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Kitabı oku: «Das Halsband der Königin Denkwürdigkeiten eines Arztes 2», sayfa 30

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XL.
Ein doppelter Ehrgeiz, der für eine doppelte Liebe gelten will

Jeanne war auch Weib, und zwar ohne Königin zu sein.

Daraus ging hervor, daß Jeanne, als sie kaum in ihrem Wagen saß, diesen schönen Palast von Versailles, dieses reiche und glänzende Ameublement mit ihrem vierten Stock in der Rue Saint-Gilles, diese prächtigen Lakaien mit ihrer alten Magd verglich.

Aber sogleich wieder verschwanden die demüthige Mansarde und die alte Magd im Schatten der Vergangenheit, wie eine jener Visionen, die, da sie nicht mehr bestehen, nie bestanden haben, und Jeanne sah ihr kleines Haus im Faubourg Saint-Antoine, so anmuthig, so comfortabel, wie man in unsern Tagen sagen würde, mit Lakaien, an deren Livreen weniger Stickereien sichtbar waren, als an denen von Versailles, die sich aber darum nicht minder ehrerbietig und gehorsam benahmen.

Dieses Haus und diese Lakaien, das war ihr Versailles; sie war hier nicht minder Königin, als Marie Antoinette, und wenn sie Wünsche aussprach, so wurden sie, vorausgesetzt, daß sie dieselben nicht auf das Nothwendige, sondern auf das Vernünftige zu beschränken wußte, eben so rasch erfüllt, als hätte sie den Scepter in der Hand gehalten.

Darum kehrte Jeanne mit glatter Stirne und einem Lächeln auf den Lippen nach ihrem Hause zurück.

Es war noch früh, sie nahm Papier, eine Feder und Tinte, schrieb ein paar Zeilen, legte sie in einen feinen parfümirten Umschlag, schrieb eine Adresse und läutete.

Kaum hatte der letzte Schall der Glocke vibrirt, als die Thüre sich öffnete und ein Bedienter auf der Schwelle stehend wartete.

»Ich hatte Recht,« murmelte Jeanne, »die Königin ist nicht besser bedient.«

Dann streckte sie die Hand aus und sprach:

»Diesen Brief an Monseigneur Cardinal von Rohan.«

Der Lakai schritt herbei, nahm das Billet und entfernte sich wieder, ohne ein Wort zu sagen, mit dem stummen Gehorsam der Diener von gutem Hause.

Die Gräfin versank in eine tiefe Träumerei, eine Träumerei, die nicht neu war, sondern eine Fortsetzung der auf der Straße begonnenen bildete.

Es waren nicht fünf Minuten vergangen, als man an die Thüre klopfte.

»Herein!« sagte Frau von La Mothe.

Derselbe Lakai erschien.

»Nun?« fragte Frau von La Mothe mit einer leichten Bewegung der Ungeduld, als sie sah, daß ihr Befehl noch nicht vollzogen war.

»In dem Augenblick, wo ich wegging, um den Befehl der Frau Gräfin zu vollziehen, klopfte Monseigneur an die Thüre,« meldete der Lakai. »Ich sagte ihm, ich gehe nach seinem Hotel. Er nahm den Brief der Frau Gräfin, las ihn, sprang aus seinem Wagen, trat ein und rief mir zu:

»Es ist gut, melde mich.«

»Weiter?«

»Monseigneur ist da und wartet, daß ihm die gnädige Frau einzutreten erlaube.«

Ein leichtes Lächeln umschwebte die Lippen der Gräfin. Nach zwei Secunden sprach sie mit einem klaren Ausdruck der Befriedigung:

»Lassen Sie ihn eintreten.«

War der Zweck dieser zwei Secunden, einen Kirchenfürsten in ihrem Vorzimmer warten zu lassen, oder bedurfte Frau von La Mothe derselben, um ihren Plan zu vollenden? Der Prinz erschien auf der Schwelle. Als sie nach Hause zurückkehrte, als sie den Cardinal holen ließ, als sie eine so große Freude darüber empfand, daß der Cardinal da war, hatte Jeanne also einen Plan?

Ja, denn einem jener Irrwische ähnlich, welche ein ganzes Thal mit seinen düsteren Abhängen beleuchten, hatte diese Phantasie einer Königin und eines Weibes besonders vor den Blicken der intriganten Gräfin alle Falten einer Seele geöffnet, die zu hoffärtig war, um sie mit großer Vorsicht zu verbergen.

Der Weg von Versailles nach Paris war weit; und macht man ihn Seite an Seite mit dem Dämon der Gierde, so hat dieser Zeit, uns die kühnsten Berechnungen zuzuflüstern.

Jeanne fühlte sich trunken von der auf dem weißen Atlas des Etui der Herren Böhmer und Bossange prangenden Zahl: fünfzehnmal hunderttausend Livres.

