her lap to saint-seducing gold:
O, she’s rich in beauty; only poor
That, when she dies, with beauty dies her store.
BENVOLIO.
Then she hath sworn that she will still live chaste?
ROMEO.
She hath, and in that sparing makes huge waste;
For beauty, starv’d with her severity,
Cuts beauty off from all posterity.
She is too fair, too wise; wisely too fair,
To merit bliss by making me despair:
She hath forsworn to love; and in that vow
Do I live dead that live to tell it now.
BENVOLIO.
Be rul’d by me, forget to think of her.
ROMEO.
O, teach me how I should forget to think.
BENVOLIO.
By giving liberty unto thine eyes;
Examine other beauties.
ROMEO.
‘Tis the way
To call hers, exquisite, in question more:
These happy masks that kiss fair ladies’ brows,
Being black, puts us in mind they hide the fair;
He that is strucken blind cannot forget
The precious treasure of his eyesight lost:
Show me a mistress that is passing fair,
What doth her beauty serve but as a note
Where I may read who pass’d that passing fair?
Farewell: thou canst not teach me to forget.
BENVOLIO.
I’ll pay that doctrine, or else die in debt.
[Exeunt.]
German
SCENE II
Table of Contents
A Street.
[Enter Capulet, Paris, and Servant.]
CAPULET.
But Montague is bound as well as I,
In penalty alike; and ‘tis not hard, I think,
For men so old as we to keep the peace.
PARIS.
Of honourable reckoning are you both;
And pity ‘tis you liv’d at odds so long.
But now, my lord, what say you to my suit?
CAPULET.
But saying o’er what I have said before:
My child is yet a stranger in the world,
She hath not seen the change of fourteen years;
Let two more summers wither in their pride
Ere we may think her ripe to be a bride.
PARIS.
Younger than she are happy mothers made.
CAPULET.
And too soon marr’d are those so early made.
The earth hath swallowed all my hopes but she,—
She is the hopeful lady of my earth:
But woo her, gentle Paris, get her heart,
My will to her consent is but a part;
An she agree, within her scope of choice
Lies my consent and fair according voice.
This night I hold an old accustom’d feast,
Whereto I have invited many a guest,
Such as I love; and you among the store,
One more, most welcome, makes my number more.
At my poor house look to behold this night
Earth-treading stars that make dark heaven light:
Such comfort as do lusty young men feel
When well apparell’d April on the heel
Of limping winter treads, even such delight
Among fresh female buds shall you this night
Inherit at my house; hear all, all see,
And like her most whose merit most shall be:
Which, among view of many, mine, being one,
May stand in number, though in reckoning none.
Come, go with me.—Go, sirrah, trudge about
Through fair Verona; find those persons out
Whose names are written there, [gives a paper] and to them say,
My house and welcome on their pleasure stay.
[Exeunt Capulet and Paris].
SERVANT.
Find them out whose names are written here! It is written that the shoemaker should meddle with his yard and the tailor with his last, the fisher with his pencil, and the painter with his nets; but I am sent to find those persons whose names are here writ, and can never find what names the writing person hath here writ. I must to the learned:—in good time!
[Enter Benvolio and Romeo.]
BENVOLIO.
Tut, man, one fire burns out another’s burning,
One pain is lessen’d by another’s anguish;
Turn giddy, and be holp by backward turning;
One desperate grief cures with another’s languish:
Take thou some new infection to thy eye,
And the rank poison of the old will die.
ROMEO.
Your plantain-leaf is excellent for that.
BENVOLIO.
For what, I pray thee?
ROMEO.
For your broken shin.
BENVOLIO.
Why, Romeo, art thou mad?
ROMEO.
Not mad, but bound more than a madman is;
Shut up in prison, kept without my food,
Whipp’d and tormented and—God-den, good fellow.
SERVANT.
God gi’ go-den.—I pray, sir, can you read?
ROMEO.
Ay, mine own fortune in my misery.
Servant. Perhaps you have learned it without book: but I pray, can you read anything you see?
ROMEO.
Ay, If I know the letters and the language.
SERVANT.
Ye say honestly: rest you merry!
Romeo. Stay, fellow; I can read. [Reads.] ‘Signior Martino and his wife and daughters; County Anselmo and his beauteous sisters; the lady widow of Vitruvio; Signior Placentio and his lovely nieces; Mercutio and his brother Valentine; mine uncle Capulet, his wife, and daughters; my fair niece Rosaline; Livia; Signior Valentio and his cousin Tybalt; Lucio and the lively Helena.’ A fair assembly. [Gives back the paper]: whither should they come?
SERVANT.
Up.
ROMEO.
Whither?
SERVANT.
To supper; to our house.
ROMEO.
Whose house?
SERVANT.
My master’s.
ROMEO.
Indeed I should have ask’d you that before.
SERVANT.
Now I’ll tell you without asking: my master is the great
rich Capulet; and if you be not of the house of Montagues,
I pray, come and crush a cup of wine. Rest you merry!
[Exit.]
BENVOLIO.
At this same ancient feast of Capulet’s
Sups the fair Rosaline whom thou so lov’st;
With all the admired beauties of Verona.
Go thither; and, with unattainted eye,
Compare her face with some that I shall show,
And I will make thee think thy swan a crow.
ROMEO.
When the devout religion of mine eye
Maintains such falsehood, then turn tears to fires;
And these,—who, often drown’d, could never die,—
Transparent heretics, be burnt for liars!
One fairer than my love? the all-seeing sun
Ne’er saw her match since first the world begun.
BENVOLIO.
Tut, you saw her fair, none else being by,
Herself pois’d with herself in either eye:
But in that crystal scales let there be weigh’d
Your lady’s love against some other maid
That I will show you shining at this feast,
And she shall scant show well that now shows best.
ROMEO.
I’ll go along, no such sight to be shown,
But to rejoice in splendour of my own.
[Exeunt.]
German
SCENE III
Table of Contents
Room in Capulet’s House.
[Enter Lady Capulet, and Nurse.]
Lady CAPULET.
Nurse, where’s my daughter? call her forth to me.
NURSE.
Now, by my maidenhea,—at twelve year old,—
I bade her come.—What, lamb! what ladybird!—
God forbid!—where’s this girl?—what, Juliet!
[Enter Juliet.]
JULIET.
How now, who calls?
NURSE.
Your mother.
JULIET.
Madam, I am here. What is your will?
Lady CAPULET.
