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Kitabı oku: «Die Fünf und Vierzig», sayfa 35

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Fünfzehntes Kapitel
Wie Sainte-Maline in das Thürmchen kam, und was darauf erfolgte

Es war die erste Sorge von Ernauton, als er die Thüre des Vorzimmers unter den Streichen von Sainte-Maline sich spalten sah, daß er die Kerze ausblies, die das Thürmchen erhellte.

Diese Vorsicht, welche gut sein konnte, diente jedoch nur für den Augenblick und beruhigte keines Wegs die Herzogin, als plötzlich Dame Fournichon, welche alle Quellen ihres Geistes erschöpft hatte, zu einem letzten Mittel ihre Zuflucht nahm und dem Gascogner zurief:

»Herr von Sainte-Maline, ich sage Euch, daß die Personen, die Ihr beunruhigt, zu Euren Freunden gehören; die Nothwendigkeit zwingt mich, es Euch zu gestehen.«

»Nun wohl, das ist ein Grund mehr, daß wir ihnen unser Compliment machen,« sagte Perducas von Pincorney mit einer weingrünen Stimme und hinter Sainte-Maline auf der letzten Stufe der Treppe stolpernd.

»Und wer sind diese Freunde, sprecht?« fragte Sainte-Maline.

»Ja, wir wollen sie anschauen,« rief Eustache von Miradoux.

In der Hoffnung, einem Streite zuvorzukommen, der, während er den Kühnen Ritter ehren würde, dem Liebesrosenstock den größten Eintrag thun konnte, stieg die gute Wirthin mitten unter die gedrängten Reihen der Edelleute und flüsterte dem Angreifer den Namen Ernauton ganz leise ins Ohr.

»Ernauton!« wiederholte mit lauter Stimme Sainte-Maline, bei dem diese Offenbarung Oel statt Wasser ins Feuer goß, »Ernauton! das ist nicht möglich.«

»Und warum?« fragte Madame Fournichon.

»Ja. warum?« wiederholten mehrere Stimmen.

»Ei! bei Gott,« antwortete Sainte-Maline, »weil Ernauton ein Muster der Keuschheit, ein Beispiel der Enthaltsamkeit, eine Zusammensetzung von allen Tugenden ist. Nein, nein, Ihr täuscht Euch, Dame Fournichon, Herr von Carmainges ist nicht hier eingeschlossen.«

Und er näherte sich der zweiten Thüre, um daran dasselbe zu thun, was er bei der ersten gethan hatte; da öffnete sich plötzlich diese Thüre und Ernauton erschien auf der Schwelle mit einem Gesicht, das keines Wegs verkündigte, die Geduld sei eine von den Tugenden, die er, wie Herr von Sainte-Maline sagte, auf eine so religiöse Weise übe.

»Mit welchem Rechte hat Herr von Sainte-Maline diese erste Thüre zerschmettert?« fragte er, »und mit welchem Rechte will er nun auch die zweite zerschmettern?«

»Ei! er ist es in Wirklichkeit. es ist Herr Ernauton!« rief Sainte-Maline, »ich erkenne seine Stimme, denn was seine Person betrifft, so soll mich der Teufel holen, wenn ich in der Dunkelheit zu sagen vermöchte, von welcher Farbe sie ist.«

»Ihr antwortet nicht auf meine Frage, mein Herr,« sagte Ernauton.

Sainte-Maline brach in ein geräuschvolles Gelächter aus, was diejenigen von den Fünf und Vierzig tröstete, welche bei der schweren Stimme der Drohung, die sie gehört, es für klug erachtet hatten, auf jeden Fall zwei Stufen der Treppe hinabzusteigen.

»Mit Euch spreche ich, Herr von Sainte-Maline, hört Ihr mich?« rief Ernauton.

»Ja, mein Herr, vollkommen,« antwortete dieser.

»Was habt Ihr dann zu sagen?«

»Ich habe zu sagen, mein theurer Kamerad, daß wir wissen wollten, ob Ihr diesen Gasthof der Liebschaften bewohnet?«

»Wohl, mein Herr; doch nun, da Ihr Euch versichern konntet, daß ich es bin, da ich mit Euch spreche und Euch zur Noth berühren könnte, laßt mich in Ruhe.«

»Cap de Bious,« erwiederte Sainte-Maline, »Ihr seid doch nicht Eremit geworden, und bewohnt ihn nicht allein?«

»Was das betrifft, mein Herr, erlaubt mir, Euch im Zweifel zu lassen.«

»Ah doch!« fuhr Sainte-Maline fort, während er in das Thürmchen zu dringen trachtete, »solltet Ihr wirklich allein sein? Ah! Ihr seid ohne Licht bravo!«

»Hört, meine Herren« sprach Ernauton mit stolzem Tone, »ich will glauben, daß Ihr trunken seid, und ich verzeihe Euch; doch es gibt auch ein Ziel für die Geduld, die man den Menschen schuldig ist, welche ihrer Sinne beraubt sind; die Späße sind erschöpft, nicht wahr? Macht mir also das Vergnügen, Euch zu entfernen.«

Zum Unglück hatte Sainte-Maline gerade einen von seinen Anfällen neidischer Bosheit.

