Kitabı oku: «Kenne deinen Zyklus»
Petra Schenke
Kenne deinen
ZYKLUS
Haftungsausschluss:
Die Inhalte des vorliegenden Buches geben den aktuellen wissenschaftlichen Stand zum Zeitpunkt der Drucklegung wieder und wurden nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Das Buch erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es dient nicht der medizinischen Beratung und Diagnose. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, bei Fragen zur Auswertung Ihres Zyklus an Ihren Frauenarzt oder Frauenärztin oder eine qualifizierte NFP-Beraterin.
1. Auflage 2021
Verlag Komplett-Media GmbH
2021, München
www.komplett-media.de
E-Book ISBN: 978-3-8312-7081-1
Bildnachweis: © Petra Schenke
Lektorat: Anne Schmuck, Griesheim
Korrektorat: Dr. Katharina Theml, Wiesbaden
Cover und Umschlaggestaltung: FAVORITBUERO, München
Layout und Satz: Buch-Werkstatt GmbH, Bad Aibling
E-Book-Herstellung und Auslieferung: Brockhaus Commission, Kornwestheim, www.brocom.de
Dieses Werk sowie alle darin enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Urheberrecht zugelassen ist, bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung des Verlags. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Bearbeitungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Speicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen sowie für das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung.


Für alle jungen Frauen,die sich trauen, aufdie feinen Botschaftenihres Körpers zu lauschen
INHALT
Geleitwort
Vorwort
Einleitung

Der weibliche Körper
Bist du heute fruchtbar?
Die Sexualorgane
Die Sexualhormone
Gebärmutter und Eierstöcke
Krypten und Zervixschleim

Der Zyklus
Der weibliche Zyklus
Menstruation
Stimulierende Eireifung
Kühlende Östrogenphase
Der Eisprung
Wärmende Progesteronphase
Fazit: Der Zyklus in 2 Sätzen

Schwanger werden
Fruchtbar oder nicht?
1000 Spermien pro Sekunde
Süßes oder Saures?
Befruchtung
Schwanger?
Fazit: 6 Tage gemeinsam fruchtbar

Zyklusschwankungen
Zyklen sind unterschiedlich
Statistik
Schwankende Eireifungsphase
Doppelte Kontrolle
Stabile Progesteronphase
Fakt ist: Zyklen schwanken
Fazit: Kenne deinen Zyklus

Eisprung erkennen
Methoden und Marker
Bist du heute fruchtbar?
Zyklusphasen nutzen
Fazit: Wissen macht Spaß

Tipps für den Alltag
Aus der Praxis
Tipps für die Schleimbeobachtung
Tipps für die Temperaturerfassung
Tipps, wenn der Eisprung ausbleibt
Tipps bei Kinderwunsch
Tipps für gesunden Schlaf
Fazit: Werde zur Expertin für deinen Körper

Wie geht es weiter?
Lust auf mehr?
NFP korrekt erlernen
Praktische Hilfsmittel
Zum Weiterlesen