Fünfzehnmal hunderttausend Livres, war dieß nicht in der That ein fürstliches Vermögen, besonders für die arme Bettlerin, die noch einen Monat zuvor die Hand nach den Almosen der Reichen ausstreckte?

Es war allerdings eine größere Entfernung von der Jeanne von Valois der Rue Saint-Gilles zur Jeanne von Valois des Faubourg Saint-Antoine, als von der Jeanne von Valois des Faubourg Saint-Antoine bis zur Jeanne von Valois als Besitzerin des Halsbandes.

Sie hatte also schon mehr als die Hälfte des Weges zurückgelegt, der zum Vermögen führte.

Und dieses Vermögen, nach dem Jeanne begehrte, war keine Illusion, wie das Wort eines Vertrages, wie ein Grundbesitz, allerdings Sachen vom ersten Werth, denen sich aber notwendig die Intelligenz des Geistes oder der Augen beifügen muß.

Nein, dieses Halsband war etwas ganz Anderes, als ein Vertrag oder ein Landgut; dieses Halsband war das sichtbare Vermögen; es war auch da, immer da vor ihr, brennend, blendend, bezaubernd; und da die Königin es zu besitzen wünschte, so konnte Jeanne von Valois schon davon träumen; da die Königin desselben zu entbehren wußte, so konnte Frau von La Mothe ihren Ehrgeiz wohl hierauf beschränken.

Tausend unbestimmte Ideen, diese seltsamen Gespenster mit den wolkigen Umrissen, von denen der Dichter Aristophanes sagte, sie verähnlichen sich mit dem Menschen, tausendfacher Neid, tausendfache Wuth, zu besitzen, nahmen für Jeanne auf dem Wege von Versailles nach Paris die Form von Wölfen, von Füchsen und geflügelten Schlangen an.

Der Cardinal der diese Träume verwirklichen sollte, unterbrach sie, indem er durch seine unerwartete Gegenwart dem Wunsch der Frau von La Mothe ihn zu sehen entgegenkam.

Er hatte auch seine Träume, er hatte auch seinen Ehrgeiz, den er unter einer Maske von Eifer, unter einem Anschein von Liebe verbarg.

»Ah! theure Jeanne,« sagte er, »Sie sind es, Sie sind mir in der That so nothwendig geworden, daß sich mein ganzer Tag bei dem Gedanken, Sie seien fern von mir, verfinsterte. Sie sind doch wenigstens gesund von Versailles zurückgekommen?«

»Wie Sie sehen, Monseigneur.«

»Und zufrieden?«

»Entzückt.«

»Die Königin hat Sie also empfangen?«

»Sogleich bei meiner Ankunft wurde ich bei ihr eingeführt.«

»Sie haben Glück; nach Ihrer triumphirenden Miene wette ich, daß Sie die Königin gesprochen.«

»Ich habe ungefähr drei Stunden im Cabinet Ihrer Majestät zugebracht.«

Der Cardinal bebte, und es fehlte nicht viel, daß er ausgerufen hätte:

»Drei Stunden!«

Doch er bewältigte sich..

»Sie sind in der That eine Zauberin, und Niemand vermöchte Ihnen zu widerstehen.«

»Oh ho! Sie übertreiben, mein Prinz.«

»Nein, wahrhaftig nicht; und Sie sagen, Sie seien drei Stunden bei der Königin geblieben?«

Jeanne machte ein bejahendes Zeichen mit dem Kopf.

»Drei Stunden,« wiederholte der Cardinal lächelnd, »wie viele Dinge kann eine Frau von Geist in drei Stunden nicht sagen!«

»Oh! Monseigneur, ich stehe Ihnen dafür, daß ich meine Zeit nicht verloren habe.«

»Ich wette,« versetzte der Cardinal, »während dieser drei Stunden haben Sie nicht eine Minute an mich gedacht.«

»Undankbarer!«

»Wahrhaftig!« rief der Cardinal.

»Ich habe mehr gethan, als an Sie gedacht.«

»Was haben Sie gethan?«

»Ich habe von Ihnen gesprochen.«

»Von mir gesprochen und mit wem?« fragte der Prälat, dessen Herz zu pochen anfing, mit einer Stimme, deren Erschütterung er mit seiner ganzen Selbstbeherrschung nicht zu verbergen vermochte.

»Mit wem anders als mit der Königin!«

Indem sie diese für den Cardinal so kostbaren Worte sprach, hatte Jeanne die Kunst, dem Prinzen nicht in's Gesicht zu schauen, als ob sie sich wenig um die Wirkung bekümmerte, die sie hervorbringen mußten.

Herr von Rohan zitterte.