»Oh! oh! uns entfernen,« rief er, »wie Ihr uns das sagt, Herr Ernauton!«

»Ich sage Euch das so, daß Ihr Euch nicht in meinem Wunsche täuschen möget, Herr von Sainte-Maline, und ich wiederhole, wenn es sein muß: entfernt Euch, meine Herren, ich bitte Euch.«

»Oh! nicht eher, als bis Ihr uns die Ehre gegönnt habt, die Person zu begrüßen, der zu Liebe Ihr auf unserer Gesellschaft desertirt.«

Bei dieser Beharrlichkeit von Sainte-Maline bildete sich der Kreis wieder um ihn, der eben sich zu lösen im Begriffe war.

»Herr von Montcrabeau,« sprach Sainte-Maline, »geht hinab und kommt mit einer Kerze herauf.«

»Herr den Montcrabeau,« rief Ernauton, »wenn Ihr das thut, so erinnert Euch, daß Ihr mich persönlich beleidigt.«

Montcrabeau zögerte, so viel Drohung lag in der Stimme des jungen Mannes.

»Gut,« versetzte Sainte-Maline, wir haben unsern Schwur, und Herr von Carmainges ist so gewissenhaft in der Disciplin, daß er ihn nicht wird verletzen wollen; wir können nicht den Degen gegen einander ziehen; leuchtet Montcrabeau, leuchtet.«

Montcrabeau ging hinab und kam fünf Minuten nachher mit einer Kerze zurück, die er Sainte-Maline übergeben wollte.

»Nein, nein,« sagte dieser, »behaltet sie, ich werde vielleicht meine beiden Hände nöthig haben.«

Und er machte einen Schritt vorwärts, um in das Thürmchen zu dringen.

»Ich nehme Euch zum Zeugen,« sprach Ernauton, »Alle, so viel Eurer hier sind, daß man mich unwürdig beleidigt und mir ohne Grund Gewalt anthut, und daß ich folglich (er zog rasch seinen Degen) und daß ich folglich diesen Degen dem Ersten in die Brust stoße, der noch einen Schritt vorwärts thut.«

Wüthend, wollte Sainte-Maline auch den Degen in die Hand nehmen, doch er hatte noch nicht zur Hälfte vom Leder gezogen, als er aus seiner Brust die Degenspitze von Ernauton glänzen sah.

Da nun Sainte-Maline in diesem Augenblick einen Schritt vorwärts machte, so fühlte er, ohne daß Herr von Carmainges ausgefallen war oder mit dem Arm zu stoßen nöthig gehabt hatte, die Kälte des Eisens auf der Brust und wich wahnsinnig wie ein verwundeter Stier zurück.

Ernauton machte denselben Schritt vorwärts, den Sainte-Maline rückwärts gemacht hatte, und der Degen fand. sich abermals drohend auf der Brust des Letzteren.

Sainte-Maline erbleichte: wenn Ernauton ausgefallen wäre, hätte er ihn an die Wand gespießt.

Er schob langsam seinen Degen in die Scheide.

»Ihr verdientet tausend Tode für Eure Unverschämtheit, mein Herr,« sagte Ernauton, »doch der Schwur, von dem Ihr sprachet, bindet mich, und ich werde Euch nicht mehr berühren; laßt mir den Weg frei.«

Er machte einen Schritt rückwärts, um zu sehen, ob man ihm gehorchte, und sprach dann mit einer Geberde die einem König Ehre gemacht hätte:

»Gebt Raum, meine Herren; kommt, Madame, ich stehe für Alles.«

Man sah sodann auf der Schwelle des Thürmchens eine Frau erscheinen, deren Kopf mit einem Capuchon bedeckt, deren Gesicht mit einem Schleier verhüllt war und die ganz zitternd den Arm von Ernauton nahm.

Dann steckte der junge Mann seinen Degen in die Scheide, und als wäre er sicher, daß er nichts mehr zu befürchten habe, durchschritt er stolz das von seinen zugleich unruhigen und neugierigen Kameraden bevölkerte Vorzimmer.

Sainte-Maline, dessen Brust das Eisen leicht gestreift hatte, war, beinahe erstickend durch die wohlverdiente Schmach, die er vor seinen Kameraden und vor der unbekannten Dame erlitten hatte, bis auf den Ruheplatz der Treppe zurückgewichen.