Anhang
Glossar
Über die Autorin
Fachberatung
Dank
Literaturverzeichnis
Stichwortverzeichnis
Anmerkungen
GELEITWORT
Als ich in den 1980er Jahren meine Doktorarbeit zu den »modernen Methoden der Natürlichen Familienplanung« zu schreiben begann, meinte ich noch, ich sei gut »aufgeklärt«. Im Rahmen dieser Doktorarbeit musste ich jedoch erkennen, dass es in unserem weiblichen Körper eine ganze Reihe von »Geheimcodes« gibt, von denen ich – wie die meisten Frauen in unserer Gesellschaft – keine Ahnung hatte. So wurde es mein großer Wunsch, viele Mädchen und Frauen dabei zu unterstützen, diese Geheimcodes zu entschlüsseln. Seither hat sich einiges getan. Es haben sich viele Frauen und Männer gefunden, die mit Engagement das Basiswissen zu Körper und Fruchtbarkeit in die Gesellschaft hineintragen, sei es als NFP-Beraterinnen oder als Referentinnen im MFM-Programm. So freut es mich besonders, dass Petra Schenke auf zeitgemäße und unterhaltsame Weise die Informationslandschaft zu diesem wertvollen Basiswissen bereichert und ergänzt. Mögen viele Frauen durch diese Erstinformation glänzende Augen bekommen für die Schönheit und Logik ihres weiblichen Körpers und ihrer Fruchtbarkeit, um gute Entscheidungen zu treffen, wie sie kompetent und wertschätzend mit diesem Schatz umgehen!
Dr. Elisabeth Raith-Paula
VORWORT
Als freiberufliche Lektorin und ausgebildete NFP-Beraterin hätte ich mir kein schöneres Projekt wünschen können, als ein Buch zum Thema Zykluswissen betreuen zu dürfen: Ein Buch, das Frauen unkompliziert und leicht verständlich die faszinierenden Vorgänge in ihrem Körper erklärt und ihnen einen ersten Einblick in die Möglichkeiten der Zyklusbeobachtung eröffnet. Ein Buch, das Lust macht, sich auf die spannende Reise zu sich selbst zu begeben und sich ganz neu mit dem eigenen Körper zu beschäftigen. Ein Buch, das einen leichten Zugang zum eigenen Zyklus ermöglicht und meine beiden Leidenschaften vereint, indem es die Grundlagen und Möglichkeiten der Zyklusbeobachtung auf anschauliche Weise in Buchform vermittelt.
Ich glaube fest daran, dass es für jede Frau und jedes Mädchen wertvoll ist, ihren Zyklus zu kennen und zu verstehen. Es ist mein Herzensanliegen und Ziel all meiner Beratungen, Frauen dabei zu helfen, ein Bewusstsein für ihren Zyklus zu entwickeln und die Kraft zu entdecken, die darin steckt. Ich freue mich über jede einzelne Frau, der dieses Buch dabei hilft.
Anne SchmuckDarmstadt, Oktober 2020
EINLEITUNG
Du willst endlich schwanger werden oder hast einfach keine Lust mehr auf Pille und Co? Vielleicht fängst du gerade ganz neu damit an, dich mit deinem Zyklus und deiner Fruchtbarkeit zu beschäftigen und fragst dich, wie du herausfinden kannst, wann dein Eisprung stattfindet. Zyklustracking scheint ja zunächst ganz leicht … Einfach ran an die App, Menstruation eingeben, Eisprung ausrechnen lassen, fertig. Oder?
Nun, es ist zumindest ein erster Schritt auf dem Weg zu einem besseren Verständnis für deinen Körper und deinen Zyklus. Wirklich zuverlässig funktionieren Eisprungrechner (auch die in Zyklusapps!) jedoch nur, wenn dein Zyklus super regelmäßig ist – und das trifft gerade mal auf 3 % aller Frauen zu. Tatsächlich findet der Eisprung nur in einem Viertel aller Zyklen um den 14. Zyklustag herum statt. Und jetzt?
Eisprung, wo bist du?
Um diese Frage zuverlässig beantworten zu können, ist es nötig, die Zeichen deines Körpers genauer in den Blick zu nehmen. Durch die Zyklusbeobachtung mit Thermometer, Blatt und Bleistift, Zykluscomputer oder einer guten (symptothermal auswertenden) App kannst du sehr genau feststellen, wann du fruchtbar bist. Schon nach wenigen Zyklen stellt sich ein neues Körpergefühl ein, und mit den richtigen Hilfsmitteln und guter Anleitung lernst du deinen Zyklus so genau kennen, dass du eine Schwangerschaft gezielt planen oder sicher vermeiden kannst. Außerdem hilft dir die Körperbeobachtung dabei, die unterschiedlichen Phasen in deinem Zyklus wahrzunehmen und zu nutzen: Denn so, wie sich die Hormone im Zyklusverlauf verändern, unterliegen auch deine Stimmung, dein Energielevel und deine Bedürfnisse zyklischen Schwankungen. Kennst du jedoch deinen Zyklus, dann kannst du ganz bewusst Ruhephasen einplanen und Zeiten voller Energie effektiv für wichtige Aufgaben einsetzen.
Botschaften deines Körpers
Doch jetzt wird’s spannend, denn unsere moderne Lebensweise mit ihren zahlreichen Anforderungen hinterlässt auch Spuren im Zyklusverlauf. Was für uns noch der ganz normale Wahnsinn ist, empfindet unser Körper schon als Stress pur, und der beeinflusst deinen Hormonhaushalt. Deshalb verläuft dein Zyklus eben sehr oft nicht nach dem Standardschema, das du in Büchern oder im Internet findest.
Darin liegt aber tatsächlich eine große Chance! Denn die Temperaturkurve und einige Körperzeichen geben dir wertvolle Einblicke in die unsichtbaren Abläufe deines Zyklus. Wer diese Zeichen lesen kann, ist auch in turbulenten Zeiten klar im Vorteil und kann nützliche Erkenntnisse aus der Zyklusbeobachtung ziehen.
Sehen und verstehen
Ziel dieses Buches ist es, dir, liebe Leserin, anschaulich und leicht verständlich die Abläufe während eines Menstruationszyklus darzustellen. Ich möchte dir Lust machen, deinen Körper zu beobachten, um allmählich eine Expertin für deinen Zyklus zu werden. Dieses Buch schenkt dir das Basiswissen, um das komplexe Spiel der Sexualhormone in deinem Körper besser zu verstehen und leichter zu merken. Mit diesem Wissen ausgestattet kannst du lernen, deinen Eisprung zu erkennen, und typische Anwenderfehler bei der Zyklusbeobachtung zu vermeiden.
Und wie geht’s weiter?
Wenn du danach Lust hast, noch mehr über deinen Zyklus zu lernen und deine Beobachtungen dafür nutzen möchtest, um deine unfruchtbaren Tage vor und nach dem Eisprung zu bestimmen, dann empfehle ich dir von Herzen, die Methode Sensiplan® mit Unterstützung einer qualifizierten Beraterin für Natürliche Familienplanung (NFP) zu erlernen. Die Methodenregeln sind nicht schwer, aber dennoch zu komplex, um sie hier vollständig darzustellen. In einem Einführungskurs werden diese Regeln und ihre Anwendung auf deinen individuellen Zyklus ausführlich geübt und deine Methoden- und Körperkompetenz geschult, sodass du deine Zyklen in allen Fällen sicher und selbstständig auswerten kannst. Das macht richtig Spaß und du hast immer eine kompetente Ansprechpartnerin an deiner Seite, die dich während deiner ersten Schritte mit NFP unterstützt und begleitet. Adressen und Kontaktmöglichkeiten findest du am Ende dieses Buches.
Ich wünsche dir viel Freude bei dieser Entdeckungsreise in die faszinierende Welt deines Zyklus, auf der ich schon so viele Frauen und Paare begleiten durfte.
Herzlichst, deine Zyklusexpertin
Petra SchenkeNeuss, Sommer 2020