This is the matter,—Nurse, give leave awhile,
We must talk in secret: nurse, come back again;
I have remember’d me, thou’s hear our counsel.
Thou knowest my daughter’s of a pretty age.
NURSE.
Faith, I can tell her age unto an hour.
Lady CAPULET.
She’s not fourteen.
NURSE.
I’ll lay fourteen of my teeth,—
And yet, to my teen be it spoken, I have but four,—
She is not fourteen. How long is it now
To Lammas-tide?
Lady CAPULET.
A fortnight and odd days.
NURSE.
Even or odd, of all days in the year,
Come Lammas-eve at night shall she be fourteen.
Susan and she,—God rest all Christian souls!—
Were of an age: well, Susan is with God;
She was too good for me:—but, as I said,
On Lammas-eve at night shall she be fourteen;
That shall she, marry; I remember it well.
‘Tis since the earthquake now eleven years;
And she was wean’d,—I never shall forget it—,
Of all the days of the year, upon that day:
For I had then laid wormwood to my dug,
Sitting in the sun under the dove-house wall;
My lord and you were then at Mantua:
Nay, I do bear a brain:—but, as I said,
When it did taste the wormwood on the nipple
Of my dug and felt it bitter, pretty fool,
To see it tetchy, and fall out with the dug!
Shake, quoth the dove-house: ‘twas no need, I trow,
To bid me trudge.
And since that time it is eleven years;
For then she could stand alone; nay, by the rood
She could have run and waddled all about;
For even the day before, she broke her brow:
And then my husband,—God be with his soul!
‘A was a merry man,—took up the child:
‘Yea,’ quoth he, ‘dost thou fall upon thy face?
Thou wilt fall backward when thou hast more wit;
Wilt thou not, Jule?’ and, by my holidame,
The pretty wretch left crying, and said ‘Ay:’
To see now how a jest shall come about!
I warrant, an I should live a thousand yeas,
I never should forget it; ‘Wilt thou not, Jule?’ quoth he;
And, pretty fool, it stinted, and said ‘Ay.’
Lady CAPULET.
Enough of this; I pray thee hold thy peace.
NURSE.
Yes, madam;—yet I cannot choose but laugh,
To think it should leave crying, and say ‘Ay:’
And yet, I warrant, it had upon its brow
A bump as big as a young cockerel’s stone;
A parlous knock; and it cried bitterly.
‘Yea,’ quoth my husband, ‘fall’st upon thy face?
Thou wilt fall backward when thou com’st to age;
Wilt thou not, Jule?’ it stinted, and said ‘Ay.’
JULIET.
And stint thou too, I pray thee, nurse, say I.
NURSE.
Peace, I have done. God mark thee to his grace!
Thou wast the prettiest babe that e’er I nurs’d:
An I might live to see thee married once, I have my wish.
Lady CAPULET.
Marry, that marry is the very theme
I came to talk of.—Tell me, daughter Juliet,
How stands your disposition to be married?
JULIET.
It is an honour that I dream not of.
NURSE.
An honour!—were not I thine only nurse,
I would say thou hadst suck’d wisdom from thy teat.
Lady CAPULET.
Well, think of marriage now: younger than you,
Here in Verona, ladies of esteem,
Are made already mothers: by my count
I was your mother much upon these years
That you are now a maid. Thus, then, in brief;—
The valiant Paris seeks you for his love.
NURSE.
A man, young lady! lady, such a man
As all the world—why he’s a man of wax.
Lady CAPULET.
Verona’s summer hath not such a flower.
NURSE.
Nay, he’s a flower, in faith, a very flower.
Lady CAPULET.
What say you? can you love the gentleman?
This night you shall behold him at our feast;
Read o’er the volume of young Paris’ face,
And find delight writ there with beauty’s pen;
Examine every married lineament,
And see how one another lends content;
And what obscur’d in this fair volume lies
Find written in the margent of his eyes.
This precious book of love, this unbound lover,
To beautify him, only lacks a cover:
The fish lives in the sea; and ‘tis much pride
For fair without the fair within to hide:
That book in many’s eyes doth share the glory,
That in gold clasps locks in the golden story;
So shall you share all that he doth possess,
By having him, making yourself no less.
NURSE.
No less! nay, bigger; women grow by men
Lady CAPULET.
Speak briefly, can you like of Paris’ love?
JULIET.
I’ll look to like, if looking liking move:
But no more deep will I endart mine eye
Than your consent gives strength to make it fly.
[Enter a Servant.]
SERVANT.
Madam, the guests are come, supper served up, you called, my young lady asked for, the nurse cursed in the pantry, and everything in extremity. I must hence to wait; I beseech you, follow straight.
Lady CAPULET.
We follow thee. [Exit Servant.]—
Juliet, the county stays.
NURSE.
Go, girl, seek happy nights to happy days.
[Exeunt.]
German
SCENE IV
Table of Contents
A Street.
[Enter Romeo, Mercutio, Benvolio, with five or six Maskers; Torch-bearers, and others.]
ROMEO.
What, shall this speech be spoke for our excuse?
Or shall we on without apology?
BENVOLIO.
The date is out of such prolixity:
We’ll have no Cupid hoodwink’d with a scarf,
Bearing a Tartar’s painted bow of lath,
Scaring the ladies like a crow-keeper;
Nor no without-book prologue, faintly spoke
After the prompter, for our entrance:
But, let them measure us by what they will,
We’ll measure them a measure, and be gone.
ROMEO.
Give me a torch,—I am not for this ambling;
Being but heavy, I will bear the light.
MERCUTIO.
Nay, gentle Romeo, we must have you dance.
ROMEO.
Not I, believe me: you have dancing shoes,
With nimble soles; I have a soul of lead
So stakes me to the ground I cannot move.
MERCUTIO.
You are a lover; borrow Cupid’s wings,
And soar with them above a common bound.
ROMEO.
I am too sore enpierced with his shaft
To soar with his light feathers; and so bound,
I cannot bound a pitch above dull woe:
Under love’s heavy burden do I sink.
MERCUTIO.
And, to sink in it, should you burden love;
Too great oppression for a tender thing.
ROMEO.
Is love a tender thing? it is too rough,
Too rude, too boisterous; and it pricks like thorn.
MERCUTIO.
If love be rough with you, be rough with love;
Prick love for pricking, and you beat love down.—
Give me a case to put my visage in: [Putting on a mask.]