Er begriff, daß sich Alles gegen ihn vereinigte, Lacher und ernsthafte Menschen, wenn die Dinge in dem Zustande blieben, in dem sie waren, und diese Ueberzeugung trieb ihn zu einem äußersten Schritt an.

Er zog seinen Dolch in dem Augenblick, wo Carmainges an ihm vorüberging.

Hatte er die Absicht, ihm einen Stoß zu versetzen, oder beabsichtigte er nur, zu thun, was er that? Das ließe sich unmöglich aufklären, ohne in dem finsteren Geiste dieses Menschen gelesen zu haben, worin er selbst vielleicht in seinen Augenblicken des Zornes nicht lesen konnte.

Immer ist gewiß, daß sein Arm auf das Paar niedersank und statt die Brust von Ernauton zu verletzen die seidene Haube der Herzogin schlitzte und eine von den Schnüren der Maske durchschnitt.

Die Maske fiel zu Boden.

Die Bewegung von Sainte-Maline war so rasch gewesen, daß im Schatten Niemand sich davon hatte Rechenschaft geben oder derselben widersetzen können.

Die Herzogin stieß einen Schrei aus. Ihre Maske wich von ihr und sie hatte ihren Hals entlang den runden Rücken der Klinge gleiten gefühlt, doch ohne daß sie verwundet worden war.

Sainte-Maline hatte also, während sich Ernauton der den von der Herzogin ausgestoßenen Schrei beunruhigte, alle Zeit, die Maske aufzuheben und sie ihr zurückzugeben, so daß er bei dem Scheine der Kerze von Montcrabeau das Gesicht der jungen Frau sehen konnte, das nichts beschützte.«

»Ah! ah!« sagte er mit seinem höhnischen, frechen Stimme: »es ist die schöne Dame der Sänfte: ich mache Euch mein Compliment, Ernauton, Ihr seid rasch in solchen Angelegenheiten.«

Ernauton blieb stehen und hatte schon seinen Degen, den er eingesteckt zu haben bereute, halb aus seiner Scheide gezogen, als die Herzogin ihn die Stufen hinabzog und ihm zuflüsterte:

»Kommt, kommt, ich bitte Euch, Herr von Carmainges.«

»Ich werde Euch wiedersehen, Herr von Sainte-Maline,« sagte Ernauton, sich entfernend, »und seid unbesorgt, Ihr sollt mir diese Feigheit mit den andern bezahlen.«

»Gut, gut!« erwiederte Sainte-Maline, »haltet Eure Rechnung Eurerseits, ich halte die meinige meinerseits; wir werden sie beide eines Tags ordnen.«

Carmainges hörte, wandte sich aber nicht um, denn er gehörte ganz der Herzogin.

Als er unten an die Treppe kam, stellte sich ihm Niemand in den Weg; diejenigen von den Fünf und Vierzig, welche nicht mit die Treppe hinaufgestiegen waren, tadelten ohne Zweifel ganz leise die Gewaltthat ihrer Kameraden.

Ernauton führte die Herzogin an ihre von zwei Dienern bewachte Sänfte.

Sobald sie sich hier befand und sich in Sicherheit fühlte, drückte die Herzogin Carmainges die Hand und sagte zu Ihm:

»Herr Ernauton, nach dem, was vorgefallen ist, nach der Beleidigung, vor der Ihr mich trotz Eures Muthes nicht beschützen konntet, und die sich unfehlbar erneuert würde, können wir nicht mehr hierherkommen; ich bitte Euch, sucht in der Umgegend ein Haus, das zu verkaufen oder ganz zu miethen ist; seid unbesorgt, binnen Kurzem werdet Ihr Nachricht von mir erhalten.«

»Muß ich von Euch Abschied nehmen,« sagte Ernauton, indem er sich zum Zeichen des Gehorsams gegen die ihm von ihr ertheilten Befehle verbeugte, gegen diese Befehle, welche zu schmeichelhaft für seine Eitelkeit waren, als daß er hätte eine Einwendung machen sollen.

»Noch nicht, Herr von Carmainges, noch nicht; folgt meiner Sänfte bis zur neuen Brücke, denn ich befürchte der Elende, der in mir die Dame von der Sänfte, aber mich noch nicht als das erkannt hat, was ich bin, dürfte uns nachgehen und so meine Wohnung entdecken.«

Ernauton gehorchte, doch Niemand bespähte sie.

Auf dem Pont-Neuf angelangt, der damals noch diesen Namen verdiente, weil ihn kaum zehn Jahre früher der Baumeister Ducerceau über die Seine gesprengt hatte, auf dem Pont-Neuf angelangt, reichte die Herzogin den Lippen von Ernauton ihre Hand und sagte zu ihm:

»Geht nun, mein Herr.«

»Darf ich es wagen, Euch zu fragen, wann ich Euch wiedersehen werde, Madame?«

»Das hängt von der Eile ab, mit der Ihr meinen Auftrag besorgt, und diese Eile soll mir als Beweis für Euer mehr oder minder großes Verlangen, mich wiederzusehen, dienen.«

»Oh! Madame, dann verlaßt Euch auf mich.«

»Es ist gut, geht, mein Ritter.«

Und zum zweiten Mal reichte die Herzogin Ernauton ihre Hand zum Kuß und entfernte sich sodann.

