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Kitabı oku: «Die Fünf und Vierzig», sayfa 16

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»Ja, ja, rechne darauf,« dachte Chicot, indem er einen Seitenblick auf den Mönch warf.

Und er fuhr fort:

»Ich füge diesem Briefe meinen Segen bei und bedaure, daß ich ihn Euch nicht mündlich gegeben habe.

»Gott befohlen, theurer Freund.«

»Das ist eine schöne Handschrift,« sagte Chicot, als er bis zu Ende gelesen hatte. »Ich wollte wetten, der Brief ist vom Säckelmeister geschrieben worden; er hat eine herrliche Hand.«

»Bruder Borromée hat in der That diesen Brief geschrieben,« erwiederte der Goliath.

»Nun wohl! mein Lieber, Ihr werdet somit in die Priorei zurückkehren,« sprach Chicot, dem großen Mönch freundlich zulächelnd.

»Ja, und Ihr werdet dem ehrwürdigen Herrn Prior sagen, ich habe meine Ansicht geändert und wünsche allein zu reisen.«

»Wie, mein Herr, Ihr nehmt mich nicht mit?« versetzte der Mönch mit einem Erstaunen, das nicht ganz von einer Drohung frei war.

»Nein, mein Freund, nein.«

»Und warum dies, wenn’s beliebt?«

»Weil ich zu sparen habe, die Zeiten sind hart und Ihr müßt ungeheuer essen.«

Der Riese zeigte seine drei Vertheidigungswaffen.

»Jacques ißt so viel als ich,« sagte er.

»Ja, aber Jacques ist ein Mönch,« entgegnete Chicot.

»Und ich, was bin denn ich?«

»Ihr, mein Freund, Ihr seid ein Lanzknecht oder ein Gendarme, was, unter uns gesagt, ein Aergerniß bei Unserer-Lieben-Frau erregen könnte, zu der ich abgeordnet bin.«

»Was sprecht Ihr von Lanzknecht oder Gendarme?« rief der Mönch.

»Ich bin ein Jacobiner; ist mein Rock nicht erkennbar?«

»Das Kleid macht nicht den Mönch,« erwiederte Chicot, »doch das Schwert macht den Soldaten; sagt das dem Bruder Borromée, wenn es Euch beliebt.«

Hiernach verbeugte sich Chicot vor dem Riesen, der knurrend wie ein Hund, den man fortjagt, zur Priorei zurückkehrte.

Unser Reisender aber ließ denjenigen weggehen, welcher sein Reisegefährte hätte werden sollen, und als er ihn in der großen Pforte des Klosters verschwinden sah, verbarg er sich hinter einer Hecke, streifte sein Wamms ab und zog das uns bekannte feine Panzerhemd unter seinem Linnenhemde an.

Sobald seine Toilette beendigt war, schritt er querfeldein, um wieder auf die Straße nach Charenton zu gelangen.

Zehntes Kapitel
Die Guisen

An demselben Abend, wo Chicot nach Navarra abreiste, finden wir in dem großen Gemache des Hotel Guise, wohin wir in unserer früheren Erzählung schon mehr als einmal unsern Leser führten, den kleinen jungen Mann mit dem lebhaften Auge, den wir auf dem Kreuze hinter Herrn von Carmainges haben in Paris einreiten sehen, und der, wie wir bereits wissen, kein Anderer war, als die schöne Beichtkind von Dom Gorenflot.

Diesmal hatte sie keine Maßregel getroffen, um ihre Person oder ihr Geschlecht zu verstellen. Mit einem zierlichen Kleide angethan, das am Halse weit ausgeschnitten war, die Haare mit Edelsteinen besternt, wie es damals Mode, erwartete Frau von Montpensier, in einer Fenstervertiefung stehend, ungeduldig irgend Jemand, der zu kommen zögerte.

Der Schatten fing an sich zu verdichten, die Herzogin unterschied nur mit Mühe die Pforte des Hotels, worauf ihre Augen beständig gerichtet waren.

Endlich vernahm man den Hufschlag eines Pferdes, und zehn Minuten nachher meldete die Stimme des Huissier geheimnißvoll bei der Herzogin den Herzog von Mayenne.

Frau von Montpensier erhob sich und lief ihrem Bruder mit solcher Hast entgegen, daß sie auf der Spitze des rechten Fußes zu gehen vergaß, wie es ihre Gewohnheit war, wenn sie nicht hinken wollte.

»Allein, mein Bruder,« sagte sie, »seid ihr allein?«

»Ja, meine Schwester,« antwortete der Herzog, der sich setzte, nachdem er der Herzogin die Hand geküßt hatte.