A visard for a visard! what care I
What curious eye doth quote deformities?
Here are the beetle-brows shall blush for me.
BENVOLIO.
Come, knock and enter; and no sooner in
But every man betake him to his legs.
ROMEO.
A torch for me: let wantons, light of heart,
Tickle the senseless rushes with their heels;
For I am proverb’d with a grandsire phrase,—
I’ll be a candle-holder and look on,—
The game was ne’er so fair, and I am done.
MERCUTIO.
Tut, dun’s the mouse, the constable’s own word:
If thou art dun, we’ll draw thee from the mire
Of this—sir-reverence—love, wherein thou stick’st
Up to the ears.—Come, we burn daylight, ho.
ROMEO.
Nay, that’s not so.
MERCUTIO.
I mean, sir, in delay
We waste our lights in vain, like lamps by day.
Take our good meaning, for our judgment sits
Five times in that ere once in our five wits.
ROMEO.
And we mean well, in going to this mask;
But ‘tis no wit to go.
MERCUTIO.
Why, may one ask?
ROMEO.
I dreamt a dream tonight.
MERCUTIO.
And so did I.
ROMEO.
Well, what was yours?
MERCUTIO.
That dreamers often lie.
ROMEO.
In bed asleep, while they do dream things true.
MERCUTIO.
O, then, I see Queen Mab hath been with you.
She is the fairies’ midwife; and she comes
In shape no bigger than an agate-stone
On the forefinger of an alderman,
Drawn with a team of little atomies
Athwart men’s noses as they lie asleep:
Her waggon-spokes made of long spinners’ legs;
The cover, of the wings of grasshoppers;
The traces, of the smallest spider’s web;
The collars, of the moonshine’s watery beams;
Her whip, of cricket’s bone; the lash, of film;
Her waggoner, a small grey-coated gnat,
Not half so big as a round little worm
Prick’d from the lazy finger of a maid:
Her chariot is an empty hazel-nut,
Made by the joiner squirrel or old grub,
Time out o’ mind the fairies’ coachmakers.
And in this state she gallops night by night
Through lovers’ brains, and then they dream of love;
O’er courtiers’ knees, that dream on court’sies straight;
O’er lawyers’ fingers, who straight dream on fees;
O’er ladies’ lips, who straight on kisses dream,—
Which oft the angry Mab with blisters plagues,
Because their breaths with sweetmeats tainted are:
Sometime she gallops o’er a courtier’s nose,
And then dreams he of smelling out a suit;
And sometime comes she with a tithe-pig’s tail,
Tickling a parson’s nose as ‘a lies asleep,
Then dreams he of another benefice:
Sometime she driveth o’er a soldier’s neck,
And then dreams he of cutting foreign throats,
Of breaches, ambuscadoes, Spanish blades,
Of healths five fathom deep; and then anon
Drums in his ear, at which he starts and wakes;
And, being thus frighted, swears a prayer or two,
And sleeps again. This is that very Mab
That plats the manes of horses in the night;
And bakes the elf-locks in foul sluttish hairs,
Which, once untangled, much misfortune bodes:
This is the hag, when maids lie on their backs,
That presses them, and learns them first to bear,
Making them women of good carriage:
This is she,—
ROMEO.
Peace, peace, Mercutio, peace,
Thou talk’st of nothing.
MERCUTIO.
True, I talk of dreams,
Which are the children of an idle brain,
Begot of nothing but vain fantasy;
Which is as thin of substance as the air,
And more inconstant than the wind, who wooes
Even now the frozen bosom of the north,
And, being anger’d, puffs away from thence,
Turning his face to the dew-dropping south.
BENVOLIO.
This wind you talk of blows us from ourselves:
Supper is done, and we shall come too late.
ROMEO.
I fear, too early: for my mind misgives
Some consequence, yet hanging in the stars,
Shall bitterly begin his fearful date
With this night’s revels; and expire the term
Of a despised life, clos’d in my breast,
By some vile forfeit of untimely death:
But He that hath the steerage of my course
Direct my sail!—On, lusty gentlemen!
BENVOLIO.
Strike, drum.
[Exeunt.]
German
SCENE V
Table of Contents
A Hall in Capulet’s House.
[Musicians waiting. Enter Servants.]
1 SERVANT.
Where’s Potpan, that he helps not to take away? he shift a trencher! he scrape a trencher!
2 SERVANT.
When good manners shall lie all in one or two men’s hands, and they unwash’d too, ‘tis a foul thing.
1 SERVANT.
Away with the join-stools, remove the court-cupboard, look to the plate:—good thou, save me a piece of marchpane; and as thou loves me, let the porter let in Susan Grindstone and Nell.— Antony! and Potpan!
2 SERVANT.
Ay, boy, ready.
1 SERVANT.
You are looked for and called for, asked for and sought for in the great chamber.
2 SERVANT.
We cannot be here and there too.—Cheerly, boys; be brisk awhile, and the longer liver take all.
[They retire behind.]
[Enter Capulet, &c. with the Guests the Maskers.]
CAPULET.
Welcome, gentlemen! ladies that have their toes
Unplagu’d with corns will have a bout with you.—
Ah ha, my mistresses! which of you all
Will now deny to dance? she that makes dainty, she,
I’ll swear hath corns; am I come near you now?
Welcome, gentlemen! I have seen the day
That I have worn a visard; and could tell
A whispering tale in a fair lady’s ear,
Such as would please;—‘tis gone, ‘tis gone, ‘tis gone:
You are welcome, gentlemen!—Come, musicians, play.
A hall—a hall! give room! and foot it, girls.—
[Music plays, and they dance.]
More light, you knaves; and turn the tables up,
And quench the fire, the room is grown too hot.—
Ah, sirrah, this unlook’d-for sport comes well.
Nay, sit, nay, sit, good cousin Capulet;
For you and I are past our dancing days;
How long is’t now since last yourself and I
Were in a mask?
2 CAPULET.
By’r Lady, thirty years.
CAPULET.
What, man! ‘tis not so much, ‘tis not so much:
‘Tis since the nuptial of Lucentio,
Come Pentecost as quickly as it will,
Some five-and-twenty years; and then we mask’d.
2 CAPULET.
‘Tis more, ‘tis more: his son is elder, sir;
His son is thirty.
CAPULET.
Will you tell me that?
His son was but a ward two years ago.
ROMEO.
What lady is that, which doth enrich the hand
Of yonder knight?