»Das ist in der That seltsam,« sagte der junge Mann, als er wieder zurückkehrte, »diese Frau findet Geschmack an mir, daran kann ich nicht zweifeln, und sie bekümmert sich nicht im Geringsten darum, ob ich von diesem Strauchdieb Sainte-Maline getödtet werden kann.«

Eine leichte Bewegung seiner Schultern bewies, daß der junge Mann diese Gleichgültigkeit zu ihrem wahren Werthe anschlug.

Dann kam er auf jenes erste Gefühl zurück, das für seine Eitelkeit durchaus nichts Schmeichelhaftes hatte, und fuhr fort:

»Oh! sie war sehr beunruhigt, die arme Frau, und die Furcht, compromittirt zu werden, ist bei Prinzessinnen besonders das stärkste von allen Gefühlen.

»Denn,« fügte er sich selbst zulächelnd bei, »sie ist Prinzessin.«

Und da dieses letzte Gefühl für ihn das schmeichelhafteste war, so trug es auch den Sieg davon.

Doch es konnte bei Carmainges die Erinnerung an die Beleidigung nicht verwischen, die ihm angethan worden war; er kehrte daher geraden Weges in das Wirthshaus zurück, damit Niemand das Recht hatte, zu vermuthen, er habe Furcht vor den Folgen gehabt, welche diese Sache nach sich ziehen könnte.

Er war natürlich entschlossen, alle mögliche Befehle und alle Eide zu übertreten und mit Sainte-Maline bei dem ersten Worte, das er sagen, oder bei der ersten Geberde, die er sich erlauben würde, ein Ende zu machen.

Mit einem Schlage verletzt, verliehen ihm die Liebe und die Eitelkeit einen wüthenden Muth, der ihm sicherlich in dem Zustande der Exaltation, in dem er sich befand, mit zehn Männern zu kämpfen erlaubt hätte.

Dieser Entschluß funkelte in seinen Augen, als er die Schwelle des Gasthofes zum Kühnen Ritter berührte.

Madame Fournichon, welche diese Rückkehr voll Angst erwartete, stand ganz zitternd auf der Schwelle.

Beim Anblick von Ernauton trocknete sie sich Ihre Thränen ab, als ob sie reichlich geweint hatte, schlang ihre Arme um den Hals des jungen Mannes und bat ihn um Verzeihung, trotz aller Einwendungen ihres Gatten, welcher behauptete, da sie kein Unrecht gethan, so brauche seine Frau auch nicht um Verzeihung zu bitten.

Die gute Wirthin war nicht unangenehm genug, das Carmainges, hätte er sich auch über sie zu beklagen gehabt, ihr hartnäckig gegrollt haben würde. Er versicherte also Dame Fournichon, er bewahre gegen sie durchaus keinen Sauerteig des Zorns, und ihr Wein allein sei schmackhaft.

Dies war eine Ansicht, welche der Mann zu begreifen schien und wofür er Ernauton mit einem Zeichen des Kopfes dankte.

Während diese Dinge an der Thüre vorgingen, saßen Alle wieder bei Tische. und man sprach sehr warm von dem Ereigniß, das ohne Widerspruch den Höhenpunkt des Abends bildete.

Viele gaben Sainte-Maline mit jener Offenherzigkeit Unrecht, die der Hauptcharakter der Gascogner ist, wenn sie unter sich plaudern.

Mehrere enthielten sich eines Urtheils, da sie die gefaltete Stirne ihres Kameraden und seine durch ein tiefes Nachdenken zusammengezogenen Lippen sahen.

Man griff übrigens mit nicht geringerem Enthusiasmus das Abendbrod von Meister Fournichon an, doch man philosophirte, während man es angriff.

»Ich, was mich betrifft,« sagte ganz laut Herr Hektor von Biran, »ich weiß, daß Herr von Sainte-Maline Unrecht hat, und daß, wenn ich einen Augenblick Ernauton von Carmainges geheißen hätte, Herr von Sainte-Maline zu dieser Stunde unter dem Tische läge, statt an demselben zu sitzen.«

Sainte-Maline hob den Kopf empor und schaute Hector von Biran an.

»Ich sage, was ich sage,« fuhr dieser fort, »und seht, dort auf der Thürschwelle ist einer, der meiner Ansicht zu sein scheint.«

Alle Blicke wandten sich nach dem von dem jungen Edelmann bezeichneten Ort, und man erschaute Carmainges, bleich und hoch aufgerichtet in dem von der Thüre gebildeten Rahmen.