»Aber Heinrich… wo ist denn Heinrich? Wißt Ihr, daß ihn Jedermann hier erwartet?«

»Heinrich, meine Schwester, hat hier in Paris noch nichts zu thun; während er im Gegentheil dort in den Städten von Flandern und der Picardie viel zu thun hat. Unser Werk ist langsamer und unterirdischer Natur, doch wir haben dort Arbeit; warum sollten wir diese Arbeit verlassen, um nach Paris zu kommen, wo Alles gethan ist?«

»Ja; wo jedoch Alles wieder rückgängig werden wird, wenn Ihr Euch nicht sputet.«

»Bah!«

»Bah! so lange Ihr wollt, mein Bruder; ich sage Euch, daß sich die Bürger nicht mehr mit solchen Gründen begnügen, daß sie ihren Herzog Heinrich sehen wollen, daß dies ihr Hunger, ihre Heißgier ist.«

»Sie werden ihn im geeigneten Augenblicke sehen. Hat ihnen Mayneville nicht dies Alles erklärt?«

»Ganz gewiß; doch Ihr wißt, seine Stimme hat nicht die Macht der Eurigen.«

»Das Dringendste, meine Schwester – und Salcède?«

»Tot!«

»Ohne zu sprechen?«

»Ohne eine Sylbe von sich zu geben.«

»Gut. Und die Bewaffnung?«

»Vollendet.«

»Und Paris?«

»In sechzehn Viertel abgetheilt.«

»Und jedes Viertel hat den von uns bezeichneten Chef?«

»Ja.«

»Gottes Ostern! leben wir also in Ruhe, dies will ich unsern guten Bürgern sagen.«

»Sie werden Euch nicht hören.«

»Bah!«

»Ich sage Euch, daß sie vom Teufel besessen sind.«

»Meine Schwester, Ihr habt ein wenig die Gewohnheit, die Hast der Andern nach Eurer eigenen Ungeduld zu beurtheilen.«

»Werdet Ihr mir hierüber einen großen Vorwurf machen?«

»Gott behüte mich; aber was mein Bruder Heinrich sagt, muß geschehen. Mein Bruder Heinrich will aber, daß man sich durchaus nicht beeile.«

»Was ist also zu thun?« fragte die Herzogin voll Ungeduld.

»Drängt irgend Etwas, meine Schwester?«

»Alles, wenn man will.«

»Womit soll man Eurer Ansicht nach anfangen?«

»Damit, daß man den König festnimmt.«

»Das ist Eure fixe Idee. Ich sage nicht, daß sie schlecht wäre, wenn man sie in Ausführung dringen könnte; aber entwerfen und thun ist zweierlei; erinnert Euch, wie oft wir schon gescheitert sind.«

»Die Zeiten haben sich geändert. Der König hat Niemand mehr zu seiner Vertheidigung.«

»Nein, außer den Schweizern, den Schottländern und den französischen Leibwachen.«

»Mein Bruder, wollt Ihr, so zeige ich, die ich mit Euch spreche, Euch den König nur von zwei Lackeien begleitet auf der Landstraße.«

»Man hat mir dies hundertmal gesagt und ich habe ihn nicht ein einziges Mal gesehen.«

»Ihr werdet ihn sehen, wenn Ihr nur drei Tage in Paris bleibt.«

»Abermals ein Entwurf.«

»Ein Plan, wollt Ihr sagen.«

»Habt also die Güte, ihn mir mitzutheilen.«

»Oh! es ist ein Weibergedanke und Ihr werdet folglich darüber lachen.«

»Ah! Gott verhüte, daß ich Euere Urheber-Eitelkeit verletze! Laßt Euren Plan hören.«

»Ihr spottet meiner, Mayenne.«

»Nein, ich höre.«

»Nun also mit vier Worten…«

In diesem Augenblick hob der Huissier den Thürvorhang und fragte:

»Gefällt es Euren Hoheiten, Herrn von Mayneville zu empfangen?«

»Mein Genosse,« erwiederte die Herzogin, »er trete ein.»

Herr von Mayneville trat ein und küßte dem Herzog von Mayenne die Hand.

»Ein einziges Wort, gnädigster Herr,« sagte er, »ich komme vom Louvre.«

»Nun!« riefen gleichzeitig Mayenne und die Herzogin.

