Kitabı oku: «Einen Film drehen - Erotische Novelle»
Alexandra Södergran
Einen Film drehen - Erotische Novelle
Lust
Einen Film drehen - Erotische Novelle ÜbersetztGertrud Schwarz Original Spela in filmBrug LUST-kolofon Copyright © 2016, 2019 Alexandra Södergran und LUST All rights reserved ISBN: 9788726023640
1. Ebook-Auflage, 2019
Format: EPUB 2.0
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Sofia bekam die Rolle angeboten und sagte ja. Die Freude gluckste mehr oder weniger in ihrer Stimme, als sie durch die Formalitäten gingen, wo sie sich auf einen Kaffee treffen würden. Als sie mit dem Gespräch fertig war, merkte sie, dass die Sonne schien.
Natürlich ist es eine Amateurproduktion, dachte sie, und die Bezahlung ist auch eher symbolisch. Ein Kurzfilm, den wahrscheinlich nur wenige überhaupt sehen werden – aber darum geht es gar nicht. Es passiert etwas. Etwas Spannendes. Darum geht es.
Bei dem Versuch, sich zu beruhigen, strich sie mit ihren Händen an ihrem Körper entlang, aber gleichzeitig war ihre Aufmerksamkeit von 200 Fragen blockiert – wie wird es sein? Was erwarten die von mir? Was, wenn ich mich blamiere? Ihre Wangen wurden heiß, ihre Klamotten saßen nicht richtig an ihrem Körper und sie hatte das Bedürfnis, sich zu bewegen. Sie beschloss, dass alles gut würde, wenn sie schon die Kleider für morgen packen würde. Kurz danach ging sie zwischen den gleichen Zimmern hin und her, ohne sich daran erinnern zu können, was sie dort wollte. Sie öffnete und schloss die Schranktüren, zog Schubladen auf, aber nahm nichts heraus. Als sie sich Schokolade essend in der Vorratskammer wiederfand, wurde ihr klar, dass sie einen Gang zurückschalten und spazieren gehen sollte.
Die Rolle selbst, die recht klein war und nur wenige Zeilen hatte, machte sie nicht besonders nervös. Gefilmt zu werden machte ihr auch nichts aus. Aber es gab da diese eine Szene – besonders jetzt, nach dem Telefonat, als sie seine Stimme gehört hatte, die tief und selbstsicher klang. Eine so sexy Stimme, dass sie jetzt schon mit ihm schlafen wollte. Das machte sie nervös. Das und dass es in der Szene – die lang und dramatisch sein sollte und die eine zentrale Rolle im Film spielte – um eine Vergewaltigung ging.
Sie läutete den nächsten Morgen ein, indem sie dreimal am Stück masturbierte. Beim ersten Mal zog sie sich nicht einmal ihr Höschen aus. Beim letzten Mal hatten sich ihre Fantasien konkretisiert. Sie dachte an Mattias und die Szene, die sie zusammen filmen würden. Sie sah vor sich, wie ihr die Kleider vom Leib gerissen würden und wie er sie mit starken, groben Händen ins Bett drücken und hart festhalten würde. Und als er seinen Schwanz in sie einführte, tat er das mit einer solchen Kraft, dass die Matratze bis zum Boden durchfederte. Er flüsterte, dass sie sexy war und dass es Spaß machte, sie zu ficken – mit dieser Stimme, die ihre Haut empfindlich machte und ihr Schauer über den ganzen Rücken schickte. Er steigerte seine Stöße, härter und schneller – bis er brüllte. Der letzte Orgasmus war so stark, dass sie sich zur Decke hob.
Sie duschte lange, rasierte sich gründlich, cremte sich ein und holte dann ihre schönste Unterwäsche hervor, bei der es trotzdem okay war, wenn sie kaputtginge. Zu ihrem roten Spitzenhöschen trug sie Strapse und einen so kurzen, engen Rock, dass man ihre nackten Schenkel sehen konnte, wenn sie sich hinsetzte. Sie betrachtete sich im Spiegel und fand sich sexy. In ihre Tasche packte sie Ersatzkleider.
Sie trafen sich auf einen Kaffee in der Stadt. Vor dem Fenster strömten gleichmäßig die Menschen vorbei und an der Kasse war die Hölle los, aber ihr Platz in der Ecke war wie eine neutrale Zone. Sofia war mit übergeschlagenen Beinen im Sofa versunken und er beugte sich über den Tisch und sah durch das Panoramafenster hinaus.
„Siehst du die Frau da drüben auf der Bank?“, fragte er. „Die mit der roten Wollmütze.“
Sofia folgte seinem Blick und wusste sofort, wen er meinte. „Ui, was macht die da?“
Sie kicherten beide. Die alte Frau hatte ein einfaches rotkariertes Tischtuch ausgebreitet, dessen Fransen über die Tischkanten hingen. Gedeckt hatte sie den Tisch mit einer Thermoskanne, einer Kaffeetasse und Untertasse aus Porzellan, einem kleinen Korb mit Kuchen, einer winzigen Blumenvase und noch einigen Kleinigkeiten, die man nicht erkennen konnte. Sie saß allein da, aber die Bewegungen ihrer Lippen sahen aus, als ob sie ein normales Gespräch führte.
„Ich glaube, sie redet mit ihrem Hamster“, sagte er.
Sofia lachte.
„Echt jetzt, sie hat wirklich einen Hamster.“ Er zog die Augenbrauen hoch und nickte in Richtung der alten Frau. „In ihrer Tasche. Sie hat ihn vorher einmal rausgeholt und ein bisschen vom Kuchen essen lassen.“
Sofia sah schnell hin und dann wieder zu Mattias. „Nein, das ist ein Witz.“
„Es stimmt wirklich! Guck hin, dann wirst du sehen, wie sie ihn wieder rausholt.“
Die Leute eilten draußen schnell auf dem Fußweg vorbei und versperrten die Sicht, aber dort, wo die Frau auf der Bank saß, war es ruhig. Eine ganze Minute schwiegen sie und sahen ihr zu. Ein Jogger trabte mit seinem Hund im Halfter an der Bank vorbei. Als die alte Dame wieder allein war, sah sie sich gründlich um und steckte dann die Arme in ihre Tasche. Langsam und vorsichtig holte sie ein kleines, zotteliges Tier heraus, das mit zitternden Schnurrhaaren und kleinen Pfötchen den Kuchen aß, der ihm angeboten wurde.
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