SERVANT.
I know not, sir.
ROMEO.
O, she doth teach the torches to burn bright!
It seems she hangs upon the cheek of night
Like a rich jewel in an Ethiop’s ear;
Beauty too rich for use, for earth too dear!
So shows a snowy dove trooping with crows
As yonder lady o’er her fellows shows.
The measure done, I’ll watch her place of stand
And, touching hers, make blessed my rude hand.
Did my heart love till now? forswear it, sight!
For I ne’er saw true beauty till this night.
TYBALT.
This, by his voice, should be a Montague.—
Fetch me my rapier, boy:—what, dares the slave
Come hither, cover’d with an antic face,
To fleer and scorn at our solemnity?
Now, by the stock and honour of my kin,
To strike him dead I hold it not a sin.
CAPULET.
Why, how now, kinsman! wherefore storm you so?
TYBALT.
Uncle, this is a Montague, our foe;
A villain, that is hither come in spite,
To scorn at our solemnity this night.
CAPULET.
Young Romeo, is it?
TYBALT.
‘Tis he, that villain, ROMEO.
CAPULET.
Content thee, gentle coz, let him alone,
He bears him like a portly gentleman;
And, to say truth, Verona brags of him
To be a virtuous and well-govern’d youth:
I would not for the wealth of all the town
Here in my house do him disparagement:
Therefore be patient, take no note of him,—
It is my will; the which if thou respect,
Show a fair presence and put off these frowns,
An ill-beseeming semblance for a feast.
TYBALT.
It fits, when such a villain is a guest:
I’ll not endure him.
CAPULET.
He shall be endur’d:
What, goodman boy!—I say he shall;—go to;
Am I the master here, or you? go to.
You’ll not endure him!—God shall mend my soul,
You’ll make a mutiny among my guests!
You will set cock-a-hoop! you’ll be the man!
TYBALT.
Why, uncle, ‘tis a shame.
CAPULET.
Go to, go to!
You are a saucy boy. Is’t so, indeed?—
This trick may chance to scathe you,—I know what:
You must contrary me! marry, ‘tis time.—
Well said, my hearts!—You are a princox; go:
Be quiet, or—More light, more light!—For shame!
I’ll make you quiet. What!—cheerly, my hearts.
TYBALT.
Patience perforce with wilful choler meeting
Makes my flesh tremble in their different greeting.
I will withdraw: but this intrusion shall,
Now seeming sweet, convert to bitter gall.
[Exit.]
ROMEO.
[To Juliet.] If I profane with my unworthiest hand
This holy shrine, the gentle fine is this,—
My lips, two blushing pilgrims, ready stand
To smooth that rough touch with a tender kiss.
JULIET.
Good pilgrim, you do wrong your hand too much,
Which mannerly devotion shows in this;
For saints have hands that pilgrims’ hands do touch,
And palm to palm is holy palmers’ kiss.
ROMEO.
Have not saints lips, and holy palmers too?
JULIET.
Ay, pilgrim, lips that they must use in prayer.
ROMEO.
O, then, dear saint, let lips do what hands do;
They pray, grant thou, lest faith turn to despair.
JULIET.
Saints do not move, though grant for prayers’ sake.
ROMEO.
Then move not while my prayer’s effect I take.
Thus from my lips, by thine my sin is purg’d.
[Kissing her.]
JULIET.
Then have my lips the sin that they have took.
ROMEO.
Sin from my lips? O trespass sweetly urg’d!
Give me my sin again.
JULIET.
You kiss by the book.
NURSE.
Madam, your mother craves a word with you.
ROMEO.
What is her mother?
NURSE.
Marry, bachelor,
Her mother is the lady of the house.
And a good lady, and a wise and virtuous:
I nurs’d her daughter that you talk’d withal;
I tell you, he that can lay hold of her
Shall have the chinks.
ROMEO.
Is she a Capulet?
O dear account! my life is my foe’s debt.
BENVOLIO.
Away, be gone; the sport is at the best.
ROMEO.
Ay, so I fear; the more is my unrest.
CAPULET.
Nay, gentlemen, prepare not to be gone;
We have a trifling foolish banquet towards.—
Is it e’en so? why then, I thank you all;
I thank you, honest gentlemen; goodnight.—
More torches here!—Come on then, let’s to bed.
Ah, sirrah [to 2 Capulet], by my fay, it waxes late;
I’ll to my rest.
[Exeunt all but Juliet and Nurse.]
JULIET.
Come hither, nurse. What is yond gentleman?
NURSE.
The son and heir of old Tiberio.
JULIET.
What’s he that now is going out of door?
NURSE.
Marry, that, I think, be young Petruchio.
JULIET.
What’s he that follows there, that would not dance?
NURSE.
I know not.
JULIET.
Go ask his name: if he be married,
My grave is like to be my wedding-bed.
NURSE.
His name is Romeo, and a Montague;
The only son of your great enemy.
JULIET.
My only love sprung from my only hate!
Too early seen unknown, and known too late!
Prodigious birth of love it is to me,
That I must love a loathed enemy.
NURSE.
What’s this? What’s this?
JULIET.
A rhyme I learn’d even now
Of one I danc’d withal.
[One calls within, ‘Juliet.’]
NURSE.
Anon, anon!
Come, let’s away; the strangers all are gone.
[Exeunt.]
[Enter Chorus.]
CHORUS.
Now old desire doth in his deathbed lie,
And young affection gapes to be his heir;
That fair for which love groan’d for, and would die,
With tender Juliet match’d, is now not fair.
Now Romeo is belov’d, and loves again,
Alike bewitched by the charm of looks;
But to his foe suppos’d he must complain,
And she steal love’s sweet bait from fearful hooks:
Being held a foe, he may not have access
To breathe such vows as lovers us’d to swear;
And she as much in love, her means much less
To meet her new beloved anywhere:
But passion lends them power, time means, to meet,
Tempering extremities with extreme sweet.
[Exit.]
German
ACT II
Table of Contents
SCENE I
Table of Contents
An open place adjoining Capulet’s Garden.
[Enter Romeo.]
ROMEO.
Can I go forward when my heart is here?
Turn back, dull earth, and find thy centre out.
[He climbs the wall and leaps down within it.]
[Enter Benvolio and Mercutio.]
BENVOLIO.
Romeo! my cousin Romeo!
MERCUTIO.
He is wise;
And, on my life, hath stol’n him home to bed.