»Man vermuthet Eure Ankunft.«

»Wie dies?«

»Ich plauderte mit dem Führer des Posten von Saint Germain-l’Auxerrois, zwei Gascogner gingen vorüber.«

»Kennt Ihr sie?«

»Nein – sie funkelten ganz in ihren neuen Kleidern. »»Cap de Bious,«« sagte der Eine, »»wir haben da ein herrliches Wamms, doch es würde Euch bei Gelegenheit nicht denselben Dienst leisten, wie Euer Panzer von gestern.««

»»Bah! bah!«« erwiederte der Andere, »»so solid auch das Schwert von Herrn Mayenne sein mag, so wetten wir doch, daß es eben so wenig diesen Atlaß aufritzen wird, als daß es meinen Panzer aufgeritzt hätte.««

»Und hiernach verbreitete sich der Gascogner in Prahlereien, welche andeuteten, daß man Euch in der Nähe wußte.«

»Und wem gehören diese Gascogner?«

»Ich weiß es nicht.«

»Und sie entfernten sich?«

»Nicht so rasch; sie schrieen laut; der Name Eurer Hoheit wurde gehört, einige Vorübergehende blieben stehen und fragten, ob Ihr wirklich ankämet. Sie wollten eben diese Frage beantworten, als sich plötzlich ein Mann dem Gascogner näherte und ihm auf die Schulter klopfte; wenn mich nicht Altes täuscht, gnädiger Herr, war dieser Mann Loignac.«

»Hernach?« fragte die Herzogin.

»Auf ein paar Worte, die er leise sprach, antwortete der Gascogner nur mit einer Geberde der Unterwürfigkeit und folgte seinem Unterbrecher.«

»Nun?«

»Mehr konnte ich nicht in Erfahrung bringen; mittlerweile aber mißtraut.«

»Ihr seid Ihnen nicht gefolgt?«

»Allerdings, doch nur von ferne, ich befürchtete als Edelmann Eurer Hoheit erkannt zu werden. Sie wandten sich nach dem Louvre und verschwanden hinter dem Geräthemagazin. Doch hinter ihnen wiederholte eine ganze Anzahl von Stimmen: »»Mayenne! Mayenne!««

»Ich habe ein äußerst einfaches Mittel, zu antworten,« sagte Mayenne.

»Welches?« fragte seine Schwester.

»Ich gehe diesen Abend zum König, um ihn zu begrüßen.«

»Den König begrüßen?«

»Ganz gewiß, ich komme nach Paris, ich gebe ihm Kunde von seinen guten Städten in der Picardie, dagegen kann er nichts sagen.«

»Das Mittel ist gut,« sagte Mayneville.

»Es ist unklug,« versetzte die Herzogin.

»Meine Schwester, es ist unerläßlich, wenn man wirklich meine Ankunft in Paris vermuthet. Es war übrigens die Ansicht meines Bruders, daß ich völlig gestiefelt vor dem Louvre absteige, um dem König die Huldigung der ganzen Familie darzubringen. Ist einmal diese Pflicht erfüllt, so bin ich frei und kann empfangen, wen ich will.«

»Die Mitglieder des Comité, zum Beispiel, sie erwarten Euch.«

»Ich werde sie im Hotel Saint-Denis bei meiner Rückkehr aus dem Louvre empfangen,« sprach Mayenne. »Mayneville, man gebe mir wieder mein Pferd, so wie es ist, ohne es abzureiben. Ihr kommt mit mir in den Louvre. Ihr, meine Schwester, erwartet mich, wenn es Euch gefällig ist.«

»Hier, mein Bruder?«

»Nein, im Hotel Saint-Denis, wo ich meine Equipagen gelassen. Wir werden in zwei Stunden dort sein.«

Elftes Kapitel
Im Louvre

An demselben an Abenteuern reichen Tag trat der König aus seinem Cabinet und ließ Épernon rufen.

Es mochte etwa Mittag sein.

Der Herzog beeilte sich, zu gehorchen und beim König zu erscheinen.

Er fand Seine Majestät in einem ersten Zimmer, wo sie aufmerksam einen Jacobinermönch betrachtete, welcher erröthete und die Augen unter dem durchdringenden Blick des Königs niederschlug.

Der König nahm Épernon beiseit und sagte zu ihn auf den jungen Mann deutend:

»Sieh doch dieses drollige Mönchsgesicht an.«

»Worüber erstaunt Euer Majestät?« versetzte Épernon, »ich finde das Gesicht sehr gewöhnlich.«

»Wirklich?«

Und der König versank wieder in Träume. Nach einer Pause fragte er:

»Wie heißest Du?«

»Bruder Jacques, Sire.«

»Du hast keinen andern Namen?«

»Mein Familienname? Clement.«

»Bruder Jacques Clement,« wiederholte der König.

»Findet Euere Majestät nicht auch etwas Seltsames an diesem Namen?« sagte der Herzog lachend.

Der König antwortete nicht.

»Du hast Deinen Auftrag gut besorgt,« sprach er zu dem Mönch, den er unabläßig anschaute.

»Welchen Auftrag?« fragte der Herzog mit jener Keckheit, die man ihm zum Vorwurf machte, während die ihn in der täglichen Vertraulichkeit erhielt.