»Ah!« sagte er, »lassen Sie hören, liebe Gräfin, erzählen Sie mir das. In der That, ich interessire mich so sehr für das, was Ihnen begegnet, daß Sie mir nicht den geringsten Umstand verschweigen sollen.«

Jeanne lächelte; sie wußte, was den Cardinal interessirte, eben so gut, als er selbst.

Doch da diese umständliche Erzählung zum Voraus in ihrem Geiste festgestellt war, da sie dieselbe von selbst zum Besten gegeben haben würde, wenn der Cardinal sie nicht darum gebeten hätte, so fing sie langsam an, und ließ sich jede Sylbe herausziehen; sie erzählte die ganze Zusammenkunft, das ganze Gespräch; sie hob bei jedem Wort den Beweis hervor, daß sie durch einen jener günstigen Zufälle, welche das Glück der Höflinge bilden, in Versailles zu einem der seltsamen Vorfälle geführt worden war, die an einem einzigen Tag eine Fremde zu einer beinahe unentbehrlichen Freundin machen. Jeanne war in der That an einem Tag in alles Unglück der Königin, in alle Ohnmacht des Königthums eingeweiht worden.

Herr von Rohan schien von der Erzählung nur das aufzufassen und zu behalten, was die Königin zu Gunsten von Jeanne gesagt hatte.

Jeanne legte in ihrer Erzählung nur auf das Nachdruck, was die Königin zu Gunsten von Herrn von Rohan gesagt hatte.

Die Erzählung war kaum beendigt, als derselbe Lakai eintrat und meldete, das Abendbrod sei aufgetragen.

Jeanne lud den Cardinal mit einem Blick ein. Der Cardinal nahm mit einem Zeichen an.

Er gab der Gebieterin des Hauses, die sich so schnell daran gewöhnt, die Honneurs desselben zu machen, den Arm und ging in das Speisezimmer.

Als das Abendbrod beendigt war, als der Prälat mit langen Zügen die Hoffnung und die Liebe aus den zwanzigmal wieder aufgenommenen und zwanzigmal von der Zauberin abgebrochenen Erzählungen getrunken hatte, war er genöthigt, endlich mit dieser Frau zu rechnen, welche die Herzen der betheiligten Mächte in ihren Händen hielt.

Denn er bemerkte mit einem Erstaunen, das an Schrecken grenzte, daß sie, statt sich geltend zu machen, wie jede Frau, die man aufsucht und deren man bedarf, seinen Wünschen mit einer Holdseligkeit entgegenkam, welche sehr verschieden war von dem weiblichen Stolze beim letzten Abendbrod, das man an demselben Platz und in demselben Hause eingenommen.

Jeanne machte dießmal die Honneurs als eine Frau, die nicht nur sich selbst, sondern auch Andere zu beherrschen weiß. Keine Verlegenheit in ihrem Blick, keine Zurückhaltung in ihrer Stimme. Hatte sie nicht, um diese hohen Lectionen in der Aristocratie zu nehmen, den ganzen Tag die Blüthe des französischen Adels besucht? hatte nicht eine Königin ohne ihres Gleichen sie meine liebe Gräfin genannt? Unterjocht von dieser Erhabenheit, machte der Cardinal, selbst ein erhabener Mann, nicht einmal einen Versuch zu widerstehen.

»Gräfin,« sagte er, indem er sie bei der Hand nahm, »es sind zwei Frauen in Ihnen.«

»Wie so?« fragte die Gräfin.

»Die von gestern und die von heute.«

»Und welche zieht Eure Eminenz vor?«

»Ich weiß es nicht. Nur ist die von heute Abend eine Armida, eine Circe, etwas Unwiderstehliches.«

»Und dem zu widerstehen Sie hoffentlich nicht versuchen werden, Monseigneur, so sehr Sie auch Prinz sind?«

Der Prinz glitt von seinem Stuhle herab und fiel vor Frau von La Mothe auf die Kniee.

»Sie verlangen ein Almosen?« fragte sie.

»Und ich erwarte, daß Sie es mir geben.«

»Ein Tag der Freigebigkeit,« erwiderte Jeanne; »die Gräfin von Valois hat ihren Rang eingenommen, sie ist eine Frau vom Hofe; binnen Kurzem wird sie unter den stolzesten Damen des Hofes zählen; sie kann folglich ihre Hand öffnen und reichen, wem es ihr gutdünkt.«

»Selbst einem Prinzen?« fragte Herr von Rohan.

»Selbst einem Cardinal,« erwiderte Jeanne.

Der Cardinal drückte einen langen, brennenden Kuß auf diese hübsche, widerspenstige Hand; dann, nachdem er mit den Augen den Blick und das Lächeln der Gräfin befragt, stand er auf, ging in das Vorzimmer und sagte ein paar Worte zu seinem Läufer.

Zwei Minuten nachher hörte man das Geräusch eines Wagens, der sich entfernte.

Die Gräfin schaute empor.