BENVOLIO.
He ran this way, and leap’d this orchard wall:
Call, good MERCUTIO.
MERCUTIO.
Nay, I’ll conjure too.—
Romeo! humours! madman! passion! lover!
Appear thou in the likeness of a sigh:
Speak but one rhyme, and I am satisfied;
Cry but ‘Ah me!’ pronounce but Love and dove;
Speak to my gossip Venus one fair word,
One nickname for her purblind son and heir,
Young auburn Cupid, he that shot so trim
When King Cophetua lov’d the beggar-maid!—
He heareth not, he stirreth not, he moveth not;
The ape is dead, and I must conjure him.—
I conjure thee by Rosaline’s bright eyes,
By her high forehead and her scarlet lip,
By her fine foot, straight leg, and quivering thigh,
And the demesnes that there adjacent lie,
That in thy likeness thou appear to us!
BENVOLIO.
An if he hear thee, thou wilt anger him.
MERCUTIO.
This cannot anger him: ‘twould anger him
To raise a spirit in his mistress’ circle,
Of some strange nature, letting it there stand
Till she had laid it, and conjur’d it down;
That were some spite: my invocation
Is fair and honest, and, in his mistress’ name,
I conjure only but to raise up him.
BENVOLIO.
Come, he hath hid himself among these trees,
To be consorted with the humorous night:
Blind is his love, and best befits the dark.
MERCUTIO.
If love be blind, love cannot hit the mark.
Now will he sit under a medlar tree,
And wish his mistress were that kind of fruit
As maids call medlars when they laugh alone.—
Romeo, good night.—I’ll to my truckle-bed;
This field-bed is too cold for me to sleep:
Come, shall we go?
BENVOLIO.
Go then; for ‘tis in vain
To seek him here that means not to be found.
[Exeunt.]
German
SCENE II
Table of Contents
Capulet’s Garden.
[Enter Romeo.]
ROMEO.
He jests at scars that never felt a wound.—
[Juliet appears above at a window.]
But soft! what light through yonder window breaks?
It is the east, and Juliet is the sun!—
Arise, fair sun, and kill the envious moon,
Who is already sick and pale with grief,
That thou her maid art far more fair than she:
Be not her maid, since she is envious;
Her vestal livery is but sick and green,
And none but fools do wear it; cast it off.—
It is my lady; O, it is my love!
O, that she knew she were!—
She speaks, yet she says nothing: what of that?
Her eye discourses, I will answer it.—
I am too bold, ‘tis not to me she speaks:
Two of the fairest stars in all the heaven,
Having some business, do entreat her eyes
To twinkle in their spheres till they return.
What if her eyes were there, they in her head?
The brightness of her cheek would shame those stars,
As daylight doth a lamp; her eyes in heaven
Would through the airy region stream so bright
That birds would sing and think it were not night.—
See how she leans her cheek upon her hand!
O that I were a glove upon that hand,
That I might touch that cheek!
JULIET.
Ah me!
ROMEO.
She speaks:—
O, speak again, bright angel! for thou art
As glorious to this night, being o’er my head,
As is a winged messenger of heaven
Unto the white-upturned wondering eyes
Of mortals that fall back to gaze on him
When he bestrides the lazy-pacing clouds
And sails upon the bosom of the air.
JULIET.
O Romeo, Romeo! wherefore art thou Romeo?
Deny thy father and refuse thy name;
Or, if thou wilt not, be but sworn my love,
And I’ll no longer be a Capulet.
ROMEO.
[Aside.] Shall I hear more, or shall I speak at this?
JULIET.
‘Tis but thy name that is my enemy;—
Thou art thyself, though not a Montague.
What’s Montague? It is nor hand, nor foot,
Nor arm, nor face, nor any other part
Belonging to a man. O, be some other name!
What’s in a name? that which we call a rose
By any other name would smell as sweet;
So Romeo would, were he not Romeo call’d,
Retain that dear perfection which he owes
Without that title:—Romeo, doff thy name;
And for that name, which is no part of thee,
Take all myself.
ROMEO.
I take thee at thy word:
Call me but love, and I’ll be new baptiz’d;
Henceforth I never will be Romeo.
JULIET.
What man art thou that, thus bescreen’d in night,
So stumblest on my counsel?
ROMEO.
By a name
I know not how to tell thee who I am:
My name, dear saint, is hateful to myself,
Because it is an enemy to thee.
Had I it written, I would tear the word.
JULIET.
My ears have yet not drunk a hundred words
Of that tongue’s utterance, yet I know the sound;
Art thou not Romeo, and a Montague?
ROMEO.
Neither, fair saint, if either thee dislike.
JULIET.
How cam’st thou hither, tell me, and wherefore?
The orchard walls are high and hard to climb;
And the place death, considering who thou art,
If any of my kinsmen find thee here.
ROMEO.
With love’s light wings did I o’erperch these walls;
For stony limits cannot hold love out:
And what love can do, that dares love attempt;
Therefore thy kinsmen are no let to me.
JULIET.
If they do see thee, they will murder thee.
ROMEO.
Alack, there lies more peril in thine eye
Than twenty of their swords: look thou but sweet,
And I am proof against their enmity.
JULIET.
I would not for the world they saw thee here.
ROMEO.
I have night’s cloak to hide me from their sight;
And, but thou love me, let them find me here.
My life were better ended by their hate
Than death prorogued, wanting of thy love.
JULIET.
By whose direction found’st thou out this place?
ROMEO.
By love, that first did prompt me to enquire;
He lent me counsel, and I lent him eyes.
I am no pilot; yet, wert thou as far
As that vast shore wash’d with the furthest sea,
I would adventure for such merchandise.
JULIET.
Thou knowest the mask of night is on my face;
Else would a maiden blush bepaint my cheek
For that which thou hast heard me speak tonight.
Fain would I dwell on form,fain, fain deny
What I have spoke; but farewell compliment!
Dost thou love me, I know thou wilt say Ay;
And I will take thy word: yet, if thou swear’st,
Thou mayst prove false; at lovers’ perjuries,
They say Jove laughs. O gentle Romeo,
If thou dost love, pronounce it faithfully:
Or if thou thinkest I am too quickly won,
I’ll frown, and be perverse, and say thee nay,
So thou wilt woo: but else, not for the world.
In truth, fair Montague, I am too fond;
And therefore thou mayst think my ‘haviour light:
But trust me, gentleman, I’ll prove more true
Than those that have more cunning to be strange.
