Kitabı oku: «Lagerkoller 6 - Bodils Verlangen: Erotische Novelle»

Yazı tipi:

Ane-Marie Kjeldberg

Lagerkoller 6 - Bodils Verlangen: Erotische Novelle

Übersetzt

Patrick Zöller

Lust

Lagerkoller 6 - Bodils Verlangen: Erotische Novelle ÜbersetztPatrick Zöller

Original

Sommerfolket 6: Bodils fortælling

Coverbild/Illustration: Shutterstock

Copyright © 2017, 2020 Ane-Marie Kjeldberg und LUST

All rights reserved

ISBN: 9788726396232

1. Ebook-Auflage, 2020

Format: EPUB 2.0

Dieses Buch ist urheberrechtlich geschützt. Kopieren für gewerbliche und öffentliche Zwecke ist nur mit Zustimmung von LUST gestattet.

Spätsommer 1969

Bodil trommelte auf das Lenkrad. Was nützte einem schon ein Mercedes, wenn man zwischen Volkswagen und Morris Mascotern im Stau stand?

Sie hasste Vejle. Jedes Mal bildete sich auf der Hauptstraße durch die Stadt ein Stau, und heute war keine Ausnahme. Der Verkehr wälzte sich durch die unübersichtliche Hügellandschaft, auf und ab im Schneckentempo. Manchmal bewegte sich die Blechlawine eine Zeit lang im Großen und Ganzen überhaupt nicht, und sie hatte keine Zeit für so etwas. Sie war bei einem ihrer letzten geschäftlichen Treffen gewesen, einem Termin in Odense, und wollte nur so schnell wie möglich in ihr Ferienhaus. Sie brauchte Zeit, um nachzudenken.

„Was willst du denn ganz alleine da oben?“, hatte ihre alte Tante gefragt, als Bodil ihr bei ihrem letzten Besuch von ihren Plänen erzählte. „Solltest du nicht lieber bei Ib sein und dein Glück genießen?“

Glück, dachte Bodil, während der Verkehr sich ein paar Meter vorwärts quälte. Alle sagten, es sei ein Gottes Glück, dass sie, die junge Witwe, endlich einen neuen Mann gefunden hatte. Eine Flut aus Gratulationen war über sie hereingebrochen, als sie ihre Verlobung bekanntgegeben hatten. Alle waren so glücklich.

Auch Ib freute sich ganz schrecklich auf ihre Hochzeit. Bodil würde dann zu Hause bleiben und habe Zeit, alles schön behaglich herzurichten, wie er sagte.

Sie würde in Ibs Landhaus einziehen, und er ließ ihr freie Hand, alles nach ihren Wünschen einzurichten, auch die Stallungen.

Nicht zuletzt darüber musste sie nachdenken. Zu Hause sein und alles schön behaglich herrichten.

Sie seufzte und kurbelte die Seitenscheibe weiter nach unten. Die Augusthitze lag schwer und drückend zwischen den Hügeln der Stadt.

Nach ihrer Ausbildung als Korrespondentin war sie Jörns Frau und nach der Hochzeit Hausfrau geworden, wie die meisten Frauen mit einem Mann, der sie versorgen konnte. Während sie darauf wartete, Kinder zu kriegen, beschäftigte sie sich mit Pferdezucht. Drei Jahre später starb Jörn bei einem Skiunfall, und Bodils Leben wurde auf den Kopf gestellt. Mutter war sie nicht geworden, stand aber plötzlich als alleinige Eigentümerin einer florierenden Teppichfabrik da. Alle rieten ihr, zu verkaufen. Stattdessen verkaufte sie das Haus und die Pferde und tauchte fünf Tage nach der Beerdigung in Ibs Büro auf und übernahm dort, wo er nicht hatte weitermachen können.