»Meiner Treue, Gräfin,« sprach der Cardinal, »ich habe meine Schiffe verbrannt.«

»Dabei ist kein großes Verdienst, da Sie im Hafen sind,« erwiderte die Gräfin.

XLI.
Worin man die Gesichter unter der Maske zu sehen anfängt

Lange Plaudereien sind das glückliche Vorrecht der Leute, die sich nichts mehr zu sagen haben. Nach dem Glück, zu schweigen oder durch Zwischenworte zu wünschen, ist unstreitig das größte Glück, viel zu sprechen ohne Phrasen.

Zwei Stunden, nachdem man den Wagen weggeschickt, waren der Cardinal und die Gräfin auf dem Punkt, von dem wir sagen. Die Gräfin hatte nachgegeben, der Cardinal hatte gesiegt, und dennoch war der Cardinal der Sclave; die Gräfin war der Triumphator.

Zwei Männer hintergehen sich, indem sie sich die Hand geben. Ein Mann und eine Frau hintergehen sich in einem Kuß.

Hier täuschte aber Jedes das Andere nur, weil das Andere getäuscht sein wollte.

Jedes hatte einen Zweck. Für diesen Zweck war die Vertraulichkeit nothwendig. Jedes hatte also sein Ziel erreicht.

Der Cardinal gab sich auch gar nicht die Mühe, seine Ungeduld zu verbergen. Er beschränkte sich darauf, daß er einen kleinen Umweg machte und dann das Gespräch wieder auf Versailles und auf die Ehren zurückführte, die dort der neuen Günstlingin der Königin harrten.

»Sie ist freigebig,« sagte er, »und nichts ist ihr zu theuer für die Leute, die sie liebt. Sie hat den seltenen Verstand, vielen Leuten ein wenig und wenigen Freunden viel zu geben.«

»Sie halten sie also für reich?« fragte Frau von La Mothe.

»Sie weiß sich mit einem Wort, mit einer Geberde, mit einem Lächeln Mittel zu schaffen. Nie hat ein Minister, Turgot vielleicht ausgenommen, den Muth gehabt, der Königin abzuschlagen, was sie verlangte.«

»Nun! mir,« sprach Frau von La Mothe, »mir kommt sie minder reich vor, als Sie sie machen. Arme Königin, oder vielmehr, arme Frau!«

»Wie so?«

»Ist man reich, wenn man sich Entbehrungen auferlegen muß?«

»Entbehrungen! Erzählen Sie mir das, liebe Jeanne.«

»Oh! mein Gott, ich werde Ihnen sagen, was ich gesehen habe, nicht mehr, nicht weniger.«

»Sprechen Sie, ich höre.«

»Stellen Sie sich zwei furchtbare Martern vor, welche die unglückliche Königin ausgestanden hat.«

»Zwei Martern? Was für denn?«

»Wissen Sie, was ein Frauenverlangen ist, mein lieber Prinz?«

»Nein, aber ich wünschte, Sie würden es mir sagen, Gräfin.«

»Wohl! die Königin hat ein Verlangen, das sie nicht befriedigen kann.«

»Nach wem?«

»Nein, nach was.«

»Gut! nach was?«

»Nach einem Halsband von Diamanten.«

»Ah! warten Sie doch, ich weiß. Meinen Sie nicht die Diamanten von Böhmer und Bossange?«

»Ganz richtig.«

»Oh! die alte Geschichte, Gräfin.«

»Alt oder neu. Ist es nicht eine wahre Verzweiflung für eine Königin, das nicht besitzen zu können, was beinahe eine einfache Favoritin besessen hatte? Noch vierzehn Tage Leben für König Ludwig XV., und Jeanne Vauvernier hatte, was Marie Antoinette nicht haben kann.«

»Ah! meine liebe Gräfin, darin täuschen Sie sich, die Königin konnte fünf- bis sechsmal diese Diamanten haben, und hat sie immer ausgeschlagen.«

»Oh!«

»Ich sage Ihnen, der König hat sie ihr selbst angeboten, und sie hat sie aus der Hand des Königs ausgeschlagen.«

Und der Cardinal erzählte die Geschichte von dem Schiff.

Jeanne hörte gierig, und als der Cardinal geendigt hatte, sagte sie:

»Nun! und hernach?«

»Wie, hernach?«

»Ja, was beweist das?«

»Daß sie nicht wollte, wie mir scheint.«

Jeanne zuckte die Achseln.