DER WEIBLICHEKÖRPER
BIST DU HEUTE FRUCHTBAR?
Während alle Frauen sagen könnten, ob sie gerade ihre Tage haben, ist die Frage nach ihrer Fruchtbarkeit schon etwas kniffeliger zu beantworten – wenn du nicht hormonell verhütest, sterilisiert bist oder bereits die Wechseljahre hinter dir hast, kannst du davon ausgehen, dass du in jedem Zyklus fruchtbare und unfruchtbare Phasen erlebst. Weil sich diese Phasen aber in einem dynamischen, nicht immer regelmäßigen Rhythmus abwechseln, kannst du dich nicht darauf verlassen, dass dein Eisprung immer um den gleichen Tag herum auftritt. Und damit wären wir schon beim Thema: Wie erkennst du deine Fruchtbarkeit im Zyklusverlauf? Das sehen wir uns in den folgenden Kapiteln ganz genau an – beginnend mit den biologischen Fakten des Zyklus.
Somit: Bühne frei für unsere Hauptakteure!
DIE SEXUALORGANE

Die Sexualorgane der Frau
Die Hauptrollen im Menstruationszyklus spielen die weiblichen Sexualorgane: die Gebärmutter, die Eierstöcke und ja, auch das Gehirn. Sie erzeugen oder empfangen die Sexualhormone, die als Boten durch den Blutkreislauf reisen, während die Brüste nur Empfänger der Botschaften sind.
DIE SEXUALHORMONE

Die Sexualhormone reisen im Blutkreislauf vom Gehirn zu den Eierstöcken und zurück
Die Hormone FSH und LH werden in speziellen Drüsen im Gehirn erzeugt und reisen über den Blutkreislauf zu den Eierstöcken, wo sie auf die Hormonproduktion wirken. Je nach Zyklusphase werden in den Eierstöcken die Östrogene – von denen es mehrere gibt – und das Progesteron gebildet. Diese Sexualhormone wirken auf die Gebärmutter und andere Organe wie Brust, Knochen, Haut und Haare und senden außerdem eine Rückmeldung an das Gehirn.
GEBÄRMUTTER UND EIERSTÖCKE

Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcke mit Eibläschen im Überblick
Tief im Bauchraum liegen die Eierstöcke. Sie ähneln reifen Pflaumen und schimmern wie Perlen. Darin verborgen lagern die Eibläschen in verschiedenen Reifestadien, die bereits vor unserer Geburt angelegt wurden und damit genauso alt sind wie wir.1 Beim Eisprung legen sich die frei beweglichen, fächerfingerartigen Enden der Eileiter schützend über den Eierstock, um die Eizelle aufzufangen. Die ungefähr 10 – 15 cm langen Eileiter sind teilweise so dünn wie Spaghetti2 Ausgekleidet mit feinsten Flimmerhärchen befördern sie eine befruchtete Eizelle sanft in die Gebärmutter.
Die Gebärmutter ähnelt einer Birne und ist unser stärkster Muskel. Vor einer Schwangerschaft ist sie 3 – 4 cm breit und 7 – 8 cm lang. In der Schwangerschaft dehnt sie sich bis zur Größe eines Medizinballs und schrumpft nach der Geburt wieder auf die Größe einer Faust.3 Sie kann sich rhythmisch zusammenziehen, um die oberste Schicht der inneren Schleimhaut abzustoßen, Spermien nach oben zu ziehen und unter der Geburt das Baby hinauszubefördern.
An ihrem unteren Ende geht die Gebärmutter in den Gebärmutterhals über, eine ungefähr 8 cm lange und flexible Passage zwischen der Gebärmutterhöhle und dem Muttermund. Am äußeren Ende des Gebärmutterhalses befindet sich der Muttermund – das versteckte Tor des Lebens. Er wölbt sich kuppelartig in die ungefähr fingerlange Scheide und verschließt und öffnet sich im Zyklusverlauf.

Der Gebärmutterhals nach der Menstruation mit geschlossenem Muttermund
KRYPTEN UND ZERVIXSCHLEIM
Im Gebärmutterhals befinden sich viele seitliche Ausbuchtungen, die sogenannten Krypten. Hier wird im Verlauf des Zyklus in speziellen Drüsen der Zervixschleim erzeugt. Während dieser Schleim an den unfruchtbaren Tagen eher dicklich ist und als unüberwindbare Barriere den Muttermund verschließt, wird er unter dem Einfluss der Östrogene immer flüssiger, je näher der Eisprung bevorsteht. An den fruchtbaren Tagen ist der Zervixschleim für die Spermien reines Lebenselixier, ohne das keine natürliche Schwangerschaft möglich wäre, denn der Schleim nährt, schützt und transportiert die Spermien auf ihrem Weg zur Eizelle. Wenn der Zervixschleim kurz vor dem Eisprung so flüssig wird, dass er durch den geöffneten Muttermund in der Scheide herabrinnt, ist er mit ein bisschen Übung von den meisten Frauen am Scheideneingang gut wahrnehmbar. Nach dem Eisprung wird er dann wieder dicklicher und verschließt erneut den Muttermund, um dich vor dem Eindringen von Bakterien zu schützen.
Ausgestattet mit diesem Basiswissen sehen wir uns nun den Zyklusverlauf im Detail an.

DER ZYKLUS
DER WEIBLICHE ZYKLUS
Während bei Männern das Hormon Testosteron den Takt angibt, das von der Pubertät bis zum Lebensende in der Regel stetig abnimmt, verläuft das Hormongeschehen bei Frauen nicht ganz so einfach und schon gar nicht linear. Der natürliche weibliche Zyklus ähnelt eher einem mäandernden Fluss. Das nicht immer regelmäßige Auf und Ab unserer Sexualhormone beeinflusst deine Stimmungen, dein Energielevel und natürlich auch deine Fruchtbarkeit während der etwa 35 Jahre dauernden fruchtbaren Lebensphase.4 Abweichungen im Zyklusverlauf sind vollkommen normal und sogar sehr sinnvoll, denn dein Körper reagiert damit auf all die Faktoren, die deine Lebensumstände beeinflussen können. Trotz aller Ausnahmen haben fruchtbare Zyklen aber ein gemeinsames Grundmuster, das zu kennen dir gleichzeitig ein tieferes Verständnis für deinen Zyklus ermöglicht.
Die Zyklusphasen