I should have been more strange, I must confess,
But that thou overheard’st, ere I was ‘ware,
My true-love passion: therefore pardon me;
And not impute this yielding to light love,
Which the dark night hath so discovered.
ROMEO.
Lady, by yonder blessed moon I swear,
That tips with silver all these fruit-tree tops,—
JULIET.
O, swear not by the moon, the inconstant moon,
That monthly changes in her circled orb,
Lest that thy love prove likewise variable.
ROMEO.
What shall I swear by?
JULIET.
Do not swear at all;
Or if thou wilt, swear by thy gracious self,
Which is the god of my idolatry,
And I’ll believe thee.
ROMEO.
If my heart’s dear love,—
JULIET.
Well, do not swear: although I joy in thee,
I have no joy of this contract tonight;
It is too rash, too unadvis’d, too sudden;
Too like the lightning, which doth cease to be
Ere one can say It lightens. Sweet, good night!
This bud of love, by summer’s ripening breath,
May prove a beauteous flower when next we meet.
Good night, good night! as sweet repose and rest
Come to thy heart as that within my breast!
ROMEO.
O, wilt thou leave me so unsatisfied?
JULIET.
What satisfaction canst thou have tonight?
ROMEO.
The exchange of thy love’s faithful vow for mine.
JULIET.
I gave thee mine before thou didst request it;
And yet I would it were to give again.
ROMEO.
Would’st thou withdraw it? for what purpose, love?
JULIET.
But to be frank and give it thee again.
And yet I wish but for the thing I have;
My bounty is as boundless as the sea,
My love as deep; the more I give to thee,
The more I have, for both are infinite.
I hear some noise within: dear love, adieu!—
[Nurse calls within.]
Anon, good nurse!—Sweet Montague, be true.
Stay but a little, I will come again.
[Exit.]
ROMEO.
O blessed, blessed night! I am afeard,
Being in night, all this is but a dream,
Too flattering-sweet to be substantial.
[Enter Juliet above.]
JULIET.
Three words, dear Romeo, and good night indeed.
If that thy bent of love be honourable,
Thy purpose marriage, send me word tomorrow,
By one that I’ll procure to come to thee,
Where and what time thou wilt perform the rite;
And all my fortunes at thy foot I’ll lay
And follow thee, my lord, throughout the world.
NURSE.
[Within.] Madam!
JULIET.
I come anon.— But if thou meanest not well,
I do beseech thee,—
NURSE.
[Within.] Madam!
JULIET.
By-and-by I come:—
To cease thy suit and leave me to my grief:
Tomorrow will I send.
ROMEO.
So thrive my soul,—
JULIET.
A thousand times good night!
[Exit.]
ROMEO.
A thousand times the worse, to want thy light!—
Love goes toward love as schoolboys from their books;
But love from love, towards school with heavy looks.
[Retirong slowly.]
[Re-enter Juliet, above.]
JULIET.
Hist! Romeo, hist!—O for a falconer’s voice
To lure this tassel-gentle back again!
Bondage is hoarse and may not speak aloud;
Else would I tear the cave where Echo lies,
And make her airy tongue more hoarse than mine
With repetition of my Romeo’s name.
ROMEO.
It is my soul that calls upon my name:
How silver-sweet sound lovers’ tongues by night,
Like softest music to attending ears!
JULIET.
Romeo!
ROMEO.
My dear?
JULIET.
At what o’clock tomorrow
Shall I send to thee?
ROMEO.
At the hour of nine.
JULIET.
I will not fail: ‘tis twenty years till then.
I have forgot why I did call thee back.
ROMEO.
Let me stand here till thou remember it.
JULIET.
I shall forget, to have thee still stand there,
Remembering how I love thy company.
ROMEO.
And I’ll still stay, to have thee still forget,
Forgetting any other home but this.
JULIET.
‘Tis almost morning; I would have thee gone:
And yet no farther than a wanton’s bird;
That lets it hop a little from her hand,
Like a poor prisoner in his twisted gyves,
And with a silk thread plucks it back again,
So loving-jealous of his liberty.
ROMEO.
I would I were thy bird.
JULIET.
Sweet, so would I:
Yet I should kill thee with much cherishing.
Good night, good night! parting is such sweet sorrow
That I shall say good night till it be morrow.
[Exit.]
ROMEO.
Sleep dwell upon thine eyes, peace in thy breast!—
Would I were sleep and peace, so sweet to rest!
Hence will I to my ghostly father’s cell,
His help to crave and my dear hap to tell.
[Exit.]
German
SCENE III
Table of Contents
Friar Lawrence’s Cell.
[Enter Friar Lawrence with a basket.]
FRIAR.
The grey-ey’d morn smiles on the frowning night,
Chequering the eastern clouds with streaks of light;
And flecked darkness like a drunkard reels
From forth day’s path and Titan’s fiery wheels:
Non, ere the sun advance his burning eye,
The day to cheer and night’s dank dew to dry,
I must up-fill this osier cage of ours
With baleful weeds and precious-juiced flowers.
The earth, that’s nature’s mother, is her tomb;
What is her burying gave, that is her womb:
And from her womb children of divers kind
We sucking on her natural bosom find;
Many for many virtues excellent,
None but for some, and yet all different.
O, mickle is the powerful grace that lies
In plants, herbs, stones, and their true qualities:
For naught so vile that on the earth doth live
But to the earth some special good doth give;
Nor aught so good but, strain’d from that fair use,
Revolts from true birth, stumbling on abuse:
Virtue itself turns vice, being misapplied;
And vice sometimes by action dignified.
Within the infant rind of this small flower
Poison hath residence, and medicine power:
For this, being smelt, with that part cheers each part;
Being tasted, slays all senses with the heart.
Two such opposed kings encamp them still
In man as well as herbs,—grace and rude will;
And where the worser is predominant,
Full soon the canker death eats up that plant.
[Enter Romeo.]
ROMEO.
Good morrow, father!
FRIAR.
Benedicite!
What early tongue so sweet saluteth me?—
Young son, it argues a distemper’d head
So soon to bid good morrow to thy bed:
Care keeps his watch in every old man’s eye,
And where care lodges sleep will never lie;
But where unbruised youth with unstuff’d brain
Doth couch his limbs, there golden sleep doth reign:
Therefore thy earliness doth me assure
Thou art uprous’d with some distemperature;
Or if not so, then here I hit it right,—
Our Romeo hath not been in bed tonight.