»Sie kennen die Frauen, Sie kennen den Hof, Sie kennen die Königin, und lassen sich von einer solchen Antwort bethören?«

»Ah! ich bestätige eine Weigerung.«

»Mein lieber Prinz, das constatirt Eines: daß die Königin nothwendig einen glänzenden, einen volksthümlichen Ausspruch thun mußte und daß sie ihn gethan hat.«

»Gut!« sprach der Cardinal, »so glauben Sie an die königlichen Tugenden? Ah! Sie Skeptikerin! Der heilige Thomas war ein Gläubiger gegen Sie.«

»Skeptisch oder gläubig, ich kann Sie eines Umstandes versichern.«

»Nun?«

»Daß die Königin nicht so bald das Halsband ausgeschlagen hatte, als sie von einer tollen Begierde nach demselben ergriffen wurde.«

»Sie schmieden sich solche Ideen, meine Theure, und glauben Sie mir vor Allem, daß die Königin bei allen ihren Fehlern eine ungeheure Tugend hat.«

»Welche?«

»Sie ist uneigennützig. Sie liebt weder das Gold, noch das Silber, noch die Edelsteine. Sie wiegt die Mineralien nach ihrem Werthe ab; für sie ist eine Blume am Schnürleibe so viel werth, als ein Diamant im Ohr.«

»Ich leugne das nicht. Nur behaupte ich zu dieser Stunde, daß sie Lust hat, sich mehrere Diamanten an den Hals zu hängen.«

»Oh! Gräfin! beweisen Sie das.«

»Nichts kann leichter sein; ich habe heute das Halsband gesehen.« – »Sie?« – »Ich habe es nicht nur gesehen, sondern auch berührt.« – »Wo dieß?« – »In Versailles.« – »In Versailles?« – »Ja, wohin die Juweliere es brachten, um die Königin zum letzten Mal in Versuchung zu führen.« – »Ist es schön?« – »Es ist wunderbar.« – »Dann begreifen Sie als ein wahres Weib, daß man an dieses Halsband denkt?« – »Ich begreife, daß man den Appetit und den Schlaf darüber verliert.« – »Ah! warum habe ich nicht dem König ein Schiff zu geben?« – »Ein Schiff?« – »Ja, er gäbe mir das Halsband, und sobald ich es hatte, könnten Sie ruhig essen und schlafen.« – »Sie scherzen.« – »Nein, ich schwöre Ihnen.« – »Nun, so will ich Ihnen etwas sagen, worüber Sie sich ungemein wundern werden.« – »Sprechen Sie.« – »Ich möchte dieses Halsband nicht.« – »Desto besser, Gräfin, denn ich könnte es Ihnen nicht geben.« – »Ach! weder Sie, noch irgend Jemand, das ist es, was die Königin fühlt, und warum sie darnach verlangt.« – »Ich wiederhole Ihnen, daß der König es ihr angeboten hat.«

Jeanne machte eine rasche, beinahe ungestüme Bewegung und erwiderte:

»Und ich, ich sage Ihnen, daß die Frauen solche Geschenke ganz besonders lieben, wenn sie nicht von Leuten gemacht werden, die ihre Annahme erzwingen können.«

Der Cardinal schaute Jeanne noch aufmerksamer an und sagte dann:

»Ich verstehe nicht ganz.«

»Desto besser; brechen wir hievon ab. Was geht Sie das Halsband an, da wir es nicht haben können?«

»Oh! wäre ich der König und Sie wären die Königin, so würde ich Sie wohl nöthigen, es anzunehmen.«

»Wohl! ohne der König zu sein, nöthigen Sie die Königin, es anzunehmen, und Sie werden sehen, ob sie über diese Gewaltthat so ärgerlich ist, als Sie glauben.«

Der Cardinal schaute Jeanne noch einmal an.

»Wahrhaftig,« sagte er, »sind Sie sicher, daß Sie sich nicht täuschen? Die Königin hat dieses Verlangen?«

»Sie wird davon verzehrt. Hören Sie, lieber Prinz, haben Sie mir nicht einmal gesagt, oder habe ich nicht sagen hören, es wäre Ihnen nicht unangenehm, Minister zu sein?«

»Es ist wohl möglich, daß ich dieß gesagt habe, Gräfin.«

»Wohl! so wetten wir, mein lieber Prinz.«

»Was?«

»Daß die Königin den Mann, der es so einzurichten wüßte, daß das Halsband in acht Tagen auf ihrem Putztische läge, zum Minister machen würde.«

»Oh! Gräfin!«

»Ich sage, was ich sage … Wollen Sie lieber, daß ich ganz leise denke?«

»Oh! nie.«

»Was ich übrigens sage, betrifft Sie nicht. Es ist sehr klar, daß Sie nicht anderthalb Millionen von einer königlichen Laune verschlingen lassen; das hieße, bei meiner Treue! zu theuer ein Portefeuille bezahlen, das Sie umsonst haben werden und das man Ihnen schuldig ist. Nehmen Sie also das, was ich gesagt habe, für Geschwätz. Ich bin wie die Papageie, man hat mich an der Sonne geblendet, und nun wiederhole ich beständig, es sei heiß. Ah! Monseigneur, welch eine harte Prüfung ist doch ein Tag der Gunst für ein Provinzdämchen! man muß Adler sein, wie Sie, um diesen Strahlen in's Gesicht zu schauen.«

Der Cardinal wurde träumerisch.