»Nichts,« sagte der König, »ein kleines Geheimniß zwischen mir und einem, den Du nicht kennst oder vielmehr nicht mehr kennst.«

»In der That, Sire,« sprach Épernon, »Ihr schaut das Kind sonderbar au und bringt es in Verlegenheit.«

»Ja, es ist wahr… Ich weiß nicht, warum sich seine Blicke nicht von ihm trennen können, es kommt mir vor, als hatte ich diesen jungen Menschen schon einmal gesehen oder ich werde ihn sehen. Er ist mir, glaube ich, im Traume erschienen. Oh! ich rede unvernünftiges Zeug… Gehe, kleiner Mönch, Deine Sendung ist beendigt. Man wird den verlangten Brief demjenigen schicken, welcher ihn fordert, welcher ihn fordert. Höre Épernon.«

»Sire.«

»Man gebe ihm zehn Thaler.«

»Ich danke,« sagte der Mönch.

»Es ist, als müßtest Du Dich zwingen, zu danken.« versetzte Épernon, der nicht begriff, daß ein Mönch zehn Thaler zu verachten schien.

»Ich sage gezwungen Dank,« erwiederte der kleine Jacques, »weil mir eines von den schönen spanischen Messern, die dort an der Wand hängen, viel lieber wäre.

»Wie, das Geld ist Dir nicht lieber, daß Du den Poßenreißern vom Saint-Laurent-Markt oder den Kaninchen der Rue Sainte-Marguerite nachlaufen kannst?« fragte Épernon.

»Ich habe das Gelübde der Armuth und Keuschheit abgelegt,« entgegnete Jacques.

»Gib ihm doch eine von den spanischen Klingen und laß ihn gehen, Lavalette,« sagte der König.

Als ein sparsamer Mann wählte der Herzog unter den Messern dasjenige, welches ihm am wenigstens vorkam, und gab es dem Mönch.

Es war ein catalonisches Messer mit breiter, scharfer Klinge und einem soliden Hefte von schönem ciselisierten Horn.

Jacques nahm es, ganz freudig, eine so schöne Waffe zu besitzen, und entfernte sich.

Als Jacques weggegangen war, suchte der Herzog abermals den König zu befragen.

»Herzog, unterbrach ihn der König, »hast Du unter Deinen Fünf und Vierzig zwei oder drei Männer, die zu reiten verstehen?»

»Wenigstens zwölf, und in einem Monat werden Alle Reiter sein.«

»Wähle eigenhändig zwei aus und schicke sie sogleich zu mir, ich will sie sprechen.«

Der Herzog verbeugte sich, ging hinaus und traf Loignac in dem Vorzimmer.

Loignac erschien nach einigen Sekunden.

»Loignac,« sagte der Herzog, »schicke mir sogleich zwei tüchtige Reiter; sie haben einen unmittelbaren Auftrag Seiner Majestät zu besorgen.«

Loignac durchschritt rasch die Gallerie und kam zu dem Gebäude, das wir fortan die Wohnung der Fünf und Vierzig nennen werden.

Hier öffnete er die Thüre und rief mit gebietender Stimme:

»Herr von Carmainges!«

»Herr von Biran!«

»Herr von Biran ist ausgegangen,« erwiederte die Schildwache.

»Wie! ausgegangen ohne Erlaubniß?«

»Er studirt das Quartier, das ihm Monseigneur der Herzog von Épernon diesen Morgen empfohlen hat.«

»Seht gut! ruft also Herrn von Sainte-Maline.«

Die zwei Namen erschollen unter den Gewölben und die zwei Auserwählten erschienen alsbald.

»Meine Herren,« sprach Loignac, »folgt mir zu dem Herrn Herzog von Épernon.«

Und er brachte sie zu dem Herzog, der Loignac entließ und sie seinerseits zum König führte. Auf eine Geberde Seiner Majestät entfernte sich der Herzog und die zwei jungen Leute blieben. Es war das erste Mal, daß sie sich vor dem König befanden. Heinrich hatte ein sehr imposantes Aussehen.

Die Aufregung prägte sich bei ihnen auf verschiedene Weise aus.

Bei Sainte-Maline war das Auge glänzend, die Kniebeuge gespannt, der Schnurrbart emporstehend.

Bleich, doch ebenfalls entschlossen, obgleich minder stolz, behagte es Carmainges nicht, seinen Blick auf dem König ruhen zu lassen.

»Ihr gehört zu meinen Fünf und Vierzig, meine Herren?« fragte der König.

»Ich habe diese Ehre, Sire,« erwiederte Sainte-Maline.

»Und Ihr, mein Herr?«

»Ich glaubte, dieser Herr antworte für uns Beide, Sire; deshalb hat meine Antwort auf sich warten lassen; ich, wenn es sich darum handelt im Dienste Eurer Majestät zu sein, so bin ich es so sehr, als irgend Jemand auf der Welt.«

»Gut, Ihr werdet zu Pferde steigen und den Weg nach Tours einschlagen. Kennt Ihr ihn?«

»Ich werde fragen,« erwiederte Sainte-Maline.