Bei diesem Anblick, der wie eine Erscheinung wirkte, fühlte jeder einen Schauer durch seinen ganzen Körper laufen.

Ernauton stieg von der Schwelle herab, wie es die Statue des Commandeur von ihrem Piedestal gethan hätte, und ging gerade auf Sainte-Maline zu, ohne eine wirkliche Herausforderung, aber mit einer Festigkeit, welche mehr als ein Herz zittern machte.

Als man dies sah, rief man von allen Seiten Herrn von Carmainges zu:

»Kommet hierher, Carmainges; kommt daher, Ernauton, es ist ein Platz bei mir.«

»Ich danke,« antwortete der junge Mann, »ich will wich zu Herrn von Sainte-Maline setzen.«

Sainte-Maline stand auf; Aller Augen waren auf ihn gerichtet.

Doch während er aufstand, veränderte sich völlig der Ausdruck seines Gesichtes, und er sprach ohne Zorn:

»Ich will Euch den Platz einräumen, den Ihr zu haben wünscht, und indem ich Euch Platz mache, mein Herr, spreche ich meine offenherzigen und aufrichtigen Entschuldigungen wegen des albernen Angriffs aus, den ich mir vorhin gegen Euch habe zu Schulden kommen lassen; ich war trunken, Ihr habt es selbst gesagt, verzeiht mir.«

Diese Erklärung, unter dem tiefsten Stillschweigen gethan, befriedigte Ernauton durchaus nicht, obgleich offenbar nicht eine Sylbe davon für die drei und vierzig Gäste verloren gegangen war, welche voll Angst warteten, wie sich diese Scene endigen würde.

Doch bei den letzten Worten von Sainte-Maline zeigten Ernauton die Freudenschreie seiner Kameraden, daß er befriedigt scheinen müsse und daß er vollkommen gerächt sei.

Sein gesunder Verstand nöthigte ihn also, zu schweigen.

Zu dieser Zeit aber zeigte ihm ein Blick, den er auf Sainte-Maline warf, daß er ihm mehr als je mißtrauen müsse.

»Der Elende hat doch Muth,« sagte Ernauton zu sich selbst, »und wenn er in diesem Augenblick nachgibt, so geschieht es in Folge einer abscheulichen Combination, die ihm mehr einleuchtet.«

Das Glas von Sainte-Maline war voll, er füllte das von Ernauton.

»Ruhe, Friede, Friede!« riefen alle Stimmen, »auf die Versöhnung von Carmainges und Sainte-Maline.«

Carmainges benützte das Zusammenstoßen der Gläser und den Lärmen aller Stimmen, neigte sich gegen Sainte-Maline und sagte zu ihm, ein Lächeln auf den Lippen, damit Niemand den Sinn der Worte, die er an ihn richtete, errathen könnte:

»Herr von Sainte-Maline, das ist das zweite Mal, daß Ihr mich beleidigt, ohne mir Genugthuung zu geben, nehmt Euch in Acht, bei der dritten Beleidigung schlage ich Euch todt wie einen Hund.«

»Thut das, mein, Herr, wenn Ihr es schön findet,« erwiederte Sainte-Maline, »denn so wahr ich ein Edelmann bin, ich würde dasselbe thun.«

Und die zwei Todfeinde stießen die Gläser zusammen, wie es nur die zwei besten Freunde hätten thun können.

Sechzehntes Kapitel
Was in dem geheimnißvollen Hause vorfiel

Während das Gasthaus zum Kühnen Ritter, scheinbar der Aufenthaltsort der vollkommensten Eintracht, bei verschlossenen Thüren, aber offenen Kellern, durch die Spalten seiner Läden das Licht der Kerzen und den freudigen Lärmen seiner Gäste dringen ließ, fand eine ungewöhnliche Bewegung in dem geheimnißvollen Hause statt, das unsere Leser immer nur von Außen in den Blättern dieser Erzählung gesehen haben.

Der Diener mit der kahlen Stirne ging von einem Zimmer in das andere und holte gepackte Gegenstände, die er in eine Reisekiste verschloß.

Als diese ersten Vorbereitungen beendigt waren, lud er eine Pistole und ließ einen breiten Dolch in seiner Scheide spielen; dann hing er ihn mittelst eines Ringes an die Kette, die ihm als Gürtel diente, woran er überdies seine Pistole, einen Bund Schlüssel und ein Gebetbuch in schwarzem Chagrin befestigte.

Während er hiermit beschäftigt war, streifte ein Tritt so leicht wie der eines Schatten, den Boden des zweiten Stockwerks und glitt die Treppe hinab.