»Ah! ah!« sagte Jeanne, »nun beurtheilen Sie mich schlecht, nun finden Sie mich so gemein und elend, daß Sie nicht einmal mit mir sprechen mögen.«

»Ah! ich bitte.«

»Die Königin, wie ich sie beurtheilt habe, bin ich selbst.«

»Gräfin!«

»Was wollen Sie? ich glaubte, sie verlange nach den Diamanten, weil sie seufzte, als sie dieselben sah; ich glaubte es, weil ich an ihrer Stelle darnach verlangt hätte; entschuldigen Sie meine Schwäche.«

»Sie sind eine anbetungswürdige Frau, Gräfin, Sie haben durch eine unglaubliche Verbindung die Schwäche des Herzens und die Stärke des Geistes: Sie sind in gewissen Augenblicken so wenig Weib, daß ich darüber erschrecke. Sie sind es in andern auf eine so liebenswürdige Weise, daß ich den Himmel darüber preise und Sie anbete.«

Der artige Cardinal punctirte diese Galanterie durch einen Kuß.

»Wir wollen nicht mehr von allen diesen Dingen sprechen,« sagte er.

»Gut!« murmelt« Jeanne leise, »doch ich glaube, daß die Angel das Fleisch gepackt hat.«

Doch während der Cardinal sagte: Sprechen wir nicht mehr von diesen Dingen, fuhr er fort:

»Und Sie glauben, Herr Böhmer habe diesen Angriff erneuert?«

»Mit Bossange, ja,« antwortete unschuldig Frau von La Mothe.

»Bossange … warten Sie doch,« sagte der Cardinal, als ob er sich besänne, »Bossange, ist das nicht sein Associé?«

»Ja, ein großer, dürrer Mann.«

»Ganz richtig.«

»Er wohnt? …«

»Er muß irgendwo, wie auf dem Quai de la Ferraille, oder auch de l'Ecole wohnen, ich weiß nicht genau, doch in jedem Fall in der Gegend des Pont-Neuf.«

»Des Pont-Neuf, Sie haben Recht. Ich habe diese Namen im Vorüberfahren über einer Thüre gelesen.«

»Ah! ah!« murmelte Jeanne, »der Fisch beißt immer mehr an.«

Jeanne hatte Recht, und die Angel war auf das Tiefste bei der Beute eingedrungen.

Am andern Morgen, als er sich aus dem kleinen Hause des Faubourg Saint-Antoine entfernte, ließ sich der Cardinal also unmittelbar zu Böhmer führen.

Er gedachte das Incognito zu behaupten, doch Böhmer und Bossange waren die Juweliere des Hofes, und bei den ersten Worten, die er sprach, nannten sie ihn Monseigneur.

»Nun wohl, ja, Monseigneur,« sprach der Cardinal, »doch da Sie mich erkennen, seien Sie darauf bedacht, daß mich die Andern nicht erkennen.«

»Monseigneur kann ruhig sein. Wir erwarten die Befehle von Monseigneur.«

»Ich komme, um Ihnen das Halsband von Diamanten abzukaufen, das Sie der Königin gezeigt haben.«

»Wahrhaftig! wir sind in Verzweiflung, doch Monseigneur kommt zu spät.«

»Wie so?«

»Es ist verkauft.«

»Unmöglich! da Sie es gestern Ihrer Majestät abermals angeboten haben.«

»Die es abermals ausgeschlagen hat, Monseigneur, darum bleibt es bei dem alten Handel.«

»Und mit wem ist dieser Handel abgeschlossen worden?« fragte der Cardinal.

»Das ist ein Geheimniß, Monseigneur.«

»Zu viel der Geheimnisse, Herr Böhmer!« sagte der Cardinal. Und er stand auf.

»Aber, Monseigneur …«

»Mein Herr,« fuhr der Cardinal fort, »ich glaubte, ein Juwelier der Krone Frankreichs müßte damit zufrieden sein, daß er in Frankreich diese schönen Steine verkaufe; Sie ziehen Portugal vor; nach Ihrem Belieben, Herr Böhmer.«

»Monseigneur weiß Alles!« rief der Juwelier.

»Wohl! was sehen Sie Erstaunliches hierin?«

»Wenn Monseigneur Alles weiß, so kann es nur durch die Königin sein.«

»Und wenn dem so wäre?« sagte Herr von Rohan, ohne die Vermuthung, die seiner Eitelkeit schmeichelte, zurückzuweisen.