Die Temperaturkurve (grau) mit der Menstruation (rot) vor und nach dem Eisprung
Vereinfacht betrachtet besteht der weibliche Zyklus aus zwei Phasen: die Zeit von der Menstruation bis zum Eisprung mit eher tiefen Temperaturen und die Zeit vom Eisprung bis zur nächsten Blutung mit höheren Temperaturen. Verantwortlich für diesen Temperaturunterschied ist das Hormon Progesteron, das nach dem Eisprung produziert wird und dafür sorgt, dass deine Körpertemperatur leicht ansteigt. Durch die Messung deiner Aufwachtemperatur kannst du erkennen, in welcher Zyklusphase du dich gerade befindest. Die Temperaturkurve dient uns daher in den nachfolgenden Grafiken als Leitlinie, um die komplexeren Abläufe in den Sexualorganen und dem Hormonhaushalt während eines Menstruationszyklus genauer zu betrachten.
MENSTRUATION

Die oberste Schleimhautschicht blutet ab
Die monatliche Blutung ist für viele Frauen das einzig sichtbare Zeichen ihres Menstruationszyklus. Durch eine Veränderung der Hormone wird die etwa fingerdicke5 Schicht der Gebärmutterschleimhaut – in der Grafik rot dargestellt – abgelöst. Sie besteht aus nährstoffreichem, feinem Gewebe und Blut, das in jedem Zyklus und nach jeder Schwangerschaft erneuert wird. Das Menstruationsblut gerinnt nicht und kann mit feinen Schleimhautklümpchen durchsetzt sein.
Erster Zyklustag

Der Zyklus beginnt mit der Menstruationsblutung
Der 1. Tag der Blutung ist zugleich der 1. Zyklustag. Dieser unterscheidet sich von einer möglicherweise vorangegangenen Schmierblutung (wenig dunkles Blut) dadurch, dass nun viel mehr und helleres, frisches Blut fließt, das in der Regel eine Menstruationstasse, mehrere Tampons oder Binden füllt. Insgesamt verlieren die meisten Frauen während der gesamten Menstruation durchschnittlich 80 Milliliter6 Blut, das ist weniger als eine halbe Tasse Kaffee oder Tee.
Vor der Menstruation fühlst du dich manchmal unwohl, gereizt oder traurig. Doch mit dem Abklingen der Blutung hebt sich meistens auch deine Stimmung und die Sexualhormone entfalten nach und nach ihre Wirkung.
Dauer der Blutung

Die Blutung wird in der Regel nach den ersten beiden Tagen immer schwächer
Menstruationsblutungen dauern meist 3 – 5 Tage. Manche Mädchen und Frauen bluten etwas kürzer, andere etwas länger, je nachdem, wie hoch sich die Schleimhaut in der Gebärmutter aufgebaut hat. Gegen Ende der Blutung und außerhalb unseres Körpers wird das Blut dunkler. Wenn die Blutungen mehrere Monate ganz ausbleiben, sehr stark sind oder länger als 6 Tage andauern, solltest du dies bei deiner Frauenärztin ansprechen, um die Ursachen abzuklären.
Auch bei längeren Schmierblutungen vor oder nach der Menstruation bitte deine Ärztin am besten darum, nach den Ursachen zu suchen und ernstere Probleme wie zum Beispiel Endometriose auszuschließen.7
STIMULIERENDE EIREIFUNG

Eibläschen (Follikel) und das follikelstimulierende Hormon FSH (grün) während der Eireifungsphase
Während in der Gebärmutter mit der Blutung die Vorbereitungen für einen neuen Zyklus laufen, hat auch in den Eierstöcken die Eireifung bereits wieder begonnen. Schon seit dem Einsetzen der Menstruation ist so gut wie kein Progesteron mehr im Blut vorhanden,8 wodurch im Gehirn das follikelstimulierende Hormon (FSH) ausgeschüttet werden kann (mehr dazu später). Daher ist der FSH-Wert häufig schon während der Menstruation erhöht.9 Das FSH gelangt über die Blutbahnen zu den Eierstöcken und regt dort einige Eibläschen (Follikel) an, weiter zu wachsen. Wie lange die Eireifungsphase (Follikelphase) dauert, ist individuell verschieden.
Während deiner Eireifungsphase fühlst du dich oft kreativer und hast vermehrt Lust darauf, etwas Neues auszuprobieren.10 Doch eigentlich beginnt die Eireifung schon viel früher.
Vorrat in den Eierstöcken
Während die meisten unserer Zellen ständig erneuert werden, wurden unsere Eizellen schon vor unserer Geburt in unseren Eierstöcken angelegt. Sie sind damit so alt wie wir selbst. Aus diesem Vorrat ruhen bei Beginn der Pubertät noch rund 400.000 Eizellen in den Eierstöcken.11 Ab der Pubertät werden in jedem Zyklus eine Gruppe von etwa 20 – 25 Eibläschen durch das FSH zum Wachstum angeregt, und das etwa 400-mal während der etwa 35 Jahre dauernden fruchtbaren Lebensphase einer Frau.12