Plötzlich erschien eine Frau, bleich und einem Gespenste ähnlich, unter den Falten ihres weißen Schleiers, auf der Thürschwelle, und eine Stimme, so sanft und traurig wie der Gesang eines Vogels in der Tiefe des Waldes machte sich hörbar.

»Remy,« sagte diese Stimme, »seid Ihr bereit?«

»Ja, gnädige Frau, und ich erwarte zu dieser Stunde nur noch Eure Cassette, um sie der meinigen beizufügen.«

»Glaubt Ihr, diese Cassetten werden sich leicht unseren Pferden aufladen lassen?«

»Ich stehe dafür, gnädige Frau; wenn Euch dies übrigens nur im Geringsten beunruhigt, so können wir die meinige hier lassen; habe ich denn dort nicht Alles, was ich brauche?«

»Nein, Remy, nein. unter keiner Bedingung darf Euch Euer Necessaire auf der Reise fehlen, und dann, wenn wir auch dort sind, werden alle Bedienten, da der arme Greis krank ist, um diesen beschäftigt sein. Oh! Remy, es drängt mich, zu meinem Vater zu kommen; ich habe traurige Ahnungen, und es ist mir, als hätte ich ihn seid einem Jahrhundert nicht gesehen.«

»Ihr habt ihn doch erst vor drei Monaten verlassen, und der Zwischenraum zwischen dieser Reise und der letzten ist nicht größer als der zwischen den andern.«

»Remy, Ihr, der Ihr ein so guter Arzt seid, habt Ihr nicht selbst zugestanden, als wir ihn das letzte Mal verließen, mein Vater habe nicht mehr lange zu leben?«

»Ja, allerdings, doch dies war seine Weissagung, sondern ich drückte damit nur eine Furcht aus; Gott vergißt zuweilen die Greise und sie leben – es ist ein seltsames Wort – durch die Gewohnheit, zu leben; mehr noch, zuweilen ist der Greis wie ein Kind heute krank morgen wieder völlig munter.«

»Ach! Remy, und auch wie das Kind ist der Greis heute munter und morgen todt.«

Remy erwiederte nichts, denn es konnte keine beruhigende Antwort aus seinem Munde kommen und ein düsteres Schweigen folgte einige Minuten lang auf das hier von uns mitgetheilte Gespräch.

Jede von den zwei redenden Personen verharrte in ihrer stummen, nachdenkenden Haltung.

»Auf welche Stunde habt Ihr die Pferde bestellt, Remy?« fragte endlich die geheimnißvolle Dame.

»Auf zwei Uhr nach Mitternacht.«

»Ein Uhr hat geschlagen?«

»Ja, gnädige Frau.«

»Niemand lauert außen, Remy?«

»Niemand.«

»Nicht einmal der unglückliche junge Mann?«

»Nicht einmal er.«

Remy seufzte.

»Ihr sagt mir das auf eine seltsame Art, Remy?«

»Weil er auch einen Entschluß gefaßt hat.«

»Welchen?« fragte die Dame bebend.

»Den, Euch nicht mehr zu sehen, oder es wenigstens nicht mehr zu versuchen, Euch zu sehen.«

»Und wohin geht er?«

»Wohin wir Alle gehen: zur Ruhe.«

»Gott verleihe ihm die ewige Ruhe,« erwiederte die Dame mit einer Stimme so ernst und kalt wie eine Todtenglocke, »und dennoch….« sie hielt inne.

»Dennoch?« versetzte Remy.

»Hat er nichts auf dieser Welt zu thun?«

»Er hatte zu lieben, wenn man ihn geliebt hätte.«

»Ein Mann von seinem Namen, von seinem Rang und seinem Alter mußte auf die Zukunft rechnen.«

»Zählt Ihr darauf, die Ihr ihn Eurem Alter, Eurem Rang und Eurem Namen nach um nichts zu beneiden habt?«

Die Augen der Dame gaben einen düstern Schimmer von sich.

»Ja, Remy, ich zähle darauf, da ich lebe; doch wartet…«

Sie horchte.

»Ist es nicht der Trab eines Pferdes, was ich höre?«

»Es scheint mir.«

»Sollte es unser Führer sein?«

»Es ist möglich; doch in diesem Fall käme er beinahe eine Stunde früher, als verabredet ist.«

»Man hält vor der Tür, Remy.«

»In der Tat.«

Remy ging rasch hinab und kam unten an die Treppe in dem Augenblick, als sich drei hastige Schläge hörbar machten.

»Wer ist da?«

»Ich,« antwortete eine schwache, gebrochene Stimme, »ich, Grandchamp, der Kammerdiener des Barons.«

»Ah! mein Gott! Ihr, Grandchamp, in Paris; wartet, ich will Euch öffnen; doch sprecht leise!«

Und er öffnete die Tür.