»Ich werde mich orientiren,« antwortete Carmainges.

»Zu größerer Sicherheit reitet Ihr zuerst durch Charenton.«

»Sehr wohl, Sire,«

»Ihr reitet fort, bis Ihr einen allein reisenden Mann trefft.«

»Will Eure Majestät die Gnade haben, uns Signalement zu geben?« fragte Sainte-Maline.

»Ein großes Schwert an der Seite oder auf dem Rücken, lange Arme, lange Beine.«

»Dürfen wir seinen Namen wissen?« fragte Ernauton von Carmainges, den das Beispiel seines Gefährten den König, trotz der Etiquette, zu befragen, verlockte.

»Er heißt der Schatten,« sagte Heinrich.

»Wir werden alle Reisende, die wir treffen, nach ihrem Namen fragen, Sire.»

»Und wir durchsuchen alle Gasthöfe.«

»Sobald Ihr den Mann getroffen und erkannt habt, übergeht Ihr ihm diesen Brief.»

Die jungen Leute streckten gleichmäßig die Hand danach aus.

Der König blieb einen Augenblick verlegen.

»Wie heißt Ihr?« fragte er einen derselben.

»Ernauton von Carmainges,« antwortete er.

»Und Ihr?«

»René von Sainte-Maline.«

»Herr von Carmainges, Ihr werdet den Brief tragen und Herr von Sainte-Maline wird ihn übergeben.«

Ernauton nahm das kostbare anvertraute Gut und schickte sich an, es in sein Wamms zu schließen.

Sainte-Maline hielt seinen Arm im Augenblick zurück, wo der Brief verschwinden sollte und küßte erfurchtsvoll das Siegel.

Dann gab er den Brief Ernauton zurück.

Der König lächelte über diese Schmeichelei.

»Ah! meine Herren, ich sehe, daß ich gut bei Euch sein werde,« sagte er.

»Ist das Alles, Sire?« fragte Ernauton.

»Ja, meine Herren… nur noch eine letzte Ermahnung.«

Die jungen Leute verbeugten sich und warteten.

»Dieser Brief, meine Herren,« sprach Heinrich, »ist kostbarer als das Leben eines Menschen. Bei Eurem Kopfe, verliert ihn nicht, übergebt ihn insgeheim dem Schatten, der Euch einen Empfangsschein dafür ausstellen wird, den Ihr mir einhändigt… und reist besonders als Leute, die in ihren eigenen Angelegenheiten reisen. Geht.«

Die zwei jungen Leute verließen das Cabinet des Königs, Ernauton von Freude erfüllt, Sainte-Maline von Eifersucht aufgeschwollen, der Eine die Flamme in den Augen, der Andere mit einem gierigen Blick, der das Wamms seines Gefährten versengte.

Herr von Épernon wartete auf sie. Er wollte sie befragen.

»Herr Herzog,« antwortete Ernauton, »der König hat uns nicht zum Sprechen bevollmächtigt.«

Sie gingen sogleich in die Ställe, wo ihnen der Piqueur des Königs zwei kräftige und gut equipirte Reisepferde übergab.

Herr von Épernon wäre ihnen sicherlich gefolgt, um mehr zu erfahren, hätte man ihm nicht in dem Augenblick, wo ihn Carmainges und Sainte-Maline verließen, gemeldet, es wolle ihn ein Mann auf der Stelle und unter jeder Bedingung sprechen.

»Wer ist der Mann?« fragte der Herzog ungeduldig.

»Der Lieutenant der Prevoté der Ile-de-France.«10

»Ei! Parfandious!« rief er, »bin ich Schöpfe, Prevot, oder Hauptmann von der Scharwache?«

»Nein, gnädigster Herr, aber Ihr seid der Freund der Königs,« antwortete demüthig eine Stimme zu seiner Linken. »Unter diesem Titel flehe ich Euch an, hört mich.«

Der Herzog wandte sich um.

In seiner Nähe stand, den Hut in der Hand und die Ohren gesenkt, ein armer Bittsteller, der in jeder Secunde von einer Nuance des Regenbogens zur andern überging.

»Wer seid Ihr?« fragte der Herzog mit barschem Tone.

»Nicolas Poulain, Euch zu dienen, gnädigster Herr.«

»Und Ihr wollt mich sprechen?«

»Ich bitte um diese Gunst.«

»Ich, habe keine Zeit.«

»Selbst nicht einmal, um ein Geheimniß zu hören, gnädigster Herr?«

»Ich höre hundert jeden Tag, das Eurige würde hundert und eines machen, das wäre um eins zu viel.«

»Selbst wenn bei diesem das Leben Seiner Majestät betheiligt wäre?« sagte Nicolas Poulain, sich an das Ohr von Épernon neigend.