»Oh! das würde die Sache sehr ändern, Monseigneur.«

»Erklären Sie sich, ich verstehe nicht.«

»Will mir Monseigneur erlauben, ganz frei mit ihm zu sprechen?«

»Sprechen Sie.«

»Wohl! die Königin hat Lust zu unserem Halsband.«

»Sie glauben?«

»Wir sind dessen sicher.«

»Ah! und warum kauft sie es dann nicht?«

»Weil sie es dem König ausgeschlagen hat, und weil es launisch erscheinen würde, wenn sie von diesem Beschluß abginge, der Ihrer Majestät so viel Lob eingetragen.«

»Die Königin steht über allem Gerede.«

»Ja, wenn das Volk, oder sogar wenn die Höflinge sprechen; doch wenn der König spricht …«

»Der König wollte, wie Sie wohl wissen, der Königin dieses Halsband geben.«

»Allerdings, doch er beeilte sich, der Königin zu danken, als sie es ausschlug.«

»Was schließt Herr Böhmer hieraus?«

»Daß die Königin das Halsband gern bekommen möchte, ohne den Anschein zu haben, als kaufte sie es.«

»Wohl! Sie täuschen sich, mein Herr,« sagte der Cardinal, »es handelt sich nicht hierum.«

»Das ist ärgerlich, Monseigneur, denn es wäre dieß für uns die einzige entscheidende Ursache gewesen, dem Herrn Gesandten von Portugal das Wort zu brechen.«

Der Cardinal dachte nach. So stark die Diplomatie der Diplomaten auch sein mag, die der Kaufleute ist ihr überlegen … Vor Allem unterhandelt die Diplomatie beinahe immer um Werthe, die sie nicht hat; der Kaufmann hält den Gegenstand, der die Neugierde erregt, in seiner Klaue fest; wenn man ihm denselben abkauft und noch theuer bezahlt, so ist es beinahe, als ob man ihn plünderte. Als Herr von Rohan sah, daß er in der Gewalt dieses Mannes war, sagte er:

»Mein Herr, nehmen Sie, wenn Sie wollen, an, die Königin habe Lust zu Ihrem Halsband.«

»Das ändert Alles, Monseigneur. Ich kann alle Händel brechen, wenn der Königin der Vorzug gegeben werden soll.«

»Wie hoch verkaufen Sie Ihr Halsband?«

»Zu fünfzehnmal hunderttausend Livres.«

»Wie ordnen Sie die Bezahlung?«

»Der Portugiese bezahlte mir etwas auf Abschlag, ich sollte das Halsband selbst nach Lissabon bringen, wo man mich nach Sicht bezahlen würde.«

»Diese Zahlungsweise ist bei uns nicht ausführbar, Herr Böhmer, aber eine Abschlagszahlung sollen Sie bekommen, wenn sie vernünftig ist.«

»Hunderttausend Livres.«

»Man kann sie finden. Was das Uebrige betrifft?«

»Eure Eminenz möchte gern Zeit haben?« sagte Böhmer. »Mit der Garantie Eurer Eminenz ist Alles thunlich. Nur zieht Zügelung einen Verlust nach sich; denn bemerken Sie wohl, Monseigneur, bei einer Sache von dieser Bedeutung wachsen die Zahlen von selbst, ohne Grund. Die Interessen von fünfzehnmal hunderttausend Livres zu fünf Procent machen fünfundsiebzigtausend Livres, und fünf Procent sind ein Ruin für die Kaufleute. Zehn Procent sind höchstens ein annehmbarer Preis.«

»Das wären hundertfünfzigtausend Livres für Ihre Rechnung?«

»Ja, Monseigneur.«

»Nehmen wir an, Sie verkaufen das Halsband um sechszehnmal hunderttausend Livres, Herr Böhmer, und vertheilen die Bezahlung der fünfzehnmal hunderttausend Livres auf drei vierteljährige Zieler. Ist es abgemacht?«

»Monseigneur, wir verlieren fünfzigtausend Livres bei diesem Handel.«

»Ich glaube das nicht, mein Herr. Hätten Sie morgen fünfzehnmal hunderttausend Livres einzunehmen, so wären Sie in Verlegenheit. Ein Juwelier kauft kein Gut um einen solchen Preis.«

»Wir sind zu zwei, Monseigneur, mein Associé und ich.«

»Ich will es wohl glauben, doch gleichviel, und Sie werden viel bequemer die fünfmal hunderttausend Livres jedes Vierteljahr einziehen, das heißt zweimal hundert und fünfzigtausend Livres Jeder.«

»Monseigneur vergißt, daß diese Diamanten nicht uns gehören. Oh! wenn sie uns gehörten, so wären wir reich genug um uns weder um die Bezahlung, noch um die Anlage bei Eingang der Gelder zu kümmern.«

»Wem gehören sie denn?«

»Vielleicht zehn Gläubigern, denen wir diese Edelsteine im Einzelnen abgekauft haben. Wir sind den einen in Hamburg, den andern in Neapel, einem in Buenos-Ayres, zwei in Moskau schuldig. Unsere Gläubiger erwarten den Verkauf des Halsbandes, um befriedigt zu werden. Der Profit, den wir machen, ist unser einziges Eigenthum; aber ach! Monseigneur, seitdem dieses unglückliche Halsband dem Verkauf ausgesetzt ist, das heißt, seit zwei Jahren verlieren wir schon zweimal hunderttausend Livres Interesse. Beurtheilen Sie, ob wir im Vortheil sind.«

Herr von Rohan unterbrach Böhmer.