»Woher kommt Ihr denn?« fragte Remy mit leiser Stimme.

»Von Meridor. Ach!«

»Tretet rasch ein! Oh! mein Gott!«

»Nun, Remy?« rief die Stimme der Dame oben von der Treppe herab, »sind es unsere Pferde?«

»Nein, nein, gnädige Frau, sie sind es nicht.«

»Remy, Remy,« rief die Stimme, »Ihr sprecht mit jemand, wie mir scheint.«

»Ja, gnädige Frau, ja.«

Da erschien auch schon die Dame am Ende des Ganges.

»Wer ist da?« fragte sie, »es scheint fast, als wäre es Grandchamp.«

»Ja, gnädige Frau, ich bin es,« erwiderte ehrfurchtsvoll und traurig der Greis, indem er sein weißes Haupt entblößte.

»Grandchamp, du, oh! mein Gott! meine Ahnungen haben mich nicht getäuscht, mein Vater ist tot.«

»In der Tat, gnädige Frau, Meridor hat keinen Herrn mehr.«

Bleich, in Eis verwandelt, aber unbeweglich und fest, ertrug die Dame den Schlag, ohne sich zu beugen. Als Remy sie so ergeben und so düster sah, ging er auf sie zu und nahm sacht ihre Hand.

»Wie ist er gestorben?« fragte die Dame, »sprecht, mein Freund!«

»Gnädige Frau, der Herr Baron, der seinen Lehnstuhl nicht mehr verließ, ist vor acht Tagen von einem dritten Schlage getroffen worden. Er konnte ein letztes Mal Euren Namen stammeln, dann hörte er auf zu sprechen und starb in der Nacht.«

Die Dame machte dem alten Diener eine Gebärde des Dankes und ging dann, ohne ein einziges Wort zu äußern, wieder in ihr Zimmer hinauf.

»Endlich ist sie frei,« murmelte Remy, der bleicher und düsterer war als sie, »kommt, Grandchamp, kommt!«

Das Zimmer der Dame lag im ersten Stock, hinter einem Kabinett, das die Aussicht auf die Straße hatte, während dieses Zimmer selbst sein Licht nur von einem kleinen Fenster erhielt, das nach einem Hofe ging. Die Ausstattung dieses Zimmers war düster, aber reich; Tapeten aus den Webereien von Arras stellten die verschiedenen Augenblicke der Leidensgeschichte dar. Ein Betpult von geschnitztem Eichenholz, ein Lehnstuhl von demselben Stoff und derselben Arbeit, ein Bett mit gewundenen Säulen und Vorhängen, den Tapeten der Wände ähnliche, ein Teppich von Brügge, dies war die ganze Ausschmückung des Zimmers.

Keine Blume, kein Juwel, keine Vergoldung; Holz und polirtes Eisen ersetzten überall das Silber und das Gold; ein Rahmen von schwarzem Holz umschloß das Portrait eines Mannes, das in einer ausgeschnittenen Wand des Zimmers angebracht war, worauf das Licht des Fensters fiel, welches man offenbar zu Beleuchtung desselben ausgebrochen hatte.

Vor diesem Portrait kniete die Dame mit aufgeschwollenem Herzen, aber trockenen Augen nieder.

Sie heftete aus dieses leblose Antlitz einen langen unbeschreiblichen Liebesblick, als ob das edle Bild sich beleben sollte, um ihr zu antworten.

In der That ein edles Bild, und das Beiwort schien für dasselbe gemacht zu sein.

Der Maler hatte einen jungen Mann von acht und zwanzig bis dreißig Jahren dargestellt, wie er halb entblößt auf einem Ruhebette lag; aus seinem geöffneten Busen fielen noch ein paar Tropfen Blut; eine von seinen Händen, die rechte Hand, hing verstümmelt herab, und dennoch hielt sie noch einen Schwerstumpf.

Seine Augen schloßen sich wie die eines Menschen, der sterben soll; die Blässe und das Leiden verliehen dieser Physiognomie einen göttlichen Charakter, den das Gesicht des Menschen erst in dem Augenblick annimmt, wo er das Leben verläßt, um in die Einigkeit überzugehen. Statt jeder Umschrift, statt jedes Wahlspruchs las man unter diesem Portrait in blutrothen Buchstaben:

»Aut Cäsar aut nihil.«

Die Dame streckte den Arm nach dem Bilde aus und richtete das Wort an dasselbe, als ob sie zu Gott gesprochen hätte:

»Ich hatte Dich gebeten zu warten, obgleich Deine gereizte Seele nach Rache dürsten mußte,« sprach sie, »und da die Todten Alles sehen, mein Geliebter, so hast Du gesehen, daß ich das Leben nur ertrug, um nicht eine Vatermörderin zu werden; als Du todt warst, hätte ich sterben müssen, doch indem ich starb, tödtete ich meinen Vater.