In den zwölf Jahren mit ihr als Direktorin hatte sich das Unternehmen prächtig entwickelt, und sie genoss den Stress und ihren Instinkt für den Job. In Verbindung mit einer der Expansionen der Firma vor ein paar Jahren war sie Ib begegnet, dessen Betrieb Wohnwagen produzierte. Beide wollten sie ein Grundstück in einem Industriegebiet erwerben und waren sich zufällig in einem Restaurant über den Weg gelaufen. Sie hatten so heftig miteinander gestritten, dass der Oberkellner sie kurzer Hand vor die Tür komplimentierte. Schließlich hatten sie gemeinsam an einer fahrbaren Würstchenbude gegessen und dabei darüber diskutiert, wie sie ihren Wohlstand vergrößern, neue Kunden gewinnen und ihre Werbestrategien verbessern konnten. Sie hatten ihre Unterhaltung bei einem Whisky in Bodils Hotelsuite fortgesetzt und waren irgendwann in ihrem Bett gelandet, wo sie alles Mögliche miteinander taten, außer zu reden.

Bodil lächelte bei dem Gedanken an Ibs Heiratsantrag im Frühjahr. Er hatte ihn ganz nebenbei eingeflochten, als sie über den Effekt von Annoncen in BesBesser wohnenser wohnen sprachen, und sie hatte lachen müssen und ja gesagt, denn wenn eine Ehe auf diese Weise begann, konnte es nur eine Fortsetzung sein, keine Veränderung.

Nichtsdestotrotz türmten sich die Veränderungen auf, je näher der Hochzeitstermin rückte. Aber so war das wohl, wenn man auf den Hafen der Ehe zusteuerte, selbst zwischen zwei so erwachsenen und selbstständigen Menschen, dachte sie, schaltete einen Gang hoch und beschleunigte, als Vejle sie endlich aus seiner Umklammerung freigab. Sie spürte die Anspannung in ihren Kiefermuskeln und versuchte, an das Ferienhaus und die Ruhe am Meer zu denken. Es half nicht, die Verkrampfung zu lösen, aber wenn sie erst an der Nordsee war, würde es schon werden, redete sie sich ein.

Als sie am Solhjem ankam, war der Himmel bedrohlich bleigrau. Noch bedrohlicher war der ebenso bleigraue Lieferwagen der Marke Volvo, der vor dem Haus stand. Es war niemand zu sehen. Verärgerung machte sich in Bodil breit, als sie die Haustür aufschloss. Vermutlich wieder so ein Tourist, der zum Strand und schwimmen gegangen war und das Privatgrundstück dreist als Parkplatz nutzte.

Nach einem langen Tag in sommerlicher Hitze war die kühle Luft hinter den dicken Mauern des Ferienhauses eine Wohltat. Mit einem befreienden Seufzer stellte Bodil ihren kleinen Lederkoffer im Flur ab und ging durch das Esszimmer ins Wohnzimmer, wo sie die Flügeltüren zu der überdachten Veranda öffnen wollte. Ruckartig blieb sie stehen, denn die Veranda machte nicht den einladenden Eindruck, wie sie ihn kannte: Die Möbel standen unordentlich gestapelt auf der einen Seite, und auf der anderen Seite lag ein Haufen Bretter. Und – sie schrie kurz erschrocken auf – ein ihr fremder Mann saß in einem der Korbstühle und trank aus dem Becher einer Thermoskanne. Der Mann nickte ihr lächelnd zu.

„Was um alles in der Welt tun Sie hier?“, bellte Bodil, als sie die Türen zur Veranda aufgerissen hatte.

„Meinen Kaffee trinken“, antwortete der Mann seelenruhig.

„Ja, das sehe ich. Aber mit welchem Recht sitzen Sie auf meiner Veranda?“

„Ich arbeite hier. Und gleich wird es anfangen zu regnen.“ Er deutete auf den schwarzgrauen Himmel.

„Sie arbeiten hier? Wie darf ich das verstehen?“

„Dahl hat mich herbestellt, um die Verkleidung auszubessern.“ Der Mann zeigte auf die Wand zu seiner Linken.