»Bei dem Allem,« sagte er, »habe ich es noch nicht gesehen, dieses Halsband.«-

»Es ist wahr, Monseigneur, hier ist es.«

Und nach allen üblichen Vorsichtsmaßregeln, legte Böhmer das kostbare Kleinod aus.

»Herrlich!« rief der Cardinal, indem er voll Liebe die Schließen berührte, die sich auf dem Halse der Königin hatten eindrücken müssen.

Als er geendigt und als seine Finger zur Genüge auf den Steinen die sympathetischen Ausflüsse, die daran hängen geblieben sein konnten, gesucht hatten, sagte er: »Abgeschlossener Handel?«

»Ja, Monseigneur, und ich gehe auf der Stelle zur Gesandtschaft, um abzusagen.«

»Ich glaubte nicht, daß es in diesem Augenblick in Paris einen Gesandten von Portugal gäbe.«

»In der That, Monseigneur, Herr von Suza befindet sich in diesem Augenblick hier.«

»Um in dieser Angelegenheit zu unterhandeln?« rief der Cardinal lachend.

»Ja, Monseigneur.«

»Oh! armer Suza! ich kenne ihn genau. Armer Suza!«

Und er verdoppelte seine Heiterkeit.

Herr Böhmer glaubte sich der Heiterkeit seines Kunden anschließen zu müssen.

Man belustigte sich lange über diesen Schmuck auf Kosten des Portugiesen.

Herr von Rohan wollte sprechen.

Böhmer hielt ihn zurück.

»Will mir Monseigneur sagen, wie er die Angelegenheiten ordnen wird? fragte er.

»Auf eine ganz natürliche Weise.«

»Der Intendant von Monseigneur?«

»Nein, Niemand außer mir; Sie werden nur mit mir zu thun haben.«

»Und wann?«

»Schon morgen.«

»Die hunderttausend Livres?«

»Ich bringe sie Ihnen morgen hierher.«

»Gut, Monseigneur. Und die Papiere?«

»Ich unterzeichne sie morgen hier.«

»Vortrefflich, Monseigneur.«

»Und da Sie ein discreter Mann sind, Herr Böhmer, so bedenken Sie, daß Sie eines der wichtigsten Geheimnisse in Händen haben.«

»Monseigneur, ich fühle es, und ich werde Ihr Vertrauen verdienen, sowie das Ihrer Majestät der Königin,« fügte er sein bei.

Herr von Rohan erröthete und ging unruhig, aber glücklich weg, wie jeder Mensch, der sich in einem Paroxismus der Leidenschaft zu Grunde richtet.

Am andern Tag wandte sich Herr Böhmer mit einer ernsthaften Miene nach dem Hotel der portugiesischen Gesandtschaft.

In dem Augenblick, wo er im Begriffe war, anzuklopfen, ließ sich Herr Beausire, der erste Secretär, Rechnungen von Herrn Ducorneau, dem Canzler, vorlegen, und Don Manoel Suza, der Gesandte, erklärte seinem Verbündeten, dem Kammerdiener, einen neuen Feldzugsplan.

Seit dem letzten Besuche von Herrn Böhmer in der Rue de la Jussienne hatte das Hotel viele Veränderungen erlitten.

Das ganze Personal, das, wie wir gesehen, aus den zwei Postchaisen ausgestiegen war, hatte sich je nach den Bedürfnissen und in den verschiedenen Attributen, die es zu versehen hatte, im Hause des Gesandten aufgepflanzt.

Man muß sagen, daß die Verbündeten, indem sie so unter sich die Rollen theilten, welche sie bewunderungswürdig gut durchführten, da sie dieselben wechseln mußten, Gelegenheit hatten, ihre Interessen selbst zu überwachen, was immer, selbst bei den peinlichsten Geschäften, ein wenig Muth gibt.

Entzückt über die Verständigkeit all dieser Leute, bewunderte Herr Ducorneau zugleich, daß der Gesandte sich wenig genug um das nationale Vorurtheil bekümmert hatte, um ein vom ersten Secretär bis zum dritten Kammerdiener herab vollständig französisches Haus anzunehmen.

Türler ve etiketler

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04 aralık 2019
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1015 s. 9 illüstrasyon
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