»Und dann! Du weißt es auch, auf Deinen blutigen Leichnam hatte ich ein Gelübde gethan, ich hatte geschworen, den Tod durch den Tod, das Blut durch das Blut zu bezahlen; doch dann lud ich ein Verbrechen auf das weiße Haupt des ehrwürdigen Greises, der mich sein unschuldiges Kind nannte.«

»Du hast gewartet, ich danke Dir, mein Vielgeliebter, Du hast gewartet, und nun bin ich frei, das letzte Band, das mich an die Erde fesselte, ist durch den Herrn zerrissen worden, – Dank sei dem Herrn gesagt… Ich gehöre Dir: kein Schleier, kein Verstecken mehr, ich kann am hellen Tage handeln, denn nun werde ich Niemand mehr auf der Erde zurücklassen, und ich habe das Recht, von ihr zu scheiden.«

Sie erhob sich auf ein Knie und küßte die Hand, welche aus dem Rahmen herabzuhängen schien.

»Du verzeihst mir, Freund. daß ich trockene Augen habe,« sprach sie, »indem ich auf Deinem Grabe weinte, sind meine Augen vertrocknet, diese Augen, die Du so sehr liebtest.

»In wenigen Monaten werde ich zu Dir kommen und Du wirst mir endlich antworten, theurer Schatten, mit dem ich so viel gesprochen, ohne je eine Antwort zu erhalten.«

Hiernach erhob sich Diana ehrfurchtsvoll, als ob sie ein Gespräch mit Gott beendigt hätte, und setzte sich auf ihren eichenen Stuhl.

»Armer Vater,« flüsterte sie mit einem kalten Tone, und mit einem Ausdruck, der keinem menschlichen Geschöpf anzugehören schien.

Dann versank sie in eine tiefe Träumerei, die sie scheinbar das gegenwärtige Unglück und die vergangenen Leiden vergessen ließ.

Plötzlich richtete sie sich auf, stützte die Hand auf einen Arm des Lehnstuhls und sprach:

»Das ist es, und so wird Alles besser gehen: Remy!«

Der treue Diener horchte ohne Zweifel an der Thüre, denn er erschien sogleich und erwiederte:

»Hier bin ich, gnädige Frau.«

»Mein würdiger Freund, mein Bruder,« sprach Diana, »Ihr, das einzige Geschöpf, das mich auf dieser Welt kennt, nehmt von mir Abschied.«

»Warum dies, gnädige Frau?«

»Weil die Stunde, uns zu trennen, gekommen ist, Remy.«

»Uns trennen!« rief der junge Mann mit einem Ausdruck, der seine Gefährtin beben machte, »was sagt Ihr, gnädige Frau?«

»Ja, Remy. Dieser Racheplan erschien mir edel und rein, so lange noch ein Hinderniß zwischen ihm und mir lag, so lange ich ihn nur am Horizont erblickte; so sind alle Dinge dieser Weit groß und schön von ferne. Nun da ich der Ausführung nahe stehe, nun da das Hinderniß verschwunden ist, weiche ich nicht zurück, Remy, aber ich will nicht in meinem Gefolge auf den Weg des Verbrechens eine edle, fleckenlose Seele ziehen; somit werdet Ihr mich verlassen, mein Freund. Dieses ganze in Thränen vergangene Leben wird mir als eine Sühnung vor Gott und vor Euch zählen, und es wird auch Euch angerechnet werden, hoffe ich; und Ihr, der Ihr nie Böses gethan habt und nie Böses thun werdet, Ihr werdet zweimal des Himmels sicher sein.«

Remy hatte die Worte der Dame von Monsoreau mit einer finsteren beinahe stolzen Miene angehört.

»Gnädige Frau,« erwiederte er, »glaubt Ihr denn mit einem zitternden, durch den Gebrauch des Lebens abgenutzten Greis zu sprechen? Gnädige Frau, ich bin sechs und zwanzig Jahre alt und stehe im vollen Saft der Jugend, der in mir vertrocknet zu sein scheint, in mir, einem dem Grabe entrissenen Leichnam; wenn ich noch lebe, so ist es um eine furchtbare Handlung zu vollbringen, um eine thätige Rolle in dem Werke der Vorsehung zu spielen; trennt also meinen Geist nicht von dem Eurigen, da diese zwei finsteren Geister so lange unter demselben Dache gewohnt haben; wohin Ihr geht, werde ich auch gehen; was Ihr thun möget, ich werde Euch dabei unterstützen, und wenn Ihr trotz meiner Bitten, auf Eurem Entschluß, mich fortzujagen, beharrt…«

Türler ve etiketler

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Litres'teki yayın tarihi:
06 aralık 2019
Hacim:
951 s. 2 illüstrasyon
Telif hakkı:
Public Domain