ROMEO.
That last is true; the sweeter rest was mine.
FRIAR.
God pardon sin! wast thou with Rosaline?
ROMEO.
With Rosaline, my ghostly father? no;
I have forgot that name, and that name’s woe.
FRIAR.
That’s my good son: but where hast thou been then?
ROMEO.
I’ll tell thee ere thou ask it me again.
I have been feasting with mine enemy;
Where, on a sudden, one hath wounded me
That’s by me wounded. Both our remedies
Within thy help and holy physic lies;
I bear no hatred, blessed man; for, lo,
My intercession likewise steads my foe.
FRIAR.
Be plain, good son, and homely in thy drift;
Riddling confession finds but riddling shrift.
ROMEO.
Then plainly know my heart’s dear love is set
On the fair daughter of rich Capulet:
As mine on hers, so hers is set on mine;
And all combin’d, save what thou must combine
By holy marriage: when, and where, and how
We met, we woo’d, and made exchange of vow,
I’ll tell thee as we pass; but this I pray,
That thou consent to marry us to-day.
FRIAR.
Holy Saint Francis! what a change is here!
Is Rosaline, that thou didst love so dear,
So soon forsaken? young men’s love, then, lies
Not truly in their hearts, but in their eyes.
Jesu Maria, what a deal of brine
Hath wash’d thy sallow cheeks for Rosaline!
How much salt water thrown away in waste,
To season love, that of it doth not taste!
The sun not yet thy sighs from heaven clears,
Thy old groans ring yet in mine ancient ears;
Lo, here upon thy cheek the stain doth sit
Of an old tear that is not wash’d off yet:
If e’er thou wast thyself, and these woes thine,
Thou and these woes were all for Rosaline;
And art thou chang’d? Pronounce this sentence then,—
Women may fall, when there’s no strength in men.
ROMEO.
Thou chidd’st me oft for loving Rosaline.
FRIAR.
For doting, not for loving, pupil mine.
ROMEO.
And bad’st me bury love.
FRIAR.
Not in a grave
To lay one in, another out to have.
ROMEO.
I pray thee chide not: she whom I love now
Doth grace for grace and love for love allow;
The other did not so.
FRIAR.
O, she knew well
Thy love did read by rote, that could not spell.
But come, young waverer, come go with me,
In one respect I’ll thy assistant be;
For this alliance may so happy prove,
To turn your households’ rancour to pure love.
ROMEO.
O, let us hence; I stand on sudden haste.
FRIAR.
Wisely, and slow; they stumble that run fast.
[Exeunt.]
German
SCENE IV
Table of Contents
A Street.
[Enter Benvolio and Mercutio.]
MERCUTIO.
Where the devil should this Romeo be?—
Came he not home tonight?
BENVOLIO.
Not to his father’s; I spoke with his man.
MERCUTIO.
Ah, that same pale hard-hearted wench, that Rosaline,
Torments him so that he will sure run mad.
BENVOLIO.
Tybalt, the kinsman to old Capulet,
Hath sent a letter to his father’s house.
MERCUTIO.
A challenge, on my life.
BENVOLIO.
Romeo will answer it.
MERCUTIO.
Any man that can write may answer a letter.
BENVOLIO.
Nay, he will answer the letter’s master, how he dares, being dared.
Mercutio. Alas, poor Romeo, he is already dead! stabbed with a white wench’s black eye; shot through the ear with a love song; the very pin of his heart cleft with the blind bow-boy’s butt-shaft: and is he a man to encounter Tybalt?
BENVOLIO.
Why, what is Tybalt?
MERCUTIO.
More than prince of cats, I can tell you. O, he’s the courageous captain of compliments. He fights as you sing prick-song—keeps time, distance, and proportion; rests me his minim rest, one, two, and the third in your bosom: the very butcher of a silk button, a duellist, a duellist; a gentleman of the very first house,—of the first and second cause: ah, the immortal passado! the punto reverso! the hay.—
BENVOLIO.
The what?
Mercutio. The pox of such antic, lisping, affecting fantasticoes; these new tuners of accents!—‘By Jesu, a very good blade!—a very tall man!—a very good whore!’—Why, is not this a lamentable thing, grandsire, that we should be thus afflicted with these strange flies, these fashion-mongers, these pardonnez-moi’s, who stand so much on the new form that they cannot sit at ease on the old bench? O, their bons, their bons!
BENVOLIO.
Here comes Romeo, here comes Romeo!
MERCUTIO.
Without his roe, like a dried herring.—O flesh, flesh, how art thou fishified!—Now is he for the numbers that Petrarch flowed in: Laura, to his lady, was but a kitchen wench,—marry, she had a better love to berhyme her; Dido, a dowdy; Cleopatra, a gypsy; Helen and Hero, hildings and harlots; Thisbe, a gray eye or so, but not to the purpose,—
[Enter Romeo.]
Signior Romeo, bon jour! there’s a French salutation to your
French slop.
You gave us the counterfeit fairly last night.
ROMEO.
Good morrow to you both. What counterfeit did I give you?
MERCUTIO.
The slip, sir, the slip; can you not conceive?
Romeo. Pardon, good Mercutio, my business was great; and in such a case as mine a man may strain courtesy.
Mercutio. That’s as much as to say, such a case as yours constrains a man to bow in the hams.
ROMEO.
Meaning, to court’sy.
MERCUTIO.
Thou hast most kindly hit it.
ROMEO.
A most courteous exposition.
MERCUTIO.
Nay, I am the very pink of courtesy.
ROMEO.
Pink for flower.
MERCUTIO.
Right.
ROMEO.
Why, then is my pump well-flowered.
MERCUTIO.
Well said: follow me this jest now till thou hast worn out thy pump;that, when the single sole of it is worn, the jest may remain, after the wearing, sole singular.
ROMEO.
O single-soled jest, solely singular for the singleness!
MERCUTIO.
Come between us, good Benvolio; my wits faint.
ROMEO.
Swits and spurs, swits and spurs; or I’ll cry a match.
MERCUTIO.
Nay, if thy wits run the wild-goose chase, I have done; for thou hast more of the wild-goose in one of thy wits than, I am sure, I have in my whole five: was I with you there for the goose?
ROMEO.
Thou wast never with me for anything when thou wast not there for the goose.
MERCUTIO.
I will bite thee by the ear for that jest.