»Oh! oh! ich will Euch anhören. Kommt in mein Zimmer.«

Nicolas Poulain, wischte seine von Schweiß triefende Stirne ab und folgte dem Herzog.

Zwölftes Kapitel
Die Enthüllung

Durch sein Vorzimmer schreitend, wandte sich Herr von Épernon an einen von den Edelleuten, welche beständig hier verweilten.

»Wie heißt Ihr, mein Herr?« fragte er das ihm unbekannte Gesicht.

»Pertinax von Montcrabeau, Monseigneur,« antwortete der Edelmann.

»Wohl! Herr von Montcrabeau, stellt Euch an meine Thüre und laßt Niemand herein.«

»Ja, Herr Herzog.«

»Niemand, hört Ihr?«

»Ganz recht.«

Herr Pertinax, der kostbar gekleidet war und in orangefarbigen Strümpfen, mit einem Wamms von blauem Atlaß, den Schönen spielte, gehorchte dem Befehl von Épernon. Er lehnte sich an der Wand an und faßte mit gekreuzten Armen am Thürvorhang Posto.

Nicolas Poulain folgte dem Herzog, der in sein Cabinet ging. Er sah die Thüre sich öffnen und wieder schließen, dann den Vorhang vor die Thüre fallen, und fing ernstlich an zu zittern.

»Laßt Eure Verschwörung hören, mein Herr,« sprach der Herzog mit trockenem Tone, »doch es mag, bei Gott! eine gute sein, denn ich hatte heute eine Menge angenehmer Dinge zu thun, und wenn ich meine Zeit damit verliere, daß ich Euch höre, nehmt Euch in Acht.«

»Herr Herzog,« sprach Nicolas Poulain, »es handelt sich ganz einfach um das schrecklichste der Verbrechen.«

»Nennt also das Verbrechen.«

»Herr Herzog…«

»Nicht wahr, man will mich umbringen?« unterbrach ihn Épernon, der sich unerschütterlich machte, wie ein Spartaner, »nun, es sei, mein Leben gehört Gott und dem König; man nehme es.«

»Es betrifft nicht Euch, gnädigster Herr.«

»Ah! das wundert mich.«

»Es betrifft den König. Man will ihn entführen, Herr Herzog.«

»Oh! abermals diese alte Entführungsgeschichte!« versetzte Épernon verächtlich.

»Diesmal ist die Sache ziemlich ernst, Herr Herzog, wenn ich dem Anschein glauben darf.«

»An welchem Tag will man Seine Majestät entführen?«

»Gnädigster Herr, das erste Mal, wo sich Seine Majestät in der Sänfte nach Vincennes begeben wird.«

»Wie wird man sie entführen?«

»Indem man ihre beiden Piqueurs tödtet.«

»Wer wird den Schlag thun?«

»Frau von Montpensier.«

»Die arme Herzogin,« versetzte Épernon lachend, »wie viele Dinge schreibt man ihr zu.«

»Weniger, als sie ihren Plänen nach zu thun beabsichtigt, gnädigster Herr.«

»Und damit beschäftigt sie sich in Soissons?«

»Die Frau Herzogin ist in Paris.«

»In Paris!«

»Dafür stehe ich.«

»Ihr habt sie gesehen?«

»Ja.«

»Das heißt, Ihr habt sie zu sehen geglaubt?«

»Ich hade die Ehre gehabt, mit ihr zu sprechen.«

»Die Ehre?«

»Ich irre mich, Herr Herzog, das Unglück.«

»Aber, mein lieber Lieutenant der Prevoté, es ist nicht die Herzogin, die den König entführen wird?«

»Verzeiht, gnädigster Herr.«

»Sie selbst.«

»In Person, es versteht sich, mit ihren Vertrauten.«

»Und wo wird sie sich aufstellen, um diese Entführung zu befehligen?«

»An einem Fenster der Priorei der Jacobiner, welche wie Ihr wißt, an der Straße nach Vincennes liegt.«

»Was Teufels erzählt Ihr mir da?«

»Die Wahrheit, Herr Herzog. Es sind alle Maßregeln getroffen, daß die Sänfte in dem Augenblick anhält, wo sie die Facade des Klosters erreicht.«

»Und wer hat diese Maßregeln getroffen?«

»Ach!«

»Alle Teufel! vollendet.«

»Ich, gnädiger Herr.«

Herr von Épernon machte einen Sprung rückwärts.

»Ihr?« sagte er.

Poulain seufzte.

»Ihr, der Ihr die Anzeige macht?« fuhr Épernon fort.