Eine Gruppe Eibläschen wächst über 3 Zyklen während der Eireifungsphase allmählich heran
Die Eibläschen (Follikel) benötigen insgesamt etwa 150 Tage13, um vollständig auszureifen. Das bedeutet, dass zu jedem Zeitpunkt im Zyklus Eibläschen in unterschiedlichen Reifestadien in den Eierstöcken vorhanden sind.14
Wachstumsphase

In der Follikelphase baut sich die Schleimhaut auf, Muttermund und Zervixschleim verändern sich
Während die Eibläschen in den Eierstöcken heranreifen, verändert sich auch in der Gebärmutter einiges. Am Ende der Blutung wirkt die oberste Schicht der Gebärmutterschleimhaut wie frisch geputzt, dünn und bereit für einen neuen Aufbau. Der Muttermund schließt sich und dickerer Zervixschleim kann – muss aber nicht – den Zugang zur Gebärmutter für eine individuell unterschiedliche Zeit erschweren.
Die heranwachsenden Eibläschen erzeugen nun mehr und mehr Östrogene, wodurch die Gebärmutterschleimhaut wieder neu aufgebaut wird. Gleichzeitig öffnet sich allmählich der Muttermund und der Zervixschleim wird durchlässiger.
KÜHLENDE ÖSTROGENPHASE

Östrogene im Zyklusverlauf
Ungefähr 6 Tage vor dem Eisprung beginnt im Eierstock ein Auswahlprozess. Aus der Gruppe von etwa 20 – 25 Eibläschen, die vor 3 Monaten gemeinsam an den Start gingen, wächst jetzt nur noch ein Eibläschen weiter.15 Bei zweieiigen Zwillingen reifen 2 Eibläschen, bei Mehrlingen mehrere Eibläschen. Dieses dominante Eibläschen – der sogenannte Graaf-Follikel – wird in den nächsten Tagen etwa 15 – 30 Millimeter groß,16 denn in seiner Hülle sammelt sich Flüssigkeit, wodurch sie sich dehnt und immer dünner wird. Es schiebt sich an den Rand des Eierstocks.17 Zusammen mit den anderen Eibläschen seiner Gruppe produziert es immer mehr Östrogene.18
Durch den Einfluss der Östrogene sinkt deine Aufwachtemperatur etwas und in vielen Zykluskurven entsteht ein kleines Tal. Daher lassen sich die Östrogene auch als kühlende Hormone bezeichnen.
Dehnbarer Zervixschleim

Zyklusverlauf mit stetig dehnbarerem Zervixschleim vor dem Eisprung
Je mehr Östrogene im Eierstock erzeugt werden, desto dehnbarer und wässriger wird der Zervixschleim und rinnt manchmal fast wie Wasser in der Scheide herab. Bestimmt hast du auch schon bemerkt, dass sich deine Scheide an manchen Tagen im Zyklus feuchter anfühlt als sonst. Schon junge Mädchen bemerken bereits Monate vor der ersten Blutung die verräterischen gelblichweißen Spuren am Scheidenausgang oder in der Unterwäsche. Diese Zeichen sind wertvolle Hinweise auf deine aktuelle Fruchtbarkeit und haben rein gar nichts mit einem krankhaften, meist juckenden Ausfluss zu tun, der natürlich ärztlich behandelt werden sollte.
Dein Zervixschleim ist ein vollkommen natürliches Zeichen deines Körpers, das dir signalisiert, dass du gesund und fruchtbar bist und ist mit ein bisschen Übung ganz einfach zu entdecken.
Geöffneter Muttermund

Der Muttermund öffnet sich in der Östrogenphase
Die Östrogene, die während der Eireifung in den Eierstöcken produziert werden, wirken auch auf den Muttermund. Jeden Tag wird der Muttermund weicher, offener und steigt etwas weiter nach oben, wodurch er um den Eisprung herum schwerer erreichbar ist. Dadurch wird nun der Weg für die Spermien frei, um an den fruchtbaren Tagen durch den geöffneten Muttermund in die Gebärmutter und von dort aus weiter in die Eileiter zu gelangen. Deshalb kann der Muttermund auch als Tor des Lebens bezeichnet werden.
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