ROMEO.
Nay, good goose, bite not.
MERCUTIO.
Thy wit is a very bitter sweeting; it is a most sharp sauce.
ROMEO.
And is it not, then, well served in to a sweet goose?
MERCUTIO.
O, here’s a wit of cheveril, that stretches from an inch narrow to an ell broad!
ROMEO.
I stretch it out for that word broad: which added to the goose, proves thee far and wide a broad goose.
MERCUTIO.
Why, is not this better now than groaning for love? now art thou sociable, now art thou Romeo; not art thou what thou art, by art as well as by nature: for this drivelling love is like a great natural, that runs lolling up and down to hide his bauble in a hole.
BENVOLIO.
Stop there, stop there.
MERCUTIO.
Thou desirest me to stop in my tale against the hair.
BENVOLIO.
Thou wouldst else have made thy tale large.
MERCUTIO.
O, thou art deceived; I would have made it short: for I was come to the whole depth of my tale; and meant indeed to occupy the argument no longer.
ROMEO.
Here’s goodly gear!
[Enter Nurse and Peter.]
MERCUTIO.
A sail, a sail, a sail!
BENVOLIO.
Two, two; a shirt and a smock.
NURSE.
Peter!
PETER.
Anon.
NURSE.
My fan, PETER.
MERCUTIO.
Good Peter, to hide her face; for her fan’s the fairer face.
NURSE.
God ye good morrow, gentlemen.
MERCUTIO.
God ye good-den, fair gentlewoman.
NURSE.
Is it good-den?
MERCUTIO.
‘Tis no less, I tell ye; for the bawdy hand of the dial is now upon the prick of noon.
NURSE.
Out upon you! what a man are you!
ROMEO.
One, gentlewoman, that God hath made for himself to mar.
NURSE.
By my troth, it is well said;—for himself to mar, quoth
‘a?—Gentlemen, can any of you tell me where I may find the young
Romeo?
ROMEO.
I can tell you: but young Romeo will be older when you have found him than he was when you sought him: I am the youngest of that name, for fault of a worse.
NURSE.
You say well.
Mercutio. Yea, is the worst well? very well took, i’ faith; wisely, wisely.
NURSE.
If you be he, sir, I desire some confidence with you.
BENVOLIO.
She will indite him to some supper.
MERCUTIO.
A bawd, a bawd, a bawd! So ho!
ROMEO.
What hast thou found?
MERCUTIO.
No hare, sir; unless a hare, sir, in a lenten pie, that is
something stale and hoar ere it be spent.
[Sings.]
An old hare hoar,
And an old hare hoar,
Is very good meat in Lent;
But a hare that is hoar
Is too much for a score
When it hoars ere it be spent.
Romeo, will you come to your father’s? we’ll to dinner thither.
ROMEO.
I will follow you.
MERCUTIO.
Farewell, ancient lady; farewell,— [singing] lady, lady, lady.
[Exeunt Mercutio, and Benvolio.]
NURSE.
Marry, farewell!—I pray you, sir, what saucy merchant was this that was so full of his ropery?
ROMEO.
A gentleman, nurse, that loves to hear himself talk; and will speak more in a minute than he will stand to in a month.
NURSE.
An ‘a speak anything against me, I’ll take him down, an’a were lustier than he is, and twenty such Jacks; and if I cannot, I’ll find those that shall. Scurvy knave! I am none of his flirt-gills; I am none of his skains-mates.—And thou must stand by too, and suffer every knave to use me at his pleasure!
PETER.
I saw no man use you at his pleasure; if I had, my weapon should quickly have been out, I warrant you: I dare draw as soon as another man, if I see occasion in a good quarrel, and the law on my side.
NURSE.
Now, afore God, I am so vexed that every part about me quivers. Scurvy knave!—Pray you, sir, a word: and, as I told you, my young lady bid me enquire you out; what she bade me say I will keep to myself: but first let me tell ye, if ye should lead her into a fool’s paradise, as they say, it were a very gross kind of behaviour, as they say: for the gentlewoman is young; and, therefore, if you should deal double with her, truly it were an ill thing to be offered to any gentlewoman, and very weak dealing.
ROMEO.
Nurse, commend me to thy lady and mistress. I protest unto thee,—
NURSE.
Good heart, and i’ faith I will tell her as much: Lord,
Lord, she will be a joyful woman.
ROMEO.
What wilt thou tell her, nurse? thou dost not mark me.
NURSE.
I will tell her, sir,—that you do protest: which, as I take it, is a gentlemanlike offer.
ROMEO.
Bid her devise some means to come to shrift
This afternoon;
And there she shall at Friar Lawrence’ cell
Be shriv’d and married. Here is for thy pains.
NURSE.
No, truly, sir; not a penny.
ROMEO.
Go to; I say you shall.
NURSE.
This afternoon, sir? well, she shall be there.
ROMEO.
And stay, good nurse, behind the abbey-wall:
Within this hour my man shall be with thee,
And bring thee cords made like a tackled stair;
Which to the high top-gallant of my joy
Must be my convoy in the secret night.
Farewell; be trusty, and I’ll quit thy pains:
Farewell; commend me to thy mistress.
NURSE.
Now God in heaven bless thee!—Hark you, sir.
ROMEO.
What say’st thou, my dear nurse?
NURSE.
Is your man secret? Did you ne’er hear say,
Two may keep counsel, putting one away?
ROMEO.
I warrant thee, my man’s as true as steel.
NURSE.
Well, sir; my mistress is the sweetest lady.—Lord, Lord! when ‘twas a little prating thing,—O, there’s a nobleman in town, one Paris, that would fain lay knife aboard; but she, good soul, had as lief see a toad, a very toad, as see him. I anger her sometimes, and tell her that Paris is the properer man; but I’ll warrant you, when I say so, she looks as pale as any clout in the versal world. Doth not rosemary and Romeo begin both with a letter?
ROMEO.
Ay, nurse; what of that? both with an R.
NURSE.
Ah, mocker! that’s the dog’s name. R is for the dog: no; I know it begins with some other letter:—and she hath the prettiest sententious of it, of you and rosemary, that it would do you good to hear it.
ROMEO.
Commend me to thy lady.
NURSE.
Ay, a thousand times. [Exit Romeo.]—Peter!
PETER.
Anon?
NURSE.
Peter, take my fan, and go before.
[Exeunt.]
Ücretsiz ön izlemeyi tamamladınız.