»Gnädigster Herr,« sprach Poulain, »ein guter Diener des Königs muß Alles für seinen Dienst wagen.«

»Gottes Tod! Ihr lauft in der That Gefahr, gehängt zu werden.«

»Ich ziehe meinen Tod der Erniedrigung oder dem Tod des Königs vor; deshalb bin ich gekommen.«

»Das sind schöne Gefühle, mein Herr, und Ihr müßt große Ursachen haben, um sie zu hegen.«

»Gnädigster Herr, ich dachte, Ihr wäret der Freund des Königs. Ihr würdet mich nicht verrathen und zum Nutzen Aller von meiner Offenbarung Gebrauch machen.«

Der Herzog schaute lange Poulain an und forschte tief in den Linien dieses bleichen Gesichtes.

»Es muß hier noch etwas Anderes im Spiele sein,« sagte er, »so entschlossen auch die Herzogin ist, würde sie es doch nicht wagen, ein solches Unternehmen zu versuchen.«

»Sie erwartet ihren Bruder,« antwortete Nicolas Poulain.

»Den Herzog Heinrich!« rief Épernon mit einem Schrecken, von dem man bei Annäherung des Löwen ergriffen werden muß.«

»Nicht den Herzog Heinrich, gnädigster Herr, nur den Herzog von Mayenne.«

»Ah!« machte Épernon athmend, »doch gleichviel, man muß auf alle diese schönen Pläne Bedacht haben.«

»Ganz gewiß, gnädigster Herr, und deshalb habe ich mich beeilt.«

»Habt Ihr die Wahrheit gesprochen, Herr Lieutenant, so sollt Ihr belohnt werden.«

»Warum sollte ich lügen, gnädigster Herr? Was ist das Interesse von mir, der ich das Brod des Königs esse? Bin ich ihm meine Dienste schuldig, oder bin ich sie ihm nicht schuldig? Ich sage Euch, ich werde bis zum König gehen, wenn Ihr mir nicht glaubt, und ich will sterben, um zu beweisen, was ich behaupte.«

»Parfandious! nein, Ihr werdet nicht zum König gehen, hört Ihr, Meister Nicolas; mit mir allein habt Ihr zu thun.«

»Wohl, gnädigster Herr; ich sagte dies nur, weil Ihr zu zögern schienet.«

»Nein, ich zögere nicht, und ich bin Euch vor Allem tausend Thaler schuldig.«

»Der gnädigste Herr wünscht also, daß ich ihm allein…«

»Ja, ich habe Feuereifer und behalte das Geheimnis für mich. Ihr tretet es mir ab, nicht wahr?«

»Ja, gnädigster Herr.«

»Mit der Gewährschaft, daß es ein wirkliches Geheimniß ist?«

»Oh! mit jeder Gewährschaft.«

»Tausend Thaler gehören also Euch, ohne die Zukunft zu rechnen.«

»Ich habe eine Familie, »gnädigster Herr.«

»Nun wohl! aber tausend Thaler! Parfandious!«

»Und wenn man in Lothringen erführe, daß ich eine solche Offenbarung gemacht habe, würde mich jedes Wort, das ich gesprochen, eine Pinte Blut kosten.«

»Lieber armer Mann.«

»Meine Familie muß also im Falle seines Unglücks leben können.«

»Nun!«

»Deshalb nehme ich die tausend Thaler an.«

»Zum Teufel mit dieser Erklärung! was kümmere ich mich darum, aus welchem Grunde Ihr sie annehmt, sobald Ihr sie nicht ausschlagt. Die tausend Thaler gehören also Euch.«

»Ich danke, Herr Herzog,« sprach Poulain.

Und als er sah, daß sich der Herzog einer Kiste näherte und in diese seine Hand tauchte, ging er ihm nach.

Doch der Herzog begnügte sich, aus der Kiste ein kleines Buch zu ziehen, in das er mit einer riesigen und furchtbaren Handschrift schrieb:

»Drei tausend Livres an Herrn Nicolas Poulain.«

So daß man nicht wissen konnte, ob er diese drei tausend Livres gegeben hatte, oder ob er sie schuldig war.

»Es ist, als ob Ihr sie hättet,« sagte er.

Nicolas Poulain, der die Hand und das Bein vorgestreckt hatte, zog seine Hand und sein Bein zurück, wodurch er eine Verbeugung machte.

»Wir sind also übereingekommen?«, sagte der Herzog.

»Worüber?«

»Daß Ihr mich noch fortwährend unterrichtet.«

Nicolas Poulain zögerte: es war das Handwerk eines Spions, was man ihm auferlegte.

»Nun!« fragte der Herzog, »ist die so unendliche Ergebenheit schon verschwunden?«

»Nein, gnädigster Herr.«

»Ich kann also aus Euch zählen?«

»Ihr könnt auf mich zählen,« erwiederte Poulain mit einer gewissen Anstrengung.

»Und ich allein weiß dies Alles?«

»Ihr allein, ja, gnädigster Herr.«

»Geht, mein Freund, geht; Parfandious! Herr von Mayenne halte sich gut.«

Er sprach diese Worte, während er den Thürvorhang aufhob, um Poulain hinaus zu lassen; als er ihn aber durch das Vorzimmer schreiten und verschwinden sah, kehrte er rasch zum König zurück.