„Tatsächlich? Und warum hat er mir nichts davon gesagt?“, keifte Bodil.

„Das kann ich Ihnen nicht sagen.“ Der Mann schraubte den Becher auf die Thermoskanne und stand auf. Er streckte die Hand aus: „Bue Ravn. Schreinermeister.“ Seine Hand war groß und hellbraun, der Händedruck fest.

„Bodil Eriksen. Ich bin Herrn Dahls Schwester“, sagte Bodil.

„Ist mir ein Vergnügen“, sagte Bue Ravn und nickte. Er tippte mit zwei Fingern an seine braune Schirmmütze und drehte ihr den Rücken zu, klappte seinen Zollstock auseinander und nahm pfeifend irgendein Maß an der Wand auf der rechten Seite.

Bodil ging und schloss die Türen hinter sich. Zielstrebig bewegte sie sich in Richtung des Telefons im Flur, nahm den schwarzen Hörer ab und rief im Büro ihres Bruders an:

„Warum weiß ich nichts davon, dass wir Handwerker im Ferienhaus haben?“, sagte sie ohne Umschweife.

„Das habe ich dir gesagt. Vor vierzehn Tagen“, antwortete Christian.

„Bist du dir da sicher?“

„Ganz sicher.“

„Warum hast du mich nicht daran erinnert, als ich sagte, ich würde rauf nach Solhjem fahren?“

„Du bist niemand, den man an etwas erinnern muss“, sagte Christian.

Was das anging, musste sie ihm Recht geben, dachte Bodil, nachdem sie aufgelegt hatte. Normalerweise vergaß sie nie etwas. Sie fuhr mit der Hand durch ihre perfekt sitzende Frisur. Offenbar stand sie stärker unter Druck, als sie es selbst geahnt hatte.

Ravn hämmerte. Er nagelte und sägte.

Bodil sah auf die Uhr.

Das aufziehende Gewitter entlud sich nicht. Obwohl die Hitze drückender und drückender wurde und sich Schritt für Schritt ihren Weg ins wohltemperierte Haus bahnte.

Schließlich suchte Bodil Zuflucht am Strand, wo sich sogleich zahlreiche Fransenflügler auf sie stürzten. Sie krabbelten über ihr gelbes Kleid und verirrten sich in ihren Mund. Ausgedorrt von der Trockenheit der letzten Tage bissen sie in Stirn, Arme und Beine. Es war überraschend schmerzhaft. Als sie endlich das Wasser erreichte, trat sie in einen halbvertrockneten Ölklumpen, der sich unter einer dünnen Schicht Flugsand verbarg. Sie kannte das zähe und glitschige Gefühl und hob hastig den Fuß, aber es war zu spät. Ihre Sandale und ihr nackter Fuß waren mit dem schwarzen Brei beschmiert. Sie zog die Sandalen aus und eilte zurück zum Ferienhaus.

Ravn war glücklicherweise abgezogen, sodass Ruhe eigekehrt war. Allerdings musste sie feststellen, dass sie die Sandale nur noch wegwerfen konnte, und auch ihr Fuß würde einige gründliche Waschgänge und ordentliches Abrubbeln brauchen, um sauber zu werden. Das Gewitter ließ weiter auf sich warten, und Hitze und Ärger legten sich wie ein zu enger Hut um ihren Kopf.

Sie nahm ein Apollinaris aus dem Kühlschrank und Eiswürfel aus dem Gefrierfach, goss ein und legte sich aufs Sofa, um ein wenig abzukühlen und über die Dinge nachzudenken, die Ib zuletzt gesagt hatte. Er sagte immer alles beiläufig und mit der größten Selbstverständlichkeit, eine Eigenschaft, die zu seinem einnehmenden Wesen beitrug und ihn in allen Bereichen weit brachte, auch in geschäftlichen Dingen.

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