Müde, mit seinen Hunden zu spielen, spielte der König Bilboquet.

Épernon nahm eine geschäftige, sorgenvolle Miene an, die der König, von einer so wichtigen Angelegenheit in Anspruch genommen, gar nicht bemerkte.

Da jedoch der Herzog ein hartnäckiges Stillschweigen beobachtete, hob der König den Kopf in die Höhe und schaute ihn einen Augenblick an.

»Nun!« sagte er, »was haben wir wieder, Lavalette; sprich, bist Du todt?«

»Gefiele es dem Himmel, Sire!« erwiederte Épernon, »ich würde dann nicht sehen, was ich sehe.«

»Was? mein Bilboquet?«

»Sire, bei großen Gefahren kann ein Unterthan über die Sicherheit seines Herrn in Unruhe gerathen.«

»Abermals Gefahren? der schwarze Teufel hole Dich, Herzog!«

Und mit einer merkwürdigen Geschicklichkeit fing der König die elfenbeinerne Kugel mit dem kleinen Ende seines Bilboquet auf.

»Ihr wißt also nicht, was vorgeht?« fragte der Herzog.

»Meiner Treue, nein.«

»Eure grausamsten Feinde umgeben Euch in diesem Augenblick, Sire.«

»Bah! wer denn?«

»Einmal die Herzogin von Montpensier.«

»Ah! ja, es ist wahr, sie hat gestern Salcède rädern sehen.«

»Wie dies Eure Majestät sagt!«

»Was macht das mir?«

»Ihr wußtet es also?«

»Du siehst wohl, daß ich es wußte, da ich es Dir sage.«

»Und daß Herr von Mayenne kommt, wußtet Ihr auch?«

»Seit gestern Abend.«

»Wie, dieses Geheimniß!…« rief der Herzog in ein unangenehmes Erstaunen versetzt.

»Gibt es Geheimnisse für den König, mein Theurer?«

»Aber wer konnte es Euch mittheilen?«

»Weißt Du nicht, daß wir Fürsten Offenbarungen haben?«

»Oder eine Polizei.«

»Das ist dasselbe.«

»Oh! Eure Majestät hat ihre Polizei und sagt nichts davon,« versetzte Épernon gereizt.

»Bei Gott! wer wird mich denn lieben, wenn ich mich nicht liebe?«

»Ihr beleidigt mich, Sire.«

»Wenn Du eifrig bist, Lavalette, was eine große Tugend ist, so bist Du langsam, was man einen großen Fehler nennen muß. Deine Nachricht wäre gestern vier Uhr sehr gut gewesen, aber heute …«

»Nun wohl, Sire, heute?«

»Kommt sie zu spät, das mußt Du gestehen.«

»Es ist noch zu früh, Sire, da ich Euch nicht geneigt finde, mich anzuhören.« entgegnete Épernon.

»Ich höre Dich schon seit einer Stunde.«

»Wie! Ihr werdet bedroht, angegriffen, man legt Euch Hinterhalte und Ihr rührt Euch nicht!«

»Warum dies, da Du mir eine Wache gegeben und gestern behauptet hast, meine Unsterblichkeit wäre gesichert? Du runzelst die Stirne. Sprich, sind Deine Fünf und Vierzig nach Gascogne zurückgekehrt, oder sind sie etwa nichts mehr werth? Ist es mit diesen Herren wie mit den Maulthieren? am Tage, wo man sie probiert, ist Alles Feuer, hat man sie gekauft, so weichen sie zurück.«

»Es ist gut, Eure Majestät wird sehen, was sie sind.«

»Das soll mir nicht unangenehm sein; werde ich es bald sehen, Herzog?«

»Eher als Ihr denkt, Sire.«

»Du machst mir bange.«

»Ihr werdet sehen, Ihr werdet sehen, Sire. Doch sagt, wann geht Ihr auf das Land?«

»Nach Vincennes?«

»Ja.«

»Am Sonnabend.«

»In drei Tagen also?«

»In drei Tagen.«

»Das genügt, Sire.«

Épernon verbeugte sich vor dem König und ging hinaus.

Im Vorzimmer bemerkte er, daß er Herrn Pertinax von seiner Wache abzulösen vergessen, doch Herr Pertinax hatte sich selbst abgelöst.

10.So hieß ehemals eine Provinz von Frankreich, welche gegenwärtig in den Departements der Seine, Seine und Oise, Seine und Marne und Oise begriffen ist, und wozu hauptsächlich das Stadtgebiet von Paris gehöhrte.

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Yaş sınırı:
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Litres'teki yayın tarihi:
06 aralık 2019
Hacim:
951 s. 2 illüstrasyon
Telif hakkı:
Public Domain